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SID Mitglieder Update

What potential do voluntary sustainability standards have?

DIE Blog - 25. November 2019 - 17:00

Insights from the Stakeholder Awareness Meeting ©DIE

At a meeting in South Africa, various stakeholders shared views on the benefits of voluntary sustainability standards.

Voluntary sustainability standards (VSS) encompass more than 500 ecolabels that are used in 199 countries involving US$ 50 billion total value. In November, the Managing Global Governance (MGG) Programme of the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) co-organised the Stakeholder Awareness Meeting: South African Initiative on Voluntary Sustainability Standards in Pretoria, South Africa.

More than 70 representatives from the public sector as well as from research, civil society and business/industry attended the event. The goals of the meeting were to promote public awareness in South Africa on the potentials of VSS, engage and empower multiple stakeholders to support the implementation of the Sustainable Development Goals (SDGs) as well as to initiate the momentum to establish a national framework such as a National Platform on VSS in South Africa.

VSS are an instrument to achieve sustainable development goals, and they are also additional opportunities for business and industry. These standards are significant for businesses exporting abroad, as well as for Micro-, Small-, and Medium-size Enterprises (MSMEs) seeking to optimise their business operations, thus, reducing costs through efficiency.
Using innovative formats such as one-to-one interviews, world cafe and fish bowl, the DIE co-organised stakeholder meeting provided space for exchange among experts from both South Africa and from other countries with emerging economies such as Brazil, India, Colombia, and Vietnam, which already have a national platform on VSS.

The insights gathered at the meeting were collected and will be evaluated in a report that will be published and shared to all stakeholders. You can also follow the debates under the hashtag #VSSforBioeconomyZA on Twitter. For further information please contact Ariel Hernandez.

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Welche Potenziale haben freiwillige Nachhaltigkeitsstandards?

DIE Blog - 25. November 2019 - 16:57

Vortrag beim Stakeholder-Awareness-Meeting ©DIE

Bei einem Treffen in Südafrika tauschten unterschiedliche Interessengruppen sich über die Bedeutung und den Nutzen von freiwilligen Nachhaltigkeitsstandards aus.

Die freiwilligen Nachhaltigkeitsstandards (Voluntary Sustainability Standards, VSS) umfassen mehr als 500 Zertifizierungen und Umweltsiegel, die in 199 Ländern mit einem Gesamtwert von 50 Milliarden US-Dollar verwendet werden. Das Programm Managing Global Governance (MGG) des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) hat vom 6. bis 7. November in Pretoria, Südafrika, das Stakeholder-Awareness-Meeting: South African Initiative on Voluntary Sustainability Standards mitorganisiert. Über 76 Vertreter*innen aus dem öffentlichen Dienst sowie aus Forschung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft / Industrie nahmen an der Veranstaltung teil. Ziel des Treffens war es, die Öffentlichkeit in Südafrika für die Potenziale von VSS zu sensibilisieren, mehrere Interessengruppen in einen Dialog einzubeziehen und zu befähigen, die Umsetzung von SDGs zu unterstützen. Das Treffen sollte zudem den Anstoß geben, einen nationalen Rahmen wie z.B. eine Nationale Plattform für VSS in Südafrika zu etablieren.

VSS sind ein Instrument zur Erreichung nachhaltiger Entwicklungsziele und bieten zusätzliche Chancen für Unternehmen und Industrie. Diese Standards sind sowohl für Unternehmen, die ins Ausland exportieren, als auch für Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KKMU) von Bedeutung, da sie dadurch ihre Geschäftsabläufe optimieren und so die Kosten durch Effizienz senken.

Mit innovativen Formaten wie Einzelinterviews, World Cafe und Fish Bowl bot das vom DIE mitorganisierte Stakeholder-Meeting Raum für den Austausch zwischen Experten aus Südafrika und anderen Ländern mit aufstrebenden Volkswirtschaften wie Brasilien, Indien, Kolumbien und Vietnam, die bereits eine nationale Plattform für VSS haben.

Die bei dem Treffen diskutierten Erkenntnisse wurden gesammelt und werden in einem Bericht ausgewertet, der veröffentlicht und an alle Beteiligten weitergegeben wird. Sie können die Diskussionen auch auf Twitter unter dem Hashtag #VSSforBioeconomyZA nachlesen. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ariel Hernandez.

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New project on sustainable development pathways

DIE Blog - 25. November 2019 - 16:50

DIE takes the lead in a new project on sustainable development pathways achieving human well-being while safeguarding the climate and planet earth (SHAPE).

The project Sustainable Development Pathways Achieving Human Well-Being While Safeguarding the Climate and Planet Earth (SHAPE) was launched during a Kick-Off Meeting at the Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) from 12 to 14 November 2019. The project aims to develop and analyse Sustainable Development Pathways (SDPs) that achieve the SDGs in 2030 and maintain sustainable development to reach the Paris climate goals by 2100. DIE’s project partners of SHAPE are the PIK, the International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA), the Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS), the Stockholm Resilience Center (SRC), the University of Utrecht, and the Norwegian University of Science and Technology (NTNU).

The primary goals of the meeting were to coordinate the next steps in delivering the tasks as stipulated by the project, to identify cross-cutting issues that would require more strategic interactions by the partners as well as discuss the content of the different deliverables. The German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) through the Programme Environmental Governance and Transformation to Sustainability leads the work package on governing the transformation. In this regard, DIE particularly contributes to research on governing transformations to sustainability and on policy integration. In addition, DIE intends to highlight social science perspectives to improve the relevance and impact of modeling, scenario-building and projections to policy-making by providing context for assumptions, narratives and targets.

The project SHAPE is part of AXIS, an ERA-NET initiated by JPI Climate, and funded by FORMAS (Sweden), FFG/BMWFW (Austria), DLR/BMBF, NWO (Netherlands) and RCN (Norway) with co-funding by the European Union.

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Neues Projekt zu nachhaltigen Entwicklungspfaden

DIE Blog - 25. November 2019 - 16:44

Das DIE übernimmt die Leitung eines neuen Projektes zu nachhaltigen Entwicklungspfaden zum Wohl des Menschen bei gleichzeitigem Schutz des Klimas und des Planeten Erde (SHAPE).

Das Projekt Nachhaltige Entwicklungspfade zum Wohl des Menschen bei gleichzeitigem Schutz des Klimas und des Planeten Erde (SHAPE) wurde im Rahmen eines Kick-Off-Treffens am Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) am 12. und 14. November 2019 gestartet. SHAPE wird nachhaltige Entwicklungspfade (Sustainable Development Pathways, SDPs) erstellen und analysieren, die die SDGs im Jahr 2030 erreichen und diese nachhaltige Entwicklung aufrechterhalten, um die Pariser Klimaziele bis 2100 zu erreichen. Die Partner des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) im Rahmen des Projektes SHAPE sind das PIK, das Internationale Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA), das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), das Stockholm Resilience Center (SRC), die Universität Utrecht und die Norwegische Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU).

Hauptziele des Kick-Off-Treffens waren die Koordinierung der nächsten Schritte zur Erfüllung der im Projekt festgelegten Aufgaben, die Ermittlung von Querschnittsthemen, die eine strategischere Interaktion der Partner erfordern, sowie die Erörterung des Inhalts der verschiedenen Arbeitsstränge. Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) leitet durch das Programm Umwelt-Governance und Transformation zur Nachhaltigkeit das Arbeitspaket zur Steuerung (Governance) der Transformation. In diesem Zusammenhang leistet das DIE insbesondere Beiträge zur Erforschung von Transformationen in Richtung Nachhaltigkeit und zur Integration verschiedener Politikinstrumente. Darüber hinaus beabsichtigt das DIE, sozialwissenschaftliche Perspektiven einzubringen, um die Relevanz und Wirkung von Modellierung, Szenariobildung und Projektionen für die Politikgestaltung zu verbessern, indem Annahmen, Narrative und Ziele in Kontext gestellt werden.

Das Projekt SHAPE ist Teil von AXIS, einem von JPI Climate initiierten ERA-NET, das von FORMAS (Schweden), FFG / BMWFW (Österreich), DLR / BMBF (Deutschland), NWO (Niederlande) und RCN (Norwegen) sowie mit Kofinanzierung durch die Europäische Union finanziert wird.

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Austausch „WER/WIE/WAS! – Für Design und Nachhaltigkeit“ am 29. November 2019 in Hamburg

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 25. November 2019 - 9:15
designxport hat sich zum Ziel gesetzt, den Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb der Hamburger Designbranche zu fördern. Mit dem Format WER/WIE/WAS! lädt designxport jeden letzten Freitag im Monat Designer*innen und andere Kreativschaffende ein, sich in interdisziplinärer Runde zu den Themenschwerpunkten [...]

Motor oder Bremse? Religion als Herausforderung und Chance für Frieden und Entwicklung

GIGA Event - 22. November 2019 - 13:12
Vortrag und Diskussion Berlin GIGA Gespräch Referent*innen Prof. Dr. Matthias Basedau (GIGA) Kommentar Hanno Spitzer und Dr. Berthold Weig (BMZ) Adresse

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Repräsentanz Berlin
Reichpietschufer 20 | Raum: Atrium
10785 Berlin

Forschungsprojekte
  • Laufend
Religion, Conflict, and Sustainable Peace: Identifying Causal Conditions and Conclusions for Development Cooperation Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) | 2019
  • Laufend
Religion, Conflict, and Sustainable Peace: Identifying Causal Conditions and Conclusions for Development Cooperation Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) | 2019 Forschungsteams Identitäten, Ideologie und Konflikt Forschungsschwerpunkte Frieden und Sicherheit Anmeldung erforderlich

The Creation of Social Norms under Weak Institutions

GIGA Event - 21. November 2019 - 12:18
Lecture by Florian Diekert Hamburg GIGA Seminar in Socio-Economics Referent*innen [Florian Diekert](https://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/wiso/awi/professuren/ressourcen/diekert.html), Assistant Professor of Economics from Heidelberg University Adresse

GIGA
Neuer Jungfernstieg 21
Hamburg

Forschungsschwerpunkte Wachstum und Entwicklung Anmeldung erforderlich

A European border carbon tax – promises and pitfalls of trade measures as a leverage for climate protection

DIE Blog - 20. November 2019 - 15:08

Contributing to heated international debates, the new European Commission president Ursula von der Leyen promised a carbon border tax to adjust for carbon costs at the border. To be sure, border carbon adjustments entail international trade law challenges, feasibility complications as well as fairness concerns. But if carefully designed, such adjustments can contribute to strengthening the ambition of climate action both in the EU and beyond it. More generally, there should be a stronger focus on using international trade as a leverage for climate protection.

Border carbon adjustments in a nutshell

The plan for a carbon border tax is part of the “European Green Deal,” which seeks to achieve climate neutrality in the EU by 2050. In light of the piecemeal bottom-up approach of the Paris Agreement and the absence of a global price on carbon, European climate policies could be undercut by so-called carbon leakage, i.e. the outsourcing of carbon-intensive production outside the EU. The idea behind border carbon adjustments is to prevent carbon leakage and thereby avert a weakening of the effectiveness of EU climate policies. Moreover, by levelling the playing field, border carbon adjustments can help ramp up the EU’s ambition to fight climate change.

The following three aspects are key when designing border carbon adjustments: (i) making the measures compatible with the rules of the World Trade Organization (WTO) by ensuring their contribution to environmental protection and preventing their protectionist misuse; (ii) strengthening their practical feasibility by limiting the application to few key sectors that are both carbon- and trade-intensive; and (iii) taking account of the concerns of less developed countries.

Safeguarding WTO compatibility and avoiding protectionism

First, while there is a risk that border carbon adjustments contradict the multilateral trading system, these measures can be crafted such that they are compatible with international trade law. In light of growing trade tensions around the world and growing challenges for the WTO, this is essential because border adjustments should not increase the risk of further complications in the realm of international trade. In fact, the European Commission is already working on a proposal that is “fully compliant” with the rules of the WTO. While WTO rules prohibit discrimination between imports and domestic products, in light of Article XX of the General Agreement on Tariffs and Trade (GATT), border adjustments could be permitted on grounds of environmental concerns provided that they do not amount to protectionism in disguise.

Border carbon adjustments should thus be crafted to reduce the danger of protectionist misuse both in order to increase their legal defensibility and because protectionism might undermine production patterns that are inefficient from an environmental perspective. Ideally, WTO compatibility would be tackled through negotiations under the auspices of the WTO about permissible approaches to adjust for the price of carbon at the border and the EU should push for the negotiation of such a WTO agreement among like-minded countries.

Promoting practical feasibility and focusing on key sectors

Secondly, in order to safeguard their environmental effectiveness and their practical feasibility, border carbon adjustments should be restricted to primary goods such as cement, steel and aluminium. These sectors are trade-exposed and face high carbon costs and thus entail a strong threat of carbon leakage. This sectoral focus therefore improves the effectiveness of carbon border adjustments from an environmental perspective and thus its compatibility with international trade law. Moreover, the carbon footprint of these primary goods is considerably easier to identify than for other more complex products, which improves the feasibility of the measure. This sectoral focus is also key since the border adjustment must be equivalent to the carbon price levied on domestic goods and calculated on the basis of the carbon footprint of imports in order to be legally defensible.

Taking adequate account of the development perspective

A third challenge that often does not receive sufficient attention are fairness concerns and particularly the development dimension in the context of carbon border adjustments: this is essential because they might be disproportionally burdened by these measures. To address this concern, the EU proposal should take account of the concerns of less developed countries. Above all, it is essential that products from Least Developed Countries (LDCs) are exempted from border adjustments. This would go a long way in terms of taking into account the notion of Special and Differential Treatment in the WTO and the concept of Common But Differential Responsibilities (CBDR) and Respective Capabilities in the UNFCCC and other areas of international law. Moreover, accompanying assistance measures should be put in place for vulnerable developing countries, above all for Low Income Countries (LICs) that are not classified as LDCs and thus cannot be exempted without creating tensions with international trade rules. Last but not least, the proceeds from border adjustment measures should be used to assist affected lower-income countries to cut back on the carbon intensity of their economies.

Making trade and climate measures mutually beneficial

In sum, border carbon adjustments can enhance EU climate efforts and do not need to be in conflict with the global trade regime. At the same time, while border adjustments, if carefully crafted, are a key option to use trade measures as a leverage for climate protection, a positive interplay between climate and trade governance should be pursued in additional ways as well. For example, there is considerable potential to make use of climate provisions in preferential trade agreements (PTAs) that has not been taken advantage of. On the other hand, there is substantial untapped potential to make use of trade measures in the Nationally Determines Contributions (NDCs) submitted under the Paris Agreement. While around 45% of all NDCs include a direct reference to trade or trade measures, only around 22% incorporate trade measures that are specifically geared towards fostering mitigation.

Overall, there is great room for a stronger emphasis on climate-friendly trade measures that are in line with the global trade regime. Such measures, including carbon border adjustments, would ultimately help achieve the aims of the Paris Agreement, contributing to a more sustainable future for all. The EU should pursue the path of working towards this goal, but make sure that it guarantees transparency both within the EU and towards its partners across the world when crafting and implementing such measures.

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Grenzen der Gemeinnützigkeit: Zivilgesellschaft muss unbequem sein dürfen

VENRO - 20. November 2019 - 11:41

Durch das Attac-Urteil sind potentiell alle gemeinnützigen Vereine gefährdet, die sich politisch einmischen. Es kann aber keine Alternative sein, jede politische Äußerung zu unterlassen. Denn genau das wäre eine Beschädigung der Demokratie und eine Einschränkung des Handlungsspielraums.

Anfang des Jahres hat der Bundesfinanzhof (BFH) ein Urteil zum globalisierungskritischen Vereins Attac gefällt, das kurzzeitig viel Aufmerksamkeit auf das Thema Gemeinnützigkeit lenkte. Seitdem sorgen sich viele Vereine und Stiftungen um ihren Status. Mit der Bürgerbewegung Campact und dem Ludwigsburger Verein DemoZ haben inzwischen mindestens zwei weitere Vereine die Gemeinnützigkeit verloren. In beiden Fällen begründeten die Finanzämter ihre Entscheidungen mit dem Attac-Urteil.

Beim Status der Gemeinnützigkeit geht es um weit mehr als ein Steuerprivileg. Es betrifft den Zugang zu Fördermitteln, es geht um das Vertrauen von Spenderinnen und Spendern, um das Ansehen in der Öffentlichkeit. In Deutschland gibt es kein NGO-Gesetz. Das Recht der Gemeinnützigkeit ist das Statusrecht zivilgesellschaftlicher Organisationen. Ein Verein, der nicht gemeinnützig ist, muss das Fehlen dieses Status erklären und rechtfertigen.

Zu berücksichtigen ist auch: Viele Menschen gehen davon aus, dass gemeinnützige Vereine die eigenen Mitglieder fördern; dass Menschen in einen Verein eintreten und sich dort engagieren, um ihre eigenen Interessen zu fördern. Diese Auffassung steht dem Grundsatz der Gemeinnützigkeit diametral gegenüber: Selbstlos das Allgemeinwohl zu fördern.

Im Mittelpunkt steht das Wohl der Allgemeinheit

Dass es tatsächlich um das Wohl der Allgemeinheit und nicht um das Wohl der Mitglieder geht, ist bei Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit offensichtlich: Wer Mitglied oder Spenderin ist, hat davon selbst nichts außer vielleicht einem Hauch guten Gewissens und mal einen netten Info-Abend im Weltladen. Doch das Missverständnis erklärt einiges rund um die Debatte über die Gemeinnützigkeit von Attac Deutschland. Manche glauben, Attac und anderen Vereinen ginge es darum, eigene Interessen durchzusetzen. Dabei gibt es auch Attac-Mitglieder, die viele Steuern zahlen, aber das Steuersystem zu ihren Ungunsten ändern wollen – zum Wohle der Allgemeinheit.

Auch der BFH geht in seinem Urteil zur Gemeinnützigkeit von Attac offenbar davon aus, dass politische Tätigkeit nur bedeuten könne, für eigene Interessen tätig zu sein. Dieses Verständnis schlägt über Attac auf weitere Vereine durch, vor allem diejenigen, die keinen spezifischen gemeinnützigen Zweck wie Umweltschutz oder Gleichstellung von Mann und Frau zur Verfügung haben. So wurde im Oktober 2019 dem kleinen, ehrenamtlich betriebenem Kultur- und Bildungsverein „Demokratisches Zentrum Ludwigsburg“ (DemoZ) die Gemeinnützigkeit aberkannt, da der Verein mit seiner Bildungsarbeit eigene Auffassungen durchsetzen wolle. Völlig unberücksichtigt bleibt im Attac-Urteil und im DemoZ-Aberkennungs-Bescheid, ob dies Auffassungen des Vereins sind oder ob Teilnehmer von Bildungsveranstaltungen selbstbestimmt zu eigenen Auffassungen gekommen sind und daran weiterarbeiten wollen.

Doch die Finanzverwaltung geht noch weiter: Auch da, wo ein spezifischer gemeinnütziger Zweck der Abgabenordnung verfolgt wird, dürften politische Mittel zur Zweckverfolgung nicht überwiegen. Damit wird die Freiheit gemeinnütziger Organisationen beschränkt, ihre Mittel zu wählen. Die Sichtweise soll nun sogar ins Gesetz geschrieben werden. Das wäre also eine spezialgesetzliche Regelung für NGO.

Jegliche politische Äußerung zu unterlassen, wäre eine Beschädigung der Demokratie

Stattdessen bräuchte es die gesetzliche Klarstellung, dass gemeinnützige Organisationen ihre Mittel zur Zweckverfolgung frei wählen dürfen, so lange sie damit nicht Parteien fördern, nicht selbst zu Wahlen antreten und nicht gegen allgemeine Gesetze verstoßen. Es fehlen im Gesetz spezifische Zwecke wie die Förderung der Menschenrechte, der sozialen Gerechtigkeit und des Friedens.

Weil Zwecke fehlen, trifft das Attac-Urteil in erster Linie Organisationen, die sich deshalb Meta-Zwecken bedienen wie der (politischen) Bildung, der Förderung des demokratischen Staatswesens oder der Förderung von Wissenschaft und Forschung. Doch es sind potentiell auch alle gemeinnützigen Vereine gefährdet, die politische Forderungen erheben oder sich in anderer Weise politisch einmischen, etwa durch Aufrufe zu Demonstrationen. Gemeinnützige Vereine können sich auf sicheren Boden begeben, in dem sie jede politische Äußerung unterlassen. Doch genau das wäre eine Beschädigung der Demokratie und eine Einschränkung des Handlungsspielraums. Mehr zu möglichen Folgen des Urteils für einzelne Vereine lesen Sie hier.

Ende Oktober haben zwölf Dachverbände und Netzwerke gemeinnütziger Organisationen in der „Charta für Zivilgesellschaft und Demokratie“ erklärt, dass es selbstverständlich zu ihrer Arbeit gehört, die Gesellschaft mitzugestalten und auch politische Positionen zu beziehen. Dieses Selbstverständnis sollten gemeinnützige Vereine in die Berichterstattung tragen – denn Zivilgesellschaft ist vielfältig und braucht dafür Freiraum.

Stefan Diefenbach-Trommer beschäftigt sich seit 2015 im Auftrag von mehr als 130 Vereinen und Stiftungen mit dem Gemeinnützigkeitsrecht. Er arbeitet als Vorstand der Allianz „Rechtssicherheit für politische Willensbildung„.

OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten: Dritte Ausgabe

Weblinks - 19. November 2019 - 20:05

Comments:

  • Der jetzt auf Deutsch erschienene „OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten“ enthält offiziell unterstützte Empfehlungen, mit denen Firmen Schritt für Schritt zu einem verantwortungsvollen globalen Lieferkettenmanagement angeleitet werden. Diese helfen dabei, Menschenrechte zu achten und durch Entscheidungen und Praktiken beim Einkauf von Mineralien oder Metallen keinen Beitrag zu Konflikten zu leisten. - Karsten Weitzenegger

Tags: oecd, lieferketten, wertschöpfungsketten, rohstoffe, unternehmen, CSR

by: Karsten Weitzenegger

Deutscher Kulturrat unterstützt den zweiten Klimastreik von Fridays For Future am 29. November 2019

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 19. November 2019 - 9:00
Auch viele Akteure aus Kunst und Kultur haben am 20. September beim größten Klimastreik aller Zeiten ein starkes Zeichen für den Klimaschutz gesetzt. Am 29. November 2019 gehen Menschen erneut bundesweit auf die Straßen, um ihren Unmut über die Klimapolitik [...]

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