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Kinderrechte ins Grundgesetz – JETZT!

Unicef - 25. Oktober 2019 - 14:10
Das Aktionsbündnis Kinderrechte begrüßt den Abschlussbericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu Kinderrechten im Grundgesetz, mit dem die verfassungsrechtliche Normierung der Kinderrechte ein großes Stück näher rückt.
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Little Home e.V. Köln – Engagement für Obdachlose

EINEWELTblabla - 25. Oktober 2019 - 13:53

Könnt ihr euch vorstellen, kein Dach über dem Kopf zu haben? Alle für die diese Frage nur hypothetisch ist, können sich sehr glücklich schätzen. Denn sie gehören nicht zu den rund 1,2 Millionen Obdachlosen in Deutschland. Wieso Menschen auf der Straße leben und -noch viel wichtiger- wie wir ihnen helfen können, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Bereits in den ersten Sekunden auf der Rolltreppe zur U-Bahnstation rieche ich den an Kohle erinnernden Geruch. Mit jedem Schritt wird der Geruch intensiver und die Bahngeräusche lauter. Beim Warten auf die Bahn fallen mir die paar Menschen auf, die komplett in Decken gehüllt schlafen. Wahrscheinlich sollen diese die enorme Lautstärke der fahrenden Bahnen abdämpfen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es klappt. Eigentlich kann ich mir gar nicht vorstellen, dass man bei dem Gestank, den Geräuschen der Bahn und in der Menschenmenge schlafen kann. Was in ihrem Leben wohl entscheidendes geschehen ist, dass sie hier gelandet sind?

Gründe für die Obdachlosigkeit

Wir haben bestimmt alle schon mal die klassischen Vorurteile gehört: „Das sind Alkoholiker, Junkies. Die geben das Geld doch nur für Drogen aus“, „Sie wollen so leben, den kann man nicht helfen“, sagt man um sein eigenes Gewissen zu beschwichtigen. Das soll nicht heißen, dass das alles gar nicht stimmt. Es gibt natürlich Obdachlose, die ihren Süchten nicht widerstehen können. Aber es sind nun mal Vorurteile und Verallgemeinerungen. Jeder Mensch erlebt was anderes und oft sind Situationen viel komplexer als man es von außen überhaupt wahrnehmen kann. Es gibt natürlich auch einige sogenannte „Aussteiger“, die freiwillig draußen leben. Aber die große Mehrheit lebt sicherlich nicht selbtbestimmt ohne Obdach.

Ein entscheidender Faktor ist nämlich die Armut. In den letzten Jahren hat die Anzahl der bezahlbaren Wohnungen drastisch abgenommen. Vor allem in Großstädten sind die Mietpreise oft unbezahlbar geworden. Städte wie Berlin, Frankfurt am Main oder München sind auch gerade die Städte, deren Anzahl an Wohnungslosen weitaus höher ist als in anderen. Auch ist die Anzahl der Sozialwohnungen aufgrund von Privatisierungen enorm gesunken. Oft kommen Schicksalsschläge wie Verlust, Verschuldungen oder Krankheit dazu, die den psychischen Zustand dieser Menschen so verschlechtern, dass sie ohne jegliche Hilfe von außen nicht ein neues Leben aufbauen können.

Was unternimmt der Staat

Der Satz: „In Deutschland muss niemand auf der Straße leben“ ist genauso gefällig wie die Vorurteile. Jeder hat das Recht auf Wohnen und Deutschland ist zwar auch verpflichtet jedem und jeder Bürger*in dieses Menschenrecht zu ermöglichen. Trotzdem gibt es aber Obdachlose, die diese Hilfe verweigern. Sei es aus der Gewohnheit an das Leben auf der Straße, psychischer Labilität oder aus anderen Gründen. Die Situationen und Gründe sind -wie schon gesagt- sehr individuell. Es werden den Wohnungslosen in Deutschland zwar auch betreute Wohnheime angeboten. Doch diese sind oft sehr überfüllt und sind keine langfristige Lösung. Um vom Leben auf der Straße endgültig zu entkommen, bräuchte man einen Job, den man aber ohne Wohnung nicht bekommt. Umgekehrt wird einem auch keine Wohnung vermietet, wenn man keinen Job hat.

Little Home für Obdachlose

Es gibt natürlich einige gemeinnützige Organisationen, in denen man sich ehrenamtlich engagieren kann, indem man Essen oder Kleidung spendet und an Bedürftige verteilt. Wir möchten euch aber ein kreatives Projekt vorstellen, nämlich Little Home e.V. Köln. Der 2016 von Sven Lüdecke gegründete Verein setzt sich aktiv durch den Bau von kleinen Wohnhütten für Obdachlose ein.  Die Wohnboxen begrenzen sich auf ein paar Quadratmeter, beinhalten dafür aber das Nötigste und gewährleisten etwas sehr wichtiges, nämlich Privatsphäre. Little Home beschreibt:

„Im Inneren jedes Hauses befinden sich neben einer Matratze und einem Regal auch ein Erste-Hilfe-Set, ein Feuerlöscher, eine Campingtoilette, ein Waschbecken sowie eine kleine Arbeitsfläche mit der Möglichkeit zu kochen. Mit den Little Homes sollen Obdachlose einen Rückzugsort bekommen. Angefertigt werden die Wohnboxen daher zusammen mit den Wohnungslosen sowie freiwilligen Helfern. So entsteht eine Brücke in die Gesellschaft, das Miteinander und nicht zuletzt die Identifikation des Bewohners mit seinem neuen Heim werden gefördert.“ Und:

„Sie sind zwar nur ein erster, aber dennoch zentraler Schritt auf dem Weg zurück in die Gesellschaft. Vielleicht eine Art Probephase, eine kleine Oase auf dem Weg zur weiteren Resozialisierung. Denn auch das hat Little Home gezeigt: Die kleinen Häuser sind nur das Pflaster auf der Wunde. Der Rückweg ins System ist für die Bewohner – so sie dies anstreben – mühsam, teils sehr beschwerlich und mit vielen inneren und äußeren Widerständen verbunden.“

Allein in nur drei Jahren, hat der Verein es geschafft eine große Reichweite zu schaffen. Mittlerweile warten fast 18.000 Menschen auf die Schenkung einer Wohnbox. Das Projekt hat sich mittlerweile als erfolgreich erwiesen. Es wurden 117 Holzhäuser gebaut, 49 Obdachlose wurden in festen Wohnraum untergebracht und 43 von ihnen haben einen Job vermittelt bekommen.

Engagierte können sich in lokalen Gruppen über den Bau einer neuen Hütte informieren und selbstverständlich auch aktiv teilnehmen. Neben Köln ist Litte Home mittlerweile auch in Berlin, Bonn, Frankfurt am Main, Hamm, Nürnberg, Hamburg, Hannover und Darmstadt vertreten. Also falls es auch eine Little Home Gruppe in eurer Stadt geben sollte, seid ihr herzlich willkommen mitzumachen. Wir finden solche selbstlosen Projekte, ähnlich wie der Zuhör-Kiosk, großartig und können das nächste Bauprojekt nicht abwarten!

Beitragsbild: Photo by Matt Collamer on Unsplash.com

 

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Vier Jahre Agenda 2030: Die Politik ist am Zug

Forum Umwelt & Entwicklung - 25. Oktober 2019 - 12:25
Vier Jahre sind seit der Verabschiedung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung durch die Vereinten Nationen vergangen. Zum vierten Mal veröffentlichen zivilgesellschaftliche Verbände und Netzwerke einen Bericht zum Thema »Deutschland und die globale Nachhaltigkeitsagenda«. Wie in den vergangenen drei Jahren kommen die Autor_innen zu dem Ergebnis: Um die nachhaltigen Entwicklungsziele noch zu erreichen, muss die Politik umdenken, umlenken und ehrgeiziger handeln.

Neue Studien und der aktuelle Report des UN-Generalsekretärs zeigen, dass es in vielen Bereichen zu wenige Fortschritte und in manchen sogar Rückschritte gibt, etwa bei der Bekämpfung des Hungers. Die Zahl der Menschen, die unter Hunger leiden, hat im dritten Jahr in Folge zugenommen. Es besteht die Gefahr, dass die international vereinbarten globalen Ziele bis zum Jahr 2030 nicht erreicht werden. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) sind eng miteinander verbunden. Sie müssen ganzheitlich angestrebt und umgesetzt werden. Die Beseitigung der absoluten Armut (SDG 1) ist nicht möglich ohne Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen (SDG 16). Und ohne wirksamen Klimaschutz (SDG 13) wird es keine Erfolge bei der Bekämpfung von Hunger und Unterernährung (SDG 2) geben.

Report

Herausgegeben von CorA – Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Forum Umwelt und Entwicklung, Global Policy Forum, Paritätischer Gesamtverband, Klima-Allianz Deutschland, Deutscher Kulturrat, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Deutscher Naturschutzring, Forum Menschenrechte, VENRO, Verbraucherzentrale Bundesverband.

 

Berlin, Oktober 2019 (Redaktionsschluss 30. September 2019)

ISBN 978-3-943126-48-8

Zum Download des Berichts (8 MB)

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25. Oktober 2019

ONE - 25. Oktober 2019 - 12:09

1. Reich durch Investitionen in Afrika
In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht die senegalesische Unternehmerin und Tech-Pionierin Fatoumata Ba über Investitionen. Bereits früh habe sie in ihrem Heimatland Senegal Zugang zum Internet gehabt. Nach dem Universitätsabschluss in Frankreich habe sie bei einem Technologie-Consulting-Unternehmen gearbeitet. Anschließend habe sie sich selbstständig gemacht und den panafrikanischen Online-Shop ‚Jumia‘ gegründet, den viele als das „Amazon Afrikas“ bezeichnen. Nun investiere sie ihr gesamtes Vermögen in die Wagniskapitalfirma ‚Janngo‘. Das Risiko zahle sich aus. Das Portfolio werde sehr gut bewertet und das Unternehmen habe einen „echten Einfluss auf Start-Ups in Afrika“. Generell fehlen in Afrika die Mittel, um „gute Infrastruktur zu bauen, um den Bürgern Gesundheitsversorgung, Bildung und Zugang zu Jobs zu ermöglichen“. Daher komme es auf Privatinvestitionen an. Direktinvestitionen aus dem Ausland seien zwar deutlich gestiegen, aber insgesamt noch immer nicht genug. Der Bevölkerungsboom erfordere auch deutlich mehr Arbeitsplätze. Afrika stehe an einem Scheidepunkt: Schaffe man es, die junge Bevölkerung mit Jobs zu versorgen, könne sich der Kontinent wie China in ein „Machtzentrum“ verwandeln. Anderenfalls würde es „sehr schlimm werden“, da viele den Weg der Auswanderung wählen würden.

2. Afrika hat 1,5°C-Ziel längst überschritten
Im Tagesspiegel-Interview warnt Gernot Laganda, Leiter der Klima- und Katastrophenpräventionsabteilung im UN-Welternährungsprogramm, vor den Folgen des Klimawandels auf die Landwirtschaft. In Namibia haben die Landwirt*innen bereits heute weniger Chancen, sich an die sich verändernden klimatischen Bedingungen anzupassen. Dort haben die Menschen weniger Zugang zu Technologien, Erntesausfellkrediten und sogar Wetterinformationen. In Subsahara-Afrika sei die Erwärmung um 1,5°C, die man global nicht überschreiten wolle, längst eingetreten. Die Folgen des Klimawandels werde die Kleinbauern und -bäuerinnen am härtesten treffen, insbesondere wenn regionale Konflike und Wetterextreme eintreten und sich sogar gegenseitig bedingen. Derzeit gebe es 822 Millionen Menschen, die an chronischem Hunger leiden.

3. Proteste in Äthiopien
Die tageszeitung (taz), der österreichische Standard und die schweizerische Neue Zürcher Zeitung thematisieren die derzeit stattfindenden Unruhen in Äthiopien, bei denen zwischen 12 und 16 Menschen bereits ums Leben gekommen sind. Die Proteste richten sich gegen Ministerpräsident Ahmed Abiy. Dessen Regierung solle die Leibwächter für den Oppositionsaktivisten Jawar Mohammed abgezogen haben, weswegen sein Leben nun in Gefahr sei. Trotz Dementi der Behörden seien hunderte Regierungsgegner*innen auf die Straße gegangen. Der Journalist und Medienunternehmer Jawar war unter dem vormaligen autoritären Regime Äthiopiens ins US-amerikanische Exil gegangen. Mit Amtsantritt Abyis habe der Premier viele inhaftierte Regierungskritiker*innen freigelassen und Oppositionspolitker*innen aus dem Ausland ermuntert, heimzukehren. Jawar sei dieser Einladung gefolgt, nehme aber nach wie vor eine kritische Haltung gegenüber der Regierung ein. Bemerkenswert sei überdies, das der aktuelle Konflikt „keine ethnische Dimension“ habe.

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Warnschuss für die Weltmeere

E+Z - 25. Oktober 2019 - 11:29
Bericht des Weltklimarats zeichnet düsteres Bild vom Zustand der Ozeane

Der Meeresspiegel steigt derzeit doppelt so schnell wie im vergangenen Jahrhundert. Dies ist zum einen auf das großflächige Abschmelzen der grönländischen und antarktischen Eisschilde zurückzuführen, zum anderen auf eine starke globale Erwärmung und damit einhergehende Ausdehnung des Meerwassers.

Bislang haben die Ozeane mehr als 90 Prozent der überschüssigen Wärme im Klimasystem aufgenommen und bis zu 30 Prozent der seit den 1980er Jahren ausgestoßenen Treibhausgase aufgenommen. Doch diese Pufferkapazitäten könnten sehr bald ausgereizt sein, heißt es im Sonderbericht zum Zustand von Meeren und Eisschilden, den der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) im September veröffentlicht hat. Die Folge wäre eine katastrophale Beschleunigung globaler Veränderungen im Klimasystem.

Der Rückgang der arktischen Meereisdecke nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Während ein zugefrorener Arktischer Ozean von der Sonnenstrahlung abgeschirmt wird und das Eis die Strahlung reflektiert, kann sich der offene Ozean beträchtlich aufheizen und somit die Neubildung von Meereis verhindern. Dieser sich selbstverstärkende Effekt könnte laut IPCC bis Ende des Jahrhunderts zu einer gänzlich eisfreien Arktis im Sommer führen und deutlich zur Erwärmung der Atmosphäre beitragen.

Tropische Wirbelstürme und andere Extremwetterereignisse werden dadurch befeuert. Viele der über 7000 Studien, die die Grundlage für den IPCC-Bericht lieferten, prognostizieren, dass die durchschnittliche Intensität tropischer Wirbelstürme und der damit verbundenen Niederschläge bei einem globalen Temperaturanstieg von zwei Grad auf Dauer zunehmen wird.

In Kombination mit einem steigenden Meeresspiegel bieten solche Stürme großes Potenzial für Überschwemmungen in Küstengebieten. Für viele küstennahe Megacitys und kleine Inseln erwarten die Experten bis 2050 mindestens einmal jährlich Hochwasserereignisse von einem Ausmaß, das bislang nur einmal pro Jahrhundert vorkam. Millionen Küstenbewohner könnten ihre Heimat verlieren, einige Inselstaaten gar unbewohnbar werden, warnt der Bericht.

Normalerweise schützen Küstenökosysteme wie Mangrovenwälder und Korallenriffe die Küsten vor Stürmen und Erosionen. Jedoch seien fast die Hälfte der globalen Küstenfeuchtgebiete in den vergangenen 100 Jahren verlorengegangen. Die IPCC-Autoren sehen diese Entwicklung mit Sorge, denn neben dem Verlust des Küstenschutzes beeinträchtige der Rückgang der Warmwasserkorallenriffe auch die Ernährungssicherheit und den Tourismus. Zunehmende Ozeanversauerung, Meereshitzewellen, Sauerstoffverlust, Verschmutzung sowie immer häufigere schädliche Algenblüten führten ebenfalls zu Verlusten der Artenvielfalt und bedrohten die Existenzgrundlage von Fischern.

Je höher der Meeresspiegel steigt, desto schwieriger ist der Küstenschutz. Viele der bisherigen Maßnahmen seien nicht ehrgeizig genug. Zwar nähmen die Bemühungen, den Risiken entgegenzuwirken, insgesamt zu. Vielerorts seien Governancestrukturen wie Meeresschutzgebiete und Wassermanagementsysteme jedoch viel zu fragmentiert, um integrierte Lösungen über Verwaltungsgrenzen und Sektoren hinweg zu bieten.

Noch besteht Hoffnung, das Hochwasserrisiko durch effektiven Küstenschutz weltweit zu halbieren, heißt es im Bericht. Dazu seien aber Investitionen von vielen Milliarden Dollar nötig. In eng bebauten Küstenregionen seien künstliche Schutzbauten wie Deiche womöglich die kosteneffizienteste Maßnahme. Andernorts empfehlen die Autoren ökosystembasierte Anpassungsstrategien, wie etwa die Wiederansiedlung von Mangroven und Seegraswiesen. Dies würde nicht nur die Wasserqualität und küstennahe Artenvielfalt stärken, Küstenökosysteme bieten auch einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz, da sie CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen. Bei allen Klimaschutzmaßnahmen und Anpassungsstrategien muss schnell gehandelt werden, macht der Bericht deutlich.

Link
IPCC, 2019: Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate.
https://www.ipcc.ch/srocc/home/

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‚Ruby Cup‘ revolutioniert den Umgang mit der Periode in Afrika

ONE - 25. Oktober 2019 - 11:09

Jungen Mädchen und Frauen wird beigebracht, wie sie ihre Ruby Cup korrekt und sicher verwenden. Foto: Ruby Cup

Geht es um die Periode und Menstruation, muss international noch mit einigen Tabus und veralteten Ansichten gebrochen werden. Zum einen ist das Thema vielerorts immer noch mit Verlegenheit und Scham verknüpft. Zum anderen gibt es in vielen Ländern keinen ausreichenden Zugang zu nachhaltigen, bezahlbaren und nutzer*innenfreundlichen Menstruationshygieneartikeln. Vor allem in afrikanischen Ländern ist die Periode für viele Frauen und Mädchen nicht nur ein unbeliebtes Thema, sondern auch eine Hürde in Sachen Bildung.

Während der Verteilung der Ruby Cups erhalten Mädchen Bildung zu reproduktiver Gesundheit, wie sie während ihrer Periode auf sich Acht geben und gesunde Entscheidungen für ihre Zukunft treffen können. Foto: Ruby Cup

Aber es gibt gute Neuigkeiten: Nämlich Initiativen, die hier tatkräftig anpacken und an diesen Umständen etwas ändern wollen. Eine, die uns dabei besonders begeistert, ist Ruby Cup. Die Initiative will unzureichende Aufklärung bezüglich sexueller Gesundheit und soziale Tabus zu Dingen der Vergangenheit erklären. Damit wollen sie die alltägliche Realität von Millionen von Mädchen in weniger entwickelten Ländern verändern.

Wie das funktioniert?

Das Konzept dabei? Buy One – Give One. Bedeutet, für jede Menstruationstasse, die du online kaufst, erhält eine Person in einem afrikanischen Land ebenfalls eine. Und das kann ihren Alltag revolutionieren.  Ruby Cup ist nicht nur nachhaltig, hygienisch und einfach zu benutzen – sie sorgt auch dafür, dass die Periode kein Grund mehr für Mädchen sein muss, nicht zur Schule zu gehen. Und mehr noch – Ruby Cup macht es durch Kooperationen möglich, dass die Bereitstellung von Menstruationsartikeln und Bildung zur Periode Hand in Hand gehen.

Mit einer Ruby Cup können Mädchen selbstbewusst in die Schule gehen, mit ihren Freund*innen spielen und unbeschwert sein. Foto: Ruby Cup

Ruby Cup in Zusammenarbeit mit lokalen Partner*innen

Das führt dazu, dass nicht nur der Zugang zu Menstruationstassen gewährleistet wird, sondern sich auch die Einstellung menstruierender Frauen und Mädchen in Afrika zu ihrer Periode grundlegend ändert. Um das möglich zu machen, braucht es lokale Kooperationspartner*innen wie Golda Ayodo, Gründerin und Direktorin der Golden Girls Foundation. Über die letzten Jahre hinweg hat Golda mehr als 10.000 Ruby Cups an Mädchen und junge Frauen in Kenia verteilt. Zusätzlich gibt sie Workshops zur richtigen Verwendung, um den Nutzer*innen ebenfalls die Möglichkeit zu einer offenen Diskussion über die Menstruationstassen zu geben.

Golda Ayodo von der Golden Girls Foundation nach einer Verteilung von Ruby Cups mit Teilnehmerinnen des Workshops in Kenia. Foto: Ruby Cup

Ruby Cup und seine Kooperationspartner wie Golda Ayodo und die Golden Girls Foundation leisten unfassbar wichtige Arbeit, die weit über gesundheitliche Aufklärung hinaus geht. Ein selbstbewussterer Umgang mit der eigenen Periode stärkt nachweislich Bildungschancen, eine aktive Lebensplanung, Sport und Flexibilität im Alltag.

Für mehr Infos oder um auf dem Laufenden zu bleiben wartet stetig neuer spannender Content auf dem Blog oder Twitter-Account von Ruby Cup.

Ein Moment nach dem Workshop mit der Golden Girls Foundation in Kisumu County. Foto: Ruby Cup

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Die vier Säulen des Zero Budget Natural Farming

E+Z - 25. Oktober 2019 - 10:46
Warum die Landesregierung des südindischen Bundesstaats Andhra Pradesh Bio-Landwirtschaft fördert

Warum ist Biolandwirtschaft so wichtig für Indien und andere Entwicklungsländer?
Unser Planet steht vor drastischen Umweltveränderungen. Wir erleben gerade das sechste Massensterben, und es ist menschengemacht. Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) warnt, dass wir die Landnutzung weltweit dringend ändern müssen (siehe Katja Dombrowski im Monitor von D+C/E+Z e-Paper 2019/09). Andernfalls werden die Durchschnittstemperaturen um mehr als 1,5 Grad ansteigen – mit verheerenden Folgen. Kleinbauern und ihre Familien sowie Landarbeiter, die kein eigenes Land besitzen, sind am wenigsten für die Klimakrise verantwortlich, aber es trifft sie am härtesten. Niederschläge werden immer unregelmäßiger. Trockenperioden und Dürren verschlimmern sich. Das Grundwasser wird erschöpft. Ungewöhnliche Regenfälle und schwere Stürme geben Anlass zur Sorge. Ernteausfälle werden immer wahrscheinlicher. Alle Staaten müssen dafür sorgen, dass Land nicht degradiert, Böden nicht erodieren und Bauern nicht in Not geraten. Eine Möglichkeit ist Zero Budget Natural Farming (ZBNF), das wir betreiben.

Was ist ZBNF?
ZBNF fördert Polykultur, die gleichzeitige Kultivierung mehrerer Nutzpflanzen. „Zero Budget“ meint, dass die Kosten für die Hauptkultur von anderen Kulturen gedeckt werden. Es bedeutet zudem, dass diese Art der Biolandwirtschaft keine teuren externen Inputs erfordert. Alle nötigen Inputs werden im Betrieb selbst hergestellt. Unsere regenerative Landwirtschaft mit ganzheitlichem Landmanagement basiert auf den Kräften der Natur. ZBNF wurde von Subhash Palekar entwickelt, einem charismatischen Bauernführer, der sich seit mehr als 20 Jahren dafür einsetzt. Die Methode baut auf der Arbeit vieler herausragender Persönlichkeiten auf. Die vier Prinzipien – oder Säulen, wie wir sie nennen – sind:

  • Beejamrutham: mikrobielle Samenbeschichtung durch Rezepturen auf Basis von Kuh-Urin und Kuhdung.
  • Jeevamrutham: Verbesserung des Bodenmikrobioms durch Anwendung einer Impfstoffkultur aus reiner Erde, Kuhdung, Kuh-Urin und anderen lokalen Naturprodukten.
  • Achhadana (Mulchen): den Boden das ganze Jahr über mit Zwischenfrüchten und Pflanzenrückständen bedeckt halten.
  • Waaphasa: Aufbau von Bodenhumus mit erhöhter Bodenporosität und Bodenbelüftung.

Zum Pflanzenschutz nutzt ZBNF natürliche Ressourcen wie Kuhdung, Kuh-Urin, pflanzliche Extrakte und anderes. Auch Zwischenfrüchte und Polyfrüchte, einschließlich Bäumen, tragen zur Bekämpfung von Schädlingen bei. Wir verwenden keine synthetischen Chemikalien.

Wären ertragsstarke, hochtechnologisierte Methoden nicht profitabler?
Nun, diese Begriffe müssen wir zuerst definieren. Die Natur ist ein sehr ausgeklügeltes und hochproduktives System. Die komplexen Netzwerke mikrobieller Populationen unter der Erde sind Treiber des Pflanzenwachstums. So wird beispielsweise geschätzt, dass sich auf nur einem Kubikmeter gesundem Boden etwa 25 000 Kilometer Pilzhyphen befinden. Die Hyphen spielen eine wichtige Rolle beim Austausch von Nährstoffen. Chemische Düngemittel und Pestizide zerstören diese Netzwerke. Ein echter Hightech-Ansatz muss auf einem guten Verständnis der Natur aufbauen. Die Bauern experimentieren ständig, ihr Wissen ist evidenzbasiert. Das zu achten ist „hightech“. Die Leitfrage ist nicht nur, wie viel wir in einer Saison kultivieren können, sondern wie lange wir grünes Wachstum in einem Jahr haben können.

Ist Ihre Methode überall anwendbar?
In Andhra Pradesh arbeiten wir mit allen Arten landwirtschaftlicher Betriebe zusammen – Subsistenzbetriebe, kleine und große Bauernhöfe. Die meisten der 572 000 Landwirte, die am ZBNF-Programm teilnehmen, sind Subsistenzbauern oder Kleinbauern mit weniger als 0,8 Hektar Land. Nur 11 Prozent haben mehr als 1,6 Hektar.

Kann ZBNF Indien oder sogar die Welt ernähren?
Ja, das kann es. Unsere Erfahrung zeigt, dass die ZBNF-Erträge mit der Zeit nicht sinken. Das Mulchen mit einer Begrünung an 365 Tagen intensiviert die Landwirtschaft nachhaltig. Es geht darum, auch nicht bewässerte Flächen ganzjährig mit lebenden Pflanzen bedeckt zu halten. Die gegenwärtige industrielle Landwirtschaft hingegen hat die Ernährungssicherheit in Gefahr gebracht, nicht zuletzt, weil die Nährwerte dramatisch gesunken sind.

Wurde die Gültigkeit Ihres Ansatzes wissenschaftlich geprüft?
Für mich sind die Bauern selbst die größten Forscher. Jede Saison prüfen sie, was funktioniert und was nicht. Wir haben aber auch mit Forschungseinrichtungen zusammengearbeitet:

  • Das Centre for Economic and Social Studies (CESS) in Hyderabad führt sozio-ökonomische Verträglichkeitsprüfungen durch.
  • Das in Nairobi ansässige World Agroforestry Center (ICRAF) evaluiert die Effekte des ZBNF auf Bodenfruchtbarkeit, Wasserspeicherkapazität, Biodiversität und so weiter. Es bewertet auch die Leistung und Auswirkungen des Programms.
  • Wissenschaftler der University of Reading in Großbritannien untersuchen die Auswirkungen von ZBNF auf Böden und Pflanzenwachstum.
  • Der in Bangalore ansässige Think Tank C-STEP (Centre for the Study of Science, Technology and Policy) untersucht, wie ZBNF den Wasser- und Energieverbrauch reduziert.
  • Der in Delhi ansässige Think Tank CEEW (Council on Energy, Environment and Water) prüft, wie ZBNF zu den Sustainable Development Goals (SDGs) beiträgt sowie inwiefern diese Methode die Ausgaben für Düngemittelsubventionen reduzieren kann.

Wie erreichen Sie neue Landwirte?
Um vollständig auf ZBNF umstellen zu können, muss ein Dorf bis zu sieben Jahre unterstützt werden, einzelne Farmer bis zu fünf Jahre. Dies geschieht durch Community Resource Persons (CRPs), die den Bauern die Methode zeigen. Diese Männer und Frauen haben bereits auf ZBNF umgestellt und sind besonders gut darin. Sie wurden ausgebildet, um andere zu schulen. Normalerweise betreuen sie Bauern in Nachbardörfern, wo nach zwei oder drei Jahren neue CRPs identifiziert werden können. Dieser Peer-to-Peer-Ansatz ist sehr effektiv. Zudem sind alle Außendienstmitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums des Bundesstaats in ZBNF ausgebildet und unterstützen die CRPs.

Warum ist das Empowerment von Frauen auf dem Land so wichtig für ZBNF?
Frauen übernehmen einen großen Teil der Landarbeit. Sie pflügen das Land, züchten Rinder und andere Wiederkäuer. Sie beteiligen sich an allen landwirtschaftlichen Aktivitäten, inklusive Saat, Jäten, Ernten oder Bewässern. Gleichzeitig treiben sie Veränderungen voran. Jeder Diskurs über Landwirtschaft ist unvollständig, solange nicht Männer und Frauen beteiligt sind. Darüber hinaus sind Selbsthilfegruppen von Frauen sehr wichtig, um neue Betriebe zu erreichen. Im ländlichen Andhra sind rund 7,5 Millionen Frauen in etwa 730 000 Selbsthilfegruppen organisiert. Sie können viel mehr Menschen mobilisieren. Diese Bewegung begann vor zwei Jahrzehnten als Spar- und Kreditgruppen. Sie sind gut vernetzt und setzen sich für sozialen Wandel, Gesundheitsfragen, Lebensgrundlagen und so weiter ein. Die Selbsthilfegruppen und ihre Bündnisse sind zu einer transformativen Kraft geworden. ZBNF passt zu ihren Zielen, sodass sie zu wichtigen Förderern unseres Ansatzes geworden sind. Viele unserer CRPs gehören zu diesem Netzwerk. Sie verstehen, dass chemische Lebensmittel sich negativ auf die Gesundheit ihrer Familien auswirken und Agrochemikalien schlecht für den Boden sind.

Vijay Kumar Thallam berät das Landwirtschaftsministerium der Landesregierung von Andhra Pradesh und setzt das ZBNF-Programm in Andhra Pradesh federführend um.
vjthallam@gmail.com

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Sicherheitsrat: UN begrüßt Bemühungen zur Deeskalation der Krise in Nordost-Syrien

Vereinte Nationen - 25. Oktober 2019 - 10:43

Die Vereinten Nationen begrüßen die Bemühungen zur Deeskalation der Krise im Nordosten Syriens nach dem Angriff der Türkei, sagte der Verantwortliche für die Region am Donnerstag vor dem Sicherheitsrat.

Der beigeordnete Generalsekretär der Vereinten Nationen, Khaled Khiari, bemerkte, dass die Lage zwar nach wie vor volatil und unsicher ist, in den letzten Wochen jedoch "eine ermutigende Zunahme diplomatischer Aktivitäten" stattgefunden hätte.

"Die Vereinten Nationen begrüßen jegliche Bemühungen, die Situation im Einklang mit der UN-Charta zu deeskalieren und die Zivilbevölkerung entsprechend dem humanitären Völkerrecht zu schützen", sagte Khiari.

Trotz des unvorhersehbaren Sicherheitsumfelds unterstützen die Helfer weiterhin die Bevölkerung im Nordosten Syriens. Die Militäroperation habe "zu einem humanitären Notfall geführt, der weitaus größer war als erwartet", so Ursula Müller vom Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA).

Allein in den letzten zwei Wochen flohen fast 180.000 Menschen aus den Grenzgebieten zwischen der Türkei und Syrien. Aufgrund der Abschwächung der Kämpfe kehren einige von ihnen zurück.

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For a Peaceful Transition in Sudan

SWP - 25. Oktober 2019 - 0:00

There seems to be no end to the good news coming from the Horn of Africa. First, the Nobel peace prize for Ethiopia’s young reformer Prime Minister Abiy Ahmed in Octo­ber and then, in April, Sudan’s dictator Omar al-Bashir was overthrown after thirty years of rule. After months of civil and peaceful protests, it was actually the Sudanese military that finally forced the ruler out of office. Then, less than four months later, military leaders and civilians led by Abdalla Hamdok, an economist with decades of experience at the United Nations, managed to form a government. Whether the tran­sition continues to develop positively will depend on the willingness of the security apparatus to transfer power to civilian leaders. However, in stabilising the country and improving its economic performance much will depend on whether and to what extent external actors support Sudan’s transformation process.

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Turkey’s Nuclear Onset

SWP - 25. Oktober 2019 - 0:00

President Recep Tayyip Erdoğan has recently stated that there is no reason why Tur­key should not have nuclear warhead-tipped missiles, at a time when other nations also possess such a deterrent. The Turkish president’s remarks sparked heated debates as to Ankara’s possible military policy shifts and related nuclear objectives. In the 2010s, Turkey accomplished a number of outstanding achievements in the defence sector, especially in unmanned systems development. Ankara is also pursuing a ballistic missile programme (the Bora missile) which saw its operational debut back in May 2019. However, in the short term, the Turkish defence technological and in­dus­trial base (DTIB) lacks the capacity to support military-grade nuclear proliferation, nuclear warhead design and strategic ballistic missile production. More importantly, present indicators suggest no backtrack from Turkey’s non-proliferation commitments. Rather, the ‘nuclear missile’ rhetoric essentially highlights Ankara’s geo­political worldview.

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Vier Jahre Agenda 2030

#2030Agenda.de - 24. Oktober 2019 - 19:33

Vier Jahre sind seit der Verabschiedung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung durch die Vereinten Nationen vergangen. Zum vierten Mal veröffentlichen zivilgesellschaftliche Verbände und Netzwerke einen Bericht zum Thema »Deutschland und die globale Nachhaltigkeitsagenda«. Wie in den vergangenen drei Jahren kommen die Autor_innen zu dem Ergebnis: Um die nachhaltigen Entwicklungsziele noch zu erreichen, muss die Politik umdenken, umlenken und ehrgeiziger handeln.

Neue Studien und der aktuelle Report des UN-Generalsekretärs zeigen, dass es in vielen Bereichen zu wenige Fortschritte und in manchen sogar Rückschritte gibt, etwa bei der Bekämpfung des Hungers. Die Zahl der Menschen, die unter Hunger leiden, hat im dritten Jahr in Folge zugenommen. Es besteht die Gefahr, dass die international vereinbarten globalen Ziele bis zum Jahr 2030 nicht erreicht werden. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) sind eng miteinander verbunden. Sie müssen ganzheitlich angestrebt und umgesetzt werden. Die Beseitigung der absoluten Armut (SDG 1) ist nicht möglich ohne Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen (SDG 16). Und ohne wirksamen Klimaschutz (SDG 13) wird es keine Erfolge bei der Bekämpfung von Hunger und Unterernährung (SDG 2) geben.

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Vier Jahre Agenda 2030

#2030Agenda.de - 24. Oktober 2019 - 19:33
Vier Jahre sind seit der Verabschiedung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung durch die Vereinten Nationen vergangen. Zum vierten Mal veröffentlichen zivilgesellschaftliche Verbände und Netzwerke einen Bericht zum Thema »Deutschland und die globale Nachhaltigkeitsagenda«. Wie in den vergangenen drei Jahren kommen die Autor_innen zu dem Ergebnis: Um die nachhaltigen Entwicklungsziele noch zu erreichen, muss die Politik umdenken, umlenken und ehrgeiziger handeln.
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SDG-Report 2019 - Vier Jahre Agenda 2030: Die Politik ist am Zug!

Global Policy Forum - 24. Oktober 2019 - 16:53

Vier Jahre sind seit der Verabschiedung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung durch die Vereinten Nationen vergangen. Zum vierten Mal veröffentlichen zivilgesellschaftliche Verbände und Netzwerke einen Bericht zum Thema »Deutschland und die globale Nachhaltigkeitsagenda«. Wie in den vergangenen drei Jahren kommen die Autor_innen zu dem Ergebnis: Um die nachhaltigen Entwicklungsziele noch zu erreichen, muss die Politik umdenken, umlenken und ehr-geiziger handeln. Denn neue Studien und der aktuelle Report des UN-Generalsekretärs zeigen, dass es in vielen Bereichen zu wenige Fortschritte und in manchen sogar Rückschritte gibt, etwa bei der Bekämpfung des Hungers. Die Zahl der Menschen, die unter Hunger leiden, hat im dritten Jahr in Folge zugenommen. Es besteht die Gefahr, dass die international vereinbarten globalen Ziele bis zum Jahr 2030 nicht erreicht werden.

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Podiumsdiskussion: Vier Jahre Agenda 2030 - Die Politik ist am Zug

Global Policy Forum - 24. Oktober 2019 - 16:08

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft am 4. November 2019 in Berlin stellen das CorA – Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Der Paritätische Gesamtverband, Deutscher Kulturrat, Deutscher Naturschutzring, Forum Menschenrechte, Forum Umwelt und Entwicklung, Global Policy Forum Europe, Klima-Allianz Deutschland, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe und Verbraucherzentrale Bundesverband ihren SDG-Report 2019 "Vier Jahre Agenda 2030: Die Politik ist am Zug!" vor.

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Unser Korrespondent wurde tot aufgefunden

E+Z - 24. Oktober 2019 - 15:57
Wir trauern um unseren sambischen Kollegen Humphrey Nkonde

Humphrey war den Themen, über die er schrieb, sehr verbunden und interessierte sich für die Gemeinschaften. Es war ihm ein Anliegen, die Öffentlichkeit gut zu informieren, und er arbeitete als investigativer Journalist.

Er begann 2016 für E+Z/D+C zu schreiben und berichtete über viele verschiedene Themen. Sein jüngster Artikel beschäftigte sich mit den Auswirkungen verminderter Regenfälle auf die Ernährungssicherheit und die Stromversorgung.

Wir kennen die Umstände seines Todes nicht. Da wir in Frankfurt ansässig sind, können wir keine stichhaltigen Nachforschungen anstellen. Aus Berichten afrikanischer Websites geht jedoch hervor, dass die Polizei Humphreys Leiche gefunden und ihn sofort begraben hat. Offenbar sagen seine Familienmitglieder, dass er Selbstmord begangen hat, aber seine Kollegen und sein Arbeitgeber, die katholische Organisation Mission Press, halten das für unwahrscheinlich.

Wir wissen, dass er kurz vor seinem Tod eine Konferenz über investigativen Journalismus in Hamburg besuchen wollte. Wir finden es merkwürdig, dass sich jemand kurz vor einer wichtigen Auslandsreise das Leben nimmt. Humphrey hatte Mitgliedern unserer Redaktion gesagt, dass er sich auf die Konferenz freue.

Keines unserer Redaktionsmitglieder hat tiefergehende Kenntnisse über Sambia, und wir kennen die Situation in Ndola nicht. Wir wissen jedoch, dass Menschen in vielen Ländern die Geschehnisse so interpretieren würden, dass hier ein Journalist ermordet wurde, weil er Geheimnisse preisgeben wollte. Die Selbstmordtheorie seiner Familie würde als eine Reaktion auf weitere Gewaltandrohungen interpretiert.

Es macht keinen Sinn, aus der Ferne darüber zu spekulieren, was Humphrey widerfahren ist. Wir finden es besorgniserregend, dass wir in Zeiten leben, in denen die Gewalt gegen Journalisten in vielen Ländern zunimmt. Humphreys Tod erfordert, soweit wir das beurteilen können, weitere Untersuchungen.  (E+Z/D+C)

Die vollständige Liste der E+Z-Beiträge von Humphrey Nkonde:
https://www.dandc.eu/de/contributors/humphrey-nkonde

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Transformation ist unverzichtbar

E+Z - 24. Oktober 2019 - 15:02
Die Landwirtschaft muss weltweit klimaneutral werden

Die Landwirtschaft ist aber nicht nur Treiber der Klimakrise, sondern sie leidet auch enorm darunter. Dürren, Überschwemmungen und andere Wetterextreme nehmen zu. Die Bauern – vor allem in Entwicklungsländern – müssen bisherige Anbaumethoden, Sorten und Praktiken überdenken. Innovationen und Digitalisierung bieten neue Chancen, wobei traditionelles Bauernwissen eine wichtige Ausgangsbasis bildet. Für Kleinbauern in Entwicklungsländern sind aber neues Wissen, kompetenter Rat und Finanzierungsmöglichkeiten für Innovationen kaum verfügbar. Weder die Infrastruktur noch die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

Neben der Klimafrage ist die große Herausforderung der Zukunft: Wie kann die weiter rasant wachsende Weltbevölkerung ernährt werden? Laut dem Welthunger-Index, den die Nichtregierungsorganisationen Welthungerhilfe und Concern Worldwide kürzlich veröffentlicht haben, steigt die Zahl der Hungernden seit drei Jahren wieder und beträgt über 820 Millionen.

Dennoch gäbe es eigentlich ausreichend Lebensmittel für die 7,6 Milliarden Menschen. Doch die Verteilung ist das Problem. In Bürgerkriegsländern ist die Lage besonders schlimm. Aber auch viele friedliche Länder Afrikas schaffen es nicht, selbst genügend Lebensmittel für ihre Bevölkerung zu produzieren. Ernteverluste wegen Extremwetterlagen tragen zum Problem bei. Importe können sich viele Menschen aber nicht leisten. Nahrungsmittelhilfe der Geber erreicht nicht alle und ist keine Dauerlösung. Währenddessen landen in den westlichen Ländern täglich Tonnen von Lebensmitteln im Müll. Nachernteverluste vor allem bei Weizen und Reis gibt es aber leider auch in großem Maß in armen Ländern. Der Grund ist meist die unzureichende Lagerung: zu viel Feuchte und Wärme führen zu Schimmel- und Schädlingsbefall.

Die Industrieländer verfügen über das Geld, das Knowhow und andere Voraussetzungen, um den Agrarwandel zur Klimaneutralität zu schaffen. Bisher fehlt jedoch der politische Wille. Mächtige Interessengruppen leisten Widerstand. Viele Entwicklungsländer stehen vor ganz anderen, größeren Problemen. Hier mangelt es an allen Ecken und Enden – vom Geld für Investitionen und dem Wissen um nachhaltigen und produktiveren Landbau bis hin zur Infrastruktur und Logistik für Transport der Lebensmittel.

Wichtig ist neben ökologisch nachhaltiger und möglichst produktiver Landwirtschaft die Entwicklung von kleineren und mittleren Städten im ländlichen Raum. Dort könnten nahe der Felder Zentren zur Verarbeitung von Agrarerzeugnissen entstehen, also Beschäftigungsmöglichkeiten. Das würde die Landflucht eindämmen und den Druck auf die Megacitys mindern.

Es handelt sich um sehr komplexe Herausforderungen. Die Probleme sind global und erfordern globale Lösungen. Die reiche Welt darf die Entwicklungsländer damit nicht alleine lassen, sonst ist neben dem Klima auch die Ernährung der Weltbevölkerung in großer Gefahr.

Sabine Balk ist Redakteurin von E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit / D+C Development and Cooperation.
euz.editor@dandc.eu

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Vier Jahre Agenda 2030: Die Politik ist am Zug

VENRO - 24. Oktober 2019 - 14:07

Im Jahr 2015 wurde die Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) verabschiedet. Vier Jahre später ist die Bilanz der bisherigen Umsetzung ernüchternd. Im neuen SDG-Report untersuchen wir, was die Bundesregierung tut, um die Umsetzung der Agenda voranzubringen. Ein Überblick

Der Bericht des UN-Generalsekretärs António Guterres zum Stand der Umsetzung der Agenda 2030 stellt zwar Fortschritte in manchen Bereichen fest, aber die Armutsreduzierung verlangsamt sich. Das Ziel der vollständigen Beseitigung der absoluten Armut bis zum Jahr 2030 droht nicht erreicht zu werden. Der Vorsatz, den Hunger in der Welt zu beenden, liegt ebenfalls in weiter Ferne: Die Zahl der Menschen, die unter Hunger leiden, ist von 785 Millionen im Jahr 2015 auf 822 Millionen im Jahr 2018 angestiegen. Und auch die Trends bei weiteren SDG, wie der Verringerung von Ungleichheit, Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit oder Bekämpfung des Klimawandels geben Anlass zur Besorgnis.

Was aber unternimmt Deutschland, was tut die Bundesregierung, um die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele sowohl bei uns als auch weltweit voranzubringen? Dieser Frage geht der Bericht „Vier Jahre Agenda 2030: Die Politik ist am Zug“ nach, den elf zivilgesellschaftliche Verbände und Netzwerke gemeinsam herausgegeben haben. Ein kurzer Überblick:

Dr. Bernd Bornhorst (VENRO) und Jürgen Maier (Forum Umwelt und Entwicklung) nehmen für den Kreis der Herausgeber eine Bestandsaufnahme von vier Jahren Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland vor. Diese bleibt noch weit hinter den Erfordernissen zurück. Unser Wirtschaftsmodell und unser Lebensstil konterkarierten in vielen Bereichen die globalen Nachhaltigkeitsziele. Auch die Umsetzung der im Jahr 2016 neu aufgelegten Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie gibt Anlass zur Sorge. Wenn die Ziele noch erreicht werden sollen, ist ein politisches Umsteuern in allen relevanten Sektoren notwendig. Die Voraussetzungen dafür sind günstig, denn die Bereitschaft zu mehr Nachhaltigkeit findet sich in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Drei Autor_innen befassen sich mit der internationalen, der ökologischen und der sozialen Dimension der Agenda 2030, die eng miteinander verbunden sind.

Marc Engelhardt (freier Korrespondent bei der UN in Genf) betrachtet das internationale Umfeld und konstatiert eine zunehmende Schwächung des Multilateralismus und ein Erstarken nationalistischer Kräfte. Die globalen Herausforderungen lassen sich jedoch nur durch eine verstärkte und verbesserte internationale Zusammenarbeit angehen. Ermutigend sind Beispiele internationaler zivilgesellschaftlichen Kooperationen, die es gilt auszubauen. Angesichts eines schwindenden Multilateralismus müsse Deutschland in Fragen wie der geordneten Migration, dem Einsatz gegen den Klimawandel oder der Eindämmung von Krisen und Konflikten mit gutem Beispiel vorangehen.

Christiane Grefe (Journalistin und Buchautorin) nimmt die ökologische Dimension in den Blick. Die ärmeren Länder leiden am meisten unter den Folgen der globalen Erderwärmung, obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben. Die Folgen des Klimawandels gefährden Erfolge bei der Armutsbekämpfung und führen zur Zunahme von Hunger und Unterernährung. Für die deutsche Politik sieht die Autorin die Notwendigkeit eines „Nachhaltigkeits-Fünfkampfs“, den es zu gewinnen gilt. Dieser besteht aus Energiewende, Verkehrswende, Gebäudewende, Finanzierungswende und Agrarwende.

Anja Krüger (taz) behandelt die soziale Dimension der Agenda 2030 mit den zentralen Zielen Menschenwürdige Arbeit und Soziale Sicherheit. Bei den Themenfeldern Gute Arbeit, Bezahlbarer Wohnraum, Digitalisierung sowie angemessene Soziale Sicherungssysteme sieht sie erheblichen politischen Handlungsbedarf. Denn der Kampf gegen Armut und für soziale Sicherheit ist nicht nur in der Entwicklungszusammenarbeit erforderlich, sondern auch hier. Was die soziale Dimension der SDG betrifft, ist die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung enttäuschend.

Abschließend stellen Vertreter_innen der Bewegung „Fridays for Futur“ ihre Vorstellung von einer klimaneutralen Welt vor. Die technischen Mittel dafür sind vorhanden. Ein schneller Kohleausstieg, eine Verkehrswende und eine CO2-Steuer sind möglich. Nun ist es an der Politik, das Ruder herumzureißen.

Der SDG-Report 2019 belässt es nicht bei der Analyse und Darstellung, warum die Umsetzung der Agenda 2030 so schwer in die Gänge kommt. Er bietet in vielen Bereichen konkrete Vorschläge, was zu tun ist, damit die Bewegung für nachhaltige Entwicklung weiter an Fahrt gewinnt. Wir freuen uns daher über eine große Leser_innenschaft.

Gelegenheit, um den Bericht kennenzulernen und darüber zu diskutieren, bietet eine Veranstaltung, die die Herausgebenden am 4. November ausrichten.

Den vollständigen SDG-Report können Sie hier herunterladen.

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