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„We Exist“ Filmtour

Engagement Global Presse - 17. Oktober 2019 - 16:53
Der Dokumentarfilm „We Exist“ wechselt die Perspektive und begleitet Menschen auf der Flucht. Foto: We Exist

Kriege und bewaffnete Konflikte, aber auch Ressourcenverknappung und Naturkatastrophen führen nicht selten zu Flucht und Migration. Weltweit waren noch nie so viele Menschen auf der Flucht wie heute. In der Öffentlichkeit wird oft über die damit zusammenhängenden Herausforderungen für die Länder Europas gesprochen und selten über das, was die Menschen auf ihrer Flucht erleben.

„We Exist“ ist ein Dokumentarfilm, der die Perspektive wechselt und Menschen auf der Flucht begleitet. Die gleichnamige Filmtour startete bereits und wird noch bis Samstag, 30. November 2019, in zwölf deutschen Ortschaften Halt machen. Mit dabei ist Regisseur Lucian Segura.

Der 45-minütige Dokumentarfilm „We Exist“ kombiniert Musik von Musikerinnen und Musiker aus Ländern des mittleren Ostens und Afrikas mit Bildern von Menschen auf der Flucht, die den menschlichen Aspekt des Ausnahmezustands zeigen.

Die Musikerinnen und Musiker kommen teilweise aus Flüchtlingslagern, teilweise sind es regional und international bekannte Gruppen, die ihre Musik für diesen Film komponiert und zur Verfügung gestellt haben. Der Film hat eine Erzählstruktur, die sich von der klassischen, journalistischen Erzählweise unterscheidet: Er nimmt die Zuschauenden an die Hand und mit zu den Menschen auf der Flucht.

Bei allen Veranstaltungen wird Regisseur Lucian Segura im Anschluss für ein Filmgespräch anwesend sein, um mit den Zuschauerinnen und Zuschauern über das Gesehene zu diskutieren und Fragen zu beantworten. Lucian Segura ist ein deutsch-spanischer Filmemacher, Absolvent der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und lebt in Barcelona. Er dreht vor allem Spiel- und Dokumentarfilme, die sich mit Themen wie Migration, Klimawandel und der Umwelt beschäftigen.

Insgesamt macht die Filmtour noch in zwölf deutschen Städten Halt, unter anderem in mehreren Ortschaften im brandenburgischen Landkreis Prignitz, für Studierende an den Universitäten in Berlin und Osnabrück oder für die breite Öffentlichkeit im Rahmen des Globalen Filmherbst im Süden 2019 in Weil der Stadt, Ludwigsburg und Meitingen. Weitere Informationen zu den Orten finden Sie auf der Homepage zum Film.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen Engagement Global und dem Deutschen Institut für Entwicklungszusammenarbeit (DIE) sowie lokalen Partnern in den jeweiligen Orten, in denen der Film gezeigt wird. Die Filmtour findet im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) statt.

Weitere Informationen

Zur Internetseite der „We Exist“ Filmtour
Zum Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD)

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Langer Weg zur echten Verhandlung

E+Z - 17. Oktober 2019 - 16:02
Für den nötigen Neuanfang in Venezuela müssen Regierung und Opposition ernsthafte Gespräche aufnehmen

Venezuelas Lage ist prekär. Die Bevölkerung leidet unter Inflation, Arbeitslosigkeit und Lebensmittel- sowie Medikamentenknappheit. Nach immenser Preissteigerung kostet eine Tasse Kaffee umgerechnet mittlerweile 3900 Euro. Anfang vorigen Jahres waren es drei Euro. Ursachen der Krise sind schlechte Regierungsführung und Korruption, aber auch Wirtschaftssanktionen. Obwohl die Regierung die Bürgerrechte nicht beachtet, kann die Opposition weiterhin Massen mobilisieren.

Im Januar hatte der Präsident der Nationalversammlung, Juan Guaidó, Maduro als gescheitert bezeichnet und sich selbst zum neuen Interimspräsidenten ernannt. Die USA, Deutschland und verschiedene anderer EU-Mitglieder erkannten ihn an. Sie erwarteten, Maduro werde angesichts des breiten Widerstandes bald stürzen. Er ist aber weiter im Amt – unterstützt von Militär und Sicherheitskräften.

Die internationale Staatengemeinschaft hat nicht einheitlich auf die Krise reagiert. Unter Washingtons Führung beschlossen mehrere Länder Wirtschaftssanktionen, um Maduro weiter zu schwächen. Dagegen versuchten Norwegen, Uruguay und Mexiko, Gespräche zwischen Maduro und Guaidó zu vermitteln. Das scheiterte jedoch, weil die Regierung über Sanktionen klagte. Russland und China halten derweil zu Maduro und wenden sich gegen jegliche „Einmischung in innere Angelegenheiten“.

Angesichts des politischen Patts ließ das internationale Medieninteresse an Venezuela nach. Einige aktuelle Entwicklungen sind aber spannend. Die Kommission für Wahrheit, Recht und Öffentliche Ordnung (Comisión para la Verdad, la Justicia, la Paz y la Tranquilidad Pública) wurde neu einberufen und könnte sich als nützliches Forum erweisen. Zudem wurde Edgar Zambrano, der Vizepräsident der Nationalversammlung, aus rechtswidriger Haft entlassen. Die Regierung hat versprochen, weitere politische Gefangene freizulassen und die Wahlbehörde, der die Opposition Parteilichkeit vorwirft, neu auszurichten.

2020 endet die fünfjährige Amtszeit der Nationalversammlung, sodass Parlamentswahlen anstehen. Bislang hat die Regierung keine Mehrheit, weshalb sie 2017 eine verfassunggebende Versammlung einberief, deren Wahl aber internationalen Beobachtern zufolge weder fair noch frei verlief. Venezuela hat also zwei konkurrierende Parlamente, wobei die Nationalversammlung stärker legitimiert ist.

Wahlen könnten im nächsten Jahr das politische Patt beenden. Es heißt gelegentlich, dass Maduro sich manchen Oppositionskreisen gegenüber kompromissbereit gebe, zeige, dass er sich stark fühle und glaube, Gaidó beispielsweise mit der Freilassung von Dissidenten diskreditieren zu können. Die Regierung wirft dem Oppositionspolitiker auch Inkompetenz und Verwicklungen in Drogengeschäfte vor. Dennoch bleibt Guaidó wichtig. Kürzlich sprach sich die Frente Amplio Venezuela Libre (breites Bündnis für ein freies Venezuela) für ihn aus. Ihr gehören 20 Parteien sowie die 300 Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen, Studentenvereinigungen und zivilgesellschaftliche Initiativen an.

Venezuela braucht Versöhnung, aber das geht nicht schnell. Südafrika überwand die Apartheid auch nicht mit einem einzigen Abkommen. Nötig waren vielmehr viele informelle formale Gespräche. Vor der abschließenden Einigung war es immer wieder nötig, sich darauf zu einigen, eine gemeinsame Lösung zu finden.

In Venezuelas ist noch keine Lösung in Sicht. Wenn es gut läuft, entstehen jetzt aber Rahmenbedingungen für Verhandlungen. Nur Venezolaner selbst können Venezuelas Probleme lösen, und dafür müssen die verfeindeten Lager, die Maduro and Guidó derzeit anführen, miteinander ins Gespräch kommen.

Die internationale Staatengemeinschaft kann keine Lösung vorschreiben oder auch nur beeinflussen. Sie kann aber nach dem Vorbild Norwegens, Uruguays und Mexikos zu Gesprächen ermutigen. Wer nur eine der Konfliktparteien unterstützt, hilft nicht. Dass Sanktionen nicht funktionieren, ist mittlerweile evident.

Fabio Andrés Díaz Pabón ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Rhodes University in Südafrika und forscht am Internationalen Institute of Social Studies in Den Haag.
diazpabon@iss.nl

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UN-Generalsekretär: Das Ende der extremen Armut ist von entscheidender Bedeutung für eine nachhaltige Zukunft für alle

Vereinte Nationen - 17. Oktober 2019 - 15:59

Jedes Jahr am 17. Oktober wird die Mühe und der Kampf von mehr als 700 Millionen Menschen weltweit gewürdigt, die mit weniger als 1,90 USD pro Tag leben.

“Die extreme Armut zu beseitigen steht im Mittelpunkt der Bemühungen die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen und eine nachhaltige Zukunft für alle Menschen zu schaffen. Um erfolgreich niemanden zurückzulassen müssen wir uns zunächst um die ärmsten Menschen kümmern“, sagte der Generalsekretär.

Guterres wies darauf hin, dass der Schwerpunkt des diesjährigen Gedenkens auf dem gemeinsamen Handeln liegt, “um Kinder, ihre Familien und Gemeinschaften zur Bekämpfung der Armut zu befähigen”, da das Gedenken auf den 30. Jahrestag der UN-Konvention über die Rechte des Kindes fällt.

Er sagte, dass die Wahrscheinlichkeit in extremer Armut zu leben bei Kindern mehr als doppelt so hoch ist wie bei Erwachsenen, was zur Folge hat, dass sie “ihr Leben lang benachteiligt sind” und sich ein “generationenübergreifender Transfer dieser Benachteiligung” fortsetzt.

Zudem werden die Kinder von heute mit den “verheerenden Folgen des Klimawandels leben müssen“, wenn wir nun nicht ehrgeizige Massnahmen ergreifen, so der UN-Generalsekretär.

Herr Guterres wies darauf hin, dass Mädchen einem besonderen Risiko ausgesetzt sind, aber zugleich eine treibende Kraft für Veränderungen seien.

“Mit jedem Jahr dass ein Mädchen an der Schule bleibt erhöht sich das Durchschnittseinkommen im Laufe ihres Lebens und sinkt die Chance auf eine frühzeitige Heirat. Zudem hat die Schulbildung eindeutige Vorteile für die Gesundheit und Erziehung ihrer eigenen Kinder, weswegen Bildung eine wesentliche Rolle darin spielt den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen,“ sagte er.

Das Ende der Armut ist das erste der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs), die die Staats- und Regierungschefs der Welt im Jahr 2015 verabschiedeten.

Der UN-Generalsekretär sagte, dass man die Kinderarmut nur beenden kann indem man die Armut in den Haushalten, aus denen sie kommen, bekämpft.

Er betonte, dass der Zugang zu hochwertigen sozialen Diensten Vorrang haben muss, doch dass heute fast zwei Drittel der Kinder nicht sozialversichert sind. Eine familienorientierte Politik, einschließlich flexibler Arbeitsregelungen, Elternzeit und Unterstützung bei der Kinderbetreuung, ist ebenfalls unabdingbar.

Herr Guterres beendete seine Botschaft mit einem Aufruf zum Handeln: „An diesem internationalen Tag rufen wir auf, sich erneut zu verpflichten das Ziel für nachhaltige Entwicklung 1 zu erreichen und eine faire Globalisierung zu erzielen, die Kindern, Familien und Gemeinschaften zugutekommt.”

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The CSCP Heads the First-Ever Centre for Economics and Digital Responsibility in the State of North Rhine-Westphalia.

SCP-Centre - 17. Oktober 2019 - 14:52

How can companies contribute to improving the quality of life for everyone in times of digitalisation? How can companies successfully adopt sustainability as a part of their digital strategy? The newly set up centre aims to answer these questions by encouraging small and medium-sized enterprises (SMEs) to introduce a long-term concept on economic, ecological, digital and social issues and to develop innovative products, services and business models. The centre is also an important component in the implementation of the strategy for digital transformation in the state of North Rhine-Westphalia (NRW).

This project is a collaboration between the CSCP and its networking partners the Chamber of Industry and Commerce North Rhine-Westphalia (IHK NRW) and Heinrich-Heine University Düsseldorf.

Economics and Digital Affairs Minister Prof. Dr Andreas Pinkwart shared, “We are consistently continuing along the path we have embarked on with the topic of responsible corporate management in digital times. Digitalisation must be at the service of the people. I am pleased that we are now bundling the various aspects of digitalisation in connection with economic responsibility in a state-wide centre, offering companies a contact point in North Rhine-Westphalia and thus assuming a genuine pioneering role.’’

The new centre will network partners from business, science, start-ups, civil society, financial players as well as chambers and associations with each other. The centre aims to jointly develop solutions for entrepreneurial challenges in the age of digitalisation and sustainability and to carry them into organisations. The focus is on corporate culture, living and working, digital leadership and social entrepreneurship. Other important fields of action are fair dealings with employees, diversity in personnel selection, environmental, climate and resource protection, respect for consumer interests, assuming responsibility for the supply chain, transparent corporate management and open and appropriate communication with stakeholders in connection with digitisation.

Michael Kuhndt, Managing Director of the CSCP, sees the new centre as a special opportunity to accelerate the sustainable transformation of the economy with the help of digital technologies and to strengthen NRW as a business location: “Digitalisation and sustainability equally challenge products, services, business models, leadership and lifestyles. The resulting changes offer great opportunities for actively shaping the corporate strategy for a good life and sustainable innovations”.

The centre was selected among many other projects by a jury and is financed by the European Regional Development Fund (ERDF) and by state funds. A total of 800,000 euros is available for 3 years. As planned, the centre will start work at the beginning of 2020.

For further information, please contact Patrick Bottermann.

Der Beitrag The CSCP Heads the First-Ever Centre for Economics and Digital Responsibility in the State of North Rhine-Westphalia. erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

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17. Oktober 2019

ONE - 17. Oktober 2019 - 13:50
1. Widriger Kobaltabbau im Kongo

Christoph Seidler interviewt auf Spiegel Online den Rohstoffexperten Philip Schütte zum Kobalt-Abbau in der Demokratischen Republik Kongo. 70 Prozent der weltweiten Kobalt-Reserven befinden sich in Kongo, Australien und Kuba. Das afrikanische Land sei ein wichtiger Rohstofflieferant für die Produktion von Akkus von Elektrofahrzeugen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffen (BGR), für die auch Schütte wirke, habe sich mit den Arbeitsumständen in den kongolesischen Minen beschäftigt. Vor allem der Kleinbergbau, auf den rund 10 bis 20 Prozent des gesamten Bergbaus entfallen, stelle ein großes Problem dar, so Schütte. Der Abbau erfolge oft illegal und unter Bedingungen, die für die Arbeiter*innen gefährlich sind. Es gebe natürlich auch legalen Kleinbergbau. Die entsprechenden Gebiete werden von der Regierung ausgewiesen und seien für viele Bergleute unattraktiv. Auch Kinderarbeit sei ein großes Thema, so Schütte. Bei den von der BGR untersuchten Minen sei die Situation jedoch weniger schlimm gewesen als befürchtet. Kinder üben oft leichte Tätigkeiten aus oder begleiten ihre arbeitenden Eltern. Der Kongo sei jedoch zu wichtig im Kobalt-Abbau, um auf ihn zu verzichten, so Schütte. Unternehmen müssten die OECD-Standards für Sorgfaltspflicht stärker umsetzen. Dies sei wichtiger als den Kongo in der Lieferkette zu meiden.

2. Mali: Kein Vertrauen

Katrin Gänsler spricht in der Tageszeitung (taz) mit dem Anthropologen Bréma Ely Dicko über die aktuelle Situation in Mali. Die angespannte Lage habe sich zunächst auf den Norden des Landes konzentriert, ab 2015 jedoch nach Zentralmali ausgebreitet. Viele der aktiven Gruppen nutzen Waffen, was wiederum zu einem Anstieg der Gewalt führe, so Dicko. Ein Problem sei, dass die Bevölkerung wenig Vertrauen in den Staat habe. Trotz der anwesenden Blauhelm-Soldat*innen und der G5-Saheltruppen gebe es tägliche Gewalt. Auch die Ausbildung der malischen Armee stehe immer wieder in der Kritik; die Soldat*innen würden im Kampf gegen den Terrorismus zu wenig Einsatz zeigen. Die Ausstattung und Ausbildung sei ungenügend und dies mache es den Angreifer*innen einfach. Der Krieg sei asymmetrisch, die Fahrzeuge des Militärs ungeeignet und die Willensstärke zu gering, so Dicko. Zudem kursieren Gerüchte um einen Staatsstreich.

3. Kolonialgüter: Rückgabe wird einfacher

Vladimir Balzer berichtet im Deutschlandfunk über das Verfahren der Rückgabe von Kulturobjekten aus Afrika. Im kommenden Jahr soll in Berlin dafür eine zentrale Anlaufstelle entstehen. Die Kunst, die mit Deutschlands Kolonialgeschichte verknüpft sei, komme überwiegend aus Afrika. Nun gebe es Mittel, um die Recherche zur Herkunft zu fördern und die Nachfragen zu Rückführungen zu bearbeiten. Bisher sei die Suche langwierig und kleinteilig gewesen. Transparenz sei hierbei eines der wichtigsten Kriterien, so Carsten Brosda, Kultursenator aus Hamburg.

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17.10.2019 Minister Müller: "Schwerpunkt der Weltbank muss weiter auf Klimaschutz und Afrika liegen"

BMZ - 17. Oktober 2019 - 12:00
Anlässlich der Jahrestagung der Weltbank erklärt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Globaler Klimaschutz, Engagement in den Krisenregionen und Überwindung von Hunger und Armut vor allem in Afrika: Bei den Überlebensfragen der Menschheit ist die Weltbank unser zentraler Partner. Vor allem in Subsahara-Afrika stehen wir vor großen Herausforderungen. Nach Angaben der Weltbank werden im Jahr 2030 fast 90 Prozent aller Menschen in extremer Armut in ...
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Wohin entwickelt sich die internationale Handelspolitik? – 22. Zivilgesellschaftliches Außenwirtschaftsforum

Forum Umwelt & Entwicklung - 17. Oktober 2019 - 11:01
WTO in der Krise, Globalisierung in der Kritik:
Wohin entwickelt sich die
internationale Handelspolitik?

22. Zivilgesellschaftliches Außenwirtschaftsforum

 

Die Welthandelsströme wachsen inzwischen langsamer als die Weltwirtschaft, die Zollpolitik von US-Präsident Trump sorgt für erhebliche Unsicherheiten. Zum Jahresende ist der Streitbeilegungsmechanismus der Welthandelsorganisation (WTO) nicht mehr entscheidungsfähig, weil die USA die Ernennung neuer Jurymitglieder blockieren. Die WTO hat dann ungefähr die gleiche Verbindlichkeit wie das Pariser Klimaabkommen: Verstöße werden nicht mehr sanktioniert. Aber auch geplante bilaterale Abkommen wie das der EU mit Südamerikas Mercosur-Ländern stoßen auf heftigen Widerstand: mehrere Länder haben bereits angekündigt, das Abkommen abzulehnen.

 

Ist das das Ende der internationalen Handelspolitik, fast pünktlich zum 20ten Jahrestags der ersten gescheiterten WTO-Ministerkonferenz in Seattle 1999? Steckt die Globalisierung in einer unumkehrbaren Krise?  Wie muss sich die deutsche Wirtschaft aufstellen, um sich diesen Herausforderungen zu stellen? Können mehr Marktöffnung bei Agrar- und Dienstleistungsmärkten, mehr Hindernisse für Regulierung im öffentlichen Interesse sowie der Ausbau der Paralleljustiz für Konzerne noch die Antwort sein? Braucht die EU-Handelspolitik neue Inhalte, um für ökonomische, Klima- und Umweltkrisen bereit zu sein?

 

Diskustieren Sie mit, wenn wir gemeinsam mit unseren Gästen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft die aktuelle Lage der Weltwirtschaft und die internationale Handelspolitik in den Fokus nehmen.

 

 

Uhrzeit: 18:00 – 20:30 Uhr (17:30 Einlass)
Termin: Dienstag, 26. November 2019
Veranstaltungsort: : Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59, 10117 Berlin

 

 

Anmeldung:

 

 

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Ist eine Welt ohne Armut möglich?

Oxfam - 17. Oktober 2019 - 7:25
Heute ist der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut. Was muss sich ändern, damit es diesen Tag irgendwann nicht mehr geben muss? Ein Beitrag von Oxfams Campaignerin für Soziale Ungleichheit Mara Brückner. © United Nations/globalgoals.org Offizielle Nummer Eins der UN-Nachhaltigkeitsziele: Ein erreichbares Ziel – doch dafür müssen sich einige Dinge grundlegend ändern.

Heute ist der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut.

Ja, da gibt es einen extra Welttag für.

Seit Einführung des ersten UN-Welttages 1947 gibt es inzwischen um die 100 – und mir sind bei weitem nicht alle Einzelnen bekannt.

Der heutige ist mir persönlich sehr wichtig.

Er wurde 1992 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen eingeführt und wird seitdem jedes Jahr am 17. Oktober begangen. Er soll unsere Aufmerksamkeit, also auch Ihre, darauf lenken, dass weltweit noch immer Milliarden Menschen in Armut leben – denen Geld und Mittel für das Allernötigste fehlen.

Ich sehe den Tag als eine Gelegenheit für eine Bestandsaufnahme: Wie sieht es aktuell mit der Armut weltweit aus?

Gleichzeitig ist er aber auch eine Aufforderung zum Handeln, dazu, Regierungen weltweit an ihre Versprechen zu erinnern, „Armut in all ihren Formen und überall zu beenden“. Dazu hat sich nämlich die Weltgemeinschaft mit Ziel Eins der UN-Nachhaltigkeitsziele (engl.: Sustainable Development Goals, kurz SDGs) verpflichtet.

Was ist Armut überhaupt? Und was hat soziale Ungleichheit damit zu tun?

Armut meint zunächst einen Mangel an lebenswichtigen Grundlagen, wie z. B. Obdach, Nahrung und Kleidung, aber auch ein fehlender Zugang zu Gesundheit, Bildung, politischer Teilhabe sowie menschenwürdiger Arbeit.

Dabei ist es schwierig, Armut zu messen und es gibt verschiedene Ansätze dieses zu tun. Die Weltbank definiert die Armut anhand des Bruttonationaleinkommens eines Staates und unterscheidet zwischen absoluter und extremer Armut.  Extreme Armut bedeutet, dass Menschen über weniger als 1,90 US-Dollar (in etwa 1,70 €) am Tag verfügen. Doch kann man davon (über)leben? Nein! Denn sie leben am Existenzminimum, haben oft keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder genügend (Gesundes) zu Essen.

Armut und ihre Folgen

Für 736 Millionen Menschen, also etwa 10 % der Weltbevölkerung, ist dies aber harte Realität, wie Berechnungen aus 2015 zeigen. Das Leben in Armut wirkt sich auch auf die Gesundheit aus und hat soziale Ausgrenzung zur Folge. Fehlende soziale Sicherungssysteme, Zugang zu gebührenfreier, öffentlicher Gesundheitsversorgung und Bildung zementieren Armut. Denn Zugang zu diesen öffentlichen sozialen Grunddiensten ist eine Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und soziales Leben. Ist z. B. eine kostenlose medizinische Versorgung nicht möglich, sterben tagtäglich Menschen an eigentlich vermeidbaren Krankheiten, weil ihnen eine ärztliche Behandlung und Medikamente fehlen. Gesundheit sollte aber keine soziale Frage sein!

Dass sie in vielen Ländern jedoch eine ist, habe ich persönlich schon durch Reisen mit meiner Mutter in verschiedene Länder während meiner Kindheit feststellen müssen. Durch den Kontakt mit Gleichaltrigen erkannte ich, dass der Umstand, in welchem Land ich geboren bin, ausschlaggebend für den Verlauf meines weiteren Lebens ist. Auch die Frage danach, ob ich unabhängig vom Einkommen meiner Eltern z. B. zur Schule gehen und eine Ausbildung absolvieren kann, hängt maßgeblich davon ab, ob es einen Zugang zu öffentlicher und kostenloser Schulbildung gibt. Ist dieser nicht vorhanden, wird Armut weiter verfestigt.

Besonders Mädchen, Frauen und ältere Menschen betroffen

Besonders betroffen von Armut und Ausgrenzung sind weltweit Mädchen und Frauen sowie ältere Menschen. So gehen in einem Drittel aller Länder noch immer weniger Mädchen als Jungen zur Grundschule. Dabei ist der Zugang zu Bildung ein zentrales Element, um Geschlechtergerechtigkeit zu gewährleisten und soziale Ungleichheit zu überwinden, wie unser aktueller Bildungsbericht zeigt.

Was ist Relative Armut?

Für reichere Staaten wurde von der Weltbank für die Messung von Armut ein höherer Wert eingeführt, der sich an den dortigen Lebenserhaltungskosten orientiert. Doch auch nach diesen Berechnungen leben 3,4 Milliarden Menschen – das ist fast die Hälfte der Weltbevölkerung – in Armut: Sie müssen von nur 5,50 US-Dollar (in etwa 4,99 €) am Tag und pro Person leben.

Auch in Deutschland hat das sogenannte Armutsrisiko in den letzten Jahren stark zugenommen. Laut dem 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung von 2017 leben 15,7 % der Bevölkerung in Armut. Das sind ca. 13 Millionen Menschen. Dabei handelt es sich bei einem so reichen Land wie Deutschland um Formen der relativen Armut, arme Menschen haben gemessen an ihrem Einkommen weniger zur Verfügung als der Durchschnitt der Gesellschaft. Bedroht ist also im Gegensatz zur absoluten Armut nicht die physische Existenz. Das Leben und die (eigene) Gesundheit sind aber maßgeblich beeinträchtigt. Die Auswirkungen und Lebensbedingungen armer Menschen weltweit unterscheiden sich stark voneinander. Sie verweisen aber immer auf die ungleiche Verteilung von Chancen – auch in Hinblick auf die Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben.

„Zahlreiche Probleme, die mit Ungleichheit einhergehen, die sie verschärfen, oder über Generationen fortschreiben, unterscheiden sich nicht grundlegend zwischen armen und reichen Ländern, sondern nur in der Intensität“, wie unser Ungleichheitsbericht zeigt. Und weltweit nimmt die soziale Ungleichheit drastisch zu. Dies erschwert den Kampf gegen die Armut. Darauf machen wir jährlich in unserer Studie „Besser gleich – schließt die Lücke zwischen Arm und Reich“ aufmerksam.

Doch hat sich da schon was getan?

Die Zahl der Menschen in extremer Armut ist weltweit von 1,9 Milliarden im Jahr 1990 auf 736 Millionen in 2015 gesunken. Immer weniger Menschen sind also extrem arm. Das ist ein Erfolg! Und es zeigt vor allem: Eine Reduzierung von extremer Armut ist möglich, wenn (politischer) Wille da ist und Maßnahmen nachhaltig umgesetzt werden.

Jedoch reicht diese Entwicklung nicht aus. Viele der von Armut betroffenen Menschen sind nur einen Arztbesuch oder Ernteausfall davon entfernt, (wieder) in die extreme Armut abzurutschen. Angesichts der zunehmenden Naturkatstrophen (wie Unwetter, Dürren und Überschwemmungen) als Folgen des Klimawandels scheint dies leider kein unrealistisches Szenario.

Die Zahl in Armut lebender Menschen sinkt bisher nicht schnell genug, um bis 2030 extreme Armut weltweit zu beenden.

Letzten Monat trafen sich die Staats- und Regierungschefs in New York, um eine Art Zwischenbilanz der UN-Nachhaltigkeitsziele zu ziehen. Fazit: Es wird viel darüber geredet, aber wenig investiert, darin sind sich zahlreiche Wissenschaftler*innen und Entwicklungsexpert*innen einig. Nach der jetzigen Entwicklung wird es kein Land schaffen, die Ziele bis 2030 zu erfüllen.

Ist der Kampf gegen Armut zu gewinnen?

Ja, aber dazu braucht es eine andere Politik!

Die bisherige Reduzierung der extremem Armut zeigt: Wir können es schaffen, extreme Armut und ihre Folgen zu beenden – auch bis 2030!

Aber nicht, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher und die Zielsetzung der Nachhaltigkeitsagenda reines Lippenbekenntnis bleibt. Solange unsere politischen und wirtschaftlichen Systeme Reichtum belohnen und Armut und Ungleichheit zementieren, wird sich die Lücke zwischen Arm und Reich wohl weiter vergrößern und soziale Ungleichheit zunehmen.

Wir müssen Regierungen weltweit an ihr Versprechen erinnern, sich ernsthaft für den Kampf gegen Armut einzusetzen. Wir müssen sie auffordern, grundlegende Menschenrechte durchzusetzen und eine Politik zu machen, die allen in der Gesellschaft zu Gute kommt und in der nicht das Einkommen der Eltern über das zukünftige Leben entscheidet!

Um Aufmerksamkeit zu erregen und Druck zu erzeugen braucht es insbesondere die Zivilgesellschaft. Daher möchte ich mich auch bei unseren Unterstützer*innen bedanken, die sich auf so vielfältige Art und Weise mit uns für eine gerechte Welt ohne Armut einsetzen. Ich hoffe auf weitere Unterstützung, sodass der Tag der Beseitigung der Armut in naher Zukunft nicht mehr notwendig sein wird.

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Schwedischen Forschenden gelingt ein Durchbruch bei umweltfreundlichen Batterien

reset - 17. Oktober 2019 - 5:18
Ob Smartphone oder E-Auto, sämtliche Technologien sind auf eine wichtige Komponente angewiesen: Batterien. An umweltfreundlichen Alternativen zu Lithium-Ionen Batterien wird geforscht – schwedischen Wissenschaftler*innen scheint jetzt ein Durchbruch gelungen zu sein.
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Fachmesse ENGAGEMENT WELTWEIT - Arbeiten bei Engagement Global

Engagement Global - 16. Oktober 2019 - 16:23
Engagement Global bündelt Beratung, Information, Vernetzung und Förderung in der Entwicklungszusammenarbeit. Foto: Bernadett Yehdou

ENGAGEMENT WELTWEIT ist eine Fachmesse zum Thema Arbeiten in der Entwicklungszusammenarbeit. Die in Deutschland einmalige Messe bietet Interessierten die Gelegenheit, sich direkt und umfassend über die Möglichkeiten des beruflichen Engagements im In- und Ausland, die verschiedenen Arbeitsfelder, Qualifizierungsangebote, Nachwuchsförderungsprogramme sowie Entwicklungen und Trends in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) zu informieren. Mehr als 50 Organisationen und Institutionen der EZ präsentierten sich am Samstag, den 12. Oktober 2019 in der Rhein-Sieg-Halle in Siegburg den rund 850 Besucherinnen und Besuchern.

Am Stand von Engagement Global erhielten Interessierte Informationen rund um das Arbeiten bei Engagement Global und erfuhren, welche Einstiegsmöglichkeiten es gibt.

Engagement Global bündelt Beratung, Information, Vernetzung und Förderung in der EZ, insbesondere in der Bildungsarbeit. Die Organisation unterstützt beispielsweise zivilgesellschaftliche Organisationen, Kommunen und Schulen bei ihrem entwicklungspolitischen Engagement. Entsprechend vielfältig sind ihre Arbeitsfelder. Mitarbeitende von Engagement Global unterstützen Programme wie den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst weltwärts oder Bildung trifft Entwicklung (BtE), indem sie Verwaltungs- und Koordinierungsaufgaben wahrnehmen. Weltwärts richtet sich an junge Menschen, die für sechs bis 24 Monate als Freiwillige in einem Entwicklungsprojekt arbeiten wollen. Die Koordinierungsstelle weltwärts bei Engagement Global prüft unter anderem die Anträge der Entsende- und Aufnahmeorganisationen auf Förderung und leitet die Fördermittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an diese weiter. Das Programm BtE engagiert sich deutschlandweit für ein Lernen, das Brücken zwischen globalen Zusammenhängen und den Lebenswelten der Lernenden schlägt. Die Mitarbeitenden von BtE vermitteln unter anderem Referentinnen und Referenten für Bildungsveranstaltungen, beraten bei der Gestaltung von Projekttagen oder stellen didaktische Materialien zum Globalen Lernen bereit.

Neben den Infoständen der in der EZ tätigen Organisationen und Institutionen bot die Fachmesse auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Fachvorträgen, Gesprächsrunden und Workshops mit Expertinnen und Experten der EZ, beispielsweise zum Arbeitsalltag von Fach- und Führungskräften oder zu kritischen Perspektiven auf ausgewählte Aspekte der internationalen personellen Zusammenarbeit.

Bei einer Gesprächsrunde, an der die Personalabteilung von Engagement Global beteiligt war, ging es zum Beispiel um „Schlüsselkompetenzen in der internationalen Zusammenarbeit“. Neben Anforderungen wie eine sehr gute Kommunikationsfähigkeit oder hohe Flexibilität waren allen Anwesenden auch die Aufgeschlossenheit und Neugier gegenüber den Lösungswegen, die vor Ort entwickelt werden, sehr wichtig, da diese eine Grundvoraussetzung für die Begegnung auf Augenhöhe darstellen. „Bei Engagement Global haben zudem die Fähigkeiten zu organisieren und öffentliche Mittel zu verwalten, einen hohen Stellenwert“, fügte Daniela Rippin, Mitarbeiterin bei Engagement Global, hinzu. Sie betonte außerdem, dass die Mitarbeitendenschaft sehr divers ist und dass aufgrund der interkulturellen Projekte Bewerbungen von Menschen aller Kulturkreise begrüßt werden.

Die Ausschreibung der aktuellen Stellenangebote erfolgt über die Homepage von Engagement Global sowie über Bund.de und Interamt.de. Bewerbungen werden ausschließlich über das Bewerberportal Interamt entgegengenommen. Initiativbewerbungen und Bewerbungen auf dem Postweg können aus technischen Gründen nicht berücksichtigt werden.

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Zu den Stellenangeboten

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Jungen weltweit: Schlechter ernährt, häufiger im Kriegseinsatz

Unicef - 16. Oktober 2019 - 15:25
Es gibt etwa gleich viele Mädchen und Jungen auf der Welt: Alle Kinder haben gleiche Rechte, aber ihre Situation kann sehr unterschiedlich sein. Heute stelle ich Ihnen neun teils überraschende Fakten über die Situation von Jungen weltweit vor.
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Mit Agrarökologie globale Krisen überwinden

INKOTA - 16. Oktober 2019 - 14:32
Artensterben, Klimakrise und immer mehr hungernde Menschen weltweit – die industrielle Landwirtschaft trägt seit Jahrzehnten zur Verschärfung dieser globalen ökologischen und sozialen Krisen bei. Internationale Berichte zeigen die Dringlichkeit auf, mit der Landwirtschaft- und Ernährungssysteme anders gestaltet werden müssen. Wie das gelingen und welchen Beitrag Agrarökologie dazu leisten kann, diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der wir herzlich einladen. Was: Podiumsdiskussion "Vielfalt schaffen! Mit Agrarökologie globale Krisen überwinden" Wann: Di, 22.10.2019, 19 Uhr (Einlass 18:30) Wo: Heinrich Böll Stiftung, Schumannstr. 8, Berlin Den globalen Krisen gegenüber steht eine junge Umweltbewegung, die dafür eintritt, effektiven Klimaschutz endlich umzusetzen. Junge Menschen fordern, die wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst zu nehmen und politische Schritte zu gehen, die wirklich Veränderung bedeuten und keine weiteren kosmetischen Lösungen sind. Auch immer mehr Bäuerinnen und Bauern machen sich auf den Weg und verändern ihre Anbausysteme. Sie wollen mit der Natur und mit dem Klima wirtschaften und nicht dagegen. Sie wollen Vielfalt fördern und nicht zerstören. Sie setzen ein neues landwirtschaftliches Leitbild um, das Demokratie, Vielfalt, Ökologie und Ökonomie unter dem Namen Agrarökologie miteinander verbindet. Sie merken, dass Agrarökologie Antworten auf zahlreiche globale Krisen bietet und sich in Zeiten von zunehmenden Wetterextremen auszahlt. In Deutschland hat sich der Bundestag in einem Koalitionsantrag für Agrarökologie ausgesprochen und im Juli 2019 wurde vom Expert*innengremium des Welternährungsausschusses ein wegweisender UN-Bericht hierzu veröffentlicht. Auch er zeigt die Potentiale von Agrarökologie für die die Bewältigung der großen Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft heute steht. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir im Rahmen unserer Veranstaltung diskutieren, welche Potentiale Agrarökologie in einer Zeit hat, in der das Artensterben und die Klimakrise sich dramatisch zuspitzen, in der Demokratie, Meinungsfreiheit und Gerechtigkeit immer mehr unter Druck geraten und in der Frauen in der Landwirtschaft immer noch deutlich weniger Rechte und finanzielle Ressourcen haben als Männer. Wir freuen uns, dass wir für die Diskussion an diesem Abend internationale Experten und Expertinnen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, UN-Organisationen und deutscher Politik gewinnen konnten, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Herausforderungen der globalen Landwirtschaft blicken:
  • GUNTHER BEGER Leiter der Abteilung für Grundsatzfragen; Wirtschaft; Handel; ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • VANESSA BLACK Expertin für Agrarökologie und Biodiversität, Biowatch Südafrika
  • JIMENA GÓMEZ Expertin für Agrarökologie und Ökosystem Management der UN Ernährungs- und Landwirtschafsorganisation (FAO)
  • PROFESSOR DR. MICHEL PIMBERT Executive Director, Centre for Agroecology, Water and Resilience der Coventry University
  • DR. JOACHIM SPANGENBERG Vizepräsident des Sustainable Europe Research Institute (SERI) und Mit-Autor des globalen Assessments des Weltbiodiversitätsrats (IPBES)
  • MODERATION: DR. CHRISTINE CHEMNITZ Heinrich-Böll-Stiftung
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Entwicklungszusammenarbeit: “Die Stimmen von jungen Menschen müssen mehr gehört werden”

DSW - 16. Oktober 2019 - 12:59

Am 27. September veranstaltete die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) gemeinsam mit acht anderen NGOs ein parlamentarisches Frühstück im deutschen Bundestag. Das Thema: Entwicklungszusammenarbeit und ihre Finanzierung. Auch Lara aus dem Plan International Jugendbeirat setzt sich schon lange mit diesem Thema auseinander und war als Sprecherin aus der Perspektive von jungen Menschen mit dabei. In Ihrer Rede vor den Bundestagsabgeordneten konnte sie ihre eigenen Standpunkte zu dem Thema verdeutlichen: 

Sehr geehrte Damen und Herren, wie stellen Sie sich das Jahr 2030 vor?

Mit der Agenda 2030 haben sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, darunter Deutschland, dazu verpflichtet, sich für eine Welt ohne Hunger, mit hochwertiger Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, menschenwürdiger Arbeit und einem intakten Planeten einzusetzen. Wir haben noch etwa zehn Jahre Zeit, um diese Ziele zu erreichen und um ehrlich zu sein, schlagen wir uns nicht gerade gut. So steigt die Anzahl der Menschen, die Hunger leiden gerade wieder an – nach langjährigem Sinken.

Auch können wir nicht behaupten, wir würden uns an den Leitsatz der Agenda 2030Leave no one behind” halten. Denn in manchen Gegenden der Welt gehen fast 50 Prozent der Mädchen und jungen Frauen nicht zur Schule. Und 27 Prozent der Menschheit wird 2030 aufgrund grenzüberschreitender Konflikte und Kriege, Pandemien, Hungersnöten, Extremismus und Naturkatastrophen voraussichtlich in fragilen Kontexten leben.

Mir machen diese Zahlen große Sorgen. Denn das klingt nicht gerade nach einer Welt, in der ich gerne leben möchte. Aber noch haben wir Zeit, Entwicklungen umzukehren und es besser zu machen. Dafür ist eine Finanzierung nötig, die nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, kurz: ODA) möglich macht und ermöglicht Potentiale zu entfalten.

Geschlechtergerechtigkeit fördert Entwicklung

Nehmen wir Geschlechtergerechtigkeit als Beispiel: Wenn wir uns für  die Stärkung der Rechte von Mädchen und Frauen weltweit stark machen, werden Sie zu Trägerinnen positiver Veränderung für die Zukunft. Mit jedem weiteren Schuljahr, dass ein Mädchen zur Schule gehen kann, steigt ihr späteres Einkommen um 10 bis 20 Prozent. Sie verbessert nicht nur ihre eigene ökonomische Situation, sondern häufig auch die ihrer Familie und Gemeinde. Wenn Mädchen die Schule abschließen können, entscheiden sie selbstbestimmter und sind weniger anfällig für Krankheiten wie HIV und Aids oder Malaria. Außerdem schützen Mädchen sich, ihre Familie und ihr Umfeld besser vor den Folgen des Klimawandels und verbessern Ernährungssicherheit, wenn sie in ihren Rechten gestärkt werden. Im Jahr 2017 gingen dennoch nur 39,2 Prozent der sektoral aufteilbaren ODA Deutschlands  in Projekte, die Geschlechtergerechtigkeit als Nebenziel hatten und nur 1,1 Prozent in Projekte, die Geschlechtergerechtigkeit als Hauptziel verfolgt haben.

Weniger Konflikte durch Bildung

Nochmal zum Beispiel Bildung: Investitionen in Bildungschancen verbessern nicht nur die Perspektiven der Menschen vor Ort.  Bildung trägt auch zur Stärkung von Demokratie und Frieden weltweit bei. Laut einer über einen großen Zeitraum hinweg durchgeführten Studie in 100 Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen, waren Länder mit extremen Bildungsunterschieden  zweimal so anfällig dafür in den Folgejahren Konflikte zu erleben. Wenn aber im Durchschnitt 10 Prozent mehr junge Männer die Sekundarschule besuchten, sank das Risiko eines Konfliktes um ein Viertel. Und wir dürfen nicht vergessen, weltweit gehen 264 Millionen Kinder nicht zur Schule.

Entwicklungszusammenarbeit ist mehr als Fluchtursachenbekämpfung

Entwicklungszusammenarbeit ist eine Investition in die Welt, in der wir leben werden. Und als solche sollte sie dazu eingesetzt werden, Menschenrechte zu stärken und auf Augenhöhe und nachhaltig zusammenzuarbeiten. Entwicklungszusammenarbeit nur als Fluchtursachenbekämpfung anzusehen, ist zu kurzfristig und geht im besten Fall an den Bedürfnissen der Menschen vorbei, wenn es nicht sogar riskiert Unrecht und Menschenrechtsverletzungen zu verstärken.

Deutschland hat eine internationale Verantwortung sich für eine gerechtere Welt einzusetzen und dabei darauf zu achten, dass niemand zurückgelassen wird. Denn nicht zuletzt baut unser Wohlstand auch auf dem globalen Wohlstandsgefälle auf. Als Industrienation hat Deutschland unverhältnismäßig viel zur globalen Erwärmung und Ressourcenverschwendung beigetragen. Und unfairer Handel trägt dazu bei, dass Konsumierende hier Waren billig kaufen können und Unternehmen Profite machen, während anderswo Menschenrechte durch Zwangsarbeit, Ausbeutung und Landraub verletzt werden. Daher sollten wir alles tun, um diese Ungleichheiten abzubauen und nachhaltige Entwicklung zu fördern – und dafür reichen nicht nur Lippenbekenntnisse, wir müssen auch bereit sein, Geld zu investieren.

Kinder werden vor geschlossenen Türen stehen

Ich möchte Ihnen von meiner Erfahrung während meines Freiwilligendienstes in Nord-Mazedonien erzählen. Dort habe ich in einem Bildungszentrum mit Kindern und Jugendlichen aus der Roma-Community gearbeitet, Europas größter Minderheit, die sich leider in ganz Europa immer noch häufig mit Benachteiligung und Diskriminierung konfrontiert sieht. In dem Bildungszentrum, bekamen die Kinder und Jugendlichen Unterstützung um soziale Rechte vor allem das Recht auf Bildung besser wahrnehmen zu können. Durch meine Organisation haben sie die Möglichkeit ihrem Traum, in der Zukunft Richterin, Stewardess oder Anwalt zu werden ein Stück näher zu kommen. Das Zentrum verbreitet mit seiner Arbeit viel Mut und Hoffnung für eine bessere Zukunft. Doch, wenn zum Ende des Jahres die Projektfinanzierung ausläuft und kein neuer Geber gefunden wurde, werden um die 100 Kinder vor geschlossenen Türen stehen, wenn sie Hilfe bei den Hausaufgaben oder Förderung in bestimmten Schulfächern suchen. Was möchte ich mit diesem Bericht sagen? Es gibt Hoffnung für die Zukunft, es gibt schon viele Lösungsansätze. Aber wir müssen auch darein investieren. Zukunft gibt es nicht umsonst.

Versprechen einhalten – Unsere Zukunft sollte es wert sein

Deutschland hat sich 1970 im Rahmen der Vereinten Nationen dazu verpflichtet jährlich 0,7 Prozent seines Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit (ODA) auszugeben. Dieses Ziel  haben wir in fast 50 Jahren kein einziges Mal erreicht, wenn man die Kosten für geflüchtete Menschen im Inland nicht mit einrechnet. Dabei hat die jetzige Regierung sich in dem Koalitionsvertrag noch einmal zu ihrer internationalen Verantwortung bekannt. Und auch in den kommenden Jahren, jetzt wo wir so drängenden globalen Fragen gegenüber stehen, sieht es nicht so aus, als ob das Ziel erreicht werden würde. Im Gegenteil: Wie die aktuelle Studie von VENRO zeigt, werden nächstes Jahr 1,3 Milliarden Euro fehlen, um das 0,7 Prozent Ziel zu erreichen. In den Jahren danach wird die ODA-Lücke sogar noch größer. Mal im Vergleich dazu: Für das Verteidigungsministerium  sind im Haushaltsentwurf für 2020 44,9 Milliarden Euro vorgesehen. Warum geben wir Millionen Euro für Militär aus, vernachlässigen gleichzeitig aber die Finanzierung von ziviler Konfliktbearbeitung und Friedensförderung und Entwicklungszusammenarbeit, die nachhaltig dazu beitragen kann, dass Konflikte erst gar nicht ausbrechen und sich um die Menschen kümmert, die durch Konflikte ihre Lebensgrundlagen verloren haben und noch lange mit den Folgen von Krieg leben müssen?

Nicht zuletzt würde ich mir wünschen, dass die Stimmen von jungen Menschen mehr gehört werden. Denn wir sind diejenigen, die die Konsequenzen jetziger Entscheidungen tragen. Wir werden nicht nur 2030 erleben, sondern auch 2050, 2075 und manche von uns sogar 2100. Und deshalb ist es uns wichtig, dass in das Erreichen der Agenda 2030, in unsere Zukunft investiert wird.

Wir  müssen jetzt gemeinsam anfangen Schritte in die richtige Richtung zu gehen und  Zukunft zu gestalten.  Dafür müssen wir Zeit, Kraft, Mut und Geld  investieren. Unsere Zukunft sollte es uns wert sein!”

Quellen:

Dieser Beitrag ist im Vorfeld auf der Website von Plan International Deutschland erschienen. Hier geht’s zum Beitrag.

Der Beitrag Entwicklungszusammenarbeit: “Die Stimmen von jungen Menschen müssen mehr gehört werden” erschien zuerst auf DSW.

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Oppositionsführer frei

E+Z - 16. Oktober 2019 - 12:46
Erste Ergebnisse des von Religionsführern propagierten nationalen Dialogs in Kamerun

Dieser Politikwechsel war die Folge eines nationalen Friedensdialogs. Wie lange er währt, bleibt abzusehen. Die Regierung kann auch wieder zurückrudern und neue Gewalt scheint jederzeit möglich. Zwei Dinge sind aber klar:

  • Der nationale Dialog hat bereits etwas bewirkt, und
  • ohne das öffentliche Engagement katholischer, evangelischer und muslimischer Religionsführer, hätte es den Dialog vermutlich nicht gegeben.

Kamerun steckt seit mehreren Jahren in der Krise (siehe Hauptartikel). Schätzungen zufolge sind 2000 bis 3000 Menschen in gewaltvollen Ausschreitungen gestorben. 400 000 bis 600 000 wurden vertrieben. Die größten Spannungen gab es in den anglophonen Gebieten im Westen Kameruns, wo sich Menschen ausgegrenzt und diskriminiert fühlen, sowie im Norden, wo Boko Haram aus Nigeria aktiv ist. Kamerun ist mehrheitlich französischsprachig, und die Regierung unterdrückt Widerstand rabiat, was separatistische Bestrebungen weiter befeuerte.

Im Sommer haben sich deshalb Religionsführer in einer Friedensmission für die anglophonen Regionen zusammengetan. Katholische, protestantische und muslimische Geistliche wenden sich schon lange gegen Gewaltmissbrauch, sowohl durch die Regierung als auch durch die Separatisten. Beobachter sagen, dass Religionsführer die Situation am ehesten positiv beeinflussen können. Aus Sicht der International Crisis Group (ICG), einem unabhängigen Thinktank, der sich auf fragile Staatlichkeit spezialisiert, war schon voriges Jahr klar, dass der katholischen Kirche, der rund ein Drittel der Landesbevölkerung angehört, eine entscheidende Rolle zukommt. Die ICG sah jedenfalls keinen vergleichbaren „möglichen Friedensstifter“. (E+Z/D+C)

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E+Z/D+C 2019/10 – tr – ZFD Kamerun

E+Z - 16. Oktober 2019 - 12:38
Church maintains network for peace- and conflict-sensitive journalism in Cameroon

The Anglophone regions of Cameroon are drifting into an open armed conflict. The strikes called for by the Anglophone teachers’ and lawyers’ unions in 2016 (see comment by Jonathan Bashi in D+C/E+Z e-Paper 2017/04, Debate) have triggered a larger movement that fights for the rights of the English-speaking minority to have a say in political, economic, social, cultural, educational and legislative processes. Cameroon’s government reacts with harsh repressions against the unions and civil-society leaders. Since 2017, the protests have resulted in violent confrontations between Anglophone pro-independence fighters and security forces, followed by indiscriminate mass arrests, burning of villages and human-rights abuses on both sides. Many civilians have died in the conflict.

The ongoing crisis is the best proof that conflict-sensitive journalism is needed in Cameroon. The Presbyterian Church in Cameroon (PCC) has seen this need already before the conflict broke out and initiated its own community radio in 2014 in Buea, the capital of one of the two Anglophone regions of the country. CBS Radio 95.3 MHz, as it is called, works together with other community broadcasters to foster conflict-sensitive reporting, peace and civil-society focused programmes and a permanent exchange between community media organisations.

Bread for the World, an aid agency of the Protestant regional and free churches in Germany, supports the radio station through the Civil Peace Service (CPS). A 2014 survey and situational analysis revealed that people in the local communities highly preferred community media to the government-owned radio. However, most of the journalists at CBS Radio and other community media outlets lacked basic journalistic skills, and the competition amongst them was not healthy. Sensational journalism was on the rise, and the risk of media inducing conflicts was high.

Thus, the idea of creating a permanent network came up. In 2016, the PCC invited media practitioners from 24 media, including print, audio, visual and online, in the South-West region to a meeting at CBS Radio. The goal was to come together and work in synergy for the common good of the community. After several meetings, the Cameroon Community Media Network (CCMN) was officially founded and legally registered in May 2017. It is a non-partisan, non-profit-making and non-religious association. Its members have benefited from a series of workshops, capacity-building seminars and in-house trainings. Today, the CCMN has more than 70 members and operates in four out of Cameroon’s ten regions. It is divided into two chapters: one for South West and Littoral Cameroon and one for North West and West Cameroon.

The network’s expansion is owed to the conflicts in Cameroon. Besides the Anglophone crisis, there is the Boko Haram insurgency in the North and Far North regions and armed banditry and a refugee crisis in the East. The dispute of the results of the 2018 presidential election caused pockets of resistance in the Littoral, West and Central regions. All in all, there is a dire need for peace journalism in all ten regions of Cameroon.

Terrorism law used to silence journalists

Atia Tilarious Azohnwi, editor with The Sun Newspaper in Buea, says: “The CCMN with its notion of peace journalism has offered me a more balanced perspective of war and conflict reporting. If I had known this before, I wouldn’t have been detained for almost one year.” The journalist was incarcerated for his critical coverage of the crisis in the Anglophone areas. He was one of eight journalists who were arrested at the beginning of 2017 in the context of the failed negotiations between the Anglophone activists and the Cameroonian government and charged before a military tribunal under the new anti-terrorism law.

The law came into force in 2014 as part of the fight against Boko Haram. However, it quickly became apparent that the law was also being used to silence critical journalists. In July 2015, a correspondent for Radio France International was arrested for supporting Boko Haram activities in the north and sentenced to ten years imprisonment. In addition, critical radio and television stations were closed, broadcasting licenses were temporarily withdrawn and new applications for broadcasting licenses not processed. The measures were accompanied by a three-month internet blackout in the two English-speaking regions and mass arrests of civilians. The journalists and most of the detained people are set free again – but the uncertainty as to how the government will react to critical reporting and demonstrations is increasing.

With the escalation of the crisis, journalists experience intense pressure, not only by the military or the government: pro-independence fighters threaten journalists who do not collaborate with the separatists. Ambe Macmillian Awa is a journalist and blogger for the community-based online news platform The Statesman and president of the Cameroon Association of English-Speaking Journalists in the North West region. He was abducted in February this year by separatist fighters and only released after intense pressure by the CCMN, journalism unions and other media houses. He says: ”Since my stories are now void of hate language, of escalating angling and provocative pictures, they help in deescalating the crisis we find ourselves in.”

The CCMN notes a big difference concerning the choice of words and writing style of its members, as they endeavour to eliminate hate speech and use language that fosters peace. It is the only network in Cameroon that promotes peace journalism as an alternative to conventional journalism and that builds capacities in peace- and conflict-sensitive journalism. Thanks to this work, CCMN members have completely transformed the media landscape by giving voice to the voiceless in times of violence and implanting the notion of community media, that is media for the community, from the community and owned by the community. This concept enhances ordinary people’s participation and provides a platform for coordinated exchange of ideas – thereby enhancing social cohesion and contributing to a peaceful society.

The CCMN has produced radio spots, jingles, sweepers and micro programmes with the watchword “We stand for peace” which are played on all member media organs. In a next step, the network is collaborating with Sierra Leone and the Democratic Republic of the Congo to create an archiving platform for the exchange and storage of radio programmes, making it relevant not only to the Cameroonian media landscape, but also in Central Africa.

Link
Cameroon Community Media Network:
http://www.communitymedia.cm

Rev Geraldine Fobang is station manager of the community radio CBS Radio 95.3 MHz in Buea in the South-West region and president of the Cameroon Community Media Network (CCMN) in the South-West and Littoral regions.

Rosaline Akah Obah is station manager of the community radio CBS Radio 101.0 MHz in Bamenda in the North-West region and president of the CCMN in the North-West and West regions.

Alexander Vojvoda is sociologist and community media activist. From 2014 to 2019 he worked as a consultant for the CCMN on behalf of the Civil Peace Service.
alexander.vojvoda@amarceurope.eu

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