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Druckt der 3-D Drucker bald mein Essen? | E-Commerce und Handelspolitik

Forum Umwelt & Entwicklung - 16. Januar 2020 - 14:08

Die Digitalisierung hat die Grenze zwischen dem Handel mit Gütern und dem Handel mit Dienstleistungen innerhalb weniger Jahre verschwimmen lassen. Benötigte man zuvor für den Handel mit Produkten wie Text, Ton oder Bild noch materielle Medien wie Papier, können diese nun digitalisiert über das Internet vertrieben und zugestellt werden. Der elektronische Vertriebsweg eignet sich zunehmend auch für Dienstleistungen. Dabei werden alle Formen von Beratung, Vermittlung und Bereitstellung erfasst, auch gesellschaftlich grundlegende Bereiche wie Bildung und Gesundheit, die als gesellschaftliche Gemeingüter angesehen werden. Grob gesagt umfasst E Commerce alle Arten kommerzieller Transaktionen, die über ein elektronisches Medium oder Netzwerk abgewickelt werden.

 

Das vermeintlich Neue im E-Commerce ist nicht der bloße Handel mit Daten als Ware oder – wie es heißt – die vollständig elektronische Abwicklung von Unternehmensaktivitäten in einem Netzwerk. Der Bereich umschließt deutlich mehr als das in der Mehrheit der Fälle gemeinte Internet- oder Onlineshopping der Endverbraucher*innen. Vielmehr beschreibt E-Commerce einen Prozess innerhalb der Digitalisierung: den Fakt, Daten zu sammeln, zusammenzuführen, zu analysieren und zu nutzen. Zukünftig kaufen wir also, vereinfacht gesagt, keine Güter mehr, sondern das Produkt aus Daten. Es verändert unsere Art zu wirtschaften bzw. über Güter im weitesten Sinne nachzudenken.

 

 

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Kusma kämpft um ihr Recht

Unicef - 16. Januar 2020 - 14:00
Die 13-jährige Kusma kämpft um ihr Recht auf Bildung. In ihrer Heimat Indien können die meisten Mädchen nicht studieren, sie werden stattdessen früh verheiratet. Kusma erhebt ihre Stimme gegen die Kinderehe und arbeitet hart für ihren Traum Ärztin zu werden.
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Hochschulen for Future in NRW - Ein Dialogforum für Nachhaltigkeit in Wissenschaft und Hochschulen

#HOCHN - 16. Januar 2020 - 14:00
Das netzwerk n veranstaltet in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen und dem AStA-Referat für Nachhaltigkeit und Mobilität der Universität Düsseldorf am 27.02.2020 ein Dialogforum in Düsseldorf.

Foto: netzwerk n e.V.

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Campus-Mobilität im 21. Jahrhundert

#HOCHN - 16. Januar 2020 - 13:00
Drei Beispiele wie Hochschulen zu einer nachhaltigen Möbilität beitragen und den eigenen Campus zukunftsorientierter gestalten.

Foto: Gabriel Chouinard/unsplash.com (Symbolbild)

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Exporting out of China or out of Africa? Automation versus relocation in the global clothing industry

DIE - 16. Januar 2020 - 11:38

The Discussion Paper examines the opportunities that the rising industrial wages in China will bring for Africa. China has been the industrial workbench of the global economy for decades. However, its competitive advantages are waning, particularly for labour-intensive assembly activities in the clothing, shoe, electronics and toy industries. The Chinese government estimates that up to 81 million low-cost industrial jobs are at risk of relocation to other countries - unless China can keep the companies in the country through automation. Against this background, three complementary studies were carried out. The first examines where the automation technology for clothing and footwear production stands today; the second, how clothing companies in China deal with the cost pressure: to what extent they automate, relocate within China or abroad and how great is the interest in Africa as a production location. The third part is devoted to Africa’s competitiveness in clothing assemly, with empirical findings from Ethiopia and Madagascar. The Discussion Paper shows that the manufacture of clothing can already be robotized today, but that for sewing, robotization will probably remain more expensive than manual labor in the next 15-20 years. China’s companies are investing heavily in the automation of all other production processes and at the same time shifting production to neighbouring Asian countries. In Africa, only Ethiopia is currently competitive in the manufacture of clothing, and here too there are significant institutional difficulties in absorbing large amounts of direct investment.

 

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The behavioural lens: taking a behavioural vantage point to improve the success of development programmes

DIE - 16. Januar 2020 - 9:40
Successful programmes and policies require supportive behaviour from their targeted populations. Understanding what drives human reactions is crucial for the design and implementation of development programmes. Research has shown that people are not rational agents and that providing them with financial or material incentives is often not enough to foster long-term behavioural change. For this reason, the consideration of behavioural aspects that influence an individual’s actions, including the local context, has moved into the focus of development programmes. Disregarding these factors endangers the success of programmes. The World Bank brought this point forward forcefully with its 2015 World Development Report, “Mind, Society and Behavior”, herewith supporting the focus on behavioural insights within development policies. While agencies may intuitively consider behavioural aspects during programme design and implementation, a systematic approach would improve programme effectiveness at a relatively small financial cost. For this reason, we present a framework – the Theory of Planned Behaviour (TPB) (Ajzen, 1991) – that aids practitioners and researchers alike in considering important determinants of human behaviour during the design and implementation of development programmes The TPB suggests considering important determinants of human behaviour, such as the individual’s attitude towards the intervention (influenced by previous knowledge, information or learning); subjective norms (influenced by important people, such as family members or superiors); and the individual’s sense of behavioural control (influenced by a subjective assessment of barriers and enablers). The theory should be used early on in the programme design to perform a structured assessment of behavioural aspects in the appropriate context. Components of the TPB can often be addressed through cost-effective, easy changes to existing programmes. Simple guiding questions (see Box 1) can help integrate the theory into the programme design. An iterative and inclusive process, particularly in exchange with the targeted population and other stakeholders, increases success.

 
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Brasilianische Agrarministerin auf dem GFFA

BfdW - 16. Januar 2020 - 9:38
Brasilianische Agrarministerin und Hardlinerin aus der rechtsextremen Regierung Bolsonaros zu Gast bei der GFFA in Berlin Ein Text von: Brasilien Initiative Berlin, FDCL, KoBra

 

Brasilianische Agrarministerin und Hardlinerin aus der rechtsextremen Regierung Bolsonaros zu Gast bei der GFFA in Berlin

Bolsonaros Landwirtschaftsministerin – bekannt als „Muse des Agrargifts“ – kommt zur Grünen Woche und wird am 16. Januar bei der Auftaktveranstaltung auf dem vom bundesdeutschen Landwirtschaftsministerium organisierten Globalen Forum für Ernährung und Landwirtschaft Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) als eine Hauptrednerin auftreten.

Tereza Cristina Corrêa da Costa Dias, in Brasilien allgemein nur als Tereza Cristina bekannt, wurde 2019 vom brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zur Landwirtschaftsministerin ernannt. Sie hatte sich dieses Amt im wahrsten Sinne des Wortes verdient. Sie war Sprecherin der Abgeordnetengruppe der Landbesitzer („Bancada Ruralista“) und erlangte nationale Berühmtheit durch ein von ihr eingebrachtes Gesetz, das die Zulassung von Agrargiften erleichtert. Dies brachte ihr den Spitznamen „Muse der Agrargifte“ ein – und die Qualifizierung, im Kabinett einem rechtsradikalen Präsidenten zu dienen.

Ihre Ernennung wurde von der mächtigen Agrarlobby Brasiliens gefördert – und frenetisch gefeiert. Eine ausgewiesene Vertreterin des brasilianischen Agrobusiness kam mit ihr in eine Schlüsselposition der Regierung.

Als Ministerin hat Tereza Cristina ihrem Ruf Ehre gemacht: Ihr erstes Amtsjahr ist durch einen traurigen Rekord gekennzeichnet: 503 Agrargifte wurden im Jahre 2019 in Brasilien neu zugelassen. Viele davon sind in Europa verboten. In den Jahren bis 2016 waren es etwa 200 pro Jahr. Als Ministerin avancierte Tereza Cristina von der „Muse“ dergestalt zur „Königin der Agrargifte“.

Die massive Zunahme bei der Zulassung von Agargiften ist ein Indikator für das, was die Ministerin repräsentiert. Ein Modell der Landwirtschaft, das auf der Expansion von großen Monokulturen (Soja, Mais, Zuckerrohr), genetisch veränderten Pflanzen und Exportorientierung aufbaut. Das vormals für familiäre Landwirtschaft zuständige Ministerium hingegen wurde aufgelöst und Programme der Agrarreform eingestellt.

Auf der Prioritätenliste des Agrarministeriums steht die Entwicklung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen ganz oben. Der im Dezember von Tereza Cristina ernannte neue Präsident des dem Ministerium unterstehenden Agrarforschungsinstituts Embrapa, Celso Luiz Moretti, hat die Förderung der neuen Gentechnologien (Genom Editing, CRISPR) auf den ersten Platz seiner Agenda gestellt. Nach Meinung der brasilianischen Regierung sind diese neuen Technologien keine Gentechnologien und sollen nicht als solche gekennzeichnet werden. Der Europäische Gerichtshof hat durch ein Urteil hingegen klargestellt, dass diese neuen Technologien sehr wohl Gentechnologien sind und als solche gekennzeichnet werden müssen.

Eine Schlüsselstellung im Landwirtschaftsministerium wird durch einen anderen prominenten Vertreter des Agrobusiness besetzt: Luiz Antônio Nabhan Garcia, der für alle Fragen von Landrechten zuständig ist. Nabhan Garcia ist erklärter Gegner der Agrarreform, verleumdet die Landlosenbewegung als kriminelle Vereinigung und hat sich öffentlich gegen die Demarkierung indigener Gebiete ausgesprochen. Statt eine Agrarreform für Kleinbauern ermöglicht das Landwirtschaftsministerium nun den Landraub der Großgrundbesitzer. Ihm wird auch seit Jahrzehnten die Beteiligung an einem Mord an Landlosen nachgesagt, doch die inneren Strukturen der Mafiamilizen der Großgrundbesitzervereinigung UDR auf dem Lande im Bundesstaat Paraná wurden bisher nie juristisch aufgearbeitet.

Im Dezember letzten Jahres wurde die Aneignung von Land durch Großgrundbesitzer im Amazonasraum weiter erleichtert. Schon der Vorgänger von Präsident Bolsonaro, Michel Temer, hatte ein Gesetz erlassen, das die Aneignung von Land in Amazonien von bis zu 2.500 Hektar in Gebieten, in denen es keine gesicherten Landrechte gibt, ermöglicht. Auch in Brasilien sind dies keine Größenordnungen für Kleinbauern, sie besitzen bis zu 100 Hektar Land. Durch das neue Gesetz können nun Grundstücke bis zu 1.400 Hektar ohne eine Überprüfung vor Ort zugeteilt werden. Wissenschaftler*innen und NGOs haben daher dieses Gesetz als weiteren Schritt zu Legalisierung von Landraub in Amazonien kritisiert.

Der Landraub in Amazonien war ein wichtiger Faktor für die Ausweitung von Viehzucht in Regenwaldgebieten. Wohin dies führt, haben die Feuer des letzten Jahres eindringlich gezeigt. Es ist kein Zufall, dass unter der Regierung Bolsonaro und der Ministerin Tereza Cristina die Entwaldungen in Amazonien wieder drastisch angestiegen sind.

Es ist unverständlich, dass vor diesem Hintergrund die brasilianische Landwirtschaftsministerin zur Grünen Woche eingeladen wurde, um beim Eröffnungsplenum des Globalforums für Ernährung und Landwirtschaft als eine Hauptrednerin aufzutreten. Denn sie repräsentiert nicht nur ein zerstörerisches Agrarmodell, sondern auch die Regierung eines rechtsradikalen Präsidenten, der Diktaturen und Folter befürwortet und Menschenrechte missachtet. Aber die Einladung passt leider in den politischen Kontext. Die EU will nach zwanzigjährigen Verhandlungen nun das Abkommen mit dem Mercosur verabschieden. Ausgerechnet mit der Regierung Bolsonaro. Das Abkommen sieht unter anderem höhere Fleischexporte aus dem Mercosur vor. Die Viehzucht ist aber der wichtigste Treiber der Entwaldung in Amazonien und der Fleischkonsum ein wesentlicher Faktor für CO2 Emissionen.

Die EU und die deutsche Bundesregierung setzen damit ein fatales Zeichen.

Antonio Andrioli (Universitätsprofessor und Agrar-Experte aus Brasilien) sagt: „Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten wäre fatal für die bäuerliche Landwirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks. Damit würde sich das agrarindustrielle Modell mit Gentechnik, Pestiziden und Tierfabriken noch mehr verfestigen. Wir freuen uns, dass auch in Deutschland der Protest wächst. Deutschland muss ein Veto einlegen, nicht zuletzt damit die Brandrodungen im Amazonas eingedämmt werden.“

 

Wir haben es wirklich satt! Bolsonaros Ministerin ist in Berlin nicht willkommen!

Brasilien Initiative Berlin, FDCL, KoBra  –  13. Januar 2020

Thema (BfdW) : Ernährung / LandwirtschaftAgrarexportErnährungSatt ist nicht genugLändliche Entwicklung / LandwirtschaftLänderbezug (Lateinamerika): BrasilienVeranstaltung bzw. Programme: Demo "Wir haben es satt!"Links: Link zur Erstveröffentlichung des Artikels und weiteren Informationen
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Mercosur und EU - nichts als Auto gegen Kuh?

BfdW - 16. Januar 2020 - 9:09
Durch das Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur ist vorgesehen, mehr billiges Fleisch und Soja aus Lateinamerika zu importieren, also ausgerechnet Produkte, die vor Ort mit Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verbunden sind.

Mercosur und EU - nichts als Auto gegen Kuh?

Hintergrundstext von Antônio Inácio Andrioli für die Pressekonferenz des Wir haben es satt Bündnis vom 13.01.2020

Durch das Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur ist vorgesehen, mehr billiges Fleisch und Soja aus Lateinamerika zu importieren, also ausgerechnet Produkte, die vor Ort mit Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verbunden sind. Die Entwaldung des Amazonasbeckens und des Cerrado hat größtenteils mit der zunehmenden Ausweitung der Rinderzucht und der Monokulturen zu tun, eine Art landwirtschaftlicher Produktion, die in den lateinamerikanischen Ländern unter den schlimmsten Produktionsbedingungen stattfindet. Das Mercosur-Abkommen steht also im Widerspruch zu den wichtigsten Veränderungen, die in den letzten Jahrzehnten zu Gunsten des Klimaschutzes in Europa erreicht wurden. Billige Futtermittel, die in Europa die Massentierhaltung fördern, werden meist aus gentechnisch veränderten Pflanzen mit hoher Pestizidbelastung hergestellt, was aber den Wünschen der Verbraucher in Europa widerspricht. Es hat also keinen Sinn, hier in Europa den Einsatz von Gentechnik und Pestiziden beim Anbau zu verhindern, wenn diese Produkte zunehmend durch die Hintertür hereinkommen, sei es über die Futtermittel oder sogar als billiges Fleisch, das aus der Massentierhaltung Südamerikas hier ankommt. Die sozialen und ökologischen Folgen dieser Importe müssen unbedingt berücksichtigt werden. Ebenso müssen die Energiekosten, wie z. B. durch den Transport, berücksichtigt werden, denn Produkte, die nach langer Reise auf die lokalen Märkte kommen, sind zweifellos mit einer riesigen Menge fossiler Energie verbunden. Mehr Autos nach Lateinamerika zu exportieren steht auch im Widerspruch zum Anspruch der Länder, die sich mit dem Pariser Klimaschutz-Abkommen verpflichtet haben, die CO2-Emissionen erheblich zu reduzieren. Die Hoffnung, durch ein Handelsabkommen autoritäre Regierungen wie in Brasilien, an die Einhaltung internationaler Verpflichtungen zu binden, ist sehr naiv. Der derzeitige brasilianische Präsident hält sich z.B. noch nicht mal an die eigene nationale Verfassung, geschweige denn an Umweltstandards oder Menschenrechte, die er öffentlich als Hindernis für wirtschaftliches Wachstum bezeichnet. Außerdem führt die Einfuhr von Industriegütern aus Europa zur Zerstörung der Industrie in den Ländern des Südens, die nicht in der Lage sind, mit den europäischen Produkten zu konkurrieren. Die absehbaren Folgen davon sind mehr Arbeitslosigkeit, weniger Steuereinnahme, mehr Verschuldung und die Reduzierung der Sozialleistungen des Staates. Somit kann kein gerechter und umweltverträglicher Handel zwischen Nord und Süd stattfinden, was nur zu noch mehr sozialen und politischen Konflikten in und zwischen den Ländern führt. Ähnlich wie bei CETA und TTIP sind dadurch keine Chancen für eine sozial und ökologisch gerechte Partnerschaft zu sehen. Die einzigen wenigen Gewinner davon werden die internationalen Konzerne und die Großgrundbesitzer sein, während Natur, Konsumenten und besonders Kleinbauern auf beiden Seiten erheblich negativ betroffen werden.

Worum geht es bei dem Abkommen?

Man nennt es Freihandel, aber es ist eigentlich die Fortsetzung eines ungerechten Welthandels zwischen zwei sehr ungleichen Kontinenten. Im Grunde sollen die Importe von Bodenschätzen und Agrarprodukten aus Lateinamerika in die EU und der Export von Industriegütern, insbesondere Autos, Autoteile, Textilien und Pharmaprodukte nach Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay erleichtert werden. In maximal 15 Jahren sollen die sogenannten komparativen Vorteile der beiden Wirtschaftsblöcke so ausgebaut werden, dass sich beide auf jegliche Produktekonzentrieren, die sie mit den geringsten Kosten herstellen können. Historisch ist daran gar nichts neu, denn die Naturressourcen Lateinamerikas werden seit Jahrhunderten von Europa ausgeplündert.Neu daran ist, dass Regierungen es anscheinend zunehmend akzeptieren, noch mehr von großen internationalen Konzernen abzuhängen und deren Wachstumsziele zu folgen, die noch existierenden Naturressourcen möglichst effektiv in Profit umzusetzen und dazu beizutragen, dass die Ungleichheit zwischen den Kontinenten weiter zunimmt. Regierungen in Europa scheinen in Kauf zu nehmen, dass für den Preis des Absatzes ihrer Industriegüter eine regionale, umweltschonende und sozial verträgliche Landwirtschaft aufgegeben wird, die jedoch von den meisten Konsumenten in Europa gewünscht wird.

Welche negativen Auswirkungen hätte das Mercosur-Abkommen für die bäuerliche Landwirtschaft bzw. was würde das Abkommen in Verbindung mit Pestizideinsatz für Gen-Soja für das Klima, den Regenwald im Amazonasbecken und die Tierhaltung bedeuten?

Das Mercosur-Abkommen setzt auf die Fortsetzung der industriellen Landwirtschaft, die längst als gescheitert gilt und nicht mehr zukunftsfähig ist. Den Bauern wird es auf beiden Kontinenten schaden und sicherlich das weltweite Höfesterben vorantreiben. Somit ist auch die Ernährungssouveränität der Länder erheblich gefährdet. Billiges Fleisch aus Lateinamerika wird die lokale Produktion in Europa erschweren und sicherlich eine Einhaltung der bisher eingeführten Standards beeinflussen, wie z.B. die artgerechte Tierhaltung, denn die Preise werden durch ein massives Überangebot weiter nach unten gedrückt. Es werden noch mehr Futtermittel importiert, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen wie Soja und Mais bestehen, die auch stark mit Pestiziden belastet sind, von denen viele in Europa längst verboten sind. Der zunehmende Export von Futtermitteln führt zur Ausweitung von Monokulturen in Ländern wie Brasilien, wodurch immer weniger Nahrungsmittel für die Bevölkerung angebaut werden und die Entwaldung zunimmt. Für die Bauern in Lateinamerika wird der Druck auf ihr Land auch immer grösser, Natur- und Indigenen-Reservate werden bedroht und die zunehmende Landkonzentration führt zu mehr Armut und Hunger in dem Land. Das Amazonasbecken und den Cerrado für die billige Fleischproduktion zu opfern, hat auch direkte Auswirkungen auf die weltweite Klimakatastrophe. In Brasilien gehören die Rinderherden und die intensive Landwirtschaft zu den wichtigsten Treibern der Entwaldung des Regenwaldes. Brasilien ist Weltmeister beim Einsatz von Pestiziden. Noch nie in der Geschichte des Landes wurden so viele Pestizide neu zugelassen wie unter der aktuellen Regierung. Wenn die deutsche Regierung tatsächlich eine Agrarwende in Deutschland anpacken will, darf sie nicht gleichzeitig die brasilianische Landwirtschaftsministerin, die in Brasilien als „Giftkönigin“ bekannt ist, mit Geldern des BMZ unterstützen. Im November hat die deutsche Regierung nämlich bei einem Treffen in Bonn 40 Millionen Euro als Hilfe für den Umbau zu einer nachhaltigen Landwirtschaft für eine Regierung versprochen, die sich weder für Menschenrechte noch für Umweltschutz verpflichtet fühlt. Es ist ein riesiger Widerspruch, dass die deutsche Regierung, die dadurch Druck auf die brasilianische Regierung ausüben will, somit die Umweltzerstörung in Brasilien mitfinanziert. Das Mercosur-Abkommen, das die bäuerliche Landwirtschaft sowohl in Europa als auch in Lateinamerika zerstört, muss unbedingt gestoppt werden.

Was kann Deutschland neben einem Veto zum Mercosur-Abkommen noch für die Landwirtschaft in Brasilien tun? Wie würde sich eine Agrarwende positiv auf die Landwirtschaft in Brasilien/Südamerika auswirken?

Das Mercosur-Abkommen zu verhindern, wie es derzeit geplant ist, gehört zu den wichtigsten Maßnahmen unserer Zeit, um den Naturschutz und die Menschenrechte auf beiden Seiten des Atlantiks zu fördern. Denn Autos und Industriegüter aus Deutschland gegen billiges Fleisch und Soja aus Brasilien zu tauschen, schadet den Bauern sowohl hier als auch dort. Eine Veränderung der internationalen Agrarpolitik zugunsten einer regionalen Landwirtschaft, also eine Abkehr von der Agrar-Globalisierung könnte eine Lösung sein. Konkrete Ansätze wie die Reduzierung des Fleischkonsums, der Massentierhaltung und der Sojaimporte, wenn sie mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung verbunden sind, könnten erheblich dazu beitragen, dass die Bauern sowohl in Brasilien, ebenso wie hier in Europa bessere Chancen haben. In Europa müssen Tierprodukte immer noch nicht gekennzeichnet werden, wenn den Tieren gentechnischverändertes Futtermittel verfüttert wurde. Das ist ein Schlupfloch, das gestopft werden muss, denn dadurch werden die Verbraucher getäuscht und betrogen. Eine Kennzeichnung von genmanipulierten Tierprodukten hätte auch positive Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Brasilien und dazu kann Deutschland entscheidend beitragen. Auch die finanzielle Unterstützung der Bauern beim Übergang zum Ökolandbau in Deutschland wäre eine wichtige Maßnahme, denn solche Veränderungen in Europa wirken vorbildlich positiv auf die Erhaltung einer klein stukturierten bäuerlichen Landwirtschaft in Lateinamerika, die letzendlich für die Produktion der meisten Lebensmittel in den Ländern zuständig ist. Das Wissen über den Ökolandbau kann auch den lateinamerikanischen Bauern dabei helfen, nachhaltiger zu produzieren, sich besser und gesünder zu ernähren und ein gerechteres Einkommen zu erzielen. Die Einrichtung eines Kompetenzentrums für Klainbauern mit dem Ziel, agrarökologische Produktionsmethoden zu entwickeln, wäre in Lateinamerika sehr wichtig. Bei dessen Ausbau könnte das BMZ vielleicht einen wichtigen Beitrag für eine solidarische Welt in den Ländern des Südens leisten. Die Erhaltung der bäuerlichen Landwirtschaft weltweit, die mit gesunden Böden das Klima schützt, ist die beste Massnahme für eine zukunftsfähige Lebenmittelproduktion und gleichzeitig für den Umweltschutz und einen gerechten Welthandel. Eine sozial gerechte und ökologische EU-Agrarreform sollte darauf basieren, kleine Bauernhöfe zu fördern, Insekten zu schützen und das Klima zu retten. Alternativen sind vorhanden, aber Regierungen müssen stärker die Initiative ergreifen, denn sie verfügen über Steuerungsinstrumente. Schulen und alle staatlichen Einrichtungen könnten z. B. ihre Lebensmittel für Kantinen und Mensen direkt von den Bauern oder deren Kooperationen kaufen anstatt von Konzernen. Eine gute Erfahrung haben wir in Brasilien mit dem Schulspeisegesetz gemacht und wir könnten sicherlich vieles voneinander lernen. Deshalb sollten die Entscheidungen nicht den Konzernen und deren Lobbysten überlassen werden, denn sie folgen ganz anderen Interessen, als sie der gesamten Gesellschaft entsprechen. Deshab ist das Veto zum Mercosur-Abkommen auch ein Zeichen für mehr Demokratie und soziale Gerechtigkeit!

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Hydraloop: Ein fast autarkes Wasserrecycling-System für zu Hause

reset - 16. Januar 2020 - 7:14
Wir brauchen dringend neue und innovative Wege, um unseren Wasserverbrauch zu reduzieren und der zunehmenden Wasserknappheit entgegenzuwirken. Eine Lösung kommt aus den Niederlanden: Mit dem Hydraloop-System können bis zu 85 Prozent eines Haushalts recycelt werden.
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Save-the-Date: UNESCO-Weltkonferenz findet vom 2. bis 4. Juni in Deutschland statt

#HOCHN - 16. Januar 2020 - 0:00
Als Auftakt des neuen Programms „Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs“ ist Deutschland Gastgeber der internationalen UNESCO-Weltkonferenz.

Foto: UN

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Gradual, cooperative, coordinated: effective support for peace and democracy in conflict-affected states

DIE - 15. Januar 2020 - 15:17

This article analyzes the success factors for external engagement aimed at fostering peace in conflict-affected states. It focuses on a set of three factors that have been under-researched so far: the strategic prioritization between stability and democracy, the degree of coordination, and the mode of interaction. We compare international engagement in six countries—Burundi, Kenya, Kyrgyzstan, Nepal, Senegal, and Timor-Leste. These countries all struggled with violent conflict and experienced a democratic transition in the period 2000–2014. We use an innovative approach to assess the impact of external engagement by analyzing twenty critical junctures in the domestic political processes of these countries mainly linked to elections, constitution-writing processes, and peace agreements, as well as disarmament, demobilization, and reintegration. Based on over 300 interviews, we find that prioritizing stability over democratization is problematic, good international coordination has positive effects, and preferring cooperative forms of interaction over coercion is mostly but not always useful. In discussing these general features of international support, this article contributes to the broader discussion of factors that explain the impact external actors can have on transformative political processes after conflict.

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15. Januar 2020

ONE - 15. Januar 2020 - 11:55

1. Libyen-Krise: Frieden in Berlin?
Viele Medien, darunter Tagesschau.de, ZDF heute, die Süddeutsche Zeitung, Spiegel, die Welt, der Tagesspiegel, Focus Online und Zeit Online, melden, dass die Bundesregierung in Berlin für kommenden Sonntag einen internationalen Gipfel zur Lösung der Libyen-Krise einberuft. Bei Friedensverhandlungen in Moskau seien die libysche Einheitsregierung unter Fajes al-Sarradsch und General Chalifa Haftar, der eine Gegenregierung anführe, zu keiner einvernehmlichen Lösung gekommen. Neben den libyschen Konflikparteien nehmen auch die USA, Russland und die Türkei an den Verhandlungen teil – auch, um zu verhindern, dass es wie in Syrien zu einem Stellvertreterkrieg verschiedener ausländischer Mächte komme. Außenminister Heiko Maas äußerte sich optimistisch, dass es zu einer Einigung kommen werde, die das nordafrikanische Land befriede. Seit dem Sturz Muammar al-Gaddafis 2011 befinde sich Libyen im Bürgerkrieg.

2. Vernachlässigen Konzerne Menschenrechte?
Laut einer gemeinsamen Studie der Nichtregierungsorganisationen Germanwatch und Misereor beschäftigen sich deutsche Agratunternehmen zu wenig mit Menschenrechtsfragen, obwohl es in dem Sektor regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen kommt, berichtet das Handelsblatt. Vor der Berliner Landwirtschaftsmesse ‚Grünen Woche‘ wollen die beiden NGOs den Druck auf die Bundesregierung  erhöhen, Unternehmen zur Einhaltung menschenrechtlicher Standards zu verpflichten. Innerhalb der Bundesregierung gehe der Streit um ein mögliches Lieferkettengesetz weiter. Während sich Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für eine rechtlich bindende Regelung einsetzen, halte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dies für „verfrüht“, da er die zweite Phase einer groß angelegten Unternehmensbefragung zum Thema abwarten wolle. Laut Menschenrechtsorganisationen erfülle keines der 20 größten deutschen Unternehmen in allen Belangen menschenrechtliche Mindeststandards.

3. Humanitäre Hilfe allein reicht nicht
Die Menschenrechtebeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), spricht sich für eine bessere Verzahnung von kurzfristiger humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit aus, wie evangelisch.de emeldet. Krisen und Konflikten seien oft nicht nach wenigen Monaten beendet. Wichtig sei daher auch mit Blick auf die Menschen, die über Jahre in Geflüchtetencamps wohnen, Angebote bei Bildung, Gesundheit und Beschäftigung zu schaffen. Zudem werden die bisherigen Rüstungsexporte nicht resitriktiv genug gehandhabt, so Kofler.

 

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Digitalisierung in der Landwirtschaft 4.0

Forum Umwelt & Entwicklung - 15. Januar 2020 - 11:05

Schon heute setzen viele Bauern und Bäuerinnen digitale Instrumente ein und sind grundsätzlich offen für digitale Technik. Deren Anwendung birgt neue Möglichkeiten und Chancen, etwa zur Vernetzung und Organisierung sowie zum Austausch von Informationen. Jedoch wird der aktuelle Diskurs von der (Agrar- und Digital-)Industrie dominiert und ist eher von deren Interessen geleitet
als von den Bedürfnissen von und dem Nutzen für Bauern und Bäuerinnen. Es droht dabei die Gefahr, dass das industrielle Agrarmodell einfach fortgesetzt und die menschenrechtlichen sowie Umweltprobleme sogar noch verschärft werden.

 

Bislang sind große Fragen in Bezug auf den Zugang zu den Technologien, die Datenhoheit, den Energie- und Ressourcenverbrauch, den Schutz bäuerlichen Wissens, die Kontrolle von algorithmenbasierten Entscheidungen sowie entstehende Abhängigkeiten durch mangelnde
Kompatibilität unterschiedlicher Systeme ungeklärt. Dazu besteht dringender Forschungs- und politischer Handlungsbedarf. Hinzu kommt, dass rechtliche Grundlagen, die bäuerliches Wissen und den Zugang von Bauern und Bäuerinnen zu Saatgut und genetischen Ressourcen schützen sollen, bisher nicht vollständig oder unzureichend in nationales Recht überführt wurden.

 

Weitere Informationen finden Sie im Positionspapier, sowie dem Forderungskatalog:

 

 

 

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E+Z - 15. Januar 2020 - 8:16
Wer ernsthaft an unseren Themen interessiert ist, kann derzeit ein Frei-Abo der Printausgabe bestellen

Wer will, melde sich bitte auf unserer Website an: https://www.dandc.eu/de/ez-abonnement. Wir produzieren im Jahr sechs Druckhefte. Sie enthalten jeweils zwei Schwerpunktthemen, in denen wir Ihnen einen Überblick über den Stand der internationalen Diskussion zu Themen geben, die für die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) wichtig sind. Die Hefte dokumentieren unser wichtigsten Beiträge zu den Debatten, die wir auf der Website (www.dandc.eu) sowie im e-Paper mit zusätzlichen Beiträgen führen.

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Die SDGs im Schatten drohender Finanzkrisen

#2030Agenda.de - 15. Januar 2020 - 0:57

Massenproteste erschüttern derzeit weltweit eine wachsende Zahl von Ländern. In Ecuador, Chile und Argentinien, in Ägypten und im Libanon gehen Millionen von Menschen auf die Straßen. Die Gründe sind vielschichtig. Auslöser war aber in vielen Fällen die Ankündigung neuer Sparpakete durch die Regierungen im Rahmen einer forcierten Austeritätspolitik. Sie reagierten damit auf die eskalierende Auslandsverschuldung oder die verschlechterten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Die Gefahr ist groß, dass sich die Lage im Jahr 2020 weiter verschärft. Schon heute zeichnen sich neue Verschuldungsspiralen mit möglicherweise verheerenden sozialen und ökologischen Folgen ab. Der Handlungsspielraum vieler Regierungen wird dadurch erheblich eingeschränkt – und damit auch ihre Möglichkeit, die Agenda 2030 und ihre globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zu verwirklichen.

In unserem Fachgespräch möchten wir auf Grundlage einer neuen Studie des Global Policy Forums über die Gefahren einer sich ausbreitenden globalen Finanzkrise, die möglichen Folgen für die Verwirklichung der SDGs und die daraus abzuleitenden politischen Konsequenzen diskutieren.

Im Kern geht es dabei um alternative politische Lösungsansätze, die dazu beitragen, dass die Agenda 2030 und ihre Nachhaltigkeitsziele nicht einer neuen globalen Finanzkrise und einem inadäquaten Krisenmanagement zum Opfer fallen.

 

Programm (Stand:10.1.2020)


10:00 Anmeldung, Begrüßungskaffee

10:15 Begrüßung: Elisabeth Bollrich (Friedrich-Ebert-Stiftung)

10:30 Einführung: Jens Martens (Global Policy Forum)

10:50 Kommentar: Dr.

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