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Save the Date: Sustainability is a Behavioural Challenge, 1 July 2019 in Brussels

SCP-Centre - 16. April 2019 - 13:23

Changes in consumption patterns and mainstream lifestyles are a critical and integral part of the solutions package to addressing climate change, especially if we are to deliver on the 1.5°C target. In this transition towards a more sustainable society, understanding how humans actually think and behave is crucial. It consists of a game-changing approach in tackling systems change and urges us to understand and act upon the true motivation of the way we live and behave. What are the actual changes needed and how to drive behaviourally-informed interventions, policies and strategies in practice?

Two initiatives are coming together on 1 July 2019 to address that question with you: Sitra and partners are launching the shorter version of the 1.5-Degree Lifestyles Report, and the Academy of Change. They will be presenting the main outcomes of a 2-year KR Foundation-funded initiative dedicated to accelerating change towards the sustainable behaviours that really matter.

Join us to meet experts and practitioners, increase your knowledge on the topic, network with actors who are already active in behaviour change and jointly shape our future now!

A detailed agenda will be out soon.

To receive a notification about the agenda and the registration for this event please sign up to our Academy of Change Newsletter or follow us on Twitter!

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Product Innovation Through Sustainability – Pioneer Workshop 14 May 2019

SCP-Centre - 16. April 2019 - 10:56

Today, good sustainability performance is commonly associated with having a small footprint. This is to reduce negative sustainability impacts, such as CO2 emissions, waste of natural resources, poor working conditions, etc.

Of course, this is key but there is more to explore! What about the positive impacts that our actions, processes and products are having on people and the planet?

The CSCP and its partners have developed a methodology that helps you to understand your products’ ecological, economic, and social impacts, both the negative as well as the positive impact.

At the same time, the methodology is a starting point for product innovation and sustainable business development.

We would like to show you how you can use this and therefore warmly invite you to our workshop!

What can you expect from the workshop?

  • Learn a new perspective on sustainability
  • Get an understanding of sustainability impacts far beyond “the usual ones” (e.g. CO2 emissions, work safety) and how they can influence business
  • Invited to learn a systematic approach on how to capture the added value that can be generated through sustainability
  • Getting inspired on how to improve your products and to strengthen your position in the market

Are you interested?

Date: 14 May 2019
Time: 10:00 to 16:00
Location: at the CSCP in Wuppertal

The workshop is aimed exclusively at companies. The number of participants is limited to 15 persons. The workshop will be German. A fee of 29 Euros per person will be charged, which also includes lunch.

A detailed agenda will follow shortly. For reservations and requests, please contact hpworkshop@scp-centre.org

For further information and inspiration, please watch the video (2 minutes):

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Grüne fordern gender­gerechte Außen- und Entwicklungspolitik

#Bundestag - 16. April 2019 - 10:47
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert in einem Antrag (19/6439), der am Donnerstag, 9. Mai 2019, auf der Tagesordnung des Bundestages steht, „eine feministische, intersektional ausgerichtete und gendergerechte Außen- und Entwicklungspolitik zu einer Leitlinie der deutschen auswärtigen Politik zu machen“. Nach 45-minütiger Debatte soll der Antrag zur weiteren Beratung an die Ausschüsse, unter Federführung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit, überwiesen werden. Geschlechtergerechte Bildungskonzepte in Konfliktgebieten Die Grünen fordern in ihrem Antrag weiterhin den Anteil von Vorhaben mit dem Hauptziel Geschlechtergerechtigkeit im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit auf mindestens zehn Prozent zu erhöhen. Außerdem solle sie sich für die Verbesserung und feste Verankerung von „geschlechtergerechten und traumasensiblen“ Bildungskonzepten in Konfliktgebieten einsetzen. In der Begründung heißt es, Bildung habe in Krisensituationen bisher keine hohe Priorität. Dabei trage der Zugang zu Bildung besonders für Mädchen in Krisenkontexten zu ihrer Entwicklung und ihrem Schutz bei. „Bildung erhöht ihre Chance, bezahlte Arbeit zu finden, ein selbstständiges und unabhängiges Leben zu führen und selbst über ihren Körper und ihre Zukunft bestimmen zu können“, schreiben die Grünen. Sie betonen, an vielen Stellen könnten „recht kurzfristig und mit vergleichsweise geringem finanziellem und personellem Aufwand bereits nennenswerte Verbesserungen erzielt werden“. (joh/hau/16.04.)
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Mit Stromstößen gegen Unkraut, ganz ohne Chemikalien

reset - 16. April 2019 - 6:44
Roboter und smarte Technologien werden immer häufiger in der Landwirtschaft eingesetzt, um die zunehmenden Herausforderungen zu bewältigen. Das System des britischen Startups RootWave bietet z.B. eine Alternative zu chemischen Herbiziden.
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Fairer Handel – Bezugspunkte für Hochschulen am 9. Mai 2019

#HOCHN - 16. April 2019 - 0:00

Im Rahmen der Hamburger Hochschulallianz für Nachhaltigkeit (HaHoNa) vernetzen sich Hamburger Hochschulen auf lokaler Ebene, um einen systematischen Austausch zu ermöglichen und  gemeinsame Projekte zu Themen rund um nachhaltige Entwicklung umzusetzen. Seit 2011 ist Hamburg Fair Trade Stadt und im Sommersemester 2019 beschäftigt sich auch die HaHoNa mit dem Thema "Fairer Handel" und lädt Interessierte herzlich ein, sich an der Diskussion zu Fair Trade in Hamburger Hochschulen zu beteiligen.

Am 9. Mai 2019 wird Christine Priessner, Fachpromotorin für Fairen Handel in Hamburg, Impulse zu gerechtem Welthandel sowie der Einhaltung von Menschenrechten in Politik, Verwaltung und Wirtschaft geben. Dabei geht es um Themen wie soziale Teilhabe in den Ländern des Globalen Südens, um Selbstbestimmung der Produzentinnen und Produzenten, um einen existenzsichernden Lohn und ein würdevolles Leben.

Die Hochschulen diskutieren mit der Fachpromotorin, wie diese Ziele des Fairen Handels im Hochschulbetrieb adressiert und unterstützt werden können. Dabei werden gute Beispiele aus den Hochschulen vorgestellt und mögliche Maßnahmen sowie Anknüpfungspunkte diskutiert.

Wann?  Donnerstag, den 9. Mai 2019 von 15:00 bis 16:00 Uhr

Wo? Universität Hamburg, Mittelweg 177, Raum N0071/73

Anmeldung: Per Mail an knu@uni-hamburg.de

Weitere Informationen zur Fair Trade Stadt Hamburg und zur Hamburger Hochschulallianz für Nachhaltigkeit (HaHoNa) sind hier für Sie verlinkt.

Foto: Fair Trade Stadt Hamburg

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Executive Update: Sustainable Business is Good Business - Schaffung finanzieller Wendepunkte für die SDGs

Global Compact - 16. April 2019 - 0:00
Der folgende Artikel wurde im Original in GreenBiz am 2. April 2019 von Lise Kingo, Exekutivdirektorin des UN Global Compact, veröffentlicht und thematisiert die enorme Finanzierungslücke zur Erreichung der in der Agenda 2030 festgeschriebenen nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs). Sie spricht zudem über wirtschaftliche Chancen, welche nachhaltiges Wirtschaften mit sich bringt, und zeigt Möglichkeiten auf, wie die Finanzierungslücke geschlossen werden kann.
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Bundespresseamt stellt Universität Hamburg als Best-Practice-Beispiel vor

#HOCHN - 16. April 2019 - 0:00
Im Bereich der Nachhaltigkeitspolitik veröffentlicht die Bundesregierung Best-Practice-Beispiele zu den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen. Die Universität Hamburg wird für das Ziel 4 "Hochwertige Bildung" vorgestellt.

Foto: UHH/Dingler

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International Conference 2019 in Bremen: Economy for the Common Good – A Common Standard for a Pluralist World?

#HOCHN - 16. April 2019 - 0:00
Bremen: The first International Conference in Economy for the Common Good will take place in Bremen between 26. -28. September 2019.

Foto: Gerd Altmann on Pixabay

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Die Ungewissheit nimmt kein Ende

BfdW - 15. April 2019 - 17:56
Im Projektgebiet von Sunbird-/Addax-Bioenergy in Sierra Leone droht 300 Menschen die Umsiedlung aufgrund von Umweltverschmutzung sowie Risiken durch die Bioethanol—Anlage in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Gegebenheiten sind unklar, die Menschen beunruhigt und ihre Lebenssituation ist bedroht.

Hintergrund

Im Jahr 2016 verkündete „Addax Bioenergie“, ein Tochterunternehmen der Schweizer „Addax-Oryx Group“, das Ende ihres Großprojektes zur Bioethanol-Produktion in Sierra Leone. Ende des Jahres wurden die Mehrheitsanteile von Addax-Bioenergy an das britisch-chinesische Unternehmen „Sunbird Bioenergy“ abgegeben. Wir berichteten darüber und veröffentlichten die Studie „The Weakest should not bear the Risk“ - gemeinsam mit unserem Partner vor Ort, dem zivilgesellschaftlichen Netzwerk für das Recht auf Nahrung („Sierra Leone Network on the Right to Food/SiLNoRF“) und dem Schweizer Hilfswerk „Brot für Alle“ forderten wir mehr Verantwortungsübernahme von den Unternehmen und ihren Investoren wie auch von den sie unterstützenden Banken. Seitdem hat sich weiter einiges vor Ort verändert, aber leider wenig zum Besseren. Weiterhin sind die Menschen zum größten Teil arbeitslos, können nur einen Teil der ehemaligen, vor dem Beginn des Addax-Projektes für die Selbstversorgung genutzten Flächen bewirtschaften und blicken einer unsicheren Zukunft entgegen. Zugleich werden negative Folgen des ehemaligen Addax-Projektes immer deutlicher.

Die Tonka-Gemeinde erlebt die negativen Auswirkungen

So ist derzeit akut die Dorfbevölkerung von Tonka, einem Dorf in unmittelbarer Nähe der Fabrikanlage, durch Wasserverschmutzung bereits seit längerem gefährdet. Schon in früheren Jahren wurde die Wasserbelastung aus Pestiziden und Düngemitteln des Zuckerrohranbaus auf den Addax-Flächen sowie durch die Verarbeitung in der Fabrikanlage bekannt. Da im Addax-Projekt Umsiedlungen vermieden werden sollten, wurden der Gemeinde Wassertanks geliefert, über die sauberes Trinkwasser gesichert werden sollte. Die Tanks alleine reichten aber nicht aus. Jetzt kommen auch noch Luftverschmutzung, Lärm sowie Explosionsgefahr von Biogas-Behältern am Rande der Fabrik dazu.

Das Dorf soll, so hieß es plötzlich im März, umgesiedelt werden. Die Aufregung war groß, denn lokale Behörden und das Unternehmen Sunbird/Addax Bioenergy informierten gar nicht oder unzureichend und unklar. So wusste keiner wann, wohin, wie und mit welchen Mitteln umgesiedelt werden würde. Dagegen kündigte der Paramount-Chief unvermittelt eine Zwangsumsiedlung innerhalb von 3 Tagen an. Einige Dorfbewohner reagierten sofort mit der Ankündigung von gewaltsamer Gegenwehr, sollte so eine zwangsweise Umsiedlung stattfinden. Durch Vermittlung von SilNoRF und rechtliche Beratung durch NAMATI (ebenfalls eine sierra-leonische Nichtregierungsorganisation, die sich auf juristische Beratung und Landrechte spezialisiert hat) konnte die Situation entspannt und die unmittelbare Umsiedlung erstmal verhindert werden.

Inzwischen wird, so berichten unsere Partner von vor Ort, eine Umsiedlung für 2020 angekündigt. Aber weiterhin ist es für die Dorfbevölkerung unklar, wie es weiter gehen wird. Weder die neuen Örtlichkeiten noch der Rechtsrahmen, auf dessen Grundlage die Umsiedlung stattfinden soll, sind geklärt. Auch Entschädigungsfragen für gesundheitliche Schädigungen aber auch für materielle Verluste und das Verlassen des angestammten Landes und der traditionellen Orte, die für die Gemeinschaft soziale und kulturelle Bedeutung haben, sind ungeklärt.

Die Einschätzung der früheren Unterstützer

Die Bundesregierung und verschiedene Entwicklungsbanken, darunter auch die Deutsche Investitions- und Entwicklungs-Gesellschaft/DEG, die niederländische FMO und die schwedische Entwicklungsbank Swedfund u.a., haben das damalige Addax-Vorhaben stark gefördert. Seit 2014 sind alle Kredite zurück bezahlt und damit sehen sich die Entwicklungsbanken nicht mehr in der Verantwortung. In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage zu „KfW-Auslandsgeschäften im Agrarbereich“ vom 14.02.2019 stellt die Bundesregierung fest, sie teile die Auffassung der Fragestellenden, dass „die Lebenssituation der Menschen vor Ort durch das Addax-Projekt und sein Scheitern Schaden genommen hat“ nicht.

Wir sehen das anders und erwarten weiterhin von der Bundesregierung wie auch von den Entwicklungsbanken, dass auch langfristig Verantwortung übernommen werden muss für Projekte, die negative Nebenwirkungen für die lokale Bevölkerung zeigen.

Was jetzt getan werden sollte:

Um weiteren negativen Entwicklungen für die lokale Bevölkerung entgegen zu wirken, weitere Unsicherheiten zu vermeiden und Gewalt zu verhindern, sollte von den lokalen Behörden, dem Unternehmen Sunbird/Addax Bioenergy  und nationalen und internationalen Akteuren alles getan werden um

  •  Umfassende und rechtzeitige Information und Aufklärung der Sachlage vor Ort sicherzustellen und die Betroffenen an der Entscheidungsfindung teilhaben zu lassen
  • Den rechtlichen Rahmen sowie auch die Örtlichkeiten für eine anstehende Umsiedlung mit den Betroffenen zu erklären und einen inklusiven Prozess und Zeitplan zu gestalten
  • alle Multistakeholder-Formate und – Dialoge regelmäßig fortzusetzen
  • Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten/ Due dilligence im Sinne der UN-Leitprinzipien „Business&Human Rights“ von dem Unternehmen einzufordern und einzuhalten
  • Lokale zivilgesellschaftliche Akteure wie SiLNORF und NAMATI als Mediatoren und rechtsberatende Kräfte zu unterstützen und zu stärken
  • Bei unvermeidbarer Umsiedlung die Landrechts- und Entschädigungsfragen unter Anwendung der UN-Landleitlinien („Voluntary Guidelines on the Responsible Governance of Tenure of Land, Fisheries and Forests/VGGT“) zu regeln
  • Umfassende Entschädigungsprogramme aufzulegen, die sowohl für die Tonka-Gemeinde im Falle ihrer Umsiedlung, aber auch für andere Betroffene die Gesundheits- und Umweltschäden, die durch die Flächenbewirtschaftung sowie die Firma entstehen, kompensieren
  • Umfassende Entwicklungsmaßnahmen in der Makeni-Region zu fördern, die eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation sichern und friedliche, menschenrechtskonforme Entwicklung für die Menschen vor Ort ermöglichen
Thema (BfdW) : FriedenLand Grabbing / LandraubNachhaltiges WirtschaftenLänderbezug (Afrika): Sierra LeoneLinks: Sierra Leone bioenergy project poses new challenges to communities (Swedwatch, 28.03.2019)Dt. Zusammenfassung der Studie (September, 2016)Studies: The Weakest should not Bear the Risk (September 2016)No Business, No Rights (Swedwatch, November 2017)Monitoring Bericht on the operations of Addax/Sunbird Bioenergy Project (SiLNoRF, Brot für Alle, September 2017)
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Europa, Frieden, Sicherheit - Ethische Diskurse

BfdW - 15. April 2019 - 17:14
Der Band "Europäische Friedensordnungen und Sicherheitsarchitekturen" ist im Springer Verlag für Sozialwissenschaften erschienen. Die AutorInnen befassen sich mit der EU, den Vereinten Nationen und Regionalorganisationen (OSZE) und untersuchen Sicherheitskonzepte aus friedensethischer Perspektive.

Der Band ist Ergebnis eines friedensethischen Diskursprojekts, das sich dem „Gerechten Frieden“ widmet, in Anlehnung an die EKD-Friedens-denkschrift von 2007. Die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) hat dafür einen mehrjährigen Forschungs- und Konsultationsprozess gestartet, der vom Rat der EKD, der Evangelischen Friedensarbeit und der Militärseelsorge unterstützt wird. Friedensforscher-Innen und PraktikerInnen aus dem kirchlichen und kirchennahen Kontext treffen sich regelmäßig in Heidelberg, um Fragen zu Gewalt, Frieden und Recht, sowie politisch-ethische Herausforderungen zu diskutieren. Weitere Bände sind im Rahmen der Publikationsreihe "Politisch-Ethische Herausforderungen" geplant und teilweise auch schon erschienen.

Globale Herausforderungen

In dem nun erschienenen dritten Band (hg. von Ines-Janine Werkner, FEST, und Martina Fischer, Brot für die Welt) werden eingangs globale Herausforderungen und Friedensgefährdungen analysiert. Ines-Jacqueline Werkner untersucht das bedrohliche „Säbelrasseln“ und den Rückfall in ein „Denken nuklearer Eskalations­dominanz“, das sich zwischen den Großmächten USA und Russland entwickelt. Dazu kommen Gewaltkonflikte in der MENA-Region und der Krieg in Syrien, der sich zu einem Stellvertreterkrieg zwischen östlichen, westlichen und arabischen Mächten entwickelte, sowie offene und eingefrorene Konflikte in und um Europa, etwa in der Ukraine, im Kaukasus und im westlichen Balkan. Auf die Frage, wie diese eingehegt und  konstruktiv bearbeitet werden können, liefern die nachfolgenden Beiträge keine eindeutigen Antworten und Politikempfehlungen, sondern eher konzeptionelle Denkanstöße.

„Friedenslogik“ vs. „Sicherheitslogik“

Sabine Jaberg untersucht die Unterschiede zwischen Friedenslogik und Sicherheitslogik. Sie kommt zu dem Schluss, dass eine Friedenslogik erhebliche Vorzüge gegenüber einer Sicherheitslogik besitzt. Das Denken in Sicherheitskategorien führe dazu, sich vornehmlich für den Fall der Konfrontation zu wappnen, Gefahren abzuwehren, und tendiere daher zur Eskalation von Konflikten. Um das zu vermeiden, sollte eine „friedensverträgliche Sicherheit“ konzipiert und in ein „partnerverträgliches Bezugssystem eingeordnet werden“. Wer sich dem Thema so nähere, denke vom Frieden und nicht von der Ausnahme (der gewaltsamen Konfrontation) her. Das setzt voraus, dass „Bumerang-Effekte“ vermieden werden (zum Beispiel Waffenhilfe), und dass man einem engen Sicherheitsverständnis folgt, um die „Versicherheitlichung“ weiter Politikbereiche zu verhindern. Demnach macht es „einen Unterschied (…), ob Frieden aus einer Sicherheitsperspektive zugerichtet oder Sicherheit aus einer Friedensperspektive entfaltet wird“. Ein starker Frieden verlangt nach Einschätzung der Autorin, „Gewaltfreiheit als unhintergehbares Dogma zu begreifen“ (S. 37).

Kooperative Sicherheitssysteme

Die meisten Autoren des  Bandes gehen davon aus, dass kooperative Sicherheitssysteme und Interaktion geeigneter sind, gewaltsame Eskalationen von Konflikten zu vermeiden, als Abschottung oder Konfrontation. Eine Ausnahme bildet Matthias Dembinskis Beitrag zum pluralen Frieden, der sich vorstellen kann, dass unter bestimmten Umständen „Dissoziation“ („gelungene Abgrenzung“) einen Frieden - im engen Sinne der Abwesenheit von Gewalt - eher sichern kann als eine intensivierte Kooperation; das gelte, wenn sich Wertekonflikte als zu tiefgehend erweisen oder wenn Strategien der Kooperation und Annäherung versucht wurden und offenkundig gescheitert sind. Allerdings fehlt es bislang an empirischen Untersuchungen, die diese Annahme erhärten.

Die Rolle des „Vertrauens“ für internationale Zusammenarbeit

Pascal Delhom beschäftigt sich mit der Rolle des Vertrauens für eine Sicherheitspolitik der Kooperation und Ines-Jacqueline Werkner mit dem Konzept der „Gemeinsamen Sicherheit“. Beide sehen als Voraussetzung für friedliche internationale Beziehungen die Fähigkeit, die eigenen Sicherheitsbedürfnisse nicht absolut zu setzen, sondern auch die Bedürfnisse und Interessen des anderen mit zu berücksichtigen. Beide betonen die Notwendigkeit der Vertrauensbildung und der Erwartungsverlässlichkeit als Voraussetzung für kooperative (also nicht konfrontative) Formen des Umgangs zwischen Staaten in sicherheitspolitischen Fragen. Das Konzept der Gemeinsamen Sicherheit hat, wie Werkner aufzeigt, während des Ost-West-Konflikts wesentlich zur Entspannung und Vertrauensbildung in Deutschland und Europa beigetragen. Eine Renaissance wäre in der aktuellen Situation wünschenswert. Allerdings ist noch nicht klar, wie man es von einer bipolaren auf eine multipolare Weltordnung oder auf das spannungsvolle Verhältnis zwischen den USA, der EU und Russland übertragen kann. Delhom zufolge stellt Vertrauen in die andere Seite immer ein „Wagnis“ dar, weil es sich auf eine „doppelte Asymmetrie“ gründe oder sogar mit erheblichen einseitigen Vorleistungen verbunden sein könne (wie zum Beispiel die Entscheidung von Michael Gorbatschow für den bedingungslosen Rückzug aller Mittelstreckenraketen aus Europa 1997). Jedoch sei es aus friedenspolitischer Sicht notwendig, dieses Wagnis einzugehen.

Empathiefähigkeit: Voraussetzung für solidarische Politik

Anknüpfend an diese Überlegungen schlägt Martina Fischer in ihrem Synthesebeitrag vor, den Kategorien „Vertrauen“ und „Kooperation“ unbedingt auch „Empathie“ hinzuzufügen. Schon der Friedensforscher Dieter Senghaas habe Empathiefähigkeit als wesentliche Voraussetzung für einen zivilisierten Umgang mit Konflikten in der Staaten- und Gesellschaftswelt definiert. Wenn kollektive Akteure ihre inneren und externen Konflikte ohne Rückgriff auf Gewalt erfolgreich bewältigen sollen, benötigten sie die Bereitschaft zur kompromissorientierten Konfliktfähigkeit und die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Auch in der christlichen Ethik seien Frieden und Gerechtigkeit untrennbar miteinander verbunden. Gerechtigkeit werde nicht nur als Norm, sondern auch im Sinne einer „sozialen Praxis der Solidarität“ verstanden, die sich „vorrangig den Schwachen und Benachteiligten zuwendet“ und sich „im Gebot der Nächsten-, ja Feindesliebe“ erfüllt (EKD-Friedensdenkschrift „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“, Hannover 2007, Ziff. 77). Mit Blick auf die aktuelle Politik der Europäischen Union (EU) und ihrer Mitgliedstaaten in den Bereichen Migration, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik könnte man hinzufügen: Eine glaubwürdige Politik im Sinne eines gerechten Friedens benötigt Empathie, damit überhaupt Normen wie Solidarität und Gerechtigkeit ausgebildet und auf dieser Grundlage Maßnahmen für Gewaltprävention, die Bewältigung von Fluchtursachen und die Schutzverantwortung für von Krieg und Zerstörung betroffenen Menschen ausgebildet werden können.

Die EU: Ein Friedensprojekt mit großem Reformbedarf

Martina Fischer zeigt in ihrem Beitrag zur EU-Politik auf, dass die Union in wichtigen Politikbereichen Empathie zunehmend vermissen lässt. Die EU, die als Wertegemeinschaft für Demokratie, Frieden und Menschenrechte antrat, verrate im Zuge einer Politik der Abschottung und Grenzverlagerung die Schutzverantwortung gegenüber Geflüchteten und damit auch die liberalen Normen. Solange die Mitgliedstaaten nicht bereit seien, den afrikanischen Ländern gegenüber faire Handelsbeziehungen und eine veränderte Agrarpolitik zu etablieren und solange sie mit dem Ziel der Migrationsabwehr Gewaltapparate ausrüste, die Menschenrechte mit Füßen treten, laufe diese Politik dem Anspruch eines gerechten Friedens zuwider. Es deute vieles darauf hin, dass sich die EU zunehmend von „Friedenslogik“ verabschiedet und stattdessen primär von einer „Sicherheitslogik“ leiten lässt, die vorrangig polizeilich und militärisch verstanden wird. Die Europäische Union (EU) wurde vielfach und auch in der Friedensdenkschrift der EKD als „Friedensprojekt“ charakterisiert. Zweifellos hat sie zum friedlichen Integrationsprozess souveräner Staaten maßgeblich beigetragen. Die Herausforderung besteht aktuell nicht nur darin, ihren inneren Zusammenhalt zu festigen und die bisherigen Integrationsleistungen gegen extremistische und populistische Angriffe zu verteidigen, sondern gleichzeitig auch ihre internationale Friedensfähigkeit zu stärken und sie zu befähigen, einen angemessenen Umgang mit Spannungen und Wohlstandsgefällen in der Nachbarschaft zu finden.

Ausbau der internationalen Rechtsordnung

Die Vereinten Nationen (VN) haben als System kollektiver Sicherheit bedeutsame völkerrechtliche Grundlagen und Übereinkünfte zur Friedenssicherung geschaffen. Sie stellen gegenüber ihrem Vorläufer, dem Völkerbund, einen deutlichen Fortschritt dar, wie der Beitrag von Hans-Joachim Heintze aufzeigt. Er kommt zu dem Schluss, dass sich die Ausführungen der EKD-Denkschrift zur Bedeutung der VN für eine globale Friedens-ordnung weiterhin als absolut relevant erweisen. Er analysiert sowohl die Erfolge als auch die Dilemmata und Begrenzungen des UN-Systems und liefert zahlreiche fundierte Argumente, mit denen man dem verbreiteten Trend zum „UN-bashing“ entgegenwirken kann. Heintze erinnert daran, dass die UN-Charta die Mitgliedstaaten zur friedlichen Streitbeilegung verpflichtet und ausdrücklich diplomatische Wege (Gute Dienste und Mediation) und juristische Mittel dazu vorsieht. Sanktionen und militärische Zwangs-maßnahmen werden allenfalls als letztes Mittel – also im Ausnahmefall – in Erwägung gezogen. Bezüglich der – häufig kritisierten – Vetoposition der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats schlussfolgert Heintze, nicht das System sei falsch, denn es entspringe der Erkenntnis, dass der Weltfrieden nicht gegen Großmächte gesichert werden kann, sondern nur mit ihnen. Ein Problem bestehe aber darin, dass diese das System nicht – wie zugesagt – im Interesse des Weltfriedens sondern vielfach zur Durchsetzung ihrer nationalen Interessen nutzten. Dabei haben sie in Kauf genommen, die UN-Charta zu verletzen, und dem System kollektiver Sicherheit zuwider gehandelt.

Vereinte Nationen reformieren

Der Sonderstatus der fünf Großmächte als ständige Mitglieder im Sicherheitsrat sei historisch gerechtfertigt gewesen, so Heintze. Dieser müsse heute jedoch der geänderten globalen Kräftekonstellation angepasst werden. So sei es auch nicht mehr hinnehmbar, dass ein ganzer Kontinent, wie Afrika, überhaupt nicht als ständiges Mitglied im Rat repräsentiert sei, ebenso wenig wie Indien, das mehr als eine Milliarde Menschen repräsentiert, und Lateinamerika. Trotz aller Defizite bildeten die VN ein unverzicht-bares System kollektiver Sicherheit. Als Staatenorganisation können sie jedoch nur so friedensfördernd tätig werden, wie die Staaten dies zulassen. Umso mehr Bedeutung kommt der Zivilgesellschaft zu, die die Staaten immer wieder an ihre Versprechen aus dem Gründungsvertrag, erinnern muss, um zukünftige Generationen vor Kriegen zu bewahren.

VN-Regionalorganisationen stärken

Zugleich hat das UN-System diverse Regionalorganisationen (wie zum Beispiel die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, OSZE) generiert (diese behandelt Heinz Gärtner in dem Band). Als eine von den Vereinten Nationen anerkannte Regionalorganisation nach Kapitel VIII der UN-Charta übernimmt sie wichtige Funktionen im Krisenmanagement, so in der Frühwarnung, Wahlbeobachtung, Schaffung von Rechtsstaatlichkeit sowie im Kampf gegen Extremismus und organisiertes Verbrechen und im Aufbau von Polizei. In der Tat lieferte die OSZE seit Beginn der 1990er Jahre eindrucksvolle Beispiele für Gewaltprävention und zivile Konflikt-bearbeitung, indem sie z.B. die friedliche Loslösung der baltischen Länder von der ehemaligen Sowjetunion unterstützte. Auch in der Ukrainekrise kam ihr eine wichtige Funktion bei der Schaffung vertrauensbildender Maßnahmen und Rüstungskontrolle zu. Auch die Friedensdenkschrift der EKD von 2007 würdigt die Rolle der OSZE für eine europäische Friedensordnung. Die Kapazitäten der OSZE müssten im Rahmen einer europäischen Friedensordnung massiv ausgebaut werden, denn schließlich bildet sie  – gemeinsam mit dem Europarat und der EU – einen wesentlichen Pfeiler für Frühwarnung und Nachkriegskonsolidierung. Auch die Verantwortung Europas sieht die Denkschrift untrennbar mit den Normen und Prinzipien der VN verbunden (EKD 2007, Ziff. 139).

Zivile Ansätze für Prävention und Friedenskonsolidierung stärken

Zu den Grundelementen des christlichen Verständnisses vom gerechten Frieden gehören der Schutz vor Gewalt, ein Leben in Würde, die Förderung der Freiheit, der Abbau von Not und das Recht. Dieses Motiv findet sich auch in der EKD-Friedensdenkschrift von 2007  mit der Verknüpfung von Frieden mit Recht/Gerechtigkeit sowie menschlicher Sicherheit. Die EKD-Denkschrift versteht Frieden als gesellschaftlichen Prozess abnehmender Gewalt und zunehmender politischer und sozialer Gerechtigkeit (EKD 2007, Ziff. 80). Gerechter Frieden in der globalisierten Welt setze „den Ausbau einer Rechtsordnung“ voraus, die „dem Vorrang ziviler Konfliktbearbeitung verpflichtet“ sei und „die Anwendung von Zwangsmitteln an strenge ethische und völkerrechtliche Kriterien binden“ müsse (EKD 2007, Ziff. 196, Hervorh. d. Verf.). Bedeutsam ist vor allem  der Hinweis, dass staatliche Sicherheits- und Friedenspolitik von den Konzepten der „Menschlichen Sicherheit“ und der „Menschlichen Entwicklung“ her gedacht werden muss. (EKD 2007, Ziff. 197) Aus diesem Leitbild ergeben sich als politische Friedensaufgaben die Stärkung der VN und ihrer Regionalorganisationen und die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen, zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Friedenspolitische Beschlüsse der EKD-Synoden

Die EKD-Synoden haben in den vergangenen Jahren wichtige europapolitische Beschlüsse gefasst, die auf den Ausbau ziviler Krisenprävention und Friedensförderung zielen. Die 10. Synode in Würzburg schlug im November 2006 der deutschen Ratspräsidentschaft vor, alle Politikbereiche der EU darauf hin zu prüfen, „welche Bedeutung sie für ein integriertes Konzept der Krisenprävention und -bewältigung haben“, die „Unabhängigkeit ziviler von militärischen Mitteln“ zu gewährleisten und die „Kohärenz der Instrumente zur Krisenbewältigung“ sicherzustellen (EKD 2006). Die EU-Kommission wurde aufgefordert, „den Aufbau und die Institutionalisierung eines effektiven Instruments zur Koordinierung der zivilen Mittel zügig voranzutreiben“ (EKD 2006). Aktuell steht die Dynamik für den Ausbau dieser Instrumente aber weit hinter den Investitionen für militärische Zusammenarbeit zurück. Wenn es nach der EU-Kommission geht, soll mit dem neuen „Mehrjährigen Finanz­rahmen 2021-27“ bewährten Finanzierungsinstrumenten, die für die zivile Krisen­prävention und Menschenrechts-politik eingerichtet wurden, die Eigenständigkeit entzogen werden.  Ein 13 Mrd Euro schwerer Verteidigungsfonds soll die Rüstungsindustrie subventionieren und mit 6,5 Mrd Euro für „Militärische Mobilität“ soll die NATO entlastet werden. Europäische NGO-Netzwerke versuchen, dieser Dynamik noch entgegenzuwirken. Ihre Bemühungen müssen durch Dialoge mit ParlamentarierInnen und Regierungen in den Mitgliedstaaten unterstützt werden. Gleichzeitig wäre es wichtig, die Vorschläge zum Ausbau ziviler Instrumente für Krisenprävention und Friedensförderung zu präzisieren und zu konkretisieren. Kirchliche Würdenträger und Hilfswerke können mit Erfahrungen in der Friedensarbeit maßgeblich dazu beitragen, eine solche Diskussion vorzubereiten. Der Synodenbeschluss von 2006 bleibt daher höchst relevant und kann für die Bewertung der Politik der Union auch weiterhin einen klaren Orientierungsrahmen bieten.

Thema (BfdW) : FriedenMenschenrechteLänderbezug (Europa/Kaukasus) : EuropaLinks: Ines-J. Werkner, Martina Fischer (Hg.), Europäische Friedensordnungen und Sicherheitsarchitekturen, Wiesbaden 2019Rat der EKD, Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen, Denkschrift, 1. Auflage, Gütersloh 2007Beschluss der 5. Tagung der 10. EKD-Synode zur Deutschen EU-Ratspräsidentschaft (Nov. 2006) Kundgebung der EKD-Synode 2016
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Publikationen im ENavi-Projekt

KMGNE - 15. April 2019 - 16:02
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Texten für eine nachhaltigere Welt

Engagement Global Presse - 15. April 2019 - 14:52
Beim Sustainability Slam können sich Interessierte textlich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Foto: Nico Scagliarini

Ob ruhig oder laut, total kreativ oder ganz minimalistisch, ob Prosa, Poesie oder Poster – der Sustainability Slam beim Familienfest „Frühlingserwachen“ im Wilhelmsburger Inselpark am Sonntag, 5. Mai 2019, stellt das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund.

Gefragt sind kreative Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburger aber auch andere Interessierte, die ihre Meinungen, Träume und Ideen zu einer nachhaltigen Welt auf die Bühne bringen möchten.

Das „Frühlingserwachen“ wird unter dem Motto „Wie nachhaltig denkt Wilhelmsburg?“ vom Bezirksamt Hamburg-Mitte veranstaltet und bietet von 12 bis 18 Uhr ein buntes Kultur- und Mitmachprogramm.

Neben dem Sustainability Slam gibt es zahlreiche Aktionen wie Upcycling-Workshops, Volkstanz oder Puppentheater für Kinder. Musikalisch wird es mit Rap for Refugees und der Weltkapelle Wilhelmsburg.

Bis Freitag, 26. April 2019, können sich Interessierte für den Sustainability Slam anmelden. Der Eintritt und die Teilnahme am Slam sind kostenfrei.

Anmeldungen unter:
changestarters@posteo.de

Der Sustainability Slam wird von der Außenstelle Hamburg von Engagement Global organisiert, die auch mit einem Informationsstand vor Ort ist.

Veranstaltungsort

Kurt-Emmerich-Platz
21109 Hamburg

++Bleiben Sie dran: Kongress Kongress „fair begegnen, fair gestalten“ im September in Köln Alle im Fairen Handel Engagierten aus Kommunen, entwicklungspolitischen Organisationen, Schulen, Universitäten sowie Unternehmen und Verbänden sind vom 18. bis 20. September 2019 auf dem bisher größten Kongress zu Fairem Handel und Fairer öffentlicher Beschaffung willkommen. Der Kongress ist eine Kooperation von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt und TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland). ++

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WHO: Fehlende Transparenz und hohe Preise für Arzneimittel sind ein globales Menschenrechtsproblem

Vereinte Nationen - 15. April 2019 - 14:38

April 2019 – Die heutigen Kosten von Medikamenten haben weltweit zu Problemen geführt. Deshalb wurden diese als Hauptthema auf einem globalen Arzneimittelforum in Südafrika, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitfinanziert wurde, diskutiert.

Die WHO-Generaldirektorin für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte, Mariângela Simão, bezeichnete diese Thematik als globales Menschenrechtsproblem auf dem WHO-Medikamentenforum in Johannesburg.

Sie forderte auch mehr Transparenz bei den Kosten für Forschung, Entwicklung und Produktion von Arzneimitteln, damit die Käufer günstigere Preise aushandeln können.

Laut WHO hat die Zahlung von Medikamenten aus eigener Tasche jedes Jahr 100 Millionen Menschen in die Armut getrieben. Darüberhinaus müssen die Gesundheitsbehörden in einkommensstarken Ländern zunehmend Medikamente für Krebs, Hepatitis C und seltene Krankheiten rationieren. Das Problem betrifft auch ältere Medikamente, deren Patente abgelaufen sind, wie z.B. Insulin gegen Diabetes.

Einige Forumteilnehmer stellten fest, dass ein Mangel an Transparenz über die von den Regierungen gezahlten Preise dazu führt, dass viele Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen mehr für bestimmte Medikamente bezahlen als wohlhabendere Länder.

Die Industrieverbände des Forums unterstützten den Zugang zu Arzneimitteln für alle und bekräftigten die Agenda für nachhaltige Entwicklung von 2030. In dieser werden private Partnerschaften zur Bewältigung globaler Herausforderungen, wie beispielsweise des Zugangs zu Arzneimitteln, gefordert.

Die WHO kündigte an, dass sie in den kommenden Wochen eine öffentliche Online-Konsultation einleiten wird, um die Meinungen der wichtigsten Akteure darüber einzuholen, was tatsächlich ein fairer Preis ist.

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15. April 2019

ONE - 15. April 2019 - 13:20

1. Söder eröffnet Afrikabüro
Wie BR.de, die Welt, Abendzeitung-München.de und Frankenpost.de melden, hat Markus Söder (CSU) in seiner Rolle als bayerischer Ministerpräsident heute seine erste Auslandsreise nach Äthiopien angetreten. Zuerst werde er die sogenannten Kirchenwälder im Hochland Äthiopiens besuchen. Dort werde die Technische Universität München an dem Erhalt der alten Wälder und ihrer Artenvielfalt arbeiten, u.a. um den Klimawandel einzudämmen, so Söder. Zudem werde der CSU-Vorsitzende heute Nachmittag ein bayerisches Afrikabüro in Addis Abeba eröffnen. Dem Ministerpräsidenten zufolge soll das Büro als Anlaufpunkt für den ganzen Kontinent fungieren und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Bayern und Afrika intensivieren. Konkret werde das Büro bayerischen Unternehmen bei Fragen rund um Investitionen und Geschäfte in Afrika helfen. Afrikaner*innen können sich dagegen über Investitionsmöglichkeiten aus Bayern informieren. Wie u.a. das Handelsblatt berichtet, ist auch Ivanka Trump aktuell in Äthiopien, wo sie sich für ein wirtschaftliches Frauenförderungsprogramm des Weißen Hauses stark macht.

2. Hungerkrise in Mosambik
Tagesschau.de, das ZDF und Spiegel Online berichten, dass in Mosambik nach dem Zyklon „Idai“ nun eine Hungerkrise droht. „Idai“ habe mehr als 700.000 Hektar Ackerland zerstört und damit mehr als einer halben Million Kleinbauern und Kleinbäuerinnen die Lebensgrundlage genommen. Nun warnen die Vereinten Nationen (UN) vor eine Hungerkrise. Das Problem sei, dass der Zyklon einige der ärmsten Länder der Welt getroffen habe. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF fordere deswegen mehr internationale Unterstützung für die Überwindung der humanitären Katastrophe und den Wiederaufbau. Rund tausend Menschen seien durch den Zyklon ums Leben gekommen. Zudem seien allein in Mosambik 240.000 Häuser zerstört worden. Darüber hinaus breiten sich aufgrund der Überschwemmungen nun Krankheiten aus: Bislang seien 5.000 Fälle von Cholera und 7.500 Fälle von Malaria gemeldet worden.

3. Asylanträge aus Nigeria nehmen zu
Immer mehr Asylbewerber*innen aus Nigeria kommen nach Deutschland. Darüber berichteten am Wochenende unter anderem die Deutsche Welle, die Welt, BR.de, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Deutschlandfunk, die Berliner Morgenpost und Thüringer-Allgemeine.de. Während im Dezember 2018 noch 554 Nigerianer*innen Asyl ersucht haben, seien es in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits 3.923 gewesen. Im Februar und März dieses Jahres rangiere Nigeria – nach Syrien – damit schon auf Platz zwei der Herkunftsstaaten mit den meisten Asylanträgen. Seit 2009 seien 2,5 Millionen Nigerianer*innen vor der Gewalt, die von der islamistischen Terrororganisation Boko Haram ausgeht, geflohen. Dem CDU-Politiker Armin Schuster zufolge kommen die meisten Nigerianer*innen aus Italien und können sich bei ihrer Ankunft in Deutschland nicht ausweisen, was eine Abschiebung erheblich erschwere. Das Bundeskriminalamt (BKA) befürchte, dass mit dem Zustrom der Asylbewerber*innen aus Nigeria auch die nigerianische Mafia in Deutschland auf dem Vormarsch sei: Gerade Menschenhandel und Zwangsprostitution seien in den Händen der organisierten Kriminalität aus Nigeria. Das BKA ermittle bereits gegen 16 solcher von Nigerianer*innen dominierten Gruppen, die in Deutschland aktiv seien.

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NaturVision Filmfestival

RNE Termin - 15. April 2019 - 11:16
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BICC: Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration Geflüchteter – Sprachkompetenz, Wohnen, Arbeit, gesellschaftliche Teilhabe

Bonn - 15. April 2019 - 10:10
In BICC Policy Brief 5\2019 “Key to the successful integration of displaced persons: Language competence, housing, work, social participation” (in German), author Simone Christ understands integration as participation for all people that is as equitable as possible. Integration is a process of encounter and exchange, not a unilateral adaptation effort by migrants. Socio-political challenges—such as […]
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Institut für Entwicklung und Frieden: Mobility of Labour versus Capital – Governance Perspective (Global Trends Analysis 01/2019)

Bonn - 15. April 2019 - 10:00
The mobility of people can engender positive effects for global economic development. Yet, migration has not been backed by an internationally-endorsed governance architecture as was the case with the liberalisation of international trade or finance. The challenge lies in advancing the development promise of international migration and reconciling it with the integrity of national sovereignty […]
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Warum El-Sisis Erhöhung des ägyptischen Mindestlohns fehlschlagen könnte

DIE - 15. April 2019 - 9:00
Bonn, 15.04.2019. Ägyptens Präsident El-Sisi hat kürzlich angekündigt, den Mindestlohn um 67 Prozent von 1.200 (69,27 US-Dollar) auf 2.000 ägyptische Pfund (115,74 US-Dollar) pro Monat zu erhöhen. Er versprach den Staatsbediensteten außerdem eine Lohnerhöhung um sieben Prozent sowie einen einmaligen Bonus von 150 ägyptischen Pfund. Sisi hat die Erhöhungen als Lohn für die Opfer der Menschen bei der Bewältigung der Sparmaßnahmen angekündigt, die als Gegenleistung für den 12 Mrd. US-Dollar Kredit des Internationalen Währungsfonds umgesetzt wurden. Maßnahmen wie das Floaten der Währung, deutliche Subventionskürzungen und die Einführung neuer Steuern haben zu höheren Preisen beigetragen und die Ärmsten und die Mittelschicht am stärksten getroffen. Die Lohnerhöhung kann auch ein Versuch sein, die Wut der Menschen über die erwartbaren Ergebnisse des Referendums aufzufangen, was dem Präsidenten ermöglichen soll, das Land mindestens 20 Jahre lang zu regieren. Was auch immer der Grund sein mag: eine Erhöhung des Mindestlohns ist keine gute Idee. Der Mindestlohn im öffentlichen Sektor und die Lohnerhöhungen werden die Ungleichheit erhöhen und nicht verringern. Mit der Abkehr von der staatlich gelenkten Entwicklungsstrategie Ägyptens im Jahr 1991 wurde die Einstellung neuer Mitarbeiter im öffentlichen Sektor eingefroren. In der Folge schrumpfte die Beschäftigung im öffentlichen Sektor von 1998 bis 2012 um 16 Prozent. Doch der formelle Privatsektor konnte nur vier Prozent der eingesparten Arbeitsplätze ersetzen. So ist die Mehrheit der Mittelklassearbeiter, die aus dem öffentlichen Sektor ausschied, in den informellen Sektor gewechselt. Darüber hinaus mussten Neuankömmlinge auf dem Arbeitsmarkt meist die am schlechtesten bezahlten Arbeitsplätze dieses Sektors annehmen. Da er nicht reguliert ist, hält sich der informelle Sektor nicht an den Mindestlohn. Tatsächlich sind die Löhne im informellen Sektor durch den Wettbewerbsdruck dramatisch gesunken – eine Folge des Zustroms von Arbeitskräften, der nicht mehr vom öffentlichen Sektor absorbiert wird. Dadurch sind an den Enden der Lohnskala riesige Lücken entstanden. Diese großen Unterschiede zwischen den ärmsten und reichsten Arbeitnehmern führen zu großer Ungleichheit bei den Löhnen. Die Erhöhung des Mindestlohns im öffentlichen Sektor und damit verbundene Lohnerhöhungen werden den Trend zu mehr Ungleichheit verschärfen. Aber die Mehrheit der ägyptischen Arbeitskräfte arbeitet außerhalb des formellen Sektors; 75 Prozent dieser Arbeitskräfte wiederum verdienen weniger als den Mindestlohn. Eine weitere Erhöhung des offiziellen Mindestlohns erhöht also nur die Löhne derjenigen, die bereits zur besser bezahlten Hälfte der Bevölkerung gehören; sie erhöht damit die Ungleichheit. Auf der Grundlage dieser Analyse gibt es eine Reihe von Empfehlungen. Erstens könnte die Regierung dem Beispiel Großbritanniens folgen und die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes einem Lohnstopp unterwerfen oder ihre Lohnerhöhungen auf ein Prozent pro Jahr begrenzen. Trotz ihrer relativ höheren Löhne sind auch die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes durch die Sparmaßnahmen schwer belastet worden. Diese Lösung beinhaltet daher ein hohes Risiko, soziale Unruhen zu erzeugen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den informellen Sektor zu formalisieren, um ihn in die gesetzliche Mindestlohnregelung einzubeziehen. Unternehmen werden diesen Schritt nur dann gehen, wenn der Nutzen die Kosten überwiegt. Das wird nur der Fall sein, wenn mit der Formalisierung und höherer Löhne eine Qualifizierung der Arbeitskräfte einhergeht. Dies erfordert eine stärkere Bildungsförderung. Investitionen in Massenbildung und nicht in einen beliebigen Mindestlohn für die Arbeiteraristokratie sind geeignet, Ungleichheit zu verringern. Es gibt eine dritte Option, die im aktuellen ägyptischen Kontext besser funktionieren würde. Die Regierung Sisi könnte sich für den „effektiven Mindestlohn des informellen Sektors“ einsetzen, indem sie selbstgesteuerte öffentliche Bauprogramme durchführt, ähnlich denen, die durch den National Rural Employment Guarantee Act (NREGA) in Indien unterstützt werden, der jedem ländlichen Haushalt mindestens 100 Tage Arbeit mit einem garantierten Mindestlohn für Männer und Frauen garantiert. Wird innerhalb von 15 Tagen nach Antragstellung keine Arbeit angeboten, so haben die Antragsteller Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die Beschäftigung im Rahmen des Systems ist somit ein Rechtsanspruch. Dieses Programm hat die Existenzsicherung in ländlichen Gebieten verbessert, ländliche Infrastruktur geschaffen (z.B. Straßen, Kanäle, Teiche und Brunnen), die Umwelt geschützt, die Land-Stadt-Migration (durch die Schaffung ländlicher Arbeitsplätze) verringert, die Frauen gestärkt und das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in ländlichen Regionen abgebaut. Aber vor allem musste der informelle Sektor seit der Einführung des Systems mit diesem Programm für gering qualifizierte Arbeitskräfte konkurrieren, was den ungeregelten informellen Sektor zwang, seine eigenen „effektiven“ Löhne zu erhöhen. Langfristig können Programme wie NREGA einen Teil der Lohnungleichheit verringern und die Unsicherheit und Instabilität informeller Arbeitsplätze teilweise beseitigen. Sie können auch die informelle Arbeitskraft bei der Humankapitalbildung unterstützen, was möglicherweise Lohnsteigerungen bewirken und die derzeitige Niedriglohn- oder Informalitätsfalle der Geringqualifizierten durchbrechen könnte.
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Warum El-Sissis Entscheidung, den ägyptischen Mindestlohn zu erhöhen, nicht so gut ist!

DIE - 15. April 2019 - 9:00
Bonn, 15.04.2019. Ägyptens Präsident El-Sissi hat kürzlich angekündigt, den Mindestlohn um 67 Prozent von 1.200 (69,27 US-Dollar) auf 2.000 ägyptische Pfund (115,74 US-Dollar) pro Monat zu erhöhen. Er versprach den Staatsbediensteten außerdem eine Lohnerhöhung um sieben Prozent sowie einen einmaligen Bonus von 150 ägyptischen Pfund. Sissi hat die Erhöhungen als Lohn für die Opfer der Menschen bei der Bewältigung der Sparmaßnahmen angekündigt, die als Gegenleistung für den 12 Mrd. US-Dollar Kredit des Internationalen Währungsfonds umgesetzt wurden. Maßnahmen wie das Floaten der Währung, deutliche Subventionskürzungen und die Einführung neuer Steuern haben zu höheren Preisen beigetragen und die Ärmsten und die Mittelschicht am stärksten getroffen. Die Lohnerhöhung kann auch ein Versuch sein, die Wut der Menschen über die erwartbaren Ergebnisse des Referendums aufzufangen, was dem Präsidenten ermöglichen soll, das Land mindestens 20 Jahre lang zu regieren. Was auch immer der Grund sein mag: eine Erhöhung des Mindestlohns ist keine gute Idee. Der Mindestlohn im öffentlichen Sektor und die Lohnerhöhungen werden die Ungleichheit erhöhen und nicht verringern. Mit der Abkehr von der staatlich gelenkten Entwicklungsstrategie Ägyptens im Jahr 1991 wurde die Einstellung neuer Mitarbeiter im öffentlichen Sektor eingefroren. In der Folge schrumpfte die Beschäftigung im öffentlichen Sektor von 1998 bis 2012 um 16 Prozent. Doch der formelle Privatsektor konnte nur vier Prozent der eingesparten Arbeitsplätze ersetzen. So ist die Mehrheit der Mittelklassearbeiter, die aus dem öffentlichen Sektor ausschied, in den informellen Sektor gewechselt. Darüber hinaus mussten Neuankömmlinge auf dem Arbeitsmarkt meist die am schlechtesten bezahlten Arbeitsplätze dieses Sektors annehmen. Da er nicht reguliert ist, hält sich der informelle Sektor nicht an den Mindestlohn. Tatsächlich sind die Löhne im informellen Sektor durch den Wettbewerbsdruck dramatisch gesunken – eine Folge des Zustroms von Arbeitskräften, der nicht mehr vom öffentlichen Sektor absorbiert wird. Dadurch sind an den Enden der Lohnskala riesige Lücken entstanden. Diese großen Unterschiede zwischen den ärmsten und reichsten Arbeitnehmern führen zu großer Ungleichheit bei den Löhnen. Die Erhöhung des Mindestlohns im öffentlichen Sektor und damit verbundene Lohnerhöhungen werden den Trend zu mehr Ungleichheit verschärfen. Aber die Mehrheit der ägyptischen Arbeitskräfte arbeitet außerhalb des formellen Sektors; 75 Prozent dieser Arbeitskräfte wiederum verdienen weniger als den Mindestlohn. Eine weitere Erhöhung des offiziellen Mindestlohns erhöht also nur die Löhne derjenigen, die bereits zur besser bezahlten Hälfte der Bevölkerung gehören; sie erhöht damit die Ungleichheit. Auf der Grundlage dieser Analyse gibt es eine Reihe von Empfehlungen. Erstens könnte die Regierung dem Beispiel Großbritanniens folgen und die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes einem Lohnstopp unterwerfen oder ihre Lohnerhöhungen auf ein Prozent pro Jahr begrenzen. Trotz ihrer relativ höheren Löhne sind auch die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes durch die Sparmaßnahmen schwer belastet worden. Diese Lösung beinhaltet daher ein hohes Risiko, soziale Unruhen zu erzeugen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den informellen Sektor zu formalisieren, um ihn in die gesetzliche Mindestlohnregelung einzubeziehen. Unternehmen werden diesen Schritt nur dann gehen, wenn der Nutzen die Kosten überwiegt. Das wird nur der Fall sein, wenn mit der Formalisierung und höherer Löhne eine Qualifizierung der Arbeitskräfte einhergeht. Dies erfordert eine stärkere Bildungsförderung. Investitionen in Massenbildung und nicht in einen beliebigen Mindestlohn für die Arbeiteraristokratie sind geeignet, Ungleichheit zu verringern. Es gibt eine dritte Option, die im aktuellen ägyptischen Kontext besser funktionieren würde. Die Regierung Sissi könnte sich für den „effektiven Mindestlohn des informellen Sektors“ einsetzen, indem sie selbstgesteuerte öffentliche Bauprogramme durchführt, ähnlich denen, die durch den National Rural Employment Guarantee Act (NREGA) in Indien unterstützt werden, der jedem ländlichen Haushalt mindestens 100 Tage Arbeit mit einem garantierten Mindestlohn für Männer und Frauen garantiert. Wird innerhalb von 15 Tagen nach Antragstellung keine Arbeit angeboten, so haben die Antragsteller Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die Beschäftigung im Rahmen des Systems ist somit ein Rechtsanspruch. Dieses Programm hat die Existenzsicherung in ländlichen Gebieten verbessert, ländliche Infrastruktur geschaffen (z.B. Straßen, Kanäle, Teiche und Brunnen), die Umwelt geschützt, die Land-Stadt-Migration (durch die Schaffung ländlicher Arbeitsplätze) verringert, die Frauen gestärkt und das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in ländlichen Regionen abgebaut. Aber vor allem musste der informelle Sektor seit der Einführung des Systems mit diesem Programm für gering qualifizierte Arbeitskräfte konkurrieren, was den ungeregelten informellen Sektor zwang, seine eigenen „effektiven“ Löhne zu erhöhen. Langfristig können Programme wie NREGA einen Teil der Lohnungleichheit verringern und die Unsicherheit und Instabilität informeller Arbeitsplätze teilweise beseitigen. Sie können auch die informelle Arbeitskraft bei der Humankapitalbildung unterstützen, was möglicherweise Lohnsteigerungen bewirken und die derzeitige Niedriglohn- oder Informalitätsfalle der Geringqualifizierten durchbrechen könnte.
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Leben in der Stadt: „Ein Großteil der Weltbevölkerung lebt unter erbärmlichen Verhältnissen“

Misereor - 15. April 2019 - 8:39
Leilani Farha ist Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen und
setzt sich in ihrer Postion für angemessenes Wohnen weltweit ein. Wir haben sie gefragt, was die in ihrer Arbeit antreibt und was ihre Vision für die Zukunft ist.

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Der Beitrag Leben in der Stadt: „Ein Großteil der Weltbevölkerung lebt unter erbärmlichen Verhältnissen“ erschien zuerst auf MISEREOR-Blog.

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