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Digitalisierung und Nachhaltigkeit

#HOCHN - 7. Oktober 2019 - 0:00
Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung des Deutschen Bundestags veröffentlichte am 13.09.2019 ein Positionspapier zum Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Foto: Julius Drost/ Unsplash

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Methanol könnte der Schlüssel für eine klimafreundliche Entwicklung Afrikas sein – Global Marshall Plan

Weblinks - 4. Oktober 2019 - 14:33

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  • Der globale Energiebedarf wird in Zukunft weiter steigen. So lange wir Energie primär aus fossilen Brennstoffen gewinnen, wird sich die Menge an freigesetzten CO2-Emissionen weiter erhöhen und die Erreichung der SDG unmöglich machen. - Karsten Weitzenegger

Tags: SDG, entwicklung, energie, energy, afrika, klimaanpassung, methanol

by: Karsten Weitzenegger

E-Learning in Liberia

BfdW - 4. Oktober 2019 - 14:33
Brot für die Welt finanziert in Liberia ein Projekt der Christian Health Association of Liberia, in dem es um E-Learning Methoden für Gesundheitsfachkräfte mit Hilfe einer App geht. Mit kleinen Schritten werden Veränderungen erreicht, die nicht nur die inhaltliche Weiterbildung betreffen.

Während meiner Dienstreise nach Liberia diesen Oktober schaute ich mir auch ein Projekt unserer Partnerorganisation Christian Health Association of Liberia (CHAL) an, welches Brot für die Welt unterstützt und das Deutsche Institut für ärztliche Mission (Difäm) sowie das Missionsärztliche Institut (MI) fachlich begleiten. Das Projekt gibt es bereits seit zwei Jahren, vorher gefördert durch die deutsche, staatliche GiZ und koordiniert durch das Difäm, nun ist es in die Verlängerung gegangen, mit neu hinzugekommenen Gesundheitseinrichtungen und der Unterstützung durch Brot für die Welt.

Dabei geht es um das derzeitige Lieblingsthema auch der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: Digitalisierung im Gesundheitswesen und die vielfältigen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben sollen.  

Schulungen von Handynutzung bis Online-Meetings

Die Idee ist es, sechs verschiedene und über das Land verstreute Gesundheitseinrichtungen durch eine gemeinsame App auf dem Handy oder Computer miteinander zu verbinden und sie zu Themen wie Hygiene im Krankenhaus oder Nutzung von Antibiotika zu schulen. Die teilnehmenden Teams sind multidisziplinär, es sind Hebammen, Pflegekräfte, Ärzte und Ärztinnen oder auch Personen, die die Labore und OP Räume mit allem Equipment reinigen.

Unter anderem ist es geplant, regelmäßige Online-Fortbildungen (Webinare) abzuhalten, bei denen entweder ein*e Vertreter*in einer Einrichtung oder eine andere Expertin oder Experte kurze inhaltliche Inputs geben. Zudem ist in der App die Medbox verlinkt, eine sehr hilfreiche online Bibliothek, in der internationale Publikationen aus dem gesamten Gesundheitsbereich hinterlegt sind, wie zum Beispiel Behandlungsrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation zu Malaria. Darüber hinaus können die Teilnehmenden jederzeit andere Informationen und Erfahrungen aus ihrem täglichen Tun über die App austauschen.

Ganz gewöhnliche Startschwierigkeiten

Während meiner Reise fand gerade ein Schulungs-Workshop mit den Beteiligten statt und ich hatte die Gelegenheit zwei Tage lang gemeinsam mit ihnen in die Untiefen des E-Learnings einzusteigen. Die Motivation im Raum war beeindruckend – besonders auch die der Trainer David Dee Kpangala von CHAL und Dr. Klemens Ochel vom MI.  

Bevor in die eigentliche Anwendung eingestiegen werden konnte, wurde klar, dass die ersten Hürden ganz woanders liegen. So hatten viele im Raum seit der Installation der App ihr Passwort dafür vergessen und es mussten erstmal eine Reihe neuer Accounts eingerichtet werden. Nur die Hälfte der Teilnehmenden hatte zudem überhaupt eine Email-Adresse, im Falle dieser App die Grundvoraussetzung für die Teilnahme. Einige scheinen auch bisher nur begrenzt Erfahrungen mit einem Smart Phone und Apps gemacht zu haben. Mit manchen Telefonen funktionierte die App gar nicht, da die Technik zu veraltet war und wieder andere hatten Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben.

Zwischendurch wurden zur Probe Online-Meetings abgehalten und ich konnte selbst mein erstes Webinar in Afrika geben – zur politischen Arbeit von Brot für die Welt. Wer öfters an Online-Konferenzen über zum Beispiel Skype teilnimmt, weiß, dass die Internetverbindung immer ein Problem sein kann – so auch in Liberia. Aber am Ende hat es alles gut geklappt.

Kurzum, die einzelnen Schritte brauchten viel Zeit und Unterstützung – was Beides dringend eingeplant werden sollte, bei solch einem Projekt, grade wenn es um neue Technik für die Beteiligten geht.

So viel mehr als Digitalisierung: Menschen verbinden

Die Nutzung der App mit ihren vielfältigen Möglichkeiten ist sehr gut gestaltet und wird sicher absolut hilfreich für die Mitglieder sein, sofern sie sich weiter durch die technischem Hickups kämpfen und mit Motivation dabeibleiben. Am Ende geht es darum, dass sie den Mehrwert für sich selbst und ihre Arbeit entdecken – denn grade dann, wenn sie sich in ihrem Alltag alleine damit beschäftigen sollen, ganz ohne Hilfe eines Kenners der App und Technik, wird das sicher eine Herausforderung für den Einen oder die Andere. Und, dass es ohnehin nicht immer einfach ist, sich bei einem Fernstudium motiviert zu halten, erfahren viele Menschen, wenn sie sich für online Kurse entscheiden egal ob in Liberia oder anderswo. Der lokale Koordinator von CHAL wird hier besonders wichtig sein, um das Projekt am Laufen zu halten und die Teilnehmenden zufrieden zu stellen.

Auch wenn der inhaltliche Austausch im Moment noch nicht reibungslos läuft, so hat das Projekt auch darüber hinaus übrigens viele wichtige Komponenten, wie die Schulung von Menschen im Gebrauch von Online Technik und Smartphones oder den Austausch und die Vernetzung von Gesundheitsarbeiter*innen über ganz Liberia verteilt. So lernen sie voneinander und können sich zu ihren Herausforderungen austauchen und ganz nebenbei wird der soziale Zusammenhalt gefestigt.

Es bleibt also, den Teilnehmenden und CHAL alles Gute und weiterhin viel Erfolg zu wünschen!

 

 

Thema (BfdW) : Gesundheit / HIVGesundheitDigitalisierungLänderbezug (Afrika): Liberia Bildergalerie: 

Der Projekt-Koordinator David Dee Kpangala (CHAL) beim Abschluß des Workshops

© BfdW

 

 

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04. Oktober 2019

ONE - 4. Oktober 2019 - 12:53
 1. Jens Spahn in Afrika

Mehrere Medien, darunter Zeit Online, die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt, BR24 und die Deutsche Welle berichten, dass Deutschland mehr finanzielle Hilfen für den Kampf gegen Ebola bereitstellen wird. Gesundheitsminister Jens Spahn habe bei einem Treffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba, Äthiopien, rund eine Million Euro zugesagt. Die Mittel sollen sowohl in Früherkennungssysteme für Ebola investiert werden, als auch in die „Centers for Disease Control and Prevention“. Diese überwachen die Ausbreitung der Krankheit auf dem afrikanischen Kontinent. Nur durch frühes Erkennen könne Ebola effektiv bekämpft werden, so Gesundheitsminister Spahn. Deutschland habe sich bereits in den vergangen beiden Jahren mit rund 20 Millionen Euro an der Ebola-Bekämpfung beteiligt. Spahn wird bei seiner Afrika-Reise neben Äthiopien auch die Länder Ruanda, die Demokratische Republik Kongo sowie Nigeria besuchen.

2. Südafrika und Nigeria: Gespräche nach Ausschreitungen

Wie die Deutsche Welle meldet, haben sich gestern die Präsidenten von Nigeria und Südafrika in Pretoria getroffen. Dort haben sie unter anderem über die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika gesprochen. Beide Staatschefs haben sich auch für eine stärkere Repräsentation Afrikas beim UN-Sicherheitsrat ausgesprochen. Die Anzahl der vertretenen Länder im Sicherheitsrat sei nicht repräsentativ, so Cyril Ramaphosa, Präsident Südafrikas. Weiterhin werde bei dem bis Samstag andauernden Staatsbesuch auch über die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder gesprochen. Zuletzt sorgten in Südafrika fremdenfeindliche Gewaltausbrüche für Aufsehen, daraufhin kehrten hunderte von Nigerianer*innen aus Furcht vor Angriffen in ihre Heimat zurück. Nun wollen sich Nigerias Präsident Muhammadu Buhari und Cyril Ramaphosa für eine gute und wirtschaftlich stabile Beziehung der beiden Länder einsetzen.

3. Unglück im Kongo

Bei einem Minenunglück im Kongo sind mindesten 21 Menschen ums Leben gekommen, das berichten unter anderem ZDF, Zeit Online, die Welt und der Deutschlandfunk. Der Einsturz der Goldmine ereignete sich im Osten des Kongos, dort hätten auch Kinder und schwangere Frauen gearbeitet. Die illegalen Minen in dem Land hätten oft keine ausreichenden Sicherheitsstandards. Aktuell werden noch weitere 20 Menschen vermisst. Bereits im Juni dieses Jahres seien bei dem Einsturz einer Kupfermine im Südosten des Kongos 40 Menschen ums Leben gekommen.

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Der Zuhör-Kiosk

EINEWELTblabla - 4. Oktober 2019 - 12:25

Könnt ihr euch vorstellen, dass jemand freiwillig und unentgeltlich seine Zeit aufopfert, nur um anderen Menschen zuzuhören? Nein? Konnten wir auch nicht, bis wir vom Zuhör-Kiosk mitbekommen haben!

Christoph Busch ist ein 71-jähriger ehemaliger Taxifahrer, Antiquitätshändler, Drehbuchautor und jetzt Zuhörer des Zuhör-Kiosks „Das Ohr“, in Hamburg in der U2 Bahnstation – Emilienstraße. Er eröffnete den Kiosk im Januar 2018 mit der Absicht, ihn nach 5 Monaten wieder zu schließen. Doch die Tür des „Erzählkiosks“ steht jedem noch immer offen. Die Nachfrage ist so hoch, dass der Zuhörer, Christoph Busch, mittlerweile Termine vergibt und ein Team mit weiteren Zuhörer*innen aufgebaut hat.

Es ist sicherlich für viele überraschend (und extrem rar), dass jemand freiwillig und ohne Entgelt seine Zeit für andere opfert, nur um ihnen zuzuhören. Deshalb die Frage:

Warum hört er zu?

Anfangs wollte Christoph Busch den Kiosk einfach nur mieten, um ungestört sein nächstes Buch schreiben zu können. Doch nach einer Weile kam er ins Gespräch mit seinen Mitmenschen und mit der Zeit entwickelte sich der ursprüngliche Zufluchtsort für Busch zu einem Zufluchtsort für die Menschen. Jede Geschichte, die er zu hören bekommt, kennzeichnet er mit dem Namen, der Adresse und dem Foto des Erzählers. Denn all die Geschichten, die er seit fast einem Jahr sammelt, möchte er am Ende in ein Buch bündeln.

Warum ein Unbekannter und nicht ein*e Therapeut*in?

Manche möchten vielleicht einfach nur ein gewisses Erlebnis oder eine Geschichte loswerden und sehen das Ganze als einmalige Sache an. Doch es gibt genügend Erzähler*innen, die den Zuhör-Kiosk jede Woche besuchen. Da stellt sich natürlich die Frage: Warum bevorzugen die Menschen eine unbekannte und fachfremde Person als Gesprächspartner, statt eine*n Psychotherapeut*in aufzusuchen?

Abgesehen davon, dass jede Person individuelle Gründe für ihr Verhalten hat, könnte der Zuhör-Kiosk als Probe dienen. Es gibt bestimmt reichlich Menschen, die über Psychotherapie nachgedacht haben, aber sich nicht überwinden konnten es wirklich in Angriff zu nehmen. Daher ist der Zuhör-Kiosk vielleicht eine gute Einstiegshilfe. Doch Christoph Busch erklärt auch: „Ich bin kein Therapeut, ich rede einfach mit den Leuten“ und „Ich kann Sachen sagen, die ein Therapeut sich niemals auszusprechen erlauben dürfte“. Vielleicht unterscheidet ihn ja genau das von einem*r Therapeut*in. Vielleicht zieht das Gespräch mit einem Fremden die Menschen an, weil es „persönlich-unpersönlich“ ist. Busch ist mehr Freund als Therapeut, bleibt aber trotzdem ein Fremder. Hinzu kommt noch, dass sich alles im Untergrund in einem alltäglichen Umfeld abspielt, mit einem X-beliebigen Menschen und alles daher lockerer und ungebundener ist als in einer Therapiepraxis.

Einsamkeit

Manchmal möchte man mit einer wildfremden Person über alles reden, was eine*n bedrückt. Geheimnisse beichten, Trauer oder auch Glücksmomente teilen. Einfach die eigene Geschichte erzählen. Nicht jede*r hat die Möglichkeit, Freunde und/oder Familie als Vertrauenspersonen zu haben. Auch wenn, gibt es vielleicht Dinge, die man niemandem erzählen kann. Sei es aus der Angst von den Engsten verurteilt zu werden oder aus einem anderen Grund. Psychotherapie oder Beichtstuhl sind zwar bekannte Optionen.

Aber der Zuhör-Kiosk kommt einem außergewöhnlich vor, obwohl Zuhören eigentlich etwas Simples ist, oder? Der Zuhör-Kiosk zeigt uns, wie sehr sich die Menschen voneinander entfernt haben. Obwohl wir ständig von Menschen umgeben sind, ist das Zuhören nicht mehr selbstverständlich. Wir hören nicht mehr zu, um unser Gegenüber zu verstehen, oder weil wir Interesse an dem Erzählten haben, sondern nur weil wir antworten wollen. Wir wissen nicht, was jede*r Einzelne in seinem Leben erlebt, wie das Leben uns zeichnet. Die Resonanz und die hohe Nachfrage der Menschen nach einem unbekannten Gesprächspartner und Zuhörer zeigt uns aber wie einsam sich viele fühlen müssen.

Doch um zur Anfangsfrage zurückzukommen: Würdet ihr in einem zweckentfremdeten Kiosk sitzen und einem unbekannten Mann eure Geschichte erzählen wollen? Ich kann von mir behaupten, dass ich definitiv das Gespräch suchen würde, egal ob fünf Minuten oder fünfzig. Wie findet ihr die Idee? Würdet ihr das Geschichtenbuch kaufen? Teilt und kommentiert den Artikel und wer weiß, vielleicht setzt sich die Idee ja auch in anderen Städten durch?

Beitragsbild: Photo by Christoph Busch on Zuhör-kiosk.de

Der Beitrag Der Zuhör-Kiosk erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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UN-Nachhaltigkeitsgipfel: Wege entstehen, wenn wir sie gehen

VENRO - 4. Oktober 2019 - 11:23

Michael Herbst, Sprecher der VENRO-AG Behinderung und Entwicklung und Leiter der politischen Arbeit bei der VENRO-Mitgliedsorganisation Christoffel-Blindenmission (CBM), ist mit seinem CBM-Kollegen Jan-Thilo Klimisch zur Generalversammlung 2019 der Vereinten Nationen (UN) nach New York gereist. Hier schildert er seine Eindrücke zwischen Klima- und SDG-Gipfel, zwischen UN-Bürokratie und Side-Events.

Die Anfangseuphorie der 2030 Agenda ist verpufft

New York, 25.9.2015: Der Papst hauchte eine 20-minütige Rede ins Mikrofon. Shakira und Angélique Kidjo sangen. Friedensnobelpreisträgerin Malala verpasste den versammelten Staatenlenker_innen einen bildungspolitischen Einlauf. 193 kleine Taschenlampen leuchteten blau. Und dann: Minutenlanger Applaus. Die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung war verabschiedet. „Jetzt sind wir alle Entwicklungsländer…“ Es klang nach Zuversicht. Es roch nach Aufbruch.

Vier Jahre später: Vor der UN-Generalversammlung spricht der „America first“-Präsident Trump und ermuntert dazu, sich gegen Migration und Einwanderung zur Wehr zu setzen. Die Zukunft gehöre nicht den Globalisten sondern den Patrioten. Greta Thunberg wendet sich an die Staatschefs im Stile einer wütenden Pubertierenden, die ihre Eltern zusammenfaltet. 15 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeichnen ein düsteres Bild zum Stand der der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) und mahnen zu mehr Tempo.

Das Zusammenführen gesellschaftlicher Akteure scheint aus dem Fokus geraten zu sein: Die Regierungsdelegationen bleiben im UN-Komplex weitgehend unter sich. Im Kirchenzentrum gegenüber treffen sich derweil bei der parallel tagenden People‘s Assembly all jene, denen der Zugang zum Gipfeltreffen verwehrt bleibt. Beide „Lager“ sind auf der Suche nach dem richtigen Rezept. Nur sporadisch trifft man am Rande von Plenarsitzungen und bei Side-Events aufeinander oder kommt gar direkt ins Gespräch.

Sicherheit oder doch Schikane?

Wer als zivilgesellschaftliche_r Akteur_in während der New Yorker UN-Woche zumindest bei einzelnen Programmpunkten der offiziellen Treffen dabei sein möchte, muss sich nach der bereits Wochen im Voraus erfolgten schriftlichen Akkreditierung nun vor Ort auf eine verwirrende Schnitzeljagd einlassen. Für manchen mag dieses Verfahren touristisch reizvoll sein, ganz sicher aber nicht für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Weder werden die stets nur für einige Stunden gültigen UN-Ausweise im Vorfeld zugesandt, noch ist dafür eine zentrale Ausgabestelle eingerichtet. Stattdessen hat man sich mal zur New Yorker WHO-Repräsentanz zu begeben, mal ins Büro von World Vision und mitunter werden die Ausweise auch in kleinen Parks oder an Straßenecken ausgegeben. Es drängt sich die Frage auf, ob all dies der Sicherheit oder doch mehr der Schikane dient.

Gleich am ersten Tag ziehen wir bei der lustigen Akkreditierungsjagd die falsche Ereigniskarte. Für das hochrangige Treffen zu universeller Gesundheitsversorgung liegt trotz vorheriger gemeinsamer Anmeldung keine Zugangsberechtigung für mich vor, wohl aber für Jan-Thilo, der formal als persönlicher Assistent seines blinden Kollegen angemeldet ist. Nach einigem Nachhaken, Tweets und mehreren Stunden kommt schließlich eine Entschuldigung aus dem Büro des Präsidenten der Generalversammlung. Per Foto wird uns die Zulassung für die Nachmittagssitzung des Gipfels übermittelt. Danke, aber derweil haben wir bereits umgeplant.

Zur Eröffnungssitzung des SDG-Gipfels klappt es dafür dann mit dem Zugang ins UN-Gebäude. Wir hören zahlreiche wenig inspirierte, wenig inspirierende Wortbeiträge, die wir meinen, allesamt schon einmal gehört zu haben, bereichert vielleicht um einige neuere Daten. Immerhin klare Bekenntnisse zu Leave no one behind und Reach those furthest behind first. Und immer wieder das Postulat, die Umsetzungs-Bemühungen zu konkretisieren und zu beschleunigen. Nein, das alles klingt auch für uns nicht nach dynamischem Voranschreiten. Mehr nach einem etwas trägen Nebeneinander und Voranschleichen auf der Grundlage gemeinsamer Agenda-Grundsätze.

Trotz allem gibt es Fortschritte

Aber Vorsicht: Abschreiben sollte man die Agenda 2030 darum keinesfalls. Denn die große Errungenschaft der SDGs, wie zuvor bereits der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs), liegt in der erhöhten, ausdifferenzierten Messbarkeit und Nachprüfbarkeit von entwicklungspolitischen Maßnahmen. Der Zwischenbefund der zu langsamen Agenda-Umsetzung birgt doch zugleich eine Chance. Immerhin über 100 neu geäußerte Versprechen zu beschleunigtem Handeln zählt der VENRO-Vorsitzende, Dr. Bernd Bornhorst, in einer Pressemitteilung zu den Tagen in New York.

Wenn das so ist, dann ist das nicht nichts. Selbst dann, wenn sich hinter den Versprechen nicht wirklich ein zusammenhängendes transformatorisches Gesamtkonzept erkennen lässt. Es ist wohl mehr Stückwerk, das sich – so zumindest die Hoffnung – früher oder später zu einem Ganzen zusammenfügen wird. Drei Beispiele:

  • Wenn sich Deutschland mit einem Dutzend Ländern und beinahe ebenso vielen UN-Organisationen zusammentut, um einen SDG-3-Implementierungsplan anzuschieben, der eine bessere Zusammenarbeit zur Erreichung von ‚Gesundheit für Alle‘ zum Ziel hat, ist das nicht nichts. Selbst wenn dieser Plan einige Defizite aufweist und ein Wirtschaftsvertreter bei dieser „Eheschließung“ zwar bereitwillig den „Trauzeugen“ mimt, dabei aber versäumt, „Hochzeitsgeschenke“ einzubringen, etwa in Form verbindlicher Selbstverpflichtungen. Als vielversprechender Ansatz für eine erfolgreiche Multiakteurs-Partnerschaft kann der von der Bundeskanzlerin initiierte Aktionsplan dennoch gelten.
  • Wenn der multilaterale, auf die Finanzierung von Bildungszugängen in Krisen und Konflikten ausgerichtete Fonds Education Cannot Wait in New York von der Gebergemeinschaft über 200 Millionen Euro zugesagt bekommt, darunter auch deutsche Mittel, dann ist das nicht nichts. Selbst wenn viele Fachleute ein parallel neu eingerichtetes Finanzierungsinstrument, das auf Bildungskrediten basiert, als kontraproduktiv bewerten.
  • Wenn die Vereinten Nationen schließlich eine neue Strategie veröffentlichen, die darlegt, wie man im Innern der UN-Bürokratie behindertenfreundlicher werden möchte, ist das ebenfalls nicht nichts. Auch dann nicht, wenn die in New York vorgestellte Website zum Thema in Sachen Barrierefreiheit noch Optimierungspotential hat.

Der 2030 Agenda-Umsetzungsprozess ist bei weitem nicht tot. Nicht alle machen mit und natürlich macht keiner alles richtig. Doch klar ist auch: Dieser Prozess ist alternativlos.

Die Woche der Welthungerhilfe 2019

Welthungerhilfe - 4. Oktober 2019 - 11:03
Die 52. "Woche der Welthungerhilfe" steht dieses Jahr unter dem Motto "Wie der Klimawandel den Hunger verschärft". Rund um den Welternährungstag am 16.10.2019 finden zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen statt: Alle Termine im Überblick.
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22.10.2019 | Gespräche zur Internationalen Zusammenarbeit

GIZ Event - 4. Oktober 2019 - 11:01
Veranstaltungsdatum: Dienstag, 22. Oktober 2019
Wir verändern die Welt! Wie junge Frauen unsere Zukunft gestalten
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03.10.2019 Bundesregierung verstärkt internationales Klimaschutzengagement

BMZ - 3. Oktober 2019 - 14:00
Deutschland verstärkt seine internationalen Maßnahmen zur Stärkung des Klimaschutzes. Im Nachtrag zum Haushalt 2020 verstärkt Bundesfinanzminister Scholz die Klimaprogramme des Entwicklungsministeriums um 500 Millionen Euro und des Umweltministeriums um 100 Millionen Euro. Deutschland hält damit seine Zusage zur Verdoppelung der Klimaschutzmittel in Entwicklungs- und Schwellenländern ein. "Ich freue mich über den Ausbau des Klimaschutzengagements – der ...
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Unterkünfte für verantwortungsvolle Touristen - Fairbnb will das faire Airbnb werden

reset - 3. Oktober 2019 - 6:56
Am Anfang stand bei Airbnb die Vision, Übernachtungen in privaten Unterkünften statt anonymen Hotels zu ermöglichen. Das Konzept ist mehr als aufgegangen – und die Plattform stark in der Kritik. Fairbnb will aus dem Business wieder ein echtes soziales Netzwerk machen.
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02. Oktober 2019

ONE - 2. Oktober 2019 - 16:26
1. Nigeria: Menschenhandel aufgedeckt

Wie mehrere Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Deutsche Welle, die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die Ostsee Zeitung berichten, wurden in Nigeria 19 Frauen und Mädchen aus der Hand von Menschenhändler*innen befreit. Diese haben die Frauen in sogenannten „Babyfabriken“ festgehalten. Die Frauen befanden sich im Alter zwischen 15 und 28 Jahren und seien unter Vorwänden und Versprechen auf Arbeit in die Metropole Lagos gelockt worden, so Bala Elkana, Polizeisprecher. Dort seien sie dann entführt und anschließend vergewaltigt worden, um die Mädchen und Frauen zu schwängern. Die Kinder seien nach der Geburt direkt in ein anderes Haus gebracht worden, dort seien sie dann an interessierte Kund*innen weitverkauft worden. Die Frauen hätten in Interviews berichtet, dass sie keinen Kontakt zur Außenwelt gehabt hätten und vollkommen isoliert waren. Neben zwei bereits festgenommenen Frauen suche man noch nach einer dritten verdächtigen Person. Die befreiten Frauen werden nun wieder zurück in ihre Heimat gebracht. In Nigeria seien vor Menschenhandel nur Korruption und Drogenhandel noch häufigere Straftaten, so die Vereinten Nationen.

2. Angriff auf Militärstationen in Mali

Wie Zeit Online, die Süddeutsche Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle melden, gab es in Mali einen vermutlich islamistischen Angriff auf Armeestützpunkte. Bei zwei zeitgleich stattfinden Anschlägen auf die Militärbasen in Boulikessi sowie Mondoro seien mindestens 25 Soldat*innen ums Leben gekommen. Yaya Sangare, Sprecher der malischen Regierung, teilte mit, dass auch 15 Terrorist*innen getötet wurden. Laut der Regierung gelten weitere 60 Soldat*innen als vermisst. Der Angriff auf die Basis Boulikessi sei vermutlich der Terrorgruppe Al-Kaida zuzurechnen. Die Angriffe seien in diesem Jahr der schwerste Verlust, den die malischen Truppen bisher erlitten haben. Die UNO-Mission für Frieden in Mali werde auch von Deutschland mit rund 1.000 Soldat*innen unterstützt.

3. Günter Nooke über Kamerun

Dirke Köpp interviewt in der Deutschen Welle den Afrikabeauftragen der Bundeskanzlerin, Günter Nooke, zu seinem Besuch in Kamerun und die andauernde Krise im anglophonen Teil des Landes. Nach der Rede Präsident Paul Biyas gebe es eine größere öffentliche Wahrnehmung für die Probleme innerhalb des Landes, so Nooke. Es sei wichtig, sich für einen erfolgreichen Dialog einzusetzen und schlimmere gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern. Gewalt und Verbrechen in Kamerun gebe es von beiden Seiten, sowohl von Polizei als auch von denjenigen, die für die Unabhängigkeit des anglophonen Landesteils kämpfen. Laut Nooke gehe es nicht mehr nur um Nordwest- und Südwest-Regionen und die anglophonen Gebiete, sondern um die gesamte Staatsverfassung. Der föderalistische Staat sei zugunsten eines zentralistischen Systems abgeschafft worden, föderale Strukturen könnten jedoch gewisse Dinge erleichtern, so Nooke. So könnten beispielsweise freie und faire Wahlen auch auf kommunaler und regionaler Ebene stattfinden, und kleinere Kommunen und Provinzen könnten mehr Eigenständigkeit bekommen. Die Gewalt müsse zunächst auf beiden Seiten eingestellt werden, um Vertrauen zu schaffen. Deutschland sei als Beobachter geladen, doch wenn in Kamerun der Wunsch einer spezifischen Rolle bestehe, werde man auch darüber verhandeln, so Nooke.

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Endlich eine richtige Schule

E+Z - 2. Oktober 2019 - 14:51
In einem Flüchtlingslager für Syrer im Libanon haben Freiwillige eine Schule gegründet

Der Libanon ist eines der Länder mit den meisten Geflüchteten im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Seit Ausbruch des Krieges im Nachbarland Syrien haben Hunderttausende im Libanon Zuflucht gefunden. Im Juli 2019 waren knapp eine Million Flüchtlinge beim UNHCR im Land registriert. Mehr als ein Drittel dieser Menschen lebt in der Bekaa-Ebene im Ostlibanon. Trotz zahlreicher internationaler Programme besucht weniger als die Hälfte der 3- bis 18-jährigen syrischen Kinder und Jugendlichen eine Schule.

Medyen Al Ahmad, der mit seiner Familie ebenfalls vor dem Krieg in Syrien in den Libanon geflohen ist, engagiert sich seit vielen Jahren in Bildungsinitiativen für syrische Flüchtlingskinder. In seinem Camp gründete er für die jungen Bewohner seines und der umliegenden Lager eine Zeltschule, die vom deutschen Verein Schams unterstützt wurde. Die Kinder wurden anfangs nach einem Lehrplan für informelle Schulen unterrichtet und konnten keine offiziell anerkannten Zeugnisse bekommen. Das war stets ein Problem, wenn sie an weiterführende Schulen wechselten.

Aber nun soll es eine richtige Schule in dem Camp geben, ebenfalls von Schams unterstützt. Damit soll der Unterricht anders werden. Die Lehrer unterrichten nach libanesischem Lehrplan, und die Kinder bekommen vom Erziehungsministerium anerkannte Zeugnisse. Mitte Oktober geht der Schulbetrieb los. 75 syrische Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren werden die Klassen 1 bis 6 besuchen.  

Das einstöckige, braun verputzte Gebäude liegt außerhalb von Bar Elias in der Bekaa-Ebene. Zur syrischen Grenze sind es etwa 12 Kilometer. Aus den Fenstern der Schule schaut man auf Kartoffelfelder und informelle Lager – Hütten aus Holzgerüsten mit weißen Plastikplanen überzogen. In der Kleinstadt  leben ungefähr 20 000 Libanesen und mehr als doppelt so viele Flüchtlinge.

Es braucht viel Kraft, um im heutigen Libanon ein Projekt für syrische Kinder aufzubauen. Die Menschen im Land sind zunehmend feindlich gegenüber den Flüchtlingen eingestellt, und Politiker drängen darauf, dass die Syrer zurückgehen sollen – ungeachtet der Lebensbedingungen in ihrer Heimat. Al Ahmad zieht diese Kraft aus voll besetzten Klassenzimmern und dem Trubel der Kinder.

Links

UNHCR, 2019: Stepping up. Refugee education in crisis.
https://unhcrsharedmedia.s3.amazonaws.com/2019/Education-report_30-August_2019/Education+Report+2019-Final-web.pdf

Schams – Verein zur Förderung und Unterstützung von syrischen Kindern und Jugendlichen:
http://schams.org/

Mona Naggar ist Journalistin und Medientrainerin. Sie lebt in Beirut.
mona.naggar@googlemail.com

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Web-Handbuch „Afrika gibt es nicht. Beiträge zur Dekolonialisierung des Alltagsdenkens”

Weblinks - 2. Oktober 2019 - 14:44

Comments:

  • „Afrika gibt es nicht. Beiträge zur Dekolonialisierung des Alltagsdenkens”, so heißt ein Projekt des Bundesarbeitskreises Arbeit und Leben e.V. in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben Bremen. Das Projekt, das Akteure der politischen Bildung und afrikanische Wissenschaftler zusammengebracht hat, zielt darauf ab, Afrika-Bilder zu dekonstruieren und eine kritische Reflexion rund um Afrika-Themen zu fördern. - Karsten Weitzenegger

Tags: afrika, bildung, globales_lernen, lernen

by: Karsten Weitzenegger

Freiwilligenbefragung: Große Zufriedenheit mit weltwärts

Engagement Global Presse - 2. Oktober 2019 - 11:15
94 Prozent der Freiwilligen waren mit ihrem Freiwilligendienst insgesamt zufrieden. Foto: Marc Franz

Weltwärts trifft weiterhin den Bedarf junger Menschen und die Organisationen im In- und Ausland führen das Programm sorgfältig durch. Dieses Fazit zieht das uzbonn,Gesellschaft für empirische Sozialforschung und Evaluation, das die Befragung im Auftrag von Engagement Global – Service für Entwicklungsinitiativen durchgeführt hat.

86 Prozent der Befragten waren mit ihrem Einsatzplatz sehr oder eher zufrieden. Sehr positiv sahen die Freiwilligen auch die soziale Einbindung am Einsatzplatz und die Möglichkeiten, sich aktiv im Projekt einzubringen. Die Zufriedenheit der Freiwilligen mit der Vorbereitung auf den Dienst erreichte mit 96 Prozent einen neuen Höchstwert. Auch das begleitende Seminarprogramm wurde von den Freiwilligen positiv bewertet.

Für 96 Prozent der Freiwilligen ist der Freiwilligendienst eine lebensprägende Erfahrung. Selbständigkeit und Eigenverantwortung sowie die Offenheit gegenüber anderen Kulturen wurden durch den Freiwilligendienst positiv beeinflusst. Rund 90 Prozent der Befragten gab an, dass sich der Freiwilligendienst positiv auf ihr Interesse an entwicklungspolitischen Fragen, ihr Verständnis für globale Zusammenhänge sowie auf ihre Motivation gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen ausgewirkt hat. 39 Prozent der Rückkehrerinnen und Rückkehrer engagierten sich in Deutschland weiter freiwillig. 46 Prozent gaben an, dass sie sich zukünftig sehr sicher oder wahrscheinlich engagieren werden.

Auch wenn Freiwillige von Situationen berichteten, die subjektiv als bedrohlich empfunden wurden, haben nur 5 Prozent selbst körperliche Gewalt im Aufenthaltsland erfahren. Trotz der Sicherheitsprobleme fühlten sich 93 Prozent aufgrund der Begleitung und Vorsorge durch ihre Entsendeorganisation in Deutschland und ihrer Aufnahmeorganisation im Gastland insgesamt (eher) gut aufgehoben. Dies ist ein neuer Höchstwert.

82 Prozent der Freiwilligen haben direkt nach Ende ihrer Schulzeit am Programm teilgenommen. 97 Prozent der Befragten gab das (Fach-)Abitur als höchsten erworbenen Schulabschluss an. 1,5 Prozent der Freiwilligen hatten eine Beeinträchtigung oder Behinderung.

Die Freiwilligen-Befragung dient dazu, das Programm im Sinne eines entwicklungspolitischen Lern- und Austauschdienstes für die Freiwilligen und die beteiligten Organisationen im Norden und Süden stetig weiterzuentwickeln. Befragt wurden alle Freiwilligen, die im Jahr 2018 ihren Freiwilligendienst beendet haben. An der Befragung haben zwei Drittel der Freiwilligen teilgenommen.

Weltwärts ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren können sich über den staatlich geförderten Dienst in Projekten in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa oder Ozeanien beziehunsgweise Deutschland engagieren. Ziele von weltwärts sind, dass die Teilnehmenden eine andere Lebensweise kennenlernen sowie Impulse für ein solidarisches Engagement nach der Rückkehr mitnehmen. Die Koordinierung des Programms liegt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) bei Engagement Global – Service für Entwicklungsinitiativen.

Weitere Informationen

Zu den Ergenissen der Freiwilligen-Befragung 2018
Zur Webseite von weltwärts
Zur Facebook-Seite von weltwärts

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Präsident der Generalversammlung: Zu wenig Frauen

Vereinte Nationen - 2. Oktober 2019 - 11:06

2. Oktober 2019 - Der Präsident der UN-Generalversammlung hat die geringe Anzahl weiblicher Landesvertreter bei der zu Ende gegangenen Generaldebatte des Gremiums bedauert. Nur 16 der 192 Redner seien Frauen gewesen, sagte Tijjani Muhammad-Bande in New York bei einer Pressekonferenz. Das sei "keine gute Zahl, insbesondere angesichts unseres Strebens nach Geschlechtergleichheit", fügte der Nigerianer hinzu. Die Vereinten Nationen müssten die Regierungen ihrer Mitgliedsländer weiter zu "größtmöglicher Partizipation" drängen, um Hürden für Frauen abzubauen, die in die Politik wollten.

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False promises

E+Z - 2. Oktober 2019 - 10:41
Nigerian women are forced into prostitution in Ghana

In the evening, when most people in Tamale are having dinner, Nicki (name changed) is standing near the Bank of Ghana, a popular spot for sex workers. Every night, dozens of young women from several African countries line up here in the heart of the city to catch the eyes of men. Most of them are lured to Ghana by gangsters.

Nicki and two other women were brought to Ghana from Nigeria five months ago by a trafficker who promised to employ them as sales girls in her boutique. “But now she says I must prostitute myself,” Nicki says. “I don’t have a choice, because they say if I report to the police, the police will arrest me.” According to her testimony, the women were abused and beaten until they gave in.

Nicki makes an average of 100 Ghana cedis (17 euros) a night for her madam. If she fails to earn enough money, she is beaten that night. Out of her earnings, Nicki gets only 1 euro per day for food. She says: “I don’t want to use my body to make money. It is better for me to go back to Nigeria. When I was there, I wasn’t doing this.”

There is no accurate data available about the number of women that are forced to work as prostitutes in Africa and in Ghana in particular. According to Rafiatu Mohammed, assistant superintendent of immigration, there is a strong link between human trafficking and prostitution. “Mostly Nigerians are trafficked for prostitution,” she says and explains how it works: “Someone who seems to be trustworthy comes and tells the women: I am coming from Ghana, this is the business I am operating. Since you are not doing anything here, let’s go to Ghana, and you help with the business. You will be well paid. Just go to Ghana, and things will change.”

The victims start out with a debt of 8000 cedis (1350 euros) because of the smuggling costs. It takes them months to pay back this debt.

Ghana’s human trafficking act prescribes a minimum penalty of five years imprisonment for all forms of trafficking. However, the police finds it difficult to investigate crimes relating to sex trafficking. “Even when we arrest a man together with a prostitute, they tell us they are boyfriend and girlfriend. You need to do a lot of intelligence, monitoring and also get electronic evidence in order to prosecute them,” says Kwabena Otuo-Acheampong, who heads the anti-human trafficking unit of the police in the Northern Region.

Between 2018 and 2019, police in this Region have rescued 14 trafficked persons. Only one trafficker is serving a jail sentence.

Maxwell Suuk is a journalist in Northern Ghana.
suuk.max@gmail.com

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E+Z/D+C 2019/11 – tr – Heide Hackmann / Dirk Messner

E+Z - 2. Oktober 2019 - 10:14
What needs to be done so digitalisation will drive, not thwart the transformation to sustainability

António Guterres, the UN secretary general, keeps reiterating that we need deep transformations to prevent climate disaster as well as to fight poverty, reduce inequalities and stem rampant nationalism. He did so, for example, at the UN summits on the climate prices and the Sustainable Development Goals (SDGs) in New York in September. 

The UN leader has ample reason to be worried. A mountain of scientific publications points out the danger we are in. Probably the most impressive and comprehensive reports have been produced by the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). The scientific community has been making it absolutely clear that we need deep change if we are to achieve sustainability.

In retrospect, it is unfortunate that digitalisation was not mentioned in the major international policy agreements that heads of state and governments adopted in 2015. It obviously will have a bearing on achieving the UN’s 2030 Agenda, which includes the 17 SDGs, and the Paris Agreement on Climate Change. Artificial intelligence (AI), machine learning, virtual realities and related developments add up to a technological revolution which cannot be ignored.

Digital change will have impacts – some of them helpful, others detrimental – on every single SDG, ranging from poverty alleviation to resource efficiency, from governance to energy and mobility systems, from employment to transnational partnerships. Digital technology is speeding up fundamental societal and economic change (Sachs et al, 2019 ).

Eric Schmidt, the former Google chief executive, has said that AI-based systems may, within the next five to 10 years, solve scientific puzzles worth a Nobel prize. Could they also be the game changer we need to facilitate transformation toward sustainability? Integrated well, the two megatrends of digitalisation and sustainability transformation could shape the 21st century in a positive way. They might create a model of human prosperity decoupled from resource consumption and emissions. At the same time, it might recouple economic growth and social progress.

The German Advisory Council on Global Change (Wissenschaftlicher Beirat Globale Umweltveränderungen – WBGU) recently published a flagship report with the title: “Towards our Common Digital Future” (see Sabine Balk in D+C/E+Z e-Paper 2019/07, Monitor section). It shows two important, paradoxical things:

  • digital technologies have the potential to facilitate rapid transformations towards a green economy (by fostering decarbonisation in many sectors, multiplying resource and energy efficiency, and improving the surveillance and protection of ecosystems), but
  • ever-faster digitalisation has so far not brought about the sustainability U-turn we need. Instead, it is deepening and extending unsustainable growth patterns.

The UN Panel on Digital Cooperation (2019) and the science consortium “The World in 2050” have also come to these two conclusions in recent publications. There plainly is no automatism between digitalisation and sustainability transformations. The missing link is governance. Policymakers must act fast for humanity to rise to the climate challenge and achieve the SDGs and build the bridges between digital innovation and sustainability transformations. 

Technological revolution

To be clear: sustainability transformations in the digital age are not simply about smart incentives triggering quick technological fixes. Much more is at stake. Our societies are undergoing change as dramatic as the change that was brought about by the printing press or the steam engine in earlier times. We are entering a new era of human civilisation. Among other things, paradigm shifts will affect the meanings of “human development” and “sustainability”. 

We must take into account that digitalisation is not a blessing in itself. It is ambivalent:

  • On the one hand, it is a potential enabler of a green economy and transnational networking with great scope for connecting people around the world and boosting a culture of global cooperation.
  • On the other hand, digitalisation can exacerbate social divides, compound environmental risks and destabilise societies.

To get a grip on the dangers, we must therefore learn fast. The WBGU has identified several systemic risks in the digital age. They include the following:

  • Digital technologies depend on specific resources and high energy consumption. Unless we decarbonise energy systems and build circular economies, digitally-driven growth will exceed planetary guardrails. Tipping points of the Earth system (such as the melting of Greenland’s ice shield) will be reached.
  • Driven by big data, artificial intelligence and machine learning will disrupt labour markets. Not only blue-collar workers will be made redundant, but so will high-skilled professionals including lawyers, accountants and engineers. No nation has a social protection system designed to cope with these challenges. Our economies and education systems are ill-prepared.
  • Digital tools make it possible to trace everyone, while big-data analysis and social-scoring systems can be used to understand and manipulate individual and collective human behaviour. Democracy, freedom and human dignity are at risk where digital change serves authoritarian impulses.
  • National science systems need to adapt too. The opportunities of the digital revolution are profound. Digital technologies are creating a new 21st century infrastructure for understanding the complexity of transformative change and responding accordingly. However, national science systems are struggling to adapt their infrastructures, priorities and processes to these new opportunities and challenges. Unless they interconnect to this emerging data-intensive world of science, they will be unable to progress, stagnating in isolation. Yet another knowledge gap is beginning to open up between the global north and the global south. We must stop this trend because this will not only hurt developing countries. It will hurt the entire international community.
  • The combination of AI, big-data analysis, genome research and cognitive sciences is dangerous and yet in another way: it opens the door to human beings becoming “enhanced” in physical, cognitive or psychological terms. No doubt, there will be attempts to “optimise” homo sapiens. The Anthropocene is the era of the planet being shaped by humans. In the Digital Anthropocene, humans are becoming able to transform themselves. We certainly need ethical guardrails, but we do not have them yet. This issue extends far beyond the horizon of the 2030 Agenda.

We must prepare

For several reasons, we are only insufficiently prepared to tackle the challenges listed above. Science as a whole is not yet exploiting the tools of the digital revolution. Sustainability science and the research on digital innovations are not linked to one another sufficiently. The knowledge of what impact digital dynamics have on public agencies (including, of course, multilateral organisations like the UN) is still underdeveloped. How sustainability and digital transformations are linked has not been studied sufficiently either. We lack public discourse on what a human-centred, sustainable digital age would look like, and such discourse must not only involve policymakers, but also businesses, civil society and academia.

No doubt, action is needed fast. We must grasp the opportunities, gearing powerful technological innovations to sustainability.

Therefore, the WBGU has joined forces with other science organisations including the International Science Council, Future Earth, the UN University as well as several partners from Asia and Africa. At the UN events in New York in September, we launched a draft for a UN charter for a sustainable digital age. It is called “Our Common Digital Future” and can serve as the basis for global debate, involving scientists, decision makers, community activists and citizens all over the world. Such debate must then lead to action.

The global charter must contain three elements:

  • Digitalisation should be designed in ways that serve the achievement of the SDGs and the Paris Agreement.
  • Beyond that, systemic risks need to be avoided.
  • Every nation must prepare for a sustainable digital age, and that implies reforms in education sectors, intensive research on relevant matters and adopting ethical guardrails.

The draft charter has been published on multiple websites. It is open for comment and discussion. It builds on the Human Rights Declarations, the 2030 Agenda and the Paris Climate Agreement. Given, moreover, that digitalisation and sustainability have such overarching relevance, it would make sense to hold a World Summit on “Our Common Digital Future” in 2022 – 30 years after the Earth Summit in Rio de Janeiro.

Heide Hackmann is the chief executive officer of the International Science Council.
heide.hackmann@council.science

Dirk Messner co-chairs the German Advisory Council on Global Change (Wissenschaftlicher Beirat Globale Umweltveränderungen – WBGU) and is a director at the United Nations University. messner@ehs.unu.edu

References

IPCC, 2018: Global warming of 1,5 C. Geneva.
IPCC, 2019: The ocean and the Cryosphere in a changing climate. Geneva.
Sachs, J., Schmidt-Traub, G., Mazzucato, M., Messner, D., Nakicenovic, N., Rockström, J., 2019: Six transformations to achieve the Sustainable Development Goals. Nature Sustainability, Vol. 2, September, 805-814.
The World in 2050, 2019: The digital revolution. Vienna, IIASA.
WBGU, 2019: Towards our common digital future. Berlin, WBGU.
UN, 2019: The age of digital interdependencies. New York, UN.

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