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Ebola – Wir beobachten, wie aus einer Krise eine Katastrophe wird

ONE - 30. Juli 2019 - 12:15

Eine Version dieses Gastkommentars wurde ursprünglich auf TIME.com veröffentlicht und kann hier gelesen werden.

Stell dir einen Feuerwehrmann vor, der einen Brand bekämpft, während die Sprinkleranlage Benzin verteilt. So kannst du dir den aktuellen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) vorstellen.

Bisher sind über 1.600 Menschen an dem Virus gestorben, Tausende weitere haben sich infiziert. Dieser Ausbruch hat noch nicht das Ausmaß der letzten Ebola-Krise von 2014 erreicht, bei der mehr als 11.000 Menschen starben. Aber er hat das Potenzial, noch tödlicher zu werden.

Mit jedem Tag, der vergeht, verbreitet sich das Virus weiter. Mitte Juli wurde in Goma, einem Verkehrsknoten an der Grenze zu Ruanda, der erste Fall von Ebola entdeckt. Um dem Virus die Stirn zu bieten, muss die internationale Gemeinschaft den Ausbruch als das behandeln, was er ist – eine Krise.

Aufgrund der Ansteckungsgefahr müssen sich Ärzte in der Behandlung von Ebola durch besondere Anzüge schützen Foto: AFP/Seyllou

Strukturelle Probleme in der Gesundheitsversorgung der Demokratischen Republik Kongo

2014 saß ich im Nationalen Sicherheitsrat und habe den US-amerikanischen Einsatz gegen Ebola mit geleitet. Damals dachte ich, der Ausbruch sei der schrecklichste Notfall der öffentlichen Gesundheit, den ich je in meinem Leben erleben würde. Es stellte sich heraus, dass ich mich geirrt habe.

Denn die Herausforderungen in der aktuellen Krise sind beispiellos: schlechte Infrastruktur, Misstrauen gegenüber dem Gesundheitspersonal und schlechter Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Das für sich wäre schon genug zu tun. Aber in der Kombination mit Ebola wird die Aufgabe in der Demokratischen Republik Kongo schwieriger und komplexer als der letzte Notstand in Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Diese Instabilität kam nicht über Nacht. Die Demokratische Republik Kongo ist reich an Ressourcen, wurde aber in der Vergangenheit von schlechter Regierungsführung und gewaltsamen Konflikten heimgesucht. Seit Jahrzehnten investiert die DRK nicht ausreichend in die Grundversorgung und die Gesundheitsinfrastruktur. Dabei wäre das die erste Verteidigungslinie gegen Epidemien wie Ebola. Im Jahr 2016 beliefen sich die jährlichen Gesamtausgaben der Regierung für die Gesundheitsversorgung in der DRK auf nur 3 US-Dollar pro Person.

Ärzte versorgen einen Patienten, der sich mit Ebola infiziert hat.

Herausforderungen im Kampf gegen Ebola

Jahrelange Gewalt entlang ethnischer Konfliktlinien hat in der Demokratischen Republik Kongo eine Atmosphäre des Misstrauens gegenüber politisch Verantwortlichen geschaffen. In einer aktuellen Umfrage gaben 25 Prozent der kongolesischen Befragten an, Ebola existiere nicht. Dieser Mangel an Vertrauen und die anhaltenden Spannungen haben zu Angriffen auf Gesundheitspersonal und Kliniken geführt, die den gesamten Einsatz gefährden.

Um eines klarzustellen: Nichts im Kampf gegen Ebola oder andere globale Epidemien ist einfach. Genau deshalb ist es ratsam, dass die internationale Gemeinschaft aus den Fehlern und Erfolgen des letzten Ausbruchs lernt.

Haben wir aus unseren Fehlern gelernt?

Mein größtes Bedauern über die Reaktion auf die letzte Ebola-Epidemie ist, dass die Welt nicht früher und umfassender gehandelt hat. Denn die Krise 2014 hatte uns überraschend getroffen und zeigte, wie schlecht Amerika und die Welt auf Infektionskrankheiten vorbereitet waren.

Die Weltgesundheitsorganisation hat nur die Hälfte der beantragten Mittel erhalten, die zur Bekämpfung des Ausbruchs benötigt wurden. Die Vereinigten Staaten können dieses Problem nicht allein lösen, die internationale Gemeinschaft muss im Kampf gegen diese Krankheit mobilisiert werden.

Der Kampf gegen Ebola braucht eine starke Partnerschaft und mehr Engagement von Europa und den USA

Als eine Person, die schon einmal gegen diese hässliche Krankheit gekämpft hat, kann ich nicht anders, als mich an alle zu wenden, die Einfluss auf die nächsten Schritte im Kampf gegen die Epidemie haben. Momentan beobachten wir, wie die Krise zur Katastrophe wird. Wir haben die Mittel, um Ebola zu besiegen. Was uns fehlt, ist der politische Wille. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich über Ebola Gedanken zu machen – nicht erst, wenn die Krankheit die USA oder Europa erreicht.

Wenn wir zulassen, dass die Epidemie auf noch mehr Gemeinschaften und Länder übergreift, werden wir weder die Staaten Afrikas, noch die Weltgesundheitsorganisation oder andere zum Sündenbock machen. Wenn die Frage der Schuld aufkommt, brauchen wir nur eines: einen Spiegel.

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Origens Brasil: Ein grüner QR-Code für den Amazonas

reset - 30. Juli 2019 - 6:13
Eine brasilianische Organisation unterstützt eine kohlenstoffarme Wirtschaft im Amazonasgebiet und sensibilisiert gleichzeitig für indigene Gemeinschaften und ihre Geschichte – das alles mit Hilfe einer grünen Zertifizierung und eines QR-Codes.
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Technocratic Fiddling While the Planet Burns: Towards a Higher Level of Ambition for the HLPF

Global Policy Watch - 29. Juli 2019 - 16:48

by Kate Donald, Director, Human Rights in Economic and Social Policy, Center for Economic and Social Rights

The 2019 High-Level Political Forum on Sustainable Development—the global platform for reviewing progress on the SDGs—took place last week at the UN in New York, and in general terms, it was more of the same. Admirable rhetoric, but not much evidence of serious efforts at comprehensive implementation, and a host of major flaws and limitations to contend with. As CESR has observed at previous HLPFs (see 2017 and 2018), the space given to civil society is far too limited, most of the Voluntary National Reviews feel very disconnected from reality, and one leaves with the feeling that most governments are at best timidly tinkering around the edges, making minor adjustments to business-as-usual while the planet burns.

There were, however, three elements that made this year’s HLPF somewhat distinct. First, inequalities were under the spotlight, given that Goal 10 (“reduce inequality within and among countries”) was up for special review for the first time, and the overall theme was “Empowering people and ensuring inclusiveness and equality.” Goal 10 had been given scant attention at the HLPFs so far—an analysis of the 2018 VNRs by the Committee on Development Policy confirmed that SDG10 received the fewest mentions, for example. So 2019 was an opportunity to bring inequalities to the forefront and honestly grapple with the implementation challenges. 

There was widespread acknowledgement that most countries are way off-track with regard to tackling inequality, and in many areas we are in fact moving backwards—with regard to wealth and income inequality, but also with the frightening growth of xenophobia and discriminatory attitudes towards migrants, as well as backlashes to the rights of women and LGBTQIA+ people. However, there was little insight in the official sessions as to the real obstacles to making progress on inequality—corporate and elite capture, vested interests, lack of political will and failures of global economic governance. As the Pathfinders “challenge paper” makes clear, we already know what policies work—the problem is that those measures are not politically palatable to those wielding power. For instance, in the official session on Goal 10, there was plenty of rhetorical agreement on the importance of progressive fiscal policy—but when States lined up to dutifully tell the world what they had done to tackle inequality, the word “tax” had somehow disappeared from their vocabulary. Meanwhile, Goal 10 commitments regarding human rights and discrimination were also largely overlooked in the discussion. 

Indeed, the most concrete, grounded and strategic discussions about the impacts of inequality, its drivers and remedies took place outside of UN premises, for example, at the launch of the civil society Spotlight Report, and CESR’s “Time to be Bold” event with Oxfam, Fight Inequality Alliance and others. Another event co-hosted by Civicus, CESR and others made brutally clear that the interconnected fights against extreme inequality and climate catastrophe cannot be won while human rights and environmental defenders are being silenced, threatened and jailed. Yineth Balanta, an Afro-descendant activist and environmental defender from Colombia whom CESR helped bring to the HLPF, spoke powerfully about her community’s experience of standing up to extractive industries. Meanwhile, governments such as Egypt were given UN space—and the legitimacy of co-hosting UN agencies—to hold forth on how they are tackling inequality, while arresting human rights defenders and other dissenting voices back at home. 

Second, this was the end of the initial four-year cycle of the HLPF, with “reform” of the HLPF and its modalities now on the table for discussion. In terms of quantity of engagement, the HLPF has been a big success—with over 140 VNRs presented, and large governmental and civil society delegations attending. However, the quality of engagement exhibits the same serious flaws as in 2017 and 2018. Different proposals are being floated now for meaningful reform. 

From CESR’s perspective, there are a number of indispensable measures to be taken if the HLPF is to grapple more seriously with the challenges of the SDGs. For example, not only should there be more time for VNRs (half an hour per country including questions is grossly inadequate), but there should also be a requirement to hear at least two civil society responses. Similarly, national civil society shadow or “spotlight” reports must be given formal status as official contributions to the HLPF, as in the UN human rights monitoring system.  The three-hour goal-specific panels reinforce unhelpful silos, so should be replaced with discussions that tackle major cross-cutting challenges affecting multiple SDGs and requiring transnational cooperation and solutions. Discussions around debt, the global tax system, conflict and militarism, migration, climate change mitigation and adaptation would be a far better use of time at the only global space designated for discussing progress and setbacks on the 2030 Agenda. However, given the vested interests in the status quo, and the preoccupation of key UN agencies with sheer volume of engagement from Member States, it unfortunately seems unlikely that the “reforms” will amount to anything very radical. 

A third observation from the 2019 HLPF is the increasing recognition of the intersections between human rights and the SDGs, at least by UN figures and civil society. The 2030 Agenda is formally underpinned by the Universal Declaration on Human Rights and other international human rights treaties. As CESR’s executive director, Ignacio Saiz, argues in the Spotlight Report, human rights obligations should therefore be indispensable guideposts to implementation. However, we are still seeing a very wide disconnect, despite the efforts and exhortations of the High Commissioner for Human Rights, her staff and civil society. For example, South Africa presented a VNR this year, but made no reference to the detailed SDG-related recommendations resulting from its review a few months ago by the UN Committee on Economic, Social and Cultural Rights (CESCR), such as making fiscal policy more progressive and increasing spending on health, education and social protection. It fell to civil society to remind the government of the relevance of CESCR’s recommendations and the country’s human rights obligations, done with a powerful statement from the floor and a written submission from CESR, SECTION 27 and Institute for Economic Justice

Of course, integrating human rights in SDG implementation is about far more than just pointing out relevant treaty body recommendations. It cannot be reduced to a technocratic or depoliticized exercise of cross-referencing. Human rights should inform and enliven our understanding of SDG commitments like “Leave No One Behind”  and “policy coherence.” They should help draw normative red lines around governmental discretion and navigate trade-offs and competing interests. Human rights enable us to spell out the binding duties to which States, international institutions and powerful non-state actors should be held accountable in their sustainable development efforts. 

For advocates, there is a difficult balance to strike between pragmatism and integrity—as we try to convince States that their human rights obligations mean something very immediate to SDG plans and processes. However, the inconvenient truth is that meaningfully aligning sustainable development practice with human rights is not easy—if it is, you’re almost certainly doing it wrong. It should be awkward and challenging to those in power. Dismantling power hierarchies, systemic inequalities and structures of oppression are at the very heart of human rights law and practice. That is exactly why it is so crucial to embrace them if we want to see SDG implementation become truly transformative and move decisively away from the business-as-usual status that was so evident at this year’s HLPF. 

  All photos from the Ground Level People’s Forum, July 14, 2019, a counter-space to the UN HLPF bringing together civil society and peoples’ movements focused on resistance and holding governments accountable for sustainable development commitments. Courtesy of Sergio Chaparro.  

“Technocratic Fiddling While the Planet Burns: Towards a Higher Level of Ambition for the HLPF” was originally published 26 July 2019 by the Center for Economic and Social Rights (CESR) at http://www.cesr.org/technocratic-fiddling-while-planet-burns-towards-higher-level-ambition-hlpf

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29. Juli

ONE - 29. Juli 2019 - 15:42
1. Entwicklungsländer: Lebensmittel aus Deutschland

Wie der Deutschlandfunk, die Neue Osnabrücker Zeitung und Evangelische.de berichten, exportierte Deutschland 2018 Lebensmittel im Wert von rund sechs Milliarden Euro in Entwicklungsländer. Das sei fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Hauptabnehmer der Waren sei China. Durch eine solche „wettbewerbsverzerrende Exportpolitik“ dürfe der Aufbau einer Landwirtschaft in Entwicklungsländern nicht gefährdet werden, warnen die FDP-Politiker*innen Carina Konrad und Olaf in der Beek. Auch die Frankfurter Rundschau stellt die Frage nach der Zukunft der Landwirtschaft in Afrika. Eine hohe Industrialisierung, Monokulturen und Einsatz von hochmodernen Maschinen stünden einem kleinbäuerlichen Ansatz gegenüber. Die Welternährungsorganisation FAO hält eine nachhaltige Landwirtschaft unter Einbezug der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen als wichtigen Faktor, um die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

2. Nigeria: Anschlag durch Boko Haram

Mehrere Medien, darunter die Welt, Tagesschau, Spiegel Online und Deutsch Welle berichten über einen Anschlag im Nordosten Nigerias. Mitglieder der Gruppe Boko Haram hätten am Samstag 65 Menschen bei einem Anschlag auf eine Beerdigungsgesellschaft in der Ortschaft Badu getötet. Es seien auch zehn Angreifer*innen unter den Opfern gewesen. Zwei Wochen zuvor hätten sich die Bewohner*innen des Dorfes gegen die Terrormiliz zur Wehr gesetzt. Es sei ein Vergeltungsschlag gewesen, so Mahammed Bulama, Chef der Provinzregierung. Auch Bartholomäus Grill berichtet im aktuellen Spiegel über die Gefahren für Helfer*innen in den Gebieten Boko Harams. Die seit 2009 existierende Gruppe sei nach wie vor die gefährlichste Terrororganisation weltweit. Sie hätten ihre Netzwerke ausgebreitet und unterhielten Verbindungen zu Organisationen in Mali, Burkina Faso, Togo, Benin, Ghana und Somalia. Die Terrormiliz sei für rund 1,8 Millionen Binnenvertriebene und rund 20.000 Tote verantwortlich, so eine Bilanz der UN 2018. Eine Eindämmung der Gefahr sei nicht in Sicht, auch, weil sogar Generäle Waffen an Boko Haram verkaufen, so ein Ex-Offizier der Armee. Unterdessen berichtet Bernd Dörries in der Süddeutschen Zeitung, dass die Redeemed Christian Church of God in Abuja, eine Pfingstkirche, immer mehr Zulauf findet. Dies läge auch an dem idyllischen Gelände der Kirche. Viele Bewerber*innen wollen Lagos entfliehen. In den Kirchen funktioniere alles, auf die Regierung könne man nicht warten, so Olaitan Olubiyi, Chefredakteur der lokalen Zeitung.

3. Südafrika: Entschädigung nach 15 Jahren

Martina Schwikowski berichtet in der Tageszeitung Online (taz), das südafrikanische Bergarbeiter*innen im Goldabbau nach 15 Jahren Gerichtsstreit nun Entschädigungszahlungen bekommen. Bereits 2004 habe der juristische Konflikt begonnen, heute seien bereits viele der Betroffenen tot. Viele der Minenarbeiter*innen seien von Tuberkulose und Silikose betroffen, dafür seien die unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen beim Abbau verantwortlich. Jahrzehntelang seien die Leiden der Bergleute von den Konzernen ignoriert worden. Nun erhielten Arbeiter*innen, die ab 1965 in den Minen arbeiten oder gearbeitet haben, Entschädigungszahlungen. Im Jahr 2016 gab zum ersten Mal ein Gericht in Johannesburg einer Sammelklage gegen 32 Bergbaukonzerne den Kläger*innen recht.

 

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Afghanische Frauen müssen mehr in Friedensprozesse eingebunden werden

Vereinte Nationen - 29. Juli 2019 - 11:23

29. Juli 2019 – Die stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen, Amina Mohammed, hat vor dem Sicherheitsrat über die Rolle der Frauen in Afghanistan gesprochen.

Afghanische Frauen hätten in den fast vier Jahrzehnten des Konflikts in ihrem Land "einen hohen Preis gezahlt", erklärte sie am Freitag.

Ihre Erklärung folgte einen Tag nachdem Kabul erneut von Bombenangriffen getroffen worden war. Mohammed sprach der Regierung und der Bevölkerung Afghanistans ihr "tiefstes Beileid aus" und sagte, "wahllose Angriffe, durch die Frauen und Kinder getötet werden, sind ein Affront gegen unsere Menschlichkeit und ein Verbrechen im Rahmen des humanitären Völkerrechts.“

Unter den Taliban „wurden Frauen und Mädchen der Zugang zu Bildung, Gesundheitsdiensten und Schutz vor extremer Gewalt verweigert, und sie konnten nicht am politischen oder öffentlichen Leben teilnehmen“, kritisierte Mohammed.

Seit dem Sturz der Taliban seien aber auch „erhebliche Fortschritte zu verzeichnen", berichtete sie und wies darauf hin, dass Frauen in den Ministerien für Verteidigung, auswärtige Angelegenheiten und Inneres wichtige Rollen innehaben. Inzwischen sind 27 Prozent der Angestellten im öffentlichen Dienst weiblich.

Weiter bekräftigte sie, dass die Vereinten Nationen auch in Zukunft "mit den Afghanen zusammenarbeiten, die sich für dauerhaften Frieden und Sicherheit einsetzen.“

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Die 19 besten Nachrichten des ersten Halbjahrs 2019

Unicef - 29. Juli 2019 - 10:02
Welthunger, Naturkatastrophen, Krieg – schlechte Nachrichten begegnen uns rund um die Uhr und lassen den Gedanken zurück, in was für einer Welt wir eigentlich leben. Dabei gibt es auch so viel Positives zu berichten, von dem man einfach nur zu wenig mitbekommt. UNICEF hat jetzt für Sie gute Nachrichten!
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HydroCotton: Die Wege nachhaltiger Baumwolle transparent machen

reset - 29. Juli 2019 - 7:08
Ein hoher Wasserverbrauch und der Einsatz von künstlichen Düngemitteln und Pestiziden lassen die Baumwollproduktion nicht besonders gut dastehen. Ein Startup sucht nach Wegen, die Produktion nachhaltiger und transparenter zu gestalten.
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CSR-Preis der Bundesregierung: Neue Wettbewerbsrunde

Global Compact - 29. Juli 2019 - 0:00
Zum vierten Mal zeichnet die Bundesregierung Unternehmen aus, die sich für gesellschaftliche, soziale und ökologische Verantwortung einsetzen. Interessierte Unternehmen aller Branchen und mit Sitz in Deutschland können sich vom 1. September bis 15. Oktober 2019 für den Preis bewerben.
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CSR-Preis der Bundesregierung: Neue Wettbewerbsrunde

Global Compact - 29. Juli 2019 - 0:00
Zum vierten Mal zeichnet die Bundesregierung Unternehmen aus, die sich für gesellschaftliche, soziale und ökologische Verantwortung einsetzen. Interessierte Unternehmen aller Branchen und mit Sitz in Deutschland können sich vom 1. September bis 15. Oktober 2019 für den Preis bewerben.
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Gesundheit und Sicherheit

SWP - 29. Juli 2019 - 0:00

Die Ebolafieber-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ver­deutlicht, wie dringlich es ist, die Zusammenarbeit zwischen Sicherheits-, Gesundheits- und Ent­wick­lungsakteuren auszubauen. Da die Krankheit sich ausbreitet, hat die Weltgesundheits­organisation (WHO) den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. In Krisen­situatio­nen sind die Zusammenhänge von Gesundheit und Sicherheit hochkomplex. Welche Be­völkerungsgruppen und welche Krankheit mit welcher Begründung als angebliches Gesundheitsrisiko wahrgenommen werden, ist eine normative Frage für Geberländer. Politische Konsequenzen hat sie vor allem für betroffene Entwicklungsländer. Wo Gesundheit und Sicherheit gemeinsame Ziele sind, reicht es nicht aus, nur Infektions­krankhei­ten in Entwicklungsländern einzudämmen. Vielmehr müssen dort krisen­resistente, funk­tionsfähige und zugängliche Gesundheitssysteme etabliert werden. Dies fördert die Umsetzung des Menschenrechts auf Gesundheit, schafft Ver­trauen in staat­liche Strukturen und berücksichtigt Sicherheitsinteressen anderer Staaten. Die Bundesregierung könnte sich im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (VN) für eine Politik unter dem Narrativ »Sta­bi­lität durch Gesundheit« einsetzen.

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Alle Macht dem Präsidenten: Was nun in der Ukraine?

SWP - 29. Juli 2019 - 0:00

 

 

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"Die ANSAGE" am 17.09.2019 in Berlin

#HOCHN - 29. Juli 2019 - 0:00
"Die ANSAGE. Impulse zur Nachhaltigkeit" ist eine Veranstaltung vom Rat für Nachhaltige Entwicklung die am 17.9.2019 in Berlin stattfindet. Bewerbungsschluss für Trainer*innen ist der 31.7., für Teilnehmende der 31.8.2019.

Foto: André Wagenzik

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Sustainable Development Goals Report 2019

#2030Agenda.de - 26. Juli 2019 - 18:47

Im Kontext des High-level Political Forum 2019 hat der UN-Generalsekretär seinen jährlichen Bericht über die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwickklung vorgelegt. Der Sustainable Development Goals Report 2019 liefert evidenzbasierte Erkenntnisse über die Erfolge und Fehlschläge bei der bisherigen Zielerreichung.

Ungeachtet der im Bericht dargestellten Fortschritte werden viele Bereiche genannt, die dringend größere Aufmerksamkeit erfordern. Die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen schreitet in alarmierendem Umfang fort: Der Meeresspiegel steigt; die Versauerung der Ozeane beschleunigt sich. Die letzten vier Jahre waren die wärmsten, die je verzeichnet wurden. Eine Million Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Die Bodendegradation hält ungehindert an. Das Ziel, die extreme Armut bis 2030 zu beenden, ist gefährdet. Der weltweite Hunger steigt und mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung verfügt nicht über die notwendigen Gesundheitsleistungen. Mehr als die Hälfte der Kinder auf der Welt erfüllen nicht die Standards für Lesen und Mathematik. Nur 28 Prozent der Schwerbehinderten erhielten Geldleistungen; Frauen in allen Teilen der Welt sind weiterhin strukturellen Nachteilen und Diskriminierungen ausgesetzt.

Entsprechend kommt der Bericht zu dem Schluss:

Es ist völlig klar, dass eine viel tiefere, schnellere und ehrgeizigere Reaktion erforderlich ist, um den sozialen und wirtschaftlichen Wandel in Gang zu setzen, der zur Erreichung der 2030-Ziele erforderlich ist. Aus unseren Fortschritten wissen wir,

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Risikogeschäft öffentlich-private Partnerschaften

#2030Agenda.de - 26. Juli 2019 - 18:47

Öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) sind zunehmend Mittel zur Finanzierung von Entwicklungsprojekten. Auf der einen Seite stehen hohes politisches Interesse zur Mobilisierung privaten Kapitals und ein Aufschwung solcher Projekte. Auf der anderen Seite stehen Risiken und hohe Kosten für die öffentliche Hand. Hierüber möchten wir mit Vertreter_innen aus Politik, internationalen Finanzinstitutionen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutieren. Ziel der Konferenz ist der internationale Austausch von Erfahrungen mit der Implementierung. Ein ausführliches Programm mit allen Panels und Redner_innen finden Sie hier.

Organisiert wird die Konferenz gemeinsam von Erlassjahr, Forum Umwelt und Entwicklung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Gemeingut in BürgerInnenhand, Heinrich-Böll-Stiftung, Informationsstelle Peru, Südwind, Urgewald und WEED (Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung).

Details     Anmeldung      Programm
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Bildung ist der Schlüssel zur Hungerbekämpfung

Welthungerhilfe - 26. Juli 2019 - 16:03
Das erste Mal ist Marlehn Thieme in ihrer Funktion als Präsidentin der Welthungerhilfe in ein Projektland gereist. Von Müllmanagement über erneuerbare Energien bis hin zur Ausbildung von Jugendlichen – in Sierra Leone erlebte sie, wie Menschen lernen, sich selbst zu helfen.
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Ungleichheit: Thema Nr.1 auf dem HLPF in New York

VENRO - 26. Juli 2019 - 15:26

Die Frage nach der Verringerung weltweiter Ungleichheit zog sich wie ein roter Faden durch das diesjährige High-level Poltical Forum der Vereinten Nationen. Auch auf dem Side Event, das VENRO gemeinsam mit dem BMZ und der ILO veranstaltete, stand das Thema im Mittelpunkt – mit interessanten Erkenntnissen.

„Die reichsten ein Prozent besitzen die Hälfte des weltweiten Wohlstandes“, so begann Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth ihren Eröffnungsvortrag. Frau Flachsbarth war eine der beiden Hauptrednerinnen einer Veranstaltung zu Ungleichheit, die VENRO gemeinsam mit dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der internationalen Arbeitsorganisation ILO auf dem High-level Political Forum (HLPF) in New York organisiert hatte. Damit war eine wichtige Dimension der zunehmenden weltweiten Ungleichheit klar benannt – die wirtschaftliche. Frau Flachsbarth betonte darüber hinaus auch die enge Verknüpfung von Ungleichheit und Armut: Ohne die Reduzierung von Ungleichheit werde die Beseitigung extremer Armut bis 2030, wie sie die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) vorsehen, nicht gelingen. Und sie ging noch weiter: Die zunehmende Ungleichheit – SDG10 – sei einer der wesentlichen Trends, die negativ auf die Umsetzung der gesamten Agenda 2030 wirken.

Die Verringerung von Ungleichheit war jedoch nicht nur Thema dieser Veranstaltung – auch auf dem diesjährigen HLPF stand das SDG10 der Agenda 2030 auf der Tagesordnung. Und dabei blieb es nicht, denn Ungleichheit zog sich auf dem HLPF wie ein roter Faden sowohl durch die Hauptveranstaltungen als auch durch die Side Events. Das Thema wurde bei der Eröffnung des HLPF von den Anwesenden sogar als wichtigste Herausforderung bei der Umsetzung der Agenda 2030 benannt – denn Ungleichheit verhindere quasi quer liegend die Erreichung vieler anderer Ziele und müsse daher grundlegend behandelt werden, vor allem auch ihre Ursachen.

Umverteilung und Steuerpolitik

Als mögliche Wege, den gegenwärtigen Entwicklungen entgegen zu wirken, legte Frau Flachsbarth folgende dar: Zum einen gehe es um eine progressive und faire Besteuerung und das Stopfen von Steuerschlupflöchern, den Kampf gegen Steuerflucht sowie die Forderung nach mehr Transparenz in Steuerangelegenheiten. Aber auch die verstärkte Verwendung öffentlicher Mittel für soziale Dienstleistungen, Bildung, Gesundheit und soziale Sicherungssysteme könnten zunehmender Ungleichheit entgegenwirken. Politikansätze mit positiver Umverteilungswirkung seien hier das Mittel der Wahl, und vor allem sollte der Zugang zu sozialen Dienstleistungen nicht vom privaten Einkommen abhängen. Und schließlich trage auch eine Politik, in dem sie die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stärkt und faire Löhne garantiert, zur Reduzierung von Ungleichheit bei.

Politischer Einfluss und alltägliche Ungleichheit

Einen etwas anderen Schwerpunkt legte ich durch die Verbindung von Ungleichheit und politischem Einfluss (Lesen Sie hier meinen Beitrag): Ungleichheit wird zwar systemisch verstärkt, aber auch soziale Systeme werden von Akteuren produziert und reproduziert. Und genau hierin liegen Interessen einiger Akteure – in der Aufrechterhaltung von Ungleichheiten. Die zunehmende weltweite Ungleichheit geht zu einem großen Teil darauf zurück, dass die Reichsten noch reicher werden, nicht darauf, dass die armen Menschen noch ärmer werden. Die Einflussnahme dieser Eliten auf internationale politischen Regulierungs- und Entscheidungsprozesse sollte viel stärker im Fokus der Diskussion stehen, denn „das System“ agiert nicht von allein.

Aber auch ein vermeintlich alltägliches Leben in einem für Europa oder die USA typischen Lebensstil trägt zur Aufrechterhaltung von Ungleichheit bei: Die Übernutzung der Ressourcen wie Land und Wasser, die Externalisierung der ökologischen Kosten, die Ausbeutung von Arbeitskräften weltweit – das ist die Basis des Lebensstils vieler Menschen in Europa. Viele von denen wollen allerdings gar nicht in einem auf Ausbeutung gegründeten System leben! Sie wollen keine Kleidung kaufen, die in Sklavenarbeit produziert wurde. Hier sind Politik und Gesetzgebung gefragt – national und international –, um z.B. im Bereich Wirtschaft und Menschrechte verbindliche Regelungen einzuführen. Dazu braucht es politischen Mut und Willen zur Umsetzung.

Inequality is man made – there is a choice

Das folgende Panel, das aus deutlich unterschiedlichen Perspektiven zusammengesetzt war, führte den Argumentationsfaden, dass Ungleichheit gemacht sei, weiter. „Inequality is man made – there is a choice“, so Wolfgang Schiefer von der ILO. Auch in Arbeitsmärkten würden Ungleichheiten perpetuiert. Notwendig seien hier Politikansätze, die dem entgegen wirken, wie Umverteilung, Mindestlöhne und soziale Sicherungssysteme. Roberto Bissio von Social Watch präsentierte Uruguay als Land, das Ungleichheit tatsächlich reduziert. Erfolgreich sei hier die Kombination aus Besteuerung, Stärkung von Gewerkschaften und formaler Arbeit. So habe die Regierung ein Gesetz zum Recht auf Pflege erlassen und damit die (zumeist weiblichen) pflegenden Personen aus der Unsichtbarkeit geholt und zu Rechtsträger_innen gemacht.

Die Steuerthematik wurde auch von Chiara Mariotti (Oxfam UK) besonders in den Mittelpunkt gestellt. Sie schlug die Messung der Effizienz von Steuermaßnahmen vor, die deren Wirksamkeit auf Ungleichheit ermittelt. Eine stärkere Besteuerung reicher Bevölkerung, die Reduzierung der Mehrwertsteuer (da sie niedrige Einkommensgruppen ungleich stärker belastet) sowie die Bekämpfung von Steuerflucht waren die Instrumente, die auch Frau Mariotti ins Feld führte.

Globale Ungleichheit und der Einfluss der Wirtschaft

Neben der nationalen Perspektive lenkte Roberto Bissio den Blick auf die globale Ebene: Die globale Ungleichheit sei größer als die innerhalb des Landes mit dem größten Ungleichheitswert – Südafrika. Dies habe mit Machtsystemen zu tun, u.a. mit den Abstimmungsmechanismen in den internationalen Finanzinstitutionen, so Bissio.

Pedro Conceição, Direktor des Human Development Reports des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), gab bereits einen Ausblick auf den Bericht zur menschlichen Entwicklung 2019, der sich als Schwerpunkt mit dem Thema Ungleichheit beschäftigt: Dem Bericht vorausgegangen waren zahlreiche Debatten darüber, wie eigentlich Ungleichheit zu fassen sei, wenn es nicht in erster Linie um Armutsbekämpfung ginge. Von welcher Ungleichheit sollte gesprochen werden? Hilfreich für UNDP sei hier das Konzept von Amartya Sen, der von Ungleichheit der Fähigkeiten und Potentiale (capability approach) spricht. Conceição forderte eine intensivere Beschäftigung mit Ungleichheit über die bisherige Diskussion – die oft den Fokus auf Exklusionsprozesse lege – hinaus. Damit kämen auch ganz andere Politikfelder in den Blick: Wenn die Anhäufung von Marktmacht einer der Haupttreiber von Ungleichheit sei, dann müssten auch Maßnahmen wie Wettbewerbspolitik oder auch der Einfluss von Wissenschaft und Technologie auf  Ungleichheit thematisiert werden.

Was wir brauchen

Letztendlich landete auch die Debatte auf dem Podium bei dem Fazit von Chiara Mariotti: „It’s about power relations and modifying power relations between countries, between men and women, the bottom and the upper group.” Was wir brauchen, sind neue und wirkungsvollere Ansätze. Und dafür ist eine starke Zivilgesellschaft notwendig. „Civil Society is essential to advancing social progress. Governments typically don’t trigger progressive approaches unless Civil Society is asking for that”, so Mariotti weiter.

Vieles von dem, was zu Ungleichheit führt, wird noch nicht erfasst und verstanden. Oder wie Pedro Conceição es formulierte: „Something is happening that social preferences are not translated into policies. Those who are on the top will get more and more and they will try to get decisions influenced.”

Dieser politische Einfluss ist häufig unsichtbar und schwer zu fassen. Doch genau darin liegt ein weiterer Schlüssel zur Reduzierung von weltweiter Ungleichheit.

Dieser Blogbeitrag ist in ähnlicher Form auch bei unserer Mitgliedsorganisation Brot für die Welt erschienen.

Der Klimawandel ist nicht mehr zu übersehen

Oxfam - 26. Juli 2019 - 14:42
Krasse Hitzewelle? Was in Deutschland die Menschen ächzen lässt oder in die Badeseen treibt, gilt in vielen Ländern als noch eher angenehm. Der Klimawandel ist nicht mehr zu übersehen. Die Politik? Trödelt. © Petterik Wiggers/Oxfam Wegen des Klimawandels haben die Menschen am Horn von Afrika immer häufiger mit Dürren zu kämpfen. Trinkwasser spendet diese solarbetriebene Wasser-Entsalzungs-Anlage von Oxfam in Somalia.

Europa ächzt unter einer Hitzewelle, in der Arktis brennen die Wälder, am Horn von Afrika hungern die Menschen, in Nepal, Indien und Bangladesch fliehen Millionen vor Überschwemmungen und tropische Zyklone verwüsten die ostafrikanische Küste. Man muss schon sehr blind und wissenschaftsfeindlich sein, um 2019 die Warnsignale der planetaren Überhitzung nicht zu erkennen.

Die Hitzewelle dieser Tage ist dabei nur ein Vorbote dessen, womit wir in Zukunft rechnen müssen. Schon heute treten solche Wetterlagen zwei- bis dreimal so häufig auf wie noch 1980 – wegen des Klimawandels. Es wird wohl noch heftiger werden: In dreißig Jahren, so haben es Wissenschaftler nun vorgerechnet, dürfte Berlin in etwa das Klima des australischen Canberra haben – mit jährlichen Maximaltemperaturen, die über 6°C höher liegen als heute; OsIo wird bis 2050 so warm wie heute Bratislava, Madrid so heiß wie heute das marokkanische Fez. Dessen Maximaltemperaturen wiederum werden den Modellrechnungen zufolge 2050 über 7°C höher liegen als heute.

Was uns daran erinnern könnte, dass das, was derzeit in Deutschland die Menschen ächzen lässt (oder in die Badeseen treibt), in vielen Ländern als noch eher angenehm gilt. Und auch die Veränderungen des Klimawandels werden dort weitaus dramatischer ausfallen. Die gegenwärtige Dürre am Horn von Afrika ist ein deutlicher Vorgeschmack dafür, was die Zukunft bringen wird. Nachdem es mehrfach hintereinander zu wenig geregnet hat, hungern über sieben Millionen Menschen, und mehr als 15 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Situation ist umso dramatischer, weil sich die Menschen dort immer noch nicht von den Folgen der Dürre von vor zwei Jahren erholt haben.

Neben extremen Wetterlagen und Katastrophen, die es regelmäßig auf unsere Fernseher schaffen, sind es insbesondere die schleichenden Veränderungen, die den Menschen nach und nach die Lebensgrundlagen zerstören, etwa der steigende Meeresspiegel oder steigende Temperaturen, die allmähliche Versalzung von Böden und Grundwasserreserven, erratischer werdende Niederschlagsmuster oder das allmähliche Austrocknen des Landes. Sie erschweren die oft ohnehin prekären Bedingungen für Millionen Menschen weiter. Auch bei einem vergleichsweise moderaten Klimawandel dürfte der Welt Anbaufläche für Nahrungsmittel verloren gehen, die etwa dem Doppelten der landwirtschaftlichen Nutzfläche Europas entspricht. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) schätzt, das bis 2080 rund 600 Mio. Menschen allein wegen des Klimawandels unter Hunger leiden werden. Die Folgen mag man sich gar nicht vorstellen. Schon vor über zehn Jahren hatte UNDP davor gewarnt, dass die planetare Überhitzung ganze Gesellschaften im Globalen Süden überfordern und unter der Last von Ernteausfällen, wiederkehrenden Katastrophen und dem Meeresspiegelanstieg zusammenbrechen lassen könnte. Ganze Landstriche werden dann unbewohnbar, wegen Hitze und Trockenheit, oder weil sie im Meer versunken sind. Eine gerechte Welt ohne Armut wäre dann eine unerreichbare Utopie.

Die Ungerechtigkeit des Klimawandels

Der Klimawandel ist nicht Schicksal, sondern Folge eines fundamental ungerechten, unfairen und ökologisch zerstörerischen globalen Wirtschaftssystems, das vor allem auf die Vorteile einer kleinen und reichen „Elite“ ausgerichtet ist (im globalen Maßstab schließt das hier in Deutschland nahezu alle ein). Vor allem die reichen Länder, deren Wohlstand auf einem maßlosen Verbrauch fossiler Energien gründet, aber zunehmend auch relativ wohlhabende Schichten in den Schwellenländern überhitzen den Planeten. Am schwersten betroffen sind die, die nichts zur Krise beitragen – zum Beispiel Kleinbäuerinnen in Afrika oder an den Küsten Asiens. Ihnen fehlen auch die Ressourcen, um sich an die Veränderungen anzupassen.

Diese Ungerechtigkeit droht sich weiter fortzusetzen. Kürzlich warnte Philip Alston, UN-Sonderberichterstatter für extreme Armut und Menschenrechte, vor einer aufkommenden Klima-Apartheid, bei der privilegierte Schichten sich dank ihres Wohlstands vor Wetterextremen, Hunger und Konflikten einigermaßen schützen können, während der Großteil der Menschheit der Wucht des Klimawandels ausgesetzt sein wird.

Gegensteuern noch möglich

Es muss nicht so kommen. Im Pariser Abkommen haben sich alle Staaten das Ziel gesetzt, die globale Erwärmung auf maximal 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, die Treibhausgasemissionen auf Netto-Null zu reduzieren, dafür alle fünf Jahre immer ehrgeizigere Klimaschutzziele einzureichen und die ärmeren Länder ausreichend beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die klimatischen Veränderungen zu unterstützen. Der Rahmen ist also da.

Mithin, es hapert bei der Umsetzung. Nach den derzeitigen Klimaschutzzielen der Länder zu schließen, steuern wir auf eine weltweite Erhöhung der jährlichen Durchschnittstemperatur um 3°C oder mehr zu (mit weitaus stärkerer Erwärmung in einzelnen Regionen bzw. in den wärmeren Monaten des Jahres), und dies auch nur, wenn alle Länder ihre Ziele erreichen. Deutschland gehört derzeit nicht dazu. Das Ziel der Bundesregierung, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent zu senken, wird krachend verfehlt. Das gleiche gilt, so die Projektion der Bundesregierung, für das Ziel einer Reduktion um 55 Prozent bis 2030. Der Grund: Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht zu langsam voran (und wurde von der Bundesregierung zuletzt sogar noch ausgebremst), im Verkehrssektor findet überhaupt kein Klimaschutz statt sondern fördert die Bundesregierung die Spritfresser, „als gäbe es kein Morgen“, und auch im Gebäudebereich und in der Landwirtschaft geht es viel zu langsam voran. Der Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle bis 2038 wurde zwar als Erfolg gefeiert, müsste aber für einen fairen deutschen Beitrag zur Umsetzung des Pariser Abkommens eigentlich schon bis 2030 vollzogen sein.

Immerhin: Auch wenn jetzt Sommerpause ist und die Bundesregierung klimapolitisch träge in der Hitze vor sich hin dösen sollte, dürfte es nach dem Sommer wieder hoch her gehen. Nicht nur möchte die Bundesregierung im Herbst neue Maßnahmen beschließen, wie Deutschland wenigstens seine derzeitigen Klimaschutzziele erreichen kann – denkbar wäre etwa eine sozialverträgliche CO2-Besteuerung. Im September wird Angela Merkel zudem nach New York zum UN-Klimagipfel reisen, auf Einladung des UN-Generalsekretärs António Guterres. Der hat deutlich gemacht, was er dort von allen Regierungen erwartet: dass sie ihre schwachen Klimaschutzziele so nachzubessern versprechen, dass die Welt bis 2050 klimaneutral wird. Man darf gespannt sein, was die Bundeskanzlerin in New York anzubieten haben wird, oder ob sie den Flieger nach New York mit leeren Händen besteigen wird. Kurz vorher, am 20. September, werden ihr die Held*Innen von #FridaysForFuture beim nächsten globalen Klima-Streik auch in Deutschland noch einmal ordentlich einheizen. So eine Art Hitzewelle ganz speziell für die Kanzlerin.

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HLPF Side Event in New York

DIE Blog - 26. Juli 2019 - 13:53

Conference Photo of HLPF

Im Rahmen des Hochrangigen Politischen Forums zur Überprüfung der SDG-Umsetzung, das am 9.-19. Juli 2019 in New York stattfand, hat das DIE am 11. Juli ein Side Event ausgerichtet. Dort wurden die Ergebnisse einer sich im Erscheinen befindlichen Studie zu zweckgebundener Finanzierung im multilateralen Entwicklungssystem vorgestellt. Internationale Organisationen wie UNDP, die WHO, oder UNFP verfügen über multilaterale Vorzüge, die ihnen einzigartige Rollen bei der Umsetzung der Agenda 2030 zuweisen. Diese werden aber durch die derzeit vorherrschende Finanzierung des UN-Entwicklungssystem unterlaufen: Mittlerweile mehrheitlich zweckgebundene Mittel, welche vor allem von OECD/DAC Geber an bestimmte thematische und geografische Schwerpunkte geknüpft werden, führen zu Fragmentierung, Angebotsorientierung, Konkurrenz, und Unterfinanzierung multilateraler Kerntätigkeiten. Trotz einiger hilfreicher Varianten, die die Zusammenarbeit und innovatives Handeln fördern, läuft ein Großteil der zweckgebunden Finanzierung dem Ruf der 2030 Agenda nach transformativem, integriertem und übergreifendem Vorgehen zuwider. Im New Yorker Büro der Dag Hammarskjöld Foundation diskutierten rund 20 Vertreterinnen und Vertreter von internationalen sowie UN-Organisationen und Mitgliedstaaten darüber, wie laufende Reformprozesse Fortschritte erzielen können.

 

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