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Weltbevölkerungskonferenz: Die freie Entscheidung im Zentrum

DSW - 7. November 2019 - 13:22

Man schreibt das Jahr 1994. Die Vereinten Nationen (UN) einigen sich bei einer internationalen UN-Konferenz in Kairo, der Weltbevölkerungskonferenz, auf einen neuen Fokus in der Bevölkerungspolitik: Die freie Entscheidung über den eigenen Körper und die gewünschte Kinderzahl. Eigentlich seltsam, dass man sich darauf erst einigen muss, oder? 

 

Verhütung mit Zielvorgabe

 

Vor der Weltbevölkerungskonferenz von Kairo sprach man vielerorts noch ganz anders über Bevölkerungsfragen. Die Möglichkeit, eine Schwangerschaft zu verhüten, war weniger im Rahmen der Emanzipation oder des Rechts auf körperliche Selbstbestimmung relevant. Stattdessen standen demografische Zielvorgaben im Vordergrund. Diese wurde unter anderem durch die Angst westlicher Industrienationen vor einem „ungebremsten Bevölkerungswachstum“ in den sogenannten Entwicklungsländern angetrieben: 1969 bekamen Frauen in den „am wenigsten entwickelten“ Regionen der Welt durchschnittlich 6,8 Kinder – dies waren zwei Kinder mehr als der damalige weltweite Durchschnitt und vier Kinder mehr als in stärker entwickelten Regionen (UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2019).

Die Kinderzahl war und ist der offensichtlichste Faktor für das Wachstum der Bevölkerung. Die Fertilität galt es zu senken, um die „Überbevölkerung“ in den Griff zu bekommen – auch Zwang und Gewalt wurden hierfür in Kauf genommen. Der Zweck heiligte die Mittel. Ein extremes Beispiel hierfür ist die Ein-Kind-Politik in China, wo heftige Strafen verhängt wurden, wenn Paare ein zweites Kind bekamen. Dabei kam es nicht nur in China zu Menschenrechtsverletzungen wie erzwungenen Schwangerschaftsabbrüchen oder Zwangssterilisationen, wie etwa in Indien.

Das Menschenrecht an erster Stelle

Auch deswegen war die Weltbevölkerungskonferenz in Kairo so revolutionär: Die Vereinten Nationen sprachen sich nämlich in ihrem „Programme of Action“ gegen diese Maßnahmen aus. Und siehe da: Man muss Frauen gar nicht dazu zwingen, weniger als sechs Kinder zu bekommen. Vielmehr wollen viele Frauen verhüten, können es jedoch nicht.

Dieser sogenannte „ungedeckte Bedarf an Familienplanung“ bedeutet, dass es an den Mitteln zur Verhütung (Kondome, Spirale, Pille etc.) mangelt oder an dem Zugang zu ihnen. Vielleicht verbietet der Ehemann, der Vater oder die Schwiegermutter die Nutzung von Kontrazeptiva. Vielleicht mangelt es aber auch an dem Wissen über die Anwendung oder am notwendigen Geld, Verhütungsmittel zu erwerben. Über 200 Millionen Frauen weltweit sind noch heute von diesem ungedeckten Bedarf betroffen. Ihnen wird damit verwehrt, über ihren Körper und die Anzahl ihrer Kinder zu entscheiden.

Widerstände halten an … und halten Fortschritt auf

Die Frage, ob wirklich allen Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Familienstand das Recht zugestanden werden sollte, uneingeschränkt über die eigene Sexualität und Kinderzahl zu entscheiden, war auch bei der Weltbevölkerungskonferenz vor 25 Jahren sehr umstritten – und ist es heute noch. Wenngleich der Zugang zu reproduktiver Gesundheit, einschließlich der Familienplanung, auf weitgehenden Konsens unter den anwesenden Staaten in Kairo stieß, dominierte die Diskussion um die legale und sichere Beendigung einer ungewollten Schwangerschaft die Forderung nach reproduktiver Gesundheit und Rechten.

Nach intensiven Diskussionen einigte man sich in Kairo: „In Ländern, in denen Schwangerschaftsabbrüche gesetzlich geregelt sind, sollten sie sicher sein und nur unter entsprechender medizinischer Begleitung stattfinden.“ Diejenigen Frauen, die in Ländern ohne entsprechende gesetzliche Regelung leben oder wo das Gesundheitssystem schwach ist, haben die Entscheidungsfreiheit weiterhin nicht. Für sie birgt dies eine Lebensgefahr: Ungewollt Schwangere setzen Tag für Tag aus Verzweiflung ihr eigenes Leben aufs Spiel. Im Zeitraum 2010 – 2014 waren in Afrika drei Viertel aller Schwangerschaftsabbrüche unsicher.

25 Jahre später: Woher kommt der Gegenwind?

 

Auch heutzutage behindert die Kontroverse um den Schwangerschaftsabbruch immer wieder die Familienplanungsprogramme. Selbsterklärte Lebensschützer*innen lehnen nicht selten auch die umfassende Aufklärung und Bereitstellung von Verhütungsmitteln ab – obwohl genau dies zahllose ungewollte Schwangerschaften, und damit auch Abbrüche, vermeiden würde.

Ein im Oktober 2019 veröffentlichtes Diskussionspapier des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung gibt einen Überblick über die Kräfte, die dem Recht auf die freie Entscheidung noch immer entgegenwirken. Es hält fest:

Unter dem wachsenden Einfluss der christlichen Rechte hat Trump die zuletzt unter seinen republikanischen Vorgängern geltende Mexiko-City-Policy wiedereingeführt und sogar noch verschärft. In Europa machen „AntiChoice“-Bewegungen und rechtspopulistische Kräfte, die die „traditionelle Familie“ und das Recht auf Leben schützen wollen, den Befürwortern der sexuellen und reproduktiven Selbstbestimmung in Brüssel und Straßburg zunehmend das Leben schwer.

Besonders stark ist, laut Berlin Institut, der Einfluss der Kirche in afrikanischen Ländern, in denen ein großer Teil der Bevölkerung katholisch ist – etwa in Angola, Kenia, Nigeria oder Uganda. Einige Bischöfe würden dort beispielsweise den Nutzen von Verhütungsmitteln bestreiten oder diese sogar als „unheilig“ bezeichnen, wie etwa der kenianische Erzbischof Zacchaeus Okoth im Jahr 2017. Dies zeige bei vielen Menschen Wirkung.

 

Von Kairo nach Nairobi nach … ?

Trotz stetem Gegenwind sind wir weit gekommen. Seit 1994 beispielsweise hat sich die Zahl der Frauen, die verhüten können, im östlichen und südlichen Afrika verdoppelt. Und die Müttersterblichkeitsrate in den am wenigsten entwickelten Regionen der Welt hat sich seitdem halbiert. Mit besserem Zugang zu Verhütungsmethoden und Sexualaufklärung, mehr Mitbestimmungsrecht und Bildungschancen von Mädchen, ist auch die Geburtenrate gesunken. (UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2019)

Es gilt nun, die Kräfte zu bündeln und die Entscheidungsfreiheit rund um Sexualität und Fortpflanzung zu verteidigen und voranzubringen, so wie es die 179 Staaten bei der Weltbevölkerungskonferenz vor 25 Jahren versprochen haben.

„Es war ein historisches Ereignis“, erinnert sich DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr, die vor 25 Jahren an der Konferenz teilnahm, „doch wir können uns nicht auf unseren Erfolgen ausruhen. Die DSW wird also auch die diesjährige Weltbevölkerungskonferenz, den Nairobi Summit, nutzen, um eine menschenrechtsbasierte Bevölkerungspolitik voranzutreiben, die auf einer guten Gesundheitsversorgung, Gleichberechtigung der Geschlechter und dem selbstbestimmten Zugang zu Familienplanung basiert.“

Nur so können wir es schaffen, dass jeder Mensch aufgeklärt, jede Schwangerschaft gewollt und jede Geburt sicher ist.

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Den Schnäppchen ein Schnippchen schlagen

INKOTA - 7. November 2019 - 13:16
Rabatte, Discount, Supersale – am Black Friday, dem Schnäppchen-Tag des Jahres, sollen wir alle möglichst viel für möglichst wenig Geld kaufen. Woran viele dabei nicht denken: Wer hat die billigen Klamotten, die reduzierten Handys, die günstigen Pralinen eigentlich hergestellt? Wurden die Menschen dafür ausreichend bezahlt? Haben sie ihre Gesundheit dabei aufs Spiel gesetzt? Genau diese Fragen wollen wir am 29. November in die Öffentlichkeit tragen und so dem vorweihnachtlichen Schnäppchentag ein Schnippchen schlagen. Doch dafür brauchen wir eure Unterstützung! Statt dass Unternehmen mit billigen Preisen den Druck auf Arbeiter*innen weiter erhöhen, erhöhen wir gemeinsam den Druck auf Unternehmen: Gemeinsam fordern wir ein Lieferkettengesetz für wirksamen Umweltschutz und die Achtung der Menschenrechte durch Unternehmen! Ob auf der Flaniermeile in der Innenstadt, im Einkaufszentrum oder Supermarkt in deiner Stadt: Lasst uns zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts überall in Deutschland mit vielfältigen Aktionen zeigen, dass wir dringend ein Lieferkettengesetz brauchen. Wenn ihr eine Aktion planen wollt, unterstützen wir euch gerne dabei. Wir haben sogar ein kleines Aktionspaket für euch, dass ihr bei uns bestellen könnt:
  • Unterschriftenlisten
  • Flyer zur Initiative Lieferkettengesetz
  • Fallbeispiel-Flyer
  • Aktionsmaterial für einen Flashmob: Weiße Anzüge, Papiertüten
Flashmob Idee Mit dem Aktionspaket senden wir euch bei Bedarf auch Material für eine einfache Flashmob Idee mit: Locker verteilt mischt ihr euch unter die Passant*innen in der Einkaufsstraße. Auf ein Signal hin finden sich ein paar von euch zusammen, ziehen weiße Maleranzüge an und strecken Shoppingtüten mit Slogans wie "Gewinne ohne Gewissen stoppen" in die Luft. Die anderen verteilen um die Gruppe herum Flyer und sammeln Unterschriften. Nach kurzer Zeit zerstreut sich eure Gruppe wieder und findet sich an anderer Stelle in der Einkaufsmeile wieder zusammen. Das ist nur eine von vielen anderen Aktionsideen. Mehr Anregungen findet ihr auf der folgenden Seite unter der Überschrift "Straßenaktionen organisieren!" Meldet euch bei Johannes Schorling: konzernverantwortung[at]inkota.de, 030 / 420 8202-57 Die Vielfalt der Aktivitäten soll auch in den sozialen Medien sichtbar werden. Macht Bilder von eurer Aktion und postet/twittert sie mit dem Hashtag #Lieferkettengesetz. Markiert @INKOTA auch gern auf Twitter. Dann können wir eure Aktionsbilder teilen. Jetzt Petition für ein Lieferkettengesetz unterzeichnen Jetzt Aktionsmaterial zur Kampagne bestellen Setze dich aktiv für ein Lieferkettengesetz ein
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Pro-sociality of democratic leaders: Evidence from village elections in the Philippines

GIGA Event - 7. November 2019 - 12:27
Lecture by Andreas Landmann Hamburg GIGA Seminar in Socio-Economics Referent*innen [Andreas Landmann](https://www.uni-goettingen.de/en/591463.html), Junior Professor at the Department of Economics at the University of Göttingen Adresse

GIGA
Neuer Jungfernstieg 21
Hamburg

Forschungsschwerpunkte Wachstum und Entwicklung Anmeldung erforderlich

26.11.2019 | Ohne Frauen keine Entwicklung – Erinnerung an Marie Schlei

GIZ Event - 7. November 2019 - 12:03
Veranstaltungsdatum: Dienstag, 26. November 2019
Zum 100. Geburtstag von Marie Schlei erinnern wir an die erste deutsche Entwicklungsministerin und ihr frauenpolitisches Engagement.
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Low- und Hightech-Anwendungen für Entwicklung

E+Z - 7. November 2019 - 11:25
VENRO-Studie zeigt Möglichkeiten und Grenzen digitaler Instrumente in der Entwicklungshilfe auf

Digitale Technologien bieten die Chance, die Lebensbedingungen vieler Menschen durch Zugang zu Wissen und neue Möglichkeiten der politischen und ökonomischen Teilhabe zu verbessern. Ebenso können Effizienz, Passgenauigkeit, Reichweite und Transparenz von Projekten durch die Integration digitaler Instrumente verbessert werden. Viele NGOs nutzen sie bereits.

Digitale Technologien haben unter anderem den Vorteil, dass nicht immer alle Beteiligten am selben Ort sein müssen. Daten können lokal erhoben und irgendwo anders auf der Welt ausgewertet werden. Das macht beispielsweise ein dauerhaftes Bildungsangebot sowohl für syrische Kinder in jordanischen Flüchtlingslagern als auch für Schüler in entlegenen Gebieten Argentiniens möglich. Menschen auf der Flucht können sich über eine App Hilfe bei depressiven und posttraumatischen Störungen holen. Die App ist kostenlos und in mehreren Sprachen verfügbar (siehe http://almhar.org/).

Einen Überblick über diese und andere Modellprojekte sowie über die Entwicklung digitaler Instrumente bietet die VENRO-Studie „Tech for Good. Möglichkeiten und Grenzen digitaler Instrumente in der Entwicklungszusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen“.

Der Bereich digitaler Technologien reicht demnach von Lowtech- (radio- oder SMS-basiert) über Mediumtech- (basierend auf Smartphones, Tablets und sozialen Medien) bis hin zu Hightech-Instrumenten (etwa die Verknüpfung von Smartphone, Satelliten und digitalen Landkarten oder der Einsatz von Drohnen). Was für welchen Einsatz geeignet sei, müsse von Fall zu Fall entschieden werden. Nicht immer sei die neueste Technologie die beste: Oft hätten etablierte Technologien, wie beispielsweise SMS-Dienste, ein höheres Wirkungspotenzial.

Als Musterbeispiel für den erfolgreichen Einsatz von Lowtech-Instrumenten gilt das in Afrika weit verbreitete mobile Zahlsystem M-Pesa, das nicht nur einem Großteil der Menschen ermöglicht, Bankgeschäfte per SMS zu tätigen, sondern dadurch auch zu einem Katalysator für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung wurde.

Viele Technologien sind der Studie zufolge noch im Anfangsstadium, könnten in Zukunft aber neue Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen bieten. Ein Beispiel ist der Einsatz von Drohnen in unzugänglichen Regionen entweder für die medizinische Versorgung oder zur Überwachung illegaler Aktivitäten wie Abholzung.

Die Digitalisierung kann somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sus­tainable Development Goals – SDGs) leisten (siehe Hackmann und Messner in der Tribüne des E+Z/D+C e-Paper 2019/11), sie stellt NGOs aber auch vor neue Herausforderungen. Gerade die Monopolstellung multinationaler Konzerne wie Google oder Facebook, ungenügende Rahmensetzungen für Unternehmen und deren Gewinnstreben als oberste Maxime könnten die Entwicklung auch behindern. Auch brächten innovative Kommunikationsformen per se keine gerechtere oder nachhaltigere Entwicklung mit sich, geschweige denn demokratischere Strukturen – Manipulation, Überwachung, Zensur, Einschüchterung und Desinformation seien die Kehrseite der Medaille (siehe hierzu auch unseren Schwerpunkt im E+Z/D+C e-Paper 2019/09).

Eine große Herausforderung ist den Autoren zufolge nach wie vor die Überwindung der digitalen Kluft. Noch immer habe etwa die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zum Internet. Besonders betroffen seien gesellschaftlich und ökonomisch ohnehin marginalisierte Gruppen – gerade die sind aber oft die Zielgruppe von NGOs. Auch hinsichtlich des Datenschutzes gebe es noch viele offene Fragen.

Link

VENRO: Tech for Good. Möglichkeiten und Grenzen digitaler Instrumente in der Entwicklungszusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen.
https://venro.org/fileadmin/user_upload/Dateien/Daten/Publikationen/Dokumentationen/NRO-Report_TechForGood_v04.pdf

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RENN.tage Berlin 2019

RNE Termin - 7. November 2019 - 10:50

Der Beitrag RENN.tage Berlin 2019 erschien zuerst auf Rat für Nachhaltige Entwicklung.

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Deutsche Landmaschinentechnik für äthiopische Berufsschulen

E+Z - 7. November 2019 - 10:38
Der Bildungssektor hat eine Schlüsselfunktion bei der wirtschaftlichen Entwicklung Äthiopiens

Es ist ein Land mit atemberaubenden Landschaften, eigener Schrift und einer jahrtausendealten Geschichte. Nicht umsonst wird Äthiopien als „Wiege der Menschheit“ bezeichnet. Vor etwa 3 Millionen Jahren war das Land bereits besiedelt, belegt durch einen Skelettfund im Jahr 1974: „Lucy“ wird nun im Nationalmuseum in Addis Abeba aufbewahrt. In Äthiopien liegt der Ursprung des Kaffees – ein wichtiges Exportgut –, weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Getreide und Schnittblumen. Die Landwirtschaft ist der Eckpfeiler der Wirtschaft, sie steht für mehr als 40 Prozent des BIP und etwa 85 Prozent der Exporte.

Der Bildungssektor nimmt eine Schlüsselrolle ein, um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes voranzutreiben und Perspektiven für die wachsende Bevölkerung zu schaffen. Seit den 60er Jahren setzt sich die KfW Entwicklungsbank für bessere Berufsschulen und Lehrerausbildung – auch im Bereich Landwirtschaft – ein, bislang wurde mehr als eine Milliarde Euro bereitgestellt. Probleme, die einer erhöhten Produktivität im Wege stehen: ein niedriger Mechanisierungsgrad, defekte Landmaschinen und eine mühsame Beschaffung von Ersatzteilen. Vielerorts finden sich keine Mechaniker, die die Geräte warten und reparieren können. Im Jahr 2019 stattet die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit 8 Mio. Euro zwölf landwirtschaftliche Berufsschulen mit Traktoren und weiteren Geräten „mittlerer Technologiestufe“ aus. Die Lehrer und Studierenden werden in Bedienung, Wartung und Reparatur ausgebildet. Hierfür wurde eine Ausbildungskooperation mit dem deutschen Landmaschinenhersteller Claas vereinbart, der die entsprechenden Maschinen inklusive Ersatzteilen anbietet und – als Einziger im Land – ein Trainingszentrum mit zwölf mobilen Werkstätten betreibt.

Samrawit Kiros Haylu arbeitet seit Oktober 2018 als Lehrerin an der Landwirtschaftlichen Fachhochschule in Wukro, sie hat einen Bachelor in Agraringenieurwesen und gehörte zu den Ersten, die nach Ankunft der Traktoren von der praktischen Ausbildung profitieren konnten. Was umfasst ihr Job konkret? „Ich arbeite als Fahrlehrerin – dazu gehört natürlich auch das Fahren mit zusätzlichen Geräten, zum Beispiel dem Pflug. Ich bin aber auch für Reparaturen und die Wartung zuständig, außerdem für das Thema Sicherheit und den theoretischen Unterricht.“ Etwa die Hälfte der knapp 800 Studierenden sind Frauen, bei den Lehrkräften sind es etwa 40 Prozent. Und wie ist das für die männlichen Studierenden, von einer Frau in Mechanik und Traktorfahren unterrichtet zu werden? „Wenn man uns Frauen die Gelegenheit gibt, uns in einem Job zu bewähren, sind wir sehr stark und pflichtbewusst - eine gute Voraussetzung für erfolgreichen Unterricht“, sagt Samrawit.
 

Link
KfW, 2019: Afrika – Kontinent der Chancen.
https://www.kfw-entwicklungsbank.de/PDF/Download-Center/PDF-Dokumente-Medienkooperation-mit-E-Z/2019_10_Afrika_D.pdf

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UN-Nothilfekoordinator: Notleidende Venezolaner brauchen mehr Hilfe

Vereinte Nationen - 7. November 2019 - 10:29

07. November 2019 - "Gewöhnliche Frauen, Männer und Kinder stehen vor erdrückenden Herausforderungen, um in Venezuela zu überleben ", sagte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock.

"Millionen können sich nicht das absolute Minimum an Nahrung, Wasser und Gesundheitsversorgung leisten", fuhr der Generalsekretär für humanitäre Angelegenheiten fort und fügte hinzu, dass sich die Situation weiter verschlechtere.

„Das Gesundheitssystem steht kurz vor dem Zusammenbruch. In vielen Krankenhäusern mangelt es an der grundlegendsten Wasser- und Strominfrastruktur. Patienten sind einem hohen Risiko ausgesetzt, ihr Leben zu verlieren.“

Der Mangel an Medikamenten und medizinischem Personal verschärfe die Situation, fügte Lowcock hinzu.

Er unterstrich, dass "nur eine politische Lösung das Leid beenden kann" und erklärte, dass die UN in der Zwischenzeit "weiterhin humanitäre Hilfe für die am stärksten gefährdeten Personen gemäß der UN-Grundsätze der Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Neutralität leisten wird".

"Jeder muss mehr tun", sagte er. „Es werden wesentlich mehr finanzielle Ressourcen benötigt. Wir müssen einen Weg finden, venezolanische Ressourcen freizusetzen, um mehr zu humanitären Aktionen beizutragen und der Verringerung des unmittelbaren Leidens der Menschen in diesem Land größere Priorität einzuräumen “, schloss er.

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NaturVision Filmfestival

RNE Termin - 7. November 2019 - 10:17
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Saubere Autos, dreckige Batterien

INKOTA - 7. November 2019 - 10:12
Mobilitätswende – auch Berlin steht vor der Herausforderung. Im Zuge der Umstellung auf elektrisch betriebene Fahrzeuge ist Kobalt zu einem gefragten Rohstoff geworden. Er wird in großen Mengen bei der Batterieproduktion für Elektrofahrzeuge benötigt. Der Abbau, der vorwiegend in der Demokratischen Republik Kongo stattfindet, führt jedoch zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen. Kleinschürfer*innen arbeiten vielerorts ohne Arbeitsschutz in der Illegalität und werden häufig Opfer einstürzender Minen. Menschenrechtsorganisationen berichten seit Jahren von Kinderarbeit im Umfeld von Minen. Was: Diskussionveranstaltung mit Rohstoffexperte Jacques Nzumbu Mwanga aus der Demokratischen Republik Kongo Wann: Mittwoch, 13. November 2019, 18 - 20 Uhr Wo: Berlin Global Village, Am Sudhaus 2, 12053 Berlin Veranstalter: Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER), INKOTA-netzwerk, Germanwatch, Initiative Lieferkettengesetz Der Rohstoffexperte Jacques Nzumbu Mwanga wird an diesem Abend über die aktuellen politischen Entwicklungen im Kongo und über die Forderungen von Kleinschürfer*innen im Bergbau berichten. Darüber hinaus stellen wir die Initiative Lieferkettengesetz vor, die in Deutschland die menschenrechtliche Regulierung der Auslandsgeschäfte von Unternehmen fordert. Welche Ziele verbinden die Initiator*innen mit einem Lieferkettengesetz? Wie würde sich ein solches Gesetz auf den Kobaltabbau im Kongo auswirken? Zu diesen und Ihren Fragen diskutieren mit Ihnen:
  • Jacques Nzumbu Mwanga, der in der Demokratischen Republik Kongo für die Organisation CARF arbeitet und als Experte für Rohstoff-Governance über die Lieferketten von Kupfer und Kobalt und den Kleinschürfer-Bergbau berichtet
  • Nicole Ludwig (angefragt), MdA Berlin, wirtschaftspolitische Sprecherin, Bündnis 90/Die Grünen
  • Johannes Schorling, der für das INKOTA-netzwerk arbeitet und die Forderungen der Initiative Lieferkettengesetz vorstellt
  • Moderation: Julia Otten, Eine-Welt-Promotorin, die bei Germanwatch zum Thema Lieferketten arbeitet
Im Anschluss laden wir zum Ausklang bei Getränken und einem kleinen Snack ein.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Rundreise von Jacques Nzumbu Mwanga statt. Fragen zur Rundreise beantwortet Beate Schurath (schurath@inkota.de).
Wichtiger Hinweis: Wir bitten um Anmeldung bis zum 10. November 2019 an schorling@inkota.de. Die Veranstaltung findet im Rahmen des BER-Netzwerktreffens statt. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Französisch mit Simultanverdolmetschung statt. Wegbeschreibung: Die Braustube des Berlin Global Village (BGV) befindet sich im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Kindl-Brauerei auf einem Gelände zwischen Rollbergstraße, Mainzer Straße und Neckarstraße. Es handelt sich um das rote Backsteinhaus. Aufgrund einer Baustelle ist die Braustube derzeit nur über den Zugang „Am Sudhaus“ zu erreichen. Die Rollbergstraße ist zwischen dem REWE und BGV gesperrt. ÖPNV:
  • U7: Haltestelle Rathaus Neukölln
  • U8: Haltestelle Boddinstraße; Bus 104, 166: Haltestelle Morusstraße
 
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Klimafreundliche Städte sind längst möglich – wir müssen uns nur von alten Leitbildern verabschieden

reset - 7. November 2019 - 6:28
Wer Rad fährt oder zu Fuß geht, ist maximal klimaschonend unterwegs. Doch statt die Weichen auf Zukunft zu stellen, sind Städte immer noch „ Auto-Städte“. Und den Preis dafür zahlen wir alle! Das zeigt der neue Mobilitätsatlas der Heinrich-Böll-Stiftung.
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Klimafreundliche Städte könnten längst Realität sein - wir müssen uns nur von alten Leitbildern verabschieden

reset - 7. November 2019 - 6:28
Wer Rad fährt oder zu Fuß geht ist maximal klimaschonend unterwegs. Doch statt die Weichen auf Zukunft zu stellen, sind Städte immer noch „ Auto-Städte“. Und den Preis dafür zahlen wir alle! Das zeigt der neue Mobilitätsatlas der Heinrich-Böll-Stiftung.
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Klimafreundliche Städte könnten schon Realität sein. Aber wir müssen uns von alten Leitbildern verabschieden.

reset - 7. November 2019 - 6:28
Wer Rad fährt oder zu Fuß geht bewegt sich maximal klimaschonend fort. Doch statt die Weichen auf Zukunft zu stellen, sind Städte immer noch „ Auto-Städte“. Und den Preis dafür zahlen wir alle! Das zeigt der neue Mobilitätsatlas der Heinrich-Böll-Stiftung.
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Rund 600 Millionen Euro mehr für staatliche Entwicklungspolitik

SPD - 7. November 2019 - 0:00
In den Beratungen des Haushaltsausschusses zum Bundeshaushalt 2020 hat die Koalition den Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung um über 600 Millionen Euro erhöht. Besonders im Klima- und Umweltschutz übernehmen wir mehr Verantwortung auf der Welt, sagen Sonja Steffen und Sascha Raabe.
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Rund 600 Millionen Euro mehr für staatliche Entwicklungspolitik

SPD - 7. November 2019 - 0:00
In den Beratungen des Haushaltsausschusses zum Bundeshaushalt 2020 hat die Koalition den Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung um über 600 Millionen Euro erhöht. Besonders im Klima- und Umweltschutz übernehmen wir mehr Verantwortung auf der Welt, sagen Sonja Steffen und Gabi Weber.
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