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Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
Aktualisiert: vor 2 Stunden 27 Minuten

DSW beim UN-Weltbevölkerungsgipfel in Nairobi

vor 10 Stunden 25 Minuten

Das politische Jahr 2019 stand ganz unter dem Zeichen des besonderen Jubiläums der UN-Weltbevölkerungskonferenz von 1994 in Kairo. Diese Konferenz hatte einen entscheidenden Umschwung in der globalen Bevölkerungsdebatte eingeleitet. So wurde der universelle Zugang zu reproduktiver Gesundheit, einschließlich der freiwilligen Familienplanung für alle Frauen bis zum Jahr 2014 das erklärte Ziel der Staatengemeinschaften – das Kernanliegen der DSW!

Doch auch noch 25 Jahre später können mehr als 200 Millionen Frauen, die eine Schwangerschaft verhüten möchten, keine Verhütungsmittel nutzen. Dies war auch Thema bei dem UN-Weltbevölkerungsgipfel in Nairobi. Bei der Konferenz, die Mitte November in Kenia stattfand, war die Forderungen nach einem universellen Zugang zu Familienplanung, sowie eine Zukunft ohne Müttersterblichkeit und schädlichen Praktiken. Diese Forderungen einschließlich des Selbstbestimmungsrechts von Frauen bestimmten auch die Diskussionen vor Ort.

Auf der Konferenz hatten Staaten wie Organisationen der Zivilgesellschaft die Möglichkeit, sich öffentlich zu den Zielen der Kairoer Konferenz und ihr Engagement für die nächsten Jahre zu „committen“, eine Möglichkeit, die die DSW auch wahrgenommen hat.

Dank des großen Engagements unseres kenianischen Länderbüros, insbesondere der Länderdirektorin Evelyn Samba, war die DSW sowohl als Veranstalterin von den hart umkämpften „Concurrent Sessions“ (from Cairo to Nairobi) als auch als Panelisten auf dem Podium. U.a. sprach der DSW-Länderbüroleiter Feyera Assefa als einziger NRO-Vertreter auf dem Panel, das sich mit den Wegen zu einem effektiven Youth Empowerment beschäftigte.

Parl. Staatssekretärin im BMZ, Dr. Maria Flachsbarth, bei einem Besuch des DSW Youth Empowerment Center in Githurai in Nairobi.

Von deutscher Regierungsseite sprach die Parl. Staatssekretärin im BMZ, Dr. Maria Flachsbarth, die drei Tage lang in Nairobi anwesend war und das DSW Youth Empowerment Center in Githurai (in der Nähe von Nairobi) besuchte und äußert angetan war. Auf der Konferenz setzte sie sich vehement für das Entscheidungsrecht von Frauen und für eine frühzeitige Ausklärung von jungen Menschen ein.

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Mehr Mittel für den UN-Bevölkerungsfonds

14. November 2019 - 15:44
DSW: „Ein wichtiges Signal für die Umsetzung des Menschenrechts auf freiwillige Familienplanung“

Hannover, 15. November. Am Donnerstagabend beschloss der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages eine Mittelerhöhung für den UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) von 33 Millionen auf 40 Millionen Euro. UNFPA verbessert durch seine Programme unter anderem Müttergesundheit, den Zugang zu Verhütungsmitteln und stärkt Gesundheitssysteme.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) begrüßt die Erhöhung. In dieser Woche waren Teilnehmende aus 160 Ländern auf der von UNFPA organisierten Weltbevölkerungskonferenz in Nairobi zusammengekommen. Durch die Konferenz sollen der politische Wille und die finanziellen Verpflichtungen mobilisiert werden, um das Menschenrecht auf freiwillige Familienplanung sowie das Recht auf körperliche Selbstbestimmung umzusetzen.

„Der Weltbevölkerungsgipfel hat diese Woche eindrücklich gezeigt, wie stark die weltweite Unterstützung in Zivilgesellschaft und Politik für den universellen Zugang zu Verhütungsmitteln und für die Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen ist.“, so Andreas Hübers, Leiter des politischen Büros der DSW in Berlin.

„Gleichzeitig herrscht beachtlicher Gegenwind bei der Umsetzung der sexuellen und reproduktiven Rechte. Durch die Aufstockung des deutschen Beitrags an UNFPA bringt der Bundestag das Menschenrecht auf freiwillige Familienplanung und Selbstbestimmung voran und bezieht klar Stellung. Mich freut dabei insbesondere, dass dies über Fraktionsgrenzen hinweg geschieht. Dies ist die zweite Erhöhung für UNFPA, und die deutschen Beiträge nähern sich dem eigentlich benötigten Mindestbeitrag von 44 Millionen Euro pro Jahr immer weiter an.“

 

Weitere Informationen

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Nairobi Summit: sexuelle und reproduktive Rechte noch immer in weiter Ferne

8. November 2019 - 10:00
25 Jahre nach der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo: „Die Weltgemeinschaft hat Frauen ein Versprechen gegeben – nun muss sie es einhalten”

Vor 25 Jahren wurde die Bevölkerungspolitik auf den Kopf gestellt: 179 UN-Mitgliedsstaaten einigten sich 1994 bei der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo darauf, dass Bevölkerungspolitik auf dem Menschenrecht für freiwillige Familienplanung und sexuelle Selbstbestimmung basieren muss. Die Mitgliedsstaaten geben sich damit die Aufgabe, die sexuelle und reproduktive Gesundheit aller Menschen unabhängig von Geschlecht, Einkommen oder Herkunft zu schützen. Darauf macht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des 25. Jubiläums der Konferenz und dem anstehenden „Nairobi Summit“ aufmerksam.

Das Kairoer Aktionsprogramm hat dazu geführt, dass sich seitdem die Zahl der Frauen, die verhüten können, im östlichen und südlichen Afrika verdoppelt hat. Frauen bekommen dort jetzt im Schnitt 1,7 Kinder weniger als noch vor 25 Jahren. Das 25-jährige Jubiläum bietet aber auch Anlass, an die verbleibenden Aufgaben zu erinnern: Noch immer kommt es jedes Jahr allein in den „Entwicklungsländern“ zu 89 Millionen ungewollten Schwangerschaften. Jede vierte Frau, die dort verhüten möchte, hat keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln. Dadurch wird ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung verletzt.

„Das Interesse an dem Thema ‚Weltbevölkerung‘ ist groß“, so DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. „Doch gleichzeitig erleben wir sowohl in unseren Projekten als auch in unserer politischen Arbeit starken Gegenwind, wenn es um die Umsetzung der sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen geht. Angesichts dieses Widerstands ist es umso wichtiger, das Menschenrecht auf freiwillige Familienplanung und Selbstbestimmung zu verteidigen und voranzubringen. Hierfür werden wir den Nairobi Summit nutzen.“

 

Weiterführende Informationen Über den Nairobi Summit

Der Nairobi Summit wird vom 12. bis 14. November in der Hauptstadt Kenias stattfinden. Durch ihn machen Regierungen und zivilgesellschaftliche Organisationen auf das dringend benötigte Engagement der Weltgemeinschaft für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte aufmerksam. Anlass ist das 25. Jubiläum der wegweisenden Weltbevölkerungskonferenz in Kairo, bei der sich 179 Staaten Aktionsprogramm zur Umsetzung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit einigten. Die Konferenz wird von UNFPA und den Regierungen von Kenia und Dänemark ausgerichtet.

Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Weitere Informationen:

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Weltbevölkerungskonferenz: Die freie Entscheidung im Zentrum

7. November 2019 - 13:22

Man schreibt das Jahr 1994. Die Vereinten Nationen (UN) einigen sich bei einer internationalen UN-Konferenz in Kairo, der Weltbevölkerungskonferenz, auf einen neuen Fokus in der Bevölkerungspolitik: Die freie Entscheidung über den eigenen Körper und die gewünschte Kinderzahl. Eigentlich seltsam, dass man sich darauf erst einigen muss, oder? 

 

Verhütung mit Zielvorgabe

 

Vor der Weltbevölkerungskonferenz von Kairo sprach man vielerorts noch ganz anders über Bevölkerungsfragen. Die Möglichkeit, eine Schwangerschaft zu verhüten, war weniger im Rahmen der Emanzipation oder des Rechts auf körperliche Selbstbestimmung relevant. Stattdessen standen demografische Zielvorgaben im Vordergrund. Diese wurde unter anderem durch die Angst westlicher Industrienationen vor einem „ungebremsten Bevölkerungswachstum“ in den sogenannten Entwicklungsländern angetrieben: 1969 bekamen Frauen in den „am wenigsten entwickelten“ Regionen der Welt durchschnittlich 6,8 Kinder – dies waren zwei Kinder mehr als der damalige weltweite Durchschnitt und vier Kinder mehr als in stärker entwickelten Regionen (UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2019).

Die Kinderzahl war und ist der offensichtlichste Faktor für das Wachstum der Bevölkerung. Die Fertilität galt es zu senken, um die „Überbevölkerung“ in den Griff zu bekommen – auch Zwang und Gewalt wurden hierfür in Kauf genommen. Der Zweck heiligte die Mittel. Ein extremes Beispiel hierfür ist die Ein-Kind-Politik in China, wo heftige Strafen verhängt wurden, wenn Paare ein zweites Kind bekamen. Dabei kam es nicht nur in China zu Menschenrechtsverletzungen wie erzwungenen Schwangerschaftsabbrüchen oder Zwangssterilisationen, wie etwa in Indien.

Das Menschenrecht an erster Stelle

Auch deswegen war die Weltbevölkerungskonferenz in Kairo so revolutionär: Die Vereinten Nationen sprachen sich nämlich in ihrem „Programme of Action“ gegen diese Maßnahmen aus. Und siehe da: Man muss Frauen gar nicht dazu zwingen, weniger als sechs Kinder zu bekommen. Vielmehr wollen viele Frauen verhüten, können es jedoch nicht.

Dieser sogenannte „ungedeckte Bedarf an Familienplanung“ bedeutet, dass es an den Mitteln zur Verhütung (Kondome, Spirale, Pille etc.) mangelt oder an dem Zugang zu ihnen. Vielleicht verbietet der Ehemann, der Vater oder die Schwiegermutter die Nutzung von Kontrazeptiva. Vielleicht mangelt es aber auch an dem Wissen über die Anwendung oder am notwendigen Geld, Verhütungsmittel zu erwerben. Über 200 Millionen Frauen weltweit sind noch heute von diesem ungedeckten Bedarf betroffen. Ihnen wird damit verwehrt, über ihren Körper und die Anzahl ihrer Kinder zu entscheiden.

Widerstände halten an … und halten Fortschritt auf

Die Frage, ob wirklich allen Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Familienstand das Recht zugestanden werden sollte, uneingeschränkt über die eigene Sexualität und Kinderzahl zu entscheiden, war auch bei der Weltbevölkerungskonferenz vor 25 Jahren sehr umstritten – und ist es heute noch. Wenngleich der Zugang zu reproduktiver Gesundheit, einschließlich der Familienplanung, auf weitgehenden Konsens unter den anwesenden Staaten in Kairo stieß, dominierte die Diskussion um die legale und sichere Beendigung einer ungewollten Schwangerschaft die Forderung nach reproduktiver Gesundheit und Rechten.

Nach intensiven Diskussionen einigte man sich in Kairo: „In Ländern, in denen Schwangerschaftsabbrüche gesetzlich geregelt sind, sollten sie sicher sein und nur unter entsprechender medizinischer Begleitung stattfinden.“ Diejenigen Frauen, die in Ländern ohne entsprechende gesetzliche Regelung leben oder wo das Gesundheitssystem schwach ist, haben die Entscheidungsfreiheit weiterhin nicht. Für sie birgt dies eine Lebensgefahr: Ungewollt Schwangere setzen Tag für Tag aus Verzweiflung ihr eigenes Leben aufs Spiel. Im Zeitraum 2010 – 2014 waren in Afrika drei Viertel aller Schwangerschaftsabbrüche unsicher.

25 Jahre später: Woher kommt der Gegenwind?

 

Auch heutzutage behindert die Kontroverse um den Schwangerschaftsabbruch immer wieder die Familienplanungsprogramme. Selbsterklärte Lebensschützer*innen lehnen nicht selten auch die umfassende Aufklärung und Bereitstellung von Verhütungsmitteln ab – obwohl genau dies zahllose ungewollte Schwangerschaften, und damit auch Abbrüche, vermeiden würde.

Ein im Oktober 2019 veröffentlichtes Diskussionspapier des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung gibt einen Überblick über die Kräfte, die dem Recht auf die freie Entscheidung noch immer entgegenwirken. Es hält fest:

Unter dem wachsenden Einfluss der christlichen Rechte hat Trump die zuletzt unter seinen republikanischen Vorgängern geltende Mexiko-City-Policy wiedereingeführt und sogar noch verschärft. In Europa machen „AntiChoice“-Bewegungen und rechtspopulistische Kräfte, die die „traditionelle Familie“ und das Recht auf Leben schützen wollen, den Befürwortern der sexuellen und reproduktiven Selbstbestimmung in Brüssel und Straßburg zunehmend das Leben schwer.

Besonders stark ist, laut Berlin Institut, der Einfluss der Kirche in afrikanischen Ländern, in denen ein großer Teil der Bevölkerung katholisch ist – etwa in Angola, Kenia, Nigeria oder Uganda. Einige Bischöfe würden dort beispielsweise den Nutzen von Verhütungsmitteln bestreiten oder diese sogar als „unheilig“ bezeichnen, wie etwa der kenianische Erzbischof Zacchaeus Okoth im Jahr 2017. Dies zeige bei vielen Menschen Wirkung.

 

Von Kairo nach Nairobi nach … ?

Trotz stetem Gegenwind sind wir weit gekommen. Seit 1994 beispielsweise hat sich die Zahl der Frauen, die verhüten können, im östlichen und südlichen Afrika verdoppelt. Und die Müttersterblichkeitsrate in den am wenigsten entwickelten Regionen der Welt hat sich seitdem halbiert. Mit besserem Zugang zu Verhütungsmethoden und Sexualaufklärung, mehr Mitbestimmungsrecht und Bildungschancen von Mädchen, ist auch die Geburtenrate gesunken. (UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2019)

Es gilt nun, die Kräfte zu bündeln und die Entscheidungsfreiheit rund um Sexualität und Fortpflanzung zu verteidigen und voranzubringen, so wie es die 179 Staaten bei der Weltbevölkerungskonferenz vor 25 Jahren versprochen haben.

„Es war ein historisches Ereignis“, erinnert sich DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr, die vor 25 Jahren an der Konferenz teilnahm, „doch wir können uns nicht auf unseren Erfolgen ausruhen. Die DSW wird also auch die diesjährige Weltbevölkerungskonferenz, den Nairobi Summit, nutzen, um eine menschenrechtsbasierte Bevölkerungspolitik voranzutreiben, die auf einer guten Gesundheitsversorgung, Gleichberechtigung der Geschlechter und dem selbstbestimmten Zugang zu Familienplanung basiert.“

Nur so können wir es schaffen, dass jeder Mensch aufgeklärt, jede Schwangerschaft gewollt und jede Geburt sicher ist.

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Entwicklungszusammenarbeit: “Die Stimmen von jungen Menschen müssen mehr gehört werden”

16. Oktober 2019 - 12:59

Am 27. September veranstaltete die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) gemeinsam mit acht anderen NGOs ein parlamentarisches Frühstück im deutschen Bundestag. Das Thema: Entwicklungszusammenarbeit und ihre Finanzierung. Auch Lara aus dem Plan International Jugendbeirat setzt sich schon lange mit diesem Thema auseinander und war als Sprecherin aus der Perspektive von jungen Menschen mit dabei. In Ihrer Rede vor den Bundestagsabgeordneten konnte sie ihre eigenen Standpunkte zu dem Thema verdeutlichen: 

Sehr geehrte Damen und Herren, wie stellen Sie sich das Jahr 2030 vor?

Mit der Agenda 2030 haben sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, darunter Deutschland, dazu verpflichtet, sich für eine Welt ohne Hunger, mit hochwertiger Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, menschenwürdiger Arbeit und einem intakten Planeten einzusetzen. Wir haben noch etwa zehn Jahre Zeit, um diese Ziele zu erreichen und um ehrlich zu sein, schlagen wir uns nicht gerade gut. So steigt die Anzahl der Menschen, die Hunger leiden gerade wieder an – nach langjährigem Sinken.

Auch können wir nicht behaupten, wir würden uns an den Leitsatz der Agenda 2030Leave no one behind” halten. Denn in manchen Gegenden der Welt gehen fast 50 Prozent der Mädchen und jungen Frauen nicht zur Schule. Und 27 Prozent der Menschheit wird 2030 aufgrund grenzüberschreitender Konflikte und Kriege, Pandemien, Hungersnöten, Extremismus und Naturkatastrophen voraussichtlich in fragilen Kontexten leben.

Mir machen diese Zahlen große Sorgen. Denn das klingt nicht gerade nach einer Welt, in der ich gerne leben möchte. Aber noch haben wir Zeit, Entwicklungen umzukehren und es besser zu machen. Dafür ist eine Finanzierung nötig, die nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, kurz: ODA) möglich macht und ermöglicht Potentiale zu entfalten.

Geschlechtergerechtigkeit fördert Entwicklung

Nehmen wir Geschlechtergerechtigkeit als Beispiel: Wenn wir uns für  die Stärkung der Rechte von Mädchen und Frauen weltweit stark machen, werden Sie zu Trägerinnen positiver Veränderung für die Zukunft. Mit jedem weiteren Schuljahr, dass ein Mädchen zur Schule gehen kann, steigt ihr späteres Einkommen um 10 bis 20 Prozent. Sie verbessert nicht nur ihre eigene ökonomische Situation, sondern häufig auch die ihrer Familie und Gemeinde. Wenn Mädchen die Schule abschließen können, entscheiden sie selbstbestimmter und sind weniger anfällig für Krankheiten wie HIV und Aids oder Malaria. Außerdem schützen Mädchen sich, ihre Familie und ihr Umfeld besser vor den Folgen des Klimawandels und verbessern Ernährungssicherheit, wenn sie in ihren Rechten gestärkt werden. Im Jahr 2017 gingen dennoch nur 39,2 Prozent der sektoral aufteilbaren ODA Deutschlands  in Projekte, die Geschlechtergerechtigkeit als Nebenziel hatten und nur 1,1 Prozent in Projekte, die Geschlechtergerechtigkeit als Hauptziel verfolgt haben.

Weniger Konflikte durch Bildung

Nochmal zum Beispiel Bildung: Investitionen in Bildungschancen verbessern nicht nur die Perspektiven der Menschen vor Ort.  Bildung trägt auch zur Stärkung von Demokratie und Frieden weltweit bei. Laut einer über einen großen Zeitraum hinweg durchgeführten Studie in 100 Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen, waren Länder mit extremen Bildungsunterschieden  zweimal so anfällig dafür in den Folgejahren Konflikte zu erleben. Wenn aber im Durchschnitt 10 Prozent mehr junge Männer die Sekundarschule besuchten, sank das Risiko eines Konfliktes um ein Viertel. Und wir dürfen nicht vergessen, weltweit gehen 264 Millionen Kinder nicht zur Schule.

Entwicklungszusammenarbeit ist mehr als Fluchtursachenbekämpfung

Entwicklungszusammenarbeit ist eine Investition in die Welt, in der wir leben werden. Und als solche sollte sie dazu eingesetzt werden, Menschenrechte zu stärken und auf Augenhöhe und nachhaltig zusammenzuarbeiten. Entwicklungszusammenarbeit nur als Fluchtursachenbekämpfung anzusehen, ist zu kurzfristig und geht im besten Fall an den Bedürfnissen der Menschen vorbei, wenn es nicht sogar riskiert Unrecht und Menschenrechtsverletzungen zu verstärken.

Deutschland hat eine internationale Verantwortung sich für eine gerechtere Welt einzusetzen und dabei darauf zu achten, dass niemand zurückgelassen wird. Denn nicht zuletzt baut unser Wohlstand auch auf dem globalen Wohlstandsgefälle auf. Als Industrienation hat Deutschland unverhältnismäßig viel zur globalen Erwärmung und Ressourcenverschwendung beigetragen. Und unfairer Handel trägt dazu bei, dass Konsumierende hier Waren billig kaufen können und Unternehmen Profite machen, während anderswo Menschenrechte durch Zwangsarbeit, Ausbeutung und Landraub verletzt werden. Daher sollten wir alles tun, um diese Ungleichheiten abzubauen und nachhaltige Entwicklung zu fördern – und dafür reichen nicht nur Lippenbekenntnisse, wir müssen auch bereit sein, Geld zu investieren.

Kinder werden vor geschlossenen Türen stehen

Ich möchte Ihnen von meiner Erfahrung während meines Freiwilligendienstes in Nord-Mazedonien erzählen. Dort habe ich in einem Bildungszentrum mit Kindern und Jugendlichen aus der Roma-Community gearbeitet, Europas größter Minderheit, die sich leider in ganz Europa immer noch häufig mit Benachteiligung und Diskriminierung konfrontiert sieht. In dem Bildungszentrum, bekamen die Kinder und Jugendlichen Unterstützung um soziale Rechte vor allem das Recht auf Bildung besser wahrnehmen zu können. Durch meine Organisation haben sie die Möglichkeit ihrem Traum, in der Zukunft Richterin, Stewardess oder Anwalt zu werden ein Stück näher zu kommen. Das Zentrum verbreitet mit seiner Arbeit viel Mut und Hoffnung für eine bessere Zukunft. Doch, wenn zum Ende des Jahres die Projektfinanzierung ausläuft und kein neuer Geber gefunden wurde, werden um die 100 Kinder vor geschlossenen Türen stehen, wenn sie Hilfe bei den Hausaufgaben oder Förderung in bestimmten Schulfächern suchen. Was möchte ich mit diesem Bericht sagen? Es gibt Hoffnung für die Zukunft, es gibt schon viele Lösungsansätze. Aber wir müssen auch darein investieren. Zukunft gibt es nicht umsonst.

Versprechen einhalten – Unsere Zukunft sollte es wert sein

Deutschland hat sich 1970 im Rahmen der Vereinten Nationen dazu verpflichtet jährlich 0,7 Prozent seines Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit (ODA) auszugeben. Dieses Ziel  haben wir in fast 50 Jahren kein einziges Mal erreicht, wenn man die Kosten für geflüchtete Menschen im Inland nicht mit einrechnet. Dabei hat die jetzige Regierung sich in dem Koalitionsvertrag noch einmal zu ihrer internationalen Verantwortung bekannt. Und auch in den kommenden Jahren, jetzt wo wir so drängenden globalen Fragen gegenüber stehen, sieht es nicht so aus, als ob das Ziel erreicht werden würde. Im Gegenteil: Wie die aktuelle Studie von VENRO zeigt, werden nächstes Jahr 1,3 Milliarden Euro fehlen, um das 0,7 Prozent Ziel zu erreichen. In den Jahren danach wird die ODA-Lücke sogar noch größer. Mal im Vergleich dazu: Für das Verteidigungsministerium  sind im Haushaltsentwurf für 2020 44,9 Milliarden Euro vorgesehen. Warum geben wir Millionen Euro für Militär aus, vernachlässigen gleichzeitig aber die Finanzierung von ziviler Konfliktbearbeitung und Friedensförderung und Entwicklungszusammenarbeit, die nachhaltig dazu beitragen kann, dass Konflikte erst gar nicht ausbrechen und sich um die Menschen kümmert, die durch Konflikte ihre Lebensgrundlagen verloren haben und noch lange mit den Folgen von Krieg leben müssen?

Nicht zuletzt würde ich mir wünschen, dass die Stimmen von jungen Menschen mehr gehört werden. Denn wir sind diejenigen, die die Konsequenzen jetziger Entscheidungen tragen. Wir werden nicht nur 2030 erleben, sondern auch 2050, 2075 und manche von uns sogar 2100. Und deshalb ist es uns wichtig, dass in das Erreichen der Agenda 2030, in unsere Zukunft investiert wird.

Wir  müssen jetzt gemeinsam anfangen Schritte in die richtige Richtung zu gehen und  Zukunft zu gestalten.  Dafür müssen wir Zeit, Kraft, Mut und Geld  investieren. Unsere Zukunft sollte es uns wert sein!”

Quellen:

Dieser Beitrag ist im Vorfeld auf der Website von Plan International Deutschland erschienen. Hier geht’s zum Beitrag.

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14 Milliarden für das Ende von AIDS, Tuberkulose und Malaria

11. Oktober 2019 - 9:03

Die acht Entwicklungsorganisationen Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Freunde des Globalen Fonds Europa, Global Citizen, Kindernothilfe, ONE, Oxfam, Plan International Deutschland und World Vision begrüßen die heute in Lyon von Gebern zugesagten 14 Milliarden USD für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Zu diesem Erfolg hat auch Deutschland beigetragen: der deutsche Beitrag für die kommende Finanzierungsperiode (2020-2022) steigt um knapp 18 Prozent auf eine Milliarde Euro.

Die entwicklungspolitischen Organisationen sagen dazu: “Die volle Finanzierung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ist ein großer Erfolg – vor allem für die 16 Millionen Menschen, deren Leben durch die Arbeit des Fonds gerettet werden können. Doch gerade in einer Zeit, in der der Multilateralismus immer mehr unter Beschuss steht, ist dies auch ein großer Erfolg für die internationale Kooperation. Es ist sehr gut, dass globale Gesundheit weiterhin ein gemeinsamer Nenner ist.”

Die drei großen Infektionskrankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria fordern laut WHO auch heute noch jährlich fast drei Millionen Leben. Die Erfolge des Globalen Fonds machen das Ziel greifbar, die Ausbreitung der drei tödlichsten armutsassoziierten Krankheiten endlich zu stoppen und somit der Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) näher zu kommen. Es könnte jedoch schnell wieder in weite Ferne rücken, wenn sich die Weltgemeinschaft – und insbesondere wirtschaftsstarke Nationen wie Deutschland – nicht auch in Zukunft als verlässliche Partner bei der Eindämmung der Epidemien erweist. Darauf machten die acht Entwicklungsorganisationen mit der Kampagne #FillUpTheFund im Vorfeld aufmerksam. Insgesamt 19 Bundestagsabgeordnete hatten sich in einer Videobotschaft (fillupthefund.de) für einen starken Beitrag Deutschlands ausgesprochen.

 

Über den Globalen Fonds:

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria finanziert Präventions- und Behandlungsprogramme in mehr als 100 Ländern. So wurden mit der Hilfe des Globalen Fonds seit seiner Gründung im Jahr 2002 32 Millionen Menschenleben gerettet. Insgesamt konnten die Todesfälle durch die drei Armutskrankheiten um ein Drittel reduziert werden – ein beeindruckender Erfolg, der den Globalen Fonds zu einem der effektivsten Finanzierungsinstrumente für weltweite Gesundheit macht. Bei der alle drei Jahre stattfindenden Finanzierungskonferenz geben die öffentlichen und privaten Geber des Fonds bekannt, welche Beiträge sie für die Jahre 2020 bis 2022 bereitstellen werden. Der Globale Fonds strebte im Vorfeld an, mindestens 14 Milliarden US-Dollar für die drei Jahre zu mobilisieren, um dazu beizutragen, dass 16 Millionen Menschenleben gerettet und die Gesundheitssysteme in einkommensschwachen Ländern nachhaltig verbessert werden können. Heute wurde bekannt, dass dieses Ziel, das von vielen Beobachtern für einen Minimalbeitrag für die gesetzten Ziele gehalten wird, erreicht worden ist.

 

Weitere Informationen:

Über den Globalen Fonds: http://fillupthefund.de/der-globale-fonds/

Infografik zum Globalen Fonds: https://bit.ly/2ZkO5Q4

Infografik zur Wirkung der Investitionen: https://bit.ly/2mnQVGC

Videobotschaften und Kampagnenwebsite: www.fillupthefund.de

Der Globale Fonds und die SDGs:

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Communications Assistant (part-time) based in Berlin

30. September 2019 - 10:41

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) is a global development organisation that focuses on the needs and potential of the largest youth generation in history. We are committed to creating demand for and access to health information, services, supplies, and economic empowerment for youth. We achieve this by engaging in advocacy, capacity development, and reproductive health initiatives so that young people are empowered to lead healthy and self-determined lives. With our headquarters in Hannover, Germany, DSW operates two liaison offices in Berlin and Brussels, as well as maintaining a strong presence in Ethiopia, Kenya, Tanzania, and Uganda.

For more information, please see: www.dsw.org

DSW seeks to recruit an

Communications Assistant (part-time) based in Berlin, Germany

The part-time Communications Assistant (20 hrs a week) supports the International Communications Manager with the further development and implementation of the “State of African Women” Project. The right candidate must have a creative mind-set and be able to apply specialised communications knowledge in building awareness of the project to international audiences.

Areas of Responsibility:

·     Expand online and social media presence via Facebook, Twitter, and Instagram. Responsible for measuring impact and reporting progress (collating analytics and metrics)

·     Create engaging and impactful blog entries

·     Support with material and publication development

·     Maintain, monitor, and expand project website

·     Proofreading and editing print publications and online material

·     Event and administrative support

·     Any other duties as assigned by the International Communications Manager

Requirements:

·     Social media savvy with proven experience (content creation and monitoring)

·     Solid writing ability to create engaging posts within a tight-timeframe

·     Knowledge of the publication process (digital/print)

Person Specifications:

·     Professional qualification in either Communications, International Relations, Journalism, Marketing, or in another relevant field.

·     Must be a native-level English speaker. Proficiency in German is required.

·     One-three years’ experience working in communications. This position is also suitable for students.

·     Strong writing and copy-editing skills in English (native level).

·     Above all, the applicant must have an open, positive attitude, and be committed to continuous improvement.

·     Supportive of DSW’s mission, vision, and core values.

We offer:

·     A pleasant working atmosphere within a dynamic department

·     A competitive salary

If you are interested, please send your application in English with a CV and cover letter. Please also state your salary expectations. Reference the email “DSW201909/8 Communications Assistant Application” and send directly to: jobs.deutschland@dsw.org

Please be informed that only applications with the reference number “DSW201909/8 Communications Assistant Application” in the email subject line will be taken into account.

·     Deadline for application: October 6, 2019

·     Contract duration: Five Months

·     Ideal start date: October 28, 2019

Please note: Non-EU applicants must be in possession of a full valid work permit for Germany.

DSW is an equal opportunity employer.

We look forward to your application!

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Weltverhütungstag: Jede zweite Frau in Afrika südlich der Sahara kann nicht verhüten

24. September 2019 - 12:32

Hannover, 25. September 2019. In Afrika südlich der Sahara kann jede zweite Frau, die eine Schwangerschaft verhindern möchte, nicht verhüten. Eine der Folgen: Frauen bekommen dort im Durchschnitt ein Kind mehr, als sie sich wünschen, was erheblich zum hohen Bevölkerungswachstum in der Region beiträgt. Aktuellen Prognosen der Vereinten Nationen zufolge wird sich die Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara von heute rund einer Milliarde Menschen bis 2050 voraussichtlich verdoppeln und bis 2100 fast vervierfachen. Wenn dort alle Menschen frei entscheiden könnten, ob bzw. wann und wie viele Kinder sie bekommen, würde die Bevölkerungszahl in der Region im Jahr 2100 um 30 Prozent niedriger liegen, als derzeit prognostiziert wird. Diese Zahlen gibt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des Weltverhütungstags am 26. September bekannt.

Wachstum der Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara könnte um 30 Prozent sinken

„Dort, wo es am schwierigsten ist, ein gesundes und selbstbestimmtes Leben zu führen, gibt es mehr ungewollte Schwangerschaften und Geburten. Frauen und Mädchen in Afrika südlich der Sahara können vor allem deshalb nicht verhüten, weil es an Aufklärung, bezahlbaren Verhütungsmitteln sowie einer guten Gesundheitsversorgung mangelt und sie oft keine oder sehr geringe Mitspracherechte bei der Familienplanung haben. Täglich werden 20.000 Mädchen unter 18 Jahren in Entwicklungsländern Mütter – oftmals ohne ein Recht auf Mitsprache“, sagt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. „Diese Bereiche müssen dringend stärker gefördert werden – auch im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mädchen und Frauen müssen ihr Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung endlich wahrnehmen können. Dann ginge es nicht nur den einzelnen Menschen besser. Es hätte auch einen positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Länder.“

Über den Weltverhütungstag

Der Weltverhütungstag, der jährlich am 26. September begangen wird, ist eine internationale Initiative, für die sich zahlreiche nichtstaatliche Organisationen wie die DSW engagieren. Ziel ist es, das Bewusstsein für Fragen der Sexualaufklärung und Empfängnisverhütung zu schärfen.

Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Weitere Informationen:

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5 Fragen – 5 Antworten zur Verhütung

16. September 2019 - 10:00
Wie steht es um die Verhütung in der Welt? Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Am 26. September ist übrigens Weltverhütungstag. Er soll den Blick darauf lenken, wie wichtig Sexualaufklärung und Verhütung für uns alle ist – und darauf, dass viele Frauen in Entwicklungsländern ihr Recht auf Verhütung noch immer nicht wahrnehmen können. Dabei sollte Verhütung das Natürlichste auf der Welt sein:

1. Wie verhüten die meisten Menschen weltweit?

Während in Deutschland die Antibabypille unangefochten an der Spitze steht, ist die weltweit gängigste Verhütungsmethode mit 30 Prozent die Sterilisation der Frau, gefolgt von der Spirale mit 21 Prozent. Pille und Kondom landen im weltweiten Durchschnitt lediglich auf den Plätzen 3 und 4. Rund jede*r Zehnte „verhütet“ mit traditionellen Methoden – darunter der Coitus Interruptus oder die Zykluskontrolle.

Wenn Frauen die Wahl zwischen verschiedenen Verhütungsmethoden haben, gibt es mehrere Faktoren, die ihre Entscheidung beeinflussen. Dazu zählen gesundheitliche Nebenwirkungen, die einfache Anwendbarkeit und die Präferenz des Partners. In Entwicklungsländern, in denen Frauen häufig gesellschaftlich schwächer gestellt sind, können Frauen die Anwendung von Verhütung gegenüber ihrem Partner oft nicht durchsetzen. Daher sind „unsichtbare“ Methoden wie die Dreimonatsspritze besonders wichtig.

Eine Übersicht über 17 Verhütungsmittel mit Hinweisen zur Anwendung und zu Vor- und Nachteilen bietet die Seite Your Life.

2. Welche Verhütungsmethoden sind besonders wirksam?

Die meisten modernen Verhütungsmethoden sind sehr wirksam, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Das setzt jedoch voraus, dass man sie korrekt und regelmäßig anwendet. Es genügt also nicht, Verhütungsmittel bereitzustellen. Vielmehr müssen auch Informationen darüber vermittelt werden, wie sie anzuwenden sind.

Die Wirksamkeit der verschiedenen Verhütungsmethoden lässt sich daran messen, wie viele Schwangerschaften es pro 100 Frauen im ersten Jahr der Nutzung gibt. Die wenigsten Schwangerschaften (nämlich 1 pro 100 Frauen) gibt es bei Implantaten, Spiralen und der weiblichen Sterilisierung, womit diese als die sichersten Verhütungsmethoden gelten. Die meisten Schwangerschaften gibt es bei den beiden traditionellen Methoden Coitus Interruptus (22) und Zyklusmethoden (24) sowie bei Spermiziden (28). Allerdings schützt selbst die am wenigsten wirksame Methode noch um ein Vielfaches besser vor einer Schwangerschaft als keine Methode. Denn: Von 100 sexuell aktiven Frauen, die auf Verhütung verzichten, werden innerhalb eines Jahres 85 schwanger.

3. Ist Verhütung für jeden selbstverständlich?

In Entwicklungsländern kann jede vierte Frau, die eine Schwangerschaft vermeiden möchte, nicht verhüten. Das sind 214 Millionen Frauen! Während Verhütung für die meisten Frauen in Industrieländern eine Selbstverständlichkeit und leicht zugänglich ist, können Frauen in Afrika südlich der Sahara davon nur träumen. Dort hat jede zweite Frau, die verhüten möchte, keine Möglichkeit dazu. Dabei ist Verhütung ein Menschenrecht!

Ob jemand Verhütungsmittel verwendet oder nicht, ist unter anderem eine Frage der Bildung und des Einkommens. Wenn Frauen keine Verhütungsmittel verwenden, kann es aber auch daran liegen, dass sie mit den verfügbaren unzufrieden sind oder sie Angst vor den Nebenwirkungen haben. Sexualaufklärung, gute Beratungsangebote und ein hochwertigeres Verhütungsmittelangebot sind nötig, um dem entgegenzuwirken.

Das ist vor allem für junge Frauen in Entwicklungsländern lebenswichtig, denn sie sind besonders vom Mangel an Familienplanung betroffen und zugleich besonders hohen Risiken bei einer zu frühen Schwangerschaft ausgesetzt.

4. Welche Folgen hat fehlende Verhütung?

In Entwicklungsländern werden fast 250.000 Mädchen und Frauen ungewollt schwanger – jeden Tag! Pro Jahr sind das 89 Millionen ungewollte Schwangerschaften.

Was hinter diesen Zahlen steckt: Vor allem bei Mädchen und jungen Frauen und bei denjenigen, die eine unsachgemäße Abtreibung durchführen lassen, bedeutet eine ungewollte Schwangerschaft häufig gravierende, teilweise lebenslange gesundheitliche Einschränkungen oder sogar den Tod. So zählen Komplikationen infolge von Schwangerschaft oder Geburt für Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren zu den häufigsten Todesursachen. Hinzu kommt, dass Mädchen in Entwicklungsländern, die schon im Teenageralter schwanger werden, häufig die Schule oder Ausbildung abbrechen müssen. Ein Kreislauf aus Armut und Not beginnt.

Deshalb sind Aufklärung und Familienplanung so wichtig! Investitionen in Familienplanung helfen nicht nur, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden und Leben zu retten. Mit jedem zusätzlich in Familienplanung investierten US-Dollar können 2,30 US-Dollar für schwangerschaftsbezogene Gesundheitsdienste eingespart werden.

Wenn alle Frauen verhüten könnten und Schwangere und Neugeborene eine gute medizinische Versorgung bekämen,

  • würde die Zahl ungewollter Schwangerschaften um 75 Prozent auf 22 Millionen pro Jahr sinken,
  • gäbe es 23 Millionen weniger ungewollte Geburten und 36 Millionen weniger Schwangerschaftsabbrüche,
  • könnte das Leben von 224.000 Müttern und 2,2 Millionen Neugeborenen gerettet werden.
5. Was ist zu tun, damit Verhütung selbstverständlich wird?

Da ist ein ganzer Strauß von Maßnahmen zu nennen: von der Entwicklung neuer Verhütungsmethoden, die auf bessere Akzeptanz bei allen Zielgruppen stoßen, über den Ausbau an Aufklärungs- und Verhütungsangeboten – besonders auch für junge Menschen – bis hin zur Stärkung von Gesundheitssystemen.

Das alles kostet Geld, aber der Rahmen ist überschaubar. Jährlich würde es elf Milliarden US-Dollar kosten, allen Frauen in Entwicklungsländern, die verhüten möchten, die Möglichkeit dazu zu geben. Das sind 5,5 Milliarden US-Dollar mehr, als gegenwärtig in Verhütungsmittel, Personal und Gesundheitssysteme investiert wird. Gefordert sind dabei sowohl die Entwicklungs- als auch die Industrieländer. Mehr Mittel für Verhütung ist gut investiertes Geld und zahlt sich mehrfach aus – sowohl aus menschenrechtlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Und hier noch 5 Fragen – 5 Antworten der etwas anderen Art:
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Dieser Beitrag ist erstmals erschienen am 24.09.2015 und wird jährlich mit neuen Zahlen überarbeitet.

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Der neue DSW-Jahresbericht ist da!

6. September 2019 - 11:45

Der DSW-Jahresbericht ist druckfrisch (und selbstverständlich auch digital) erschienen. Darin blicken wir zurück auf ein erfolgreiches Jahr: Im letzten Jahr hat die öffentliche Aufmerksamkeit für das anhaltende Bevölkerungswachstum, insbesondere in Afrika, merklich zugenommen. Immer öfter werden wir gefragt, was denn getan werden kann, um diese Entwicklung zu beeinflussen.

Selbstverständlich sind die Ursachen der Bevölkerungszunahme vielfältig. Sicher ist jedoch, dass unzureichende Gesundheitsversorgung, fehlender Zugang zu Familienplanung und Benachteiligung von Mädchen und Frauen in der Gesellschaft maßgeblich zu diesem Wachstum beitragen. Und genau hier setzt unsere Arbeit an.

Informationen über die Projekte, die wir im vergangenen abgeschlossen oder neu begonnen haben, sowie über unsere politische Arbeit und unsere Finanzen finden Sie in unserem DSW-Jahresbericht. Das DSW-Team wünscht Ihnen einen anregende Lektüre.

Klicken Sie auf das Vorschaubild, um zum PDF zu gelangen.

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Bei Schwangerschaft: Schulabbruch

4. September 2019 - 16:39

In den letzten Wochen endeten in Deutschland nach und nach die großen Ferien. Manche schauen auf das neue Schuljahr mit Vorfreude, andere mit Nervosität oder Unlust und die meisten wohl mit einer Mischung aus allem drei. Man vergisst schnell, dass es viele Kinder und Jugendliche auf der Welt gibt, für die das ganz und gar nicht selbstverständlich ist. Wer zum Beispiel im ländlichen Kenia zur Schule geht, ist mit Hürden konfrontiert, über die man hier kaum nachdenkt.

Zwei große Hürden auf dem Weg zur Selbstbestimmung Grund 1: Menstruation und Schwangerschaft

Ja, richtig gelesen! Menstruation ist eine Hürde – eine große sogar. Viele Millionen Mädchen können nicht zur Schule gehen, wenn sie ihre Periode haben. Oder genauer: Weil Stigma, Unwissenheit und Mangel an Hygieneprodukten dazu führen, dass sie nicht wissen, wie sie mit der Blutung umgehen können. Aus Scham bleiben sie dann oft zuhause. Sie sind in dieser Zeit nicht nur von ihrer Bildung, sondern auch vom Alltag ausgeschlossen. Viele lassen sich sogar aus Verzweiflung auf sexuelle Handlungen im Tausch gegen Binden ein – meist mit älteren Männern, die die Situation der Mädchen kennen und ausnutzen.

Eine weitere Hürde sind Teenagerschwangerschaften. In manchen ländlichen Regionen Kenias, wie Kilifi und West Pokot, betrifft dies jedes vierte Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren – obwohl die meisten von ihnen noch gar keine Mutter werden wollen. Sowohl mangelndes Wissen als auch fehlende Akzeptanz und Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln sind Gründe dafür.

Die Folgen sind vielfältig. Einige Eltern bestehen darauf, dass ihre Tochter den Vater des Kindes heiratet. Oft beendet das die Schullaufbahn, weil sich die junge Mutter um Haushalt und Familie kümmern muss. Gleichzeitig sind besonders junge Frauen einer größeren Gefahr durch Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen ausgesetzt. Für die Altersgruppe sind dies die häufigsten Todesursachen.

Grund 2: Viele Fragen – Wer antwortet?

Die Zahlen beziehen sich auf 15 bis 19-Jährige. Doch was passiert eigentlich davor? Für Jugendliche unter 15 Jahren ist es noch schwieriger, Antworten auf ihre Fragen rund um das Erwachsenwerden zu bekommen. Sexualität ist für diese Altersgruppe in Kenia ein Tabu. Das zeigt auch der Fakt, dass die Zahlen für Schwangerschaften von unter 15-Jährigen gar nicht richtig erhoben werden, obwohl sie nicht selten sind. Viele Mädchen haben schon vor dem 16. Lebensjahr Geschlechtsverkehr und können schwanger werden. Schließlich setzt auch die erste Periode irgendwann zwischen zehn und 15 Jahren ein. Doch die jungen Menschen erhalten kaum Unterstützung.

Mit Schulklubs zum Ziel

In den Regionen Kilifi und West Pokot, wo die Zahl ungewollter Schwangerschaften bei Minderjährigen weit über dem Landesdurchschnitt liegt, sind wir deshalb in den kommenden drei Jahren mit einem neuen Aufklärungsprojekt aktiv.

Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Schulklubs, in denen zehn bis 14-Jährige mehr über Sexualität, Gesundheit und Verhütung erfahren. Sie werden von gleichaltrigen, ausgebildeten Jugendberater*innen angeleitet, sodass sich niemand zu schämen braucht, eine „blöde Frage“ zu stellen. Ältere Jugendberater*innen und Vertrauenslehrer*innen unterstützen allerdings zusätzlich – schließlich sind die Themen manchmal brenzlig.

Das Umfeld aktiveren

Neben den Jugendlichen aus den Schulklubs bindet die DSW umliegende Gesundheitszentren und zuständige Behörden in die Aufklärungsaktivitäten mit ein. Denn gerade zu diesen offiziellen Anlaufstellen zu gehen, stellt für junge Menschen eine große Hemmschwelle dar. Was passiert bei einem HIV-Test? Was ist, wenn Bekannte meiner Eltern mich in der Gesundheitsstation sieht? Und wie kann ich lernen, mir Gehör zu verschaffen?

Zusätzlich gilt es natürlich jene zu überzeugen, die bereits einen Einfluss in den Gemeinden haben, wie zum Beispiel Lehrpersonal, Gemeindeführer, religiöse Autoritäten und ganz besonders: Die Politiker*innen. Denn wenn sich an den Strukturen etwas verändert, dann kann dies einen großen Effekt auf die einzelne Schule – und letztlich die einzelne Schülerin haben.

Erfolge, die uns Recht geben

Diesen ganzheitlichen Ansatz für die altersgerechte und sensible Aufklärung von Jugendlichen unter 15 Jahren haben wir schon in zahlreichen Projekten erprobt. Eine wichtige Lektion daraus ist, dass nicht nur Fragen zur Verhütung oder Menstruation in den Klubs besprochen werden. Besonders der gegenseitige Respekt und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen sind stets zentrale Themen. Dies zeigt sich wiederum in den Projektergebnissen: Die Lehrer*innen der beteiligten Schulen berichten von einem deutlichen Rückgang von Schwangerschaften und Frühverheiratungen an ihren Schulen – und somit von weniger Schulabbrüchen, besseren Noten und mehr Selbstvertrauen bei den Mädchen. Bei den Jungen zeigt sich ein respektvollerer Umgang mit Mädchen. Die Klubs sind ein solcher Erfolg, dass sie oft auch nach dem offiziellen Ende des Projekts von der Schule weitergeführt werden.

Unsere Projektaktivitäten im Überblick
  • Gründung von 14 Klubs mit jeweils 25 Mitgliedern in Grundschulen
  • Schulungen für Grundschüler*innen (zehn bis -14 Jahre) zu Jugendberater*innen
  • Schulung von Lehrpersonal und Eltern
  • Altersgerechte Wissensvermittlung an tausende Schüler*innen durch Jugendberater*innen, Klubmitglieder, Lehrer- und Jugendmentor*innen im Rahmen von Gruppentreffen, Mädchenforen und verschiedenen Schulaktionen
  • Dialoge mit Gemeindemitgliedern, Gesundheitspersonal und Entscheidungsträger*innen, um sie über die Rechte von Heranwachsenden zu informieren und für ihre Belange zu sensibilisieren
  • Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden zur Stärkung von Kinderrechten und ihrer Nachverfolgung
  • Aufbau von Austauschforen für junge Heranwachsende, in denen Anliegen und Wünsche an politische Autoritäten formuliert werden
  • Stärkung der jungen Heranwachsenden bei der Teilnahme an politischen Entscheidungsprozessen
  • Zusammenarbeit mit lokalen Journalist*innen und Unterstützung von Medienarbeit, die sich schwerpunktmäßig mit den Belangen von Jugendlichen auseinandersetzt

 

Wir benötigen noch dringend Unterstützung, bei der Umsetzung der diesjährigen Projektaktivitäten. Vertrauen Sie auf unsere Erfahrung – Bitte helfen Sie mit!

Ja, ich will helfen!

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G7-Gipfel: Mehr Geld für den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria

25. August 2019 - 18:25

Hannover, 25.08.2019. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) begrüßt die heutige Ankündigung Angela Merkels auf dem G7-Gipfel, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose (TB) und Malaria in den nächsten drei Jahren mit einer Milliarde Euro zu unterstützen. Im Vergleich zur aktuellen Finanzierungsperiode hat die Bundesregierung die Zusage um knapp 18 Prozent erhöht. Mit diesem Schritt trägt Deutschland dazu bei, Millionen Menschenleben zu retten, Gesundheitssysteme nachhaltig zu stärken und dem nachhaltigen Entwicklungsziel 3, Gesundheit und Wohlergehen aller Menschen, näher zu kommen.

DSW: Merkels erhöhte Zusage für den Globalen Fonds zeigt deutlichen politischen Willen

Dazu sagt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr: „Mit Angela Merkels erhöhter Zusage zeigt die Bundesregierung deutlichen politischen Willen, den drei Epidemien endlich ein Ende zu setzen. Das begrüße ich sehr! Ich finde es nach wie vor erschreckend, dass in Afrika südlich der Sahara drei Viertel der HIV-Neuinfektionen unter Teenagern Mädchen betreffen. Global gesehen ist Aids die Todesursache Nummer eins von Frauen unter 50. Alle diese Todesfälle sind vermeidbar und dafür spielt der Globale Fonds eine Schlüsselrolle!“

Gemeinsam mit neun anderen Entwicklungsorganisationen und Mitgliedern des Bundestages aus fünf Fraktionen hatte die DSW mit der Kampagne #FillUpTheFund (www.fillupthefund.de) die Bundesregierung dazu aufgerufen, den Globalen Fonds mit einem starken deutschen Beitrag zu unterstützen.

Renate Bähr erklärt hierzu: „Ohne die fraktionsübergreifende starke Unterstützung für den Globalen Fonds im Bundestag wäre es nicht zu dieser lebensrettenden Zusage gekommen. Wir werden weiterhin zusammen mit anderen NGOs im Parlament für einen vollfinanzierten Globalen Fonds werben.“

Über den Globalen Fonds:

Die drei großen Infektionskrankheiten Aids, TB und Malaria fordern laut WHO auch heute noch jedes Jahr fast drei Millionen Menschenleben. Der Globale Fonds finanziert Präventions- und Behandlungsprogramme in mehr als 140 Ländern. Dadurch hat er seit seiner Gründung 2002 dazu beigetragen, 27 Millionen Menschenleben zu retten, die ansonsten an den Folgen von Aids, TB und Malaria gestorben wären. Neben der Eindämmung der Epidemien stärkt der Globale Fonds die Gesundheitsversorgung insgesamt: Er unterstützt einkommensschwache Länder beim Aufbau nachhaltiger Gesundheitssysteme, damit alle Menschen Zugang zu guter Gesundheitsversorgung bekommen. Bis zu seiner Wiederauffüllungskonferenz in Lyon am 10. Oktober benötigt der Globale Fonds mindestens 14 Milliarden US-Dollar, um seine erfolgreiche Arbeit in den Jahren 2020-2022 fortzusetzen. Der an der Wirtschaftskraft gemessene faire Beitrag liegt nach Berechnungen des Aktionsbündnisses gegen Aids für Deutschland bei mindestens 1,2 Milliarden Euro.

Weitere Informationen: Über die DSW:

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. Neben ihrem Hauptsitz in Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten.

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