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Eine andere Digitalisierung ist möglich!

18. November 2019 - 13:28
Eine andere Digitalisierung ist möglich! Janina Longwitz 18.11.2019 | 13:28 Uhr Unsere Forderungen für eine nachhaltige Digitalisierung

Wir, zehn Organisationen aus der Netz-, Umwelt- und Entwicklungspolitik, haben mit der Konferenz „Bits & Bäume“ im November 2018 eine gemeinsame Grundlage dafür geschaffen, wie die Digitalisierung so gestaltet werden kann, dass sie dem Gemeinwohl und Frieden dient,
Datenschutz ernst nimmt und soziale und ökologische Ziele gleichermaßen fördert. Die fast 2.000 Teilnehmer*innen der Konferenz in Berlin, die Ergebnisse der Workshops und die zahlreichen Diskussionen auf und vor der Bühne zeigen: Die Zivilgesellschaft und eine kritische
Wissenschaft haben gemeinsam die Wissensgrundlage, die Kompetenzen, die Weitsicht, den Willen und auch die Kraft, eine nachhaltige Digitalisierung mitzugestalten, wenn sie sich zusammenschließen. Wir können die Digitalisierung nicht alleine der Wirtschaft und der Politik überlassen. Deshalb werden wir uns zukünftig noch stärker und gemeinsam in die gesellschaftliche Diskussion und die praktische Umsetzung einbringen. Als Bündnis von Organisationen mit zehn verschiedenen Perspektiven auf die notwendigen Veränderungen stellen wir gemeinsam diese Forderungen.

Das Bündnis besteht aus:

Publikationstyp Forderungspapier Seitenanzahl8 Themen Zukunftsfähige Digitalisierung

Download: Bits & Bäume - Forderungen [PDF; 0,2 MB]

. Weiterführende LinksZu Bits & Bäume Beteiligte Personen Echter NameHendrik Zimmermann Referent für Energiewendeforschung und Digitale Transformation +49 (0)30 / 28 88 356-72 zimmermann@germanwatch.org

Germanwatch warnt vor „Überforderung“ des CO2-Preises

19. September 2019 - 11:22
Germanwatch warnt vor „Überforderung“ des CO2-Preises Stefan Küper 19.09.2019 | 11:22 Uhr Vor heutiger Sitzung des Koalitionsausschusses: CO2-Preis in Wärme und Verkehr kann nicht Hauptlast zum Erreichen der Klimaziele tragen / Bisher bekannte Maßnahmen würden kaum die Hälfte der Lücke zu Zielen bei Wärme und Verkehr schließen / Germanwatch fordert von Klimakabinett ambitioniertes Paket aus Klimaschutzgesetz sowie weiteren klaren Vorschriften, CO2-Preis und Fördermaßnahmen

Berlin (19. Sep. 2019). Einen Tag vor der Abschlusssitzung des Klimakabinetts warnt die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch die Spitzen von CDU, CSU und SPD davor, den CO2-Preis als politisches Feigenblatt für ein insgesamt unzureichendes Maßnahmenbündel zu missbrauchen. Germanwatch vorliegenden Informationen zufolge würden die im Klimakabinett aktuell diskutierten Maßnahmenvorschläge aus den Ministerien für Bau und Verkehr in einem Fall nur ungefähr die Hälfte (Gebäude) und im anderen Fall (Verkehr) sogar deutlich weniger als die Hälfte der Lücke zum Erreichen der jeweiligen Klimaziele bis 2030 schließen. „Wenn man so tut, als könne ein CO2-Preis nun den Großteil der Klimaschutzlücke in den Bereichen Verkehr und Gebäude schließen, macht dies das gesamte Klimaschutzpaket unglaubwürdig“, warnt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Der CO2-Preis ist wichtig, doch das würde ihn überfordern. Um die notwendige Lenkungswirkung zu entfalten, müsste er dann sofort so hoch sein, dass man soziale Verwerfungen riskiert. Das wird die Politik aus verständlichen Gründen nicht zulassen und in der Folge die Klimaziele reißen.“

Christoph Bals weiter: „Ein seriös eingesetzter CO2-Preis muss Teil eines insgesamt strukturverändernden Klimapakets sein. Wir haben große Sorge, dass das Klimakabinett ein unausgegorenes Paket beschließt, welches ein erneutes Scheitern bei den Klimazielen unausweichlich macht. Klimaschutz nach dem Motto ‚wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass‘ funktioniert nicht mehr.“

Nach Ansicht von Germanwatch sollte ein sozial ausgewogen gestalteter CO2-Preis in Wärme und Verkehr spätestens Mitte kommenden Jahres bei 50 Euro je Tonne CO2 starten und danach bis 2030 um etwa 15 Euro pro Jahr steigen.

Germanwatch fordert vom Klimakabinett ein ambitioniertes Maßnahmenpaket, mit dem sich die deutschen Klimaziele für 2030 und 2050 mit einem Puffer sicher erreichen lassen. „Zu einem cleveren und glaubhaften Klimapaket gehört strukturveränderndes Ordnungsrecht“, betont Christoph Bals. "Insbesondere CDU und CSU setzen in ihren Vorschlägen zu sehr auf Förderprogramme und zu wenig auf Ausstiegsdaten für klimapolitisch problematische Technologien wie den Verbrennungsmotor oder Ölheizungen. Es muss klare Termine geben, ab denen diese Technologien nicht mehr neu zugelassen werden.“ Außerdem brauche es jetzt ein starkes Klimaschutzgesetz, das die Sektorziele verbindlich macht und den Weg zur Einhaltung der Klimaziele regelt.

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameKai Bergmann Referent für deutsche Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-71 bergmann@germanwatch.org Echter NameLinus Herzig Referent für CO2-Preise +49 (0)30 / 28 88 356-93 herzig@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

UN-Sondergipfel in New York ist Auftakt für wichtige Verbesserung der Klimaziele

18. September 2019 - 12:53
UN-Sondergipfel in New York ist Auftakt für wichtige Verbesserung der Klimaziele Stefan Küper 18.09.2019 | 12:53 Uhr Merkel braucht strukturverändernde Beschlüsse des Klimakabinetts für Gipfel am Montag / Deutschland muss internationale Partnerschaften für mehr Klimaschutz stärken / Germanwatch-Beobachter in New York vor Ort

Bonn/New York (18. Sept. 2019). Weil die Klimaschutz-Zusagen der einzelnen Staaten bisher nicht stark genug sind, um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen, hat UN-Generalsekretär Guterres die internationale Staatengemeinschaft für Montag nach New York eingeladen. Auf diesem UN-Sonderklimagipfel und bis spätestens nächstes Jahr sollen die Staaten ihre nationalen Klimaziele nachbessern. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in New York erwartet und benötigt dafür ein strukturveränderndes eigenes Klimapaket im Gepäck, betont die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. „Für den internationalen Klimaschutz wäre es sehr wichtig, dass Deutschland endlich wieder als Klimavorreiter auftritt. Dafür müsste Kanzlerin Merkel ein schnell umsetzbares Klimaschutzpaket vorlegen, das die Weichen grundlegend neu stellt. Die bisher vorliegenden Papiere deuten aber nicht darauf hin, dass dies beschlossen wird", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Zudem muss die Bundesregierung deutlich machen, dass sie sich engagiert für eine Erhöhung der EU-Klimaziele für 2030 und 2050 einsetzen wird, die spätestens im kommenden Jahr beschlossen werden sollen."

Generalsekretär Guterres hat eindringlich an alle Staaten appelliert, ihre Klimaschutzziele und -pläne zu verbessern. Es geht darum, die Chance zu erhalten, die globale Erhitzung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Neben der Verbesserung der Ziele für das Jahr 2030 sollen sich die Staaten dazu verpflichten, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Das bedeutet, dass dann nur noch so viele Treibhausgase ausgestoßen werden dürfen, wie die Erde im selben Zeitraum auf natürlichem Wege binden kann. Außerdem fordert Guterres einen CO2-Preis. Subventionen für fossile Energieträger sollen abgebaut und ab kommendem Jahr  keine neuen Kohlekraftwerke mehr gebaut werden. „Notwendig wäre, dass die Kanzlerin ein starkes Klimapaket bestehend aus verbindlichen Zielen für die Sektoren, wirkungsvollen Preissignalen und klaren Vorschriften sowie Anreizen zu mehr Klimaschutz mitbringt. Ein solches Gesamtpaket  würde zeigen, dass Deutschland strukturell auf die Klimakrise reagiert. Was aber bisher für das Klimapaket auf dem Tisch liegt, sind nett klingende und zum Teil sogar problematische  Einzelmaßnahmen, die die grundlegend falschen Weichenstellungen etwa in der Verkehrs- und der Landwirtschaftspolitik unberührt lassen“, so Christoph Bals.

Wenn Deutschland erneut eine internationale Vorreiterrolle übernehmen würde, könnte es gemeinsam mit mehreren Schwellen- und Entwicklungsländern eine Aufwärtsspirale erzeugen. Es wird auch von Kooperationsangeboten Deutschlands und der EU abhängen, ob und wie stark diese Länder bereit sind ihre Klimaschutzzusagen zu erhöhen. Bals: „Globale Partnerschaften für den Klimaschutz stärken den Multilateralismus. Ergänzend sollte Deutschland Partnerschaften mit wichtigen Schwellenländern wie Indien oder Südafrika eingehen, um deren Energie- und Verkehrswenden zu unterstützen. Davon würden alle beteiligten Staaten profitieren.“

Deutschland hat in der zweiten Jahreshälfte 2020 die EU-Präsidentschaft inne. Die EU, aber auch China und Indien sind zu spät dran, um schon in New York verschärfte Klimaziele anzukündigen. „Es wäre ein ganz wichtiges Signal, wenn im nächsten Jahr die EU abgestimmt mit China und Indien verschärfte Klimaziele und wirkungsvolle Umsetzungsmaßnahmen ankündigen könnte“, betont Bals.

Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameRixa Schwarz Teamleiterin Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-25 schwarz@germanwatch.org Echter NameDavid Ryfisch Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-22 ryfisch@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Breite Verbändeallianz richtet offenen Brief zu Klimaschutz im Verkehr an Kanzlerin Merkel

17. September 2019 - 11:27
Breite Verbändeallianz richtet offenen Brief zu Klimaschutz im Verkehr an Kanzlerin Merkel Stefan Küper 17.09.2019 | 11:27 Uhr Vor Entscheidung des Klimakabinetts: Der ADFC, die Allianz pro Schiene, BUND, der Deutsche Naturschutzring, die Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch, NABU, der Verkehrsclub Deutschland und WWF Deutschland wenden sich an Bundeskanzlerin Merkel

Berlin (17. Sept. 2019). Im Vorfeld der kommenden Sitzung des Klimakabinetts wendet sich eine breite Verbändeallianz aus dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), der Allianz pro Schiene (ApS), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Deutschen Naturschutzring (DNR), der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) und dem WWF Deutschland an Bundeskanzlerin Merkel.

Im Brief stellen die unterzeichnenden Verbände klar, dass die von Bundesverkehrsminister Scheuer mehrfach wiederholte Äußerung, er habe sein Maßnahmenprogramm mit allen Mitgliedern der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) abgestimmt, nicht den Tatsachen entspricht. Hierzu erklärt das Verbändebündnis: „Weder wurden wir nach unserer Meinung gefragt, noch haben wir dazu unsere Zustimmung gegeben. Unsere Zustimmung hätten wir auch dann nicht geben können, wenn wir gefragt worden wären, denn die beschriebenen Maßnahmen sind klimapolitisch unzureichend, beruhen auf fragwürdigen Annahmen und belasten zudem den Staatshaushalt über Gebühr.“

Zudem gibt das Bündnis in dem Brief eine Einschätzung zu dem von Bundesverkehrsminister Scheuer vorgelegten Maßnahmenprogramm zur Erreichung der Klimaziele im Verkehr ab.

Offener Brief an BK Merkel zu Klimakabinett, Verkehr. 17.09.2019

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameKai Bergmann Referent für deutsche Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-71 bergmann@germanwatch.org Echter NameDr. Manfred Treber Klima- und Verkehrsreferent +49 (0)228 / 60 492-14 treber@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

CDU/CSU müssen bei Klimaschutz wirklichen Kraftakt vollbringen, wollen sie glaubwürdig Volkspartei bleiben

16. September 2019 - 10:04
CDU/CSU müssen bei Klimaschutz wirklichen Kraftakt vollbringen, wollen sie glaubwürdig Volkspartei bleiben Stefan Küper 16.09.2019 | 10:04 Uhr Vor heutiger Sitzung der Spitzen von CDU und CSU: Beim Klimaschutzpaket steht Glaubwürdigkeit der Union auf dem Spiel / Schnell wirksamer CO2-Preis muss bei 50 Euro pro Tonne beginnen

Berlin (16. Sept. 2019). Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch ruft CDU und CSU zu einem "wirklichen Kraftakt" beim Klimaschutzpaket auf. Genau den hatte Kanzlerin Merkel angekündigt. Heute wollen sich die Spitzen der Unionsparteien auf die für sie zentralen Punkte für das Klimakabinett einigen. „Die Menschen erwarten von der Union einen Quantensprung beim Klimaschutz. Das zeigen jüngste repräsentative Umfragen“, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "An den Entscheidungen in dieser Woche müssen Glaubwürdigkeit und Zukunftsfähigkeit von CDU und CSU gemessen werden. Die Zeit des Klimaschutzes in homöopathischen Dosen ist vorbei."

Die große Mehrheit der Menschen erwartet von der Koalition endlich ein Konzept, mit dem die versprochenen Klimaziele erreicht werden können. Bals betont: "Wer jetzt nicht sicherstellt, dass die zugesagten Klimaziele erreicht werden, kündigt den Gesellschaftsvertrag mit den kommenden Generationen auf."

Germanwatch-"Checkliste" für ein erfolgreiches Ergebnis im Klimakabinett
Nach Einschätzung von Germanwatch müsste ein erfolgreiches Ergebnis des Klimakabinetts mindestens folgende drei Anforderungen erfüllen:

Erstens müsste es ein wirkungsvolles Maßnahmenpaket festschreiben, das die Klima- und Sektorziele für 2030 mit einem Sicherheitspuffer erreicht. Die Umsetzung des Kohleausstiegs gehört dazu.

Zweitens wird für Gebäude und Verkehr ein sozial ausgewogener und schnell wirksamer CO2-Preis benötigt, der bis Mitte nächsten Jahres bei 50 Euro pro Tonne eingeführt werden und jedes Jahr um 15 Euro ansteigen müsste.

Und drittens müsste das Klimakabinett am Freitag neben dem Maßnahmenpaket auch ein starkes Klimaschutzgesetz vereinbaren, welches das Erreichen der Klimaziele verbindlich macht und die Fortschritte dahin von einem unabhängigen Gremium überwachen lässt - ähnlich wie es in Großbritannien Praxis ist. Für die Energiewende gibt es in Deutschland bereits eine Monitoringkommission.

„Das ist der Dreischritt, mit dem Deutschland beim Klimaschutz weltweit wieder glaubwürdig werden kann“, so Christoph Bals.

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameKai Bergmann Referent für deutsche Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-71 bergmann@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Nach 14 prägenden Jahren an der Spitze: Klaus Milke übergibt Germanwatch-Vorsitz an Silvie Kreibiehl

14. September 2019 - 18:28
Nach 14 prägenden Jahren an der Spitze: Klaus Milke übergibt Germanwatch-Vorsitz an Silvie Kreibiehl Stefan Küper 14.09.2019 | 18:28 Uhr Mitgliederversammlung in Berlin: Milke - seit Gründung der Umwelt- und Entwicklungsorganisation 1991 Vorstandsmitglied - wird Ehrenvorsitzender

Berlin/Bonn (14. Sep. 2019). Bei der Entwicklungs- und Umweltorganisation  Germanwatch hat heute eine neue Etappe begonnen: Nach 14 Jahren an der Spitze der Organisation hat Klaus Milke den Vorsitz an Silvie Kreibiehl übergeben. Die 43-jährige Klima- und Finanzexpertin, seit 2015 im Vorstand - zuletzt als Stellvertreterin Milkes -, wurde auf der heutigen Mitgliederversammlung in Berlin mit großer Mehrheit und ohne Gegenstimme in das Amt gewählt. Milke, 1991 im Gründungsvorstand und seitdem durchgehend im Vorstand aktiv, hatte nicht erneut kandidiert. Er wurde von den Anwesenden mit großer Mehrheit und ohne Gegenstimme zum Ehrenvorsitzenden gewählt und wird Germanwatch weiterhin eng verbunden bleiben.

Milke, Diplomkaufmann mit Leitungserfahrungen in einem mittelständischen Unternehmen, ist ein echtes Germanwatch-"Urgestein" und war 1991 einer der Initiatoren zur Gründung des gemeinnützigen Nord-Süd-Vereins in Bonn. "Was Germanwatch heute darstellt, haben wir damals nur erträumt", sagte Milke. "Aber wir haben es doch angesichts der zunehmenden globalen Verantwortung Deutschlands für dringend notwendig erachtet. Denn in Fragen der nachhaltigen Entwicklung war und ist Deutschland ein Entwicklungsland." Der 69-Jährige bleibt auch weiterhin im Umwelt- und Entwicklungsbereich aktiv, unter anderem als Vorsitzender der Germanwatch-nahen Stiftung Zukunftsfähigkeit, deren Gründungsstifter er auch ist. Darüber hinaus ist er Chairman der Steering Group der internationalen Stiftungsplattform Foundations 20  (F20), einer Initiative von ca. 50 Stiftungen weltweit für eine kraftvolle Umsetzung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und des Pariser Klimaabkommens.

Die neue Vorstandsvorsitzende Silvie Kreibiehl dankte den Mitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen und betonte: "Klaus ist ein Prototyp der Zivilgesellschaft - egal ob es um Entschuldung, Klima, Menschenrechte oder die SDGs geht. Er war und ist zugleich ein stilvoller Akteur, der von Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft nicht nur sehr ernst genommen wird, sondern auch für Vertrauensbildung und Gesprächsbereitschaft steht. Das ist für uns alle Verpflichtung, dies weiter zu führen." Kreibiehl weiter: "Ich übernehme mit großem Respekt und Demut vor dieser Aufgabe, aber auch mit großer Freude auf das, was wir gemeinsam bewirken können."

Silvie Kreibiehl ist ausgewiesene Expertin im Themenfeld nachhaltiges Finanzwesen und globale Gerechtigkeit. Sie leitete bis zur Geburt ihres Kindes Ende vergangenen Jahres das UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance an der Frankfurt School for Finance and Management. Derzeit arbeitet sie für die Universität in Elternteilzeit als koordinierende Leitautorin des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats IPCC in der Arbeitsgruppe 3, Investment and Finance. Zuvor war sie über 17 Jahre bei der Deutschen Bank tätig, zunächst im Mittelstandsgeschäft und Corporate Finance und zuletzt im Nachhaltigkeitsbereich. Sie verbrachte ein Sabbathalbjahr in Fort Portal, Uganda, und hat wie Klaus Milke früh gelernt, den Dialog zwischen unterschiedlichsten Interessensgruppen zu führen und zu moderieren.

In den zehnköpfigen ehrenamtlichen Vorstand wurden zudem Dr. Karl-Eugen Huthmacher und Fiona Marker neu gewählt. Germanwatch setzt damit bei der Erweiterung des Vorstands auf eine Mischung aus jugendlichem Verantwortungsbewusstsein und langjähriger politischer Erfahrung. "Mit Dr. Karl Eugen Huthmacher, ehemaliger Abteilungsleiter im Bundesforschungsministerium, erhalten wir zusätzliche Unterstützung an der für Germanwatch zentralen Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Wissenschaft und Politik", erläutert Silvie Kreibiehl. "Die Wahl der Schülerin Fiona Marker, die sich im Rahmen von Fridays for Future und Extinction Rebellion engagiert, soll ein deutliches Signal sein: Germanwatch möchte den zusätzlichen politischen Spielraum, den diese Bewegung durch öffentlichen Druck schafft, auch für konkrete Gestaltungsvorschläge gegenüber Politik und Wirtschaft nutzen." Die übrigen sieben Mitglieder wurden alle ohne Gegenstimme erneut gewählt.

Germanwatch-Ehrenmitglied Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms sowie Bundesumwelt- und Bauminister, hatte mit einer engagierten Rede die gut besuchte Mitgliederversammlung eröffnet. Töpfer machte deutlich, dass zu Recht darauf verwiesen werde, dass die Menschheit das Holozän bereits verlassen und das Anthropozän betreten habe. "Die massive Nutzung fossiler Energien, die Decodierung der Konstruktionsmuster des Lebens, eine auf über 9 Mrd. Menschen wachsende Weltbevölkerung - all diese Entwicklungen brauchen neue Kooperations- und Technologiemodelle." Töpfer führte aus, dass Deutschland in zweifacher Hinsicht Verantwortung übernehmen und voran gehen müsse. Zum einen gehe es um Erneuerbare Energien und den effizienten sowie sparsamen Umgang mit Wasser, Böden und der Natur im eigenen Land. Zum anderen gehe es um die internationale Perspektive. "Wir müssen Technologien entwickeln, die globalisierbar sind. Technologien, die auch andere nutzen können, damit wir global eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung bekommen."

Themen Klima AnsprechpartnerInnen Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Vier Fünftel wollen bei Klimaschutz von Groko schnelles und entschiedenes Handeln sowie Vorreiterrolle Deutschlands

13. September 2019 - 8:00
Vier Fünftel wollen bei Klimaschutz von Groko schnelles und entschiedenes Handeln sowie Vorreiterrolle Deutschlands Janina Longwitz 13.09.2019 | 08:00 Uhr Repräsentative dimap-Umfrage im Auftrag von Germanwatch, 13. September 2019

Eine Woche vor der Entscheidung des Klimakabinetts über Deutschlands zukünftige Klimapolitik zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Germanwatch: Die Menschen in Deutschland wollen nicht nur einen Quantensprung beim Klimaschutz. Sie wollen auch Klimaschutzmaßnahmen, die schnell wirken.
79% der Befragten finden es sehr oder eher wichtig, dass das Klimakabinett einen Schwerpunkt auf schnell wirkende Klimaschutzmaßnahmen legt. Für den intensiv diskutierten CO2-Preis bedeutet das: Eine schnell einführbare Lösung über am CO2-Gehalt ausgerichtete Steuersätze kann mehr Zustimmung bekommen, als ein neuer Emissionshandel mit all seinen Unsicherheiten.

Zwei Drittel (66%) der Wählerinnen und Wähler empfehlen zudem der SPD, bei ihrer Entscheidung über die Fortsetzung der Groko zum Maßstab zu machen, ob die Regierung jetzt beim Klimaschutz liefert. Bei den SPD-Anhängen steigt diese Zahl sogar auf 84%.

Die Menschen wollen dabei auch, dass Deutschland beim Klimaschutz wieder international vorangeht. 78% der Wahlberechtigten meinen: Deutschland soll als Klimaschutzvorreiter Anstöße für mehr Klimaschutz in anderen Ländern liefern. Auch 75% der Anhänger von CDU/CSU und ein gleich hoher Anteil der Menschen in Ostdeutschland sind dieser Ansicht.

Doch damit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem wichtigen UN-Klimasondergipfel am 23. September in New York selbstbewusst auftreten kann, muss ihr Klimakabinett am 20. September zunächst einen echten Sprung vorwärts im Klimaschutz beschließen.

Die Umfrage zeigt auch: Die Menschen in fast allen Bereichen unserer Gesellschaft sehen den Klimaschutz als sehr wichtiges Thema für die Politik. 84% der Befragten geben dem Klimaschutz eine zentrale Rolle für die Bewertung der Arbeit der Bundesregierung hierfür als sehr oder eher wichtig an. Diese Stimmung dominiert durch die Bank in Ost- und Westdeutschland, in urbane und ländliche Räume sowie allen Alters- und Einkommensgruppen.

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Publikationstyp Umfrage Seitenanzahl17 Themen Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Europäische Klimapolitik Klima

Download "Meinungsumfrage zum Klimakabinett und zur Klimaschutzpolitik" [PDF, 0,3 MB]

. Weiterführende LinksZur Pressemitteilung Beteiligte Personen Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameLinus Herzig Referent für CO2-Preise +49 (0)30 / 28 88 356-93 herzig@germanwatch.org

Flugverkehr: Klimafreundlich auf der Langstrecke

11. September 2019 - 12:15
Flugverkehr: Klimafreundlich auf der Langstrecke Janina Longwitz 11.09.2019 | 12:15 Uhr Neues Positionspapier von Germanwatch und Umweltverbänden

Der Flugverkehr ist eines der größten Probleme für den Klimaschutz, weltweit und in Deutschland. Seine Klimawirkung ist vor allem wegen der Wolkenbildung in großen Höhen ungefähr dreimal größer, als sein reiner CO2-Ausstoß. Dabei wächst der internationale Luftverkehr um fast 5 Prozent im Jahr.

Bundesregierung und EU haben bis jetzt sehr wenig unternommen, um dieses Problem zu entschärfen. Flughäfen und Kerosin werden weiter massiv subventioniert. Bequeme Langstreckenzugverbindungen in Europa werden eher stillgelegt, als systematisch entwickelt. Die Entwicklung von klimafreundlicheren Flugzeugen kommt nur langsam voran.

Germanwatch und andere mit dem Problem Luftverkehr beschäftige Umweltverbände haben darum heute dieses Positionspapier veröffentlicht. Wir fordern damit die Parteien, die Bundesregierung und die neue EU-Kommission auf, die Transformation und Verringerung des Flugverkehrs endlich mit entschiedenen politischen Rahmensetzungen voranzubringen.

Publikationstyp Forderungspapier Seitenanzahl4 Themen Deutsche und Europäische Klimapolitik

Download: "Klimapolitische Forderungen zum Flugverkehr [PDF; 230 KB]

. Beteiligte Personen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameDr. Manfred Treber Klima- und Verkehrsreferent +49 (0)228 / 60 492-14 treber@germanwatch.org

Gegen Gewinne ohne Gewissen hilft nur ein gesetzlicher Rahmen!

10. September 2019 - 9:01
Gegen Gewinne ohne Gewissen hilft nur ein gesetzlicher Rahmen! Pascal Molinario 10.09.2019 | 09:01 Uhr Argumentationsleitfaden für Aktive der Initiative Lieferkettengesetz

Wir sind viele Engagierte aus Gewerkschaften, Kirchen und Organisationen aus den Bereichen Menschenrechte und Entwicklungszusammenarbeit, Umwelt und Klima, Gemeinwohl und Fairer Handel, die sich zur „Initiative Lieferkettengesetz“ zusammengeschlossen haben. Uns verbindet eine gemeinsame Forderung Wir brauchen in Deutschland endlich einen gesetzlichen Rahmen, damit Unternehmen in ihren Auslandsgeschäften die Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden! Ein solches Gesetz ist längst überfällig!

Der Leitfaden fasst die Kernbotschaften unserer Initiative zusammen und formuliert Tipps für Gespräche im Umfeld, bei öffentlichen Aktionen oder mit politisch Verantwortlichen. Außerdem enthält er die häufigsten Fragen und Argumente und formuliert Antworten auf kritische Nachfragen.

Eine Publikation von Brot für die Welt, Germanwatch e.V. und Südwind e.V.

Publikationstyp Argumentationsleitfaden AutorInnenJulia Otten, Eva-Maria Reinwald Bestellnummer19-4-01 Seitenanzahl28 Publikationsdatum09/2019 Themen Unternehmensverantwortung Zukunftsfähig Wirtschaften Berlin

Download: Argumentationsleitfaden [PDF, 1,6 MB]

. Weiterführende LinksMehr Infos zur Initiative Lieferkettengesetz Beteiligte Personen Echter NameJulia Otten Referentin für zukunftsfähiges Wirtschaften in globalen Lieferketten im Rahmen des Berliner Promotor*innenprogramms +49 (0)30 / 28 88 356-86 otten@germanwatch.org

Stellenangebot: Referent/in für Tierhaltung, Ernährung und Welthandel

4. September 2019 - 13:57
Stellenangebot: Referent/in für Tierhaltung, Ernährung und Welthandel Janina Longwitz 04.09.2019 | 13:57 Uhr 32-40 h / Woche, Arbeitsort Berlin, Beginn möglichst zum 16.09.2019

Germanwatch sucht kurzfristig eine/n Referent/in mit einem sowohl wissenschaftlichen als auch Vernetzungs- und Kommunikationsprofil zur Unterstützung der hauptzuständigen Fachreferentin.

Die Stelle ist im Germanwatch-Team Welternährung, Landnutzung und Handel angesiedelt. Inhaltlich stehen die Umsetzung der Agenda2030-Ziele sowie der Klimaschutz in Landwirtschaft und Tierhaltung im Mittelpunkt.

Zu Ihren Hauptaufgaben gehören:

  • Eingehende wissenschaftliche Recherche und Verfassen von Studien zu ausgewählten Fragen zum o.g. Thema
  • Koordination der Durchführung von Recherchen und Erhebungen im Lebensmittelbereich und damit verbundene Reisetätigkeit (September/Oktober 2019)
  • Medienarbeit, Social Media-Aktivitäten
  • Inhaltliche Vorbereitung, Organisation und Durchführung einer Tagung zu o.g. Thema
  • Ggf. Vortragstätigkeit

Sie sollten möglichst eine Hochschul-/Fachhochschulausbildung in einem für die Stelle relevanten Fach vorweisen können und Kenntnisse und Erfahrungen in folgenden Bereichen mitbringen:

  • Nachgewiesene Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben
  • Nachgewiesene Erfahrung in Organisation und Durchführung von Veranstaltungen
  • Digitale Kompetenz
  • Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift, Französisch von Vorteil

Gewünschter Beginn ist der 16.09.2019 - nach Absprache ist auch ein späterer Einstieg möglich.

Wir bieten eine in Anlehnung an den öffentlichen Dienst vergütete und bis zum 31.12.2019 befristete Anstellung in Vollzeit (40 Stunden pro Woche). Bei Interesse besteht auch die Möglichkeit eines verringerten Stellenumfangs (Mindestumfang möglichst 32 h / Woche). Sie erwartet die Möglichkeit, zusammen mit einem engagierten, sympathischen Team auf wichtige gesellschaftliche Debatten und Prozesse wirksamen Einfluss zu nehmen.

Ihre Bewerbung schicken Sie uns bitte bis zum 08.09.2019 zusammen mit dem ausgefüllten Bewerbungsfrage­bogen, den Sie hier im Downloadbereich abrufen können (Kontakt bei tech­nischen Problemen: Judit Mays, mays@germanwatch.org). Der Bewerbungsbogen ist das zentrale Dokument und unverzichtbarer Teil Ihrer Bewerbung. Er enthält weitere wichtige Hinweise zum Bewerbungsverfahren.

Die Bewerbungsgespräche werden voraussichtlich am 11.09.2019 in Berlin stattfinden.

Für inhaltliche Rückfragen steht Ihnen Frau Reinhild Benning, Fachreferentin für Landwirtschaft und Tierhaltung bei Germanwatch zur Verfügung: Tel.: +49 (0) 30 2888 356-82, benning@germanwatch.org

Aktuell Stellenangebot Dateianhang

Download: Stellenausschreibung WLH Tierhaltung [PDF; 277 KB)

Download: Bewerbungsbogen WLH Tierhaltung [doc; 47 KB]

Klöckners freiwilliges Tierwohl-Siegel ist eine Luftnummer

4. September 2019 - 12:11
Klöckners freiwilliges Tierwohl-Siegel ist eine Luftnummer Stefan Küper 04.09.2019 | 12:11 Uhr Bauern wird durch freiwilliges Siegel der Landwirtschaftsministerin Einkommen vorenthalten / Pflichtkennzeichnung wie bei Eiern gefordert

Berlin (4. Sep. 2019). Mit dem heute von Landwirtschaftsministerin Klöckner ins Kabinett eingebrachten freiwilligen Tierwohl-Siegel für Schweinefleisch-Produkte bleibt nach Einschätzung von Germanwatch die Irreführung von Verbraucherinnen und Verbrauchern erlaubt. Mit Packungsaufschriften wie zum Beispiel "Bauernglück" und Fachwerkhaus-Idylle auf Schweinefleisch, das in Wirklichkeit aus Tierfabriken stammt, dürfen Fleischkonzerne und Supermärkte weiterhin bäuerliche Haltung und mehr Tierschutz vorgaukeln, kritisiert die Umwelt- und Entwicklungsorganisation. Germanwatch-Agrarexpertin Reinhild Benning: „Das freiwillige Siegel von Landwirtschaftsministerin Klöckner ist eine Luftnummer. Eine Mehrzahl der Bauern und Bäuerinnen will die Pflichtkennzeichnung bei Fleisch, weil sie Tierschutz leisten will. Verbraucherinnen und Verbraucher beweisen täglich beim Eierkauf, dass sie bereit sind für mehr Tierschutz gut zu bezahlen. Nur eine Kennzeichnungspflicht nach dem Vorbild der Eierkennzeichnung gibt Bauern Planungssicherheit und Verbrauchern verlässlich Durchblick beim Tierschutz."

Die Kennzeichnungspflicht hat am Markt für frische Eier neue Wertschöpfung für landwirtschaftliche Betriebe ermöglicht. Im Jahr 2017 zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher für ein frisches Ei aus Biohaltung im Schnitt 32 Cent - damit war es ihnen deutlich mehr als doppelt so viel wert wie ein Bodenhaltungsei, das rund 13 Cent kostete. Unterdessen konnten Bioeier ihren Marktanteil weiter ausbauen. Für Freilandeier bezahlten Konsumenten gut 19 Cent pro Ei, das sind 46 Prozent mehr als für Bodenhaltungseier. Käfigeier sind unter den frischen Eiern am billigsten, werden aber mehr und mehr gemieden. Derzeit liegt der weiter schrumpfende Marktanteil für Käfigware bei rund einem Prozent.

Reinhild Benning: „Solange Ministerin Klöckner zulässt, dass Fleisch aus Tierfabriken ohne einen verpflichtenden Haltungsstempel wie beim Ei und mit zum Teil irreführenden Verpackungen mit Bauernhof-Idylle verkauft wird, solange haben Bauern und Verbraucher keine Chance, sich gegenseitig zu finden. Jeder Tag ohne Haltungskennzeichnung hat zur Folge, dass die Landwirtschaftsministerin den Bauernhöfen mit besonders artgerechter Tierhaltung das verdiente Einkommen vorenthält. Viele Höfe benötigen dringend diese neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten aus zuverlässig erkennbarem Tierschutz, weil sie nur so dem System „wachse oder weiche“ entgehen können. Hauptgrund für tausende Hofaufgaben ist nicht die mangelnde Zahlungsbereitschaft der Verbraucher, sondern die Tatsache, dass die Bundesregierung der Bevölkerung kaum Möglichkeiten gibt, Tier- und Umweltschutz auf der Verpackung zu erkennen und gut zu bezahlen."

AnsprechpartnerInnen Echter NameReinhild Benning Referentin für Landwirtschaft und Tierhaltung +49 (0)30 / 28 88 356-82 benning@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Kritik an Methodik zum NAP-Monitoring

2. September 2019 - 15:22
Kritik an Methodik zum NAP-Monitoring Janina Longwitz 02.09.2019 | 15:22 Uhr Gemeinsame Stellungnahme von CorA-Netzwerk, DGB, Forum Menschenrechte und VENRO

NRO-Verbände und Gewerkschaften kritisieren die Methodik des Monitorings im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte. Die Organisationen halten die vorgelegte Methodik für ungeeignet, um die menschenrechtliche Sorgfalt deutscher Unternehmen zu überprüfen. In einer Stellungnahme haben sie die Kritikpunkte an der Methodik konkret dargestellt.

Laut Aktionsplan will die Bundesregierung nur dann gesetzlich tätig werden, wenn bis 2020 weniger als die Hälfte großer Unternehmen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht angemessen nachkommen. Die Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen fordern dagegen in jedem Falle ein Lieferkettengesetz.

Germanwatch ist Gründungsmitglied des CorA-Netzwerkes für Unternehmensverantwortung und ebenfalls Mitglied im Forum Menschenrechte sowie im Dachverband der Entwicklungsorganisationen VENRO. Im Arbeitskreis Wirtschaft und Menschenrechte im CSR-Forum der Bundesregierung, das die Umsetzung des NAP begleiten soll, ist Germanwatch mit Mandat des Forum Menschenrechte vertreten.

Publikationstyp Stellungnahme AutorInnenHeike Drillisch (CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung),
Frank Zach (DGB),
Cornelia Heydenreich (Forum Menschenrechte),
Armin Paasch (VENRO) Seitenanzahl8 Themen Unternehmensverantwortung Umsetzung von UN-Instrumenten

Download: "Stellungnahme des ersten Monitoring-Zwischenberichts" [PDF; 530 KB]

. Beteiligte Personen Echter NameCornelia Heydenreich Teamleiterin Unternehmensverantwortung +49 (0)30 / 28 88 356-4 heydenreich@germanwatch.org

Keine Equipment-Lieferung für Bergbauaktivitäten in indigenen Territorien in Brasilien

29. August 2019 - 15:19
Keine Equipment-Lieferung für Bergbauaktivitäten in indigenen Territorien in Brasilien Marvin Müller 29.08.2019 | 15:19 Uhr

Mit einem offenem Brief an Siemens und Thyssen-Krupp haben sich heute der Dachverband Kritische Aktionäre, der Arbeitskreis (AK) Rohstoffe und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) gewendet.
Als unterstützende Organisation begrüßt Germanwatch dabei die Aufforderung sich nicht an Bergbauaktivitäten in Indigenen Territorien in Brasilien durch Equipment-Lieferungen zu beteiligen.

„Wir wenden uns an Sie vor dem Hintergrund, dass uns die neuesten Entwicklungen in Brasilien äußerst beunruhigen. „Die Lunge der Welt“ in Amazonien brennt in nie gekanntem Ausmaß. Die illegale Brandrodung ist größtenteils menschengemacht.
Großgrundbesitzer, Bergbau-Konzerne und Rinderzüchter reißen die Territorien indigener Gruppen gewaltsam an sich. [...] Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro trägt eine große Mitverantwortung für diese Zerstörung von Umwelt und Weltklima. [...]
Bolsonaro hat angekündigt, das Land der Indigenen dem Agrobusiness und Bergbau zur Verfügung zu stellen. Er verkauft das als Wohltat, die den Indigenen zugutekomme. Doch in Wahrheit reißen bewaffnete Banden das Land gewaltsam an sich. Die indigenen Gemeinschaften leben in ständiger Angst vor dem nächsten brutalen Angriff auf ihr Land. [...]
Auch die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die Rechte indigener Völker, Victoria Tauli-Corpuz, forderte die Regierung Bolsonaro explizit auf, die von Brasilien unterzeichneten internationalen Abkommen einzuhalten, die den Schutz indigener Völker und ihrer Territorien gewährleisten."

Dabei wird konkret von den international agierenden Unternehmen gefordert...

  • öffentlich zu erklären, dass die Unternehmen keine Zulieferungen von Maschinen oder Dienstleistungen für den in Brasilien drohenden Bergbau in indigenen Territorien zur Verfügung stellen werden.
  • sicher zu stellen, keine Produkte zu importieren, die aus Landraub in indigenen Territorien stammen.
  • sich zu Menschenrechten und insbesondere zu den Rechten der Indigenen in Amazonien zu bekennen.

"Die indigenen Gemeinden in Brasilien gehören zu den besten Verwaltern und Bewahrern großer Wälder und biologischer Vielfalt. Wenn ihre Rechte mit Füßen getreten werden, geht es allzu oft darum, weitere Inwertsetzungsspiralen durch klimaschädliche Abholzung in Gang zu setzen. Der Schutz indigener Landrechtsverteidiger ist daher nicht nur eine menschenrechtliche Notwendigkeit, sondern auch dringend erforderlich, um die Klimakrise zu mildern."

Publikationstyp Offener Brief AutorInnenChristian Russau,
Vorstand Dachverband Kritische Aktionäre

Michael Reckordt,
Koordinator AK Rohstoffe

Ernst-Christoph Stolper,
stellvertretender Vorsitzender BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) Themen Landnutzung und Waldschutz

Download: Offener Brief an Siemens [PDF; 0,4 MB]

Download: Offener Brief an Thyssenkrupp [PDF; 0,4 MB]

. Beteiligte Personen Echter NameJohanna Sydow Referentin für Ressourcenpolitik und IT-Branche +49 (0)30 / 28 88 356-91 sydow@germanwatch.org

G7 klimapolitisch nicht gemeinsam handlungsfähig - Anzeichen, dass "G6"-Staaten mehr Ernsthaftigkeit beim Klimaschutz wollen

26. August 2019 - 20:05
G7 klimapolitisch nicht gemeinsam handlungsfähig - Anzeichen, dass "G6"-Staaten mehr Ernsthaftigkeit beim Klimaschutz wollen Stefan Küper 26.08.2019 | 20:05 Uhr G7-Gipfel: Staaten sagen Hilfe für Amazonas zu / Großbritannien und Frankreich verdoppeln wie Deutschland Klimafinanzierung / Mehr Ambition beim UN-Klimasondergipfel notwendig

Berlin (26. Aug. 2019). Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch sieht in dem Ergebnis des Gipfels in Biarritz einen klaren Beleg, dass die G7 mit dieser US-Regierung klimapolitisch nicht handlungsfähig ist. Zugleich gibt es einige Anzeichen, dass die "G6"-Staaten die internationale Kooperation vorantreiben und die USA isolieren wollen. „Die G7-Mitglieder haben nicht mehr versucht, einen substanzlosen Text zu verabschieden, der die Verweigerungshaltung der US-Regierung zukleistert“, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Nun ist es wichtig, dass die G6-Staaten - also ohne die USA - gemeinsam mit wichtigen Schwellenländern beim UN-Klimasondergipfel in vier Wochen ambitionierter und konkreter werden." Frankreichs Präsident Macron etwa kündigte an, mit Russlands Präsident Putin über eine Ratifizierung des Pariser Abkommens und mit China und Indien über eine Ambitionssteigerung zu reden.

Erste handfeste Ergebnisse gab es mit Soforthilfen gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonas sowie technische Unterstützung bei der Brandbekämpfung. Unklar blieb die Größenordnung. Wenn es, wie zunächst angekündigt, gemeinsam lediglich um 20 Mio. Euro geht, wäre das nach Ansicht von Germanwatch völlig unangemessen. Da aber Kanada in der Abschlusspressekonferenz ankündigte, allein 15 Mio. Euro bereitzustellen und Großbritannien zehn Millionen Pfund, ist das offensichtlich nicht das letzte Wort. Außerdem soll in der UN-Generalversammlung eine Initiative zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes angestoßen werden. Bals: „Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die G7 neben den Sofortmaßnahmen zum Stopp der Waldbrände eine langfristige Strategie gegen Abholzung und für Aufforstung auf den Weg bringt. Die Bundesregierung sollte sich dafür einsetzen, dass die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen EU und Mercosur auf Eis gelegt wird, bis sichergestellt ist, dass der Schutz der Menschenrechte und des Regenwalds in Brasilien gewährleistet wird.“

Germanwatch begrüßt die Entscheidungen Großbritanniens und Frankreichs, ihre Beiträge zum Green Climate Fund zu verdoppeln. Dies sei ein wichtiges Signal an andere Industriestaaten, die eigenen Beiträge deutlich aufzustocken, damit die versprochenen Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Kanada kündigte an, sich zu beteiligen, es blieb aber unklar in welcher Größenordnung.

„Präsident Trump hat sich in der G7 mit seiner Position zum Klimaschutz weiter isoliert“, so Bals. Trump hatte als einziger der G7-Staats- und Regierungschefs nicht an der Sitzung zu Klimaschutz und Biodiversität teilgenommen. Bals: „Die Dringlichkeit für mehr Klimaschutz wird immer deutlicher. Jetzt gilt es, weitreichende Kooperationen mit Schwellen- und Entwicklungsländern zu organisieren.“ Noch seien die Staaten meilenweit von einer Strategie entfernt, die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Bals betont: „Der Klimazug muss jetzt schnell an Fahrt gewinnen. Der UN-Klimasondergipfel in New York am 23. September muss dafür  entscheidende Weichen stellen. Die Bundeskanzlerin sollte dort Impulse setzen: mit einem Ziel für Deutschlands Treibhausgasneutralität bis spätestens 2050, einem Maßnahmenpaket für die Umsetzung des deutschen Klimaziels für 2030 sowie der Bereitschaft, das EU-Klimaziel für 2030 nachzubessern.“

Themen Klima Internationale Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameRixa Schwarz Teamleiterin Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-25 schwarz@germanwatch.org Echter NameDavid Ryfisch Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-22 ryfisch@germanwatch.org Echter NameLena Donat Referentin für Klimaschutz & Transparenz +49 (0)30 / 28 88 356-73 donat@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Umweltverbände: CO2-Preis zügig über Steuerlösung einführen

21. August 2019 - 9:25
Umweltverbände: CO2-Preis zügig über Steuerlösung einführen Hanna Fuhrmann 21.08.2019 | 09:25 Uhr Germanwatch fordert gemeinsam mit weiteren Organisationen schnelle Einführung eines sozial ausgewogenen CO2-Preises für Gebäude und Verkehr durch Reform der Energiesteuern / Einstieg durch Emissionshandel würde Risiken bergen und Zeit kosten

In einem gemeinsamen Appell fordern sieben Umweltorganisationen die Bundesregierung auf, sich für eine ökologisch wirkungsvolle und sozialverträgliche CO2-Bepreisung im Verkehrs- und im Gebäudesektor über eine Steuerreform zu entscheiden. Zu den Unterzeichnern des Appells an das Klimakabinett zählen auch Germanwatch und seine Dachverbände DNR und Klimaallianz.

„Wir brauchen einen CO2-Preis, der schnell und unbürokratisch eingeführt werden kann und noch in dieser Legislaturperiode für mehr Klimaschutz sorgt“, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Ein zügiger Einstieg in den CO2-Preis geht nach allgemeiner Einschätzung nur über eine Weiterentwicklung der bestehenden Energiesteuern mit Fokus auf die CO2-Intensität. Dies wäre innerhalb weniger Monate möglich.“ Eine Ausweitung des bestehenden Europäischen Emissionshandels sei allein schon aufgrund der notwendigen Verhandlungen auf EU-Ebene für diese Legislaturperiode keine realistische Alternative.

Auch die in Teilen von CDU/CSU vorgetragene Idee eines nationalen Emissionshandels für Wärme und Verkehr sei kurzfristig nicht umsetzbar, so Bals. „Ein separater Emissionshandel würde viele Fragen aufwerfen, potenzielle Schlupflöcher kreieren und die Einführung mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Wir können diese für den Klimaschutz wertvolle Zeit nicht mehr verstreichen lassen. Es gilt, das eigentlich für 2020 gesetzte Klimaziel, das Deutschland im kommenden Jahr noch krachend verfehlen wird, so schnell wie möglich zu erreichen. Das ist die Messlatte. Eine Steuerlösung wäre zudem sozialer, weil es keine unerwarteten Preissprünge gäbe.“

Einer aktuellen Germanwatch-Studie zufolge haben sich alle EU-Staaten, die bereits zusätzlich zum Europäischen Emissionshandel eine CO2-Bepreisung in anderen Sektoren eingeführt haben, für eine Steuerlösung entschieden. Deutschland könnte sich mit einigen dieser Staaten abstimmen, harmonisierte Steuersätze einführen und damit auf eine europäische CO2-Bepreisung in den Sektoren Wärme und Verkehr hinarbeiten. Dies könnte langfristig auch in einem gemeinsamen Emissionshandel münden.

Gleichzeitig sollte die Bundesregierung mit den europäischen Nachbarländern die CO2-Bepreisung in den Sektoren, die bereits vom EU-Emissionshandel erfasst sind, weiterentwickeln. So könnte insbesondere eine Vorreiterallianz auf den Weg gebracht werden, die im nächsten Jahr im Stromsektor einen CO2-Mindestpreis beschließt.

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameLinus Herzig Referent für CO2-Preise +49 (0)30 / 28 88 356-93 herzig@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Klimakrise: Was jetzt getan werden muss

16. August 2019 - 9:36
Klimakrise: Was jetzt getan werden muss Pascal Molinario 16.08.2019 | 09:36 Uhr Umweltverbände veröffentlichen Handlungsprogramm für effektiven Klimaschutz

Einen Monat vor der entscheidenden Sitzung des Klimakabinetts der Bundesregierung am 20. September legen Germanwatch und neun weitere Umweltorganisationen ein Handlungsprogramm vor, mit dem sie aufzeigen, was jetzt getan werden muss, damit Deutschland seinen Anteil an der Eindämmung der Klimakrise leisten kann. Dieses Sofortmaßnahmenprogramm dient als Messlatte zur Bewertung der anstehenden Beschlüsse der Bundesregierung zu einer wirksamen Klimaschutzgesetzgebung.

Im Koalitionsvertrag haben die Regierungsfraktionen versprochen, in 2019 eine Klimaschutzgesetzgebung zu verabschieden, die das 2030-Ziel zur Minderung der CO2-Emissionen um mindestens 55% gegenüber dem Stand 1990 sicher erreichen lässt. Schon jetzt zeigt sich aber, dass die bisher vorgeschlagene Kombination aus reinen Anreizprogrammen und einem Einstieg in eine CO2-Bepreisung nicht ausreichen werden. In der jetzigen Lage einer sich verstärkenden gefährlichen Klimakrise ist keine Zeit mehr für Symbolpolitik, es muss schnell und wirksam gehandelt werden.

Germanwatch fordert deshalb die Bunderegierung auf, jetzt ein Klimagesetz ergänzt um wirksame Maßnahmen in den Sektoren Energie, Verkehr, Industrie, Gebäude und Landwirtschaft sowie eine CO2-Bepreisung zu verabschieden. Es braucht einen intelligenten Mix aus Förderprogrammen, Ordnungsrecht und CO2-Preisen. Das heute veröffentlichte Handlungsprogramm zeigt, wie neben der Energiewende auch der notwendige Einstieg in eine Verkehrs-, Agrar- und Industriewende gelingt. 

Publikationstyp Handlungsprogramm AutorInnenBund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch, Greenpeace, Naturschutzbund Deutschland (NABU), NaturFreunde Deutschlands, Umweltinstitut München, WWF Deutschland und dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) Seitenanzahl8 Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Klima

Handlungspapier "Klimakrise - Was jetzt getan werden muss" [PDF, 3,3 MB]

. Weiterführende LinksZur gemeinsamen Pressemitteilung der Verbände (16.8.19) Beteiligte Personen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameKai Bergmann Referent für deutsche Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-71 bergmann@germanwatch.org

IPCC-Sonderbericht ist dringender Handlungsaufruf an Regierungen

8. August 2019 - 10:20
IPCC-Sonderbericht ist dringender Handlungsaufruf an Regierungen Stefan Küper 08.08.2019 | 10:20 Uhr Nur mit Umsteuerung auf eine konsequent klimaverträgliche Landnutzung kann Erderhitzung noch auf 1,5 Grad begrenzt werden

Berlin/Bonn (8. Aug. 2019). Der Weltklimarat IPCC hat mit dem heute veröffentlichten Sonderbericht so umfassend und konkret wie nie zuvor die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Landnutzung dargelegt sowie aufgezeigt, wie sich auch die Landnutzung für ausreichend ambitionierten Klimaschutz verändern muss. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch sieht darin einen dringenden Handlungsaufruf an die Regierungen, insbesondere auch an die Bundesregierung. "Die gute Nachricht des IPCC ist: Wir haben noch Möglichkeiten, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die weniger gute ist: Die notwendigen Umstellungen in der Landnutzung sind tiefgreifend und sie müssen nun sehr schnell erfolgen", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Bals weiter: "Wir müssen zwei Herausforderungen zugleich meistern: Zum einen brauchen wir ausreichend Flächen zur Ernährung einer wachsenden Zahl von Menschen und zur Bekämpfung des Hungers in der Welt. Zum anderen benötigen wir zur Eindämmung der Klimakrise global große Flächen als CO2-Senken über Walderhaltung und Aufforstung sowie für Bioenergie. Beides in eine optimale Balance zu bekommen, ist eine komplexe Aufgabe, für die wissenschaftlich fundierte Lösungsvorschläge vorliegen. Denn klar ist: Bekommen wir die Erderhitzung nicht in den Griff, hat dies wiederum desaströse Auswirkungen auf Ernten."

Der IPCC macht deutlich, dass es kaum ohne gravierende Veränderungen in der Lebensweise geht. Weniger ressourcenintensive Ernährung - vor allem weniger Fleisch -, eine ressourcenschonende Landwirtschaft und die deutliche Verringerung des Wegwerfens von Lebensmitteln sind dabei zentral. Nach Ansicht von Germanwatch muss die Bundesregierung dafür sorgen, dass Preise die ökologische Wahrheit sagen. So müssten zum Beispiel die Kosten für die hohe Nitratbelastung des Wassers durch Überdüngung und die Zerstörung des Regenwalds für den Anbau von Futtermitteln von denjenigen bezahlt werden, die Fleisch in industrieller Massentierhaltung herstellen - und nicht von der Allgemeinheit. Im Sonderbericht wird geschätzt, dass mehr als ein Viertel (25 - 30%) der weltweit eigentlich produzierten Lebensmittel nicht genutzt wird - entweder weil sie im Abfall landen oder schon nicht geerntet werden bzw. nicht den Weg von der Ernte in den Handel schaffen. 

Deutlich wird auch: Sollte die globale Erhitzung nicht auf 1,5 Grad, sondern nur auf immer noch ehrgeizige 2 Grad eingedämmt werden, würde das erhebliche Ernteausfälle bedeuten. Diese würden zunehmen, in einigen Regionen sogar rapide. Der Weltklimarat betont überdies die gravierenden Folgen einer fortschreitenden Klimakrise in Form von Schäden durch Wetterextreme, Verlust von Lebensraum und Artenvielfalt sowie Erschütterungen der Weltwirtschaft.

Der Sonderbericht zeigt zudem: Ohne negative Emissionen wird es kaum möglich sein, das 1,5-Grad-Limit einzuhalten. Dabei werden Aufforstungen kaum reichen. In welchem Ausmaß dies notwendig ist, wird auch davon abhängen, ob es gelingt, die Konsummuster zu verändern. Wälder und Böden können Kohlenstoff binden, ohne dass dies mit der Ernährungssicherheit in Konflikt gerät. Zudem ist es nach Ansicht von Germanwatch notwendig, auch den Einsatz von Technologien zu intensivieren, die CO2 aus der Atmosphäre entnehmen und langfristig sicher binden können. „Carbonfasern, die bei vielen Anwendungen Stahl ersetzen könnten, sind dabei eine aussichtsreiche Option. Es ist wichtig, solche Technologien jetzt zu testen, damit klar wird, in welchem Ausmaß diese eine Rolle spielen können", betont Christoph Bals.

Themen Klima Internationale Klimapolitik Entwicklung & Klima Klimawissenschaft Welternährung, Landnutzung und Handel Landnutzung und Waldschutz AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameDavid Ryfisch Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-22 ryfisch@germanwatch.org Echter NameReinhild Benning Referentin für Landwirtschaft und Tierhaltung +49 (0)30 / 28 88 356-82 benning@germanwatch.org Echter NameDr. Manfred Treber Klima- und Verkehrsreferent +49 (0)228 / 60 492-14 treber@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Der Ambition Call

7. August 2019 - 13:05
Der Ambition Call Janina Longwitz 07.08.2019 | 13:05 Uhr Für den Klimagipfel des UN-Generalsekretärs, New York, 23. September 2019

Das Netzwerk Climate Transparency fordert mit dem „Ambition Call“ anlässlich des Sonderklimagipfels des UN-Generalsekretärs António Guterres in New York (23. September 2019) konkrete Klimaschutzmaßnahmen von den Regierungen der G20-Staaten. Der an Deutschland gerichtete Ambition Call fordert Fortschritte auf drei Ebenen:

Erstens soll Deutschland ein wirksames Klimaschutzgesetz und das dafür notwendige Umsetzungspaket verabschieden.

Zweitens soll Deutschland einen CO2-Preis in den Sektoren Verkehr und Gebäude einführen.

Und drittens sollen klimabezogene Risiken mit Langfristperspektive in die Offenlegungspflichten für Finanz- und Realwirtschaft bis spätestens Ende 2020 integriert werden. Diese Maßnahmen würden auch der nachhaltigen Entwicklung in Deutschland zugutekommen, zum Beispiel durch verringerte Luft- und Wasserverschmutzung, lebenswerte Städte und menschenwürdige Arbeitsplätze.

Die internationale Initiative "Climate Transparency" besteht aus 14 Forschungseinrichtungen und NGOs aus der Mehrheit der G20-Staaten, viele aus Schwellenländern.

Die Ambition Calls für weitere Länder und weiterführende Links

Publikationstyp Empfehlungspapier Seitenanzahl5 Publikationsdatum08/2019 Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen

Download: Der Ambition Call [1,5 MB]

. Beteiligte Personen Echter NameLena Donat Referentin für Klimaschutz & Transparenz +49 (0)30 / 28 88 356-73 donat@germanwatch.org Echter NameJan Burck Referent für Klimaschutz & Energie +49 (0)228 / 60 492-21 burck@germanwatch.org Echter NameKai Bergmann Referent für deutsche Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-71 bergmann@germanwatch.org

Vor UN-Sonderklimagipfel: Zivilgesellschaft aus G20-Staaten fordert von Deutschland konkrete Fortschritte beim Klimaschutz

7. August 2019 - 10:08
Vor UN-Sonderklimagipfel: Zivilgesellschaft aus G20-Staaten fordert von Deutschland konkrete Fortschritte beim Klimaschutz Stefan Küper 07.08.2019 | 10:08 Uhr Internationales Netzwerk aus Wissenschaft und Umweltorganisationen fordert wirksames Klimaschutzgesetz, CO2-Preis für Verkehr und Gebäude sowie Offenlegungspflichten über klimabezogene Risiken für die Wirtschaft

Berlin/Bonn (7. Aug. 2019). Gut eineinhalb Monate vor dem Sonderklimagipfel des UN-Generalsekretärs Guterres in New York (23. September) fordert ein internationales Netzwerk aus Forschung und Umweltorganisationen konkrete Klimaschutzmaßnahmen von den Regierungen der G20-Staaten. Guterres hat die Staaten aufgefordert, in diesen Tagen eine erste Zusammenfassung ihrer Pläne zu schicken, die sie zum Gipfel mitbringen werden – quasi als Eintrittskarte zum Gipfel. Guterres erwartet, dass die Staaten ambitioniertere Klimaschutzziele für 2030 ankündigen oder zumindest einen Prozess dafür starten. Zudem sollen alle Staaten ihre Politik am Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2050 orientieren.

Das  Netzwerk Climate Transparency, in dem führende Forschungseinrichtungen und Umweltorganisationen aus den G20-Staaten kooperieren, fordert von der Bundesregierung Fortschritte auf drei Ebenen: Erstens soll Deutschland ein wirksames Klimaschutzgesetz und das dafür notwendige Umsetzungspaket verabschieden. Zweitens solle Deutschland einen CO2-Preis in den Sektoren Verkehr und Gebäude einführen. Und drittens sollten klimabezogene Risiken mit Langfristperspektive in die Offenlegungspflichten für Finanz- und Realwirtschaft bis spätestens Ende 2020 integriert werden. Auf der Grundlage dieser Schritte sollte Kanzlerin Merkel im September ankündigen, in den nächsten Monaten das deutsche Klimaschutzziel für 2030 (minus 55%), das noch nicht an die Temperaturziele des Pariser Klimaschutzabkommens angepasst ist, zu verschärfen.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch ist Teil des Climate Transparency-Netzwerks. Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch: „Die Bundeskanzlerin sollte nicht mit leeren Händen sondern mit konkreten Ankündigungen nach New York fahren. Sie sollte ein verbindliches Klimaschutzgesetz plus Maßnahmenpaket sowie einen wirkungsvollen CO2-Preis ankündigen. Diese müssen nicht nur so gestaltet sein, dass die jetzigen Klimaziele für 2030 sicher erreicht werden, sondern auch später verschärfte Klimaziele für 2030 und 2050 geschafft werden können." Bals weiter: "Die G20-Staaten sind für etwa 80 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Die Zivilgesellschaft dieser Staaten fordert von ihren Regierungen entschiedenes Handeln. Die eskalierende Klimakrise in Deutschland und weltweit, die klaren Aussagen der Wissenschaft und die Proteste auf der Straße sowie die Gerichtsprozesse um Klimaschutz zeigen, wie dringend dies ist. Ein glaubwürdiges, am Pariser Abkommen orientiertes Maßnahmen- und Zielpaket in Deutschland könnte die Grundlage dafür sein, im nächsten Jahr als EU gemeinsam mit Ländern wie China und Indien verschärfte Klimaziele zu beschließen.“

Themen Klima Internationale Klimapolitik Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameKai Bergmann Referent für deutsche Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-71 bergmann@germanwatch.org Echter NameLena Donat Referentin für Klimaschutz & Transparenz +49 (0)30 / 28 88 356-73 donat@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Massenhafter Einsatz von Reserveantibiotika in Massentierhaltung

31. Juli 2019 - 12:15
Massenhafter Einsatz von Reserveantibiotika in Massentierhaltung Stefan Küper 31.07.2019 | 12:15 Uhr Neuer Behördenbericht bestätigt: Colistin und Makrolide - zwei für den Menschen besonders wichtige Reserveantibiotika - werden in großen Mengen Tieren verabreicht / Risiko von Resistenzen gegen Reserveantibiotika steigt

Berlin (31. Juli 2019). Zwei von fünf Reserveantibiotika, die für Menschen bei Resistenzen lebensrettend sein können, sind im vergangenen Jahr massenhaft in Tierfabriken eingesetzt worden. Colistin ist mit 74 Tonnen mittlerweile eines der meistgenutzten Antibiotika in der Massentierhaltung, Makrolide sind mit 59 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr sogar in steigenden Mengen verabreicht worden. Dies geht aus dem neuen Bericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hervor. Reserveantibiotika werden in der Humanmedizin benötigt, wenn andere Antibiotika bei Infektionen nicht mehr wirken. Sie sind also eigentlich für Notfälle gedacht.

Germanwatch-Agrarexpertin Reinhild Benning warnt, dass in Folge des massenhaften Einsatzes das Risiko von Resistenzbildungen zunehme, durch die die Notfall-Antibiotika für den Menschen unbrauchbar werden können. „Konzerne haben die Hähnchen- und Putenfleischerzeugung mit Blick auf Zucht, Haltung und Fütterung im Vergleich zu anderen Tierarten weitergehend industrialisiert. Sie benötigen in diesem krankmachenden System Antibiotika in konstant hohen Mengen. Andernfalls würden zu viele Tiere aus diesen Tierfabriken den Schlachthof nicht lebend erreichen. Während Schweine in Deutschland überwiegend auf eigenständigen Bauernhöfen gehalten werden und immerhin rund 40 Prozent weniger Antibiotika als noch im Jahr 2014 benötigten, ist bei Hähnchen und Puten der Antibiotikaverbrauch kaum gesunken." Bei Puten und Hühnern werden zu über 40 Prozent Reserveantibiotika eingesetzt. Insgesamt ist der Antibiotikaverbrauch bei Nutztieren im Jahr 2018 gerade einmal um den Anteil zurückgegangen, um den auch die Fleischproduktion sank, nämlich um 1,5 Prozent.

Kleinere Tierhaltungen und ökologische Betriebe setzen nach Behördenangaben weniger häufig Antibiotika ein und das Fleisch weist erheblich geringere Belastungen mit Antibiotikaresistenzen auf. Benning: "Die Bundesregierung ist auch wegen der mangelhaften gesetzlichen Regeln im Tierschutz mitverantwortlich für systembedingte Massenerkrankungen und den hohen und gefährlichen Verbrauch an Reserveantibiotika. Es ist offensichtlich, dass die Geflügelindustrie die Risiken der industriellen Tierhaltung überhaupt nicht im Griff hat – und dennoch lässt Landwirtschaftsministerin Klöckner sie ohne wirksame Tierschutzregeln und ohne Auflagen für besonders wichtige Reserveantibiotika wie Colistin und Makrolide gewähren."

Lässt Wirkung von Standard-Antibiotika möglicherweise schon nach?
Nach Ansicht von Germanwatch muss unverzüglich untersucht werden, ob der hohe Verbrauch an Colistin und anderen Reserveantibiotika wie Makroliden möglicherweise darauf hinweist, dass andere Antibiotika in Tierfabriken schon nicht mehr zuverlässig wirken. "Die andauernde körperliche Überforderung der Tiere darf nicht länger mit Antibiotikaeinsatz übertüncht werden", fordert Reinhild Benning. Germanwatch setzt sich ein für ein Verbot der für die Menschen so wichtigen Reserveantibiotika in Tierfabriken, eine gesetzliche Verdoppelung des Platzangebots je Tier in Mastbetrieben und die Beendigung der Hochleistungszucht. Zudem müsse es hohe Festpreise für Antibiotika in der Tierhaltung geben, damit sich eine tierfreundlichere Haltung finanziell eher lohnt als der massenhafte Einsatz von Antibiotika. Darüber hinaus sollte die Bundesregierung endlich eine Kennzeichnungspflicht einführen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher bessere Tierhaltungen auch erkennen und durch Nachfrage belohnen können.

Themen Welternährung, Landnutzung und Handel AnsprechpartnerInnen Echter NameReinhild Benning Referentin für Landwirtschaft und Tierhaltung +49 (0)30 / 28 88 356-82 benning@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

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