Sie sind hier

Germanwatch

Newsfeed Germanwatch abonnieren
Aktualisiert: vor 17 Minuten 14 Sekunden

Eine andere Digitalisierung ist möglich!

vor 0 Sek.
Eine andere Digitalisierung ist möglich! Janina Longwitz 18.11.2019 | 13:28 Uhr Unsere Forderungen für eine nachhaltige Digitalisierung

Wir, zehn Organisationen aus der Netz-, Umwelt- und Entwicklungspolitik, haben mit der Konferenz „Bits & Bäume“ im November 2018 eine gemeinsame Grundlage dafür geschaffen, wie die Digitalisierung so gestaltet werden kann, dass sie dem Gemeinwohl und Frieden dient,
Datenschutz ernst nimmt und soziale und ökologische Ziele gleichermaßen fördert. Die fast 2.000 Teilnehmer*innen der Konferenz in Berlin, die Ergebnisse der Workshops und die zahlreichen Diskussionen auf und vor der Bühne zeigen: Die Zivilgesellschaft und eine kritische
Wissenschaft haben gemeinsam die Wissensgrundlage, die Kompetenzen, die Weitsicht, den Willen und auch die Kraft, eine nachhaltige Digitalisierung mitzugestalten, wenn sie sich zusammenschließen. Wir können die Digitalisierung nicht alleine der Wirtschaft und der Politik überlassen. Deshalb werden wir uns zukünftig noch stärker und gemeinsam in die gesellschaftliche Diskussion und die praktische Umsetzung einbringen. Als Bündnis von Organisationen mit zehn verschiedenen Perspektiven auf die notwendigen Veränderungen stellen wir gemeinsam diese Forderungen.

Das Bündnis besteht aus:

Publikationstyp Forderungspapier Seitenanzahl8 Themen Zukunftsfähige Digitalisierung

Download: Bits & Bäume - Forderungen [PDF; 0,2 MB]

. Weiterführende LinksZu Bits & Bäume Beteiligte Personen Echter NameHendrik Zimmermann Referent für Energiewendeforschung und Digitale Transformation +49 (0)30 / 28 88 356-72 zimmermann@germanwatch.org

Europäische Investitionsbank setzt mit Ausstieg aus Finanzierung fossiler Energieprojekte wichtiges Signal

15. November 2019 - 11:10
Europäische Investitionsbank setzt mit Ausstieg aus Finanzierung fossiler Energieprojekte wichtiges Signal Stefan Küper 15.11.2019 | 11:10 Uhr Germanwatch begrüßt Einigung auf neue Energierichtlinie / Bundesregierung gibt in letzter Minute Widerstand auf und unterstützt ambitionierten Klimaschutz

Bonn/Brüssel (15. Nov. 2019). Als "wichtiges Signal für den gesamten Finanzmarkt" begrüßt die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch die Verabschiedung der neuen Energierichtlinie der Europäischen Investitionsbank. Sie legt den Ausstieg aus der Finanzierung fossiler Energieprojekte bis Ende 2021 fest. Der Ausstieg gelang auch dank einer am Ende gemeinsamen Linie der zuvor zerstrittenen Bundesministerien.

„Dieser Beschluss setzt ein wichtiges Signal für andere Entwicklungsbanken und den gesamten Finanzmarkt. Die Finanzierung fossiler Energieprojekte, die nicht vereinbar sind mit den Pariser Klimazielen, wird so insgesamt deutlich schwieriger werden“, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer  von Germanwatch. Er begrüße, dass das Umwelt- und das Finanzministerium die Blockade des Wirtschaftsministeriums überwunden haben und nach wochenlanger Uneinigkeit doch noch die Einigung auf die Zustimmung zum Ausstieg folgte. "Glücklicherweise hat es die Bundesregierung in letzter Minute geschafft, auf EU-Ebene diesmal nicht als Blockierer beim Klimaschutz dazustehen."

Als Mitglied im Sustainable Finance Beirat der Bundesregierung setzt Bals darauf, dass der Beirat im Frühjahr 2020 konkrete Empfehlungen vorlegt, die Deutschland zu einem führenden Standort für ein zukunftsfähiges Finanzwesen machen und die mit den Pariser Klimazielen vereinbar sind.

Die Entscheidung der Investitionsbank ermöglicht Ausnahmen zur Förderung besonders energieeffizienter Gaskraftwerke über das Jahr 2021 hinaus. Allerdings unter der Auflage, dass glaubhafte Pläne für eine spätere hauptsächliche Nutzung klimafreundlicher erneuerbarer Gase vorgelegt werden und dass die festgelegten Emissionsobergrenzen nicht überschritten werden. Germanwatch betont, dass es nun gelte diese Regel wasserdicht auszugestalten. Die Ausnahme dürfe nicht zu einem großen Schlupfloch werden.

Themen Klima Internationale Klimapolitik Entwicklung & Klima AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameMartin Voß Referent für Entwicklungsbanken und Klimatransparenz +49 (0)228 / 60 492-53 voss@germanwatch.org Echter NameSophie Bartosch Referentin für Entwicklungsbanken und Klima +49 (0)30 / 28 88 356-983 bartosch@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Germanwatch Hand Print erneut ausgezeichnet

14. November 2019 - 11:34
Germanwatch Hand Print erneut ausgezeichnet Marvin Müller 14.11.2019 | 11:34 Uhr Berlin ZeitzeicheN: Germanwatch Hand Print ist Sieger in der Kategorie "BNE – außerhalb von Lehrplan und Klassenzimmer"

Der von der Grünen Liga bundesweit vergeben renommierte *Deutsche Lokale Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN* würdigt beispielhaftes Engagement bei der Umsetzung der Agenda 2030. Er rückt dabei die Arbeit der Wettbewerbsteilnehmer*innen ins öffentliche Bewusstsein.

Der Hand Print ermutigt Menschen dazu, sich wirkungsvoll für nachhaltige Entwicklung einzusetzen und gesellschaftliche Gestaltungsspielräume dafür zu nutzen. Germanwatch zeigt mit dem Hand Print transformative, politische und in reale Strukturen hineinwirkende Formen des Engagements auf. Mit dem Ziel den eigenen ökologisch und sozialen Fußabdruck zu reduzieren und den Handabdruck des eigenen politischen Engagements auszubauen baut der Hand Print auf Erfolgen der Umwelt- und entwicklungspolitischen Bildungsarbeit auf und unterstützt engagierte Menschen dabei mit ihrem Einsatz Strukturen so zu verändern, dass nachhaltiges Verhalten das normale, einfache und naheliegende Verhalten für alle Menschen wird.

Die Laudatio hielt Dr. Manuel Rivera, Forschungsgruppenleiter am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung / Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. (IASS) in Potsdam.

Rivera sagte über die Aktiven, die mit dem Hand Print Konzept ermutigt werden Strukturen hin zu mehr Nachhaltigkeit zu verändern: „Dabei wachsen die Selbstwirksamkeitserfahrungen und wächst der "Handabdruck" der Beteiligten in der Welt. Wir können sogar sagen, dass das, was in diesen Bildungsprojekten wächst, die gemeinsame Welt selber ist. Die, die wir nicht verbrauchen wollen, und die, die wir nur durch politisches Handeln überhaupt erst erfahren. 200 Jahre nach den Humboldts scheint mir das genau das ZeitzeicheN zu sein, das unsere Bildung, unser Planet und eine nachhaltige Entwicklung brauchen.“

Das BNE-Team von Germanwatch freut sich über die Auszeichnung und sieht sich in seiner Arbeit gestärkt.

Förderhinweis:
- Die Arbeit zum Hand Print wird gefördert von Brot für die Welt und Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Für den Inhalt ist allein Germanwatch verantwortlich -

Aktuell

Foto: Grüne Liga Berlin

Bildung für nachhaltige Entwicklung BNE Bildung Aktion Hand Print Hand Print Handabdruck Bildung & Klima AnsprechpartnerInnen Echter NameStefan Rostock Teamleiter Bildung für nachhaltige Entwicklung, NRW-Fachpromotor für Klima & Entwicklung +49 (0)228 / 60 492-26 rostock@germanwatch.org Echter NameAlexander Reif Referent - Bildung für nachhaltige Entwicklung +49 (0)228 / 60 492-36 reif@germanwatch.org

Chemieriese Lanxess sendet wichtiges Klimaschutzsignal an Chemiebranche und Politik

13. November 2019 - 10:47
Chemieriese Lanxess sendet wichtiges Klimaschutzsignal an Chemiebranche und Politik Stefan Küper 13.11.2019 | 10:47 Uhr Germanwatch lobt heute veröffentlichte Lanxess-Strategie für Klimaneutralität bis 2040 / Weitere Unternehmen der energieintensiven Industrie sind nun gefordert nachzuziehen

Berlin (13. Nov. 2019). Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch bewertet die heute veröffentlichte Klimastrategie des Chemiekonzerns Lanxess als einen beispielgebenden Schritt. „Wir begrüßen die Klimastrategie von Lanxess", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Wenn das fünftgrößte Chemieunternehmen Deutschlands für alle Produktionsstandorte weltweit Klimaneutralität bis 2040 verspricht, ist das ein wichtiges Signal für die Klimatransformation an die gesamte Branche und die Politik."

Germanwatch sieht in weiten Teilen der deutschen Industrie derzeit einen Aufbruch in Richtung klimafreundliche Transformation. Christoph Bals: „Immer mehr Unternehmen verstehen, dass sie nur überleben werden, wenn sie die Herausforderung Klimawandel sehr ernst nehmen und vom Teil des Problems zum Teil der Lösung werden." Auch für die Motivation der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei das ein wichtiger Aspekt.

Strategie für klimaneutrale Zulieferung sollte nächster Schritt sein

„Wir rufen die anderen Unternehmen der chemischen und insgesamt der energieintensiven Industrie auf, nun ebenfalls konkrete Schritte zur Emissionssenkung vorzulegen. Das Ziel muss Treibhausgasneutralität spätestens in den 2040er Jahren und möglichst schon eher sein“, so Bals. Zu einer glaubwürdigen Transformationsstrategie gehöre, dass die Emissionen tatsächlich im Unternehmen reduziert und höchstens eine kleine Restmenge von Emissionen durch qualitativ hochwertige Offset-Zertifikate ausgeglichen wird. Für umfassende Klimaneutralität müsse zudem eine Strategie für klimaneutrale Zulieferung und damit zur Reduktion der oft sehr hohen sogenannten Scope-3-Emissionen entwickelt werden. Bals: „Hier muss auch Lanxess noch weiterarbeiten. Es ist gut, dass der Konzern diese Emissionen bereits berichtet und sich damit positiv von Mitbewerbern absetzt. Für die gesamte chemische Industrie gilt es, mit den Zulieferern den Übergang zu klimaneutralen Vorprodukten zu starten."

Bundesregierung und EU-Kommission sollten Unterstützung leisten

Aus Sicht von Germanwatch sollten auch die Bundesregierung und die neue EU-Kommission die Ankündigung von Lanxess als Signal verstehen. Denn um beim Umbau ihrer Produktion zur Klimaneutralität erfolgreich zu sein, brauchen energieintensive Unternehmen mehr Unterstützung durch die Politik. Dazu gehören auch glaubwürdige und darum ehrgeizigere Klimaziele auf deutscher und EU-Ebene sowie Maßnahmen, um diese Ziele sicher zu erreichen. „Der stockende Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland muss schnell wieder in Fahrt gebracht werden“, so Christoph Bals. „Ohne ausreichend grünen Strom kann die Dekarbonisierung der Schwerindustrie nicht gelingen.“

Hinweis: Germanwatch diskutiert seit 2018 im Klimaschutz-Stakeholderdialog des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) die Frage, wie die notwendige schnelle Transformation der Branche hin zur Treibhausgasneutralität gelingen kann.

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Experten aus Kolumbien zeigen: Strengere Regeln zu Rohstoffen für deutsche Unternehmen notwendig

13. November 2019 - 10:04
Experten aus Kolumbien zeigen: Strengere Regeln zu Rohstoffen für deutsche Unternehmen notwendig Stefan Küper 13.11.2019 | 10:04 Uhr Germanwatch und Partnerorganisationen fordern von Bundesregierung engagierte Umsetzung der EU-Konfliktmineralienverordnung und Lieferkettengesetz

Berlin (13. Nov. 2019). Anlässlich der heute stattfindenden „ecolution 2019“ des Unternehmenszusammenschlusses Econsense fordert Germanwatch gemeinsam mit kolumbianischen Partnerorganisationen die Bundesregierung auf, Unternehmen verbindlich zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards zu verpflichten. Eine heute veröffentlichte Studie aus Kolumbien zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen beim Goldabbau in dem Land unterstreicht die Dringlichkeit dieser Forderungen.

Maria Soledad Betancur Betancur, Rohstoffexpertin der kolumbianischen Organisation IPC und Autorin der Studie: „Die Studie zeigt, dass verbindliche Anforderungen an Unternehmen zur Einhaltung von Umweltstandards essentiell sind. Die Metallproduktion insbesondere großer Unternehmen zerstört in Kolumbien die Umwelt und damit die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung." Die Studie verdeutlicht auch, dass die sozialen und ökologischen Risiken im Bergbau weit über die von der existierenden EU-Konfliktmineralienregulierung abgedeckten Risiken hinausgehen. "Die EU-Konfliktmineralienregulierung geht nicht weit genug. Eine wirksame Regulierung muss alle Menschenrechtsverletzungen ebenso wie auch Umweltzerstörungen umfassen. Andernfalls können die systematischen Menschenrechtsverletzungen und Konflikte im Bergbau in Kolumbien nicht reduziert werden“, so Betancur. Die Studie erläutert, dass bisher zu wenig gegen gewaltsame Vertreibungen und Umweltzerstörungen durch großen Bergbau unternommen wird und es gleichzeitig für Kleinbergbau sehr schwer ist, Zugang zum formalen Markt zu bekommen.

Vergangene Woche ist das deutsche Durchführungsgesetz der EU-Konfliktmineralienverordnung im Kabinett beschlossen worden und befindet sich nun kurz vor dem parlamentarischen Verfahren. In diesem Kontext hat sich die Bundesregierung gegen mehr Transparenz, wie sie von der Zivilgesellschaft gefordert wurde, entschieden. „Es ist beschämend, dass die Bundesregierung die EU-Konfliktmineralienverordnung nur halbherzig umsetzt. Damit ignoriert sie auch den Koalitionsvertrag, in dem sie sich zu „starken Durchsetzungsbestimmungen“ verpflichtet hatte“, kritisiert Johanna Sydow, Referentin für Ressourcenpolitik bei der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch. „Doch selbst ein ambitioniertes Gesetz zu Konfliktrohstoffen würde bei den vielen anderen Fällen von Menschenrechts- oder Umweltschädigungen im Rohstoffabbau nicht greifen. Wichtig ist deshalb ein Lieferkettengesetz. Die Bundesregierung muss Unternehmen dazu anhalten, dass ihre Geschäfte nicht die Umwelt zerstören oder zu Menschenrechtsverletzungen wie gewaltsamen Landvertreibungen beitragen“, so Sydow weiter.

Edinson Bolaños, Journalist der kolumbianischen Tageszeitung El Espectador, der seit vielen Jahren zu Rohstofflieferketten und Bergbau schreibt, mahnt mehr Transparenz in Lieferketten an und sieht die Bundesregierung in der Pflicht: "Es ist wichtig, dass  Importeure und Unternehmen, die Schmelzen betreiben, als Teil ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht offenlegen müssen, von wem sie ihre Rohstoffe beziehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass kein Geld des Drogenhandels gewaschen wird und Gold, welches im Zusammenhang mit schweren Menschenrechtsverletzungen abgebaut wurde, nicht in die Lieferketten gerät." Er fordert zudem, dass die Bundesregierung Transparenz darüber herstellt, welche Unternehmen sich an die Anforderungen der EU-Konfliktmineralienverordnung in Deutschland halten müssen. Nur so könne die Zivilgesellschaft bei der Umsetzung von Sorgfaltspflichten effektiv Unterstützung leisten.

Themen Unternehmensverantwortung Ressourcenpolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameCornelia Heydenreich Teamleiterin Unternehmensverantwortung +49 (0)30 / 28 88 356-4 heydenreich@germanwatch.org Echter NameJohanna Sydow Referentin für Ressourcenpolitik und IT-Branche +49 (0)30 / 28 88 356-91 sydow@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Goldbergbau, Menschenrechtsverletzungen und der Konflikt

13. November 2019 - 9:08
Goldbergbau, Menschenrechtsverletzungen und der Konflikt Pascal Molinario 13.11.2019 | 09:08 Uhr

Goldbergbau finanziert seit Langem die bewaffneten Konflikte in Kolumbien. Mit Verabschiedung der EU-Konfliktmineralienverordnung 2017 ist diese Problematik auch in Europa stärker ins Bewusstsein gerückt. Eine der weltweit größten Schmelzen, die Schweizer Schmelze Metalor, hat sich deshalb inzwischen aus dem Geschäft mit Kleinbergbau zurückgezogen. Gleichzeitig ist der Zusammenhang zwischen in artisanalem Bergbau (sog. "manueller Kleinbergbau") gewonnenem Gold und der Finanzierung des bewaffneten Konflikts in Kolumbien wesentlich komplexer. Ein Boykott kann den ohnehin durch die nationale Gesetzgebung stark kriminalisierten Kleinbergbau zu Gunsten internationaler Bergbauunternehmen weiter marginalisieren und in die Illegalität treiben. Gleichzeitig werden durch die EU-Konfliktmineralienverordnung viele gravierende Menschenrechtsverletzung, wie gewaltsame Vertreibungen und massive Umweltzerstörung durch große Bergbauunternehmen, die die Lebensgrundlagen lokaler Bevölkerung zerstören nicht erfasst.

Die vorliegende Studie beleuchtet genauer, wie der artisanale und der industrielle Bergbau zusammenhängen, welche Rolle sie im Kontext des bewaffneten Konfliktes einnehmen und wie nationale und internationale Gesetzgebung und Politik dieses Spannungsfeld beeinflusst und präsentiert anschließend verschiedene Politikempfehlungen auf internationaler, wie auch lokaler Ebene.

Im Downloadbereich finden Sie:

1. Studie "MINERÍA DEL ORO, TERRITORIO Y CONFLICTO EN COLOMBIA" (spanisch; eine englische Übersetzung ist in Vorbereitung).

Ergänzend steht eine engl. Zusammenfassung mit Empfehlungen für die Politik zur Verfügung:

2. Gold Mining, Human Rights and Due Diligence in Colombia: analysis and recommendations towards the implementation of the EU Regulation on Responsible Sourcing and further legislation (Summary of Study by Johanna Sydow)

Publikationstyp Studie AutorInnenMaría Soledad Betancur Betancur; Konzept/Redaktion: Johanna Sydow Seitenanzahl74 Publikationsdatum11/2019 Themen Unternehmensverantwortung Ressourcenpolitik

Studie MINERÍA DEL ORO, TERRITORIO Y CONFLICTO EN COLOMBIA (esp.) [PDF, 8,8 MB]

Engl. Zusammenfassung der Studie und Politikempfehlungen 2019' [PDF, 0,8 MB]

. Beteiligte Personen Echter NameJohanna Sydow Referentin für Ressourcenpolitik und IT-Branche +49 (0)30 / 28 88 356-91 sydow@germanwatch.org

Brown to Green Report 2019: The G20 Transition towards a Net-Zero Emissions Economy

11. November 2019 - 6:01
Brown to Green Report 2019: The G20 Transition towards a Net-Zero Emissions Economy Pascal Molinario 11.11.2019 | 06:01 Uhr Der „Brown to Green“-Report 2019 zieht Bilanz zu den Klimaschutzanstrengungen der G20 Staaten.

Die G20 Staaten sind verantwortlich für rund 80 % der globalen Treibhausgasemissionen, ebenso wie für rund 85 % des globalen Bruttoinlandsprodukts. In den G20-Ländern könnten rund 70 % der Auswirkungen des Klimawandels durch eine Limitierung der Erderwärmung auf 1,5°C statt auf 3°C verhindert werden. Die Mitglieder der G20 haben nicht nur eine politische Verantwortung, sondern auch ein wirtschaftliches Interesse sowie die wirtschaftliche Fähigkeit, die Welt auf einen 1,5°C-kompatiblen Weg zu bringen.

Hauptergebnisse des “Brown to Green”-Reports 2019

Aufgrund von starkem wirtschaftlichen Wachstum und wachsendem Energiebedarf stiegen die energiebedingten CO2-Emissionen der G20 im Jahr 2018 um 1,8 %. Die Energieversorgung auf Grundlage von Kohle, Öl und Gas stieg 2018 in mehreren Staaten weiter an. Noch immer sind 82 % des Energiemixes der G20 aus fossilen Brennstoffe. Um 1,5°C kompatibel zu sein, muss dieser Anteil in den G20 bis 2030 auf mindestens 67 %, global bis 2050 auf mindestens 33 % und darüber hinaus langfristig weiterhin sinken.

Auch die Fortschritte im Bereich der Energieeffizienz verlangsamten sich in den Volkswirtschaften der G20-Länder im Jahr 2018.

Gegenwärtig bewegt sich kein G20-Staat mit seinen nationalen Klimazielen (NDCs “nationally determined contribution”) im Rahmen des 1,5°C Limits. Mit der jetzigen Zielsetzung wären die Emissionen im Jahr 2030 doppelt so hoch wie für eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C notwendig. Im Angesicht des Umstandes, dass nur ungefähr die Hälfte der G20 Länder voraussichtlich ihre nationalen Klimaziele erreichen oder übertreffen werden, zeigt sich hier ein deutliches Potenzial zu Ambitionssteigerungen im Zuge der NDC-Erhöhung im Jahr 2020.

STROM: Obwohl die Stromerzeugung weltweit vor 2050 dekarbonisiert sein muss, steigen die Stromemissionen der G20 weiterhin (+1,6 % im Jahr 2018). Der höchste Anstieg ließ sich in Indonesien und in der Türkei feststellen – beide Länder expandieren ihre Kohlestrom-Kapazitäten erheblich. Die einzigen Länder mit 1,5°C-kompatiblen Kohleausstiegsplänen sind Frankreich, Italien, Großbritannien und Kanada.

TRANSPORT: Die Transportemissionen der G20 stiegen 2018 um 1,2%; wobei die USA, Kanada und Australien die höchsten pro-Kopf Transportemissionen haben. Der Anteil von 6 % an kohlenstoffarmen Kraftstoffen im Transportmix der G20 müsste sich bis 2050 verzehnfachen, um die Erderwärmung auf 1,5°C zu reduzieren. In Kanada, Frankreich, Japan und Großbritannien gibt es langfristig progressive Pläne zum Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und China verkaufte im Jahr 2018 fast eine Million elektronische Fahrzeuge. Dennoch fehlt es flächendeckend an erfolgreichen politischen Strategien hin zu einem alternativen Verkehrssystem oder für eine Dekarbonisierung des Ladungsverkehrs.

GEBÄUDE: Der Gebäudesektor zeigte von allen Sektoren den höchsten Emissionsanstieg. Unter Einbezug von indirekten Emissionen, verursacht durch den Stromverbrauch in Gebäuden, haben Saudi-Arabien, die USA und Australien die höchsten Gebäudeemissionen pro Kopf. Den höchsten Anstieg in diesem Bereich verbuchten China, Indien und Indonesien. Bis 2030 müssen diese Gebäudeemissionen halbiert werden. Dafür sind Energiesanierungen an bestehenden Gebäuden und die Implementierung von „Nullenergiehäusern“ als Standard für Neubauten notwendig.

VULNERABILITÄT: In den letzten 20 Jahren verursachten Extremwetterereignisse in den G20 Ländern wirtschaftlichen Verluste von 2,65 Billionen US Dollar und rund 264.000 Tote. Unter Berücksichtigung von anderen Klimafolgen wie dem Anstieg des Meeresspiegels würden diese Zahlen noch höher ausfallen. Rund 70 % der zukünftigen Klimafolgen ließen sich durch eine Limitierung der Erderwärmung auf 1,5°C statt 3°C verhindern.

FINANZIERUNG: Die G20 Staaten geben weiterhin Milliarden für Subventionen von fossilen Brennstoffen und für die Finanzierung von Kohlestrom aus. Im Kontrast dazu haben bereits 18 von 20 Staaten der G20 ein System der Kohlenstoffbepreisung (CO2-Preis) implementiert oder befinden sich gerade in der Entwicklung eines solchen Systems. Die Volkswirtschaften der G20 führen vermehrt Strategien und Regulationen im Sinne eines „grünen“ Finanzsystems ein. Interessanterweise sind Schwellenländer im Bereich der politischen Strategien zur Reduktion von klimabedingten Risiken für das Finanzsystem führend.

 

Über den Report

Der “Brown to Green”-Report ist die weltweit umfassendste jährliche Studie über den Klimaschutz der G20: Er bietet prägnante und vergleichbare Informationen zu Minderung, Finanzierung und Vulnerabilität. Publiziert wird der Report jährlich von „Climate Transparency“, einer internationalen Initiative aus 14 Forschungsorganisationen und NGOs aus der Mehrheit der G20 Länder, darunter zahlreiche aus aufstrebenden Volkswirtschaften.

Germanwatch ist einer der Hauptautoren des Reports.

Publikationstyp Report Publikationsdatum11/2019 Themen Klima Internationale Klimapolitik Klimawissenschaft . Weiterführende LinksZum vollständigen "Brown to Green" Report bei Climate Transparency Beteiligte Personen Echter NameLena Donat Referentin für Klimaschutz & Transparenz +49 (0)30 / 28 88 356-73 donat@germanwatch.org Echter NameJan Burck Referent für Klimaschutz & Energie +49 (0)228 / 60 492-21 burck@germanwatch.org Echter NameRoxana Baldrich Referentin Klimarisikomanagement und Fall Huaraz +49 (0)228 / 60 492-57 baldrich@germanwatch.org

Report zu Klimaschutz in G20-Staaten: Deutschland schneidet vor allem bei Verkehr und Gebäuden schlecht ab

11. November 2019 - 6:00
Report zu Klimaschutz in G20-Staaten: Deutschland schneidet vor allem bei Verkehr und Gebäuden schlecht ab Pascal Molinario 11.11.2019 | 06:00 Uhr Climate Transparency-Konsortium stellt neuen Brown-to-Green-Report zur G20 vor: Noch keines der G20-Länder auf Kurs um das Temperaturlimit des Pariser Klimaabkommens einzuhalten +++ Hälfte der G20-Staaten könnte aber aktuelle eigene Klimaziele erhöhen +++ Auch G20 massiv von Wetterextremen betroffen: Über 260.000 Todesopfer durch Stürme, Überflutungen und Hitzewellen in 20 Jahren +++

Berlin (11. Nov. 2019). Kein einziger der G20-Staaten befindet sich derzeit auf einem Kurs der es ermöglicht, den globalen Temperaturanstieg - wie vom Pariser Klimaabkommen angestrebt - auf 1,5 Grad zu begrenzen. Zusammengerechnet wachsen die Emissionen der 20 größten Volkswirtschaften der Welt weiterhin. Immerhin rund die Hälfte dieser Staaten ist aber auf gutem Weg, die selbst gesetzten nationalen Klimaziele zu erreichen oder gar zu überbieten. Sie wären somit in der Lage, ihre bislang für das Pariser Klimaabkommen gemachten und ausnahmslos zu schwachen Zusagen im kommenden Jahr zu erhöhen. Das Abschneiden Deutschlands im G20-Vergleich ist gleich in mehreren Bereichen schwach. Dies sind einige Kernaussagen des heute, im Vorfeld der UN-Klimakonferenz, erschienenen Brown-to-Green-Reports der internationalen Initiative Climate Transparency (s. Hintergrund unten). Die G20-Staaten spielen die Schlüsselrolle, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden. Sie sind für rund 80 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich.

"Der neue Brown-to-Green-Report zeigt, dass es in vielen Bereichen Vorreiter unter den G20-Staaten gibt, die den Wandel zur Emissionsfreiheit vorantreiben. Allerdings geschieht dies bisher nur in Teilbereichen und bezogen auf die gesamte G20 noch deutlich zu langsam", sagt Jan Burck von Germanwatch, einer der Autoren des Reports.

Insgesamt sind die CO2-Emissionen der G20 im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent gewachsen. Zwei der größten Problembereiche sind laut Report Gebäude und der Verkehr - in beiden Sektoren gehört Deutschland zu den Negativbeispielen. Mit Pro-Kopf-Emissionen im Gebäudebereich von über drei Tonnen liegt Deutschland rund 50 Prozent über dem EU-Schnitt und sogar doppelt so hoch wie der G20-Durchschnitt. Bei der Sanierung des Gebäudebestands müsste das Tempo verfünffacht werden (aktuelle Rate 1%), um auf einen wirklich klimafreundlichen Kurs zu kommen. Nur bei Neubauten sind die Standards in Deutschland im Vergleich gut, allerdings noch nicht ausreichend zum Erreichen der angestrebten Klimaziele. Insgesamt stiegen die Emissionen der G20 in keinem anderen Sektor 2018 so stark wie im  Gebäudebereich - um 4,1 Prozent.

Deutschland bei Pro-Kopf-Emissionen im Verkehr im G20-Vergleich mit vorn
Ähnlich sieht es im Verkehr aus: Insgesamt wuchsen die Emissionen der G20 im Verkehr im letzten Jahr um 1,2 Prozent. Deutschland liegt dort bei den Pro-Kopf-Emissionen direkt hinter den großen Flächenstaaten USA, Kanada, Australien und Saudi-Arabien. Hierzulande werden im Schnitt 84 Prozent der gereisten Kilometer per Auto zurückgelegt - ebenfalls ein G20-Spitzenwert. Bei Elektroautos droht Deutschland den Anschluss zu verlieren. Die USA, Kanada und Südkorea haben Deutschland bei den Marktanteilen für E-Autos (Neuzulassungen) in den vergangenen zwei Jahren überholt, Spitzenreiter China hat diesen binnen eines Jahres sogar auf 4,5 Prozent fast verdoppelt (Deutschland: knapp 2 Prozent). Zudem hat China die ambitioniertesten Pläne für öffentlichen Nahverkehr in Großstädten: 30 Prozent aller Fahrten sollen dort schon 2020 mit Bus und Bahn zurückgelegt werden.

"Insbesondere in den Sektoren Gebäude und Verkehr gehört Deutschland zu den Negativbeispielen unter den G20-Staaten. Mögliche Effekte des neuen Klimapakets konnte der Report natürlich noch nicht messen, es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass Deutschland ohne massive Nachbesserung seine Klimaziele deutlich verfehlen wird. Und die bisherigen Klimaziele Deutschlands entsprechen noch nicht den Erfordernissen des Pariser Abkommens", erläutert Lena Donat von Germanwatch, Co-Autorin des Reports.

Auch bei Subventionen geben die G20-Staaten insgesamt ein schlechtes Bild ab: 2017 (neuere Zahlen sind noch nicht verfügbar) flossen weiterhin 127 Milliarden US-Dollar an Subventionen in fossile Energien. Allerdings sind diese Zahlen schwieriger zu bewerten als in der Vergangenheit, weil hier zum Teil auch sinnvolle Subventionen zum Beispiel für den Ausstieg aus der Kohle enthalten sein können.

G20 beziehen noch immer über 80 Prozent ihrer Energie aus fossilen Quellen
Ein zwiespältiges Bild zeigt sich im Energiebereich: G20-weit stieg die Energieversorgung aus grünen Quellen 2018 um 5 Prozent, dennoch verharrt der Anteil der Energien aus fossilen Quellen wegen insgesamt steigender Nachfrage bei 82 Prozent (Strom, Verkehr und Wärme). Im Strombereich stiegen die Emissionen weltweit im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent - trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien von 21 Prozent in 2013 auf über 25 Prozent des Brutto-Strommixes in 2018. Die Unterschiede zwischen den G20-Staaten sind enorm: Während Brasilien mit sehr großen Anteilen aus Wasserkraft 82,5 Prozent seines Stroms aus Erneuerbaren gewinnt, sind es in Saudi-Arabien, Südkorea und Südafrika weniger als 5 Prozent. Deutschland schneidet hier bislang gut ab (37 Prozent Anteil an Stromproduktion im Jahr 2018). Allerdings droht Deutschland durch den derzeitigen massiven Einbruch des Windkraftausbaus an Land auch hier in den kommenden Jahren zurückzufallen.

Der Report hat erstmals auch die Schäden und Verluste durch den Klimawandel sowie die Klimaanpassung der G20-Staaten betrachtet: Extremwetterereignisse haben von 1998 bis 2017 in den G20 mehr als 260.000 Menschenleben gefordert sowie insgesamt rund 2,65 Billionen US-Dollar an Schäden verursacht. Deutschland gehört in den G20 neben Russland, Frankreich, Italien und Indien zu den am stärksten betroffenen Staaten. Laut aktueller Studien ließen sich in vielen Sektoren rund 70 Prozent der künftigen Klimawandelfolgen vermeiden, wenn der globale Temperaturanstieg auf 1,5 statt 3 Grad begrenzt würde. Derzeit liegt die Welt nach Einschätzung der Wissenschaft auf einem 3-Grad-Pfad - selbst wenn man von der Annahme ausgeht, dass alle Staaten ihre bisher zugesagten nationalen Klimaziele erfüllen und es keine Rückkopplungen im Klimasystem gibt.

Hintergrund: Der Brown-to-Green-Report erscheint seit 2015 jährlich. Es ist der weltweit umfassendste Überblick über den Klimaschutz in den G20-Staaten und ihren Weg zur Treibhausgasneutralität. Er wird erstellt von der internationalen Initiative Climate Transparency; sie besteht aus 14 Forschungseinrichtungen und NGOs aus der Mehrheit der G20-Staaten, viele aus Schwellenländern. Der Report beruht auf den aktuellsten verfügbaren Daten und betrachtet 80 Indikatoren von Dekarbonisierung über Klimapolitik und Klimawirkungen des Finanzwesens bis hin zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Er fokussiert dabei auf die Frage, wie weit diese vom 1,5-Grad-Limit des Pariser Klimaabkommens entfernt sind und zeigt sowohl die Lücken und Hindernisse als auch positive Vorreiter-Beispiele auf. Aus Deutschland haben an diesem Report Germanwatch, Humboldt-Viadrina Governance Platform und Climate Analytics mitgearbeitet.

Themen Klima Internationale Klimapolitik Klimawissenschaft AnsprechpartnerInnen Echter NameJan Burck Referent für Klimaschutz & Energie +49 (0)228 / 60 492-21 burck@germanwatch.org Echter NameLena Donat Referentin für Klimaschutz & Transparenz +49 (0)30 / 28 88 356-73 donat@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

CO2-Preis-Gesetz: Bundestag muss nun nachbessern

8. November 2019 - 8:47
CO2-Preis-Gesetz: Bundestag muss nun nachbessern Stefan Küper 08.11.2019 | 08:47 Uhr Gesetz heute in erster Lesung: Entwurf mit unzureichender Lenkungswirkung und Sozialverträglichkeit / Gutachten zeigt zudem Rechtsunsicherheit auf und empfiehlt Anpassungen

Berlin (8. Nov. 2019). Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch fordert Nachbesserungen am Entwurf für ein Brennstoffemissionshandelsgesetz, der heute in den Bundestag eingebracht wird. Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch: „Der CO2-Preis hat das Potenzial, ein zentraler Teil des Instrumentenmixes der Klimapolitik zu sein. Die von der Bundesregierung vorgesehenen Preise sind jedoch viel zu niedrig und der geplante Pfad, auf dem die Preise schrittweise steigen, müsste weiter in die Zukunft reichen um Lenkungswirkung zu entfalten. Hier sollte der Bundestag dringend nachbessern.“

Aktuelle Studien zeigen zudem, dass die Pläne der Bundesregierung nicht sozial ausgewogen sind. Bals: „Die Sozialverträglichkeit steigender CO2-Preise ist kein Hexenwerk. Dafür braucht es aber einen aufkommensneutralen, breit angelegten Ausgleichsmechanismus, der sich auf eine stärkere Strompreissenkung und eine Pro-Kopf-Prämie stützt, sowie Härtefallregelungen.“

Überdies bestehen erhebliche Zweifel an der Verfassungskonformität des Emissionshandels mit Fix- und Höchstpreisen, so wie er derzeit geplant ist. Dies verdeutlicht ein neues Rechtsgutachten, welches das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) in Zusammenarbeit mit Prof. Rodi von der Universität Greifswald im Auftrag der Stiftung Neue Energie erstellt hat. Dabei werden Optionen aufgezeigt, wie die Verfassungsmäßigkeit des Vorhabens sichergestellt werden könnte. Einerseits könnten die Einführungsphase verkürzt und die Preiskorridore anschließend aufgehoben werden. Andererseits könnte die Einführungsphase als verfassungsgemäße Verbrauchssteuer ausgestaltet und danach ebenfalls in einen Emissionshandel ohne Preiskorridore überführt werden. Daneben steht dem Gesetzgeber weiterhin der schnellere, unbürokratischere und risikoärmere Weg über eine CO2-orientierte Energiesteuerreform offen. Bals: „Der Bundestag sollte diese große Rechtsunsicherheit dringend beseitigen. Denn Rechtsunsicherheit führt zu Planungsunsicherheit, und diese kann dazu führen, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht rechtzeitig in neue Heizungen oder Elektroautos investieren.“

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameLinus Herzig Referent für CO2-Preise +49 (0)30 / 28 88 356-93 herzig@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Zukunftsfähige Energiewirtschaft

4. November 2019 - 12:00
Zukunftsfähige Energiewirtschaft Janina Longwitz 04.11.2019 | 12:00 Uhr Kriterienkatalog für eine gemeinwohlorientierte Bewertung von Geschäftsmodellen

Klimaschutz und Digitalisierung stellen die Energiewirtschaft vor neue Herausforderungen und setzen sie unter Veränderungsdruck. Um dem zu begegnen und zu jedem Zeitpunkt eine vollständige Versorgungssicherheit zu gewährleisten, bedarf es innovativer Geschäftsmodelle, die für ausreichende Flexibilität im Energiesystem sorgen und es intelligenter machen.

Dieser Kriterienkatalog soll etablierten Unternehmen und neuen Akteuren der Energiewirtschaft Orientierung bieten und die gemeinwohlorientierte Bewertung von neuen Geschäftsmodellen erleichtern. Die Gesellschaft steht Innovationen häufig skeptisch gegenüber. Fragen nach sozialem Nutzen, Partizipationsmöglichkeiten oder ökologischen Auswirkungen sollten daher frühzeitig in die Bewertung der neuen Geschäftsmodelle mit einbezogen werden, um die gesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende weiterhin hoch zu halten.

Aus diesem Grund schlägt der Autor Kriterien für die Bewertung neuer Geschäftsmodelle aus gemeinwohlorientierter Perspektive vor. Im Katalog wurden Kriterien in einfache Fragestellungen übersetzt. Durch das Checklisten-Format ist er besonders einfach anwendbar.

Publikationstyp Hintergrundpapier Seitenanzahl16 Schutzgebühr5.00 EUR Themen Zukunftsfähige Digitalisierung Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Europäische Klimapolitik Stromnetze

Download: Kriterienkatalog [PDF; 480 KB]

. Beteiligte Personen Echter NameHendrik Zimmermann Referent für Energiewendeforschung und Digitale Transformation +49 (0)30 / 28 88 356-72 zimmermann@germanwatch.org

Studie zeigt dringenden Handlungsbedarf: Bundesregierung muss Lieferkettengesetz auf den Weg bringen

4. November 2019 - 10:59
Studie zeigt dringenden Handlungsbedarf: Bundesregierung muss Lieferkettengesetz auf den Weg bringen Stefan Küper 04.11.2019 | 10:59 Uhr Die größten deutschen Unternehmen fallen bei Menschenrechts-Check in internationaler Studie durch

Berlin (4. Nov. 2019). Die internationale Menschenrechtsorganisation Business & Human Rights Resource Centre und die Zürcher Hochschule (ZHAW School of Management and Law) zeigen in einer heute veröffentlichen Studie, dass die 20 umsatzstärksten deutschen Unternehmen bei der Achtung der Menschenrechte noch großen Nachholbedarf haben. Demnach erfüllt keines der Unternehmen alle untersuchten Menschenrechtsstandards aus den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Die Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisation Germanwatch fordert von der Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz dazu und hat dafür gemeinsam mit vielen anderen Organisationen die „Initiative Lieferkettengesetz“ angestoßen.

Dazu kommentiert Cornelia Heydenreich, Teamleiterin für Unternehmensverantwortung bei Germanwatch: „Diese Studie zeigt einmal mehr, dass eine freiwillige Erwartung keinen ausreichenden Handlungsdruck bei den Unternehmen erzeugt. Wenn selbst die größten deutschen Unternehmen den grundlegenden Menschenrechtsanforderungen nicht ausreichend nachkommen, müssen sie per Gesetz dazu angehalten werden. Diese Studie legt den Schluss nahe, dass auch das umstrittene Monitoring im Rahmen des Nationalen Aktionsplans kaum ein anderes Ergebnis produzieren wird. Deshalb sollte die Bundesregierung nicht länger zögern und zügig an einem Lieferkettengesetz arbeiten. Das Gesetz muss noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden."

Insbesondere wenn es darum ging, die Perspektive der Betroffenen einzubeziehen und im Schadensfall Wiedergutmachung zu leisten, schnitten die Unternehmen in der Untersuchung besonders schlecht ab. „Deshalb muss ein Gesetz dafür sorgen, dass Unternehmen Menschenrechtsverletzungen vermeiden und ansonsten Betroffene im Schadensfall Wiedergutmachung einfordern können“, so Heydenreich weiter.

Themen Unternehmensverantwortung Beschwerdemechanismen – Rechte für Betroffene Umsetzung von UN-Instrumenten AnsprechpartnerInnen Echter NameCornelia Heydenreich Teamleiterin Unternehmensverantwortung +49 (0)30 / 28 88 356-4 heydenreich@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Europäische Erfahrungen und Empfehlungen zum Kohleausstieg

29. Oktober 2019 - 11:28
Europäische Erfahrungen und Empfehlungen zum Kohleausstieg Janina Longwitz 29.10.2019 | 11:28 Uhr Studie finalisiert: "Transformation Experiences of Coal Regions. Recommendations for Ukraine and other European countries"

Bereits im Juni 2019 wurde das Summary veröffentlicht - jetzt folgt die komplette Studie, veröffentlicht von Germanwatch gemeinsam mit der ukrainischen Umweltorganisation Ecoaction. Neun AutorInnen aus vier Ländern analysieren die Transformationserfahrungen aus Deutschland, Rumänien, Tschechien und der Ukraine auf der Grundlage quantitativer Daten und Politikanalyse. Eine Visualisierung der Empfehlungen und Checklisten runden die Publikation ab und machen sie zu einem nützlichen Tool für politische EntscheiderInnen in verschiedenen europäischen Ländern.

Die AutorInnen der Studie kommen zum Schluss, dass Strukturwandelprozesse pro-aktiv gestaltet werden und möglichst früh begonnen werden müssen. Zentrale Elemente sind ein klares Ausstiegsdatum, ein strukturierter Dialog zwischen den beteiligten AkteurInnen, spezielle Fonds und Entwicklungsagenturen für die betroffenen Regionen. Strategische Optionen der Regionen liegen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur, Innovation und Forschung, soziale Sicherung und kulturelle Identität.

Die Analyse der Zahlen zeigt, dass die Kohleregionen sich in einem schmerzhaften Transformationsprozess befinden. Der Kohleabbau geht in allen vier Ländern seit Jahrzehnten massiv zurück, ebenso wie die Beschäftigtenzahlen im Kohleabbau. Diese haben sich bereits in allen vier Ländern zwischen 1990 und 2016 in der Regel mindestens um den Faktor zehn verringert. Ohne einen Plan für den Strukturwandel riskieren die betroffenen Kohleregionen in eine gefährliche wirtschaftliche und soziale Abwärtsspirale zu geraten. Dabei wird in den Kohleregionen immer deutlicher: Die hohen CO2-Emissionen der Kohleverstromung und die geringen Kosten der Erneuerbaren Energien bedeuten mit Blick auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens ein wahrscheinliches Auslaufen der Kohleindustrie vor 2050.

Die Energiewende im Stromsektor ist jedoch in allen vier Ländern ein langwieriger Prozess. Nach wie vor stammen in den untersuchten Ländern hohe Anteile von rund 25 bis über 50 Prozent des erzeugten Stroms aus Kohlekraftwerken.

Die Studie ist Teil des Projekts "Eine Multiakteurspartnerschaft für den Strukturwandel im Donbass". Das Projekt wird gefördert von Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Publikationstyp Studie AutorInnenR. Dudău, G. Ghinea, K. Krynytskyi, V. Kryzhanivskyi, P-Y. Oei, M. Schön-Chanishvili, K. Sutlovičová, Z. Vondrová, T. Wehnert Seitenanzahl118 Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik

Download: Transformation Experiences of Coal Regions, Complete Study [PDF; 21 MB]

. Weiterführende Linkszur Executive Summary der StudieZur Themenseite 'Multi-Actor-Partnerships (MAP)' Beteiligte Personen Echter NameMartin Schön-Chanishvili Referent für Partnerschaften Ost- und Südosteuropa +49 (0)30 / 28 88 356-84 schoen-chanishvili@germanwatch.org

Bundesregierung muss Weg zu nachhaltigem Finanzmarkt wirkungsvoll unterstützen

28. Oktober 2019 - 9:29
Bundesregierung muss Weg zu nachhaltigem Finanzmarkt wirkungsvoll unterstützen Stefan Küper 28.10.2019 | 09:29 Uhr Sustainable Finance Beirat arbeitet an konkreten Handlungsempfehlungen für zukunftsfähigen Finanzmarkt in Deutschland / Mangelhafte Ressourcenausstattung durch Regierung erschwert Arbeit

Bonn/Berlin (28. Okt. 2019). Vor der dritten Sitzung des Sustainable Finance Beirats heute fordert die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch von der Bundesregierung mehr Unterstützung bei der Aufgabe, die Finanzmärkte in Deutschland zukunftsfest zu machen. Der Beirat hat von der Regierung das Mandat bekommen Empfehlungen vorzulegen, um Deutschland zum führenden Standort für einen zukunftsfähigen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Finanzmarkt zu machen.

In wenigen Monaten hat der Beirat in guter Arbeitsatmosphäre wichtige Thesen entwickelt, die er vor kurzem erstmals mit einer breiteren Öffentlichkeit diskutiert hat. „Diese Thesen gilt es nun zügig in konkrete Handlungsempfehlungen zu übersetzen, damit sie zeitnah umgesetzt werden können“, so Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch und Mitglied des Beirats. „Dem Beirat fehlt es allerdings an den notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen, um das umfassende Paket wirkungsvoll abarbeiten zu können. Die Bundesregierung steht hier in der Pflicht, nicht nur die Verantwortung zu übertragen, sondern den Beirat auch entsprechend auszustatten“, so Bals weiter.

Auf kurzfristige Rendite ausgerichteter Finanzmarkt kann nicht angemessen auf Klimakrise reagieren

Mit dem Beirat macht Deutschland einen wichtigen Schritt, um den Standort Deutschland zukunftsfest zu machen. Im Zusammenspiel mit der Realwirtschaft ist der Finanzmarkt ein wichtiger Hebel zur Transformation der Wirtschaft. Bisher kann er allerdings nicht angemessen auf die Klimakrise reagieren. So agiert der Finanzmarkt noch mit einem sehr kurzen Zeithorizont, oftmals von nur wenigen Monaten. Mit dieser Kurzfristigkeit ist er strukturell nicht in der Lage, die im Pariser Klimaabkommen festgehaltene Umschichtung der nationalen und internationalen Finanzströme umzusetzen.

Selbst die auf private Zukunftsvorsorge ausgerichtete Altersvorsorge ist oft so angelegt, dass sie die gemeinsame Zukunftsvorsorge untergräbt, indem zum Beispiel Geld in fossile Geschäftsfelder oder Unternehmen investiert wird. Kunden bekommen bisher nicht verpflichtend nachhaltige Anlageoptionen aufgezeigt. Auch für öffentliche Geldinstitute wie KfW, Hermes, Sparkassen oder Landesbanken - die auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein sollen - ist durch den Finanzmarkt nicht gesichert, dass ihr Geldgeschäft wirklich nachhaltig angelegt ist. Die öffentliche Hand sollte hier als Vorbild voranschreiten und ihre Gelder und Anlagen konsequent am 1,5 Grad-Limit des Paris-Abkommens und an der menschenrechtsbasierten Umsetzung der nachhaltigen UN-Entwicklungsziele (SDGs) ausrichten.

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Klimafinanzierung AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameDavid Ryfisch Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-22 ryfisch@germanwatch.org Echter NameMilena Ostrower Referentin für klimakompatible Finanzflüsse +49 (0)30 / 28 88 356-81 ostrower@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Studie: Einsatz künstlicher Intelligenz benötigt Rahmen für Nachhaltigkeit

25. Oktober 2019 - 11:00
Studie: Einsatz künstlicher Intelligenz benötigt Rahmen für Nachhaltigkeit Stefan Küper 25.10.2019 | 11:00 Uhr Vor Digital-Gipfel der Bundesregierung: Germanwatch-Studie zeigt Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Energiewende - Normen und Standards müssen sicherstellen, dass künstliche Intelligenz dem Gemeinwohl dient

Berlin (25. Okt. 2019). Bessere Ausbeute von Windkraftanlagen, präzisere Markt- und Wetterprognosen, optimiertes Ausbalancieren von Stromangebot und -nachfrage - digitale Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) sind schon heute ein zentraler Treiber der Energiewende. Kurz vor dem am Montag beginnenden Digital-Gipfel des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt eine neue Studie der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch neben den großen Chancen aber auch erhebliche soziale, politische und ökologische Risiken, auf die die Politik bisher nicht reagiert hat. „Künstliche Intelligenz ist keine Naturgewalt. Ihr Einsatz ist ein sozialer Prozess, den wir gestalten können und müssen", sagt David Frank von Germanwatch, einer der Autoren der Studie. "KI birgt Risiken und die Politik muss dafür sorgen, dass ihre großen Potentiale für das Gemeinwohl und eine nachhaltige Entwicklung genutzt werden."

Die Germanwatch-Studie zeigt einige Risiken der Digitalisierung auf: So können etwa an Hand von Verbrauchsdaten Rückschlüsse auf das Verhalten von Privatpersonen gezogen werden und immer datenmächtigere Konzerne zunehmend Monopolstellungen einnehmen. Überdies kann blinder Einsatz von KI sogar zu einem größeren statt verringerten Energieverbrauch führen. Die Studie geht aber noch weiter und zeigt in Grundzügen auf, wie künstlicher Intelligenz ein Rahmen gegeben werden kann, der ihren Einsatz für das Gemeinwohl sicherstellt.

David Frank: „Die Bundesregierung sollte die Risiken der Digitalisierung unbedingt durch kluge politische Rahmenbedingungen einhegen. Datenschutz und -sicherheit müssen klarer und strenger als bisher geregelt sein, dafür sollten Anwendungen künstlicher Intelligenz nur dann für den Markt zugelassen werden, wenn sie von vornherein die Privatsphäre schützen und sicher sind. Darüber hinaus sollten Datenmonopole gebrochen werden. Und nicht zuletzt sollte sichergestellt sein, dass neue Technologien positive Effekte auf die Umwelt haben, also zum Beispiel zu einer Verringerung des Energie- und Rohstoffverbrauchs führen.“

Vor wenigen Wochen hat das Bundeswirtschaftsministerium einen Prozess gestartet, in dem Normen und Standards für den Einsatz von KI definiert werden sollen. Beim nächsten Digital-Gipfel 2020 sollen die Ergebnisse dieses Prozesses vorgestellt werden. Die Forderungen und Vorschläge aus der KI-Studie von Germanwatch sollen für diese Debatte  einen wichtigen Impuls geben.

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Stromnetze AnsprechpartnerInnen Echter NameDavid Frank Referent für Stromnetze und Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-61 david.frank@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Künstliche Intelligenz für die Energiewende: Chancen und Risiken

25. Oktober 2019 - 9:55
Künstliche Intelligenz für die Energiewende: Chancen und Risiken Janina Longwitz 25.10.2019 | 09:55 Uhr

 „Künstliche Intelligenz“ (KI) ist das Schlagwort aktueller gesellschaftlicher, politischer, ökonomischer und technischer Debatten.

Dieses Hintergrundpapier zeigt auf, dass der Einsatz von KI erhebliche Chancen für die Energiewende birgt, jedoch auch große soziale, politische und ökologische Risiken mit sich bringen kann. Deshalb machen die Autoren konkrete Vorschläge, wie der Einsatz von KI in der Energiewirtschaft gemeinwohlorientiert und nachhaltig geschehen kann.

Sie machen das Phänomen KI allgemeinverständlich und erläutern Begriffe wie „maschinelles Lernen“ oder „künstliche neuronale Netze“. Anhand konkreter Beispiele zeigen sie Einsatzmöglichkeiten von KI für die Energiewende auf: Verfahren der KI können Entscheidungen treffen, Prozesse optimieren und zu einer insgesamt netzstabilen und effizienten Energiewende beitragen.

Darüber hinaus beleuchten die Autoren die Themen Datenschutz, IT-Sicherheit, ökologische und soziale Risiken sowie Marktmacht und politische Macht. In diesem Zusammenhang präsentieren sie Regulierungsvorschläge, damit der Einsatz von KI diesen Risiken gerecht werden und zum Gelingen der Energiewende beitragen kann.

KI kann und muss in Deutschland so gefördert werden, dass mehrere Ziele gleichzeitig erreicht werden: ein schnellerer Ausstieg aus der Kohleverstromung; eine auf Erneuerbaren Energien basierende Sektorenintegration in die Sektoren Verkehr, Wärme, Gas und Industrie hinein; und Treibhausgasemissionen von netto null bis zur Mitte des Jahrhunderts. Ein Einsatz von KI für die Energiewende, der die Risiken ausblendet, statt sie beherrschbar zu machen, wird jedoch abgelehnt.

Publikationstyp Hintergrundpapier AutorInnenHendrik Zimmermann, David Frank Bestellnummer19-3-03 Seitenanzahl64 Schutzgebühr8.00 EUR Publikationsdatum10/2019 Themen Zukunftsfähige Digitalisierung Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Europäische Klimapolitik Stromnetze

Download: Hintergrundpapier KI für die Energiewende [PDF; 1,6 MB]

. Beteiligte Personen Echter NameHendrik Zimmermann Referent für Energiewendeforschung und Digitale Transformation +49 (0)30 / 28 88 356-72 zimmermann@germanwatch.org Echter NameDavid Frank Referent für Stromnetze und Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-61 david.frank@germanwatch.org

Schwerpunkt: Transformative Bildung für nachhaltige Entwicklung

24. Oktober 2019 - 14:00
Schwerpunkt: Transformative Bildung für nachhaltige Entwicklung Daniela Baum 24.10.2019 | 14:00 Uhr Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Al Gore brachte es mit seinem Dokumentarfilm schon vor vielen Jahren auf den Punkt: die Klimakrise ist eine unbequeme Wahrheit – genauso wie Menschenrechtsverletzungen, Artensterben oder Armut. Und sie ernst zu nehmen nervt. Doch jetzt reiben uns die Kinder und Jugendlichen diese Wahrheiten direkt unter die Nase und Viele fragen sich: Was kann ich tun?

Respekt vor der Vielfalt möglicher Lösungen ist sehr wichtig, um gemeinsam etwas zu bewirken – nicht arm gegen reich, Land gegen Stadt, Bewahrung gegen Veränderung. Und ein gutes Leben für alle geht nur, wenn wir Wohlstand stärker an der Qualität unserer Beziehungen zueinander messen, statt nur am Konsum.

Wir können viel tun, ohne den Staat um Erlaubnis zu bitten. Und wir müssen diese Handlungsspielräume wahrnehmen. Aber damit die gesellschaftliche Transformation gelingt und privates und wirtschaftliches Handeln seine volle Wirkung entfalten kann, müssen wir zusätzlich die Politik auffordern, endlich den Spielraum dafür zu schaffen.

Ingmar Jürgens
stellv. Vorstandsvorsitzender von Germanwatch

 

Impressum

Herausgeber: Germanwatch e.V.
Redaktion: Dörte Bernhardt (V.i.S.d.P.), Daniela Baum, Christoph Bals, Marie Heitfeld, Janina Longwitz.
Stand: Oktober 2019

Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie mit Mitteln des Evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei Germanwatch.

 

Aktuell BNE transformative Bildung Handabdruck Hand Print Aktion Hand Print Bildung Bildung & Klima Entscheider Journalisten Lehrende Unterstützer Verbraucher Dateianhang GW_Weitblick_03-2019-191017-3-WEB.pdf GW_Weitblick_03-2019-191017-2-A4-WEB.pdf View 1 fixed view 2 fixed Weitblick ArtikelWas kann ich tun?

Georg Kurz / Grüne Jugend

… oder warum das nachhaltige Verhalten zum Standard werden muss

Als Greta Thunberg in der US-amerikanschen Sendung „The Daily Show“ zur besten Sendezeit gefragt wird, was die Menschen gegen die Klimakrise tun könnten, antwortete sie: „Wir als Individuen müssen die Macht der Demokratie nutzen, damit unsere Stimmen gehört werden und wir sicherstellen, dass die Mächtigen das nicht länger ignorieren können.“ Ihre Botschaft ist klar: wir sollen uns für politische Lösungen einsetzen.

Weitblick ArtikelDer Handabdruck als Hebel für gesellschaftliche Veränderungen

Mit dem Ansatz des Handabdrucks (Hand Print) ermutigt und befähigt Germanwatch Menschen dazu, Veränderungen gesellschaftlicher Rahmenbedingungen mitzugestalten, um nachhaltiges Verhalten für alle leichter, preiswerter oder naheliegender zu machen. Die grundlegende Annahme und zugleich das Ziel von Engagement im Sinne des Hand Prints: nachhaltige Optionen i n a llen L ebensbereichen von Ernährung über Energie und Mobilität bis hin zu Geldanlagen sollten die Standardoptionen sein. Politik und Institutionen müssen dafür den Rahmen setzen.

Weitblick ArtikelWenn das grüne Produkt zum Standard wird

Iris Ritter / FuW

Interview mit Sylviane Chassot, Journalistin bei Finanz und Wirtschaft mit Schwerpunkt Energie

Im Jahr 2012 stellten die St. Galler Stadtwerke ihr Standardangebot in der Stromversorgung für alle Haushaltskunden sowie Gewerbe und Industrie in der Stadt auf einen ökologischeren Strom-Mix um. Vor dem Wechsel hatten sich nur rund 10 % der Stadtbevölkerung selbst aktiv für Strom aus Erneuerbaren Energien entschieden. Jetzt wurde Öko-Strom zum Standardangebot und man musste aktiv herausoptieren. 90 % blieben beim Ökostrommix, nur 10 % wechselten aktiv zurück zum billigeren Kernstrom-Mix. Sylviane Chassot hat das Projekt 2011 mit ihren damaligen Kolleg*innen von der Universität St.

Weitblick ArtikelDas brasilianische Schulspeisungsgesetz

Florian Kopp/Brot für die Welt

– ein Katapult für ökologische, kleinbäuerliche Landwirtschaft, regionale Vermarktung, Klimaschutz und gesunde Ernährung

Die ländlichen Regionen im Süden Brasiliens sind traditionell und bis heute durch Kleinbauernbetriebe geprägt (ca. 40 % Familienbetriebe mit Parzellengrößen bis zu 25 ha), die für die Ernährung der Bevölkerung bedeutend sind. Zunehmend weitet sich jedoch die agroindustrielle Produktion von Tierfutter, Fleisch und genmanipuliertem Saatgut aus. Dies bedroht nicht nur die kleinbäuerlichen Strukturen.

Weitblick ArtikelRadentscheide: Radikale Verkehrswende von unten

Holly McKelvey

Vor vier Jahren startete in Berlin die Initiative Volksentscheid Fahrrad mit zehn Zielen für den fahrradfreundlichen Umbau der Stadt. Alle sollen sicher und entspannt Fahrrad fahren können. Alle, das bedeutet vor allem die, die noch nicht Fahrrad fahren. Eine Infrastruktur soll entstehen, die das Fahrradfahren leichtmacht. Das Fahrrad ist das ideale Verkehrsmittel für urbane Distanzen und es fördert die Gesundheit. Menschen fürs Fahrrad zu begeistern ist somit Bestandteil der notwendigen Verkehrswende.

Weitblick Artikel„Weit mehr als ein nichtiger Tropfen auf dem heißen Stein“ Interview mit Antje Brock und Julius Grund vom Institut Futur der Freien Universität Berlin

Am Institut Futur in Berlin betreiben Sie „Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung“. Was bedeutet das?

Wir betrachten, wie sich Bildungsprozesse und gegenwärtige sowie zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen wechselseitig beeinflussen. Außerdem erforschen wir, welche Kompetenzen Menschen brauchen, um die Welt in eine für sie wünschenswerte Richtung zu gestalten.

Weitblick ArtikelUNESCO: Mut zu transformativen Bildungsangeboten

Im November 2019 verabschiedet die Weltbildungs- und Kulturorganisation UNESCO „ESDfor2030“, das Nachfolgeprogramm für das BNE-Weltaktionsprogramm. ESD steht für Education for Sustainable Development, also Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Weitblick ArtikelDie Hebelwirkungen des eigenen Tuns Interview mit Klaus Milke, Mitgründer und bis September 2019 Vorstandsvorsitzender von Germanwatch

28 Jahre engagierte Arbeit mit und für Germanwatch – hättest du damit zu Beginn gerechnet?

Das ist zurückblickend schon ein wirklich langer Zeitraum. Tatsächlich haben wir damals manches durchaus schon geträumt, was Germanwatch heute darstellt und auch welche Relevanz wir mittlerweile in der politischen Arena haben.

Welche Veränderungen von gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen im Sinne des Hand Prints konntest du mit Germanwatch anstoßen?

Weitblick ArtikelWas kann ich tun, um meinen Handabdruck zu vergrößern?

Germanwatch / Dietmar Putscher

Wo setze ich an, um meinen persönlichen Handabdruck zu vergrößern? Wo und wie kann ich größere gesellschaftliche Veränderungen anstoßen, die mehr Menschen nachhaltiges Verhalten erleichtern?

view 3 fixed Schwerpunkt: Transformative Bildung für nachhaltige Entwicklung view 4 fixed Bestellen view 5 fixed WeitblickSchwerpunkt: Transformative Bildung für nachhaltige Entwicklung

Gesetzesentwurf über ein nationales Emissionshandelssystem für Brennstoffemissionen

23. Oktober 2019 - 15:45
Gesetzesentwurf über ein nationales Emissionshandelssystem für Brennstoffemissionen Janina Longwitz 23.10.2019 | 15:45 Uhr Germanwatch bewertet aktuelles Regierungsvorhaben kritisch und fordert zeitnahe Nachbesserungen

Im Rahmen einer Verbändeanhörung hat Germanwatch am 21. Oktober 2019 zum Entwurf des Gesetzes über ein nationales Emissionshandelssystem für Brennstoffemissionen (BEHG) des Bundesumweltministeriums Stellung genommen. Mit dem Gesetzesentwurf konkretisiert die Bundesregierung ihre Pläne für die Einführung eines CO2-Preises in den Sektoren Wärme und Verkehr.

Während Germanwatch die Einführung eines CO2-Preises in diesen Sektoren ausdrücklich begrüßt, stehen wir dem vorliegenden Gesetzesentwurf kritisch gegenüber. Zwar beinhaltet der Entwurf einige erfreuliche Elemente wie zum Beispiel die Möglichkeit, dass Fixpreise und Preiskorridore jederzeit durch die Bundesregierung erhöht werden können.

Insgesamt bestehen jedoch erhebliche Bedenken bezüglich der aktuellen Regierungspläne. Denn die vorgesehenen CO2-Preise sind viel zu niedrig und der geplante Anstiegspfad ist viel zu kurz, um eine tatsächliche ökologische Lenkungswirkung zu entfalten. Zudem bestehen deutliche Zweifel bezüglich der Verfassungskonformität des geplanten nationalen Emissionshandelssystems mit Fix- bzw. Höchstpreisen sowie der Machbar- bzw. Sinnhaftigkeit der vorgesehenen Option, Emissionszertifikate aus weiteren EU-Mitgliedsstaaten anzukaufen. Auch wird die wichtige Frage der Sozialverträglichkeit nicht ausreichend adressiert.

Aufgrund dieser und weiterer Punkte spricht sich Germanwatch für zeitnahe Nachbesserungen bei dem geplanten Gesetzesvorhaben aus.

Publikationstyp Stellungnahme Seitenanzahl4 Themen Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik . Beteiligte Personen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameLinus Herzig Referent für CO2-Preise +49 (0)30 / 28 88 356-93 herzig@germanwatch.org

Strategietage: Gemeinwohlorientierte Partizipation?

23. Oktober 2019 - 11:38
Strategietage: Gemeinwohlorientierte Partizipation? Marvin Müller 23.10.2019 | 11:38 Uhr 22.11.2019 | 16:30 Uhr bis 24.11.2019 | 14:00 Uhr im Haus Wasserburg

Politische und gesellschaftliche Gestaltungszugänge für die Transformation

Wir beschäftigen uns bei den 14. Strategietagen mit Fragen wie: „Wie viel Partizipation braucht die Transformation?“ Oder andersherum „Geht Transformation überhaupt ohne Partizipation?“.

Gesamtgesellschaftlich muss sich sehr vieles verändern, wenn wir möchten, dass auch zukünftige Generationen noch ein gutes Leben in dieser Welt haben können – unsere Verkehrssysteme, unsere Landwirtschaft, unsere Energienetze, unsere Investitionen und Versicherungen oder auch unser auf Wachstum angelegtes Wirtschaftssystem.

Soziologen und Psychologen sagen schon lange, dass Menschen so große Veränderungen  am wahrscheinlichsten dann akzeptieren, wenn sie sie selbst mitgestalten können.

Auch vor diesem Hintergrund fordert die Klimagerechtigkeitsbewegung Extinction Rebellion zufällig zusammengesetzte Bürger*innen- versammlungen, die Maßnahmen für einen starken Klimaschutz erarbeiten und den Regierungen vorlegen sollen.

Aber können Partizipations- und Beteiligungsprozesse tatsächlich nachhaltige Strukturen in der Gesellschaft verankern? Und orientiert sich Partizipation eigentlich am Gemeinwohl?
Auf den Strategietagen diskutieren wir gemeinsam mit Expert*innen diese Fragen, lernen Initiativen kennen, die die Klimawende mit Bürgerbegehren und Volksentscheiden selbst in die Hand nehmen oder ihr Viertel gemeinschaftlich nachhaltig weiter entwickeln und erarbeiten Anwendungs-Ideen für die eigene (Verbands-)Arbeit oder gemeinsame Vorhaben.

Zielgruppe:
Mitarbeitende und Aktive in Verbänden, Initiativen, Organisationen, Wissenschaft, von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Initiativen sowie Nachhaltigkeits- und Bildungsakteure aus den Bereichen politische Bildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Globales Lernen, Jugendarbeit.

Veranstaltungsort:
Haus Wasserburg
Pallottistraße 2
56179 Vallendar

Veranstalter:
Haus Wasserburg/Vallendar und Germanwatch e.V.

Anmeldung:
Bitte eine E-Mail bis zum 20.11.19 an anmeldung@haus-wasserburg.de mit Angaben zu Organisation und geplantem An- und Abreisedatum oder über das Anmeldeformular von Haus Wasserburg.

Strategietage bei Germanwatch:
Ziel der Strategietage ist es, innovative Ansätze und aktuelle Informationen zu globalen Herausforderungen kennenzulernen und zu verstehen. Wir diskutieren, wie und mit welchen unterschiedlichen Rollen (Jugend-)Verbände, Initiativen und andere Nachhaltigkeits- und Bildungsakteure gesellschaftlich gestaltende Formen des Engagements nutzen können. Wie können wir diese weiterentwickeln und in unserer eigenen Arbeit anwenden? Welche Erfahrungen haben wir bisher in Aktionen und Kampagnen gemacht?

Aktuell Strategietage Partizipation Germanwatch Bildung & Klima Unterstützer Dateianhang

Download: Programmflyer "Strategietage: Gemeinwohlorientierte Partizipation?" [PDF; 1,2MB]

AnsprechpartnerInnen Echter NameMelanie Gehenzig Referentin - Bildung für nachhaltige Entwicklung +49 (0)160 / 93 81 80 18 gehenzig@germanwatch.org Echter NameMarie Heitfeld Referentin - Bildung für nachhaltige Entwicklung +49 (0)228 / 60 492-60 heitfeld@germanwatch.org

Klimaschutz schützt Bauernhöfe!

22. Oktober 2019 - 16:10
Klimaschutz schützt Bauernhöfe! Marvin Müller 22.10.2019 | 16:10 Uhr Argumente für eine klimafreundliche Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik

Inwiefern sind Klimaschutz und bäuerliche Landwirtschaft vereinbar?

Diese Frage stellten sich Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, Umweltorganisationen, Politik und Landwirtschaft auf dem Workshop "Klimaschutz schützt Bauernhöfe!", den Germanwatch zusammen mit dem Europäischen Umweltbüro (EEB) im Rahmen des von der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI) geförderten Projektes "Ein unvermeidlicher Schritt nach Paris: Reduzierung der Emissionen aus der Landwirtschaft" am 21.10. veranstaltete.

In Impulsvorträgen wurde die bisherige Verteilung der GAP-Agrarsubventionen erläutert und der Abschlussbericht des EUKI-Projekts vorgestellt. Dieser sieht u.a. eine Reduktion der Tierbestände als notwendig an, um die Landwirtschaft klimafreundlicher zu gestalten. In einer spannenden Podiumsdiskussion mit der Aktivistin und Biobäuerin Mareike Artlich, Dr. Peter Wehrheim aus dem Landwirtschaftsressort der Europäischen Kommission und Germanwatch-Agrarexperte Tobias Reichert wurde über ein weiteres Vorgehen der EU-Agrarpolitik diskutiert, um eine Stärkung bäuerlicher Landwirtschaft und eine faire Lebensmittelproduktion voranzutreiben.

Weitere agrarpolitische Forderungen entwickelten Teilnehmenden in einem abschließenden World Café und wurden so für die am nächsten Tag stattfindende Demonstration für eine nachhaltige Agrarwende, mit Argumenten gestärkt, entlassen.

 

Aktuell Europäische Agrarpolitik Agrarpolitik Klimaschutz EU-Agrarpolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameReinhild Benning Referentin für Landwirtschaft und Tierhaltung +49 (0)30 / 28 88 356-82 benning@germanwatch.org

ExCom Meeting #10

22. Oktober 2019 - 11:59
ExCom Meeting #10 Janina Longwitz 22.10.2019 | 11:59 Uhr Briefingpapier zur Vorbereitung auf das zehnte Treffen des Executive Committee des Warsaw International Mechanism on Loss and Damage

Diese Kurzinformation gibt einen Ausblick auf die bevorstehende zehnte Sitzung des Exekutivkomitees (ExCom#10) des Warschauer Internationalen Mechanismus für Schäden und Verluste (WIM) in Bonn vom 23. bis 25. Oktober 2019. Auf der Sitzung wird unter anderem der Stand der Arbeit der thematischen Arbeitsgruppen erörtert und mindestens zwei Arbeitspläne der jeweiligen Gruppen genehmigt.

Germanwatch wird als Beobachter an dem Treffen teilnehmen.

Publikationstyp Briefing Paper Bestellnummer19-2-06e Seitenanzahl4 Schutzgebühr3.00 EUR Themen Internationale Klimapolitik

Download: Briefing Paper ExCom#10 [PDF; 130 KB]

. Beteiligte Personen Echter NameVera Künzel Referentin für Anpassung an den Klimawandel und Menschenrechte +49 (0)228 / 60 492-44 kuenzel@germanwatch.org Echter NameLaura Schäfer Referentin für Klima-Risikomanagement +49 (0)228 / 60 492-48 schaefer@germanwatch.org

Seiten