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Aktualisiert: vor 11 Stunden 28 Minuten

Internationaler Welttag der Migrant*innen und Flüchtlinge

21. Januar 2020 - 11:39
Migration ist fest in der Natur des Menschen verankert

Migration gab es schon immer und ist fest in der Menschheit veranlagt. Seit Anbeginn waren wir in Bewegung, zogen dorthin wo wir Nahrung und Wasser finden konnten. Einem besseren Leben hinterher. Von Afrika aus verbreiteten wir uns auf der Erde, immer auf der Suche nach Ackerland. Von Afrika nach Asien bis zu den Britischen Inseln, von dort aus nach Mitteleuropa und schließlich nach Übersee: Amerika, Australien. Schon damals gab es Einheimische, mit denen um das gewünschte Gebiet gekämpft werden musste und trotzdem scheinen die heutigen Grenzen härter, höher, schwerer zu überwinden. 

Reisepässe als Indizien der Macht

Das Erstarken des Nationalstaats errichtet höheren Barrieren für Migrant*innen und Flüchtlinge. Manche dürfen kommen, andere sind unerwünscht. Herkunft ist dabei das zentrale Merkmal, an dem der Nutzen eines Menschen für die Gesellschaft gemessen wird. Wir mit unserem deutschen Reisepass dürfen fast überall einreisen, meistens sogar ohne Visum. Die Absurdität der Einreisebestimmungen ist in diesem Beitrag sehr ausführlich dargestellt. Die Website „Passport Index“  zeigt anschaulich das Ranking aller Reisepässe gemessen an ihrer „Macht“, d.h. daran, wie leicht es den Reisepass-Besitzer*innen gemacht wird in die verschiedenen Länder einzureisen. Deutschland ist auf Platz zwei gelistet. Und dann sind da noch Menschen aus Ländern des Globalen Südens, die fast nirgendwo erwünscht sind. Schon gar nicht, wenn sie auf der Flucht sind. In dem oben genannten Ranking finden sich genau die Staaten auf den untersten Plätzen, deren Bürger*innen es am schlechtesten geht: Afghanistan, Irak, Syrien, Somalia, Pakistan, Jemen. Die Nachricht ist deutlich: Wer nichts hat, ist unerwünscht. Dabei schien es mal so, als hätten wir dazu gelernt.

Globaler Rechtsruck

Und heute? Nachrichten von rechter Gewalt machen weltweit Schlagzeilen. Anschläge auf Synagogen, Hetzjagden und Hassreden begegnen uns immer wieder und, wie es scheint, immer öfter. Das Netz ist voll von rechter Meinungsmache. Populistische Regierungen kommen an die Macht, Trump baut eine Mauer zwischen Mexiko und den USA, der Brexit ist entschieden. Die Australische Regierung hält Geflüchtete Menschen auf Inseln gefangen, damit diese bloß nicht auf das Festland kommen. Alles Maßnahmen, um Menschen auf der Flucht fernzuhalten. Und die Liste ist noch lange nicht vollständig.

Europäischer Grenzschutz

Auch Europa zeigt sich in keinster Weise solidarischer: Auf dem Mittelmeer bezahlt die EU die Libysche Küstenwache, um fliehende Menschen wieder einzufangen. Parallel dazu wird Seenotrettung kriminalisiert und die Kapitän*innen angezeigt. Auf der anderen Seite Europas erhält die Türkei EU-Gelder, um Menschen auf dem Weg nach Europa zurückzuhalten. Wer es doch auf eine der griechischen Inseln geschafft hat, sitzt dort in überfüllten Lagern auf unabsehbare Zeit fest. Wie kann es sein, dass alle Lehren der Geschichte vergessen scheinen und Phänomene wie Rassismus, Antisemitismus und koloniale Denkstrukturen immer noch in den Köpfen der Menschen verankert sind?

Fluchtursachen

Heute ist die Arbeit des UNHCR so nötig wie noch nie. Klimawandel, Landraub, Glaube, Krieg, Geschlecht – alles Gründe, warum 70 Millionen Menschen aktuell auf der Flucht sind. Und die Hauptaufnahmeländer sind nicht wie oft vermittelt europäische Staaten, sondern die Türkei, Pakistan, Uganda und Sudan. Staaten, die Geflüchteten keine gute Lebensperspektive bieten können. „Klima“ ist übrigens bisher keine anerkannte Fluchtursache für die Genfer Flüchtlingskonvention. Menschen, die vor den Auswirkungen des Klimawandels fliehen, haben keinen Anspruch auf Hilfeleistungen. Ähnlich geht es Menschen, die der Armut entkommen wollen, sie gelten als Migrant*innen und genießen ebenfalls keinen besonderen Schutz. „Fluchtursachen bekämpfen“ bedeutet auch unseren Beitrag zu diesen anzuerkennen und zu stoppen. Beiträge wie Waffenlieferungen, unfaire Handelsbedingungen, unser Leben in der Wohlstandsblase. Wir alle sind Menschen einer Welt und es ist höchste Zeit zu erkennen, dass unser Handeln direkte Folgen auf Menschen in anderen Teilen der Welt hat.

Beitragsbild von Matteo Paganelli auf Unsplash

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Veganuary – im Januar testen wir vegan

17. Januar 2020 - 11:35

Die Hälfte des veganen Januars ist inzwischen geschafft und um euch weiter am Ball zu halten, habe ich euch einige Dos und Don’ts rausgesucht sowie Alternativen zu tierischen Produkten aufgelistet.

Gründe für eine vegane Lebensweise gibt es viele: Das Wohl der Tiere, unsere Umwelt oder die eigene Gesundheit. Dass wir unseren Fleischkonsum einschränken sollten, ist mittlerweile bekannt. Doch egal aus welchem Grund du dich für eine vegane Ernährung entschieden hast, ich finde die Entscheidung super und möchte dich mit diesem Beitrag unterstützen.

Natürlich vegan

Aber von vorne. Zunächst sind die meisten Grundnahrungsmittel ganz natürlich vegan: Reis, Nudeln, das meiste Brot, Müsli, Gemüse und Obstsorten, Kräuter, Gewürze, Erdnussbutter, Marmelade, Kokosmilch, Dosentomaten, Olivenöl, trübe Fruchtsäfte, Kaffee, Tee. etc., etc…

Zudem gibt es viele natürlich vegane Alternativen zu tierischen Produkten. Beispielsweise kannst du Butter durch Margarine ersetzen und Honig durch Agavendicksaft, Ahorn– oder Zuckerrübensirup. Sogar aus Maniok kann ein Honig-ähnlicher Saft gewonnen werden.  Zartbitterschokolade kommt ebenfalls ohne Milch aus.

Auch traditionelle Gerichte kannst du in vegan neu interpretieren, ganz ohne Fleischersatz: Brownies aus Kidneybohnen, veganes „Ei“ aus Leinsamen und Aufstriche kannst du selbst machen, z.B. mit Kürbis, Linse-Tomate oder Schokoaufstrich. 

Pflanzenmilch und Cashew-Nüsse

Und dann gibt es noch die veganen Ersatzprodukte, die es mittlerweile in großer Auswahl in Super- und Biomärkten gibt. Veganes Eis, Gummibärchen ohne Gelatine, vegane Schokolade und Kekse. Auch auf Milch musst du nicht verzichten. Es gibt vielen pflanzlichen Milchersatz, wie Soja-, Mandel-, Lupinen-, Hanf-, Reis- und Hafermilch. Probiere dich einfach durch, welche Sorte dir am besten schmeckt.

Auch Käse- und Fleischersatz kannst du in verschiedenen Variationen kaufen. Diese sind zwar gesünder als Fleisch, doch enthalten sie meistens viel Fett, sind überwürzt und die Liste an Zusatzstoffen ist schier unendlich. Auch die Herstellungskosten solltest du bedenken. Die gute Nachricht ist, dass du mit Seitan deinen Fleischersatz selbst kreieren kannst und sich im Internet sogar Rezepte finden, um veganen Parmesan, Mozzarella, Pizza- und Frischkäse selbst auszuprobieren.

Generell solltest du bei veganen Lebensmittel auf das Herkunftsland achten. Jackfruit , Avocado und Chia-Samen sind zwar total lecker, haben aber einen hohen ökologischen Fußabdruck. Seitan, Leinsamen und Lupine dagegen gibt es auch aus Deutschland.

Sieht vegan aus, ist jedoch Tier drin

Doch nun zu den Fallen, in die wir immer wieder tappen, wenn wir denken uns gerade ein veganes Gericht zu kaufen.

Pommes sind beispielsweise nicht immer vegan. Manchmal verwenden die Restaurants Butterschmalz oder Schweineschmalz zum Frittieren. Auch für einige Gewürze und Aromen werden tierische Produkte verwendet (z.B. Rindfleischaroma) oder es werden nicht-vegane Zusatzstoffe beigefügt. Außerdem solltest du nicht vergessen, dass in Mayonnaise Eier verarbeitet sind.

Auch Alkohol ist mit Vorsicht zu genießen. Beim Brauen von Bier werden häufig Fischblasen zum Filtern eingesetzt. Da deren Bestandteile nicht im Bier zurückbleiben sollen, sind diese nicht als Zusatzstoff aufgelistet. Doch auch im Wein finden sich tierische Rückstände. Eiweiß wird traditionell verwendet, um den Wein klar werden zu lassen und auch Gelatine und Fischblasen können zur Filterung genutzt werden.

Die gleiche Prozedur wird übrigens zur Klärung von Säften verwendet. 

Damit dir kein solcher Fauxpas passiert, achte beim Kauf einfach auf das V-Label oder frag die Service-Kräfte.  

Weitere unglaubliche Enthüllungen, wo überall Tierisches drin steckt, findest du hier.

Vegan im Alltag

Veganes Essen muss nicht unbedingt teuer und zeitintensiv sein. Frisch Kochen macht Spaß, du kannst experimentieren und neue Rezepte ausprobieren. Außerdem kannst du so zusätzlich saisonale und regionale Lebensmittel kaufen, damit du den ökologischen Fußabdruck gering hältst. Auch vegane Kleidung und Kosmetik gerät immer mehr in den Fokus und ist inzwischen in jeder Drogerie erhältlich. Informiere dich vorher, welche Marken auf Tierversuche und deren Produkte verzichten. Und nun ein letzter Tipp: Wenn du beim Bio Bäcker einkaufst, verzichtest du auf unnötige Zusatzstoffe in den Backwaren und kannst die Verkäufer*innen direkt fragen, ob tierische Produkte darin verarbeitet wurden. Den lokalen Markt unterstützt du so auch.  

Übrigens, auf ihrer Website stellt die Initiative Veganuary vegane Rezeptideen online und bietet Hilfestellung, wie wir die Umstellung meistern können.  Auch ein Lebensmittel-Guide und alle wichtigen Infos zu veganer Ernährung findest du dort. Die Initiative kommt ursprünglich aus Großbritannien und hat sich nun durch den großen Zuwachs auch auf andere Länder ausgeweitet – und ist somit auch zu uns gekommen. 

Und falls es dich doch nochmal an die Fleischtheke verschlägt, dann schau doch vorher mal in den Fleischatlas rein.

Beitragsbild von Mittmac auf Pixabay.

Bild von Hermann Schmider auf Pixabay

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Australien brennt

14. Januar 2020 - 10:06

Es brennt und brennt in Australien. Die Wildfeuer konnten seit Monaten nicht gestoppt werden. Besonders schlimm ist es im Südosten des Landes: Die abgebrannte Fläche ist bereits größer als Belgien und es musste eine 250 km lange Sperrzone eingerichtet werden. Insgesamt beläuft sich die verbrannte Fläche auf rund zehn Millionen Hektar. Menschen mussten an die Strände fliehen, fast 2.000 Häuser wurden von den Flammen zerstört und unzählige Tiere und Insekten getötet. Auch 26 Menschen sind durch das Feuer oder seine Folgen gestorben, darunter vier Feuerwehrmänner. 

Saisonale Feuer gehören in Australien zur Agenda, jedoch begannen diese aktuell viel früher und auch das Ausmaß ist ungewöhnlich und extrem alarmierend. Grund dafür ist die extreme Hitze des Landes. Auch in Australien wurden 2019 Rekordhöhen der Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Anfang des letzten Jahrhunderts verzeichnet. Und mit der Hitze kommt die Dürre: Im Dezember wurde mit 41,9°C die höchste Durchschnittstemperatur Australiens aller Zeit gemessen, parallel zu dem geringsten Niederschlagswert. Eine Entspannung der Lage ist leider auch nicht in Sicht, da erst im Februar, dem Beginn des Australischen Herbsts, wieder mit Regenschauern zu rechnen ist.

Die aktuelle Feuerkarte der NASA findest du hier.

Klimawandel als Ursache

In Australien sind die Folgen der Klimakrise unmittelbar: Das Absterben des Great-Barrier-Reefs, Wassernotstand in zahlreichen Städten, brennende Nationalparks und Regenwälder, welche einst als Weltnaturerbe eingestuft wurden. Hektare der einzigartigen Flora und Fauna sind verschwunden. Und die Tiere? Wissenschaftler*innen nehmen an, dass ca. eine halbe Milliarde heimischer Tiere durch die Flammen getötet wurden. Bei den Zahlen handelt es sich um Schätzungen, da die Brände noch nicht erloschen sind und das Ausmaß bislang unbekannt ist. Einige Tier- und Pflanzenarten wurden wahrscheinlich sogar ausgerottet. Besonders betroffen sind Koalas, die wegen Krankheiten und Verlust des Lebensraums ohnehin auf der Liste der bedrohten Tierarten stehen. Sie leben auf Bäumen und sind zu langsam, um den Flammen zu entkommen. Durch die extreme Hitze und Schnelligkeit des Feuers sind auf Bäumen lebende Tiere besonders gefährdet.

Doch auch die überlebenden Arten werden Schwierigkeiten haben Nahrung und artgerechten Lebensraum zu finden. Bislang ist abzuwarten, wie die Tier- und Pflanzenwelt tatsächlich aussehen wird, sobald die Wildfeuer erloschen sind. Erfahrungen aus früheren Buschbränden wecken die Hoffnung, dass von Flammen unberührte „Inseln“ bestehen, auf die sich Tiere flüchten konnten. Diese Inseln entstehen, weil Feuer sich nicht gleichmäßig ausbreitet. Breitflächig gesehen kann es allerdings bis zu 40 Jahre dauern, bis sich die Lebensräume wieder erholen konnten.

Kritik an der Australischen regierung

Australische Klimaaktivist*innen und Studierende gingen am Wochenende auf die Straßen, um gegen die klimaverleugnende Politik ihrer Regierung zu protestieren. Seit Jahrzehnten werden internationale Abkommen zum Klimaschutz untergraben und der Klimaschutz-Index listet Australien auf Platz 56 von 61. Das liegt unter anderem an dem Stellenwert der Kohle-, Öl- und Gasindustrie des Landes: Australien ist weltweit größter Exporteur von Kohle und Gas und der Premier Scott Morrison bekannter Befürworter dieser Industrien.

Kohle ist einer der schlechtesten Energieträger. Bei der Verbrennung werden gigantische Mengen an CO2 ausgestoßen und Unmengen an Wasser verbraucht. Die Umwelt wird zerstört und konkret in Australien auch das Great Barrier Reef, weil der Abtransport über dem Korallenriff stattfinden soll. Wenn wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen wollen, müssen wir auf fossile Brennstoffe verzichten und auf erneuerbare Energien umsteigen. Laut Greenpeace wird weltweit jedoch immer noch 40 % des Stroms mit Kohle erzeugt. 

reaktionen in Deutschland

Doch auch hierzulande konzentrierten sich Klimaaktivist*innen zuletzt auf Australien. Die neusten Proteste finden vor den Büros des Technologiekonzerns Siemens statt, organisiert von Fridays for Future (FFF). In der Kritik steht die geplante Lieferung einer Zugsignalanlage, die für den Abbau von klimaschädlicher Kohle aus einem der weltweit größten Kohlebergwerke genutzt werden soll. Die Umweltaktivist*innen fordern von Siemens auf das Geschäft zu verzichten. Sie beklagen den Widerspruch des Kohlegeschäfts mit Siemens erklärtem Ziel, die Klimaneutralität bis 2030 zu erreichen. Bei dem Kohlebergwerk handelt es sich um ein Projekt des indischen Industriekonzerns Adani, welches mit fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten eines der größten weltweit werden soll. Das geschätzte Volumen Kohle pro Jahr beträgt 60 Millionen Tonnen. Es wird von Umweltschützer*innen bereits seit Jahren bekämpft.

Als Antwort auf die Proteste erklärte sich Siemens-Chef Joe Kaeser bereit, ein Gespräch mit der FFF-Aktivistin Luisa Neubauer zu führen. Dieses fand am Freitag schließlich statt mit dem Ergebnis, dass der Konzern an dem Geschäft festhalten will. In seinem Statement nennt er als Grund, dass es „praktisch keinen legalen und ökonomisch verantwortlichen Weg gebe sich aus dem Vertrag zurückzuziehen ohne treuhänderische Pflichten zu vernachlässigen“. Zugleich verwies er auf die Eirichtung eines Aufsichtsgremiums für Nachhaltigkeit, für das Luisa Neubauer auch gleich einen Sitz angeboten bekam. Sie lehnte den Posten ab, um nicht den Interessen des Unternehmens verpflichtet zu sein und weiter ihre Rolle als Klimaaktivistin wahrnehmen zu können. Für diese Woche sind weitere Proteste geplant.

Beitragsbild von Skeeze auf Pixabay

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Reparieren statt Wegwerfen

10. Januar 2020 - 10:06

Pünktlich mit dem Jahresbeginn beginnt für viele der Frühjahrsputz: Altes kommt raus und Kaputtes wird durch Neues ersetzt. Aber Stopp mal! Viele Dinge sind gar nicht so schwer zu retten, wie es scheint und im Internet finden sich zahlreiche Ideen, Altes zu verwerten.

Hilfe bekommst du unter anderem in Repair Cafés. Das sind offene Werkstätten, in denen du deine alten Möbel oder Gegenstände ausbessern kannst. Werkzeuge werden gestellt, nur dein eigenes Material musst du mitbringen. Auch sind Freiwillige vor Ort, die dich mit technischem Know-How unterstützen können. So sparst du Geld und kannst von anderen lernen. Doch auch neue Projekte können realisiert werden. Schonmal dran gedacht dein eigenes Insektenhotel in den Garten zu stellen?

Bild von Couleur auf Pixabay

Leider sind heutzutage gerade elektronische Geräte immer schwieriger zu reparieren. Deshalb findest du hier einen Reparierbarkeits-Index für verschiedene Smartphones, Tablets und Laptops. Auch Anleitungen zur Reparatur von Haushaltsgegenständen bis zu Autos kannst du dir hier ansehen.

Wenn etwas gar nicht mehr zu retten ist, bietet Upcycling eine kreative Alternative, um aus deinen Gegenständen noch etwas rauszuholen. Alte T-Shirts können zu Stofftaschen verarbeitet werden, dein Skateboard wird zum Hocker und Autoreifen lassen sich in Hundebetten verwandeln. Die Möglichkeiten sind grenzenlos und das Ergebnis nicht nur schön, sondern auch nachhaltig.

Bild von Ron Porter auf Pixabay  Von der Wegwerfgesellschaft zu einem bewussten Umgang

Das Herstellen von Waren kostet Ressourcen und Energie, außerdem muss Weggeschmissenes wieder verarbeitet werden. Insbesondere Elektroschrott ist für Gesundheit und Umwelt schädlich. All das befeuert den Klimawandel zusätzlich. Die Fähigkeit zu Reparieren besitzen die wenigsten von uns noch. Dabei  könnte dies ein Schlüssel zu nachhaltigem Konsum und bewusstem Umgang mit unseren Gebrauchsgegenständen sein.

Beitragsbild: Bild von Thomas Ulrich auf Pixabay

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Zukunftspreis Hamburg: für eine lebenswerte Zukunft!

7. Januar 2020 - 10:27

Ein frohes neues Jahr euch allen, EineWeltBlaBla ist aus dem Winterschlaf erwacht!

Heute wenden wir uns an alle Hamburger*innen: Wir wollen euch den Zukunftspreis Hamburg vorstellen. Dieser Preis fördert Projektideen und Vorschläge, die zu Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Gesellschaft beitragen, nach dem Motto: Heute so leben, dass auch übermorgen alle leben können – überall auf der Welt!

Bewerben können sich bis zum 31. März 2020 Jugendliche und junge Erwachsene aus der Metropolregion Hamburg bis zum Alter von 30 Jahren aus Schule, Berufsbildung, Betrieb und Hochschule. Der 3. Zukunftspreis Hamburg 2020 wird ausgeschrieben vom Zukunftsrat Hamburg in Kooperation mit der Gemeinwohl-Ökonomie Hamburg. Gewinnen könnt ihr bis zu 3000 Euro!

Kriterien für den Hamburger Zukunftspreis
  • Vorschläge, die möglichst gleichermaßen zu ökologischen, ökonomischen und sozialen Verbesserungen beitragen, z. B. Ressourcen- und Energieeffizienz, Klimaschutz, Naturschutz, soziale Gerechtigkeit oder Sicherung der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit, wie z. B. Gemeinwohl-Ökonomie
  • Beiträge, die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung fördern – auch als künstlerische oder journalistische Arbeiten
  • Beiträge mit besonderer Innenwirkung im Sinne einer zukunftsfähigen Organisations- oder Unternehmenskultur
  • Die Beiträge sollen langfristig angelegt und innovativ sein sowie möglichst Vernetzungs- und Kooperationseffekte fördern
  • Die Vorschläge sollen für praktische Umsetzbarkeit stehen, zur Nachahmung anregen und den Gedanken der Zukunftsfähigkeit in die Gesellschaft tragen

Also los, liebe Leute aus Hamburg, reicht eure Vorschläge ein für eine lebenswerte Zukunft! ♥

Beitragsbild: Photo by Clark Tibbs on Unsplash

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Unser Weihnachtsgeschenk: Die beliebtesten Beiträge 2019

20. Dezember 2019 - 12:56

Es ist soweit: Das Jahr naht sich dem Ende, und wir verabschieden uns in die Weihnachtspause! Aber nicht, ohne euch nochmal ein bisschen Lesestoff mitzugeben.

EineWeltBlaBla proudly presents: Die drei meistgeklickten Beiträge 2019 Platz 3: 15-jährige Greta Thunberg redet Klartext

Ein Beitrag sogar von Ende 2018: Hier stellten wir zum ersten Mal Greta vor (unglaublich, wie kurz sie erst bekannt ist!). Auch im vergangenen Jahr 2019 habt ihr noch gern über sie gelesen bzw. sie vielleicht erst kennengelernt.

Platz 2: Sklaverei und ihre Auswirkungen heute

In diesem Artikel gab es einen kurzen Abriss der Geschichte der Sklaverei und ihre Auswirkungen. Außerdem einen Verweis auf eine Doku zu moderner Sklaverei. Denn es gibt sie! Und wir können etwas dagegen tun.

Platz 1: Fleischatlas: Woher kommt mein Fleisch?

Unser Dauerbrenner: Das Thema Fleisch und seine Herkunft interessiert euch weiterhin brennend. Das ist super, denn nur, wenn wir uns informieren, können wir gute Entscheidungen treffen.

 

Und nun: Eine tolle Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Schnapszahl-Jahr 2020!

Wir sind ab der zweiten Januarwoche wieder da. Bis dahin!

Katharina für das EineWeltBlaBla-Team

Beitragsbild: Photo by Jeremy Perkins on Unsplash

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Du willst dich engagieren? Mach mit beim youpaN!

17. Dezember 2019 - 9:48

Das youpaN ist ein Jugendforum, in dem sich junge Menschen an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland in verschiedenen Formaten beteiligen. Seine 25 Mitglieder sind zwischen 16 und 26 Jahren jung und wohnen verteilt in ganz Deutschland. Das Jugendforum arbeitet daran, dass Bildung zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird.

Was macht das youpaN genau?

Die Mitglieder des Forums

  • haben 9 Forderungen für eine echte Jugendbeteiligung und zielführende BNE aufgestellt
  • stimmen in politischen Gremien wie der Nationalen Plattform und Fachforen darüber ab, wie Bildung in Deutschland zu Bildung für nachhaltige Entwicklung wird
  • treffen Politiker*innen / andere wichtige Menschen und diskutieren mit ihnen
  • planen Veranstaltungen
  • machen mit anderen jungen Menschen Projekte

 

Wer kann mitmachen?

Du kannst Teil des youpaN werden, wenn du zwischen 16 und 24 Jahre alt bis, dich für Bildung interessierst und etwas verändern willst. Du solltest an drei bis fünf dreitägigen Treffen im Jahr teilnehmen können und auf jeden Fall vom 6. bis 8. März 2020 Zeit haben. Hier kannst du dich bis zum 30. Januar 2020 bewerben und hier findest du die detaillierte Ausschreibung.

Viel Erfolg!

Beitragsbild: Photo by Tim Mossholder from Pexels

 

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Molotov zum Blumenstrauß: der Eine Welt Song 2019 steht fest!

13. Dezember 2019 - 12:33

Im Juni hatten wir dazu aufgerufen, am EINE WELT-Song Contest teilzunehmen und eure Songs für Eine Welt einzureichen. Seit Anfang Dezember stehen die Gewinnersongs fest! Die Plätze 1 bis 3 wollen wir euch hier vorstellen. Zur Erinnerung: Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ ist eine Begleitmaßnahme zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ von Engagement Global.

Platz 3: Alina feat. Mika mit "Mutter Erde"

Das Duo thematisiert den Klimawandel und den Umgang mit der endlichen Ressourcen auf unserem Planeten:

Trefft eine Wahl, es ist nicht zu spät,
wir können unsere Erde noch retten.
Aber bis dahin, Mutter, ja es tut mir leid,
wir waren schlecht zu dir, ich will nicht, dass du uns verzeihst.
Und wenn wir sagen wir bereuen, ändert das eh nichts,
denn deine Kinder, sie peilen doch leider erst wie’s um dich steht,
wenn es wirklich zu spät ist…

Der emotionale Text geht unter die Haut und schafft es hoffentlich, Menschen wachzurütteln und zum Handeln zu bringen.

Platz 2: Die Totenköpfe mit "Kinder dieser Welt!"

In dem Song der Rockband, die aus vier Jungs besteht und ein bisschen an Ton Steine Scherben erinnert, geht es um Kinderarbeit:

Kindersoldaten in Afrika.
In Indien Steine klopfen.
Auf der Plantage Kakao abbauen.
Hände voller Blutstropfen.
Wollen wir, dass es so weiter geht?
Wollen wir es weiter sehen?
Wir kennen doch die Wahrheit,
drum singen wir dieses Lied!

Uns beeindruckt sehr, dass die jungen Musiker sich solch intensive Gedanken über dieses wichtige Thema machen und mit welcher Leidenschaft sie ihre Botschaft kundtun. Hut ab!

Platz 1: Byrd & Ward mit "Molotov zum Blumenstrauß"

Dies ist der neue EINE WELT-Song, der die neunte Runde des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik musikalisch als Hymne begleiten wird. Die beiden Schüler George Byrd und Ward Hanna liefern einen gerappten Gegenentwurf zur Welt, in der sie leben:

Stell dir vor, jeder will für jeden nur das Beste,
alle trinken Wasser aus´m Fluss und nicht von Nestlé.
Ich frage mich seit Jahren, ob nicht mehr in dieser Welt steckt,
Musik den Palästen, Friede dem Wellblech!

Gegensätze ziehn sich wieder an,
weiße Tauben ziehen übers rabenschwarze Land,
Kiddies tragen Teddy statt Bazooka in der Hand,
Worte halten Kugeln auf, Molotov zum Blumenstrauß!

Schwerter zu Pflugscharen, Molotov zum Blumenstrauß – die Botschaft von Byrd & Ward ist eindeutig: Lasst uns eintreten für eine lebenswerte Zukunft in Frieden. Wie wir ihnen dabei helfen können: Ihren Song verbreiten und die Botschaft weitertragen – für eine Welt, in der die Kinder wieder den Teddy statt der Bazooka in der Hand tragen.

Beitragsbild: Photo by Jason Rosewell on Unsplash

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Wandelfibel – Wegweiser*in für ein zukunftsfähiges Leben

10. Dezember 2019 - 12:54

Du sollst, wenn es nach deiner Filterbubble geht, dich mindestens vegan ernähren, bewusst einkaufen, dich engagieren, Dinge selber machen, achtsam atmen – AAAAAAAhhh!!! Und voilà: Du siehst den Wald des nachhaltigen Lebens vor lauter Bäumen nicht mehr. Hier will ein kleines Büchlein Abhilfe schaffen: die Wandelfibel.

Das kann die Wandelfibel

Titelseite der Wandelfibel. Quelle: grenzenlos e. V.

Dieses Werk will dir Hilfestellung geben auf deinem Weg des Wandels. Es gibt Inspirationen für ein zukunftsfähiges Leben für alle. Denn (jaja, blabla, wissen wir schon, wir sagen es trotzdem): Wir hier im Norden leben massiv über unsere Verhältnisse. Also über die globalen Verhältnisse. Wenn alle so leben würden wie die Deutschen, bräuchte es drei Erden. Da wir diese nicht haben, müssen wir umdenken. Hierbei will dir die Wandelfibel helfen, indem sie konkrete Alltagstipps gibt, Projekte vorstellt, Anregungen gibt, wie du dich engagieren kannst… Sogar Medientipps finden sich in dem enorm hilfreichen Büchlein.

Hier kannst du die Wandelfibel kostenlos herunterladen!

Das kann die Fibel nicht

Natürlich ändert sich vom Lesen allein noch nichts – du musst dein Leben/die Zukunft/den Spaten oder was auch immer selbst in die Hand nehmen, diesen elenden Schweinehund überlisten und ENDLICH WAS VERÄNDERN! Aber um dich erst mal zurechtzufinden, ist es toll, dass das Fibelteam (bestehend aus acht Frauen) dir Recherchearbeit abgenommen und alles so schön übersichtlich zusammengestellt hat.

Wer steckt dahinter?

Die Wandelfibel ist eine Initiative von grenzenlos e. V., einem trägerübergreifenden Forum von ehemaligen Freiwilligen, das Erfahrungsaustausch ermöglicht und sich in der politischen Arbeit für internationale Freiwilligendienste einsetzt. Früher hieß sie „Rückkehrer_innen-Fibel“, doch mit der neuen Ausgabe wollen die Macherinnen alle Menschen ansprechen und nicht nur solche, die aus einem Freiwilligendienst im Ausland zurückkehren.

Photo by Saad Chaudhry on Unsplash

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Weihnachtsgeschenke nachhaltig verpacken: So geht’s!

6. Dezember 2019 - 9:30

Falls du dich nicht ganz vom Weihnachts-Konsumwahnsinn lossagen kannst, haben wir heute ein paar Tipps für dich, wie du deine Geschenke nachhaltig verpacken kannst. Und ganz ehrlich: Viel schöner als konventionelles Geschenkpapier sind diese Verpackungen auch!

Idee 1: Geschenktüten selber basteln

Nimm einfach alte Zeitung oder alte Werbeprospekte (oder anderes Papier, das du nicht mehr brauchst) und falte tolle Geschenktüten daraus! Anleitungen findest du zum Beispiel hier, hier oder hier.

Idee 2: Furoshiki – nachhaltig verpacken  mit Tüchern

Bild „furoshiki i“ von weekend knitter auf flickr.com. Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Hier findest du eine Anleitung, wie du nach traditionellem japanischem Vorbild ein Geschenk in einem Furoshiki-Tuch verpackst. Es handelt sich um ein quadratisches Tuch, das die oder der Beschenkte entweder weiter als Geschenkverpackung oder als Halstuch/Picknickdecke/Tischdecke und vieles mehr verwenden kann. Die Verpackung ist also gleichzeitig auch ein Geschenk!

Idee 3: Geschenke in Glas verpacken

Bild „Jars“ von Kim Singdahlsen auf flickr.com. Lizenz: CC BY 2.0

Egal ob Backmischung, Badesalz oder kleinteilige Geschenke: Schraubgläser (und auch Einmachgläser) eignen sich super, um Geschenke darin hübsch und nachhaltig zu verpacken. Anregungen findest du bei der nachhaltigen Suchmaschine deiner Wahl.

Und nun viel Spaß beim besinnlichen Geschenkeverpacken, und einen schönen Nikolaustag!

Beitragsbild: Photo by Samuel Holt on Unsplash

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Studierende besetzen Hörsäle: Die Klimakrise wartet nicht bis dein Studium fertig ist

4. Dezember 2019 - 10:51

Vor dem globalen Klimastreik am 29.11.2019 hatte das Bündnis Students for Future zu einer Klimastreikwoche aufgerufen. An über 80 Hochschulen wurde deutschlandweit zur Bestreikung des regulären Lehrbetriebs aufgefordert. Statt den regulären Vorlesungen fanden während der Woche „Public Climate Schools“ mit einem bunten Programm aus Vorträgen, Diskussionen, Seminare und Aktionen zu Klimafragen statt. Auf diese Weise sollen Universitäten für alle Teile der Gesellschaft geöffnet werden, um Lösungsansätze für die Klimakrise zu diskutieren. An der TU Dresden und der FU Berlin gingen einige Studierende einen Schritt weiter und besetzen Hörsäle der Universität. Die lose Gruppe HSZ fürs Klima in Dresden besetze den größten Hörsaal der Universität und wurde am 28.11.2019, vier Tage nach Beginn der Besetzung, von der Polizei geräumt. Auf Twitter kursierten Fotos und Videos von einer Universität voll Polizist*innen und Studierenden, die abgeführt werden.

Was ist genau passiert?

Neben der mit der Universitätsleitung abgesprochenen Public Climate School kündigte die Gruppe HSZ fürs Klima eine Besetzung des Hörsaals Audimax an der TU Dresden an. Die Universitätsleitung bot den Besetzer*innen im Vorfeld die Nutzung anderer Räumlichkeiten an, was die Gruppe jedoch ablehnte, da so das Thema Klimagerechtigkeit an der TU Dresden „an den Rand gedrängt“ werde. Am 25.11.2019 besetzten die Studierenden den Hörsaal, mit dem Statement, dass „die Gewohnheiten zu stören notwendig ist, um eine grundlegende Veränderung denkbar werden zu lassen“. Der Rektor der TU Dresden verurteilte das Vorgehen der Gruppe, verzichtete jedoch zunächst auf eine Durchsetzung des Hausrechts mit Polizeigewalt, da er sich entschieden habe „auf Druck nicht mit Gegendruck zu reagieren.“ Gleichzeitig wurde eine Petition zur Räumung der Besetzung von anderen Studierenden veröffentlicht. In der Nacht zum 27.11.19 wurde ein von der TU Umweltinitiative gebauter CO2 Kubus zunächst in Brand gesetzt und in der folgenden Nacht vollständig demoliert.

Am Morgen des 28.11.19 änderte sich jedoch die Situation. Als Reaktion auf einen Tweet einer unbekannten Person auf der Bettenbörse des Ende Gelände-Protests beschloss die Universitätsleitung, das Hörsaalzentrum nun doch zu räumen. Die Polizei rückte an und die Besetzer*innen wurden zum Teil gewaltsam aus dem Raum entfernt.

Klimastreik an der Uni: Warum ist das wichtig?

Universitäten haben den Auftrag „als Zentren demokratischer Kultur […] zur produktiven Diskussion um die Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen“ beizutragen. Die Klimakrise ist zweifellos eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen, vor denen wir stehen, und wurde lange Zeit nicht mit der notwendigen Dringlichkeit behandelt. Besetzungen als Form des zivilen Widerstands sind rechtlich umstritten – dennoch wurden sie in der Vergangenheit beispielsweise bei den Friedens- und Anti-Atomkraftdemos angewendet und sind Ausdruck der politischen Willensbildung. Ob an dieser Stelle in Dresden die Besetzung ein sinnvoll eingesetztes Mittel war, ist sicherlich zu hinterfragen. Dennoch zeigen sowohl der Widerspruch als auch die Unterstützung der Aktion durch andere Studierende, dass so ein demokratischer Diskurs und Austausch entstehen kann.

Derartige Konfrontationen, gerade an Universitäten mit einer vermeintlich entpolitisierten Studierendenschaft, sind wichtig, um den politischen Streit zu erlernen. Denn die Partizipation und Beteiligung junger Menschen an demokratischen Prozessen sind wichtige Grundvoraussetzungen, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu begegnen. Gewaltloser Widerstand höhlt den Rechtstaat nicht aus, sondern stärkt ihn sogar. Dass die Universitätsleitung, entgegen ihrer ursprünglichen Aussagen, sich gezwungen sieht die eigenen Studierenden aus dem Gebäude entfernen zu lassen und ihnen Hausverbot zu erteilen, ist jedoch fragwürdig. Die Bilder von Polizist*innen, die Studierende der TU Dresden gewaltsam abführen, während gleichzeitig im selben Gebäude die eigentlich demokratischen Fachschaftsratswahlen stattfinden sollen, werden in Erinnerung bleiben.

Mehr Infos dazu unter hszfuersklima.blackblogs.org

Photo by Nathan Dumlao on Unsplash

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Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2019: Goldene Göre reloaded

29. November 2019 - 11:03

Ab sofort ist wieder Deutschlands höchstdotierter Beteiligungspreis für Kinder und Jugendliche ausgeschrieben: der Deutsche Kinder- und Jugendpreis! Noch nie davon gehört? Das liegt daran, dass der Preis bis vor kurzem noch „Goldene Göre“ hieß. Wir fanden den alten Namen ja einprägsamer, aber der neue macht deutlicher, um wen es hier geht.

Bewerben können sich alle Kinder- und Jugendgruppen mit ihrem Projekt oder deren Betreuer*innen bzw. Projektleiter*innen bis Ende Januar 2020. Euer Projekt kann im Rahmen einer Initiative, eines Vereins, eines Schulprojektes oder unter Trägerschaft einer gGmbH umgesetzt werden. Zu gewinnen gibt es insgesamt 30.000 Euro und die Preisverleihung findet am 27. April 2020 im Europa-Park in Rust statt!

Deutscher Kinder- und Jugendpreis: Die Preisträger*innen aus früheren Jahren

Der Deutsche Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerks geht nur an Projekte, die Kinder und Jugendliche bei der Planung und Umsetzung auf allen Ebenen in hohem Maße beteiligen. Vergangene ausgezeichnete Projekte findet ihr hier oder hier. Einige Beispiele der Nominierten 2018:

 

Also los, bewerbt euch mit eurer Initiative oder eurem Projekt, wir drücken die Daumen!!

Beitragsbild: Photo by Ben White on Unsplash

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KARAKAYA TALK – Çay trinken und diskutieren!

27. November 2019 - 13:34

Interessiert ihr euch für Themen aus Pop und Politik? Falls ja, dann seid ihr bei KARAKAYA TALK genau richtig! KARAKAYA TALK ist eine Talkshow auf Youtube, in der überwiegend junge Erwachsene mit Migrationshintergrund kritisch und ausgiebig zu bestimmten Themen diskutieren und Çay trinken. Erst seit kurzem taucht die Talkshow als neues Format von funk auf. Davor produzierte dasselbe Team ein Jahr lang Videos unter dem Namen BlackRockTalk.

Die Moderatorin Esra Karakaya gründete die Talkshow, weil sie findet, dass es den bestehenden Medienformaten an Diversität mangelt. Sie erklärte letztes Jahr in einem Interview: „Mir fehlen verschiedene Perspektiven in den deutschen Medien, wie etwa die von jungen Leuten, von Migranten, von Homosexuellen“. Um die Lücke der deutschen Medienkultur zu schließen und denjenigen Wort zu geben, über die ansonsten nur diskutiert wird, entschloss sie sich ihr innovatives Konzept zu realisieren.

BlackRockTalks Erfolg

Nach nur einem Jahr wurde funk auf die Talkshow aufmerksam. BlackRockTalk hatte inzwischen bereits acht selbstproduzierte Videos auf Youtube. Im allerersten Video ging es um die Katjes-Werbung mit einem Kopftuch tragenden Model. Für die Diskussion waren Frauen eingeladen, die Koptücher tragen. Karakaya erklärte dazu: „Es müssen Frauen zu Wort kommen, die selbst von Diskriminierung betroffen sind. Nur so können wir authentisch über das Problem reden.“ In anderen Videos unterhielten sich erfahrene Gäste z. B. darüber, ob Geld glücklich macht, wie wir von westlichen Schönheitsidealen beeinflusst werden oder inwiefern Selbstbezeichnungen von BIPoC-Communities akzeptabel sind.

Der Erfolg BlackRockTalks spricht für sich!

KARAKAYA talks: Wie weiß ist Klimaaktivismus?

Passend zum globalen Klimastreik am 29. November wird im ersten Video über die Diversität und Offenheit klimabewusster Bewegungen wie Fridays For Future, vor allem aus der Perspektive der BIPoC-Community, diskutiert. Im Vordergrund der Debatte steht die Frage, inwiefern Umweltaktivismus privilegiert ist und ob diese Bewegungen für nicht-weiße Communities zugänglich sind. Zudem wird auch die „Shaming-Debatte“ beleuchtet. Inwiefern ist es z. B. richtig, Einzelpersonen mit Migrationshintergrund und Familie im Ausland das Fliegen zu verbieten? Darüber und über viel mehr diskutiert Karakaya mit ihren Gästen.

Unser Senf

Allein nach paar Sekunden wird in jedem Karakaya Video deutlich, wie authentisch und sympathisch sie ist, was auf jeden Fall ein Grund für ihren großen Erfolg sein dürfte. Zudem sind die Diskussionen nicht nur unterhaltend, sondern stellen auch ein unverstelltes Abbild der Gespräche im eigenen Freundeskreis dar. Bestimmt können sich viele Jugendliche mit Esra und ihren Gästen nicht nur als Person, sondern auch mit ihren Meinungen identifizieren. Es ist natürlich ebenso interessant zu sehen, dass eigentlich ähnliche Menschen auch verschiedene Ansichten vertreten können. Die Talkshow ist zudem eine hervorragende Möglichkeit für die weiße Mehrheitsgesellschaft, ein besseres Verständnis für die Lebenswelt der nicht-weißen Community zu entwickeln.

Bisher gab es eine Episode pro Monat, doch ab jetzt wird jeden Mittwoch eine neue Episode auf Youtube veröffentlicht.

Wir freuen uns auf jeden Fall auf weitere Episoden von KARAKAYA TALK! Was ist mit euch? Kanntet ihr diese Talkshow schon?

Beitragsbild von Christoph Kürbel. Rechte bei funk.

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Erste Erfolge: „The Ocean Cleanup“

22. November 2019 - 9:33

Wenn von Klimawandel die Rede ist, kommt den meisten Menschen sofort der Name Greta Thunberg in den Sinn. Doch sie ist nicht die einzige Jugendliche, die sich für die Umwelt engagiert. Boyan Slat, ein 25-jähriger niederländischer Erfinder, gründete bereits 2013 sein Unternehmen „The Ocean Cleanup“, welches zunächst als kleines Projekt startete.

Wir hatten euch bereits in einem unserer früheren Artikel zu seiner Unternehmung, die Ozeane von Platikmüll zu befreien, berichtet. Lest euch diesen gerne vorab durch, um ein genaueres Verständnis für sein Projekt, insbesondere seine Anlage, zu entwickeln. Angesichts der wachsenden Besorgnis um unsere Umwelt fragen wir uns heute: Wie hat sich das Projekt weiterentwickelt?

The Ocean Mess oder Cleanup?

Vor einem Jahr begann die Testphase des System 001. Dieses sollte nach einer erfolgreichen Testphase ins Great Pacific Garbage Patch geschickt werden. Jedoch konnte die Anlage den gesammelten Müll nicht festhalten und musste daher nach vier Monaten, Anfang 2019, wieder an Land geschleppt werden.

Nach diesem Versagen begab sich das The Ocean Cleanup-Team wieder an die Arbeit. Die technischen Probleme wurden behoben und die neue Testphase des Systems 001/B begann. Vor knapp einem Monat erklärte Ocean Cleanup offiziell, dass die neue Anlage funktioniert. Das modifizierte System sei dazu in der Lage großen Müll, also z.B. Bürostühle oder industrielle Fischersnetze, bis hin zu Mikroplastik herauszufischen. Das aus den Meeren gefischte Plastik wird an Land gebracht und recycelt.

Damit ist das umweltbewusste Unternehmen aber noch nicht zufrieden! Sie verkündeten in derselben Erklärung auch, dass bereits mit dem Bau einer längerfristigen Anlage, System 002, begonnen wurde.

Große Ziele

The Ocean Cleanups Ziel ist es, innerhalb der nächsten fünf Jahre 50 Prozent des Mülls im Great Pacific Garbage Patch zu entfernen. Zudem wollen sie die Weltmeere bis 2040 von 90 Prozent des Mülls befreien.

Wir sind gespannt und hoffen, dass sie diese Ziele umsetzen können!

Beitragsbild: Photo by Brian Yurasits on Unsplash.com

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Das ist kein Tagebucheintrag!!! Ein CARE-Gewinnertext. Von Anneke Maurer

19. November 2019 - 11:24

Liebe Freund*innen guter Literatur, passend zur besinnlichen Vorweihnachtszeit (na, schon Geschenke fertig?) haben wir heute was zum Lesen für euch. Und zwar einen der Gewinnertexte des CARE-Schreibwettbewerbs 2019.  Autorin ist die (zum Zeitpunkt der Einreichung) 17-jährige Anneke Maurer. Viel Spaß beim Lesen! Aber Achtung: Besinnlich wird es nicht.

DAS IST KEIN TAGEBUCHEINTRAG!!!

Nur, damit das klar ist. Tagebuch ist was für Loser.

Ich schreibe das nur, weil es ja sonst nichts gibt, was ich tun kann. Und wegen der Nachwelt und so, als Quelle, die sie dann im Geschichtsunterricht analysieren können, in hundert Jahren. Wenn wir alle schon tot sind. Das vielleicht auch schon früher. Schon bald, wenn das so weitergeht.

Eigentlich habe ich ziemlich Angst. Mir ist kalt. Es ist dunkel.

Der Strom ist weg.

Nicht nur so für eine Stunde oder zwei. Seit vierzehn Tagen jetzt. Überall.

Am Anfang war es ja noch ganz lustig. Die Lehrer kamen nicht, die meisten Schüler auch nicht, keine Schule, kein Unterricht. Kann man sich Schlimmeres vorstellen.

Von den Verkehrsunfällen haben wir erst später durch Mundpropaganda gehört. Fernsehen funktioniert ja nicht. Ging ganz schnell: Ampeln aus, Massenkarambolage. Das war dann schon weniger lustig.

Vielleicht ist das ein Terroranschlag. Wenn, dann haben die das ziemlich genial eingefädelt, die Attentäter. Das Volk richtet sich selbst hin.

Es war Max’ Idee. Das mit den Läden: Saturn, Apple Store, da, wo es halt was zu holen gibt; dass da wohl auch der Strom weg ist, wenn auch sonst überall, also: keine Überwachungskameras, keine Sicherungen, keine Polizei, keine Beweise, nichts.

Aber wir waren nicht die Ersten mit dieser Idee. Das war schon ziemlich krass, der erste Tag und die Läden waren ausgeräumt.

Am schlimmsten war es mit den Supermärkten. Selbst die Tiefkühlsachen wurden mitgenommen, obwohl das doch Unsinn ist, denkt man. Du kannst die Tiefkühlpizza vergessen, wenn du keinen Ofen hast. Kau’ mal auf einer gefrosteten Erbse herum, dann weißt du, wie das ist. Dann weißt du auch, was man aus Hunger macht. Wir haben Schlimmeres gegessen als bloß aufgeweichte Tiefkühlerbsen. Da waren die mit der Pizza besser dran als die mit dem iPhone 9+.

Die Schwerverbrecher sind aus den Gefängnissen raus. Wenn es denn nur die Knastis wären. Diese Gelegenheit macht nämlich nicht nur Diebe, sondern auch Mörder aus solchen wie Sandra, wenn es sein muss, die nie auch nur einer Fliege was zuleide getan hätten. Wirklich jeder ist sich selbst der nächste. Erstaunlich, wie schnell die Werte zusammenbrechen, die über zweitausend Jahre unsere Gesellschaft getragen und abgeschliffen haben, hat Mama nach einer Woche gesagt, aber auch, dass wir nicht das Recht dazu hätten, darüber zu urteilen. Ich selbst habe Tinas Bobbie zu uns gelockt, damit Mama ihn schlachten konnte. Mir wird immer noch übel, wenn ich daran denke und ich habe eine Scheißangst, Tina über den Weg zu laufen. Ich weiß ja, wie sehr sie den Langhaar geliebt hat. Und verdammt, ja, ich habe darüber nachgedacht, was in drei, vier, lass’ es sieben Tage sein, sein wird, wenn überhaupt nichts mehr übrig ist.

Logisch, dass sich da keiner mehr so ohne weiteres auf die Straße traut.

Hat dein Haus Fenster, bist du nicht mehr sicher. Jetzt sitzen wir alle zusammen, im Keller, wie im Krieg. Nachbarn, Freunde, Feinde. Die Erwachsenen außen mit den Waffen, Fleischmesser, Scheren, Hämmer, Äxte. Ich sitze innen bei den Kindern, obwohl ich eigentlich schon groß genug bin, aber das sage ich lieber nicht. Drinnen ist es sicherer. Ich will kein Schisser sein, aber tot noch weniger.

Wir beschützen uns gegenseitig; wobei hier doch niemand dem anderen mehr traut. Zu gefährlich. Vertrauen, meine ich.

Keine Ahnung, ob das nur unser Land betrifft. Oder auch Europa. Oder die ganze Welt. Die Kommunikation nach außen funktioniert ja nicht. Mit dem Strom ist auch die Zivilisation verschwunden. Ganz klar: Die letzte Erbse kriegt der, der am stärksten ist und nicht zögert, zuzuschlagen.

Das Essen ist ein Problem. Die Dunkelheit. Die Kälte. Trinken wird auch knapp. Am schlimmsten ist die Ungewissheit.

Mama meinte auch: Wenn man mal überlegt, dass die Menschen im Mittelalter auch keinen Strom hatten und das kein Problem war für die, sollte man vielleicht mal die heutige Abhängigkeit in Frage stellen.

Jetzt spricht sie kaum noch, sie ist ganz blass und dürr, sie weigert sich, das meiste zu essen und schiebt es stattdessen Anna und mir zu.

Der Tod ist echt allgegenwärtig, du kannst das riechen, es stinkt. Wenn du allein die Tausenden aus den Krankenhäusern nimmst. Die Notstromaggregate halten doch auch nur ein paar Tage, höchstens.

Das sind die längsten zwei Wochen meines Lebens. YouTube oder Video Gaming kommen mir unendlich weit entfernt vor. Ich schwöre, ich werde mich nie wieder über Schule beschweren. Oh Mann, ich hätte mir nie erträumen können, dass ich mich mal nach Herrn Schröders übelst langweiligem Geounterricht sehnen würde. Oder, dass ich freiwillig Tagebuch schreibe. Ich meine: Tagebuch! Scheiß auf Quelle, das hier kann doch niemand lesen. Wie soll ich denn die Zeilen treffen, ist doch viel zu dunkel hier.

Vor fünfzehn Tagen wäre eine Woche ohne Handy für mich die Hölle gewesen. Jetzt sehne ich mich nur noch nach Licht und einem funktionierenden Radio.

Lange können wir nicht mehr leben ohne Strom.

Hier erfahrt ihr mehr über den aktuellen Schreibwettbewerb von CARE!

Beitragsbild: Photo by Rodion Kutsaev on Unsplash

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Für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft engagieren mit der Freiwilligenplattform vostel.de

15. November 2019 - 12:21

Heute stellt sich vostel.de vor, eine Plattform, auf der ihr ein passendes Ehrenamt oder eine Möglichkeit zum Engagement finden könnt.

Mehr als 31 Millionen Menschen in Deutschland sind ehrenamtlich engagiert und damit 43,6 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahren (nachzulesen in dieser Studie, PDF-Downloadlink). Diejenigen, die sich nicht engagieren, geben als Hauptgrund Zeitmangel aber auch “fehlende Informationen” an. Als in Berlin Lebende mit knapp 1. Millionen Mitbürger*innen, die aus dem Ausland zugezogen sind, haben wir zusätzlich festgestellt, dass sich viele Menschen aufgrund fehlender oder mangelnder Deutschkenntnisse nicht engagieren – schlichtweg, weil sie keine Engagementmöglichkeit für sich finden konnten, zu der sie hätten beitragen können ohne der deutschen Sprache mächtig zu sein.

Aus diesem Grund haben wir 2015 vostel.de gegründet. Wir wünschen uns eine Welt, in der jede*r nach seinen*ihren Möglichkeiten und unabhängig von Zeitbudget, Sprach- oder Vorkenntnissen zu einer besseren und nachhaltigeren Zukunft beitragen kann. Auf der Online-Plattform vostel.de versammeln wir zahlreiche Engagementangebote von Non-Profit Organisationen, die Unterstützung benötigen und auf der Suche nach Freiwilligen und Ehrenamtlichen sind.

Durch die unterschiedlichen Angebote möchten wir konkrete Handlungsmöglichkeiten für gesellschaftliches Engagement aufzeigen und vor allem junge Menschen dafür gewinnen, sich einfach, flexibel und den persönlichen Interessen entsprechend für eine bessere Welt einzusetzen. Ein besonderes Merkmal unserer Plattform ist nach wie vor, dass Deutschkenntnisse keine Grundvoraussetzung für ein Engagement sind – in vielen Fällen reicht Englisch aus. Nicht nur aufgrund der internationalen Ausrichtung der Plattform, aber auch weil die Suche nach einem passenden Engagement kinderleicht ist, wird vostel.de häufig auch als das „Airbnb des Ehrenamts“ bezeichnet.

Seit unserer Gründung 2015 konnten so bereits knapp 11.000 Freiwillige über vostel.de ein passendes Engagement oder Ehrenamt für sich finden. Momentan gibt es vostel.de in Berlin, Köln, in der Region München und in der Region Frankfurt am Main, Darmstadt und Wiesbaden und ab Dezember 2019 auch in Nürnberg und Umgebung sowie in Hamburg. Und jährlich kommen neue Standorte hinzu.

Welches Ehrenamt passt zu mir?

Die Angebote auf unserer Plattform sind sehr vielfältig: So können Tastbücher für blinde Kinder gebastelt werden, für die es nur wenige Bücher gibt, die vergleichbar mit Bilderbüchern für Kinder ohne Sehbehinderung sind. Wer Spaß an handwerklichen Arbeiten oder Gärtnern hat, kann mit Gästen einer Tageseinrichtung für Senior*innen Hochbeete bauen und bepflanzen. Es gibt auch etwas  außergewöhnlichere Angebote, so zum Beispiel die Leitung für Tanz- und Theaterangeboten für Kinder und Jugendliche zu übernehmen. Außerdem sind auf vostel.de ganz klassische Ehrenämter zu finden, wie z. B. die Unterstützung beim Fundraisung in einem Verein.

Menschen, die über vostel.de ein Engagement wahrnehmen, bringen ganz unterschiedliche Motivationen mit. Von „neue Leute kennenlernen“ über „einfach Spaß haben“ über „Hard- und Soft-Skills erlernen“ bis hin zu „aktiv an der Lösung sozialer Probleme mitwirken“ ist unter vostel-Freiwilligen alles vertreten.

Engagement über vostel.de: drei Beispiele

Einer unserer Engagierten ist Juan, Anfang 20 und vor zwei Jahren von Mexiko Stadt nach München gezogen ist, wo er nun International Business Administration studiert. Um sich später bei der Bewerbung um einen Job von anderen Mitbewerber*innen abzuheben, möchte er auch Engagement abseits der Universität vorweisen können.

Viele der Engagierten auf vostel.de haben sich vorher bereits an anderer Stelle sozial engagiert und sind auf der Suche nach neuen Engagementmöglichkeiten. Unsere Freiwillige Alicia ist Masterstudentin der TU Berlin und war dort seit Studienbeginn in einer Hochschulgruppe für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, wofür sie einen Großteil ihrer Freizeit investiert hat. Da sie andere Bereiche des sozialen Engagements  kennen lernen will, hat sie die Gruppe verlassen und über vostel.de in einer Umweltschutzorganisation ein Ehrenamt im Bereich Social Media für sich gefunden.

Ein häufiger Grund für freiwilliges Engagement ist auch die Möglichkeit zur Zeitüberbrückung, z. B. zwischen dem Abitur und dem Studium. Unsere Freiwillige Lena wollte die freie Zeit zwischen ihrem Bachelorstudium und dem Beginn ihres Masterstudiums sinnvoll nutzen. Über unsere Plattform ist sie auf eine Kleiderkammer der Wohlfahrt aufmerksam geworden und hilft dort hin und wieder bei der Sortierung von Sachspenden.

Was alle Freiwilligen auf vostel.de gemeinsam haben? Mit über 120.000 Stunden investierter Arbeit in den letzten 4 Jahren haben sie die Welt zu einem gerechteren und besseren Ort gemacht.

Das Vostel-Team 2019

Du willst ebenfalls Teil der „Weltverbesserer-Community“ werden? Auf vostel.de kannst du ganz einfach ein passendes Engagement oder Ehrenamt für dich finden. Die aktuellsten Engagementangebote sowie Neuigkeiten zu inspirierenden & spannenden Projekten aus unserer vostel-Welt findest du in unserem Newsletter, auf Instagram und auf Facebook.

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Thursday for Future – ein Nachhaltigkeitstag in der Berufsschule

12. November 2019 - 10:42

Schon öfter konntet ihr bei uns vom Projekt Grenzenlos lesen, das Nachhaltigkeitsthemen in die (berufliche) Schule bringt. Heute berichtet Imke Deking von einem besonderen Tag an ihrer Münchner Berufsschule. Viel Spaß beim Lesen!!

Dieses Schuljahr steht in der Abteilung der Personaldienstleistungskaufleute an der Städtischen Berufsschule für Versicherungs- und Personalwesen München unter dem Thema „Nachhaltigkeit“. Begonnen hatte es bei den zwölften Klassen mit einem Kleidertauschbazar, dem jetzt regelmäßige Kleidertauschbörsen folgen.

In der 11. Klasse nahmen wir uns jetzt einen ganzen Tag, um unterstützt von Referent*innen des World University Service – WUS – das Thema Nachhaltigkeit zu vertiefen.

Rose Nkeng Ntou’k aus Kamerun hatte gleich zwei Themen im Gepäck: nachhaltiges afrikanisches Kochen und die Frage: „Wie nachhaltig ist mein Handy?“.

Schnippeln für die ganze Schule

Da es sich ergab, dass wir am gleichen Tag in einem großen Festakt zur „Grenzenlos-Schule“ des World University Services zertifiziert wurden, hatten wir das ehrgeizige Ziel, die Festgäste auch an unserem afrikanischen Essen teilhaben zu lassen. Das bedeutete, dass die Kolleginnen Frau Allam-Spindler, Frau Deking, Frau Konrad mit Unterstützung ihrer Tochter und Frau Schmid sich schon weit vor Schulbeginn einfanden, um mit Rose Nkeng Ntou’k die Gerichte „Haricots sautés“, „Bananes platains“ und „Purée d’avocats“ vorzubereiten. Auch etliche Schüler*innen waren hochmotiviert schon sehr früh anwesend und schnippelten was das Zeug hielt. Dankenswerterweise wurde das Essen vom Referat für Bildung und Sport als Kulturprojekt finanziell unterstützt!

Zum regulären Unterrichtsbeginn hatten die beiden Referent*innen Rose Nkeng Ntou’k und Navigué Soro dann die Gelegenheit, uns mit ihrem abwechslungsreich vorbereiteten Unterricht zu begeistern. Die Elektrotechnikerin Rose, die gerade ihre Bachelor in Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule in Rosenheim erfolgreich abgeschlossen hat, berichtete zunächst von ihrer Schulzeit in Kamerun, ihren persönlichen Interessen – wer hätte es erwartet: Kochen und Backen – und ihrem Weg so perfekt Deutsch zu lernen, wie sie es heute neben sechs weiteren Sprachen beherrscht.

Als nächstes stellte sie sich als Grenzenlos-Aktive für den World University Service vor. Sie erklärte in diesem Zusammenhang auch noch kurz die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen für die Agenda 2030, deren Verbreitung und Umsetzung sich der World University Service auf die Fahnen geschrieben hat.

Gibt es so etwas wie nachhaltige Handys?

Referentin Rose Nkeng Ntou’k bei ihrem Vortrag

Dann ging es zum eigentlichen Thema: der Nachhaltigkeit von Handys. Hier konnte Rose ihre Technik-Expertise mit den Sustainable Development Goals (SDGs) GOOD HEALTH AND WELL-BEING, DECENT WORK AND ECONOMIC GROWTH, REDUCED INEQUALITIES und RESPONSIBLE CONSUMPTION AND PRODUCTION in Verbindung bringen.

Nach der interaktiven Erarbeitung des Herstellungswegs und der Inhaltsstoffe eines Handys zeigte sie einen kurzen Film über Kinderarbeiter im Kongo, die Kobalt schürfen. Wir waren ziemlich betroffen und meinten, dass man sich hier weit weg in Deutschland der Illusion hingebe, dass man damit nichts zu tun habe und nicht wahrnehme, dass unsere relativ günstigen Handys auf Kosten von Kindern produziert würden, die ohne Kindheit und Bildung aufwachsen.

Daraufhin überlegten wir uns verschiedene Vorschläge zur Lösung dieser Misere – zum Beispiel Kartelle für höhere Handypreise, weniger Handynutzung und Spenden für diese Kinderarbeiter, damit sie dem Teufelskreis entkommen können.

Ein weiterer Filmtrailer, zum Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“ DEIN SMARTPHONE IST SCHON HIER über den Weg unseres Elektroschrotts zu Europas größter Müllhalde in Afrika, sensibilisierte uns weiter für die globalen Auswirkungen unseres Handykonsums. Die Verlierer der digitalen Revolution, die im Elektroschrott nach Wertstoffen suchen, machten uns kurz sprachlos. Schließlich bemerkte ein Schüler, dass man einfach nicht daran denke, wenn man sein Handy weggebe, dass es an so einem Platz lande, wo Menschen verzweifelt versuchen, dem Müll eine Existenz abzuringen.

In einem Planspiel versuchten wir dann Lösungsmöglichkeiten zu finden. Es gibt ja doch Möglichkeiten: faire Handys kaufen, Handy länger nutzen, indem man den Akku tauscht oder sie reparieren, wenn es noch möglich ist.

Eine weitere Möglichkeit, nachhaltig mit Handys umzugehen, ergriffen wir gleich beim Schopf: Wir wollen eine Handysammelaktion starten, die Kindern und Familien im Kongo zugutekommen soll.

Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule: die Zertifizierung als Grenzenlos-Schule

Nach der Lehrortkooperation, die von einem echten Feueralarm unterbrochen wurde und den Referent*innen viel Flexibilität abverlangte, ging es dann wieder zur Vorbereitung unseres afrikanischen Essens.

In letzter Sekunde schafften wir es mit vereinten Kräften, eine Kostprobe des Essens für die Festgäste der folgenden Veranstaltung bereit zu stellen und gerade noch rechtzeitig zum Festakt zu escheinen.

Beim Festakt zur Zertifizierung als Grenzenlos-Schule nahm der Klassensprecher unserer Klasse PD 11 A, Alexander Berger, spontan die Gelegenheit wahr, den Festgästen zu erläutern, was die PDK im Rahmen der Nachhaltigkeit bereits auf die Beine gestellt hat und im Weiteren angehen wird. Die Unterstützung des Frauenhauses in Neuperlach durch Kleider- und Spielzeugspenden gehöre unter anderem dazu. Sein überzeugender Beitrag war einen tosenden Applaus wert.

Nachhaltig und international gestärkt ging es nach dem Mittagessen dann in die nächste Lehrortkooperation mit Navigué Soro.

Kinderarbeit im Kakaoanbau und der Cashewproduktion

Navigué stellte sich zunächst mit eigenen Kinderbildern vor. Er erzählte uns von seiner Schul- und Studienzeit in der Elfenbeinküste – aber erst nachdem wir feststellen mussten, dass es sehr schwierig war, ihn in seiner Grundschul- und Abiturklasse zu „orten“.

Mit einem Zahlenquiz testete er dann unser Vorwissen im Bereich Kakao– und Cashewproduktion, um uns danach einen kurzen Abriss über die Kakaoproduktion zu geben. Durch einen Kurzfilm wurde uns klar, dass es heute noch Kinderarbeit und sogar Kindersklaven gibt. Diese erschreckende Erkenntnis wurde nur ein wenig gemildert, als in dem Filmbeitrag auch ein deutscher Schokoladenproduzent zu Wort kam, der nachhaltige Projekte in der Elfenbeinküste begleitet hat. Navigué zeigte uns dann Fotos, die uns erkennen ließen, dass er Teil dieser deutschen Delegation war und Eindrücke aus erster Hand gewinnen konnte.

Der Cashewanbau wurde dann ebenfalls durch einen Film visualisiert. Es ging um ein positives Beispiel von Kooperativen, die einen größeren Teil der Wertschöpfungskette im Land belassen. Danach vollzogen wir in zwei Gruppen den Produktionsprozess der beiden Produkte nach und erklärten ihn uns noch einmal kurz gegenseitig.

Schließlich wurde das Thema Fair Trade und weitere Nachhaltigkeitssiegel eingeführt, als Lösungsmöglichkeit, um die Hersteller von Cashewnüssen und Kakao global fair zu behandeln.

Alles hat seine zwei Seiten, wurde uns dann wieder bewusst, als wir nach einer Diskussion die Vor- und Nachteile von Fairem Handel festhielten. Doch wir nehmen mit, dass wir viel Gutes tun und für mehr globale Gerechtigkeit sorgen können, wenn wir uns als Konsument*innen für faire Lösungen entscheiden.

Bildrechte bei WUS/BSV-MUC, Deking 2019 

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Ecosia – Pflanze Bäume mit deiner Suchmaschine

8. November 2019 - 11:05

Wir Menschen sind in Sachen Umweltbewusstsein wirklich faul und ignorant. Das bestätigen weltweit Wissenschaftler*innen – zumindet indirekt. Nach Angaben der tagesschau warnten nämlich mehr als 11.000 Forscher*innen vor einem Klimanotfall. Und „obwohl die Alarmzeichen zunähmen, wäre im Allgemeinen so weitergemacht worden wie immer“. Auch wenn die Welt also untergeht, krümmen wir nicht einen Finger..? Was aber, wenn Engagement in unsere alltäglichen Tätigkeiten bereits integriert wäre?

Schon mal was von Ecosia gehört?? Für leidenschaftliche Umweltschützer*innen ist es sicherlich nichts Neues. Die „grüne Suchmaschine“ ist interessant für jede*n. Denn sie hilft uns, mittels weniger Klicks etwas Gutes für die Umwelt zu tun (und, zugegeben, auch unser Gewissen zu beruhigen…).

Was ist Ecosia?

Ecosia ist eine Suchmaschine wie Google. Die Suchen laufen aber über den Google-Gegner Bing. Gegründet wurde das Unternehmen von Christian Kroll vor fast genau 10 Jahren. Der wesentliche Unterschied zu herkömmlichen Suchmaschinen ist, dass Ecosia seine Werbeeinnahmen dazu nutzt, der Umwelt zu helfen. Die ökologische Suchmaschine gibt mindestens 80 Prozent der Einkünfte zugunsten von Baumpflanzprojekten aus. Diese umfassen über 20 Projekte, die sich über 15 Länder wie Peru, Brasilien und Burkina Faso erstrecken. Dabei wird darauf Wert gelegt, dass besonders Partner vor Ort finanziell unterstützt werden.

Jede Suche zählt! Nach schon 45 Suchen wird ein Baum gepflanzt. Auf der Ecosia-Startseite ist die stetig steigende Zahl der gepflanzten Bäume zu sehen. Zudem sieht man mithilfe eines Zählers auch, wie viel man selbst schon beigetragen hat. Laut der „grünen Suchmaschine“ kostet eine Baumpflanzung nur 20 Cent und durchschnittlich wird nicht mal nach einer Sekunde ein Baum gepflanzt. Dem ist aber hinzuzufügen, dass die Bäume selbstverständlich nicht im Sekundentakt zur selben Zeit gepflanzt werden. Vielmehr wird eine immer höhere Anzahl der monatlichen einzusetzenden Bäume vor der Regenzeit angepflanzt.

Wieso gegen Google tauschen?

Der Hauptgrund ist natürlich das Umweltbewusstsein. Jedoch behauptet Ecosia auch sich in Sachen Datenschutz, Transparenz und ihrer positiven CO2-Bilanz maßgeblich von Google zu unterscheiden. Auch beschreibt das Technikmagazin CHIP die Qualität der Suchergebnisse als hochwertig. Ecosia warnt die Nutzer*innen zudem vor Unternehmen, die Kohlekraftwerke unterstützen. Dafür benutzt die Suchmaschine kleine Kohlekraft-Icons neben den jeweiligen Suchergebnissen.

Zum Datenschutz formuliert das Unternehmen: „Wir interessieren uns für Bäume, nicht für deine Daten: Deine Suchen werden nicht permanent gespeichert, die von dir besuchten Websites nicht getrackt, deine Daten nicht an Werbeanbieter verkauft und deine Suchen sind immer SSL-verschlüsselt.“ Ebenso versprechen sie radikale Transparenz. „Deshalb veröffentlichen wir monatliche Finanzberichte und Förderbescheinigungen über unsere Aufforstungsaktivitäten auf der Ecosia-Website. Wir haben zudem einen rechtsgültigen Vertrag unterschrieben, der uns verpflichtet, unserem gemeinnützigen Zweck für immer treu zu bleiben“. Das klingt auf jeden Fall vielversprechend.

Trotz allem ist die nachhaltige Suchmaschine noch lange nicht so erfolgreich wie Google. Denn Ecosia hat ca. sieben Millionen Nutzer*innen, das ist ein Marktanteil von 0,01 Prozent. Währenddessen hält Google aber 98 Prozent des Marktanteils in Deutschland.

Wie richte ich Ecosia als Startseite ein?

Man muss nicht technikaffin sein, um Ecosia als Startseite einrichten zu können. Ecosia bietet auch technische Unterstützung an und erläutert die Umstellung in einzelnen Anleitungen für die jeweiligen Browser. Zudem gibt es auch eine kostenlose Ecosia-App für iOS- und Android-Geräte.

Es gibt somit für jede*n die Möglichkeit, sich in irgendeiner Weise für unsere Umwelt zu engagieren. Ecosia ist die einfachste und bequemste Art. Falls euch Baumpflanzaktionen interessieren, solltet ihr auf jeden Fall unseren Artikel zum Einheitsbuddeln lesen!

Beitragsbild: Rechte bei Ecosia

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Die neue Ära des Instagram-Journalismus

5. November 2019 - 15:25

Instagram ist schon lange nicht mehr nur ein Online-Fotoalbum! Im Laufe der Jahre entwickelte sich die App zu einer Verkaufsplattform und nicht zuletzt zum Job für zahlreiche Influencer*innen und Blogger*innen. Die zu Beginn recht unscheinbare App erfüllt mittlerweile einen größeren Zweck. Inzwischen wird es von vielen als seriöse Nachrichtenquelle verwendet.

Instagram gehört zu den beliebtesten Apps weltweit. Fast jeder hat mindestens einen Account, mit dessen Hilfe er/sie Fotos und Stories posten kann. Vor allem bei jüngeren Menschen ist die App besonders angesagt. Die meisten Jugendlichen verbringen wahrscheinlich mehr Zeit auf Social Media als dass sie fernsehen. Demnach würden sie die Informationen zu aktuellen Geschehnissen also eher online beziehen. Natürlich gibt es mittlerweile auch viele Apps zu den einzelnen Nachrichtenagenturen. Dem Bericht des Digital News Reports des Reuters Instituts zufolge liest jedoch fast jeder Vierte zwischen 14 und 24 Jahren Nachrichten auf Instagram.

Warum ist Instagram-Journalismus so erfolgreich?

Es gibt viele Gründe, warum Instagram-Journalismus so beliebt ist. Der Wichtigste ist aber, dass der Großteil dieser Journalist*innen eher jung ist, genauso wie die Zielgruppe. Journalismus auf Instagram ist also von jungen Leuten für junge Leute. Dadurch kann auf Augenhöhe kommuniziert werden. Sie stehen im direkten Austausch, und die Leser*innen und Zuschauer*innen können Kritik äußern, die ernst genommen wird. Instagram Seiten wie z.B. jäger&sammler, die jede Woche ein anderes aktuelles Thema bearbeiten, greifen auch Themenvorschläge ihrer Follower auf. Dies ist selbstverständlich von Vorteil für sie, da sie dadurch die Aufmerksamkeit ihrer Leser*innen behalten oder ihre Reichweite sogar noch erhöhen können.

Ein anderer Grund für den Erfolg des Instagram-Journalismus ist, dass er vollkommen auf die Zielgruppe junge Menschen abgestimmt ist. Sei es das Design, die verständlichen Erläuterungen oder die Länge der Videos. Alle journalistischen Formate auf Instagram wurden für junge Erwachsene konzipiert. Das Ziel ist es, diese für das Zeitgeschehen und die Weltpolitik zu begeistern und das Interesse an politischer Teilhabe zu erhöhen. Natürlich ist Nachrichten auf Instagram lesen aber auch praktisch, da es einfach in den alltäglichen „Social Media Zeitvertreib“ -integrierbar ist.

Mittlerweile führte sogar die tagesschau, die älteste deutsche Nachrichtensendung, anlässlich des 30-jährigen Mauerfalls ein neues Format ein, nämlich Throwback89. Mithilfe der Story Funktion wird die Geschichte des Mauerfalls in Form eines Instagram Tagebuchs digital erzählt. Die tagesschau erklärt dazu: „Mit unserem Instagram-Tagebuch versuchen wir, Geschichte erlebbar zu machen und damit einen Anreiz zu schaffen, sich näher mit dem Ende der deutsch-deutschen-Teilung zu beschäftigen.“

Seriös?

Instagram Accounts sind vielleicht keine seriöse Quelle für eine Hausarbeit. Sie stellen aber eine Informationsplattform speziell für Jugendliche dar, die Konversation zu wichtigen Themen anregt. Heutzutage interessieren sich immer weniger junge Leute für z.B. innen- und außenpolitische Ereignisse. Instagram-Journalismus kann dieses Interesse wieder neu wecken. Nicht zuletzt sollte erwähnt sein, dass – auch wenn es „nur“ Instagram ist – dort journalistisch wertvolle Arbeit geleistet wird. Die Behandlung der Themen macht deutlich, dass zuvor eine umfassende Recherchearbeit erfolgt ist. Ebenso beinhalten die oft über 10 Minuten langen Videos auf IG-TV auch Interviews mit Experten, Betroffenen etc.

Interessante Accounts

Wir haben zwei Beispiele für informative Instagram Seiten aufgelistet, auf deren Beiträge wir uns persönlich jedes Mal freuen.

  • bbcminute postet stets zu einem anderen Thema und fasst aktuelle Geschehnisse und deren Hintergründe in 10 Bildern kompakt zusammen. Überwiegend werden zwar politische Themen behandelt, ab und zu gibt es aber auch Posts aus dem Bereich der Popkultur. Man ist also immer up-to-date!
  • Auf der Seite jäger&sammler gibt es – wie vorhin erwähnt – jede Woche Posts zu einem anderen Thema. Mal geht es um E-Scooter, ein anderes Mal um Pflegekräfte oder mal um Mobbing. Die Themen sind also immer sehr vielfältig.

 

Was haltet ihr eigentlich vom Instagram-Journalismus? Lasst es uns wissen! Mehr Artikel zum Thema Digitales und Social Media findet ihr hier.

Beitragsbild von Jakob Owens auf Unsplash.de

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Wasser – Ein Kampf ums Überleben

1. November 2019 - 11:37

Mehr als 70 % der gesamten Erdoberfläche besteht aus Wasser. Genauso bestehen auch wir Menschen aus Wasser. Wir (ver-)brauchen täglich Wasser, wenn wir unsere Zähne putzen, kochen, duschen und natürlich wenn wir trinken, damit wir überleben. Wasser ist also eine elementare Existenzgrundlage. Ohne Wasser gibt es kein Leben. Das ist Fakt.

Wasser ist für uns Europäer*innen so selbstverständlich wie Luft zum Atmen. Ich wette, dass die wenigsten Menschen in Deutschland im Alltag an bewussten Wasserkonsum denken. Natürlich dreht man mal beim Shampoonieren den Wasserhahn zu, aber nicht aus Umweltbewusstsein, sondern vielmehr aus dem Grund, dass es zu kostspielig wird. Es wird aber Zeit, dass sich unser Bewusstsein ändert. Obwohl wir noch nicht direkt betroffen sind, herrscht in vielen Gebieten der Erde schon längst Wasserknappheit.

Abbildung Wasserstress. © World Resources Institute (WRI)

Wusstet ihr schon, dass insgesamt einem Viertel der Weltbevölkerung akuter Wassermangel droht? Die Abbildung zeigt den Wasserstress von 189 Ländern, besonders betroffen sind 17. Zu den wasserärmsten Ländern gehören unter anderem Zypern und Jordanien. Letzteres ist das zweitärmste Land im Bezug auf Frischwasser. Diese Länder müssen bereits ihren täglichen Wasserkonsum rationieren. Etwas Unvollstellbares für uns, nicht wahr? Der Zugang zu Wasser ist ein großes Privileg.

Jordanien hängt mittlerweile schon vom Grundwasser ab. Dieses wird im Normalzustand erst dann benutzt, wenn alle Oberflächenreserven ausgeschöpft wurden. Viele Einwohner*innen der wasserarmen Länder fühlen sich auch gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Die UN berichtet, dass bis 2030 700 Millionen Menschen umsiedeln könnten. Die Situation ist also nicht unbedenklich.

Warum dieser Wasserstress?

Als Hauptursache dieser Wasserkrise wird der zu hohe Wasserverbauch der Industrieländer durch Bewässerung genannt. Zudem verschärft der Kimawandel die Situation der Menschen mit steigenden Temperaturen und immer weniger Regen. Im Allgemeinen herrscht eine gewisse Ungleichheit des Wasserkonsums auf der Welt. Nach Angaben des Bildungsservers Klimawiki stehen in den ländlichen Regionen afrikanischer Trockengebiete der Bevölkerung nur 20 l/Tag zur Verfügung. Ein*e US-Bürger*in verbraucht dagegen 300 l/Tag, ein*e EU-Bürger*in 150 Liter. Mithilfe von Zahlen und Fakten wird der Ausmaß der Wasserkrise erst richtig deutlich.

Auch Global Player im Spiel

Als wäre der allgemeine Wassermangel bestimmter Länder nicht schon schwer genug, machen bekannte Großkonzerne den armen Einwohner*innen dieser Gebiete das Leben durch den Trinkwasserankauf und den anschließenden überteuerten Weiterverkauf an diese nicht einfacher. Weltweit werden immer mehr Trinkwasserquellen von großen Unternehemen aufgekauft. Der Verkauf von abgefülltem Quellwasser ist eines der profitabelsten Geschäfte auf dem Getränkemarkt. Es profitieren aber nur die großen Konzerne davon, während die kleinen, einheimischen Unternehmen versuchen zu überleben. Die Global Player erschweren also nicht nur das Leben der auf das Wasser Angewiesenen, sondern auch das der kleinen Verkäufer*innen.

Was können wir tun?

Unsere Ernährungsgewohnheiten wirken sich auf die Wasserkrise aus. Allein für die Herstellung von 1 kg Rindfleisch werden 15.500 Liter Wasser verbraucht! Aber wir können etwas dagegen tun, zum Beispiel indem wir wasserintensive Lebensmittel meiden und regional wie saisonal essen. Außerdem brauchen wir nicht unnötig viel Kleidung zu kaufen, denn Produkte aus Baumwolle sind ebenso wasserintensiv. Wasser heißt Leben und daher sollten wir achtsamer sein, uns bestenfalls informieren und ausbeuterische Unternehmen nicht unterstützen. Zusätzlich kann man sich natürlich auch anderweitig noch engagieren. Was auch sehr wichtig ist: Kinder und Jugendliche bezüglich des Themas aufzuklären und zu sensibilisieren.

Beitragsbild: Photo by Katja Just on Pixabay.

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