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Aktuelle Meldungen der Engagement Global gGmbH - Service für Entwicklungsinitiativen
Aktualisiert: vor 16 Stunden 32 Minuten

30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention

20. November 2019 - 16:16
Kategorien: Ticker

Sport und die Agenda 2030

20. November 2019 - 14:42
Expertinnen und Experten tauschten sich über Herausforderungen in der nachhaltigen Sportartikelherstellung aus. Foto: Engagement Global/Bozica Babic

Sport fördert Toleranz und Respekt, stärkt die Selbstbestimmung des Einzelnen und den Zusammenhalt von Gemeinschaften. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 2030. Vor diesem Hintergrund organisieren das Programm „Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland“ (EBD) von Engagement Global und das Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln im November 2019 erneut gemeinsame Themenwochen.

Unter dem Motto „Sport.Global.Nachhaltig.“ gehen Studierende und externe Interessierte in institutsübergreifenden Seminaren und Workshops gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Frage nach, welchen Beitrag der Sport leisten kann, wenn es darum geht, Ungleichheiten zu verringern.

Zum Auftakt am 29. Oktober 2019 hatte Manfred Belle vom Eine Welt Netz NRW eine Einführung zu den 17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung gegeben. Um Nachhaltigkeit im Profifußball ging es im Seminar mit Jens Bräunig vom VFB Stuttgart, der erläuterte wie der Verein in den vergangenen Jahren auf eine nachhaltigere Produktion im Merchandising umgestellt hat. Bräunig berichtete, dass ihn insbesondere Erfahrungen in Ländern des Globalen Südens zu dem Entschluss gebracht hätten, dass auch der Profisport seiner Verantwortung gegenüber Umwelt, Mitmenschen und zukünftigen Generationen gerecht werden müsse. Aufklärung und Transparenz in Bezug auf Nachhaltigkeitszertifikate seien dabei von zentraler Bedeutung.

Ein Highlight der Themenwochen fand am vergangenen Mittwoch, 13. November 2019, im großen Hörsaal mit rund 150 Studierenden statt: Unter der Moderation von Prof. Dr. Jürgen Mittag von der DSHS diskutierten Anne Rehner vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Dr. Gisela Burckhardt, Gründerin und Vorstandvorsitzende von FEMNET e.V., sowie der mit der Leitung und Koordination des gesellschaftspolitischen Engagements der TSG Hoffenheim beauftragte Stefan Wagner über Nachhaltigkeit in der Produktion von Sportartikeln.

„Im vergangen Jahr wurden mit Sportbekleidungsartikeln weltweit 174 Milliarden Euro umgesetzt. Das ist die Hälfte von dem was die mächtige Automobilindustrie schafft“, sagte Prof. Dr. Jürgen Mittag eingangs und verdeutlichte damit die Tragweite des Themas. Anne Rehner betonte, dass dann nachhaltig gestaltet werden könne, wenn sich Staat, Unternehmen und Zivilgesellschaft gleichermaßen engagieren. Die Bundesregierung appelliere demnach an die in den Leitprinzipien der Vereinten Nationen festgelegte Sorgfaltspflicht der Unternehmen. Das BMZ habe mit dem Grünen Knopf kürzlich zudem ein staatliches Siegel geschaffen, das nicht nur die Nachhaltigkeit von Textilprodukten, sondern auch die der gesamten Unternehmen in der Lieferkette prüfe.

Frau Dr. Burckhardt mahnte an, dass es nicht ausreichend sei, wenn der Staat auf freiwillige Maßnahmen der Unternehmen setze. So würden sich namenhafte Sportartikelhersteller schlichtweg weigern, bei der Bundesinitiative für existenzsicherende Löhne mitzumachen, der Einsatz von gesundheitsschädigenden Chemikalien sei nach wie vor an der Tagesordnung und insbesondere Näherinnen wären an ihrem Arbeitsplatz regelmäßig mit Diskriminierung und Gewalt konfrontiert.

Bei Sportvereinen, insbesondere Fußball-Bundesligisten, sei es schwierig, beim Thema Nachhaltigkeit voranzukommen, berichtete Stefan Wagner, Experte für Corporate Social Responsibility (CSR) bei TSG 1899 Hoffenheim: „Sport ist Wettbewerb in Reinkultur.“ Auf Nachhaltigkeit abzielende Maßnahmen ließen sich hier nur dann umsetzen, wenn nicht die Wettbewerbsfähigkeit einzelner eingeschränkt werde. Wichtig sei der Rückhalt des obersten Managements. Da dies im Falle der TSG Hoffenheim gegeben sei, konnte man im Verbund mit dem BMZ und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Uganda ein Cotton Made in Africa zertifiziertes Textilunternehmen aufbauen. Dies zeige hoffentlich nicht zuletzt auch anderen Sportvereinen, dass es grundsätzlich möglich sei, Textilien nachhaltig produzieren zu lassen.

Weitere Veranstaltungen

Noch bis zum 28. November finden Vorlesungen und Diskussionen rund um das Thema Nachhaltigkeit im Sport an der Sporthochschule Köln statt, zu denen neben Studierende auch alle anderen Interessierten eingeladen sind.

Am Donnerstagabend, 21. November 2019, wird unter dem Motto „Sports for global citizenship“ die Tanzperformance „Its a long way“ aufgeführt und ein Screening des Dokumentarfilms „Spirit of the Ball“ mit Andrew Aris im Musischen Forum der Sporthochschule gezeigt.

Am 22. und 23. November 2019 folgt dann ein interaktiver Worshop zum Thema „Ein Ball, Eine Welt / One Ball, One World“ — teaching methods in sports for global learning and sustainable development“. Für Kurzentschlossene gibt es noch wenige freie Plätze.

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Welttoilettentag

19. November 2019 - 14:42
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Macht und Ermächtigung in der globalen Textilproduktion

18. November 2019 - 13:18
Die Referentinnen Nora Lohmeyer und Anna Neumann sprachen gemeinsam mit Moderatorin Nora Große über Machtstrukturen in der Textilbranche. Foto: Anton Scholz

Das Ziel 8, Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung stand am Montag, 11. November 2019, an der Freien Universität Berlin im Fokus. Expertinnen und Experten warfen dabei einen kritischen Blick auf bestehende Machtbeziehungen und Machtstrukturen innerhalb der textilen Wertschöpfungskette und innerhalb der globalen Produktionsnetzwerke der Textil- und Bekleidungsbranche.

Dr. Nora Lohmeyer aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Berlin stellte Ergebnisse aus dem internationalen Forschungsprojekt „Garment Supply Chain Governance Project“ vor, bei dem globale Machtbeziehungen und -strukturen innerhalb der Produktionsnetzwerke in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch untersucht wurden.

Sie erläuterte, dass nach dem Einsturz der Fabrik von Rana Plaza im Jahr 2013 Verbesserungen von Arbeitsstandards in den textilen Produktionsstätten zu beobachten gewesen seien, etwa mit Blick auf bessere Löhne und Sicherheitsstandards. Bestehende Sozialprogramme seien hinterfragt und verbessert worden. Dennoch würden weitere positive Entwicklungen durch bestehende und unveränderte Machtbeziehungen und Machtstrukturen innerhalb der Produktionsnetzwerke verlangsamt oder sogar verhindert werden.

Nach wie vor fehle es an den Möglichkeiten einer Selbstorganisation, in vielen Fällen seien Gewerkschaften noch gänzlich unbekannt. Die Abhängigkeitsverhältnisse innerhalb der Produktionsnetzwerke seien nicht nur bestehen geblieben, sondern sogar verstärkt worden, so das Fazit von Norma Lohmeyer. In der Beziehung zwischen westlichen Einkäuferunternehmen und Produktionsstätten seien die produzierenden Länder weitaus machtloser als die westlichen Abnehmerinnen und Arbeitnehmer, so die Expertin.

Anne Neumann des INKOTA-netzwerk e.V. stellte die Perspektive aus ihrer Kampagnenarbeit dar. Ihr Blick richtete sich auf die Leder- und Schuhproduktion in Indien, in der die von Frau erwähnten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen Lohmeyer in Bangladesch, nicht festgestellt werden können. Anne Neumann schilderte die Gefahren und Probleme, mit denen Arbeiterinnen und Arbeiter konfrontiert sind: Umweltverschmutzung sowie Gesundheitsgefährdungen der Arbeiter und Arbeiterinnen durch die genutzten Chemikalien, Probleme der Arbeitssicherheit, Kinderarbeit, Löhne, die nicht zum Leben reichen. Zudem sei auch hier eine gewerkschaftliche und zivilgesellschaftliche Arbeit sehr stark eingeschränkt beziehungsweise nicht vorhanden.

Die beiden Expertinnen waren sich einig, dass eine wichtige Rolle, um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu schaffen, der Erlass eines Lieferkettengesetzes in Deutschland sei, durch das Unternehmen auf dem deutschen Markt verpflichtet wären, ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachzukommen und Produktionsstandards einzuhalten.

Das 2014 geschlossene Textilbündnis sei daher ein erster wichtiger Schritt, um Lieferketten fair zu gestalten. Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist eine Multi-Akteurs-Partnerschaft mit rund 120 Mitgliedern aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Standardorganisationen. Sie alle wollen die Bedingungen in der weltweiten Textilproduktion verbessern – von der Rohstoffproduktion bis zur Entsorgung. Aber auch hier gäbe es noch Verbesserungspotential: Es dürfte vor allem nicht bei einer freiwilligen Entscheidung der Unternehmen bleiben Maßnahmen zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht umzusetzen, sondern die Umsetzung sollte für alle Unternehmen verpflichtend sein. Ebenso wurden die Stärken und Schwächen des vom Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entwickelten Siegels „Grüner Knopf“ - eine Auszeichnung für Produkte von Unternehmen, die anspruchsvolle Sozial- und Umweltstandards erfüllen - sowie die Notwendigkeit von verpflichtenden Regulierungen von Mindeststandards diskutiert.

Weitere Vorlesungen

An drei weiteren Abenden stellen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit ihre Ansätze und Sichtweisen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele vor:

  • Montag, 18. November 2019, 18 Uhr: „Welchen Einfluss haben Konsumentinnen und Konsumenten auf die Produktionsweisen im Textilbereich?“
  • Montag, 25. November 2019, 18 Uhr: „Wer wird denn gleich das Handtuch (weg-)werfen?“
  • Montag, 2. Dezember 2019: „Wer trägt hier die Verantwortung?“

Die Ringvorlesung „Transformation unserer Welt - Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ wird gemeinsam von GIZ und Engagement Global veranstaltet. Weitere Kooperationspartner sind die Stabsstelle Nachhaltigkeit und Energie der Freien Universität Berlin, Sustain IT!-Initiative für Nachhaltigkeit und Klimaschutz und die Studentische Initiative Nachhaltigkeitsbüro der Humboldt-Universität Berlin.

Die Teilnahme ist öffentlich und kostenfrei. Bitte melden Sie sich online zur jeweiligen Veranstaltung an.

Veranstaltungsort

GIZ Haus Berlin
Reichpietschufer 20
10785 Berlin

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Nachhaltige Entwicklung im Grundschulunterricht verankern

12. November 2019 - 13:24
Im Rahmen der Fortbildung tauschten sich die Lehrkräfte dazu aus, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Grundschulunterricht integriert werden kann. Foto: Engagement Global/Marcus Römer

Was bedeutet Globale Entwicklung für mich und was davon kann ich Kindern näherbringen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich rund 30 Grundschullehrkräfte am Freitag, 8. und Samstag, 9. November 2019 im Rahmen der Fortbildung „Nachhaltige Entwicklung – ein Thema für die Grundschule?!“ in Magdeburg. Die Veranstaltung hatte zum Ziel, die Bedeutung des Themas „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für den Grundschulunterricht herauszustellen und Lehrkräften Möglichkeiten zur Verankerung im Schulunterricht aufzuzeigen. Die Fortbildung ist ein Angebot des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“, das die Abteilung Schulische Bildung von Engagement Global gemeinsam mit dem Cornelsen Verlag durchführt.

Nach einem kurzen Kennenlernen in Form eines Speeddatings, erhielten die Teilnehmenden zu Beginn der Fortbildung am Freitagabend einen Einblick in den Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik. Nach einem gemeinsamen Abendessen beschäftigten sich die Grundschullehrkräfte mit dem Thema Nachhaltigkeit. Mittels Mindmapping waren die Teilnehmenden – zunächst allein, dann in Kleingruppen – aufgefordert, sich Gedanken dazu zu machen, welche Bedeutung „Nachhaltigkeit“ für sie selbst und in der globalen Perspektive hat und wie die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Globale Entwicklung“ Schülerinnen und Schülern im Unterricht vermittelt werden können.

Beim Get-Together, das in Form eines Spieleabends mit ausgewählten Praxisbeispielen aus dem Schulwettbewerb stattfand, bot sich den Lehrkräften zum Abschluss des ersten Tages Gelegenheit, Anregungen und Ideen miteinander auszutauschen.

Der zweite Veranstaltungstag knüpfte an das Werk des Vortags an und startete mit einer Kurzpräsentation der Mindmapping-Ergebnisse. Darauf folgte ein Input, der sich der Frage widmete, ob und in welcher Form Bildung für nachhaltige Entwicklung bereits ein Thema für den Bereich Grundschule bildet.

In einer dreiteiligen, kreativen Workshopphase setzten sich die Teilnehmenden mit einzelnen Themendossiers aus dem Unterrichtsmaterial zur aktuellen Wettbewerbsrunde in Kleingruppen auseinander und betrachteten die Wettbewerbsbeiträge aus vergangenen Runden. Hier konnten sich die Lehrkräfte Inspiration holen, um eigene Ideen dazu zu entwickeln, wie sich Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Grundschulunterricht integrieren lässt – und wie eine eigene Projektarbeit aussehen könnte. Input lieferten dabei auch Tipps zur Beitragserstellung sowie die Vorstellung der Bewertungskriterien zur aktuellen Runde des Schulwettbewerbs. Aufbauend auf den gesammelten Erkenntnissen, wurden zahlreiche Anregungen und Ideen zusammengetragen, die nun im Unterricht angewandt und zu einem Wettbewerbsbeitrag weitergedacht werden können.

„Durch die zahlreichen praktischen Beispiele und intensiven Workshopphasen konnte ich viele Anregungen für meinen eigenen Unterricht mitnehmen - nicht nur thematisch, sondern vor allem auch methodisch. Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet war sehr bereichernd. Ein rund um gelungene Veranstaltung.“, resümierte eine Teilnehmerin.

Die Fortbildung für Lehrkräfte aus dem Bereich Grundschule ist eine Veranstaltung des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“, die in Kooperation mit dem Cornelsen Verlag, Fachpartner des Schulwettbewerbs, ausgerichtet wird. Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt. Die aktuelle neunte Wettbewerbsrunde steht unter dem Motto „Meine, deine, unsere Zukunft?!“ Lokales Handeln – globales Mitbestimmen. Bis zum 2. März 2020 können ideenreiche Beiträge zu diesem Thema eingereicht werden!

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Nachhaltigkeit in der Textilbranche

8. November 2019 - 11:23
Allein in Deutschland werden durchschnittlich 55 Kleidungsstücke pro Kopf und Jahr gekauft. Foto: Pixabay

Vor welchen Herausforderungen steht die Textilindustrie? Welche Ansätze zur Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards gibt es bereits? Wie wirken sich Veränderungen unserer Konsummuster und Produktionsweisen auf die Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung aus? Diesen und weiteren Fragen widmet sich die Ringvorlesung 2019 zum Thema „SDGs konkret – Nachhaltigkeit in der Textil- und Bekleidungsbranche“, die am Montag, 4. November 2019, in der Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Berlin eröffnet wurde.

Den Anfang machte Gunther Beger, Abteilungsleiter für Grundsatzfragen Wirtschaft, Handel, ländliche Entwicklung im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). In seiner Rede erinnerte er an den Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch im Jahr 2013, bei dem über 1100 Menschen ums Leben kamen, und betonte, wie wichtig die Forderung nach einer gerechten Globalisierung sei. In diesem Zusammenhang stellte er das staatliche Textilsiegel Grüner Knopf vor, das gemeinsam von BMZ und GIZ entwickelt und im September 2019 eingeführt wurde. Um das Siegel zu erhalten, müssen Unternehmen gewisse Sozial- und Umweltkriterien erfüllen und sich einer unabhängigen Prüfung unterziehen.

Liza Sander, Dozentin für Nachhaltigkeit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin, und Rolf Heimann, Vorstand der hessnatur Stiftung, widmeten sich mit ihren Vorträgen anschließend dem Thema der ersten Vorlesung der Reihe: „Die Rohstoffgewinnung in der Textilindustrie: Raum für Nachhaltigkeit“.

Liza Sander zeigte beispielsweise die globalen Produkt- und Lieferketten auf, die hinter den Textilien stehen, die in Deutschland gekauft werden. Rohstoffe würden unter ausbeuterischen Bedingungen gewonnen werden und nicht selten würden Textilien einen Weg von Westafrika über den Nahen Osten, China und Südostasien bis nach Europa zurücklegen, erklärte sie. Liz Sander hob außerdem hervor, dass nur ein sehr geringer Teil unserer Kleidung wiederverwertet werden könne, da die meisten Textilien aus unterschiedlichen Materialien bestünden, die nur schwer zu trennen seien. Nur etwa ein Prozent der Altkleider werden weltweit zu neuer Kleidung recycelt, wohingegen 73 Prozent verbrannt werden.

Gemeinsam mit den rund 100 Teilnehmenden diskutierten die Vortragenden im Anschluss unter anderem darüber, wie sich Ziel 12 (Nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster) der Agenda 2030 in Bezug auf die Textil- und Kleidungsbranche weltweit umsetzen lässt. Rolf Heimann wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es wichtig sei, die Ressourcen in einen Kreislauf zu bringen – Materialien und Produkte also so lange wie möglich wiederzuverwenden, aufzuarbeiten und zu recyceln. Liza Sander betonte wiederum, dass insgesamt das eigene Konsumverhalten häufiger hinterfragt werden sollte.

Weitere Vorlesungen

An vier weiteren Abenden stellen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit ihre Ansätze und Sichtweisen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele vor:

  • Montag, 11. November 2019, 18 Uhr: „Macht und Ermächtigung in der globalen Textilindustrie“
  • Montag, 18. November 2019, 18 Uhr: „Welchen Einfluss haben Konsumentinnen und Konsumenten auf die Produktionsweisen im Textilbereich?“
  • Montag, 25. November 2019, 18 Uhr: „Wer wird denn gleich das Handtuch (weg-)werfen?“
  • Montag, 2. Dezember 2019: „Wer trägt hier die Verantwortung?“

Die Ringvorlesung „Transformation unserer Welt - Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ wird gemeinsam von GIZ und Engagement Global veranstaltet. Weitere Kooperationspartner sind die Stabsstelle Nachhaltigkeit und Energie der Freien Universität Berlin, Sustain IT!-Initiative für Nachhaltigkeit und Klimaschutz und die Studentische Initiative Nachhaltigkeitsbüro der Humboldt-Universität Berlin.

Die Teilnahme ist öffentlich und kostenfrei. Bitte melden Sie sich online zur jeweiligen Veranstaltung an.

Allein in Deutschland werden durchschnittlich 55 Kleidungsstücke pro Kopf und Jahr gekauft. Auf dem Weg von der Natur- oder Chemiefaser über zahlreiche Veredelungsschritte bis hin zur Konfektion werden große Mengen an Chemikalien, Energie und Wasser verbraucht. Abwässer werden oft ungeklärt in natürliche Gewässer eingeleitet. Zudem gibt es in vielen Produktionsländern noch immer Missstände in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitssicherheit, Mindestlohn sowie Kinder- und Zwangsarbeit.

Veranstaltungsort

GIZ Haus Berlin
Reichpietschufer 20
10785 Berlin

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Geschlechtergerechtigkeit fördern

6. November 2019 - 11:06
Auf dem Podium wurde über Ungleichheit in der politischen Teilhabe von Frauen disktutiert. Foto: Gianna König

Eröffnet wurde die Konferenz zum Thema Gendergerechtigkeit: Agenda 5/17 am Montag, 4. November 2019, im Freisinger Munich Airport Marriott Hotel von Eva Bönig, Bürgermeisterin der Stadt Freising, Dr. Jens Kreuter, Geschäftsführer von Engagement Global sowie Karin Nordmeyer, Präsidentin des UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. und Schirmherrin der Veranstaltung. Die UN-Vertreterin präsentierte neueste Daten und Fakten zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele, mit besonderem Fokus auf Ziel 5 (Gendergerechtigkeit) und Ziel 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele). Zusammenfassend stellte sie fest: „Wo Frauen Rechte und Freiheiten vorenthalten werden […], dort sind der Entwicklung enge Grenzen gesetzt.“ Und weiter: „Die dominante westliche Wissensproduktion ist die Fortsetzung kolonialer Strukturen: Wer diese nicht aufbricht, kann auch die patriarchalischen Strukturen nicht angreifen.“

Nach einem Grußwort von Dr. Markus Gruber, Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, in dem er die Bedeutung von Geschlechtergerechtigkeit für globale Gerechtigkeitsbestrebungen hervorhob, schilderte die Journalistin und Friedensnobelpreisträgerin Tawwakol Karman in ihrem Vortrag eindrücklich das Ringen von Frauen um Sicherheit und Gleichberechtigung in Konfliktgebieten. Sie wies auf die enge Verflechtung von Extremismus und Diktatur hin und sagte: „Die westlichen Mächte sollten aufhören Dikatoren zu unterstützen.“

Auf dem Podium diskutierten Tawwakol Karman, Karin Nordmeyer, Christine Haderthauer, Staatsministerin a. D., der Botschafter von Ruanda, Igor César, sowie die Autorin Nahid Shahalimi intensiv die Ungleichheit politischer Teilhabe von Frauen sowie Ansätze, mit denen dieser entgegengewirkt werden kann. Dr. Gisela Burckhardt stellte in ihrem Impulsvortrag dazu einen Ansatz von FEMNET e.V. vor. Anschließend wurden die aufgeworfenen Fragen von den internationalen Teilnehmenden der Konferenz engagiert in Workshops vertieft. Alle Anwesenden waren sich am Ende einig, dass an der Umsetzung der von ihnen postulierten Ansätze vernetzt und stringent weiterzuarbeiten sei.

Während der gesamten Veranstaltung präsentierten verschiedene Initiativen auf einem „Markt der Möglichkeiten“ ihre Arbeit zum Erreichen von Geschlechtergerechtigkeit.

Zur Veranstaltung hatten Engagement Global, Außenstelle Baden-Württemberg, Bayern und der UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. eingeladen.

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Starke Klimapartnerschaft zum Welttag der Städte

31. Oktober 2019 - 10:03
Der Welttag der Städte soll das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen urbanen Transformation stärken. Foto: Unsplash/Sergio Souza

Klimawandel und länderübergreifende Lösungen, diesem Wandel entgegenzuwirken, sind einer der Themenkomplexe, die am Welttag der Städte im Mittelpunkt stehen.

Die Stadt Neumarkt, die im September 2019 von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global als „Hauptstadt des Fairen Handels“ ausgezeichnet wurde, setzt sich schon länger mit diesem Thema auseinander. Seit fünf Jahren pflegt die Stadt in der Oberpfalz eine Klimapartnerschaft mit dem südafrikanischen Drakenstein.

Der Grundstein für die Partnerschaft wurde im Eine Welt Laden in Neumarkt gelegt. Den Laden gibt es bereits seit über 30 Jahren, doch „es war uns immer ein Anliegen, nicht nur den Fairen Handel bekannter zu machen, sondern auch die Menschen zu sehen, die hinter den fairen Produkten stehen“, sagt Ralf Mützel, Leiter des Amtes für Nachhaltigkeitsförderung in Neumarkt.

Vor fünf Jahren nahm die Idee, eine langfristige Partnerschaft mit einer südafrikanischen Gemeinde einzugehen, Gestalt an. Die bayerische Staatsregierung empfahl Drakenstein als Partnergemeinde, gleichzeitig landete eine Ausschreibung für Kommunale Klimapartnerschaften der SKEW auf Ralf Mützels Schreibtisch. „Dies war entscheidend. Gerade am Anfang stellen sich Finanzierungs- und Umsetzungsfragen. Wir haben beides zu einer Bewerbung verknüpft und gleichzeitig mit Drakenstein Kontakt aufgenommen“, so der Leiter des Amtes für Nachhaltigkeitsförderung.

Das Projekt Kommunale Klimapartnerschaften der SKEW stärkt und unterstützt die fachliche Zusammenarbeit deutscher Städte, Gemeinden und Landkreise mit Kommunen aus Afrika, Asien und Lateinamerika in den Bereichen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung.

Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Neumarkt und Drakenstein haben sich Delegationen aus beiden Städten mehrfach besucht. Unter anderem fand eine Delegationsreise zum Thema Abfallmanagement statt. „Wir stehen in Deutschland mit technischen Lösungen zum Abfallrecycling super da. Gleichzeitig gehören wir zu den Ländern, die pro Kopf am meisten Abfall produzieren – einfach durch unser Konsumverhalten. Ich hoffe, dass wir in Zukunft durch die Partnerschaft stärker reflektieren, zum Beispiel zum Thema Klimawandel oder Abfallproduktion, was unsere Lebensweise für andere bedeutet“, so Ralf Mützel.

Auch das Thema Fairer Handel (Fair Trade) spielt in der Städtepartnerschaft eine Rolle: „Wir sind seit zehn Jahren Fair-Trade-Stadt. Jetzt wollen wir erreichen, dass Drakenstein Fair-Trade-Stadt wird“, so Ralf Mützel. Im Eine Welt Laden wird fairer Partnerschaftswein von einem Drakensteiner Weingut verkauft. Weitere Produkte werden nach und nach dazu kommen. Das Zertifikat Fair-Trade-Stadt wird von einer anerkannten Fair-Trade-Zertifizierungsstelle (TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt) vergeben und setzt sich für die Förderung Fair-Trade-zertifizierter Waren im Rahmen des fairen Handels ein.

Für die Zukunft planen die Klimapartner weitere Projekte – mit dem Wunsch, sich gegenseitig zu bereichern. „Die Partnerschaft mit Drakenstein weitet unseren Blick dahingehend, dass Projekte hier globale Auswirkungen haben und wir unsere Entscheidungen und Planungen mehr und mehr auf Nachhaltigkeit hin ausrichten“, so der Leiter des Amtes für Nachhaltigkeitsförderung.

Derzeit leben etwa 7,75 Milliarden Menschen auf der Erde. Etwas mehr Hälfte von ihnen lebt in Städten. Bis zum Jahr 2030 wird der Anteil der Stadtbevölkerung voraussichtlich auf über 60 Prozent ansteigen. Die Verstädterung birgt jedoch nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Die Luft- und Umweltverschmutzung ist in Städten beispielsweise höher als auf dem Land. Viele Städte haben außerdem mit der Abfallentsorgung oder der Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu kämpfen.

Der Welttag der Städte wurde ins Leben gerufen, um auf diese Herausforderungen aufmerksam zu machen und eine nachhaltige Stadtentwicklung anzuregen. Ziel einer nachhaltigen Urbanisierung ist eine ökologisch effektive, sozial gerechte und wirtschaftlich wirkungsvolle Planung der Städte.

Mit dem Projekt Kommunale Klimapartnerschaften ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt trägt Engagement Global zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung in den Bereichen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung bei.

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Welttag der Information über Entwicklungsfragen

24. Oktober 2019 - 8:40
Education is the key. Foto: Engagement Global

Bereits 1972 haben die Vereinten Nationen den World Development Information Day, den Welttag der Informationen über Entwicklungsfragen, ausgerufen. Weltweit bietet der Tag einen Anlass, um über aktuelle Themen und globale Herausforderungen zu sprechen und den Fokus auf die Stärkung internationaler Zusammenarbeit zu lenken. Denn nur durch eine starke internationale Gemeinschaft können weltweite Ungleichheiten bekämpft und globale Lösungen gefunden werden.

Der Tag wird jährlich am 24. Oktober begangen und fällt damit auf den Tag der Vereinten Nationen. Am 24. Oktober 1970 wurde außerdem die internationale Entwicklungsstrategie (Internationale Development Strategy, IDS) für die zweite Entwicklungsdekade der Vereinten Nationen verabschiedet. Sie stellte die Befriedigung der Grundbedürfnisse – Arbeit, Bildung, Gesundheit – als Bedingung für die wirtschaftliche Entfaltung ins Zentrum.

Zahlreiche Organisationen und Vereine haben sich daher der Aufgabe verschrieben, Wissen und Informationen über entwicklungspolitische Themen zu vermitteln, um das Bewusstsein für internationale Zusammenhänge in der Zivilgesellschaft zu stärken und Engagement zu fördern.

Auch Engagement Global bietet Informationen zu globalen Entwicklungsfragen und unterstützt das zivilgesellschaftliche Engagement mit zahlreichen Angeboten. Die Anlaufstelle für Erstinformation ist die Fachstelle für entwicklungspolitische Beratung und Vernetzung, die Mitmachzentrale. Sie berät zu Möglichkeiten des Engagements, verweist auf Förderangebote, vermittelt Ansprechpersonen und hilft bei fachlicher Vernetzung.

Das Programm Bildung trifft Entwicklung, kurz BtE, von Engagement Global setzt bei der Informations- und Wissensvermittlung auf ein Lernen, das Brücken zwischen globalen Zusammenhängen und den Lebenswelten der Lernenden schlägt. Für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit nutzt BtE die Erfahrungen und Kompetenzen zurückgekehrter Fachkräfte aus der Entwicklungszusammenarbeit, von Freiwilligen aus entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten und von Menschen aus den Ländern des Globalen Südens. Das Programm vermittelt diese Referentinnen und Referenten für Bildungsveranstaltungen zu Globalem Lernen an Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Einrichtungen der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung sowie an weitere interessierte Gruppen. Dies ist nur ein Beispiel aus der Vielzahl der Angebote, die Wissen und Informationen zu globalen entwicklungspolitischen Fragen vermitteln.

Die Fachstelle für entwicklungspolitische Beratung und Vernetzung – Mitmachzentrale (MMZ)
Infotelefon 0800 188 7 188
info@engagement-global.de

Weitere Informationen und Anlaufstellen
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Storytelling als Instrument der Entwicklungszusammenarbeit

22. Oktober 2019 - 10:09
Die Produzentinnen und Produzenten aus Kigali berichteten über Storytelling in afrikanischen Partnerländern. Foto: René Frampe

„Storytelling als Instrument der Entwicklungszusammenarbeit“ – so lautete das Thema des Global Day beim Film Festival Cologne, der am Dienstag, 15. Oktober 2019 in Kooperation mit Engagement Global, Misereor und Deutsche Welle Akademie erstmalig im Rahmen des Festivals stattfand. Ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen erwartete die über 150 Teilnehmenden, die im restlos ausgebuchten Kinosaal im Cineplex Filmpalast Platz nahmen.

Moderne audiovisuelle Medien, Videoproduktionen jeglicher Art und digitale Kampagnen in den sozialen Medien bieten neue Chancen, Menschen zu informieren und eine große Öffentlichkeit zu erreichen. Aber wie funktioniert Storytelling, das Vermitteln von Wissen durch den Einsatz von Geschichten, als Instrument der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit?

Dieser Frage gingen Expertinnen und Experten der Entwicklungszusammenarbeit nach. In Diskussionsrunden berichteten Deve Shema, Poupoune Sesonga und Modeste Ndayishimiye, über Storytelling im entwicklungspolitischen Kontext und die Bedarfe der afrikanischen Partnerländer. Die Produzentinnen und Produzenten aus Kigali diskutierten mit dem jungen ghanaischen Regisseur Joseph Akwasi Akiwumi, der in diesem Jahr mit seinem Film „Home“ seinen Abschluss an der Kunsthochschule für Medien in Köln absolvierte.

Außerdem stellten Dagmar Maur und Jenny Hellmann die Bildungsarbeit der Außenstellen von Engagement Global vor. Dabei zeigten sie, wie das Erzählen von Geschichten – insbesondere durch das Medium Film – als starkes Instrument eingesetzt werden kann, um in der Bildungsarbeit Perspektivwechsel zu bewirken.

Das Publikum erhielt Einblicke in bislang unveröffentlichte Filme des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global: An einer Medienstation im Foyer wurden neue Folgen aus einer Serie von kurzen Animationsfilmen präsentiert, die Fluchtgeschichten von Sportlerinnen und Sportlern aus unterschiedlichen Disziplinen und verschiedenen Herkunftsländern erzählen. Außerdem wurden Ausschnitte aus einer Dokufiktion gezeigt, in der sich Jugendliche in Berlin und Sialkot, einer Industriestadt im nordöstlichen Pakistan, mit fairen und nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern in der Sportartikelindustrie auseinandersetzen.

Martin Block von Engagement Globalmachte anhand von Filmbeispielen aus dem Programm des Allerweltskino Köln deutlich, dass Storytelling nicht nur Spannung erzeugt und Neugier weckt, sondern vor allem auch eine identifikationsstiftende und Empathie fördernde Wirkung hat.

Nach einem Vortrag von Bettina Beate und Beate Schneiderwind über den Einsatz von Storytelling bei Misereor, konnten die Teilnehmenden ein konkretes Beispiel für Storytelling der etwas anderen Art dann selbst erleben: Am Ende des Vortrags wurden winzige Crépes serviert, sogenannte Micor-Meals mit einem Gehalt von 380 Kalorien – so viel, wie Millionen Kinder in Ostafrika als Tagesration zu Verfügung haben.

In einer Podiumsdiskussion zum Thema Social Targeting, ging es dann um die Frage, wie entwicklungspolitische Themen eine relevante Öffentlichkeit erreichen können. Lisa Ditlmann, Campaigns Manager bei ONE Germany, Carmen Kern von der PR-Agentur neueshandeln in Köln sowie Christian Maria Mäntele, der das Team #17Ziele bei Engagement Global leitet, diskutierten dabei unter anderem über die Herausforderung den richtigen Weg zwischen Optimismus und Krisenalarm zu finden. Christian Mäntele merkte an: „Es ist grundsätzlich wichtig, den Leuten das Gefühl zu vermitteln, dass sie etwas bewegen können und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, was sie alles tun können. Das heißt nicht, dass in anderen Fällen Alarm nicht der richtige Weg ist. Saurer Regen und Ozonloch sind Beispiele für Krisenalarm, der zu Lösungen geführt hat.“ Dass die Jugend angesichts der Klimakrise großen Druck mache, sei daher vollkommen richtig, sagte er weiter.

Martina Richter, Direktorin des Film Festival Cologne, zeigte sich sehr zufrieden: „Das war ein sehr abwechslungsreicher und spannender Tag voller aktueller Themen, die die Menschen bewegen. Darauf können wir im kommenden Jahr wunderbar aufbauen.“

Der Global Day ist eine Kooperation des Film Festival Cologne, Misereor, der Deutsche Welle Akademie und dem Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global.

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Nachhaltige Entwicklungsziele erfahrbar machen

18. Oktober 2019 - 8:00
Die Lernplattform will Schülerinnen und Schüler die 17 Ziele näher bringen. Foto: John Schnobrich

In Zusammenarbeit mit Geographielehrerinnen und
-lehrern sowie Fachwissenschaftlerinnen und
-wissenschaftlern werden an der westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Online-Lernarrangements mit dem Namen „Reflectories“ entwickelt. Hierbei setzt sich das Wort „reflectory“ aus den Begriffen „reflect“ und „(s)tory“ zusammen.

Die Reflectories thematisieren die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG, Sustainable Development Goals) auf vielfältige Weise und übersetzen sie in alltagsnahe, möglichst an die Lebenswelt der Lernenden anknüpfende Situationen. Dabei werden komplexe Wechselwirkungen von Prozessen auf verschiedenen Ebenen, zum Beispiel mit Blick auf den eigenen Wohnort und eine entfernte Region, und in Bezug auf die Entwicklungsdimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Die Lernplattform ist offen für alle.

Konkret werden die Lernenden in eine fiktive Geschichte eingebunden und zu reflektierten Entscheidungen eingeladen. Dabei werden sie mit unterschiedlichen, teilweise sehr gegensätzlichen Argumentationen beteiligter Akteurinnen und Akteure konfrontiert und wiederholt dazu aufgefordert, unterschiedliche Argumente abzuwägen und Entscheidungen zu treffen.

In einem Reflectory geht es um SDG 2 (Kein Hunger). Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erfahren hier mehr über mögliche Ursachen die hinter dem Problem Hunger stecken und werden aufgefordert, Entscheidungen zu treffen, um Hunger zu bekämpfen. Um in die Geschichte einzutauchen, gibt es kurze Audio-Tracks, welche Informationen aus dem Blickwinkel mehrerer Perspektiven, hier zum Beispiel zum Kaffeeanbau und –handel in Uganda, liefern. Am Ende die Frage: Welche Folgen hat unser Kaffeegenuss für wenig Geld in anderen Ländern? Um mehr über die Konsequenzen zu erfahren, können sich die Schülerinnen und Schüler dann zum Beispiel die Geschichte einer kleinbäuerlichen Familie in Uganda anhören. Die Geschichte wirft weitere Fragen auf und fordert konkrete Entscheidungen. Je nach ausgewählter Entscheidung, nimmt die Geschichte einen unterschiedlichen Verlauf.

Wie in der Realität sind diese Entscheidungen meist komplex, beinhalten kontroverse Informationen und zeichnen sich durch Nicht-Wissen und Unsicherheit aus. Direkt im Anschluss werden die Lernenden mit den Konsequenzen konfrontiert, die wiederum Ausgangspunkte für weitere notwendige Entscheidungen darstellen. Je nach getroffener Entscheidung zieht die Geschichte andere Handlungskonsequenzen nach sich. Auf diese Weise sollen Wechselwirkungen und Rückkoppelungseffekte von individueller Handlung und regionalen, nationalen und globalen Prozessen deutlich werden.

Ziel des Projekts ist es, Lernende mit Hilfe dieser Online-Lernmöglichkeit die Vielschichtigkeit globaler Herausforderungen vor Augen zu führen, zum Beispiel anhand der SDG. Die Schülerinnen und Schüler bekommen Möglichkeiten aufgezeigt mit Komplexität, Kontroversität, Multiperspektivität und Nicht-Wissen umzugehen und sollen diese reflektieren. Die fiktiven Dilemmasituationen verhelfen den Schülerinnen und Schülern außerdem dazu, die eigenen System-, Bewertungs- und Handlungskompetenzen im Sinne des Globalen Lernens zu fördern.

Interessierte können Reflectories selbst unter dem untenstehenden Link ausprobieren, Entscheidungen treffen und dabei den Verlauf der Geschichten steuern.

Finanziell unterstützt wir das Projekt vom Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global, das Projekte in Deutschland fördert, die lebensnah und anschaulich über entwicklungspolitische Themen aufklären und die zeigen, wie sich Bürger entwicklungspolitisch engagieren können.

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Fachmesse ENGAGEMENT WELTWEIT - Arbeiten bei Engagement Global

16. Oktober 2019 - 16:23
Engagement Global bündelt Beratung, Information, Vernetzung und Förderung in der Entwicklungszusammenarbeit. Foto: Bernadett Yehdou

ENGAGEMENT WELTWEIT ist eine Fachmesse zum Thema Arbeiten in der Entwicklungszusammenarbeit. Die in Deutschland einmalige Messe bietet Interessierten die Gelegenheit, sich direkt und umfassend über die Möglichkeiten des beruflichen Engagements im In- und Ausland, die verschiedenen Arbeitsfelder, Qualifizierungsangebote, Nachwuchsförderungsprogramme sowie Entwicklungen und Trends in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) zu informieren. Mehr als 50 Organisationen und Institutionen der EZ präsentierten sich am Samstag, den 12. Oktober 2019 in der Rhein-Sieg-Halle in Siegburg den rund 850 Besucherinnen und Besuchern.

Am Stand von Engagement Global erhielten Interessierte Informationen rund um das Arbeiten bei Engagement Global und erfuhren, welche Einstiegsmöglichkeiten es gibt.

Engagement Global bündelt Beratung, Information, Vernetzung und Förderung in der EZ, insbesondere in der Bildungsarbeit. Die Organisation unterstützt beispielsweise zivilgesellschaftliche Organisationen, Kommunen und Schulen bei ihrem entwicklungspolitischen Engagement. Entsprechend vielfältig sind ihre Arbeitsfelder. Mitarbeitende von Engagement Global unterstützen Programme wie den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst weltwärts oder Bildung trifft Entwicklung (BtE), indem sie Verwaltungs- und Koordinierungsaufgaben wahrnehmen. Weltwärts richtet sich an junge Menschen, die für sechs bis 24 Monate als Freiwillige in einem Entwicklungsprojekt arbeiten wollen. Die Koordinierungsstelle weltwärts bei Engagement Global prüft unter anderem die Anträge der Entsende- und Aufnahmeorganisationen auf Förderung und leitet die Fördermittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an diese weiter. Das Programm BtE engagiert sich deutschlandweit für ein Lernen, das Brücken zwischen globalen Zusammenhängen und den Lebenswelten der Lernenden schlägt. Die Mitarbeitenden von BtE vermitteln unter anderem Referentinnen und Referenten für Bildungsveranstaltungen, beraten bei der Gestaltung von Projekttagen oder stellen didaktische Materialien zum Globalen Lernen bereit.

Neben den Infoständen der in der EZ tätigen Organisationen und Institutionen bot die Fachmesse auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Fachvorträgen, Gesprächsrunden und Workshops mit Expertinnen und Experten der EZ, beispielsweise zum Arbeitsalltag von Fach- und Führungskräften oder zu kritischen Perspektiven auf ausgewählte Aspekte der internationalen personellen Zusammenarbeit.

Bei einer Gesprächsrunde, an der die Personalabteilung von Engagement Global beteiligt war, ging es zum Beispiel um „Schlüsselkompetenzen in der internationalen Zusammenarbeit“. Neben Anforderungen wie eine sehr gute Kommunikationsfähigkeit oder hohe Flexibilität waren allen Anwesenden auch die Aufgeschlossenheit und Neugier gegenüber den Lösungswegen, die vor Ort entwickelt werden, sehr wichtig, da diese eine Grundvoraussetzung für die Begegnung auf Augenhöhe darstellen. „Bei Engagement Global haben zudem die Fähigkeiten zu organisieren und öffentliche Mittel zu verwalten, einen hohen Stellenwert“, fügte Daniela Rippin, Mitarbeiterin bei Engagement Global, hinzu. Sie betonte außerdem, dass die Mitarbeitendenschaft sehr divers ist und dass aufgrund der interkulturellen Projekte Bewerbungen von Menschen aller Kulturkreise begrüßt werden.

Die Ausschreibung der aktuellen Stellenangebote erfolgt über die Homepage von Engagement Global sowie über Bund.de und Interamt.de. Bewerbungen werden ausschließlich über das Bewerberportal Interamt entgegengenommen. Initiativbewerbungen und Bewerbungen auf dem Postweg können aus technischen Gründen nicht berücksichtigt werden.

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Tag der Vereinten Nationen Bonn - Leaving no one behind

15. Oktober 2019 - 15:42
Beim einem Quiz konnten die Besucherinnen und Besucher ihr Wissen zur Einen Welt unter Beweis stellen. Foto: Neil Baynes

„Leaving no one behind“ – so lautete das Motto des Tages der Vereinten Nationen, bei dem über 30 in Bonn arbeitende Institutionen und Organisationen sich und ihre Arbeit rund um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) vorstellten.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung wurden im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 verabschiedet und sollen zu einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Entwicklung beitragen. Die Nachhaltigkeitsziele gelten für alle Staaten und sollen gemeinschaftlich bis 2030 erreicht werden. Zu den Zielen gehören etwa Ziel 11, Nachhaltige Städte und Gemeinden: Städte und Siedlungen sollen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestaltet werden, oder Ziel 12, Nachhaltiger Konsum und Nachhaltige Produktion: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sollen sichergestellt werden.

Ideen dazu, welche Maßnahmen jede und jeder einzelne ergreifen kann, um der Erreichung der Ziele näher zu kommen, wurden am interaktiven Infostand von Engagement Global gesammelt. Weniger Auto fahren, weniger heizen und auf Plastikverpackungen zu verzichten, sind nur einige Gedanken, die die Besucherinnen und Besucher beispielsweise zu Ziel 13, Maßnahmen zum Klimaschutz, diskutierten und aufschrieben.

Beim Eine Welt-Quiz konnten Kinder und Erwachsene ihr Wissen über globale Zusammenhänge unter Beweis stellen und Fragen rund um die Themen Familie und Kinder, Ernährung und Umwelt, Geld und Konsum sowie Arbeit und Freizeit beantworten. Mit den Quizfragen macht Engagement Global auf aktuelle Herausforderungen aufmerksam, beispielsweise darauf, dass eine Näherin an einem T-Shirt, das für 4 Euro in einem Laden verkauft wird, nicht 1 oder 2 Euro, sondern gerade einmal 10 Cent verdient.

Eine flächengetreue, „auf dem Kopf“ hängende Weltkarte regte dazu an, die Perspektive zu wechseln und die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. „Diese Darstellungsform macht deutlich, wie klein Europa im Vergleich zu Afrika oder Asien ist“, stellte eine Besucherin fest. Die Weltkarte soll dazu anstoßen, ein neues Weltbild zu entwickeln, das Solidarität und Mitverantwortung für die eine, gemeinsam und bedrohte Erde in den Mittelpunkt stellt.

Neben Informationsmöglichkeiten und Mitmach-Aktionen bot das Bürgerfest auf dem Bonner Markt auch ein musikalisches Rahmenprogramm und wurde zum Beispiel durch die Band „UNbearable and friends“ der Vereinten Nationen begleitet.

Die Vereinten Nationen sind ein zwischenstaatlicher Zusammenschluss von 193 Staaten. Die internationale Organisation wurde 1945 gegründet und hat sich gemäß ihrer Charta die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, den Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit zur Aufgabe gemacht. Der Gründungsvertrag, die sogenannte Charta, trat am 24. Oktober 1945 in Kraft. Als Stadt der Vereinten Nationen veranstaltet Bonn seit 1996 jedes Jahr im Herbst ein Bürgerfest, um den Geburtstag der Organisation zu feiern und über aktuelle globale Herausforderungen zu informieren.

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17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung

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Bildung für Mädchen – Nutzen für alle

11. Oktober 2019 - 9:00
Im Kampf gegen die Benachteiligung von Mädchen und Frauen ist Bildung ein entscheidender Schlüssel. Foto: Johnny Mansfield/Unsplash

Jedes Jahr am 11. Oktober, am Internationalen Tag der Mädchen, machen zahlreiche internationale Organisationen sowie Aktivistinnen und Aktivisten auf die Benachteiligung von Mädchen aufmerksam. Mit Kampagnen und Aktionen fordern sie beispielsweise die konsequente Umsetzung von Anti-Diskriminierungsgesetzen und die gezielte Förderung von Mädchen und Frauen. Denn im Kampf gegen die Benachteiligung ist Bildung ein entscheidender Schlüssel: Gebildete Frauen bekommen weniger Kinder, sind seltener arm und haben mehr Chancen, ihre Lebensumstände zu gestalten.

Ein ermutigendes Beispiel ist das Centro Educativo Mbaracayú (CEM) für indigene Mädchen im Mbaracayú Biosphärenreservat im Regenwald von Paraguay.

CEM ist ein Internat für Mädchen im Alter von 15 bis 18 Jahren. Sie können dort einen Abschluss in Umweltwissenschaften erlangen. Die Schule folgt der Methodik „learning by doing“ und wurde im Jahr 2009 mit dem Ziel gegründet, lokale Gemeinden aktiv am Naturschutz zu beteiligen. Den jungen Frauen ermöglicht dieser Abschluss, eine berufliche Laufbahn im Natur- und Umweltschutz einzuschlagen, sei es als Naturschützerinnen oder Unternehmerinnen. Mit ihren Kenntnissen helfen sie, die Lebensbedingungen in ihren Gemeinden zu verbessern.

In der Schule erlangen die Schülerinnen aber nicht nur Fachwissen zum Naturschutz, sondern eignen sich auch Kenntnisse zu Gesundheit, Hygiene, Familienplanung und Einkommensquellen an. Außerdem werden sie dabei unterstützt, als Multiplikatorinnen das erlangte Wissen in ihre Gemeinden zu tragen und neue Perspektiven für die indigene Bevölkerung zu schaffen.

Eine Partnerin des CEM ist die gemeinnützige Organisation URIDU im pfälzischen Annweiler. URIDU will auf dem Land lebende Frauen in Entwicklungs- und Schwellenländern stärken. Die Organisation hat sich das Ziel gesetzt, lebenswichtiges Wissen auch in abgelegene Weltregionen mit einer hohen Analphabetinnenrate und ohne Zugang zu Elektrizität zu bringen. Dabei helfen robuste, solarbetriebene Audioplayer, die mit über 400 Fragen und Antworten unter anderem zu den Themen Gesundheit, Ernährung, Familienplanung, Kinderpflege und Erwerbsmöglichkeiten in der jeweiligen Muttersprache der Frauen bespielt wurden. So können sich auch Menschen, die nicht lesen können, gut informieren. Die MP3-Player kommen auch im Mbaracayú Biosphärenreservat im Osten Uruguays zum Einsatz.

Am Rheinland-Pfalz Tag 2019 informierten Ehrenamtliche der Organisation URIDU an einem Stand über das Biosphärenreservat und darüber, dass Frauen maßgebliche Akteurinnen einer nachhaltigen Entwicklung sind. Sie zeigten auf, dass das Wissen, das die Mädchen am CEM erlangen, eine positive nachhaltige Entwicklung in ihren Gemeinden anstoßen und zum Schutz des Regenwaldes beitragen kann. Der Infostand wurde vom Aktionsgruppenprogramm (AGP) von Engagement Global finanziell unterstützt. Das AGP fördert Kleinprojekte der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit von Schulen, Kitas, Aktionsgruppen und ehrenamtlichen Initiativen.

Weltweit haben Mädchen immer noch nicht dieselben Rechte und Chancen wie Jungen. Laut einer Schätzung von UNICEF (United Nations International Children’s Emergency Fund) müssen Mädchen doppelt so häufig im Haushalt mitarbeiten wie Jungen – dazu gehört kochen, putzen, sich um die Geschwister kümmern und Wasser holen. Sie haben seltener Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsversorgung. Weltweit werden jährlich rund 12 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet und 15 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 waren bereits sexueller Gewalt ausgesetzt. Diese Benachteiligung zu beseitigen ist ein Ziel zur Umsetzung der Agenda 2030 zur nachhaltigen Entwicklung, die Engagement Globalmit ihren zahlreichen Angeboten unterstützt.

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Das Aktionsgruppenprogramm von Engagement Global

Zur Webseite von URIDU

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Mit Nachhaltigkeit zum Klimaschutz

1. Oktober 2019 - 16:45
Beim NachhaltigkeitsCamp Bonn 2019 wurden Projekte vorgestellt, Ideen ausgetauscht und Kontakte geknüpft.Foto: Kolja Matzke

Wie organisiert man Veranstaltungen nachhaltig? Wie wirkt sich das eigene Essverhalten auf das Klima aus? Und wie kann man Nachhaltigkeit in die Gesellschaft tragen?

Mit Fragen wie diesen setzten sich die Teilnehmenden des vierten NachhaltigkeitsCamps Bonn auseinander, das am Freitag, den 27. September 2019 in Bonn stattfand. Engagement Global lud mit Unterstützung von Bonn.digital alle Interessierten dazu ein, sich in der Wohnwagenlandschaft des BaseCamp Bonn über Nachhaltigkeit auszutauschen.

Als Barcamp ist das NachhaltigkeitsCamp Bonn eine für alle offene Konferenz, bei der die Teilnehmenden nicht nur zuhören, sondern selbst aktiv werden. Die Sessions werden erst am Veranstaltungstag vor Ort angeboten und über einen gemeinsam erstellten Zeitplan organisiert.

So entstanden nach der Vorstellungsrunde zu Beginn der Konferenz 40 Sessions in Form von Vorträgen, Workshops oder Diskussionen, in denen die rund 140 Teilnehmenden eigene Projekte vorstellten, gemeinsam neue Ideen entwickelten und sich vernetzten.

Müllvermeidung, authentisches Nachhaltigkeitsmarketing oder Storytelling zum Klimawandel waren nur einige der Themen, die vergangenen Freitag zwischen bunten Wohnwagen und ausrangierten Schlafwagen diskutiert wurden.

Sophie Schraml stellte beispielsweise die BonnBox vor – eine Art offenen Bücherschrank, in den man Dinge legen kann, die man nicht mehr braucht und mitnehmen kann, was einem gefällt. „Es ist immer wieder schön zu erleben, wie sich andere Menschen über die Dinge freuen, die man selbst aussortiert hat“, erzählte eine Teilnehmerin, die die BonnBox aus Nachhaltigkeitsgründen selbst gerne nutzt.

Inga Trost ging in einem anderen Workshop der Frage nach, wie Nachhaltigkeit in die Zivilgesellschaft getragen werden kann und führte in diesem Zusammenhang gemeinsam mit allen Interessierten verschiedene Spiele zum Globalen Lernen durch. „Beim Globalen Lernen geht es darum, globale Zusammenhänge aufzuzeigen und mit der Lebenswelt der Lernenden zu verknüpfen “, erklärte Trost, die Referentin des Programms Bildung trifft Entwicklung von Engagement Global ist, das genau darauf abzielt.

Zwischen den einzelnen Sessions hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich an einem veganen Buffet zu stärken und sich mit den Menschen vor Ort über eine virtuelle Karte zu vernetzen, um auch nach dem Camp in Kontakt zu bleiben und eventuell sogar gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.

Das NachhaltigkeitsCamp leistet einen Beitrag zur Erreichung der Agenda 2030 und den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) der Vereinten Nationen. Die Frage „Was kann ich selbst im Alltag tun?“ zog sich auch in diesem Jahr durch die vielfältigen Sessions.

Das NachhaltigkeitsCamp Bonn wurde in diesem Jahr zum vierten Mal von Engagement Global mit Unterstützung von Bonn.digital veranstaltet.

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Gemeinsam für die Zukunft – 17 Ziele für eine nachhaltigere Welt

1. Oktober 2019 - 14:25
In einem entwicklungspolitischen Modul lernen die teilnehmenden Unteroffiziere die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung kennen. Foto: Christiane Fritsch

Im August und September 2019 fanden, wie auch in den Monaten zuvor, mehrere Trainings zum Thema „Globale Perspektiven für die Sicherheitspolitik“ für die Teilnehmenden eines Fortbildungslehrganges an der Unteroffiziersschule des Heeres (USH) Delitzsch statt.

Die Trainings werden von der Außenstelle Leipzig von Engagement Global durchgeführt und sind Teil eines gemeinsam mit der USH entwickelten entwicklungspolitischen Moduls. Das Modul ist fest im Lehrplan des Fortbildungslehrgangs der mittleren Führungsebene verankert und besteht aus einem Besuch des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) in Berlin, einem Fachvortrag zu Fluchtursachen und einer Einführung in die Agenda 2030.

Die Agenda 2030 wurde im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet und beinhaltet 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG), die bis 2030 erreicht werden sollen.

Neben der Einführung in die Agenda 2030 erfahren die teilnehmenden Unteroffiziere anhand von internationalen Praxisbeispielen, wie die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung national und international umgesetzt werden können. Das Spielen des Strategiespiels „Gemeinsam für die Zukunft - 17 Ziele für eine nachhaltigere Welt“ ist ebenfalls Teil des Trainings. Das Brettspiel wurde zu einem früheren Zeitpunkt gemeinsam von der Bundeswehr und planpolitik, einer Firma, die interaktive Formate zu politischen und gesellschaftlichen Themen konzipiert und durchführt, für die Einheiten zur Agenda 2030 entwickelt.

Ziel des Trainings ist zum einen eine intensivere Zusammenarbeit zwischen zivilen Akteuren und der Bundeswehr. Zum anderen soll die Agenda 2030 stärker in den Kontext der deutschen Sicherheitspolitik eingebunden werden. Die Verankerung entwicklungsbezogener Bildung in der Aus- und Weiterbildung von Angehörigen der Bundeswehr ist ebenfalls Ziel der Trainings.

Die Trainings werden im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildungsarbeit in Deutschland (EBD) von Engagement Global und auf Grundlage eines zwischen dem BMZ und dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) abgestimmten Konzeptes zur Zusammenarbeit mit der Bundeswehr durchgeführt.

Nach siebenjähriger Zusammenarbeit zwischen Engagement Global und der USH Delitzsch unterzeichneten Dr. Jens Kreuter, Geschäftsführer von Engagement Global, und Oberst Axel Hermeling, Kommandeur der USH Delitzsch, am 29. August 2019 einen Kooperationsvertrag, der die zukünftige Zusammenarbeit regelt.

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Die Außenstellen von Engagement Global und das EBD-Programm

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

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Fairer Handel mit Kaffee

1. Oktober 2019 - 9:00
In Deutschland gibt es rund 350 Fairtrade-Kaffeeprodukte zu kaufen. Foto: Engagement Global/Andreas Henn

Rund 164 Liter Kaffee werden in Deutschland jährlich pro Kopf getrunken, so die neuesten Ergebnisse des Deutschen Kaffeeverbands. Damit gehört Kaffee zu den Lieblingsgetränken in Deutschland und liegt noch vor Bier und Mineralwasser. Zu Ehren des beliebten Getränks findet bereits zum 14. Mal der vom Deutschen Kaffeeverband ins Leben gerufene „Tag des Kaffees“ statt, seit 2016 immer am 1. Oktober, gemeinsam mit dem International Coffee Day. An dem Tag sollen durch Aktionen und Events in ganz Deutschland die verschiedenen Facetten des Kaffees beleuchtet werden.

Doch während die Nachfrage nach Kaffee weiterhin hoch ist und die Geschäfte für große Röstereien und Kaffeeunternehmen gut laufen, decken die aktuellen Preise bei kleinen Kaffeebäuerinnen und –bauern laut eines Marktreports des Kaffeehändlers Volcafe häufig nicht einmal die Produktionskosten. Zusätzlich stellt der Klimawandel die Bauernfamilien vor große Herausforderungen. Der Kaffeerost, ein schädlicher Pilz, der durch steigende Temperaturen in vielen Regionen Lateinamerikas auftritt, sorgt für niedrige Ernteerträge auf den ohnehin kleinen Anbauflächen.

Ein Weg, die Lebensbedingungen der Kleinbauerfamilien zu stärken, ist der Faire Handel, der aufzeigt, wie nachhaltige und faire Lieferketten aussehen. Stabile Mindestpreise, der Zusammenschluss in Kooperativen und Prämien für Fairen Handel und ökologischen Anbau unterstützen die Kaffeeproduzentinnen und –produzenten.

Auch die Aktionsgruppe „Leipzig handelt fair“ hat sich der Aufgabe verschrieben, über die Wertschöpfungskette von konventionellem und fair gehandeltem Kaffee aufzuklären. Von Mai bis Juni 2019 wurden den Passantinnen und Passanten an mehreren Orten in der Leipziger Innenstadt verschiedene Aktivitäten angeboten, um mehr über Probleme und Chancen in der Kaffeeproduktion zu erfahren. Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Aktionsgruppenprogramm (AGP) von Engagement Global.

In einer interaktiven Bildausstellung, während eines Schauröstens oder bei einem Kaffeepreis-Schätzspiel wurden die Interessierten für die verschiedenen Facetten des Kaffees sensibilisiert. Globale Zusammenhänge von Konsum sowie der Anbau und die Herstellung von Kaffee wurden Kindern beim gemeinsamen Kaffeemahlen nähergebracht, ein Kaffeequiz stellte das Wissen der interessierten Teilnehmenden auf die Probe und bei einem Fairen Frühstück kamen die Leipzigerinnen und Leipziger selbst in den Genuss von fair gehandeltem Kaffee.

Das Aktionsgruppenprogramm von Engagement Global fördert Kleinprojekte der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit von Schulen, Kitas, Aktionsgruppen und ehrenamtlichen Initiativen.

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17 Ziele für REWE

25. September 2019 - 15:10
Bei der Veranstaltungsreihe „17 Ziele für REWE“ dreht sich alles um das Thema Nachhaltigkeit. Foto: Christiane Preisen

Im März 2019 startete die vierteilige Veranstaltungsreihe „17 Ziele für REWE“, die sich speziell an Nachhaltigkeitsbotschafterinnen und-botschafter der REWE Group West richtet und von der Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) durchgeführt wird. In den Seminaren sollen den kaufmännischen Angestellten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) nähergebracht werden, um das Thema Nachhaltigkeit in den Märkten zu verbreiten.

Beim zweiten Modul der Reihe, das am Mittwoch, den 11. September 2019, in Leverkusen stattfand, drehte sich alles um die Themen Energie und Umwelt. Als außerschulischer Lernort wurde das Naturgut Ophoven ausgewählt, das sich mit seiner Energiestadt und dem Klimapfad eben diesen Schwerpunkten widmet. Zu Gast waren zwei Mitarbeitende der Firma „Share“, die mit dem Verkauf ihrer Produkte soziale Projekte sowohl in Ländern des Globalen Südens als auch in Deutschland, wie etwa Die Tafeln, unterstützen.

Neben den fachlichen Inputs, zum Beispiel zur Plastikvermeidung, setzten sich die Teilnehmenden mit ihren Handlungsoptionen in den einzelnen Märkten auseinander. Auch die Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit war Gegenstand der interaktiven Übungen. So übten sich die Botschafterinnen und -botschafter in Perspektivwechseln und interkultureller Kommunikation, um diese in Alltagssituationen anwenden zu können.

Das dritte Modul widmete sich dem Thema Verwaltung und wurde am Montag, den 23. September 2019 im Gertrudenhof in Hürth, der als Lernort für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgezeichnet ist, durchgeführt. Teilgenommen haben 14 Personen, die Teil des Arbeitskreises Nachhaltigkeit des Verwaltungs- und Vertriebssitzes in Hürth sind und bereits einige Maßnahmen wie das Anlegen von Hochbeeten und das Ansiedeln eines Bienenstocks auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes realisiert haben.

Neben einer vertieften Einführung in die Nachhaltigkeitsziele erhielten die Teilnehmenden auch Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in verschiedenen REWE-Märkten und besuchten einen regionalen Acker. Dort zeigte Anne Berg, Referentin zum Thema Gemeinwohlökonomie, das Wirkungspotential von Unternehmen auf. In diesem Zusammenhang wurde auch die ökonomische Dimension von Nachhaltigkeit diskutiert. „Es geht künftig um optimales Wachstum, nicht mehr um grenzenloses Wachstum“, so Anne Berg bei der Erläuterung von Nachhaltigkeit 3.0.

Markus Pfeil führte als Moderator durch beide Veranstaltungen und schuf auch dieses Mal eine Atmosphäre, in der vor allem der kollegiale Austausch untereinander im Vordergrund stand.

Zum Abschluss nahmen alle Teilnehmenden konkrete Projektideen mit, die bis zum Wiedersehen im nächsten Jahr in die Realität umgesetzt werden sollen. Bei beiden Zusammentreffen war schnell klar: Nachhaltigkeit geht uns alle an und jeder Einzelne kann mit seinem Engagement einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele leisten.

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Die Außenstellen von Engagement Global und das EBD-Programm

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

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Friedenslauf für die 17 Ziele

25. September 2019 - 9:00
Im Ziel stellen sich alle noch einmal die Frage, was sie selbst lokal und global für den Frieden tun können. Foto: Flame for Peace

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) wurden am 25. September 2015 auf dem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York verabschiedet. Die 17 Nachhaltigkeitsziele, auch Agenda 2030 genannt, sind ein Vertrag, der festlegt, wie die großen Probleme der Welt – etwa Armut, Hunger und Klimawandel – gelöst werden sollen. Ziel der Agenda 2030 ist es, dass der weltweite wirtschaftliche und gesellschaftliche Fortschritt so gerecht und verantwortungsvoll gestaltet wird, dass er allen Menschen auf der Welt zugutekommt und die Umwelt keine bleibenden Schäden davonträgt. Die 17 Ziele sollen bis 2030 erreicht werden.

Der Agenda 2030 sind fünf Kernbotschaften als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt:

  • Die Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellen
  • Den Planeten schützen
  • Wohlstand für alle fördern
  • Frieden fördern
  • Globale Partnerschaften aufbauen

Die „5Ps” (People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership) verdeutlichen die Zusammenhänge zwischen den Zielen und unterstreichen, dass eine nachhaltige Entwicklung nur möglich ist, wenn sie auf ökologischer, ökonomischer und sozialer Ebene gleichzeitig und gemeinschaftlich vollzogen wird.

Unter dem Motto „Run Together – For Peace and Development” liefen am Samstag, 21. September 2019, rund 90 Läuferinnen und Läufer durch die Euregio Maas-Rhein und setzten am Weltfriedenstag gemeinsam ein Zeichen für eine friedliche, demokratische, faire und nachhaltige Lebenswelt. Die Euregio Maas-Rhein ist die Europaregion im gemeinsamen Grenzraum Belgiens, Deutschlands und der Niederlande.

In Kooperation mit dem Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global rückte der Lauf in diesem Jahr die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in den Fokus der Veranstaltung. Auf ihren Trikots trugen die Laufenden das Ziel 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen – über die Marathondistanz von 42 km durch die Grenzregion und kreuzten dabei auch die Niederlande und Belgien.

An vier Etappenpunkten konnten sich die Teilnehmenden nicht nur mit Getränken und Obst stärken, sondern bekamen auch Fragen mit auf den Weg: Mit Plakaten wurden sie dazu angeregt, über den Zusammenhang von Klimawandel, Ungleichheit und Krieg sowie über eigene Handlungsmöglichkeiten nachzudenken.

Im Ziel auf dem Augustinerplatz in Aachen wurden die gestellten Fragen von Heinz Jussen von Flame for Peace und Thomas Klein von Engagement Global aufgegriffen. Sie schlugen den Bogen zwischen den Anforderungen an das Laufen und dem Einsatz für Frieden und die Nachhaltigkeitsziele.

Der Poetry Slammer Lukas Knoben ergänzte dies durch ein Plädoyer zum aktiven Handeln, in dem die Nachhaltigkeitsziele den Bezugsrahmen darstellten: „Also aufgestanden [...], Beine ausgeschüttelt, denn der letzte Lauf war‘s lang nicht […]. Dabei ist der Weg egal, wählt euch einen aus, ob sportlich für den guten Zweck oder auf Theaterbühnen drauf […] oder ihr schreibt einfach ´nen Text und lest ihn andren Leuten vor. Nur eins bleibt sicher: Wir müssen kämpfen in großer Schar. Denn die Zukunft, sie liegt vor uns in 17 Zahlen.“

Am Friedenslauf durch die Euregio Maas-Rhein nahmen unter anderem eine Damenstaffel aus Maastricht, Aktive aus Aachener Sportvereinen, Schülerinnen und Schüler der Bertholt-Brecht-Gesamtschule in Bonn und des Rhein-Mass-Gymnasiums in Aachen sowie Aktive der Friedensbewegung aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden teil.

Im Ziel wurden sie von rund 90 Jugendlichen aus Belgien, Bosnien & Herzegowina, Deutschland, Kroatien, Rumänien und Serbien empfangen, die am Friedenstheaterfestival Bina Mira teilnahmen. Bina Mira ist wie Flame for Peace ein Projekt des Aachener Netzwerks für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V. Die Teilnehmenden des Friedenslaufs und des Theaterfestivals wurden im Anschluss an den Lauf gemeinsam von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp im Aachener Rathaus empfangen.

Engagement Global nutzt den Sport im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen des EBD-Programms, um bei der breiten Zielgruppe der Sportbegeisterten durch Ansätze des Globalen Lernens einen Perspektivwechsel anzuregen.

Weitere Informationen

Die Außenstellen von Engagement Global und das EBD-Programm

Zur Internetseite von Flame for Peace

Zur Internetseite des Aachener Netzwerks für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V.

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Konflikte verstehen, Frieden fördern

21. September 2019 - 9:00
Beim Lernspiel Civil Powker schlüpfen die Jugendlichen in verschiedene Rollen. Foto: Karl-Heinz Bittl

Kaum ein Tag vergeht, an dem die Medien nicht von Konflikten, Krisen und Kriegen berichten. Mit dem Internationalen Tag des Friedens, der seit 1981 jährlich am 21. September stattfindet, wollen die Vereinten Nationen dazu anregen, dass über dauerhaften Frieden und Wege diesen zu erreichen nachgedacht wird. Die Vereinten Nationen wünschen sich für diesen Tag eine Zeit der Gewaltlosigkeit und des Waffenstillstands.

Darüber, wie wir uns als Zivilgesellschaft in Deutschland in diesem Zusammenhang engagieren können, klärt beispielsweise das Lernspiel Civil Powker des Fränkischen Bildungswerkes für Friedensarbeit e.V. (FBF e.V.) auf.

Die Schulungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu diesem Planspiel werden vom Aktionsgruppenprogramm (AGP) von Engagement Global finanziell gefördert. AGP fördert Kleinprojekte der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit von Schulen, Kitas, Aktionsgruppen und ehrenamtlichen Initiativen.

Civil Powker ist ein Planspiel für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren. Ziel des Spiels ist es, die existierenden Handlungsspielräume in Deutschland bei globalen Konflikten im zivilgesellschaftlichen, aber auch im wirtschaftlichen und parteipolitischen Bereich aufzuzeigen und erfahrbar zu machen.

Die Jugendlichen erfahren spielerisch, auf welche Weise zivilgesellschaftliches Handeln mit politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen verbunden ist. Sie lernen beispielhaft Handlungsmöglichkeiten bei globalen Herausforderungen kennen und werden dazu ermutigt, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren.

In einer zweitägigen Schulung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erfahren Lehrkräfte, wie das Lernspiel gespielt wird und erhalten das nötige Handlungswissen, um das Spiel selbst mit Schülerinnen und Schülern durchführen zu können.

Gespielt wird anhand eines fiktiven Konfliktszenarios in einem nichteuropäischen Land. Dabei schlüpfen die Spielenden in individuelle Rollen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik. Sie beschäftigen sich mit den jeweiligen Interessen und Werten, lernen Verflechtungen kennen und empfinden Einflussmöglichkeiten nach. Die Handlungsmöglichkeiten mit denen „gepokert“ wird sind sehr unterschiedlich: Die Zivilgesellschaft kann beispielsweise Großdemonstrationen organisieren oder auch ihren Alltag fortsetzen, Politikerinnen und Politiker können zum Beispiel Waffenexporte verbieten oder einen NATO-Einsatz befürworten. Vieles kann nur mit Hilfe der Zustimmung beziehungsweise Unterstützung der anderen Gruppen umgesetzt werden. Deshalb diskutieren und feilschen die Spielenden um die civil-, policy- und economy-punkte der Anderen. Themen und Kontroversen, die während des Spiels aufkommen, können später je nach Bedarf im Unterricht aufgegriffen und diskutiert werden.

Entwickelt wurde das Planspiel von FBF e.V. Der gemeinnützige Verein wurde 1982 in Zeiten der Friedensbewegung gegründet und verfolgt das Ziel, Friedens- und Bildungsarbeit zu leisten. FBF e.V. führt ebenfalls die Schulung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durch.

Ansprechpartner

Fränkisches Bildungswerk für Friedensarbeit e.V.
info@civilpowker.de

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