Sie sind hier

Engagement Global

Newsfeed Engagement Global abonnieren
Aktuelle Meldungen der Engagement Global gGmbH - Service für Entwicklungsinitiativen
Aktualisiert: vor 17 Stunden 25 Minuten

Basismodul zur Selbstevaluation verlängert

23. Januar 2020 - 15:13
Die Anmeldefrist für das Basismodul wurde bis Sonntag, 2. Januar 2020, verlängert. Foto: Unsplash

Welche Möglichkeiten gibt es, das eigene Projekt „unter die Lupe“ zu nehmen? Wie kann Selbstevaluation umgesetzt werden? An diese Fragen knüpft die Seminarreihe „Selbstevaluation in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit“ an.

Das Basismodul der Reihe findet am Freitag, 7., und Samstag, 8. Februar 2020, in Nürnberg statt und gibt eine Einführung in die Prinzipien und den Ablauf von Selbstevaluation – anhand von konkreten Fallbeispielen entwicklungspolitischer Bildung. Die Klärung des Evaluationsgegenstands steht ebenso im Fokus wie die Auswahl geeigneter Indikatoren und die Wahl passender Datenerhebungsinstrumente. Es wird herausgearbeitet, wie eine Selbstevaluation im Arbeitsalltag implementiert werden kann, so dass sie neben den täglichen Anforderungen zu bewältigen ist.

Die Anmeldefrist zum Basismodul der Seminarreihe „Selbstevaluation in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit“ wurde bis Sonntag, 2. Februar 2020, verlängert.

Das Weiterbildungsangebot besteht aus vier Modulen, die auch unabhängig voneinander absolviert werden können und richtet sich an Mitarbeitende von Trägerorganisationen, die entwicklungspolitische Bildungsprojekte durchführen. Teilnehmende, die alle vier Module absolviert haben, erhalten ein Zertifikat der Pädagogischen Hochschule Weingarten.

Die Seminarreihe wird vom Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global in Kooperation mit Brot für die Welt - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V., der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland (agl) e.V. und der Pädagogischen Hochschule Weingarten angeboten.

Für jedes Seminar wird ein geringer Teilnahmebeitrag in Höhe von 35,00 Euro erhoben. Die Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden von den Kooperationspartnern übernommen. Bei Bedarf kann eine Fahrtkostenerstattung beantragt werden.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Rohstoffe für den Klimaschutz

21. Januar 2020 - 10:39
Die öffentliche Abendveranstaltung findet am Donnerstag, 23. Januar 2020, in der Dresdner Frauenkirche statt. Foto: Stiftung Entwicklung und Frieden

Die Menschheit verbraucht mehr Ressourcen für Nahrung und Energie als die Erde in einem Jahr regenerieren kann. Diese Übernutzung geht nicht nur auf die Kosten zukünftiger Generationen, sondern ist auch ungleich verteilt und birgt Konfliktpotenzial. Der Klimawandel wirkt sich in diesem Zusammenhang zum einen auf natürliche Lebensgrundlagen aus. Zum anderen sorgt die Entwicklung neuer (vermeintlich) klimafreundlicher Technologien für eine erhöhte Nachfrage nach Metallen, seltenen Erden und anderen Rohstoffen.

Das Dresdner Forum für Internationale Politik (DFIP) 2020 widmet sich diesen Herausforderungen und geht am Donnerstag, 23., und Freitag, 24. Januar 2020, weiteren Fragen zum Thema „Rohstoffe für den Klimaschutz: Strategien zur Konfliktprävention“ nach.

Am Mittwochabend, 23. März 2019, lädt das DFIP um 19 Uhr zu einer öffentlichen Abendveranstaltung in die Dresdner Frauenkirche ein. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, eröffnen den Abend zum Thema „Wenn das Eis schmilzt… Umwelt und Frieden zusammen denken“.

Im Fokus stehen hierbei die Folgen der fortschreitenden Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen durch den Menschen. Den Einführungsvortrag dazu hält der Abenteurer und Polarforscher Arved Fuchs. Im Anschluss diskutieren mit ihm Dr. Adriana E. Abdenur, Koordinatorin des Bereichs Frieden & Sicherheit am Instituto Igarapé in Rio de Janeiro, und Dr. Elias T. Ayuk, Mitglied des International Resource Panel und ehemaliger Direktor des UN University Institute for Natural Resources in Africa in Accra, Ghana, und beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.

Seit 2018 bietet das DFIP eine hochrangige Plattform zur Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen der internationalen Politik. Die diesjährige Fachkonferenz thematisiert unter anderem, welche Folgen die Digitalisierung für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen hat. Darüber diskutieren Johanna Pohl von der Nachwuchs-Forschungsgruppe „Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation“ an der Technischen Universität Berlin und Maija Tenhunen, Managerin Nachhaltigkeit und Klimawandel bei PricewaterhouseCooper (PwC) in Helsinki, Finnland.

Das Forum ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) in Bonn, dem Freistaat Sachsen, Engagement Global und der Stiftung Frauenkirche Dresden.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Neue Ombudsperson ernannt

14. Januar 2020 - 9:04
Ministerialdirektorin a.D. Dorothee Fiedler ist Ombudsperson bei Engagement Global. Foto: BMZ

Ministerialdirektorin a.D. Dorothee Fiedler hat im Dezember 2019 das Amt der Ombudsperson bei Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen übernommen. Als unabhängige Instanz vermittelt die Ombudsperson bei Beschwerden, wenn andere Beschwerdewege in der Organisation von der beschwerdeführenden Person als nicht ausreichend betrachtet werden.

Mit der Einführung des Amtes im Herbst 2014 setzte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein deutliches Zeichen für Bürgerbeteiligung und Transparenz in der staatlichen Entwicklungsorganisation.

Dorothee Fiedler bringt langjährige Erfahrung im politischen Raum sowie in der zwischenstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit mit.

Von 2014 bis 2017 leitete sie die Zentralabteilung im BMZ. Vorangehende Stationen im BMZ waren die Leitung der Unterabteilung „Grundsatzfragen und Organisation der bilateralen Zusammenarbeit; Beauftragte für Lateinamerika“ (2008 bis 2012) und der Unterabteilung „Politische Steuerung in der bilateralen EZ“ (2012 bis 2014). Dorothee Fiedler ist außerdem Mitglied des Fachbeirats des Exposure- und Dialogprogramme e.V. (EDP) in Bonn.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

20 Jahre Solidarität durch Zivilen Friedensdienst

20. Dezember 2019 - 13:01
Solidarität bedeutet, sich füreinander einzusetzen. Foto: Perry Grone

Solidarität bedeutet Zusammengehörigkeit. Es bedeutet, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, sich für einander einzusetzen. Zum Beispiel im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft. Solidarität kann aber auch gegenüber Menschen ausgeübt werden, die man gar nicht kennt. Gegenüber benachteiligten Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt.

Der Internationale Tag der menschlichen Solidarität erinnert seit 2005 jedes Jahr am 20. Dezember daran, dass ein friedliches, sicheres und gutes Zusammenleben nur durch solidarisches Handeln aller stattfinden kann. Gerade in Zeiten weltweiter Krisen und Konflikte wird Solidarität immer wichtiger.

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) setzt sich dafür ein, dass allen Menschen ein gutes Leben ermöglicht wird. Durch die Entsendung von Fachkräften unterstützt er zivilgesellschaftliche Projekte zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung in Krisen- und Konfliktregionen und engagiert sich für Gewaltminderung, langfristige Friedenssicherung und Krisenprävention.

Dieses Jahr feiert der ZFD sein 20-jähriges Jubiläum. Seit November 1999 sind 1.400 ausgebildete Fachkräfte in 60 Länder gereist, um Menschen vor Ort langfristig in ihrem Engagement für Dialog, Menschenrechte und Frieden zu unterstützen. Denn zivilgesellschaftliche Akteure leisten entscheidende Beiträge zur Entschärfung und Befriedung von Konflikten, die Regierungen so nicht erbringen können.

Unter dem Motto „Frieden kann“ hat der ZFD eine Broschüre herausgebracht, die anhand von 20 Beispielen aus 20 Jahren Friedensarbeit zeigt, wie stark Frieden ist.

In Mexiko ist der ZFD beispielsweise mit neun Fachkräften aktiv. In dem Land sind Korruption, soziale Ungleichheit, Gewalt- und Drogendelikte weit verbreitet. Personen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, werden teils eingeschüchtert, bedroht, inhaftiert, entführt oder ermordet.

Um das Risiko für die lokalen Menschenrechtsorganisationen zu vermindern, unterstützen ZFD-Fachkräfte die unbewaffnete Schutzbegleitung der Aktivistinnen und Aktivisten. Die ständige Anwesenheit der Fachkräfte erweitert außerdem den Handlungsspielraum der begleiteten Personen und ihrer Organisationen.

Momentan unterstützt der ZFD in Mexiko 14 Organisationen und zwei zivilgesellschaftliche Netzwerke durch Coachings und Sicherheitstrainings. Da der Schutzschirm nicht nur die begleiteten Organisationen, sondern auch die Gemeinden, mit denen sie arbeiten, umfasst, werden jährlich 70.000 Menschen erreicht.

Auch in Mali unterstützt der ZFD mit einer Fachkraft die Suche nach Auswegen. Im Jahr 2012 eskalierte dort ein jahrelang schwelender Konflikt. Die Regierung wurde durch einen Putsch gestürzt, Rebellen übernahmen im Norden die Kontrolle. Die Militärintervention mit UN-Mandat hält bis heute an, das 2015 vereinbarte Friedensabkommen wird nur langsam umgesetzt und die Konfliktursachen sind nicht behoben.

Der ZDF und seine Partnerorganisation setzen sich im Norden Malis für ein friedvolles Zusammenleben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ein. Dazu gehören Dialog und Versöhnung sowie zivile Konfliktbearbeitung, zum Beispiel an Schulen oder in Gemeinden. Der ZDF unterstützt außerdem Journalistinnen und Journalisten und damit konstruktiven Journalismus.

Bereits vor Beginn der Krise bildete der ZDF knapp 40 malische Expertinnen und Experten in gewaltfreier Konfliktbearbeitung aus, die der Eskalation von Konflikten auf lokaler Ebene entgegenwirkten. Viele von ihnen unterstützten nach der Krise lokale Dialog- und Versöhnungsforen.

Der ZFD wird von neun deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen gemeinsam mit rund 450 lokalen Partnerorganisationen durchgeführt, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) gefördert und von Engagement Global beraten und administrativ unterstützt.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Bildung als Motor für Klimaschutz

19. Dezember 2019 - 12:58
V.l.n.r.: Kai-Oliver Farr, Matthias Güldner, Christopher, Duis, Sarah Kumpf (Moderation), Anna Braam, Tanja Gerstenberger, Stefan Rostock Foto: Engagement Global

Anlässlich der 25. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP25) in Madrid fand am Montag, 16. Dezember 2019, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung als Motor für Klimaschutz: Eine Nachschau auf die UN-Klimakonferenz in Madrid“ im Klimahaus in Bremerhaven statt.

Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse der Klimakonferenz und die Frage, welche Rolle Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und nachhaltige Lebensweisen bei der Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen spielt. Durchgeführt wurde die Veranstaltung von der Außenstelle Hamburg von Engagement Global in Kooperation mit der Deutschen KlimaStiftung.

Stefan Rostock, Teamleiter Bildung für nachhaltige Entwicklung bei Germanwatch e.V. und Bundeskoordinator Klima & Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V., führte mit einem Impulsvortrag in das Thema des Abends ein. In Bezug auf BNE hob er die UNESCO-Definition (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) des Begriffs hervor, die darauf abzielt, dass Lernende dazu befähigt werden müssen, sich selbst und die Gesellschaft, in der sie leben, zu transformieren.

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Anna Braam, Vorstandsmitglied der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen, Christoph Duis vom Bremer Entwicklungspolitischen Netzwerk e.V., Kai-Oliver Farr von Engagement Global, Tanja Gerstenberg, Kuratoriumsmitglied der Deutschen KlimaStiftung, Matthias Güldner vom Zentrum für Arbeit und Politik der Universität Bremen sowie Stefan Rostock teil.

Anna Braam forderte, Klimaschutz als Schulfach einzuführen, da ethische Verantwortung für die Zukunft so früh wie möglich beigebracht werden müsse. Zudem appellierte sie, nationale Klimaschutzpläne nachzubessern und die Jugend miteinzubeziehen.

Kai-Oliver Farr ergänzte, dass BNE in alle Lebensbereiche integriert werden müsse. Über die Schule hinaus müsse das Thema Nachhaltigkeit in Kitas, Hochschulen und in der außerschulischen Bildung behandelt werden. In diesem Zusammenhang waren sich die Anwesenden einig, dass alle Altersgruppen miteinbezogen werden müssen, um eine Veränderung herbeizuführen.

Während der Podiumsdiskussion wurde aber auch betont, dass vor allem die Politik Verantwortung übernehmen müsse. Wichtig sei hierbei auch, dass alle Ressorts beziehungsweise Akteure zusammenarbeiten, da die Ziele der Agenda 2030 nur gemeinsam erreicht werden könnten.

Die Veranstaltung bildete den Auftakt zur Kooperation der Außenstelle Hamburg von Engagement Global mit der Deutschen KlimaStiftung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Zusammenarbeit verbindet das Beratungsangebot der Servicestelle für Stiftungen und Philanthropie von Engagement Global mit dem Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) der Außenstellen von Engagement Global.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Migration und Entwicklungszusammenarbeit

18. Dezember 2019 - 9:46

Heute ist der Internationale Tag der Migrantinnen und Migranten. Bereits zum zwanzigsten Mal steht an diesem von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 ausgerufenen Tag das Thema Migration im Mittelpunkt. Im September 2019 lebten nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 272 Million Menschen außerhalb ihres Herkunftslandes.

Durch ihre Arbeitskraft tragen Migrantinnen und Migranten nicht nur zum wirtschaftlichen Erfolg ihrer Aufnahmegesellschaften bei, sondern stellen auch ein wichtiges Bindeglied für die Völkerverständigung in einer zunehmend globalen Welt dar.

Engagement Global fördert verschiedene Projekte, die gemeinsam mit Migrantinnen und Migranten durchgeführt werden, da diese wertvolle interkulturelle Kompetenzen mitbringen und zu einem Perspektivwechsel beitragen können.

Migrantinnen und Migranten in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global arbeitet seit 2007 mit migrantischen Organisationen zusammen und stärkt ihre Kooperation mit Kommunalverwaltungen im Bereich der Entwicklungspolitik.

Dies geschieht unter anderem durch den Wettbewerb Kommune bewegt Welt. Gewürdigt wird dabei gemeinschaftliches Engagement von Kommunen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, insbesondere Migrantinnen und Migranten, zum Thema Migration und Entwicklung. Der Wettbewerb rückt das Engagement der Beteiligten in das Blickfeld der Öffentlichkeit und gibt guten Ideen eine Bühne.

Ab März 2020 ruft die SKEW wieder zu Bewerbungen auf und prämiert mit einem Preisgeld von insgesamt 135.000 Euro herausragende entwicklungspolitische Kooperationsprojekte von Kommunen mit migrantischen Organisationen, die das Thema Migration und Entwicklung auf kommunaler Ebene voranbringen.

Ob in Integrations- oder Migrationsbeiräten oder als Mitarbeitende der Kommunalverwaltungen, immer mehr Migrantinnen und Migranten wirken auch direkt in der Kommune mit. Dies prägt auch die kommunale Entwicklungspolitik.

Als Teil der Initiative Kommunales Know-how für Nahost unterstützt die SKEW deutsche Kommunen, die syrischen Geflüchteten Einblicke in die Funktionsweise einer deutschen Kommunalverwaltung ermöglichen wollen. Die Geflüchteten verbessern ihre berufliche Perspektive und erlernen Verwaltungswissen, das zukünftig für den Auf- und Ausbau kommunaler Strukturen in Syrien relevant werden kann. Durch den Austausch mit den syrischen Kolleginnen und Kollegen steigt innerhalb der Verwaltungen das Verständnis für globale Fragen und die kommunale Verantwortung rückt näher ins Bewusstsein.

Im Januar 2020 können Kommunen wieder ihr Interesse an einer Projektteilnahme bekunden. Fünf Kommunen werden dann im Februar ausgewählt.

Geflüchtete in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit

Auch das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global fördert Projekte, die in Zusammenarbeit mit Migrantinnen und Migranten umgesetzt werden.

Eines dieser Projekte ist Life back Home, das entwicklungspolitische und antirassistische Bildungsarbeit mit den Themen Flucht und Migration verbindet. Dazu werden junge Geflüchtete zu Bildungsreferentinnen und -referenten ausgebildet, die anschließend Schulen besuchen und in Vorträgen und Workshops über die Situation in ihrem Heimatland, ihre Flucht und ihr Leben in Deutschland berichten. Die Inhalte werden anschließend in einer geleiteten Gruppendiskussion vertieft. Gemeinsam mit Schulen und Bildungseinrichtungen gestaltet das Life back Home-Team auch ganze Projekttage mit verschiedenen Aktivitäten und weiteren Workshopangeboten.

Durch die Vorträge und Workshops werden Kenntnisse zu Fluchtursachen und deren entwicklungspolitischen Hintergründen vermittelt, ein Perspektivenwechsel zwischen jungen Menschen aus Deutschland und jungen Geflüchteten erreicht sowie die Akzeptanz von geflüchteten Menschen in der deutschen Aufnahmegesellschaft gestärkt.

Life back Home ist ein Projekt des interkulturellen Netzwerks The Global Experience e.V. Die Non-Profit-Organisation wurde 2005 am Schiller Gymnasium in Münster gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den globalen, interkulturellen Austausch zu fördern sowie die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen weltweit zu verbessern.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Perspektivwechsel bei den Menschenrechten

13. Dezember 2019 - 12:32
Alle Menschen werden frei und gleich an Würde und Recht geboren. Foto: Yannis Papanastasopoulos

Am 10. Dezember 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. In 30 Artikeln hält sie universelle Grundsätze der Menschenrechte fest, darunter das Recht auf Leben, Eigentum, Gesundheit, Staatsangehörigkeit, Gleichheit vor dem Gesetz und freie Meinungsäußerung.

Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung setzt die Teilhabe aller voraus, weshalb viele Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit auch die Stärkung der Menschenrechte fest im Blick haben. Vor allem geht es dabei um jene Menschenrechte, die sich mit Freiheit, Gleichheit, Gesundheit und Arbeitsbedingungen befassen.

Die Menschenrechte wahren und stärken, dazu können alle beitragen. Diesen Gedanken vermitteln auch Projekte, die über das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global gefördert werden. So zum Beispiel das Projekt „Menschenrechte vertiefen – Perspektiven marginalisierter Gruppen“, welches im Januar 2017 startete. Das Projekt von Peace Brigades International – Deutschland e.V. (pbi) möchte die Menschenrechte verstärkt aus Perspektiven marginalisierter Gruppen des Globalen Südens thematisieren. Die Sichtweisen der indigenen Bevölkerung, der Women Human Rights Defenders (WHRD) sowie der Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersex and Queer (LGBTIQ) aus Ländern des Globalen Südens zu den Themen Flucht und Asyl, Wirtschaft und Menschenrechte sowie Gender sollen in den Vordergrund der Bildungsarbeit treten.

Dafür hat pbi mehrere Workshops ins Leben gerufen, bei denen sich die Teilnehmenden mit Diskriminierungen aufgrund von Geschlechteridentitäten beschäftigen. In einigen Vorträgen und Workshops, die sich unter anderem an eine interessierte Öffentlichkeit, Studierende sowie Schülerinnen und Schüler richten, stehen die Menschenrechtsverletzungen in Honduras im Vordergrund.

Die pbi-Bildungsreferentin Shirley Medoza ist in dem mittelamerikanischen Land aufgewachsen. Dort hat sie sich als Trans-Aktivistin und Teil der Organisation CozumelTrans* für die Rechte der LGBTIQ-Personen in Honduras eingesetzt. Sie begleitet die Workshops und Vorträge zum Fokusthema Transphobie und Flucht und schildert ihre Arbeit und Perspektive auf die Situation in Honduras.

„In Honduras macht die LGBTIQ-Gemeinschaft eine der Bevölkerungsgruppen aus, die sich in einer besonderen Situation der Verletzbarkeit befindet. Sie genießt keine wirkliche Anerkennung ihrer Grundrechte und ist gesellschaftlicher sowie politischer Stigmatisierung ausgesetzt. […] Es ist sehr gefährlich, sich in Honduras öffentlich für die LGBTIQ- und Menschenrechte einzusetzen. Verfolgung und Gewalt gegen Trans-Menschen finden tagtäglich statt“, berichtet Shirley Medoza. Da auch sie in Honduras bedroht, verfolgt und verletzt wurde, floh sie nach Deutschland.

Aus diesem Anlass möchte pbi mit dem Bildungsprojekt der globalen und lokalen Transphobie ein Gegengewicht setzen. Pbi will auf die Situation von Menschen, die von Transphobie betroffen sind, aufmerksam machen und diesen Fluchtgrund verstärkt in das Bewusstsein der Menschen hier vor Ort holen.

Das übergeordnete Ziel des Projekts „Menschenrechte vertiefen – Perspektiven marginalisierter Gruppen“ ist es, eine Kultur globaler Solidarität zu fördern, fremdenfeindliche Einstellungen und Diskriminierung durch Aufklärung und Empathie zu verhindern, den Blick auf Menschenrechts-, Demokratie- und Umweltthemen zu schärfen sowie einen Perspektivwechsel anzuregen.

Das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global fördert in Deutschland durchgeführte Projekte, die lebensnah und anschaulich über entwicklungspolitische Themen aufklären und zeigen, wie sich Bürgerinnen und Bürger entwicklungspolitisch engagieren können.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Kreative Ideen beim Festival der Taten

11. Dezember 2019 - 10:21
Kategorien: Ticker

Wer trägt die Verantwortung?

6. Dezember 2019 - 16:56
von links: Stefan Niethammer, Dr. Jürgen Janssen, Moderatorin Gabi Struck und Anna Cavazzini sprachen über faire Lieferketten. Foto: Engagement Global

„Transformation unserer Welt - Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. SDGs konkret – Nachhaltigkeit in der Textil- und Bekleidungsbranche“ lautete das Thema der Ringvorlesung im GIZ Haus Berlin. Von Montag, 11. November, bis Montag, 2. Dezember 2019, konnten sich alle Interessierten Diskussionen und Vorträge von Expertinnen und Experten aus der Entwicklungszusammenarbeit und nachhaltigen Textilbranche anhören und einbringen. Am Montag, 2. Dezember 2019, fand die letzte von insgesamt fünf Veranstaltungen statt, die sich um die Frage nach der Verantwortung im fairen Textilbereich drehte.

Die globalen Nachhaltigkeitsziele sehen vor, dass alle Staaten bis zum Jahr 2030 Maßnahmen ergreifen, damit nachhaltige Produktions- und Konsumweisen weltweit sichergestellt werden. In der Textilbranche gibt es Ansätze, die zu einer nachhaltigeren Produktion unserer Kleidung führen sollen. Dennoch sind die ökologischen Auswirkungen der weltweiten Textilindustrie enorm. Schlechte Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern sind für viele Arbeiterinnen und Arbeiter im Globalen Süden Alltag. Doch welche Auswirkungen hat dies auf das eigene Kaufverhalten? Wie sehr werden Unternehmen bei der Forderung nach fairen Lieferketten in die Pflicht genommen und welche Rolle spielt die Politik? Diesen Fragen widmeten sich in moderierten Dialogen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Mit dabei waren Anna Cavazzini, EU-Parlamentarierin von Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Jürgen Janssen, Projektleiter im Sektorvorhaben Nachhaltigkeit in Textil-Lieferketten bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Stefan Niethammer, Geschäftsführer des Unternehmens 3Freunde, Jörg John, Agrarwissenschaftler und langjähriger Berater in der Entwicklungszusammenarbeit im Senegal im Bereich Baumwollanbau, Ariana Piper, Länderkoordinatorin von Fashion Revolution Deutschland bei FEMNET e.V. und Dagmar Maur, Abteilungsleiterin der Außenstellen von Engagement Global.

Wie können bestehende Handlungsansätze verstärkt werden, um im Textilsektor von Rohstoffgewinnung über Produktion und Konsum bis hin zum Recycling Nachhaltigkeit gewährleisten zu können? Von dieser Frage ausgehend, waren sich die sechs Expertinnen und Experten einig, dass es einer gesetzlichen Regelung auf nationaler und internationaler Ebene bedarf, um in der Textil- und Bekleidungsbranche zur Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards und menschenwürdigen Arbeitsverhältnissen auf europäischer Ebene zu verpflichten. Es müsse Gesetz geben, denn das Prinzip einer freiwilligen Selbstverpflichtung führe zu keinem Erfolg.

Verantwortung von Zivilgesellschaft, Unternehmen und Politik

Am ersten Dialogtisch diskutierten unter anderem Ariana Piper von FEMNET e.V. und Dagmar Maur von Engagement Global zum Thema Bildungsarbeit und Kampagnen. Ariana Piper erklärte, dass sich FEMNET vor allem für Frauen einsetze, da meist Frauen in der Textilherstellung arbeiten. Ariana Piper trat dafür ein, dass Kampagnen und Informationsarbeit lauter, diverser und möglicherweise auch radikaler werden müssten. Noch bewege man sich zu sehr in der eigenen Blase und erreiche noch nicht die große Käuferschicht der Textil- und Modebranche, so die Länderkoordinatorin von Fashion Revolution Deutschland. Dagmar Maur erklärte,dass entwicklungspolitische Bildungsarbeit zwar nur ein kleines, aber bedeutendes Puzzlestück darstelle, damit dann die Gesellschaft Verantwortung tragen könne. Bildungsarbeit sei ein wichtiger Punkt, um die Differenz zwischen Wissen und Handeln bei den Konsumentinnen und Konsumenten zu verkleinern. Beide betonten, dass Kampagnenarbeit und Bildungsarbeit stärker Hand in Hand gehen sollten, um gemeinsame Ziele zu erreichen und Menschen anzusprechen, die sich bisher noch nicht mit globalen Fragestellungen auseinandergesetzt haben.

Zum Thema unternehmerische Verantwortung sprachen Stefan Niethammer, Mitbegründer des T-Shirt-Labels 3Freunde und Jörg John, Agrarwissenschaftler und Berater in der Entwicklungszusammenarbeit, am nächsten Dialogtisch. „Ich produziere nicht anders, ich produziere richtig“, sagte Stefan Niethammer und erklärte weiter: „Wir kennen unsere Handelspartner: Vom Baumwollbauern bis zur Endproduktion. Wir verwenden ausschließlich fair gehandelte Biobaumwolle, wir färben in geschlossenen Systemen und gewährleisten existenzsichernde Löhne.“ Er hoffe auf ein gesellschaftliches Umdenken und schlug einen etwas anderen Weg vor: nicht die fair gehandelte Kleidung solle ausgezeichnet werden, sondern es sollten Warnhinweise auf Kleidung platziert werden, die auf die Bedingungen in der Produktion des Kleidungsstücks hinweisen und so zum Beispiel Menschenrechtsverletzungen und Umweltschädigungen aufdecken würden. Jörg John schilderte die Perspektive der Kleinbäuerinnen und –bauern im Baumwollanbau, die den Anfang der Lieferkette in der Textilbranche bilden. Auch Kleinbauern und –bäuerinnen würden mit einem unternehmerischen Interesse arbeiten, berichtete er. Letztlich müsse die Entscheidung, Baumwolle nachhaltig zu produzieren, gewährleisten, dass sie tatsächlich auch etwas davon haben. An erster Stelle würden hier die Ernährungssicherheit und ein sicheres regelmäßiges Einkommen für die Familien stehen. Kleinbauern und –bäuerinnen sollten außerdem nicht nur als Zuliefernde der Baumwolle gesehen werden. Weitere Arbeitsschritte zur Weiterverarbeitung des Rohstoffs auf lokaler Ebene sollten ermöglicht werden, was zu einer Verbesserung der Situation der Kleinbäuerinnen und -bauern führen könne. Hierfür müssten die Bäuerinnen und Bauern direkt in einen Dialog eigebunden werden. Auch die Politik müsse hier in die Pflichte genommen werden, um ganzheitliche Ansätze zu verfolgen, die die unterschiedlichen Sektoren miteinander in Bezug setzen.

Hier knüpften Jürgen Janssen von der GIZ und Anna Cavazzini, EU Parlamentarierin von Bündnis 90/Die Grünen, an. Gemeinsam widmeten sie sich an einem Dialogtisch der Frage nach politischer Verantwortung. Jürgen Janssen erläuterte das Textilbündnis, das 2014 als Multi Stakeholder-Initiative ins Leben gerufen wurde. Das Spektrum der Mitglieder im Textilbündnis zeige die Diversität des Spektrums der Akteure in der textilen Wertschöpfung, die einen Einfluss auf den Wandel haben. Dr. Janssen betonte den langen Prozess, der zur Vertrauensbildung zwischen den Akteuren notwendig war. Im Textilbündnis gebe es Gegnerinnen und Gegner sowie Befürworterinnen und Befürworter eines Lieferkettengesetzes, es existiere somit kein Grundkonsens zu diesem Punkt. Anna Cavazzini betonte, dass es Zeit für gesetzliche Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene sei, denn allein nach dem Prinzip der Freiwilligkeit würden Standards zur Nachhaltigkeit nicht erreicht werden. Aber auch hier sei es notwendig, dass gleichzeitig die Standards für Nachhaltigkeit in internationalen Handelsabkommen genauer betrachtet werden, um in der Baumwoll- und Textilproduktion zu greifen und Nachhaltigkeit zu erreichen.

Die Veranstaltung wurde von der Außenstelle Berlin von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, der Stabsstelle Nachhaltigkeit und Energie zusammen mit der SUSTAIN IT!-Initiative für Nachhaltigkeit & Klimaschutz der Freie Universität Berlin sowie der Studentische Initiative Nachhaltigkeitsbüro der Humboldt Universität zu Berlin durchgeführt.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Entwicklungspolitisches Engagement verstetigen

5. Dezember 2019 - 9:50
Viele ehrenamtliche Vereinen suchen dringend Nachwuchs. Foto: Martin Magunia

Am 5. Dezember wird seit 1986 der Internationale Tag des Ehrenamtes gefeiert. An diesem Tag soll das Engagement all der Menschen gewürdigt werden, die tagtäglich freiwillig helfen – sei es bei der Freiwilligen Feuerwehr, in karitativen Einrichtungen oder bei der Betreuung von Geflüchteten. Laut einer Umfrage des Deutschen Zentrums für Altersfragen haben im Jahr 2014 in Deutschland rund 30 Millionen Menschen über 14 Jahren ein Ehrenamt ausgeübt, die meisten von ihnen in Sportvereinen.

Auch Engagement Global unterstützt zivilgesellschaftliches Engagement. Die Fachstelle für entwicklungspolitische Beratung und Vernetzung, die Mitmachzentrale (MMZ), ist dabei die erste Anlaufstelle für Interessierte. Sie informiert zu Möglichkeiten des entwicklungspolitischen Engagements im In- und Ausland. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MMZ beraten sowohl Einzelpersonen als auch Kommunen, Schulen, Vereine, Unternehmen und andere zivilgesellschaftliche Akteure. Sie unterstützen bei der Vernetzung, vermitteln Ansprech- und Kooperationspartner und verweisen auf Finanzierungsquellen.

Darüber hinaus führt die MMZ in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren Veranstaltungen zu verschiedenen Aspekten des entwicklungspolitischen Engagements durch.

So zum Beispiel auch am 4. Deutschen Engagementtag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Veranstaltung findet von Donnerstag, 5. bis Freitag, 6. Dezember 2019 unter dem Motto „Keine Frage des Alters! Engagement aller Generationen“ in Berlin statt. Martin Block, Abteilungsleiter der MMZ, moderiert dort einen Workshop zum Thema „Staffelübergabe – Wie in ehrenamtlichen Organisationen die Kooperation der Generationen gelingen kann“. Der Workshop wird in Zusammenarbeit mit dem Weltladen-Dachverband e.V. und dem Eine Welt Netz NRW e.V. durchgeführt.

Im Workshop wird den Fragen nachgegangen, welche Erwartungen die verschiedenen Generationen an ehrenamtliches Engagement haben, wie sich Engagement-Formen, Ehrenamtskulturen und technische Möglichkeiten in den letzten Jahrzehnten verändert haben und wie die Generationen voneinander lernen und profitieren können, um den Generationenwechsel erfolgreich durchzuführen. „Wir stellen fest, dass es viele lang gewachsene, ehrenamtlich organisierte Vereine gibt, die händeringend Nachwuchs suchen, weil die Engagierten zu alt werden. Andererseits gibt es viele Jüngere, die sich gerne freiwillig engagieren möchten, aber oft anders als gewohnt. In dem Workshop besprechen wir die Gelingensbedingungen, wie beide Generationen voneinander lernen und profitieren können, damit sich die Vereine stabilisieren und ihre Arbeit verstetigen“, so Martin Block.

Kontakt

Kostenfreies Infotelefon
Telefon: +49 (0) 800 188 7 188
info@engagement-global.de

Kategorien: Ticker

Faires Geschäft mit afrikanischer Musik?

3. Dezember 2019 - 15:52
Die Podiumsgäste und das Publikum diskutierten darüber, ob es faire Handelsbeziehungen im globalen Musikgeschäft gibt. Foto: Shaban Masengesho

Am Samstag, 30. November 2019, drehte sich im „Baron“ an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) in Mainz alles um den Kultursektor in den Ländern Afrikas und um faire Handelsbeziehungen im globalen Musikgeschäft. Die Veranstaltungsmanagerin Elodie Tegabou, der Musikpädagoge Clinton Heneke, der DJ und Musiker Janeck Altshuler und der Veranstalter und DJ Pedo Knopp diskutierten miteinander und mit dem Publikum. Dr. Hauke Dorsch vom Archiv für die Musik Afrikas an der JGU und Tom Simmert vom Institut für Ethnologie und Afrikastudien an der JUG moderierten die Veranstaltung.

Wie bei vielen Menschen hat sich auch bei den rund 60 Anwesenden im Baron schon lange ein Bewusstsein für faire Handelsbeziehungen entwickelt. Als Konsumentinnen und Konsumenten können sie sich bereits in vielen Bereichen bewusst für fair gehandelte Waren entscheiden: Neben Kaffee, Blumen und Bananen finden sich in den Regalen immer öfter gerecht und nachhaltig produzierte Säfte, Honig, Kosmetika, Wein oder Textilien. Wie aber steht es mit kulturellen Gütern?

Das an dieser Thematik sehr interessierte Publikum war sich bewusst, dass es zahlreiche Initiativen und Unternehmen gibt, die die Standards des Fairen Handels auf weitere Produkte ausweiten möchten. Weil das Thema Fairtrade Music jedoch neu ist, wollte Moderator Tom Simmert gleich zu Beginn von den Podiumsgästen wissen, wie es ihrer Meinung nach um den Kultursektor steht. „Gibt es so etwas wie faire Handelsbeziehungen im globalen Musikgeschäft?“ und „Gilt nicht in vielen Ländern die Kultur- und Kreativwirtschaft als Entwicklungsmotor?“ waren seine Einstiegsfragen.

Der Musikpädagoge Clinton Heneke berichtete unter anderem von den sehr hohen Erwartungen afrikanischer Musikerinnen und Musiker, wenn sie nach Europa auf Tournee gingen. Pedo Knopp, DJ und Veranstalter, mahnte vor allem professionelles Handling und faire Bezahlung für Bands an. Neben einigen großen Gigs gäbe es zum Beispiel in Frankreich auch Fonds für kleine und mittlere Kulturveranstaltungen. Aus dem teilweise aus Frankfurt am Main angereisten Publikum meldete sich unter anderem Dasito Kajela Röttger vom Africa Alive Team mit der Anmerkung, dass es sehr schwierig sei, Visa für afrikanische Musikerinnen und Musiker zu bekommen.

Moderator Dr. Hauke Dorsch fragte gezielt nach den Afrikabildern, mit denen sich die Musikerinnen und Musiker beziehungsweise die Veranstalterinnen und Veranstalter im Rhein-Main Gebiet konfrontiert sehen. So unterschied DJ und Musiker Janeck Altshuler verschiedene Veranstaltungsformate, die auch sehr unterschiedliche Afrikabilder vermittelten. Manchmal käme es sogar zu Auseinandersetzungen mit dem Publikum darüber, was denn nun „typisch afrikanische Musik“ sei. Alle vier Podiumsgäste waren sich darüber einig, dass die in vielen Städten Deutschlands seit Jahrzehnten veranstalteten Afrikafestivals mit dem Dilemma zu kämpfen haben, dass sie einerseits nicht dem stereotypen deutschen Bild afrikanischer Kultur entsprechen wollen, andererseits jedoch Publikumserwartungen bedienen, um auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Veranstaltungsmanagerin Elodie Tegaboue bedauerte, dass es kaum ein differenziertes Bild afrikanischer Musiken gäbe und selbst für ein multikulturelles Publikum bekannte Städte wie Frankfurt am Main nicht die gleichen Bedingungen aufwiesen wie etwa Paris oder London. Pedo Knopp unterstrich dies und beklagte den Mangel an geeigneten Spielstätten für authentische afrikanische Musik und den hohen bürokratischen Aufwand für Fördergelder.

In der Schlussrunde plädierten alle Anwesenden dafür, dass sich die afrikanische Musikszene stärker vernetzen und es sowohl formale als auch informelle Bildungsveranstaltungen zur Vielfalt afrikanischer Musik geben müsse, um eine differenzierte Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents und seiner vielfältigen Kultur vermitteln zu können. Unterschiedliche Veranstaltungsformate könnten im Idealfall dazu beitragen, Klischees im Afrikabild zu brechen und ein positives, differenziertes Bild Afrikas zu vermitteln, wie Elodie Tegaboue betonte: „Musik ist die Sprache, die alle verstehen“.

Die Veranstaltung wurde von der Außenstelle Mainz von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) und in Kooperation mit dem Archiv für die Musik Afrikas und dem Institut für Ethnologie und Afrikastudien an der JGU Mainz durchgeführt.

Kategorien: Ticker

Migration, Flucht und Agenda 2030

2. Dezember 2019 - 9:48
Der Film We Exist kombiniert Bilder von Menschen auf der Flucht mit Musik von Menschen aus Afrika und dem mittleren Osten. Foto: We Exist

Wie kann die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung dazu beitragen, Fluchtursachen zu bekämpfen? Diese und weitere Fragen wurden am Mittwochabend, 27. November 2019, an der Katholischen Hochschule in Paderborn mit Expertinnen und Experten und rund 60 interessierten Besucherinnen und Besuchern diskutiert. Prof. Dr. Monika Többe-Schukalla begrüßte die Besucherinnen und Besucher sowie die zur Diskussionsrunde eingeladenen Gäste und gab einen Überblick über die Agenda 2030.

Zur thematischen Einstimmung auf das Thema wurde der Film „We exist“ gezeigt, ein Dokumentar-Musikfilm mit Musikerinnen und Musikern aus den Ländern des mittleren Ostens und Afrikas, der Musik und Bilder von Menschen auf der Flucht, die sich im Mittelmeerraum bewegen, kombiniert. Die Musikerinnen und Musiker kommen teils aus Notunterkünften, teils sind es regional und international bekannte Gruppen, die ihre Musik für den Film zur Verfügung stellen.

Nicht nur der deutsch-spanische Filmemacher und Autor des Films „We exist“ Lucian Segura diskutierte mit den Besucherinnen und Besuchern im Anschluss über das Gesehene. Auch die weiteren geladenen Gäste Dr. Kamal Sido, langjähriger Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker und Experte für Konflikte und Hintergründe kriegerischer Auseinandersetzungen im Nahen Osten, Serge Palasie, Fachpromotor für Flucht, Migration und Entwicklung des Eine Welt-Landesnetzwerks Nordrhein-Westfalen und Kurator der vor Ort gezeigten Ausstellung „Schwarz ist der Ozean“, sowie Sulaiman Sedahmad, Student der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule NRW, waren Teil der anschließenden Diskussionsrunde zum Thema „Fluchtursachen bekämpfen? Die Agenda 2030 als mögliche Antwort“. Moderiert wurde der Abend von Julia Ures.

Sulaiman Sedahmad knüpfte gleich mit einer Erzählung über seine eigene Fluchtgeschichte an den Film an. Er könnte eines der gezeigten Kinder sein, berichtete er, die bei der Beschreibung einer Busfahrt viele Zuschauende während des Films zu Tränen rührten. Er beschrieb die Unsicherheit, nicht zu wissen, wie eine simple Busfahrt ausgehen könne und die Gefahr vor Anschlägen und Übergriffen. Eben diese Unsicherheit bewegte ihn zur Flucht. Er wollte in Sicherheit leben, so beschrieb Sulaiman Sedahmad seine persönlichen Beweggründe.

Die anschließende Podiumsdiskussion beleuchtete die Agenda 2030 vor allem vor dem Hintergrund, ob diese als Instrument zur Bekämpfung von Fluchtursachen geeignet sei. Lucian Segura plädierte dafür, die Fluchtursachen zu verstehen und die historische Verantwortung des Globalen Nordens anzuerkennen. Auch die Historiker Serge Palasie und Dr. Kamal Sido betonten die Wichtigkeit einer historischen Einordnung.

Diese historische Einordnung kommt auch in der Ausstellung „Schwarz ist der Ozean – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun“ zu tragen, die im Rahmen der Veranstaltung gezeigt wurde.

Hintergrund

Finanziert wird die Veranstaltung über das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Film „We exist“ ist Teil der bundesweiten Filmtour, einer Kooperation zwischen Engagement Global und dem Deutschen Institut für Entwicklungszusammenarbeit (DIE) sowie lokalen Partnern in den jeweiligen Orten, in denen der Film gezeigt wird.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Klima, Brand und Rodung

29. November 2019 - 14:24
Das Zukunftsforum bietet Raum für Ideen zur Umsetzung der Agenda 2030 auf lokaler Ebene. Foto: David Clode

Am Dienstag, 26. November 2019, startete das Zukunftsforum an der GenerationenHochschule der Hochschule Harz in Wernigerode mit der ersten Vorlesung. Das Thema der Auftaktveranstaltung lautete „WeltWald im Wandel: Auswirkungen von Klima, Brand und Rodung“ und knüpfte an Ziel 15 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung an:„Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern.“

Das Zukunftsforum bringt Expertinnen und Experten sowie lokal aktive und interessierte Menschen miteinander ins Gespräch, um zu diskutieren, wie weit die Agenda 2030 mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung in der Region bereits umgesetzt wird und was zukünftig noch getan werden kann.

László Maráz vom Forum Umwelt und Entwicklung und Judith Reise vom Öko-Institut e.V. referierten zum Thema des Abends. Die Geografin Dr. Christina Alff moderierte die Veranstaltung.

László Maráz ging in seinem Vortrag den Fragen nach, wie auf lokaler Ebene mit dem Wald umgegangen wird und wie die 17 Ziele durch entsprechende Maßnahmen erreicht werden können. Judith Reise nahm in ihrem Vortrag die globale Perspektive ein und referierte darüber, welche Rolle die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik bei den Waldbränden in Brasilien spielen. Laut Judith Reise trage unser Fleischkonsum dazu bei, dass die Nachfrage von Soja als Futtermittel und damit der Bedarf an Anbauflächen steige, was wiederum dazu führe, dass Wälder gerodet würden. Um dem entgegenzuwirken müsse man einerseits den Fleischkonsum reduzieren und andererseits in Bildungsarbeit an Schulen und in Initiativen zum Naturschutz investieren.

Unter den rund 120 Zuhörerinnen und Zuhörern waren neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Leiter der Nationalparkverwaltung Harz, die Stadträtin der Fraktion der Grünen sowie Mitglieder von Solar e.V., ein Verein für Bildungs- und Kulturarbeit, und des Dachvereins Reichenstrasse e.V., ein Verein zur Jugendarbeit.

Die Veranstaltungsreihe zum Thema Nachhaltigkeit wird von Engagement Global in Kooperation mit der Hochschule Harz und der Stadt Wernigerode im Rahmen des Programms Entwicklungspolitische Bildung durchgeführt. Im Jahr 2020 wird es weitere Vorlesungstermine mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung geben.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Bilder korrigieren

28. November 2019 - 15:59
Während der Bildkorrekturen konnten sich die Teilnehmenden informieren und austauschen. Foto: Christiane Fritsch/Engagement Global

Wie können Journalistinnen und Journalisten zur Umsetzung der Agenda 2030 und den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung beitragen und wie lässt sich über die Nachhaltigkeitsziele berichten? Rund 130 (Nachwuchs-) Journalistinnen und Journalisten kamen von Donnerstag, 21., bis Samstag, 23. November, zur „Bildkorrekturen“ in Leipzig zusammen und widmeten sich genau diesen Fragen. Unter dem Motto „Nachhaltige Entwicklungsziele Weltweit. Umsetzung und Medienberichterstattung“ setzten sich die Teilnehmenden in Workshops damit auseinander, wie sich die 17 Ziele in Deutschland, aber auch weltweit, umsetzen lassen können.

Die Journalistinnen und Journalisten diskutierten gemeinsam mit Fachleuten aus Vietnam, Bosnien, Brasilien und Deutschland während der 17. Bildkorrekturen über Möglichkeiten, die Sustainable Development Goals, kurz SDG, in ihre Berichterstattung zu integrieren. In den Workshops wurden eigene Ideen zur Umsetzung der entwicklungspolitischen Ziele entwickelt und die eigene Rolle als Journalistin und Journalist reflektiert.

Ziel war es, länderbezogene stereotype Bilder zu hinterfragen und zu korrigieren. So lernten die Teilnehmenden beispielsweise, dass Brasilien einen größeren Anteil erneuerbarer Energien hat als Deutschland. Die Stadt Hoi An in Vietnam hat elektrische Autos (TukTuks) eingeführt. Ihre Partnerstadt Wernigerode hat dies zum Vorbild genommen und ihre Schlossbahn ebenfalls auf Elektro umgestellt. Nur einige wenige Beispiele wie deutsche Partner von ihren Partnern im globalen Süden lernen können.

Vor und während der Bildkorrekturen produzierten teilnehmende Journalistinnen und Journalisten eigene Print- und audiovisuelle Beiträge und thematisierten bestehende Spannungsfelder in der journalistischen Berichterstattung. Es waren verschiedene journalistische Ausbildungsstätten und Hochschulen aus Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen beteiligt: die Universitäten in Leipzig, Bamberg und München sowie die Deutsche Welle Akademie.

Hintergrund

Die Bildkorrekturen-Konferenz wird von Engagement Global organisiert und über das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) in Kooperation mit Ausbildungsstätten und Hochschulen in Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen gefördert.

Kategorien: Ticker

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2020

28. November 2019 - 8:53
Fee Merlevede (links) wurde während ihrer Ausbildung bei Engagement Global unter anderem von Projektleiterin Annika Malmes (rechts) betreut. Foto: Engagement Global

Entwicklungspolitisches Engagement profitiert von professioneller Unterstützung. Deshalb investiert Engagement Global in die Ausbildung und bietet Menschen einen Einstieg ins Berufsleben. Fee Merlevede hat dies genutzt. Sie schloss ihre auf knapp zwei Jahre verkürzte Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau im Juni 2019 ab und zwar als eine der Besten in Nordrhein-Westfalen. Dafür wurde sie gemeinsam mit weiteren gekürten Auszubildenden am Freitag, 22. November 2019, in Hagen von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer geehrt. Ihr Ausbildungsfazit: „Alle Teams und Abteilungen haben mich immer mit offenen Armen empfangen und damit zum guten Gelingen meiner Ausbildung beigetragen. Und besonders toll fand ich, dass ich schon während meiner Ausbildung viele Veranstaltungen mit eigenen Aufgaben begleiten durfte!“

Engagement Global bildet in mehreren Berufen aus, alle Auszubildenden durchlaufen im Durchschnitt sieben Ausbildungsstationen. Über ihren berufsfachlichen Schwerpunkt hinaus sollen sie Einblicke in die vielfältigen Arbeitsgebiete der Organisation bekommen, die in staatlichem Auftrag entwicklungspolitisches Engagement mit Beratung und Förderung unterstützt. Damit sind besondere Anforderungen wie transparentes Arbeiten und zuhören können, aber auch spezifische Rechts- und Verwaltungskenntnisse verbunden.

Engagement Global bildet zurzeit sechs Verwaltungsfachangestellte, zwei Kaufleute für Büromanagement und einen Kaufmann für Veranstaltungsmanagement aus. Ein Drittel der neun Auszubildenden ist weiblich, in der Belegschaft stellen Frauen zwei Drittel. Vier der Auszubildenden sind im ersten Lehrjahr, fünf stehen bereits im zweiten Lehrjahr. Noch bis Sonntag, 1. Dezember 2019, können sich Menschen für zwei Ausbildungsplätze im Büromanagement bewerben. Die Ausbildung beginnt im August 2020.

Übrigens: Fee Merlevede arbeitet jetzt im Veranstaltungsteam bei Engagement Global.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Beste Ausbildung

27. November 2019 - 12:36
Fee Merlevede (links) wurde während ihrer Ausbildung bei Engagement Global unter anderem von Projektleiterin Annika Malmes (rechts) betreut. Foto: Engagement Global

Entwicklungspolitisches Engagement profitiert von professioneller Unterstützung. Deshalb investiert Engagement Global in die Ausbildung und bietet Menschen einen Einstieg ins Berufsleben. Fee Merlevede hat dies genutzt. Sie schloss ihre auf knapp zwei Jahre verkürzte Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau im Juni 2019 ab und zwar als eine der Besten in Nordrhein-Westfalen. Dafür wurde sie gemeinsam mit weiteren gekürten Auszubildenden am Freitag, 22. November 2019, in Hagen von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer geehrt. Ihr Ausbildungsfazit: „Alle Teams und Abteilungen haben mich immer mit offenen Armen empfangen und damit zum guten Gelingen meiner Ausbildung beigetragen. Und besonders toll fand ich, dass ich schon während meiner Ausbildung viele Veranstaltungen mit eigenen Aufgaben begleiten durfte!“

Engagement Global bildet in mehreren Berufen aus, alle Auszubildenden durchlaufen im Durchschnitt sieben Ausbildungsstationen. Über ihren berufsfachlichen Schwerpunkt hinaus sollen sie Einblicke in die vielfältigen Arbeitsgebiete der Organisation bekommen, die in staatlichem Auftrag entwicklungspolitisches Engagement mit Beratung und Förderung unterstützt. Damit sind besondere Anforderungen wie transparentes Arbeiten und zuhören können, aber auch spezifische Rechts- und Verwaltungskenntnisse verbunden.

Engagement Global bildet zurzeit sechs Verwaltungsfachangestellte, zwei Kaufleute für Büromanagement und einen Kaufmann für Veranstaltungsmanagement aus. Ein Drittel der neun Auszubildenden ist weiblich, in der Belegschaft stellen Frauen zwei Drittel. Vier der Auszubildenden sind im ersten Lehrjahr, fünf stehen bereits im zweiten Lehrjahr. Noch bis zum 1. Dezember 2019 können sich Menschen für zwei Ausbildungsplätze im Büromanagement bewerben. Die Ausbildung beginnt im August 2020.

Übrigens: Fee Merlevede arbeitet jetzt im Veranstaltungsteam bei Engagement Global.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Austausch zu den 17 Zielen im Schulunterricht

25. November 2019 - 12:53
Die Lehrkräfte tauschten sich über Möglichkeiten, die 17 Ziele im Unterricht zu integrieren, aus. Foto: Engagement Global

Schulische Lernarrangements rund um die Agenda 2030 und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung standen bei den Teilnehmenden der Fortbildung „Die Ziele für nachhaltige Entwicklung im Unterricht“ im Fokus. Im niedersächsischen Hodenhagen tauschten sich am Freitag, 22., und Samstag, 23. November 2019, rund 25 Lehrkräfte über Möglichkeiten, die 17 Ziele im Unterricht zu integrieren, aus und entwickelten gemeinsam Ideen und Ansätze für neue, nachhaltige und zukunftsorientierte Projekte. Die Fortbildung ist ein Angebot speziell für Alumni des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ und wird von der Abteilung Schulische Bildung von Engagement Global durchführt.

Ein kreativ gestaltetes Kennenlernen, bei dem die Teilnehmenden in Kleingruppen thematische Gemeinsamkeiten ermittelten und diese pantomimisch darstellten, bildete den Einstieg in die Fortbildungsveranstaltung. In einem Open-Space-Format hatten die Teilnehmenden im Anschluss an das gemeinsame Abendessen Gelegenheit, sich über Aspekte der Bildung für nachhaltige Entwicklung auszutauschen und für sich selbst herauszuarbeiten, welche Themen ihnen aktuell besonders wichtig sind.

Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen der Integration der nachhaltigen Entwicklungsziele in den Unterricht. Angeleitet von Dr. Thomas Hoffmann, Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Karlsruhe, beschäftigten sich die Teilnehmenden im ganztätigen Fortbildungsmodul mit Fragen wie „Leben wir im Zeitalter der nachhaltigen Entwicklung?“ oder „Welche Rolle spielt Bildung im Agenda 2030-Prozess?“. Aufbauend auf der fundierten Auseinandersetzung mit globalen Problemkonstellationen sowie problemlösungsorientierten Geschichten des Wandels an Beispielen aus Mexiko, Indien, Südafrika und Deutschland, beleuchteten die Teilnehmenden Projekte und Maßnahmen im eigenen beruflichen und privaten Umfeld. Das Ziel war es, auf der Ebene des eigenen Wirkungsbereichs aktuelle Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung zu erkennen, Defizite zu identifizieren und Lösungsvorschläge zu deren Überwindung zu skizzieren.

„Die inhaltliche Auseinandersetzung mit den SDGs (Sustainable Development Goals) hat mir neue Ansätze für meinen Unterricht geliefert. Ich konnte neue Kontakte knüpfen und mich intensiv mit Gleichgesinnten austauschen“, fasste eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung zusammen.

Die Teilnehmenden erwarben ein grundsätzliches Verständnis dafür, wie Unterrichtsgestaltung zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele und einer gesamtgesellschaftlichen nachhaltigen Entwicklung beitragen kann.

Hintergrund

Die Veranstaltung „Die Ziele für nachhaltige Entwicklung im Unterricht“ ist ein Fortbildungsangebot, das sich speziell an Alumni des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ richtet. Der Schulwettbewerb wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier durchgeführt. Die aktuelle neunte Wettbewerbsrunde steht unter dem Motto „Meine, deine, unsere Zukunft?!“ Lokales Handeln – globales Mitbestimmen. Bis Montag, 2. März 2020, können ideenreiche Beiträge zu diesem Thema eingereicht werden!

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Interkulturelle Kompetenzen stärken

21. November 2019 - 13:02
Seit 2017 kooperiert Engagement Global mit der Führungsakademie der Bundeswehr. Foto: Dr. Maren Tomforde

Von Montag, 11., bis Donnerstag, 14. November 2019, fand die Konferenz „Coping with Culture“ in der Clausewitz-Kaserne in Hamburg statt. Veranstaltet wurde die Tagung zum Thema Kultur in Zeiten geopolitischer Veränderungen von der Außenstelle Hamburg von Engagement Global in Kooperation mit der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) und dem Zentrum Innere Führung (ZInFü).

Die FüAkBw ist die höchste militärische und zentrale Ausbildungsstätte für die Aus-, Weiter- und Fortbildung aller Offiziere, Stabsoffiziere und Generale beziehungsweise Admirale der Bundeswehr in Deutschland. ZInFü führt Schulungen von zivilem und militärischem Personal durch und forscht zu Fragen, die die innere Führung betreffen.

In fünf Workshops setzten sich die rund 85 Teilnehmenden mit den unterschiedlichen Aspekten des Themas Kultur auseinander. Unter den Teilnehmenden waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Angehörige der Bundeswehr sowie Expertinnen und Experten der Entwicklungszusammenarbeit und Interkulturalität.

Christian Braun, Leiter der Außenstelle Hamburg von Engagement Global, führte einen Workshop zum Thema „Civil-Military Cooperation“ durch, der sich vor allem mit den Chancen und Herausforderungen des Vernetzten Ansatzes (Comprehensive Approach) befasste. Der Vernetzte Ansatz zielt darauf ab, dass alle an einer Friedensmission beteiligten Akteure, wie Fachkräfte der Entwicklungszusammenarbeit, zivile Friedenskräfte und militärische Sicherheitskräfte, ressort- und institutionsübergreifend zusammenarbeiten, um Konflikte wirksam zu bearbeiten und zu Frieden und Sicherheit beizutragen.

Am Ende des Workshops stellte Christian Braun verschiedene Trainingsmethoden wie Plan- und Brettspiele vor, die Engagement Global in Workshops mit der Bundeswehr einsetzt. Die Plan- und Brettspiele stellen eine Möglichkeit dar, die Angehörigen der Bundeswehr auf die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren und anderen Organisationskulturen vorzubereiten.

Jürgen Koch, ehemaliger Landesdirektor des Büros der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Mali, merkte in diesem Zusammenhang an, dass die Zusammenarbeit zwischen GIZ, Bundeswehr und Auswärtigem Amt in Mali zwischenmenschlich gut funktioniert habe, die Herausforderung aber darin bestünde, die unterschiedlichen Akteure bereits in der Vorbereitung auf einen Einsatz zusammenzubringen.

Zu einem ähnlichen Schluss kam Generalmajor Sollfrank, der in seinem Plenarvortrag betonte, dass in Bezug auf den Vernetzten Ansatz Raum für Verbesserung bestünde, einmalige Trainings jedoch nicht die gewünschten Ergebnisse mit sich brächten. Viel wichtiger sei eine kontinuierliche Weiterbildung während der gesamten Dienstzeit.

Hintergrund

Engagement Global führt an verschiedenen Bundeswehrstandorten Bildungsseminare zu entwicklungspolitischen Themen durch. Ziele der Zusammenarbeit ist es, das Verständnis für die Entwicklungszusammenarbeit voranzubringen und den Angehörigen der Bundeswehr die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung näher zu bringen. Seit 2017 besteht ein Kooperationsvertrag zwischen Engagement Global und der Führungsakademie der Bundeswehr. Die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit dem Zentrum Innere Führung ist für Januar 2020 geplant.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention

20. November 2019 - 16:16
Kategorien: Ticker

Sport und die Agenda 2030

20. November 2019 - 14:42
Expertinnen und Experten tauschten sich über Herausforderungen in der nachhaltigen Sportartikelherstellung aus. Foto: Engagement Global/Bozica Babic

Sport fördert Toleranz und Respekt, stärkt die Selbstbestimmung des Einzelnen und den Zusammenhalt von Gemeinschaften. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 2030. Vor diesem Hintergrund organisieren das Programm „Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland“ (EBD) von Engagement Global und das Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln im November 2019 erneut gemeinsame Themenwochen.

Unter dem Motto „Sport.Global.Nachhaltig.“ gehen Studierende und externe Interessierte in institutsübergreifenden Seminaren und Workshops gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Frage nach, welchen Beitrag der Sport leisten kann, wenn es darum geht, Ungleichheiten zu verringern.

Zum Auftakt am 29. Oktober 2019 hatte Manfred Belle vom Eine Welt Netz NRW eine Einführung zu den 17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung gegeben. Um Nachhaltigkeit im Profifußball ging es im Seminar mit Jens Bräunig vom VFB Stuttgart, der erläuterte wie der Verein in den vergangenen Jahren auf eine nachhaltigere Produktion im Merchandising umgestellt hat. Bräunig berichtete, dass ihn insbesondere Erfahrungen in Ländern des Globalen Südens zu dem Entschluss gebracht hätten, dass auch der Profisport seiner Verantwortung gegenüber Umwelt, Mitmenschen und zukünftigen Generationen gerecht werden müsse. Aufklärung und Transparenz in Bezug auf Nachhaltigkeitszertifikate seien dabei von zentraler Bedeutung.

Ein Highlight der Themenwochen fand am vergangenen Mittwoch, 13. November 2019, im großen Hörsaal mit rund 150 Studierenden statt: Unter der Moderation von Prof. Dr. Jürgen Mittag von der DSHS diskutierten Anne Rehner vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Dr. Gisela Burckhardt, Gründerin und Vorstandvorsitzende von FEMNET e.V., sowie der mit der Leitung und Koordination des gesellschaftspolitischen Engagements der TSG Hoffenheim beauftragte Stefan Wagner über Nachhaltigkeit in der Produktion von Sportartikeln.

„Im vergangen Jahr wurden mit Sportbekleidungsartikeln weltweit 174 Milliarden Euro umgesetzt. Das ist die Hälfte von dem was die mächtige Automobilindustrie schafft“, sagte Prof. Dr. Jürgen Mittag eingangs und verdeutlichte damit die Tragweite des Themas. Anne Rehner betonte, dass dann nachhaltig gestaltet werden könne, wenn sich Staat, Unternehmen und Zivilgesellschaft gleichermaßen engagieren. Die Bundesregierung appelliere demnach an die in den Leitprinzipien der Vereinten Nationen festgelegte Sorgfaltspflicht der Unternehmen. Das BMZ habe mit dem Grünen Knopf kürzlich zudem ein staatliches Siegel geschaffen, das nicht nur die Nachhaltigkeit von Textilprodukten, sondern auch die der gesamten Unternehmen in der Lieferkette prüfe.

Frau Dr. Burckhardt mahnte an, dass es nicht ausreichend sei, wenn der Staat auf freiwillige Maßnahmen der Unternehmen setze. So würden sich namenhafte Sportartikelhersteller schlichtweg weigern, bei der Bundesinitiative für existenzsicherende Löhne mitzumachen, der Einsatz von gesundheitsschädigenden Chemikalien sei nach wie vor an der Tagesordnung und insbesondere Näherinnen wären an ihrem Arbeitsplatz regelmäßig mit Diskriminierung und Gewalt konfrontiert.

Bei Sportvereinen, insbesondere Fußball-Bundesligisten, sei es schwierig, beim Thema Nachhaltigkeit voranzukommen, berichtete Stefan Wagner, Experte für Corporate Social Responsibility (CSR) bei TSG 1899 Hoffenheim: „Sport ist Wettbewerb in Reinkultur.“ Auf Nachhaltigkeit abzielende Maßnahmen ließen sich hier nur dann umsetzen, wenn nicht die Wettbewerbsfähigkeit einzelner eingeschränkt werde. Wichtig sei der Rückhalt des obersten Managements. Da dies im Falle der TSG Hoffenheim gegeben sei, konnte man im Verbund mit dem BMZ und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Uganda ein Cotton Made in Africa zertifiziertes Textilunternehmen aufbauen. Dies zeige hoffentlich nicht zuletzt auch anderen Sportvereinen, dass es grundsätzlich möglich sei, Textilien nachhaltig produzieren zu lassen.

Weitere Veranstaltungen

Noch bis zum 28. November finden Vorlesungen und Diskussionen rund um das Thema Nachhaltigkeit im Sport an der Sporthochschule Köln statt, zu denen neben Studierende auch alle anderen Interessierten eingeladen sind.

Am Donnerstagabend, 21. November 2019, wird unter dem Motto „Sports for global citizenship“ die Tanzperformance „Its a long way“ aufgeführt und ein Screening des Dokumentarfilms „Spirit of the Ball“ mit Andrew Aris im Musischen Forum der Sporthochschule gezeigt.

Am 22. und 23. November 2019 folgt dann ein interaktiver Worshop zum Thema „Ein Ball, Eine Welt / One Ball, One World“ — teaching methods in sports for global learning and sustainable development“. Für Kurzentschlossene gibt es noch wenige freie Plätze.

### Image Gallery ### Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Seiten