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Aktuelle Meldungen der Engagement Global gGmbH - Service für Entwicklungsinitiativen
Aktualisiert: vor 4 Stunden 1 Minute

Storytelling als Instrument der Entwicklungszusammenarbeit

22. Oktober 2019 - 10:09
Die Produzentinnen und Produzenten aus Kigali berichteten über Storytelling in afrikanischen Partnerländern. Foto: René Frampe

„Storytelling als Instrument der Entwicklungszusammenarbeit“ – so lautete das Thema des Global Day beim Film Festival Cologne, der am Dienstag, 15. Oktober 2019 in Kooperation mit Engagement Global, Misereor und Deutsche Welle Akademie erstmalig im Rahmen des Festivals stattfand. Ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen erwartete die über 150 Teilnehmenden, die im restlos ausgebuchten Kinosaal im Cineplex Filmpalast Platz nahmen.

Moderne audiovisuelle Medien, Videoproduktionen jeglicher Art und digitale Kampagnen in den sozialen Medien bieten neue Chancen, Menschen zu informieren und eine große Öffentlichkeit zu erreichen. Aber wie funktioniert Storytelling, das Vermitteln von Wissen durch den Einsatz von Geschichten, als Instrument der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit?

Dieser Frage gingen Expertinnen und Experten der Entwicklungszusammenarbeit nach. In Diskussionsrunden berichteten Deve Shema, Poupoune Sesonga und Modeste Ndayishimiye, über Storytelling im entwicklungspolitischen Kontext und die Bedarfe der afrikanischen Partnerländer. Die Produzentinnen und Produzenten aus Kigali diskutierten mit dem jungen ghanaischen Regisseur Joseph Akwasi Akiwumi, der in diesem Jahr mit seinem Film „Home“ seinen Abschluss an der Kunsthochschule für Medien in Köln absolvierte.

Außerdem stellten Dagmar Maur und Jenny Hellmann die Bildungsarbeit der Außenstellen von Engagement Global vor. Dabei zeigten sie, wie das Erzählen von Geschichten – insbesondere durch das Medium Film – als starkes Instrument eingesetzt werden kann, um in der Bildungsarbeit Perspektivwechsel zu bewirken.

Das Publikum erhielt Einblicke in bislang unveröffentlichte Filme des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global: An einer Medienstation im Foyer wurden neue Folgen aus einer Serie von kurzen Animationsfilmen präsentiert, die Fluchtgeschichten von Sportlerinnen und Sportlern aus unterschiedlichen Disziplinen und verschiedenen Herkunftsländern erzählen. Außerdem wurden Ausschnitte aus einer Dokufiktion gezeigt, in der sich Jugendliche in Berlin und Sialkot, einer Industriestadt im nordöstlichen Pakistan, mit fairen und nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern in der Sportartikelindustrie auseinandersetzen.

Martin Block von Engagement Globalmachte anhand von Filmbeispielen aus dem Programm des Allerweltskino Köln deutlich, dass Storytelling nicht nur Spannung erzeugt und Neugier weckt, sondern vor allem auch eine identifikationsstiftende und Empathie fördernde Wirkung hat.

Nach einem Vortrag von Bettina Beate und Beate Schneiderwind über den Einsatz von Storytelling bei Misereor, konnten die Teilnehmenden ein konkretes Beispiel für Storytelling der etwas anderen Art dann selbst erleben: Am Ende des Vortrags wurden winzige Crépes serviert, sogenannte Micor-Meals mit einem Gehalt von 380 Kalorien – so viel, wie Millionen Kinder in Ostafrika als Tagesration zu Verfügung haben.

In einer Podiumsdiskussion zum Thema Social Targeting, ging es dann um die Frage, wie entwicklungspolitische Themen eine relevante Öffentlichkeit erreichen können. Lisa Ditlmann, Campaigns Manager bei ONE Germany, Carmen Kern von der PR-Agentur neueshandeln in Köln sowie Christian Maria Mäntele, der das Team #17Ziele bei Engagement Global leitet, diskutierten dabei unter anderem über die Herausforderung den richtigen Weg zwischen Optimismus und Krisenalarm zu finden. Christian Mäntele merkte an: „Es ist grundsätzlich wichtig, den Leuten das Gefühl zu vermitteln, dass sie etwas bewegen können und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, was sie alles tun können. Das heißt nicht, dass in anderen Fällen Alarm nicht der richtige Weg ist. Saurer Regen und Ozonloch sind Beispiele für Krisenalarm, der zu Lösungen geführt hat.“ Dass die Jugend angesichts der Klimakrise großen Druck mache, sei daher vollkommen richtig, sagte er weiter.

Martina Richter, Direktorin des Film Festival Cologne, zeigte sich sehr zufrieden: „Das war ein sehr abwechslungsreicher und spannender Tag voller aktueller Themen, die die Menschen bewegen. Darauf können wir im kommenden Jahr wunderbar aufbauen.“

Der Global Day ist eine Kooperation des Film Festival Cologne, Misereor, der Deutsche Welle Akademie und dem Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global.

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Nachhaltige Entwicklungsziele erfahrbar machen

18. Oktober 2019 - 8:00
Die Lernplattform will Schülerinnen und Schüler die 17 Ziele näher bringen. Foto: John Schnobrich

In Zusammenarbeit mit Geographielehrerinnen und
-lehrern sowie Fachwissenschaftlerinnen und
-wissenschaftlern werden an der westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Online-Lernarrangements mit dem Namen „Reflectories“ entwickelt. Hierbei setzt sich das Wort „reflectory“ aus den Begriffen „reflect“ und „(s)tory“ zusammen.

Die Reflectories thematisieren die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG, Sustainable Development Goals) auf vielfältige Weise und übersetzen sie in alltagsnahe, möglichst an die Lebenswelt der Lernenden anknüpfende Situationen. Dabei werden komplexe Wechselwirkungen von Prozessen auf verschiedenen Ebenen, zum Beispiel mit Blick auf den eigenen Wohnort und eine entfernte Region, und in Bezug auf die Entwicklungsdimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Die Lernplattform ist offen für alle.

Konkret werden die Lernenden in eine fiktive Geschichte eingebunden und zu reflektierten Entscheidungen eingeladen. Dabei werden sie mit unterschiedlichen, teilweise sehr gegensätzlichen Argumentationen beteiligter Akteurinnen und Akteure konfrontiert und wiederholt dazu aufgefordert, unterschiedliche Argumente abzuwägen und Entscheidungen zu treffen.

In einem Reflectory geht es um SDG 2 (Kein Hunger). Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erfahren hier mehr über mögliche Ursachen die hinter dem Problem Hunger stecken und werden aufgefordert, Entscheidungen zu treffen, um Hunger zu bekämpfen. Um in die Geschichte einzutauchen, gibt es kurze Audio-Tracks, welche Informationen aus dem Blickwinkel mehrerer Perspektiven, hier zum Beispiel zum Kaffeeanbau und –handel in Uganda, liefern. Am Ende die Frage: Welche Folgen hat unser Kaffeegenuss für wenig Geld in anderen Ländern? Um mehr über die Konsequenzen zu erfahren, können sich die Schülerinnen und Schüler dann zum Beispiel die Geschichte einer kleinbäuerlichen Familie in Uganda anhören. Die Geschichte wirft weitere Fragen auf und fordert konkrete Entscheidungen. Je nach ausgewählter Entscheidung, nimmt die Geschichte einen unterschiedlichen Verlauf.

Wie in der Realität sind diese Entscheidungen meist komplex, beinhalten kontroverse Informationen und zeichnen sich durch Nicht-Wissen und Unsicherheit aus. Direkt im Anschluss werden die Lernenden mit den Konsequenzen konfrontiert, die wiederum Ausgangspunkte für weitere notwendige Entscheidungen darstellen. Je nach getroffener Entscheidung zieht die Geschichte andere Handlungskonsequenzen nach sich. Auf diese Weise sollen Wechselwirkungen und Rückkoppelungseffekte von individueller Handlung und regionalen, nationalen und globalen Prozessen deutlich werden.

Ziel des Projekts ist es, Lernende mit Hilfe dieser Online-Lernmöglichkeit die Vielschichtigkeit globaler Herausforderungen vor Augen zu führen, zum Beispiel anhand der SDG. Die Schülerinnen und Schüler bekommen Möglichkeiten aufgezeigt mit Komplexität, Kontroversität, Multiperspektivität und Nicht-Wissen umzugehen und sollen diese reflektieren. Die fiktiven Dilemmasituationen verhelfen den Schülerinnen und Schülern außerdem dazu, die eigenen System-, Bewertungs- und Handlungskompetenzen im Sinne des Globalen Lernens zu fördern.

Interessierte können Reflectories selbst unter dem untenstehenden Link ausprobieren, Entscheidungen treffen und dabei den Verlauf der Geschichten steuern.

Finanziell unterstützt wir das Projekt vom Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global, das Projekte in Deutschland fördert, die lebensnah und anschaulich über entwicklungspolitische Themen aufklären und die zeigen, wie sich Bürger entwicklungspolitisch engagieren können.

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Zur Reflectories Webseite
Zum Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung

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Fachmesse ENGAGEMENT WELTWEIT - Arbeiten bei Engagement Global

16. Oktober 2019 - 16:23
Engagement Global bündelt Beratung, Information, Vernetzung und Förderung in der Entwicklungszusammenarbeit. Foto: Bernadett Yehdou

ENGAGEMENT WELTWEIT ist eine Fachmesse zum Thema Arbeiten in der Entwicklungszusammenarbeit. Die in Deutschland einmalige Messe bietet Interessierten die Gelegenheit, sich direkt und umfassend über die Möglichkeiten des beruflichen Engagements im In- und Ausland, die verschiedenen Arbeitsfelder, Qualifizierungsangebote, Nachwuchsförderungsprogramme sowie Entwicklungen und Trends in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) zu informieren. Mehr als 50 Organisationen und Institutionen der EZ präsentierten sich am Samstag, den 12. Oktober 2019 in der Rhein-Sieg-Halle in Siegburg den rund 850 Besucherinnen und Besuchern.

Am Stand von Engagement Global erhielten Interessierte Informationen rund um das Arbeiten bei Engagement Global und erfuhren, welche Einstiegsmöglichkeiten es gibt.

Engagement Global bündelt Beratung, Information, Vernetzung und Förderung in der EZ, insbesondere in der Bildungsarbeit. Die Organisation unterstützt beispielsweise zivilgesellschaftliche Organisationen, Kommunen und Schulen bei ihrem entwicklungspolitischen Engagement. Entsprechend vielfältig sind ihre Arbeitsfelder. Mitarbeitende von Engagement Global unterstützen Programme wie den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst weltwärts oder Bildung trifft Entwicklung (BtE), indem sie Verwaltungs- und Koordinierungsaufgaben wahrnehmen. Weltwärts richtet sich an junge Menschen, die für sechs bis 24 Monate als Freiwillige in einem Entwicklungsprojekt arbeiten wollen. Die Koordinierungsstelle weltwärts bei Engagement Global prüft unter anderem die Anträge der Entsende- und Aufnahmeorganisationen auf Förderung und leitet die Fördermittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an diese weiter. Das Programm BtE engagiert sich deutschlandweit für ein Lernen, das Brücken zwischen globalen Zusammenhängen und den Lebenswelten der Lernenden schlägt. Die Mitarbeitenden von BtE vermitteln unter anderem Referentinnen und Referenten für Bildungsveranstaltungen, beraten bei der Gestaltung von Projekttagen oder stellen didaktische Materialien zum Globalen Lernen bereit.

Neben den Infoständen der in der EZ tätigen Organisationen und Institutionen bot die Fachmesse auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Fachvorträgen, Gesprächsrunden und Workshops mit Expertinnen und Experten der EZ, beispielsweise zum Arbeitsalltag von Fach- und Führungskräften oder zu kritischen Perspektiven auf ausgewählte Aspekte der internationalen personellen Zusammenarbeit.

Bei einer Gesprächsrunde, an der die Personalabteilung von Engagement Global beteiligt war, ging es zum Beispiel um „Schlüsselkompetenzen in der internationalen Zusammenarbeit“. Neben Anforderungen wie eine sehr gute Kommunikationsfähigkeit oder hohe Flexibilität waren allen Anwesenden auch die Aufgeschlossenheit und Neugier gegenüber den Lösungswegen, die vor Ort entwickelt werden, sehr wichtig, da diese eine Grundvoraussetzung für die Begegnung auf Augenhöhe darstellen. „Bei Engagement Global haben zudem die Fähigkeiten zu organisieren und öffentliche Mittel zu verwalten, einen hohen Stellenwert“, fügte Daniela Rippin, Mitarbeiterin bei Engagement Global, hinzu. Sie betonte außerdem, dass die Mitarbeitendenschaft sehr divers ist und dass aufgrund der interkulturellen Projekte Bewerbungen von Menschen aller Kulturkreise begrüßt werden.

Die Ausschreibung der aktuellen Stellenangebote erfolgt über die Homepage von Engagement Global sowie über Bund.de und Interamt.de. Bewerbungen werden ausschließlich über das Bewerberportal Interamt entgegengenommen. Initiativbewerbungen und Bewerbungen auf dem Postweg können aus technischen Gründen nicht berücksichtigt werden.

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Tag der Vereinten Nationen Bonn - Leaving no one behind

15. Oktober 2019 - 15:42
Beim einem Quiz konnten die Besucherinnen und Besucher ihr Wissen zur Einen Welt unter Beweis stellen. Foto: Neil Baynes

„Leaving no one behind“ – so lautete das Motto des Tages der Vereinten Nationen, bei dem über 30 in Bonn arbeitende Institutionen und Organisationen sich und ihre Arbeit rund um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) vorstellten.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung wurden im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 verabschiedet und sollen zu einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Entwicklung beitragen. Die Nachhaltigkeitsziele gelten für alle Staaten und sollen gemeinschaftlich bis 2030 erreicht werden. Zu den Zielen gehören etwa Ziel 11, Nachhaltige Städte und Gemeinden: Städte und Siedlungen sollen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestaltet werden, oder Ziel 12, Nachhaltiger Konsum und Nachhaltige Produktion: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sollen sichergestellt werden.

Ideen dazu, welche Maßnahmen jede und jeder einzelne ergreifen kann, um der Erreichung der Ziele näher zu kommen, wurden am interaktiven Infostand von Engagement Global gesammelt. Weniger Auto fahren, weniger heizen und auf Plastikverpackungen zu verzichten, sind nur einige Gedanken, die die Besucherinnen und Besucher beispielsweise zu Ziel 13, Maßnahmen zum Klimaschutz, diskutierten und aufschrieben.

Beim Eine Welt-Quiz konnten Kinder und Erwachsene ihr Wissen über globale Zusammenhänge unter Beweis stellen und Fragen rund um die Themen Familie und Kinder, Ernährung und Umwelt, Geld und Konsum sowie Arbeit und Freizeit beantworten. Mit den Quizfragen macht Engagement Global auf aktuelle Herausforderungen aufmerksam, beispielsweise darauf, dass eine Näherin an einem T-Shirt, das für 4 Euro in einem Laden verkauft wird, nicht 1 oder 2 Euro, sondern gerade einmal 10 Cent verdient.

Eine flächengetreue, „auf dem Kopf“ hängende Weltkarte regte dazu an, die Perspektive zu wechseln und die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. „Diese Darstellungsform macht deutlich, wie klein Europa im Vergleich zu Afrika oder Asien ist“, stellte eine Besucherin fest. Die Weltkarte soll dazu anstoßen, ein neues Weltbild zu entwickeln, das Solidarität und Mitverantwortung für die eine, gemeinsam und bedrohte Erde in den Mittelpunkt stellt.

Neben Informationsmöglichkeiten und Mitmach-Aktionen bot das Bürgerfest auf dem Bonner Markt auch ein musikalisches Rahmenprogramm und wurde zum Beispiel durch die Band „UNbearable and friends“ der Vereinten Nationen begleitet.

Die Vereinten Nationen sind ein zwischenstaatlicher Zusammenschluss von 193 Staaten. Die internationale Organisation wurde 1945 gegründet und hat sich gemäß ihrer Charta die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, den Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit zur Aufgabe gemacht. Der Gründungsvertrag, die sogenannte Charta, trat am 24. Oktober 1945 in Kraft. Als Stadt der Vereinten Nationen veranstaltet Bonn seit 1996 jedes Jahr im Herbst ein Bürgerfest, um den Geburtstag der Organisation zu feiern und über aktuelle globale Herausforderungen zu informieren.

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17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung

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Bildung für Mädchen – Nutzen für alle

11. Oktober 2019 - 9:00
Im Kampf gegen die Benachteiligung von Mädchen und Frauen ist Bildung ein entscheidender Schlüssel. Foto: Johnny Mansfield/Unsplash

Jedes Jahr am 11. Oktober, am Internationalen Tag der Mädchen, machen zahlreiche internationale Organisationen sowie Aktivistinnen und Aktivisten auf die Benachteiligung von Mädchen aufmerksam. Mit Kampagnen und Aktionen fordern sie beispielsweise die konsequente Umsetzung von Anti-Diskriminierungsgesetzen und die gezielte Förderung von Mädchen und Frauen. Denn im Kampf gegen die Benachteiligung ist Bildung ein entscheidender Schlüssel: Gebildete Frauen bekommen weniger Kinder, sind seltener arm und haben mehr Chancen, ihre Lebensumstände zu gestalten.

Ein ermutigendes Beispiel ist das Centro Educativo Mbaracayú (CEM) für indigene Mädchen im Mbaracayú Biosphärenreservat im Regenwald von Paraguay.

CEM ist ein Internat für Mädchen im Alter von 15 bis 18 Jahren. Sie können dort einen Abschluss in Umweltwissenschaften erlangen. Die Schule folgt der Methodik „learning by doing“ und wurde im Jahr 2009 mit dem Ziel gegründet, lokale Gemeinden aktiv am Naturschutz zu beteiligen. Den jungen Frauen ermöglicht dieser Abschluss, eine berufliche Laufbahn im Natur- und Umweltschutz einzuschlagen, sei es als Naturschützerinnen oder Unternehmerinnen. Mit ihren Kenntnissen helfen sie, die Lebensbedingungen in ihren Gemeinden zu verbessern.

In der Schule erlangen die Schülerinnen aber nicht nur Fachwissen zum Naturschutz, sondern eignen sich auch Kenntnisse zu Gesundheit, Hygiene, Familienplanung und Einkommensquellen an. Außerdem werden sie dabei unterstützt, als Multiplikatorinnen das erlangte Wissen in ihre Gemeinden zu tragen und neue Perspektiven für die indigene Bevölkerung zu schaffen.

Eine Partnerin des CEM ist die gemeinnützige Organisation URIDU im pfälzischen Annweiler. URIDU will auf dem Land lebende Frauen in Entwicklungs- und Schwellenländern stärken. Die Organisation hat sich das Ziel gesetzt, lebenswichtiges Wissen auch in abgelegene Weltregionen mit einer hohen Analphabetinnenrate und ohne Zugang zu Elektrizität zu bringen. Dabei helfen robuste, solarbetriebene Audioplayer, die mit über 400 Fragen und Antworten unter anderem zu den Themen Gesundheit, Ernährung, Familienplanung, Kinderpflege und Erwerbsmöglichkeiten in der jeweiligen Muttersprache der Frauen bespielt wurden. So können sich auch Menschen, die nicht lesen können, gut informieren. Die MP3-Player kommen auch im Mbaracayú Biosphärenreservat im Osten Uruguays zum Einsatz.

Am Rheinland-Pfalz Tag 2019 informierten Ehrenamtliche der Organisation URIDU an einem Stand über das Biosphärenreservat und darüber, dass Frauen maßgebliche Akteurinnen einer nachhaltigen Entwicklung sind. Sie zeigten auf, dass das Wissen, das die Mädchen am CEM erlangen, eine positive nachhaltige Entwicklung in ihren Gemeinden anstoßen und zum Schutz des Regenwaldes beitragen kann. Der Infostand wurde vom Aktionsgruppenprogramm (AGP) von Engagement Global finanziell unterstützt. Das AGP fördert Kleinprojekte der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit von Schulen, Kitas, Aktionsgruppen und ehrenamtlichen Initiativen.

Weltweit haben Mädchen immer noch nicht dieselben Rechte und Chancen wie Jungen. Laut einer Schätzung von UNICEF (United Nations International Children’s Emergency Fund) müssen Mädchen doppelt so häufig im Haushalt mitarbeiten wie Jungen – dazu gehört kochen, putzen, sich um die Geschwister kümmern und Wasser holen. Sie haben seltener Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsversorgung. Weltweit werden jährlich rund 12 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet und 15 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 waren bereits sexueller Gewalt ausgesetzt. Diese Benachteiligung zu beseitigen ist ein Ziel zur Umsetzung der Agenda 2030 zur nachhaltigen Entwicklung, die Engagement Globalmit ihren zahlreichen Angeboten unterstützt.

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Das Aktionsgruppenprogramm von Engagement Global

Zur Webseite von URIDU

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Mit Nachhaltigkeit zum Klimaschutz

1. Oktober 2019 - 16:45
Beim NachhaltigkeitsCamp Bonn 2019 wurden Projekte vorgestellt, Ideen ausgetauscht und Kontakte geknüpft.Foto: Kolja Matzke

Wie organisiert man Veranstaltungen nachhaltig? Wie wirkt sich das eigene Essverhalten auf das Klima aus? Und wie kann man Nachhaltigkeit in die Gesellschaft tragen?

Mit Fragen wie diesen setzten sich die Teilnehmenden des vierten NachhaltigkeitsCamps Bonn auseinander, das am Freitag, den 27. September 2019 in Bonn stattfand. Engagement Global lud mit Unterstützung von Bonn.digital alle Interessierten dazu ein, sich in der Wohnwagenlandschaft des BaseCamp Bonn über Nachhaltigkeit auszutauschen.

Als Barcamp ist das NachhaltigkeitsCamp Bonn eine für alle offene Konferenz, bei der die Teilnehmenden nicht nur zuhören, sondern selbst aktiv werden. Die Sessions werden erst am Veranstaltungstag vor Ort angeboten und über einen gemeinsam erstellten Zeitplan organisiert.

So entstanden nach der Vorstellungsrunde zu Beginn der Konferenz 40 Sessions in Form von Vorträgen, Workshops oder Diskussionen, in denen die rund 140 Teilnehmenden eigene Projekte vorstellten, gemeinsam neue Ideen entwickelten und sich vernetzten.

Müllvermeidung, authentisches Nachhaltigkeitsmarketing oder Storytelling zum Klimawandel waren nur einige der Themen, die vergangenen Freitag zwischen bunten Wohnwagen und ausrangierten Schlafwagen diskutiert wurden.

Sophie Schraml stellte beispielsweise die BonnBox vor – eine Art offenen Bücherschrank, in den man Dinge legen kann, die man nicht mehr braucht und mitnehmen kann, was einem gefällt. „Es ist immer wieder schön zu erleben, wie sich andere Menschen über die Dinge freuen, die man selbst aussortiert hat“, erzählte eine Teilnehmerin, die die BonnBox aus Nachhaltigkeitsgründen selbst gerne nutzt.

Inga Trost ging in einem anderen Workshop der Frage nach, wie Nachhaltigkeit in die Zivilgesellschaft getragen werden kann und führte in diesem Zusammenhang gemeinsam mit allen Interessierten verschiedene Spiele zum Globalen Lernen durch. „Beim Globalen Lernen geht es darum, globale Zusammenhänge aufzuzeigen und mit der Lebenswelt der Lernenden zu verknüpfen “, erklärte Trost, die Referentin des Programms Bildung trifft Entwicklung von Engagement Global ist, das genau darauf abzielt.

Zwischen den einzelnen Sessions hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich an einem veganen Buffet zu stärken und sich mit den Menschen vor Ort über eine virtuelle Karte zu vernetzen, um auch nach dem Camp in Kontakt zu bleiben und eventuell sogar gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.

Das NachhaltigkeitsCamp leistet einen Beitrag zur Erreichung der Agenda 2030 und den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) der Vereinten Nationen. Die Frage „Was kann ich selbst im Alltag tun?“ zog sich auch in diesem Jahr durch die vielfältigen Sessions.

Das NachhaltigkeitsCamp Bonn wurde in diesem Jahr zum vierten Mal von Engagement Global mit Unterstützung von Bonn.digital veranstaltet.

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Gemeinsam für die Zukunft – 17 Ziele für eine nachhaltigere Welt

1. Oktober 2019 - 14:25
In einem entwicklungspolitischen Modul lernen die teilnehmenden Unteroffiziere die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung kennen. Foto: Christiane Fritsch

Im August und September 2019 fanden, wie auch in den Monaten zuvor, mehrere Trainings zum Thema „Globale Perspektiven für die Sicherheitspolitik“ für die Teilnehmenden eines Fortbildungslehrganges an der Unteroffiziersschule des Heeres (USH) Delitzsch statt.

Die Trainings werden von der Außenstelle Leipzig von Engagement Global durchgeführt und sind Teil eines gemeinsam mit der USH entwickelten entwicklungspolitischen Moduls. Das Modul ist fest im Lehrplan des Fortbildungslehrgangs der mittleren Führungsebene verankert und besteht aus einem Besuch des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) in Berlin, einem Fachvortrag zu Fluchtursachen und einer Einführung in die Agenda 2030.

Die Agenda 2030 wurde im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet und beinhaltet 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG), die bis 2030 erreicht werden sollen.

Neben der Einführung in die Agenda 2030 erfahren die teilnehmenden Unteroffiziere anhand von internationalen Praxisbeispielen, wie die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung national und international umgesetzt werden können. Das Spielen des Strategiespiels „Gemeinsam für die Zukunft - 17 Ziele für eine nachhaltigere Welt“ ist ebenfalls Teil des Trainings. Das Brettspiel wurde zu einem früheren Zeitpunkt gemeinsam von der Bundeswehr und planpolitik, einer Firma, die interaktive Formate zu politischen und gesellschaftlichen Themen konzipiert und durchführt, für die Einheiten zur Agenda 2030 entwickelt.

Ziel des Trainings ist zum einen eine intensivere Zusammenarbeit zwischen zivilen Akteuren und der Bundeswehr. Zum anderen soll die Agenda 2030 stärker in den Kontext der deutschen Sicherheitspolitik eingebunden werden. Die Verankerung entwicklungsbezogener Bildung in der Aus- und Weiterbildung von Angehörigen der Bundeswehr ist ebenfalls Ziel der Trainings.

Die Trainings werden im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildungsarbeit in Deutschland (EBD) von Engagement Global und auf Grundlage eines zwischen dem BMZ und dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) abgestimmten Konzeptes zur Zusammenarbeit mit der Bundeswehr durchgeführt.

Nach siebenjähriger Zusammenarbeit zwischen Engagement Global und der USH Delitzsch unterzeichneten Dr. Jens Kreuter, Geschäftsführer von Engagement Global, und Oberst Axel Hermeling, Kommandeur der USH Delitzsch, am 29. August 2019 einen Kooperationsvertrag, der die zukünftige Zusammenarbeit regelt.

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Die Außenstellen von Engagement Global und das EBD-Programm

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

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Fairer Handel mit Kaffee

1. Oktober 2019 - 9:00
In Deutschland gibt es rund 350 Fairtrade-Kaffeeprodukte zu kaufen. Foto: Engagement Global/Andreas Henn

Rund 164 Liter Kaffee werden in Deutschland jährlich pro Kopf getrunken, so die neuesten Ergebnisse des Deutschen Kaffeeverbands. Damit gehört Kaffee zu den Lieblingsgetränken in Deutschland und liegt noch vor Bier und Mineralwasser. Zu Ehren des beliebten Getränks findet bereits zum 14. Mal der vom Deutschen Kaffeeverband ins Leben gerufene „Tag des Kaffees“ statt, seit 2016 immer am 1. Oktober, gemeinsam mit dem International Coffee Day. An dem Tag sollen durch Aktionen und Events in ganz Deutschland die verschiedenen Facetten des Kaffees beleuchtet werden.

Doch während die Nachfrage nach Kaffee weiterhin hoch ist und die Geschäfte für große Röstereien und Kaffeeunternehmen gut laufen, decken die aktuellen Preise bei kleinen Kaffeebäuerinnen und –bauern laut eines Marktreports des Kaffeehändlers Volcafe häufig nicht einmal die Produktionskosten. Zusätzlich stellt der Klimawandel die Bauernfamilien vor große Herausforderungen. Der Kaffeerost, ein schädlicher Pilz, der durch steigende Temperaturen in vielen Regionen Lateinamerikas auftritt, sorgt für niedrige Ernteerträge auf den ohnehin kleinen Anbauflächen.

Ein Weg, die Lebensbedingungen der Kleinbauerfamilien zu stärken, ist der Faire Handel, der aufzeigt, wie nachhaltige und faire Lieferketten aussehen. Stabile Mindestpreise, der Zusammenschluss in Kooperativen und Prämien für Fairen Handel und ökologischen Anbau unterstützen die Kaffeeproduzentinnen und –produzenten.

Auch die Aktionsgruppe „Leipzig handelt fair“ hat sich der Aufgabe verschrieben, über die Wertschöpfungskette von konventionellem und fair gehandeltem Kaffee aufzuklären. Von Mai bis Juni 2019 wurden den Passantinnen und Passanten an mehreren Orten in der Leipziger Innenstadt verschiedene Aktivitäten angeboten, um mehr über Probleme und Chancen in der Kaffeeproduktion zu erfahren. Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Aktionsgruppenprogramm (AGP) von Engagement Global.

In einer interaktiven Bildausstellung, während eines Schauröstens oder bei einem Kaffeepreis-Schätzspiel wurden die Interessierten für die verschiedenen Facetten des Kaffees sensibilisiert. Globale Zusammenhänge von Konsum sowie der Anbau und die Herstellung von Kaffee wurden Kindern beim gemeinsamen Kaffeemahlen nähergebracht, ein Kaffeequiz stellte das Wissen der interessierten Teilnehmenden auf die Probe und bei einem Fairen Frühstück kamen die Leipzigerinnen und Leipziger selbst in den Genuss von fair gehandeltem Kaffee.

Das Aktionsgruppenprogramm von Engagement Global fördert Kleinprojekte der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit von Schulen, Kitas, Aktionsgruppen und ehrenamtlichen Initiativen.

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17 Ziele für REWE

25. September 2019 - 15:10
Bei der Veranstaltungsreihe „17 Ziele für REWE“ dreht sich alles um das Thema Nachhaltigkeit. Foto: Christiane Preisen

Im März 2019 startete die vierteilige Veranstaltungsreihe „17 Ziele für REWE“, die sich speziell an Nachhaltigkeitsbotschafterinnen und-botschafter der REWE Group West richtet und von der Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) durchgeführt wird. In den Seminaren sollen den kaufmännischen Angestellten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) nähergebracht werden, um das Thema Nachhaltigkeit in den Märkten zu verbreiten.

Beim zweiten Modul der Reihe, das am Mittwoch, den 11. September 2019, in Leverkusen stattfand, drehte sich alles um die Themen Energie und Umwelt. Als außerschulischer Lernort wurde das Naturgut Ophoven ausgewählt, das sich mit seiner Energiestadt und dem Klimapfad eben diesen Schwerpunkten widmet. Zu Gast waren zwei Mitarbeitende der Firma „Share“, die mit dem Verkauf ihrer Produkte soziale Projekte sowohl in Ländern des Globalen Südens als auch in Deutschland, wie etwa Die Tafeln, unterstützen.

Neben den fachlichen Inputs, zum Beispiel zur Plastikvermeidung, setzten sich die Teilnehmenden mit ihren Handlungsoptionen in den einzelnen Märkten auseinander. Auch die Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit war Gegenstand der interaktiven Übungen. So übten sich die Botschafterinnen und -botschafter in Perspektivwechseln und interkultureller Kommunikation, um diese in Alltagssituationen anwenden zu können.

Das dritte Modul widmete sich dem Thema Verwaltung und wurde am Montag, den 23. September 2019 im Gertrudenhof in Hürth, der als Lernort für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgezeichnet ist, durchgeführt. Teilgenommen haben 14 Personen, die Teil des Arbeitskreises Nachhaltigkeit des Verwaltungs- und Vertriebssitzes in Hürth sind und bereits einige Maßnahmen wie das Anlegen von Hochbeeten und das Ansiedeln eines Bienenstocks auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes realisiert haben.

Neben einer vertieften Einführung in die Nachhaltigkeitsziele erhielten die Teilnehmenden auch Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in verschiedenen REWE-Märkten und besuchten einen regionalen Acker. Dort zeigte Anne Berg, Referentin zum Thema Gemeinwohlökonomie, das Wirkungspotential von Unternehmen auf. In diesem Zusammenhang wurde auch die ökonomische Dimension von Nachhaltigkeit diskutiert. „Es geht künftig um optimales Wachstum, nicht mehr um grenzenloses Wachstum“, so Anne Berg bei der Erläuterung von Nachhaltigkeit 3.0.

Markus Pfeil führte als Moderator durch beide Veranstaltungen und schuf auch dieses Mal eine Atmosphäre, in der vor allem der kollegiale Austausch untereinander im Vordergrund stand.

Zum Abschluss nahmen alle Teilnehmenden konkrete Projektideen mit, die bis zum Wiedersehen im nächsten Jahr in die Realität umgesetzt werden sollen. Bei beiden Zusammentreffen war schnell klar: Nachhaltigkeit geht uns alle an und jeder Einzelne kann mit seinem Engagement einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele leisten.

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Die Außenstellen von Engagement Global und das EBD-Programm

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

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Friedenslauf für die 17 Ziele

25. September 2019 - 9:00
Im Ziel stellen sich alle noch einmal die Frage, was sie selbst lokal und global für den Frieden tun können. Foto: Flame for Peace

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) wurden am 25. September 2015 auf dem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York verabschiedet. Die 17 Nachhaltigkeitsziele, auch Agenda 2030 genannt, sind ein Vertrag, der festlegt, wie die großen Probleme der Welt – etwa Armut, Hunger und Klimawandel – gelöst werden sollen. Ziel der Agenda 2030 ist es, dass der weltweite wirtschaftliche und gesellschaftliche Fortschritt so gerecht und verantwortungsvoll gestaltet wird, dass er allen Menschen auf der Welt zugutekommt und die Umwelt keine bleibenden Schäden davonträgt. Die 17 Ziele sollen bis 2030 erreicht werden.

Der Agenda 2030 sind fünf Kernbotschaften als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt:

  • Die Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellen
  • Den Planeten schützen
  • Wohlstand für alle fördern
  • Frieden fördern
  • Globale Partnerschaften aufbauen

Die „5Ps” (People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership) verdeutlichen die Zusammenhänge zwischen den Zielen und unterstreichen, dass eine nachhaltige Entwicklung nur möglich ist, wenn sie auf ökologischer, ökonomischer und sozialer Ebene gleichzeitig und gemeinschaftlich vollzogen wird.

Unter dem Motto „Run Together – For Peace and Development” liefen am Samstag, 21. September 2019, rund 90 Läuferinnen und Läufer durch die Euregio Maas-Rhein und setzten am Weltfriedenstag gemeinsam ein Zeichen für eine friedliche, demokratische, faire und nachhaltige Lebenswelt. Die Euregio Maas-Rhein ist die Europaregion im gemeinsamen Grenzraum Belgiens, Deutschlands und der Niederlande.

In Kooperation mit dem Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global rückte der Lauf in diesem Jahr die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in den Fokus der Veranstaltung. Auf ihren Trikots trugen die Laufenden das Ziel 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen – über die Marathondistanz von 42 km durch die Grenzregion und kreuzten dabei auch die Niederlande und Belgien.

An vier Etappenpunkten konnten sich die Teilnehmenden nicht nur mit Getränken und Obst stärken, sondern bekamen auch Fragen mit auf den Weg: Mit Plakaten wurden sie dazu angeregt, über den Zusammenhang von Klimawandel, Ungleichheit und Krieg sowie über eigene Handlungsmöglichkeiten nachzudenken.

Im Ziel auf dem Augustinerplatz in Aachen wurden die gestellten Fragen von Heinz Jussen von Flame for Peace und Thomas Klein von Engagement Global aufgegriffen. Sie schlugen den Bogen zwischen den Anforderungen an das Laufen und dem Einsatz für Frieden und die Nachhaltigkeitsziele.

Der Poetry Slammer Lukas Knoben ergänzte dies durch ein Plädoyer zum aktiven Handeln, in dem die Nachhaltigkeitsziele den Bezugsrahmen darstellten: „Also aufgestanden [...], Beine ausgeschüttelt, denn der letzte Lauf war‘s lang nicht […]. Dabei ist der Weg egal, wählt euch einen aus, ob sportlich für den guten Zweck oder auf Theaterbühnen drauf […] oder ihr schreibt einfach ´nen Text und lest ihn andren Leuten vor. Nur eins bleibt sicher: Wir müssen kämpfen in großer Schar. Denn die Zukunft, sie liegt vor uns in 17 Zahlen.“

Am Friedenslauf durch die Euregio Maas-Rhein nahmen unter anderem eine Damenstaffel aus Maastricht, Aktive aus Aachener Sportvereinen, Schülerinnen und Schüler der Bertholt-Brecht-Gesamtschule in Bonn und des Rhein-Mass-Gymnasiums in Aachen sowie Aktive der Friedensbewegung aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden teil.

Im Ziel wurden sie von rund 90 Jugendlichen aus Belgien, Bosnien & Herzegowina, Deutschland, Kroatien, Rumänien und Serbien empfangen, die am Friedenstheaterfestival Bina Mira teilnahmen. Bina Mira ist wie Flame for Peace ein Projekt des Aachener Netzwerks für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V. Die Teilnehmenden des Friedenslaufs und des Theaterfestivals wurden im Anschluss an den Lauf gemeinsam von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp im Aachener Rathaus empfangen.

Engagement Global nutzt den Sport im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen des EBD-Programms, um bei der breiten Zielgruppe der Sportbegeisterten durch Ansätze des Globalen Lernens einen Perspektivwechsel anzuregen.

Weitere Informationen

Die Außenstellen von Engagement Global und das EBD-Programm

Zur Internetseite von Flame for Peace

Zur Internetseite des Aachener Netzwerks für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V.

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Konflikte verstehen, Frieden fördern

21. September 2019 - 9:00
Beim Lernspiel Civil Powker schlüpfen die Jugendlichen in verschiedene Rollen. Foto: Karl-Heinz Bittl

Kaum ein Tag vergeht, an dem die Medien nicht von Konflikten, Krisen und Kriegen berichten. Mit dem Internationalen Tag des Friedens, der seit 1981 jährlich am 21. September stattfindet, wollen die Vereinten Nationen dazu anregen, dass über dauerhaften Frieden und Wege diesen zu erreichen nachgedacht wird. Die Vereinten Nationen wünschen sich für diesen Tag eine Zeit der Gewaltlosigkeit und des Waffenstillstands.

Darüber, wie wir uns als Zivilgesellschaft in Deutschland in diesem Zusammenhang engagieren können, klärt beispielsweise das Lernspiel Civil Powker des Fränkischen Bildungswerkes für Friedensarbeit e.V. (FBF e.V.) auf.

Die Schulungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu diesem Planspiel werden vom Aktionsgruppenprogramm (AGP) von Engagement Global finanziell gefördert. AGP fördert Kleinprojekte der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit von Schulen, Kitas, Aktionsgruppen und ehrenamtlichen Initiativen.

Civil Powker ist ein Planspiel für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren. Ziel des Spiels ist es, die existierenden Handlungsspielräume in Deutschland bei globalen Konflikten im zivilgesellschaftlichen, aber auch im wirtschaftlichen und parteipolitischen Bereich aufzuzeigen und erfahrbar zu machen.

Die Jugendlichen erfahren spielerisch, auf welche Weise zivilgesellschaftliches Handeln mit politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen verbunden ist. Sie lernen beispielhaft Handlungsmöglichkeiten bei globalen Herausforderungen kennen und werden dazu ermutigt, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren.

In einer zweitägigen Schulung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erfahren Lehrkräfte, wie das Lernspiel gespielt wird und erhalten das nötige Handlungswissen, um das Spiel selbst mit Schülerinnen und Schülern durchführen zu können.

Gespielt wird anhand eines fiktiven Konfliktszenarios in einem nichteuropäischen Land. Dabei schlüpfen die Spielenden in individuelle Rollen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik. Sie beschäftigen sich mit den jeweiligen Interessen und Werten, lernen Verflechtungen kennen und empfinden Einflussmöglichkeiten nach. Die Handlungsmöglichkeiten mit denen „gepokert“ wird sind sehr unterschiedlich: Die Zivilgesellschaft kann beispielsweise Großdemonstrationen organisieren oder auch ihren Alltag fortsetzen, Politikerinnen und Politiker können zum Beispiel Waffenexporte verbieten oder einen NATO-Einsatz befürworten. Vieles kann nur mit Hilfe der Zustimmung beziehungsweise Unterstützung der anderen Gruppen umgesetzt werden. Deshalb diskutieren und feilschen die Spielenden um die civil-, policy- und economy-punkte der Anderen. Themen und Kontroversen, die während des Spiels aufkommen, können später je nach Bedarf im Unterricht aufgegriffen und diskutiert werden.

Entwickelt wurde das Planspiel von FBF e.V. Der gemeinnützige Verein wurde 1982 in Zeiten der Friedensbewegung gegründet und verfolgt das Ziel, Friedens- und Bildungsarbeit zu leisten. FBF e.V. führt ebenfalls die Schulung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durch.

Ansprechpartner

Fränkisches Bildungswerk für Friedensarbeit e.V.
info@civilpowker.de

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Ein Klima für den Wandel

10. September 2019 - 14:30
Die Teilnehmenden der Sommerakademie gingen der Frage nach, wie dem Klimawandel entgegengewirkt werden kann. Foto: Tatjana Pott

Mehr als 30 Studierende unterschiedlicher Fachbereiche nahmen an der diesjährigen Sommerakademie mit dem Titel „Ein Klima für den Wandel“ teil, die von Mittwoch, den 3. September bis Freitag den, 6. September 2019 in den Berliner Räumen des Bevollmächtigten der Hansestadt Bremen beim Bund stattfand.

An drei Tagen setzten sich die Teilnehmenden mit den Themen Klimawandel und Klimagerechtigkeit auseinander und gingen der Frage nach, wie den Herausforderungen von Ziel 13, Maßnahmen zum Klimaschutz, der Agenda 2030 begegnet werden kann.

In dem Film Thule Tuvalu wurde die Problematik thematisiert, dass gerade die Menschen am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, die am wenigsten dazu beitragen und selbst oft nachhaltig leben. Der Film zeigt mit welchen Herausforderungen und Auswirkungen des Klimawandels beispielsweise indigene Völker in entlegenen Regionen der Welt konfrontiert sind.

In einem Beitrag zum Thema Geschlechtergerechtigkeit für eine transformative Klimapolitik erfuhren die Teilnehmenden, dass nicht nur Frauen des globalen Südens besonders vom Klimawandel betroffen sind, sondern dass auch Frauen in Deutschland und vergleichbaren Industrieländern Europas einen bis zu 23 Prozent kleineren CO²-Fußabdruck haben als Männer, weil sie zum Beispiel weniger Strom verbrauchen.

In Workshops zu verschiedenen Perspektiven auf den Klimawandel und Klimaschutz lernten die Studierenden am Beispiel Australien die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels kennen. Außerdem setzten sie sich mit der Herausforderung im Mobilitätsbereich auseinander, gleichzeitig Klima- und Ressourcengerechtigkeit auf die Straßen zu bekommen und erfuhren etwas darüber, wie Kommunen beispielsweise über Nord-Süd Klimapartnerschaften einen wertvollen Austausch erhalten und zum Klimaschutz beitragen können.

Exkursionen zu urbanen Klimagärten, Urban Farming mit dem Aqua-Terra Ponik Konzept – einer Kreislaufwirtschaft von Gemüseanbau und Fischzucht – sowie zur ufaFabrik mit klimarelevanten Ansätzen aus 40 Jahren Erfahrung in Ökologie, Ökonomie, Kultur und Gemeinschaft gaben den Studierenden Impulse zum Handeln.

In Workshops zu Reaktionen auf den Klimawandel lernten die Studierenden in Übungen kritische Blicke auf die Darstellung des Klimawandels in den Medien kennen. Sie entwickelten Ideen für eine Umgestaltung unserer Demokratie hin zu einer stärkeren Berücksichtigung zukünftiger Generationen und beschäftigten sich mit dem Thema Migration und Flucht als Folge des Wandels.

Ein Argumentationstraining für gute Klimadebatten, Kampagnen für den Wandel und Storytelling im Kontext globaler Herausforderungen vermittelte den Teilnehmenden Handwerkszeug für den Wandel. Die Teilnehmenden nutzen die Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten und beschlossen mit den Worten: „Lasst uns diesen Spirit weiterleben und nach draußen tragen!“ weitere gemeinsame Aktionen.

Als Auftakt der Weiterarbeit folgten sie der Einladung aus dem Grußwort von Frank Hanf, Leiter der Dienststelle des Veranstaltungsortes, ihm Vorschläge für Maßnahmen für die anstehende Tagung des Klimakabinetts mit auf den Weg zu geben.

Die Sommerakademie ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationszentrum e.V. (EPIZ) und der Außenstelle Berlin von Engagement Global.

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Streetart für die 17 Ziele

9. September 2019 - 13:49
Das Wandbild orientiert sich an den Themen globale Gerechtigkeit, nachhaltige Stadtentwicklung und Klimaschutz. Foto: Engagement Global

Wie kann die Bevölkerung nachhaltig und kreativ an die Agenda 2030 und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung herangeführt werden? Zum Beispiel durch die Teilnahme an Workshops zu diesen Themen und die Möglichkeit, ein Wandbild mit Bezug zu den Nachhaltigkeitszielen mitzugestalten.

Am Donnerstag, den 5. September 2019, wurde das Wandbild, das für fünf Jahre an einer Hauswand am Kieler Theodor-Heuss-Ring zu sehen sein wird, eingeweiht. Das gemeinsam von den Bewohnerinnen und Bewohnern und Street-Art-Künstlerinnen und -Künstlern gestaltete Bildmotiv orientiert sich an Themen wie globaler Gerechtigkeit, nachhaltiger Stadtentwicklung und Klimaschutz.

Bei der Einweihungsfeier am Theodor-Heuss-Ring 61 und dem AWO Servicehaus Lübscher Baum in Kiel hatten die Gäste die Gelegenheit, über das Wandbild und dessen Bedeutung zu diskutieren sowie an verschiedenen Mitmachaktionen wie dem Gestalten von Jutebeuteln oder dem Bauen von Insektenhotels teilzunehmen.

„Dies ist genau der richtige Ort für ein solches Bild“, sagte Martin Weber, Geschäftsführer des Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI), bei der Einweihungsfeier und bezog sich dabei auf den direkt am Gebäude vorbei führenden Theodor-Heuss-Ring. Denn mit rund 120.000 Fahrzeugen am Tag ist dies die meistbefahrene Straße Kiels. Aus diesem Grund freuten sich auch viele Anwohnerinnen und Anwohner über das Wandbild, das endlich ein wenig Natur ins Viertel bringt – wenn auch vorerst nur gemalt.

Die Aktion war Teil des Projekts „Bunte Welt – Streetart trifft Nachhaltigkeit am Theodor-Heuss-Ring 61 in Kiel“ von BEI, Vonovia und dem AWO Servicehaus Lübscher Baum in Kooperation mit Engagement Global und Bingo! Die Umweltlotterie.

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Zum Projekt "Bunte Welt - Streetart trifft Nachhaltigkeit"

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„Blickwechsel auf internationale Partnerschaften“

5. September 2019 - 13:31
Bei der Abendveranstaltung führte Prof. Dr. Aram Ziai (rechts) dem Publikum einen Blickwechsel auf zeitgemäße Partnerschaftsarbeit vor Augen. Foto: Bildschoen13

Bereits seit Mitte Mai 2019 läuft die Veranstaltungsreihe „Blickwechsel“ in Rheinland-Pfalz. In verschiedenen Städten des Bundeslandes finden Workshops rund um die Themen internationale Kooperationen und Partnerschaften mit Partnern im globalen Süden statt.

Am Mittwoch, den 4. September 2019, hielt Prof. Dr. Aram Ziai von der Universität Kassel einen Gastvortrag zum Thema „Blickwechsel auf internationale Partnerschaften“ im Institut Français in Mainz. Dr. Aram Ziai ist Professor für Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien und Leiter des Fachgebiets. Schwerpunktmäßig forscht er zu Entwicklungstheorien und Entwicklungspolitik, postkolonialen und Post-Development Ansätzen sowie zu Global Economic Governance.

Mit seinem Artikel „Wenn Deutschland kolonialisiert worden wäre“, der 2017 in der Frankfurter Rundschau erschien, wechselte er nicht nur selbst die Perspektive, sondern führte auch der Leserschaft einen Blickwechsel auf zeitgemäße Partnerschaftsarbeit vor Augen. Im Institut Français ließ er die rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer auch an diesem Abend eine andere Perspektive einnehmen, gab Impulse für die internationale Partnerschaftsarbeit und diskutierte mit den Gästen zum Thema. So rüttelte er immer wieder am Selbstverständnis der Anwesenden mit der Aufforderung: „Sagt uns ganz genau, was ihr meint, wenn ihr von Entwicklung sprecht“.

Die Podiumsgäste Annika Kruse von Masifunde e.V., Simone Wichterich, Fachpromotorin für Internationale Partnerschaften Rheinland-Pfalz und Eric Segueda, Fachpromotor für Migration und Entwicklung Rheinland-Pfalz, betonten auf Nachfrage der Moderatorin Christina Berthold von Engagement Global, dass sich die Partnerschaftsarbeit in den letzten Jahrzehnten positiv gewandelt habe und sich mittlerweile weitaus mehr auf Augenhöhe befände. Ein Publikumsbeitrag unterstrich die Verantwortung aller, auch indirekt lokal aktiv zu werden, zum Beispiel indem man vorwiegend fair gehandelte Produkte kauft.

Die Veranstaltung wurde von der Außenstelle Mainz von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) in Kooperation mit dem Innenministerium Rheinland-Pfalz, dem Gemeindedienst Mission und Ökumene (GMÖ), Haus Wasserburg und ELAN e.V. organisiert.

Im Laufe der Veranstaltungsreihe „Blickwechsel“ finden im September 2019 noch zwei weitere Workshops statt. Am Samstag, den 7. September 2019, werden Achim Dürrkopp und Hans Jürgen Gärtner vom GMÖ in Bad Kreuznach im Workshop „Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in Partnerschaften“ über die nachhaltige Komponente der Partnerschaftsarbeit referieren. Im Workshop „Junges Engagement in der Partnerschaftsarbeit“ am Samstag, den 14. September 2019, in Vallendar stellen Karin Sahinkuye, Inhaberin der Projektstelle „Förderung der Partizipation junger Menschen in der Partnerschaftsarbeit Rheinland-Pfalz – Ruanda“ und Salvatore Mele vom Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz Möglichkeiten und Wege vor, wie junge Menschen für ein Engagement in internationalen Partnerschaften gewonnen werden können.

Die Anmeldung zu den Workshops ist über aussenstelle.mainz@engagement-global.de möglich.

Die Seminar- und Veranstaltungskosten werden von den Veranstaltern übernommen. Die Reisekosten können nicht erstattet werden.

Ansprechpartnerin

Engagement Global gGmbH
Außenstelle Mainz
Schillerplatz 3-5
55116 Mainz
Telefon +49 (0)6131 163428
aussenstelle.mainz@engagement-global.de

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Wirtschaft nachhaltig gestalten

4. September 2019 - 12:59
Die Teilnehmenden tauschen Ideen aus, wie die Landespolitik faire und nachhaltige internationale Wertschöpfungsketten fördern kann.

Am Donnerstag, den 29. August 2019 fand die Arbeitstagung „Wirtschaft nachhaltig gestalten – Handlungsmöglichkeiten der Bundesländer“ in Hannover statt. Der Austausch über die Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in den Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wurde von der Außenstelle Hamburg von Engagement Global in Kooperation mit den fünf norddeutschen Eine-Welt-Landesnetzwerken durchgeführt. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Politik.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele, die im Rahmen der Agenda 2030 verabschiedet wurden und bis 2030 erreicht werden sollen, zielen darauf ab, extreme Armut, Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu beseitigen sowie die Umwelt zu schützen. Bei der Umsetzung der Ziele spielt auch die Wirtschaft eine wichtige Rolle, da sie unter anderem einen Einfluss auf internationale Lieferketten hat.

Ziel der Tagung war es, durch den Austausch von Best-Practice-Beispielen weitere Ideen zu entwickeln, wie die Landespolitik faire und nachhaltige internationale Wertschöpfungsketten fördern kann.

Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Dr. Maria Flachsbarth stellte die aktuellen Entwicklungen im Bereich nachhaltiges Wirtschaften auf Bundesebene vor. Eine dieser Entwicklungen ist der vom BMZ erarbeitete Grüne Knopf - ein Siegel für Textilien, das bereits in Kürze sozial und ökologisch nachhaltig hergestellte Kleidung kennzeichnen soll. In ihrem Grußwort machte Dr. Maria Flachsbarth jedoch deutlich, dass es ohne die Länder und Kommunen keine Umsetzung der Agenda 2030 geben kann. Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung berichtete im Anschluss von seinen Ideen zum nachhaltigen Wirtschaften auf Landesebene.

Im Format eines World Cafés wurden am Nachmittag Themen wie nachhaltige öffentliche Beschaffung diskutiert und in bundeslandspezifischen Gruppen Ideen zum weiteren Vorgehen erarbeitet.

Durch die entstandenen Kontakte zwischen den rund 60 Teilnehmenden, kann der Prozess nun in den Bundesländern fortgesetzt werden.

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Climate Cycle Tour macht Halt in Bonn

2. September 2019 - 14:42
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Mainz läuft für die 17 Ziele

23. August 2019 - 10:28
Rund 50 Läuferinnen und Läufer setzten sich für die 17 Ziele ein. Foto: Engagement Global/me. kathi krechting

Bereits zum dritten Mal trugen die nachhaltig sportlich Begeisterten am Freitag, 22. August 2019, die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in das Ziel des Mainzer Firmenlaufs.

Auch in diesem Jahr liefen und gingen rund 50 Engagierte über den fünf Kilometer Rundkurs und trugen die Botschaft der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) zwischen den zahlreichen Teams der über 7000 Läuferinnen und Läufer durch die Mainzer Innenstadt.

Aufgerufen dazu hatte die Außenstelle von Engagement Global in Mainz, zusammen mit ihrer neuen Kooperationspartnerin, der Synthro eG. Die Synthro-Genossenschaft bringt Menschen zusammen, damit neue Ideen entstehen, um weitsichtig zu wirtschaften. Unternehmen sollen zum ökologischen Denken und Handeln motiviert werden.

Netzwerktreffen für die 17 Ziele

In der Woche nach dem Lauf zur „Agenda 2030 – Rennen für 17 Ziele“ findet am Montag, 26. August 2019, um 18 Uhr erstmals ein Netzwerk-Treffen in Mainz für Unternehmen, Organisationen, Institutionen aber auch Privatpersonen statt, die sich gemeinsam für die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung engagieren wollen. Auch für diejenigen, die beim Firmenlauf nicht dabei sein konnten, geht es hier in netter Atmosphäre um die Motivation und Möglichkeiten selbst für die 17 Ziele aktiv zu werden. Nach inhaltlichen Beiträgen und einem „Speed-Dating“, bei dem sich die Teilnehmenden untereinander besser kennenlernen können, wird es auch Gelegenheit zur eigenen Kurzvorstellung und reichlich Zeit zum Austausch geben.

Bitte melden Sie sich bei Interesse vorher an unter: info@synthro.coop

Veranstaltungsort
Coworking M1
Anni-Eisler-Lehmann-Str. 3
55122 Mainz

Ansprechpartnerin

Birgit Steck
Engagement Global gGmbH
Außenstelle Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
Telefon +49 (0) 61 311 631 93
birgit.steck@engagement-global.de

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