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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 4 Stunden 21 Minuten

19. August 2019

19. August 2019 - 10:34

1. Neustart im Sudan
Viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel, die tageszeitung (taz), tagesschau.de und das ZDF berichteten bereits am Wochenende, dass der bisher regierende Militärrat und die Opposition Sudans ihren langen Streit um die Führung des Landes offiziel beigelegt haben. Nach einer Verfassungserklärung, die beide Seiten unterzeichnet haben, werde es eine gemeinsame Regierung aus Militär- und Zivilvertreter*innen geben. Diese dürfe etwas mehr als drei Jahren regieren und solle dann den Weg für freie Wahlen ebnen, aus der eine reine Zivilregierung hervorgehen solle. Dem Streit zwischen Militär und Opposition sei der Sturz des Langzeitdiktators Omar al-Bashir vorausgegangen, der das Land 30 Jahre mit repressiven Mitteln regiert habe. Dieser muss sich nun vor einem Gericht in der Hauptstadt Khartum, wie unter anderem der Deutschlandfunk meldet. Er sei angeklagt wegen „Korruption, Devisenvergehen und illegaler Anhäufung von Vermögen“.

2. Müller gegen Ebola
Der Tagesspiegel, N-tv.de und die Deutsche Welle thematisierten bereits am vergangenen Freitag die Afrika-Reise von Entwicklungsminister Gerd Müller. Beim Staatsbesuch in der Demokratischen Republik Kongo habe Müller 50 Millionen Euro für die Bekämpfung der derzeit vor Ort grassierenden Ebola-Epidmie zugesagt. Laut dem Virologen Jean-Jacques Muyembe sei die Krankheit  „trotz der mittlerweile getesteten effektiven Gegenmittel weder eingedämmt noch unter Kontrolle“. Bisher haben sich im Zuge der aktuellen Krankheitswelle 2900 Menschen infiziert, 1900 seien bereits an Ebola gestorben.

3. Ruanda: Doch kein ökonomisches Vorzeigemodell?
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung setzt sich kritisch mit den Erfolgen von Ruandas Präsident Paul Kagame auseinander. Seit seiner Amtsübernahme vor knapp 20 Jahren habe er das Land wirtschaftlich vorangebracht, die Kindersterblichkeitsrate gesenkt und die Armut im Land verringert. Seine repressiver Umgang mit politischen Gegner*innen habe seinem Ansehen bisher nicht geschadet, da die Wahrnehmung seiner Peron als Wirtschaftsdreformer, der Ruanda poltitisch stabilitisert, überwiege. Dieses Bild gerate laut einem Bericht der Londoner Financial Times ins Wanken. Kagames wirtschaftliche Erfolge seien geringer als bisher angenommen, da die „Statistiken Ruandas mindestens einmal gefälscht“ worden sein. Statt dem offiziellen Armutsrückgang um knapp sechs Prozent zwischen 2011 und 2014 sei die Armut in diesem Zeitraum tatsächlich um über sechs Prozent gestiegen. Kagame selbst habe die Berichte als „westliche Propaganda“ bezeichnet. Seine Macht werde von der Kritik nicht erschüttert werden, wohl aber das Bild Ruandas als wirtschaftliche Vorzeigenation Ostafrikas.

 

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15. August 2019

15. August 2019 - 14:00
1. Stoppt Nigeria Lebensmittelimporte?

Wie die Deutsche Welle und Evangelische.de berichten, setzt Nigeria trotz des afrikanischen Freihandelsabkommens (AfCFTA) weiterhin auf Abschottung bei der Einfuhr von ausländischen Waren. Hohe Zölle und Verbote auf bestimmte Waren erschweren nach wie vor den Import von Produkten nach Nigeria. Nun wolle die nigerianische Regierung unter Präsident Muhammadu Buhari die Einfuhr von Lebensmitteln komplett einstellen. Sie habe eine entsprechende Anweisung für einen Finanzierungsstopp für Lebensmittel-Importe an die nigerianische Zentralbank gegeben. Laut Buhari sollen die dadurch frei werdenden Mittel zukünftig in die heimische Wirtschaft investiert werden. Nigeria habe Lebensmittelsicherheit erreicht und sei nicht mehr auf den Import von ausländischen Lebensmitteln angewiesen, so Buhari. Das Land sei reich an Öl, dennoch leide ein Großteil der Bevölkerung unter extremer Armut und Nahrungsmangel. Die Einfuhr von Reis und Milch sei bereits vor einigen Wochen gestoppt worden. Da die Zentralbank unabhängig von der Regierung agiere, glauben Beobachter*innen nicht, dass die Anweisungen der Regierung umgesetzt werden.

2. Merkel in die Entwicklungspolitik?

In einem Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland thematisiert Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem den Berliner Politikbetrieb und äußert sich zu Plänen nach ihrer Legislatur, wie unter anderem die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die Berliner Zeitung schreiben. Seenotrettung sei ein Gebot der Menschlichkeit, so Merkel. Gespräche mit afrikanischen Ländern über die Art und Weise, wie Deutschland unterstützen könne, seien daher wichtig. Sie schließe nicht aus, nach ihrer Kanzlerinnenschaft zum Thema zu sprechen oder sich um etwas zu „kümmern, das mit Entwicklungspolitik zu tun hat“. Zudem melden die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, dass Entwicklungsminister Gerd Müller am Mittwoch nach Afrika aufgebrochen ist. Er werde die Länder Ruanda, die Demokratische Republik Kongo und Kenia besuchen. Dort werde er sich für Klimaschutz, Investitionen für mehr Jobs sowie die Bekämpfung von Pandemien stark machen.

3. Von Oxfam zu UNAIDS

Wie Welt Online, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle berichten, wird Winnie Byanyima nach fünf Jahren an der Spitze der Entwicklungsorganisation Oxfam nun Leiterin des Anti-Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS). Nach dem Rücktritt von Michel Sidibé im Mai diesen Jahres sei der Posten vakant gewesen. Byanyima sei „geehrt“ über die Ernennung. Die ugandische Frauenrechtlerin sei bereits Teil des UN-Umweltprogamms UNEP und Co-Direktorin des Wirtschaftsforums in Davos gewesen. Ihr Vorgänger Sidibé sei wegen Kritik und Beschwerden an seinem Führungsstil zurückgetreten. Schweden hatte aufgrund der Verfehlungen die Zahlungen an UNAIDS vorübergehend eingestellt.

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14. August 2019

14. August 2019 - 12:25
1. Ebola: Heilung in Sicht?

Wie unter anderem Spiegel Online, Zeit Online, Sueddeutsche.de, der Standard und die Pressagentur Reuters berichten, werden zwei experimentelle Behandlungen gegen Ebola im Kongo zugelassen. Nach der Behandlung seien 90 Prozent der Patient*innen geheilt worden, so Anthony S. Fauci, Direktor des US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases. Die Ergebnisse der beiden Wirkstoffe seien noch nicht publiziert, die Antikörper-Therapien werden aber aufgrund der hohen Erfolgsrate nun fortgesetzt. Vier Wirkstoffe seien getestet worden, zwei davon werden nun weiter für Impfungen verwendet. Bei der aktuell Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo sind mit 1900 Menschen rund zwei Drittel der Infizierten bereits gestorben. Die Antikörper-Therapie solle bei allen Patienten angewendet werden. Durch die hohe Überlebensrate hoffen auch die Ärzte auf wachsendes Vertrauen aus der Bevölkerung. Das Misstrauen gegenüber Ärzt*innen und dem Umgang mit Betroffenen sei nach wie vor noch sehr groß. Mehrere Medien, darunter Spiegel Online, ZDF, Deutsche Welle und die Berliner Morgenpost berichtet außerdem, dass die Masernfälle weltweit wieder steigen, insbesondere in Afrika. Laut der Weltgesundheitsorganisation seien dort die Fälle in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 900 Prozent nach oben geschnellt.

2. G7: Superheld*innen gegen Sexismus?

Das Monda-Magazin thematisiert, dass die Entwicklungsorganisation ONE mit einem Video die G7-Regierungschefs und -chefinnen zum Handeln für Geschlechtergerechtigkeit auffordert. In sozialen Netzwerken mache der Hashtag #ProgressNotPromises bereits auf die Verantwortung der Regierenden aufmerksam. Anstatt leerer Worte sollen Taten folgen. Das Video zeigt die sieben Staatsoberhäupter als Superheld*innen, die vor der Wahl stehen im Angesicht der weltweiten „Sexismus-Krise“ zu handeln  oder es bei Reden zu belassen. Politiker*innen bräuchten keine Superkräfte, um Fortschritt bei Gleichberechtigung zu erreichen, sie bräuchten den Mut und politischen Willen zu handeln statt zu reden, so Gayle Smith, Präsidentin von ONE. Auch T-Online.de greift das Video auf.

3. Eritrea: Sicherheit für Zurückkehrende? 

Christian Putsch behandelt in der Welt, die Frage, wie sicher es für Eritreer*innen ist, in ihr Heimatland zurückzukehren. Eritreer*innen haben in Deutschland nach Geflüchteten aus Syrien die höchste Chance auf Anerkennung bei Asylanträgen. Im Gegensatz dazu schiebe die Schweiz in vielen Fällen Antragssteller*innen ab. Für die Menschrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) sei vor allem die Zwangsrekrutierung von jungen Eritreer*innen alarmierend. Oft könnten sie nicht einmal die Schule beenden. Zu dem sogenannten Nationaldienst können Frauen und Männer auch noch bis zu ihrem 50. Lebensjahr verpflichtet werden. Bei Desertation drohen bis zu fünf Jahre Haft. Die Grenzöffnung zu Äthiopien im vergangenen Jahr, die als Fortschritt gewertet wurde, sei bereits wieder rückgängig gemacht worden. Im Ausland lebende Eritreer*innen haben nach Angaben der EU-Agentur EASO mit wenig rechtlichen Konsequenzen bei der Rückkehr in ihr Heimatland zu rechnen. Allerdings verlange die Regierung eine ‚Diasporasteuer‘ auf im Ausland erwirtschafteten Einnahmen. Laut der Nichtregierungsorganisation Freedom House falle Eritrea in Sachen Freiheit noch hinter die Länder Saudi-Arabien, Nordkorea und Libyen. Unabhängige Presse und Justiz seinen vom Präsidenten Isayas Afewerki abgeschafft worden. Bisher lehne Deutschland eine offizielle bilaterale Entwicklungszusammenarbeit ab. Entwicklungsminister Gerd Müller sehe dafür jedoch Chancen, wenn es Reformen bei Menschenrechten und der Privatwirtschaft gebe.

 

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13. August 2019

13. August 2019 - 11:51

1. Insel der Anti-Korruption
Ilona Evens portraitert in der aktuellen tageszeitung (taz) die „bürgerorientierte Politik“ von Kivutha Kibwana, Gouverneur der südkenianischen Provinz Makueni. In dem von Korruption geprägten Land falle er dadurch auf, dass er den Bürger*innen zuhöre und gewährleistet, dass geplante Entwicklungsprojekte wie Staudämme tatsächlich realisiert werden. Dabei werden die veranschlagten Investitionsmittel genau dafür eingesetzt, wofür sie vorgesehen seien. Die meisten Menschen in Makueni seien „begeistert von ihrem Gouverneur“, der sich bewusst dafür entschieden habe, für eine lokale Kleinpartei anzutreten. Bei Entwicklungsprojekten werden die Bürger*innen nicht nur angehört, sondern aktiv mit einbezogen. Das sei insofern bemerkenswert, als es in Kenia oftmals üblich sei, von geplanten Projekten betroffene Bewohner*innen nicht zu konsultieren. Korruption sei bis in die höchsten Regierungskreise weit verbreitet. Auch andere Projekte in Makueni wie eine Obstverarbeitungsfabrik, eine neue Entbindungsklinik oder eine neue Schule verbessern das Leben in der Region deutlich und seien dabei günstiger als vergleichbare Projekte in der Hauptstadt Nairobi.

2. NGOs leben gefährlicher
Wie die Leipziger Volksstimme berichtet, wird die Arbeit von Entwicklungshelfer*innen in Afrika immer gefährlicher. Erst kürzlich sei eine deutsche Rotes-Kreuz-Krankenschwester in Somalia entführt und ein Arzt der Weltgesundheitsorganisation im Kongo getötet worden. Alleine vergangene Woche seien sechs Helfer*innen im Nordosten Nigerias von einer Terrororganisation entführt worden. 2018 sei mit rund 400 „großen Angriffen“ das zweitgefährlichste Jahr für Entwicklungshelfer*innen gewesen. Besonders betroffen seien lokale Mitarbeiter*innen. Mit dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und Zentralafrika liegen drei der gefährlichsten Länder in Afrika. Ein Grund für die wachsende Gefahr sei, dass örtliche Milizen und Terrorgruppen die Helfer*innen verstärkt als „westliches Instrument“ wahrnehmen. Auch die Hilfseinsätze gehen mittlerweile länger als früher, so Bodo von Borries vom Dachverband deutscher Entwicklungsorganisationen VENRO.

3. Ein neues Leben in Ghana
Jana Sepehr portraitiert im ZDF den syrischen Geflüchteten Mahmoud Al Fawal, der nicht nach Europa, sondern Ghana ausgewandert ist. Es sei bemerkenswert, dass Al Fawal vor Ort nicht primär als Geflüchteter, sondern als „Fachmann“ betrachtet werde. Er habe nie nach Europa auswandern wollen, da er „nicht im Meer ertrinken“ wolle. Nachdem er eine Zeit lang im Libanon gelebt habe, sei ihm von einem Bekannten ein Job in Ghana angeboten worden, den er angenommen habe. Dort leite er mittlerweile ein Geschäft für Elektrotechnik. Die Menschen vor Ort schätzen seine Verlässlichtkeit und seine technische Expertise, so Al Fawal. Er lebe mit seiner Frau in der Hauptstadt Accra und schätze die „Hilfsbereitschaft, die Gastfreundschaft und Lebensfreude“ in Ghana.

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Zeit für Held*innentaten in Sachen Gleichberechtigung

13. August 2019 - 9:56

Weltweit sorgt es für Faszination, wenn Menschen unterschiedlichster Hintergründe, Ansichten und Fähigkeiten auf der großen Leinwand zu mächtigen Superheld*innen werden. Was den Fans dieser Filme stets klar ist: Nicht der Besitz der Macht allein erschafft Held*innen. Entscheidend ist, was man mit ihr anfängt.

Gute Taten im echten Leben scheinen meistens auf den ersten Blick weit weniger heroisch. Da fliegt niemand durch die Luft, um Menschen von einstürzenden Gebäuden aufzufangen, rettet unter Einsatz von Superkräften die Welt vor Schurken oder zerstört auf die Erde fallende Meteoriten. Nichtsdestotrotz gibt es unzählige Möglichkeiten, die Welt von morgen mitzugestalten. 

Eine dieser Möglichkeiten liegt in greifbarer Nähe. Auf dem G7-Gipfel werden die Regierungschef*innen der sieben größten Wirtschaftsmächte, gemeinsam mit geladen Gästen, zusammen kommen. Es liegt an ihnen, ihre Macht zu nutzen, um zu diesem Anlass etwas wahrlich Heldenhaftes zu tun: den Kampf gegen Ungleichheiten zur Priorität zu machen, wie bereits von Emmanuel Macron angekündigt.  

Die internationalen Regierungschef*innen müssen erkennen, was sie mit ihrer immensen Macht im Kampf für Gleichberechtigung weltweit erreichen können. Von der Schaffung fortschrittlicher Gesetze bis hin zur finanziellen Förderung des Kampfs gegen Ungleichheiten – sie haben es in der Hand, das Leben von Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt maßgeblich zu verbessern.

Bitte unterstütze auch du den Kampf gegen Sexismus. Indem du dieses Video teilst, forderst du die politischen Vertreter*innen der G7 gezielt dazu auf, ihre Macht und ihren Einfluss für Gleichberechtigung einzusetzen. Es ist an der Zeit, dass die stärksten Staaten der Welt für ihre Versprechen zur Rechenschaft gezogen werden und sich zu tatsächlichem Fortschritt verpflichten.

 Der Kampf für Gleichberechtigung kann nicht an einem einzigen Tag gewonnen werden. Es liegt ein langer Weg vor uns, wenn wir dafür sorgen wollen, dass jeder Mensch, überall auf der Welt, die gleichen Chancen erhält. Und dafür benötigen wir echten Fortschritt statt leerer Versprechen von den Regierungschef*innen auf dem G7-Gipfel.

Auch wenn wir keine Superkräfte haben: Wir leben in einer Welt voller Menschen, die heldenhafte Dinge tun können. Jeden Tag. Sei eine*r von ihnen und unterstütze unsere Kampagne. Schick jetzt eine Postkarte an Angela Merkel und fordere #ProgressNotPromises. 

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12. August 2019

12. August 2019 - 16:25
1. Ebola: Zu wenig Hilfe, zu viel Nationalismus

Der österreichische Standard berichtet, dass der weltweit aufstrebende Nationalismus Krisen wie die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo noch verschärft. Wie wenig nationale Herangehensweisen zur Bewältigung internationaler Herausforderungen beitragen, zeige die Grenzschließung des Nachbarlands Ruanda. Steigende Lebensmittelpreise, inoffizielle und unkontrollierte Grenzübertritte binnen kurzer Zeit seien die Folge gewesen. Nach nur 24 Stunden habe die Regierung aufgrund von internationalem Druck die Grenzen wieder geöffnet. Hier habe sich gezeigt, wie wichtig eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei, um die Krankheit zu kontrollieren und einzudämmen. Ein großes Problem sei auch die ‚America first‘-Politik der derzeitigen US-Regierung. Viele Staaten würden zu wenig Geld in die Bekämpfung der Seuche stecken, so Gayle Smith, frühere Chefin der US-Behörde für internationale Entwicklung USAID und Präsidentin der Entwicklungsorganisation ONE. Es fehle an der Vorbildfunktion der USA. Präsident Trump zeige bei der Bekämpfung von Ebola ein großes Desinteresse und der politische Druck auf andere Staaten sei zu niedrig. Zudem berichtete Marcus Bachmann von Ärzte ohne Grenzen in einem Interview mit der Deutschen Welle, dass Kinder besonders von der Krankheit betroffen sind. Rund jede*r sechste Infizierte sei unter fünf Jahren. Auch seien mit 57 Prozent Frauen häufiger betroffen als Männer. Dies steigere im Umkehrschluss auch die Zahl der infizierten Kinder, so Bachmann.

2. Wird der Bund klimaneutral?

Wie unter anderem Zeit Online, die Welt und die Berliner Morgenpost berichten, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller einen klimaneutralen Bundestag. Vor allem sei es wichtig Flugreisen zu reduzieren. Ein zuvor veröffentlichter Bericht habe gezeigt, dass Abgeordnete des Bundestages im Jahr 2018 deutlich mehr geflogen seien als noch 2017. Rund 13.000 Flugmeilen sei jede/r Parlamentarier*in 2018 im Durchschnitt geflogen. Laut Müller sei eine Kompensation von Flugreisen nötig. Dieses Geld könne dann in Klimaprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländer gesteckt werden. Er selbst wolle bis Ende dieses Jahres erreichen, dass sein Ministerium klimaneutral werde. Andere Ministerien sollten seinem Beispiel folgen, so der CSU-Politiker. Kritik für den Vorschlag gab es jedoch von den Linken. Kompensationen lösen das Grundproblem nicht, die Alternativen müssen besser werden, so Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag.

3. Tansania: Explosion nach LKW-Unfall 

Mehrere Medien, darunter die Tagesschau, Spiegel Online, Zeit Online sowie der Tagesspiegel berichten von einer Explosion in Morogoro im Osten Tansanias, bei der mindestens 62 Menschen ums Leben gekommen sind. Die Explosion gehe auf einen beschädigten Tanklaster zurück. Beim Versuch an den verbliebenen Treibstoff zu gelangen und diesen aufzufangen, sei der Wagen explodiert. Es gebe weitere Opfer mit Verbrennung, die sich in Behandlung befinden.

 

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08. August 2019

8. August 2019 - 14:40
1. Friedenssignale in Mosambik

Mehrere Medien, darunter die Tageszeitung (taz), die Süddeutsche Zeitung und die junge Welt berichten, dass die Regierung Mosambiks und die Oppositionspartei Renamo ein Friedensabkommen geschlossen haben. Bereits am vergangenen Dienstag haben beide Parteien das Abkommen unterzeichnet. Darin haben sie sich auf eine anhaltende Waffenruhe geeinigt und bekennen sich zur Wahrung der Stabilität des Landes. Das fragile Friedensabkommen von 1992 zwischen der Frelimo-Gruppe und den Rebell*innen der Renamo-Angehörigen sei im Jahr 2013 von den Renamo aufgekündigt worden. Erst im Jahr 2016 sei eine erneuerte Waffenruhe vereinbart worden. Das aktuelle Abkommen solle vor allem auch die anstehenden Wahlen im Oktober erleichtern. Mosambiks Präsident Filipe Nyusi und Oppositionsführer Ossufo Momade sehen vor allem großes Potenzial für wirtschaftliches Wachstum. Frieden, Sicherheit und nachhaltige Entwicklungen seien die obersten Prioritäten, um Afrika weiter aufzubauen, so Moussa Faki, Kommissionspräsident der Afrikanischen Union zum unterzeichneten Friedensabkommen. Mosambiks riesiges Erdgasvorkommen berge großes Potenzial für eine starke wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region, so Angolas Präsident Joao Lourenco.

2. Simbabwe: Hilfe gegen Hunger

Wie unter anderem n-tv, der Deutschlandfunk, General Anzeiger und evangelische.de berichten, ruft die UNO die internationale Gemeinschaft zu Hilfeleistungen für Simbabwe auf. Grund hierfür sei die starke Nahrungsmittelknappheit in dem Land. Von 16 Millionen Menschen benötigen rund fünf Millionen dringend Hilfe. Auch brauchen fast 2,5 Millionen Menschen schnellstmöglich humanitäre Unterstützung, da sie von einer Hungersnot bedroht seien. Grund für diese dramatische Situation sei die anhaltende Wirtschaftskrise sowie Wetterextreme. Im März dieses Jahres habe der Zyklon ‚Idai‘ für schwere Verwüstungen und Nahrungsmittelausfälle gesorgt. David Beasley, Exekutivdirektor des UN-Welternährungsprogramm, forderte die internationale Gemeinschaft dazu auf, rund 300 Millionen Euro für Simbabwe bereit zu stellen.

3. Wird das Wasser knapp?

Julia Merlot berichtet bei Spiegel Online, dass Wasser weltweit zu einem knappen Nahrungsmittel werden kann. Bereits am Dienstag berichteten die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung, dass der Thinktank ‚World Resource Institute‘ (WRI) ermittelt habe, dass Wasserknappheit in immer mehr Ländern immer früher ein Thema sein wird. 2018 erlebte Kapstadt bereits einen ‚Day Zero‘ – also einen Tag, an dem kein Wasser aus den Leitungen mehr gekommen sei. Dies könne laut dem WRI immer öfter vorkommen, besonders in ohnehin trockenen Staaten des Nahen Ostens sowie in Nordafrika. Aktuelle leiden bereits 17 Staaten unter sehr hohem Wasserstress, weitere 27 seien mit einem hohen Risiko eingestuft worden. Bei Ländern, die bereits von Trockenheit betroffen seien, können kleine Dürren die Situation sehr schnell verschlimmern und einen scherwiegenden Wasserstress auslösen.

 

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07. August 2019

7. August 2019 - 15:25
1. Ruanda: Kritik nicht erwünscht

Thilo Thielke berichtet in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass Ruandas Präsident Paul Kagame immer härter und repressiver gegen seine politischen Gegner*innen vorgeht. Um Widerspruch im Keim zu ersticken, werfe Kagame politischen Gegner*innen oft vor, sie würden den Genozid in Ruanda leugnen. Man müsse für die Demokratie im Land kämpfen, so Victoire Ingabire, Vorsitzende der politischen Gruppe ‚Vereinigten Demokratischen Kräfte Ruandas’. Auch Ingabire sei vorgeworfen worden, den Völkermord zu leugnen, bei dem rund 800 000 Menschen ums Leben kamen. Kagame selbst betreibe ‚Geschichtsklitterung‘, so Ingabire. Er leugne, für den Bürgerkrieg verantwortlich zu sein und Kriegsverbrechen begangen zu haben. Jeder, der dieser Meinung widerspreche, werde verhaftet, isoliert oder verschwinde spurlos. Lange habe Präsident Kagame Freiheiten genossen und wenig Widerspruch aus dem Westen erhalten, so der ruandisch-kanadische Ökonom David Himbara. Himbara, der von 2000 bis 2002 für die Regierung Kagames als Ökonom gearbeitet habe, habe den Präsidenten für gefälschte Berichte zum Wirtschaftswachstum kritisiert und könne heute nicht mehr in sein Heimatland zurückkehren. Die vergangene Wahl habe Kagame mit fast 99 Prozent gewonnen. Gegenkandidat*innen wie die Unternehmerin Diane Rwigara seien erst gar nicht zur Wahl zugelassen worden.

2. Korruptionsvorwürfe im Kongo

Wie Clarissa Herrmann in der Deutschen Welle berichtet, erhebt die Nichtregierungsorganisation (NGO) ‚Global Witness‘ Korruptionsvorwürfe gegen den Sohn des kongolesischen Präsidenten, Denis Christel Sassou-Nguesso. Mehr als 50 Millionen US-Dollar soll der Sohn von Präsident Denis Sassou-Nguesso veruntreut haben. Damit sei er nicht das erste Mitglied der Familie, das wegen Veruntreuung im Fokus der Öffentlichkeit steht. Auch seine Schwester, Claudia Sassou-Nguesso, soll sich laut der NGO über Staatsgelder einen luxuriösen Lebensstil finanziert haben. Bereits 2007 habe die Organisation ‚Transparency France’ neben Anderen den kongolesischen Präsidenten angezeigt. Dieser solle in Frankreich Luxusapartments mit veruntreuten Geldern erstanden haben. Im Kongo werde über die Korruption der Familie kaum gesprochen, so Maixent Animba von der NGO ‚Forum für Führungssystem und Menschenrechte’. Auch würden sich nur wenige NGOs trauen, die Regierung zu kritisieren, so Animba weiter. Die Korruption sei nicht nur ein Problem des Kongos. Die internationale Gemeinschaft müsse sich stärker gegen Korruption einsetzen und die Finanzströme besser kontrollieren, so Brice Mackosso von der katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden.

3. Kamerun: Dunkles Kapitel des deutschen Kolonialismus

Hans Hielscher thematisiert bei Spiegel Online das rigide Vorgehen im deutschen Kolonialismus in Kamerun. Das Volk der Douala, dem auch Manga Bell angehört habe, habe seinerzeit einen Schutzvertrag mit dem Kaiserreich geschlossen, an den sich die deutsche Seite nicht gebunden fühlte. Der damalige Thronkandidat Manga Bell habe jedoch an dem deutschen Rechtssystem festgehalten und gefordert, dass der amtierende Gouverneur, Jesko von Puttkamer, aufgrund seiner gewalttätigen Vorgehensweise gegen die Einheimischen abgelöst werde. Die Lage habe sich weiter zugespitzt, als 1910 Otto Gleim den Posten übernahm. Fortan seien viele Einheimische zwangsenteignet und vertrieben worden. Der damalige König Manga Bell habe sich hiergegen zur Wehr setzen wollen und angedroht die Unterstützung anderer europäischer Mächte zu ersuchen. Dieses Vorgehen sei als „Hochverrat“ gewertet worden und von deutscher Seite mit der Todesstrafe geahndet worden. Noch heute werde Manga Bell als Held der Freiheit verehrt. In Gedenken an den kamerunischen König sei der Berliner Nachtigalplatz umbenannt worden.

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06. August 2019

6. August 2019 - 15:40
1. Strom aus Afrika

Wie unter anderem die Welt, Focus Online, ZDF, Deutsche Welle und die Frankfurter Rundschau berichten, ist das Energiegroßprojekt Desertec zehn Jahre nach dessen Start weitgehend gescheitert. Das ursprüngliche Vorhaben habe darin bestanden, Strom in der afrikanischen Sahara-Wüste zu erzeugen und diesen nach Europa zu transportieren. Grund für das Scheitern seien Uneinigkeiten über strategische Fragen zwischen den Gründungsmitgliedern und fehlender politischer Rückhalt. Mittlerweile haben sich die meisten beteiligten deutschen Unternehmen aus der Initiative zurückgezogen. Die Partner kommen nun aus Saudi-Arabien und China. Bei der Gründung von Desertec seien erneuerbare Energie noch nicht marktfähig gewesen, so Paul van Son, Geschäftsführer der Desertec Industrial Initiative (DII). Heute spielen Wind- oder Solaranlangen eine weitaus größere Rolle. Marokko plane, 52 Prozent seines Energiebedarfs aus regenerativen Quellen zu gewinnen. Bemerkenswert sei, dass nicht in erster Linie die Wirtschaft solche Projekte vorantreibt, sondern dass sie „institutionell gefördert“ werden. Im Handelsblatt berichtet Wolfgang Drechsler, dass unter der aktuellen Regierung Südafrikas erneuerbare Energien wieder eine Zukunft haben. Unter dem neuen Präsidenten Cyril Ramaphosa sei das Thema grüne Energie wieder nach oben auf die politische Agenda gerückt. Attraktiv seien neben Solar- und Windkraftanlagen auch Biogas. Dies versorge die Verbraucher*innen nicht nur mit Energie, die Biogasanlagen regeln auch die Verarbeitung von Bio-Abfällen und Abwasser aus industriellen Prozessen.

2. Flucht durch den Jemen

Fanny Facsar berichtet in der Deutschen Welle, dass immer mehr Geflüchtete aus Afrika auf dem Weg nach Saudi-Arabien und Europa die gefährlichere Route über den Jemen wählen. Viele der Migrant*innen kommen an der Küste des Jemens an, um dort in die nächstgelegene Stadt Aden zu gelangen. Dies sei oft mit tagelangen Märschen durch die Wüste verbunden. Von dem seit vier Jahren tobenden Krieg im Jemen erfahren Viele erst mit der Ankunft. Die Route durch den Jemen nach Europa sei günstiger und noch relativ unbekannt, allerdings auch gefährlich. Der anhaltende Krieg verhindere, dass die Migrant*innen von Aden aus weiter nach Dhale gelangen können, wo sie die Grenze nach Saudi-Arabien überqueren können. Genaue Zahlen, wie viele Menschen die Route von Ostafrika über den Jemen wählen, gebe es nicht. Schätzungen gehen von 50.000 bis zu 150.000 pro Jahr aus. An der neuen Route verdienen vor allem die Schleuser*innen. An jedem Geflüchteten, den sie nach Jemen schleusen, verdienen sie rund 400 US-Dollar.

3. Südsudan: Angriff auf Militärfahrzeug

Wie die Junge Welt und die Salzburger Nachrichten berichten, sind im Südsudan zehn Menschen bei einem Angriff auf ein Militärfahrzeug getötet worden. Bereits am Sonntag habe die Rebellengruppe National Salvation Front (NAS) einen Angriff auf Zivilist*innen verübt und dabei fünf Menschen getötet. Das Land befinde sich wegen der anhaltenden Gewalt in einem fragilen Zustand. Die NAS erkenne das im vergangenen Jahr geschlossene Friedensabkommen zwischen Präsident Salva Kiir und den Unterstützern des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar nicht an. Im November solle nun eine Einheitsregierung in Kraft treten.

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Unterwegs zum G7-Gipfel – was bisher geschah

6. August 2019 - 12:21

Am 24. August ist es soweit: Die G7 Staaten treffen sich in Biarritz, um über die globalen Herausforderungen zu diskutieren und die politischen Weichen für die nächsten Jahre zu stellen. Bei so einem wichtigen Event sind wir natürlich am Start. Und bereiten uns seit Monaten vor. Hier erklären wir euch, was bisher geschah:

Internationaler Frauentag – Los geht’s!

Pünktlich zum Frauentag am 8. März haben über 40 Aktivistinnen, die in verschiedensten Ländern Afrikas für die Rechte und Belange von Frauen kämpfen einen offenen Brief mitverfasst. Ihre Forderung an die politisch Verantwortlichen: Wir setzten uns vor Ort ein, doch wir brauchen die Unterstützung der Politiker*innen. Wir fordern Taten, keine leeren Versprechen.

Über 40 Aktivistinnen quer aus Afrika haben diese mutige Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit formuliert. Diese Frauen werden nicht aufhören, bis alle die gleichen Möglichkeiten haben! 💪🏽👊🏽
Unterzeichne ihren offenen Brief:https://t.co/UCzUqY0DHx #IWD2019 #Frauentag pic.twitter.com/FzhFqtzfdz

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) March 8, 2019

Konferenz der Minister*innen für Gleichstellung – Viel Lärm auf Twitter & Facebook

Anfang Juni haben sich die Minister*innen für Gleichstellung der G7-Staaten getroffen. Uns war wichtig, dass dabei nicht nur die Belange der Menschen in den G7-Ländern diskutiert wird. Wir fordern Geschlechtergerechtigkeit weltweit. Deshalb haben wir mit unzähligen Facebookposts und Tweets einigen Lärm gemacht. Unsere Nachrichten an die Parlamentarische Staatssekretärin des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend forderten: Gleiche Rechte und Chancen für Mädchen und Frauen, weltweit.

Liebe Caren Marks @BMFSFJ, ich bin einer von 125.000 Menschen, die Aktivistinnen aus ganz Afrika im Kampf für Gleichberechtigung unterstützen. Wir zählen auf Sie bei #G7France https://t.co/5cUP0Zpbxm pic.twitter.com/pDVRCBBqrp @ONEDeutschland #ONEYouth19

— Lukas Zimmermann (@Lukas__Zi) May 8, 2019

Pan-Afrikanische feministische Perspektiven – Aya Chebbi in Berlin

Am 7. Mai hatten wir die Ehre, die tunesische Aktivistin Aya Chebbi zu empfangen. Im Arabischen Frühling setzte sie sich für Frauen und Demokratie ein, mittlerweile ist die Jugenddelegierte der Afrikanischen Union – dem Pendant zur EU. Gemeinsam mit Jugendbotschafterinnen hat sie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung klar gemacht: Wir brauchen Fortschritte in der Gleichberechtigung. Die G7 muss liefern!

Auf dem Weg ins @BMZ_Bund mit #ArmutIstSexistisch Botschafterin @aya_chebbi und #ONEYouth19 Botschafterinnen Luisa und Sonya. Unsere Botschaft: Echter Fortschritt, keine leeren Versprechen für Geschlechtergerechtigkeit. Die #G7France müssen liefern! pic.twitter.com/td3j1ikjAv

— StephanExo-Kreischer (@BueroBerlin) May 7, 2019

Übergabe des offenen Briefs an den  G7-Sherpa der Bundesregierung

Einen Monat später haben unsere Jugendbotschafter*innen beim Bundeskanzleramt vorbeigeschaut. Dort hatten wir ein wichtiges Treffen mit dem deutschen G7-Sherpa. Das ist die Person, die bereits im Vorfeld mit den Sherpas der anderen Ländern über die Themen des G7-Gipfels verhandelt. Umso wichtiger, dass auch unsere Botschaft hört. Ein konstruktiver Austausch und die Versicherung, sich beim Gipfel für die Anliegen von Frauen weltweit einzusetzen.

#G7 Sherpa der Bundesregierung Prof. Röller versichert: Deutschland wird an der Seite Frankreichs ein starker Partner für die Stärkung von Frauen sein. Wir geben gerne Rückenwind, nehmen Sie aber auch beim Wort. Vielen Dank für den konstruktiven Austausch.#ArmutIstSexistisch pic.twitter.com/PlpNSV6dje

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) June 4, 2019

Jugendbotschafterin Carla leitet die deutsche Delegation beim Jugend-G7-Gipfel

Beim Jugend-G7-Gipfel, dem Y7, leitet die Jugendbotschafterin Carla die deutsche Delegation. Ziel des Treffens ist es, die Anliegen der Jugend in den G7 Prozess mit einzubringen. Ihr Schwerpunkt: „Heutzutage sollte extreme Armut eigentlich kein Thema mehr sein – ist es aber, insbesondere für Frauen, denn Armut ist sexistisch. Dabei haben Frauen und Mädchen das größte Potenzial, extreme Armut zu beenden – wenn man sie nur ließe. Hier müssen die G7-Staaten ansetzen. Wir brauchen keine weiteren Versprechen, sondern endlich echte Fortschritte.“

Unsere Jugendbotschafterin @carla_reemtsma bei #Y7: Wir brauchen eine gleichberechtigte und umfassende Partnerschaft mit #Afrika – für die Ärmsten und Frauen & Mädchen. Für Fortschritt müssen wir Ungerechtigkeit bekämpfen und global denken & handeln. 🌍💪 #G7Biarritz #ONEYouth19 https://t.co/pJ0S5YBN94

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) June 13, 2019

Eure Gesetzesvorschläge für Gleichberechtigung

Frankreich hat zum G7-Gipfel einen Prozess angestoßen, bei dem Bürger*innen der G7 Ideen für Gesetze zur Gleichberechtigung vorschlagen können. Wir von ONE finden das super und haben auch gesammelt.

Frankreich ist Gastgeber des diesjährigen #G7-Gipfels. Zur Vorbereitung hat die französische Regierung eine Umfrage gestartet. Mit welchen Maßnahmen sollen Mädchen und Frauen rund um den Globus gestärkt werden? Deine Ideen sind gefragt! #G7Biarritzhttps://t.co/MLXNNFFCIc

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) July 5, 2019

E-Mails an Minister Müller

Anfang Juli haben sich die Minister*innen für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der G7-Länder getroffen. Damit auch dort unsere Forderungen klar sind, haben wir unsere Unterstützer*innen gebeten, Mails an die politisch Veranstwortlichen zu schreiben. In rund 1500 Nachrichten haben sie Bundesminister Dr. Gerd Müller aufgefordert, die Entwicklungsgelder für die Grund- und Sekundarschulbildung in der ärmsten Region Afrikas, der Sahelzone, zu verdoppeln.

Plakat- und Stickeraktivismus für die Finanzminister

Mitte Juli haben sich die Finanzminister zu einem Vorgipfel der G7 getroffen. Dabei hatten sie bereits die Möglichkeit 240 Millionen Frauen in Afrika Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verschaffen. Grund genug, um über Nacht Plakate vor dem Finanzministerium aufzuhängen und Bankautomaten aus ganz Deutschland zu bestickern.

Denn während 99 Prozent der Frauen in Deutschland ein Bankkonto haben, sind es in Niger nur 11 Prozent. Und unsere Botschaft wurde gehört und Unterstützung vom Finanzministerium angekündigt. Frankreich und Großbritannien haben ihren finanziellen Beitrag bereits zugesagt, wir bleiben dran und warten auf die Zusage von Deutschland.

Super-Aktion, @ONEDeutschland und @carolinkebekus 👏! Auch uns ist wichtig, dass Frauen weltweit Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten! Deshalb unterstützen wir auch finanziell die Allianz für Finanzielle Inklusion mit Fokus auf Sub-Sahara-Afrika @OlafScholz #G7Finance #G7 https://t.co/4GJv9aE95o

— BMF (@BMF_Bund) July 16, 2019

Und jetzt? Mach mit!

Natürlich machen wir nicht halt. Du hast die Möglichkeit eine Postkarte an die Bundeskanzlerin zu schicken. Fordere sie hier auf, sich bei der G7 besonders für Frauen und Mädchen weltweit einzusetzen.

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05. August 2019

5. August 2019 - 11:11

1. Sudan: Endlich Frieden?
Viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die tageszeitung (taz), Zeit Online, n-tv.de, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle berichten, dass sich die Militärführung und die Opposition im Sudan auf Eckpunkte einer neuen Verfassung geinigt haben, die auch die lange umstrittene Machtfrage regelt. Am 18. August solle ein „souveräner Rat“, der aus sechs Vertreter*innen der Opposition und fünf Militärs bestehen werde, die Regierungsgeschäfte übernehmen. Im Beisein ausländischer Regierungsvertreter*innen solle einen Tag vorher ein entsprechendes Abkommen feierlich unterzeichnet werden. Die Demonstrierenden auf den Straßen der Hauptstadt Khartum sowie Vertreter*innen der Afrikanischen Union und der Regierung Äthiopiens, die im Konflikt vermittelt hatten, haben die Einigung begrüßt. Seit dem Sturz des Langzeitpräsidenten Omar al-Bashir habe es einen langen Konflikt zwischen Militärs und Zivilist*innen um die Führung des Landes gegeben, bei dem insgesamt 250 Menschen ums Leben gekommen seien.

2. Müller für Ökostrom in Afrika
Wie die Bild am Sonntag meldet, will Entwicklungsminister Gerd Müller aktiver gegen die globale Erderwärmung vorgehen. In einem Brief an die Regierungsfraktionen von Union und SPD habe er gemeinsames und entschlossenes Handeln in dieser Frage gefordert. 90 Prozent aller Kohlekraftwerke werden in Entwicklungsländern geplant, so Müller. Die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C sei nicht möglich, wenn die geplanten 1000 Kohlemeiler ans Netz gehen. Daher müsse Deutschland die afrikanischen Länder darin unterstützen, ihren wachsenden Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Die Mittel dazu sollen aus dem neu aufgelegten Klimafonds der Bundesregierung kommen.

3. Impfen gegen Ebola
Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung benennt der Epidemologe und Geschäftsführer der Impfallianz Gavi Seth Berkley die Herausforderungen im Kampf gegen die derzeitige Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo. Derzeit seien 2700 Ansteckungen und über 1800 Tote gemeldet worden. Als Vorsichtsmaßbahme habe das Nachbarland Ruanda seine Grenzen vorübergehend geschlossen. Berkley sei kürzlich von einer Reise aus dem Krisengebiet zurückgekehrt. Die Grenzschließungen könne er nachvollziehen, allerdings erhöhe sich damit auch das Risiko von alternativen Grenzüberquerungen, bei denen kein Fieber festgestellt werden könne. Er betonte auch die Notwendigkeit von flächdeckenden Routineimpfungen. Derzeit erliegen in Kongo mehr Menschen den Masern als Ebola. Lediglich etwa ein Drittel der Bevölkerung könne mit Masernvakzinen erreicht werden. Obwohl es bereits einen Ebola-Impfstoff gebe, der erfolgreich im Kongo eingesetzt werde, sei mehr Handeln erforderlich, um einen Ausbruch effektiv entgegenzuwirken. Es sei kaum möglich, alle Ebola-Kontaktpersonen aufzuspüren. Und wenn geimpft werde, geschehe dies noch nicht schnell genug, so der Mediziner. Uganda habe mit seiner schnellen Reaktion und gezielten Impfungen vorgemacht, wie man Ebola in den Griff bekommt, bevor es sich zu einer Epidemie entwickle. Insgesamt sei es wichtig, ein stabiles Gesundheitssystem aufzubauen, so Berkley.

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31. Juli

31. Juli 2019 - 17:33
1. Afrika: Viele Frauen ohne Internetzugang

Silja Fröhlich thematisiert in der Deutschen Welle, dass mehr Männer als Frauen in Afrika Zugang zu Internet und mobilen Diensten haben. Frauen fehlen oft die finanziellen Mittel für mobile Daten. Zudem können auch unangemessene Texte und Fotos bei verheirateten Frauen zu Konflikten in der Familie führen, so Aissata Fall aus dem Senegal. Lediglich jede dritte Handybesitzerin nutze mobile Daten. Bei den Männern seien es immerhin sieben von zehn. Auch nutzen Frauen ihr Mobiltelefon vor allem für berufliche Zwecke. Zu Hause stehe dann die Familie im Mittelpunkt, so Yalwati Shuaibu, Anwältin aus Nigeria. Digitale Bildung sei ein wichtiger Schritt, um Frauen zu stärken, sagt Agnes Odhiambo, Expertin für Frauenrechte. Oft seien auch soziale Strukturen ein Problem. So können Frauen oft nicht selbständig handeln, wenn es um den Kauf von mobilen Daten oder Handys und Smartphones geht. Der globale Mobilfunkunternehmensverband GSMA schätzte jedoch, dass die globale Wirtschaftskraft um rund 628 Milliarden Euro steigen könne, wenn Frauen den gleichen Zugang zum Internet haben wie Männer. Insbesondere in Afrika mit seinem großen Sektor für mobile Technologien gebe es hier enormes Potenzial. Auch für demokratische Prozesse und das Mitwirken bei politischen Entscheidungen sei es wichtig, Frauen den Zugang zum Internet zu ermöglichen, so die mosambikische Frauenrechtlerin Graca Samo.

2. Berlin mitverantwortlich für Afrikas Klima?

Unter anderem das Handelsblatt, der Deutschlandfunk und Focus Online berichten, dass Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) die Verantwortung für Klimaschutz in Afrika auch in Deutschland sieht. Aktuell beobachte man die Auswirkungen der Klimaveränderung in Europa, aber die Situation sei in Afrika um “ein Vielfaches dramatischer”, so Karliczek. Sie wolle die Ausbildung lokaler Klimaexpert*innen vorantreiben und laufende Klimaforschungsprojekte unterstützen. Rund 25 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren seien für Investitionen in Westafrika geplant. Auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sehe hier Handlungsbedarf. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland forderte er eine/n eigenständige/n Afrika-Kommissar*in im Kabinett der angehenden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

3.Sudan schließt Schulen

Wie mehrere Medien, darunter der Tagesspiegel, der Deutschlandfunk, die Stuttgarter Zeitung, der Standard und Evangelische.de  berichten, schließt das Militär im Sudan landesweit alle Schulen. Zuvor seien am Montag fünf Schüler*innen in der Stadt Al-Obeid von Sicherheitskräften erschossen worden, als sie gegen die Rationierung von Brot und Benzin demonstriert haben. Nun schließe die Regierung landesweit alle Schulen und reagiere somit auf die nun stattfindenden Proteste von Schüler*innen gegen Polizeigewalt. Auch die Verhandlungen zwischen der Protestbewegung und dem Militärrat seien vorerst vertagt worden, so Taha Osmann, Unterhändler der Opposition. Das Kinderhilfswerk Unicef habe die Regierung im Sudan zu einer Untersuchung der Vorkommnisse aufgerufen.

 

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30. Juli

30. Juli 2019 - 14:56
1. Afrika: Solarenergie und Bäume für ein besseres Klima

Kathrin Witsch berichtet im Handelsblatt von zwei deutschen Unternehmern, die erneuerbare Energien in Afrika stark ausbauen wollen. Martin Baart und Markus Schwaninger haben 2016 das Start-up ‚Ecologi‘ gegründet, um den Ausbau von Solaranlagen in Entwicklungsländern voranzutreiben. Investitionen in diesem Bereich können sehr rentabel sein, denn es gebe genug Wirtschaftskraft in Afrika, so Baart. Hohe Zinsen in Entwicklungsländern seien der Hauptgrund, der dort für viele gegen eine Investition in Solaranlagen spreche. Demgegenüber stehe in Ländern wie Nigeria und Südafrika immer noch eine große Industrie mit fossilen Energien. Für Baart und Schwaninger gehe es nicht nur um Geldanlagen. Jeder habe eine Mitverantwortung, die Energiewende voranzutreiben, so Baart. Bereits seit Sonntag berichten viele Medien, darunter die Tagesschau, ZDF.de, BILD, FAZ.net, die Tageszeitung (taz), Zeit Online und die Deutsche Welle, dass die natürlichen Ressourcen der Erde noch nie so schnell verbraucht worden seien, wie in diesem Jahr. Seit dem vergangenen Montag verbrauche die Menschheit mehr Ressourcen als sich in einem Jahr regenerieren können. Der ‚Erdüberlastungstag’ rücke so vom 1. August 2018 auf den 29. Juli 2019. In Äthiopien habe die Landesregierung derweil einen Rekord im Baumpflanzen aufgestellt, wie unter anderem die BILD, Sueddeutsche.de, FAZ.net, die Hannoversche Allgemeine Zeitung, Stern.de, der Deutschlandfunk, und SWR.de berichten. Innerhalb von 12 Stunden haben die Regierung sowie Bürger*innen rund 350 Millionen Setzlinge gepflanzt, um gegen die Abholzung von Wäldern und die klimabedingte Versteppung vorzugehen.

2. Krankheiten durch zu wenig Toiletten

Wie die Welt berichtet, gibt es in vielen afrikanischen Städten keine ausreichende sanitäre Versorgung. Besonders deutlich werde dies in der ugandischen Hauptstadt Kampala. Bei anhaltenden Regenfällen kollabiere das Abwassersystem und überflute die Häuser mit Fäkalienschlamm. Grund hierfür sei vor allem der rasante Anstieg der Bevölkerung, mit dem der Infrastrukturausbau der Stadt nicht mithalten könne. Allein in Kampala haben 1200 Menschen keinen Zugang zu öffentlichen Toiletten, weltweit seien es 2,5 Milliarden. Nicht nur starke Regenfälle, sondern auch undichte sanitäre Einrichtungen stellen ein Problem dar. Sie sorgen für eine Verunreinigung des Wassers und begünstigen somit den Ausbruch von Krankheiten wie Cholera. Dies verursache auch wirtschaftliche Schäden – jährlich müssen rund 160 Millionen Euro gegen diese Epidemien aufgewendet werden. Aktuell sei das Abwassersystem in Kampala für weniger als zehn Prozent der aktuellen Bevölkerung ausgelegt. Prioritäten werde erst einmal der Bau von Toiletten und sanitären Einrichtungen in Schulen sein, so Najib Bateganay vom städtischen Amt für Sanitäreinrichtungen.

3. Senegal: Surfen für die Zukunft

Andreane Williams berichtet in der Deutschen Welle, dass sich der Senegal als Urlaubsziel für Surfer*innen etablieren will. Die Küste sei bislang noch weitgehend unbekannt, das Land biete jedoch ideale Voraussetzungen. Neben perfekten Bedingungen für den Sport sei das Land in Westafrika auch relativ stabil. Durch die wachsende Medienaufmerksamkeit kommen immer mehr Menschen in den Senegal zum Surfen, so die Surferin Marta Imarisio. Allerdings sei es für die einheimische Bevölkerung immer noch ein schwer erschwinglicher Sport. Ein gebrauchtes Surfbrett koste so viel wie ein durchschnittliches Monatsgehalt. Für viele Senegale*sinnen biete der Sport aber auch Möglichkeiten. So verdienen sich viele Surfer*innen einen Lebensunterhalt mit dem Unterricht und können auch international Kontakte knüpfen. Im Surfsport sei Afrika die Zukunft, so Oumar Seye, Besitzer eines Surfshops in Dakar.

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Ebola – Wir beobachten, wie aus einer Krise eine Katastrophe wird

30. Juli 2019 - 12:15

Eine Version dieses Gastkommentars wurde ursprünglich auf TIME.com veröffentlicht und kann hier gelesen werden.

Stell dir einen Feuerwehrmann vor, der einen Brand bekämpft, während die Sprinkleranlage Benzin verteilt. So kannst du dir den aktuellen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) vorstellen.

Bisher sind über 1.600 Menschen an dem Virus gestorben, Tausende weitere haben sich infiziert. Dieser Ausbruch hat noch nicht das Ausmaß der letzten Ebola-Krise von 2014 erreicht, bei der mehr als 11.000 Menschen starben. Aber er hat das Potenzial, noch tödlicher zu werden.

Mit jedem Tag, der vergeht, verbreitet sich das Virus weiter. Mitte Juli wurde in Goma, einem Verkehrsknoten an der Grenze zu Ruanda, der erste Fall von Ebola entdeckt. Um dem Virus die Stirn zu bieten, muss die internationale Gemeinschaft den Ausbruch als das behandeln, was er ist – eine Krise.

Aufgrund der Ansteckungsgefahr müssen sich Ärzte in der Behandlung von Ebola durch besondere Anzüge schützen Foto: AFP/Seyllou

Strukturelle Probleme in der Gesundheitsversorgung der Demokratischen Republik Kongo

2014 saß ich im Nationalen Sicherheitsrat und habe den US-amerikanischen Einsatz gegen Ebola mit geleitet. Damals dachte ich, der Ausbruch sei der schrecklichste Notfall der öffentlichen Gesundheit, den ich je in meinem Leben erleben würde. Es stellte sich heraus, dass ich mich geirrt habe.

Denn die Herausforderungen in der aktuellen Krise sind beispiellos: schlechte Infrastruktur, Misstrauen gegenüber dem Gesundheitspersonal und schlechter Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Das für sich wäre schon genug zu tun. Aber in der Kombination mit Ebola wird die Aufgabe in der Demokratischen Republik Kongo schwieriger und komplexer als der letzte Notstand in Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Diese Instabilität kam nicht über Nacht. Die Demokratische Republik Kongo ist reich an Ressourcen, wurde aber in der Vergangenheit von schlechter Regierungsführung und gewaltsamen Konflikten heimgesucht. Seit Jahrzehnten investiert die DRK nicht ausreichend in die Grundversorgung und die Gesundheitsinfrastruktur. Dabei wäre das die erste Verteidigungslinie gegen Epidemien wie Ebola. Im Jahr 2016 beliefen sich die jährlichen Gesamtausgaben der Regierung für die Gesundheitsversorgung in der DRK auf nur 3 US-Dollar pro Person.

Ärzte versorgen einen Patienten, der sich mit Ebola infiziert hat.

Herausforderungen im Kampf gegen Ebola

Jahrelange Gewalt entlang ethnischer Konfliktlinien hat in der Demokratischen Republik Kongo eine Atmosphäre des Misstrauens gegenüber politisch Verantwortlichen geschaffen. In einer aktuellen Umfrage gaben 25 Prozent der kongolesischen Befragten an, Ebola existiere nicht. Dieser Mangel an Vertrauen und die anhaltenden Spannungen haben zu Angriffen auf Gesundheitspersonal und Kliniken geführt, die den gesamten Einsatz gefährden.

Um eines klarzustellen: Nichts im Kampf gegen Ebola oder andere globale Epidemien ist einfach. Genau deshalb ist es ratsam, dass die internationale Gemeinschaft aus den Fehlern und Erfolgen des letzten Ausbruchs lernt.

Haben wir aus unseren Fehlern gelernt?

Mein größtes Bedauern über die Reaktion auf die letzte Ebola-Epidemie ist, dass die Welt nicht früher und umfassender gehandelt hat. Denn die Krise 2014 hatte uns überraschend getroffen und zeigte, wie schlecht Amerika und die Welt auf Infektionskrankheiten vorbereitet waren.

Die Weltgesundheitsorganisation hat nur die Hälfte der beantragten Mittel erhalten, die zur Bekämpfung des Ausbruchs benötigt wurden. Die Vereinigten Staaten können dieses Problem nicht allein lösen, die internationale Gemeinschaft muss im Kampf gegen diese Krankheit mobilisiert werden.

Der Kampf gegen Ebola braucht eine starke Partnerschaft und mehr Engagement von Europa und den USA

Als eine Person, die schon einmal gegen diese hässliche Krankheit gekämpft hat, kann ich nicht anders, als mich an alle zu wenden, die Einfluss auf die nächsten Schritte im Kampf gegen die Epidemie haben. Momentan beobachten wir, wie die Krise zur Katastrophe wird. Wir haben die Mittel, um Ebola zu besiegen. Was uns fehlt, ist der politische Wille. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich über Ebola Gedanken zu machen – nicht erst, wenn die Krankheit die USA oder Europa erreicht.

Wenn wir zulassen, dass die Epidemie auf noch mehr Gemeinschaften und Länder übergreift, werden wir weder die Staaten Afrikas, noch die Weltgesundheitsorganisation oder andere zum Sündenbock machen. Wenn die Frage der Schuld aufkommt, brauchen wir nur eines: einen Spiegel.

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29. Juli

29. Juli 2019 - 15:42
1. Entwicklungsländer: Lebensmittel aus Deutschland

Wie der Deutschlandfunk, die Neue Osnabrücker Zeitung und Evangelische.de berichten, exportierte Deutschland 2018 Lebensmittel im Wert von rund sechs Milliarden Euro in Entwicklungsländer. Das sei fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Hauptabnehmer der Waren sei China. Durch eine solche „wettbewerbsverzerrende Exportpolitik“ dürfe der Aufbau einer Landwirtschaft in Entwicklungsländern nicht gefährdet werden, warnen die FDP-Politiker*innen Carina Konrad und Olaf in der Beek. Auch die Frankfurter Rundschau stellt die Frage nach der Zukunft der Landwirtschaft in Afrika. Eine hohe Industrialisierung, Monokulturen und Einsatz von hochmodernen Maschinen stünden einem kleinbäuerlichen Ansatz gegenüber. Die Welternährungsorganisation FAO hält eine nachhaltige Landwirtschaft unter Einbezug der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen als wichtigen Faktor, um die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

2. Nigeria: Anschlag durch Boko Haram

Mehrere Medien, darunter die Welt, Tagesschau, Spiegel Online und Deutsch Welle berichten über einen Anschlag im Nordosten Nigerias. Mitglieder der Gruppe Boko Haram hätten am Samstag 65 Menschen bei einem Anschlag auf eine Beerdigungsgesellschaft in der Ortschaft Badu getötet. Es seien auch zehn Angreifer*innen unter den Opfern gewesen. Zwei Wochen zuvor hätten sich die Bewohner*innen des Dorfes gegen die Terrormiliz zur Wehr gesetzt. Es sei ein Vergeltungsschlag gewesen, so Mahammed Bulama, Chef der Provinzregierung. Auch Bartholomäus Grill berichtet im aktuellen Spiegel über die Gefahren für Helfer*innen in den Gebieten Boko Harams. Die seit 2009 existierende Gruppe sei nach wie vor die gefährlichste Terrororganisation weltweit. Sie hätten ihre Netzwerke ausgebreitet und unterhielten Verbindungen zu Organisationen in Mali, Burkina Faso, Togo, Benin, Ghana und Somalia. Die Terrormiliz sei für rund 1,8 Millionen Binnenvertriebene und rund 20.000 Tote verantwortlich, so eine Bilanz der UN 2018. Eine Eindämmung der Gefahr sei nicht in Sicht, auch, weil sogar Generäle Waffen an Boko Haram verkaufen, so ein Ex-Offizier der Armee. Unterdessen berichtet Bernd Dörries in der Süddeutschen Zeitung, dass die Redeemed Christian Church of God in Abuja, eine Pfingstkirche, immer mehr Zulauf findet. Dies läge auch an dem idyllischen Gelände der Kirche. Viele Bewerber*innen wollen Lagos entfliehen. In den Kirchen funktioniere alles, auf die Regierung könne man nicht warten, so Olaitan Olubiyi, Chefredakteur der lokalen Zeitung.

3. Südafrika: Entschädigung nach 15 Jahren

Martina Schwikowski berichtet in der Tageszeitung Online (taz), das südafrikanische Bergarbeiter*innen im Goldabbau nach 15 Jahren Gerichtsstreit nun Entschädigungszahlungen bekommen. Bereits 2004 habe der juristische Konflikt begonnen, heute seien bereits viele der Betroffenen tot. Viele der Minenarbeiter*innen seien von Tuberkulose und Silikose betroffen, dafür seien die unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen beim Abbau verantwortlich. Jahrzehntelang seien die Leiden der Bergleute von den Konzernen ignoriert worden. Nun erhielten Arbeiter*innen, die ab 1965 in den Minen arbeiten oder gearbeitet haben, Entschädigungszahlungen. Im Jahr 2016 gab zum ersten Mal ein Gericht in Johannesburg einer Sammelklage gegen 32 Bergbaukonzerne den Kläger*innen recht.

 

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26. Juli 2019

26. Juli 2019 - 12:37
1. Gewalt im Kongo

Wie unter anderem der Deutschlandfunk und die Neue Zürcher Zeitung berichten, gab es von Januar bis Juni fast 700 außergerichtliche Hinrichtungen in der Demokratischen Republik Kongo. Laut des UNO-Menschenrechtsbüros seien davon 418 Hinrichtungen von bewaffneten Kämpfern ausgeführt worden. Andere Taten seien auf Sicherheitsbeamt*innen zurück zu führen. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Menschenrechtsverstöße nach aktuellen Zahlen leicht zurück, so Abdul Aziaz Thioye, Direktor des Uno-Menschenrechtsbüros. Im Kongo gebe es seit dem Machtwechsel im Dezember letzten Jahres allerdings eine höhere Zahl an organisierten politischen Verbrechen. Der Oppositionspolitiker Felix Tshisekedi hatte nach 18 Jahren den Präsidenten Joseph Kabila abgelöst.

2. Nigeria: Protest für Freilassung von religiösem Führer

Zaharaddeen Umar berichtet in der Deutschen Welle, dass Proteste der schiitischen Gruppe der Islamischen Bewegung für Nigeria (IMN) in Nigerias Hauptstadt Abuja mit Gewalt niedergeschlagen wurden. Mindestens acht Menschen, unter ihnen auch ein Journalist, seien bei den Protesten am Montag getötet worden. Die Polizei sei mit Tränengas und scharfer Munition gegen die Demonstrant*innen vorgegangen. Anlass für den Marsch der IMN sei die Inhaftierung des geistigen Führers der Gruppe, Ibrahim Zakzaky, gewesen. Dieser sei bereits 2015 wegen Terrorismusvorwürfen verhaftet worden. Allerdings ordnete ein Gericht ein Jahr später die Freilassung des Religionsführers an, die Ermittlungen seien rechtswidrig gewesen. Demonstrant*innen seien bereit, die Märsche fortzuführen, bis Zakzaky frei sei. Die Regierung habe sich bis jetzt allerdings geweigert, den Anweisungen des Gerichts nachzukommen, so Mukhtar El-Khasim, Analyst in Nordnigeria. Der Großteil der nigerianischen Bevölkerung zählt zu der Gruppe der Sunniten, Zakzakys gründete die schiitische IMN als Studentenbewegung. Diese sollte eine islamische Revolution in Nigeria vorantreiben. Nigerianische Behörden werfen den Demonstrant*innen gewaltsames Vorgehen gegen Polizist*innen und Bürger*innen, sowie öffentliches und privates Eigentum vor. Diese hielten dagegen: es seien immer friedliche Proteste gewesen.

3. Oxfam: Mehr Hilfeleistungen gegen drohende Hungerkatastrophe nötig

Wie Zeit Online berichtet, fordert die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam mehr Unterstützung bei der Bekämpfung von Hunger. In den Ländern Äthiopien, Kenia und Somalia breite sich die Dürre immer weiter aus. Die Hilfe für diese Regionen sei allerdings viel zu niedrig, nur rund ein Drittel sei finanziert, so ein neuer Bericht von Oxfam. Die Vereinten Nationen (UN) gehen von rund 7,6 Millionen Hungerleidenden in der Region aus. Bereits 2011 habe es ein kollektives Versagen gegeben. Man müsse schnell handeln, um Leben zu retten, so Lydia Zigomo, Oxfam Regionaldirektorin für das Horn von Afrika. Ausbleibender Regen vernichte die Ernte und somit die Lebensgrundlange vieler Menschen. Die Klimakrise befeuere diesen Trend und es sei entscheidend, humanitäre Maßnahmen mit der Bekämpfung des Klimawandels zu verbinden. Im Jahr 2018 seien rund 16,1 Millionen Menschen auf Grund von wetterbedingten Ereignissen aus ihrer Heimat vertrieben worden.

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25. Juli 2019

25. Juli 2019 - 12:18
1. Haushalt: Militär vor Entwicklungszusammenarbeit?

Wie unter anderem Spiegel Online, der Tagesspiegel, Focus Online und die Ostseezeitung berichten, erntet die CDU-Chefin und neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer viel Kritik für ihre Pläne zu steigenden Verteidigungsausgaben. Sie habe sich dazu bekannt, das in der NATO vereinbarte Ziel, zwei Prozent der Wirtschaftskraft für Verteidigungsausgaben aufzuwenden, voranzutreiben. Der Koalitionspartner SPD betonte, dass die Militärausgaben im Koalitionsvertrag an die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit gekoppelt seien. Mehr Geld für Verteidigung müssten mit mehr Investitionen in die globale Armutsbekämpfung einhergehen, so Rolf Mützenich, kommissarischer Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Auch Grünen-Chef Robert Habeck äußert sich in der Hamburger Morgenpost kritisch über die Zwei-Prozent-Zusage Kramp-Karrenbauers. Er würde sich eine ebenso lebhafte Debatte darüber wünschen, wie die Bundesregierung ihrem Versprechen nachkommen will, 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungshilfe bereitzustellen.

2. Afrika: Geldtransfer als Wirtschaftsleistung

Antonio Cascais berichten in der Deutschen Welle, dass Geldtransfers nach Afrika noch immer mit hohen Gebühren und Risiken verknüpft sind. Immer mehr Menschen in Afrika erhalten Geld von ihren Angehörigen im Ausland. Diese ‚Rücküberweisungen‘ von Verwandten machen in vielen Ländern einen signifikanten Teil der Wirtschaftsleistung aus. In einigen Ländern übersteige diese Zahl sogar die internationalen Entwicklungsinvestitionen, so Dilip Ratha von der Weltbank. Gerade ärmere Menschen profitieren jedoch von dem System der Rücküberweisung, sagt Paulino Dias, kapverdischer Wirtschafts- und Finanzfachmann. Geld würde so direkt bei denen ankommen, die es benötigen. Allerdings verlangen die Banken und Transferagenturen hohe Gebühren. Zu Beginn dieses Jahres habe eine Überweisung nach Afrika im Schnitt rund 9,3 Prozent des Geldwertes gekostet. Eines des UN-Nachhaltigkeitsziele sei, diese Kosten auf drei Prozent zu senken. Durch die hohen Bankgebühren erhalten Geltransferdienstleistungen und mobile Zahlungssysteme immer mehr Zulauf. Vor allem für Menschen ohne eigenes Girokonto sei so ein bargeldloser Zahlungsverkehr möglich. Hier sei jedoch die Gefahr für illegale Geschäfte größer, da es weniger Kontrollmechanismen gebe. Dies könne man nie ausschließen, so Dias.

3. Erinnerung an deutschen Kolonialismus

Der Tagesspiegel und die Deutsche Welle berichten, dass in Berlin nun eine zweite Gedenktafel an den Protest des Kameruners Martin Dibobe gegen den deutschen Kolonialismus erinnert. Dieser kam aus Kamerun nach Deutschland und arbeitete sich zum ersten schwarzen Zugführer der Hochbahn Berlins hoch. Mit 32 Punkten habe Dibobe 1919 in seiner Petition unter anderem gleiche Rechte für Deutsche und Afrikaner*innen in Deutschland gefordert. Sein Anliegen sei jedoch weitgehend unbeachtet geblieben. Als die deutschen Kolonien an Frankreich und Großbritannien übergingen, sei Dibobes Petition in Vergessenheit geraten. Allerdings sei Dibobes Forderungen noch heute aktuell, so Mnyaka Sururu Mboro, deutsch-tansanischer Aktivist. Erst rund 100 Jahre nach der Petition habe es den ersten afrikanisch-stämmigen Bundestagsabgeordneten gegeben. Die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte sei noch immer schwierig. Erst kürzlich sei eine Diskussion um die Rückgabe von Kulturgütern aus der Kolonialzeit entbrannt. Deutschland müsse dies als einen Teil seiner Geschichte anerkennen und aufarbeiten, so Paulette Reed-Anderson, Spezialistin für afrikanische Geschichte.

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Warum globale Gesundheit uns allen zugutekommt

24. Juli 2019 - 15:34
Was ist globale Gesundheit eigentlich?

Es ist ein bedeutendes Jahr für die globale Gesundheit. Deswegen wird ONE das Thema auch oft zur Sprache bringen. Aber bevor wir uns mit den detaillierten Statistiken oder der Bedeutung der Finanzierung der innovativsten Partnerschaft der Welt befassen, lasst uns doch erst mal darüber sprechen, was globale Gesundheit eigentlich ist!

Warum ist all das so wichtig?

Wenn Menschen Zugang zu bezahlbarer Gesundheitsversorgung haben, profitiert davon auch ihr direktes Umfeld: Zum Beispiel können Kinder die Schule besuchen, Erwachsene einen Beruf ausüben oder Familien ihre gemeinsame Zeit genießen. Die allgemeine Lebensqualität nimmt drastisch zu, wenn die Prävention und Behandlung von Krankheiten bezahlbar und zugänglich sind.

Im Kampf gegen Tuberkulose sind viele Menschen auf internationale Hilfe angewiesen. Lokale Programme wie in diesem Bild versorgen die Menschen.

Klar stehen hierbei die Menschenrechte immer an oberster Stelle. Jedoch ist es ebenfalls wichtig zu begreifen, dass eine gesunde und gebildete Weltgemeinschaft noch andere Vorteile mit sich bringt: Wirtschaftswachstum zum Beispiel. Genauso kann eine unzureichende Gesundheitsversorgung dieses Potenzial auch schnell wieder zunichtemachen. Die Ebola-Epidemie von 2014 ist ein bedrückendes Beispiel dafür, was für verheerende wirtschaftliche Folgen ein einziger Krankheitsausbruch haben kann. Im Jahr 2015 verloren allein Guinea, Liberia und Sierra Leone 2,2 Milliarden US-Dollar ihrer Wirtschaftsleistung. Dies gefährdete die ökonomische Stabilität und das Wachstum des Privatsektors in der Region. Und über allem steht natürlich eine gute Gesundheit für jede*n. Denn eine gerechtere Welt bedeutet auch, einen fairen Zugang zu Krankenhäusern, Medikamenten, gesundheitliche Beratung und mehr. Im Klartext: Bei Gesundheit handelt es sich um eine kluge und gerechte Investition mit hohen Erträgen.

HIV positiv zu sein bedeutet nicht das Ende. Mit den richtigen Medikamenten  kann man keine Mitmenschen infizieren und sogar ein HIV negatives Baby zur Welt bekommen.

Doch obwohl der Zugang zu Prävention und Behandlung ein Recht und kein Privileg sein sollte, bleibt er vielen Menschen aufgrund von Kosten, Entfernungen, Stigmatisierung und Diskriminierung verwehrt. Nach zehn Jahren stetigen Rückgangs ist Malaria wieder auf dem Vormarsch, insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren, die zwei Drittel aller Malariatodesfälle ausmachen.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Fortschritt im Gesundheitsbereich seit Ende des letzten Jahrhunderts ist eine der anerkanntesten und bedeutendsten Erfolgsgeschichten der Entwicklungszusammenarbeit. Dieser Erfolg war jedoch keinesfalls ein Selbstläufer, sondern richtig harte Arbeit. Im Wesentlichen wurde er sowohl von öffentlich-privaten Kooperationen als auch durch bahnbrechende finanzielle Zusagen und höhere staatliche Investitionen im Gesundheitssektor sowie leidenschaftliches bürgerliches Engagement erreicht.

Jede*r hat das Recht auf Gesundheit – weltweit! Bild: Hush Naidoo via Unsplash

Die Erfolgsgeschichte zeigt uns eindrucksvoll, was mit Entwicklungszusammenarbeit bewirkt werden kann. Doch wir dürfen uns auf diesen Erfolgen auf keinen Fall ausruhen, sonst riskieren wir, diese zunichte zu machen. Denn obwohl jährlich mehr als zehn Millionen Menschen an Tuberkulose erkranken, befinden sich fast 40 Prozent davon nicht in Behandlung. Das sind beinahe vier Millionen Menschen, die keine Diagnose, geschweige denn eine Therapie bekommen – und damit auch weiterhin ansteckend sind.

Der Globale Fonds ist eine der wirksamsten Waffen, die wir im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria haben. Der Fonds unterstützt Programme, die von lokalen Expert*innen in den Ländern und Gemeinden durchgeführt werden, die am meisten Unterstützung brauchen. Bisher hat er dazu beigetragen, 27 Millionen Menschenleben zu retten. Um zwischen 2021 und 2023 weitere 16 Millionen Menschenleben zu retten, muss der Fonds bei seiner Wiederauffüllungskonferenz im Oktober dieses Jahres mindestens 14 Milliarden US-Dollar erhalten.

Wir dürfen diese Entwicklung jetzt auf keinen Fall ausbremsen. Bist auch du bereit, diese Herausforderung anzunehmen?

Dann füge hier deinen Namen hinzu und fordere die Staatsoberhäupter der Welt dazu auf, dieses wichtige Instrument zu unterstützen. Teile die Aktion anschließend mit deiner Familie und deinen Freunden.

 

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24. Juli 2019

24. Juli 2019 - 12:06
1. HIV-Neuinfektionen bei Kindern

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung und der Deutschlandfunk berichten, verläuft der Rückgang von HIV-Infektionen bei Kindern langsamer als sich die Vereinten Nationen (VN) zum Ziel gesetzt haben. Seit 2010 haben sich deutlich weniger Kinder unter 14 Jahren infiziert. Mit insgesamt 160.000 liege man jedoch deutlich über dem anvisierten Ziel von 40.000 Neuinfektionen. Somit rücke das Ziel, bis 2020 weniger als 20.000 neu infizierte Kinder und Jugendliche zu haben, in weite Ferne. Es müsse schnell gehandelt werden, um diese Situation umzukehren und die Ziele zu erreichen, so Gunilla Carlsson, kommissarische Geschäftsführerin von UNAIDS, dem Anti-Aids-Programm der VN. In afrikanischen Ländern sei die Infizierungsrate immer noch hoch. In Ostafrika steckten sich Kinder an, weil keine ausreichende Behandlung der Mütter während der Schwangerschaft gewährleistet werden könne. In Zentral- und Westafrika hätte die Hälfte der Neuinfektionen von Kindern durch eine Behandlung der Mütter mit Medikamenten während der Schwangerschaft verhindert werden können. Die Kinder-Neuinfektionen gingen jedoch in den Ländern Botswana, Ruanda und Malawi stark zurück, hier seien bereits 95 Prozent der infizierten Mütter behandelt worden.

2. Schweiz bremst Entwicklungsziele

Andreas Zumach berichtet in der Tageszeitung (taz), dass die Schweiz weltweit das Land ist, das die Nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO am stärksten bremst. Kein anderes Land lebe so sehr auf Kosten anderer, so ein aktueller Bericht der Bertelsmann-Stiftung, die den Fortschritt der Sustainable Development Goals (SDGs) überprüft. Die Schweiz führe, knapp vor Singapur, die Negativ-Liste der größten Kostenverursacher der 160 betrachteten Länder an. Sie würde von allen Ländern die meisten Kosten in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Sicherheit auf Kosten anderer verursachen. Zum einen falle die Niedrigsteuerpolitik des Landes ins Gewicht, die zu „Veruntreuung ausländischer Staatsgelder und zu Korruption“ verleite. Zum anderen sei das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit gemessen an der nationalen Wirtschaftskraft der Schweiz besonders niedrig. Zudem habe die Schweiz vergangenes Jahr das Verbot aufgehoben, Waffen in Länder mit Menschenrechtsverletzungen zu exportieren. Aus der Tatsache, dass Länder mit einem ähnlichen Einkommensniveau wie die Schweiz besser abschneiden, schließen die Autor*innen der Studie, dass ein stärkerer Einsatz für eine bessere Welt ohne Einschränkungen des eigenen Wohlstands möglich sei.

3. Bildung gegen Kinderehen

In einem Interview mit Spiegel Online, berichtet die Kinderechtsaktivistin Nena Thundu über die verursachten Traumata durch Kinderehen bei Mädchen. In 30 von 55 afrikanischen Staaten werden noch immer mehr als 75 Prozent aller Mädchen vor der Volljährigkeit verheiratet. Armut sei einer der größten Faktoren, warum Eltern ihre Kinder früh verheiraten wollen. Finanziell werde vor allem in Jungen investiert. Die Kinderheirat verstoße in einigen Ländern bereits gegen Gesetze, sei jedoch immer noch in sieben von zehn afrikanischen Staaten legal. Besonders schwierig sei es, Denkmuster zu durchbrechen, so Thundu, die für die Afrikanische Union eine Kampagne gegen Kinderheirat koordiniert. Die Eltern handeln oft aus Unwissen, daher müsste Aufklärung stattfinden. Es sei wichtig, den Familien Alternativen und die Vorteile von Bildung für Frauen und Mädchen aufzuzeigen. Mit steigender Bildung erhöhe sich die Chance, wirtschaftlich eigenständig Fuß zu fassen – gleichzeitig sinke das Risiko einer Kinderehe. Erste Erfolge gebe es in Mauritius, Malawi, Sambia und Eritrea. Hier hätten strengere Gesetze und Regierungskampagnen für einen deutlichen Rückgang gesorgt.

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23. Juli 2019

23. Juli 2019 - 14:33
1. Afrika unter Strom

Die Deutsche Welle und das Handelsblatt berichten, dass Siemens langfristig in Nigerias Stromversorgung investieren will. Mit rund 200 Millionen Einwohnern sei Nigeria das bevölkerungsstärkste Land, laut Weltbank seien davon jedoch rund 80 Millionen Menschen ohne eigenen Stromanschluss. Staatspräsident Muhammadu Buhari und Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser haben verkündet, dass die Stromproduktion in Nigeria bis 2023 verdreifacht werden solle. In welcher finanziellen Höhe sich Siemens an dem Projekt beteiligen werde, sei bisher nicht bekannt. Derzeit sei das staatliche Stromnetz Nigerias überlastet. Nigerias schlechte Infrastruktur an Stromnetzen werde oft als Hemmnis für eine wachsende Volkswirtschaft genannt. Alexander Smoltcyk berichtet im aktuellen Spiegel, dass auch erneuerbare Energien im südlichen Afrika auf dem Vormarsch sind. In Subsahara-Afrika habe sich der Zugang zu Strom seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt. Dies sei zwar auch weitestgehend auf fossile Brennstoffe zurückzuführen, jedoch werden erneuerbare Energien immer wichtiger. Wasserkraftwerke seien für den Großteil an erneuerbaren Energien verantwortlich. Jedoch steige auch Stromerzeugung durch Erdwärme-, Wind- und Solartechnologie in Afrika deutlich.

2. Korruption in Kenia

Wie Spiegel Online berichtet, werden in Kenia mehrere Spitzenpolitiker*innen wegen Korruptionsverdacht angeklagt. Neben Finanzminister Henry Rotich und seinem Stellvertreter Kamau Thugge seien noch 26 weitere Personen im Visier der Justiz. Darunter befinde sich auch der Chef eines italienischen Baukonzerns. Grund für die Anklage sei die Veruntreuung von öffentlichen Geldern beim Bau zweier Staudämme. Rotich habe „kolossale Beträge” an Privatpersonen sowie Institutionen überwiesen und dadurch Gesetze verletzt, so der Chefankläger Noordin Haji. Die zunächst veranschlagten Kosten von rund 400 Millionen Euro seien vom Finanzministerium auf rund 543 Millionen erhöht worden –allerdings ohne stichfeste Angabe von Gründen. Mit Rotich werde das erste Mal ein amtierender Finanzminister in Kenia angeklagt. Oft bleiben Skandale der politischen Elite in Kenia ohne strafrechtliche Folgen. Auch politisch könne die Verhaftung Folgen haben. Rotich stehe dem aktuellen Vizepräsidenten William Ruto nahe, der den aktuellen Präsidenten Uhura Kenyatta 2022 ablösen möchte. Jedoch habe er nur eine Chance, wenn Kenyatta ihn unterstütze. Die Anklage Rotichs könnte nun erneut für Spannungen bei den Unterstützer*innen von Ruto sorgen. Die Verhaftung sei ein Erfolg, allerdings sei eine Haftstrafe erst ein wirklicher Durchbruch, so Samuel Kimeu, Vorsitzender von Transparency International.

3. Anschlag in Somalia

Wie mehrere Medien, darunter Zeit Online, Focus Online, die Deutsche Welle und der Deutschlandfunk berichten, sind in Somalias Hauptstadt Mogadischu 17 Menschen bei einem Terroranschlag ums Leben gekommen. Rund 30 weitere seien dabei verletzt worden. Der Täter habe sich auf einer Zufahrtsstraße zum Flughafen selbst in die Luft gesprengt. Die Druckwelle habe mehrere Menschen zu Boden gezwungen, so Suado Ali, Anwohner. Nach dem Anschlag habe sich die islamistische Al-Schabaab-Miliz zu der Tat bekannt. Die Terrormiliz habe erst vor rund einer Woche einen Anschlag in der Hafenstadt Kismayo verübt. Die Gruppe kontrolliere große Teile im Süden und Zentrum Somalias und verstehe sich als Teil des Terrornetzwerks Al-Kaida.

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