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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 17 Stunden 36 Minuten

21. Januar 2020

21. Januar 2020 - 14:05

1. Angola: „Luanda Leaks“ decken Korruption auf
Ein internationales Recherchenetzwerk mit Beteiligung der Süddeutschen Zeitung und der ARD hat unlautere Bereicherung bei Isabel dos Santos aufgedeckt, der Tochter des ehemaligen Präsidenten Angolas José Eduardo dos Santos. Darüber berichten viele Medien, darunter tagesschau.de, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Deutsche Welle, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, der Tagesspiegel, der Bayrische Rundfunk, der Focus, die Mittelbayrische Zeitung, der Kölner Stadt Anzeiger, Euronews und der Weser Kurier. Die mutmaßlich „reichste Frau Afrikas“ solle sich mit Hilfe ihres Vaters und mit finanzieller Unterstützung aus dem Ausland stark bereichert haben, wie die sogenannten „Luanda Leaks“ nahelegen. Weltweit haben über 120 Journalist*innen Datensätze aus hunderttausenden Verträgen, E-Mails und Memos ausgewertet, die der afrikanischen Whistleblower-Plattform PPLAAF zugespielt worden seien. Dos Santos habe durch den Einfluss ihres Vaters mehr als eine Milliarde US-Dollar akquirieren und ein Firmenimperium von 400 Unternehmen aufbauen können. Weitere fragwürdige Geschäfte seien auch mit deutscher Beteiligung geschehen. So sei die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Kredit am Kauf deutscher Brauerei- und Abfüllanlagen beteiligt. Nach Ende der Amtszeit von Präsident dos Santos 2017 habe sein Nachfolger João Lourenço teilweise begonnen, die Korruption unter seinem Vorgänger aufzuarbeiten und dessen Tochter strafrechtlich zu verfolgen.

2. Unicef: Mädchen oft von Bildung ausgeschlossen
Das UN-Kinderhilfswerk Unicef kritisiert in einer aktuellen Studie, dass Millionen von Kindern der Zugang zu Bildung versperrt wird, insbesondere Mädchen, wie der Spiegel meldet. Jedes dritte Mädchen aus einem extrem armen Haushalt habe nie eine Schule besucht, so der Bericht. Neben der Armut kommen Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Behinderung, ethnischer Herkunft oder Unterrichtssprache hinzu. Weitere Hürden seien die geographische Distanz zur Schule sowie mangelnde Infrastruktur. Die Studie habe zudem die Bildungsausgaben von 42 Ländern untersucht, mit ernüchterndem Ergebnis: Überall auf der Welt kommen öffentlichen Ausgaben insbesondere Kindern aus wohlhabenden Haushalten zu Gute. Diese erhalten beispielsweise in Guinea oder der Zentralafrikanischen Republik neunmal so viel finanzielle Unterstützung wie Kinder, die am stärksten von Armut betroffen sind. Im Gegensatz dazu werden auf Barbados oder in skandinavischen Ländern die öffentlichen Bildungsausgaben weitestgehend gerecht zwischen Kindern aus armen und wohlhabenderen Verhältnissen verteilt. Eine gleichmäßige Verteilung sei wichtig für die sozialen Aufstiegschancen aller Kinder, wie auch Zeit Online und zdf.de berichten.

3. Äthiopien: Megastaudamm kommt
Kerstin Kullmann kommentiert im Spiegel den Bau des Megastaudammes Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) in Äthiopien. Das Riesenbauwerk solle dieses Jahr in Betrieb genommen werden und mit circa 6.000 Megawatt Leistung mehr als die Hälfte der äthiopischen Bevölkerung mit Strom versorgen. Zu diesem Zweck soll ein Stausee am Oberlauf des Blauen Nils entstehen. Ein solcher Eingriff in den Verlauf des Nils habe Auswirkungen für das flussabwärts gelegene Ägypten und den Sudan. Kullmann kritisiert das Bauvorhaben, da auf Seiten der Wissenschaft bereits mehrfach auf die verehrenden Auswirkungen von Riesenstaudämmen auf Menschen und Natur hingewiesen worden sei. Nachdem Ägypten des Megabauwerk jahrelang als existenzielle Bedrohung betrachtet habe, deuten Verhandlungen in Washington auf eine Einigung zwischen den Konfliktparteien hin, wie der ORF und die Neue Züricher Zeitung berichten. Ein neues Abkommen zwischen Ägypten, Äthiopien und dem Sudan lege einen neuen Zeitraum zur Befüllung des Stausees fest, die bereits in der kommenden Regensaison begonnen werde. Auf mögliche Dürreauswirkungen in Ägypten und im Sudan soll besondere Rücksicht genommen werden.

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20. Januar 2020

20. Januar 2020 - 16:45

1. Durchbruch: Friedensplan für Libyen steht
Viele Medien, darunter tagesschau.de, zdf.de, die Welt, Zeit Online, Spiegel, die Süddeutsche Zeitung, der Deutschlandfunk, t-online.de und die Berliner Zeitung, berichten über den internationalen Libyen-Gipfel, der gestern auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin stattgefunden hat. Ausschlaggebend für das Zusammentreffen von zwölfs Staats- und Regierungschef*innen sowie Vertreter*innen der Afrikanischen und Arabischen Union sei die Eskalation des militärischen Konflikts in Libyen zwischen dem Premier der Einheitsregierung, Fajis al-Sarradsch, und dem General Chalifa Haftar. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der russische Präsident Wladimir Putin hatten zuvor vergeblich versucht, die Konfliktparteien zu einem Waffenstillstand zu bewegen. Auch wenn al-Sarradsch und Haftar ebenfalls vor Ort gewesen, haben sie ein Aufeinandertreffen vermieden. Dennoch haben die Konferenzteilnehmer*innen einen 55 Punkte-Plan erarbeitet. Darin sollen die zerstrittenen Parteien in einen Dialog treten und Schritt für Schritt die Konflikte abarbeiten. Anderen Groß- und Regionalmächte verpflichteten sich darüber hinaus zu einem Waffenembargo. Dessen Einhaltung werde allerdings von Expert*innen als unrealistisch bezeichnet.

2. Oxfam-Studie: Frauen am stärksten von Ungleichheit betroffen
Die ungleiche Verteilung von Vermögen nimmt weltweit zu und schadet vor allem Frauen, wie eine Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam nahelegt. Diese thematisieren unter anderem tagesschau.de, der Deutschlandfunk, die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Zeit Online, der Tagesspiegel, die Tageszeitung (taz), n-tv.de, t-online.de, die Rheinische Post, die Wirtschaftswoche und der Standard. Der Oxfam-Bericht „Time to Care“, der pünktlich zu Beginn der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos erschienen ist, stelle fest, dass einem Prozent der Weltbevölkerung 45 Prozent des globalen Vermögens gehöre. Somit verfügen die 162 reichsten Milliardäre über mehr Reichtum als 4,6 Milliarden Menschen. Frauen und Mädchen seien besonders durch die von Oxfam identifizierte „Ungleichheitskrise“ betroffen. Durch geringeren Verdienst und weniger Vermögen seien sie häufiger von Armut betroffen als Männer. Eine Ursache für die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen sei insbesondere die unbezahlte Pflegearbeit, die zumeist von Frauen verrichtet werde. Frauen verrichten durchschnittlich 1,5 Stunden mehr unbezahlte Pflege- und Fürsorge-Arbeit als Männer. Oxfam fordere Investitionen in öffentliche Infrastruktur zur Entlastung von unbezahlter Care-Arbeit sowie eine gerechte Verteilung des weltweiten Vermögens. Bisher werden „Reiche und Super-Eliten“ begünstigt, beispielsweise durch zu geringe Steuersätze, so Amitabh Behar von Oxfam International.

3. Afrika: Krankheit Korruption
Philip Plickert thematisiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die fehlende „Good Governance“ vieler afrikanischen Länder insbesondere hinsichtlich staatsnaher Unternehmen. Während hunderte Millionen Menschen in Afrika in extremer Armut leben müssen, teilen korrupte Eliten die Gewinne aus der Rohstoffförderung unter sich auf. Dieses sogenannte „Rent seeking“ sei beispielsweise in Ländern wie Angola, Südafrika und Nigeria sichtbar. Der Kampf um die Verteilung der Rohstoffe und der daraus resultierenden Gewinne führe auch zu Bürgerkiegen, wie in der Demokratischen Republik Kongo. Allein Botswana steche als positives Beispiel hervor, da die Erträge aus der Diamantindustrie zurück in öffentliche Infrastruktur und humanitäre Versorgung investiert werden. Die EU müsse bei den diesjährigen Verhandlungen um einen neuen EU-Afrika-Vertrag „Good Goovernance“ von den Regierungen einfordern und „im Gegenzug großzügigen Handelszugang gewähren“.

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Den Kampf gegen Aids unterstützen – und die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 einhalten

20. Januar 2020 - 16:03

Agnes Nyamayarwo ist eine Krankenschwester aus Uganda und die Hauptkoordinatorin des Mulago Positive Women’s Network. Als sie feststellte, dass ihr Ehemann sie mit dem HI-Virus infiziert hatte, hatte sie das Virus bereits unwissentlich an ihren Sohn übertragen. Christopher starb mit 6 Jahren an Aids. ONE-Mitgründer Bono war von Agnes’ stillem Kampf gegen die Krankheit und ihrer Tapferkeit beeindruckt. So wurde Agnes zu einer der internationalen starken Stimmen von ONE und kämpft seitdem Seite an Seite mit Bono und anderen gegen HIV/Aids.   

ONE-Mitgründer Jamie Drummond ist seit mehr als 20 Jahren einer der engagiertesten Aktivist*innen im Kampf gegen HIV/Aids. Sein herausragender „Faktivismus“, wie Bono es beschrieb, wurde 2019 mit dem ‚World Without Aids Award‘ der Deutschen Aids-Stiftung ausgezeichnet. Bei der feierlichen Operngala in Berlin fand die Preisverleihung durch Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn und den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, statt. Mit einer bewegenden Rede nahm Drummond diese Auszeichnung entgegen. Er hob sowohl große Erfolge als auch die Herausforderungen hervor, die im Kampf gegen die Krankheit noch bevorstehen. Ihr findet Auszüge dieser Rede hier.

Möglichkeiten in Aktivismus verwandeln

Vor beinahe zwanzig Jahren trafen Agnes und ich uns das erste Mal in Kampala, Uganda. Das war der Anfang unseres gemeinsamen Engagements gegen HIV/Aids. Damals starben täglich ungefähr 4500 Menschen… Es war furchtbar, viele hatten die Hoffnung verloren. Seitdem konnte diese Zahl dank einer historischen Partnerschaft zwischen Aktivist*innen, dem privaten Sektor und Regierungen halbiert werden – Preise für Medikamente sanken und Gesundheitspersonal wurde unterstützt, um wirklich jede*n Bedürftige*n zu erreichen. 2023 werden durch Aids verursachten Tode abermals um die Hälfte gesunken sein, laut des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria auf 1.100 Menschen am Tag. Gelingt es uns, die globalen Geber für diese notwendige Reduktionsrate zur Verantwortung zu ziehen und dabei nicht nachzugeben, ist eine Welt, in der kein Mensch an Aids sterben muss, bis 2030 möglich. 

Eine großartige Aussicht, oder? Jetzt geht es darum, wie wir sie realisieren können. Wir müssen eine  Partnerschaft auf die Beine stellen, die noch mehr für die Menschen und den Planeten erreichen kann.

Weshalb Aids ein Thema globaler Wichtigkeit bleibt

Die erste Gefahr ist eine ‚Aids-Apathie‘. Neulich, auf der ‘World Without Aids’-Gala in Berlin, kamen wir mit einem deutschen Prominenten ins Gespräch. Er gab offen zu, dass viele seiner Freunde der Ansicht waren, Aids wäre nicht länger ein „cooles“ Thema, für das man sich stark macht. Sein Argument war, dass andere Herausforderungen – wie der Klimawandel und Menschenrechte – heutzutage wichtiger erscheinen. Diese Ansicht ist weit verbreitet. Und natürlich sind all diese Themen unglaublich wichtig und müssen von uns allen auf der Welt gemeinschaftlich angegangen werden.

Deshalb sind auch die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung so wichtig – sie vereinen all diese Themen in sich und geben darüber hinaus konkrete Finanzierungsrichtlinien. Jetzt ist es wichtig, dass die Menschen, die sich engagiert für den Klimaschutz einsetzen, ebenso engagiert an vorderster Front gegen vermeidbare Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria kämpfen. Denn solcher Einsatz kann unzählige Tode durch beide Ursachen vermeiden. Auf keinen Fall dürfen wir zulassen, dass Menschen an todbringenden Krankheiten wie Aids das Interesse verlieren. Denn dadurch würden wir zulassen, dass sie zu Modeerscheinungen werden, die man verwirft, wenn sie nicht mehr spannend sind. Den Kampf gegen die Krankheit würden wir dann nicht nur verlieren, sondern auch ihr großes Comeback erleben, das genauso viele Menschen das Leben kosten würde wie früher. Würde der Einsatz gegen Aids dann auf einmal wieder an Beliebtheit gewinnen? Eine solche Entwicklung können wir nicht zulassen. Wir müssen Menschlichkeit, moralische Vorstellungskraft und Kreativität in uns finden – und damit sicherstellen, dass alle Herausforderungen für Gerechtigkeit, Gleichheit und Nachhaltigkeit gleichzeitig und miteinander den notwendigen Einsatz erhalten.

Ein Anliegen für die Sicherung weltweiter Gesundheit

Leider überzeugen Argumente von „Gerechtigkeit und Gleichheit“ nicht alle Menschen gleichermaßen. Aber wie wäre es mit dem Argument der Gesundheitssicherung unserer eigenen Familien und Gemeinschaften? Übertragbare Krankheiten sind die ältesten Todfeinde der Menschheit. Sie haben sich mit uns entwickelt und bedrohen das System globaler Gesundheit nun an dessen schwächsten Stellen. Diese sind die Länder, die am stärksten von Armut betroffen sind und in denen tropische Krankheiten einen andauernden Kampf gegen die Immunsysteme der Einzelnen und gegen globale Gesundheitssysteme führen. Wie wir an Aids gesehen haben: Mit seinem Ursprung im Zentrum von Afrika verbreitete sich die Krankheit dennoch auf globaler Ebene. Es gibt also ein starkes Argument für kontinuierliche und starke Unterstützung des Gesundheitspersonals, das an vorderster Front gegen diese Krankheiten kämpft – die Sicherung globaler Gesundheit.

Unglaublich, dass man diese Argumente überhaupt anführen muss, oder? Allein heute werden mehr als 14 000 Kinder unter fünf Jahren sterben, die meisten an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten und hauptsächlich in den von Armut am stärksten betroffenen Regionen unserer Welt. Stell dir einmal vor, eine Armee böser Aliens würde heute aus dem All angreifen und 14.000 Kinder umbringen. Und diese Armee würde damit drohen, es am nächsten Tag und an jedem darauffolgenden zu wiederholen. Wir würden uns natürlich zur Wehr setzen. Und dennoch lassen wir zu, dass genau das jeden Tag geschieht, trotz der finanziellen und technischen Mittel, mit denen wir es verhindern könnten. Ist unsere Untätigkeit angesichts dieses Sterbens nicht die größte moralische Faulheit, Abwesenheit von moralischer Vorstellungskraft und sogar pure Feigheit?

2020 – werden wir etwas ändern?

 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation das Jahr der Krankenschwester und Hebamme ausgerufen. Wir finden, dass ist ein großartiger Anlass, um finanzielle Unterstützung für diese Gesundheitsheldinnen  zu erhöhen und die Sicherung unserer Gesundheit zu gewährleisten. Wir brauchen 9 Millionen zusätzliche Krankenschwester auf der ganzen Welt bis 2030, um vermeidbaren Krankheiten endgültig den Kampf anzusagen, neue Todfeinde wie nicht ansteckende Krankheiten, zum Beispiel Krebs und Diabetes, einzudämmen und den Menschen zu helfen, die an mentalen Krankheiten leiden. Viele derjenigen, die  mehr als 20 Jahre mit HIV/Aids gelebt haben, leiden nun an diesen chronischen Krankheiten und benötigen Hilfe durch ein Gesundheitssystem, das sich umfassend um sie sorgt.

Aber: Gute Nachrichten. 2020 wird es einige Möglichkeiten geben, um Finanzierung und Unterstützung für dieses Ziel zu mobilisieren. Wir haben die Gavi-Finanzierungskonferenz im Juni in London, bei der viele Geberländer sich mit einem ambitionierteren Beitrag beteiligen sollten, von Deutschland bis zu Frankreich und den USA. Auch Klimaaktivist*innen möchten wir dazu aufrufen, diese Unterstützung für Immunisierung zu fordern. Dann folgt der Gipfel für Gleichberechtigung im Juli in Paris, bei dem der Zugang für Frauen zu Gesundheitsversorgung ein zentrales Thema sein wird. Schließlich wird auf der COP26, dem Klimagipfel im November im Glasgow diskutiert, wie den von Armut am stärksten betroffenen Ländern am besten zur Seite gestanden werden kann und im Zuge dessen muss Klimaschutz endlich handfest adressiert werden.

Ein Kampf, der nur gemeinsam gewonnen werden kann

All das werden Momente sein, zu denen Herausforderungen für Gesundheit, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit nicht als entweder/oder-Fragen präsentiert werden können – sondern als Teil desselben Ziels. Alle Menschen müssen dabei an einem Strang ziehen, denn wir alle teilen denselben Planeten. Eine junge Frau, die durch HIV bedroht ist, ist auch bedroht von geschlechtsspezifischer Gewalt, ungleichem Zugang zu Schulbildung, lokaler und globaler Korruption, Verletzungen der Menschenrechte oder Regierungschef*innen und Firmen, die ihren Lebensraum verunreinigen. Sie lebt an vorderster Front im Kampf gegen extreme Armut, Auswirkungen des Klimawandels und Sexismus. Ihre gelebte Realität sollte daher nicht aufgebrochen und je nach Belieben von Menschen aus der Ferne in ihren einzelnen Aspekten angegangen werden. Denn wir wissen, dass es in den einkommensschwächsten Ländern gerade einmal 300 US-$ je junger Frau kosten würde, um sie nachhaltig zu stärken. Lasst uns gemeinsam versuchen, diese Investitionen zu ermöglichen und das Geld bis hin zu jeder einzelnen Frau verfolgen, um sicherzugehen, dass es sie tatsächlich erreicht und unterstützt. Diese Investition in ihre Zukunft wird über unser aller Schicksal entscheiden.

Wir haben die Wahl. Ein desaströses Jahrzehnt steht uns bevor, wenn wir zwischen 2020 und 2030 isolieren, ausgrenzen und nicht Seite an Seite kämpfen. Lasst uns stattdessen ein Jahrzehnt daraus machen, in dem wir liefern, bedeutsamen Aktivismus vorantreiben und gemeinsam arbeiten – als ein Team.

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17. Januar 2020

17. Januar 2020 - 10:04

1. Showdown im Kongo
In der Tageszeitung (taz) beleuchtet Simone Schlindwein eine Militäroffensive der Demokratischen Republik Kongo gegen die Rebell*innen der Allied Democratic Forces (ADF) im Osten des Landes. Die Operation habe bereits im Dezember 2014 begonnen. Seitdem habe es Berichte darüber gegeben, dass ADF-Kämpfer*innen in der Region um die Stadt Beni Massaker verüben. In dem Konflikt seien rund 1.600 Zivilist*innen und Soldat*innen ums Leben gekommen. Die lokale Bevölkerung fühle sich nicht von der Armee geschützt und werfe ihr vor, sogar Geschäfte mit der ADF zu betreiben. Angeführt werde die ADF seit einigen Jahren von dem Ugander Musa Baluku, der die Rebellengruppe internationaler und islamistisch ausgerichtet habe. Trotz anderweitiger Bekundungen des sogenannten Islamischen Staats (IS) könne laut UN-Expert*innen keine direkte Verbindung zwischen der ADF und dem IS bestätigt werden. Die Angst vor einer Ausbreitung des Islamismus beschere Kongos President Félix Tshisekedi internationale Unterstützung, sowohl von Russland als auch den USA, Frankreich und der ehemaligen Kolonialmacht Belgien. Der Armeesprecher General Leon Kasonga sei zuversichtlich, die ADF mit der jetzigen Offensive „auszulöschen“.

2. Mali: UN-Friedensmisssion wird nicht verkleinert
Wie die Rheinische Post meldet, sind die USA im UN-Sicherheitsrat mit dem Vorschlag abgeblitzt, die 16.000 Mann starke UN-Mission Minusma in Mali zu verkleinern. Als Gründe für eine Verkleinerung führten die USA an, dass das Friedensbkomen von 2015 nicht eingehalten werde und sich die Sicherheits- und Versorgungslage im Land verschlechtere. Die Truppen solle sich auf dicht besiedelte Regionen konzentrieren. Gleichzeitig sollen durch die Verkleinerung frei werdende Mittel anderweitig verwenden werden. Insbesondere Frankreich und Russland haben sich jedoch für ein Fortbestehen der bisherigen Truppengröße stark gemacht. Jean-Pierre Lacroix, Leiter der UN-Friedensmission, habe sich sogar für eine Erweiterung des Mission ausgesprochen.

3. Krimi in Lesotho
Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine sowie n-tv.de berichten, beschäftigt sich das südafrikanische Land Lesotho mit einem spektakulärem Mordfall. Maesiah Thabane, die Gattin von Premierminister Tom Thabane sei untergetaucht. Gegen die 42-jährige liege ein Haftbefehl vor. Sie werde verdächtigt, an der Ermordung der ehemaligen Gattin des Premierminister beteilgt gewesen zu sein. Der Mord soll sich zwei Tage vor der Vereidigung Tom Thabanes und ein Jahr vor der Hochzeit mit Maesiah Thabane ereignet haben. Thabanes Sprecher Relebohile Moyeye, der auch verdächtigt werde, sei ebenfalls untergetaucht. Das Hohe Gericht des Landes habe bereits einen Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls abgelehnt. Die Opposition fordere den Rücktritt des 80-jährigen Premiers, der ebenfalls in dem Fall verstrickt sein könne und dem vorgeworden werde, sich von seiner Frau die Regierungsgeschäfte „diktieren“ zu lassen.

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16. Januar 2020

16. Januar 2020 - 17:20

1. Mehr Hunger durch Klimawandel
Die Vereinten Nationen warnen vor einer Hungerkrise im südlichen Afrika, wie Tagesschau.de meldet. Anhaltende Wetterextreme wie lange Dürren und Überschwemmungen sowie wirtschaftliche Missstände haben zur Folge, dass 45 Millionen Menschen die Unterernährung drohe. Das seien „so viele wie nie zuvor“, so das Welternährungsprogramm (WFP). Die Situation sei insbesondere durch den globalen Klimawandel verschärft worden. Wichtig sei daher auch, die Menschen in den von Wetterxtremen betroffenen Gebieten widerstandsfähiger zu machen. Das WFP plane Nahrungsmittelhilfen für 8,3 Millionen Menschen bereitzustellen. Von den dafür benötigten 440 Millionen Euro seien bisher ledigich 184 Millionen gesichert.

 2. Müller: „Kampfpreise unmoralisch“
Entwicklungsminister Gerd Müller kritisiert die „unmoralischen“ Geizkampagnen deutscher Einzelhandelsketten. Das berichten unter anderem die Berliner Morgenpost, shz.de und der Deutschlandfunk. Betroffen seien oft Produkte aus Entwicklungsländern wie Kaffee. Bei der Landwirtschaftsmesse Grüne Woche wollen sieben der führenen deutschen Einzelhändler, darunter Aldi, Rewe und Edeka, am Freitag eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben. Darin sichern sie „existenzsichernde Preise“ für bestimme Produke aus Entwicklungsländern zu und übernehmen damit „Verantwortung für faire Lieferketten“. Angesichts vieler „Kampfpreise“ zweifle Müller allerdings am Problembewusstsein einiger Lebensmittelhändler. Die Niedrigpreise tragen zu einer Verarmung in Entwicklungsländern bei, so der Minister weiter.

3. Südafrika hat Problem mit Fremdenfeindlichkeit
Laut Human Rights Watch unternimmt Südafrika zu wenig gegen Fremdenfeindlichkeit, wie der Deutschlandfunk meldet. Entsprechende Gesetze werden kaum umgesetzt, gewalttätige Übergriffe bleiben oft ohne rechtliche Konsequenzen. 2019 erreichte die Gewalt gegen Ausländer*innen mit mehreren Toten ihren traurigen Höhepunkt. Die Menschenrechtsorganisation habe zudem Burundi, Südsudan und Guinea dafür kritisiert, den Spielraum für zivilgesellschaftliches Engagement einzuschränken.

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15. Januar 2020

15. Januar 2020 - 11:55

1. Libyen-Krise: Frieden in Berlin?
Viele Medien, darunter Tagesschau.de, ZDF heute, die Süddeutsche Zeitung, Spiegel, die Welt, der Tagesspiegel, Focus Online und Zeit Online, melden, dass die Bundesregierung in Berlin für kommenden Sonntag einen internationalen Gipfel zur Lösung der Libyen-Krise einberuft. Bei Friedensverhandlungen in Moskau seien die libysche Einheitsregierung unter Fajes al-Sarradsch und General Chalifa Haftar, der eine Gegenregierung anführe, zu keiner einvernehmlichen Lösung gekommen. Neben den libyschen Konflikparteien nehmen auch die USA, Russland und die Türkei an den Verhandlungen teil – auch, um zu verhindern, dass es wie in Syrien zu einem Stellvertreterkrieg verschiedener ausländischer Mächte komme. Außenminister Heiko Maas äußerte sich optimistisch, dass es zu einer Einigung kommen werde, die das nordafrikanische Land befriede. Seit dem Sturz Muammar al-Gaddafis 2011 befinde sich Libyen im Bürgerkrieg.

2. Vernachlässigen Konzerne Menschenrechte?
Laut einer gemeinsamen Studie der Nichtregierungsorganisationen Germanwatch und Misereor beschäftigen sich deutsche Agratunternehmen zu wenig mit Menschenrechtsfragen, obwohl es in dem Sektor regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen kommt, berichtet das Handelsblatt. Vor der Berliner Landwirtschaftsmesse ‚Grünen Woche‘ wollen die beiden NGOs den Druck auf die Bundesregierung  erhöhen, Unternehmen zur Einhaltung menschenrechtlicher Standards zu verpflichten. Innerhalb der Bundesregierung gehe der Streit um ein mögliches Lieferkettengesetz weiter. Während sich Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für eine rechtlich bindende Regelung einsetzen, halte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dies für „verfrüht“, da er die zweite Phase einer groß angelegten Unternehmensbefragung zum Thema abwarten wolle. Laut Menschenrechtsorganisationen erfülle keines der 20 größten deutschen Unternehmen in allen Belangen menschenrechtliche Mindeststandards.

3. Humanitäre Hilfe allein reicht nicht
Die Menschenrechtebeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), spricht sich für eine bessere Verzahnung von kurzfristiger humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit aus, wie evangelisch.de emeldet. Krisen und Konflikten seien oft nicht nach wenigen Monaten beendet. Wichtig sei daher auch mit Blick auf die Menschen, die über Jahre in Geflüchtetencamps wohnen, Angebote bei Bildung, Gesundheit und Beschäftigung zu schaffen. Zudem werden die bisherigen Rüstungsexporte nicht resitriktiv genug gehandhabt, so Kofler.

 

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14. Januar 2020

14. Januar 2020 - 11:44

1. Kamerun gängelt Journalistin
Wie die Welt meldet, wurde die Journalistin Irène Mbezele in Kamerun für ihre Arbeit mit zwei Jahren Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilt. Das Gericht habe sie und den Verleger der Zeitschrift Kalara wegen „Verleumdung“ sowie „Beleidigung staatlicher Institutionen“ für schuldig befunden. Mbezele habe in Kalara einen Artikel veröffentlicht, der die Einflussnahme einer Parlamentarierin auf die Justiz thematisierte. Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen habe das Urteil scharf kritisiert.

2. Investitionen für Akzeptanz
Wie der Deutschlandfunk der NDR melden, erhält das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in den kommenden zwei Jahren acht Millionen Euro für den Aufbau einer neuen Forschungsdiziplin. Gegenstand der Forschung soll sein, wie man Vorbehalte medizinischer Hilfe in Entwicklungsländern abbauen könne, um „Infektionskrankheiten wie Malaria oder Ebola wirksamer zu bekämpfen“. Es reiche nicht, nur die nötigen Wirkstoffe bereitzustellen, sondern man müsse auch Wege finden, den Einsatz vor Ort zu vermitteln und dabei kulturelle Unterschiede zu antizipieren. Daher werden neue Konzepte auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Psychologie, Anthropologie sowie der und Kommunikationswissenschaft entwickelt.

3. Historischer Blick auf die Entwicklungszusammenarbeit
Im Interview mit Deutschlandfunk Kultur beleuchtet der Historiker Hubertus Büschel die Geschichte der Entwicklungszusammenarbeit. In der Spätzeit des Kolonialzeiten habe es bereits Ansätze von „Entwicklungsbemühungen“ gegeben. Heute sei der Ansatz partnerschaftlicher, allerdings kommen auch hier nicht nur die Ressourcen, sondern auch die Inhalte sowie die Herangehensweise aus dem „Westen“. Von den Geldgebern werde festgesetzt, wohin die Entwicklung gehen solle. Dabei seien trotz wichtiger Zielsetzungen wie „Senkung der Kindersterblichkeit, Erhöhung der Lebenserwartung“ sowie „Wirtschaftlichkeit“ auch vieles an kulturellem Erbe in Afrika zersört worden. Auch bei der Verantwortung für die eigene koloniale Verantwortung tue sich Deustchland schwer, wie das Beispiel Namibia zeige.

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2020 – Der Countdown läuft

14. Januar 2020 - 11:03
Was 2020 (für uns) wichtig wird: Europa, Impfungen und der deutsche Haushalt 

Für ONE ist 2020 nicht irgendein Jahr. Ab jetzt wird runtergezählt: 10, 9, 8… 2020 markiert den Countdown bis zum Jahr 2030. Dem Jahr, in dem die globale Gemeinschaft die Nachhaltigen Entwicklungsziele erreicht haben will. 

Wird die Welt immer schlechter? 

Aktuell gibt es noch sehr viel zu tun. Wir sind zehn Jahre vor Ablauf der Frist längst nicht da, wo wir sein müssten. Und die aktuellen Umstände machen es nicht leichter. Schauen wir zurück auf das letzte Jahrzehnt oder auch nur auf die ersten Tage des neuen Jahres, sehen wir viele besorgniserregende Entwicklungen und Katastrophen auf der ganzen Welt. Es scheint, dass gerade jetzt, zu einer Zeit, in der die internationale Zusammenarbeit bei vielen nicht en vogue ist und auf nationale Alleingänge gesetzt wird, die Welt mehr und mehr Krisen gegenübersteht, die von einem Staat alleine gar nicht bewältigt werden können: Klimakrise, Geschlechterungleichheit, Migration und die andauernde Gefahr von Krankheiten und Hunger.

Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit 

Leicht vergessen wir da die großen Erfolge der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Es wurde schon so viel erreicht: Die extreme Armut hat sich weltweit mehr als halbiert, es gehen mehr Kinder zur Schule denn je und kürzlich hat die Welt in gemeinsamer Anstrengung eine Rekordsumme für den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria bereitgestellt. Auf diesen Erfolgen wollen wir aufbauen, damit wir es doch noch schaffen, bis 2030 die Nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen! Um das zu schaffen, hat ONE in Deutschland 2020 drei Prioritäten.

Unsere Prioritäten für 2020
    1. Europa! Wir wollen ein Europa, das internationale Verantwortung übernimmt und eine neue Partnerschaft mit Afrika eingeht. Die EU wird 2020 superwichtig werden. Einmal, weil aller Voraussicht nach in diesem Jahr der neue 7-Jahres-Haushalt der EU, der sogenannte Mehrjährige Finanzrahmen, verabschiedet wird. Um die globalen Herausforderungen bewältigen zu können, müssen aus dem EU-Haushalt 140 Milliarden Euro über sieben Jahre für Armutsbekämpfung bereitgestellt werden. Der Fokus muss hier auf Afrika liegen. Unsere Kampagne “ONE Chance” läuft daher auf Hochtouren. Darüber hinaus übernimmt Deutschland in der zweiten Jahreshälfte die EU-Ratspräsidentschaft. Gemeinsam mit unseren Jugendbotschafter*innen und jungen ONE-Aktivist*innen aus Afrika, den ONE Champions, werden wir der EU und der Bundesregierung zeigen, was die Jugend, also unser aller Zukunft, will: Eine neue Partnerschaft zwischen Europa und Afrika auf Augenhöhe!

      ONEs Jugendbotschafter*innen vor dem EU-Parlament im Brüssel

    2. Impfungen! Für alle. Überall. Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch auf der Welt ein Recht auf ein Leben in Würde haben soll. Egal, wo der Mensch geboren ist. Eine gute Gesundheit ist der Grundstein dafür. Die Globale Impfallianz Gavi hat seit ihrer Gründung im Jahr 2000 760 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Welt gegen vermeidbare Krankheiten geimpft und dadurch geholfen, langfristig 13 Millionen Menschenleben zu retten. Wir werden mit unserer globalen Kampagne “Tiny but Mighty” alles daran setzen, Gavi dabei zu unterstützen, sein neues Finanzierungsziel von 7,4 Milliarden US-Dollar zu erreichen. So kann Gavi bis 2025 300 Millionen Menschen impfen. Dazu haben wir bis Juni Zeit. Dann findet die Finanzierungskonferenz in London statt. Unser Ziel ist, dass Deutschland 700 Millionen Euro für die Jahre 2021-2025 bereitstellt. Und das am besten sobald wie möglich, da ein großer deutscher Beitrag ein starkes Zeichen an alle anderen Geberländer sein wird. Ende Januar startet unsere globale Kampagne, aber in Deutschland machen wir jetzt schon Druck!

      Photo: Gavi

    3. Last but not least: Der Deutsche Haushalt! Während es in den vergangenen Jahren stetig mehr Geld für internationale Entwicklungszusammenarbeit gab, sieht es laut mittelfristiger Finanzplanung für 2021 und danach düster aus. Angesichts der großen globalen Herausforderungen, die vor uns liegen, und mit Blick auf die uns verbleibende Zeit bis zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen, darf der deutsche Entwicklungsetat auf gar keinen Fall stagnieren oder gar schrumpfen. Damit würde die Große Koalition nicht nur Deutschland langfristig schaden und ihre Versprechen aus dem Koalitionsvertrag brechen, weil die ODA-Quote von 0,7 Prozent der Wirtschaftskraft für Entwicklungshilfe absinken würde – entgegen der Vereinbarungen von Union und SPD. Deutschland ließe auch Millionen von Menschen im Stich. Das werden wir nicht zulassen!

      ONE-Jugendbotschafter*innen vor dem Bundestag

All das schaffen wir nicht allein 

Nur mit unseren Unterstützer*innen und den ONE-Jugendbotschafter*innen gemeinsam können wir erfolgreich sein und uns dafür stark machen, dass jeder Mensch überall ein Leben in Würde und mit Chancen führen kann. Die Teams von ONE in den afrikanischen Büros sind unsere Augen und Ohren auf dem afrikanischen Kontinent. Sie arbeiten mit afrikanischen Aktivist*innen, mit prominenten Unterstützer*innen und politischen Expert*innen vor Ort zusammen. Ihre Kenntnisse, Bewertungen und Einschätzungen leiten unsere internationale Arbeit. ONE wird bei allen politisch Verantwortlichen darauf drängen, dass ihre wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Strategien im Einklang mit der „Agenda 2063” stehen, der Entwicklungsagenda der Afrikanischen Union.

Hast Du Lust, dabei zu sein? 

Hast du Lust, diese großen Themen gemeinsam mit uns anzupacken? Dann unterzeichne jetzt unseren Aufruf und setz dich auf unseren Verteiler. Wir melden uns dann, sobald wir deine Unterstützung benötigen. 

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13. Januar 2020

13. Januar 2020 - 14:08

1. Angriff auf Militärlager in Niger
Islamistische Milzen griffen am Donnerstag einen Armeestützpunkt in Niger an, wie die Welt, Zeit Online, Spiegel, die Deutsche Welle, der Standard, die Stuttgarter Nachrichten, die Stuttgarter Zeitung und die Presse melden. Nach einer Durchsuchung des Camps gehe man mittlerweile von rund 90 Opfer auf Seiten der nigrischen Armee aus. Von den Angreifenden seien ebenfalls 77 Menschen gestorben. Dieser Angriff auf das nigrische Militärlager Chinégodar nahe der malischen Grenze stelle die schwerste Attacke auf das nigrische Militär seit Ausbruch der terroristischen Aktivitäten 2015 dar. Die Bedrohungslage in der Sahelzone verschlechtere sich rapide, wie tagesschau.de und der Standard berichten. Um den „Rahmen und die Ziele des französischen Engagements im Sahel zu evaluieren“ treffen sich heute die Staatschefs der Eingreiftruppe G5-Sahel aus Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und dem Tschad mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron in der französischen Stadt Pau, so die französische Regierung. Macron möchte eine „kontinentübergreifende Antiterrorkoalition“ unter französischer Führung gründen, wie die Tageszeitung (taz) berichtet. Bisher fehle dem französischen Vorstoß allerdings die breite europäische Unterstützung.

2. Südsudan scheitert am Frieden
Bernd Dörries portraitiert in der Süddeutschen Zeitung den Alltag von Rogasiano Felix Andrea, einem Postmitarbeiter in der südsudanesischen Hauptstadt Juba, und beschreibt anhand seiner Geschichte den Zustand des Landes. Das jüngste Land der Welt habe 2011 nach jahrelangen, wiederkehrenden Bürgerkriegen seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. Nach anfänglicher Euphorie sei zwei Jahre später ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Gekämpft werde vor allem um wichtige Ämter im Militär sowie den Gewinnen aus der Ölförderung. Seit der Unabhängigkeit seien im Südsudan mehr als 400.000 Menschen ums Leben gekommen. Kritik*innen des Regimes werden verfolgt und bestraft. Auch wenn sich der Südsudan mutmaßlich zurückentwickle, mangele es Rogasiano Felix Andrea nicht an Hoffnung. Bald werde ein nahegelegenes Atomkraftwerk ans Netz gehen und sowohl Stadt als auch Postfiliale mit Strom versorgen.

3. Afrika zahlt per Handy
Martina Schwikowski thematisiert in der Deutschen Welle mobile Zahlungssysteme in vielen afrikanischen Ländern. Aufgrund fehlender finanzieller Infrastruktur (vor allem der Mangel an Geldautomaten, Banken oder Kassen) sowie der weit verbreiteten Hyperinflation haben sich die Transaktionen per Mobiltelefon in vielen afrikanischen Ländern etabliert. Im Gegensatz dazu konnten sich die mobilen Zahlungssysteme im stark entwickelten Südafrika nicht durchsetzen. In vielen anderen afrikanischen Ländern dominieren die Anbieter MTN, Vodafone und Orangen die Märkte und planen noch mehr afrikanische Märkten zu erschließen und ihr Angebot weiterzuentwickeln. Mittlerweile verzeichne beispielsweise Vodafone mit 37 Millionen Kund*innen weltweit mehr Transaktionen als der Online-Bezahldienst Paypal.

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10. Januar 2020

10. Januar 2020 - 12:46

1. Korruption beim UNHCR?
Julia Amberger und Jonas Breng decken im Stern einen mutmaßlichen Korruptionsskandal beim UN-Geflüchtetenhilfswerk UNHCR auf. Demnach sollen Mitarbeiter*innen der UN-Organisation Afrikaner*innen gegen Bezahlung eine „Umsiedlung in den Westen“ ermöglicht haben. Ugandas Hauptstadt Kampala sei einer der Hauptanlaufpunkte für diese Geschäfte gewesen. Mithilfe gefälschter Papiere haben Interessenten es so in die begehrten Resettlement-Programme geschafft, mit denen wohlhabende Länder wie Deutschland besonders schutzbedürftigen Geflüchteten Schutz bei sich bieten. Jährlich finden etwa 50.000 bis 60.000 solcher Umsiedlungen statt. Die UNHCR-Zentrale in Genf habe bereits bestätigt, dass sie ihrerseits Korruptionshinweise aus Uganda und Kenia erhalten habe. Die Integrität des Resettlement-Programms habe oberste Priorität, so eine Sprecherin des Geflüchtetenhilfswerks. Durch die Erfassung von Fingerabdrücken, Netzhaut und Fotos der Geflüchteten solle das Betrugsrisiko gesenkt werden. Vor 2018 seien Asylbewerber*innen lediglich mit Passfoto und Fallnummer registriert worden.

2. Neue Enthüllungen zu Cambridge Analytica
Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und der Deutschlandfunk, berichten über die neuesten Enthüllungen über die US-amerikanische Datenanalysefirma Cambridge Analytica. Laut der ehemaligen Mitarbeiterin und Whistleblowerin Brittany Kaiser solle die Firma mit Regierungen und Gemeindiensten zusammengearbeitet haben. Die von ihr neu veröffentlichten Dokumente beinhalten sensible Daten zu Brasilien, Kenia, Malaysia, dem Iran sowie zu John Bolton, dem ehemaligen Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, so der britische Guardian. Nach einem Skandal um die unerlaubte Nutzung von Facebookdaten zur Beeinflussung politischer Wahlen habe die Firma 2018 Insolvenz anmelden müssen. Unter anderem mithilfe von Facebookdaten habe das Unternehmen Persönlichkeitsprofile erstellt, um so personalisierte Wahlwerbung ermöglichen. Durch dieses sogenannte Mikrotargeting habe sie unter anderem auf die US-Wahlen 2016 sowie auf die Entscheidung zum Brexit Einfluss genommen. Ein Cambridge-Analytica-Mitarbeiter habe laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor versteckter Kamera zudem zugegeben, zweimal den Wahlkampf von Präsident Uhura Kenyatta geführt zu haben. Kenia sollte in Afrika das „Vorzeigeprojekt“ des US-Unternehmens werden. Zudem habe es auch Überlegungen gegeben, politisches Marketing für den Prinzen Äthiopiens zu betreiben.

3. Müller fordert „Jahrhundert-Pakt“ mit Afrika
Im Interview mit dem Handelsblatt fordert Entwicklungsminister Gerd Müller einen Neustart der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Afrika. Nach dem Auslaufen des Cotonou-Abkommens benötige es einen „Jahrhundert-Pakt“ zwischen den beiden Kontinenten, der die Bereiche Armut und Hunger umfasst, den ‚Green Deal‘ auf Afrika ausweitet und die Fragen der Sicherheit, Migration und des Handels regelt. Die EU dürfe Afrika nicht länger nur Absatzmarkt für „subventionierte billige Agrarprodukte“ behandeln, sondern müsse stärker in die „Wertschöpfung vor Ort und eine produktive Land- und Ernährungswirtschaft investieren“, so der Minister. Rückenwind erhoffe er sich von der neuen EU-Kommission unter Ursula von der Leyen, da es auch in ihrem Interesse liege, Europas Nachbarkontinent nicht „komplett chinesischen Investoren“ zu überlassen. Auch durch ein neues Lieferkettengesetz könne mehr Wertschöpfung vor Ort ermöglicht werden, die wiederum Jobs schaffe und Armut reduziere. Im vom Terrorismus geplagten Sahel brauche es zudem ein stärkeres EU-Engagement. Es gebe ein enorm hohes Bevölkerungswachstum in der Region. Im Kampf gegen Armut lege er den Schwerpunkt auf die Familienplanung sowie die Stärkung von Frauen, insbesondere in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Dies führe auch zu einem Rückgang der Geburtenraten.

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9. Januar 2020

9. Januar 2020 - 16:35

1. Kommt ein EU-Lieferkettengesetz?
In der Süddeutschen Zeitung schreibt Casper Dohmen, dass die Bundesregierung das Lieferkettengesetz auf die Agenda ihrer EU-Ratspräsidentschaft setzen möchte, die sie in der zweiten Jahreshälfte innehat. So wolle Berlin gewährleisten, dass sich europäische Unternehmen auch außerhalb Europas an arbeitsrechtliche Standards halten und es keinen „gesetzgeberischen Flickenteppich“ in Europa gebe. Deutschland, selbst die drittgrößte Importnation der Welt, sei bisher nicht als Vorreiter in punkto „verbindlicher menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten“ in Drittländern aufgefallen. Diese werden aber seit Jahren unter anderem von Nichtregierungsorganisationen eingefordert, die dabei aber immer auf den Widerstand von Politik und Wirtschaft gestoßen seien. Dem Wunsch nach einer freiwilligen Selbstverpflichtung seien laut einer Umfrage im Auftrag des Bunds bisher lediglich 20 Prozent der deutschen Unternehmen nachgekommen. Eine zweite Umfrage folge im Frühjahr. Gebe es bis dahin keine deutliche Besserung, solle das Lieferkettengesetz die Unternehmen rechtlich verpflichten, arbeitsrechtliche Standards einzuhalten, so der Wille von Entwickungsminister Gerd Müller und Arbeitsminister Hubertus Heil. Viele Unternehmen seien sich oft nicht bewusst, welche Missstände entlang ihrer Lieferketten existieren.

2. Sahelzone ein „Terrorgürtel“?
DPA-Korrespondent Marc Engelhardt thematisiert im Pfälzischen Merkur die instabile Lage in der Sahel-Region. Der kürzlich stattgefundene Anschlag auf einen Schulbus in Burkina Faso sei „einer von Hunderten“ in der Region. Über 2000 Menschen seien durch die Hand von islamistischen Gewalttätern alleine im vergangenen Jahr ums Leben gekommen. Der selbsternannte ‚Islamische Staat in der Großsahara‘ (ISGS) plane, die Kontrolle von Mali bis in den Norden Nigerias an sich zu reißen. Gleichzeitig könne der regionale Al-Qaida-Arm ‚Gruppe zur Unterstützung des Islams und der Muslime‘ in der Elfenbeinküste, Togo und Ghana aktiver werden. Burkina Faso sei dabei so etwas wie eine „Drehscheibe“ für islamistische Gewaltverbrechen. Jean-Yves Le Drian, Frankreichs Außenminister, mahnte bereits vor der Entstehung eines „Terrorgürtels“. Frankreich, das derzeit 4.500 Soldat*innen in der Region stationiert habe, wolle für den kommenden Montag mit den G5-Sahel-Staaten (Mauretanien, Tschad, Burkina Faso, Mali und Niger) darüber beraten, wie die weitere militärische Zusammenarbeit aussehen könne. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer signalisierte bereits, das Berlin sich an der Seite Frankreichs stärker in der Region engagieren wolle. Bei einem Angriff auf einen UN-Stützpunkt in Mali sind laut Spiegel und dem Deutschlandfunk mindestens 18 Blauhelmsoldat*innenen und zwei Zivilst*innen verletzt worden. Spiegel meldet weiter, dass die islamistische Terror-Miliz Al-Shabab in Kenia den Schlafsaal einer Schule angegriffen und dabei vier Kinder getötet hat.

3. Dürre trifft Südafrika hart
Faz.net veröffentlicht ein Video der Nachrichtenagentur Reuters, in der die aktuelle Dürre in Südafrika als „lebensbedrohlich“ beschrieben wird. Diese seien eine Folge des Klimawandels und ein „Alarmsignal“ für die Tourismusindustrie des Landes. Viele Tiere verenden aufgrund der seit Jahren anhaltenden Trockenheit.  Der wirtschaftliche Schaden für die Farmen und Wildtierreservate sei „beträchtlich“. Die Zahl der Tourist*innen sei um 20 Prozent gesunken. Laut Weltklimarat steigen die Temparaturen in Südafrika doppelt so stark wie der globale Durchschnitt. Afrika sei durch die globale Erderwärmung der „mit am meisten bedrohte Kontinent“.

 

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8. Januar 2020

8. Januar 2020 - 11:55

1. Afrika leidet an Datenarmut
In der Deutschen Welle macht Martina Schwikowski auf die Datenarmut in Afrika aufmerksam. Wegen der mangelnden Kapazitäten bei den Finanzen und dem Personal sei es in vielen afrikanischen Ländern schwierig, verlässliche Daten zu erheben. Viele Rohdaten, insbesondere aus der Landwirtschaft und dem informellen Sektor, finden keine Berücksichtigung in den offiziellen Statistiken. Zudem sei auch die Qualität der erhobenen Daten fragwürdig, da diese oft auf Annahmen fußen oder die Quellenlage nicht klar sei, weswegen man nicht umhin komme, Schätzungen vorzunehmen. Die Stiftung des sudanesisch-britischen Unternehmers Mo Ibrahim fordere daher den Aufbau von Statistikbehöden. Es sei nicht hinzunehmen, dass es lediglich in acht der 54 afrikanischen Länder ein Geburtenregister gebe. Für eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit seien robuste Daten jedoch unerlässlich, da nur so Erfolge verlässlich nachvollzogen werden können, so der norwegische Ökonom Morten Jerven.

2. Libyen kommt nicht zur Ruhe
Viele Medien beleuchten die derzeitige Lage in Libyen, darunter Tagesschau.de, die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle. Viele Akteure ringen in dem Bürgerkriegsland um Einfluss. Die Situation werde „von Tag zu Tag schlechter“, so der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. Nach einem Gespräch mit Borrell und seinen Amtskollegen aus Frankreich, Großbritannien und Italien plane Außenminister Heiko Maas einen Libyen-Gipfel in Berlin, an dem auch die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats sowie andere europäische Länder teilnehmen sollen. In dem nordafrikanischen Land stehen sich eine international anerkannte Regierung unter Premierminister Fayez el-Serraj und eine Gegenregierung unter General Khalifa Haftar gegenüber, der allerdings auch von außen unterstützt werde, unter anderem von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie russischen Sölder*innen. Haftar schicke sich an, die Hauptstadt Tripolis zu erobern. Kürzlich haben seine Truppen die Hafenstadt Sirte eingenommen.

3. Darfur-Konflikt schwelt weiter
Evangelisch.de meldet, dass es es in der sudanesischen Region Darfur aufgrund von ethnischen Konflikten zu Unruhen gekommen ist. Dabei seien mindestens 54 Menschen ums Leben gekommen und rund 60 Menschen verletzt worden. Wegen der Kämpfe seien etwa 40.000 Menschen geflohen. Seit 2003 sind im Darfur-Konflikt hundertausend Menschen getötet und rund 2,7 Millionen vertrieben worden. Insbesondere der ehemalige Machthaber Omar Al-Bashir sei seinerzeit mit aller Härte gegen Rebell*innen und Zivilist*innen gleichermaßen vorgegangen.

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Erfahrungen von ehemaligem Jugendbotschafter Nikolas als UN-Jugenddelegierter

8. Januar 2020 - 10:55

Hier erzählt der ehemalige ONE-Jugendbotschafter Nikolas Karanikolas von seinen Erfahrungen auf einer Deutschlandtour, bei der er mit jungen Menschen bundesweit ins Gespräch kam und bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in den New Yorker Headquarters. 

„Wir sind die erste Generation, die extreme Armut beenden und wohl die letzte, die den Klimawandel stoppen kann.  Wir könnten die Welt verändern, aber wir tun es nicht.“

Vor einem Jahr war alles noch ein Traum, der erstaunlich schnell Realität wurde. Josephine Hebling und Nikolas Karanikolas sind die deutschen Jugenddelegierten zur UN Generalversammlung 2019 und so das Sprachrohr der in Deutschland lebenden Jugend.

New York: Headquater UN: Das Herz schlägt nicht nur bis zum Hals, sondern gefühlt im gesamten Körper. Nikolas trägt ein weißes T-Shirt auf dem in schwarzen Buchstaben „Stop Sexism“ steht. Neben ihm die zweite Jugenddelegierte Josephine, vor ihnen ein Mikrofon und ein Schild mit der Aufschrift Germany. Dahinter erstreckt sich die Generalversammlung der Vereinten Nationen. Der luxemburgische Vorsitzende sagt etwas, zwar versteht man es nicht, aber dann springt das Mikrofon an, die Augen von 193 Staaten richten sich auf die Jugenddelegierten und ihre Rede beginnt.

Täglich grüßt die Deutschlandtour!

Für die in Deutschland lebende Jugend sprechen? Zwar ein Traum, doch mal kritisch bemerkt: zwei weiße, heterosexuelle Studierende – so manche*r würde sich unter Vielfalt etwas Anderes vorstellen. Ein Riesenproblem, sie sind nicht repräsentativ. Deshalb haben die Jugenddelegierten eine Deutschlandtour gemacht. Auf dieser haben sie Forderungen der in Deutschland lebenden Jugend gesammelt. „Was wir für wichtig halten, spielt keine Rolle. Die Verhandlungen, die Rede – alles basiert auf Forderungen von jungen Menschen. Auf unserer Deutschlandtour haben wir den Fokus ganz klar auf Vielfalt gerichtet. Unsere Gesellschaft ist bunt und darin liegt unser eigentlicher Schatz“, so Nikolas.

(c) SOS Kinderdörfer e.V. 

Die Jugenddelegierten sind daher in über sechs Monaten als eine Art „Rockstars der Jugendpartizipation“ durch Deutschland getourt und haben 36 Stationen besucht sowie über 3.000 Forderungen gesammelt. Die Reise führte von dem Jugendgefängnis Wittlich zum SOS-Kinderdorf bis hin zu dem Bund Muslimischer Pfadfinder und Pfadfinderinnen, um nur einige zu nennen. Kurzer Stopp beim Auswärtigen Amt für eine Hospitation und ein Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas, bei dem man ihn für die Forderungen sensibilisieren wollte und ab ging es zur UN-Generalversammlung nach New York.

Schlaflos durch die UN

Am ersten Tag kurz Fan sein und mit großen Kinderaugen durch die UN laufen – am zweiten Arbeitstag dann gleich die Rede. Im Saal sind 193 Staaten und im Augenblick der Rede hört die Welt zu. 3.000 Forderungen, 36 Tourstationen und 5 Minuten Redezeit. Die Jugenddelegierten sprechen über ihre Erfahrungen, über Klimawandel und Solidarität. „Es gibt in Deutschland seit 15 Jahren ein Jugenddelegiertenprogramm und wir könnten ein ‘Best of’ von Forderungen geben, die nicht ernst genommen wurden und das haben wir halt gesagt“, sagen Josephine und Nikolas. „Außerdem ist es möglich extreme Armut, Klimawandel, das Ertrinken von Migrant*Innen oder politische Verfolgung zu stoppen, aber die Staaten tun es nicht – und das ist die eigentliche Tragödie“. Mit einem Appell, endlich zu handeln, endet die Rede. Rede gehalten, doch jetzt geht’s es an die dicken Bretter. In alle Prozesse die Jugendmeinung einbringen, ungemütlich sein und den Diplomat*Innen sagen, was auf jeden Fall in die Resolution gehört.

Im gefühlten Stillstand zwischen den Trumps der Welt

Jetzt geht es in die Verhandlungen: Aussagen wie “Homosexualität gibt es nicht” und “Frauen müssen nicht genannt werden, sie werden ja mitgedacht” gehören hier zur Normalität. Unsere oft gegensätzliche Meinung als Jugenddelegierte wird dadurch nicht selten als radikal wahrgenommen.

Nikolas startete eine T-Shirt Aktion und trug jeden Tag ein T-Shirt mit einer politischen Botschaft von Jugendlichen aus Deutschland in der UN. Dass er die Rede in einem T-Shirt, auf dem „Stop Sexism“ stand, halten durfte, war gerade noch an der Grenze, doch am Folgetag wird er aus dem Sicherheitsrat geworfen. Mit einem T-Shirt auf dem „Stoppt Waffenlieferungen in Krisengebiete“ steht, fliegt er nach sieben Sekunden im Raum raus. Doch sieht das der deutsche Botschafter und nimmt eben diesen Appell in seine Rede im Sicherheitsrat mit auf. Josephine durfte im Name aller Jugenddelegierten eine Rede vor dem Generalsekretär halten und forderte endlich mehr Handeln für den Klimaschutz ein.

„Es war großartig, Teil des deutschen Teams zu sein. Deutschland steht auf für Menschenrechte dort, wo es auch andere tun sollten. Ohne Deutschland sähe es um Menschenrechte in der UN deutlich schlechter aus“ sagten Josephine und Nikolas zu ihrer Zeit bei den Vereinten Nationen.

Nach drei Wochen voller Verhandlungen war der erste Teil des Traums zunächst vorbei und endete, als das Flugzeug, in dem die Jugenddelegierten saßen, wieder Frankfurt erreichte. Nun geht es an den zweiten Teil der Deutschlandtour, die Vorbereitungen für die Sozialentwicklungskommission bei den Vereinten Nationen und an die Auswahl unserer Nachfolger*Innen. Denn auch in Zukunft muss es heißen: „nichts über die Jugend – ohne die Jugend.”

Klingt nach einer tollen und aufregenden Erfahrung, oder? Du hast da auch Lust drauf? Bis zum 13.01.2020 könnt ihr euch noch als neue UN-Jugenddelegierte für Deutschland bewerben: https://www.jugenddelegierte.de/jugenddelegierte/bewirb-dich

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7. Januar 2020

7. Januar 2020 - 13:44

1. „Babyfabriken“ boomen in Nigeria
Das Redaktionsnetzwerk Deutschland thematisiert den illegalen Handel mit Säuglingen und Kleinkindern in Nigeria. Dieser habe sich zu einem lukrativen Geschäft für Menschenhändler*innen entwickelt. Die Nachfrage sei sehr hoch. Laut der Hilfsorgsanisation SOS-Kinderdörfer vermitteln die Menschenhändler*innen die Kinder oft an kinderlose Paare aus der ganzen Welt. Neben der illegalen Adoption werden die Kinder auch zu Sklaverei, sexuellen Handlungen und Organhandel missbraucht. An die Kinder gelangen die Menschenhändler*innen meist dadurch, dass sie junge Frauen aus dem armen Osten des Landes mit Versprechen auf ein besseres Leben anlocken, sie dann entführen und schwängern. Auch verzweifelte schwangere Jugendliche, die von ihren Familien verstoßen wurden, seien oft Opfer des Kinderhandels. Oft werden diese selbst nach der Geburt in „Babyfabriken“ festgehalten und zum Sex gezwungen, um erneut schwanger zu werden.

2. Deutschland verbessert Transport von Ebola-Kranken
Christoph Schult berichtet im aktuellen Spiegel, dass das Auswärtige Amt (AA) plant, erkrankte Ebola-Helfer*innen nach Deutschland zu evakuieren. Seit dem Sommer 2018 seien in der Demokratischen Republik bereits über 2200 Menschen an der hochansteckenden Infektionskrankheit gestorben, bei dem Ebola-Ausbruch in Westafrika zwischen 2013 und 2016 seien insgesamt rund 11.000 Menschen ums Leben gekommen. Anders als bei der letzten Epidemie gebe es jetzt zwar zwei Ebola-Impfstoffe, diese können allerdings nicht flächendeckend eingesetzt werden, da einige Gebiete im Kongo unter Kontrolle von Rebell*innen seien. Die Gefahr einer regionalen Ausbreitung sei laut AA noch immer „sehr hoch“. Mithilfe von „modularen Evakuierungseinheiten“ wolle das Bundesaußenministerium Betroffene bereits beim Transport intensivmedizinisch versorgen und dabei das behandelnde medizinische Personal schützen. Durch die Bauweise könne zudem nach Ankunft ein schnellerer Transport in ein Krankhaus gewährleistet werden. Dadurch könne wichtige Zeit gespart werden – gewöhnlich sterben Patient*innen „binnen zehn Tagen“. Die Evakuierungseinheiten seien kompakt genug, um mit gängigen Frachtflugzeugen transportiert zu werden.

3. Kenia: USA stocken Truppen auf
Zwei Tage nach dem Angriff auf einen US-Militärstützpunkt in Kenia kam es im Osten des Landes  erneut zu einem Anschlag, wie Tagesschau.de berichtet. Dabei seien vier Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Zudem töteten Milizionäre der islamistischen Al-Shabab sechs weitere Menschen in einer kenianischen Grenzregion. Im Nachbarland Somalia kämpfe die Terrororganisation um die Vorherrschaft. Mit Unterstützung der USA stelle Kenia Truppen für eine Mission der Afrikanischen Union bereit, um gegen Al-Shabab vorzugehen. Wie die Agentur Reuters weiter meldet, stocken die USA als Reaktion auf den Anschlag vor zwei Tagen ihre Truppen in Kenia auf. Bei dem Angriff seien nicht nur drei US-Militärs getötet worden, sondern es seien jeweils zwei Flugzeuge und Hubschrauber sowie mehrere Armeefahrzeuge zerstört worden.

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6. Januar 2020

6. Januar 2020 - 12:13

1. Terrorserie in Afrika
Afrika hat eine regelrechten Serie an Terroranschlägen zu beklagen. Bei einem Attentat auf einen Schulbus in Burkina Faso seien mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Kinder. Das melden unter anderem Spiegel Online, Zeit Online, die Stuttgarter Nachrichten und der Deutschlandfunk. Neun weitere Betroffene seien verletzt worden. Noch sei nicht klar, wer genau für die Tat verantwortlich sei. Das Land sei in den vergangenen Jahren vermehrt Zielscheibe für Anschlage islamistischer Gruppierungen gewesen. Wie das ZDF und der Deutschlandfunk weiter melden, hat die Terrormiliz Boko Haram bereits vor Weihnachten ein Massaker auf dem Tschadsee verübt, bei dem rund 50 Menschen umgebracht wurden. Der Anschlag sei nur dank eines Überlebenden bekannt geworden, die meisten von ihnen Fischer*innen aus Tschad, Kamerun und Nigeria. Ferner berichten Tagesschau.de, Spiegel Online, die Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (taz) und der Deutschlandfunk, dass die islamistische Al-Shabab-Miliz einen Anschlag auf einen Militärstützpunkt in Kenia verübt hat. Dabei seien ein US-amerikanischer Soldat und zwei Pentagonmitarbeiter*innen getötet worden. Zwei weitere Soldat*innen seien verletzt worden. US-General Stephen Townsend verkündete, die USA werde weiterhin dafür sorgen, „dass Al-Shabaab kein Rückzugsgebiet in Ostafrika habe, um Anschläge zu planen“.

2. Müller für neuen EU-Afrika-Pakt
Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland fordert Entwicklungsminister Gerd Müller eine Neuausrichtung der EU-Afrika-Politik. Das diesjährige Auslaufen des Cotonou-Vertrags könne die Gelegenheit für eine neue Partnerschaft sein. Kernelemente sollen eine Zusammenarbeit in Energie- und Klimafragen, die Bekämpfung von Armut und Hunger, faire Handelsbeziehungen sowie ein „Abkommen für geregelte Migration“ sein. In Anbetracht des stark wachsenden afrikanischen Energiebedarfs müsse Afrika zu einem „grünen Kontinent“ werden, um die globale Erderwärmung noch auf zwei Grad begrenzen zu können. Derzeit seien dort jedoch etwa 450 Kohlekraftwerke im Aufbau oder geplant. Zudem kündigte der CSU-Minister die Einrichtung eines deutsch-afrikanischen Jugendwerks an.

3. US-Botschafter verlässt Sambia
Wie die BILD, die Süddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel sowie der Deutschlandfunk melden, verlässt der US-Botschafter Daniel Foote Sambia. Dem war ein Streit über die Rechte Homosexueller vorausgegangen. Die Regierung Sambias hatte nach Kritik des US-Diplomaten an der homophoben Politik des Landes um die Ablösung Footes gebeten. In Sambia seien homosexuelle Handlungen verboten und können mit langjährigen Haftstrafen geahndet werden.

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Von Gambia nach Tokyo: Ein afrikanischer Athlet bei den Olympischen Spielen 2020

20. Dezember 2019 - 16:23

Hier bloggt Carolin Desirée Toepfer, ehemalige ONE-Jugendbotschafterin, Gründerin, Bloggerin und Aktivistin, über die Kampagne Champions for Future.

Bakau liegt an der Küste Gambias. Das Land in Westafrika verfügt über keinerlei Bodenschätze. Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus bestimmen die lokale Wirtschaft. Auch in Bakau gibt es einige Vier- und Fünf-Sterne-Hotels für wohlhabende Tourist*innen. Doch Momodou Sey ist nicht dort, um Urlaub zu machen. Er lebt in Bakau und ist Gambias Hoffnung für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo. Er trainiert jeden Tag hart für sein Ziel und dafür, ein Vorbild für die Kids in seinem Land zu werden.

 

© Jennifer Tuffour

Über das Internet verbunden

Eine verlässliche Internet-Verbindung, um mit seinen Unterstützer*innen in der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben, hat Momodou nicht. Einen Tag langsame Internetverbindung auf dem Smartphone kostet 300 Dalasi, das sind mehr als fünf Euro. Trotzdem ist das Internet für Momodou gerade sehr wichtig. Es verbindet ihn mit der Gruppe internationaler Athlet*innen, die für ihn eine Kampagne gestartet haben, damit er seinen Traum von der Olympia-Teilnahme wahr machen kann.

Angeführt wird diese Gruppe von der Weitspringerin Alexandra Wester, die gerade selbst im Trainingslager in Kalifornien ist, und dem Profi-Basketballer Joshiko Saibou (Telekom Baskets Bonn). Sie hatten im Rahmen einer Sneaker-Spende für die Kinder vor Ort mit ihrer Initiative Smiling Kids of Africa von Momodous Geschichte erfahren und ihn in Bakau kennengelernt.

© Jennifer Tuffour

Bestzeiten trotz schwieriger Trainingsbedingungen

Seit 1984 sendet Gambia Athlet*innen zu den Olympischen Sommerspielen. Diese haben aber noch nie eine Medaille gewonnen. Schaut man sich die Trainingsbedingungen vor Ort genauer an, versteht man warum. Momodou trainiert zwar seit 2014, hat seine ersten eigenen Laufschuhe aber erst von Alexandra geschenkt bekommen.

Rahmenbedingungen, wie sie etwa deutsche Athlet*innen haben, mit Trainings- und Ernährungsberatung, Physiotherapie und zahlreichen Möglichkeiten zur Regeneration, gibt es vor Ort für ihn nicht. Trotz der schwierigen Umstände, hat Momodou es geschafft, sich an internationale Bestzeiten heranzulaufen: 10,56 Sekunden auf 100 Meter und 20,96 Sekunden auf 200 Meter.

© Jennifer Tuffour

Jetzt wartet ein Profi-Coach und eine Trainingsgruppe in Kalifornien auf ihn, damit er die gleiche Trainingsumgebung, wie andere Athlet*innen erhalten kann, die sich rund um den Globus auf ihre Olympia-Qualifikation vorbereiten.

Du hast auch Lust Momodou dabei zu unterstützen bald bei Olympia zu starten? Unter www.championsforfuture.org kannst du mehr über die Kampagne erfahren und, wie du sie unterstützen kannst.

 

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20. Dezember 2019

20. Dezember 2019 - 14:48

1. Keine Schokolade ohne Kinderarbeit?
Johannes Ritter thematisiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Missstände in der Kakaoproduktion sowie Lösungsansätze. Zwei Drittel aller Kakaobohnen werden in Ghana und der Elfenbeinküste geerntet. Die meisten Menschen in Westafrika, die Kakao anbauen, leben jedoch unterhalb der Armutsgrenze von 1,90 US-Dollar pro Tag. Hinzu komme, dass insgesamt zwei Millionen Kinder mit anpacken müssen. Sie können nicht zur Schule gehen und müssen schwere, gefährliche und gesundheitsschädliche Arbeiten verrichten. Da sich die Produktionskette nicht gänzlich zurückverfolgen lasse, könne angenommen werden, dass höchstwahrscheinlich in jede Schokoladentafel, die in Europa verkauft werde, die Arbeit von Kindern geflossen ist. Der weltweit größte Hersteller von Kakao- und Schokoladenprodukten Barry Callebaut möchte mit verschiedenen Projekten diese Probleme angehen und plane innerhalb von fünf Jahren nur noch nachhaltig angebaute Kakaobohnen zu verwenden. Kinderarbeit solle bis 2025 aus ihren Lieferketten verschwinden. Doch auch Regierungen und die EU müssten „drastischer durchgreifen“ und die Unternehmen strenger regulieren, so Nicko Debenham, Chef für Nachhaltigkeit bei Barry Callebau. Helfen würde beispielsweise ein Lieferkettengesetz, dass die Einhaltung der Menschenrechte in jedem Produktionsschritt verbindlich vorschreibt.

2. London: Löst Johnson das Entwicklungsministerium auf?
Der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown zeigt sich im Tagesspiegel alarmiert über die Pläne der konservativen britischen Tory-Partei, das nationale Entwicklungsministerium abzuschaffen und in das Außenministerium zu integrieren. Das Entwicklungsministerium sei mit seinem Etat von rund 16,8 Milliarden Euro „der wertvollste globale Aktivposten des Landes“, so Brown. Seit der Gründung des Ministeriums vor 22 Jahren konnten bereits Millionen Menschen aus extremer Armut befreit werden. Premierminister Boris Johnson wolle mit einer Stärkung des Außenministeriums den internationalen Einfluss des Vereinigten Königreiches vergrößern. Die Auflösung des Entwicklungsministeriums werde jedoch das Gegenteil bewirken, so sein Amtsvorgänger. Nur durch einen Mix aus Diplomatie, Entwicklung und Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen könne das Vereinigte Königreich außerhalb der EU globalen Einfluss nehmen. Internationale Zusammenarbeit sei elementar in der „Bekämpfung von Umweltverschmutzung, Armut und Konflikten“ und ihrer Folgen.

3. „Exit“ der UN-Mission in der DR Kongo?
In der Tageszeitung (taz) berichtet Dominic Johnson über die Entwicklung der weltweit größten UN-Mission ‚Monusco‘ in der Demokratischen Republik Kongo. Am Donnerstag habe der UN-Sicherheitsrat zwar das Mandat der UN-Mission in Kongo verlängert, gleichzeitig jedoch die Obergrenze der Truppen von 16.250 auf 14.000 Personen verringert. Darüber hinaus solle der UN-Generalsekretär mit der kongolesischen Regierung für die Mission eine „Exit-Strategie“ besprechen. Gründe hierfür seien Kürzungen im UN-Budget sowie zunehmende Ablehnung gegenüber ausländischem Militär in Afrika. Währenddessen nehmen Menschenrechtsverletzungen in Kongo weiter zu. Die UN habe 41% mehr Vorfälle im November verzeichnet als im Vormonat, die meisten herbeigeführt durch bewaffnete Gruppen. Insgesamt 687.000 Menschen seien aufgrund von Gewalt und Krieg in der Provinz Nord-Kivu auf der Flucht. Hinzukomme ein „Ausmaß von Unterernährung und sexueller Gewalt“, über das die Nichtregierungsorganisation Ärzte ohne Grenzen besorgt sei. Kongo bemühe sich zwar um eine grenzüberschreitende, regionale militärische Zusammenarbeit. Allerdings sei der letzte Vorstoß am Widerstands Ugandas gescheitert. Ferner gelte die kongolesische Armee selbst als Haupttäter in den von der UN verzeichneten Menschenrechtsverletzungen.

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Wie wird Neujahr in afrikanischen Ländern gefeiert?

19. Dezember 2019 - 15:07
Wie wird das neue Jahr in Äthiopien, Südafrika und Simbabwe begrüßt? Wir haben einige besondere Festlichkeiten recherchiert und stellen sie euch hier vor. Obwohl manche noch länger auf sich warten lassen, als andere … 
  1. Äthiopien: Neujahr im September

Wir starten mit einem afrikanischen Land, das erst (oder schon?) am 11. oder – in Schaltjahren – am 12. September ins neue Jahr startet. In Äthiopien wünscht man sich dann schon „Melkam addis amet!“, denn das ostafrikanische Land feiert Neujahr nach einer Variante des koptischen Kalenders. Das bedeutet, dass sie diesen September erst das Jahr 2013 eingeläutet haben.

Photo: Estée Janssens via Unsplash

 

  1. Karneval in Kapstadt, Südafrika

Tatsächlich starten die Menschen am Kap von Afrika mit Karneval ins Neujahr. Die Festlichkeit mit Tausenden von Teilnehmer*innen geht auf den „Emancipation Day“ zurück – den Tag, an dem 1833 das Verbot gegen die Sklaverei erlassen wurde. Zum Höhepunkt am 02. Januar gibt es einen lauten und bunten Umzug von Karnevalsgruppen durch Kapstadt.

Photo: Elisha Terada via Unsplash

  1. Lautstark ins neue Jahr in Simbabwe

Schonmal etwas vom Vic Falls Carnival gehört? Bei dieser Festlichkeit um  Neujahr herum kommen zahlreiche Menschen für drei Tage zusammen, um sich an den Victoria Falls in Simbabwe einige von Afrikas größten Musiker*innen anzuhören. Aber nicht nur das – auch traditionelle Tänze, Feuerspucken und einen Umzug kann man erwarten!

Our #WCW is the beautiful and super talented @shekhinahd – the most streamed SA female of 2019 on @spotifysa and one of our headliners at #VFC2019 – we are so 'suited for each other' ????????❤️ What song are YOU most looking forward to hearing her perform? pic.twitter.com/4rKwqotWr8

— Vic Falls Carnival (@VicFallCarnival) December 5, 2019

Spannend, oder? Vielleicht seid ihr ja gerade dabei, eine Reise nach Afrika zu planen, um Neujahr dort selbst zu erleben. Dann könnt ihr euch direkt hier zu unseren Reisetipps weiterklicken. Und wie feiert ihr? Oder kennt ihr noch andere traditionelle Festlichkeiten zum Neujahr in afrikanischen Ländern? Dann teilt sie unbedingt mit uns und lasst einen Kommentar da – wir würden gern noch mehr dazu erfahren!

Photo: Crazy Nana via Unsplash

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11 Frauen, die die Welt verändern

19. Dezember 2019 - 14:04

Sie engagieren sich auf unterschiedlichste Art in Bereichen, wie Gesundheit, Umweltschutz und Gleichberechtigung. 2019 haben sie durch ihren Aktivismus einiges umgekrempelt – und unheimlich viel positiven Wandel in der Welt bewirkt. Hier stellen wir euch 10 inspirierende Aktivistinnen vor, die im vergangenen Jahr Großes gemeistert haben.

  1. Vanessa Nakate von ‚Fridays For Future Uganda’

An der Seite von bekannten Aktivistinnen wie Greta Thunberg und Luisa Neubauer kämpfen unzählige afrikanische Aktivist*innen an vorderster Front für effektive Klimapolitik und Umweltschutz. Vanessa Nakate ist eine von ihnen. Sie setzt sich mit Tatkraft in Uganda dafür ein, dass die Folgen des Klimawandels in afrikanischen Ländern Aufmerksamkeit erhalten. So initiierte sie zum Beispiel die Proteste zum Schutz des kongolesischen Regenwalds. Der Klimawandel trifft Menschen in den von Armut am stärksten betroffenen Regionen am härtesten – viele von ihnen in Afrika. Starke afrikanische Stimmen in der internationalen Diskussion zum Klimaschutz sind daher unfassbar wichtig.

Sign if you care

WORLD LEADERS : CONGO RAINFOREST – Sign the Petition! https://t.co/HTMiVpp3gi via @ChangeOrg_India

— Vanessa Nakate (@vanessa_vash) December 19, 2019

  1. Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar

Der Alternative Nobelpreis 2019 (‚Right Livelihood Award‘) ging unter anderem an die Aktivistin Aminatou Haidar, die sich in Westsahara für politische Selbstbestimmung des Landes einsetzt. Seit mehr als 30 Jahren streikt sie zu diesem Zweck rund um die Welt. Vielerorts wurde sie dafür schon als die „sahrauische Gandhi“ bezeichnet. Eine wohlverdiente Auszeichnung für jahrzehntelangen Einsatz.

Ihr gewaltloser Widerstand brachte ihr den Beinamen "Gandhi der Westsahara" ein. Nun erhält Aminatou Haidar den Alternativen Nobelpreis. #RightLivelihoodAward https://t.co/UO2wW8Wd9K

— Süddeutsche Zeitung (@SZ) December 4, 2019

  1. Nanna-Josephine Roloff & Yasemin Kotra gegen die Tamponsteuer

Im Herbst 2019 gab es einen entscheidenden Durchbruch in Sachen Gleichberechtigung in Deutschland: Periodenprodukte werden ab dem 01.01.2020 ermäßigt besteuert! Wuhu! Unter dem Hashtag #keinluxus haben sich mithilfe einer Petition besonders zwei Frauen für diese dringend notwendige Änderung stark gemacht: Nanna-Josephine Roloff und Yasemin Kotra von der Tampontax Alliance. Unter anderem trafen sie sich mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz und überreichten die Petition „Die Periode ist kein Luxus“ für eine Senkung der Tamponsteuer, die mehr als 118.000 Personen unterzeichneten. Wir ziehen den Hut!

Petitionsübergabe im BMF. "Danke für Euer Engagement @njroloff & Yasemin Kotra! Ich finde die Initiative richtig und unterstütze sie gerne. Jetzt ist es wichtig, dass die Steuersenkung auch an die Kundinnen weitergegeben wird", so BM @OlafScholz. #tamponsteuer #pinktax #tampontax https://t.co/N2vu10xnkL pic.twitter.com/OfZEmSvAt3

— BMF (@BMF_Bund) October 8, 2019

  1. Rosebell Kagumire: Weltweiter Einsatz für Frauen und Mädchen

Diese ugandische Aktivistin für Frauen und Mädchen ist nebenbei auch noch Autorin, Medienspezialistin und Expertin in Bereichen, wie Menschenrechte und Friedens- und Konfliktforschung. Rosebell Kagumire hat mit ihren Publikationen schon mehrfach Preise gewonnen und setzt sich weltweit für die Rechte von Frauen und Mädchen ein. Hier könnt ihr in unserem Interview mit ihr nachlesen, welches Potenzial sie im Feminismus sieht.

Photo: Französische Botschaft in Deutschland

  1. Semhal Guesh: Türen öffnen für Frauen in Äthiopien

Semhal leitet das Lederunternehmen Kabana in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens. Durch ihre Firma hilft sie anderen Frauen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Als Kind erhielt sie von ihren Eltern viel Unterstützung und Ermutigung. Jetzt versucht sie, anderen Frauen die gleiche Unterstützung teilwerden zu lassen. Semhal glaubt, dass sich dadurch Türen für Frauen in Äthiopien öffnen – und sich in Sachen Gleichberechtigung mehr und mehr im Land tun wird. Solchen Aktivismus für Frauenrechte brauchen wir in der Welt!

Semhal bietet Frauen nicht nur ein geregeltes Einkommen. Sie unterstützt sie auch durch Mentoring und durchbricht durch ihr Engagement alte Rollenbilder.

  1. Black Queen: Rap-Musik und der Kampf für sexuelle Selbstbestimmung

Vielleicht habt ihr schon unsere Petition für die Bestrafung sexueller Gewalt im Senegal gesehen und unterzeichnet? Wenn nicht, ist jetzt der richtige Moment! Die senegalesische Künstlerin und Aktivistin Black Queen unterstützt uns tatkräftig in diesem Kampf. Außerdem arbeitet ONE Senegal mit anderen lokalen Organisationen zusammen, zum Beispiel mit dem Doyna Movement. Denn gemeinsam erreichen wir mehr Menschen mit unserer Botschaft: Gewalt an Frauen ist inakzeptabel – überall auf der Welt!

Photo: dv

  1. Jugenddelegierte der Afrikanischen Union Aya Chebbi

Die tunesische Diplomatin und Feministin Aya Chebbi startete 2010 als Bloggerin während der tunesischen Revolution – und wurde 2018 die allererste Jugenddelegierte der Afrikanischen Union. Sie ist unter anderem Gründerin des African Youth Movements. 2019 wurde sie außerdem mit dem Campaigner Award der Gates Stiftung ausgezeichnet und traf sich mit ONE-Jugendbotschafter*innen und dem Team von ONE Deutschland in Berlin. Was ihr Engagement so besonders macht, könnt ihr auch hier auf unserem Blog genauer nachlesen.

ONE-Jugendbotschafter*innen und Team mit Aya Chebbi vor dem Bundeskanzlerinnenamt in Berlin

  1. Yours in Power, ONE Champion Wadi Victoria Ben-Hirki

Diese starke Frau aus Nigeria ist nicht nur der Star der dritten Episode von ONEs Dokureihe ‚Yours in Power‘. Mit gerade einmal 17 Jahren gründete sie die ‚Wadi Ben-Hirki Foundation‘ und ist außerdem schon lange ONE Champion in Nigeria. 2019 war sie mit zehn anderen afrikanischen Aktivistinnen Sprecherin des offenen Briefs an internationale Staats- und Regierungschef*innen. Die Botschaft? 108 Jahre sind viel zu lang, um Gleichberechtigung zu erreichen! Wir brauchen echten Fortschritt, keine leeren Versprechen. Denn erst, wenn wir alle die gleichen Rechte haben, sind wir alle wirklich gleichberechtigt.

  1. PussyNation mit Carolin Kebekus

ONE Deutschland war dieses Jahr erneut auf Tour – dank des großartigen Einsatzes von Komikerin und Feministin Carolin Kebekus. Schon viele Jahre unterstützt sie ONEs Ziele, besonders zur Stärkung von Frauen und Mädchen im Rahmen der ‚Armut ist sexistisch‘-Kampagne. ONE-Jugendbotschafter*innen waren auf ihrer ‚PussyNation‘-Tour 2019 bei mehreren Shows mit einem Infostand vertreten – und konnten mit zahlreichen Menschen über ONEs Arbeit ins Gespräch kommen und viele neue Unterstützer*innen gewinnen. Danke für diese großartige Kooperation!

Carolin Kebekus mit der sambischen Aktivistin Connie Mudenda und ihrer Tochter Lubona

  1. Connie Mudenda und Tochter Lubona: Gemeinsam gegen Aids

Diese Aktivistin gegen Aids und (RED)-Botschafterin leistet Großartiges für Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert sind und schafft Aufmerksamkeit dafür, wie wichtig der globale Kampf gegen die Krankheit ist. Gemeinsam mit ihrer Tochter Lubona zeigt sie, dass der Zugang zu den notwendigen antiretroviralen Medikamenten zum Wendepunkt für das gesamte Leben werden kann – und macht sich deshalb schon seit Jahren für andere Frauen und Mütter stark. Im Oktober 2019 sprach sie dazu auf der Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds – der eine Rekordunterstützung für die Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten folgte.

Connie und Lubona mit ONE-Jugendbotschafter*innen in Berlin

Du willst dich auch für Frauen und Mädchen weltweit einsetzen? Dann mach jetzt den ersten Schritt und mach dich mit deiner Stimme für unsere ‘Armut ist sexistisch’-Kampagne stark! Oder unterstütze die Petition von Black Queen gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen im Senegal. Gemeinsam können wir einen Unterschied machen.

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Weihnachtsgrüße in acht verschiedenen Sprachen

18. Dezember 2019 - 15:00

Wie wünscht man sich eigentlich frohe Weihnachten in Simbabwe, Burundi und Südafrika? Und in den USA, Großbritannien, Frankreich, Italien & den Niederlanden?

Eines der besten Dinge, mit Menschen aus der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, ist es, ihre Kulturen, Traditionen und Sprachen kennenzulernen. Diese sind so reich und vielfältig, dass es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Passend zur Jahreszeit haben wir mal in unseren Büros rumgefragt & wollen euch heute zeigen, wie man sich in den unterschiedlichen Sprachen unserer Kolleg*innen „Fröhliche Weihnachten“ wünscht.

Auch wir bei ONE wünschen euch besinnliche Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2020.

 

Auf Shona in Simbabwe Auf Xhosa in Südafrika

Auf Afrikaans in Südafrika

Auf Kirundi in Burundi Auf Italienisch Auf Französisch

Auf Niederländisch

Auf Englisch

Und auf Deutsch

 

Frohe Weihnachten wünscht ONE Deutschland!

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