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Aktualisiert: vor 10 Stunden 5 Minuten

Wie in Afrika Weihnachten gefeiert wird

17. Dezember 2019 - 16:00

Jetzt, wo die Weihnachtsvorbereitungen in vollem Gange sind, dachten wir uns: Wir schauen, wie in verschiedenen Ländern Afrikas Weihnachten gefeiert wird. Christen gibt es auf dem Kontinent bereits seit der Mitte des ersten Jahrhunderts, heute sind es etwa 350 Millionen. Sie hatten also viel Zeit, ihre ganz eigenen Weihnachtstraditionen zu entwickeln – von Festessen im Freien bis hin zu Maskenspielen. Hier gibt’s einen kleinen Überblick über einige der ziemlich coolen Bräuche:

Äthiopien


Äthiopische Darstellung der Geburt Christi

Wenn du Weihnachten dieses Jahr in Äthiopien feierst, musst du wohl etwas länger warten als bis zum 24. Dezember: Die meisten Menschen richten sich nämlich nach dem Julianischen Kalender und feiern das Weihnachtsfest erst am 7. Januar. Die äthiopischen Feiertage beginnen mit dem traditionellen Ganna, einem Fastentag, gefolgt von Gottesdiensten und einem Festmahl, bei dem es oft Eintopf, Gemüse und Sauerteigbrot gibt. Die meisten Freunde und Familien kommen nicht zusammen, um Geschenke auszutauschen.  Stattdessen wird gespielt, Sport getrieben und der Festtag genossen, bevor es wieder an die Arbeit geht.

Ghana


Kinder haben sich für ein Krippenspiel in Ghana verkleidet. Foto: Skinny Gourmet.

Weihnachten in Ghana ist eine wohlverdiente Pause nach der Kakaoernte und beginnt bereits am 1. Dezember. Familien dekorieren ihre Häuser und Wohnviertel wie bei uns mit Lampen, Kerzen und funkelndem Schmuck. Für die meisten Ghanaer ist das jedoch nur der Anfang: Am Weihnachtstag selbst erreichen die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt: Zuerst gibt es ein Festessen mit der Familie – normalerweise mit Ziegenfleisch, Gemüse und einer Soße –, anschließend ein Gottesdienst mit der gesamten Nachbarschaft und ein farbenfroher Festumzug. Mehr über Weihnachten in Ghana findest du auf der Website von Rev. Peter Adotey.

Liberia

Vorsicht – der „Teufel“ kommt in die Stadt – wenn du in Liberia bist. Foto: TLC Africa.

Von wegen Weihnachtsmann! In Liberia sieht man stattdessen den alten Mann Bayka, den „Teufel“ der Region. Statt Geschenke zu bringen läuft er am Weihnachtstag auf den Straßen hin und her, um welche zu bekommen! Und statt des typischen Grußes „Frohe Weihnachten“ hört man die Liberianer „Meine Weihnachten für dich“ sagen. Das bedeutet soviel wie „Bitte schenke mir was Schönes zu Weihnachten“.

Demokratische Republik Kongo

Kinder warten auf ihren Auftritt beim Krippenspiel in der Demokratischen Republik Kongo. Foto: Andrea Frazzetta.

Heiligabend ist besonders wichtig. In den Kirchen finden große Musicals (manche Kirchen haben mindestens fünf oder sechs Chöre) und Krippenspiele statt. Die Krippenspiele gehen bereits am frühen Abend los und dauern sehr lange, da sie mit der Schöpfungsgeschichte und dem Garten Eden anfangen und mit der Geschichte über König Herodes, der neugeborene jungen töten lässt, enden. Am 1. Weihnachtsfeiertag versuchen die meisten Familien, eine bessere Mahlzeit als gewöhnlich aufzutischen. Wenn sie es sich leisten können, gibt es Fleisch (normalerweise Hühnchen oder Schwein). Den Rest des Tages verbringen Nigerianer ganz in Ruhe, manche müssen nach dem langen und belebten Heiligabend Schlaf nachholen. Mehr Infos über Weihnachten im Kongo gibt’s hier und hier.

Nigeria

ONE-Unterstützerin Ola Ope schreibt: „In Nigeria glauben wir an unsere eigene Version vom Weihnachtsmann und zünden knockouts und banga an, das ist wie Feuerwerk. Wir geben dann all das Geld aus, das wir haben, kochen und teilen das Essen mit den Nachbarn.“

Westafrika

Andere Regionen in Westafrika haben auch ziemlich coole Traditionen. In Sierra Leone und in vielen Teilen Gambias beispielsweise feiern die Menschen Masken-Partys und tragen die Feierlichkeiten in das ganze Dorf oder die Stadt. So lassen sie nicht nur die Glaubensgemeinschaft am Geist von Weihnachten teilhaben. Da es genauso ein soziales Fest ist wie ein religiöses, bringt das Weihnachtsfest Freunde und Familien zusammen, um gemeinsam zu essen, zu spielen und sich zu beschenken.

Was ist deine liebste Weihnachtstradition? Hinterlasse hier ein Kommentar! Und vielleicht kannst du  ja auch einige der Bräuche in dein eigenes Weihnachtsfest dieses Jahr einbinden.

 

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Weihnachtliche Rezepte aus afrikanischen Ländern

17. Dezember 2019 - 11:48

Habt ihr euch schon einmal gefragt, was in afrikanischen Ländern an Weihnachten gegessen wird? Uns hat das auch interessiert – und deshalb haben wir mal ein bisschen recherchiert. Dabei sind wir auf Rezepte gestoßen, die sehr dazu ermutigen, mal etwas Neues zu probieren und dabei vielleicht auch die kulinarische Komfortzone zu verlassen. Aber lest selbst (Achtung: Dieser Blog macht hungrig)!

Südafrikanischer Malva-Pudding

Ein typisches Dessert in Südafrika, das meist warm mit Sahne oder Eis – oder beidem – serviert wird. Überraschende Zutaten wie Weißweinessig und Aprikosenmarmelade machen es zu einem Geschmackserlebnis, das viele nach dem ersten Probieren nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

‚Puff Puff‘ aus Westafrika

In Kamerun und Nigeria ist das Street Food unter dem Namen ‚Puff Puff‘ bekannt, in Ghana als ‚Bofrot‘. Unterschiedliche Bezeichnungen für köstliche, frittierte Teigkugeln, die oft auf den Straßen westafrikanischer Länder verkauft werden. Natürlich nicht nur an Weihnachten – aber bei frittiertem Teig und Puderzucker spielt die Jahreszeit auch kaum eine Rolle, oder?

Ghanaische Chin Chin – Chips

Mit einer großzügigen Prise Knoblauch, Zwiebel und weißem Pfeffer wechseln wir auf die herzhafte Seite westafrikanischer Snacks. Diese pommesähnlichen Köstlichkeiten kommen aus Ghana und machen sich unserer Meinung nach perfekt als Beilage oder einfach für zwischendurch.

Nigerias ‚Moin Moin‘

Nigerianischer Weihnachtspudding aus herzhaften schwarzen Bohnen. Die sind nicht nur super lecker, sondern auch wirklich gesund. Auch ‚Mai Mai‘ oder ‚Moyin Moyin‘ genannt, ist diese Variante mit roter Paprika und Zwiebeln auch komplett vegan.

Frittierte Kochbanane

Eine bekannte und vielgefundene Spezialität von West- bis Ostafrika: knusprig, frittiert, süß. Also in unseren Augen eine perfekte Süßigkeit für Weihnachten. Und das Beste an der Sache ist, dass das Rezept unglaublich einfach und schnell zu machen ist.

Photo: Gaelle Marcel via Unsplash

‚Tikil Gomen‘ aus Äthiopien & ‚Muriwo Nedovi‘ aus Simbabwe

Keine Lust mehr auf Rosenkohl, Rotkraut und grüne Bohnen? Kein Sorge, wir versorgen euch mit zwei unfassbar leckeren afrikanischen Rezepten für Gemüsebeilagen. Das äthiopische ‚Tikil Gomen‘ überzeugt dabei mit viel Geschmack durch raffinierte Gewürze. Alle Erdnussbutterliebhaber*innen kommen mit dem leckeren Gericht ‚Muriwo Nedovi‘ aus Simbabwe auf ihre Kosten – denn da werden einige Löffel ans Gemüse gegeben.

Tim Mälzers von Uganda inspirierte Süßkartoffelsuppe

2013 reiste Profikoch Tim Mälzer mit ONE nach Uganda. Besonders interessiert war er dabei an Projekten, die Mangelernährung und Hunger bekämpften. Inspiriert vom Nährwert der Süßkartoffel und seinen Erfahrungen vor Ort schenkte er ONE ein Rezept für eine Süßkartoffelsuppe. Eine warme Suppe für die Weihnachtszeit hört sich auch nicht schlecht an, oder?

Tim Mälzer auf der Uganda-Reise mit ONE Deutschland

Dann mal ran an die Kochlöffel und probiert euren Favoriten direkt aus – oder auch gleich mehrere Rezepte. Viele lassen sich auch gut kombinieren. Legt los und versucht einmal etwas ganz anderes. Ihr werdet sicherlich positiv überrascht. ONE wünscht frohe Festtage!

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16. Dezember 2019

16. Dezember 2019 - 17:38

1. Kein Geld fürs Klima?
Die Weltbank gab am Freitag bekannt, von 52 Industrieländern die „Rekordsumme“ von rund 82 Milliarden US-Dollar für Internationale Entwicklungsorganisation (IDA) gesammelt zu haben. Dies berichteten unter anderem Spiegel Online, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Zeit Online und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mit diesen Mitteln stelle die IDA „zinslose oder zinsgünstige Darlehen für Entwicklungsprojekte in den 74 ärmsten Ländern der Welt“ zur Verfügung. Darüber hinaus kommentiert Daniel Weitzel in der Welt die UN-Klimakonferenz, die am vergangenen Wochenende in Madrid. Die OECD-Staaten haben in der Vergangenheit getätigte Versprechen zur finanziellen Unterstützung ärmerer Länder nicht eingehalten. 2009 haben sie versprochen, ab 2020 jedes Jahr mindestens 100 Milliarden US-Dollar zur Verfügung zu stellen, um den ärmsten Ländern der Welt zu helfen CO2 einzusparen und die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern. Diese Summe sollte ab 2025 sogar gesteigert werden. Zudem herrsche bei der Finanzierung ein „Buchhaltungsdurcheinander“ was zu einem Vertrauensverlust zwischen den an der Klimakonferenz teilnehmenden Ländern führe. Der Sprecher der Schwellenländer-Gruppierung G 77 könne deswegen auch den OECD-Finanzierungsbericht aus dem Vorlauf des Pariser Klimagipfels 2015 nicht beurteilen. „Wahrheitstreue, Glaubwürdigkeit oder Methodologie“ seien nicht zu erkennen und „die Entwicklungsländer“ seien dazu gar nicht befragt worden, so der Sprecher.

2. Sudan: Al-Bashir verurteilt
Sudans ehemaliger Diktator Omar al-Baschir wurde wegen Geldwäsche und Korruption verurteilt, wie tagesschau.de, die Welt, die Süddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel und Zeit Online berichten. Wegen seines hohen Alters müsse der 75-jährige keine Haftstrafe antreten. Stattdessen müsse er einen zweijährigen Hausarrest verbüßen. Zudem sei sein Vermögen ebenfalls eingezogen worden. Kurz vor seinem Sturz im Frühjahr dieses Jahres habe er 25 Millionen US-Dollar vom saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman erhalten. Hinzu kommen weitere 65 Millionen US-Dollar vom mittlerweile verstorbenen saudi-arabischen König Abdullah bin Abdulaziz. Auf al-Baschir kommen noch weitere Gerichtsverfahren zu, die sich unter anderem mit dem Tod eines Demonstranten beschäftigen sowie mit al-Baschirs Rolle im Putsch 1989, der ihm zur Machtübernahme verhalf. Der Internationale Strafgerichtshof habe ebenfalls einen Haftbefehl für ihn ausgestellt wegen „Kriegsverbrechen und Völkermordes in der Region Dafur“. Das sudanische Militär weigere sich jedoch al-Baschir auszuliefern.

3. Terrorismus im Kongo und im Sahel
In einer Goldmine in der Demokratischen Repunlik Kongo sind bei einem Erdrutsch mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen, wie der Deutschlandfunk, die Deutsche Welle, der Kölner Stadt-Anzeiger und der Standard melden. Dafür verantwortlich seien starke Regenfälle in der nordöstlichen Provinz Haut-Uele. Weil die Region so abgelegen sei, konnten nur zwei Arbeiter aus der Mine gerettet werden. Die Anzahl der Opfer werde vermutlich weiter ansteigen. In dem an Bodenschätzen reichen Land komme es immer wieder zu tödlichen Unfällen in Bergwerken. Zeit Online und die Salzburger Nachrichten berichten zudem über einen Anschlag durch die Terrormiliz Alliierte Demokratische Kräfte (ADF) in Ntombi in der östlichen Region Beni. Mit Macheten haben Kämpfer der Miliz Landwirt*innen angegriffen und 22 Menschen getötet. Nach dem Anschlag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ mit 70 Toten vergangene Woche im Niger hat die Anti-Terror-Allianz G5 Sahel ein außerordentliches Gipfeltreffen angesetzt, wie Welt Online und Stern.de melden. Die Staatsoberhäupter aus Mali, Burkina Faso, Niger, Mauretanien und dem Tschad kommen zu diesem Zweck kommenden Sonntag in der Hauptstadt Nigers, Niamey, zusammen.

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Jahresrückblick 2019 – Die ONE-Team-Edition

16. Dezember 2019 - 17:10

2019 war wirklich viel los. Nicht nur in der Welt, sondern auch bei uns, im Team von ONE. Als ich mich an die Arbeit machte, um einen Jahresrückblick zu schreiben, merkte ich schnell, dass ich mich gar nicht so recht für einzelne Highlights entscheiden konnte. Deshalb habe ich im Team nachgefragt und herausgekommen ist eine bunte Mischung an gemeinsamen Aktionen und Begegnungen. Ich präsentiere hiermit: “Best of 2019” – Unser Jahresrückblick als ONE-Team-Edition.

Superheld*innen für Gleichberechtigung gesichtet

Das ONE Team und Jugendbotschafterin Christina als Superheld*innen vor dem Brandenburger Tor

Mein Highlight 2019 war unsere gemeinsame Superhero-Aktion in Berlin. Verkleidet und mit Schildern ausgerüstet, ließen wir die G7 – Chef*innen von uns hören. Besonders gefreut hat es mich, dass unser Deutschland-Direktor Stephan Exo-Kreischer es in seinem Kostüm ins Fernsehen geschafft hat. Hier erklärt er, warum wir von den G7 mehr Einsatz im Kampf gegen Armut und Sexismus zu fordern.

Scherwin Saedi, Presse 

Auf Lobby-Tour im Europäischen Parlament

ONEs Jugendbotschafter*innen vor dem EU-Parlament in Brüssel

Im Rahmen unserer Kampagne zu den Wahlen des Europäischen Parlaments durfte ich gemeinsam mit Jugendbotschafter*innen nach Brüssel reisen. Eins meiner absoluten Highlights dieses Jahr war der Moment, als nach zwei Tagen harter Lobby-Arbeit in Brüssel endlich die Nachricht kam: Ja, wir haben es geschafft! Die Abgeordneten, die unser ‘ONE Vote’-Versprechen unterzeichnet haben und sich damit dazu bekennen, sich in ihrer Amtszeit für das Ende extremer Armut stark zu machen, bilden die größte Fraktion im Europaparlament – sogar größer als die Europäische Volkspartei (EVP). Das lässt doch hoffen, dass die kommenden Jahre einiges zu erwarten ist aus der europäischen Hauptstadt. 

Sandra Klaft, Kampagnen

Climate March: Wir waren dabei

Das ONE-Team beim Climate March in Berlin

Für mich war der gemeinsame Climate March des ONE Deutschland Teams & Jugendbotschafterin Christina besonders schön. Ich hatte das Gefühl, dass ONE intern erfolgreich einen thematischen Spagat gemeistert hat. Der Klimaschutz mag kein primäres Ziel von ONE sein, überschneidet sich aber in sehr vielen Punkten mit den Dingen, für die wir eintreten – beispielsweise mit dem Kampf gegen Geschlechterungleichheiten und extreme Armut. Denn Frauen, Mädchen und Menschen, die in Armut leben, sind auch von den Folgen des Klimawandels am stärksten betroffen. Ich glaube, genau so ein Zusammendenken globaler Herausforderungen ist wichtig, um sie gemeinsam zu meistern. 

Hannah Lang, Kampagnen

Unsere Botschaft an die G7? Nicht zu übersehen.

Unsere Forderung beim G7-Gipfel in Biarritz.

Mein Highlight?  Als Angela Merkel beim G7-Gipfel in Biarritz endlich den langersehnten Beitrag Deutschlands von 1 Milliarde Euro für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria bekannt gegeben hat. Nach Monaten harter Arbeit ist uns allen ein Stein vom Herzen gefallen, denn jetzt können 16 Millionen mehr Menschenleben gerettet werden. Ein greifbares Ergebnis des G7-Gipfels! Gleichzeitig kommen wir damit globaler Gleichberechtigung näher, denn Frauen und Mädchen sind besonders von den drei Krankheiten betroffen.  

Karoline Lerche, stellvertretende Direktorin

Aktivismus und Allgäuer Festwoche? Passt hervorragend!

Übergabe unserer Petition an Minister Müller

Ich hatte im August eine Petitionsübergabe der besonderen Art: Auf der Allgäuer Festwoche in Kempten habe ich mich mit Entwicklungsminister Müller getroffen, um von ihm mehr Einsatz für den Kampf gegen vermeidbare Krankheiten zu fordern. Zwischen lauter feiernden Menschen in bayerischer Tracht war ich im ONE-T-Shirt unterwegs, um dem Entwicklungsminister eine Petition zu übergeben. Fast 150.000 Menschen fordern Minister Müller und die politisch Verantwortlichen weltweit auf, den Globalen Fonds zu stärken. Beim Treffen bekam ich zunächst Kaffee, Kuchen und einen Hugo, bevor ich Minister Müller mein Anliegen vortragen konnte. Inzwischen wissen wir: Deutschland hat eine Milliarde Euro für die Jahre 2020-2022 zugesagt. Wer weiß, vielleicht hat mein Treffen mit dem Minister einen kleinen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet!

Janice Fuchs, ONE-Jugendbotschafterin

Neustart bei ONE und Daten, Daten, Daten

Mit unserem Gender-Dashboard beobachten wir, wieviel Geld in der Entwicklungszusammenarbeit für die Stärkung von Frauen bereitgestellt wird.

Ich begann Mitte März dieses Jahr, bei ONE zu arbeiten. So für mich, mein Highlight dieses Jahr ist kein bestimmter Moment, sondern die gesamte Erfahrung, die ich bis heute gemacht habe; das ONE Deutschland und grössere ONE-Team kennenzulernen, auch meine Rolle und sicherer dabei zu werden, meine Aufgaben zu erfüllen. Momente, die dazu beigetragen haben, war natürlich unsere G7 Superhero-Aktion, die Arbeit mit unseren nigerianischen Kollegen an einem universellen Gesundheitsprojekt, die Teilnahme an einer Datenkonferenz mit unseren internationalen Kolleg*innen, sowie das Erstellen eine Datenanalyse und Dashboard zur Entwicklungsfinanzierung für Geschlechtergleichheit.

Ebba Henningsson, Daten-Analystin

Vote Your Future – Treffen mit nigerianischem Vizepräsident

Nigerias Vize-Präsident, Professor Yemi Osinbajo, nimmt die Youth Declaration im Namen der nigerianischen Regierung in Empfang.

Im Juli 2019 hatten wir einen besonderen Termin. Im Team aus Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen überreichten wir die von 67.000 Nigerianern unterzeichnete Petition zur Erklärung der Jugend an Nigerias Vizepräsident Yemi Osinbajo. Die Jugenddeklaration bildete den Schwerpunkt der Kampagne “Vote Your Future”, die über 9.000 junge Menschen in sechs geopolitischen Zonen Nigerias an Offline-Veranstaltungen beteiligte. Aufgrund unserer Petition hat sich Vizepräsident Osinbajo verpflichtet, in den nächsten vier Jahren mehr Möglichkeiten für junge Menschen zu schaffen. 

Olalekan Obisesan, Kampagnen, Nigeria

Begegnung mit Aya Chebbi, Youth Envoy der Afrikanischen Union

Aya Chebbi ist nicht nur Co-Herausgeberin des diesjährigen offenen Briefes zum Frauentag. Sie ist auch Jugenddelegierte der Afrikanischen Union.

Manchmal trifft man so inspirierende Personen, dass man danach gleich loslegen und selbst Aktionen starten möchte. So erging es mir bei dem Besuch der pan-afrikanischen Aktivistin Aya Chebbi, Youth Envoy der Afrikanischen Union, im Mai in Berlin. Aya Chebbi ist Co-Autorin des offenen Briefs von ONE über Geschlechtergerechtigkeit. Gleichzeitig setzt sie sich stark für die Belange der jungen Generation ein, in ihrem Heimatland Tunesien und in den von ihr gegründeten pan-afrikanischen Bewegungen. Mich hat vor allem ihre Präsenz und ihr Wissen beeindruckt. Und ich fand es bewundernswert, dass sie sich trotz ihres vollen Terminkalenders die Zeit genommen hat, sich mit uns auszutauschen, unsere Fragen zu beantworten und uns in unserem Engagement zu bekräftigen.

Luisa Kern, ONE-Jugendbotschafterin

Bundestag – here we come

ONE-Jugendbotschafter*innen bereit für den Bundestag

Mein absolutes Highlight dieses Jahr waren unsere Aktionstage zum Bundeshaushalt. Mitte September reisten Jugendbotschafter*innen aus ganz Deutschland nach Berlin und stürmten das Parlament. Sie trafen sich mit Bundestagsabgeordneten und forderten starken Einsatz für Armutsbekämpfung, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung weltweit. Jugendbotschafterin Maxi hat hier aufgeschrieben, was sie an diesen Lobbytagen genau erlebt hat – lest mal rein, es lohnt sich.

Doch während des Aufschreibens ist mir ein Sache wieder ganz bewusst geworden, die viel größer und wichtiger ist, als jeder einzelne Moment: Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir so viele tolle Unterstützer*innen haben. Im gesamten Bundesgebiet gibt es Menschen, die mit uns für eine Welt voller Möglichkeiten kämpfen. Unsere Held*innen im Kampf gegen Ungerechtigkeit weltweit. Mit Infoständen, Twitteraktionen, Politiker*innenbesuche, Mediengesprächen und vielem mehr, tagtäglich im Einsatz. Ihr wisst, wer ihr seid, vielen Dank!

Lisa Ditlmann, Kampagnen

Ich hoffe, euch hat unser Jahresrückblick gefallen. Teilt ihn gern mit euren Lieben. War euer Highlight dabei oder hat euch was gefehlt? Dann lasst uns gerne einen Kommentar da. 

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Die Top 7 Geschenkideen aus dem ONE Deutschland Team  

13. Dezember 2019 - 15:12

Kurz vor knapp und keine Idee für Last-Minute-Geschenke? Keine Sorge. Bevor Panik ausbricht, dachten wir uns, wir teilen einmal die besten – und sehr durchdachten – Geschenkideen aus dem ONE Deutschland – Team. Einige gute Tipps sind dabei zusammengekommen, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Das Beste: Viele von ihnen tun auch etwas Gutes für eine andere Person auf der Welt. Es freut also in vielen Fällen gleich mehrere Menschen auf einmal. Gut, oder?

  1. Für Leseratten

Lisas erster Gedanke war – guter Lesestoff für die Feiertage. Und am besten ein Buch, das einer Stimme aus Afrika Gehör verschafft. Wir denken dabei besonders an afrikanische Autor*innen, die die Literaturszene ordentlich aufmischen. Lisa empfiehlt dazu unseren Blogartikel zu den sieben Büchern, die du unbedingt gelesen haben musst.

Am internationalen Tag des Rechts auf #Wissen müssen wir einfach an großartige afrikanische Autor*innen denken. Bücher sind der Schlüssel zu einer riesigen Welt an Erfahrungen und Wissen, das wir teilen können. ???? Gerade deshalb ist #Bildung so essentiell. https://t.co/rDgCsFEplx pic.twitter.com/vxFQi1tY6I

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) September 28, 2019

  1. Bring Licht ins Dunkel

Die Empfehlung für dieses originelle und nachhaltige Geschenk aus Südafrika kommt von Sandra. Das Sonnenglas besticht nicht nur durch seinen grünen Fußabdruck – es ist auch wirklich sehr praktisch. Wir denken an Picknicks, Spaziergänge oder Treffen mit Freunden und Freundinnen, zu denen dieses tragbare Licht nicht fehlen darf. Ein rundum nützliches Geschenk mit einem sehr guten Motto: Die Welt besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben.

Handmade with love in South Africa, but enjoyed by people all over the world ????
Did you know Sonnenglas is a fair-trade lantern made with 100% recycled material? pic.twitter.com/1jGmPAB44f

— Sonnenglas (@sonnenglas) March 6, 2018

  1. Menstruation Matters – auch an Weihnachten

Eine verschenkte Menstruationstasse von Ruby Cup bedeutete automatisch eine kostenlose Menstruationstasse für ein Mädchen oder eine Frau in einem afrikanischen Land. Hannah findet das Prinzip so gut, da mit diesem Geschenk zu Weihnachten besonders effektiv geteilt werden kann. Das Beste daran ist ihrer Meinung nach, dass jede geschenkte Menstruationstasse mit aktiver Bildungsarbeit zur Periode vor Ort in Afrika verbunden ist. Das heißt, dieses Geschenk bricht sogar zusätzlich noch mit Tabus und schafft Aufmerksamkeit für wichtige gesundheitliche Themen.

Make a gift for your friend, the environment and another fellow menstruator in the world ????If you're thinking of getting a Ruby Cup as a present for somebody special, place your order really soon to make sure it arrives on time ????⁠⏰ https://t.co/0CDsSYMZSt #giftsthatgiveback pic.twitter.com/X0VxtK9VFh

— Ruby Cup (@RubyCup) December 5, 2019

  1. Köstlichkeiten aus Ghana

Als kleine Aufmerksamkeit aus fairer und lokaler Herstellung in Ghana eignen sich die leckeren Schokoladensorten von fairafric perfekt, findet Sandra. Was Made in Africa in Punkto Schokolade für Vorteile und positive Effekte mit sich bringt? Das lest ihr auf fairafrics Website.

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Wir laden euch ganz herzlich ein zu der Weltpremiere unseres ersten Kinofilms:

DECOLONIZE CHOCOLATE – Wie ein Start-Up die Schokoladenwelt revolutioniert

Holt euch jetzt euer kostenloses Ticket:https://t.co/Bd3tVyuJBU#decolonizechocolate #fairafric
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— fairafric (@fairafric) September 18, 2019

  1. Share your groceries

… ein super Vorsatz fürs Verschenken, findet Karoline. Die Lebensmittelmarke share hat ein simples, aber visionäres Motto: „Teilen für eine bessere Welt.“ Nicht nur Lebensmittel wie Nüsse, Müsliriegel oder Schokoladen von share können zu Weihnachten verschenkt werden. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe an sozialen und nachhaltigen Pflegeprodukten. Da ist für jede*n was dabei.

  1. EinZiegartige Geschenke

Genauso begeistert war Karoline von der Möglichkeit, mit OxfamUnverpackt denjenigen Geschenke zu schicken, die es tatsächlich und am dringendsten brauchen. Von Ziege, Schaf und Schwein bis zur Einrichtung eines Klassenzimmers oder dem Bau eines Brunnens – Geschenke, die für viele Menschen, die in extremer Armut leben, echten positiven Wandel bedeuten. Geschenke, die nachhaltig einen Unterschied machen und die man nicht einmal einpacken muss. Da war das ganze ONE Deutschland Team beeindruckt.

???? Verschenkt mit OxfamUnverpackt Ziegen statt Zeug für einZiegartige Weihnachten ???????? und tut Gutes für Menschen, die in Armut leben ▶ https://t.co/aUJTFnKF8A #Nikolaus pic.twitter.com/NqkxuFtmum

— Oxfam Deutschland (@Oxfam_DE) December 6, 2019

  1. „Choose Love – Help Refugees“

Ein T-Shirt-Kauf kommt anderen Menschen zu Gute – und macht damit mehr als nur eine beschenkte Person glücklich. Eine Initiative, die gegen Hass und Spaltungen in der Gesellschaft vorgehen möchte. „Choose Love“ und baue Brücken statt Mauern.

Die Ideen mit Mehrwert aus dem ONE Deutschland – Team sind etwas für große und kleine Budgets. Und ganz nebenbei besinnt man sich vielleicht auf einen zentralen Grundsatz des Weihnachtsfests: das Teilen. Habt ihr andere tolle Ideen zum Verschenken? Dann teilt sie gern mit uns und lasst einen Kommentar da.

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13. Dezember 2019

13. Dezember 2019 - 13:20

1. Frankreich verschiebt Sahel-Gipfel
Mehrere Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau und die Sächsische Zeitung thematisieren auch heute die Angriffe auf ein Militärcamp in Niger, bei dem 71 Soldat*innen und 57 Angreifer getötet wurden. Als Reaktion auf den Anschlag habe Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seinem nigrischen Amtskollegen seine Unterstützung zugesagt. Zudem habe er einen für kommenden Montag geplanten Anti-Terror-Gipfel mit den Sahel-G5-Staaten Niger, Mali, Tschad, Mauretanien und Burkina Faso auf Januar 2020 verschoben. Dieser habe er auf Reaktion auf den Tod von 13 franzsösichen Soldat*innen bei einen Einsatz in Mali einberufen. Derzeit seien rund 4.500 französische Soldat*innen in der Sahelzone im Einsatz.

2. Südsudan: Hungersnot durch Wetterextreme
Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, ruft die Welternährungsorganisation (WFP) zu einem Spendenaufruf für Südsudan auf. Schwere Überschwemmungen haben dazu geführt, dass das politisch ohnehin instabile Land am „Rand des Abgrunds“ stehe. Anfang 2020 werde es dort 5,5 Millionen Menschen geben, die an Hunger leiden. Das Hochwasser sei direkt auf eine Dürre gefolgt. Die letzte Hungerkatastrophe, die das Land erlebt habe, liege erst zwei Jahre zurück.

 3. KfW behält Vorstand
Die Süddeutsche Zeitung und die Börsen-Zeitung melden, dass Joachim Nagel, Vorstandsmitglied der Kredit- und Förderbank KfW, sein Amt bis 2025 verlängert. Darauf haben sich Finanzminister und KfW-Verwaltungschef Olaf Scholz sowie Wirtschaftsminister und sein KfW-Stellvertreter, Peter Altmaier, geeinigt. Nagel bleibe damit „einer der wichtigsten deutschen Entwicklungshelfer“. Er wache derzeit über die Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

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12. Dezember 2019

12. Dezember 2019 - 15:34

1. Terror in der Sahelzone
Im westafrikanischen Niger sind 71 Soldat*innen bei einem mutmaßlich extremistisch motivierten Angriff auf ein Militärcamp ums Leben gekommen, wie tagesschau.de, Spiegel Online, die Deutsche Welle, Zeit Online, die Frankfurter Rundschau, der Focus, der Standard und die Salzburger Nachrichten berichten. Die Besatzung des Stützpunktes habe sich auf abendliche Gebete vorbereitet, als der Angriff erfolgte. Laut der nigrischen Regierung sei dies der Angriff mit den meisten Opfern in diesem Jahr gewesen. Im Juli sei das Camp schon einmal Ziel eines islamistischen Anschlags gewesen. Damals seien 18 Menschen gestorben. Mehrere islamistische Terrorgruppen seien in der Sahelzone aktiv und haben sich zum Teil mit Al-Qaida oder dem selbst ernannten ‚Islamischen Staat‘ solidarisiert. Im südlich gelegeneren westafrikanische Kamerun seien nach Recherchen von Amnesty International in diesem Jahr bereits 275 Menschen durch die Terrormiliz Boko Haram getötet worden, wie der Deutschlandfunk und evangelisch.de melden. Deutschland sei am Kampf gegen den Terrorismus in der Sahelzone mit insgesamt rund 1.100 Soldat*innen beteiligt, die sich auf die UN-Blauhelmmission Minusma und die europäische Ausbildungsmission EUTM aufteilen. Der Präsenz von europäischem Militär solle mit der von Frankreich initiierten Mission ‚Tacouba‘ im kommenden Jahr noch ausgeweitet werden.

2. Kommt das Lieferkettengesetz?
Arbeitsminister Hubertus Heil und Entwicklungsminister Gerd Müller wollen im nächsten Jahr ein Lieferkettengesetz in die Wege leiten, wie der Deutschlandfunk, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (taz), die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit und Spiegel Online melden. Die beiden Minister verweisen auf eine Umfrage der Bundesregierung, die offenlegt, dass 80 Prozent aller teilnehmenden Unternehmen sich nicht ausreichend um die Einhaltung menschenrechtlicher Standards ihrer ausländischen Produktion oder Zulieferung bemühen. Ob das Lieferkettengesetzes tatsächlich kommt, hänge auch von einer zweiten erneuten Umfrage im kommenden Jahr ab. Werde keine ausreichende Verbesserung festgestellt, werde der Gesetzgebungsprozess eingeleitet. Die Initiative von Müller und Heil gehe zurück auf den ‚Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte‘, der 2016 verabschiedet wurde. Unterstützung für die Initiative zum Lieferkettengesetz gebe es von mehreren Bundestagsabgeordneten sowie der Entwicklungsorganisation Brot für die Welt. Heil fordere von Unternehmen „das Menschenmögliche“ zu machen, um geeignete Maßnahmen für die Einhaltung der Menschenrechte in ihren Produktionsketten zu implementieren. Die Zeit beruft sich auf „Recherche von Sozialverbänden wie Misereor, Brot für die Welt und das Global Policy Forum“, die nahelegen, dass Wirtschaftsverbände versuchen, das Verfahren bis zur nächsten Bundestagswahl hinauszuzögern. Doch mittlerweile haben sich sogar große deutsche Konzerne der Lieferketten-Initiative angeschlossen, wie auch die Tageszeitung (taz) berichtete. In anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Norwegen, Finnland und Dänemark gebe es bereits ähnliche Initiativen.

3. Trolle wüten in Afrika
In der Tageszeitung (taz) thematisiert Paul Ostwald eine Studie der Universität Stanford, die Ruslands Verwicklung in digitale Desinformationskampagnen in Afrika untersucht hat. Der Bericht habe Websites untersucht, die als Nachrichtenseiten getarnt Desinformationen verbreiten und „politisch Stimmung“ machen. Einer dieser Seiten, Radio Africa, habe Verbindungen zu Jewgeni Prigoschin, russischer Oligarch und Vertrauter Putins, der auch verdächtigt werde, die US-Präsidentschaftswahlen 2016 mittels Desinformationen und Internettrollen manipuliert zu haben. In Afrika seien Online-Kampagnen kostengünstig und effektiv, die Datenschutzbestimmungen niedrig und es fehle eine öffentliche Debatte über diese Themen. Dies hänge auch damit zusammen, dass große Technologiekonzerne Afrika kaum Priorität einraumen. Facebook und Twitter führen kein einziges Büro auf dem gesamten Kontinent.

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11. Dezember 2019

11. Dezember 2019 - 12:57

1. Weniger Teenager-Schwangerschaften
Caroline Wiemann thematisiert auf Spiegel Online die Ursachen und Folgen von Schwangerschaften bei jungen Frauen weltweit. Global betrachtet gebe es einen sinkenden Trend. Allerdings seien Schwangerschaften junger Frauen weltweit ungleich verteilt. Während in der EU eine von hundert Unter-20-jährigen schwanger werde, ist es in Niger eine von sechs. Dort sei die Geburtenrate entsprechend am höchsten in der Welt. Eine frühe Schwangerschaft schränke Mädchen und junge Frauen in ihrer „persönlichen und sozialen Entwicklung ein“, verschlechtere ihre wirtschaftliche Situation und berge die Gefahr von gesundheitlichen Komplikationen. Ein wesentlicher Faktor sei hier auch die Verheiratung von Minderjährigen. In vielen afrikanischen Ländern seien Mädchen oft mit gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert, früh sexuell aktiv zu sein und viele Kinder zu gebären. Insbesondere Sexualaufklärung sowie ein besserer Zugang zu Verhütungsmitteln könne die Lage von Mädchen und jungen Frauen deutlich verbessern.

2. Stromkrise in Südafrika
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung thematisiert Claudia Bröll die sich zuspitzende Energiekrise in Südafrika. Der staatliche Energieversorger Eskom habe die nationale Stromversorgung stark drosseln müssen. In der Folge werde landesweit die die Stromzufuhr für zweieinhalb Stunden ausgesetzt. Die lückenhafte Energieversorgung habe verheerende Folgen für die Wirtschaft, insbesondere für energieintensive Branchen wie den Bergbau. Der südafrikanische Ökonom Iraj Abedian erwartet bereits eine wirtschaftliche Rezession. Weil Eskom in staatlicher Hand und mit 27 Milliarden Euro hoch verschuldet sei, werden Forderungen laut den Energiemarkt zu liberalisieren. Die Infrastruktur der Energieversorgung sei veraltet und fast gänzlich von Kohle abhängig. Viele Kraftwerke seien zudem noch aus den 1960- und -70er Jahren. Die Folgen gehen jedoch über die Wirtschaftsleistung hinaus. Ganze Staddteile in Johannesburg und Pretoria leiden unter Stromausfällen, die Pumpsysteme der Wasserversorgung könnten nicht richtig arbeiten und Tourist*innen stecken auf dem Tafelberg fest, weil die Seilbahn nicht fahre.

3. Tote bei Zyklon auf Madagaskar
Der Zyklons ‚Belna‘ hat auf Madagaskar schwere Schäden verursacht, wie zdf.de, die Welt, Zeit Online, der Weser Kurier, die Volkstimme und die Neue Württembergische Zeitung melden. Der Wirbelsturm sei am Montag auf den Nordwesten des Inselstaats vor der Südostküste Afrikas getroffen, mittlerweile aber zu einem Sturm abgeflaut. In der Stadt Soalala seien Windböen von bis zu 130 Stundenkilometern gemessen worden. ‚Belna‘ habe Starkregen und hohe Wellen verursacht. Zudem bestehe in einigen Gebieten Überschwemmungsgefahr. Als direkte Sturmfolge haben 1.500 Menschen ihr Zuhause verloren. Neun Menschen seien ums Leben gekommen, mindestens drei werden immer noch vermisst. Tropische Wirbelstürme seien in der Region keine Seltenheit, ihre Saison beginne natürlicherweise allerdings später als zum jetzigen Zeitpunkt.

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10. Dezember 2019

10. Dezember 2019 - 13:29

1. Äthiopiens Premier erhält Friedensnobelpreis
Heute erhält Abiy Ahmed, Premierminister Äthiopiens, den Friedensnobelpreis, wie viele Medien darunter zdf.de, tagesschau.de, die Welt, die Süddeutsche Zeitung, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, Zeit Online, die Tageszeitung (taz), Spiegel Online, die Frankfurter Rundschau, die Badische Zeitung, die Berliner Morgenpost und der Standard berichten. Ausgezeichnet werde er für den von ihm initiierten Friedensprozess mit dem Nachbarland Eritrea sowie seinen „Reformwillen“. Der seit April 2018 amtierende Abiy habe den lange schwelenden Konflikt mit Eritrea befriedet. Sein Wirken fördere Stabilität und Frieden in Äthiopien und der gesamten Region. So habe Abiy beispielsweise zwischen Eritrea und Dschibuti, Kenia und Somalia vermittelt sowie im innenpolitischen Streit im Sudan. Allerdings sei die Entscheidung des Nobel-Instituts nicht unumstritten. Abiy sei kein politisch unbeschriebenes Blatt. Er sei selbst während der Militärdiktatur als Direktor des Geheimdienstes tätig gewesen. Mittlerweile habe der Reformer mit innenpolitischen Machtkämpfen und Gewaltausbrüchen zu kämpfen, nachdem er politische Gegner freigelassen und rehabilitiert habe. Hinzu komme, dass der Vielvölkerstaat an den Autonomiebestrebungen verschiedener ethnischer Gruppierungen auseinanderzureißen drohe. Reiss-Andersen vom Nobel-Institut begründet ihre Entscheidung damit, dass Ahmed für seine Bemühungen „Unterstützung und Ermutigung“ verdiene.

2. Deutschland unterstützt Sahelzone
Deutschland wird zusätzlich 42 Millionen Euro für die Sahelzone zur Verfügung stellen wie unter anderem die Saarbrücker Zeitung, die Bremer Nachrichten, die Neue Presse, die Westdeutsche Zeitung, der Weser-Kurier und die Oberhessische Presse melden. Dies habe am Montag Außenminister Heiko Maaß beim Treffen der EU-Außenminister*innen in Brüssel bekannt gegeben. Das Geld werde in den EU-Treuhandfonds für Afrika fließen und werde insbesondere für die „Stabilisierung von Gemeinden“ in der Sahelzone aufgewendet, die von Terrorismus und Armut geprägt sei. Die zusätzliche Investition sein auf die französische Sicherheitsinitiative den G5-Sahelstaaten Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad abgestimmt. Dieses Vorgehen korrespondiere mit Aussagen des neuen EU-Außenbeauftragten. Anlässlich des EU-Außenminister*innetreffens habe der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell  für eine „offensivere Politik“ geworben, wie unter anderem zdf.de, die Süddeutsche Zeitung und das Handelsblatt melden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung fügt hinzu, dass Borrell Afrika zur „zentralen Priorität“ erklärt hat. Die von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angekündigte „Partnerschaft unter Gleichen“ mit Afrika fokussiere explizit keine Migrationsfragen, sondern insbesondere Investitionen und Unterstützung bei Auswirkungen der Erderwärmung.

3. 500 Millionen für das Klima
Viele Medien thematisieren die Weltklimakonferenz in Madrid darunter tagesschau.de, zdf.de, die Deutsche Welle, der SWR, der MDR, die Welt, die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, t-online.de, der Merkur und Bild. Dort haben Klimaaktivist*innen dazu aufgerufen, den Menschen mehr zuzuhören, die bereits jetzt unter den Folgen des Klimawandels leiden. Die Länder, die die Folgen der Erderwärmung am stärksten zu spüren bekommen, haben am wenigsten zu den Treibhausgas-Emissionen beigetragen, mahnen die Aktivist*innen an. Nakabuye Hilda Flavia aus Uganda kritisierte in diesem Zusammenhang die Tatenlosigkeit wohlhabender Industrienationen. Entwicklungsminister Gerd Müller sagte zusätzliche Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro für den Kampf gegen Klimafolgen zu.

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09. Dezember 2019

9. Dezember 2019 - 11:34

1. Von der Leyen in Afrika
Eine Vielzahl von Medien berichten über die erste Afrika-Reise der neuen Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, darunter Tagesschau.de, Deutschlandfunk, Deutsche Welle, die Süddeutsche Zeitung, Bild am Sonntag, die Welt, Tagesspiegel, Spiegel Online und die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Von der Leyen habe sich mit dem amtierenden Präsidenten der Afrikanischen Union (AU), Moussa Faki Mahamat, in der äthiopischen Hauptstadt und dem Sitz der AU Addis Abeba getroffen. Von der Leyen habe “keinen grandiosen Plan für Afrika” und wolle in erster Linie zuhören. Zudem wolle sie beim Thema Klimaschutz enger zusammenarbeiten.  Zu Ihrem Besuch gehörten auch Treffen mit dem äthiopischen Premierminister und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed sowie der äthiopischen Präsidentin Sahle-Work Zewde. Von der Leyen möchte mit ihrem eintägigen Besuch am Ende ihrer ersten Woche im Amt eine „starke politische Botschaft setzen“ und strebe mit Afrika „eine Partnerschaft auf Augenhöhe an“. Im Frühling kommenden Jahres wolle die EU ihre neue Afrika-Strategie präsentieren. Für den Herbst sei dann ein gemeinsamer EU-AU-Gipfel in Brüssel geplant.

2. Krise in Simbabwe
Auf Spiegel Online thematisiert Anne Backhaus die tiefe wirtschafts- und sozialpolitische Krise in Simbabwe, die durch die Folgen des Klimawandels noch verstärkt werden. 2017 habe das Militär den ehemaligen Diktator Robert Mugabe nach 37 Jahre im Amt abgesetzt. Sein Nachfolger Emmerson Mnangagwa habe das Land seitdem allerdings „vollends in den Ruin getrieben“. Misswirtschaft und Korruption haben zu einer andauernden Hyperinflation geführt, in der ständig Preise und Steuern erhöht werden und der Simbabwe-Dollar stetig an Wert verliere. 60 Prozent der 14 Millionen Einwohner leiden unter Nahrungsmittelengpässen, welche sich durch die andauernde Dürre im Land nur verschlimmern. Die Menschen halten sich über WhatsApp-Gruppen auf dem Laufenden, wo es gerade Wasser oder günstig Benzin gibt. Eine grundlegende medizinische Versorgung könne nicht mehr gewährleistet werden. Es gabe kaum noch Medikamente sowie „Bandagen, Spritzen oder Operations-Handschuhe“. Die nationale Ärzt*innenvereinigung, von denen Hunderte wegen eines Streiks entlassen wurden, spreche von einem „stillen Genozid“ an der eigenen Bevölkerung. Jegliche Kritik am Regime sowie öffentlicher Protest werde unterdrückt. Sechs Oppositionelle und Aktivist*innen seien zuletzt nach einer Demonstration im August entführt, gefoltert und getötet worden. Menschenrechtsorganisationen, die EU und die USA verurteilen die Gewalt und fordern Aufklärung.

3. 4 Länder – 4 Aussichten
Martina Schwikowski nimmt in der Deutschen Welle die politische Leistung von vier afrikanischen Staats- und Regierungschefs in den Blick, die als Hoffnungsträger ihr Amt antraten. João Lourenço, seit 2017 Präsident von Angola, habe sich die Stabilisierung der nationalen Wirtschaft zum Ziel gesetzt. Allerdings befinde sich das Land trotz reicher Ölvorkommen weiterhin in einer Rezession. Auch wenn Lourenço sich effektiv gegen korrupte Strukturen einsetze, plane er keine demokratischen Reformen. Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed habe für seinen Entspannungskurs mit dem Nachbarland Eritrea den Friedensnobelpreis erhalten. Innenpolitisch herschen in dem Land allerdings aufgrund von Autonomiebestrebungen verschiedener ethnischer Gruppen Spannungen. Über Ahmeds Zukunft werden insbesondere die Parlamentswahlen 2020 entscheiden. Südafrika habe große Hoffnungen in Cyril Ramaphosa gesetzt, der 2018 den in Korruption verstrickten Jacob Zuma als Präsident ablöste. Obwohl Ramaphosa die meisten ehemaligen Kabinettsmitglieder für seine neue Regierung im Amt belassen habe, bleibe der Optimismus, dass der neue Präsident einen wirtschaftlichen Aufschwung Südafrikas bewirken kann. Obwohl in Simbabwe der ehemalige Diktator Robert Mugabe 2017 abgesetzt worden sei, gebe es nach zwei Jahren Misswirtschaft unter Staatschef Emmerson Mnangagwa wenig Hoffnung auf einen Wandel.

 

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06. Dezember 2019

6. Dezember 2019 - 16:27

1. Todesfälle durch Masern weltweit gestiegen
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC sind circa 9,8 Millionen Menschen im vergangenen Jahr an Masern erkrankt. Mehr als 140.000 seien daran gestorben, wie tagesschau.de, zdf.de, die Welt, die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, n-tv.de, der Focus und die Stuttgarter Zeitung melden. Hiermit sei die Anzahl der Todesfälle um 16.000 und die Ansteckungsrate um 2,2 Millionen Menschen gestiegen. Hinzukomme eine große Dunkelziffer, da aufgrund fehlender Meldepflichten nur ein Bruchteil der Masernfälle bekannt werde. Insbesondere Länder wie die Demokratische Republik Kongo, die Ukraine, Liberia, Madagaskar und Somalia seien von heftigen Ausbrüchen betroffen. Die Gründe liegen in geschwächten Gesundheitssystemen. Neue Krankheitsfälle werden unzureichend überwacht und geprüft. Zu fehlenden Impfungen kämen problematische Sicherheitslagen und Konflikte hinzu. Auch Länder, die bisher als masernfrei galten, verzeichnen steigende Erkrankungsraten, wie z.B. die USA. In Deutschland schwanken die Krankheitsfälle zwischen 165 und 2.465 Personen im Jahr. Eine Impfpflicht für KiTas und Schulen soll eine bessere präventive Versorgung sicherstellen.

2. Mali: Macron fordert mehr Unterstützung
Nachdem vor zwei Wochen 13 französische Soldat*innen bei einer Militäroperation in Mali verunglückten, stellt Frankreichs Präsident Macron Konsequenzen für den gesamten französischen Einsatz in Mali in Aussicht, wie die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichten. Macron habe während des NATO-Gipfels in London die Staatschefs der G5 Sahel-Staaten (Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad) zu einem eigenen Gipfeltreffen eingeladen. Er forderte sie auf sich zur militärischen Hilfe Frankreichs und der EU zu bekennen. Macron betone, dass Frankreich mit dem Einsatz keine „neokolonialen“, „imperialistischen“ oder wirtschaftlichen Interesse verfolge. Er kritisiere vermeintlich wachsende anti-französische Ressentiments in diesen Ländern und fordere mehr Unterstützung und Solidarität von Verbündeten. Da sich die Sicherheitslage in der Sahelzone zunehmend verschlechtere, wäre ein Truppenabzug nicht im Interesse der Beteiligten. Im Januar soll in der Sahelzone eine neue europäische Mission, genannt ‚Tacouba‘, gestartet werden. Belgien und Tschechien haben bereits ihre militärische Unterstützung zugesagt. Frankreich habe ebenfalls rund 500 deutsche Spezialeinheiten angefragt.

3. Migrant*innen vor Mauretanien ertrunken
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind am Mittwoch mindestens 58 Menschen vor der Küste Mauretaniens ertrunken, wie eine Vielzahl von Medien melden, darunter tagesschau.de, zdf.de, die Deutsche Welle, die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel Online, die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, die Tageszeitung (taz), t-online.de, die Rheinische Post und evangelisch.de. Das Boot habe am 27. November mit rund 150 Insassen in Gambia abgelegt. Davon haben sich circa 83 Personen nach der Havarie an die nördliche mauretanische Küste retten können. Die Fluchtroute über die Kanarischen Inseln sei nur gering frequentiert, weil sie sehr lang und somit gefährlich ist. Seitdem der ehemalige Innenminister Matteo Salvini versucht habe, das Mittelmeer als Fluchtroute zu blockieren, wachse die Anzahl der ankommenden Migrant*innen auf den Kanaren. Allerdings versuche Spanien bereits seit vielen Jahren, diese Fluchtmöglichkeit abzuriegeln, z.B. mit der Sperrung von Ceuta und Melilla 2005. Der spanische Grenzschutz patrouilliere durch die Küstengewässer Senegals und werde seit 2006 durch die europäische Grenzschutzorganisation Frontex unterstützt. Boote werden aufgehalten, zurückgeschickt, Migrant*innen in Lagern jahrelang festgehalten oder durch die Wüste zurück in die Sahelzone gebracht. Ohne die Möglichkeit einen Asylantrag zu stellen, stelle dies einen Rechtsverstoß dar, so die taz.

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04. Dezember 2019

4. Dezember 2019 - 15:38

1. Kampf gegen Malaria geht weiter

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die weltweite Zahl der Malaria-Fälle im vergangenen Jahr zurückgegangen, obwohl der Kampf gegen die Infektionskrankheit in den stark betroffenen Gebieten weiterhin herausfordernd ist, wie die Deutsche Welle, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die ÄrzteZeitung und die Stuttgarter Nachrichten melden. Das ursprüngliche Ziel, die Anzahl der Malaria-Fälle bis 2020 im Vergleich zu 2015 um 40 Prozent zu senken, könne nicht erreicht werden. Im vergangenen Jahr seien 408.000 Menschen an der Infektionskrankheit gestorben, wobei afrikanische Länder wie Burundi, die Demokratische Republik Kongo und Nigeria am stärksten betroffen seien. Es gebe allerdings auch Erfolge. So seien Paraguay, Usbekistan, Algerien und Argentinien mittlerweile frei von Malaria. Länder wie China, Iran, Malaysia und Uganda haben ebenfalls Fortschritte gemacht. Ein Stich der Anopheles-Mücke kann die Malaria-Erreger, sogenannte Plasmodien, in die menschliche Blutbahn übertragen. Die Krankheit verursacht Fieber, Blutarmut und neurologische Probleme und kann ohne Behandlung zum Tod führen.

2. Klimawandel und Konflikte: Rekordzahlen an Hilfsbedürftigen

Nachdem die Nichtregierungsorganisationen Save the Children und Oxfam kürzlich Berichte über die Folgen des Klimawandels für den Menschen veröffentlicht haben, stellt das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) ihren Bericht ‚Global Humanitarian Overview‘ vor, wie tagesschau.de, die Welt, Spiegel Online, Zeit Online und t-online.de melden. Im Jahr 2020 werde die wachsende Anzahl an Krisen und Konflikten mehr Menschen denn je in humanitäre Not bringen. Fast 168 Millionen Menschen werden weltweit humanitäre Hilfe und Schutz benötigen. Die Anzahl getöteter oder verstümmelter Kinder sei auf einem Höchststand, tödliche Angriffe auf helfendes oder medizinisches Personal nahmen ebenfalls stark zu. Die größte Krise mit 24 Millionen notleidenden Menschen fände im Jemen statt, dies sei die „schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt“, so UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Die weltweite Lage werde sich noch verschlimmern, wenn nicht ebenfalls die Folgen des Klimawandels und die Ursache von Konflikten eingedämmt werden.

3. Nobelpreis für ‚Gandhi der Westsahara‘

Anna Reuß thematisiert in der Süddeutschen Zeitung die Arbeit der Friedensaktivistin Aminatou Haidar, die den Alternativen Nobelpreis 2019 erhält. Haidar setze sich für den Friedensprozess in der Westsahara ein. Sie gehöre den Sahrauis an, einer maurischen ethnischen Minderheit von ungefähr 600.000 Menschen im Nordwesten Afrikas, die auch in Algerien, Marokko, Mauretanien und teilweise in Spanien leben. Nachdem Spanien seine Okkupation der Westsahara 1975 beendete, annektierte Marokko den größten Teil des Gebiets. Bis heute gibt es Unruhen in den marokkanischen Gebieten der Westsahara sowie einen anhaltenden Streit über den Rechtsstatus des Gebiets. Haidar begann ihren gewaltlosen Widerstand gegen die Unterdrückung der Sahrauis als Teenagerin und werde mittlerweile „Gandhi der Westsahara“ genannt. Die heute 53-Jährige ist selbst Überlebende von „Folter, Einzelhaft und versuchter Vergewaltigung“, erhalte immer noch Morddrohungen, doch lasse sich von ihrem Einsatz nicht abbringen.

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Unsere Top 5 guten Nachrichten der letzten Wochen

3. Dezember 2019 - 17:12

Wenn die Tage kälter und kürzer werden, ist ein Fokus auf gute Neuigkeiten umso wichtiger. Vergangenen Monat gab es zahlreiche Momente, Events und Aktionen, bei denen uns richtig warm ums Herz wurde. Deshalb haben wir unsere persönlichen Top 5 Good News für euch ausgewählt. Denn es macht natürlich Spaß, gute Nachrichten zu erfahren – noch viel schöner ist es aber, sie mit anderen zu teilen. Viel Spaß beim Lesen!

 

‘ONE Vote’-Unterzeichner*innen werden durch den Einsatz der ONE-Jugendbotschafter*innen in Brüssel größte Fraktion im EU-Parlament

Die ‘ONE Vote’-Kampagne ist seit Februar in vollem Gange – und erlebte einen großen Höhepunkt während der Lobbytage in Brüssel. Europäische ONE-Jugendbotschafter*innen erreichten Unglaubliches: Die Zahl der Mitglieder des Europäischen Parlaments, die das ‘ONE Vote’-Versprechen unterzeichnet haben, stieg auf 204 an. Damit bilden sie die größte Fraktion im EU-Parlament! Dank des phänomenalen Einsatzes der #ONEYouth19 haben so viele Abgeordnete zugesichert, sich gegen extreme Armut und für Entwicklungszusammenarbeit stark zu machen. 

ONE-Mitgründer Jamie Drummond gewinnt den ‘World Without Aids Award’

Die bedeutende Auszeichnung der Deutschen Aids-Stiftung ging dieses Jahr an ONE-Mitgründer Jamie Drummond. Am 02.11. wurde er im Rahmen der alljährlichen Operngala für seinen jahrzehntelangen Einsatz gegen HIV/Aids ausgezeichnet. Eine große Ehre und tolle Sache, so großes Engagement gewürdigt zu sehen. ONE Deutschland hat sich natürlich riesig über diesen wohlverdienten Preis mitgefreut!

ONE-Direktor in Deutschland Stephan Exo-Kreischer @BueroBerlin mit “World Without Aids Award” Preisträger und Mitgründer von ONE, @DrumJamie, und @roxanephilson. Herzlichen Glückwunsch, Jamie! Und danke für deinen starken Einsatz gegen #Aids. #DeutscheAidsStiftung #AIDSGala pic.twitter.com/IqirtVExUE

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) November 2, 2019

Deutschland erhöht Etat für Entwicklungsgelder

Bei der Bereinigungssitzung am 14.11.2019 beschloss der Haushaltsausschuss unter anderem das Entwicklungsbudget für 2020. Jugendbotschafter*innen in Deutschland starteten deshalb im Vorfeld eine Aktion auf Twitter und Facebook, um Mitglieder des Ausschusses zu starkem Einsatz für Entwicklungszusammenarbeit aufzufordern – mit Erfolg! So erhielt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 6% mehr Finanzierung, als im Vorjahr. Nur mit der richtigen finanziellen Unterstützung können die großen Herausforderungen unserer Zeit angegangen werden! Eine starke Förderung von Bereichen wie Bildung ist daher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir sagen: Gut so, liebe Politik und als Nächstes bitte das 0,7% Ziel anvisieren! 

Die #Bereinigungssitzung zum #Bundeshaushalt2020 steht bevor – wir geben Ihnen @SteffenSonja Rückenwind, wünschen viel Erfolg bei den Verhandlungen & hoffen, dass Sie weiterhin für #Entwicklungszusammenarbeit mit #ONEYouth19 an einem Strang ziehen. Ihr Einsatz zählt! #endpoverty pic.twitter.com/2avhegQTsK

— Anne (@Anne17667050) November 12, 2019

Eilmeldung: Polio Typ 3 ist ausgerottet

Eine gute Nachricht, die zwar bereits im Oktober in den Medien kursierte, uns aber immer noch begeistert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte Polio Typ 3 offiziell für ausgelöscht. Ein wirklich großer Schritt im Kampf gegen Infektionskrankheiten! 

Endlich: Ein wirksamer Impfstoff gegen Ebola

‘Ervebo’ – ein Name, der sicher vielen unbekannt ist, in Zukunft aber Tausende von Menschenleben retten wird. Es ist der Name des ersten nachweislich wirksamen und von der WHO geprüften Impfstoffs gegen Ebola. Eine großartige Neuigkeit, denn diese Impfung kann nun sowohl Menschen in gefährdeten Ländern immunisieren, als auch Gesundheitspersonal dabei unterstützen, Krankheitsausbrüche besser unter Kontrolle zu bekommen. Mit Unterstützung von Organisationen, wie der Impf-Allianz Gavi wird Ervebo sicherlich einen großen Teil dazu beitragen, Ebola zu beenden. 

Gute Nachrichten zu hören, macht richtig Spaß, oder? Wenn ihr keine positiven Neuigkeiten mehr verpassen wollt, könnt ihr gern bei ONE Deutschlands Facebook- und Twitter-Account vorbeischauen. Viel zu oft beschäftigen wir uns den ganzen Tag lang mit schlechten Nachrichten – lasst uns das gemeinsam ändern!

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3. Dezember 2019

3. Dezember 2019 - 11:43

1. Hunger durch Klimakrise
Nachdem die Entwicklungsorganisation Oxfam gestern einen Bericht zu Klimageflüchten vorgestellt hatte, mahnt die Nichtregierungsorganisation Save the Children heute an, dass dieses Jahr in Afrika mindestens 1.200 Menschen aufgrund von Wetterextremen ums Leben gekommen sind. Dies melden unter anderem die Welt, die Berliner Zeitung, T-Online.de und der österreichische Standard. Durch die Klimakrise drohe zudem 33 Millionen Menschen eine prekäre Ernährungslage, die Hälfte von ihnen Kinder. Daher fordere die Organisation von der Politik bei der derzeit stattfindenden Weltklimakonferenz in Madrid „starke Entscheidungen“, die die Auswirkungen des globalen Klimawandels verringern.

2. Deutschland: Mehr Einsatz für fairen Handel?
Deutschland will sich stärker für faire Lieferketten und Produktion im Ausland einsetzen, wie unter anderem Tagesschau.de, ZDF.de, Focus Online und die Deutsche Welle melden. Auf ihrer Äthiopienreise betonten Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), dass sie entschiedener gegen ausbeuterische Arbeit vorgehen und im Zweifel deutsche Firmen per Gesetz verpflichten wollen, im Ausland zu fairen Bedingungen zu produzieren. Zudem trafen Beide auf Äthiopiens Premier und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed Ali und besuchten ein Geflüchtetenlager an der Grenze zum Südsudan. Das Entwicklungsland beherberge derzeit über 700.000 Geflüchtete, die meisten von ihnen aus Südsudan, Somalia und Eritrea.

3. Perspektivlos in Simbabwe
In seiner aktuellen Ausgabe nimmt der Spiegel die Lage in Simbabwe genauer unter die Lupe. Zwei Jahre nach dem Sturz von Langzeitdiktator Robert Mugabe gehe es dem Land „schlechter denn je“. Die anfängliche Euphorie neuen Präsidenten Emmerson Mnangagwa sei bereits verflogen. Die einstige „Kornkammer Afrikas“ leide an Versorgungsmangel und schaffe es nicht, seine Bürger*innen vom Rohstoffreichtum profitieren zu lassen. Stattdessen bereichern sich das Politik und das Militär selbst. 90 Prozent der Menschen seien ohne feste Arbeit. Ein Drittel der Bevölkerung sei von einer Hungersnot bedroht und bis zu drei Millionen Menschen seien wegen der widrigen Umstände bereits ausgewandert.

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02. Dezember 2019

2. Dezember 2019 - 14:07

1. Millionflucht wegen Klimawandel
In einer neuen Studie warnt die Entwicklungsorganisation Oxfam, dass der globale Klimawandel dazu führt, dass sich jährlich 20 Millionen Menschen auf die Flucht begeben werden, wie unter anderem ZDF.de, Zeit Online, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung sowie die Deutsche Welle berichten. Hauptursachen hierfür seien verstärkt auftretende Wetterextreme wie Wirbelstürme, Überschwemmungen oder Waldbrände. Entwicklungsminister Gerd Müller warnte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ebenfalls ebenfalls vor einer Zunahme von „Klimaflüchtlingen“. Er werde der anstehenden Klimakonferenz in Madrid jedoch fernbleiben, da das Format der jährlichen Klimakonferenzen „vollkommen aus dem Ruder gelaufen“ sei. Stattdessen befindet sich Müller derzeit zusammen mit Arbeitsminister Hubertus Heil auf Dienstreise in Äthiopien, wie auch Tagesschau.de, die Bild und der Deutschlandfunk. Dort werben sie dafür, dass deutsche Firmen im Ausland zu fairen Konditionen produzieren. Zudem werben sie dafür, die Kaffeesteuer für Fairtrade-Kaffee abzuschaffen.

2. Neuer Einsatz in der Sahelzone?
Gordon Repinski und Marina Kormbaki thematisieren im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ein mögliches stärkeres deutsches Engagement in der Sahelzone. In der Generaldebatte im Bundestag habe Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich gemacht, dass sie Afrika ins Zentrum deutscher Sicherheitspolitik rücken wolle. Sie werbe für ein „robustes Mandat“, was im Endeffekt auf einen militärischen Einsatz der Bundeswehr in einem umkämpften Gebiet hinauslaufen werde. Bereits im kommenden Jahr sollen sich die Pläne zu einem deutschen und europäischen Engagement in der Sahelzone konkretisieren. Die bisherige EU-Ausbildungsmission in Mali (EUTM) sei nach Ansicht von Expert*innen bisher wenig effektiv. Die Opposition kritisierte das bisherige Vorgehen als unabgestimmt und intransparent.

3. Namibia hat gewählt
Mehrere Medien, darunter Tagesschau.de, das ZDF, die Frankfurter Rundschau, Zeit Online und der Deutschlandfunk, melden, dass Namibia den amtierdenden Präsidenten Hage Geingob  wiedergewählt hat. Der seit 2015 regierende Amtsinhaber habe dabei allerdings ein historsich schlechtes Ergebnis von rund 56 Prozent erzielt. Themen des Wahlkampfes seien unter anderem die „desolate Wirtschaftslage“ sowie die weit verbreitete Korruption gewesen. 1,3 Millionen seien dem Ruf an die Urnen gefolgt, was einer Wahlbeteiligung von etwa 60 Prozent entspreche. Laut Wahlbeobachter*innen sei die Wahl „weitgehend friedlich und in geordneter Weise“ erfolgt.

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Warum brauchen wir einen Welt-Aids-Tag?

30. November 2019 - 20:30

Jährlich wird am 1. Dezember der Welt-Aids-Tag begangen. Der Tag gedenkt all denjenigen, die an der Krankheit verstorben sind. Zudem geht es darum, Solidarität mit den Menschen zu zeigen, die durch ihre Erkrankung von Stigmatisierung und Diskriminierung betroffen sind. Den Welt-Aids-Tag gibt es bereits seit rund 30 Jahren. Doch was wurde seitdem im Kampf gegen diese Krankheit erreicht und wo liegen aktuell die Herausforderungen? 

Fortschritte im Kampf gegen HIV/Aids

Noch vor 20 Jahren verbreitete sich das HI-Virus unkontrolliert und kam einem Todesurteil gleich. Seit damals haben wir viel erreicht. Denn die Zahl der Neuinfektionen ist seit 1997 um über 40% zurückgegangen. Diese Entwicklungen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis von medizinischem Fortschritt, politischem Willen und Aktivismus. Deshalb können wir uns heute eine Welt vorstellen, in der diese Krankheit Vergangenheit sein wird. Noch vor wenigen Jahren wäre uns der Gedanke sehr verwegen vorgekommen. 

Vier Gründe, warum der Kampf gegen HIV/Aids noch nicht gewonnen ist

Doch trotz all des Fortschritts und Optimismus, der sich gerade breitmacht, dürfen wir nicht vergessen: Die Krankheit ist heute noch immer eine Katastrophe für Millionen Menschen rund um den Globus. Hier sind vier Gründe, warum der Kampf gegen HIV/Aids noch nicht gewonnen ist

1) Jede Minute infizieren sich drei Menschen mit HIV

Jede einzelne Minute. Besonders häufig sind Mädchen und Frauen betroffen. Rund 800 junge Frauen infizieren sich täglich mit dem Virus. Gründe für diese Infektionen sind häufig sexuelle Übergriffe und fehlender Zugang zu medizinischer Aufklärung. Deshalb sind wir überzeugt, dass der Kampf für Gleichberechtigung und Gesundheit eng miteinander verknüpft sind. 

2) 14 Millionen infizierte Menschen haben keinen Zugang zu medizinischer Behandlung

Es ist medizinisch möglich, den Ausbruch von Aids zu unterbinden. Ebenso ist es möglich, die Übertragung des Virus zu verhindern. Mit einer HIV-Therapie können beispielsweise Babies vor einer Übertragung während der Zeugung, Schwangerschaft und Geburt geschützt werden. 

So die Theorie. Doch das setzt eine rechtzeitige, kontinuierliche und kostspielige medizinische Behandlung voraus. In der Praxis wird Millionen Menschen das Recht auf medizinische Behandlung verwehrt. Es fehlt häufig an den nötigen Gesundheitssystemen, sozialen Netzen und Bildungseinrichtungen, um Menschen mit HIV-Diagnose zu unterstützen. 

3) Wir verfehlen das 90-90-90 Ziel

Die Vereinten Nationen haben sich vor einigen Jahren das sogenannte 90-90-90 Ziel gesetzt. Die UN-Länder waren sich einig, dass der Kampf gegen HIV/Aids geschlossenen Einsatz braucht und das Ziel sollte dafür die Richtung vorgeben. 

Laut des 90-90-90 Ziel, sollen im Jahr 2020

  • 90 % der HIV-positiven Menschen ihren Status kennen
  • 90 % der Menschen, die ihren Status kennen, Behandlung erhalten
  • 90 % der Menschen in Behandlung, die Virenbildung erfolgreich unterdrückt haben. 

Leider waren wir Ende des vergangenen Jahres erst bei 79–78–86. Es bleibt also noch viel zu tun und unsere gemeinsamen Anstrengungen müssen deutlich verstärkt werden. 

4) Wichtige Gelder fehlen

Das gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) verfolgt das Ziel, die verschiedenen Aktivitäten im Kampf gegen die Krankheit rund um den Globus zu koordinieren. Die Organisation hat berechnet, dass eine Finanzierungslücke von 25% besteht, um wichtige Etappensiege zu erreichen. Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass es große regionale Schwankungen gibt. Im südlichen und östlichen Afrika wurden die 2020 Finanzierungsziele näherungsweise erreicht. Erfreulicherweise führt dies zum erwünschten Effekt: Auch der Rückgang an Neuinfektionen und Todesfällen im Zusammenhang mit HIV/Aids nähert sich deutlich der 2020 Zielmarke an. Sehen wir hingegen nach Zentral- oder Nordafrika, zeichnet sich ein deutlich anderes Bild: Dort wurden nur 50% der benötigten Mittel zur Verfügung gestellt und der Fortschritt, den wir dort beobachten, ist deutlich langsamer. 

Unser Aktivismus geht weiter

Aus diesem Grund werden wir bei ONE uns weiter dafür starkmachen, dass HIV/Aids überall auf der Welt die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Denn wo du lebst, darf nicht darüber entscheiden, ob du lebst. Dafür setzen wir uns ein, nicht nur am Welt-Aids-Tag, sondern 365 Tage im Jahr. Auf dem Weg in eine Welt ohne Aids war unsere Kampagne zur Finanzierung des Globalen Fonds ein sehr wichtiger Etappensieg. Dies war nur möglich, dank des entschiedenen und unermüdlichen Einsatzes von ONE-Unterstützer*innen weltweit. Sie haben mit Petitionen, E-Mails und Briefen, eine Botschaft an die Politik geschickt, die nicht zu überhören war. 

Wir hoffen, dass wir auch in Zukunft auf tatkräftige Unterstützung zählen können. Wenn du noch nicht dabei bist, trag dich jetzt auf unserem Verteiler ein. Wir melden uns dann bei dir, sobald wir Unterstützung bei einer aktuellen Kampagne brauchen. 

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29. November 2019

29. November 2019 - 10:33

1. Namibia: Deutschland erkennt Völkermord an
Wie unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland und die Frankfurter Rundschau melden, steht die Bundesregierung kurz vor Ende der Verhandlungen mit der namibischen Regierung um die Anerkennung des Völkermords an den Herero und Nama. Zwischen 1904 und 1908 habe das Deutsche Reich in seiner damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika Zehntausende Herero und Nama ermordet oder in die Wüste getrieben, wo sie verdurstet seien. Anders als von den Nachkommen der Betroffenen gefordert, werde Berlin voraussichtlich keine individuelle Entschädigung leisten. Stattdessen wolle die Bundesregierung besonders stark betroffene Gemeinden unterstützen, insbesondere in den Bereichen Berufsbildung, Gesundheit, Wohnen und Energie- und Stromversorgung. Zudem solle eine Stiftung für gemeinsame Erinnerungskultur gegründet werden.

2. Kongo: Angriff auf Ebola-Helfer*innen
Bei einem Anschlag in der Demokratischen Republik Kongo sind mehrere Mitarbeiter*innen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ums Leben gekommen. Dies melden unter anderem Tagesschau.de, Bild, Deutschlandfunk und die Deutsche Welle. Die genaue Zahl der getöteten Helfer*innen sei noch nicht ermittelt, Behörden sprechen jedoch von mindestens 12 Toten. Verantwortlich für den Anschlag sei die Rebellengruppe Mai-Mai, die Ebola für einen Teil eines politischen Komplotts halten. Während des aktuellen Krankheitsausbruchs haben sich 3300 Menschen infiziert, 2200 sind bereits gestorben.

3. Mehr Malaria durch Klimawandel?
N-tv.de
thematisiert die weltweite Ausbreitung der Infektionskrankheit Malaria, die durch die globale Erderwärmung begünstigt wird. Laut WHO erkrankten 2017 rund 220 Millionen Menschen an Malaria. 435.000 seien infolgedessen gestorben. Die steigenden Tempraturen machen auch eine Rückkehr der Anopheles- oder Tiger-Stechmücken nach Europa wahrscheinlich, die für gewöhnlich Wirt des Malaria-Virus sind. Derzeit könne man bereits in Ostafrika beobachten, was die veränderte Klimalage für Folgen habe. Durch stärkere Regenfälle und höhere Temparaturen haben die Mücken die besten Bedingungen sich zu vermehren. Wird Malaria früh erkannt und schnell behandelt, könne die Krankheit „problemlos medikamentös behandelt werden“. In einem Pilotversuch werden derzeit zudem in Kenia, Malawi und Ghana erstmalig Malaria-Impfungen durchgeführt.

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28. November 2019

28. November 2019 - 11:32

1. Mehr deutsche Waffen für Afrika?
In der gestrigen Generalaussprache im Bundestag hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für mehr Rüstungslieferungen nach Afrika ausgesprochen, wie unter anderem die Welt, die tageszeitung (taz), ntv.de und der Deutschlandfunk berichten. Man dürfe sich nicht nur auf die Ausbildung von Streitkräften beschränken, sondern müsse sich auch an der Ausrüstung ebendieser beteiligen. Deutschland solle „nicht dabei zusehen, wie Saudi-Arabien und Russland Afrika ausrüsten“. Eine restriktivere Exportpolitik von Rüstungsgütern, wie sie die Koalitionspartnerin SPD fordert, lehne sie daher ab. Neben der Welt melden auch die Neue Osnabrücker Zeitung, stern.de und T-Online.de, dass Deutschland UN-Empfehlungen zu Kindern in bewaffneten Konflikten missachtet. So werden ehemalige Kindersoldat*innen nicht als Geflüchtete anerkannt, wie ein Bündnis aus Kinderhilfsorganisationen in einem gemeinsamen Bericht kritisiert. Zudem fordert das Bündnis die Bundesregierung auf, dringend Waffenexporte in Staaten zu unterlassen, die Menschenrechte verletzen und in bewaffneten Konflikten involviert sind.

2. Guinea-Bissau wählt
Die Deutsche Welle thematisiert die aktuell stattfindende Präsidentschaftswahl in Guinea-Bissau. Das Land habe sich die vergangenen fünf Jahre im politischen Dauerstreit befunden, weswegen staatliche Instanzen nicht mehr funktionieren, die Wirtschaft schwächele und es einen politischen Stillstand gebe. Der bisherige Amtsinhaber José Marió Vaz sei abgewählt worden. Domingos Simões Pereira trete in einer Stichwahl gegen Umaro Sissoco Embaló das Rennen um die Nachfolge Vaz‘ an. Pereira sei Vorsitzender der PAIGC-Partei, die seit der Unabhängigkeit die politischen Geschicke des Landes lenke. Während Pereire, ein in den USA und Portugal ausgebildeter Finanzexperte, sich eher „weltmännisch und westlich“ gebe, trete sein Kontrahent „viel exzentrischer“ und „volksnäher“ auf. Bis zum vergangenen Jahr sei Embaló noch als Premierminister für die PAIGC-Partei aktiv gewesen. Nun trete der Geschäftsmann für die Oppositionspartei ‚Bewegung für eine Demokratische Alternative‘ an.

3. Benin weist EU-Diplomaten aus
Benin hat den deutschen EU-Botschafter Oliver Nette des Landes verwiesen, wie unter anderem Welt Online, Zeit Online und die Deutsche Welle melden. Nette soll sich in die innenpolitischen Angelegenheiten des Landes eingemischt und zu Protesten gegen die Regierung aufgerufen haben. Die verlange eine offizielle „Erläuterung der konkreten Gründe“ seitens der beninischen Regierung. Präsident Patrice Talon werde vorgeworfen, unliebsame Oppositionelle in Exil zu treiben. Beobachter*innen warnen davor, dass sich das Land zu einem autoritären Staat entwickeln könne.

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Ein Zeichen setzen gegen Aids – dein Beitrag zum Welt-Aids-Tag

27. November 2019 - 17:11

ONE-Jugendbotschafterin Lilith ist schon seit Jahren aktiv im Kampf gegen Aids. Hier erzählt sie, warum ihr der Welt-Aids-Tag wichtig ist. 

Das Kleingeld klimpert in den kleinen Spendendosen und auf den T-Shirts und Pullis der Schülerinnen und Schüler findet man ein Meer an kleinen roten Schleifen. Dieses Pausenbild ergibt sich nur an einem Tag im Jahr an meinem Gymnasium: Dem Welt-Aids-Tag. Seit einigen Jahren führe ich gemeinsam mit den anderen Engagierten in der SMV (Schüler mit Verantwortung) diese Aktion durch. Spende gegen Schleife. Das eingenommene Geld geht an die Deutsche Aids-Stiftung – somit leistet auch unsere Schule einen Beitrag.

Am Welt-Aids-Tag sind rote Schleifen einfach überall

Unser Engagement ist dringend nötig

Dieser ist umso entscheidender, wenn man sich die aktuelle Lage vor Augen hält. 2018 haben sich 1,7 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert und 770.000 Menschen sind an den Folgen von Aids gestorben. Ausgrenzung und Stigmatisierung tritt in allen Regionen weltweit auch heute noch auf. Doch auch der Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten fehlt in vielen Teilen unserer Welt. Auch im Bereich der Bildung gibt es noch einiges zu tun. So wissen viele Menschen nicht, wie die Übertragung von HIV funktioniert und welche Vorkehrungen getroffen werden sollten, um z.B. das Übertragungsrisiko bei Geburten zu minimieren.

 

Einsatz an der Uni

Inzwischen habe ich die Schulzeit hinter mir gelassen und finde mich daher in diesem Jahr zum Welt-Aids-Tag im Hörsaalzentrum der Uni ein. Doch an diesem Tag ausnahmsweise nicht, um einer Vorlesung zur lauschen, sondern für eine Aktion im Foyer. Gemeinsam mit der Ortsgruppe Mit Sicherheit Verliebt verteile ich bei einem gemeinsamen Kuchenbasar auch Flyer von ONE. Denn auch für ONE ist der Kampf gegen vermeidbare Krankheiten ein zentrales Thema. Dass uns der Bereich Gesundheit am Herzen liegt, bringen wir regelmäßig zum Ausdruck. Im Zuge unserer Kampagne Armut ist sexistisch setzen wir uns insbesondere für die Stärkung von Mädchen und Frauen ein, da das Risiko einer HIV-Infektion für junge Frauen immer noch um 60% höher ist, als bei Männern im gleichen Alter.

ONE-Aktivist*innen machen in Lyon auf den Kampf gegen Aids aufmerksam

Setze dich gemeinsam mit ONE ein!

Um noch mehr Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen, starten wir ONE-Jugendbotschafter*innen passend zum Welt-Aids-Tag eine eigene Social Media Challenge – aufbauend auf der brandneuen zweiten Episode von #YoursinPower, die pünktlich am 1. Dezember 2019 veröffentlicht wird. Darin portraitieren wir Dr. Joannie Bewa, die in Benin eine HIV-Aufklärungskampagne für junge Frauen gestartet hat. In unserem Film schreibt sie einen emotionalen Brief an ihr jüngeres Ich. Du willst bei der Challenge mitmachen und Dr. Bewas inspirierende Geschichte in die Welt tragen? Dann teile das Video auf den sozialen Medien, schreibe selbst einen kurzen Brief an dein jüngeres Ich und nominiere deine Freundinnen und Freunde, es dir gleichzutun.

Alle zusammen sind wir nicht zu überhören.

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SDG6: Goldeimer leistet wichtige Arbeit auf Festivals und in der ganzen Welt

27. November 2019 - 16:07

Dies ist ein Gastbeitrag von Goldeimer im Rahmen unserer Blogserie zum Welttoilettentag am 19.11.2019. Goldeimer ist ein gemeinsam mit Viva con Agua gegründetes Social Business, das Kompost und Klos in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und Sanitärprojekte der Welthungerhilfe möglich machen möchte. 

Es riecht nach Hobelspänen. Eine Bravo von 1998 liegt auf dem Tresen zwischen der Kasse und einer Schachtel Tampons. Rundherum lassen angeheiterte Menschen mit Bierdose in der Hand im Takt die Arme hochwirbeln, während “King of my Castle” aus den Boxen wummert. Ist das hier der richtige Ort, um die Welt ein Stückchen besser zu machen?

Kompostklos sorgen für umweltfreundlichere Festivals. Photo Credits: 3Komma3

Wir von Goldeimer betreiben mittlerweile über 70 Komposttoiletten auf rund 20 Festivals pro Jahr. Chemiefrei, wasserlos und sauber. Die meisten kennen das Trockenklo nur noch von ihren Großeltern. Wenn überhaupt. Was viele Festivalbesucher*innen für ein längst überholtes Konzept halten, ist für uns im Festival-Kontext eine innovative Alternative. Und die findet Anklang. Manche finden aus Neugier zu uns, andere schätzen die Klos wegen des nachhaltigen Konzepts oder der sozialen Komponente. Denn mit der Nutzung unterstützen die Besucher*innen die Arbeit von Goldeimer und Sanitärprojekte von Viva con Agua und der Welthungerhilfe.

Ein Acker, eine Bühne und gute Stimmung

Die meisten Festivals finden in Arealen statt, die abgeschnitten von der regulären Sanitärversorgung sind. Auf einem Acker findet man nicht an jeder Ecke einen Wasser- und Abwasseranschluss, deshalb wird die Sanitärversorgung zu einem großen Teil über freistehende Toiletten abgedeckt. Fäzes und Urin werden hier mit einem Chemie-Cocktail vermengt, an dessen Geruch man sich auch noch Tage später erinnert, wenn auch nur ungern. Handwaschmöglichkeiten sind in den meisten Fällen nicht in direkter Umgebung verfügbar. Die Idee hinter dem Goldeimer ist es, eine umweltfreundliche, kreislauforientierte Alternative zu bieten, ohne dass die Festivalbesucher*innen auf Komfort verzichten müssen. Mit rund 200.000 Nutzungen pro Jahr entlasten wir sowohl die freistehenden Toiletten, als auch die Sanitärcontainer mit regulären Spülklos. So sparen wir jede Saison 1.600.000 Liter Spülwasser ein, ohne Einsatz von giftigen Chemikalien in den Klos. Gespült wird mit Sägespänen. Zum Säubern der Hände steht Desinfektionsmittel bereit. 40 Tonnen organisches Material führen wir im gleichen Atemzug der Kompostierung zu und damit zurück in den Nährstoffkreislauf.

KaraKLOke in vollem Gange. Photo Credit: 3Komma3

Klo, Spielecke und Infostand

Der Goldeimer ist nicht nur ein Ort um sich zu erleichtern. Hier tanzen Menschen zu trashiger Musik, spielen Schietbüddel-Werfen und singen heiser in Klobürsten-Mikrofone beim KaraKLOke. Manche Besucher*innen bleiben da auch gerne etwas länger und genießen die Stimmung an den bunt bemalten Kompostklos. Sogar einen Heiratsantrag gab es im letzten Jahr am Goldeimer. 

In dieser lockeren Atmosphäre entwickeln die Menschen einen unverkrampften Zugang zum Thema Sanitärversorgung. Die Festivalumgebung macht es leicht – was die rund 200 ehrenamtlichen Goldeimer-Helfer*innen über Sanitärversorgung im globalen Süden erzählen, erleben die Festivalbesucher*innen hier hautnah in einer dreitägigen Simulation. Unbenutzbare Toiletten, die bei schlechtem Wetter und aufgeweichten Böden nicht abgepumpt werden können, fehlende Handwaschmöglichkeiten – eben das, was in anderen Ländern der Welt ein alltägliches Problem ist. 4,2 Mrd. Menschen haben keinen Zugang zu einer gesicherten Sanitärversorgung. Das ist das 52-fache der deutschen Bevölkerung. 673 Mio. Menschen haben gar keinen Zugang zu Klos. Ein Zustand, den die Vereinten Nationen bis 2030 auflösen wollen. In Ziel 6 der Sustainable Development Goals ist der Zugang zu Sanitären Anlagen, Wasser und Handwaschmöglichkeiten fest verankert.

Die bunt bemalten Kompostklos von Goldeimer sind leicht zu erkennen. Photo Credit: 3Komma3

Während und außerhalb der Festivalsaison leisten wir Aufklärungsarbeit und versuchen die Menschen zu ehrenamtlichem Engagement zu motivieren. Schließlich geht es in unserer Vision “Alle für Klos! Klos für alle!” nicht nur darum, Klos zu bauen. Erstmal müssen sich viele Leute für Sanitärversorgung einsetzen, damit sich nachhaltig etwas ändert.

Goldeimer ist ein sinnorientiertes Unternehmen. Alle Gewinne verbleiben in der Gemeinnützigkeit und werden genutzt, um Aktionen zur Aufklärung zu betreiben, Forschungsprojekte rund um das Klo und weltweite Sanitärprojekte von Viva con Agua und der Welthungerhilfe zu unterstützen. Du möchtest sie dabei unterstützen? Wie das geht, verrät euch das Team auf ihrer Website. Wenn ihr keine Aktionen von Goldeimer verpassen wollt, könnt ihr ihnen auch auf Facebook und Instagram folgen. 

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