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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 9 Stunden 57 Minuten

27. November 2019

27. November 2019 - 15:24

1. Mali: Militärunfall mit Todesfolge
Am Dienstag sind 13 französische Soldat*innen bei einem Helikopterunfall in Mali ums Leben gekommen, wie die Deutsche Welle, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel Online, die Süddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel und t-online.de melden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron habe bereits sein Beileid bekundet. Allerdings werde Frankreich den dortigen Einsatz im Kampf gegen Terrorismus weiterführen, so Macron. Gemeinsam mit den ‚G5 Sahel‘-Staaten bestehend aus Burkina Faso, dem Tschad, Mali, Mauretanien und Niger sei Frankreich mit rund 3.000 Soldat*innen an der ‚Opération Barkhane‘ beteiligt, die den Terrorismus in der Sahelzone bekämpfen soll.

2. DR Kongo: Kein Geld für Bildung
In der Tageszeitung (taz) thematisiert Dominic Johnson die Schulreform in der Demokratischen Republik Kongo unter Präsident Félix Tshisekedi. Der Grundschulbesuch von 13,6 Millionen kongolesischer Kindern sei seit Beginn des Schuljahrs 2019/2020 kostenlos. Das bedeutet, dass Schulen von den Eltern keine Gebühren mehr erheben dürfen. Dies habe allerdings zur Folge, dass die Schulen ihre Lehrkräfte nicht mehr bezahlen können. Da diese nun seit September streiken, finde derzeit kein Schulunterricht mehr statt. Obwohl die Verfassung eine kostenlose Schulbildung vorsehe, seien die Schulen aufgrund des zu kleinen Staatshaushalts sich selbst überlassen. Zu zwei Dritteln stemmten bisher die Eltern die Finanzierung der Schulen. Sie müssen zudem auch für Schuluniformen und Lehrmittel aufkommen. Für viele seien die Schulgebühren kaum zu bezahlen, da diese das Monatsgehalt von 80 Prozent der Bevölkerung übersteige. Teile der Bevölkerung schätzen allerdings die Bildungsfinanzierung durch die Eltern, weil es verlässlicher sei, als auf die staatliche Finanzierung zu warten. Die Regierung Kongos habe ihre Reform teilweise zurückgezogen und plane eine Staffelung der kostenlosen Grundschulbildung bis 2022.

3. Namibia wählt
In Namibia finden heute Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt, wie zdf.de, die Deutsche Welle, der Deutschlandfunk, der Tägliche Anzeiger und die Aargauer Zeitung melden. Von den elf Kandidat*innen im Rennen um das Präsidentschaftsamt gelte Amtsinhaber Hage Geingob derzeit als Favorit. Er müsse sich jedoch wahrscheinlich mit Stimmverlusten abfinden. Seine Partei, die SWAPO, sei erst kürzlich in einen Korruptionsskandal verwickelt gewesen und werde für die anhaltende wirtschaftliche Krise des Landes verantwortlich gemacht. Da die Landwirtschaft die größte Arbeitgeberin des Landes sei, mache die seit 2013 anhaltende schwere Dürre dem Land ebenfalls zu schaffen. Hinzu kommen geringe Weltmarktpreise für namibische Exportprodukte und eine enorme Ungleichheit zwischen der armen und wohlhabenderen Bevölkerung. Auch die Bundesregierung verfolge die Wahlen aufmerksam. Sie habe in Aussicht gestellt, nach den Wahlen die Verhandlungen über die Aufarbeitung deutscher Kolonialverbrechen abzuschließen. Im August habe Entwicklungsminister Gerd Müller den deutschen Völkermord an den Herero und Nama als solchen anerkannt. Dennoch liefen zuletzt die Verhandlungen Deutschlands mit Opferverbänden und der namibischen Regierung schleppend.

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26. November 2019

26. November 2019 - 14:17

1. Ostkongo kommt nicht zur Ruhe
Viele Medien, darunter der Deutschlandfunk, die Deutsche Welle, Zeit Online, die Tageszeitung (taz) und Spiegel Online berichten über Ausschreitungen in der Demokratischen Republik Kongo. Vergangene Nacht habe eine Miliz in Beni im Osten des Landes acht Menschen getötet und neun weitere entführt. Hinter der Tat werde die Miliz ‚Alliierte Demokratische Kräfte‘ (ADF) vermutet. Daraufhin haben Demonstrant*innen das Rathaus von Beni in Brand gesetzt und anschließend den dortigen Stützpunkt der UN-Blauhelmmission ‚Monusco‘ gestürmt. Daraufhin sei die Polizei gewaltsam eingeschritten. Bei den Auseinandersetzungen sei mindestens ein Mensch ums Leben und weitere verletzt worden. Der Stützpunkt sei beschädigt und die UN-Truppen an einen anderen Stützpunkt verlegt worden. Die Demonstrant*innen werfen der Monusco-Mission vor, während des Überfalls untätig geblieben zu sein. Diese weisen die Schuld von sich, da sie ohne Aufforderung der kongolesischen Regierung nicht tätig werden dürfe und „unkoordiniertes Vorgehen“ gefährlich für die eigenen Einheiten sei. Gegenwärtig seien „Sicherheitskräfte und UN-Truppen absolut nicht in der Lage, die Menschen in Beni und anderen Städten des Kongos zu schützen“, so Seif Magango, stellvertretender Direktor für Ostafrika von Amnesty International. Die kongolesische Regierung und die UN-Mission kündigten an, zukünftig stärker zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit der Bevölkerung im Osten der Republik zu verbessern.

2. Ostafrika unter Wasser
In Kenia sind durch Unwetter ausgelöste Überschwemmungen und Erdrutsche mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen, wie unter anderem tagesschau.de, Zeit Online, die Deutsche Welle, zdf.de und die Mitteldeutsche Zeitung melden. Bisher seien bereits 52 Tote geborgen worden. Da jedoch Rettungskräfte durch zerstörte Straßen, Häuser und Brücken nur schwierig an die Unglücksorte gelangen, könne die Zahl der Opfer noch steigen. Die starken Regenfälle im Osten Afrikas werden durch ein Klimaphänomen, das ‚Indische-Ozean-Dipol‘ ausgelöst. Der ungewöhnlich warme Indische Ozean führe zu einer stärkeren Verdunstung. Dies habe einen stärkeren Niederschlag über Ostafrika zur Folge. Andere Länder in der Region seien ebenfalls betroffen. So habe auch Äthiopien mit Überschwemmungen und Erdrutschen zu kämpfen. In Tansania seien zehn Menschen von einem reißenden Fluss erfasst worden und ertrunken. Im Südsudan seien ganze Städte überflutet worden. Die Wetterextreme bedrohe die Nahrungs- und Gesundheitsversorgung von Millionen Menschen in Ostafrika.

3. Afrika plant mehr Cannabis-Exporte
Im Zuge der ‚CannaTech‘-Konferenz, die gestern und heute im südafrikanischen Kapstadt stattfindet, berichten einige Medien wie die Welt, die Süddeutsche Zeitung, die Stuttgarter Nachrichten, die Badische Neueste Nachrichten und n-tv.de über das wirtschaftliche Potenzial für Afrika, das im Anbau und Export von Cannabis liege. Bei der Konferenz versammelten sich mehr als 500 Wissenschaftler*innen und Unternehmer*innen aus der internationalen Cannabis-Industrie. Nach Ansicht von Fachkundigen werde Afrika eine Vorreiterrolle im Anbau und weltweiten Produktion von medizinischem Cannabis einnehmen. Der Wert des Cannabis und zugehöriger Produkte werde bis zum Jahr 2030 auf circa 6,4 Milliarden Euro geschätzt. Seit Kurzem lizensiere Südafrika den Anbau und Export von medizinisch genutztem Cannabis. Eswatini, Uganda und Malawi prüfen derzeit ebenfalls eine Legalisierung zum medizinischen Gebrauch.

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25. November 2019

25. November 2019 - 13:58

1. Sahelzone im Fokus
Im aktuellen Spiegel thematisiert Jan Puhl die wachsende Destabilisierung der Sahelzone. In der Vergangenheit sei Burkina Faso ein Stabilitätsanker der Region gewesen. Mittlerweile leide der Norden des Landes jedoch unter Terrorismus und extremer Dürre, welche zu Nahrungsmittelknappheit führe. Die islamistische Miliz Ansar al-Islam habe erst letzte Woche einen Militärstützpunkt angegriffen. Sie seien mit anderen Terrorist*innen- und Rebell*innengruppen über die Landesgrenzen vernetzt, machen Geld durch Schmuggel von Waffen, Drogen und Menschen und terrorisieren die Bevölkerung. Zurzeit seien 500.000 Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht, meist vom Norden Richtung Süden. Paul-Anton Krüger beschreibt in der Süddeutschen Zeitung die komplexe politische Lage in Libyen. Dort herrsche seit rund fünf Jahren Bürgerkrieg, was sich auch negativ auf die gesamte Sahelzone ausübe. Expert*innen sowie die Vereinten Nationen seien sich einige darin, dass die militärische Einmischung von Regionalmächten den Konflikt befeuere. Der libysche General Khalifa Haftar werde von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten unterstützt und die international anerkannte Regierung von Premier Fayez al-Serraj von der Türkei und Katar. Deutschland fungiere derweil als Vermittlerin zwischen Frankreich und Italien, die ebenfalls jeweils verschiedene Anführer unterstützen. Eine internationale Konferenz im Dezember soll eine Schlichtung herbeiführen. Ob der Termin wie geplant stattfindet, sei noch offen.

2. Sezessionsbestrebungen in Äthiopien
Die ethnische Gruppe der Sidama hat in einem Referendum für einen unabhängigen Regionalstaat in Äthiopien gestimmt, wie die Tageszeitung (taz) und die Deutsche Welle melden. Die Sidama seien eine Gruppe von 4,4 Millionen Menschen, bilden jedoch weniger als drei Prozent der Landesbevölkerung. Die Entscheidung für mehr Unabhängigkeit ermögliche der Minderheit selbständig über „Bereiche wie Steuern, Bildung und Sicherheit zu entscheiden“. Äthiopiens Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed sehe das Ergebnis als Anzeichen eines demokratischen Weges, den Äthiopien eingeschlagen habe. Andere Beobachter*innen befürchten allerdings einen Zerfall des Landes in seine verschiedenen ethnischen Gruppierungen – das Land beheimate rund 80 Völker. Zehn weitere Volksgruppen im Süden des Landes haben ebenfalls entsprechende Referenden für mehr Autonomie angekündigt.

3. DR Kongo: „Schmutzige“ Investitionen aus Deutschland
Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) ist laut Human Rights Watch in ein „schmutziges Investment“ in der Demokratischen Republik Kongo involviert, berichtet Judith Raupp in der Süddeutschen Zeitung. Die DEG habe dem Palmölhersteller ‚Plantations et Huileries du Congo‘ (PHC) mit einem Kredit von 15 Millionen Euro unterstützt. Ziel waren „solide Arbeitsplätze“ zu schaffen sowie Schulen, Krankenhäuser und eine bessere Trinkwasserversorgung. Die Realität sei allerdings weit hinter den Erwartungen geblieben. Luciana Téllez Chávez von Human Rights Watch kritisiert die niedrigen Löhne der Beschäftigten, welche teilweise „unter dem internationalen Armutsstandard von 1,90 US-Dollar“ liegen. PHC verstoße gegen nationale Arbeitsgesetzgebung und schütze darüber hinaus die Arbeitskräfte nur unzureichend gegen Giftstoffe in der Produktion. Schadstoffe würden nicht ausreichend aus dem Abwasser gefiltert und kontaminieren Trinkwasser und Natur. PHC weise die Vorwürfe zurück, stelle jedoch in Aussicht, die Abwässer in Zukunft besser zu klären, sofern sie die Mittel für eine solche Investition zur Verfügung haben. Mehrere europäische Entwicklungsbanken unterstützen PHC, darunter die britische Entwicklungsbank CDC. Diese blockiere die Schlichtung zwischen PHC und den lokalen Gemeinden, so der Vorwurf von 15 Menschenrechtsorganisationen in einem offenen Brief. Ein unabhängiges Schlichtungsverfahren der DEG sei ebenfalls beantragt.

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22. November 2019

22. November 2019 - 14:59

1. Internationaler Strafgerichtshof: ein Schritt zur globalen Gerechtigkeit
In der Zeit thematisiert Nora Bossong Verfahren und Funktionsweise des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag. Es sei fraglich, wie „eine Institution aus der Idee von globaler Gerechtigkeit“ eine „praktikable Rechtsprechung“ schaffen könne. Die Afrikanische Union kritisiere, dass von elf gegenwärtig untersuchten Fällen zehn Länder aus Afrika seien. Das einzig nicht afrikanische Land sei Georgien. Ein Grund liege darin, welche Länder das sogenannte ‚Römische Statut‘ ratifiziert habe, also die vertragliche Grundlage, die die Gerichtsbarkeit des IStGH für die strafrechtliche Verfolgung sicherstellt. Länder wie die USA, Russland, die Türkei, Saudi-Arabien oder Syrien gehören nicht dazu. Dadurch würden sich Verbrechen in diesen Ländern der Zuständigkeit des IStGH entziehen. Darüber hinaus sei ungewiss, ob die Finanzierung des IStGH möglicherweise einen Einfluss auf die Verfahren nehme. Jene Verfahren, in denen „finanzkräftige Parteien“ involviert seien, würden sehr viel schleppender voranschreiten als solche, in denen es um Konflikte abseits der weltpolitischen Bühne gehe. Trotz all dieser Herausforderungen sei der IStGH ein wichtiges Organ um dem Ideal „globaler Gerechtigkeit“ näher zu kommen. Es müsse jedoch kritisiert, reformiert und weiterentwickelt werden.

2. Journalisten in Burundi festgenommen
In Burundi wurden am 22. Oktober vier Journalist*innen festgenommen, wie die Welt meldet. Darunter sei der Reporter Térence Mpozenzi. Mit den anderen Journalist*innen sei er für die unabhängige Online-Nachrichtenseite Iwacu in die Provinz Bubanza gereist, um über eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Rebellen und burundischen Sicherheitskräften zu berichten, bei der 14 Menschen ums Leben gekommen seien. Bei ihren Recherchen in Bubanza seien er und drei weitere Journalist*innen von der Polizei verhaftet und in Untersuchungshaft genommen worden. Mittlerweile seien die vier Journalist*innen wegen „Gefährdung der Staatssicherheit“ angeklagt und bis auf weiteres in Haft. Das ostafrikanischen Burundi befinde sich auf Platz 159 von 180 auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen.

1. Großbritannien streitet um die letzte Kolonie der Welt
Die UNO hatte dem Vereinigten Königreich sechs Monate Zeit gegeben, um die Kontrolle über die Chagos-Inseln im Indischen Ozean aufzugeben. Diese Frist ist nun verstrichen, wie die Deutsche Welle und der Focus berichten. Obwohl Mauritius die Unabhängigkeit vom Vereinigte Königreich 1968 erhalten habe, seien die Chagos-Inseln unter britischer Kontrolle verblieben. In den darauffolgenden Jahren wurden fast 2.000 Menschen von dort nach Mauritius oder den Seychellen zwangsumgesiedelt, sodass eine Militärbasis errichtet werden konnte. Diese habe das Vereinigte Königreich bis 2036 an die USA verpachtet. Von dort fliegen die USA Kampfeinsätze nach Afghanistan und in den Irak. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag habe allerdings entschieden, dass die Chagos-Inseln völkerrechtlich zu Mauritius gehören. Die UN-Vollversammlung fordere ebenfalls die Rückgabe der Inseln an Mauritius – bis zum 22. November 2019. Das Vereinigte Königreich wies das Gerichtsurteil zurück und sei der UN-Resolution bis heute nicht nachgekommen. Philippe Sands, britischer Jurist und Berater der mauretanischen Regierung, sei jedoch davon überzeugt, dass das Vereinigte Königreich irgendwann nachgeben werde. Die anstehenden Neuwahlen könnten einen Regierungswechsel zur Folge haben. Jeremy Corbyn habe bereits jetzt zugesagt, die UN-Resolution zu respektieren.

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21. November 2019

21. November 2019 - 18:32

1. Überflutungen und Dürren in Afrika
Mehrere Medien, darunter Zeit Online und Welt Online thematisieren die Folgen des globalen Klimawandels. Laut dem britischen Marktforschungsunternehmen Economist Intelligence Unit (EIU) werde das weltweite Bruttoinlandsprodukt bis 2050 circa 250 Billionen US-Dollar betragen. Dies seien acht Billionen USD weniger als es ohne die Folgen des Klimawandels der Fall wäre, nämlich 258 Billionen USD. Zu den Folgen des Klimawandels gehören unter anderem steigende Temperaturen, extreme Dürren und Überschwemmungen. Die Tageszeitung (taz), t-online.de und die Abendzeitung beschreiben, wie diese Afrika am härtesten treffen. In Somalia seien gegenwärtig die meisten Flüsse über die Ufer getreten. Ähnliches ereignete sich im Südsudan. Im Osten des Landes seien 90 Prozent der Häuser überflutet worden. Es gebe dort gegenwärtig keine Elektrizität mehr, Ernte und Vieh sei verloren und Millionen von Menschen seien vom Hunger bedroht. Grund für die starken Regenfälle sei der ungewöhnlich warme Indische Ozean. Die verstärkte Verdunstung falle als Regen am Horn von Afrika nieder. Im Interview mit der Abendzeitung beschreibt Robert Bulten, Direktor für humanitäre Notfälle von World Vision Angola, dass extreme Dürre hingegen Angola, Simbabwe und Sambia am schlimmsten treffe. Es entstehen „unerträgliche Lebensbindungen für Familien, die ohnehin schon unter der Armutsgrenze leben“. Nasra Ismail, Direktor des Somalia-NGO-Konsortiums, erklärt in der Tageszeitung (taz), dass „Klimaschocks kein lokales Phänomen“ seien, „sondern Ausdruck eines ökologischen Notstands.“

2. 100 Jahre ‚Save the Children‘
Der Stern und die Zeit thematisieren das hundertjährige Jubiläum der Kinderrechtsorganisation ‚Save the Children‘. Die Britin Eglantyne Jebb habe ‘Save the Children‘ kurz nach Ende des ersten Weltkriegs im Jahr 1919 gegründet. Die von ihr schriftlich festgehaltenen Kinderrechte aus dem 1923 seien Vorlage für die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen gewesen, welche derzeit ihr 30-jähriges Jubiläum feiern. Heute fungiere die politisch unabhängige und konfessionslose Organisation als Dachorganisation für 28 weitere NGOs in über 120 Ländern. Gegenwärtig seien ihre Hauptziele „Kinder vor Gewalt, Gefahren und Ausbeutung zu schützen“ und ihnen Bildungschancen zu ermöglichen.

3. Namibia leidet an Folgen des deutschen Kolonialregimes
In der Tageszeitung (taz) thematisiert Elisabeth Kimmerle die deutsche Kolonialherrschaft in Namibia und deren Folgen, die bis heute präsent sind. Das Land sei „geprägt von Verdrängung und Aneignung“. Namibia habe erst 1990 ihre Unabhängigkeit vom südafrikanischen Apartheid-Regime erlangt. Nach der deutschen Kapitulation im Ersten Weltkrieg habe Südafrika die Kontrolle über Namibia erhalten. Bis heute seien die Eigentumsverhältnisse von Grund, Boden und Ländereien ungeklärt. Insbesondere die Durchführung von Landreformen sei komplex und für alle Beteiligten hoch emotional. Nach Angaben der Namibia Statistics Agency seien 2018 immer noch 70 Prozent des kommerziellen Farmlands in den Händen weißer Farmleute, die eigentlich eine Minderheit im Land darstellen. Darüber hinaus sei auch der deutsche Völkermord an den Herero und Nama nicht offiziell anerkannt, geschweige denn geklärt. Seit vier Jahren verhandeln die deutsche und die namibische Regierung über mögliche Entschädigung und eine Aufarbeitung. Opferverbände verklagten Deutschland zuletzt 2017 vor einem Gericht in New York. Sie verlangten „offizielle Anerkennung […], eine Entschuldigung und Wiedergutmachung“.

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Endlich: Ein wirksamer Impfstoff gegen Ebola

21. November 2019 - 15:10

Diese Woche gibt es großartige Neuigkeiten im Kampf gegen Infektionskrankheiten: Es gibt nun eine nachweislich wirksame Impfung gegen Ebola! Es ist die erste ihrer Art, die von der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) in Qualität, Sicherheit und Effizienz geprüft wurde und sich bewährt hat. Damit ist der erste Schritt getan, um sie weltweit dort einzusetzen, wo Ebola eine Gefahr darstellt. Eine Infektion ist bis zu 90% tödlich.

Der Impfstoff namens Ervebo wurde in den Testphasen bereits zur Immunisierung von mehr als 250.000 Menschen eingesetzt und war nach nur einer einzigen Dosis erfolgreich. Mit der Genehmigung durch die WHO kann es nun flächendeckend zum Einsatz kommen und denen helfen, die mit Ebola in Kontakt gekommen sind.

WHO prequalifies #Ebola vaccine, paving the way for its use in high-risk countries. #VaccinesWork pic.twitter.com/FI8BZDtvCS

— World Health Organization (WHO) (@WHO) November 12, 2019

Wieso diese Impfung so wichtig ist

Die Impfung spielt eine große Rolle im Kampf gegen Ebola, einer hochansteckenden und oftmals tödlichen Krankheit. Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat seit 2018 schon mehr als 2.000 Menschen das Leben gekostet.

Vor diesem Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo kam es das letzte Mal zwischen März 2014 und Juni 2016 in Guinea zu einem Ebola-Ausbruch. Er weitete sich damals bis Liberia und Sierra Leone aus und infizierte mehr als 28.600 Menschen, von denen mehr als 11.000 an der Infektion starben.

Der Ervebo Impfstoff kann dazu beitragen, eine solche dramatische Krankheitsausbreitung in Zukunft zu verhindern. Expert*innen hoffen, dass die Impfung Ebola zu einer Krankheit der Vergangenheit erklären kann. Inmitten eines Ausbruchs kann sie diejenigen schützen, die direkt oder indirekt mit Ebola in Kontakt gekommen sind – also auch Gesundheitspersonal, das an vorderster Front gegen den Ausbruch kämpft, um Menschenleben zu retten.

Und jetzt?

Die Prüfung und Zulassung des Impfstoffes ebnet den Weg für die Produktion und Verteilung in gefährdeten Ländern. Dank Institutionen wie der Impf-Allianz Gavi (Global Alliance for Vaccines and Immunization) wird die Impfung denen zur Verfügung gestellt, die sie gerade am dringendsten benötigen.

Gavi – eine Partnerschaft, die seit ihrer Gründung 2000 dazu beigetragen hat, 700 Millionen Kinder zu immunisieren und mehr als 10 Millionen Leben zu retten – hilft seit 2016 dabei, den Impfstoff zu verteilen und Vorräte anzulegen. Als Antwort auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014 versprach Gavi, Dosen der Impfung zu kaufen, sobald sie lizenziert ist – was nun endlich geschah.

Der Vorrat an Impfdosen kommt nun bereits in der Demokratischen Republik Kongo und ihren Nachbarländern zum Einsatz – mit einer nachweislich hohen Effizienz gegen eine Infektion. Der Einsatz wird nun stetig ausgeweitet, um Tausende Leben zu retten und Gesundheitspersonal vor Ort im Kampf gegen die Krankheit zu unterstützen.

2020 werden wir uns dafür stark machen, dass Gavi weiterhin die Menschen mit Impfungen versorgen kann, die sie am dringendsten benötigen. Sei Teil unserer Kampagne – werde ONE-Unterstützer*in!

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20. November 2019

20. November 2019 - 17:39

1. ‚Compacts with Africa‘ – eine Bilanz
Viele Medien, darunter Zeit Online, die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt, die Tageszeitung (taz), die Berliner Zeitung, t-online.de und evangelisch.de ziehen Bilanz zur ‚Compact with Africa‘-Konferenz im Kanzlerinnenamt. Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, räumte in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland ebenfalls ein, dass eine gute Infrastruktur und „gute Regierungsführung“ Voraussetzungen zur Umsetzung der Initiative seien. Dazu gehören laut Entwicklungsorganisation ONE „Rechtstaatlichkeit und Menschenrechtsfragen“. Deutschland dürfe die Compact-Partnerländer nicht aus dieser Pflicht entlassen. Insgesamt mangele es der Compact-Initiative an „Schlagkraft“. Sie sei „effektiv eine deutsche und keine G20-Initiative“, so die NGO. Anna Reuß übt in der Süddeutschen Zeitung ebenfalls Kritik an der Zusammenarbeit mit autokratisch regierten Ländern. Ein Ausschluss dieser Länder vom Compact sei jedoch ebenfalls nicht zielführend.

2. Mali: Neuer Kampfeinsatz der Bundeswehr?
Bei einem Anschlag in Mali sind 24 malische und nigerianische Soldat*innen getötet werden, wie unter anderem die Deutsche Welle, tagesschau.de, t-online.de und evangelisch.de berichten. 17 Angreifer seien bei der Auseinandersetzung ebenfalls ums Leben gekommen. Obwohl sich noch niemand zu dem Anschlag bekannt habe, werde ein terroristischer Hintergrund vermutet. Die Sahelzone stehe allgemein im Fokus terroristischer Gruppierungen, welche die Region destabilisieren. Die Bundeswehr beteilige sich mit rund 1.100 Soldat*innen an der UN-Stabilisierungsmission, ‚Minusma‘ sowie an einer Ausbildungsmission der malischen Armee. Der Spiegel und die Tageszeitung (taz) melden zudem, dass Frankreich eine neue Mission plane, an der sich Deutschland beteiligen solle. Die Operation ‚Tacouba‘ (Touareg für ‚Säbel‘) sehe vor, dass die Ausbilder*in mit der auszubildenden Einheit gemeinsam in den Einsatz ziehen. Diese Form des Einsatzes werde ‚Mentoring‘ genannt und ziehe die Mobilisierung von zusätzlichen 500 deutschen Soldat*innen nach sich. Der Einsatz der Truppen würde dann aus geschützten Lagern in den offenen Kampf verlegt.

3. 30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention
Heute feiert die UN-Kinderrechtskonvention ihr 30-jähriges Jubiläum, wie tagesschau.de, die Deutsche Welle, der NDRzdf.de, Zeit Online, die WAZ, t-online.de, die Saarbrücker Zeitung und NRZ.de melden. In der UN-Vollversammlung 1989 haben sich die Mitgliedsländer auf einen Menschenrechtsvertrag geeinigt, der die bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Rechte von Kindern garantieren soll. Keine andere Vereinbarung habe innerhalb der Vereinten Nationen bisher so viel Unterstützung erfahren wie die Kinderrechtskonvention. Bis heute seien die USA das einzige Land, die die Konvention nicht ratifiziert haben. Seit Verabschiedung der Konvention seien weltweite Verbesserungen des allgemeinen Kindeswohls deutlich sichtbar. Die Kindersterblichkeit sowie Kinderarbeit sei rückläufig. Weltweit gehen mehr Kinder zur Schule als noch vor dreißig Jahren. Dennoch seien die globalen Unterschiede enorm. Für viele Kinder seien die Kinderrechte „etwas sehr abstraktes“, das mit ihrem Leben noch „wenig zu tun“ habe, so Rudi Tarneden, deutscher Pressesprecher des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Die Bundesregierung habe die Bedeutung der Kinderrechtskonvention hervorgehoben und angegeben, sie im Grundgesetz verankern zu wollen.

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19. November 2019

19. November 2019 - 15:26

1. Afrika zu Gast in Berlin
Viele Medien thematisieren die heute stattfindende ‚Compact with Africa‘-Konferenz sowie den G20 Investment Summit in Berlin. Schwerpunkt dabei sei die Stärkung von Wirtschaftsinvestitionen in Afrika. Im Interview mit dem Handelsminister gibt sich Entwicklungsminister Gerd Müller zufrieden mit den Compacts und dem Entwicklungsinvestitionsfonds. Die Bundesregierung stelle damit eine Millarde Euro zur Verfügung, um Investitionen in Afrika zu fördern. Es liege nun an den Unternehmen, diese Möglichkeiten wahrzunehmen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) thematisiert die Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der eine veränderte deutsche Perspektive auf den afrikanischen Kontinenten befürworte. Er betonte die Verbundenheit der „Völkergemeinschaft“ in Sachen Klimawandel. Zudem berichtete die FAZ auch von dem zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte. Beide darauf hoffen darauf, durch Investitionen in Afrika Migrationsbewegungen nach Europa verringern zu können. Stefan Liebig vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft lobt im Interview mit der Frankfurter Rundschau das Inkrafttreten der Entwicklungsinvestitionsfonds für deutsche Unternehmen, die in Afrika tätig sind. Dieser sei jedoch zu klein für notwendige klimafreundliche Infrastruktur- oder Energieprojekte.  Der Tagesspiegel fokussiert sich auf die Entrepreneurszene in Afrika, die besondere Unterstützung erhalten sollen. Im Gegensatz zu ausländischen Unternehmen, fördere sie eine nachhaltige Entwicklung afrikanischer Unternehmen. Uwe Kekeritz, Entwicklungsexperte der Grünen im Bundestag, kritisiere in der Stuttgarter Allgemeine allgemein die „Unübersichtlichkeit und fehlende Abstimmung“ zwischen den einzelnen Ministerien und fordere eine „durchdachte Entwicklungsstrategie“. Das Handelsblatt greift die Forderung Entwicklungsorganisation ONE auf, dass die Compacts-Initiative sich ein „koordiniertes, langfristiges und Armut reduzierendes Wachstum“ fokussieren solle. Nach Angaben des ZDF investiere Deutschland nur einen Bruchteil dessen was Frankreich in Afrika investiere.. Umstritten sei auch die Beteiligung autokratischer, afrikanischer Staats- und Regierungsoberhäupter wie Abdel Fattah el-Sisi aus Ägypten oder Paul Kagame aus Ruanda. Gemeinsam mit afrikanischen gemeinnützigen Organisationen fordert  Brot für die Welt  eine Neuausrichtung der Compacts, wie das ZDF meldet.

2. Müller fördert Hip Hop
Paul Starzmann thematisiert im Tagesspiegel Hip Hop in Ostafrika und seinen Einfluss auf die politischen Geschicke der Länder. Die Politik in ostafrikanischen Staaten sei meist bestimmt von ethnischen Konflikten und „alten, korrupten Männern“. Als Stimme der Jugend kläre Hip Hop auf, übe Kritik und ließe „Grenzen verschwinden“ zwischen Generationen, Geschlechtern, Klassen und Ethnien. In Afrikas Kulturszene stecken sowohl politische Kraft als auch wirtschaftliche Chancen. Noch läge der Umsatz der afrikanischen Musikindustrie im weltweiten Vergleich weit zurück, besitze jedoch enormes Wachstumspotenzial. Dies habe sogar Entwicklungsminister Müller erkannt, der die Kreativwirtschaft Afrikas fördern möchte. Neben einer institutionellen Unterstützung sei darüber hinaus Meinungsfreiheit nicht zu vernachlässigen. Die Stärkung der Meinungsfreiheit, beispielsweise in Kenia, würde den Künstler*innen helfen. In Kenias Nachbarland Uganda hingegen verfolge die Regierung gezielt regierungskritische Musiker*innen.

3. Digitalisierung in Afrika
Im Zusammenhang mit der gerade abgeschlossenen Digital-Klausur der Bundesregierung berichten das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), die Tageszeitung (taz)  und evangelisch.de über die Digitalisierungsinitiative von Entwicklungsminister Gerd Müller. Dieser verspreche sich von der Digitalisierung Afrikas „riesige Entwicklungssprünge“. Dies zeige sich auch im Volumen seiner Initiative ‚Digitales Afrika‘, welche bereits circa 40 Projekte und ein Investitionskapazität von 165 Millionen Euro beinhalte. Man „dürfen die Digitalisierung in Afrika nicht verschlafen“. Ohne Digitalisierung würden „nie ausreichend Angebote für Bildung […] Jobs“ geschaffen werden, so Müller im Gespräch mit dem RND.

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18. November 2019

18. November 2019 - 17:20

1. Deutschland und Afrika: Partnerschaft auf Augenhöhe?
Anlässlich einer morgen in Berlin stattfindenden ‚Compact with Africa‘-Konferenz zwischen afrikanischen und deutschen Vertreter*innen  aus Politik und Wirtschaft, thematisieren viele Medien, darunter Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Reuters, die Deutsche Welle (DW), der MDR, Euractiv, evangelisch.de und die junge Welt die wirtschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands mit Afrika. Die 2017 von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich ihrer damaligen G20-Präsidentschaft ins Leben gerufene Initiative verspreche den afrikanischen Partnerländern zusätzliche Privatinvestitionen aus Deutschland. Im Gegenzug verpflichten diese sich zu bestimmten Wirtschaftsreformen. Es solle eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe sein, wie Merkel erneut bekräftigte. Allerdings werde an den ‚Compacts with Africa‘ kritisiert, dass die Bundesregierung deutsche Unternehmen nicht ausreichend darin unterstütze, sich langfristig auf dem afrikanischen Märkten zu behaupten, so Daniel Pelz für DW und Euractiv. Für Stefan Liebig und Christoph Kannengießer vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft gehören dazu, „Garantie- und Absicherungsinstrumente“ ebenso wie die Förderung „klimafreundlicher Infrastrukturprojekte und eine koordinierte Begleitung“, wie sie in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fordern. Rückenwind bekommen die Beiden von Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführers des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Das von Wirtschaftsminister Peter Altmeier gegründete ‚Wirtschaftsnetzwerk Afrika‘ sowie eine minimale Steigerung der ‚Hermes-Bürgschaften‘ reichen nicht aus, um Investitionen in Afrika abzusichern. Insgesamt sei die Außenwirtschaftspolitik Deutschlands weder ambitioniert noch offensiv genug, um mit der globalen Konkurrenz aus China und Indien mithalten zu können, schreiben Liebig und Kannengießer. Der Tagesspiegel und Euractiv zitieren eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die aufzeigt, dass die zugesagten deutschen Investitionen bisher kaum gestiegen seien, obwohl die afrikanischen Partner die geforderten Wirtschaftsreformen umgesetzt haben. Einerseits steigen sowohl Neuinvestitionen deutscher Unternehmen in Afrika als auch deren Handelsvolumen deutlich an, so Liebig in einem Interview mit Reuters. Allerdings zeige eine von Euractiv zitierte Studie des Allensbach Institut, dass lediglich fünf Prozent aller deutschen Unternehmen planen, zukünftig in Afrika Geschäfte zu machen.

2. Kongos Präsident zu Besuch bei Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel traf sich am Wochenende mit dem Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Félix Antoine Tshisekedi, wie die Deutsche Welle, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (taz), die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, evangelisch.de und die junge Welt melden. Tshisekedi habe die Hoffnung geäußert, dass sein Land der „Motor Afrikas“ werden könnte. Der Präsident habe bereits weitreichende Veränderungen im Land herbeigeführt. Dazu zählen die Freilassung politischer Gefangener sowie wirtschaftliche Öffnung des Landes. Zuletzt habe Kongo mit einem erneuten Ausbruch von Ebola und bürgerkriegsähnlichen Zuständen zu kämpfen gehabt. Auch Tshisekedi sei nicht unumstritten, da er mit seinem problematischen Amtsvorgänger, Joseph Kabila, eng zusammenarbeite. Kabila gelte allgemein als korrupt. Wenn Kongo jedoch „an dem Reformkurs festhalte und dies wünsche“, könne das Land der ‚Compact with Africa‘-Initiative beitreten, so Merkel.

3. IWF ignoriert Korruption
Laut Bernd Dörries in der Süddeutsche Zeitung unterstützt der Internationale Währungsfonds (IWF) korrupte Regierungen durch Vergabe von Krediten. Unter anderem wegen seiner korrupten Regierung sei die Bevölkerung Äquatorialguineas trotz reicher Ölvorkommen zu großen Teilen extremarm. Durch die zusätzliche Misswirtschaft und den sinkenden Ölpreis befinde sich das Land nun in einer finanziellen Krise und habe den IWF um Unterstützung gebeten. Dieser werde dem Gesuch voraussichtlich mit mehreren Millionen US-Dollar Budgethilfe nachkommen. Sowohl IWF als auch die Weltbank möchten ebenfalls die Demokratische Republik Kongo mit einem Programm über fünf Milliarden US-Dollar unterstützen. Obwohl Kongos neuer Präsident Félix Tshisekedi als weniger korrupt gilt als seine Vorgänger, lenken die alten Machthaber durch ihre Mehrheit im Parlament noch immer zu einem großen Teil die Geschicke des Landes.

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Welttoilettentag als Anlass für Klo-Kampagne von arche noVa

18. November 2019 - 14:20

Dies ist ein Gastbeitrag der arche noVa im Rahmen unserer Blogserie zum Welttoilettentag am 19.11.2019.
Die Autorin Dana Ritzmann leitet die Kommunikationsabteilung bei arche noVa und freut sich über Input und Feedback zu den aktuellen Klo-Stories der Dresdner Hilfsorganisation.

Weitere Infos unter www.arche-noVa.org

Dass Toilette mehr ist als ein stilles Örtchen, zeigt unsere Collage zum Welttoilettentag. Seit mehr als zwei Jahrzehnten baut arche noVa überall auf der Welt, wo es Not tut, Toiletten und Latrinen: barrierefreie in Indonesien, flutsichere in Pakistan, sauber gefließte in der Ost-Ukraine, behelfsmäßige in Cox´ Bazar, aus Stein, Bambus oder Holz, mit Eimern, Besen oder auch Waschbecken mit Blümchenmotiv, zum Sitzen oder Hocken, mit Klopapierhalter oder Wasserstelle. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt. So verschieden die Menschen auf der Welt, so unterschiedlich ihre Gewohnheit, ihr kleines oder großes Geschäft zu verrichten.

Die schiere Masse an Klo-Motiven täuscht aber leicht darüber hinweg, dass ein Großteil der Menschen gar keine Sanitärversorgung hat, geschweige denn eine eigene Toilette. Glaubt man der Weltgesundheitsorganisation betrifft das mehr als 2,3 Milliarden Menschen. 892 Millionen praktizieren noch immer offene Defäkation mit all den negativen Folgen für die Gesundheit. Laut WHO nutzen mindestens 2 Milliarden Menschen eine mit Fäkalien verunreinigte Trinkwasserquelle. 829 Millionen sterben jedes Jahr an Durchfallerkrankungen infolge von schmutzigem Trinkwasser, unzureichender Sanitärversorgung und mangelnder Handhygiene.

Ein Tag für SDG6

Um genau darauf aufmerksam zu machen, wurde 2001 der Welttoilettentag ausgerufen. Jedes Jahr am 19. November soll er daran erinnern, dass das globale Nachhaltigkeitsziel Nr. 6 noch lange nicht erreicht ist – sauberes Wasser und eine sanitäre Grundversorgung für jeden Menschen überall auf der Welt. Wir von arche noVa machen uns genau dafür stark. In unserer Arbeit als internationale Hilfsorganisation sind die Themen Sanitär und Hygiene, direkt in Verbindung mit Wasser, ein zentrales Anliegen. Dabei bauen oder reparieren wir nicht nur Toiletten in jedweder Form, sondern wir führen auch Hygieneschulungen durch und gründen lokale Komitees, die sich für die Sauberkeit der sanitären Einrichtungen verantwortlich fühlen.

Toiletten und Bildung – wo ist der Zusammenhang?

Ein ganz besonderer Fokus liegt dabei weltweit auf dem Bau von Schultoiletten. Der Fakt, ob es diese gibt, wirkt sich nämlich an vielen Orten nachweislich auf den Bildungserfolg von Mädchen aus. Eine aktuelle Umfrage in Somalia beispielsweise ergab, dass mehr als die Hälfte der befragten Schülerinnen angab, im letzten halben Jahr aufgrund ihrer Menstruation Unterricht verpasst zu haben. Manchmal ist der Grund lediglich der, dass es keinen geeigneten Ort gibt, um die erhöhte persönliche Hygiene durchzuführen. Die Tage sind anderswo noch viel mehr ein Tabu als hierzulande, umso wichtiger ist es, dafür zu sorgen, dass physische Unabänderlichkeiten Mädchen nicht noch zusätzlich benachteiligen. Oft genug reicht dafür eine verschließbare Tür, ein Mülleimer in der Nähe und sauberes Wasser.

Photo Credit: arche noVa

Tuesdays for Toilets

Außerdem brauchen wir das Bewusstsein, dass sich Dinge verändern lassen. Die Klima-Kids von Fridays for Future haben das über Monate jetzt eindrucksvoll bewiesen. Hier knüpfen wir an mit unserer Kampagne Tuesdays for Toilets. Dafür kapern wir den Dienstag für das Thema Sanitär und Hygiene im humanitären Kontext. Zum Welttoilettentag am 19. November starten wir mit unserer eindrucksvollen Klo-Collage, die uns übrigens extra zu diesem Anlass unsere Dresdner Lieblingsfotografin Katharina Grottker gezaubert hat. Jeden Dienstag stellen wir in den Sozialen Medien ein Thema vor, dass irgendetwas mit dem Thema Toilette zu tun hat – entweder gibt es einen regionalen Bezug, eine spezielle Technik oder Bauweise, Menschen, die über ihre Bedürfnisse erzählen, natürlich Zahlen und Fakten oder auch mal eine kuriose Geschichten vom Stillen Örtchen. Gründe gibt es genug, mal genauer in die Schmuddelecke zu leuchten. Wir knipsen den Spot an. Flush!

Ihr wollt mehr über die Arbeit von arche noVa erfahren? Das könnt ihr nicht nur auf der Website, sondern auch bei Twitter, Facebook & Instagram!

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15. November 2019

15. November 2019 - 11:04

1. Merkel für weltweiten Schutz der Lebensgrundlagen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Entwicklungsminister Gerd Müller mahnen beide an, dass noch viel zu tun ist, um die Welt weniger arm, gerechter und klimafreundlicher zu machen, wie unter anderem der Münchner Merkur, die Berliner Morgenpost, die Heilbronner Stimme und der General-Anzeiger melden. Bei einer Veranstaltung habe Merkel sich dazu bekannt, Deutschlands Verantwortung dafür trage, den Klimawandel einzudämmen und die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu erreichen. Dazu müsse insbesondere der Ressourcenzugang für Frauen gestärkt werden. Als Antrieb für entschiedenes Handeln nannte Entwicklungsminister Müller das stetige Wachstum der Weltbevölkerung. Insgesamt sei ein Umdenken beim Konsum und „eine gerechte Globalisierung“ notwendig, wobei Afrika „eine besondere Herausforderung“ darstelle.

2. Sahelzone: Neuer Hort des Terrorismus?

Wie Christian Putsch bereits gestern in der Welt berichtete, nehme die Zahl terroristischer Anschläge in der Sahelzone zu, insbesondere in Burkina Faso, Mali und Niger. Aufgrund der geographischen Größe des Gebietes sei eine Übersicht über „die komplexen Machtstrukturen der mehr als zwei Dutzend Terrororganisationen“ kaum möglich. Es stehe jedoch fest, dass für eine Mehrzahl der Anschläge der sogenannte ‚Islamische Staat in der Groß-Sahara‘ (ISGS) verantwortlich sei. Der ISGS habe sowohl seine Mitgliederzahl als auch sein Aktionsgebiet im letzten Jahr vervielfacht. Mehrere militärische Bündnisse kooperieren im Kampf gegen den wachsenden Terrorismus, darunter Einheiten aus Frankreich, den USA sowie die UN-Stabilisierungsmission Minusma und die Einsatztruppe G5 Sahel, ein militärisches Bündnis aus Mali, Burkina Faso, Niger, Mauretanien und dem Tschad. Dennoch scheinen die Bemühungen bisher von mangelndem Erfolg geprägt zu sein, was nicht zuletzt an einer mangelnden Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure liegt. Mittlerweile suchen die betroffenen afrikanischen Staaten die Nähe zu Russland, welches ihnen eine effektive Partnerschaft verspreche. Die internationale Gemeinschaft müsse ein Interesse an der Befriedung des Gebietes haben, so Dr. Bakary Sambe, Direktor der senegalesischen Denkfabrik Timbuktu Institute. Der dort stattfindende Terrorismus könne sich global ausbreiten.

3. Nigeria gebiert „Einhorn“

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung informiert Claudia Bröll über die Erfolge der FinTech Szene in Afrika. Der Kontinent biete technologischen Finanzinnovationen einen fruchtbaren Boden. Obwohl das Volumen elektronischer Finanztransaktionen im Vergleich zu Europa und Nordamerika noch gering sei, gebe es weltweit keinen Markt, der so rasant wachse wie der in Afrika. Mittlerweile floriere beispielsweise in Nigeria eine rege Gründungsszene, die zuletzt zwei afrikanische ‚Einhörner‘ hervorgebracht habe. ‚Einhorn‘ stehe in der Entrepreneurszene für „private Unternehmen mit einem Marktwert von mehr als 1 Milliarde Dollar“. Jumia, das „Amazon von Afrika“, habe den Börsengang bereits absolviert und Interswitch, ein Anbieter digitaler Bezahlsysteme, erhalte mit dem Kreditunternehmen Visa einen prominenten Anteilseigner.

 

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Was kann Technologie zu einer grüne Wende in Afrika beitragen? 

14. November 2019 - 12:06

Afrikas Bevölkerung ist die jüngste des ganzen Planeten – 2050 wird die Hälfte des Kontinents weniger als 25 Jahre alt sein. Bedeutet: Die Zahl arbeitender Menschen wird die von Senioren und Kindern deutlich überwiegen. Das stellt eine große Möglichkeit für viele afrikanische Länder dar, den Kreis von Ungleichheit und Armut zu durchbrechen.

Allerdings müssen dafür einige Bedingungen erfüllt sein. Afrikas junge Bevölkerung muss schon heute Zugang zu qualitativer Bildung und zu Arbeitsmöglichkeiten erhalten. Insbesondere Ausbildungen im Bereich Landwirtschaft und Agrarindustrie müssen gefördert werden. 

Die grüne Wende für Afrika 

Mehr und mehr junge Menschen bleiben jedoch arbeitslos, Bauern und Bäuerinnen werden älter und traditionelle Anbausysteme bringen jedes Jahr weniger Ernte ein. Deshalb muss dringend ein Weg gefunden werden, die junge Bevölkerung in die Landwirtschaft des Kontinents einzubinden.

Bisher ziehen allerdings genau die Bereiche von Landwirtschaft und Agrarindustrie nicht besonders viele junge Afrikaner*innen an. Sie gelten bei ihnen als unattraktive und nicht nachhaltige Weise, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Viele schreckt die harte Arbeit mit niedriger Arbeitssicherheit und spärlichem Lohn ab.

Auch die Bildung lenkt Schüler*innen stark hin zur Schreibtischarbeit als Angestellte und weg von ländlicher Selbstständigkeit. Dabei muss gerade in Schulen und Universitäten über den Nutzen und die Vorteile von Landwirtschaft und modernen Methoden der Energiegewinnung berichtet werden.

Junge Afrikaner*innen sind mit Technologie aufgewachsen. Sie wissen sie zu nutzen und es ist ganz natürlich für sie, als junge Unternehmer*innen mit technischen Innovationen die Welt verändern zu wollen. Landwirtschaft kann dabei ein sehr lukrativer Bereich sein, wenn man es richtig angeht.

Die steigende Zahl technischer Neuheiten wie farmcrowdy (eine App, die es Nutzer*innen ermöglicht, mit Spenden Landwirtschaftsbetriebe zu unterstützen) führt momentan dazu, dass sich die Zukunft der Agrarwirtschaft ändert. Wenn Afrikas Landwirtschaftssektor das Know-How der Technologie zu seinen Gunsten nutzt, könnte die grüne Wende ganz neue Dimensionen bekommen.

Wird die Landwirtschaft produktiver, wird das Essen günstiger. Viele Haushalte und Familien hätten dadurch mehr Geld, das sie für andere Dinge als Verpflegung ausgeben könnten. Nach dem Prinzip der Nachfrage könnte diese Entwicklung schließlich neue Arbeitsplätze in nicht-landwirtschaftlichen Bereichen schaffen. 

Ein frischer Start

Besonders wichtig ist dabei, dass junge Frauen in ländlichen Gegenden miteinbezogen werden. Sie müssen einen sicheren Zugang zu Bildung erhalten und unternehmerische Fähigkeiten erlernen.

Im Dorf Thiar, ungefähr 70 km östlich der senegalesischen Hauptstadt Dakar, hat eine Gruppe von Frauen einen Gemeinschaftsgarten gegründet, nachdem sie dem ‘Bay dunde’ (Produktion für den Eigenbedarf) Programm beigetreten sind. Mit der Unterstützung von Hilfe für Afrika/Wasser für Senegal nutzen die Frauen eine simple Bewässerungsanlage, die es ihnen erlaubt, das ganze Jahr über und sogar während der Trockenzeit Lebensmittel anzubauen. Eine mit Solarenergie betriebene Pumpe drückt Wasser durch einen langen Schlauch mit kleinen Löchern, durch die die Pflanzen mit genau der richtigen Menge an Feuchtigkeit versorgt werden. Das System spart gegenüber dem Gießen per Hand ganze 80% Wasser ein.

Die neue Bewässerungsanlage hatte immense Vorteile zur Folge. Dank besserer Nahrungsmittel waren Kinder leistungsstärker in der Schule und Mädchen mussten weniger Zeit damit verbringen, Wasser zu holen. Die Pumpe kann mithilfe einer Erweiterung sogar Mobiltelefone laden, was bedeutet, dass lange Wege in die nächste Stadt zum Laden sich erübrigen. 

 

Das neue Bewässerungssystem in Thiar, Senegal.

Investitionen in die Zukunft

2014 startete die ONE Kampagne “Do Agric, It Pays” und mehr als 2 Millionen Afrikaner*innen forderten ihre Regierungen dazu auf, sich an ihr Versprechen zu halten und mehr in Landwirtschaft und die Unterstützung von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen zu investieren. Beim Treffen der Staats- und Regierungschef*innen der Afrikanischen Union in Malabo, Äquatorialguinea, haben sich afrikanische Entscheidungsträger*innen dazu verpflichtet, 10% ihrer Nationalbudgets in die Agrarwende zu investieren.

ONE setzt sich kontinuierlich dafür ein, dass afrikanische Regierungen die Malabo-Erklärung einhalten.

ONE’s CEO Gayle Smith nahm auch am Africa Green Revolution Forum (AGRF) 2019 in Accra, Ghana, teil. Es war eine großartige Chance, Ideen zu teilen und zu diskutieren und aus erster Hand zu erfahren, wie neue Technologien und Anbaumethoden, die die Landwirtschaft verändern und stärken. Wir glauben, dass sich dahingehend in der nächsten Zeit einiges tun wird.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, folge doch gern ONE’s Arbeit in Afrika auf Facebook & Twitter!

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13. November 2019

13. November 2019 - 14:32

1. Mehr Frauenrechte, weniger Kinder
Anlässlich der derzeit stattfindenden Weltbevölkerungskonferenz in Kenias Hauptstadt Nairobi, richten viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Welt, Spiegel Online, die Frankfurter Rundschau, die Rheinische Post, das Hamburger Abendblatt, t-online.de und n-tv.de, ihren Fokus auf die Stärkung von Frauenrechten sowie ihren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung. Seit der letzten Konferenz in Kairo 1994 sei schon vieles erreicht worden. Einige Ziele bleiben aber unerfüllt. Einerseits habe die weltweite Mütter- und Kindersterblichkeitsrate bereits halbiert werden können. Andererseits sei geschlechterbasierte Gewalt wie Genitalverstümmelung noch immer eine Herausforderung in vielen Regionen der Welt. Der Gipfel habe Widerstand bei politisch rechten Gruppen und der katholischen Kirche ausgelöst, da sich die Veranstalter*innen auf die Verwirklichung von „reproduktiver Gesundheit und Rechte“ konzentrieren. Dazu gehöre die sexuelle Selbstbestimmung, die Beendigung von Gewalt gegen Frauen sowie der Zugang zu Möglichkeiten der Familienplanung wie ein allgemeiner Zugang zu Verhütungsmitteln.

2. Kenia: Mutter kämpft gegen Bleiverschmutzung
In der tageszeitung (taz) spricht Leonie Asendorpf mit der kenianischen Umweltaktivistin Phyllis Omido über ihr Engagement für faires und nachhaltiges Recycling von Elektromüll. Omido habe in der Batterie-Recycling Fabrik in EPZ in der Nähe von Mombasa gearbeitet. Durch den Einsatz von veralteten Technologien habe die Produktion sowohl die Belegschaft als auch Umwelt und Böden vergiftet. Landwirtschaft könne dort nun kaum mehr betrieben werden. Als Omidos Sohn an einer Bleivergiftung schwer erkrankte, habe sie begonnen, sich öffentlich zu engagieren und Aufmerksamkeit für die gesundheitsschädlichen Zustände bei der Bleiverarbeitung zu schaffen. Trotz Schikanen, Verhaftungen und Todesdrohungen führe Omido ihr Engagement fort und fordere insbesondere die größten Industrienationen, darunter Deutschland, dazu auf, kein Blei aus unsicheren Quellen zu kaufen. Dies sei eine notwendige Bedingung, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken.

3. Nigeria: Öl-Diebstahl mit weitreichenden Folgen
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung thematisiert den Öl-Diebstahl in Nigeria. Nach Angaben einer lokalen Zweigstelle einer Initiative von Rohstoffexpert*innen, der Nigeria Natural Resource Charter (NNRC), verschwinden jeden Tag über 40.000 Fässer Rohöl. Dies sei ein weltweiter Rekordwert. Die Menge an geklautem Rohöl steige kontinuierlich. Zum einen zapfe die einfache Dorfbevölkerung die Pipelines im Nigerdelta an und zum anderen stehlen vor allem gewalttätige Milizen das Öl und kapern Öl-Laster sowie Tankschiffe. Jährlich verliere das westafrikanische Land rund 2,5 Milliarden Euro durch die Diebstähle – rund zehn Prozent des Staatshaushalts. Trotz seines Ölreichtums kämpfe Nigeria mit einer der weltweit höchsten Raten von extremer Armut. Nur ein Bruchteil der Steuereinahmen durch den Ölhandel komme bei der Mehrheit der Bevölkerung an. Verantwortlich dafür seien korrupte Strukturen in Politik und Militär.

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Jeder Mensch muss essen, schlafen, trinken und? Aufs Klo. PUNKT.

13. November 2019 - 13:41

Dies ist ein Gastbeitrag der German Toilet Organization (GTO) im Rahmen unserer Blogserie zum Welttoilettentag am 19.11.2019.
Autor*innen: Sabina Kolliwer und Luisa Pfahler, Junior Projektassistent*Innen bei der GTO und Student*Innen der Internationalen Not- und Katastrophenhilfe.

Grafik: German Toilet Organization e.V.

Auf Klo gehen ist ein Grundbedürfnis. Menschen mit einem Zugang zu sicherer Sanitärversorgung und sauberem Wasser müssen sich darüber im Alltag kaum Gedanken machen. Für viele andere bedeutet es jedoch, täglich mehrmals nach einem geeigneten Ort zu suchen – mit Würde, Privatsphäre und hygienischen Umständen hat dies oft nichts zu tun. Dabei ist der Zugang zu sicheren, sauberen und hygienischen Toiletten seit 2015 ein Menschenrecht.

Agenda 2030 – Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Bis 2030 hat sich die Weltgemeinschaft Zeit gegeben, die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ziel 6 fordert sichere Toiletten, sauberes Trinkwasser und Zugang zu Hygiene für alle. Der globale Trend zeigt: in den letzten 10 Jahren haben 2,1 Milliarden Menschen Zugang zu sanitärer Grundversorgung erhalten. Dennoch – zwei Drittel der Weltbevölkerung lebt ohne sichere Toilette. 673 Millionen Menschen verrichten ihr Geschäft im Freien. Diese Toiletten-Krise hat gravierende Auswirkungen auf Gesundheit, Umwelt oder Bildung. Etwa die Hälfte aller Mädchen weltweit besucht eine Schule ohne Schultoiletten. Die fehlende Intimsphäre und schlechte Hygienebedingungen sorgen dafür, dass Mädchen der Schule fernbleiben oder sie sogar ganz abbrechen, sobald sie ihre Periode bekommen.

World Toilet Day 2019

Unter dem Motto „Leaving no one behind“ findet am 19.11.2019 der World Toilet Day statt. Was das bedeutet? Es muss sichergestellt werden, dass alle Menschen einen fairen und gleichen Zugang zu angemessener Sanitärversorgung haben. Dafür müssen Staaten ihre Bemühungen beschleunigen, um die Menschen einzubeziehen, die bisher ausgegrenzt werden oder schwer erreichbar sind. Dazu zählen unter anderem Menschen mit Behinderungen, Kinder, alte und kranke Menschen, Geflüchtete und Menschen, die in Armut oder entlegenen Regionen leben.

Photo Credit: SuSanaSecretariat

Das Toiletten-Tabu brechen

Die German Toilet Organizaton e.V. (GTO) hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Thema überall offen anzusprechen und so gegen die ungleiche Verteilung anzukämpfen. Seit 14 Jahren vernetzt sie eine Vielzahl öffentlicher und staatlicher Akteure und Partnerorganisationen und teilen Know-How. Zudem engagiert sich die GTO für alle Menschen, die von einer unzureichenden Sanitär-, Wasserversorgung und Hygiene (WASH) betroffen sind, unabhängig davon, ob sie im Ausland oder in Deutschland leben.

„Alle müssen Müssen können!“

Am 18.11.2019, dem Vortag des jährlich wiederkehrenden World Toilet Day, startet auf dem Potsdamer Platz eine Aktion im Rahmen des Projekts Klobalisierte Welt. Diese wird von Berliner Schüler*innen durchgeführt. Dort werden die Jugendlichen eigene Ideen öffentlichkeitswirksam umsetzen und wollen so auf die globale Sanitärkrise aufmerksam machen. Ihre Forderungen rufen die Schüler*innen an einem „Klo-Pult“ aus. Gepaart mit einer Bildergalerie veranschaulicht eine übergroße selbstgebaute „schlechte“ Toilette den Zustand der sanitären Grundversor-gung weltweit. Flaschen mit verdrecktem Wasser und ein Klo-Kuchen verdeutlichen die für Millionen von Menschen problematische Trinkwasserversorgung weltweit sowie deren Auswirkungen auf Gesundheit und Mangelernährung.

Habt ihr Fragen zur Arbeit der German Toilet Organization (GTO) und ihren Projekten?
Schaut euch gerne um unter: www.germantoilet.org und verfolgt ihre Seiten bei Twitter, Facebook und Instagram.

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12. November 2019

12. November 2019 - 16:45

1. Weltbevölkerungskonferenz in Nairobi
Viele Medien, darunter tagesschau.de, zdf.de, der SWR, Deutschlandfunk, die Deutsche Welle und die Neue Osnabrücker Zeitung thematisieren die Weltbevölkerungskonferenz, die derzeit in Kenias Hauptstadt Nairobi von den Vereinten Nationen ausgerichtet wird. Bis zum 14. November beraten Gesundheitsexpert*innen sowie Vertreter*innen aus Politik und Zivilgesellschaft aus mehr als 160 Ländern darüber, wie sie das rasante Wachstum der Weltbevölkerung reduzieren können. Die bei der letzten Konferenz in 1994 festgelegten Meilensteile seien bis heute nur teilweise erreicht worden. Während in den meisten Regionen der Welt die Geburtenraten zurückgingen, lassen sich in West- und Zentralafrika weniger Fortschritte beobachten. Dort liege die Geburtenrate immer noch bei über fünf Kindern pro Frau. Trotzdem behalten die Grundprämissen der Konferenz ihre Gültigkeit. Dazu gehören an erster Stelle die Sicherung von Gleichberechtigung, sexueller und reproduktiver Gesundheitsversorgung und Selbstbestimmung. Zwang oder verordnete Geburtenkontrolle gehören nicht dazu. Die Ziele, die von den über 6.000 teilnehmenden Personen in Nairobi vereinbart werden, seien unverzichtbar, um die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu erreichen.

2. EU lässt Ebola Impfstoff zu
Unter anderem der Deutschlandfunk, NDR, SWR, t-online.de, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, das Ärzteblatt und die Deutsche Apotheker Zeitung melden, dass die Europäische Union erstmalig einen Impfstoff gegen Ebola zugelassen hat. Die EU-Kommission folge damit einer Empfehlung des Humanarzneimittelausschusses der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Der Wirkstoff Ervebo sei seit Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika erforscht und entwickelt worden. In den Jahren 2014/2015 habe die Region den bisher schlimmsten Ebola-Ausbruch verzeichnete, dem über 11.000 Menschen zum Opfer fielen. Dennoch gehe der Kampf gegen das Virus weiter. In der Demokratischen Republik Kongo seien mindestens 2.100 Menschen seit dem Frühsommer 2018 an der Infektionskrankheit gestorben. Dieser Gesundheitsnotstand habe die EMA dazu bewegt, die Zulassung anzuraten bevor alle Informationen zum Herstellungsprozess vorliegen.

3. Psychisch kranke Menschen in Nigeria misshandelt
Human Rights Watch kritisiert die Misshandlungen psychisch kranker Menschen in Nigeria, wie der Deutschlandfunk berichtet. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation werden in staatlichen Krankenhäusern, traditionellen Heilzentren und religiösen Einrichtungen Menschen mit psychischen Erkrankungen in Ketten gehalten und körperlich misshandelt. Die Regierung von Präsident Muhammadu Buhari habe die Missstände, die in als Koranschulen getarnten Häusern aufgedeckt wurden, verurteilt. Allerdings gebe sie laut Human Rights Watch nicht zu, dass sich solche Vorgänge auch in staatlichen Einrichtungen ereignen. Menschen mit psychischen Erkrankungen werden in der nigerianischen Gesellschaft allgemein stigmatisiert und erhalten keine ausreichende Unterstützung oder Versorgung, so die Menschenrechtler*innen.

 

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Die Top-Themen des Tages: 11. November 2019

11. November 2019 - 16:28

1. Südsudan: Regierungsbildung verzögert sich
Wie das ZDF, der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung berichten, verzögert sich die Regierungsbildung im Südsudan weiterhin. Nach jahrelangem Bürgerkrieg haben Präsident Salva Kiir und der ehemalige Vizepräsident Riek Machar im Jahr 2018 auf Nachdruck der Vereinten Nationen und der USA ein Friedensabkommen geschlossen. Dieses habe ursprünglich die Bildung einer Übergangsregierung mit den beiden Kontrahenten bis zum 12. November 2019 vorgesehen. Weil jedoch entscheidende Themen wie die Organisation des Militärs nicht geklärt worden sein, haben beide Parteien die Frist zur Regierungsbildung bereit zum zweiten Mal nicht eingehalten. Weitere Konfliktherde seien die Regelung um die Erlöse aus den nationalen Ölvorkommen sowie die ethnische Herkunft der Kontrahenten. Kiir gehöre der ethnischen Gruppe der Dinka an, während Machar der Nuer angehöre. Insbesondere Machar trete als Bremser der Friedensverhandlungen auf und halte sich selbst nicht in der Hauptstadt Südsudans, Juba, auf. Um zu verhindern, dass der Konflikt wieder in gewaltsamen Auseinandersetzungen münde, haben die Parteien sich bei Vermittlungsgesprächen in Uganda auf eine erneute Fristverlängerung von 100 Tagen geeinigt.

2. DR Kongo: Journalist in Haft
Reporter ohne Grenzen fordert die Freilassung des kongolesischen Journalisten Achiko Ngaya in der Demokratischen Republik Kongo, wie die Welt meldet. Dem Reporter, der für die Zeitung Nouvelles du Soir schreibe, werde vorgeworfen „den Ruf der panafrikanischen Geschäftsbank Ecobank geschädigt zu haben“. Zuvor hatte Ngaya über negative Kundenerfahrungen bei der Bank berichtet. Das veraltete Presserecht in Kongo räume der Justiz weitreichene Befugnisse zur Bestrafung von Journalist*innen ein. In dem Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen rangiere das Land auf Platz 154 von 180.

3. Afrikas Intellektuelle fordern Aufbruch
In der Süddeutschen Zeitung thematisiert Jörg Häntzschel die ‚Ateliers de la pensée‘, eine mehrtägige Denkwerkstatt afrikanischer Intellektueller in Senegals Hauptstadt Dakar initiiert durch Philosoph und Wissenschaftler Achille Mbembe und Musiker Felwine Sarr. Neben Vorträgen aus den Finanz- und Wirtschaftswissenschaften sei insbesondere die Forderung nach „einem neuen kulturellen Selbstbewusstsein Afrikas“ auf ein großes Echo gestoßen. Dazu gehöre das „immaterielle kulturelle Erbe“ des Kontinents wiederzuentdecken, das „unter Kolonialismus und Kapitalismus verschüttet“ worden sei. Zum „Rückbesinnen auf die eigenen Stärken“ gehöre das Wiederbeleben von traditioneller Musik, Literatur oder Architektur sowie Rückforderungen afrikanischen Besitzes, der in europäischen Museen lagert oder ausgestellt ist.

 

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Mutig und zielsicher: Von der inoffiziellen libyschen Frauenfußballmannschaft zur NGO für Mädchen und Frauen

11. November 2019 - 13:28

Ein Film aus Libyen macht momentan gewaltigen Eindruck in internationalen Kinos. In Freedom Fields verfolgt die libysch-britische Regisseurin und Künstlerin Naziha Arebi über fünf Jahre hinweg einer Gruppe libyscher Frauen, die eigentlich nur Fußball spielen wollten – und dadurch zu Aktivist*innen wurden.

Eine der Spielerinnen neben dem Fußballfeld. Oft war es schwierig für die Frauen, einen Trainingsort zu finden. Foto: Freedom Fields

Wie es dazu kam?

In ihrem Debut erzählt Naziha Arebi die Geschichte der Hindernisse und Herausforderungen, denen sich drei Libyerinnen und ihr Fußballteam nach der Rebellion in ihrem Land stellen müssen. Ohne staatliche und öffentliche Unterstützung spielen sie mit minimalen Ressourcen und maximaler Motivation weiter – und setzen sich damit mehr und mehr bewusst für die Rechte und Möglichkeiten von Frauen und Mädchen ein. Selbst als die Träume des arabischen Frühlings schon längst zerstört sind, geben diese Frauen die Hoffnung nicht auf.

Autofahrt in Tripoli, Libyen. Foto: Freedom Fields

Mehr als Fußball

Doch aus dem Fußball ist etwas noch viel Größeres entstanden. 2016 gründete das Team die NGO Hera, die in zwei libyschen Städten Sport als Mittel zur Zusammenkunft, Traumaverarbeitung und dem Empowerment von jungen Menschen nutzt. Auf dem Feld und im Alltag wollen sie das Leben junger Mädchen und Frauen verändern und ihre Möglichkeiten erweitern.

Neben einem Sommercamp organisieren sie Projekte in Schulen, Geflüchtetenlagern und Waisenhäusern, um vor allem Mädchen den Zugang zu Sportunterricht zu ermöglichen, den sie momentan häufig noch nicht erhalten. Ein großes Ziel von Hera ist es auch, einen außerschulischen Ort für Frauen und Mädchen zu schaffen, an dem sie in Sicherheit und Ruhe Sport treiben können.

Teilnehmer*innen auf einem Workshop von HERA. Foto: Freedom Fields

Begeisterung rund um die Welt

Freedom Fields hat auf dem Johannisburger Film Festival  den Preis für den besten Film erhalten, war für einen BAFTA nominiert und wurde zur besten Dokumentation auf dem Karama Human Rights Film Festival ausgezeichnet. Rund um die Welt wird der Film ausgestrahlt und zeigt den unermüdlichen Ehrgeiz und die unerschöpfliche Motivation des Teams. Neue Aktivitäten in Benghazi und Camps vertriebener Menschen aus Tripoli sind bereits geplant. Mit Hera haben sie etwas ins Leben gerufen, das über den Sport hinaus geht und jungen Mädchen und Frauen in Libyen zeigen soll, dass vieles möglich ist, wenn man die Hoffnung nicht aufgibt.

Eine der Teammitglieder trainiert unermüdlich, ganz egal wo. Foto: Freedom Fields

Verfolgen könnt ihr die Reise des inspirierenden Films rund um die Welt auf dem Twitter Kanal von Freedom Fields. 

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08. November 2019

8. November 2019 - 15:21

1. Menschenrechtsgerichtshof verurteilt ehemaligen Rebellenführer
Viele Medien, darunter zdf.de, FAZ.net, SPIEGEL ONLINE, die tageszeitung (taz), der Standard und euronews berichten über die Verurteilung des ehemaligen kongolesischen Rebellenführers Bosco Ntaganda durch den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag. Nachdem das Gericht Ntaganda bereits in allen 18 Anklagepunkten für schuldig befunden habe, sei er nun zur Höchststrafe von 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der ehemalige Militärchef und Kommandant mehrerer kongolesischer Rebellengruppen habe sich damit für ethnisch motivierte Verbrechen gegen die Gruppe der Lendu in den Jahren 2002 und 2003 verantworten müssen. Zum ersten Mal sei hier auch sexuelle Gewalt als Kriegswaffe geahndet worden. Ntaganda könne nun innerhalb von 30 Tagen Berufung gegen das Urteil einlegen.

2. EU: Abschottung statt Entwicklungspolitik?
In der tageszeitung (taz) kommentiert Christian Jakob ausführlich die EU-Entwicklungspolitik der letzten Jahre. Jakob kritisiert, dass die EU-Mittel für Entwicklungszusammenarbeit in auffälliger Regelmäßigkeit an afrikanische Länder als „Lohn für […] Migrationskontrolle“ gezahlt werden. Derzeit werde innerhalb der EU-Institutionen das EU-Siebenjahresbudget verhandelt. Abzusehen sei, dass die Entwicklungszusammenarbeit keinen eigenen Einzeletat mehr innehaben werde. Der Europäische Entwicklungsfonds (EEF) werde abgesetzt. Gleichzeitig beleuchtet Jakob eingehend die erhöhten Ausgaben für Grenzschutzmaßnahmen, die den Ausbau der EU-Grenzschutzagentur Frontex beinhalten. Mark Kellermann, Wissenschaftler am Transnational Institute (TNI) in Amsterdam, warnt die EU davor „Abschottung als Wachstumsmarkt“ zu verstehen.

3. Äthiopien: Regierungschef mit dem Rücken zur Wand
Premierminister Äthiopiens und diesjähriger Friedensnobelpreisträger, Abiy Ahmed, äußert sich menschenverachtend gegenüber der ethnischen Gruppe der Qeerroo, wie Christoph Titz auf Spiegel Online meldet. Abiy habe den Friedensnobelpreis für den Friedensschluss mit dem Nachbarland und einstigem Erzfeind Eritrea erhalten sowie für Schritte zur Liberalisierung des Landes. Jawar Mohammed, einer der amnestierten ehemaligen Staatsfeinde suche nun den offenen Konflikt mit Abiy. Der Anführer einer Gruppe radikaler Oromo, genannt ‚Qeerroo‘, stachele seine Gefolgsleute zu gewalttätigen Protesten gegen Regierungschef Abiy auf. Dieser habe in einer Pressemitteilung auf die immer wieder eskalierenden Demonstrationen reagiert und dort die Qeerroo als „Unkraut” bezeichnet, das man „ausreißen“ müsste. Titz stellt infrage, ob solche Aussagen eines Friedensnobelpreisträgers würdig seien.

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07. November 2019

7. November 2019 - 16:43

1. Esther Duflo macht Armutsprobleme greifbar
Die Armutsökonomin Esther Duflo, die in diesem Jahr zur jüngsten Gewinnerin des Wirtschaftsnobelpreises gekürt wurde, sprach mit Georg Blume und Uwe Jean Heuser in der aktuellen Zeit über ihre Forschung. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Abhijit Banerjee entwickle Duflo ein einzigartiges Forschungsmodell, das Armutsprobleme greifbar machen soll und spezifisch Lösungsansätze biete. Durch randomisierte, kontrollierte Studien würden Sachverhalte in ihre Einzelteile zerlegt und dann gezielt und mittels Experimenten untersucht. Duflo möchte mit ihrem Ansatz keine Allgemeinlösung liefern, sondern Werkzeuge „mit denen sich die Produktion von Wissen verändert“. Diese Werkzeuge würden mittlerweile hunderte Wissenschaftler*innen weltweit anwenden. Damit versuche die Forschung zu ergründen, wie die Politik durch kleine Veränderungen die großen Herausforderungen in der Bekämpfung extremer Armut bewältigen können.

2. DR Kongo kommt nicht zur Ruhe
Dominic Johnson berichtet in der tageszeitung (taz) über die Entwicklungen von Ebola und bewaffneten Konflikten im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Während die Anzahl der Ebola-Neuerkrankungen in der Provinz Nordkivu laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesunken sei, haben sich die Krankheitsfälle in die nördliche Provinz Ituri verlagert. Die fehlende Infrastruktur und Gesundheitsversorgung erschweren die Arbeit von Hilfsorganisationen vor Ort. Gleichzeitig komme es im Ostkongo vermehrt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Milizen. Diese Entwicklungen haben Einfluss auf die Beratungen des UN-Sicherheitsrates über eine mögliche Verlängerung der UN-Blauhelmmission, die Ende des Jahres auslaufe.

3. Tote bei Anschlag in Burkina Faso
Wie unter anderem der Deutschlandfunk, FAZ.net, WELT, ZEIT ONLINE, FOCUS Online und Merkur.de melden, sind in Burkina Faso mindestens 37 Menschen bei einem Anschlag auf einen Bergbaukonvoi getötet und 60 verletzt worden. Bisher sei unklar, ob islamistische Milizen für die Tat verantwortlich seien. Diese seien sowohl in Burkina Faso als auch im angrenzenden Mali und im Niger aktiv. Das vor Ort tätige Bergbauunternehmen Semafo aus Kanada habe den Anschlag bestätigt, der sich im Osten des Landes auf dem Weg zwischen Fada und der Goldgrube Boungou ereignete. Die Arbeit in der von Sicherheitskräften gesicherten Goldgrube werden allerdings fortgeführt.

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06. November 2019

6. November 2019 - 13:43

1. Flucht durch Afrika gefährlicher als übers Mittelmeer
Viele Medien, darunter ZDF.de, Tagesschau.de, WELT, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), ZEIT ONLINE, die Süddeutsche Zeitung und der Standard, thematisieren einen aktuellen Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und des UN-Geflüchtetenhilfswerks (UNHCR). Laut der Studie sterben auf den Fluchtrouten zum Mittelmeer doppelt so viele Menschen wie auf der Route über das Mittelmeer. Allerdings sei die Datenlage bezüglich der ländlichen Fluchtrouten Nordafrikas unklarer verglichen mit den Angaben zu Todesopfern im Mittelmeer. Bezogen auf das Jahr 2018 nennt die IOM „Verkehrsunglücke“ sowie „Verdursten, Gewalttaten, Verhungern und Krankheiten“ als Haupttodesursachen. Entwicklungsminister Gerd Müller warnte Migrant*Innen davor, den gefährlichen Weg durch die Wüste zu nehmen. Er wolle die Herkunftsländer darin unterstützen, Perspektiven vor Ort zu schaffen, die eine Auswanderung weniger attraktiv machen.

2. Grüner Wasserstoff aus Afrika
Afrika soll nach dem Wunsch von Entwicklungsminister Gerd Müller zu einer Energieregion für grünen Wasserstoff werden, wie die Deutsche Welle und der Deutschlandfunk berichten. Das Forschungsministerium betrachte Wasserstoff als nachhaltige Schlüsselenergie für die Zukunft. Allerdings benötigt seine Herstellung so viel Strom aus erneuerbaren Quellen, dass seine Herstellung in Deutschland ineffizient wäre. Aus diesem Grund strebe Müller eine „Energiepartnerschaft“ mit dem „Kontinent der Sonne“ Afrika an. Im Austausch für den Export entsprechender Technologien könne Deutschland Wasserstoff günstig importieren. Der Import sei allerdings ein logistisch aufwendiges Unterfangen.

3. Afrikas Mikrokredite in der Krise
Für die Deutsche Welle beleuchtet Silja Fröhlich den Nutzen von Mikrokrediten in Afrika. Mikrokredite seien seit einigen Jahrzeiten in Afrika sehr populär und seien bereits als „Wunderwaffe im Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit“ bezeichnet worden. Mittlerweile sei die Begeisterung in Ernüchterung umgeschlagen, da laut Weltbank fast die Hälfte aller Afrikaner*Innen weiterhin unterhalb der Armutsgrenze leben. Der Ökonom Milford Bateman von der kroatischen Universität Pula bezeichne Mikrokredite sogar als „entwicklungsfeindlich“. Rainer Thiele, Leiter des Forschungsbereichs Armutsminderung und Entwicklung an der Universität Kiel, hebe jedoch eine hohe Rückzahlungsquote sowie eine wachsende Anzahl Kleinunternehmen als positive Effekte hervor. Auch wenn der Hype um Mikrokredite vorbei sei, schreibt Anke Luckja von ,Opportunity International‘, führe eine Aufnahme eben dieser auch zu positiven Effekte wie einem veränderten Sparbewusstsein. Ein UN-Bericht bestätigt den Nutzen von Mikrokrediten als Instrument der Armutsbekämpfung, unterstreicht jedoch auch, dass diese keine volkswirtschaftlichen Allheilmittel seien.

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