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Aktualisiert: vor 11 Stunden 26 Minuten

#ArewaMeToo – Nigerias Frauenbewegung

10. Juli 2019 - 13:16

Unter dem Titel „Die #MeToo Bewegung in Nordnigeria: Zusammentreffen von Islam, Kultur und Moderne“ hat Medinat Abdulazeez Malefakis vergangene Woche ihre Forschung zur Frauenbewegung im Norden Nigerias vorgestellt. ONE war dabei und berichtet.

#MeToo –es begann nicht erst in Hollywood

Als Alyssa Milano im Zuge der öffentlich werdenden Missbrauchsfälle des Hollywood-Regisseurs Weinstein 2017 einen Tweet verfasste und #MeToo verwendete, entwickelte sich binnen Stunden eine virale Social Media Bewegung, im Zuge derer Millionen Menschen ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt teilten. Die Formulierung „Me Too“ geht allerdings auf die Aktivistin Tarana Burke zurück. Sie setzt sich für Opfer sexueller Gewalt, insbesondere aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen, ein. In ihrer Arbeit erkannte sie, dass es unglaublich wichtig ist, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Ihr wurde aber auch klar, wie schwierig das öffentliche Berichten über eigene Gewalterfahrungen ist. Bereits 2006 benutzte sie dafür den Begriff „Me Too“. Die Bewegung startete also nicht ursprünglich im glänzenden Hollywood mit weißen Frauen. Sie begann in der schwarzen Community in der Bronx – einem sozial schwachen New Yorker Stadtteil.

Der entscheidende Tweet, der die #MeToo Bewegung aufgriff und ins Rollen brachte.

Von #MeToo zu #ArewaMeToo

Weil es an keinem Ort der Erde wirkliche Gleichberechtigung der Geschlechter gibt, ist es eigentlich kaum verwunderlich, dass weltweit #MeToo aufgriffen wurde. Bemerkenswert ist im Fall Nigerias dennoch, dass ausgerechnet im Norden des Landes die Frauen laut wurden. Denn dort können nur sehr wenig Frauen lesen und schreiben und ihr Zugang zum Internet ist ebenfalls ziemlich gering – keine ideale Voraussetzung für eine Online-Bewegung. Außerdem sind patriarchalische Strukturen dort extrem stark ausgeprägt. Gewalt gegen Frauen ist dort sehr häufig und Sexualität ist ein Tabuthema über das nicht gesprochen wird, von Sexualerziehung ganz zu schweigen. Deshalb entscheiden sich die meisten Frauen denen sexuelle Gewalt wiederfährt nicht darüber zu sprechen, aus Angst vor dem Stigma das dort damit einhergeht.

Weltweit kämpfen Frauen für gleiche Rechte und gegen Gewalt.

Trotzdem begannen Frauen über ihre Erfahrungen mit geschlechtsspezifischer Gewalt zu berichten. Den Start machte Khadijah Adamu, eine 24-jährige Apothekerin, die vom Missbrauch durch ihren Ex-Freund tweetete. Andere Frauen folgten und durchbrachen damit teils jahrelanges Schweigen. Der Hashtag #ArewaMeToo ist dabei eine eigene Abwandlung, welche den Namen Nordnigerias – Arewa – mit aufnimmt.

Die Bewegung bekommt Gegenwind

Wie überall auf der Welt kam es auch in Nigeria bald zu Gegenreaktionen. Dass die Bewegung religiöse Interpretationen und Anordnungen hinterfragte, führte bei vielen nigerianischen Twitter-Nutzern zu Empörung. Frauen, die an die Öffentlichkeit treten, unterwanderten eine kulturell gewachsene Trennung zwischen Privatem und Öffentlichem, bei der Frauen häufig der Platz im Privatem zugeordnet wird. Viele Menschen, die das als natürlich sehen, empfanden die protestierenden Frauen als Bedrohung. Und letztlich machte die Bewegung sichtbar: Die patriarchalischen Strukturen sind an der sexuellen Gewalt mitschuldig. Für viele Menschen in Machtpositionen verursachte das vor allem eins: Angst. Kommt dir bekannt vor? Auch in Deutschland flüchteten Männer in den Vorwurf eines Generalverdachts, anstatt sexistische Strukturen und Denkweisen zu reflektieren und durchbrechen.

Männer, die für Frauenrechte demonstrieren – so sollte es überall sein Foto: Samantha Sophia)

Eine passende Antwort auf kulturelle Anschuldigungen

Die Aktivist*innen ließen das aber nicht einfach stehen. Gerade weil häufig religiöse Argumentationen gegen die Bewegung benutzt wurden, setzten sie der Kritik eine eigene religiöse Deutung entgegen. Sie griffen beispielsweise Ansätze des Islamischen Feminismus auf, der innerhalb der Religion die Gleichstellung aller Geschlechter begründet und fördert. Damit versuchten sie den Vorwurf zu entkräften, sie würden fremde westliche Interesse unterstützten. Dieser Ansatz holte auch Menschen in ihrer Lebenswelt ab, um sie für einen kulturell angepassten Feminismus zugänglich zu machen.

Was bedeutet das für mich?

Die #ArewaMeToo Bewegung zeigt, dass jeder Mensch egal wo er*sie lebt, den Wunsch und den Anspruch auf Gleichberechtigung hat, unabhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder sozialem Status. Aber der Weg dorthin kann sehr unterschiedlich aussehen.

Sie macht auch deutlich, dass Frauen überall auf der Welt von Diskriminierung und geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht werden. Natürlich ist das Ausmaß sehr unterschiedlich und Frauen sollten sich nicht gegeneinander ausgespielt werden. Nur weil die rechtliche Situation für Frauen in Deutschland deutlich besser ist als in Nordnigeria, heißt nicht, dass man über Themen wie  die Luxussteuer auf Produkte für Menstruationshygiene, oder dass Frauen in Deutschland durchschnittlich 21% weniger verdienen als Männer nicht reden braucht.

Im Gegenteil, wir finden der Gedanke, dass weltweit Frauen und Männer für Geschlechtergerechtigkeit kämpfen, macht Mut. Denn wir können uns gemeinsam für eine Welt, frei von Ungleichheit und sexueller Gewalt einsetzen. Wir können voneinander lernen und uns unterstützen.

Eine Möglichkeit dafür ist zum Beispiel die Petition der senegalesischen Aktivistin Black Queen gemeinsam mit ONE im Senegal. Nach der Vergewaltigung und dem Mord von zwei Frauen fordert sie die senegalesische Regierung auf, Vergewaltigungen konsequent zu bestrafen und Opfer sexueller Gewalt zu schützen. Unterstütze sie dabei und unterschreibe die Petition!

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10. Juli 2019

10. Juli 2019 - 13:03

1. Sudan: Internet wieder zugänglich

Die Deutsche Welle berichtet, dass nach mehr als einem Monat das Internet im Sudan wieder frei ist. Nach dem Sturz des Präsidenten Omar al-Baschir im April diesen Jahres einigten sich vergangene Woche das Militär und die Opposition im Sudan. Das Land sei nach einer „heroischen Revolution“ auf dem Weg in eine neue Zukunft, so Osama Hemeida vom Beirat für Menschenrechtsfragen. Es sei somit an der Zeit, die Sanktionen gegen Sudan aufzuheben. Hemeida fordere einen radikalen Schuldenschnitt, um das Land von seinen Auslandsschulden zu befreien. UN-Menschenrechtsspezialist*innen hatten am Montag die sudanesischen Behörden aufgefordert, das Internet wiederherzustellen. Eine Abschaltung verletze die Menschenrechte, da es die Freiheit der Meinungsäußerung und die Versammlungsfreiheit behindere. Bereits am 3. Juni sei das Internet unterbrochen worden. Ein Gericht in der Hauptstadt Khartum habe nun angeordnet, dass die Netzbetreiber es für ihre Kunden wieder freigeben müssen.

2. Afrikanische Freihandelszone: Merkel sieht großes Potenzial

Wie der Deutschlandfunk und die Agentur Reuters berichten, sieht Bundeskanzlerin Angela Merkle große Chancen in der neu entstandenen afrikanischen Freihandelszone. Deutschland und auch Europa müssten das Potenzial Afrikas stärker nutzen. Die jetzt entstehende Freihandelszone (AfCFTA) könne der Schlüssel hierzu sein, so Merkel. Afrika sei durch seine vielen jungen Menschen ein innovativer Kontinent und reich an Rohstoffen. Der ab Juli 2020 entstehende Binnenmarkt könne auch deutschen Unternehmen eine Investition in Afrika erleichtern, so Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft. Die Bundesregierung setze bei ihrer Afrikapolitik verstärkt auf die Themen Digitalisierung, Bildung und Ausbildung sowie auf Beschäftigung, Handel und Investition.

3. UN-Nachhaltigkeitsziele: Ein weiter Weg

Wie Evangelische.de und Chrismon unter Rückgriff auf eine epd-Meldung berichten, appellieren gestern Entwicklungsexpert*innen an Deutschland und die Europäische Union, die UN-Nachhaltigkeitsziele schneller und verstärkt anzugehen. In der Politik habe angesichts der großen Herausforderungen und der Frage nach der Finanzierung eine Art „Schockstarre“ eingesetzt, so Wolfgang Obenland, Programmkoordinator des Global Policy Forums. Dabei gebe es viele Mittel, die anders genutzt werden könnten und damit zur Umsetzung der UN-Ziele beitragen könnten. Dazu gehörten etwa Subventionen von EU-Ländern für fossile Energieträger. Zu den UN-Zielen gehöre der Kampf gegen den Klimawandel genauso wie die Bekämpfung von extremer Armut und Benachteiligung. Im September soll bei einer Konferenz in New York Bilanz zum Stand der Umsetzung gezogen werden. Hunger und extreme Armut sollen laut den UN-Zielen bis 2030 verschwunden sein.

 

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09. Juli 2019

9. Juli 2019 - 14:15

1. Den Haag verurteilt Kriegsverbrecher

Wie mehrere Medien, darunter die Deutsche Welle, der Tagesspiegel Online (taz), Spiegel Online, Tagesschau Online und die Süddeutsche Online berichten, wurde der Kongolese Bosco Ntaganda in Den Haag verurteilt. Der internationale Gerichtshof habe den Rebellenchef wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Ntganda sei in allen 18 Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Als Kommandant der Rebellengruppe „Patriotische Kräfte für die Befreiung des Kongos” (CNDP) sei er einer der Hauptführer der Verbrechen gewesen. Nach drei Jahren Prozess sei jetzt das Urteil in Den Haag gefallen. In drei Anklagepunkten halte ihn das Gericht für direkt verantwortlich: Mord, versuchter Mord und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen. Die Situation vor Ort habe sich allerdings verschärft. Die Frage sei, welchen Einfluss das Urteil auf die aktuellen Probleme habe, so Jean Bosco Lalo, Koordinator des Bündnisses zivilgesellschaftlicher Gruppen in Ituri. Für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (ICC) sei es erst die dritte Verurteilung für Kriegsverbrechen seit seinem Bestehen. Die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüße das Urteil.

2. Ostafrika: Klischeebilder in der Stellenanzeige

In der aktuellen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung berichtet Bernd Dörries über eine Stellenausschreibung der New York Times (NYT) welche in Ostafrika für Kritik gesorgt hat. Mit der Stellenanzeige für eine*n Ostafrikakorrespondent*in habe die NYT in Kenia für Empörung gesorgt. Viele Kenianer*innen sahen hier ein Klischeebild Afrikas repräsentiert. Der*die neue Korrespondent*in solle über ‘Terrorismus, den Wettlauf um Ressourcen, den globalen Wettkampf mit China und das ständige Hin und Her zwischen Demokratie und Autoritarismus’ berichten. Doch es bestehe auch die Möglichkeit, die Leser*innen mit einer „unerwarteten Geschichte der Hoffnung“ zu beglücken. Von der ökonomischen Erfolgsgeschichte Kenias, der Elektrifizierung des Landes oder der neuen Eisenbahnlinie an der Küste sei nichts erwähnt. Die NYT entschuldigte sich für die Anzeige, doch viele Medien kritisierten die einseitige Darstellung Ostafrikas. Immer mehr Medienunternehmen könnten sich keine eigenen Korrespondent*innen leisten. Große Stiftungen zahlten deshalb häufig große Summen, damit lokale und internationale Medien über Afrika berichten.

3. Libyen: sofortige humanitäre Hilfe nötig

Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung Online, die Frankfurter Allgemeine Zeitung Online, die Zeit Online sowie Welt Online melden, spricht sich Gerd Müller für sofortige Hilfe für Libyen aus. Notwendig sei eine gemeinsame humanitäre Initiative von Europa und den Vereinten Nationen zur Rettung der Geflüchteten, so der Entwicklungsminister. Am Sonntag konnte das Schiff des Vereins Sea-Eye mit 65 Geflüchteten an Bord in Malta anlegen. Eine sofortige Übereinkunft zur Seenotrettung in der EU sei zu treffen, so Müller. Die Lager in Libyen seien keine Perspektive. Es werde ein Handeln der Bundeskanzlerin und des gesamten Kabinetts erwartet, so Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt.

 

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08. Juli 2019

8. Juli 2019 - 16:56

1. Gerd Müller fordert mehr Investitionen in Entwicklung

Nicola Abé, Batholomäus Grill und Christoph Schult führen im aktuellen Spiegel ein Interview mit Entwicklungsminister Gerd Müller. Die Kritik an der Entwicklungshilfe entspreche nicht der Wirklichkeit, so Müller. Gerade seit den 1990er Jahren sei die Zahl der Menschen, die von Armut betroffen sind, von rund 1,9 Milliarden auf 740 Millionen gesunken, während die Weltbevölkerung um 2 Milliarden Menschen gewachsen sei. Dennoch läge noch viel Arbeit vor der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere in Afrika. Die Ressourcen seien zwar vorhanden, jedoch fehle ein konsequenter Wille. So sei etwa die Erhöhung des Afrika-Etats der EU von fünf auf sechs Milliarden Euro zu gering. Eine wirksame Finanzierungsquelle wäre die Einführung einer europäischen Finanztransaktionssteuer. Dies werde aber von der Finanzindustrie boykottiert. Die Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten sei auch an Bedingungen geknüpft, dabei stünden gute Regierungsführung und die Bekämpfung von Korruption im Mittelpunkt. Laut Müller sollen Entwicklungsinvestitionen auch für den Mittelstand interessanter werden. Die Dynamik der afrikanischen Volkswirtschaften werde oftmals unterschätzt.

2. Instabile Länder anfälliger für Putschversuche

Philip Plickert berichtete gestern in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass afrikanische Regierungen häufiger gestürzt werden als Regierungen anderer Kontinente. Der Putsch im Sudan sei nur einer von vielen. Rund 75 Prozent aller Staatsstreiche fänden laut einer Analyse von NKC African Economics in afrikanischen Ländern statt. Im Durchschnitt gebe es zwar nur etwa zwei Staatsstreiche pro Jahr und dies weltweit, Afrika bleibe jedoch ein Kontinent mit vielen eher instabilen Ländern. Elf Faktoren hätten die Ökonomen von NKC African Economics ermittelt, welche einen Putsch oder einen Putschversuch begünstigen. Solide Demokratien seien insgesamt weniger anfällig für Putschversuche. Doch auch Autokratien und Diktaturen, welche die Opposition unterdrücken, werden weniger häufig geputscht. Anfällig seien vor allem mittel- bis halbautoritär regierte Länder. Als wirkliche Demokratie könne nur etwa die Hälfte aller afrikanischer Staaten betrachtet werden. Andere Faktoren, wie beispielsweise eine sehr junge Bevölkerung können die Wahrscheinlichkeit eines Putsches ebenfalls steigern. Ein bedeutender Risikofaktor sei ein militärischer Hintergrund des amtierenden Regierungsoberhaupts. Laut der NKC-Analyse gibt es derzeit in fünf afrikanischen Staaten ein erhöhtes Risiko für einen Putsch: in Äthiopien, Nigeria, Zimbabwe, auf den Komoren und in Sierra Leone. Einen wissenschaftlichen Konsens über die Determinanten möglicher Putschversuche gebe es allerdings nach wie vor nicht.

3. Einigung im Sudan

Wie bereits am Wochenende mehrere Medien, darunter die Tageszeitung online (taz), die Welt Online, Zeit Online und Deutsche Welle berichteten, einigten sich die Opposition und die Militärregierung im Sudan. Nach langen Verhandlungen hätten sich die Vertreter*innen der Protestbewegung und das Militär auf die politische Zukunft des Landes verständigt. Demokratische Wahlen seien allerdings erst nach einer Übergangszeit von mehr als drei Jahren vereinbart worden. Eine Übergansregierung werde es nicht geben, jedoch einen Rat. Sowohl das Militär als auch die Protestbewegung stellen hierfür fünf Mitglieder. Der Rat solle unter wechselseitiger Führung das Land leiten. Ebenfalls vereinbart wurde ein Überganskabinett mit fachkundigen Zivilist*innen. Allerdings habe das Militär nach wie vor eine zentrale Rolle. Die Armee habe außerdem die Unterstützung von wichtigen Regionalmächten wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten.

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Weltpolitik hautnah: Unser Treffen mit einem G7-Sherpa

5. Juli 2019 - 15:58

Bald ist wieder G7-Gipfel. Dieses Jahr möchten wir echten Fortschritt für Frauen und Mädchen weltweit sehen. Deshalb haben wir uns mit dem G7-Sherpa Professor Lars-Hendrik Röller getroffen und mit ihm über unsere Forderungen gesprochen. Hier berichtet Jugendbotschafterin Luisa von ihren Eindrücken des Treffens.

 

Aktivismus kennt kein Hitzefrei! Den sommerlichen 32°C zum Trotz, haben wir, eine Gruppe Jugendbotschafter*innen von ONE, die Möglichkeit genutzt, um uns für Geschlechtergerechtigkeit und das Ende extremer Armut einzusetzen. Im Rahmen der Vorbereitungen auf den G7-Gipfel im August, konnten wir uns mit G7-Sherpa Professor Lars-Hendrik Röller im Bundeskanzleramt treffen.

Sherpas sind die Chefunterhändler*innen der Regierungen, die das internationale Gipfeltreffen vorbereiten. Professor Röller hat diese Rolle nun schon seit 2011 inne und ist ebenfalls wirtschaftspolitischer Berater der Bundesregierung – ein einflussreicher Gesprächspartner also. Dementsprechend aufgeregt waren wir natürlich auch!

Es steht Einiges auf dem Spiel

Bei unserem Treffen hatten wir die Möglichkeit Professor Röller unseren offenen Brief zu überreichen und mit ihm über die Gleichstellung von Frauen und Mädchen, extreme Armut und eine gerechte Entwicklungszusammenarbeit zu sprechen. Das war uns ein großes Anliegen, denn schließlich steht einiges auf dem Spiel.

Die G7 sind ein wichtiges Forum, in dem die Staats- und Regierungschefs und -chefinnen Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Japans, Kanadas und der USA aufeinandertreffen und versuchen, sich auf gemeinsame weltpolitische Positionen zu einigen. G7 bzw. G8 Gipfel (bis 2014 war Russland noch dabei) haben eine lange Geschichte. Schon 1975 fand ein Treffen in Frankreich statt, das man als Vorläufer der heutigen Gipfel ansehen kann. In diesem Jahr findet G7 wieder in Frankreich statt, und zwar in Biarritz.

ONE fordert: Echter Fortschritt, keine leeren Versprechen

Die perfekte Möglichkeit etwas zu bewegen

Der Gipfel bietet die perfekte Möglichkeit, um wirklich etwas zu bewegen. Denn die dort vereinten Staaten sind die größten Geber von Entwicklungsgeldern weltweit. Außerdem werden auch Vertreter*innen der Regierungen von Südafrika, Senegal, Ruanda, Burkina Faso und Ägypten (als aktueller Vorsitz der AU Kommission) teilnehmen. Wir finden, dass dies der Startschuss für eine Partnerschaft mit Afrika auf Augenhöhe sein sollte. Zudem hat Frankreich als Gastgeber die Bekämpfung von Ungleichheiten sogar als das zentrale Thema des diesjährigen G7-Gipfels festgelegt.

Über 138.000 Unterstützer*innen haben mittlerweile unseren offenen Brief unterzeichnet, den wir Professor Röller überreichen konnten. Dieser Brief wurde von mehr als vierzig Aktivistinnen aus 15 Ländern Afrikas mitverfasst, darunter beispielsweise die erste Jugendbeauftragte der Afrikanischen Union Aya Chebbi. Diese Frauen, die wirklich in vorderster Reihe für die Gleichheit der Geschlechter eintreten, möchten nicht unser Mitgefühl. Sie fordern Taten, damit wir nicht noch 108 Jahre auf echte Gleichberechtigung warten müssen. Dem schließen wir uns an. Denn Geschlechtergleichheit muss höchste Priorität erhalten – beim G7-Gipfel und darüber hinaus. Was wir konkret fordern, könnt ihr hier nachlesen.

Jugendbotschafter*innen in Aktion

Jetzt heißt es: Dran bleiben!

Wir sind auf jeden Fall bestärkt aus dem Treffen hervorgegangen. Aber jetzt heißt es: Dran bleiben!  Denn wir möchten echten Fortschritt und nicht bloß Versprechen. Schließlich drängt die Zeit. Bis 2030 will die Weltgemeinschaft extreme Armut und vermeidbare Krankheiten beenden. Auch geschlechterbedingte Ungerechtigkeit soll bis dahin ein Ende finden. Und auch, wenn sich in diesem Bereich schon manches bewegt hat, gibt es bis dahin noch Einiges zu tun!

Du möchtest unsere Jugendbotschafter*innen in ihrer Arbeit unterstützen? Dann unterzeichne unseren offenen Brief. Denn: Im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit zählt jede Stimme!

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05. Juli 2019

5. Juli 2019 - 11:32
1. Nigeria sagt ‚Ja‘ zu Freihandel

Wie die Deutsche Welle und die Tageszeitung berichten, berät die Afrikanische Union derzeit in Niger, wie sie die Ziele ihrer eigenen Entwicklungsziele, die Agenda 2063, umsetzen kann. In erster Linie gehe es dabei um die Beschleunigung von Entwicklung und Wirtschaftswachstum. Bei der Agenda 2063 handelt es sich konkret um 14 Initiativen in den Bereichen Infrastruktur, Bildung, Wissenschaft, Technologie, Kultur und Friedenssicherung. Das panafrikanische Freihandelsabkommen AfCFTA, das vor kurzem in Kraft getreten sei, soll den Weg ebnen zu einer gemeinsamen Zoll- und Währungsunion, einem gemeinsamen Markt und möglicherweise einer afrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft. Am 30. Mai 2019 haben bereits 24 Länder das Abkommen ratifiziert. Würden alle Länder Afrikas dem Abkommen beitreten, könne AfCFTA die größte Freihandelszone der Welt werden. Auch die Regierung Nigerias, der größten Volkswirtschaft Afrikas, habe am Wochenende entschieden, dem Abkommen beizutreten. Es habe vorher Bedenken wegen offener Grenzen und der Einfuhr minderwertiger Waren gegeben. Aktuell sei das Freihandelsabkommen eine der wenigen Initiativen der Agenda 2063, die vorankommen, so Désiré Assogbavi, togolesischer Politikwissenschaftler. Andere Pläne wie beispielsweise der Ausbau des Schienenverkehrs und der innerafrikanischen Infrastruktur kämen nur schleppend voran. Auch das Ziel einer totalen Waffenruhe in Afrika bis 2020 sei derzeit kaum umzusetzen. Das Scheitern einer Initiative habe automatisch Einfluss auf das Gelingen anderer. Waffenruhe und Sicherheit seien die Grundlangen für Entwicklung. Mit einer starken Regierung sei es möglich, die Pläne bis 2063 umzusetzen, so Assogbavi.

2. Mehr Bildung für Mädchen

Wie der Deutschlandfunk berichtet, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller zum Treffen der G7-Entwicklungs- und Bildungsminister*innen in Paris mehr Einsatz für die Bildung von Mädchen und jungen Frauen. Die Minister*innen der G7-Länder beraten sich zum ersten Mal mit Kollegen*innen aus den G5-Sahelländern Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Tschad und Niger. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtet weiter, dass sich Müller mit der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai treffen werde. Bildung gebe Mädchen nicht nur neue Lebenschancen, sondern sie schütze auch vor Kinderehen und frühen Schwangerschaften. Aktuelle verliere man eine ganze Generation an den Folgen von Armut, Arbeitslosigkeit und Radikalisierung, so Müller. Dies könne, wie in den Sahel-Staaten, ganze Regionen destabilisieren.

3. Südafrika: Erstmals schwarze Frau Firmenchefin

Die Süddeutsche Zeitung portraitiert die Südafrikanerin Phuti Mahanyele-Dabengwa, die erste weibliche und schwarze Chefin des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers. Die 48-Jährige sei bereits zu „Forbes Africa Business Women of the Year” gekürt worden und habe sowohl für ihre Studienleistungen als auch für ihre Arbeit im Finanzsektor Auszeichnungen erhalten. Naspers, gegründet vor mehr als 100 Jahren, sei inzwischen ein internationaler Konzern. Mahanyele-Dabengwa habe in den USA und Großbritannien studiert und als Managerin für Sigma Capital gearbeitet. Sie solle nun die Auslandsgeschäfte des Konzerns vorantreiben. In Südafrika, einer der wichtigsten Märkte für Napsers, sei sie bereits gut vernetzt.

 

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04. Juli 2019

4. Juli 2019 - 13:40
1. Führt mehr Entwicklung zu mehr Migration?

Wie unter anderem Die Welt, Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Tagesschau.de und die Deutsche Welle berichten, wird die Migration nach Europa zunehmen. Dies gehe aus einer aktuellen Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hervor. Migration habe es schon immer gebegeben, erklärt Adrian Heiermann vom Berlin-Institut. Heute gebe es aber auch humanitäre Wanderungen wie zum Beispiel die Flucht vor Verfolgung oder Kriegen, aber auch die Bildungsmigration. Laut einer Befragung des Gallup-Instituts denken 10 Prozent der Weltbevölkerung darüber nach, in ein anderes Land auszuwandern. Mit insgesamt 33 Prozent sei der Anteil in afrikanischen Ländern südlich der Sahara vergleichsweise hoch. Jedoch mache sich nur ein Bruchteil der Menschen tatsächlich auf den Weg. Oft seien die finanziellen Mittel nicht vorhanden, so Rainer Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts. Auch sei es ein Irrtum, dass mehr wirtschaftliche Entwicklung in armen Ländern zu weniger Migration führe. Eine steigende Entwicklung bedeute zunächst mehr Migration, so die Studie. Wie Petra Sorge, Giacomo Zandonini, Ludovica Jona, Chris Jones und Caitlin Chandler im aktuellen Spiegel berichten, baut die EU ihre IT-Infrastruktur aus, um irreguläre Migration einzudämmen. So soll die EU-Grenzschutzagentur Frontex wachsen und riesige Mengen an Metadaten wie beispielsweise Pässe, Fingerabdrücke, Fotos und Adressen speichern und weitergeben können. So sollen Länder mehr direkten Zugriff auf Daten bekommen. Diese Praxis der Weitergabe sei an dem Projekt rechtlich umstritten. Allerdings brauche die EU auch Zuwanderung, da die Gesellschaft überaltere und es immer weniger Einzahler*innen in die Rentenkassen sowie die Gesundheits- und Pflegesysteme gebe, so Klingholz. Mit dem globalen Migrationspakt, den die UN-Vollversammlung im Dezember 2018 verabschiedet habe, gebe es einen Kooperationsrahmen, um Migrationspolitik global abzustimmen.

2. Afrikas Wohltäter*innen

Markus Schönherr berichtet im aktuellen Tagesspiegel über die Wohltätigkeit afrikanischer Milliardäre, die den Kontinent nachhaltig verändern wollen. Derzeit gebe es 20 Afrikaner*innen, die laut dem Wirtschaftsmagazin “Forbes Africa” Milliardäre seien. Viele von ihnen seien selbst in Armut aufgewachsen und geben nun ihr Geld an Stiftungen und Hilfsprojekte. Die Philanthropen in Afrika hätten andere Gründe als Steuernachlässe, so Chris Bishop, Autor des Buchs ‚Afrikas Milliardäre‘. Sie seien oft selbst mittellos aufgewachsen. Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas, wolle insbesondere als Wohltäter in Erinnerung bleiben aber auch als als Mann, der große Hürden gemeistert hat. Seine Stiftung, ausgestattet mit über einer Milliarde US-Dollar, unterstütze Bildung, Kunst, Kleinunternehmen und humanitäre Hilfe. Zwar trennten die Einwohner Afrikas und seine Milliardäre Welten, einigen würde sie jedoch eins: Die Opposition gegen Korruption, Misswirtschaft und schlechten Regierungsführung. Wolle Afrika vorankommen, müssen seine reichsten Bürger*innen Hand in Hand mit der Regierung arbeiten, so Patrice Motsepe, Bauunternehmer aus Südafrika.

3. Libyen: USA blockiert Einigung

Wie Zeit Online, Tagesschau.de, Welt Online, Deutsche Welle, Focus Online und die Tageszeitung (taz) online berichten, hat sich der UN-Sicherheitsrat nicht auf eine Verurteilung des Luftangriffes auf ein Flüchtlingslager in Libyen geeinigt. US-Diplomaten haben eine entsprechende Resolution blockiert, das sie kein „grünes Licht“ der US-Regierung erhalten haben. Bei dem Angriff auf das Geflüchtetenlager in Tadschura nahe der Hauptstadt Tripolis seien in der Nacht zum Mittwoch mindestens 44 Menschen getötet und 130 schwer verletzt worden. Der UN-Sondergesandte für Libyen, Ghassane Salamé, habe eine unabhängige Untersuchung gefordert. Der Luftangriff könnte demnach auch ein Kriegsverbrechen darstellen.

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03. Juli 2019

3. Juli 2019 - 12:19
1. Der Preis des guten Gewissens

Wie Tagesspiegel und die Deutsche Welle berichten steigt die weltweite Nachfrage nach Kobalt immer weiter. Allerdings führen die derzeitigen Abbaubedingungen zu großen ökologischen und sozialen Problemen. Kobalt werde unter anderem für die Akkus von E-Autos benötigt, um eine möglichst kurze Ladezeit zu gewährleisten. Der Bedarf sei bereits hoch und steige stetig an. Mehr als 60 Prozent des Kobalts werde in der Demokratischen Republik Kongo gefördert. Hier werde das Erz mit einfachsten Mittel abgebaut, oft auch von Kindern. Die Folgen seien Belastungen für die Umwelt und die Gesundheit. Um Kinderarbeit zu verhindern, würden immer mehr Autobauer auf Großminen setzen, in denen es keine Kinderarbeit gebe. Die Bewohner*innen rund um die Minen seien jedoch ebenfalls enormen Umweltbelastungen ausgesetzt. Mit den Großminen gebe es jedoch ein weiteres Risiko: den illegalen Kobalt-Abbau bei Nacht. Die Firmen setzen Hunde und Wachschutz ein, um die Minen zu beschützen. Dies habe jedoch auch Todesfälle nach sich gezogen. Die Förderung im Kongo werde jedoch weiter zunehmen, wie eine Studie der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) zeigt. Ein komplettes Embargo von Kobalt aus dem Kongo sei keine Lösung, so Matthias Buchert, Bereichsleiter Ressourcen und Mobilität am Ökoinsitut in Freiburg. Dies könne zu massivem Schmuggel führen. Wichtiger sei die Umsetzung von Mindeststandards und Kontrollen.

2. Südafrika: Tödlicher Kampf im Nahverkehr

Wie Christian Putsch in Der Welt berichtet, gibt es in Südafrikas Nahverkehr immer mehr Gewalt unter rivalisierenden Anbietern –bis hin zu Auftragsmorden. In Südafrika sei der öffentliche Nahverkehr mit Minibussen ein kaum zu kontrollierendes Milliardengeschäft. Rund 200.000 Busse gebe es in dem Land, 60 Prozent des öffentlichen Nahverkehrs werde von den Minibussen dominiert. Für Bewohner*innen aus Armenvierteln sei es ein Ausweg aus der Armut. Wer die lukrativsten Strecken kontrolliere, könne es innerhalb von wenigen Jahren zu Wohlstand bringen. In Südafrika sei das Geschäft noch eines der wenigen im informellen Sektor und somit weitgehend unreglementiert. Die Strecken und Lizenzen seien umkämpft und dies führe zu Gewalt. Eine Studie der Universität Kapstadt habe berechnet, dass 42 Prozent aller Auftragsmorde in der Taxibranche verübt werden. Taxi-Gewalt gebe es im gesamten Land, nicht nur in Kapstadt. Eine Spezialeinheit der Polizei zur Aufklärung der Morde sei nötig, sagt Jean Pierre Smith, Zuständiger für Sicherheitsfragen im Stadtrat von Kapstadt. Ein neues Bussystem für eine bessere Infrastruktur solle das Problem verbessern. Doch auch hier gebe es Proteste der Taxiunternehmen. Der Widerstand würde durch Zahlungen der Regierung ausgeglichen, damit die Taxiunternehmer den neuen Bussen keine Konkurrenz machen.

3. #Metoo in Nigeria

Wie der WDR berichtet, haben Missbrauchsvorfälle durch nigerianische Kirchenvertreter zu einem Aufleben der #metoo-Bewegung im Land gesorgt. . Die Fotografin Busola Dakolo beschuldige Biodun Fatoyibo, Pastor einer der führenden und populärsten Gemeinden Nigerias, der Commonwealth of Zion Assembly Kirche, der Vergwaltgiung. Unter dem Hashtag #metoo und #churchtoo habe Dakolo ihre Geschichte im Netz geteilt. Fatoyibo soll sie vergewaltigt haben, als sie noch eine Jugendliche gewesen sei. Mittlerweile sei der Pastor zurückgetreten, der öffentliche Druck werde immer größer. Auch viele nigerianische Prominente wie die Sängerin TY Bello sprechen über ähnliche Erfahrungen. Die konservative Gesellschaft in Nigeria habe noch einen langen Weg vor sich, jedoch gebe es langsam etwas Bewegung, so die französisch-nigerianische Sängerin Asa.

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02. Juli 2019

2. Juli 2019 - 14:00
1. Afrika in Chinas Schuldenfalle?

In der aktuellen Ausgabe des Spiegels thematisieren Bartholomäus Grill, Michael Sauga und Bernhard Zand Chinas Investitionen in Schwellen und Entwicklungsländern. Diese seien wesentlich größer als bisher angenommen. China sei damit einer der größten Gläubiger der Welt. Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam lege in den kommenden Tagen einen Bericht vor, welcher die Finanzmacht Chinas aufzeige. Insbesondere Länder in Armutsregionen haben weit mehr Kredite von China aufgenommen als bisher bekannt. Die Kreditvereinbarungen legen den Ländern erhebliche Lasten auf. So setze Peking auf kurze Rückzahlungsfristen und hohe Risikozuschläge. Als Schutz vor Zahlungsausfällen sichere sich China mit umfangreichen Rechten ab, wie den Zugriff auf Nahrungsmittel, Rohstoffe oder die Gewinne von Staatsfirmen der Empfängerländer. Auch in Südafrika wachse die Sorge gegenüber Chinas Finanzeinfluss. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa habe im vergangenen Herbst bei einem Staatsbesuch in Peking Darlehen und Zuschüsse in Höhe von rund 24 Milliarden Euro ausgehandelt. Dies, so befürchte die Oppositionspartei Democratic Alliance, könne für Südafrika eine neue Schuldenfalle sein. China baue mit einem beeindruckenden Tempo die Infrastruktur in Afrika aus und sichere sich im Gegenzug Zugriffsrechte auf Märkte und Bodenschätze. Afrikanische Machthaber*innen würden China auch deshalb bevorzugen, weil die Zusammenarbeit nicht an moralische Bedingungen wie Menschenrechte und demokratische Prinzipien geknüpft seien. Dennoch werden auch die Stimmen in Afrika lauter, die warnen, dass die Verschuldung gegenüber China zu hoch sei. Ändern werde dies aber vorerst nichts. Afrika brauche eine moderne Infrastruktur und die Kredite seien vorteilhaft und nützlich für beide Seiten gewesen.

2. Aufnahmeländer für Geflüchtete gesucht

Wie die Süddeutsche Zeitung und der Deutschlandfunk berichten, sucht das UN-Geflüchteten Hilfswerk UNHCR nach Aufnahmemöglichkeiten für 1,44 Millionen Menschen, die noch immer auf der Flucht sind. Mit 40 Prozent kommen die meisten Hilfesuchenden aus Syrien, gefolgt von Südsudan mit 14 Prozent und der Demokratischen Republik Kongo (elf Prozent). Viele seien vor Krieg, Konflikten und Verfolgung geflohen. Aktuell lebten die Geflüchteten in 60 verschiedenen Ländern, zu großen Teilen in Ostafrika und der Türkei. Die Verantwortung für die globale Krise müsse gerecht verteilt werden, so UNHCR-Chef Filippo Grandi. Im vergangenen Jahr haben laut UNHCR nur 25 Länder zusammen 92.400 Flüchtlinge permanent aufgenommen.

3. Guinea-Bissau: Machtloser Präsident

Wie die Tageszeitung (taz) und Focus online berichten, hat José Mário Vaz, Präsident von Guinea-Bissaus im Westen Afrikas, keinen Einfluss mehr auf die Staatsgeschäfte. Nach der Amtsenthebung vergangene Woche habe dies auch die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS bei ihrem Gipfeltreffen in Nigerias Hauptstadt Abuja bekräftigt. Vaz sei vor fünf Jahren direkt vom Volk gewählt worden und gehöre der größten Partei des Landes, PAIGC, an. Jedoch sei er mit der Parteiführung seit Jahren zerstritten, die Differenzen seien sowohl auf privater als auch auf politischer Ebene. Im Land herrsche bereits seit Jahren Stillstand, viele Schulen und Universitäten seien geschlossen und weder das Justizsystem noch das Gesundheitswesen seien funktionstüchtig. Trotz seiner Absetzung sei Vaz zum ECOWAS-Gipfel nach Nigeria gereist. Hier habe die Wirtschaftsgemeinschaft beschlossen, dass er mit eingeschränkten Befugnissen bis zum 3. Juli im Amt bleiben solle. Bis dahin solle eine neue Regierung gebildet werden. Wichtig sei zunächst, dass das Militär nicht interveniere, so Luis Barbosa Vicente, Politik-Analyst aus Guinea-Bissau.

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1. Juli 2019

1. Juli 2019 - 13:18
1. BMZ: 500 Millionen mehr für Klimaschutz

Wie unter anderem Deutschlandfunk Online, die Berliner Morgenpost Online sowie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung Online berichten, erhält das Entwicklungsministerium 500 Millionen Euro mehr aus dem nationalen Klimafond. Dies sei durch Umschichtungen im Bundeshaushalt für 2020 möglich. Deutschland könne somit seine Klimaschutzzusagen bis 2020 erfüllen und seine internationalen Klimaschutzmittel somit auf vier Milliarden Euro verdoppeln. Entwicklungsminister Gerd Müller wolle einen Schwerpunkt für Klimaschutz-Initiativen in Afrika setzen. Eine stärkere Förderung von Start-ups, die  Projekte im Bereich ‚erneuerbare Energien‘ aufbauen, sowie die der Ausbau von Öko-Energie für afrikanische Dörfer sei hierbei der Fokus. Deutschland müsse ein Vorreiter sein und seine nationalen Ziele deutlich ambitionierter verfolgen, so Müller. Jedoch finde der weltweit größte CO2-Ausstoß außerhalb Deutschlands statt. Deswegen werde eine globale Energiewende benötigt, so Müller.

2. Eine Währung in Westafrika

Wie die Deutsche Welle berichtet,  rückt eine gemeinsame Währung für die Westafrikanischen Wirtschafsgemeinschaft ECOWAS immer näher . Die Einheitswährung erhalte vor allem in den frankophonen Ländern Zustimmung. Hier werde bisher mit dem CFA-Franc gezahlt, welcher an den Wechselkurs des Euro gebunden sei. Eine eigene westafrikanische Währung wäre Inbegriff von finanzieller Unabhängigkeit von der einstigen Kolonialmacht Frankreichs, so die Befürworter*innen. Mit einer gemeinsamen Währung können Einsparungen in allen Bereichen der westafrikanischen Zone gemacht werden, die mit dem Wechselkurs zusammenhängen, sagt Etienne Fakaba, Wirtschaftswissenschaftler und Direktor des Zentrums für Politik-, Wirtschafts- und Sozialforschung. In Nigeria werde die Debatte um eine einheitliche Währung mit Skepsis beobachtet. Die westafrikanischen Länder seien sehr unterschiedlich und eine Diskussion über Finanzdisziplin unerlässlich, so Yves Ekoué Amaizo, Direktor der Denkfabrik Afrocentricity. Nigeria könne künftig nicht für Schulden aus Nachbarstaaten wie Benin, Togo oder die Elfenbeinküste aufkommen. Eine Vereinheitlichung von Steuer-, Industrie-, Handels- und Arbeitspolitik sei daher dringend notwendig.

3. Massenproteste im Sudan

Mehrere Medien, darunter die Tagesschau, Zeit Online, Deutsche Welle und Focus Online berichten von Toten bei Massenprotesten gegen die Militärregierung in Sudans Hauptstadt Khartum und in weiteren Städten des Landes. Es seien die ersten Proteste, seit das Militär Anfang Juni gegen Demonstrierende vorgegangen sei. Damals sei ein oppositionelles Protestlager gestürmt und mehrere Menschen getötet worden. Bei den aktuellen Protesten habe das Militär Tränengas gegen die Protestierenden eingesetzt. Das zivilgesellschaftliche Bündnis ‚Sudanese Professional Association‘ (SPA) und ein ihm nahestehendes Ärztekomitee berichten von vier Toten in der Stadt Omdurman sowie einemn weiteren Toten in Atbara. Unter anderem die USA, Großbritannien und Norwegen haben daraufhin die sudanesische Regierung zu Gewaltverzicht aufgerufen. Es gebe ein Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit, hieß es in einer Mitteilung des US-Außenministeriums. Dies solle der Übergangsrat achten und friedliche Proteste erlauben.

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Im Einsatz für die SDGs: So viel Power haben 400 junge Leute

28. Juni 2019 - 16:15

400 junge Menschen hat Engagement Global dieses Jahr zum Festival der Taten nach Berlin eingeladen. Die Idee dahinter: gemeinsam kreativ werden und konkrete Aktionen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele entwickeln. Unsere Jugendbotschafterinnen Nina und Maxi waren auch mit von der Partie. Hier berichtet Nina von ihren Erfahrungen und ihrem konkreten Projekt. 

Kennst du die 17 Nachhaltigkeitsziele? Die 193 Staaten unserer Welt haben sich darauf geeinigt diese bis 2030 zu erreichen. Sie sollen globale Herausforderungen lösen und eine gerechte, lebenswerte Zukunft schaffen. Meine Jugendbotschafter-Kollegin Maxi und ich sind große Fans! Nur leider haben viele Menschen ein Problem damit: die Ziele sind zu abstrakt. Und wir Menschen neigen bekanntlich dazu, Abstraktes schwer verstehen zu können. Was wir nicht verstehen, können wir nicht verändern. Das ist schlecht, denn es geht um unsere Zukunft.

Von etwas Abstraktem zu konkreten Ideen

Maxi und ich sind Jugendbotschafterinnen bei ONE und wollen nicht nur eine Welt ohne extreme Armut, sondern auch die Verwirklichung aller Nachhaltigkeitsziele bis 2030. Deshalb waren wir vom 20-21. Mai beim „Festival der Taten“ in Berlin. Wie der Name schon sagt, hat sich das Festival zum Ziel gesetzt, konkrete Aktionen und Projekte für junge Menschen in Deutschland für die Erreichung der SDGs hervorzubringen. Rund 400 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland kamen zusammen und sind zwei Tage lang zusammen kreativ geworden. Hier erfährst du, was dabei herauskam.

Maxi und Nina beim Festival der Taten 2019

NO POVERTY-Messe

Ich habe mich beim Festival der Taten mit anderen jungen Menschen mit dem ersten Nachhaltigkeitsziel beschäftigt: Armut in jeder Form und überall beenden. Mithilfe des Design Thinking-Ansatzes haben wir uns mit der Frage beschäftigt: Wie kann ich eine Lebensweise entwickeln, die keine Armut fördert? Unsere Idee: eine kostenlose „NO POVERTY-Messe“, die überall in Deutschland an öffentlichen Orten stattfinden kann. Alles, was dafür gebraucht wird, sind engagierte Menschen, die die Organisation in die Hand nehmen.

Ziel der Messe ist es, dass junge Menschen sich, ohne großen Aufwand, klar und transparent informieren können, wie man einen Lebensstil führt, der Menschen im globalen Süden nicht schadet. Dies geschieht in unterschiedlichen Formaten durch Stände, Diskussionsforen und Panels, in denen nachhaltiger Konsum in der Modebranche, Lebensmittelindustrie etc. thematisiert wird. Außerdem soll die Messe diverse Menschen und Kulturen zusammenbringen und durch ein Angebot aus Musik, Kunst und internationaler Küche für jede*n etwas bereithalten. Beim Festival haben wir bereits einen Messeplan und Werbeplakate dafür erstellt.

Teilnehmende werden beim Festival der Taten gemeinsam kreativ

Gemeinsam sind wir stark

Die Veranstaltung bot auch die Möglichkeit, die anderen Gruppen und deren konkrete Aktionen und Projekte zu bestaunen. Von einem Plastiksammel-Wettbewerb zu einem neuen „Zukunftsfach“ in der Schule – es war spannend, wie unterschiedlich und kreativ die Lösungsansätze waren. Außerdem fanden parallel auf der „Impulsbühne“ verschiedene Diskussionsrunden statt und auch Maxi und ich durften unsere Arbeit als „Lobbyistinnen für die Nachhaltigkeitsziele“ vorstellen. Es war sehr inspirierend so viele Initiativen und Menschen kennenzulernen, die sich für die SDGs stark machen und sich mit ihnen zu vernetzen. Denn gemeinsam können wir mit so viel jungem Engagement viel erreichen.

Nina und Maxi bei ihrem Vortrag über Arbeit als „Lobbyistinnen für die Nachhaltigkeitsziele“

Fang bei dir an!

Was bleibt noch zu sagen? Es ist leichter als du denkst, die zuerst abstrakt klingenden Nachhaltigkeitsziele umzusetzen. Egal, ob du schon weißt, für was du dich konkret einsetzen willst oder noch auf der Suche bist, wichtig ist es anzufangen.

Was stört dich am meisten? Dass Menstruationsartikel als Luxusartikel mit 19% besteuert werden? Dass allein in Deutschland täglich 45 Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht werden? Dass in deinem Dorf nur zweimal pro Tag ein Bus fährt? Gründe doch eine Initiative in deinem Ortverein, der Universität oder der Schule. Wir können nicht warten, bis es die anderen tun – wir müssen selbst aktiv werden!

Du hast Lust bekommen dich für die Umsetzung der SDGs stark zu machen? Dann wage den ersten Schritt und werde ONE-Unterstützer*in.

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28. Juni 2019

28. Juni 2019 - 11:17
1. Eritrea achtet keine Menschenrechte

Wie Focus Online, die Deutsche Welle und der Deutschlandfunk berichten, wird die aktuelle Menschenrechtslage in Eritrea ein Schwerpunkt der aktuellen Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf sein. Es werde darüber beraten, ob das Mandat der Sonderberichterstatterin für Eritrea verlängert werden soll. Grund hierfür sei das inzwischen geschlossene Friedensabkommen zwischen Eritrea und Äthiopien, so Wolfgang Schreiner, Eritrea-Experte von Amnesty International. Die Lage sei jedoch nach wie vor sehr besorgniserregend. Laut Human Rights Watch und Amnesty International gäbe es Fälle von Folter und willkürlicher Verhaftung. Für viele Beobachter*innen sei es ein Skandal gewesen, dass Eritrea im Oktober 2018 von der UN-Vollversammlung in den Menschenrechtsrat gewählt wurde. Zur aktuellen Sitzung des UN-Menschenrechtsrats sei der neue Amnesty-Bericht zu Eritrea veröffentlicht worden. Dieser werfe der Regierung vor, Aktivist*innen und Kritiker*innen auch im Ausland zu verfolgen. Wie die Berner Zeitung zudem berichtet, werden Aktivisten aus Eritrea auch in Kenia, den Niederlanden, Schweden, Großbritannien und der Schweiz bedroht.

2. Berlin uneinig über soziale Verantwortung der Wirtschaft im Ausland

Wie das Handelsblatt berichtet, gelingt es der Bundesregierung nicht, eine gemeinsame Linie für deutsche Unternehmen zu finden, was die Einhaltung von Menschenrechten für Auslandsgeschäfte betrifft. Die Umsetzung von Zielen der Vereinten Nationen stehe hierbei im Mittelpunkt. Unternehmen sollen dafür Sorge tragen, dass auch in Schwellen- und Entwicklungsländer soziale und humanitäre Standards eingehalten werden. In Deutschland gebe es hierfür noch keine gesetzliche Regelung. Union und SPD hätten sich auf das sogenannte Monitoring geeinigt, eine repräsentative Umfrage unter deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Solle die Umfrage ergeben, dass die freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft nicht ausreichen, müsse der Gesetzgeber tätig werden. Das Wirtschaftsministerium wolle aktuell die Umfragemethodik jedoch so verändern, dass möglichst viele Unternehmen diese Menschenrechtsstandards erfüllen. Menschenrechtler*innen seien empört und warnen vor einer Verwässerung des Gesetzes. Das Vorgehen des Wirtschaftsministeriums in dieser Frage verschleppe eine gesetzliche Entscheidung, so Cornelia Heydenreich von Germanwatch.

3. Libyen: Haftar-Truppen erleiden Niederlage

Unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, die tageszeitung (taz) und der Deutschlandfunk berichten über die innerlybischen Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in dem Land. General Chalifa Haftar, Oberbefehlshaber der Gegenregierung habe einen Rückschlag erlitten. Die Truppen der libyschen Einheitsregierung hätten die Stadt Garian, südlich der Hauptstadt Tripolis, eingenommen und die Truppen Haftars vertrieben. Von dort habe Haftar im April seine Angriffe auf die Hauptstadt begonnen. Die Konflikte halten seit Monaten an und haben den Friedensplan der Vereinten Nationen zurückgeworfen. Haftar werde vom libyschen Parlament im Osten des Landes unterstützt. Dieses beanspruche ebenso wie die Regierung von Ministerpräsident Fajes al-Sarraj die Macht für sich.

 

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27. Juni 2019

27. Juni 2019 - 16:48
1. Klimawandel und Krisen: Hunger wird immer schwerer zu bekämpfen

Wie der Deutschlandfunk  und Tagesschau.de berichten, erschweren die Folgen des Klimawandels sowie kriegerische Auseinandersetzungen die weltweite Bekämpfung des Hungers. Diese gehe aus einem Bericht der Welthungerhilfe hervor. Gerade in Afrika wirke sich der weltweite Temperaturanstieg besonders auf die Entwicklungsarbeit vor Ort aus, so Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe. Die Ausdehnung von Trockengebieten und der Anbau von Energiepflanzen für Industrieländer verstärke die Problematik zusätzlich. Thieme fordere von der Bundesregierung vor allem mehr Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit. Nicht nur der Klimawandel, auch Epidemien, Kriege und bewaffnete Auseinandersetzungen sowie instabile politische Verhältnisse erschweren den direkten Zugang zu den Betroffenen. Die Welthungerhilfe habe vergangenes Jahr 10,5 Millionen Menschen in 37 Ländern unterstützt, insbesondere in Subsahara-Afrika.

2. Weniger Etat für Entwicklung und Auswärtiges

Unter anderem Süddeutsche.de, der Deutschlandfunk, Tagesschau Online, und die Berliner Morgenpost berichten über die Haushaltsplanung der Bundesregierung für 2020 und bis 2023. Geringere Steuereinnahmen führten dazu, dass alle Ressorts zunächst sparen müssen. Die Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit bleiben etwa auf dem Niveau von 2019. Für humanitäre Hilfe sowie Krisenprävention seien bis 2023 zusätzlich 5,1 Milliarden Euro eingeplant. Kanzlerin Angela Merkel fordere ein Umdenken in der Entwicklungspolitik, berichtete evangelische.de. Sie wies darauf hin, dass Entwicklungspolitik weniger als karitativer Akt gesehen werden solle. Man müsse sich auf Augenhöhe begegnen, so die Kanzlerin. Zudem sollten die Maßnahmen als Zusammenarbeit mit und weniger für Afrika gesehen werden. Wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtet, kritisiert die Entwicklungsorganisation ONE, dass gegenüber der Haushaltsplanung vom März weniger Geld für Entwicklung und Auswärtiges bis 2023 vorgesehen sei. Die Kürzungen in der Armutsbekämpfung seien „genau das falsche Signal“, so Stephan Exo-Kreischer, Deutschland-Direktor von ONE.

3. Technologie gegen Hunger

Wie die Deutsche Welle berichtet, soll eine Appenschen in Krisengebieten der Zugang zu Saatgut erleichtern. Hilfe zur Selbsthilfe und damit die Möglichkeit auf ein eigenständiges Leben sei das Ziel, so Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe. In der Demokratischen Republik Kongo seien die Folgen des jahrzehntelangen Krieges spürbar. Felder liegen brach und Ernten verdorren. Die anhaltenden Konflikte seien ein weiterer Punkt für die schwere Versorgung. Entsprechende Schritte wie beispielsweise die Verteilung von Saatgut und Werkzeugen seien erste Schritt zur langfristigen Befriedung. Afrika sei eines der Hauptgebiete, in denen sich die Welthungerhilfe engagiere. Die Gegebenheiten vor Ort seien hierbei besonders wichtig. In anderen Ländern wie Myanmar habe die Organisation eine App für die Verteilung von Saatgut entwickelt. Diese setze einen Preis fest, sodass Wucher vermieden werden könne.

 

 

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26. Juni 2019

26. Juni 2019 - 16:19
1. Zu wenig Schutz vor häuslicher Gewalt

Laut Spiegel Online zeigt eine neue UN-Studie, dass Frauen zu wenig vor häuslicher Gewalt geschützt werden. Die UN-Frauenrechtsorganisation UN Women komme zu dem Ergebnis, dass in 111 von 189 untersuchten Ländern Vergewaltigung in der Ehe nicht unter Strafe stehe. Phumzile Mlambo-Ngcuka, Geschäftsführerin von UN Women, beklagt, dass sich Gesetze, die Familien betreffen, nur sehr langsam ändern. Frauen könnten in vielen Teilen der Welt nicht frei entscheiden, wann und wen sie heiraten. Der Kampf gegen institutionalisierte Diskriminierung von Frauen habe jedoch große Fortschritte gemacht, so Mlambo-Ngcuka. Die weite Verbreitung von Gewalt in der Partnerschaft mache das Zuhause statistisch gesehen zu einem der gefährlichsten Orte für Frauen.

2. Mehr Länder schalten Internet ab

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt Alp Tocker, Mitglied der Nicht-Regierungsorganisation Netblocks, dass in vielen Ländern die Blockade oder komplette Abschaltung des Internets zunimmt. Bereits seit Anfang Juni seien die Bewohner des Sudans weitgehend ohne Internet gewesen, wie die Tagesschau vergangen Woche meldete. Maßnahmen wie diese haben 2019 global zugenommen, so Toker. Vor allem gehe es darum, öffentliche, politische Versammlungen zu verhindern. Im Sudan sei das Internet seit Kurzem komplett abgeschaltet worden. Dies führe dazu, dass das Ausmaß von Menschenrechtsverletzungen nur langsam an die Öffentlichkeit komme. Äthiopien kappte das Internet nach dem mutmaßlichen Putschversuch am vergangen Wochende, wie die Tageszeitung Online (taz) berichtete. Algerien blockierte für die Abiturprüfungen Social-Media-Plattformen, um Schummeln zu minimieren. Es sei ziemlich schwer, Abschaltungen sofort zu erkennen, so Toker. Dies führe dazu, dass es oftmals einige Stunden dauern kann, bis sich die Abschaltung herumspricht. Oft würden Pläne dann ohne digitale Instrumente umgesetzt.

3. China investiert in Nigerias Studierende

Die Tageszeitung Online (taz) berichtet, steigt die Attraktivität von China für Studierende aus Nigeria: Europa hingegen verliert an Attraktivität. Immer mehr afrikanische Studierende entschieden sich für ein Studium in China. Vollstipendien und Austauschprogramme seien wichtige Gründe für diese Entscheidung. 2018 habe die chinesische Regierung angekündigt, 50.000 Stipendien für Afrikaner*innen zur Verfügung zu stellen. Im Vergleich hierzu wurden über das Erasmus+-Programm der Europäischen Union 2017 nur 39 Master-Studierende aus Nigeria ausgewählt. Die Erhöhung der Studiengebühren für Nicht-EU-Bürger habe sich im letzten halben Jahr verfünfzehnfacht. Auch die Probleme an nigerianischen Universitäten sorgen für eine Abwanderung. Streiks von Lehrenden und fehlende Lernmaterialien seien in China kein Problem. Mit Kritik an China wird sich jedoch bei den Studierenden zurückgehalten. Zensur und Diskriminierung sei bei den Nigerianer*innen kaum ein Diskussionsthema. Ein Abschluss aus China komme fast einer Jobgarantie für den Arbeitsmarkt in Nigeria gleich.

 

 

 

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21. Juni 2019

21. Juni 2019 - 11:51
1. Keine Krise zwischen Ruanda und Uganda?

Im Interview mit der tageszeitung (taz) spricht Ruandas Präsident Paul Kagame über die  aktuellen politischen Spannungen zwischen Ruanda und Uganda. Wichtig sei ihm vor allem das Thema nachhaltige Entwicklung und der Kampf gegen Ungleichheit. Ausschreitungen zwischen seinem Land und Uganda sehe er aktuell nicht. Er kritisiere das restriktive Vorgehen Ugandas gegen Runander*innen. Viele seien dort ohne Angabe genauer Gründe inhaftiert. Kagame warne seine Bevölkerung davor, nach Uganda zu reisen, einen Anlass für Kämpfe gebe es jedoch nicht. Seine Regierung sei auf einen guten Weg und er sehe die Ruander*innen die ihn unterstützen. Auch die Ankündigung des Kongolesischen Präsident Félix Tshisekedi, Mitglied der Ostafrikanischen Gemeinschaft werden zu wollen, begrüße er. Kagame wolle in Zukunft mit der demokratischen Republik Kongo enger in Verteidigungs- und Sicherheitsbelangen zusammenarbeiten.

2. Wüstensand gegen Armut

Wie der Tagesspiegel berichtet, könnte eine Innovation aus München dafür sorgen, in Krisenregionen schnell Wohnraum zu schaffen. Laut UN sei Sand der am meisten gehandelte Rohstoff nach Wasser. Doch der Bedarf wachse, vor allem im Mittleren Osten. Wüstensand sei bislang nicht nutzbar zu machen, doch verschiedene deutsche Unternehmen arbeiten daran dies zu ändern. Vor allem nach Katastrophen und in ärmeren Gebieten bringe dies viele Vorteile. Der Thüringer Gerhard Dust habe ein Verfahren entwickelt, mit dem Bausteine in 20 Minuten formbar seien. Sein Ansatz ziele nicht auf die Bauindustrie ab, sondern auf Armutsbekämpfung und den Wiederaufbau in Krisengebieten. Aktuell baue er eine erste Fabrik in Namibia. Weitere Verhandlungen liefen in Ländern wie Ghana, Senegal, Südafrika und Ruanda. Dort ließe sich der Wüstensand direkt vor Ort entnehmen. Aktuell sei das Verfahren allerdings noch nicht nachhaltig genug, so Barbara Leydolph vom Institut für Angewandte Bauforschung in Weimar.

3. Impfskepsis: Reiche Länder liegen vorne

Wie unter anderem Spiegel Online, Welt Online, Süddeutsche Zeitung Online und Westdeutsche Allgemeine Zeitung Online berichten, steigt die Zahl der Impfskeptiker*innen vor allen in Industrieländern. Aktuell sei in den USA der größte Masernausbruch seit 27 Jahren zu verzeichnen. Weltweit würden sich die Fälle häufen, trotz des Ziels, die Masern bis 2020 auszurotten. Vor allem die Skepsis gegenüber Impfungen in wohlhabenden Ländern sei dafür verantwortlich, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In Ländern wie beispielsweise Ruanda, Äthiopien und Ghana liege der Anteil der Menschen, die Impfungen für nicht sicher halten, bei zwei bis drei Prozent. In Österreich und Belgien hingegen bei 21 Prozent. Die größte Skepsis herrsche in Frankreich mit 33 Prozent. Am überzeugtesten von der Sicherheit von Impfungen seien die Menschen in Ruanda und Bangladesch. Hier halte fast die gesamte Bevölkerung Impfungen für ungefährlich.

 

 

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Black Queen – Hip-Hop und Aktivismus für Frauen und Minderheiten

21. Juni 2019 - 11:37

Der Kampf für die Rechte von Minderheiten, gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für Solidarität ist für die Musikerin Black Queen nichts neues. In den letzten Wochen wird ihr Engagement dennoch nicht nur wichtiger, sondern auch größer denn je. Nachdem im Senegal Mitte Mai zwei junge Frauen vergewaltigt und ermordet wurden, protestierte die Zivilgesellschaft. Sie fordert, dass Vergewaltigung unter Strafe gestellt wird und Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt geschützt werden. Black Queen hat gemeinsam mit ONE in Senegal eine Kampagne gestartet, um den Druck auf die Politik aufrecht zu erhalten – bis Frauen endlich geschützt werden. Wir stellen euch die Frau vor, die im Senegal für Geschlechtergerechtigkeit kämpft.

Gemeinsam mit ONE engagiert sie sich für Solidarität und die Situation von Minderheiten

Frühe Jahre voller Kreativität und Begabungen

Aida Touré aka Black Queen wuchs in der senegalesischen Hauptstadt Dakar auf. Ihre Talente sind bereits in der Kindheit nicht nur auf Musik beschränkt. Auch Basketball und Tanz weckte ihr Interesse. Seit sie zwölf ist, spielt aber Hip-Hop die größte Rolle in ihrem Leben, begleitet von den ersten eigenen Texten. Dass sie es ziemlich drauf hat war schon sehr früh klar. Unter anderem setzte sie sich gegen 60 Mitschüler*innen durch und konnte mit dem internationalen Rap-Star “YOUSSOUPHA” am Beginn seiner Show im Senegal auf der Bühne stehen. Mit 18 nahm sie ihre erste Demo auf, um zwei Jahre später das erste professionelle Projekt zu beginnen. Damit verbunden trat sie dem Guis Guis Kollektiv bei, das aus dem Label Afreecan DREAM besteht. Mit dabei sind außerdem der Rapper Zeuss DYDM und Bissou Bee – alle drei sind aus dem Norden der Hauptstadt.

Ein Ausschnitt dem Musikvideo zu ihrem Song Demna, in dem sie das Problem von sexueller Gewalt musikalisch und künstlerisch zugänglich macht.

Musik, die die Gesellschaft prägt

Für Aida ist aber Musik nicht einfach ein Mittel zum Zweck. Sie glaubt daran, dass Musik die Zukunft verändern kann. Ihr selbstbewusstes Auftreten in der senegalesischen Hip-Hop Szene bringt durch eine originelle feminine Note mit starken Texten frischen Wind in Rollenbilder des Hip-Hops. Mit kreativen bunten Outfits und künstlerischen Videos kann sie locker mit männlichen Künstlerkollegen mithalten. Mit ihrem starken Flow und harten Beats fordert sie nicht nur ihren Platz ein, sondern wird auch für andere Frauen zum Vorbild. Dabei geht sie aber nicht nur auf Konfrontationskurs und klammert schwierige Themen wie Missbrauch, den Tod von Familienangehörigen und innere Ängste nicht aus. In melancholischen Klängen und Worten beschreibt sie, nicht weniger politisch, den Umgang mit sexueller Gewalt und Stigmatisierungen und gibt so den Erfahrungen vieler Frauen eine Stimme.

In ihrem Aktivismus engagiert sie sich unter anderem mit ONE und im Rahmen der Afrikanischen Union (Bildrechte: Viberadio.sn)

Der Wunsch und Kampf für Veränderung

Der Glaube an Solidarität und Teilen ist tief in ihr verankert. Ihr Blick richtet sich deshalb besonders auf benachteiligte Gruppen. Praktisch engagiert sie sich für die Situation von Albinos, Talibé-Kindern und von Missbrauch betroffenen Frauen.

Auch bei diversen Kampagnen von ONE hat sie sich engagiert – beispielsweise als Botschafterin für einen Workshop gemeinsam mit der Afrikanischen Union für Rechenschaft und Transparenz. Auch hat sie sich für die Wiederauffüllung der Global Partnership for Education (GPE) eingesetzt und mit den ONE-Jugendbotschafter*innen im Senegal ihre Erfahrungen als Aktivistin geteilt.

Nach der tragischen Vergewaltigung und Ermordung von zwei jungen Frauen im Senegal, war für Aida Schweigen keine Option. Sie startete eine öffentliche Kampagne und fordert darin den Justizminister und die Ministerin für Frauen, Familien und Gender auf, das Strafmaß für Vergewaltigung zu verschärfen und Frauen und Mädchen vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen. Gemeinsam mit ONE startete sie diese Petition. Dort können Menschen weltweit ihre Solidarität in Taten umsetzen und die Stimmer der Frauen im Senegal unterstützen. Bist du dabei?

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20. Juni 2019

20. Juni 2019 - 14:36
1. UN-Nachhaltigkeitsziele: Deutschland fällt zurück

Wie viele Medien, darunter FAZ.net, Sueddeutsche.de und Welt Online  berichten, rutscht Deutschland um zwei Plätze auf Platz 6 im Ranking der Länder, die Fortschritte bei den UN-Nachhaltigkeitszielen machen. Vor Deutschland liege eine Menge Arbeit, wenn die Ziele der Agenda bis 2030 erreicht werden sollen, so Entwicklungsminister Gerd Müller. Aktuell erfülle kaum ein Land die vereinbarten Ziele für eine ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung. Deutschland und Frankreich seien die einzigen Länder der G-7 Gruppe, die es im UN-Ländervergleich unter die ersten zehn geschafft haben. Das Schlusslicht bilden afrikanische Entwicklungsländer wie die Demokratische Republik Kongo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik. Ein Problem sei der mangelnde Geldfluss. Nur wenige Staaten würden die geforderten 0,7 Prozent der eigenen Wirtschaftskraft für Entwicklungszusammenarbeit aufwenden. Deutschland gehöre nicht dazu. Auch das Konsumverhalten der Industriestaaten werde bemängelt. Es herrsche ein Missverhältnis zwischen der Überproduktion von Lebensmittel einerseits und Mangelernährung auf der anderen Seite.

2. USA: Keine Interesse an Afrika?

Bereits am Dienstag berichtete die Deutsche Welle über den alle zwei Jahre stattfinden US-Afrika-Wirtschaftsgipfel. In Mosambiks Hauptstadt Maputo finden sich zwölf afrikanische Staats- und Regierungschefs ein, um über aktuelle Wirtschaftsfragen zu diskutieren. Die USA sei nur mit wenigen Politiker*innen vertreten. Der Veranstaltungen knüpfe an die vorherigen Gipfel in Washington 2017 und Addis Abeba 2016 an. Washington habe Handelsministerin Karen Dunn Kelley als höchstrangiges Regierungsmitglied entsandt. Afrika habe für die USA im Vergleich zu europäischen und asiatischen Staaten keine große Bedeutung, so Philipp Gieg, Politikwissenschaftler an der Universität Würzburg. Im Moment fehle noch der Antrieb hinter der US-Afrikapolitik. Dies zeige sich auch darin, dass der Afrika-Posten im US-Außenministerium eineinhalb Jahre unbesetzt blieb.

3. Kakao: Mindestpreis gegen Armut

Wie die Deutsche Welle berichtet, wollen Ghana und die Elfenbeinküste einen Mindestpreis für Kakao durchsetzen. Die beiden größten Kakao-Produzenten der Welt wollen damit Armut und Kinderarbeit in der Kakaoproduktion entgegenwirken. Aktuell lebten Kakaobauern und ihre Familien unter der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag. Sie könnten sich somit nicht von ihren Ernteeinnahmen ernähren. Nur vier Cent pro verkaufter Schokolade blieben für die Bauern übrig, den Preise bestimme hierbei die Rohstoffbörse. Kinderarbeit sei in der Branche weit verbreitet, um die Arbeitskosten zu reduzieren. Würden Bauern in Ghana 50 Prozent mehr Geld bekommen, könnte dies bereits die Kinderarbeit in dem Land beenden.

 

 

 

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Diese sechs Gesetze stärken Frauen

20. Juni 2019 - 11:07

Die Welt wird besser. Immer weniger Menschen sterben in Kriegen. Die Müttersterblichkeit und die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren haben sich seit 2002 mehr als halbiert, und die vermeidbaren Krankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria konnten um ein Drittel gesenkt werden.

Auch in Sachen Frauenrechten geht es voran. Aber mit einem großen Haken: Wir sind viel zu langsam. Nach Berechnungen des Weltwirtschaftsforumsbrauchen wir noch 108 Jahre bis wir Gleichberechtigung erreicht haben. Die Vereinten Nationen rechnen sogar mit 202 Jahre.  Das heißt: Niemand der*die diese Zeilen gerade liest, wird eine Welt mit Geschlechtergerechtigkeit erleben.

Deshalb fordern wir von den G7: Wir wollen endlich echten Fortschritt. Es gibt genug gute Ideen und Initiativen. Sie müssen aber entschlossen umgesetzt werden. Um den G7 ein bisschen Nachhilfe zu erteilen, haben wir sechs Beispiele gesammelt, die zeigen wie es geht. Gesetze, die Mädchen und Frauen weltweit auf ganz unterschiedliche Art stärken. Das macht uns Hoffnung!

https://s3.amazonaws.com/one_org_international/de/wp-content/uploads/2019/06/19153651/IWD19_108_Years_Graphic_1200x600_DE_v1.mp4 1. Gleichberechtigte Elternzeit in Schweden

Obwohl Männer und Frauen beide gleichberechtigt Elternzeit nehmen konnten, haben in Schweden vor allem Frauen die Auszeit vom Job genutzt. Das Ergebnis: Während Männer weiter Karriere machen, schmeißen häufig die Frauen den Haushalt und versorgen den Nachwuchs. Die schwedische Regierung fördert deshalb verstärkt Eltern, die die gleiche Dauer Elternzeit nehmen. Was dabei rauskam? Neun von zehn Vätern nehmen in Schweden Elternzeit – Politik, die wirkt.

2. Paritätische Politik in Mexiko

Politik ist häufig männlich geprägt. Beispielsweise sind nur 28,8% der Parlamentarier*innen der OECD-Länder weiblich. Ganz schön wenig, dafür, dass diese Länder häufig als die fortschrittlichsten angesehen werden.

Anders sieht es in Mexiko aus. Seit einer Verfassungsreform müssen seit Mai 2019 nicht nur Parteien per Gesetz einen gleichen Anteil von Frauen und Männern in der Vergabe von Positionen achten. Auch die Bundesstaaten, Gemeinden und Gerichte werden nach diesem sogenannten paritätischen Prinzip besetzt. Schon jetzt sind in Mexiko 49% der Parlamentarier*innen Frauen – Quoten, von der viele Länder träumen.

Wir sind erst gleichberechtigt, sobald wir alle die gleichen Rechte haben (Quelle: lucia via Unsplash)

3. Ein feministischer Frieden in Kolumbien

Es ist wissenschaftlich belegt, dass Friedensabkommen, bei denen Frauen in den Prozess mit eingebunden werden, stabiler sind und länger halten. Aber nicht nur die Partizipation ist wichtig. Wenn im Friedensvertrag selbst die Situation und der Schutz von Frauen benannt wird, kann nachhaltig der Boden für eine gerechtere und friedlichere Gesellschaft bereitet werden.

Bei dem Friedensabkommen zwischen der kolumbischen Regierung und der FARC war genau das der Fall. Damit die Frauen nicht im politischen Prozess marginalisiert werden, hat 2008 das Verfassungsgericht das Gesetz „Auto 092“ erlassen. Dieses Gesetz sichert die Verteidigung der Bewegung weiblicher Opfer und sichert der feministischen Bewegung die Möglichkeit von Gesetzesvorschlägen.

4. Isländische Unternehmen und Schulen ohne Sexismus

In Island weiß man, wie die Geschlechtergerechtigkeit im Arbeitsmarkt funktioniert: Nach Artikel 15 des Gesetzes zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen müssen mindestens 40 Prozent aller Führungspositionen in Unternehmen mit Frauen besetzt sein. In Schulen wiederum verbietet dieses Gesetz sexistisches Bildungsmaterial. Bücher und sonstige Lehrmaterialien müssen frei von Geschlechterdiskriminierung sein.

ONE-Jugendbotschafter*innen demonstrieren bei einer G7-Konferenz in Paris

5. Infrastruktur in Unternehmen für Mütter in den USA

Der „Affordable Care Act“ – besser bekannt als Obamacare – verpflichtet US-amerikanische Unternehmen ab einer Größe von 50 Angestellten zur Sorge für stillende Mütter. Es müssen sowohl Zeit als auch ein privater Raum zum Abpumpen der Brust zur Verfügung stehen.

Das Gesetzt hat zwar noch Lücken – so sind Frauen in Leitungspositionen ausgeschlossen. Dennoch ist es ein Schritt in die richtige Richtung!

6. Gesetze gegen geschlechtsbasierte Gewalt in Sambia

Eine umfassende Gesetzesinitiative gegen geschlechtsbasierte Gewalt in Sambia erreichte eine Vorbildfunktion. Ziel ist es die Zahl der Täter*innen zu verringern und Opfer nachhaltig zu schützen. Das 2011 verabschiedete Gesetz basiert auf internationalen Richtlinien und den Erfahrungen anderer Länder. Es wird die zeitnahe Hilfe, die Aufnahme von Anzeigen durch unterstützende Personen oder Organisationen, der Schutz der Opfer und noch mehr rechtlich abgesichert. Daneben wurde auch ein Fonds eingeführt, der die Bevölkerung über geschlechtsbasierte Gewalt sensibilisiert und Opfer versorgt.

Wie jedes Gesetz, ist es auf funktionierende staatliche Strukturen und das Vertrauen der Bevölkerung in diese angewiesen. Unterkünfte für von Gewalt betroffene Frauen müssen noch besser finanziert werden, damit Frauen wirklich geschützt sind.

Gleiche Rechte bedeutet nicht weniger Rechte für dich. Rechte sind kein Kuchen. (Foto: Claudio Schwarz via Unsplash)

Wie geht es weiter?

Du siehst: Es gibt viele Gesetze rund um den Globus die Gleichberechtigung fördern. Und Gesetze sind nur ein Hebel von vielen. Es gibt weitere Beispiele: Zum Beispiel paritätisch besetze Kabinette wie in Äthiopien oder Kanada. Apropos Äthiopien, wusstest du schon, dass Subsahara-Afrika die Region mit den meisten Reformen für Geschlechtergerechtigkeit ist?

Wir können und dürfen keine Ausreden von den G7 akzeptieren. Gleichberechtigung ist möglich und wer will schon 108 Jahre auf Gerechtigkeit warten?

Was denkst du? Mit welchem Gesetz möchtest du Frauen stärken? Nutze die Chance und bringe es in den G7 Prozess ein. Wir sind gespannt auf deine Ideen!

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Rettet unser Essen. Unterstützt Bäuerinnen!

19. Juni 2019 - 12:54

Letzte Woche fand in Stockholm mit dem EAT Forum eine der weltweit wichtigsten Konferenzen statt, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion, -konsum und den natürlichen Grenzen unseres Planeten beschäftigt. Ertharin Cousin, ehemalige Chefin des World Food Programme, war auch dort und hatte zuvor aufgeschrieben, warum ihr zu diesem Thema Bäuerinnen einfallen.

Stockholm ist momentan für alle der richtige Ort, die daran interessiert sind, eine der größten Herausforderungen unserer Zeit zu lösen: Wie können wir unser Ernährungssystem so verändern, dass es sowohl die menschliche Gesundheit als auch unsere Umwelt schützt?

Diese Woche treffen sich Tausende von Führungskräften und Innovatoren zum jährlichen EAT Food Forum. Mit so unterschiedlichen Ideen wie Laborfleisch, klimaschonender Landwirtschaft und innovativer Finanzierung werden die Teilnehmer*innen der Frage nachgehen, wie wir unser Ernährungssystem so verändern können, dass beide Ziele erreicht werden.

Diese Diskussionen sind dringend erforderlich. Angesichts der zunehmenden Herausforderung von Übergewicht und Adipositas in den Industrieländern sowie der anhaltenden Problematik der Unterernährung in den Entwicklungsländern zeigen die Daten deutlich, dass Fehlernährung ein globales Problem ist. Der jüngste Bericht der EAT-Lancet Kommission über gesunde Ernährung aus nachhaltigen Ernährungssystemen zeigt Visionen einer gesunden Ernährung, die unseren Planeten schützt. Für viele von uns in Europa und Amerika ist es derselbe Rat, den wir schon zuvor schon oft gehört haben: mehr Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte und Nüsse; und weniger rotes Fleisch, Zucker und raffiniertes Getreide. Es ist doch faszinierend, dass eine auf die menschliche Gesundheit ausgerichtete Ernährung auch für den Planeten das Richtige ist.

Frauen spielen in der Landwirtschaft von Ländern des globalen Südens eine wichtige Rolle (Quelle: Annie Spratt auf Unsplash)

Wenn wir die Herausforderung von Fehlernährung bewältigen wollen, erfordert das die Entwicklung eines nachhaltigen und zugänglichen Ernährungssystems auch außerhalb Europas und Nordamerikas. Es ist nur noch etwas mehr als einem Jahrzehnt, bis die Sustainable Development Goals (SDGs) erreicht sein müssen. Aber trotzdem verliert die internationale Gemeinschaft bei SDG2 (Zero Hunger) weiter an Boden.

Wenn die SDGs schaffen wollen, brauchen wir mutige und vor allem sofortige Maßnahmen. Aber was bedeutet das? Wir brauchen innovative Lösungen, die Ernährungssicherheit und Nährstoffversorgung auf umweltverträgliche Weise für die Gemeinschaften gewährleisten, die sie am meisten brauchen.

Die Privatwirtschaft kann ein wichtiger Partner bei der Entwicklung und Skalierung dieser Lösungen sein. Neue Ansätze bringen bereits bedeutende Veränderungen mit sich – digitale Instrumente, die die Finanzierung der Landwirte und die Anbindung an die Märkte sicherstellen; landwirtschaftliche Betriebsmittel, die die Produktivität steigern; Lebensmittel, die den Nährstoffgehalt verbessern und Technologien für eine verbesserte Lagerung und Nachverfolgbarkeit der Lieferkette. Leider fehlen die meisten dieser innovativen Lösungen in den am stärksten von Unterernährung und Armut betroffenen Gemeinschaften.

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind die Lösung

Um die Innovationskraft des privaten Sektors zu nutzen, dürfen wir einen der größten Akteure im Ernährungssystem nicht übersehen: Die Landwirt*innen. Kleinbäuer*innen produzieren über 80% der Lebensmittel in Subsahara-Afrika und Asien; in vielen Gebieten sind es ganz überwiegend die Frauen. Sie sind die Innovatorinnen und Unternehmerinnen, die zusätzliche Unterstützung benötigen.

Zum Beispiel hart arbeitende Bäuerinnen wie Amina in Abuja, Nigeria. Sie verkauft ihre Tomaten auf dem lokalen Markt, um ihre Familie zu ernähren. Ohne Zugang zu Kühlhäusern muss sie aber alles, was sie nicht an einem Tag verkauft, wegwerfen. Eine lokale Unternehmerin, Olayemi, erkannte dieses Problem und sah dies als Chance. Sie entwickelte einen kleinen Kühlraum, der erneuerbare Energien und digitale Technologien nutzt. Aber Olayemi hat Mühe Investor*innen zu finden, um das zu finanzieren. Investor*innen agieren bei risikoreichen Märkten und ungetesteten Unternehmer*innen sehr zurückhaltend. Das Problem von Olayemi haben auch etablierte Unternehmen im Lebensmittel- und Agrarsektor, insbesondere in aufstrebenden Märkten, in denen es keine angemessene Finanzierung zur Unterstützung der Entwicklung von Lösungen mit hoher Wirkung gibt. Und so verderben Aminas Tomaten in der heißen Sonne weiter.

Die gezielte Förderung von Frauen in der Armutsbekämpfung entgegnet nicht nur strukturellen Ungleichheiten, sondern ist auch ein besonders effizientes Instrument für Entwicklung (Quelle:BBH Singapore auf Unsplash)

Die gute Nachricht: Es entsteht eine wachsende Zahl innovativer Finanzierungsmechanismen, um diesem Bedarf gerecht zu werden. In den letzten zehn Jahren hat das Global Agriculture and Food Security Program (GAFSP) erfolgreich marktorientierte Initiativen entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette finanziert.

In Bangladesch beispielsweise ging Renu Bala von Haus zu Haus und gründete eine Genossenschaft für Frauen, die Milch produzieren. GAFSP und ihre Partner*innen arbeiteten direkt mit der Genossenschaft zusammen, um Wissen und Fähigkeiten aufzubauen, die den Frauen halfen, Kredite zu niedrigen Zinssätzen zu erhalten. Das führte zu erheblichen Verbesserungen bei Ertrag und Lebensmittelsicherheit. Die Genossenschaft begann, höherwertige Milch zu produzieren und diese zu besseren Preisen an lokale Geschäfte und Verarbeitungsunternehmen zu verkaufen, was letztlich zu höherem Einkommen und zu positiven sozialen Veränderungen führte.

Alle Beteiligten müssen zusammenarbeiten

Um einen universellen Zugang zu nährstoffreichen Lebensmitteln zu verwirklichen, müssen wir das Investitionsvolumen erhöhen. Das bedeutet auch, dass man in Armut mehr sehen muss als ein staatliches Problem oder eine philanthropische Aufgabe – sie kann auch ökonomisch überwunden werden. Was wir brauchen, ist ein Gefühl der Dringlichkeit.

Wenn wir das Ernährungssystem verändern wollen, müssen wir Finanzierungslösungen mit einer wirksamen Politik und Investitionen, kontinuierlicher wissenschaftlicher Innovation und Forschung sowie einem starken lokal basierten Handeln kombinieren. Es bedarf der Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten: Regierung, Privatsektor, internationale Organisationen und Geber*innen, Forschung und Wissenschaft, Landwirt*innen und Verbraucher*innenverbände, um Maßnahmen in großem Maßstab umzusetzen.

Dieses Bild ist in einer Tee-Plantage in Talawakelle, Sri Lanka entstanden (Quelle: Asantha Abeysooriya auf Unsplash)

Ich glaube, dass Innovator*innen wie Amina und Renu Bala der Schlüssel dazu sind, dass jeder Mensch genügend nährstoffreiche Lebensmittel erhält. Auf dem EAT-Forum in dieser Woche, auf dem sich viele der Beteiligten treffen, müssen wir über die theoretischen Diskussionen über die Transformation des Ernährungssystems hinausgehen und uns darauf konzentrieren, wie wir es durch Investitionen, Politik und Partner*innenschaft in sehr praktischer Hinsicht verbessern können.

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19. Juni 2019

19. Juni 2019 - 12:09
1. So viele Geflüchtete wie noch nie

Viele Medien, darunter Sueddeutsche.de, FAZ.net, Tagesschau.de, Spiegel Online, Welt Online, Focus Online,  Zeit Online und die Stuttgarter Nachrichten berichten, dass dieses Jahr 70,8 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Dies sei der höchste jemals gemessene Wert. Dies gehe aus einem Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hervor. In Europa seien die Zahlen zwar rückläufig, in Afrika, Asien und Lateinamerika gebe es aber einen gegenläufigen Trend. Aus Syrien fliehen mit 400.000 Geflüchteten nach wie vor die meisten Menschen. Aber auch aus dem Sudan und dem Kongo käme eine steigende Zahl an Geflüchteten. Täglich werden bis zu 37.000 Menschen von ihrem Zuhause vertrieben. Vor allem arme Nachbarländer seien Zufluchtsorte. Länder wie beispielsweise Südsudan und Kongo, in denen Konflikte bereits über Jahre andauern, bräuchten langfristige Hilfsmechanismen, erklärt Ulrike Krause, Juniorprofessorin für Flucht- und Flüchtlingsforschung an der Universität Osnabrück. Darunter falle soziale Teilhabe und der Zugang zu Bildung.

 

2. Über 2 Milliarden Menschen ohne sauberes Wasser

Wie Spiegel online, Zeit online und AFP berichten, haben mehr als 2,2 Milliarden Menschen keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser. Davon haben über 758 Millionen Menschen gar keinen Zugang zu Trinkwasser. Vor allem afrikanische Staaten seien hiervon betroffen. In Eritrea haben beispielsweise nur etwa 19 Prozent der Haushalte eine sichere Trinkwasserquelle in der Nähe. Es gebe hier einen deutlichen Unterschied zwischen Stadt und Land. Nur etwa sechs Prozent der ländlichen Regionen verfüge über einen Basiswasserzugang im Vergleich zu 66 Prozent in den urbanen Gebieten. Dies führe vor allem dazu, dass viele vermeidbare Krankheiten wie beispielsweise Durchfallerkrankungen tödlich enden, so Stefan Uhlenbrook, Zuständiger für den Weltwasserbericht der UNO. Entwicklungsländer seien stärker betroffen. Anhaltende Krisen und Konflikte würden dafür sorgen, dass die Zahl der Todesfälle durch verunreinigtes Wasser bei 100 Personen pro 100.000 Einwohner liege.

 

3. Potenzial im afrikanischen Frauenfußball

Ulli Brünger und Stephan Köhnlein analysieren auf Sueddeutsche.de  und Schwäbische.de, dass die südafrikanische Frauennationalmannschaft trotz der Niederlage gegen Deutschland bei der Frauenweltmeisterschaft in Frankreich positiv auf ihre sportliche Zukunft blickt. Ein wichtiger Schritt sei eine südafrikanische Frauen-Liga, welche im August starte, so die Südafrikanische Nationaltrainerin Desiree Ellis. Immer mehr Unterstützung würden die Spielerinnen auch durch ihre Familien erfahren. In Nigeria, das als als einziges afrikanisches Team ein WM-Spiel in Frankreich gewonnen habe, sei der Frauenfußball in Afrika am weitesten entwickelt, aber auch hier gebe es noch viel zu tun. Insbesondere die Trainingsmöglichkeiten der Frauen seien sehr beschränkt und auch die Förderung schreite nur langsam voran, so Petra Landers, die den Mädchen- und Frauenfußball in Sambia fördert.

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