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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 11 Stunden 26 Minuten

18. Juni 2019

18. Juni 2019 - 16:39
1. Die Welt wächst langsamer

Unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung Online, Zeit Online, Sueddeutsche online  und Spiegel Online melden, dass die Weltbevölkerung langsamer wächst als zuvor angenommen. Dies gehe aus dem aktuellen UN-Bericht zur Entwicklung der Weltbevölkerung hervor. Im Jahr 2017 sei die UN noch von 11,2 Milliarden Menschen bis 2100 ausgegangen. Dies sei nun auf 10,9 Milliarden korrigiert worden. Ein Großteil des Wachstums werde sich auf die Länder Indien, Nigeria, Pakistan, Äthiopien, Tansania, Indonesien, Ägypten, den USA sowie der Demokratischen Republik Konog verteilen.  Aktuell liege die Fertilitätsrate in Sub-Sahara Afrika mit 4,6 Kindern pro Frau deutlich höher als im globalen Durchschnitt, die im Vergleich zu 1990 von 3,2 auf 2,5 Kinder pro Frau gesunken sei. Dieser Trend werde sich weiter fortsetzen: Für das Jahr 2100 erwarte man eine weltweite Durchschnittsrate von 2,1. In afrikanischen Ländern werde die Bevölkerungszahl zunächst weiter deutlich steigen. Bereits im kommenden Jahr würden rund zwei Milliarden Unter-15-Jährige auf der Welt leben, davon ein Viertel in Afrika südlich der Sahara.  Bereits im Jahr 2050 werde sich die Zahl der in Afrika lebenden Menschen auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Bis 2100 werde die Zahl auf 4,3 Milliarden anwachsen. Renate Bähr, Geschäftsführerin der Entwicklungsorganisation Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), forderte vor allem eine bessere Aufklärung und Zugang zu Verhütungsmitteln für Mädchen in Entwicklungsländern.

2. Selbstmordanschläge in Nigeria 

Wie mehrere Medien, darunter Deutsche Welle, Zeit Online und Reuters berichten, wurden in Nigeria in der Stadt Maiduguri 30 Menschen bei Selbstmordanschlägen getötet. Die drei zeitgleich stattfindenden Anschläge seien während einer Live-Übertragung eines Fußballspiels verübt worden. Es wird vermutet, dass die islamistische Organisation Boko Haram hinter den Angriffen stecke.

3. Ethnischer Konflikt im Kongo

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass es im Kongo zu gewaltätigen Ausschreitungen zwischen verfeindeten Stämmen gekommen sei. Mehr als 160 Menschen seien dabei getötet worden. Wie taz online berichtet, komme es bereits seit April zu gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Region. Beobachter*innen sehen vor allem das Regierungsbündnis als Ursache an. Der Ort Ituri, welcher bereits vor über zwanzig Jahren Kriegsschauplatz gewesen sei, entwickle sich abermals zu einem Krisengebiet. Wie der Präsident des zivilgesellschaftlichen Dachverbands in der Provinz berichtet, seien Dörfer dem Erdboden gleichgemacht worden. Das Gebiet sei abgeschnitten von der Versorgung mit Medikamenten und Lebensmitteln. Mehr als 60.000 Menschen seien auf der Flucht vor dem Krieg zwischen Lendu- und Hema-Milizen.

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17. Juni 2019

17. Juni 2019 - 12:02

1. Kommt das Plastikmüllexportverbot?
Wie die Bild am Sonntag berichtet, verlangt Entwicklungsminister Gerd Müller die Plastikmüllexporte aus Europa in Entwicklungsländer zu verbieten. Die Wiederverwertungsrate des Mülles in Entwicklungsländern liege bei nur etwa vier Prozent. Bliebe der Müll in Europa, hätte dies einen positiven Effekt auf das Klima, so Müller. Klimawandel, Armut und Dürre sind stärker werdende Fluchtgründe in Entwicklungsländern, so Christina Molke in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau. Bereits jetzt leide der globale Süden stark unter den Folgen des Klimawandels. Vor allem die Region Ostafrika und die Sahelzone seien von Dürre und ausbleibende Regefällen betroffen. Auch die Bundesregierung versuche durch Unterstützung von erneuerbaren Energien in Entwicklungsländer dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

2. Ebola: Kein Notstand, keine Entwarnung 
Unter anderem der Deutschlandfunk, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Zeit Online berichten, dass der Ebola Ausbruch der vor zehn Monaten in der Demokratischen Republik Kongo stattfand, nun auch das Nachbarland Uganda erreicht hat. Aktuell sehe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedoch keinen Anlass, dies als internationalen Notstand zu deklarieren. Auch wenn das Risiko für eine Verbreitung über die Grenzen hinaus hoch bleibe, seien die Kriterien für einen Notstand noch nicht erfüllt, erklärte ein Expertenkomitee der WHO. Nicht nur Uganda, auch Tansania bereitet sich auf einen möglichen Ausbruch vor, wie Welt Online und Zeit Online berichten. Über 1400 Menschen seien bereits während der Epidemie im Kongo gestorben.

3. Al-Bashir vor Gericht
Wie der Deutschlandfunk, der ORF und das SRF melden, ist der vor zwei Monaten gestürzte Langzeitpräsident Sudans, Omar al-Bashir, der Staatsanwaltschaft vorgeführt worden. Ihm werde Korruption, Geldwäsche sowie der Besitz ausländischer Währungen vorgeworfen. Nach monatelangen Massenprotesten habe das sudanesische Militär den ehemaligen Machthaber am 11. April festgenommen und auf seinem Anwesen Bargeld in Höhe von rund 100 Millionen Euro gefunden. Bereits im Mai sei al-Bashir der Anstiftung zum Mord an Demonstierenden verurteilt worden. Seit seiner Absetzung regiere ein Militärrat bis zu einer möglichen Wahl das Land. Zwischen dem Militär und Demonstrierenden gebe es Spannungen und Verhandlungen um eine mögliche Übergangsregierung.

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14. Juni 2019

14. Juni 2019 - 12:35

1. Deutsche Entwicklungsmittel in China
In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen erklärt Entwicklungsminister Gerd Müller, warum China der drittgrößte Empfänger deutsche Entwicklunsgmittel ist. Laut Müller habe die Bundesregierung die klassische Entwicklungszusammenarbeit mit China schon vor Jahren eingestellt. Es gebe allerdings noch mehrjährige Projekte, die derzeit auslaufen. Bei dem Großteil der Mittel handle es sich ohnehin um Kredite der deutschen Förder- und Entwicklungsbank KfW, die verzinzt zurückgezahlt werden müssen. Mit diesen Mitteln wollte man unter anderem deutsche Unternehmen beim Ausbau erneuerbarer Energien in China unterstützen. Die globale Armuts- und Hungerbekämpfung bleibe aber nach wie vor Schwerpunkt deutscher Entwicklungszusammenarbeit. China sei selbst mittlerweile zu einem Geber aufgestiegen und engagiere sich insbesondere in Afrika. Müller begrüßt dies, kritisiert aber auch, dass China noch zu sehr auf die Rohstoffe schaue und zu wenig auf nachhaltige Entwicklung.

2. Südafrika: Korruptionssumpf oder Neuanfang?
Johannes Dieterich behandelte in der Frankfurter Rundschau bereits gestern den Machtkampf in der südafrikanischen Regierungspartei ANC. Partei-Generalsekretär Ace Magashule, ein enger Vetrauter des ehemaligen Prasidenten Jacob Zuma, der wegen Korruptionsvorwürfen sein Amt räumen musste, sabotiere regelrecht die Arbeit des ANC. Bei der Listenaufstellung für die vorherigen Parlamentswahlen seien Zuma-Vertraute bevorzugt behandelt worden. Magashule habe zudem an der Gründung einer neuen Partei (ATM) mitgewirkt, die den Wahlsieg Ramaphosas beeinträchtigen sollte. Darüber hinaus habe er eine finanzpoltische Entscheidung des höchsten ANC-Gremiums manipuliert, was zu einem Absturz der Landeswährung  geführt habe. Sein Ziel sei, die Bemühungen des Präsidenten so lange zu sabotieren, bis der Unmut der Wähler*innen zu einem Rücktritt Ramaphosas führe. Der ANC sei für viele zu einem Selbstbedienungsladen geworden. Lediglich zwei Parteimitglieder seien mit milden Geldstrafen davongekommen, dabei sei der ANC in 21 Korruptionsskandale verwickelt. Rampahosa, der zusammen mit seinem Vorgänger Nelson Mandela die Landesverfassung ausgearbeitet habe, wolle eine Abkehr von dieser „Raubritter“-Mentalität. Seine Chance gegen den Kontrahenten in seiner eigenen Partei bestehe darin, die neu geschaffenen staatlichen Institutionen so zu gestalten, dass sich Bedienstete dem Gemeinwohl unterordnen.

3. Keine weißen Retter
Marc Engelhardt thematisiert im Deutschlandfunk die ugandische Initiative „Keine weißen Retter“, die sich gegen Stereotypisierung in der Entwicklungszusammenarbeit richtet. Kritisert werden unter anderem Prominente, die in Krisengebiete fliegen und dabei die immer gleichen Rollenbilder reproduzieren. Während weibliche Prominente oft mit Baby im Arm im Gespräch mit einheimischen Müttern seien, sehe man männliche Aktuere oft beim Fußballspielen mit den Kindern vor Ort. Dabei gebe es auch andere Wege, Bilder zu produzieren, die „authentisch und detailliert über Situationen vor Ort berichten können“. Prominente treten oft in Kontakt mit den am stärksten von Armut betroffenen Menschen und verzerren so oft das Bild von Afrika, so eine gängige Kritik. Den Initiatorinnen des Hashtags #NoWhiteSaviors liege am Herzen, das Paradigma des „weißen Retters“ aufzubrechen. Sie betonen, dass die Kritik sich explizit an das vermittelte Rollenbild richte, nicht gegen Weiße als solche.

 

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13. Juni 2019

13. Juni 2019 - 10:41

1. China: Medienmacht in Afrika
Der SPIEGEL berichtet über den wachsenden Einfluss des chinesischen Staatsfernsehens in Afrika. Der Sender China Global Television Network (CGTN) beschäftige rund 150 Mitarbeiter*innen in seinem Afrika-Studio in Kenias Hauptstadt Nairobi. Als weltweit einziger Sender strahle er in allen sechs UN-Amtsprachen aus. Geleitet werde die Anstalt von Liao Lang, einem mutmaßlichen ehemaligen Armeeoffizier. Das Ziel sei, die Deutungshoheit westlicher Medien zu brechen und positiv über Chinas zu berichten. Mit einem jährlichen Handelsvolumen von über 200 Milliarden US-Dollar sei China mittlerweile vor den USA der größte Wirtchaftspartner in Afrika. Neben dem Rohstoffabbau, dem Erschließen von Märkten und der Öffnung von Militärstützpunkten setze China auf „sanfte Machtinstrumente“. So beteilige sich die Volksrepublik an Blauhelmeinsätzen in Afrika, helfe bei der Bekämpfung von Ebola und fördere den Zugang zu chinesischer Kultur. Peking habe sogar den Bau des Hauptquartiers der Afrikanischen Union in Addis Abbeba finanziert. China schule außerdem jährlich 1000 angehende afrikanische Journalist*innen. Ein CGTN-Mitarbeiter berichtet anonym von einem Apartheidsysten innerhalb der Sendeanstalt, in dem die Chines*innen Priviliegien besitzen, die anderen Mitarbeiter*innen, insbesondere schwarzen, vorenthalten werden. Die Arbeit sei kein unabhängiger Journalismus, sondern „reine Propaganda im Auftrag der Kommunistischen Partei“. Menschenrechtsfragen oder Verschuldung bei China seien „tabu“, so der CGTN-Angestellte.

2. Annäherung im Sudan?
Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt, n-tv.de und der Deutschlandfunk berichten, dass die Opposition im Sudan ihren Generalstreik beendet und sich zu neuen Gesprächen mit dem regierenden Militärrat bereit erklärt hat. Verhandelt werden solle über eine gemeinsame Übergangsregierung. Sudans Langzeitpräsident Omar al-Bashir sei im April nach monatelangen Massenprotesten vom Militär abgesetzt worden. Seitdem regiere ein Militärrat das Land. Gespräche mit der Opposition seien abgebrochen worden, da man sich nicht auf eine die Machtaufteilung in der Übergangsregierung habe einigen können. In der Folge seien bei der gewaltsamen Niederschlagung einer Protestaktion über 100 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt worden. Seitdem habe sich die Opposition im Generalstreik befunden. Am vergangenen Freitag sei Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed nach Sudan gereist, um zwischen den beiden Seiten zu verhandeln.

3. Mali: Deutschland übergibt EU-Mission an Österreich
Wie mehrere Medien, unter anderem die Neue Zürcher Zeitung, die Salzburger Nachrichten und die Ruhr-Nachrichten, melden, hat Deutschland das Kommando über die EU-Trainingsmission in Mali gestern an Österreich übergeben. Der Zustand des Landes sei durch das Wirken islamistischer Extremisten und wegen ethnischer Konflikte fragil. Der deutsche Brigadegeneral Peter Mirow, Leiter der deutschen EU-Mission, ziehe laut Deutscher Presseagentur (DPA) eine gemischte Bilanz. Einerseits sei die Zusammenarbeit mit den heimischen Streitkräften gut verlaufen, andererseits habe sich die Sicherheitslage verschlechtert. Die Konflikte in Mali ließen sich nicht militärisch lösen, so Mirow. Neben der Beteiligung an dem EU-Projekt sei die Bundeswehr noch an der UN-Mission Minusma zur Unterstützung des Friedensabkommens beteiligt.

 

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12. Juni 2019

12. Juni 2019 - 11:28

1. Botswana legalisiert Homosexualität
Viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die tageszeitung (taz), die Rheinische Post, Spiegel Online, ZDF.de, Bild.de und der Deutschlandfunk melden, dass Botswana Homosexualität nicht mehr unter Strafe stellt. Das oberste Gericht des Landes habe das Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex abgeschafft. Es sei ein „Relikt aus der viktorianischer Zeit“, so Michael Elburu, Richter am Obersten Gericht. Bisher seien in Botswana für homosexuelle Handlungen Haftstrafen von bis zu sieben Jahren vorgesehen. Die Anti-Aids-Intiative der UN, UNAIDS, haben die Entscheidung als einen wichtigen Schritt im Kampf gegen HIV/Aids gelobt. Im vergangenen Monat sei das Oberste Gericht in Kenia bei der Prüfung eines verwandten Gesetzes zu einem anderen Urteil gekommen und habe die restriktive Gesetzgebung gegen Homosexuelle bestätigt. In über der Hälfte der Länder Subsahara-Afrikas sei Homosexualität noch immer strafbar. Im Sudan und in Nordnigeria drohe Betroffenen gar die Todesstrafe.

2. NGOs wollen mehr Geld gegen Aids
Neun Entwicklungsorganisationen rufen die Bundesrgeierung dazu auf, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria mit 1,2 Milliarden Euro zu unterstützen, wie unter anderem die Berliner Morgenpost, das Hamburger Abendblatt, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, die Westfälische Rundschau und die Braunschweiger Zeitung melden. Laut der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung sterben jedes Jahr rund drei Millionen Menschen an diesen Krankheiten, insbesondere die Menschen, die besonders von Armut betroffen sind. Wie der Evangelische Pressedienst (epd) ergänzt, unterstützt der Globale Fonds Entwicklungsländer nicht nur bei der Krankheitsprävention, sondern auch beim Aufbau nachhaltiger Gesundheitssysteme. Seit seiner Gründung habe er dazu beigetragen, 27 Millionen Menschenleben zu retten. Bis zu seiner Finanzierungskonferenz in Lyon am 10. Oktober benötige er 14 Milliarden US-Dollar, um seine erfolgreiche Arbeit in den kommenden drei Jahren fortsetzen zu können.

3. Masern und Ebola machen Kongo zu schaffen
Wie unter anderem tagesschau.de, SWR.de und der Deutschlandfunk melden, sind in der von Ebola betroffenen Demokratischen Republik Kongo nun auch die Masern ausgebrochen. Es gebe laut Regierungsangaben bereits hundert Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation beziffere die Zahl der Masern-Toten sogar auf 1.500 Menschen. Auch die Masern-Verdachstfälle seien um ein Drittel auf 87.000 gestiegen. Die Größe und insbesondere die entlegenen Teile des Landes machen eine flächendeckende Masern-Impfung nahezu unmöglich. Probleme bereiten der Regierung hier darüber hinaus die fragile Sicherheitslage sowie eine ausgeprägte Impfskepsis in der Bevölkerung. Zudem seien im Kongo bisher über 2000 Fälle von Ebola regisrtiert worden, davon seien mehr als 1300 bereits gestorben. Mittlerweile habe das hochansteckende Virus bereits das Nachbarland Uganda erreicht, wie unter anderem Zeit Online und n-tv.de melden.

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11. Juni 2019

11. Juni 2019 - 15:16

1. Bildung gegen Bevölkerungsboom
Im Interview mit dem SPIEGEL stellt sich der Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, Reiner Klingholz, Fragen zu den Studienergebnissen seines Insituts zur Bevölkerungsnetwicklung in Afrika. Das dortige Bevölkerungswachstum sei im Verhältnis zu anderen Weltregionen verhältnismäßig stark. Entwicklung und Bevölkerungsentwicklung stehen in einem engen Zusammenhang, bisher seien viele Akteure noch zögerlich, aktiv die Herausforderungen bei Familiengrößen und Kindszahlen anzugehen. Dabei sei kein staatlicher Zwang nötig, sondern Investitionen in die Bereiche Gesundheitsversorgung, Bildung und Jobs. Dies habe zum Beispiel in Thailand zu einem deutlichen Rückgang der Geburtenziffern geführt. Insbesondere Bildung für Frauen sei ein wesentlicher Bestandteil nachhaltiger Bevölkerungspolitik. Mit steigender Bildung sinke das Risiko einer Frühverheiratung, Frauen bekommen später und weniger Kinder und können sich in der Familienplanung besser gegen ihre Partner durchsetzen. Allerdings reichen Bildungsinvestitionen alleine nicht aus. Es müsse auch sichergestellt werden, dass es genügend Jobs für die gebildeten Frauen gebe. Auch der Zugang zu Verhütungsmittel werde durch religiöse Gruppen oder der gegenwärtigen US-Administration erschwert. Die deutsche Entwicklunspolitik solle sich auf Gesundheit, Bildung und Jobs fokussieren und dabei auch das Ziel verfolgen, das Bevölkerungswachstum zu reduzieren, so Klingholz. Dies ermögliche afrikanischen Ländern einen Entwicklungsschub, wie ihn viele asiatische Staaten bereits durchlaufen haben.

2. Über 150 Millionen von Kinderarbeit betroffen
Unter anderem die Süddeutsche Zeitung, tagesschau.de, ZDF.de und Zeit Online thematisieren einen Bericht des Kinderhilfswerks Unicef und der Kinderrechtsorganisation Terre des hommes. Demnach müssen rund 152 Millionen Kinder arbeiten, rund jedes zehnte Kind weltweit. Für etwa 50 Prozent der Betroffenen gelten gefährliche und ausbeuterische Arbeitsbedingungen. Mit 72 Millionen Jungen und Mädchen führt Afrika die Liste der meisten Kinderarbeiter*innen an. Die meisten seien in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Zahl der betroffenen Kinder sei im Vergleich zum Jahr 2000 zwar um über 90 Millionen zurückgegangen, aber der Rückgang verlangsame sich. Unicef habe dazu aufgerufen, extreme Armut, Bildung und die Stärkung in den Fokus von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu rücken, um Kinderarbeit stärker zu bekämpfen. Terre des Hommes habe zudem eine weltweite Durchsetzung der Schulpflicht sowie eine stärkere Sanktionierung von Arbeitgebern gefordert, die Kinder beschäftigen.

3. Tote in Mali
Wie unter anderem Spiegel Online, tagesschau.de, FAZ.net, Zeit Online melden, sind bei einem Überfall in Mali knapp 100 Menschen getötet worden. Unbekannte haben das Massaker in einem Dorf in der Region Mopi verübt. Die Täter*innen seien noch nicht identifiziert worden, aber ein ethnischer und verteilungspoiltischer Konflikt werde nicht ausgeschlossen. Der Konflikt in der Region habe sich durch das Auftauchen islamistischer Terrormilizen verschärft. Bereits im März seien bei einem ähnlichen Angriff 130 Menschen ums Leben gekommen. Die Bundeswehr sei im Rahmen einer UN- und einer EU-Mission mit etwa 1000 Soldat*innen vor Ort im Einsatz.

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07. Juni 2019

7. Juni 2019 - 12:11

1. AU suspendiert Sudans Mitgliedschaft
Viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel, die tageszeitung (taz), die Hannoversche Allgemeine Zeitung, ZDF.de, FAZ.net, Zeit Online und der Deutschlandfunk melden, dass die Afrikanische Union (AU) die Mitgliedschaft Sudans in dem Staatenbund vorerst ausgesetzt hat. Grund sei die gewaltsame Unterdrückung der seit Monaten anhaltenden Proteste seitens der regierenden Militärführung. Die Mitgliegschaft sei ausgesetzt, bis es eine zivil geführte Übergangsregierung gebe, so die AU. Bei den Einsätzen gegen Demonstrierende seien bereits über 100 Menschen getötet und 500 verletzt worden. Das sudanesische Gesundheitsministerium spreche von lediglich 46 Toten. Trotz der Repressionen wolle die Protestbewegung weiter daran festhalten, friedlich zu demonstrieren.

2. 3 plus für die KfW
In der Frankfurter Rundschau thematisiert Tobias Schwab die Selbstevaluation der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die deutsche Förder- und Entwicklungsbank habe 180 ihrer Projekte untersucht und davon 77 Prozent als erfolgreich eingestuft. Dieses Ergebniss könne sich sehen lassen, so KfW-Vorstandsmitglied Joachim Nagel. Als Vergleich: Die Weltbank erreiche Quoten zwischen 60 und 70 Prozent. Geprüft worden sei nach den fünf Kriterien „Relevanz, Effektivität, Effizienz, Impact und zeitliche Nachhaltigkeit“. Die Durchschnittsnote aller untersuchten Projekte liege bei 2,8 (1 für „sehr gut“ und 5 für „eindeutig unzureichend“). Erwähnenswert sei, dass Projekte in Subsahara-Afrika, die oft unter erschwerten Bedingungen durchgeführt werden, mit einer 3,0 bewertet wurden. Die größte Erfolgsquote gebe es in Asien mit 91 Prozent positiv bewerteten Projekten. Laut dem Evaluierungsbericht müsse der Fokus insgesamt stärker auf mittelgroße Städte in armen Ländern rücken. Prognosen zufolge werden sie ob der Landflucht in Asien und Afrika die meisten Menschen aufnehmen müssen.

3. Gesucht: Lokale High-Tech-Lösungen in Entwicklungsländern
Im Deutschlandfunk setzt sich Katharina Nickoleit mit Medizintechnik in Entwicklungsländern auseinander. Die Herausforderungen für Ingenieure sei die häufig stattfindenden Stromausfälle, die die Anfertigung bestimmter Spezialanfertigungen wie künstliche Sprunggelenke so gut wie möglich machen. Zudem gebe es oft Probleme bei der Beschaffung von Ersatzteilen bestimmter Geräte. Die Kunst liege darin, einfache und lokale Lösungen zu finden. Diese seien zudem oft mit weniger Kosten verbunden. Es gebe in Entwicklungsländern ein riesiges wirtschaftliches Potential. Um dieses zu erschließen, müssen Hersteller ihre Produkte allerdings an die Bedürfnisse in diesen Ländern anpassen.

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06. Juni 2019

7. Juni 2019 - 12:04

Merkel spricht mit Trump über Afrika
Unter anderem Welt Online, Spiegel Online, FAZ.net, Focus Online, n-tv.de, die Dresdner Neueste Nachrichten, die Augsburger Allgemeine und die Deutsche Welle berichten von einem kurzen Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump am Rande Feierlichkeiten zum 75-jährigen Jubiläum der Landung der Alliierten (D-Day) in der Normandie. Laut Regierungssprecherein seien die Situation in Europa nach den EU-Parlamentswahlen, der Kampf gegen Terrorismus, insbesondere in Nordafrika und der Sahelzone thematisiert worden. Nach Angaben der Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, sollen die Gespräche beim diesjährigen G20-Gipfel in Japan fortgesetzt werden. Das letzte Gespräch zwischen Merkel und Trump habe telefonisch am 22. März stattgefunden.

Kritik an Entwicklungsinvestitionsfonds
Wie die Tagespost meldet, kritistiert die Entwicklungsorganisation Brot für die Welt den neuen Entwicklungsinvestitionsfonds der Bundesregierung. Dieser bevorteilige europäische und deutsche Unternehmen, für die 60 Prozent der Mittel reserviert seien. Unternehmen aus Afrika sollten gleichberechtigten Zugang zu den Fördergeldern erhalten. Diese Mittel müssten wiederum an die Einhaltung von Menschenrechten gebunden sein, so Reinhard Palm von Brot für die Welt. Ähnliche Kritik kam vonseiten des entwicklungspolitischen Sprechers der Grünen im Bundestag, Uwe Kekeritz. Die Linke kritisierte zudem, dass die Finanzierung des Fonds, der günstige Kredite für Investitionen in Afrika vergebe, noch nicht gesicher sei.

Freihandel in Afrika: Hoffnung für alle?
Die Deutsche Welle (DW) thematisiert die neue Afrikanische Freihandelszone AfCFTA, die Ende Mai in Kraft getreten sei. Allerdings bestehe sie derzeit nur auf dem Papier, da die bisher 23 Mitgliedsländer sich noch auf die konkrete Umsetzung einigen müssen. In der äthiopischen Hauptstadt Addid Abeba diskutieren die zuständigen Minister*innen ab morgen über nächste Schritte. Mit einem Umfang von andertahlb Milliarden Menschen wäre AfCFTA die größte Freihandelszone der Welt. Bisher werden ein Großteil afrikanischer Rohstoffe außerhalb des Kontinents exportiert. Durch die neue Vereinbarung solle der innerafrikanische Handel verstärkt sowie neue Geschäftsmöglichkeiten und Arbeitsplätze geschaffen werden. Bisher halten sich jedoch die beiden größten Wirtschaftsnationen Afrikas, Nigeria und Südafrika, zurück mit einer Beteiligung dem Projekt. Beide Länder sind jeweils Teil eines regionalen Freihandelsabkommens.

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Afrikanischer Frauenfußball bei der WM in Frankreich

7. Juni 2019 - 10:56

von Moritz Fromm

Am 7. Juni beginnt mit dem Eröffnungsspiel Frankreich gegen Südkorea die achte Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Für das Turnier in Frankreich haben sich drei afrikanische Mannschaften qualifiziert: Südafrika, Nigeria und Kamerun. Bisher taten sich die afrikanischen Vertreterinnen meistens schwer. So kassierten die Ivorerinnen vor vier Jahren eine 10:0-Niederlage gegen Deutschland. Mit Nigeria (1999) und Kamerun (2015) kamen erst zwei afrikanische Teams überhaupt in die nächste Runde. Alle drei Teams gehen also als Außenseiterinnen in das Turnier.

Allerdings kann schon der dritte Platz für das Erreichen des Achtelfinals reichen und die Spitze des internationalen Frauenfußballs ist in den letzten Jahren enger zusammengerückt. Es liegt an diesen Mannschaften zu zeigen, dass dabei auch mit dem afrikanischen Frauenfußball zu rechnen ist:

Nigeria

Die ‚Super Falcons‘ haben sich bislang für jedes WM-Turnier qualifizieren können. Bei ihrer achten Teilnahme sind sie also das erfahrenste afrikanische Team. Nur 1999 überstanden sie allerdings die Vorrunde – in Frankreich soll eine junge Mannschaft diesen Erfolg wiederholen. Nur sechs der 23 Spielerinnen sind vor 1990 geboren, drei sogar erst im Jahr 2000. Angeführt wird die Mannschaft – trainiert vom Schweden Thomas Dennerby – dabei von einem echten Star: Asisat Oshoala.

Die 18-jährige Khadija ist nur eines von vielen Beispielen für junge Frauen aus Afrika mit Freude am Kicken

Die 24-jährige Stürmerin vom FC Barcelona war 2016 und 2017 Fußballerin des Jahres in Afrika. Bei der U20-Weltmeisterschaft 2014 führte sie ihr Team ins Endspiel gegen Deutschland und wurde beste Torschützin und Spielerin des Turniers. Ihre Tore sollen dazu beitragen, diesmal nicht knapp in der Vorrunde zu scheitern. Vor vier Jahren unterlag Nigeria den späteren Weltmeisterinnen USA nur mit null zu eins und holte ein Unentschieden gegen die Schwedinnen. Vor acht Jahren verloren sie ebenfalls nur sehr knapp gegen die damaligen Gastgeberinnen aus Deutschland.

Die Siegerinnen der letzten drei Afrikameisterschaften erwarten mit Gastgeber Frankreich, Norwegen und Südkorea schwere Gegnerinnen. Doch die Super Falcons haben wegen ihrer guten Ergebnisse bei den letzten Turnieren und ihrer Stürmerin Asisat Oshoala eine echte Chance ins Achtelfinale vorzustoßen.

Südafrika

Zum ersten Mal dabei ist die Frauenfußballmannschaft Südafrikas, die ‚Banyana Banyana‘. Dass sie in der deutschen Gruppe B nicht chancenlos sein werden, zeigt das Ergebnis der Afrikameisterschaft aus dem letzten Jahr. Im Finale in Accra unterlagen sie den Nigerianerinnen erst im Elfmeterschießen. Trainiert wird die Mannschaft bei ihrer Premiere von einer der Gründerinnen des südafrikanischen Frauennationalteams: Desiree Ellis. Bevor sie die Banyana Banyana übernahm, trainierte sie zehn Jahre das Frauenteam der Tottenham Hotspur, für das sie selbst elf Jahre gespielt hatte.

Maymun Muhyadine Mohamed spielte in Somalia Fußball und durchbrach damit Geschlechterrollen. Trotz ihrer Flucht nach Djibouti, lässt sie sich nicht vom Ball abhalten. Foto: UNHCR/G.Beals

Star des Teams ist die amtierende afrikanische Fußballerin des Jahres Thembi Kgatlana. Gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Linda Motlhalo spielt die 22jährige Stürmerin für den chinesischen Verein Beijing BG Phoenix FC. Keine der Spielerinnen im Kader ist größer als 1,70m. Nicht nur deshalb werden es die Südafrikanerinnen als eine der sogennanten Kleinen schwer haben bei der Weltmeisterschaft. Zuletzt unterlagen sie in einem Testspiel Norwegen mit zwei zu sieben.

Mit dem von Trainerin Ellis geforderten „Charakter und Mut” möchte das Team gegen die starken Gegnerinnen aus Deutschland, Spanien und China aber für die ein oder andere Überraschung sorgen.

Kamerun

Gleich bei ihrer ersten Weltmeisterschaftsteilnahme vor vier Jahren überstanden die Löwinnen die Gruppenphase. Im Achtelfinale verloren sie danach allerdings knapp gegen China. Für ganze acht Spielerinnen im kamerunischen Kader ist die Weltmeisterschaft mit keiner großen Reise verbunden, da sie ohnehin bei französischen Vereinen unter Vertrag stehen. Weitere Spielerinnen sind verpflichtet in Norwegen, Russland, Spanien, der Türkei oder den USA.

Die Löwinnen haben nicht nur einen international vertretenen, sondern auch einen ausgeglichenen Kader mit dem sie sich durchaus Chancen ausrechnen können. Herausragend im Wortsinn ist am ehesten Gaëlle Enganamouit. Sie wurde 2015 Torschützenkönigin der schwedischen Liga und Afrikas Fußballerin des Jahres. Gemeinsam stürmen wird sie mit der in den USA aufgewachsenen Michaela Abam vom Paris FC und Gabrielle Onguéné vom ZSKA Moskau.

Auch in Sambia spielt Fußball eine wichtige Rolle. Foto: Michael Mistretta

Entscheidend für den Erfolg der Mannschaft wird sein, ob sie aus den ersten beiden Spielen gegen die Niederlande und Kanada mindestens einen Punkt ergattern können. Dann würden die Chancen vor dem letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland gut stehen, dass sich die Löwinnen erneut für das Achtelfinale qualifizieren können.

Fußball bewegt die Welt – mehr als jede andere Sportart. Fußball zu spielen bedeutet für Frauen fast überall auf der Welt aber vor allem auch, mit traditionellen Geschlechterrollen konfrontiert zu werden. Wir bei ONE sind überzeugt: Frauen können kicken – und vieles mehr. Mit unserer Kampagne #Armutistsexistisch setzen wir uns dafür ein, Mädchen und Frauen in Afrika zu stärken.

 

 

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05. Juni 2019

5. Juni 2019 - 10:52

DR Kongo: Ebola grassiert
Wie unter anderem Spiegel Online, Welt Online und die Frankfurter Rundschau melden, hat sich die Zahl der Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo auf über 2000 erhöht. Bereits 1300 Menschen seien an der Krankheit gestorben – eine Todesrate von knapp 70 Prozent. Mehr als hundert medizinische Fachkräfte seien ebenfalls an den Folgen der Infektionskrankheit gestorben. Betroffen seien dieses Mal insgesamt überdurchschnittlich viele Kinder unter fünf Jahren. Die Epidemie sei der weltweit zweitgrößte Ebola-Ausbruch. Eine der größten Herausforderungen sei nach wie vor die prekäre Sicherheitslage im Osten des Landes. Zudem seien viele in der Bevölkerung skeptisch gegenüber den medizinischen Helfer*innen. Es gebe mitunter gezielte Angriffe auf Ebola-Behandlungszentren.

Sudan: Lage eskaliert
Mehrere Medien, darunter Spiegel Online, Sueddeutsche.de, FAZ.net, Zeit Online, n-tv.de und die Badische Neueste Nachrichten thematisieren die derzeitige Lage im Sudan. Bei Auseindersetzungen zwischen dem Militär und Demonstrierenden seien mittlerweile bis zu 60 Menschen ums Leben gekommen, über 300 seien verletzt worden. Nach den jüngsten Vorfällen habe der in Sudan regierende Militärrat alle bisher getroffenen Vereinbarungen mit der Opposition aufgekündigt. Der UN-Sicherheitsrat beschäftigte sich mit der Situation im Land. Eine gemeinsame Erklärung, die unter anderem von Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich initiert worden sei, sei jedoch am Widerstand Chinas, Russlands und Kuwaits gescheitert. Kritik äußerte unter anderem der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen an der Entscheidung des sudanesischen Militärrats, in neun Monaten Wahlen abzuhalten. Eine Wahl zu diesem Zeitpunkt sei „undemokratisch“, da die entsprechenden Voraussetzungen noch nicht gegeben seien.

ONE-Jugendbotschafterin im Portrait
Die Tageszeitung (taz) portraitiert in ihrer aktuellen Ausgabe junge Menschen in der Politik, darunter Carla Reemtsma, Münsteraner Jugendbotschafterin der Entwicklungsorganisation ONE.  Die 21-jährige Politikstudentin sei eine der Organisatorinnen der Klimaprotestbewegung ‚Fridays for Future‘. Sie habe bereits als Kind „alles hinterfragt“. Für ONE setze sie sich für die Bekämpfung extremer Armut in Afrika ein. Zudem engagiere sie sich gegen Rassismus und Frauenfeindlichkeit. Zu Anfang der Klimademonstrationen sei die ‚Fridays for future‘-Bewegung nicht ernst genommen worden, dabei stelle sie „keine utopischen Forderungen“, so Reemtsma.

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04. Juni 2019

4. Juni 2019 - 14:45

1. Lage im Sudan verschärft sich
Wie viele deutsche Medien, unter anderem Tagesschau.de, die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, Spiegel Online, Focus Online, die tageszeitung (taz) und die Frankfurter Rundschau, berichten, ist das sudanesische Militär gestern gewaltsam gegen Demonstrant*innen vorgegangen. Dabei seien mindestens 35 Menschen getötet worden. Seit mittlerweile zwei Monaten dauere der Protest vor dem Hauptquartier der Armee in der Hauptstadt Karthum bereits an. Hunderttausende haben sich immer wieder daran beteiligt. Nun habe die Armee gestern Morgen die Zugangsstraßen zu dem Protestcamp gestürmt und sowohl Wasserwerfer, Tränengas als auch scharfe Munition eingesetzt. Laut den Demonstrierenden sei der Platz vor dem Armeehauptquartier fast vollständig geräumt worden. Nach Angaben des Militärrats seien die Sicherheitskräfte lediglich gegen „kriminelle Elemente“ in der Nähe des Lagers vorgegangen. Die Opposition mache die RSF, eine Miliz aus dem Darfur-Konflikt, für die Eskalation verantwortlich. Dessen Anführer Mohammed Hamdan Daglu sei das zweitmächtigste Mitglied des Militärrats. Als Reaktion auf die Gewalt habe die Protestbewegung angekündigt, die Verhandlungen mit dem Militärrat über eine Übergangsregierung auszusetzen. Gleichzeitig habe der Berufsverband SPA die Bevölkerung dazu aufgerufen, das öffentliche Leben aus Protest stillzulegen. Daraufhin habe der Militärrat wiederum alle Vereinbarungen mit der Opposition aufgekündigt und Neuwahlen innerhalb der nächsten neun Monate angekündigt. Die Afrikanischen Union, die USA und die deutsche Bundesregierung haben das gewaltsame Vorgehen der Armee scharf kritisiert.

2. Keine Geschlechtergerechtigkeit
Der Deutschlandfunk meldete gestern, dass laut einer Studie auch im Jahr 2030 in keinem Land der Welt vollständige Geschlechtergleichheit herrschen wird. Die Studie, hinter der internationale Netzwerke und Organisationen für Frauenrechte sowie die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung stehen, sei gestern auf einer Konferenz in Kanada vorgestellt worden. Der Gender-Index dokumentiere die Fortschritte bei der Geschlechtergleichstellung in 129 Ländern. Dabei werden 50 Indikatoren aus den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen berücksichtigt. Ihr zufolge leben 1,4 Milliarden Frauen und Mädchen in Ländern, in denen noch immer große Ungleichheit herrsche. Lediglich acht Prozent der weiblichen Weltbevölkerung leben in Staaten, die bei dem Index gut abschneiden. Dänemark sei am besten bewertet worden. Deutschland belege Platz sieben. Die größten Geschlechterunterschiede seien dagegen in der demokratischen Republik Kongo und im Tschad zu verzeichnen. Alison Holder, Direktorin des Projekts „Equal Measures 2030“, kritisierte, dass einige Ländern sogar Rückschritte gemacht haben und dass selbst Länder, die gut abgeschnitten haben, nicht genug für die Gleichberechtigung tun.

3. Startschuss für Entwicklungsinvestitionsfonds
Wie das Handelsblatt gestern meldete, können ab heute Anträge für den Entwicklungsinvestitionsfonds gestellt werden. Der vergangenen Oktober von Kanzlerin Angela Merkel angekündigte Fonds werde in den nächsten Jahren Förderkredite für Investitionen in Afrika in Höhe von einer Milliarde Euro bereitstellen. Der Fonds bestehe aus drei Teilen: 400 Millionen Euro werden deutschen und europäischen mittelständischen Betrieben durch das Programm Africa-Connect zur Verfügung gestellt. Über den Africa-Grow-Fonds werden weitere 400 Millionen Euro für afrikanische Start-Ups bereitgestellt. Zudem solle das „delevoPPP“-Programm den Unternehmen dabei helfen, nachhaltiger zu agieren. Allgemein unterstütze der Fonds nur Unternehmen, die entwicklungspolitische, ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien einhalten. Vor allem Partnerländer der deutschen G20-Initiative „Compact with Africa“ sollen durch den Fonds gefördert werden. Obwohl die Wirtschaft die Initiative positiv aufnehme, kritisieren Expert*innen, dass die Obergrenze von vier Millionen Euro zu niedrig angesetzt sei, um beispielsweise erneuerbare Energien zu fördern.

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03. Juni 2019

3. Juni 2019 - 15:55

1. Wahl in Algerien abgesagt
Unter anderem Tagesschau.de, Zeit Online, die tageszeitung (taz), Spiegel Online, der Deutschlandfunk, die Welt und die Frankfurter Rundschau melden, dass die Präsidentschaftswahl in Algerien verschoben werden muss. Der algerische Verfassungsrat habe die Kandidatur der zwei einzigen Kandidaten nicht akzeptiert und deshalb das Abhalten der Wahl am 4. Juli für „unmöglich“ erklärt. Grund dafür sei ein Mangel an Kandidat*innen und dass die zwei zur Wahl angetretenen Kandidaten die Bedingungen für eine Kandidatur nicht erfüllen. Um antreten zu dürfen, brauchen sie zum Beispiel die Unterstützung von 60.000 Bürger*innen oder 600 gewählten Amtsträger*innen. Da die Wahl nicht mehr wie geplant stattfinden könne, sei Interimspräsident Abdelkader Bensalah nun dafür verantwortlich, einen neuen Termin festzulegen. Laut Verfassung laufe jedoch auch Bensalahs Amtszeit bereits am 9. Juli ab.

2. Tansania: Plastiktütenverbot in Kraft getreten
Wie unter anderem Tagesschau.de, Spiegel Online, Zeit Online und die Frankfurter Rundschau bereits am Wochenende berichteten, ist am 1. Juni das Plastiktütenverbot in Tansania in Kraft getreten. Seit Samstag dürfen dort keine Plastiktüten mehr importiert, exportiert, produziert, verkauft oder genutzt werden. Bei Nichteinhaltung drohen empfindliche Strafen. Hersteller*innen können mit bis zu 390.000 Euro oder zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Auch Privatpersonen müssen bei einem Verstoß gegen das Verbot mit bis zu 12 Euro Strafe oder zwei Wochen Haft rechnen. Lediglich Plastik für den medizinischen Gebrauch, für die Landwirtschaft oder die Bauindustrie sei von dem Verbot ausgeschlossen. Tansania sei damit das dritte afrikanische Land, nach Ruanda und Kenia, das Plastiktüten verbiete. International haben bereits 61 Staaten ein solches Gesetz eingeführt. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordere dies auch für Deutschland.

3. Die Gefahr der Digitalisierung
Zuletzt thematisierten mehrere Zeitungen die digitale Entwicklung Afrikas. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet, dass der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei ein 2015 geschlossenes Telekommunikation-Grundsatzabkommen mit der Afrikanischen Union um weitere drei Jahre verlängert hat. Da Afrika als größter Wachstumsmarkt der Mobilfunkbranche gelte und angesichts des gegenwärtigen Streits des chinesischen Konzerns mit den USA, sei dies von großer Bedeutung. Huawei sei bereits jetzt Vorreiter beim afrikanischen Mobilfunknetz-Aufbau. Die Deutsche Welle schreibt unterdessen, dass das Rennen um die digitale Vorherrschaft in Afrika zunehmend von US-amerikanischen Unternehmen wie Amazon, Google und Facebook bestimmt wird. Um mehr Menschen Zugang zu ihren Plattformen zu ermöglichen, wollen die US-Konzerne die notwendige digitale Infrastruktur schaffen. Der Soziologe Michael Kwet der Universität Yale sehe in diesem Vorhaben strukturelle Gefahren für Afrika und warne vor „digitalem Kolonialismus“. Die amerikanischen Konzerne können dadurch die Kontrolle über den gesamten digitalen Datenverkehr Afrikas gewinnen. Gerade ärmere Länder können mit den Unternehmen aus dem Ausland nicht konkurrieren. Dies verhindere, dass sie eigene Industrien entwickeln. Dominic Johnson thematisiert in der tageszeitung (taz) totalitäre Überwachungssysteme, welche durch das Projekt der „digitalen Seidenstraße“ in Afrika auf dem Vormarsch seien. Huawei und andere Sicherheitsfirmen versorgen den bisher in diesem Bereich unerschlossenen afrikanischen Markt bereits jetzt mit 5G-Netzwerken und Überwachungssystemen. Diese werden zur Überwachung, sozialen Kontrolle und Manipulation der Bevölkerung genutzt. Gerade in Staaten mit einer lebendigen Zivilgesellschaft habe dies negative Auswirkungen.

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Was wollen wir von der diesjährigen G7?

31. Mai 2019 - 14:36
Echten Fortschritt. Keine leeren Versprechen.

Im Jahr 2015 haben sich die führenden Industrienationen ehrgeizige Ziele gesetzt. Unter anderem wollen sie bis 2030 extreme Armut und tödliche Krankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose beenden und allen Menschen den Zugang zu Bildung ermöglichen.

Es sieht jedoch nicht so aus, als wäre die Welt auf dem richtigen Weg, die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Nehmen wir zum Beispiel das erste Ziel: „Keine Armut“. In Afrika südlich der Sahara ist Armut wieder auf dem Vormarsch: Die Zahl der Menschen, die dort in Armut leben, stieg im Jahr 2015 auf 413 Millionen an.

Der G7-Gipfel, der im August in Biarritz stattfindet, ist eine gute Gelegenheit, Maßnahmen zu ergreifen, um die ehrgeizigen Entwicklungsziele möglichst schnell und nachhaltig zu erreichen. Da dort die weltweit größten ODA-Geberländer und eine Reihe afrikanischer Regierungsvertreter*innen zusammenkommen, ergibt sich die einzigartige Möglichkeit, den Grundstein für eine neue Partnerschaft mit Afrika zu legen und gemeinsam für das Erreichen der Nachhaltigen Entwicklungsziele einzustehen.

Wir fordern, dass in der Armutsbekämpfung die besonderen Erfahrungen und Potentiale von Frauen berücksichtigt werden

Uns ist dabei wichtig, dass der diesjährige G7-Gipfel auch wirklich den Menschen zugutekommt, die am meisten Unterstützung brauchen.

Deshalb haben wir den G7-Außenminister*innen bereits vor ihrem Treffen in Frankreich Anfang April unsere wichtigsten Empfehlungen übermittelt. Damit wollten wir sicherstellen, dass sie gut vorbereitet sind und sich insbesondere für Frauen und diejenigen einsetzen, die von extremer Armut betroffen sind oder unter vermeidbaren Krankheiten leiden. Es liegt eine Menge Arbeit vor uns! Damit sich die Politiker*innen trotzdem auf das Wesentlich konzentrieren können, haben wir die fünf wichtigsten Bereiche nochmal zusammengefasst.

1. Gesetzes- und Politikwechsel hin zur Gleichstellung der Geschlechter – in Biarritz und darüber hinaus

Wir müssen sicherstellen, dass der diesjährige G7-Gipfel in Biarritz zu dauerhaftem Wandel führt. Deshalb fordern wir, dass Zusagen nicht nur gemacht, sondern auch umgesetzt werden und zu Ergebnissen führen, die über Biarritz hinausgehen.

Darum wollen wir, dass alle Länder, die an dem G7-Gipfel teilnehmen, bis 2022 mindestens zwei neue Gesetze oder Richtlinien zur Gleichstellung der Geschlechter erlassen. Und um die Umsetzung zu garantieren, ersuchen wir sie, die Gründung einer globalen, unabhängigen Organisation voranzutreiben, die die Einhaltung der Zusagen überwacht und über die Umsetzung Bericht erstattet. So ähnlich hat es zum Beispiel auch die Open Government Partnership in Bezug auf Transparenz gemacht.

ONE-Jugendbotschafter*innen demonstrieren bei einer G7-Konferenz in Paris

2. Schnellere Umsetzung der Geschlechtergleichstellung in Afrika

Lediglich 35 Prozent der geleisteten Entwicklungshilfe (ODA) der 30 Mitglieder des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tragen derzeit zur Gleichstellung der Geschlechter bei. Die OECD-Staaten beschreiben sich selbst als Begegnungsort und Sprachrohr der wichtigsten Geberländer. Ihr Handeln wirkt sich also auch auf die Menschen aus, die am stärksten von Armut betroffen sind. Ihnen muss hierbei klar sein: Um die Gleichstellung der Geschlechter weltweit zu erreichen, muss die diesbezügliche Finanzierung erstens verstärkt und zweitens gezielter eingesetzt werden.

Deshalb fordern wir alle Länder auf dem G7-Gipfel dazu auf, ein Finanzpaket einzuführen, das einzig und allein zum Erreichen von Geschlechtergerechtigkeit verwendet wird. Jedes Land sollte sich an der Finanzierung einer oder mehrerer der folgenden Initiativen beteiligen:

  • Unterstützung von Frauen beim Zugang zu digitalen Finanzdienstleistungen in Afrika
  • Förderung von afrikanischen Unternehmerinnen
  • Wiederaufbau von Schulen in der Sahelzone unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Mädchen
  • Vollständige Finanzierung der Globalen Partnerschaft für Bildung (GPE)
  • Bereitstellung von mehr Mitteln für lokale Frauenrechtsorganisationen in Afrika

Darüber hinaus sollte sich jedes Land dazu verpflichten, dass 85 Prozent seiner Entwicklungsfinanzierung Gleichberechtigung aktiv fördert, oder zumindest dem Mindeststandard des „Gender Mainstreamings“ entspricht. D.h. in der Umsetzung, dass vorab eine Analyse gemacht wird, um zu vermeiden, dass ein Entwicklungsprojekt versehentlich die Benachteiligung von Frauen und Mädchen verstärkt, und dass ein Projekt zumindest eine Maßnahme zur Stärkung von Frauen und Mädchen unternimmt.

3. Verbesserung der Schuldentragfähigkeit

40 Prozent der Entwicklungsländer mit niedrigem Einkommen (LIDC) stehen vor wachsenden Schuldenproblemen. Dennoch gibt es keine international anerkannten Regeln in Bezug auf Transparenz. Wir brauchen klare Standards für den öffentlichen und privaten Sektor – sowohl von Seiten der Kreditgeber als auch der Kreditnehmerländer. Damit muss sichergestellt werden, dass Länder, die bereits von Armut betroffen sind, nicht auch noch unter schlechten Vertragskonditionen leiden.

Die G7 sollte die „G20 Operational Guidelines for Sustainable Financing“ umsetzen, um die Schuldentragfähigkeit zu verbessern.

Auch die Jugendbotschafter*innen aus Deutschland werden sich beim G7-Gipfel für die Bekämpfung extremer Armut einsetzen

4. Bereitstellen von mehr öffentlichen Mitteln für die Entwicklungshilfe

Die Entwicklungshilfe ist der einzige öffentliche internationale Finanzfluss, der der Armutsbekämpfung gewidmet ist, und damit für das Erreichen der Nachhaltigen Entwicklungsziele unerlässlich. Allerdings sinkt die weltweite Entwicklungsfinanzierung. Großbritannien ist das einzige Land der G7, das die Zielvorgabe erfüllt, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Die gesamte Entwicklungshilfe der G7 belief sich 2017 auf 110,8 Milliarden US-Dollar. Das entspricht lediglich 0,3 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung der G7. Gleichzeitig sinken auch die Steuereinnahmen der afrikanischen Länder.

Im Klartext: Wir brauchen mehr Geld für die Armutsbekämpfung!

Das heißt, dass sich die Regierungsvertreter*innen bei ihrem Treffen in Biarritz darauf verständigen müssen, die Mittel zum Erreichen der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erhöhen – sowohl durch die Steigerung der Entwicklungshilfe als auch durch die Mobilisierung innerafrikanischer Ressourcen:

  • Die afrikanischen Länder, die am G7-Gipfel teilnehmen, sollten sich Ziele setzen, um bis 2022 mehr ihrer heimischen Ressourcen in die Bekämpfung extremer Armut zu investieren.
  • Die G7-Länder sollten sich verpflichten, bis spätestens 2030 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe und davon 50 Prozent für Afrika bereitzustellen (- insbesondere für die am wenigsten entwickelten Länder und die fragilen Staaten). Jedes Land sollte sich verpflichten, einen klaren Fahrplan zur Erreichung dieses Ziels zu veröffentlichen.
  • Die G7-Länder sollten über ihre im Rahmen der „Addis Tax Initiative“ im Jahr 2015 eingegangene Verpflichtung, die ODA zur Mobilisierung lokaler Ressourcen (DRM) zu verdoppeln, hinausgehen und sich bis 2022 ein neues, ehrgeizigeres Ziel setzen.
5. Den globalen Kampf gegen illegale Finanzströme vorantreiben

Es wird geschätzt, dass durch Gewinnverschiebungen jährlich über 500 Milliarden US-Dollar an Steuern weltweit verloren gehen. Das kostet Entwicklungsländer jedes Jahr zwischen 100 und 300 Milliarden US-Dollar. 70 Prozent der Fälle von schwerer Korruption betreffen Briefkastenfirmen und Trusts, von denen viele in Nordamerika oder in Europa ansässig sind. Das können wir nicht akzeptieren!

Alle auf dem Gipfel vertretenen Länder sollten sich deshalb zu den folgenden zwei Transparenzmaßnahmen verpflichten:

  • Verpflichtung der Unternehmen zur obligatorischen Offenlegung der länderspezifischen Informationen – einschließlich relevanter Finanz- und Buchhaltungsinformationen für jede Tochtergesellschaft und für alle Länder, in denen sie tätig sind.
  • Sowohl Unternehmen als auch Trusts sollten ihre jeweiligen Eigentümer*innen (die wirtschaftlichen Eigentümer*innen) offenlegen müssen.

Es gibt keinen guten Grund, diese Informationen vertraulich zu behandeln.

Aya Chebbi ist nicht nur Co-Herausgeberin des diesjährigen offenen Briefes zum Frauentag. Sie ist auch Jugenddelegierte der Afrikanischen Union

6. Unterstützung einer Initiative rund um Afrikas „Digital Loop“

Eine effektive und inklusiv wirkende digitale Infrastruktur ist ein entscheidender Faktor für die Entwicklung Afrikas. Dennoch liegt Afrika in seiner digitalen Entwicklung immer noch hinter dem Rest der Welt zurück. Um dies zu ändern, ist eine deutliche Erhöhung der Investitionen erforderlich. Der Zugang zu zuverlässigen digitalen Dienstleistungen und Produkten kann das Leben vor Ort verbessern.

Um dies für die Menschen in Subsahara-Afrika zu verwirklichen, die am stärksten von Armut betroffen sind, sollten alle Länder des Gipfels die Annahme einer von Afrika geleiteten Initiative zur Förderung des „Digital Loop“ unterstützen. Private Kapitalströme in den digitalen Sektor werden sich dann erhöhen, wenn Investitionshemmnisse in größerem Umfang beseitigt werden.

Vielleicht macht es den Anschein, als würden wir viel verlangen. Aber wenn sich einige der mächtigsten Länder der Welt treffen, um einen Plan zur Bekämpfung der globalen Ungleichheit zu entwickeln, muss man schließlich auch groß denken! Bitte helfen Sie uns dabei, die guten Vorsätze in einen Plan umzuwandeln und Realität werden zu lassen. Wenn wir jetzt handeln, können wir die Nachhaltigen Entwicklungsziele immer noch erreichen.

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Drei Aktivist*innen – und ihre Väter

29. Mai 2019 - 15:48

„Mein Vater hat mir das größte Geschenk gegeben, das man jemandem geben kann; er hat an mich geglaubt.“ – Jim Valvano

Es gibt viele wunderbare Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen. Sei es als Aktivist*innen, als Politiker*innen, als Menschenrechtler*innen oder anderswo. Wer aber jenseits des Vatertags oft außerhalb des Zentrums der Aufmerksamkeit liegt, sind Väter. Neben ihrem weiblichen Pendant gibt es viele Männer, die sich für die Rechte ihrer Kinder einsetzen, an sie glauben und ihnen klar machen: Man kann da draußen ziemlich viel bewirken.

Quelle: Kelly Sikkema auf Unsplash

Wir stellen euch drei Aktivist*innen vor – und erzählen, welche Rolle der Vater für sein*ihr Engagement spielt.

Semhal stärkt das Potential von anderen Frauen

Semhal entschied sich, Architektur zu studieren, um „etwas Schönes und Funktionelles zu schaffen.“ In ihrer Freizeit begann sie mit anderen Frauen Produkte für den Verkauf am Basar zu nähen. Das Projekt lief so gut, dass daraus ein kleines Unternehmen entstand. Dieses gibt Frauen nicht nur einen sinnvollen Job und ein regelmäßiges Einkommen. Fester Bestandteil sind auch faire Arbeitsbedingungen und persönliches Coaching.

Semhal bietet nicht nur Frauen ein geregeltes Einkommen. Sie unterstützt sie auch durch Mentoring und durchbricht durch ihr Engagement alte Rollenbilder.

Dass Semhal als Frau so durchstartet, ist in Äthiopien nicht selbstverständlich. Ihr Vater motivierte sie, gesellschaftliche Hürden zu durchbrechen. „Seitdem ich denken kann, sagte mir mein Vater, dass ich alle Ideen, die ich hatte, verwirklichen könnte. Dass ich keine Grenzen hätte.“, sagte Semhal. „In Äthiopien sind viele Familien männerdominiert und Söhne erhalten mehr Chancen als Töchter. Aber bei meinem Vater war das anders.“

Marcel setzt sich global und lokal für eine bessere Welt ein

„Früher habe ich immer mit meinem Vater den Weltspiegel geguckt und er nahm mich mit auf Demonstrationen. Das hat dazu geführt, dass ich mich noch mehr engagieren und so am liebsten die Welt retten wollte – so meine Vision im Jugendalter.“

Marcel (2. v. r.) mit weiteren Jugendbotschafter*innen im Europäischen Parlament

Als er älter wurde, nahm sein Engagement vielseitige Züge an. Marcel war Teil eines lokalen Ladens, der nur fair gehandelte Produkte verkauft, setzte sich zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele ein und war 2017 Jugendbotschafter bei ONE. Neben dem globalen Blickwinkel ist für ihn aber auch die lokale Perspektive wichtig. Egal ob „Nachbar*in, Trainer*in, der Onkel, die Tante, der*die Fußballkamerad*in oder auch der*die Studienkolleg*in – das Thema geht uns alle an!“

Eva kämpft für sauberes Trinkwasser und Bildung ein

„Mein Vater sagt mir oft, er wünsche sich, dass ich ein besseres Leben führen kann als er. Um mir das zu ermöglichen, arbeitet er jeden Tag von früh bis spät, damit ich zur Schule gehen kann.“ Viele Dinge, die für die meisten Leser*innen selbstverständlich scheinen sind es für Eva nicht. Eins davon ist der einfache Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der lange Weg zum Fluss kostet sie viele Stunden täglich – Zeit, die sie lieber in der Schule verbringen würde. Damit sich das ändert, hat Eva gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft einen offenen Brief an die Regierung geschrieben. In diesem fordern sie die Politiker*innen auf, ihr Versprechen einer Elektrizitäts- und Wasserversorgung einzulösen.

Die Versorgung mit sauberem Wasser kann mit viel Arbeit verbunden sein. Das sich das ändert, ist eines der nachhaltigen Entwicklungsziele.

Evas Geschichte zeigt auch, wie eng einzelne Bereiche der nachhaltigen Entwicklungsziele miteinander verzahnt sind. Denn die beste Bildung bringt nichts, wenn die Kinder ihre Zeit auf dem weg zum Fluss verbringen. Nachhaltige Entwicklung heißt auch Entwicklung in allen Bereichen, von Klima, Geschlechtergerechtigkeit bis zu Infrastruktur

Lust auf noch mehr Geschichten? Die findest du ganz einfach auf unserem Blog.

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29. Mai 2019

29. Mai 2019 - 12:28

1. Mehr Kinder mit Kindheit
Wie unter anderem Tagesschau.de, das ZDF, der Tagesspiegel, Spiegel Online, die Deutsche Welle und die Frankfurter Rundschau berichten, hat sich einem Bericht der Hilfsorganisation Save the Children zufolge die Lage für Kinder weltweit verbessert. Laut dem „Childhood Index“ werde nichtsdestotrotz noch immer jedes vierte Kind, insgesamt 690 Millionen Kinder, „seiner Kindheit beraubt“. Gemeint sind damit Kinder, die von Kinderehen, ungewollten Schwangerschaften, unzureichendem Zugang zu Bildung, Mangelernährung, gesundheitlichen Belastungen und Gewaltdelikten betroffen seien. Allerdings sei die Zahl der Betroffenen im Vergleich zum Beginn dieses Jahrtausends um 280 Millionen gesunken. Insbesondere Frühverheiratung, Kinderarbeit und Hunger seien zurückgegangen. Deutschland liege im internationalen Vergleich auf Platz sechs. Die Länder Niger, Tschad und die Zentralafrikanische Republik haben am schlechtesten abgeschnitten. Obwohl die Lage in Subsahara-Afrika für viele Kinder prekär sei, werden in einigen der ärmsten Länder der Welt die größten Fortschritte verzeichnet. Der einzige negative Faktor, der in den letzten 20 Jahren zugenommen habe, seien die zunehmenden Konflikte und Vertreibungen. Den 420 Millionen Kindern, die in Konfliktzonen leben, gehe es am schlechtesten.

2. Nordafrikanische Regierungen unter Druck
Wie die Tageszeitung (taz) meldet, fordern Demonstrant*innen in Algerien weiterhin, dass die Präsidialwahl verschoben wird. Für die am 4. Juli geplante Wahl seien lediglich zwei vollkommen unbekannte Kandidaten angetreten: der Tierarzt und Unternehmer Abdelhakim Hamadi und der Pharmavertreter und Bauunternehmer Hamid Touahri. Der Verfassungsrat prüfe gerade, ob die beiden alle Voraussetzungen für die Kandidatur erfüllen. Die Opposition arbeite unterdessen an einer gemeinsamen Strategie. Zum zweiten Mal treffen sich dafür über 60 zivilgesellschaftliche Organisationen. Währenddessen sieht sich die ägyptische Regierung mit schweren Vorwürfen konfrontiert, wie unter anderem Tagesschau.de, die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, Zeit Online, der Deutschlandfunk, die Deutsche Welle, das Handelsblatt und die Frankfurter Rundschau berichten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch habe schwere Vorwürfe gegen die ägyptischen Sicherheitskräfte erhoben. Im Rahmen ihres Anti-Terror-Kampfes auf der Sinai-Halbinsel sollen sie schwere Menschenrechtsverletzungen begangen haben. Laut dem Nahostdirektor der Organisation, Michael Page, haben die Sicherheitskräfte „eine totale Geringschätzung für das Leben der Anwohner an den Tag gelegt und ihren Alltag in einen endlosen Albtraum verwandelt“. Human Rights Watch habe zwei Jahre lang Folter, unrechtmäßige Verhaftungen, Verschleppungen und außergerichtliche Hinrichtungen im Norden der Halbinsel dokumentiert. Die ägyptischen Behörden haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

3. Nigeria: Öl gegen Armut?
Die Süddeutsche Zeitung thematisiert den Öl-Raffinerie-Bau im Süden Nigerias. Obwohl Nigeria zu einem der weltweit größten Ölproduzenten gehöre, habe das Land bisher kaum davon profitiert. Dem Land gehe sogar regelmäßig das Benzin aus. Lediglich ein Zehntel der zwei Millionen Barrel, die Nigeria täglich fördere, werde im Land zu Benzin weiterverarbeitet. Deshalb entstehe im Süden des Landes gerade eine der größten Raffinerien der Welt, die zukünftig ein Drittel des geförderten Rohöls weiterverarbeiten und somit den Benzinverbrauch des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas decken soll. Die nigerianische Presse und der Internationale Währungsfonds sehen das Projekt als eine große Chance für das Land, in dem weltweit die meisten Menschen in extremer Armut leben. Das Großprojekt werde vom Unternehmer Aliko Dangote finanziert, der als reichster Mann Afrikas gelte. Seinen Reichtum habe er durch die Herstellung von Produkten erwirtschaftet, die zuvor importiert worden seien. Die nigerianische Regierung habe ihn mit protektionistischen Wirtschaftsmaßnahmen dabei unterstützt. Wie bei den anderen Produkten sei es nun auch beim Öl Dangotes Ziel, größere Teile der Wertschöpfungskette in Afrika zu behalten.

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28. Mai 2019

28. Mai 2019 - 13:08

1. Malaria auf dem Vormarsch
Die Süddeutsche Zeitung thematisiert den aktuellen Stand bei der Bekämpfung von Malaria. Algerien, wo die Krankheit ursprünglich entdeckt worden sei, gelte nun nach Mauritius und Marokko als drittes afrikanisches Land ohne Malaria. Weltweit treffe dies noch auf 38 weitere Länder zu. 80 Staaten kämpfen noch immer mit der Tropenkrankheit, die insbesondere bei kleinen Kindern hohes Fieber, Anämien und Krämpfe auslöse. 2017 haben sich weltweit 219 Millionen Menschen mit Malaria infiziert, 435 000 seien daran gestorben. Seit 2015 seien die Krankheitsfälle kaum zurückgegangen, die Todesfälle sogar gestiegen. Fehlende Mittel, nachlassender Enthusiasmus und zunehmende Resistenzen der Menschen gegen Medikamente und der Überträgermücken gegen Insektizide seien Gründe dafür. Alle Hoffnung liege jetzt auf dem neuen Impfstoff RTS,S oder Mosquirix. Dieser Impfstoff, der in den ersten zwei Lebensjahren viermal verabreicht werden müsse, schütze allerdings nur 40 Prozent der geimpften Kinder. Ob er langfristig praktikabel sei, werde gerade in einer Machbarkeitsstudie der WHO untersucht. Im Zuge dieser werden 300 000 Kindern in Malawi, Ghana und Kenia mit dem Wirkstoff geimpft.

2. Südafrika besteuert CO2
Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel Online und die Welt berichten, führt Südafrika ab dem 1. Juni eine CO2-Steuer ein. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa habe das entsprechende Gesetz bereits am Sonntag unterzeichnet. Demnach sollen bis Ende 2022 südafrikanische Unternehmen für jede ausgestoßene Tonne Kohlenstoffdioxid 7,40 Euro zahlen. Nach Abzug möglicher Steuerfreibeträge seien das zwischen 40 Cent und drei Euro pro Tonne. Klimaschützer*innen kritisieren diesen Preis als zu niedrig, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Südafrika sei als zweitgrößte afrikanische Volkswirtschaft auch eines der Länder, die am meisten Emissionen ausstoßen. Im Greenpeace-Ranking der schmutzigsten Länder der Erde belege Südafrika den 14. Platz. Ein Großteil seines Stroms beziehe das Land aus Kohlekraftwerken. Auch in diesen Tagen nehme Südafrika zwei neue riesige Kohlekraftwerke in Betrieb. In Deutschland werde unterdessen auch über eine CO2-Steuer diskutiert. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) habe gestern die Ressortabstimmung zum Klimaschutzgesetz für Deutschland eingeleitet. Kritik an dem Gesetzeswurf komme insbesondere von der Union.

3. Sudan: Rückendeckung für den Militärrat
Wie die Tageszeitung (taz) heute berichtet, ruhen im Sudan die Verhandlungen über die zukünftige Machtverteilung zwischen Militär und Opposition seit einer Woche. Während die Opposition zu einem zweitägigen Generalstreik ausgerufen habe, bekomme der Militärrat Unterstützung von verschiedenen Seiten. Die zwei wichtigsten Mitglieder des Militärrates seien ins Ausland gereist, um Unterstützung aus dem Ausland zu sichern. Der Vorsitzende, General Abdel Fattah al-Burhan, habe den ägyptischen Präsidenten und derzeitigen Vorsitzenden der Afrikanischen Union, Abdel Fattah al-Sisi, einen Besuch abgestattet. Der Vize-Vorsitzende des Militärrates, Mohamed Hamdan Dagolo, habe sich unterdessen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman getroffen. Sowohl Ägypten als auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate seien auf der Seite des sudanesischen Militärs. Darüber hinaus seien sudanesische Islamist*innen, die bisher von den Verhandlungen ausgeschlossen gewesen seien, in den letzten Tagen nach Karthum gekommen und haben ihre Unterstützung für den Militärrat demonstriert. Sie wollen, dass die Scharia als Gesetzesgrundlage bestehen bleibt. Gleichzeitig bekomme die Opposition zwar Rückendeckung von westlichen Regierungen, diese üben allerdings keinen Druck aus. Bei einem Treffen in den USA im April haben sich westliche Länder, die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union beispielsweise auf keinen Aktionsplan für den Sudan einigen können.

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27. Mai 2019

27. Mai 2019 - 14:33

1. Afrika startet Freihandelszone
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute berichtet, tritt das Afrikanische Freihandelsabkommen diesen Donnerstag in Kraft. Die Demokratische Arabische Republik Sahara, auch bekannt als Westsahara, habe das Abkommen für einen panafrikanischen Freihandelsraum am 29. April als 22. Mitgliedsstaat der Afrikanischen Union (AU) ratifiziert. Damit sei die Mindestanzahl an Ländern erreicht worden, damit das Abkommen wirksam werden könne. 52 afrikanische Staaten haben das Abkommen unterschrieben, 23 bereits ratifiziert. Der afrikanische Freihandelsraum werde 1,2 Milliarden Menschen umfassen und damit doppelt so groß sein wie der der EU. Die gemeinsame Wirtschaftsleistung werde jedoch mit 2,5 Billionen US-Dollar nur etwa ein Siebtel der europäischen Leistung betragen. AU-Handelskommissar Albert Muchanga erhoffe sich durch den Freihandel, dass die Wirtschaft angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Bislang belaufe sich der innerafrikanische Handel lediglich auf 17 Prozent des Gesamthandels. Die Verhandlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Zolltarife und Ursprungsregeln seien beispielsweise noch unklar. Die Tatsache, dass Nigeria sich als größte afrikanische Volkswirtschaft bisher nicht beteiligen wolle, sei noch eine Herausforderung.

2. US-Geldpolitik schadet Entwicklungsländern
Das Handelsblatt thematisiert in seiner heutigen Ausgabe die Abhängigkeit von Entwicklungs- und Schwellenländern von der US-amerikanischen Geldpolitik. Die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) habe Auswirkungen auf internationale Rohstoffpreise und Kapitalflüsse und könne somit zum Beispiel zu Kapitalabfluss und Inflation in Schwellenländern führen. Diese finanziellen Abhängigkeiten und Konsequenzen anderer Länder finden bei der Fed jedoch kaum Beachtung. 2016 habe die Notenbank trotz Kritik von Schwellen- und Entwicklungsländern zum Beispiel den Leitzins von beinahe null auf 2,25 Prozent erhöht. Fed-Chef Jerome Powell habe diesbezüglich darauf verwiesen, dass andere Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB), Wachstumsdifferenzen und Rohstoffpreise ebenso wichtige Treiber der Kapitalflüsse in Schwellenländern seien. Daraufhin sei sogar Kritik aus den eigenen Reihen gekommen: Falk Bräuning von Fed Boston und die Havard-Ökonomin Victoria Ivashina haben die relevanten Zusammenhänge untersucht und herausgefunden, dass viele der Bankkredite an den US-Dollar und damit an den US-Leitzins gekoppelt seien. Ihren Untersuchungen zufolge habe die Geldpolitik der Fed – im Gegensatz zu der der EZB – folglich enormen Einfluss auf Entwicklungs- und Schwellenländer.

3. Welthungerhilfe-Präsidentin im Interview
Die Frankfurter Rundschau veröffentlichte gestern ein Interview mit Welthungerhilfe-Präsidentin Marlehn Thieme. Die 69-Jährige sei zudem Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates und noch bis Ende dieses Jahres Chefin des Rates für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung. Thieme zufolge seien die globalen Gerechtigkeits- und Verteilungsprobleme sowie bewaffnete Konflikte Gründe dafür, dass Menschen noch immer Hunger leiden, obwohl genügend Nahrungsmittel produziert werden. Auch der Klimawandel spiele eine zunehmende Rolle. Dennoch halte Thieme es für möglich, den Hunger bis 2030 zu besiegen. Dafür brauche es jedoch neben Ursachenbekämpfung auch den politischen Willen. Für sie liege der Schlüssel zur Hungersbekämpfung in der Entwicklung der ländlichen Räume. Diesbezüglich begrüße sie die Unterstützung der Bundesregierung für die Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“. Die anderen auf Afrika bezogenen Initiativen der Bundesregierung wie der Marshallplan mit Afrika oder der Compact mit Afrika, die unter anderem private Investitionen anstoßen sollen, können ebenfalls gute Ergänzungen zur Entwicklungszusammenarbeit sein. Es sei jedoch ein großes Problem, dass die Bundesregierung die Hilfsmittel für die am wenigsten entwickelten Länder zurückgefahren habe. „Wir“ seien es den Armen schuldig, am Ziel festzuhalten, 0,7 Prozent-Ziel der Wirtschaftskraft für Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden, so die Welthungerhilfe-Präsidentin. Insbesondere die ärmsten Länder seien für Privatinvestitionen oftmals uninteressant.

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