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Oxfam: G7 müssen Maßnahmen gegen Armut und Ungleichheit ergreifen

SID Blog - 18. Mai 2022 - 5:14
G7-Treffen der Minister*innen für Finanzen, Entwicklung und Gesundheit vom 18.-20. Mai

Oxfam fordert: G7 müssen Maßnahmen gegen Armut und Ungleichheit ergreifen

Berlin, 17.05.2022. Durch Corona, Klimakrise und Krieg drohen in diesem Jahr bis zu einer Viertelmilliarde Menschen in extreme Armut zu stürzen, die weltweite Ungleichheit droht massiv zu steigen. Die G7 und besonders die Bundesregierung als Gastgeberin müssen auf den anstehenden Treffen substanzielle Maßnahmen gegen diese Gefahr einleiten. Konkret geht es erstens um finanzielle Entlastungen durch Schuldenerlass und höhere Entwicklungsausgaben. Zweitens müssen die Patente für Impfstoffe und Medikamente gegen COVID-19 freigegeben werden, damit die Pandemie endlich beendet werden kann. Drittens müssen die G7 und insbesondere die Bundesregierung ihre Zusagen bei der Entschärfung der Klimakrise im Globalen Süden einhalten.

Tobias Hauschild, Leiter Soziale Gerechtigkeit bei Oxfam Deutschland, erklärt: „Pandemie und Klimakrise haben die ohnehin dramatische Ungleichheit weltweit noch verschärft. Hinzu kommt nun der Krieg in der Ukraine, der in manchen Ländern Grundnahrungsmittel fast unerschwinglich macht. Die G7-Staaten müssen ihre Zusagen einhalten und ausweiten, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit nicht vollends verspielen wollen."

Entlastung einkommensschwacher Länder

Um einkommensschwache Länder zu entlasten, ist ein Schuldenerlass unabdingbar. Die Länder mit den geringsten Einkommen weltweit müssen in diesem Jahr Schulden in Höhe von 43 Milliarden US-Dollar zurückzahlen, viele stehen kurz vor der Zahlungsunfähigkeit und sind sogar gezwungen, Lebensmittelimporte auszusetzen. Außerdem müssen die G7-Länder die internationale Zielvorgabe, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens in Entwicklung zu investieren endlich konsequent umsetzen. Beispielsweise drohen in Deutschland ab 2023 deutliche Kürzungen bei den Entwicklungsausgaben. Die G7-Staaten sollten sich deshalb für den Verzicht auf Schuldenrückzahlungen von Ländern mit einem kritischen Verschuldungsniveau aussprechen und zur Einhaltung der 0,7-Prozent-Vorgabe verpflichten.

Impfstoffgerechtigkeit

Während wohlhabende Länder gerade Booster-Impfungen gegen Omikron planen, sind auf dem afrikanischen Kontinent erst 17 Prozent der Bevölkerung grundimmunisiert. Um sicherzustellen, dass alle Menschen einen gerechten Zugang zu Covid-19-Technologien erhalten, sollten die G7-Staaten alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Produktion und Versorgung mit Impfstoffen und Therapeutika zu erleichtern und zu diversifizieren. Dafür müssen sie auch den von Südafrika und Indien 2020 bei der Welthandelsorganisation (WTO) eingebrachten so genannten TRIPS-Waiver unterstützen, der von der Bundesregierung und wenigen anderen wohlhabenden Nationen blockiert wird, obwohl ihn über 100 Länder unterstützen. Der derzeit diskutierte Neuentwurf der EU würde kaum Verbesserung bringen, weil er Medikamente und Diagnostika ausschließt und in seiner bisherigen Fassung keine Rechtsicherheit brächte. Um zu gewährleisten, dass die lokale Produktion von Impfstoffen schnellstmöglich beginnen kann, müssen sich die Regierungen der G7-Länder zudem für einen sofortigen und umfassenden Technologietransfer einsetzen und den mRNA-Hub der WHO finanziell stärker unterstützen.

Bekämpfung der Klimakrise

2009 haben sich die Industrienationen als Hauptverursacher der Klimakrise auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen dazu verpflichtet, ihre Unterstützung für Klimaschutz in den einkommensschwachen Ländern bis 2020 auf jährlich 100 Milliarden US-Dollar zu erhöhen. Das Ziel ist nicht erreicht worden und es gibt bisher kaum Anzeichen, dass es in naher Zukunft erreicht werden könnte – auch die deutsche Unterstützung soll den Plänen des Bundesfinanzministers zufolge entgegen der deutschen Zusage vom G7-Gipfel 2021 in den kommenden Jahren nicht steigen. Zudem verweigern die wohlhabenden Länder bisher kategorisch Unterstützung bei der Bewältigung von Zerstörungen infolge des Klimawandels, auch aus Angst vor Entschädigungsforderungen. Die G7-Staaten diskutieren nun über ein „Global Climate Risk Shield" für die Ausweitung von Frühwarnsystemen und Klimarisikoversicherungen. Hierbei ist es entscheidend, dass diese die betroffenen Länder nicht zusätzlich belasten dürfen, etwa durch Prämienzahlungen für Unwetterversicherungen.

 

Mehr unter www.oxfam.de


       

Afrikanische Start-ups setzen Impulse für nachhaltige Entwicklung

SID Blog - 18. Mai 2022 - 5:13
BMZ weitet Förderung auf Ghana und Tansania aus

Berlin - Mit develoPPP Ventures bietet das Bundesentwicklungsministerium ein Förderinstrument speziell für Start-ups in Afrika an. Nach erfolgreichem Start in Kenia wird das Programm nun auf Ghana und Tansania ausgeweitet. Junge Unternehmen, die in diesen Ländern mit ihren Geschäftsmodellen einen besonders wirksamen Beitrag zur Entwicklung vor Ort leisten, können sich ab dem 15. Mai für eine lokale Investitionsförderung von bis zu 100.000 Euro bewerben.

Den städtischen Verkehr elektrifizieren, entlegene Gebiete mit Strom und Wasser versorgen, Bäuerinnen und Bauern digital mit potenziellen Abnehmern vernetzen – die Lösungen, an denen afrikanische Start-ups arbeiten, sind vielfältig. Gleichzeitig haben sie das Potenzial, wichtige, entwicklungsrelevante Probleme zu lösen und dabei hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.

Aus diesem Grund unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit dem Förderinstrument develoPPP Ventures junge Unternehmen in Afrika bei der Skalierung von Geschäftsmodellen, die einen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Beitrag vor Ort leisten. Nachdem das Programm im vergangenen Jahr erfolgreich in Kenia gestartet ist, bringt das BMZ es nun auch nach Ghana und Tansania.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze: „Start-ups können bei vielen Herausforderungen Teil der Lösung sein. Darum helfen wir jungen Unternehmen in Afrika Lösungen für nachhaltige Entwicklung groß zu machen. Wichtig ist uns dabei, auch und gerade Unternehmerinnen zu stärken. Darauf werden wir bei der Förderung achten."

Ab jetzt können sich Start-ups in Ghana, Tansania und Kenia um eine Investitionsförderung von bis zu 100.000 Euro bewerben. Der Ideenwettbewerb läuft bis zum Sommer (30. Juni). Voraussetzungen zur Teilnahme sind unter anderem, dass das Unternehmen ein für das Land innovatives Geschäftsmodell verfolgt und damit bereits erste Umsätze erwirtschaftet hat und dass es in einem der drei Länder registriert ist oder plant, sich vor der zu fördernden Wachstumsinvestition dort zu registrieren. Das eröffnet auch deutschen Start-ups mit entsprechenden Wachstumsplänen die Möglichkeit zur Teilnahme.

Weitere Informationen

www.develoPPP.de/ventures

Über develoPPP

develoPPP Ventures ist eine Komponente unter dem Förderprogramm develoPPP des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Mit develoPPP fördert das BMZ privatwirtschaftliche Vorhaben dort, wo unternehmerische Chancen und entwicklungspolitisches Potenzial zusammentreffen. Unternehmen, die nachhaltig in einem Entwicklungs- oder Schwellenland investieren und ihre operative Tätigkeit vor Ort ausbauen wollen, können im Rahmen des Programms finanzielle und fachliche Unterstützung erhalten. Voraussetzung für eine Förderung sind ein langfristiges betriebswirtschaftliches Interesse im Land und ein nachhaltiger entwicklungspolitischer Nutzen für die Menschen vor Ort.

Mit den beiden Instrumenten develoPPP Classic und develoPPP Ventures bietet das Programm maßgeschneiderte Fördermöglichkeiten für bereits etablierte Unternehmen sowie aufstrebende Start-ups.

Umgesetzt wird develoPPP von zwei erfahrenen Partnern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH und Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.



Ostafrika: Oxfam und Save the Children veröffentlichen neuen Bericht und fordern sofortige Hilfe

SID Blog - 18. Mai 2022 - 5:12


Ostafrika: Oxfam und Save the Children untersuchen die Versäumnisse seit den letzten großen Dürren – und fordern sofortige Hilfe

Neue Studie „Dangerous Delay 2" veröffentlicht / Vorstellung bei virtueller PK

Berlin/London/Genf, 18. Mai 2022 – In den von extremer Dürre geplagten Ländern Äthiopien, Kenia und Somalia stirbt Schätzungen zufolge alle 48 Sekunden ein Mensch an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Dies geht aus dem Bericht „Dangerous Delay 2: The Cost of Inaction" hervor, den Oxfam und Save the Children heute veröffentlicht haben und der das wiederholte Versagen der Weltgemeinschaft bei der Abwendung dieser vermeidbaren Katastrophe am Horn von Afrika aufzeigt.

Rund ein Jahrzehnt nachdem in der großen Dürre von 2011 allein in Somalia fast 260.000 Menschen starben – die Hälfte von ihnen Kinder unter fünf Jahren – scheint es der internationalen Staatengemeinschaft erneut nicht zu gelingen, durch rasche und umfassende Hilfe Leben zu retten. Die Zahl der Menschen, die in Somalia, Kenia und Äthiopien unter extremem Hunger leiden, hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt: von zehn Millionen auf heute über 23 Millionen. Die bisher zugesagten Gelder reichen bei Weitem nicht. Andere Krisen wie der Krieg in der Ukraine verschärfen die Situation zusätzlich.

Der Bericht „Dangerous Delay 2: The Cost of Inaction" ist die Neuauflage einer bahnbrechenden Studie von Oxfam und Save the Children aus dem Jahr 2012 – nach dem beschämenden Versagen der internationalen Gemeinschaft angesichts der tödlichen Dürre in Somalia im Vorjahr. Der aktuelle Bericht entstand in Zusammenarbeit mit der Jameel Observatory in Nairobi, die sich mit der Vorhersage und Bewältigung klimabedingter Ernährungsunsicherheit befasst. Er untersucht die Veränderungen im System der humanitären Hilfe seit der Dürre 2011 und kommt zu dem Schluss, dass die betroffenen Länder und die internationale Staatengemeinschaft trotz mancher Fortschritte im Kampf gegen Dürren und Hunger immer noch zu zögerlich handeln.

„Die Menschen in Ostafrika hungern nicht, weil es der Welt an Nahrung oder Geld mangelt, sondern weil es an politischem Mut fehlt", sagt Gabriella Bucher, Geschäftsführerin von Oxfam International. „Obwohl es immer mehr Alarmsignale gab, haben führende Politiker zu spät und zu verhalten reagiert, so dass jetzt Millionen Menschen mit einer Katastrophe konfrontiert sind. Hunger ist die Folge politischen Versagens." Die schnellen und umfassenden Reaktionen auf Krisen wie den Krieg in der Ukraine oder COVID-19 zeigten, dass die Staatengemeinschaft erfolgreich Ressourcen mobilisieren könne, um Leid zu mindern – „aber nur, wenn sie den festen Willen dazu hat", betont Bucher.

„Die Uhr tickt, und jede Minute, die verstreicht, bringt hungernde Kinder dem Tod näher", sagt Kijala Shako, Regionale Sprecherin für das östliche und südliche Afrika bei Save the Children. „Die Zahlen sind erschreckend: 5,7 Millionen Kinder sind derzeit akut unterernährt, darunter sind mehr als 1,7 Millionen Mädchen und Jungen mit schwerer akuter Unterernährung. Die Vereinten Nationen warnen, dass mehr als 350.000 Kinder in Somalia sterben könnten, wenn wir jetzt nicht handeln. Wie können wir damit leben, wenn wir es wieder geschehen lassen?"

„Ich habe diese für Kinder lebensbedrohliche Situation mit eigenen Augen gesehen, und das tut weh", sagt Save the Children-Geschäftsführer Florian Westphal, der im März in Ostafrika war. „Ich habe die verendeten Rinder und Kamele am Straßenrand gesehen und mit Menschen gesprochen, die durch die Dürre alles verloren haben und nun auf der Suche nach Wasser und Weidegrund in provisorischen Zeltlagern hausen, wo sie nur das Nötigste erhalten – wenn überhaupt. Viele Kinder sind bereits völlig unterernährt. Wir können nicht zulassen, dass sich die Katastrophe von 2011 wiederholt. Wir stehen bereit."

Oxfam und Save the Children analysieren in ihrem Bericht die anhaltenden Versäumnisse von Geberländern, internationalen und nationalen Hilfsorganisationen und der betroffenen Staaten selbst. Ihr Fazit: Verkrustete Bürokratien und eigennützige politische Entscheidungen verhindern auch weiterhin eine schnelle globale Reaktion auf Hungerkrisen – trotz verbesserter Warnsysteme und intensiver Bemühungen lokaler Akteure.

Die Organisationen fordern:  

  • Um jetzt Leben zu retten, müssen die Staats- und Regierungschefs der G7 und des Westens sofort Gelder bereitstellen, um dem Nothilfe-Aufruf der Vereinten Nationen in Höhe von 4,4 Milliarden US-Dollar für die Länder am Horn von Afrika nachzukommen. Sie müssen außerdem sicherstellen, dass die Mittel flexibel genug sind, um dort eingesetzt zu werden, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
  • Die Geber müssen garantieren, dass mindestens 25 Prozent der Mittel an lokale Helfer*innen gehen, die im Mittelpunkt aller Maßnahmen stehen müssen.
  • Die Regierungen von Kenia, Äthiopien und Somalia müssen ihre sozialen Sicherungssysteme ausbauen. Sie sollten mindestens zehn Prozent ihres Haushalts für die Landwirtschaft bereitstellen, mit besonderem Fokus auf Kleinbauern und -bäuerinnen, wie dies in der Malabo-Erklärung der Afrikanischen Union für Investitionen in die Landwirtschaft 2014 vereinbart wurde.
  • Auf frühe Warnungen muss besser reagiert werden. Regierungen sollten schneller den nationalen Notstand ausrufen, Ressourcen zu Bedürftigen umleiten und in Maßnahmen investieren, die die Resilienz der Menschen gegen klimabedingte Krisen stärkt.
  • Als Treiber des Klimawandels müssen die Industrienationen Ostafrika für seine klimabedingten Verluste entschädigen. Sie müssen Kenia, Äthiopien und Somalia darüber hinaus ihre Schulden der Jahre 2021-2022 erlassen, damit Mittel frei werden, um die Bevölkerung bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen, zum Beispiel durch die Stärkung der Sozialsysteme.

 

Hinweise

  • Den Link zum neuen Bericht „Dangerous Delay 2: The Cost of Inaction" werden wir Ihnen zeitnah zusenden. Eine Zusammenfassung finden Sie hier (bitte beachten Sie die Sperrfrist).
  • Der Vorgänger-Bericht „A Dangerous Delay: The cost of late response to early warnings in the 2011 drought in the Horn of Africa" (2012) ist hier zu finden.

UNICEF: Immer mehr schwer mangelernährte Kinder brauchen Hilfe

SID Blog - 18. Mai 2022 - 5:09
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„Eine Frage von Leben und Tod" 

UNICEF: Immer mehr schwer mangelernährte Kinder brauchen Hilfe. Doch die Kosten für lebensrettende Erdnusspaste steigen um 16 Prozent.

© UNICEF/UN0602381/Ralaivita

Köln/ New York, den 17. Mai 2022 // Die Zahl der Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung stieg bereits vor dem Krieg in der Ukraine. Jetzt droht die Welt noch tiefer in eine Ernährungskrise zu fallen, warnt UNICEF. 

Der aktuelle UNICEF-Bericht "Schwere akute Mangelernährung: Eine tödliche Gefahr für Kinder" ("Severe wasting: An overlooked child survival emergency") warnt, dass sowohl die Zahl der betroffenen Kinder als auch die Kosten für therapeutische Zusatznahrung, die für ihre Behandlung benötigt werden, steigen. In dieser Situation gefährden auch noch Mittelkürzungen von Regierungen lebenswichtige Hilfe für die bedrohten Kinder.

"Bereits vor dem Krieg in der Ukraine hatten viele Familien aufgrund von Konflikten, Klimaschocks und den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie Schwierigkeiten, ihre Kinder zu ernähren", erklärte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. Sie hatte sich zuletzt ein Bild von der dramatischen Lage am Horn von Afrika gemacht. "Die Welt wird mit Blick auf den Kampf gegen die Kindersterblichkeit und das Leid schwer mangelernährter Kinder immer mehr zu einem unkontrollierbaren Risiko." 

Bereits heute erhalten mindestens 10 Millionen Kinder weltweit – zwei von drei betroffenen Mädchen und Jungen – nicht die lebensrettende Behandlung mit therapeutischer Zusatznahrung, die sie für ihr Überleben benötigen. UNICEF warnt, dass das Zusammenwirken mehrerer Schocks die weltweite Ernährungssicherheit von Familien und Kindern bedroht. Dazu gehören die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, die schwierige wirtschaftliche Erholung nach der Covid-19-Pandemie sowie anhaltende klimabedingte Dürreperioden in manchen Ländern. 

Die Kosten für lebensrettende therapeutische Zusatznahrung werden laut Prognosen in den kommenden sechs Monaten um bis zu 16 Prozent steigen, da die Preise wichtiger Zutaten in die Höhe schießen. Hierdurch könnte weiteren 600.000 Kindern pro Jahr der Zugang zu lebensrettender Behandlung verwehrt bleiben. Auch die Transport- und Lieferkosten werden voraussichtlich hoch bleiben.

"Für Millionen von Kindern pro Jahr bedeutet die lebensrettende Erdnusspaste einen Unterschied zwischen Leben und Tod. Eine sechzehnprozentige Preiserhöhung mag im Kontext der globalen Lebensmittelmärkte überschaubar klingen. Doch am Ende der Lieferkette steht die Verzweiflung eines mangelernährten Kindes ", sagte Catherine Russell.

Wenn ein Kind im Verhältnis zu seiner Größe zu dünn ist und ein geschwächtes Immunsystem hat, spricht man von schwerer akuter Mangelernährung. Dies ist die unmittelbarste, sichtbarste und lebensbedrohlichste Form der Mangelernährung. Weltweit sind rund 13,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren davon betroffen. Einer von fünf Todesfällen von Kindern in dieser Altersgruppe kann darauf zurückgeführt werden. 

Die Gesamtzahl der betroffenen Kinder ist nach wie vor am höchsten in Südasien. Rund eines von 22 Kindern ist dort betroffen, doppelt so viele Mädchen und Jungen wie in Afrika südlich der Sahara. Doch auch in anderen Regionen sind die Fallzahlen mancherorts so hoch wie noch nie. In Afghanistan beispielsweise werden in diesem Jahr voraussichtlich 1,1 Millionen Kinder an schwerer akuter Mangelernährung leiden, fast doppelt so viele wie im Jahr 2018. Die Dürre am Horn von Afrika bedeutet, dass die Zahl der betroffenen Kinder in der Region von 1,7 Millionen auf zwei Millionen ansteigen könnte. In der Sahelregion droht ein Anstieg um 26 Prozent im Vergleich zu 2018. 

Laut dem Bericht haben die Fallzahlen selbst in relativ stabilen Ländern wie Uganda seit 2016 um rund 40 Prozent oder mehr zugenommen. Zu den Ursachen gehören wachsende Armut sowie die unsichere Ernährungssituation vieler Familien, die dazu führt, dass sich die Qualität und die Menge der Nahrung für Kinder und Schwangere verschlechtert hat. Auch klimabedingte Schocks wie schwere Dürren und fehlender Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen tragen hierzu bei.

Der Bericht hebt hervor, dass die Ausgaben zur Prävention und Bekämpfung von schwerer Mangelernährung sehr niedrig sind und in den kommenden Jahren weiter gekürzt werden könnten. Im pessimistischsten Szenario werden sie bis 2028 nicht wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen. Die Ausgaben für solche Programme im Rahmen der weltweiten Entwicklungshilfe machen lediglich 2,8 Prozent der Gesamtausgaben für den Gesundheitssektor und 0,2 Prozent der gesamten Ausgaben für die internationale Zusammenarbeit aus. 

UNICEF ruft deshalb dazu auf:

  • Die Regierungen sollten die weltweite öffentliche Entwicklungshilfe im Kampf gegen schwere Mangelernährung um mindestens 59 Prozent im Vergleich zu 2019 erhöhen, um jedes Kind in 23 Risikoländern zu erreichen.
  • Länder sollten die Behandlung schwerer Mangelernährung in ihre Finanzierungspläne für Gesundheits- und langfristige Entwicklungsprogramme aufnehmen, um alle betroffenen Kinder zu erreichen, nicht nur diejenigen in humanitären Krisensituationen. 
  • Die von Geberländern zur Bewältigung der aktuellen Hungerkrise bereitgestellten Mittel sollten spezifische finanzielle Zusagen für therapeutische Spezialnahrung und andere Maßnahmen enthalten, um schwer akut mangelernährter Kinder zu retten. 
  • Geber und zivilgesellschaftliche Organisationen müssen der flexiblen und langfristigen Finanzierung von Programmen zur Bekämpfung schwerer Mangelernährung mehr Priorität einräumen.

Service für die Redaktionen

Therapeutische Zusatznahrung, auch „Erdnusspaste" genannt, besteht vor allem aus Erdnüssen, Öl, Zucker und Milchpulver und wird in einzelnen Päckchen verpackt. Sie ist lange haltbar, auch ungekühlt. UNICEF ist weltweit der Hauptlieferant der Erdnusspaste. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen beschafft und liefert schätzungsweise 75-80 Prozent des weltweiten Angebots von mehr als 20 Herstellern aus aller Welt. 

» Der englischsprachige Bericht steht nach Veröffentlichung hier zur Verfügung

» Eine deutsche Zusammenfassung wird hier veröffentlicht. 



Halbfinale Green Events: Ergebnispräsentation der Pilotphase am 18. Mai 2022 im Resonanzraum

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 13. Mai 2022 - 9:00

Am Mittwoch, den 18. Mai ab 15 Uhr werden im Resonanzraum an der Feldstraße die Ergebnisse und Learnings der letzten Jahre im Zuge des Projekts „Zukunft veranstalten – 101 Maßnahmen für nachhaltige Veranstaltungen“ vorgestellt. Seit 2019 entwickelt Green Events Hamburg im Projekt „Zukunft veranstalten – 101 Maßnahmen für nachhaltige Veranstaltungen“ gemeinsam mit der Hamburger Umweltbehörde …

Halbfinale Green Events: Ergebnispräsentation der Pilotphase am 18. Mai 2022 im Resonanzraum Weiterlesen »

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NGOs rufen zur Großdemonstration zum G7-Gipfel in München auf

SID Blog - 12. Mai 2022 - 22:21
Großdemonstration zum G7-Gipfel in München – Klimakrise, Artensterben, Ungleichheit: Gerecht geht anders!

München, 10. Mai 2022. Mehr als 15 zivilgesellschaftliche Organisationen rufen für den 25. Juni 2022 unmittelbar vor Beginn des G7-Gipfels zu einer Großdemonstration in München auf. Das breite Bündnis fordert die Staats- und Regierungschef:innen der G7-Staaten auf, Konsequenzen aus dem russischen Krieg gegen die Ukraine zu ziehen und die Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle zu beenden. Die G7-Mitglieder müssen endlich entschlossen gegen die Klimakrise und das Artensterben handeln und Hunger, Armut und Ungleichheit bekämpfen. Das Bündnis erwartet viele tausend Demonstrierende aus dem gesamten Bundesgebiet und anderen Teilen Europas.

Die G7-Staaten tragen mit ihrem Handeln und Wirtschaften Verantwortung dafür, dass sich die Klimakatastrophe und ein gigantisches Artensterben dramatisch zuspitzen. Wir leben im letzten Jahrzehnt, in dem wir die schlimmsten Folgen dieser Katastrophen noch abwenden können. Deswegen müssen die G7-Staaten jetzt das Ruder rumreißen. Sie müssen jetzt aus den fossilen Energien Kohle, Öl und Gas aussteigen und die Zerstörung von Natur und Artenvielfalt beenden. Damit leisten sie gleichzeitig einen entscheidenden Schritt für den Frieden.

Die G7-Staaten müssen ihren Ressourcenhunger drastisch zügeln. Statt der Abhängigkeit von fossilen Importen braucht es einen möglichst dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Zum Erhalt und der Wiederherstellung der Natur, sind die G7-Staaten in der Pflicht, sich für ein verbindliches Weltnaturabkommen einzusetzen. Die Belastungsgrenzen unseres Planeten sind weit überschritten und damit steigt die soziale Ungleichheit weltweit.

Armuts- und Hungerbekämpfung standen bei G7-Gipfeln häufig auf der Tagesordnung. Die Bilanz jedoch ist ernüchternd: Weltweit hungern 811 Millionen Menschen. Mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine steigen die Lebensmittelpreise weltweit an, worunter die Ärmsten am stärksten leiden und der Hunger in der Welt weiter zunimmt. Gleichzeitig landen noch immer Nahrungsmittel im Tank und werden als Futter eingesetzt, statt Menschen zu ernähren. Bäuer:innen weltweit brauchen faire Preise und einen gerechten Zugang zu Land und Saatgut, um mit gesunden und klimaschonenden Lebensmitteln Menschen satt zu machen. Hier müssen die Staats- und Regierungschef:innen umsteuern.

Die Corona-Pandemie hat erneut deutlich gemacht, wie ungleich globale Krisen Menschen treffen: Während mehr als 160 Millionen Menschen zusätzlich in Armut stürzten, verdoppelte sich das Vermögen der zehn reichsten Milliardär:innen. Die Staats- und Regierungschef:innen der G7-Staaten müssen Hunger, Armut und Ungleichheit entschieden bekämpfen und einen fairen Ausgleich für die Bevölkerung im Globalen Süden umsetzen.

Viele tausend Menschen aus Deutschland und Europa werden am Samstag, den 25. Juni, in München auf die Straße gehen und für eine klimafreundliche und gerechte Politik der G7-Staaten eintreten. Die Großdemonstration reiht sich ein in die vielfältigen Proteste rund um den G7-Gipfel im Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen. Dort empfängt die Bundesregierung vom 26. bis 28. Juni Staats- und Regierungschef:innen großer Industriestaaten zum G7-Gipfel.

Trägerkreis
Aktion gegen den Hunger, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Attac, Brot für die Welt, Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Bund Naturschutz in Bayern (BN), Campact, Greenpeace, IG Nachbau, MISEREOR, Naturschutzbund Deutschland (NABU), NaturFreunde Deutschlands, Oxfam Deutschland, Welthungerhilfe und WWF Deutschland.

www.g7-demo.de  

BMZ-Stellungnahme zum globalen Ernährungskrisen-Bericht

SID Blog - 6. Mai 2022 - 0:02
Das von den Vereinten Nationen und der EU-Kommission getragene „Global Network on Food Crises" veröffentlicht heute seinen Bericht zu weltweiten Ernährungskrisen. Er ist auf der folgenden Website abrufbar: http://www.fightfoodcrises.net/en/

 

Dazu erklärt Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze: „Auf der Welt leiden fast 200 Millionen Menschen unter akutem Hunger – mit steigender Tendenz. Der Krieg gegen die Kornkammer Ukraine wirkt als Brandbeschleuniger. Neben den dramatischen Folgen in Europa selbst sind auch viele Entwicklungsländer betroffen. Denn dort führen die stark steigenden Lebensmittelpreise unmittelbar zu Hunger und Armut. Deshalb reagieren wir und unterstützen unsere Partner schnell und massiv. Mit 430 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln  wird mein Ministerium den besonders von der Ernährungskrise betroffenen Menschen in unseren Partnerländern helfen. Und wir rufen als G7-Vorsitz ein ‚Bündnis für globale Ernährungssicherheit' ins Leben, das diejenigen versammelt, die wie wir schnell handeln und sich dabei eng abstimmen wollen. Kurzfristig sind Nahrungsmittelhilfen überlebenswichtig. Das mittelfristige Ziel muss sein, dass die Menschen in den ärmsten Ländern sich selbst versorgen können, damit steigende Weltmarktpreise nicht mehr automatisch zu mehr Hunger führen."

 

Die wichtigsten Kernaussagen des Berichts sind: Akute Ernährungsunsicherheit hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen: 2021 waren 193 Mio. Menschen in 53 Ländern von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen; das sind 40 Mio. mehr als im Jahr zuvor. Seit 2016 ist diese Anzahl sogar um 80 Prozent gestiegen. Neben Krisen und Konflikten ist der Klimawandel die wichtigste Ursache für die Lageverschlechterung. Die Situation wird sich 2022 in vielen Ländern weiter verschärfen: Im Norden Nigerias, im Jemen, in Mali und im Niger aufgrund von Konflikten sowie in Kenia, im Südsudan und in Somalia, weil mehrere Regenzeiten nacheinander ausgefallen sind. Im Bericht konnten die Folgen der Ukraine-Krise und die erwarteten Auswirkungen auf die globale Ernährungssicherheit noch nicht berücksichtigt werden. Diese Herausforderungen offenbaren die Verflechtung und Vulnerabilität der globalen Agrar- und Lebensmittelsysteme, die durch den Krieg noch weiter gemacht sichtbar werden. Länder, die sich bereits in einer (Hunger)-Krise befinden werden von dem russischen Angriffskrieg besonders betroffen sein, vor allem aufgrund ihrer hohen Abhängigkeit von Importen und ihrer Anfälligkeit für globale Nahrungsmittelpreisschocks.

 

Das BMZ wird kurzfristig 430 Mio. Euro, die Bundeskanzler Scholz im G7 Kreis angekündigt hat, für die Verbesserung der Ernährungssituation und die Abmilderung extremer Preisschocks als Folge des Ukrainekrieges umsetzen. Die Mittel sollen unter anderen eingesetzt werden, um das Welternährungsprogramm WFP zu stärken und in den am schlimmsten betroffenen Ländern Afrikas und des Nahen Ostens mittelfristige Projekte jenseits der reinen Nahrungsmittelhilfe umzusetzen.

 



Adidas, Hugo Boss, Puma und Co.: Trotz Zusage offenbar doch Baumwolle aus Xinjiang in Textilien

SID Blog - 6. Mai 2022 - 0:01
Hamburg, 5. Mai 2022 (NDR) In Kleidung deutscher Marken wie Adidas, Hugo Boss und Puma
gibt es Hinweise auf Baumwolle aus der chinesischen Provinz Xinjiang – das zeigen
Recherchen des investigativen Formats STRG_F (NDR/ funk). Bei dieser Baumwolle besteht
ein Risiko, dass sie mit Zwangsarbeit produziert wurde. Deshalb hatten diese
Textilunternehmen bisher öffentlich versichert, keine Baumwolle mehr aus Xinjiang zu
verwenden.

Offenbar ist das aber weiter der Fall, wie STRG_F in Zusammenarbeit mit dem
„Agroisolab Jülich" und der Fachhochschule Niederrhein jetzt herausfand. Mithilfe
einer Isotopen-Analyse konnte die Herkunft der Baumwolle bestimmt werden. Bei
Kleidungsstücken von Adidas, Hugo Boss, Puma, Jack Wolfskin und Tom Tailor wurde
Baumwolle identifiziert, die nach den vorliegenden Erkenntnissen aus der Region
Xinjiang im Westen Chinas stammt.  „Die isotopischen Fingerabdrücke in der Baumwolle
sind eindeutig und lassen sich von Baumwolle aus anderen Ländern und selbst anderen
chinesischen Regionen unterscheiden", so Dr. Markus Boner vom „Agroisolab".


In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Berichte über die systematische
Unterdrückung ethnischer Minderheiten in Xinjiang, insbesondere der muslimischen
Uiguren. So besteht auch der Verdacht, dass diese Minderheiten zur Ernte und
Verarbeitung von Baumwolle gezwungen werden. Deshalb haben die USA den Import von
Baumwolle aus der Region verboten, zahlreiche große Textilunternehmen geben an, keine
Baumwolle aus Xinjiang zu beziehen oder zukünftig nicht mehr beziehen zu wollen. In
der EU wird über ein Importverbot bisher nur diskutiert.


China hat die Region für unabhängige Journalisten abgeriegelt. Auch das Team von
STRG_F erhielt keine Visa, um vor Ort recherchieren zu können. Es konnte aber mit
zahlreichen im Exil lebenden Augenzeugen sprechen. Der LKW-Fahrer Erbaqyt Otarbai
berichtet, wie er festgenommen wurde, weil er den Messenger-Dienst Whatsapp auf dem
Handy installiert hatte. Im Gefängnis sei er gefoltert und beim anschließenden
Lageraufenthalt gezwungen worden, Kleidungsstücke zu nähen. „Es war eine sehr
anstrengende Arbeit. Wer nicht gut gearbeitet hat, wurde zurück ins Gefängnis
geschickt, und dahin wollte keiner zurück." Der ehemalige chinesische Polizist Wang
Leizhang (Name geändert) berichtet zum ersten Mal einem deutschen Filmteam, wie er
während seines Einsatzes in Xinjiang vor wenigen Jahren an der systematischen
Festnahme und Folter ethnischer Minderheiten beteiligt gewesen sei. Darüber hinaus sei
er Zeuge von Zwangsarbeit geworden: „Während meiner Zeit in Xinjiang sind sehr viele
Uiguren in Lager gebracht worden. Sie sollten dort durch Arbeit wie z.B. Nähen
umerzogen werden. Die produzierte Ware konnte dadurch auch viel günstiger verkauft
werden."


Die Nichtregierungsorganisation „European Center for Constitutional and Human Rights"
(ECCHR) hat Strafanzeige gegen die Geschäftsführer mehrerer deutscher
Textilunternehmen bei der  Generalbundesanwaltschaft erstattet, weil diese
problematische Lieferbeziehungen nach Xinjiang haben sollen. „Die Recherche liefert
wichtige zusätzliche Hinweise. Wer Baumwolle aus Xinjiang in seiner Kleidung hat, kann
nicht ausschließen, dass diese unter Zwang produziert wurde. Das Risiko ist hoch",
sagte Miriam Saage-Maß vom ECCHR. Bisher hatte die Generalbundesanwaltschaft keine
Ermittlungen eingeleitet, das ECCHR erhofft sich durch die Recherche neue Bewegung in
der Sache.


Auf Nachfrage blieben die Hersteller bei ihrer Behauptung, keine Baumwolle aus
Xinjiang zu beziehen. Adidas teilte schriftlich mit, man beziehe Baumwolle
ausschließlich aus anderen Ländern. Puma erklärte: „Auf Basis aller gesammelten
Informationen, die wir eingeholt haben, und Rückverfolgung sowie Kontrollen, die wir
etabliert haben, können wir sagen, dass in unseren Produkten keine Baumwolle aus
Xinjiang verwendet wird." Hugo Boss erklärte, keine Zwangsarbeit in seinen
Lieferketten zu tolerieren und wollte sich nicht weiter zu der Frage äußern, ob sie
Baumwolle aus Xinjiang in ihren Produkten ausschließen können. Jack Wolfskin äußerte
sich nicht konkret zur Frage nach Baumwolle aus Xinjiang, betonte aber, Zwangsarbeit
sei inakzeptabel, alle Lieferanten wüssten, dass „verfügbaren Daten und Zertifikate
zur Lieferkette zur Verfügung" gestellt werden. Tom Tailor antworte auf Nachfrage nicht.


Die Wahrscheinlichkeit, dass Baumwolle aus Xinjiang in Kleidung oder anderen
Baumwollprodukten aus China steckt, ist verhältnismäßig hoch. Knapp 90 Prozent der
chinesischen Baumwolle und damit mehr als ein Fünftel der weltweiten Baumwolle stammt
nach offiziellen Zahlen aus der Region. Die Recherchen von STRG_F zeigen
dementsprechend auch, dass Baumwolle aus Xinjiang offenbar nicht nur in Produkten
„Made in China" steckt, sondern auch in Kleidung, die etwa in Vietnam oder Indonesien
produziert wurde.


Die Recherche ist bei STRG_F auf Youtube zu sehen, bei Panorama im Ersten am 5. Mai um
21.45 Uhr und bei Panorama – die Reporter im NDR Fernsehen am 10. Mai um 21.15 Uhr.
Außerdem gibt es einen längeren Artikel beim Kooperationspartner zenith-Magazin.

Kambodscha: Weltbank-Beschwerde wegen Menschenrechtsverletzungen im Mikrofinanzsektor

SID Blog - 6. Mai 2022 - 0:00

Gemeinsame Pressemitteilung vom 03. Mai 2022 Kambodscha: Beschwerde bei Ombudsstelle der Weltbank-Tochter IFC wegen Menschenrechtsverletzungen im Mikrofinanzsektor Die Ombudsstelle der International Finance Corporation (IFC), ein Mitglied der Weltbank-Gruppe, hat eine Beschwerde gegen sechs Mikrofinanzinstitutionen und Banken angenommen, die von der IFC finanziert werden. Diesen werden Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen IFC-Leistungsstandards bei der Vergabe von Mikrokrediten in Kambodscha vorgeworfen. Die sechs Institutionen werden auch durch deutsche Entwicklungsbanken und private Investoren finanziert.
Die unabhängige Beschwerdestelle der IFC, der Compliance Advisor Ombudsman (CAO), akzeptierte die Beschwerde, welche von den Menschenrechtsorganisationen Equitable Cambodia (EC) und der Kambodschanische Liga zur Förderung und Verteidigung der Menschenrechte (LICADHO) im Namen von betroffenen Kreditnehmer*innen eingereicht wurde. In der Beschwerdeschrift wird aufgezeigt, wie die IFC ihre Verpflichtung zur Durchführung von Sorgfaltsprüfungen und zur Überwachung von Mikrofinanzierungsprojekten vernachlässigt hat. Die Projekte führten zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen, einschließlich Kinderarbeit und Verletzungen von Landrechten indigener Völker.

„Die Betroffenen teilen ihre Erfahrungen, um den Missbrauch durch Mikrofinanz-Institutionen und Banken und dessen Folgen aufzudecken. Hierdurch setzen sie sich erheblichen Risiken aus", so Naly Pilorge, Outreach Direktorin von LICADHO. „Die rücksichtslosen Investitionen der IFC und die mangelnde Sorgfalt bei ihren Mikrofinanzprojekten haben Existenzen zerstört und vielen Gemeinden in Kambodscha geschadet."

Die Beschwerde bezieht sich auf Darlehen und Investitionen an sechs Mikrofinanzinstitute und Banken in Kambodscha: ACLEDA, Hattha Bank, Sathapana, Amret, LOLC und Prasac. Gemeinsam decken diese Institutionen etwa 75 Prozent des Mikrokreditmarkts in dem Land ab. Sie erhielten in den letzten fünf Jahren von der IFC zusammen mehr als 400 Mio. US-Dollar. 

Unterstützt wird die Beschwerde von FIAN Deutschland. Die Menschenrechtsorganisation hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, welche die Beteiligung der deutschen Entwicklungsbanken KfW und DEG sowie in Deutschland tätiger Mikrokreditinvestoren beim Aufbau und der Finanzierung des kambodschanischen Mikrofinanzsektors aufzeigt. Auch die in der Beschwerde angeklagten kambodschanischen Mikrokreditanbieter erhalten oder erhielten Gelder von KfW, DEG sowie den privaten Investoren Oikocredit, Triodos Bank, Invest in Visions, Vision Microfinance, Bank im Bistum Essen und GLS Bank (nicht jeder dieser Investoren finanziert alle sechs Institutionen in Kambodscha).
Die Menschenrechtsverletzungen im Mikrokreditsektor Kambodschas wurden umfangreicht dokumentiert. Eine sektorweite Prüfung ist dringend erforderlich, um das ganze Ausmaß und die Schwere der verursachten Schäden zu ermitteln.

„Die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen, welche durch Mikrofinanzierungen verursacht wurden, dauern bereits seit Jahren an. Wir hoffen, dass die in der Beschwerde enthaltenen detaillierten Informationen als Weckruf für die IFC dienen", so Vuthy Eang, Geschäftsführer von Equitable Cambodia. Die Beschwerdeführer fordern den CAO auf, eine rasche unabhängige Untersuchung der Schäden einzuleiten.
„Wir hoffen, dass diese Beschwerde auch deutsche Entwicklungsbanken und private Mikrofinanzinvestoren dazu bewegen wird, endlich konkrete Maßnahmen zu ergreifen", ergänzt Mathias Pfeifer, Südostasien-Referent bei FIAN Deutschland. „Sie müssen ihre Sorgfaltspflichten gründlich prüfen, Missstände aufklären und Betroffene entschädigen. Wir fordern die Investoren zudem auf, ihren Einfluss zu nutzen, um auf substanzielle Reformen des kambodschanischen Mikrofinanzsektors zu drängen."


Hintergrundinformationen:
„Recht auf Entschuldung: Stimmen aus überschuldeten Gemeinden in Kambodscha", Bericht von LICADHO and Equitable Cambodia vom Juni 2021 zu den Folgen von Mikrokredit-Überschuldung in 14 Gemeinden in Kambodscha
• FIAN Studie: "Mikrokredite und Überschuldungskrise in Kambodscha" vom Februar 2022 über die Involvierung und Verantwortung deutscher Entwicklungsbanken und privater Mikrofinanzinvestoren



Drohende Hungerkrisen als Herausforderung für G7-Gipfel

SID Blog - 5. Mai 2022 - 23:59

03.05.2022 | Pressemitteilung

UN-Organisationen legen Hungerzahlen vor

Welthungerhilfe: Bundesregierung muss beim G7-Gipfel auf drohende Hungerkrisen reagieren

Bonn/Berlin, 03.05.2022. Angesichts rapide steigender Nahrungsmittelpreise warnt die Welthungerhilfe vor drohenden Hungerkrisen weltweit. Allein am Horn von Afrika sind aktuell rund 15 Millionen Menschen aufgrund einer schweren Dürre von akutem Hunger bedroht, und durch die steigenden Preise spitzt sich die Lage weiter zu. Morgen wird der „Global Report on Food Crises“ vorgestellt, den die UN-Organisationen WFP und FAO mit weiteren Fachorganisationen vorlegen. Erste Prognosen lassen befürchten, dass die Ernährungslage schlimmer ist als bei der letzten großen Hungerkrise 2008. Bereits vor dem Krieg in der Ukraine wuchs die Zahl der hungernden Menschen weltweit aufgrund von Klimawandel, Kriegen und den Folgen der Corona-Pandemie stetig. Der Wegfall der Getreide-Exporte aus der Ukraine und aus Russland sowie die Verknappung von Düngemitteln zeigt bereits dramatische Auswirkungen und wird die weltweite Ernährungslage erheblich verschlimmern.

„Die Aussichten sind düster: Die Gemengelage von sich überlagernden und verstärkenden Krisen macht die Situation sehr gefährlich. Egal, ob wir nach Afghanistan, nach Ostafrika, in den Sudan oder nach Mali schauen: Die Menschen sind von Dürren, bewaffneten Konflikten, unterbrochenen Lieferketten oder Heuschreckenplagen erschöpft. Ihre Reserven sind aufgebraucht, sie haben neuen Schocks nichts mehr entgegenzusetzen. Wir müssen in den betroffenen Ländern mit sozialen Unruhen und Hungersnöten rechnen. In Mali etwa geben die Menschen mittlerweile 75 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Mahlzeiten fallen aus und werden weniger nahrhaft“, sagt Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, der bei der Vorstellung des Berichts anwesend sein wird.

Um das zu vermeiden, müssen Länder wie Deutschland ihre Unterstützung für die Hungerbekämpfung sofort ausbauen und mehr Geld für Nahrungsmittelhilfe bereitstellen. „Dass die Bundesregierung im Ergänzungshaushalt mehr Mittel für Ernährungssicherung für dieses Jahr einplant, ist ein wichtiges Zeichen, aber die Menschen im globalen Süden brauchen langfristig mehr Unterstützung“, sagt Mathias Mogge.

„Die Bundesregierung sollte das Thema ganz nach oben auf die Agenda des G7-Gipfels in Elmau setzen – dem Ort, wo 2015 versprochen wurde, 500 Millionen Menschen aus dem Hunger zu holen.“ Neben der Mobilisierung von mehr Mitteln muss die ländliche Infrastruktur ausgebaut und der regionale Handel gestärkt werden. Gleichzeitig müssen Exportstopps für Agrarprodukte verhindert und Lieferketten offengehalten werden.

Hinweise: 

  • Ein aktueller Policy Brief: Nahrungsmittelpreise der Welthungerhilfe steht zum Download bereit.
  • Der „Global Report on Food Crises 2022” wird am 04. Mai 2022 vom „Global Network Against Food Crises” und dem Food Security Information Network vorgestellt. Er erfasst die Zahl der Menschen, die 2021 unter akuter Ernährungsunsicherheit litten. Im letzten Update vom September 2021 lag die Zahl bei 161 Millionen Menschen in 42 Ländern oder Territorien. Mehr Informationen hier
  • Die Gesamtzahl aller hungernden und unterernährten Menschen liegt nach letzten Zahlen der Vereinten Nationen für das Jahr 2020 bei bis zu 811 Millionen Menschen. 

 Weitere Informationen finden Sie unter www.welthungerhilfe.de/presse

 

Die Welthungerhilfe wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Sie ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 10.369 Auslandsprojekte in rund 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.


Newsletter der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke 1/2022

SID Blog - 5. Mai 2022 - 23:58
Engagiert für die Eine Welt Engagiert für Eine Welt

Newsletter der Arbeitsgemeinschaft der
Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V.
Nr. 1/2022
  MAI 2022


Liebe Eine Welt-Engagierte und Interessierte,

so vielfältig wie unser Netzwerk ist auch der neue agl-Newsletter, den Sie mit dieser ersten Ausgabe erhalten.

Mit einer Auswahl von Informationen aus den Eine Welt-Landesnetzwerken und der agl bekommen Sie mit diesem Newsletter einen Überblick darüber, was im Netzwerk los ist: Aktuelles, Fortbildungen, Veranstaltungen und Publikationen - das Angebot ist groß und die Themen sind so vielseitig wie das Engagement für die Eine Welt.

Highlights aus dem bundesweiten Eine Welt-Promotor*innen-Programm finden Sie unter der Rubrik Publikationen, diesmal mit einem Link zur letzten Ausgabe 2/2021. Die Reihe wird fortgeführt.

Der agl-Newsletter wird dreimal im Jahr verschickt. Sollten Sie diesen nicht mehr erhalten wollen, ist eine Abmeldung über den Link unten möglich.


Wir freuen uns, wenn wir weiterhin im Austausch bleiben!
  Aktuelles

Collaboratorum: 
Online-Plattform zur Teamorganisation, Vernetzung und Sichtbarmachung von Eine Welt-Engagement

Die Online-Plattform Collaboratorum ist ein Ort der digitalen Zusammenarbeit für die Eine Welt-Arbeit. Die Plattform enthält viele digitale Möglichkeiten zur Organisation von Teams, zum Austausch zwischen Engagierten und zur Sichtbarmachung von Eine Welt-Engagement in Deutschland. So machen tools wie Video-Konferenzen, Team-Chats, gemeinsame Cloud-Speicher und Umfragen die vernetzte Zusammenarbeit einfacher.

Die Plattform bietet eine Alternative zu kommerziellen Programmen, ist selbstverwaltet, datenschutzsicher, wird klimaschonend und genossenschaftlich betrieben und stetig weiterentwickelt. Und alles ist an einem Ort kosten- und werbefrei zugänglich.

Werde Teil der Community im Collaboratorum und registriere dich unter agl-einewelt.de/collaboratorum.

Das Collaboratorum wird von der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit den Eine Welt-Landesnetzwerken betrieben.

Kontakt: support@agl-einewelt.de

Das Projekt wurde 2021 gefördert von der

Eine Welt Netzwerk Bayern

Verleihung „Bayerischer Eine Welt-Preis 2022" am 30.4.2022


Überall in Bayern setzen sich Menschen auf vielfältige Weise für globale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Solidarität, Frieden und weltweite Bewahrung der Natur ein. Sie engagieren sich zum Beispiel im Rahmen partnerschaftlicher Zusammenarbeit, bei der Förderung des Fairen Handels oder im Bereich Globalen Lernens.

Sie wollen Globalisierung gerechter gestalten und allen Menschen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Dieses bürgerschaftliche Engagement zu stärken und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen ist das Ziel des Bayerischen Eine Welt-Preises. Er wurde am 30.4.2022 zum sechsten Mal vom Freistaat Bayern, vertreten durch die Bayerische Staatskanzlei, gemeinsam mit dem Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. verliehen.

Die Verleihung erfolgte durch Bayerns „Eine Welt-Ministerin" Melanie Huml am 30. April 2022 in Bamberg im Rahmen eines Staatsempfangs zur Würdigung des bürgerschaftlichen Eine Welt-Engagements.

Weitere Informationen: www.eineweltpreis.de Eine Welt Netz NRW
  Solidarität mit Internationalen Geflüchteten aus der Ukraine

Das Eine Welt Netz NRW hat gemeinsam mit Engagierten aus der Seebrücke Münster, dem Welthaus Minden, der Evangelischen Kirche von Westfalen und dem Jugendwerk der AWO Ostwestfalen-Lippe mehrere Fahrten nach Polen unternommen, um dort schwerpunktmäßig Schwarze Menschen und migrantische Geflüchtete aus der Ukraine abzuholen und in sichere Unterkünfte zu bringen. Auf dem Hinweg haben sie Hilfsgüter transportiert. Weitere Fahrten sollen folgen. 

Auf dem vom Eine Welt Netz initiierten NRW-Forum „Solidarität mit internationalen Flüchtenden aus der Ukraine" haben sich am 26.4. Eine Welt-Organisationen, Kirchen, Universitäten, Flüchtlingsinitiativen und Kommunen über weitere Aktionen und Ideen ausgetauscht, Möglichkeiten der sicheren Unterbringung besprochen und Mitmach-Aktionen und gemeinsame politische Initiativen diskutiert.

Hier kann man sich über die weiteren Aktivitäten des Eine Welt Netz NRW zum Krieg in der Ukraine informieren: eine-welt-netz-nrw.de/themen/ukraine/uebersicht Yes EU can! Für ein starkes europäisches Lieferkettengesetz

Wir haben in Europa jetzt die Chance, Mensch und Umwelt in den Liefer- und Wertschöpfungsketten von Unternehmen konsequent und umfassend zu schützen! Um das zu erreichen, müssen wir aus den Schwächen des deutschen Lieferkettengesetzes lernen und die rechtlichen Lücken mit einem umso stärkeren EU-Lieferkettengesetz schließen.

Die agl ist Teil des Bündnisses Initiative Lieferkettengesetz und setzt sich mit der Kampagne #yesEUcan! mit mehr als 130 Organisationen für ein starkes europäisches Liefertengesetz ein.

Hier die Kampagne unterstützen und die Petition unterzeichnen Termine Eine Welt Netzwerk Sachsen-Anhalt e.V. /
Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V.

WeltWeitWissen 2022
Bundeskongress zum Globalen Lernen/Bildung für nachhaltige Entwicklung


In wenigen Tagen ist es soweit....vom 4. bis 6. Mai öffnet WeltWeitWissen seine Türen in Halle, Leipzig und in der digitalen Kongresswelt. Drei Tage lang werden wir zum Schwerpunkt KlimaGerechtigkeit diskutieren, Wissen und Methoden erweitern, uns austauschen und neu spinnen. Dafür haben wir ein famoses Programm zusammengestellt mit Exkursionen, Konzerten, Workshops und dem Bildungsmarkt.  

Datum: 4./5./6. Mai 2022
Ort:  Halle, Leipzig und online
Ansprechpartner*in: Franziska Beau, Koordination WeltWeitWissen 2022, weltweitwissen@einewelt-lsa.de
Informationen: weltweitwissen2022.de Fortbildungen und Seminare agl e.V.

Mehr Gender in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit!
Geschlechtergerechte Projektplanung von Anfang an.


Die zweitägigen Online-Workshops befassen sich mit dem Thema der Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit in der (entwicklungspolitischen) Bildungsarbeit. Wie kann man das Thema Gender von Anfang an in der Projektplanung verankern und berücksichtigen? Welche praktischen Instrumente und Vorgehen gibt es dazu und welches sind die Schwierigkeiten?

Die Workshops richten sich an Engagierte und Mitarbeitende im Bereich der (entwicklungspolitischen) Bildungsarbeit, die wenige Vorkenntnisse im Themenbereich Gender/Gender Mainstreaming haben oder ihre Kompetenzen in der konkreten Projektgestaltung ausbauen wollen.

Referentin: Birte Rodenberg, freiberufliche (Gender-)Trainerin

Beide Workshops bauen aufeinander auf, können jedoch auch getrennt voneinander besucht werden. Eine Anmeldung ist erforderlich, die Plätze sind begrenzt.

13.6., 9:30-13:30 Uhr: 
Einführung, Genderansätze in der Entwicklungspolitik
Anmeldung

14.6., 9:30-13:30 Uhr:
Gendermainstreaming im Projektzyklus
Anmeldung


Ort: Online per zoom, kostenfrei
Kontakt: Carolina Ritter, Projektkoordination, kommunikation@agl-einewelt.de
Weitere Informationen: agl-einewelt.de/workshop-geschlechtergerechte-bildungsarbeit

Gefördert von der

Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V.

„Global Facilitator": Neuer Kurs ab Juli 2022


Global Facilitator ist ein Qualifizierungsangebot für Menschen, die ihre Kompetenzen für die Bildungsarbeit im Globalen Lernen vertiefen möchten. In diesem Kurs stehen zentrale Fragestellungen und Themen sowie didaktisch-methodische Zugänge des Globalen Lernens im Mittelpunkt. Von Juli 2022 bis August 2023 können die Teilnehmenden ihre Kenntnisse in der Planung, Durchführung und Evaluation eigener Bildungsangebote erweitern. Zentrale Kurselemente sind Präsenz- und Online-Module, eine Online-Plattform und individuell begleitete Praxisphasen.

Teilnehmen können Multiplikator*innen, die (erste) Erfahrungen in der Bildungsarbeit mitbringen. Eine Anbindung an eine Organisation (NGO, Weltladen, Bildungsinstitution, …) ist wünschenswert, jedoch nicht Voraussetzung.

Datum: Juli 2022 bis Anfang 2023
Ort:  online und Präsenz (Bad Urach)
Ansprechpartner*in: Gundula Büker, Fachpromotorin für Globales Lernen, EPiZ Reutlingen, gundula.bueker@epiz.de
Weitere Informationen: www.epiz.de/de/globales-lernen/qualifizierung Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag e.V.

Qualifizierungsreihe: Ich brauch Struktur!

25. Mai 2022, 9:30-10:30 Uhr
Der frühe Vogel ..." - finanzielles Projektcontrolling
Im laufenden Projekt nicht den Überblick zu verlieren ist eine der wichtigsten Aufgaben der Projektkoordination. Das gilt im Besonderen auch für Eure Finanzen.

14. Juni, 14:00-16:00 Uhr
"Ehrenamtlich glücklich" - digitales Ehrenamt in der Entwicklungspolitik
Das entwicklungspolitische Ehrenamt ist besonders von einer "Hands-On"-Anpack-Mentalität und Idealismus geprägt. Wie können diese Bedürfnisse und Arbeitsweisen im digitalen Raum überleben? Welche ehrenamtlichen Tätigkeiten können innerhalb der Organisationen digital umgesetzt werden?

29. Juni 2022, 9:30-10:30 Uhr
"Der frühe Vogel ..." - Honorare und Verträge
Die Zahlung von Honoraren gehört zu vielen Projekten dazu. Aber an welche Regeln muss ich mich halten? Welche Honorarstaffel gilt? Muss ich eine Personalstelle ausschreiben?

Alle Veranstaltungen werden online stattfinden.

Kontakt: Jenny Engler-Petzold, petzold@eineweltstadt.berlin
Mehr Informationen: eineweltstadt.berlin/wie-wir-arbeiten/beratung/ich-brauch-struktur-2022

Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V.

Weiterbilden mit kostenlosen Praxisworkshops

Mit einem Qualifizierungs- und Fortbildungsangebot können sich engagierte und interessierte Menschen in ganz Baden-Württemberg auch in diesem Jahr wieder weiterbilden. Die interaktiven Workshops finden unter der Koordination des DEAB mit den Eine Welt- und Interkulturellen Promotor*innen statt. Die Teilnehmenden-Zahl ist begrenzt, deshalb: schnell anmelden! Die kommenden Veranstaltungen:

07.05.: Ausschlüsse und Handlungsmöglichkeiten in der Entwicklungszusammenarbeit - Ein Workshop für BiPoC (online)
07.05.: Organisationsentwicklung: Selbstorganisation und Leadership (Freiburg)
14.05.: White Saviourism: Der Weiße Retter - Komplex in Nord-Süd-Kooperationen (Konstanz)
14.05.: Gemeinsam mehr Wirkung erzielen: Bündnisse für eine nachhaltige Entwickung und Mitmacher*innen gewinnen (Heilbronn)
17.05.: Internationale Bildungspartnerschaften (Reutlingen)
02.06.: "Sei fair - Mach mit!" – der Ökologische Fußabdruck Ein pädagogisches Konzept" (online)

Anmeldung und weitere Informationen: www.praxisworkshops-bw.de
Kontakt: Gabriele Radeke, DEAB e.V., gabriele.radeke@deab.de Publikationen und Material Highlights aus dem Eine Welt-Promotor*innen-Programm

Eine Welt Promotor*innen bewegen. Mit Engagierten vor Ort setzen sie sich für global nachhaltige Entwicklung ein. Im eigenen Land, mit kreativen Ideen und dem Mut, neue Wege zu gehen. Denn Klimawandel, Ressourcenknappheit und Wirtschaftskrisen sind Herausforderungen, die Umdenken und entschlossenes Handeln im Alltag erfordern. Mehr als 130 Promotor*innen stoßen Prozesse durch Beratungs-, Vernetzungs- und Qualifizierungsmaßnahmen an und entwickeln und unterstützen Aktionen und Kampagnen für verschiedene Zielgruppen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit im Inland. Eine Auswahl der Projekte stellen wir regelmäßig in der Reihe „Highlights des Promotor*innen-Programms" vor.

In den Highlights, die zweimal im Jahr erscheinen, wird eine Auswahl der Projekte vorgestellt. Hier können Sie die letzte Ausgabe downloaden. Die früheren Ausgaben geben einen breiten Einblick in die Arbeit der Promotor*innen.

Infos zum Programm: www.einewelt-promotorinnen.de

Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des

gemeinsam mit den 16 Bundesländern. Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER)

Checklisten für eine rassismuskritische entwicklungspolitische Öffentlichkeitsarbeit

In vielen Fällen reproduziert die Öffentlichkeitsarbeit entwicklungspolitischer Organisationen rassistische Stereotype und Ungleichheiten anstatt diese aufzubrechen. Diese Checklisten des BER stellen eine Orientierungshilfe dar, insbesondere für Mitarbeiter*innen entwicklungspolitischer NRO, die meist weiß sozialisiert sind und keine Rassismuserfahrung haben.

Ihr könnt die gedruckten Checklisten in Sätzen zu 10, 20 oder 50 Exemplaren zum Beispiel für Seminare bestellen: eineweltstadt.berlin/publikationen

Herausgeber: Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER) in Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro Hamburg. Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (deab)

Die neue Südzeit: Liebe ohne Grenzen

Romantisch, tief traurig oder beglückend - und manchmal unmöglich: Die Liebe hat viele Gesichter. Die Liebes-Geschichten unserer Leser*innen veröffentlichen wir bereits jetzt auf unseren Social Media Kanälen. Im Juni werden wir die Liebe dann in unserem Journal Südzeit unter wissenschaftlichen und politischen Aspekten betrachten. Freuen Sie sich auf unsere Juni-Ausgabe und schicken Sie uns Ihre Liebesgeschichte.

Kontakt: Susanne Schnell, Südzeit-Redaktion, suedzeit@deab.de
Kosten: 5 Euro pro Heft, 20 Euro als Jahresabonnement
Bestellung: Uta Umpfenbach, Tel 0711.25394025, u.umpfenbach@deab.de
Weitere Informationen: www.suedzeit.de
Anbieter des Newsletters:  
Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V.,
Am Sudhaus 2, 12053 Berlin

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30 years with common but differentiated responsibility, why do we need it ever more today?

DIE Blog - 4. Mai 2022 - 14:00

Source: https://www.flickr.com/photos/125601701@N03/50738931261/

The principle of “common but differentiated responsibility” (CBDR), formalized at the 1992 United Nations Conference on Environment and Development in Rio de Janeiro, is ultimately pertaining to the matter of climate justice. Its basic meaning is first and foremost a “shared” moral responsibility between different groups of countries to address global climate change, nevertheless the proportions of such responsibility are differentiated. CBDR’s underlying concepts of fairness and equity has also been manifested in other global governance architectures than just the climate. The World Trade Organization, for example, knows the principle of “special and differential treatment” for developing and least-developed countries. The CBDR principle has gone through “ups and downs” in the past 30 years and the world has further evolved. While it is entering the fourth decade, it still remains relevant today.

Where CBDR comes from

The establishment of CBDR was the result of compromise between developed and developing countries during the international climate negotiations in the early 1990s. The fundamental question regarding the application of CBDR has always been how to distinguish between different parties, particularly for the sake of the right of carbon emission and the right for sustainable development. For long time, the application of CBDR in global climate governance system has been struggling to overcome the dichotomy of Annex I and Non-Annex I countries (Parties to the UNFCCC not listed in Annex I of the convention are mostly low-income developing countries) in the United Nations Framework Convention on Climate Change and Kyoto Protocol. There has been a transitioning towards the relatively more flexible dichotomy in terms of “developed countries” vs “developing countries” in the later Bali Action Plan, Copenhagen Accord, Cancun Agreement, and to some extent Paris Agreement. This perhaps relaxed the rigid dichotomy of naming the countries in the Annex I and Non-Annex I list while implicitly acknowledging the dynamics that some developing countries would further evolve into the developed group. Yet, the fundamental rational of dichotomy remains arguably unchanged, with regards to the levels of duties and rights.

What did manifest change and innovation in recent climate governance architecture is the means to put CBDR into application. While the previous agreements, in particular the Kyoto Protocol, adopted the top-down approach in allocating duties and rights with respect to CBDR according to the differentiation of Annex I and non-Annex I countries, the Paris Agreement opened a bottom-up approach to self-respect and self-report the differentiated responsibilities through the respective National Determined Contributions of all parties. The Paris Agreement still endorsed that “developed country Parties shall provide financial resources to assist developing country Parties with respect to both mitigation and adaptation in continuation of their existing obligations under the Convention (Article 9)” , yet giving space for other types of cooperation, such as South-South or triangular climate cooperation. This innovation is sometimes perceived as a relaxation of the rigid dichotomous differentiation into a more nuanced and flexible reflection of CBDR.

Over time of 30 years, the core political implication of the CBDR has been clarified and gradually expanded in terms of connotation, however, there are still prominent divergences in the policy domain regarding the institutionalization of the principle and the mechanisms for its application, both at the international and domestic levels. This is arguably due to the inherent ambiguity of the concept, however, plausibly also a result of the concern over fast-growing carbon emissions from developing countries. As the carbon emission from emerging economies became significant, developed countries tended to dismiss the original dichotomy and advocated the differentiation of responsibilities between major emerging economies and other developing countries. International climate negotiations have also shown a weakened emphasis on “historical responsibility”. This is primarily due to developed countries expanded the discourse towards the “future responsibility” that has been put onto major emerging economies. This narrative is mainly in the sense that “the significantly increasing emission of major economies today would retrospectively be their historical responsibilities in the future”.

Moving from developed-developing to something different?

Emerging economies have been observed as the new cluster in the CBDR debate, among which China is particularly under the spotlight. Today, with China holding the crown of the second largest economy and the biggest emitter of CO2, more dimensions of “responsibilities” are considered: how China can be more proactive in assuming its growing responsibilities in the global response to climate change (“responsibility of reality”), how China could use its economic might to support the large number of small and medium-sized developing countries with weak coping capacities (“responsibility of a major power in South-South cooperation”), and how China could demonstrate its role of a responsible major country with climate leadership (“responsibility of leadership”). These extended dimensions of responsibility in the CBDR debate, may arguably push China to take more ambitious measures for containing global warming. They can, however, hardly be claimed as free from political calculation to shift the contradictions from the dichotomy of “developed vs developing” countries to a more complicated situation where the CBDR manifests a dynamic evolution of the proportions of responsibility from all parties. In response, China opts for adhering to the original dichotomy while examining such narratives with suspicion and alert. Yet, for China, these questions indeed deserve deliberation as the time of graduating from developing camp and becoming the biggest economy in the world is by no means too far in the future. In general, while upholding the solidarity of the global South to express the “differentiated responsibility”, emerging economies also need to address the issue of the dynamic international expectation towards their increasing responsibility in global climate governance.

Why we see CBDR as still relevant today

While disputed, the CBDR is still relevant in global climate governance today for several reasons.

First, the combination of CBDR and National Determined Contributions creates a period of adaptation and inclusive participation for emerging economies and developing countries to gradually assume greater responsibility. The joint application of these two principles, especially embodied in the Paris Agreement, has eased the contradiction between developed and developing countries in the rigid dichotomous model. Under this circumstance, while developed economies assume their respective responsibilities, emerging economies and other developing countries can set reduction targets in the light of their national circumstances. Governments of emerging economies, arguably exempted from being accused of “succumbing to pressure from developed countries”, can now voluntarily interpret the principle to showcase the idea that developing countries are morally and consciously equal to developed countries to set self-defined climate ambitions and take strong actions to contain greenhouse gas emissions.

Second, the economic consequences of the COVID-19 and the Russian-Ukrainian war to developing countries are underlining the leading role of high-income countries. The global economy is now facing distress from both challenges. Albeit most countries suffer economic losses, developing countries, including emerging economies, bear the greater brunt. They have to deal with greater pressure of maintaining economic growth, food and energy supply, and humanitarian crises. Against this backdrop, countries are actually becoming increasingly unequal in terms of structural economic power, hence it is hard to expect developing countries to spend more financial resources on adaptation and mitigation of climate change. It is, therefore, even more urgent to stress the responsibilities of more developed countries to honor their commitments and provide more money to support lower income countries where the human development levels are stalling or sliding.

Third, the CBDR is practically useful for the United States (US) and China, who are the two largest emitters. The US and China, to certain extent as defined by the Biden administration, are now experiencing “intense competition”. Although the two actors share divergences in numerous aspects, they agree on the significance of tackling climate change. In their joint declaration on enhancing climate action in the 2020s released in November 2021, which surprised the world, the CBDR principle was emphasized. Such principle, acknowledged by both the US and China, constitutes the foundation of their cooperation on climate change. The original contradictory nature as of the dichotomy of countries from the CBDR is significantly softened by both countries. CBDR in this context should be appreciated as the binding force of global climate ambitions.

Perspective beyond state categories

While developing countries have recently reiterated the CBDR in the face of policies perceived as unilateral, such as the carbon border adjustment mechanism, and called for true multilateralism, it is noteworthy that CBDR has also been applied outside of the traditional multilateral process, namely “CBDR beyond the national state” in the transnational climate actions. Analysis has shown that transnational climate governance (TCG) initiatives that involve high costs or large benefits to their participants would particularly need a differentiated treatment approach. It is vital to level the playing field for their members by providing differentiated treatment in a pragmatic way. We argue, the value of respecting CBDR would be on one hand encouraging more non-state actors in developing countries to join the TCG initiatives, on the other hand enable non-state actors from developed countries to gain responsible and reputable image for them to access developing countries and carry out joint climate actions.

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Smart Hero Award (bis 16.5.2022)

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 3. Mai 2022 - 9:45

Mit dem Smart Hero Award zeichnen die Stiftung Digitale Chancen und Meta seit 2014 Projekte aus, die sich mit und auf Social Media für den guten Zweck engagieren. Soziale Medien wie auch die Gesellschaft selbst entwickeln sich ständig weiter. So ergeben sich immer neue Potenziale, die Welt positiv zu verändern. In diesem Jahr setzt der …

Smart Hero Award (bis 16.5.2022) Weiterlesen »

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UNO-Flüchtlingshilfe: Düstere Prognosen für Flüchtlinge in Afrika

SID Blog - 28. April 2022 - 19:44
PRESSEMELDUNG DER UNO-FLÜCHTLINGSHILFE 12/2022

Bonn, 28. April 2022

In vielen afrikanischen Ländern droht sich die ohnehin schwierige Lage von Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen weiter zu verschlechtern, warnt die UNO-Flüchtlingshilfe. Treibende Faktoren für diese Entwicklung sind fortlaufende Konflikte, die Auswirkungen von Covid-19 und des Klimawandels sowie die exorbitant steigenden Preise für Nahrungsmittel, Energie und Treibstoff. Der Krieg in der Ukraine hat die Lage zusätzlich verschärft.

 

„Flüchtlinge und Vertriebene gehören zu den verletzbarsten Gruppen und sind auf Schutz und Hilfe angewiesen, um zu überleben. Sie gehören zu den Ersten, die mit voller Wucht von den Krisen getroffen werden. Schnelle internationale Unterstützung ist daher dringend erforderlich", fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des UNHCR.

 

Neben der chronischen Unterfinanzierung von Hilfsprogrammen ist die stetig wachsende Zahl von Flüchtlingen in einigen Ländern Afrikas ein weiterer Grund für die oft katastrophale Situation. Im letzten Jahrzehnt hat sich diese Zahl im östlichen Afrika nahezu verdreifacht: Von 1,82 Millionen im Jahr 2012 auf aktuell fünf Millionen Flüchtlinge. Allein im letzten Jahr kamen 300.000 Menschen hinzu. Die steigenden Zahlen stehen im deutlichen Widerspruch zu den zur Verfügung stehenden Mitteln für die Flüchtlingshilfe.

 

Weiterer Faktor Klimawandel

 

Weltweit nehmen sintflutartige Regenfälle, verheerende Überflutungen und Dürren zu. Klimatische Veränderungen beeinflussen zunehmend die Lebensgrundlagen geflüchteter Menschen. Auch afrikanische Staaten wie Äthiopien, Kenia, Somalia, der Sudan und Südsudan sind davon betroffen. Länder, in denen Millionen Flüchtlinge und Vertriebene leben und der Mangel an Nahrungsmitteln inzwischen dramatische Ausmaße erreicht hat, wie das Beispiel Südsudan zeigt.

 

Südsudan

 

Aktuell warnt der UNHCR vor den möglichen Folgen der Regenzeit im Mai. Länger anhaltende Überflutungen könnten zu weiteren Landkonflikten und Vertreibungen führen. Die verheerendsten Überschwemmungen verzeichnete der Südsudan im letzten Jahr: Mehr als 835.000 Menschen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Rekordregenfälle in den letzten drei Jahren sorgten dafür, dass Tausende Hektar Farmland in acht Provinzen in den Fluten untergingen, Ernten ausfielen und geschätzte 800.000 Nutztiere verendeten.

 


Projektmanager*in bei Green Events Hamburg gesucht (Bewerbung bis 9.5.2022)

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 28. April 2022 - 9:30

Green Events Hamburg sucht eine*n Projektmanager*in in Vollzeit mit 39 Wochenstunden. Die Stelle ist teilzeitgeeignet, zunächst auf 2 Jahre befristet und wird vergütet in Anlehnung an TV-L 11. Auf: www.greeneventshamburg.de

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Ukraine-Ergänzungshaushalt: eine Milliarde Euro für Entwicklungszusammenarbeit

SID Blog - 27. April 2022 - 22:15
Berlin – Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf eines Ergänzungshaushalts beschlossen, der verschiedene Maßnahmen zusammenfasst, um die Folgen des völkerrechtswidrigen russischen Angriffs auf die Ukraine zu bewältigen. Darin enthalten sind zusätzliche Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit in Höhe von einer Milliarde Euro, um sowohl die Ukraine direkt zu unterstützen als auch die Folgen des Krieges für Entwicklungs- und Schwellenländer abzumildern. Der Ergänzungshaushalt wird in den kommenden Wochen im Bundestag beraten. Weitere Mittel über den Kabinettsbeschluss hinaus befinden sich derzeit in der parlamentarischen Beratung.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze: „Russlands Angriffskrieg sorgt nicht nur in der Ukraine für Leid und Zerstörung sowie die größte Fluchtbewegung in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Wenn Getreidelieferungen aus der Kornkammer der Welt ausfallen und Preise weltweit steigen, trifft das die Ärmsten der Armen weltweit. Es droht eine Ernährungskrise, wie die Welt sie seit Jahrzehnten nicht mehr erleben musste. Gerade in Entwicklungsländern kann der Hunger ganze Gesellschaften aus dem Gleichgewicht bringen. Deutschlands Antwort auf den Krieg gegen die Ukraine hat daher eine starke entwicklungspolitische Komponente, die auch die globalen Folgen des Konflikts in den Blick nimmt. Das wird mit dem heutigen Beschluss des Bundeskabinetts für einen Ergänzungshaushalt deutlich. Knapp die Hälfte der Mittel, die das Bundesentwicklungsministerium nach dem Entwurf für den Ergänzungshaushalt erhält, sind für die Reaktion auf die globale Ernährungskrise vorgesehen. Mit weiteren Maßnahmen werden wir die Ukrainerinnen und Ukrainer schnell und direkt unterstützen, vor allem die Menschen, die aufgrund des Krieges innerhalb der Ukraine und in den Nachbarländern auf der Flucht sind. Ein wichtiger Schwerpunkt wird dabei die Versorgung mit Wasser und Energie sein."

Konkret soll mit den jetzt geplanten Zusatzmitteln unter anderem die Grundversorgung der ukrainischen Bevölkerung im Wasser-, Sanitäts-, Gesundheits- und Energiebereich gesichert werden. Um russischer Desinformation zu begegnen, werden auch Medien etwa mit der Beschaffung mobiler Radiostudios und Sendetechnik unterstützt. Die psychologische Unterstützung traumatisierter Kinder und ihrer Familien wird weiter ausgebaut, insgesamt sollen rund 200.000 Kinder erreicht werden. Neben der Stabilisierung der Ukraine geht es auch darum, die von dem Krieg in der Ukraine betroffenen Länder in der direkten Nachbarschaft zu stärken. Ein weiteres Ziel ist die Abmilderung der durch akute Preissteigerungen drohenden globalen Ernährungskrise.

Aus vorhandenen Haushaltsmitteln setzt das BMZ bereits ein Sofortprogramm für die Ukraine mit einem Gesamtwert von 122 Millionen Euro um. Schwerpunkte des Sofortprogramms sind unter anderem der Bau von Unterkünften für Binnenvertriebene in der Ukraine, die Unterstützung des ukrainischen Katastrophenschutzes sowie die Bereitstellung von medizinischem Material.

 




Migration is a force for development in the AU-EU partnership

VENRO - 27. April 2022 - 14:41

Migration is a multifaceted phenomenon and an expected part of human behaviour. In her article, Lucy Esipila, Policy and Advocacy Officer at Caritas Africa, describes the development potential of migration in economic development and partnerships and explains how a people-centred approach in migration management can be implemented.

The decision by an individual to migrate can be inforced by push factors such as war, or climate disasters. For instance, a BBC report highlighted that the invasion of Ukraine by Russia caused 5.2 million people to flee to neighbouring countries. Pull factors in migration include the search for employment or education opportunities. Despite its potential contribution to development, policy discussions tend to problematise migration between Africa and Europe. This is the reason migrants are seen as a burden or threat to the country of destination. The arrival of immigrants and asylum seekers is perceived to threaten order and predictability; and the resultant narrative of fear has led to the increased securitisation of migration.

To address this challenge, the heads of state and government of the African Union and European Union have underscored, as part of a  a new joint strategy, that migration governance should be balanced, reciprocal, coherent and comprehensive. For reciprocity to occur, there is a need to harmonise EU Migration Policies and African’s aspiration on migration.

Migration and Trade Interface

In his address to the European Parliament in 2021, President Nana Akufo-Addo of Ghana asked European leaders to stop investing in initiatives that discourage movement from Africa to Europe. He instead called for strengthening African economies in order for Africans to benefit from economic opportunities in their home countries.

In an effort to drive economic growth and development, African leaders have identified regional economic integration as an important driver. The recently adopted Africa Continental Free Trade Area (AfCFTA) is keen to follow a linear model of integration through the setting up of a customs union, creating a single market, adopting a monetary union to facilitate freedom of cross border payments and lastly establishing a political union. This model has arguably been very successful in the European Union. Therefore, the African Union, aims to replicate what has worked well in Europe, making use of its Regional Economic Communities as building blocks.

In its Regional Integration Report, the African Union proposes that the realisation of free movement of Goods, Services, Capital and People will lead to the attainment of the aspirations of the African Economic community. In Europe for instance, citizens by and large enjoy rights to free movement of labour, goods and services in the Schengen area and through the Euro zone. This is not the case in Africa. Despite efforts to integrate the continent, travelling within the continent remains a challenge. The policies already in place to achieve this are further challenged by the European migration policy. Niger, for instance, which borders Libya, Algeria, Mali, Burkina Faso and Nigeria, is a recipient of EU funds to strengthen stricter border management and as a resultcurtail irregular migration to Europe. Yet, Article 12 of the Abuja treaty aims to promote free movement within the continent. It may be argued that EU migration policies have unintended consequences such as restricting movement of people in border communities, especially within the Sahelian countries. Free movement of persons is a prerequisite for the realisation of the benefits of African Continental Free Trade Area (AfCFTA), and other regional integration initiatives.  Additionally, to facilitate effective trade between Africa and Europe the free movement of goods, labour and services in both continents must be ensured.

Africa and Europe Diaspora Engagement

In 2021, the Central Bank of Kenya conducted a diaspora remittance survey revealing that Kenyans in the diaspora had sent home 3,718 million USD. In relation to this, a World Bank Report disputed claims that diaspora remittances are only used to finance subsistence needs. Contrary to these claims, it was established by the World Bank that once subsistence needs have been met, migrants channel funds towards investments in agriculture, real estate, education and other small-scale enterprises. This claim is supported by the UN Secretary General report (A/76/642) that highlighted the successes of the MeetAfrica Initiative which encourages Africans in France and Germany to invest in their countries of nationality. These examples are illustrative of the development potential of migration in economic development and partnerships.

Contributions by Civil Society

Research evidence reveals that people living in poverty are more often than not forced to migrate to a nearby neighbouring country, or remain in their countries of nationality because they lack the financial capacities to cross over to other continents via regular or irregular channels. Besides shaping policy debates on migration, civil societies play an important role in working with Local Authorities to support forcibly displaced persons. For example, to address the effects of unemployment among refugees, Caritas Zambia as a local charity organisation supports forcibly displaced children and youth at the Mantapala Refugee Settlement through training the refugees on alternative income generating activities. They are further encouraged to participate in Village Savings and Loans Associations (VSLA) to generate interest from savings and to access short-term loans for their businesses.

Civil Society organisations call for a people-centred approach in migration management. This will be achieved through paying increased attention to the consequences of the COVID-19 crisis and the war in Ukraine. These recent challenges demonstrate that individuals and change makers should not be fixated on race, religion, ethnicity, nationalism and other identity-based concerns when linking migration and security. They should instead focus on tapping into the development potential of migration. This may be drawn from: international trade, the diversity of skills that migrants bring to the countries of destination, brain gain and diaspora engagement. Now more than ever, actors need to engage in deliberate efforts to organise migration in the international political economy.

„Das UN-Migrationsforum wird alle Ziele des globalen Migrationspakts erneut auf den Tisch legen“

VENRO - 27. April 2022 - 12:15

Der globale Migrationspakt ist wegweisend für eine menschenwürdige Migrationspolitik. Vor vier Jahren hatte ihn die UN-Staatengemeinschaft in Marrakesch beschlossen. Im Mai steht er nun beim ersten Überprüfungsforum Internationale Migration (IMRF) auf dem Prüfstand. Im Interview erläutert Dr. Ilona Auer-Frege, Vorstandsmitglied von VENRO, welche positive Akzente der Migrationspakt setzen konnte und an welchen Stellen die Politik nachlegen muss.

Wo sehen Sie heute die größten Herausforderungen in der Migrationspolitik? 

„In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist Migration für die EU ein immer wichtigeres Thema geworden, allerdings vor allem mit dem Vorzeichen, Migrationsbewegungen nach Europa einzuschränken oder die Rückkehr von Migrant_innen und den Grenzschutz einseitig zu priorisieren. Legale Wege wurden kaum ausgebaut und der rechtliche Status von Migrantinnen und Migranten ist immer wieder öffentlich von führenden Politiker_innen in Frage gestellt worden. Dadurch geriet in der politischen Diskussion der Schutz der Menschen und ihrer Rechte an den europäischen Außengrenzen, auf dem Mittelmeer und auch vorgelagert in Staaten Afrikas und anderswo aus dem Blick. Der globale Migrationspakt kann in dieser Debatte positive Impulse setzen, weil er das bisher einzige übergreifende Abkommen in diesem Bereich ist. Dafür muss die Politik sich aber von ihrer rein nationalen und eurozentristischen Perspektive lösen.

Welche Ziele des globalen Migrationspaktes haben sich besonders positiv ausgewirkt?

„Die 23 Ziele des Pakts sind sehr unterschiedlich konkret formuliert – Ziel 2 zum Beispiel verfolgt im Wesentlichen das Anliegen, die Lebensumstände der Menschen in den Herkunftsländern zu verbessern. Positiv ist dabei, dass hier auch die Rechte der Vertriebenen durch den Klimawandel ausdrücklich genannt werden. Dieses Ziel ist dementsprechend aber auch ein sehr weites Feld und umfasst viele verschiedene Gruppen und Herausforderungen. Andere Ziele, etwa eine Inhaftnahme von Migrant_innen zu vermeiden, die Seenotrettung zu unterstützen oder die Datengrundlage für die Migrationspolitik zu verbessern, sind dabei sehr viel klarer gefasst. Allerdings fehlen dem Migrationspakt klare Indikatoren, an denen sich die Erfolge direkt messen lassen. Zudem betonen die Staaten die einzelnen Ziele sehr unterschiedlich: Für die einen stehen eher die Rückkehr und die Reintegration im Fokus, für andere der Schutz vulnerabler Gruppen. Ein großer Erfolg des Abkommens ist es aber, dass diese Themen nun strukturiert und international diskutiert werden können. So wird das bevorstehende UN-Migrationsforum zur Überprüfung des Pakts all diese Ziele erneut auf den Tisch legen.“

Ist es der Politik in den letzten Jahren gelungen, das entwicklungspolitische Potenzial von Migration der breiten Bevölkerung besser zu vermitteln? 

„2015, als viele Geflüchtete in Ungarn festsaßen, ist deutlich geworden, dass Entwicklungspolitik direkt mit uns zu tun hat und dass Krisen in anderen Teilen der Welt auch Einfluss auf uns haben. Durch den Krieg gegen die Ukraine erneuert sich diese Erkenntnis gerade auf bittere Weise. Die Aufnahme der ukrainischen Geflüchteten über die EU-Schutzgewährungsrichtlinie ist dabei ein Fortschritt, weil die Neuankommenden damit ein Recht auf Bildung und Zugang zum Arbeitsmarkt haben – ganz, wie es in den Zielen 5 und 15 des globalen Migrationspakts angedacht ist. Von daher nutzt die Politik gerade neue Wege, aber bisher nur singulär für eine Gruppe. Das sollte sich ändern, denn nach 2015 hat sich gezeigt, dass Migration ein großes Potenzial hat. Die Bevölkerung und viele Arbeitgeber_innen sind da häufig schon sehr viel weiter als die Politik.“

Welche Länder sehen Sie als Vorreiter einer guten Migrationspolitik?

„Es gibt in vielen Ländern gute Ansätze, den Schutz und die Rechte von Migrant_innen weiterzuentwickeln. Auf den Philippinen werden Migrant_innen über den eigenen nationalen Bedarf hinaus zu Pflegekräften ausgebildet. Es gibt Initiativen zum Schutz von Klimavertriebenen im Pazifik und in Ostafrika, die aber noch eine verbindlichere Form brauchen. In Lateinamerika haben mehrere Länder, unter anderem Ecuador, Schritte unternommen, um die Diaspora durch eine Vertretung im Parlament politisch besser einzubinden oder Eingewanderten schneller das Wahlrecht und eine Einbürgerung zu ermöglichen. Auch in Uganda gibt es interessante Ansätze, die darauf abzielen, Einwander_innen zu eigenem Land zu verhelfen. Staaten wie Kanada oder Schweden haben darüber hinaus sehr sinnvolle humanitäre Zugänge in ihren Ländern geschaffen. Das kanadische Punktemodell soll wohl in Teilen auch für ein deutsches Einwanderungsgesetz Pate stehen. Es ist also deutlich, dass wir sehr viel von anderen Kontinenten und Regionen lernen können, wenn wir uns aus unserer europäischen Blase herausbewegen.“

Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft bei der Umsetzung des Migrationspakts?  

„Die Zivilgesellschaft ist für die Umsetzung des Migrationspakts unverzichtbar. Zivilgesellschaftliche Organisationen, Netzwerke und Diaspora-Verbindungen waren schon bei der Erarbeitung wichtige Impulsgeberinnen. Der Blick von Staaten auf Migration ist ein sehr spezifischer und häufig von ihrer geografischen Lage, ihrer Demografie oder der Arbeitsmarktlage geprägt. Die Zivilgesellschaft hingegen pocht eher Kontinente übergreifend auf den Schutz und die Rechte der Migrant_innen und den Wert von Migration. Im Vorfeld großer Konferenzen wie dem jetzt anstehenden UN-Migrationsforum in New York werten Nichtregierungsorganisationen die Fortschritte der Staaten kritisch aus. Zugleich sind viele Organisationen tagtäglich aktiv, Migrant_innen auf ihrem Weg zu begleiten, sie gegen Ausbeutung und Übergriffe zu schützen und Integration zu ermöglichen. Ohne ihre Expertise wäre eine realistische Debatte über Migration nicht möglich.“

VENRO fordert im Ergänzungshaushalt mehr Mittel für die Ernährungssicherung im globalen Süden

SID Blog - 26. April 2022 - 22:19

Morgen berät das Bundeskabinett über den Ergänzungshaushalt für das Jahr 2022. Der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) appelliert an die Bundesregierung, eine Milliarde Euro zusätzlich bereitzustellen, um die globalen Folgen des Kriegs gegen die Ukraine zu bewältigen.

„Die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs treffen viele Länder im globalen Süden mit voller Wucht“, konstatiert Martina Schaub, Vorstandsvorsitzende von VENRO. „Im Jemen, in Afghanistan und am Horn von Afrika ist die Lage auf Grund von Kriegen und Konflikten, der Corona-Pandemie und langanhaltender Dürreperioden schon jetzt extrem angespannt. Durch die Einbrüche der Nahrungsmittelexporte aus der Ukraine und aus Russland und die steigenden Lebensmittelpreise verschärft sich die Not der Menschen dort zusehends.“

Aus Sicht von VENRO müssen im Ergänzungshaushalt die globalen Folgen des Kriegs stärker berücksichtigt werden. Der Dachverband fordert, für die Bereiche Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung eine Milliarde Euro einzustellen. „Wir dürfen unsere Augen vor den negativen Auswirkungen des Kriegs auf den Rest der Welt nicht verschließen“, erklärt Schaub. „Angesichts der geplanten Kürzungen der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe im regulären Haushalt sind zusätzliche Mittel zur weltweiten Hungerbekämpfung dringend geboten.“

Expert_innen der Weltbank gehen davon aus, dass jeder Prozentpunkt an globalen Preissteigerungen bei Lebensmitteln rund zehn Millionen Menschen zusätzlich in extreme Armut stürzt. In dieser globalen Ausnahmesituation könnten die vorgesehenen Kürzungen zu kaum einem schlechteren Zeitpunkt kommen. Denn nach wie vor sind auch die Folgen der Corona-Pandemie und der Klimawandel nicht überwunden. „Deutschland steht in der Verantwortung, mehr Mittel für die Ernährungssicherheit zur Verfügung zu stellen, statt diese zu kürzen“, unterstreicht Schaub. „Zu unserem solidarischen Selbstverständnis gehört es, dass wir unsere Privilegien zum Wohle der Menschen einsetzen, die unter Krieg und Hunger leiden.“

Weitere Informationen:

VENRO-Stellungnahme „Bundeshaushalt 2022 – eine Welt im Ausnahmezustand“ (PDF)

VENRO-Studie „Ist Deutschlands Beitrag zur Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit und Humanitärer Hilfe ausreichend?" (PDF)

Eine zweiseitige Zusammenfassung der Studie finden Sie in im Standpunkt (PDF)



Entwicklungsministerin Schulze besucht Afrikanische Union

SID Blog - 26. April 2022 - 21:41
Dialog mit dem globalen Süden: Schulze in Addis Abeba

 

Addis Abeba - Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze besucht heute die Afrikanische Union (AU) in Addis Abeba, Äthiopien. Im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Kommission wird sie sich zu den Auswirkungen des Ukrainekriegs auf die Ernährungssicherheit in Afrika, der Pandemiebekämpfung auf dem afrikanischen Kontinent, dem Auf- und Ausbau der afrikanischen Freihandelszone und zu gemeinsamen Bemühungen im Bereich Frieden und Sicherheit austauschen.

 

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze: „Auch in Afrika sind die dramatischen Folgen des Angriffskriegs Russlands spürbar und schmerzhaft. Wenn Lebensmittel und Energie teurer werden, verschärft das bestehende Hungerkrisen. Ich möchte der Afrikanischen Union das klare Signal geben, dass Deutschland neben der Unterstützung für die Ukraine seine Partner im globalen Süden nicht vergisst. Ernährungssicherheit ist ein gemeinsames Anliegen der Afrikanischen Union und der Bundesregierung. Die Nahrungsmittelkrise darf nicht zu einer Destabilisierung weiter Regionen Afrikas führen."

 

Viele afrikanische Staaten sind in hohem Maße auf Getreideimporte aus der Ukraine und Russland angewiesen. Es drohen Versorgungsengpässe und massive Preissteigerungen, die viele Menschen in Hunger stürzen werden und zu politischer Destabilisierung führen können. In Somalia, Äthiopien und Kenia sind bereits 13 Millionen Menschen von einer Hungersnot bedroht, denn das Horn von Afrika leidet unter der schlimmsten Dürre seit fast vierzig Jahren. Experten sprechen von einer sogenannten „multiplen Krise". In den Vorjahren hatten große Heuschreckenschwärme ganze Landstriche verwüstet. Lokale Konflikte verschärfen die Lage und schon während der Pandemie waren die Rücklagen der Menschen häufig aufgebraucht. Sollte nicht bald ausreichend Regen fallen, könnten am Horn von Afrika bis zu 26 Millionen Menschen in eine akute Hungersnot stürzen.

 

In Addis Abeba wird Ministerin Schulze zudem mit der äthiopischen Regierung zum Tigray-Konflikt sprechen, der zu Hunger und Vertreibung geführt hat und von schweren Menschrechtsverletzungen begleitet war. Äthiopien steht auch sonst vor großen Herausforderungen. In den von Dürre betroffenen Landesteilen werden die Folgen des Klimawandels immer stärker sicht- und spürbar.

 

Schulze: „Äthiopien war ein Hoffnungsträger für einen erfolgreichen wirtschaftlichen und demokratischen Wandel. Leider sehen wir heute, wie Krieg und Gewalt, aber auch die dramatischen Folgen des Klimawandels, ein Land um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, zurückwerfen können. Ich werde heute an die äthiopische Regierung appellieren, alles zu unternehmen, damit ausreichend Hilfe die Menschen im Norden Äthiopiens erreicht und eine tragfähige politische Lösung für den Tigray-Konflikt und die Zukunft des Landes verhandelt werden können. Auch erwarte ich, dass die schrecklichen Menschenrechtsverletzungen in diesem Konflikt schonungslos aufgeklärt werden."

 

Vor dem Hintergrund des Gewaltkonflikts in der Region Tigray und einer zunehmenden Zahl an Menschen, die von Armut und Hunger bedroht sind, hat das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) seine Entwicklungszusammenarbeit in Äthiopien angepasst. Das BMZ fördert vor allem Maßnahmen, die direkt der Ernährungssicherung sowie einer menschenwürdigen Beschäftigung in Landwirtschaft und Textilindustrie dienen, aber auch der großen Zahl an Flüchtlingen und Binnenvertriebenen im Lande zu Gute kommen.

 


 


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