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Oxfam-Bericht: Konzerne päppeln Aktionäre, statt in die Zukunft zu investieren

SID Blog - 10. September 2020 - 5:44

Sechs Monate COVID-19: Rekordausschüttungen nach Pandemie-Gewinnen

Nothilfe- und Entwicklungsorganisation fordert: Wirtschaft muss dem Gemeinwohl dienen, nicht den Aktionären

Berlin, 10.9.2020.  Aktionär*innen von Großunternehmen profitieren von der Corona-Pandemie. Das zeigt der aktuelle Bericht „Power, Profits and the Pandemic" der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam am Beispiel ausgewählter Unternehmen. So schütten die profitabelsten Konzerne in Europa, der USA und anderen Teilen der Welt trotz der Krise und staatlicher Unterstützung weiterhin Geld an Aktionär*innen aus, statt in menschenwürdige Arbeitsplätze und den klimakompatiblen Umbau ihrer Geschäftstätigkeit zu investieren. Auch deutsche Unternehmen wie beispielsweise BMW, Bayer und BASF planen entsprechende Ausschüttungen oder haben diese bereits getätigt, während sie gleichzeitig von milliardenschweren staatlichen Hilfszahlungen profitierten. Oxfam fordert von der Bundesregierung, ihre EU-Präsidentschaft für einen wirtschaftlichen Systemwechsel zu nutzen: die EU muss Unternehmen gesetzlich auf das Gemeinwohl verpflichten, um zu verhindern, dass diese weiterhin nur den Interessen der Kapitaleigner dienen.

Zwischen 2010 und 2019 haben Aktionär*innen der im S&P 500 Index gelisteten Unternehmen sich gut neun Billionen US-Dollar ausschütten lassen – das entspricht über 90 Prozent ihrer Gewinne in diesem Zeitraum. Bei einigen Unternehmen lag das Verhältnis von Ausschüttung zum Gewinn über 100 Prozent: Die Unternehmen mussten sich für die Auszahlung verschulden oder Rücklagen nutzten. Diese Praxis setzt sich in der Corona-Krise fort. Oxfams Bericht zeigt, dass die 25 profitabelsten globalen Unternehmen des S&P Global 100 Index den Aktionär*innen im Jahr 2020 voraussichtlich mehr als 378 Milliarden Dollar zahlen werden. Das entspricht 124 Prozent ihrer Gewinne des laufenden Jahres.

Zwischen 2016 und 2019 haben die profitabelsten Firmen in den USA, Europa, Südkorea, Australien, Indien, Brasilien, Nigeria und Südafrika zwei Billionen US-Dollar an Aktionär*innen gezahlt, durchschnittlich 83 Prozent ihrer Gewinne. Durch Dividenden und Aktienrückkäufe zahlten die drei größten Unternehmen im Gesundheitssektor in Südafrika 163 Prozent der Gewinne an Anteilseigner aus.

„Die Konzernmanager fühlen sich zuallererst ihren Aktionären verpflichtet, und diese fordern oft Ausschüttungen ein. Doch Unternehmen haben eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung und der müssen sie nachkommen. Sie müssen in den notwendigen sozial-ökologischen Wandel ihrer Geschäftsmodelle investieren und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für ihre Angestellten und innerhalb ihrer Lieferketten schaffen, bevor Geld in die Taschen der Eigentümer fließt", fordert Barbara Sennholz-Weinhardt, Referentin für Wirtschaft und Globalisierung bei Oxfam.

Deutsche Unternehmen: Ausschüttungen trotz Staatshilfen US-Unternehmen wie Apple, Microsoft, Walmart und der Google-Mutterkonzern Alphabet liegen in absoluten Zahlen vorn, wenn es um Ausschüttungen und Rückkäufe geht. Dafür zeichnen sich deutsche Unternehmen durch Dreistigkeit und Maßlosigkeit aus:
  • Aktionär*innen von BMW, darunter einige der reisten Menschen Deutschlands, haben sich in diesem Jahr über 1,6 Milliarden Euro an Dividenden an auszahlen lassen. Gleichzeitig nimmt das Unternehmen von der Allgemeinheit finanzierte Hilfen für Kurzarbeit in Anspruch und forderte staatlich finanzierte Kaufprämien, von denen es nun profitiert. In den vergangenen Jahrzehnten hat BMW seine Profite lieber an Aktionäre ausgeschüttet, als ausreichend in menschengerechte Arbeitsbedingungen in seinen Rohstoff-Lieferketten oder in ein klimakompatibles Geschäftsmodell zu investieren.
  • Aktionär*innen von BASF haben sich innerhalb der vergangenen sechs Monate satte 400 Prozent der Unternehmensgewinne ausschütten lassen, insgesamt 3,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig hat der Konzern etwa 1,1 Milliarden Euro aus einem Nothilfefonds der britischen Regierung erhalten. In den vergangenen Jahrzehnten hat BASF exzessiv Profite ausgeschüttet, statt das eigene Geschäftsmodell ökologisch umzustellen, wie beispielsweise der hohe Anteil toxischer Pestizide, die als hochgefährlich für Menschen, Tiere und Ökosysteme eingestuft werden, an ihrer Gesamtproduktion zeigt.
  • Die Aktionär*innen von Bayer haben entschieden, rund drei Milliarden Euro an Dividenden auszuzahlen. Gleichzeitig hat der Konzern etwa 670 Millionen Euro aus einem Nothilfefonds der britischen Regierung erhalten. In den vergangenen Jahrzehnten hat Bayer ebenso wie BASF exzessiv Profite ausgeschüttet, statt das eigene Geschäftsmodell ökologisch umzustellen.
Oxfam fordert wirtschaftlichen Systemwechsel

Oxfam fordert einen grundsätzlichen Kurswechsel der Wirtschaftspolitik, um zu verhindern, dass die Corona-Pandemie die Gesellschaft noch ungleicher und ungerechter macht. Die Bundesregierung muss im Rahmen ihrer EU-Präsidentschaft einen Beitrag dazu leisten, indem sie vorhandene Initiativen energisch vorantreibt. Dazu gehört:

  • Gewinne gerecht verteilen: Die EU sollte eine Obergrenze für die Ausschüttung von Unternehmensgewinnen an Aktionäre einführen. Das Verhältnis bei Vergütungen von Konzernmanagern und Beschäftigen sollte maximal 20:1 betragen.
  • Investitionen vor Gewinnausschüttung: Die EU sollte Unternehmen verpflichten, Gewinne in ausreichender Höhe in den sozial-ökologischen Umbau der eigenen Geschäftsmodelle zu investieren, bevor sie Geld an Eigentümer ausschütten.
  • Unternehmen auf das Gemeinwohl verpflichten: Die EU sollte die Vorstände und Aufsichtsräte von Unternehmen gesetzlich verpflichten bei strategischen Entscheidungen die Interessen aller Betroffenen – inklusive Arbeitnehmer*innen, Lieferanten und Kund*innen – zu berücksichtigen anstatt einseitig die Interessen der Kapitaleigner zu bedienen.


Hintergrund:

  • Eine vor kurzem durchgeführte Oxfam-Analyse (https://www.oxfamfrance.org/rapports/cac-40-des-profits-sans-lendemain/, französisch) ergab, dass die 40 größten französischen Unternehmen (CAC 40) ihre Aktionärsauszahlungen um 70 Prozent und die Vergütung ihrer CEOs um 60 Prozent erhöhten, während die Durchschnittsbezüge der Angestellten zwischen 2009 und 2018 nur um 20 Prozent stiegen. Diese Unternehmen hätten 98 Prozent ihres klimabedingten Investitionsbedarfs finanzieren können, wenn sie ihre Aktionärsauszahlungen bei 30 Prozent gedeckelt hätten.
  • Besonders dramatisch ist die Situation in der Textilindustrie: Die zehn größten Markenhersteller von Bekleidung schütteten im letztes Jahr 21 Milliarden US-Dollar bzw. 74 Prozent ihrer Gewinne an Aktionäre in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen aus. Nun haben Millionen von Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch, Mexiko und Indien ihren Arbeitsplatz verloren, weil Unternehmen Bestellungen stornierten und sich weigerten, ihre Lieferanten zu bezahlen. In Bangladesch waren bis zu 2,2 Millionen Beschäftigte von Auftragsstornierungen betroffen. Fabrikschließungen haben im Land zu geschätzten Umsatzeinbußen von drei Milliarden Dollar geführt. COVID-19 wurde auch von Bekleidungsfabriken als Vorwand für die Entlassung gewerkschaftlich aktiver Beschäftigter genutzt. Myan Mode, ein Lieferant von Primark und Mango aus Myanmar, entließ fast die Hälfte seiner 1.274 Beschäftigten, von denen die meisten Gewerkschaftsmitglieder waren. In Indien wurden bei dem H&M-Lieferant Gokaldas Export 1.200 Arbeiterinnen und Arbeiter entlassen, während Gewerkschaftsmitglieder eingeschüchtert wurden.

COVID-19: Fortschritte im Kampf gegen Kindersterblichkeit in Gefahr

SID Blog - 9. September 2020 - 9:39
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COVID-19: Fortschritte im Kampf gegen Kindersterblichkeit in Gefahr 

Neuer Bericht zur Kindersterblichkeit

© UNICEF/UNI358971/Fazel

Köln/New York/Genf, 9. September 2020 // Im Jahr 2019 sank die weltweite Kindersterblichkeit auf einen historischen Tiefstand von 5,2 Millionen Todesfällen; 1990 starben noch 12,5 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Dies geht aus aktuellen Schätzungen von UNICEF, der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Bevölkerungsabteilung des UN-Büros für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten und der Weltbank hervor.

Jedoch zeigen Untersuchungen von UNICEF und der WHO, dass durch die Covid-19 Pandemie grundlegende Gesundheitsdienste für Kinder und Mütter unterbrochen wurden. Hierdurch könnten die Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte im Kampf um das Überleben der Kinder wieder zunichtegemacht werden. 

„Wir dürfen nicht zulassen, dass die Pandemie die Fortschritte im Kampf gegen die Kindersterblichkeit stoppt", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henriette Fore. "Wenn Kinder keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben, weil das System überlastet ist oder Schwangere Angst vor einer Geburt im Krankenhaus haben, weil sie befürchten sich anzustecken, können auch sie zu den Opfern von Covid-19 werden. Investitionen sind erforderlich, um die Gesundheitsversorgung wieder in Gang zu bringen, sonst könnten Millionen Kinder sterben, insbesondere Neugeborene."

Seit 1990 ist es gelungen, das Leben von Millionen Kindern zu retten: dazu haben Impfungen und eine bessere Gesundheitsversorgung zur Vorbeugung und Behandlung der Ursachen von Kindersterblichkeit, wie Geburtskomplikationen, Frühgeburten, Säuglingssepsis, Lungenentzündung, Durchfall und Malaria, beigetragen.

Wegen der Covid-19 Pandemie ist die Gesundheitsversorgung für Kinder und Mütter jedoch weltweit stark beeinträchtigt. Dazu gehören zum Beispiel der Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen sowie zu Geburtshilfe und Nachsorge. Oft fehlen auch Mittel für diese lebenswichtigen Maßnahmen. Vielfach suchen Frauen Gesundheitseinrichtungen nicht auf, weil sie Angst haben, sich mit dem Virus anzustecken.

Laut einer UNICEF-Umfrage in 77 Ländern im Sommer dieses Jahres wurden Impfungen und Routineuntersuchungen für Kinder in 68 Prozent der Länder zumindest teilweise eingeschränkt. In 63 Prozent der Länder wurde die pränatale Vorsorge unterbrochen, in 59 Prozent der Länder die Nachsorge nach der Geburt. 

In einer aktuellen Umfrage der Weltgesundheitsorganisation gaben 52 Prozent von insgesamt 105 Ländern an, dass Gesundheitsdienste für kranke Kinder unterbrochen wurden. In 51 Prozent der Länder kam es zu Unterbrechungen bei der Diagnose und Behandlung von Mangelernährung.

Solche Gesundheitsmaßnahmen sind aber entscheidend, um die Kinder- und Neugeborensterblichkeit zu verringern. Laut der WHO sinkt das Risiko von Todesfällen bei Neugeborenen um 16 Prozent, wenn Mütter von professionellen, nach internationalen Standards ausgebildeten Hebammen betreut werden; das Risiko einer Frühgeburt verringert sich so um 24 Prozent. 

„Die Tatsache, dass heute mehr Kinder als je zuvor ihren ersten Geburtstag erleben, zeigt, was erreicht werden kann, wenn die Welt Gesundheit und Wohl in den Mittelpunkt der Maßnahmen stellt", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Covid-19-Pandemie die beachtlichen Fortschritte für unsere Kinder und zukünftige Generationen rückgängig macht. Es ist vielmehr an der Zeit, auf dem aufzubauen, was sich bewährt hat, um Leben zu retten und in stärkere, widerstandsfähige Gesundheitssysteme zu investieren."

Laut den Ergebnissen der Umfragen von WHO und UNICEF hängt die Unterbrechung der Gesundheitsversorgung unter anderem damit zusammen, dass Eltern die Gesundheitszentren aus Angst vor einer Ansteckung meiden. Zudem fehlen Transportmöglichkeiten, Routinedienste sind außer Betrieb oder Einrichtungen wurden geschlossen. Außerdem fehlt teilweise das Gesundheitspersonal, da es zur Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt wird oder es den Mitarbeitenden an Schutzausrüstung mangelt. Zu den am stärksten betroffenen Ländern gehören Afghanistan, Bolivien, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Libyen, Madagaskar, Pakistan, Sudan und Jemen. 

In sieben dieser neun Länder starben von 1.000 Kindern, die lebend geboren wurden, 2019 im Durchschnitt 50 Mädchen und Jungen vor ihrem fünften Geburtstag. In Afghanistan, wo eines von 17 Kindern im letzten Jahr vor seinem fünften Geburtstag starb, gab das Gesundheitsministerium an, dass weniger Menschen Gesundheitseinrichtungen aufsuchen. 

Schon vor Covid-19 war die Gefahr für Neugeborene besonders hoch. Weltweit starb 2019 alle 13 Sekunden ein neugeborenes Kind. Dies entsprach 47 Prozent aller Todesfälle unter fünf Jahren – 1990 lag der Anteil bei 40 Prozent. Wenn die frühkindliche medizinische Versorgung unterbrochen wird, sinken die Überlebenschancen der Kinder. In Kamerun beispielsweise brachen laut UNICEF die grundlegende Gesundheitsversorgung für Neugeborene sowie Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere, der Zugang zur Geburtshilfe und die prä- und postnatale Betreuung um 75 Prozent ein. Im letzten Jahr starb dort eines von 38 Kindern in seinem ersten Lebensmonat.  

Im Mai dieses Jahres ging eine Analyse der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health davon aus, dass wegen der Unterbrechung der Gesundheitsversorgung durch die Pandemie täglich bis zu 6.000 Kinder unter fünf Jahren zusätzlich sterben könnten. 

Der Bericht Levels and Trends in Child Mortality" unterstreicht, dass die Gesundheitsversorgung für Schwangere, Kinder und Neugeborene dringend aufrechterhalten und ausgeweitet werden muss. Dies erfordert auch eine gute, fachliche Unterstützung bei der Geburt. Wichtig ist zudem die Zusammenarbeit mit den Eltern, um ihre Ängste zu mindern.

Über die Schätzungen zur Kindersterblichkeit

Der jährliche Report mit den neuesten Zahlen zur weltweiten Kindersterblichkeit „Levels and Trends in Child Mortality" wird von den Vereinten Nationen unter Federführung von UNICEF und unter Mitwirkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Bevölkerungsabteilung der UN DESA und der Weltbank-Gruppe erstellt.

Die aktuellen Zahlen zur Kindersterblichkeit hier zur Verfügung.  


Nachhaltige Lieferketten im Agrarsektor: Wert schöpfen statt Zuliefern - SWP

Weblinks - 8. September 2020 - 19:12

Comments:

  • Lieferketten rückten jüngst durch die Corona-Krise ins Zentrum politischer Aufmerk­samkeit. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zeigen einmal mehr, wie komplex die glo­bale Arbeitsteilung über mehrere Staaten hinweg gestaltet ist. Aktu­elle deut­sche und europäische Gesetzesinitiativen streben mehr verbindliche Pflich­ten für end­verbrau­chende Unternehmen an, was Menschenrechte und Nach­haltigkeit in Liefer­ketten betrifft. Ziel ist eine nachhaltige Erzeugung in anderen Ländern. Gerade für die Landwirtschaft sollten aber neben diesen explizit auf Lieferketten bezogenen Ansät­zen auch die Handels-, Investitionsschutz- und Agrar­politik der Europäischen Union (EU) ver­bessert werden. Nur das Zusammenspiel aller Ansätze kann landwirtschaftliche Liefer­ket­ten so beeinflussen, dass die speziellen Nachhaltigkeits­probleme dieses Sektors be­rück­sichtigt werden. Schließ­lich wirken übliche ­Ansätze, die Lieferketten isoliert be­trach­ten, lediglich in Richtung des Importstroms in die EU. Damit nehmen sie Ent­wick­lungsländer nur in ihrer traditionellen Rolle als Zulieferer von Agrarrohstoffen wahr und blenden Optio­nen für mehr eigene Wertschöpfung und künftige Entwicklung aus. - Karsten Weitzenegger

Tags: entwicklungspolitik, lieferketten, wirtschaft, handel, fairer_handel, agrarpolitik, landwirtschaft, Nahrungsmittel

by: Karsten Weitzenegger

Minister Müller zum ersten „Internationalen Tag der sauberen Luft“: „Müssen mehr in den Technologietransfer investieren“

SID Blog - 7. September 2020 - 13:07

Berlin (BMZ) Luftverschmutzung bedroht weltweit die Gesundheit und das Klima. Um das Bewusstsein für dieses globale Problem zu schärfen, haben die Vereinten Nationen den 7. September 2020 zum ersten „International Day of Clean Air for blue skies" erklärt. Deutschland und Südkorea sind an der Ausrichtung des Aktionstages beteiligt. 

Dazu erklärte Bundesentwicklungsminister Müller: „Luftverschmutzung verursacht global größere Gesundheitsschäden als Rauchen oder Verkehrsunfälle. Weltweit führt sie jedes Jahr zu sieben Millionen frühzeitigen Todesfällen. Rund ein Viertel der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu Abfallentsorgung und weniger als zehn Prozent des Abfalls werden recycelt. Stattdessen wird der Müll einfach unter offenem Himmel, auf wilden Müllhalden oder auf der Straße verbrannt. 2,8 Milliarden Menschen haben zudem noch keinen Zugang zu sauberer Kochenergie oder Öfen. Auch die steigende Zahl veralteter Verkehrsmittel trägt massiv zur Luftverschmutzung bei. Vor allem die arme Bevölkerung in den Mega-Städten der Entwicklungsländer ist betroffen. 

 Die Industrieländer müssen dieses Problem entschlossen angehen und massiv in den Technologietransfer investieren. Deutschland setzt hier einen Schwerpunkt auf die Förderung emissionsfreier Mobilität, sauberer Lösungen zum Kochen und den Aufbau einer modernen Abfallwirtschaft. 

In Indien, dem weltweit drittgrößten Treibhausgasverursacher, wächst beispielsweise der Fahrzeugbestand fünfmal schneller als die Bevölkerung. Wir unterstützen daher das Ziel Indiens, bis 2022 täglich sieben Millionen Menschen mehr für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen. Bis 2022 bauen wir zudem 100 Gigawatt Solarenergie auf durch Solaranlagen, Solarparks und die Elektrifizierung der ländlichen Räume. Denn eine klimaschonende Entwicklung nutzt nicht nur den Menschen in Indiens Mega-Städten, sondern auch unserem Planeten.

Die Herausforderungen können aber nicht allein durch staatliche Zusammenarbeit gelöst werden. Wir brauchen zusätzlich das Engagement der Privatunternehmen. 

Deswegen haben wir die PREVENT Abfall Allianz​ zum Aufbau einer modernen Abfallwirtschaft in Schwellen- und Entwicklungsländer gegründet. Nach einem Jahr hat die Allianz 130 Mitglieder aus Privatwirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und öffentlichen Institutionen, die in gemeinsame Projekte investieren. Das zeigt: Es geht. Wir müssen es nur machen."



VENRO informiert! 20 Jahre UN-Resolution „Frauen, Frieden, Sicherheit"

SID Blog - 7. September 2020 - 12:25

VENRO informiert! Ausgabe Nr. 6/2020

 

Nr. 6 / 2020

THEMENSCHWERPUNKT

20 Jahre UN-Resolution „Frauen, Frieden, Sicherheit"
 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

wie können Frauen stärker an Friedensprozessen beteiligt werden? Und wie kann ihre Rolle beim Kampf gegen sexuelle Gewalt gestärkt werden? Welche Maßnahmen die Bunderegierung plant, um die UN-Resolution Frauen, Frieden und Sicherheit besser umzusetzen, erläutert Dr. Wiebke Rückert, Leiterin des Referats für Menschenrechte und Genderfragen im Auswärtigen Amt, im Interview.

 

Nach Einschätzung von Jeannette Böhme von medica mondiale bleibt nach wie vor problematisch, dass die Bundesregierung die Agenda Frauen, Frieden und Sicherheit vor allem als Frauenförderungsinstrument betrachtet. Geschlechtersensible Konfliktanalysen und Folgeabschätzungen von politischen Entscheidungen existieren kaum.

 

In unserer Stellungnahme „Gleichberechtigung duldet keinen Aufschub" haben wir politische Handlungsempfehlungen formuliert, um die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Entscheidungsprozessen und -positionen auf allen Ebenen zu gewährleisten. Denn gerade die Corona-Krise zeigt uns aktuell wieder, dass Geschlechtergerechtigkeit noch lange nicht verwirklicht ist.

 

Herzliche Grüße,
Heike Spielmans
Geschäftsführerin

 

 

Rubriken dieses Newsletters

 

„Wir wollen, dass weibliche Stimmen Gehör im Sicherheitsrat finden"

 

Die Bundesregierung erarbeitet aktuell den dritten Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Resolution Frauen, Frieden und Sicherheit 1325. Im Interview erklärt Dr. Wiebke Rückert, Leiterin des Referats für Menschenrechte und Genderfragen im Auswärtigen Amt, wie die Bundesregierung Frauen stärker in Friedensprozesse einbinden will. 

  Zum Interview

Bundesregierung muss wirkungsorientierter handeln

 

20 Jahre ist es nun her, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit" verabschiedet hat. Damit ihre Umsetzung endlich gelingt, muss der Dritte Nationale Aktionsplan stärker als bisher wirkungsorientiert ausgerichtet werden. Ein Blogbeitrag von Jeannette Böhme, Referentin für Politik und Menschenrechte bei medica mondiale.

  Zum Blogbeitrag

Gleichberechtigung duldet keinen Aufschub

 

Die Corona-Pandemie verstärkt Ungleichheiten – auch die zwischen den Geschlechtern. In einer Stellungnahme haben wir zentrale politische Ansatzpunkte definiert, um die Situation von Frauen und Mädchen in der Corona-Krise zu verbessern und ihre Teilhabe an politischen Entscheidungen und an Friedensprozessen zu stärken.

  Zur Stellungnahme

Jetzt erst recht: Kohle stoppen, Klima schützen! 

 

Am Freitag, den 25. September, protestieren wieder weltweit Menschen für gerechten Klimaschutz und eine Zukunft ohne Klimakrise! Wir unterstützen den Aufruf „Jetzt erst recht: Kohle stoppen, Klima schützen!". Es ist dringender als je zuvor, sich für echten und gerechten Klimaschutz einzusetzen. Seien Sie mit dabei, wenn wir gemeinsam mit Fridays for Future auf die Straßen gehen!

  Zum Aufruf

EU-Haushalt: Aufbau in Europa nicht ohne den globalen Süden

 

Der Europäische Rat hat den EU-Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 vorgestellt. Das Ergebnis ist aus entwicklungspolitischer Sicht enttäuschend. Für nachhaltige Entwicklung und Humanitäre Hilfe soll es weniger Mittel geben als zunächst vorgesehen. Jetzt ist das Europäische Parlament am Zug.

  Zur Stellungnahme (DE)
  Zur Stellungnahme (EN)

Globaler humanitärer Aktionsplan braucht dringend mehr Unterstützung

 

Zum Welttag der humanitären Hilfe hat VENRO angemahnt, die Bekämpfung der Corona-Pandemie in Krisenregionen und Konfliktgebieten nicht aus dem Blick zu verlieren. Bislang ist der globale humanitäre Aktionsplan der Vereinten Nationen nur zu rund 20 Prozent mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet.

  Zur Pressemitteilung

Handreichung zur Fernsteuerung von Projekten jetzt auch auf Englisch erhältlich

 

Die Handreichung „Humanitäre Hilfe aus der Distanz" ist nun auch auf Englisch verfügbar. Sie gibt einen Überblick über verschiedene Arten der Fernsteuerung von Projekten und zeigt Instrumente und Fallbeispiele auf, die NRO bei der Planung und Umsetzung solcher Projekte unterstützen.

  Zur Handreichung (EN)
  Zur Handreichung (DE)

Multi-Stakeholder-Initiativen zur Stärkung unternehmerischer Sorgfaltspflichten

 

Zur Stärkung unternehmerischer Verantwortung entlang von Lieferketten wird vielfach auf Multi-Stakeholder-Initiativen gesetzt. Basierend auf den Erfahrungen deutscher Nichtregierungsorganisationen mit solchen Initiativen beschreiben wir zusammen mit dem CorA-Netzwerk und dem Forum Menschenrechte in einem Positionspapier Anforderungen an wirksame Multi-Stakeholder-Initiativen.

  Zum Positionspapier

Schluss mit der Blockade von Menschenrechten und Umweltschutz, Herr Altmaier!

 

Am Mittwoch, den 9. September will die Bundesregierung Eckpunkte für ein Lieferkettengesetz vorlegen. Unternehmen sollen verpflichtet werden, die Einhaltung von Umweltstandards und Menschenrechten entlang ihrer weltweiten Lieferketten zu gewährleisten. Nur einer versucht weiterhin zu blockieren: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Deshalb hat die Initiative Lieferkettengesetz eine neue Petition gestartet.

  Zur Petition
 

Digitales HLPF 2020: Chance vertan

Von Mira Ballmaier und Dr. Jürgen Focke

 

Im Juli 2020 fand das erste virtuelle High-level Political Forum der Vereinten Nationen zur Überprüfung der Agenda 2030 satt. Die Sprecher_innen unserer AG Agenda 2030, Mira Ballmaier und Dr. Jürgen Focke, ziehen eine ernüchternde Bilanz.

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Die Zahl der Hungernden steigt weiter, dabei sind wirksame Projekte längst bekannt

Von Dr. Bernhard Walter 

 

Im vergangenen Jahr sind dem jüngst veröffentlichten Welternährungsbericht zufolge insgesamt rund 690 Millionen Menschen chronisch unterernährt gewesen – das sind zehn Millionen mehr als 2018 und 60 Millionen mehr als vor fünf Jahren. 

  Zum Blogbeitrag

Stimmen aus der Zivilgesellschaft zur EU-Ratspräsidentschaft

 

Zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft veröffentlichen wir regelmäßig Blogbeiträge, in denen Vertreter_innen der Zivilgesellschaft ihre Anliegen thematisieren.

  Von Afrika bis Europa: Seite an Seite im Kampf für Klimagerechtigkeit  

Von Leonie Bremer

 

Die heutigen Kommunikationswege bieten die Chance, am Leben von Menschen in anderen Teilen der Welt teilzunehmen. Leonie Bremer, Pressesprecherin von Fridays for Future Deutschland, berichtet über die Lebensrealität in Uganda und den gemeinsamen digitalen Kampf gegen den Klimawandel.

  Zum Blogbeitrag
 

Die afrikanische Diaspora: eine ungenutzte Ressource der Entwicklungspolitik

 

Von Alhaji Allie Bangura

 

In der vergangenen Dekade hat sich das Verhältnis zwischen Afrika und Europa deutlich verändert. Dabei spielt die afrikanische Diaspora in Europa eine zunehmend wichtige Rolle. Wie können Afrikaner_innen in Europa ein neues Kapitel der afrikanisch-europäischen Beziehungen mitgestalten?

  Zum Blogeintrag
16.09.2020, Karl Kübel Stiftung, Online
  How to plan a project with Theory of Change?
 

In the last years, the expectation that development projects focus more on their impacts (rather than just the smooth implementation of the project measures) has risen dramatically. Organisations and project staff struggle with high expectations to prove „impact" and with a multitude of definitions, concepts, and tools on the market.

  Zur Veranstaltung
  25.09.2020 - 26.09.2020, Schmitz-Stiftungen, Münster
  Was ist ein gutes Auslandsprojekt?
 

Unter dem Titel „Was ist ein gutes Auslandsprojekt?" bieten die Schmitz-Stiftungen ein Seminar an, in welchem in die Planung, Begleitung und Antragstellung für Auslandsprojekte eingeführt wird. Es richtet sich an gemeinnützige Organisationen, die Kontakte in Länder des globalen Südens haben und ein Partnerschaftsprojekt durchführen möchten.

  Zur Veranstaltung
  15.10.2020, VENRO, Hannover
  Wirkungsorientierung bei Schulkampagnen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit
 

In diesem Workshop werden die Ergebnisse der Studie „Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit" für Schulkampagnen praxisnah aufgearbeitet. In einer theoretischen Einführung werden die Rahmenbedingungen für wirkungsvolle Schulkampagnen erläutert sowie mögliche Evaluationsmethoden und Indikatoren vorgestellt.

  Zur Veranstaltung

Save the Children sucht eine_n Projektleiter_in im Fachbereich Migration und Flucht.

 

Die Johanniter-Auslandshilfe sucht für Berlin eine_n Fachbereichsleiter_in Programmfinanzierung.

 

AGIAMONDO sucht eine_n Leiter_in der MISEREOR Dialog- und Verbindungsstelle, Abuja, Nigeria.

 

MISEREOR sucht eine_n Sachbearbeiter_in für finanzielle Zusammenarbeit und Prüfungsaufgaben.

 

Der Weltfriedensdienst sucht eine_n Werkstudent_in im Bereich Internationale Kooperationen, Personal- und Stiftungsverwaltung.

 

KOLPING INTERNATIONAL sucht eine Assistenz der Leitung Finanzen & Verwaltung.

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Tel.: 030 2639299-10

 

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Redaktion: Janna Völker

Fotos: Marisol Benitez/Unsplash (Header); Auswärtiges Amt; Daniela Gierschmann/medica mondiale; UN Photo/Eskinder Debebe; Defika Hendri/Unsplash; Leonie Bremer/Fridays for Future Deutschland; Afro Deutsches Akademiker Netzwerk (ADAN)

© 2020 VENRO

 

Corona bedroht Flüchtlingsbildung zusätzlich

SID Blog - 7. September 2020 - 12:22
UNO-Flüchtlingshilfe zum Welttag der Alphabetisierung (8.9.):

Corona bedroht Flüchtlingsbildung zusätzlich

 

Weltweit gibt es mehr als 770 Millionen Analphabeten. Inmitten von Krieg und Konflikten wird Bildung oft als Luxus angesehen. Aus Sicht der UNO-Flüchtlingshilft ist Bildung jedoch ein Menschenrecht und unverzichtbar, um insbesondere Flüchtlingen wieder Hoffnung und Perspektive zu geben. Die Fähigkeit, lesen und schreiben zu können, ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und die Überwindung von Armut. Besonders Flüchtlingskinder sind von der Misere betroffen und bereits beim Start benachteiligt. Nach der Studie „Coming Together for Refugee Education", die jüngst vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) veröffentlicht wurde, geht die Hälfte der geflüchteten Kinder nicht in der Schule. Hoffnung machen innovative Projekte vor Ort: vom mobilen Klassenzimmer, über Unterricht via Radio und die Einführung digitale Angebote.

 

„Die Lösung der Bildungsmisere ist simpel: nationale Bildungssysteme stärken und Finanzierung sicherstellen. Anderenfalls berauben wir Millionen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihrer Chancen und ihrer Zukunft", so Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

 

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Während 77 Prozent der Flüchtlingskinder in die Grundschule gehen, besuchen nur 31 Prozent der Jugendlichen die Sekundarschule. Lediglich 3 Prozent der jungen Flüchtlinge sind in einer Hochschule eingeschrieben. Für Flüchtlingsmädchen ist die Situation besonders dramatisch. Sie haben bereits jetzt weniger Zugang zu Bildung als Jungen, und die Wahrscheinlichkeit, dass sie in der Sekundarstufe in die Schule gehen, halbiert sich. Auf der Grundlage von UNHCR-Daten schätzt der Malala-Fonds, dass infolge von COVID-19 die Hälfte aller Flüchtlingsmädchen in der Sekundarschule nicht mehr zurückkehren wird, sobald die Klassenräume wieder geöffnet sind.



Mehr Informationen zum Thema Bildung für Flüchtlingskinder und Beispiele erfolgreicher Projekte vor Ort in unserem aktuellen blog

 

Unterstützungsmöglichkeiten unter:

https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/perspektiven-schaffen/bildung/

Südwind: NRW-Landesregierung soll sich hinter ein starkes Lieferkettegesetz stellen

SID Blog - 7. September 2020 - 0:05

Pressemitteilung:
SÜDWIND fordert:
NRW-Landesregierung soll sich hinter ein starkes Lieferkettegesetz stellen
[Bonn, 03.04.202 Um ein Lieferkettengesetz, das Unternehmen zur Achtung von Menschenrechten und Umweltstandards im Ausland verpflichten soll, wird im Bundeskabinett aktuell heftig gerungen. Der Ausschuss für Europa und Internationales des Landtag NRW berät in seiner morgigen Sitzung über eine Unterstützung eines solchen Gesetzesvorhabens durch die Landesregierung. Das Bonner SÜDWIND-Institut engagiert sich in der Initiative Lieferkettengesetz für einen gesetzlichen Rahmen und fordert die Landesregierung zu einer klaren Positionierung für ein starkes Gesetz auf.  

Kinderarbeit auf Kakaoplantagen, verheerende Arbeits- und Lebensbedingungen im Rohstoffabbau, ungeschützter Umgang mit Chemikalien in Gerbereien, Vertreibung für Agrarprojekte: Ob Unternehmen gegen Menschenrechtsverstöße in ihren Lieferketten vorgehen, ist bislang eine Frage des freiwilligen Engagements. Die Bundesregierung plant dies zu ändern und will mit einem Lieferkettengesetz Unternehmen in die Pflicht nehmen, Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte in ihren Auslandgeschäften zu übernehmen.

Über das Zustandekommen eines solchen Gesetzes und seine Inhalte wird aktuell kontrovers diskutiert. Morgen befasst sich der Landtag mit dem Thema: Der Ausschuss für Europa und Internationales berät über einen Antrag der NRW-SPD, der fordert, dass sich die Landeregierung gegenüber der Bundesregierung für ein Lieferkettengesetz stark machen solle.

„Aktuell blockiert das Bundeswirtschaftsministerium den Prozess zu einem Lieferkettengesetz und versucht, all jene Inhalte zu torpedieren, die dem Gesetz Wirksamkeit verleihen würden. Eine klare Stellungnahme der Landesregierung NRW für ein Lieferkettengesetz wäre ein wichtiges Signal in der laufenden Debatte", kommentiert Eva-Maria Reinwald, Fachpromotorin für Globale Wirtschaft und Menschenrechte bim SÜDWIND-Institut in Bonn.

Reinwald hatte den Antrag der SPD-Fraktion im Rahmen des schriftlichen Anhörungsverfahrens kommentiert. Darin weist sie auch darauf hin, dass viele Unternehmen zur Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen ein Lieferkettengesetz befürworten. Unter den inzwischen 65 Unterzeichnern eines Unternehmensstatements finden sich auch Unternehmen aus NRW, z.B. der Kosmetikhersteller Dr. Bronner`s und der Lebensmittelhändler Rewe.

Als Teil der Initiative Lieferkettengesetz, einem Bündnis von über 100 zivilgesellschaftlichen Organisationen, setzt sich SÜDWIND für eine starke und wirksame Regelung ein.

„Betroffene, die z.B. Angehörige bei einem Fabrikbrand verloren haben, müssen die Möglichkeit haben, gegen ein Unternehmen zu klagen, wenn ein Schaden durch angemessene Vorsorgemaßnahmen hätte vermieden werden können. Ein Lieferkettengesetz ohne Sanktionen wird nicht die nötigen Veränderungen bringen," so Reinwald.
Weitere Informationen:
Zum Antrag der NRW-SPD: www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-8102.pdf

Zur Stellungnahme von SÜDWIND: www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMST17-2834.pdf

Pressemitteilung als PDF

        Kontakt:
Nathalie Grychtol,
Referentin Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0228- 763698-14
E-Mail: grychtol@suedwind-institut.de

Eva-Maria Reinwald
Telefon: 0228- 763698-21
E-Mail: reinwald@suedwind-institut.de

Seit fast 30 Jahren engagiert sich SÜDWIND für wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit weltweit. Anhand von konkreten Beispielen zu Missständen decken wir ungerechte Strukturen auf. Dabei verbinden wir unsere Recherchen mit entwicklungspolitischer Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit und tragen Forderungen in Kampagnen, Gesellschaft, Unternehmen und Politik. SÜDWIND arbeitet gemeinnützig und unabhängig. Finanziert wird SÜDWIND aus Zuschüssen, Einnahmen aus Auftragstätigkeiten sowie Mitgliedsbeiträgen und Spenden.





Kindeswohl auch in reichen Ländern in Gefahr | UNICEF

SID Blog - 7. September 2020 - 0:04
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Kindeswohl auch in reichen Ländern in Gefahr

Aktueller UNICEF-Report

© UNICEF/UNI361460/Highway Child

Köln/Florenz/New York, 03.09. 2020 // Selbstmordversuche, mentale Probleme, Übergewicht, aber auch unzureichende schulische Kenntnisse kennzeichnen laut UNICEF das Aufwachsen von viel zu vielen Kindern in wohlhabenden Industrieländern. Dies ist das Ergebnis der neuesten Report-Card des UNICEF-Forschungszentrums Innocenti. Gleichzeitig warnt UNICEF vor gravierenden Gefahren für das Kindeswohl durch die Covid-19-Pandemie. Die Niederlande, Dänemark und Norwegen liegen in Bezug auf das Wohlbefinden von Kindern auf den ersten drei Plätzen unter 41 Ländern der OECD und der EU. Deutschland liegt im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld auf Rang 14.

Für den Report „Worlds of Influence: Understanding what shapes child well-being in rich countries" („Einflusssphären – was das Wohlergehen von Kindern in reichen Ländern prägt") wurden vergleichbare nationale Daten aus 41 Ländern der OECD und der Europäischen Union zur psychischen und physischen Gesundheit von Kindern sowie zu ihren schulischen und sozialen Kompetenzen und den damit verbundenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ausgewertet.

„Viele der reichsten Länder der Welt, die eigentlich über genügend Ressourcen verfügen, scheitern, wenn es darum geht, allen Kindern eine gute Kindheit zu ermöglichen ", sagt Gunilla Olsson, Direktorin von UNICEF Innocenti. „Wenn Regierungen nicht schnell und entschlossen handeln und der Schutz von Kindern nicht Teil der Reaktion auf die Covid-19-Pandemie ist, müssen wir mit steigenden Armutsraten, einer Verschlechterung mentaler und physischer Gesundheit sowie einer wachsenden Kluft bei der Qualifikation von Kindern rechnen. Die Unterstützung von Kindern und ihren Familien während der Covid-19-Pandemie ist erschreckend unzureichend. Es muss mehr getan werden, um Kindern eine sichere und gute Kindheit zu ermöglichen – jetzt."

Zentrale Ergebnisse des UNICEF-Reports

  • Mentale GesundheitIn den meisten untersuchten Ländern geben weniger als 80 Prozent der 15-jährigen Mädchen und Jungen an, zufrieden mit ihrem Leben zu sein. In der Türkei liegt der Anteil am niedrigsten (53 %), gefolgt von Japan und Großbritannien. In Deutschland haben der Untersuchung zufolge 75 Prozent der Mädchen und Jungen eine hohe Lebenszufriedenheit. Kinder, die wenig Unterstützung von ihren Familien erhalten oder unter Mobbing leiden, geht es mental signifikant schlechter.

  • Litauen hat die höchste Selbstmordrate unter Jugendlichen – eine der Haupttodesursachen in der Altersgruppe zwischen 15 und 19 Jahren in reichen Ländern --, gefolgt von Neuseeland und Estland.

  • Körperliche Gesundheit: Der Anteil der Kinder mit Fettleibigkeit (Adipositas) und Übergewicht ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Etwa eines von drei Kindern in den untersuchten Ländern ist entweder adipös oder übergewichtig. Die Raten wachsen besonders stark in Südeuropa. In Deutschland liegt der Anteil bei 27 %. In mehr als einem Viertel der reichen Länder liegt die Kindersterblichkeit bei Kindern zwischen fünf und 14 Jahren bei eins pro 1000. In Deutschland ist der Anteil 0,72 pro 1000.

  • Soziale und intellektuelle Kompetenzen:Ungefähr 40% aller Kinder in EU- und OECD-Ländern verfügen mit 15 Jahren nicht über grundlegende Fähigkeiten im Lesen und Rechnen. Kinder in Bulgarien, Rumänien und Chile schneiden hier im Vergleich am schlechtesten ab, am besten dagegen die Mädchen und Jungen in Estland, Irland und Finnland.

  • In den meisten Ländern hat eines von fünf Kindern nur wenig Vertrauen in seine soziale Fähigkeit, neue Freunde zu finden. Kinder in Chile, Japan und Island sind in dieser Hinsicht am wenigsten zuversichtlich. In Deutschland sagen lediglich 72 Prozent der Mädchen und Jungen, dass es ihnen leichtfällt, schnell Freundschaft zu schließen.

Der UNICEF-Report zeigt aber auch erkennbare Fortschritte für Kinder. Im Durchschnitt besuchen 95 Prozent aller Kinder im Vorschulalter organisierte Förderangebote. Die Zahl der jungen Menschen, die weder zur Schule gehen, noch eine Ausbildung machen oder an einem Trainingsprogramm teilnehmen, ist in 30 von 37 Ländern gesunken. Diese wichtigen Fortschritte sieht UNICEF allerdings durch Covid-19 in Gefahr.

Der Bericht stuft die Länder auch mit Blick auf ihre politischen Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens von Kindern, ihrer wirtschaftlichen und sozialen Situation sowie der Umweltbedingungen ein. Norwegen, Island und Finnland weisen dabei die besten Bedingungen auf, gefolgt von Deutschland. Die Türkei, Mexiko und Griechenland schneiden hier am schlechtesten ab. 

Belastungen durch Covid-19 für Kinder katastrophal

Aufgrund der Covid-19-Pandemie haben die meisten untersuchten Länder Schulen für mehr als 100 Tage geschlossen und strikte Ausgangsbeschränkungen umgesetzt. UNICEF hebt hier die enormen Belastungen für Kinder durch die Pandemie hervor. Dazu zählen: der Verlust von Angehörigen und Freunden, Angst, Ausgangsbeschränkungen, fehlende Unterstützung, Schulschließungen, das Ausbalancieren von Arbeit und Privatleben in den Familien, unzureichender Zugang zu Gesundheitsmaßnahmen sowie Einkommens- und Jobverluste. Diese Belastungen können Kindern enormen Schaden zufügen; sie gefährden ihre mentale und körperliche Gesundheit und Entwicklung. 

Bereits vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie lag die durchschnittliche relative Armutsrate (60 Prozent des nationalen Medianeinkommens) bei Kindern in EU- und OECD-Ländern bei 20 Prozent; in Deutschland lag sie im Jahr 2018 bei 14,5 Prozent. Mit dem erwarteten starken Rückgang der Wirtschaftsleistung in den nächsten zwei Jahren in fast allen untersuchten Ländern wird ohne schnelle Gegenmaßnahmen der Regierungen die Kinderarmut steigen.

„Wenn die Folgen der Pandemie immer stärker auf Wirtschaft, Bildung und Zusammenleben durchschlagen, werden diese ohne konzertierte Gegenmaßnahmen verheerende Auswirkungen für das Wohlergehen der heutigen Kinder, ihrer Familien und der Gesellschaften, in denen sie leben, haben", sagt Gunilla Olsson, Direktorin des UNICEF-Forschungszentrums Innocenti. „Aber diese Risiken müssen nicht Realität werden, wenn Regierungen entschlossen aktiv werden, um das Wohlergehen der Kinder zu schützen."

Das Kindeswohl muss gerade jetzt unterstützt werden

Auf Grundlage des Reports und der aktuellen Entwicklungen ruft UNICEF zu folgenden Maßnahmen auf:  

  • Einkommensungleichheit und Kinderarmut müssen entschlossen bekämpft werden, damit alle Kinder Zugang zu den Ressourcen haben, die sie brauchen.

  • Die unzureichende Versorgung mit Hilfsangeboten im Bereich mentaler Gesundheit muss schnellstens überwunden werden.

  • Familienfreundliche Politik zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss ausgeweitet werden; insbesondere der Zugang zu hochwertigen, flexiblen und bezahlbaren Betreuungsangeboten für Kinder in den ersten Lebensjahren.

  • Der Schutz von Kindern vor vermeidbaren Krankheiten muss gestärkt werden, der Trend zu sinkenden Masernimpfungsraten muss umgekehrt werden.

  • Die Covid-19-Maßnahmen für Familien und Kinder müssen verbessert werden. Budgets, die das Wohlergehen von Kindern unterstützen, müssen vor Sparmaßnahmen geschützt werden.

Über die Report-Card

Der Bericht „World of Influence" baut auf vorangegangenen Untersuchungen zum Kindeswohl in Industrieländern in den UNICEF-Report-Cards 11 (2013) und 7 (2007) auf.

Über UNICEF Innocenti

Das UNICEF-Forschungszentrum Innocenti gehört zu UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Es erforscht neu aufkommende oder aktuelle Fragestellungen zum Aufwachsen von Kindern. Ziel ist es, Informationen für die strategische Ausrichtung von Programmen für Kinder bereitzustellen sowie weltweite Debatten zu Kinderrechten und ihrer Entwicklung anzustoßen.

Über UNICEF

UNICEF arbeitet weltweit, auch unter schwierigsten Bedingungen, um Kinder zu erreichen. In 190 Ländern und Territorien sind wir für jedes Kind im Einsatz, um eine bessere Welt für alle Kinder zu schaffen.

Download: Vollständiger englischsprachiger Bericht


Feuer in Moria: „Solche Orte der Verzweiflung darf es nicht länger geben“

SID Blog - 6. September 2020 - 15:27
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Feuer in Moria

UNICEF: „Solche Orte der Verzweiflung darf es nicht länger geben" 

Statement von Christian Schneider, Geschäftsführer UNICEF Deutschland

© UNICEF/UNI367861/Lagoutaris/AFP

„Wir sind erschüttert über das Feuer im Flüchtlingslager Moria. Solche Orte der Verzweiflung wie Moria darf es nicht länger geben. 

Die europäischen Staaten müssen dringend handeln und den Schutz der betroffenen geflüchteten und migrierten Menschen sicherstellen.

UNICEF steht bereit, um die mehr als 4.000 Kinder aus dem vom Feuer verwüsteten Lager in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Insbesondere 407 unbegleitete Kinder und Jugendliche sind jetzt in Gefahr. 

Zusammen mit seinen Partnern vor Ort hat UNICEF das Kinder- und Familienzentrum in der Nähe des Flüchtlingslagers in eine Notunterkunft umgewandelt.

Dort können besonders schutzbedürftige Menschen wie unbegleitete Minderjährige und schwangere Frauen vorübergehend versorgt werden, bis Alternativen gefunden sind. Derzeit sind dort mehr als 150 unbegleitete Minderjährige untergebracht.

UNICEF dankt den örtlichen Behörden und den Rettungsdiensten, die den Menschen seit Ausbruch des Feuers geholfen haben. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind schnelle und sichere Maßnahmen umso dringlicher. 

Priorität ist es, in dieser schwierigen Situation gemeinsam mit unseren Partnern und den griechischen Behörden den Schutz der Kinder sicherzustellen. Die Ereignisse der letzten Nacht zeigen erneut: ein humaner EU-Asyl-Migrationspakt, der das Recht eines jeden Kindes auf Schutz und Hilfe garantiert, ist dringend erforderlich."

Pressekontakt: 
UNICEF Deutschland, Rudi Tarneden, Pressesprecher, 0221/93650-315, presse@unicef.de

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DRUNTER & DRÜBER – Neustadt Festival vom 25. bis 27. September 2020

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 4. September 2020 - 9:00
Das 4. Neustadt Festival setzt sich unter dem Motto „Wie wollen wir leben? Drinnen und Draußen!“ mit bunten und nachhaltigen Aktionen für mehr Gemeinsamkeit in der Neustadt und darüber hinaus ein. Vom 25. bis 27. September machen Ladeninhaber*innen, Kulturschaffende, Anwohner*innen und Publikum dann gemeinsame Sache, um ihre Angebote und Visionen mit Abstand zu teilen. Das …

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Frauen, Frieden und Sicherheit: Bundesregierung muss wirkungsorientierter handeln

VENRO - 3. September 2020 - 18:05

Vor 20 Jahren verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig die Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“. Die Resolution war bahnbrechend in ihrem Bekenntnis zum Schutz und zur Teilhabe von Frauen.

Mit neun Folgeresolutionen schafften die Vereinten Nationen schließlich eine umfassende Agenda, um Frauen an Friedensprozessen zu beteiligen, ihren Schutz vor sexualisierter Kriegsgewalt zu verbessern und humanitäre Hilfe geschlechtergerecht zu gestalten. Laut UN-Sicherheitsrat trägt die Umsetzung dieser Agenda maßgeblich zur Wahrung von Frieden und internationaler Sicherheit bei.

Gegenwärtig erarbeitet die Bundesregierung ihren Dritten Nationalen Aktionsplan, um der Resolution „Frauen, Frieden und Sicherheit“ in der deutschen Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik Rechnung zu tragen. In der aktuellen Legislaturperiode kann die Bundesregierung einige Fortschritte verzeichnen. Unter anderem hat sie die Agenda zu einem Schwerpunkt ihrer nichtständigen Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat gemacht.

Nach wie vor bleibt jedoch problematisch, dass die Bundesregierung die Agenda vor allem als Frauenförderungsinstrument behandelt. Geschlechtersensible Konfliktanalysen und Folgeabschätzungen von politischen Entscheidungen existieren hingegen kaum. Wie unerlässlich solche Analysen sind, zeigen jedoch die Herausforderungen unserer Zeit: Ob Corona-Pandemie, Klimakrise oder der weltweit zunehmende Demokratieabbau – sie alle haben geschlechtsspezifische Auswirkungen und bedürfen geschlechtergerechter Lösungen. In ihrem Aktionsplan sollte sich die Bundesregierung daher dazu verpflichten, ihre Politik im In- und Ausland geschlechtergerecht zu gestalten.

Damit dies gelingt, muss der Dritte Nationale Aktionsplan stärker als bisher wirkungsorientiert ausgerichtet werden. Dafür wären – in Anlehnung an die Empfehlungen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa – folgende Schritte notwendig: Zunächst muss die Bundesregierung den spezifischen nationalen Handlungsbedarf analysieren. Auf dieser Grundlage sollte sie Schwerpunkte, Ziele, Maßnahmen, Indikatoren und Verantwortlichkeiten festlegen. Zudem muss die Bundesregierung den Aktionsplan mit ausreichenden finanziellen und personellen Ressourcen ausstatten. Eine wichtige Maßnahme wäre unter anderem, spezifische 1325-Referate in allen zuständigen Ministerien einzurichten. Außerdem sind verbindliche und transparente Mechanismen der Rechenschaftslegung erforderlich.

Und schließlich sollte die Zivilgesellschaft an dem Monitoring der Umsetzung des Aktionsplans beteiligt werden.

2. Poster Challenge: Climate Justice (bis 20.10.2020)

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 3. September 2020 - 9:45
CREACTIV für Klimagerechtigkeit ruft auf zur 2. POSTER CHALLENGE: Climate Justice. Unter dem Motto „Wünsch dir was“ – deine Stimme fürs Klima veranstaltet das Projekt eine Poster Challenge für Schüler*innen der Klassenstufen 5 bis 10. „Ist doch klar. Die Zukunft ist solar!“ – „Stop eating animals.“ – „Kohle ins Museum!“ – „Weniger Asphalt – Mehr …

2. Poster Challenge: Climate Justice (bis 20.10.2020) Weiterlesen »

Jetzt mitmachen: E-Mail an Peter Altmaier

SID Blog - 2. September 2020 - 11:56
Newsletter 04-2020

Liebe Leser*innen,

liebe SÜDWIND Interessierte,

über 200.000 Menschen haben die Petition für ein Lieferkettengesetz unterschrieben, im Koalitionsvertrag ist ein solches Gesetz gar verankert. Und dennoch versucht Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU/CSU) die Vorstöße zu einem wirkungsvollen Gesetz zu verwässern oder gar ganz zu blockieren. 
Machen Sie mit und helfen Sie uns, den Druck auf Herrn Altmaier zu erhöhen. Zu unserer E-Mail Aktion erfahren Sie weiter unten mehr.

Außerdem haben wir tolle Nachrichten in eigener Sache und neue Artikel auf dem EU-Afrika Blog.

Kommen Sie gesund durch den Spätsommer!
Das SÜDWIND-Team wünscht eine anregende Lektüre

SÜDWIND intern
Jahrespartnerschaft 2021

SÜDWIND wird im Jahr 2021 Jahrespartner der Stadt Bonn. Wir begrüßen die Entscheidung, die der Ausschuss für Internationales und Wissenschaft der Stadt am 13. August getroffen hat und freuen uns auf die einjährige Partnerschaft. Die Jahrespartnerschaft wird seit zehn Jahren an eine wechselnde, internationale Organisation in Bonn vergeben, auch als Beitrag einer vertieften kommunalen und internationalen Zusammenarbeit. Die Stadt würdigt das Institut damit in einem ganz besonderen Jahr: 2021 wird SÜDWIND sein 30-jähriges Bestehen feiern.

Vera Schumacher zurück aus Elternzeit

Nach 18 Monaten freuen wir uns, dass unsere Kollegin Vera Schumacher zurück ist aus der Elternzeit.
Ab sofort ist Vera wieder zuständig für alle Fragen rund um Mitgliedschaft und Spenden.
Das Resort Öffentlichkeitsarbeit bleibt bei Nathalie Grychtol, sie war vor eineinhalb Jahren als Elternzeitvertretung zu SÜDWIND gekommen.

EU-Afrika-Blog
Schwerpunkt Migration Auf Einladung Italiens widmete sich am 13.07.2020 eine Online-Konferenz einiger Innenminister der EU mit ihren nordafrikanischen Kollegen aus Algerien, Libyen, Mauretanien, Marokko und Tunesien dem „Kampf gegen Menschenschmuggel" und formulierte als Ziel die „Verringerung des menschlichen Leids, der Ausbeutung verletzlicher Menschen und des Verlusts von Menschenleben auf See". Solange aber ein nach Afrika vorgelagerter Grenzschutz und die Abschottung das Angebot der EU an die Partner ist, wird eine menschenwürdige Migrationspolitik auf Augenhöhe kaum möglich sein. Lesen Sie mehr zu der Konferenz und der „freiwilligen Rückkehr" auf dem EU-Afrika Blog.
Kampagnen
Zwangsarbeit in Xinjiang stoppen!

20 Prozent der weltweit verarbeiteten Baumwolle stammen aus Xinjiang. Somit ist in jeder fünften Baumwolltextilie das Risiko von Zwangsarbeit enthalten: Millionen Uyghur*innen werden in der Autonomen Region Xinjiang und in Fabriken innerhalb Chinas im Rahmen von „Umerziehungsmaßnahmen" zur Arbeit gezwungen, auch in der Baumwollproduktion und der Textilindustrie. Textil- und Bekleidungsunternehmen außerhalb Chinas profitieren von diesen Zuständen. Gemeinsam mit einem internationalen Bündnis fordert SÜDWIND daher alle Unternehmen, die (Vor-)Produkte aus Xinjiang beziehen, dazu auf, sicherzustellen, dass ihre Produkte keine Zwangsarbeit enthalten. Den Aufruf der internationalen Kampagne können Sie hier nachlesen. Auf dem SÜDWIND-Blog sind Hintergrundartikel zu Xinjiang, der neuen Seidenstraße und dem Einfluss von Corona erschienen.

Gegen die Blockade von Menschenrechten und Umweltschutz: Protestmail zum Lieferkettengesetz an Minister Altmaier

Die Diskussion um ein Lieferkettengesetz in Deutschland ist in den vergangenen Wochen mit großen Schritten vorangekommen: Nachdem auch eine zweite und abschließende Unternehmensbefragung zu dem Ergebnis kam, dass nur wenige Unternehmen ausreichende Maßnahmen ergreifen, um Menschenrechtsverstößen in ihren Lieferketten zu begegnen, kündigten Entwicklungsminister Müller und Arbeitsminister Heil an, nach Abstimmung von Eckpunkten im Kabinett einen Gesetzesentwurf vorzulegen. Gespannt erwarten wir nun den Entwurf. Doch der Kampf um das Gesetz und seine Inhalte wird hart: Denn weiterhin blockiert Wirtschaftsminister Altmaier eine gesetzliche Regelung. Gegen seinen Kurs des Verwässerns und Verzögerns machen wir mit der Initiative Lieferkettengesetz mobil: Senden Sie hier eine Protestmail an den Wirtschaftsminister. Protestpostkarten können bei der Initiative Lieferkettengesetz bestellt werden.

Handreichung zum kirchlichen Engagement wieder bestellbar

Nachdem unsere Handreichungen zum kirchlichen Engagement in der Initiative Lieferkettengesetz zwischenzeitlich vergriffen waren, sind sie jetzt in leicht aktualisierter Fassung hier wieder bestellbar. Sie enthält  Bausteine für Gottesdienste und politische Abendgebete unter dem Leitvers "Schafft Recht und Gerechtigkeit" (Jeremia 22,3) und weitere Anregungen für Kirchengemeinden und kirchliche Gruppen. Der Handreichung beigefügt ist ein Informationsblatt zum Engagement für ein Lieferkettengesetz in Zeiten der Corona-Pandemie.

Covid-19 und...
...das Engagement in der Initiative Lieferkettengesetz

Die Corona-Pandemie und die gebotenen Kontaktbeschränkungen stellen auch das Engagement für ein Lieferkettengesetz vor Herausforderungen. Wir müssen neue Formen des Aktivwerdens finden und in unserer Ansprache auf die veränderte Situation eingehen. Doch gerade die Auswirkungen der Pandemie in den globalen Lieferketten zeigen: Der Einsatz für einen gesetzlichen Rahmen ist jetzt wichtiger denn je. Möglichkeiten des Aktivwerdens in Zeiten der Corona-Pandemie werden in einem neuen Informationspapier vorgestellt, das hier bestellt werden kann. Auch haben wir noch Sprühkreideschablonen vorrätig.

Termine
+++ 17.09.: Rheine - Menschenrechte achten – Diskussion zum Lieferkettengesetz
+++ 22.09.: Webseminar – Was ändert ein Lieferkettengesetz? Perspektiven aus dem Globalen Süden
+++ 22.09.: Hilden – Ende der Freiwilligkeit. Die Diskussion um ein Lieferkettengesetz
+++ 06.-12.10.: Online-Seminar-Reihe Nachhaltige Elektronik – Politische Lösungsansätze zu Rohstoffen und Menschenrechten
+++ 16.11.: Webseminar – Geschlechtergerechtigkeit in weltweiten Lieferketten
MITMACHEN
Seit fast 30 Jahren engagiert sich SÜDWIND für wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit weltweit. Anhand von konkreten Beispielen zu Missständen decken wir ungerechte Strukturen auf. Dabei verbinden wir unsere Recherchen mit entwicklungspolitischer Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit und tragen Forderungen in Kampagnen, Gesellschaft, Unternehmen und Politik. SÜDWIND arbeitet gemeinnützig und unabhängig. Finanziert wird SÜDWIND aus Zuschüssen, Einnahmen aus Auftragstätigkeiten sowie Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Werden auch Sie jetzt Mitglied.

KONTAKT
SÜDWIND e.V.
Kaiserstraße 201                                                                       
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Fax: +49 (0)228-763698-22

E-Mail: info@suedwind-institut.de
Website: www.suedwind-institut.de
Gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, durch den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region und die Evangelische Kirche im Rheinland.

Verband des Fairen Handels fordert Fairen Neustart

SID Blog - 2. September 2020 - 11:55
Berlin, 02.09.2020 – Anlässlich seiner Jahrespressekonferenz fordert das Forum Fairer Handel (FFH) einen fairen Neustart nach der Covid-19-Krise, der sich an sozialen und ökologischen Kriterien ausrichten muss. Der Faire Handel in Deutschland blickt in 2020 auf 50 Jahre zurück und konnte viel bewegen. „In einem ‚normalen' Jubiläumsjahr wären die positiven Umsatzzahlen des Fairen Handels in Deutschland ein Grund zur Freude gewesen", erklärt Matthias Fiedler, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel. „Doch die Prognose für 2020 gibt uns Anlass zur Sorge und offenbart einen grundlegenden Missstand im Welthandel: Unternehmen, die sich solidarisch mit ihren Partnern zeigen und Menschen und Umwelt generell über den Profit stellen, haben im bestehenden Wirtschaftssystem das Nachsehen", kritisiert Fiedler. „Für eine zukunftsfähige Weltwirtschaft muss das Prinzip ‚Menschen und Umwelt vor Profit' zum Standard werden", erklärt Andrea Fütterer, Vorstandsvorsitzende des Forum Fairer Handel. „Doch dafür haben wir keine weiteren 50 Jahre Zeit", ergänzt sie.

Fairer Handel im Geschäftsjahr 2019 weiterhin „im Aufwind"

Im Geschäftsjahr 2019 gaben die Verbraucher*innen in Deutschland 1,85 Milliarden Euro für Produkte aus Fairem Handel aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 9 %. Innerhalb der letzten sieben Jahre hat sich der Umsatz im Fairen Handel fast verdreifacht. Im Durchschnitt gaben die Verbraucher*innen in Deutschland pro Kopf 22,23 Euro für faire Lebensmittel und Handwerksprodukte aus. „Vor dem Hintergrund des 50-jährigen Bestehens der Fair-Handels-Bewegung in Deutschland freuen wir uns besonders darüber, dass die Pioniere' des Fairen Handels, die Weltläden und Weltgruppen sowie die Fair-Handels-Unternehmen ein gutes Umsatzplus aufweisen", erklärt Matthias Fiedler.  Die anerkannten Fair-Handels-Unternehmen vertrieben im vergangenen Jahr fair gehandelte Waren im Wert von 226 Millionen Euro (+ 8 %). In den Weltläden, den Fachgeschäften des Fairen Handels, wurden Waren im Wert von 83 Millionen Euro verkauft (+ 6 %). Wie auch in den Vorjahren wurde der größte Teil des Umsatzes mit Fairtrade-gesiegelten Produkten generiert (1,49 Milliarden, + 9,7 %).

 

Fairer Kaffee: Eine relative Erfolgsgeschichte

Das umsatzstärkste Produkt im Fairen Handel, der Kaffee, ist weiterhin auf dem Weg aus der Nische. Doch mit 6,7 % Marktanteil in Deutschland ist der Einfluss auf die Ungerechtigkeiten des globalen Kaffeemarktes aus Sicht der Produzent*innen noch immer zu gering. „Der Weg zu gerechten globalen Handelsstrukturen bleibt steinig, zumal die COVID-19-Krise die ausbeuterischen Mechanismen entlang globaler Lieferketten sogar zum Teil verstärkt. Sie hat drastisch offenbart, dass viele konventionelle Lieferketten nicht krisenfest, geschweige denn fair und nachhaltig sind", betont Matthias Fiedler. Dass Selbstverpflichtungen von Unternehmen nicht ausreichen, um die Ausbeutung entlang internationaler Lieferketten zu stoppen, zeigt der konventionelle Kakaosektor. Immer noch leben viele der weltweit ca. 5,5 Millionen Kakaobäuer*innen und ihre Familien unterhalb der international definierten Armutsgrenze und arbeiten Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen – und das, obwohl die Kakaoindustrie sich schon 2001 dazu verpflichtet hat, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beenden.

 

Solidarisch durch die Krise: Fairer Handel in Zeiten von Corona

Auch die Akteure des Fairen Handels agieren im bestehenden Wirtschaftssystem und unterliegen dabei Wettbewerbsnachteilen, weil sie viel in die Unterstützung ihrer Handelspartner investieren. Während große konventionelle Handelsunternehmen Aufträge stornieren, steht der Faire Handel weiterhin zu seinen Zusagen, finanziert seine Lieferungen vor und unterstützt seine Handelspartner auf vielfältige Weise – sei es durch Solidaritäts- und Spendenaktionen oder mit ganz konkreten Hilfeleistungen an Handelspartner. FFH-Vorstandsvorsitzende Andrea Fütterer bringt den Unterschied auf den Punkt: „Fair-Handels-Unternehmen wollen die Krise gemeinsam mit ihren Handelspartnern überstehen, nicht auf deren Kosten." Von der Politik fordert sie, dass solche zukunftstauglichen und dem Gemeinwohl verpflichteten Handelspraktiken zur Leitlinie einer neuen Handelspolitik nach Covid-19 gemacht werden.

 

Prognose für 2020

Wie fällt also die Prognose für den Fairen Handel in 2020 aus? Aufgrund der Schließung vieler Weltläden im Frühjahr, voraussichtlicher steigender Lieferkosten sowie Transportschwierigkeiten aus dem Globalen Süden, wird es im Geschäftsjahr 2020 in vielen Bereichen zu Umsatzeinbußen kommen. Obwohl sich die Lage im Lebensmittelbereich im Juni und Juli etwas entspannt hat, bleibt die Situation trotzdem prekär. Vor allem im Bereich Handwerk sind die Prognosen deutlich schlechter. Hier werden Einbußen von 10 bis 20 % befürchtet. „Das ist insofern dramatisch, als dass Handwerksproduzent*innen häufig keine andere wirtschaftliche Tätigkeit ausüben können und selten Land für die Eigenversorgung besitzen. Ihre Situation ist also besonders kritisch", erklärt Andrea Fütterer.

 

Fairer Neustart nach Covid-19

„Wir brauchen ein System, in dem die Differenzierung zwischen ‚fairem' und ‚konventionellem' Handel obsolet wird, weil ein nach ökologischen und sozialen Kriterien ausgerichteter Fairer Handel der Standard geworden ist", erklärt Matthias Fiedler. Ein starkes Lieferkettengesetz und das Verbot von unfairen Handelspraktiken wären wichtige erste Schritte zu einer Handelspolitik, die den Menschen und die Natur in den Vordergrund stellt und sich damit als zukunftsfähig erweist. 

Service

Die Broschüre „Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel 2020" sowie das Factsheet „Auf einen Blick: Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel" sowie Infografiken zur honorarfreien Verwendung stehen Ihnen am 02.09. ab ca. 10:30 Uhr unter www.forum-fairer-handel.de/presse als Download zur Verfügung.



 

EWIK Newsletter September: Frieden

SID Blog - 2. September 2020 - 11:54

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe September 2020: Frieden

Liebe Leserinnen und Leser,

im Februar hatte ich begonnen, die ersten Zeilen für dieses Editorial zu schreiben. Davon ist nicht viel übrig geblieben. Ich hätte mir „damals" nicht vorstellen können, dass ein Virus innerhalb kürzester Zeit die ohnehin fragile Weltordnung so radikal in Frage stellen kann.

Wie schön wäre es gewesen, wenn wir angesichts der plötzlichen Infragestellung eigener Gesundheit sensibler, friedlicher geworden wären. Warum gelang es nicht, global-menschlich die notwendigen Schritte gemeinsam zu gehen? Statt gegenseitiger Hilfe tun sich dagegen neue Konflikte auf. Dabei macht Corona uns klar, dass wir alle in einem Boot, auf einer Erde sitzen. Niemand ist vor Covid-19 sicher. Auch die größten Volkswirtschaften sind bedroht. Da sollte es doch möglich sein, Frieden neu zu denken und zwar umfassend. Stattdessen: geschlossene Grenzen, ausgegrenzte Menschen, im Stich gelassene Kontinente.

Es wird viel über die Langzeitwirkung einer Corona-Erkrankung gerätselt. Aber nicht nur Menschen, auch die Welt wird sich von dieser Pandemie nur schwer erholen, und es werden Langzeitfolgen bleiben, die wir heute noch nicht überblicken können. Das ohnehin vorhandene Versagen in Bezug auf Klima, Bildung, Ernährung, Chancengleichheit verstärkt sich vor allem in den Ländern, die auch vorher schon abgehängt waren.  

Kurz vor Ausbruch des Golfkrieges im Jahr 2003 entwickelten wir ein neues Friedenssymbol, das „Weiße Friedensband", das später unserem Verein den Namen gab. Das geschah unter dem Slogan „Konflikte friedlich lösen". Wir übersetzten diesen Satz in fünf Sprachen, machten ein Foto und verschickten die Mail an 180 Friedensorganisationen weltweit und produzierten zigtausend Satinschleifen.

Es waren vor allem die Gespräche mit den Jugendlichen auf den Straßen und bei den Demos, die uns dazu bewegten, Bildungsaktionen mit und für Jugendliche zu entwickeln. Die Jugendlichen brachten es damals auf den Punkt: „Wir brauchen Werkzeuge gegen die Borniertheit der Erwachsenen. Sie verstehen einfach nicht, dass sie nicht das Beste für uns tun, sondern eine kaputte Welt hinterlassen." Eigentlich ist es gar nicht so schwer: Lasst doch einfach die Kluft zwischen Sprechen und Handeln kleiner machen.

Das geht nur, wenn wir die Jugendlichen stärker beteiligen! Wir brauchen also mehr Friedenspädagogik in Schule und Jugendarbeit, aber auch eine Erwachsenenbildung, die sich  Verschwörungstheorien entgegenstellt und Feindbilder abbaut. 

In dieser Newsletter-Ausgabe finden sich entsprechend Material- und Medienhinweise zum Thema Frieden und Verständigung, Aktions- und Fortbildungsangebote sowie Hintergrundinformationen. Außerdem lohnt ein Blick auf unsere schwerpunktunabhängigen aktuellen Meldungen und die letzten Beiträge vom Blog EineWeltBlaBla.

Anregende Lektüre!

Günter HaverkampAktion Weißes Friedensband e.V.
EWIK-Kooperationspartner
Aktuelles

Interkulturelle Woche 2020: Zusammen leben, zusammen wachsen

"Zusammen leben, zusammen wachsen. So lautet das Motto der Interkulturellen Woche (IKW) 2020, die vom 27. September bis 4. Oktober stattfindet. Die Interkulturelle Woche (IKW) setzt sich für ein gutes Zusammenleben aller in Vielfalt und Respekt ein. Das ist nötiger denn je, denn die Akteure, die spalten, hetzen, aufwiegeln und vermeintlich einfache Lösungen für komplexe Probleme an­bieten, werden stärker. Die Zivilgesellschaft hält dagegen: Gegen Ausgrenzung und Rassismus und für gleich­berechtigte Partizipation setzen sich die vielen tausend Aktiven ein, die die IKW vor Ort vorbereiten und durchführen. Die Themen 2020: "Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft", "Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten" und "Ankommen - Gestalten - Verteidigen?".

Digitalisierung und globale Gerechtigkeit – 17. Brebit

Die BREBIT 2020 mit dem Jahresthema "Mehr als Smartboards, Likes und Influencer. #Digitalisierung und globale Gerechtigkeit" findet vom 24. August bis 4. Dezember 2020 im ganzen Land Brandenburg statt. Im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen möchte die BREBIT den Teilnehmenden vermitteln, dass Digitalisierung als technische und gesellschaftliche Entwicklung für Fragen globaler Gerechtigkeit relevant ist. Der aktuelle BREBIT-Katalog mit 70 Angeboten für Schulen ist jetzt verfügbar.

Förderprogramm "Bildungsarbeit in Schulen zu Kolonialismus und Verantwortung" (BIKO)

Die Senatsverwaltung für Bildung Jugend und Familie Berlin implementiert ein Förderprogramm "Bildungsarbeit in Schulen zu Kolonialismus und Verantwortung" (BIKO). Das Programm soll einen Beitrag dazu leisten, dass Berlin seiner Rolle und historischen Verantwortung im Zeitalter des deutschen und europäischen Kolonialismus gerecht wird und eine intensivere und differenziertere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Kolonialismus angeregt wird. Gefördert werden Projekte der schulischen Bildungsarbeit wie Projekttage/Projektwochen, Fortbildungen, Entwicklung und Erstellung von Unterrichtsmaterialien oder pädagogischen Begleitkonzepten/Begleitmaterialien zu Ausstellungen oder Erinnerungsorten.

Umfrage für Eine-Welt-Akteur*innen in NRW

Die weltweite Corona-Pandemie hat unsere Welt in vielen Bereichen ins Stocken gebracht. Auch die Eine Welt-Arbeit in NRW hat sich mit und durch das Covia-19-Virus enorm verändert. Doch mit welchen internen und externen Herausforderungen sehen sich Engagierte abseits von Corona konfrontiert? Konnten einige Herausforderungen bereits gelöst werden? Welche Zielgruppe möchten sie ansprechen? Wie gelingt die Vernetzung mit anderen Akteur*innen? Das Eine Welt Netz NRW möchte es ganz genau wissen und sucht engagierte Personen aus Gruppen, Vereinen, Weltläden und Kommunen, die sich an einer Umfrage zum Eine Welt-Engagement in NRW beteiligen.

F.A.Z.-Schulprojekt zur amerikanischen Wahl – Students for President

Der Wettbewerb "Students for President" der Partner Google und Frankfurter Allgemeine Zeitung beschäftigt sich mit dem amerikanischen Wahlkampf 2020. Er verfolgt das Ziel, das politische Bewusstsein von Schüler*innen zu schärfen und sie gegen Fake News zu wappnen. Die Schüler*innen schreiben oder filmen aus der Perspektive des siegreichen Kandidaten eine fiktive, aber realistische Rede. Für die Teilnahme am Wettbewerb können sich Lehrkräfte mit ihren Klassen, Kursen oder Projektgruppen bis zum 14. September 2020 anmelden. Alle Teilnehmer des Wettbewerbs erhalten die digitale F.A.Z. inkl. F.A.S. kostenfrei sowie umfangreiches begleitendes Unterrichtsmaterial.

Entwicklungspolitisches Engagement mit neuen Formen der Beteiligung

Entwicklungspolitische Vereine und Studierende erarbeiten gemeinsam neue und attraktive Formen des Engagements für junge Mitstreiter*innen und liefern neue Impulse für die Vereinsarbeit. Im Projekt "Engagement 2030" bringt finep diese Akteursgruppen in Kooperation mit drei baden-württembergischen Hochschulen zusammen.

Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien

„Damit es nicht gleich kracht!" – Unterrichtsmaterialien und Wettbewerb zum Thema Frieden und Gerechtigkeit

In diesem von MISEREOR und dem Auer-Schulbuchverlag realisierten Unterrichtsmaterial werden unterschiedliche Aspekte von Frieden und Gerechtigkeit anhand von elf Länderbeispielen aus Afrika, Asien und Lateinamerika näher beleuchtet. Abwechslungsreiche Texte und Arbeitsblätter bieten spannende Einblicke: ob Rohstoffe im Kongo oder der lange Weg zum Frieden in Kolumbien. Das Material eignet sich für den gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht in den Klassen 8-13.

Frieden und Sicherheit 

Das aktuelle Schülermagazin und die Lehrerhandreichung von "Frieden & Sicherheit" ermöglichen Schülerinnen und Schülern sowie ihren Lehrkräften einen kompakten Einblick in die internationale Friedens- und Sicherheitspolitik. Sie vermitteln Orientierungswissen zur Einordnung und Bewertung aktueller Krisen und Konflikte sowie politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und militärischer Instrumente zur internationalen Friedenssicherung. Die Unterrichtsmaterialien "Frieden & Sicherheit" sind vor allem für den Politik-, Sozialkunde- oder Gemeinschaftskundeunterricht in den Klassen 9 und 10 und in der Sekundarstufe II konzipiert.

Beethoven Moves! Mit Musik für solidarisches Zusammenleben

Zum 250. Geburtstag Beethovens können Lehrer*innen mit dieser Handreichung gemeinsam mit ihrer Klasse erfahren, wie Beethovens Musik unser Zusammenleben bewegt. Das Material ist Teil des globalen Kunst- und Bildungsprojekts "Beethoven Moves!", das Don Bosco Mission Bonn gemeinsam mit dem Beethoven Orchester Bonn durchführt und damit ein Zeichen gegen Gewalt und Ausgrenzung setzen möchte.


Kinder und Jugendliche für Frieden und Verständigung: Frieden lernen am Beispiel des Nahostkonflikts

Seit 1999 arbeitet das Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen in Israel & Palästina für den Frieden. Mit diesem Heft lädt forumZFD Lehrkräfte ein, mehr über Friedensarbeit in dieser Region zu lernen. Ganz besonders richtet sich dieses Heft an alle Schulen, die an einem der Friedensläufe zur Unterstützung des forumZFD teilnehmen (in 2020 gibt es andere Aktionsmöglichkeiten, siehe unter Aktionen). Begleitend zu dem sportlichen Einsatz vermittelt das Unterrichtsheft Kindern und Jugendlichen der Jahrgangsstufen 3-6 in vier Unterrichtseinheiten einen Einblick in die Lebenswirklichkeit arabischer und jüdischer Kinder und Jugendlicher aus Jerusalem und Haifa.

Das neue Begleitheft zum Lateinamerika Puzzle von Bildung trifft Entwicklung (BtE)

Im neuen Begleitheft zum beliebten Lateinamerika-Puzzle möchte BtE den unterschiedlichen Perspektiven zu Umwelt- und Klimafragen, Ungleichheit und Unabhängigkeitsverhältnissen mit Hilfe von zahlreichen Zitaten und Bildern Raum geben und für Migrationsbewegungen sowie Friedensinitiativen in und aus Lateinamerika sensibilisieren. Die Übungsanregungen sollen zur Bildungsarbeit mit dem Puzzle inspirieren.

"Gib Frieden!": Vorurteile überwinden – das Fremde kennen lernen – die Gesellschaft gestalten 

In diesem Unterrichtsmaterial zur MISEREOR/BDKJ-Jugendaktion 2020 werden verschiedene Wege aufgegriffen, die den Jugendlichen zeigen, wie sie eine friedliche Gesellschaft gestalten können – ganz ohne Vorurteile und mit einem offenen Blick auf das Fremde.

Materialien der "Sternsinger" zum Thema Frieden

Das Kindermissionswerk 'Die Sternsinger' bietet eine Reihe von Materialien und Medien zum Thema Frieden für den Einsatz in der Kita und den Sekundarstufen an, u.a. den Film "Willi im Libanon" mit Begleitheft oder das KITA-Sonderheft zum Thema "Wir entdecken die Weltreligionen". Alle Materialien sind kostenlos bestell- und downloadbar.

Lernarrangements des EPiZ Reutlingen zum Thema Frieden

Das Entwicklungspädagogische Informationszentrum Reutlingen - EPiZ hält zum Thema Frieden zwei Lernarrangements bereit: so bietet die „Friedenskiste" Informationen, Spiele, Kopiervorlagen und didaktische Anregungen für die Arbeit mit Vorschulkindern. Eine „Friedenstasche" zum SDG 16 richtet sich an Schüler*innen der Sek. I, die an verschiedenen Stationen dazu angeregt werden, sich kreativ, mit Bezug zur eigenen Lebenswelt und unter Einbezug unterschiedlicher Perspektiven mit Aspekten zum Thema „Frieden" auseinanderzusetzen. Zum Schwerpunkt: Multimediales
Jetzt mal ganz friedlich: Zuhören, wie Frieden gemacht wird. Ein Podcast des Zivilen Friedensdienstes

Krieg vom Zaun brechen geht einfach. Aber wie macht man eigentlich Frieden? Jule Koch und Sebastian Niesar sprechen in dieser Podcast-Reihe mit dem Titel "Jetzt mal ganz friedlich" mit Kolleginnen und Kollegen, die das versuchen. Damit geben sie Einblicke in die Lebensrealitäten in Krisenregionen und erzählen Geschichten aus der internationalen Friedensarbeit.

Corona-Blog des Zivilen Friedensdienstes

Die Projektpartner*innen des Zivilen Friedensdienstes haben ihre Friedensarbeit schnell an die neuen Herausforderungen der Pandemie angepasst. Das Online-Portal stellt zahlreiche Beispiele dieser Arbeit aus verschiedenen Ländern des Globalen Südens vor.

Planspiel "Ach und Krach" zum Thema Frieden

Das Planspiel "Ach und Krach" in Stelzenbach thematisiert friedensethische Fragestellungen ausgehend von der Thematik Waffenhandel. Die Themen Waffenhandel sowie Ethik und Verantwortung stehen im Mittelpunkt des im Zentrum für Konfliktforschung in Marburg erarbeiteten Materials. Die hier vorliegende aktualisierte und erweiterte Fassung wurde 2017 von der BDKJ-Bundesstelle erstellt. Das Spiel ist für Jugendliche ab einem Alter von etwa 15 Jahren geeignet.

Bilderset „Menschen im Krieg – Menschen gegen Krieg" – 40 Fotos für den Frieden

Mit dem Bilderset "Menschen im Krieg – Menschen gegen Krieg" hat die Servicestelle Friedensbildung bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) ein neues Lernmedium für den Einsatz im schulischen wie außerschulischen Unterricht entwickelt. Das Bilderset enthält 40 nach friedenspädagogischen Kriterien ausgewählte Fotos, mit denen sich Kinder und Jugendliche niederschwellig konkreten Krisen und Konflikten wie dem Syrienkrieg nähern können. Sie werden angeregt, über Kriegsfolgen nachzudenken und auch über Motivationsgründe für Menschen, sich an Kriegen zu beteiligen. In einer Begleitbroschüre finden sich didaktische Anregungen und Hinweise.

SDG 16 vor Ort umsetzen: ein Interview-Videoclip

Engagierte aus dem Programm "Weltoffen-Solidarisch-Dialogisch (WSD)" haben Menschen in Ostdeutschland befragt, was für sie eine friedliche und inklusive Gesellschaft ist. Herausgekommen ist ein 14-minütiges Video, in dem ganz unterschiedliche Menschen, vom Bürgermeister über geflüchtete Frauen bis hin einem Buchhändler berichten, unter welchen Bedingungen für sie das Nachhaltigkeitsziel SDG 16 vor Ort Realität wird.
Zum Schwerpunkt: Aktionen, Angebote, Fortbildungen

Transformative Friedenspädagogik: Vom Konflikt zum Dialog in Theorie und Praxis

Der Kurs bietet die Möglichkeit, sich mit dem State of the Art der Friedenspädagogik sowohl auf theoretischer als auch praktischer Ebene auseinanderzusetzen und sich fachspezifisches Wissen und Kompetenzen in der Vermittlung verschiedener Inhalte anzueignen. Der Kurs richtet sich an Mitarbeiter*innen von NGOs, Stiftungen, Ministerien und Fördereinrichtungen sowie an interessierte Pädagog*innen, die im praxisnahen Feld im In- und Ausland tätig sind.

Kreativ im Konflikt. Eine theaterpädagogische Fortbildung in gewaltfreier Konfliktbearbeitung

Kreativ im Konflikt ist eine theaterpädagogische Fortbildung in gewaltfreier Konfliktbearbeitung der KURVE Wustrow von Januar bis September 2021. Dieser Grundkurs eröffnet einen spielerischen Zugang zu Konflikten und lässt neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten entstehen. Es kommen sowohl Techniken aus der gewaltfreien Konfliktbearbeitung und Konfliktanalyse als auch Theatermethoden von Augusto Boal zur Anwendung.
Der Kurs findet in Zusammenarbeit mit dem Friedenskreis Halle seit vielen Jahren statt und bietet die Möglichkeit eines professionellen Einstiegs in den Bereich der Konfliktbearbeitung.

Referent*innenvermittlung zum Thema Friedensbildung in Niedersachsen

Expert*innen in ziviler Konfliktbearbeitung stehen bereit, um an niedersächsischen Schulen und in der außerschulischen Bildung über ihre Einsätze in Krisen- und Kriegsgebieten zu berichten und über Grundsätze der zivilen Konfliktbearbeitung sowie deren Chancen und Risiken zu diskutieren. Das Angebot gilt ab Klasse 9 in allen Schulformen. Es handelt sich um ein Projekt der Evangelischen Erwachsenenbildung Niedersachsen in Kooperation mit dem Niedersächsischen Kultusministerium.

Multiplikator*innenWERKSTATT für friedenspolitische Bildungsarbeit 2020

Angeleitet durch eine Theaterpädagogin entwickeln die Teilnehmenden dieses Fortbildungsangebots des Zivilen Friedensdienstes Ideen, Inhalte und Methoden für friedenspolitische Workshops in Schulen. Alle Teilnehmenden qualifizieren sich für die Aufnahme in einen festen Pool an Bildungsreferent*innen, mit denen das forumZFD eine langfristige (freie) Zusammenarbeit plant.

Lernen und Laufen für den Frieden - Spendenaktionen statt Friedensläufe

15.000 Schüler*innen wollten bei den Friedensläufen des forumZFD an den Start gehen. Nach der Absage aufgrund von Covid-19 können einzelne Schüler*innen und ganze Klassen nun in wenigen Schritten eine eigene Spendenaktion starten. Ob Friedenslauf, Rad fahren, Skaten, Postkarten schreiben, eine "Zu-Verschenken-Kiste" vor das Haus stellen – das alles sind kleine "Schritte für den Frieden". Durch begleitende Bildungsangebote verstehen die Schüler*innen, wofür sie sich engagieren.

Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen
Im Schatten der Pandemie: letzte Chance für Europa. Das Friedensgutachten 2020

Die Corona-Pandemie hält die Welt im Jahr 2020 in Atem. Sie verschlingt ungeahnte Ressourcen und hat weitreichende politische Interventionen in das gesellschaftliche Zusammenleben zur Folge. Gerade in fragilen Weltregionen drohen sozioökonomische Verwerfungen und politische Unruhen. Eine globale Pandemie braucht globales Handeln, in der Reichweite und im Design. Der EU kommt dafür besondere Verantwortung zu. Das Friedensgutachten als gemeinsames Gutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute beschreibt internationale Konflikte aus einer friedensstrategischen Perspektive und gibt klare Empfehlungen für die Politik.

Gerechtigkeit schafft Frieden - Friedensdossier von Misereor

Frieden ist für Misereor ein Schwerpunktthema, da Frieden und Entwicklung eng miteinander verbunden sind. Dieser Fokus zeigt sich sowohl in der weltweiten Unterstützung von Partnerorganisationen als auch in der Inlandsarbeit. Auf einer Schwerpunktseite zum Thema sind neben einführenden Informationen und weiterführenden Links auch thematische Publikationen zu finden.

Dossier: Frieden fördern

Wie kann friedliches Verhalten von klein auf gefördert werden? Und wie kann man Kindern die Themen Krieg und Frieden vermitteln? Diese und andere Fragen greift das Themendossier "Frieden fördern" des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger' e.V. auf. Beiträge von Fachleuten, Projektpartnern, Kindern und Jugendlichen beschreiben, was Frieden gefährdet und zeigen Wege für ein friedlicheres Miteinander auf.

Rundbrief Bildungsauftrag Nord-Süd zum SDG 16

Die letzte Ausgabe des Rundbriefs  Bildungsauftrag Nord-Süd (Ausgabe 103 Juni 2020) widmete sich Ziel 16 der Agenda 2030: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.
Der Leitartikel wurde von Dr. Frauke Bachler, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit e. V. verfasst.
Die 8-seitige Print-Publikation kann kostenlos bestellt werden und steht auch zum Download bereit.

Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik "Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.

Wo und wie ist Bäume pflanzen für den Klimaschutz sinnvoll? Positionspapier von OroVerde

Baumpflanzaktionen sind spätestens seit den Amazonas-Bränden im letzten Jahr in Mode. Doch nicht jede Fläche eignet sich für die Wiederaufforstung. In einem neuen Positionspapier zeigt OroVerde - Die Tropenwaldstiftung auf, wie ein nachhaltiger und durchdachter Waldwiederaufbau zum Erreichen von Klimaschutzzielen beiträgt. Die Tropenwaldstiftung gibt außerdem Tipps, welche Fehler Spender*innen und Unternehmen unbedingt vermeiden sollten, wenn sie erfolgreich Bäume in den Tropen pflanzen möchten.

Neue Bildungsmaterialien zu den SDGs von Plan

Plan International stellt Unterrichtsmaterial mit Aufgabenstellungen rund um sieben der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung kostenlos zur Verfügung. Die Materialien stehen unter der Leitfrage "Was hat das mit mir zu tun?" und stellen den Zusammenhang zwischen den Globalen Zielen und der eigenen Lebenswelt her. Sie sind als Open Educational Resources (OER) angelegt und können somit leicht an die jeweiligen Gegebenheiten in der Klasse angepasst werden.

Wimmelbild „Ernährung – von SuperKonsum bis Saatgutfestival"

Das Wimmelbild "Ernährung – von SuperKonsum bis Saatgutfestival" gibt Einblicke in das Ernährungssystem, zeigt Probleme auf, aber auch positive Ansätze. Es veranschaulicht die Komplexität und die Zusammenhänge in Bezug auf unsere Lebensmittelproduktion und Ernährung und kann als niedrigschwelliges Material in der Jugendbildungsarbeit, an Schulen oder in verschiedenen Gruppen, Seminaren und Initiativen eingesetzt werden.

Online-Seminar-Reihe: Nachhaltige Elektronik – Politische Lösungsansätze zu Rohstoffen und Menschenrechten

Mobiltelefone, Fernseher, Laptops, Drucker – Elektronikgeräte gehören zu unseren alltäglichen Begleitern. Für den Abbau der in ihnen enthaltenen Rohstoffe werden immer wieder Menschenrechte verletzt. Welche Auswirkungen hat der Abbau der Rohstoffe im Globalen Süden? Welche Weichen müssten gestellt werden, damit Geräte langlebiger und besser reparierbar werden und das fachgerechte Recycling wertvoller Rohstoffe gestärkt wird? Wie können wir in der Bildungsarbeit für Ressourcengerechtigkeit und den Schutz der Menschenrechte sensibilisieren?
In einer Online-Seminar-Reihe des Netzwerks der Handy-aktionen vom 6.-12. Oktober 2020 wird diesen Fragen nachgegangen.

Vorhang auf – Bildungsarbeit in Aktion! Weltläden bieten innovative Bildungsarbeit an

Weltläden bieten innovative Bildungsarbeit an. Aber was heißt das eigentlich konkret? Ab jetzt gibt es auf der Webseite des Weltladen-Dachverbandes regelmäßig neue inspirierende Beispiele aus der Bildungsarbeit der Weltläden zu wichtigen Themen wie Plastikfrei, Klimawandel sowie Umwelt- und Naturschutz. Hier teilen Weltläden ihre kreativen Materialien und Bildungskonzepte von ökologischen Fußabdrücken über die Station Plastik bis zu dem Konzept „Wo kommt der Honig her" und vieles mehr. In den nächsten Monaten werden mehr spannende Ideen aus der Bildungspraxis der Weltläden folgen – zum Beispiel zum Thema "Gutes Leben für Alle".

Neues vom Blog EineWeltBlaBla.de

Im Urlaubsmonat Juli ging es im Blog u.a. um den Umgang mit Fernweh in Pandemiezeiten - ihr meint: lieber ein Spielchen spielen? Aber wie steht es eigentlich um Diversität in unserer Spielewelt?

Letzten Monat wurde es bei uns dann politisch.
Wir beschäftigten uns mit dem Lieferkettengesetz und stellten euch das F.A.Z.-Schulprojekt zur amerikanischen Präsidentschaftswahl vor. Aber nicht nur die politische Partizipation von jungen Menschen beschäftigte uns in den Blogbeiträgen.
Passend zum Tag der Indigenen Völker am 9. August befassten wir uns mit indigenen und nationalen Minderheiten in Europa. Im unserem Blogbeitrag erfahrt ihr, wie viele indigene Minderheiten in Europa existieren und wie diese überhaupt definiert werden.

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Hier gelangen Sie zu einer Zusammenstellung aktueller Bildungsmaterialien.

Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Frieden

Die Datenbank Eine Welt Medien hat eine Liste mit ausgewählten Filmempfehlungen im Themenfeld Frieden / Krieg, Gerechtigkeit und starke Institutionen zusammengestellt, jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen.
Veranstaltungen
Nachhaltigkeit im Unterricht am Beispiel Fairer Sportbälle
07.09.2020 online Fit für Bildung - Workshop zum Globalen Lernen
07.09.2020 in Kiel Intersektionalität und Diversität : ein machtkritischer Ansatz
08.09.2020 online Zukunfsfähige Ernährung - Materialien und Methoden für den Unterricht und Schulalltag
09.09.2020 online Vortrag: Transformative Bildung: Eine Einführung für entwicklungspolitisch Aktive
10.09.2020 online Digitalisierung — Chancen für die sozial-ökologische Transformation
10.09.2020 online und in Aachen Fairtrade-Schüler*innenakademie
10.09.2020 online Werkstatt-Treffen: Friedensbildung in der KiTa
15.09.2020 in Trier Fortbildung: „Transformation und Konflikt"
18.09.2020 in Frankfurt am Main Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit
18.09.2020 europaweit Tagung: Wie kann die Zivilgesellschaft helfen, den Frieden zu sichern?
18.09.2020 - 19.09.2020 in Bad Boll Ein neues Klima für den Frieden - Klimawandel bekämpfen. Gewalt verhindern.
21.09.2020 in Bonn Buen Vivir: Was heißt Gutes Leben? - Materialien und Methoden für den Unterricht und Schulalltag
24.09.2020 online Offene und freie Bildungsmaterialien (OER) für den Unterricht selbst erstellen. Themenschwerpunkt: Globales Lernen
25.09.2020 online Tagung: Von Fast zu Fair: Wie kann eine gerechtere Modewelt gelingen?
26.09.2020 online Political Art Days – Fokus: „Wald"
01.10.2020 - 03.10.2020 in Dresden We shall overcome!" - Gewaltfrei aktiv für die Vision einer Welt ohne Gewalt und Unrecht. Drei biographische Zugänge
17.10.2020 in Gammertingen Transformative Friedenspädagogik: Vom Konflikt zum Dialog in Theorie und Praxis
21.10.2020 - 23.10.2020 online Vorschau Ausgabe Oktober 2020: 
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Ende September 2020 zum Thema

Flucht / Migration und nachhaltige Entwicklung

Zusendungen sind bis zum 18. September 2020 willkommen.
EWIK-Umfrage: Bitte bewerten Sie uns! Ihre Meinung ist gefragt:
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Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

Wir möchten daher gerne wissen: Werden wir unserem Anspruch gerecht, einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu allen relevanten Informations- und Bildungsangeboten zum Globalen Lernen zu bieten?

Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  Ausgabe Juni 2020

SDG Nr. 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen


Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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Goebenstraße 35
65195 Wiesbaden    
                      
Telefon: +49 (0)611-9446170
Fax: +49 (0)611-446489
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Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)

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BMZ und Continental machen Kautschuklieferkette erstmals digital rückverfolgbar

SID Blog - 2. September 2020 - 11:52
Hannover / Berlin, 27.08. 2020 - Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und das Technologieunternehmen Continental machen erstmals eine Kautschuklieferkette lückenlos elektronisch rückverfolgbar – vom Anbau in Indonesien über die Weiterverarbeitung bis zur Reifenproduktion.

 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Wir brauchen ein Umdenken in der globalen Wirtschaft, um Mensch und Natur besser zu schützen. Ich freue mich, dass Vorreiter wie Continental zeigen: im digitalen Zeitalter können soziale und ökologische Mindestkriterien entlang der Lieferkette kontrolliert werden. Durch nachhaltige Anbaumethoden und ein digitales Rückverfolgungssystem tragen wir dazu bei, die Zerstörung der Natur zu stoppen und die Einkommen der Kleinbauern vor Ort zu verbessern."

 

Christian Kötz, Leiter des Geschäftsfeldes Reifen und Mitglied des Vorstands der Continental AG, betont: „Die Schaffung nachhaltiger und rückverfolgbarer Lieferketten ist ein wesentlicher Bestandteil unserer umfassenden Sustainability-Strategie bei Continental. Im Rahmen des mit dem BMZ erfolgreich etablierten Pilotprojekts in Indonesien gelingt es uns erstmals, eine Kautschuklieferkette vom Anbau über die Weiterverarbeitung bis in unser Reifenwerk in Deutschland lückenlos nachzuverfolgen. Damit sorgen wir gemeinsam für mehr Transparenz und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Existenzsicherung der am Projekt beteiligten Kleinbauern.

Unser Ziel ist, die elektronische Rückverfolgbarkeit innerhalb unserer Naturkautschuklieferketten sukzessive auszubauen und damit zur globalen Verbesserung der Nachhaltigkeit im Naturkautschuksektor beizutragen."

 

Continental kooperiert mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit konkret im indonesischen West-Kalimantan auf Borneo. Der Distrikt Kapuas Hulu hat zwei Nationalparks mit ausgedehnten Naturwäldern, ausgezeichnet als UNESCO-Biosphärenreservat. Die Projektpartner dokumentieren alle Schritte in der Lieferkette mit einem digitalen Rückverfolgungssystem. Die bislang 450 beteiligten Kleinbauern erzielen deutlich höhere Verkaufspreise als üblich für den von ihnen produzierten qualitativ hochwertigeren Naturkautschuk. Das liegt daran, dass sie in nachhaltiger Anbaupraxis und besserer Technik geschult werden, etwa wie die Bäume angeschnitten werden müssen, um möglichst viel Kautschuk zu gewinnen. Die Kleinbauern erhöhen so deutlich ihre Flächenerträge und können die Bäume länger nutzen.

 

Anhand des digitalen Rückverfolgungssystems können die Produktion und die Lieferkette des Kautschuks detailliert ausgewertet werden. Die per GPS kartografierten Produktionsflächen, Rohkautschuk-Liefermengen und erzielten Verkaufspreise werden im System direkt bei Anlieferung im Warenhaus dokumentiert. Zudem kontrolliert das System die gelieferte Rohkautschukmenge in Bezug zur Produktionsfläche. Übersteigt die angelieferte Menge das zu erwartende Produktionsvolumen, gibt das System einen Hinweis. Mitarbeiter können so verhindern, dass Kautschuk aus nicht-registrierten Flächen, etwa illegal abgeholzten Gebieten, in die Lieferkette gelangt.

 

Sowohl das BMZ als auch Continental sind Mitglieder der im März 2019 gegründeten Global Platform for Sustainable Natural Rubber (GPSNR), einem Zusammenschluss der wichtigsten Akteure des Naturkautschuksektors aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern arbeiten sie an der globalen Verbesserung der Nachhaltigkeit im Naturkautschuksektor.



News from SDSN Germany

DIE Blog - 28. August 2020 - 14:08
Panel Discussion on sustainability policies and the COVID-19 pandemic

©SDSN Germany

SDSN Germany organised together with United Nations Association of Germany (DGVN) a panel discussion on sustainability policies in Europe and the COVID-19 pandemic.

The 2019 European Sustainable Development Report by SDSN & IEEP had been presented at this occasion followed by a discussion on  how the recovery after the COVID-19 pandemic can also become a chance for the transformation towards a more sustainable and just future.

Carolin Mulack (DGVN) and Janina Sturm (SDSN Germany) welcomed over 70 participants. Finn Woelm (SDSN) presented the ESDR2019 and Elise Zerrath facilitated the following panel discussion with Sophia Bachmann (Youth Delegate for Sustainable Development), Christine Hackenesch (German Development Institute), Axel Schäfer (Member of the German Parliament) und Finn Woelm (SDSN).

The conference report can be found here: (in German only)

The ESDR 2019 can be found here.

Der Beitrag News from SDSN Germany erschien zuerst auf International Development Blog.

Neues von SDSN Germany

DIE Blog - 28. August 2020 - 13:55

©SDSN Germany

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) veranstaltete SDSN Germany am 7. Juli 2020 eine Online-Paneldiskussion zu Nachhaltigkeitspolitik in Europa und der COVID-19-Pandemie.

Ziel war es, den „2019 Europe Sustainable Development Report“ von SDSN und IEEP (Institute for European Environmental Policy) in Deutschland vorzustellen und mit den Expert*innen die Frage zu diskutieren, wie der Wiederaufbau nach der COVID-19-Pandemie als Chance für die Transformation in Richtung einer nachhaltigen und gerechteren Zukunft gelingen könne.

Nach der Begrüßung durch Carolin Mulack (DGVN) und Janina Sturm (SDSN Germany) stellte  Finn Woelm (SDSN) den ESDR2019 vor. An der von Elise Zerrath (UN ECE) moderierten Paneldiskussion wirkten Sophia Bachmann (Jugenddelegierte für nachhaltige Entwicklung), Christine Hackenesch (Deutsches Institut für Entwicklungspolitik), Axel Schäfer (MdB, Mitglied des EU-Ausschusses & im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung) und Finn Woelm (SDSN) mit.

Die deutsche Fassung des ESDR2019.

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Innovations for Sustainability in a Post-Pandemic Future – 3rd TWI2050 Report

DIE Blog - 28. August 2020 - 12:25

The impacts of the Covid-19 pandemic affect all areas of our globally connected life. The pandemic reveals that current lifestyles are not resistant to crises. At the same time, the crisis highlights the need to intensify efforts to soon achieve a transformation to sustainability. In the latest report by The World in 2050 (TWI2050) initiative, Julia Leininger (Head of DIE Programme ‘Transformation of political (dis-)order’) as one of the lead authors as well as Anita Breuer, Ariel Hernandez and Christopher Wingens contributed to the assessment of potential positive benefits of innovation for a more sustainable and resilient future. In addition, the report discussed the negative impacts and challenges of the pandemic. A particular focus is placed on inclusive institutions, social cohesion and evidence-based policy-making. In this sense Julia Leininger emphasises a “prioritisation and renewal of the science-policy-society interface for evidence-based transformations built on a culture of trust, academic freedom, communication of accurate information, and a reinvigoration of global science organisations, highlighting that transnational crises require global context-sensitive responses.“

More on this topic: TWI2050 webpage; in  DIE’s projects „Sustainable Development Pathways Achieving Human Well-being while Safeguarding the Climate and Planet Earth (SHAPE)“ and „Implementing the 2030 Agenda: Integrating Growth, Environment, Equality and Governance“.

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