Sie sind hier

SID Mitglieder Update

EWIK Newsletter Oktober: 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG)

SID Blog - 9. Oktober 2021 - 1:25

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe Oktober 2021: 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG)

Liebe Leserinnen und Leser,

die neuen Nachhaltigkeitsziele verbreiteten 2015 Aufbruchsstimmung. Sie stellten den Menschen und dessen gutes Leben in den Mittelpunkt aller Entwicklung - überall. Umweltschutz wird in vielen der 17 Ziele direkt oder indirekt angesprochen. Wie schön! Denn wir stellen immer deutlicher fest, wie abhängig und gefährdet unser Leben vom Weltklima und den planetaren Ressourcen ist.

Die SDGs tragen leider auch einen Widerspruch in sich, der sich aus dem konsensorientierten Vorgehen bei der Zielsetzung erklärt. Wirtschaftliches Wachstum und menschenwürdige Arbeit für alle (Ziel 8) konterkarieren die Bemühungen um Klima, Naturschutz und Artenreichtum (Ziele 13, 14 und 15). Denn die „heutige dominante Wirtschaftstheorie ist nicht geeignet, die ökologische Krise zu beheben", wie die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen ausführt.

Die Formel „Wohlstand = Konsum = Glück" hat also keine Zukunft mehr. Sozial- und Wirtschaftspolitik brauchen einen neuen Horizont. Wir als Bürger*innen brauchen andere Visionen für unser Leben.

Im gerade zu Ende gegangenen Wahlkampf waren solche Visionen kaum zu sehen. Stattdessen wurde Klimaschutz gegen die Angst vor einer schwachen Wirtschaft und den Verlust von Privilegien ausgespielt, obwohl so viele Organisationen hart gekämpft haben, um die Bundestagswahl zur Klimawahl zu machen.

Der non-formale Bildungssektor darf sich auf die Fahne schreiben, dazu beigetragen zu haben, dass das Problem in der Gesellschaft angekommen ist. Aber die Hoffnung, Menschen müssten nur um das Problem wissen um ihr Verhalten zu ändern, hat sich nicht erfüllt.

Die politische und entwicklungspolitische Bildungsarbeit muss sich offenbar weiter verändern, stärker auf Visionen setzen und die Angst vor dem großen Wandel nehmen, um die in den SDGs formulierten Chancen greifbar zu machen.

Volkshochschulen sind dafür mit ihren vielfältigen Zielgruppen und deren Bildungsabsichten für eine solche Bildungsarbeit gut geeignet. 900 VHS in Deutschland erreichen Menschen in fast allen Lebensbereichen. Globales Lernen und BNE sind bereits Teil vieler vhs-Programme. Der Blick auf die Welt mit ihren politischen, ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Verflechtungen ist da. Verbunden mit guten Erfahrungen damit, das eigene Leben nachhaltig und solidarisch auszurichten, kann das die Angst vor Veränderung und Verlust in Freude und Optimismus umwandeln und die Transformation der Gesellschaft unterstützen.

Der Deutsche Volkshochschulverband mit DVV International, dem Institut für internationale Zusammenarbeit, wie auch die vhs-Landesverbände wenden viel Mühe auf, um Globales Lernen und BNE an der vhs zu intensivieren. Es wird als Querschnittsthema in allen Lernbereichen verankert. Das möchten wir beitragen.

Lassen Sie uns nicht nachlassen in unserem gemeinsamen Bemühen, mit Bildung die Welt umzugestalten. Lassen Sie uns Visionen erhalten und neu erschaffen.

Dieser Newsletter bietet eine Auswahl an neuen Unterrichtsmaterialien, Spielen, Aktionen, Fortbildungen und Hintergrundinformationen u.v.m. zum Thema SDGs sowie schwerpunktunabhängige aktuelle Meldungen und Veranstaltungshinweise.

Benedict Steilmann
Referent Globales Lernen in der vhs
 
EWIK-Kooperationspartner Aktuelles
Neuer Durchgang: Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele – Lernsnacks für Lehrkräfte"

Nach erfolgreicher Durchführung der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele – Lernsnacks für Lehrkräfte" im Frühjahr dieses Jahres und der großen Nachfrage wird es ab dem 2. November 2021 einen zweiten Durchgang geben. Veranstaltet wird die Reihe von einem Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, die sich in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und für das Globale Lernen engagieren. Sie richtet sich an Lehrer*innen aller Schulformen und Jahrgangsstufen und weitere Interessierte. Fünf Wochen lang werden jeweils dienstags und donnerstags zwei Lernsnacks à 60 Minuten zu verschiedenen Nachhaltigkeitszielen angeboten.
  Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik

Extreme Armut vollkommen beseitigen? Sauberes Wasser für alle? Ein gesundes Leben für alle Menschen weltweit und ausnahmslos? „Der Countdown läuft: Es ist Zeit für Action!" – auch in Ihrem Klassenzimmer. Mit dem Thema der zehnten Runde ruft der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen, Schulformen und -fächer auf, nachhaltige und innovative Projekte für die EINE WELT zu entwickeln und gemeinsam umzusetzen. Es warten attraktive Preise im Gesamtwert von über 50.000 Euro.
Weltklasse!-Material der Globalen Bildungskampagne

Die Globale Bildungskampagne (GBK) hat neues Weltklasse!-Material für Schülerinnen und Schüler veröffentlicht. Es ist dem Recht auf Bildung gewidmet und stellt Möglichkeiten vor, für eine weltweite Förderung von Bildung aktiv zu werden. Die GBK ist ein Zusammenschluss deutscher und internationaler NRO, die sich für das Ziel 4 „Hochwertige Bildung" der Agenda 2030 einsetzen. Das Material besteht aus sechs Modulen, die sich im Kontext des Globalen Lernens damit auseinandersetzen, wie das Recht auf Bildung im Globalen Süden umgesetzt wird.
 

Aktionswoche „Geschmacklose Zutaten"

Ausbeutung, Landraub, Umweltzerstörung: Das alles sind „geschmacklose Zutaten", die häufig den Weg in unsere Supermarkt-Produkte finden. Industrie und Handel tun freiwillig zu wenig, um globale Lieferketten im Lebensmittelbereich fair zu gestalten. Die internationale Kampagne „Our Food. Our Future.", an der die Christliche Initiative Romero (CIR) beteiligt ist, ruft vom 9.-16. Oktober zur Aktionswoche „Geschmacklose Zutaten" auf. Neben Straßenaktionen und Veranstaltungen wird es einen Protestmail-Aufruf für ein starkes europäisches Lieferkettengesetz geben.

Transformatives Lernen durch Engagement

Das Handbuch für Kooperationsprojekte des Umweltbundesamtes ist ein Ergebnis des Forschungsprojektes „Transformatives Lernen durch Engagement – Soziale Innovationen als Impulsgeber für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung". Es liefert theoretisches Hintergrundwissen, praktische Empfehlungen, Methoden und Materialien zur Durchführung solcher Lernwerkstätten im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung.

 

Fairtrade-Dokuserie Farmers – Gemeinsam gegen die Krise

Wie stark sind wir als Gesellschaft, als Einzelne, wenn eine Krise die ganze Welt erschüttert? Egal wer du bist oder wo du lebst, die Pandemie wird dein Leben verändert haben. Das gilt auch für diejenigen, die täglich die Welt mit Lebensmitteln versorgen: Farmer. Die Schicksale der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bleiben in der Krise oft unerwähnt. Bei dieser Fairtrade-Dokuserie lernen die Schülerinnen und Schüler drei besondere Farmer kennen: Ponisih, Caroline und Roberto. Sie erfahren, welche Hoffnungen, Ängste und Herausforderungen sie antreibt, wie sie nicht klein beigeben und sich stark machen für eine faire Zukunft.

Das 1x1 digitaler Veranstaltungen im Globalen Lernen - nun als Online-Handreichung verfügbar!

Die letzten Monate waren geprägt von Online-Veranstaltungen. Doch es zeigte sich auch: Diese interaktiv und innovativ zu gestalten und die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden halten zu können, ist herausfordernd. Umso wichtiger ist ein guter Werkzeugkasten, der die bunte Vielfalt an Methoden und Tools im online Bereich aufzeigt. Eine Vielzahl von Ideen stellt DVV International nun in seiner Handreichung „Digitale Veranstaltungen im Globalen Lernen konzipieren" vor.
 Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien


#FUTURENOW Karten zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung

Gemeinsam mit dem Goethe-Institut Irland hat BildungsCent e.V. dieses Kartenset zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen entwickelt. Zu jedem Ziel gibt es passende Vorschläge für kleinere und größere Projektideen, die zu Hause und in der Schule, analog und digital durchgeführt werden können. Das Material gibt es in deutscher und englischer Sprache und ist ab 14 Jahren geeignet.


Global Stories – Geschichten nachhaltigen Handelns


Mit der Plattform „Global Stories – Geschichten nachhaltigen Handelns" möchte das Globale Klassenzimmer im Eine Welt Forum Aachen nicht Probleme, sondern Lösungsansätze in den Vordergrund stellen, um globale Zusammenhänge zu verdeutlichen. Auf www.global-stories.de werden Geschichten von Menschen und Initiativen aus verschiedenen Kontinenten vorgestellt, die sich erfolgreich in ihrem Handlungsfeld für einen nachhaltigen Wandel einsetzen, authentisch, partizipativ, mitreißend. Die Geschichten bieten Anknüpfungspunkte für zahlreiche Themen des Globalen Lernens und eignen sich besonders für die Arbeit mit Schulklassen und Jugendgruppen.
  Der Countdown läuft: Es ist Zeit für Action! Unterrichtsmaterialien zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik 2021/2022
für die Klassen 1-6 und für die Klassen 7-13

Was genau sind eigentlich die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) – und wie kann ich diese im Unterricht behandeln? Die begleitenden Unterrichtsmaterialien zur zehnten Runde des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik führen in diese Thematik ein und vertiefen sie anhand ausgewählter Ziele: In den Lerneinheiten für die Klassen 1-6 geht es um die Ziele Frieden (SDG 16), menschenwürdige Arbeit (SDG 8) und Bildung (SDG 4) und ihren Bezug zu den Kinderrechten.
Die Materialien für die Klassen 7-13 nehmen die Ziele Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3), Innovation und Infrastruktur (SDG 9), Leben an Land (SDG 15) und Frieden (SDG 16) näher unter die Lupe. Diese Auswahl steht zugleich für die unterschiedlichen Dimensionen von Nachhaltigkeit – Soziales, Ökonomie, Ökologie und Politik. Ergänzende Arbeitsblätter und Materialhinweise für beide Altersgruppen sind online verfügbar. SDG-Material zur Ausleihe und zur Bestellung im EPiZ Reutlingen

Im EPiZ Reutlingen können verschiedene haptische SDG-Materialien für Bildungsveranstaltungen und Aktionen mit Jugendlichen und Erwachsenen in der Bibliothek entliehen sowie bestellt werden, etwa ein SDG-Kartenset, SDG-Bodenfliesen, SDG-Spielwürfel aus Holz sowie
verschiedene didaktische SDG-Poster. Auf den didaktischen Postern "Welt gerecht gestalten lernen" in blauer oder weißer Farbe finden Sie eine Übersicht der 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele und ihrer wichtigsten Inhalte.
  Kleine Schritte auf einem langen Weg – Fairer Handel und SDGs

Das Unterrichtsmaterial von TransFair e.V. beschäftigt sich mit den Hintergründen und der Umsetzung des Konzepts des Fairen Handels und zeigt, wie Fairer Handel und die SDGs miteinander verbunden sind. Das Material gibt außerdem Inspirationen und Handlungsoptionen, um selbst oder in der Gruppe aktiv zu werden.
Alles gleich? Gender und Gleichberechtigung im Unterricht

Gender und Geschlechterrollen im Unterricht: Dieses neue Unterrichtsmaterial von Plan International e.V. bietet einen Einstieg in die Themen Gender, Geschlechterrollen und Gleichberechtigung (SDG 5). Neben Hintergrundinformationen und Fallbeispielen aus drei Kontinenten beinhaltet es sieben ausführlich beschriebene Übungen für den Unterricht in Klassen ab Stufe 7.
  Knack die Nuss – Bildungsmaterial für die Grundschule

In den „Knack die Nuss"-Bildungsmaterialien von kikuna finden pädagogische Fachkräfte eine Vielfalt an Anregungen für Globales Lernen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Die Materialien regen zu einem weltbewussten und nachhaltigen Konsum an. Das bedeutet, dass sich alle damit auseinandersetzen, woher die Dinge und Lebensmittel kommen, die man tagtäglich verwendet. Gemeinsam wird erkundet, wie sie produziert werden und wie die Menschen leben, die sie produzieren. Es wird überlegt, welche Auswirkungen die Produktion und der Handel auf Mensch und Natur haben. Mit einem verantwortungsvollen, nachhaltigen Konsum leisten alle einen wichtigen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten.
Neue Materialien zu Gesundheit von GEMEINSAM FÜR AFRIKA für Grundschule und Sekundarstufe

In afrikanischen Ländern ist die medizinische Versorgung für viele Menschen schwer zugänglich, doch kluge Köpfe entwickelten einzigartige medizinische Innovationen, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Die flexiblen Unterrichtsmaterialien von GEMEINSAM FÜR AFRIKA umfassen differenzierte Hintergrundinformationen, Arbeitsblätter für den praktischen Unterricht, ein Role Model, das Handlungsoptionen für Schülerinnen und Schüler aufzeigt und ein Projektbeispiel aus Afrika. Mit wenig Vorbereitungszeit können Lehrkräfte einführende Unterrichtseinheiten zu den jeweiligen Themen gestalten.
 Zum Schwerpunkt: Multimediales


Make The World a Better Place – Fairtrade und die globalen Nachhaltigkeitsziele

Die Weltgemeinschaft hat sich im Jahr 2015 auf 17 globale Nachhaltigkeitsziele geeinigt, um die Welt gerechter und nachhaltiger zu gestalten. Doch wie geht es benachteiligten Menschen im Globalen Süden fünf Jahre später? Welche Herausforderungen haben sie? Haben sie Hoffnung in die Zukunft? In dem Video „Make The World a Better Place" von Fairtrade Deutschland sprechen die Menschen, die direkt erleben, wie nah unsere Welt gerade an einem unumkehrbaren Punkt steht. Menschen, die Initiative ergreifen und etwas verändern, damit wir gemeinsam das Steuer rumreißen und die Welt fair neugestalten.

SDG-Spiele von RENN.West

RENN.West hat drei Spiele zu den 17 Nachhaltigkeitszielen erstellt: SDG-Domino, SDG-Glücksrad und das SDG-Tool Wirkel. Die Spiele eignen sich für Gruppen und Einzelpersonen. Sie animieren zum Nachdenken und Diskutieren und fördern so den Austausch zu den Nachhaltigkeitszielen.
 

Mit digitalen Formaten neue ‚Erprobungsräume' zu den SDGs für Jugendliche lokal und weltweit ermöglichen

Seit mehreren Jahren beschäftigt sich der Verein Peer-Leader-International e.V. mit den SDGs und lehnt jedes seiner Projekte an mindestens eines der 17 Ziele an. Während der Corona Pandemie wurden dazu neue digitale Formate entwickelt, womit insbesondere breitere Zielgruppen angesprochen werden konnten. So sind digitale Workshops und Factsheets zu den einzelnen SDGs entstanden, die junge Menschen zum kritischen Reflektieren und Handeln anregen.

Neu aufgelegt: Kartensets zum Fairen Handel

Der Faire Handel ist nicht immer einfach zu erklären, u. a. auch wegen seiner Vielzahl von Organisationen, Firmen, nationalen und internationalen Netzwerken, deren Aufgaben sich teilweise deutlich voneinander unterscheiden, teilweise aber auch überschneiden. Der Weltladen-Dachverband hat seine beliebten Kartensets zum Fairen Handel nun überarbeitet: Insgesamt drei Karten-Sets stehen zur Verfügung, die sich für Fortbildungen in der Gruppe, Arbeit mit Schulklassen, Gesprächen am Aktionsstand und vieles mehr anbieten.
 

Sauberes Wasser und Sanitärversorgung für alle! – Rapper Graf Fidi, Jugendliche und die CBM fordern das in einem Musikvideo

Menschen mit Behinderungen gehören zu der Personengruppe, die oftmals vergessen werden. So wird beispielsweise der Zugang zu sauberem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene für sie besonders erschwert. Dieser soll laut dem SDG 6 jedoch für alle Menschen bestehen. Von dem Menschrecht auf Wasser handelt auch der Song, den das CBM-Bildungsteam in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Amandus-Abendroth-Gymnasiums Cuxhaven und Rapper Graf Fidi produziert hat.

Projekt „EinBlick" von EPiZ: 17 Stimmen über die Chancen und Grenzen einer Pandemie

Noch immer ist unser Alltag vielfach geprägt von Kontaktbeschränkungen und häuslichem Rückzug. Dadurch verliert man schnell aus dem Blick, was andere Menschen in anderen Orten der Welt in der andauernden Krise durchmachen. Dem will das Videoprojekt „EinBlick" vom EPiZ entgegensteuern. In 17 Interviews stellen BtE-Referentinnen und -referenten Menschen aus dem Globalen Süden Fragen zu Auswirkungen der Krise auf ihren Alltag. Persönliche Einblicke wie auch allgemeine Erzählungen zeigen, welche Chancen und Grenzen die Corona-Krise birgt.

 Zum Schwerpunkt: Aktionen, Kampagnen, Angebote


Globale Themen in den Unterricht bringen – aktuelle Seminarangebote des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik

An Lehrkräfte, die mehr darüber erfahren möchten, wie sie die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in ihren Schulunterricht und -alltag integrieren und ihre Schülerinnen und Schüler für Themen globaler Entwicklung begeistern können, richtet sich das aktuelle Seminarangebot des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik. Es greift genau diese Inhalte auf und bietet im Herbst 2021 unterschiedliche Veranstaltungsformate für Lehrkräfte der Grundschule und Sekundarstufe an.

Neues Aktionsmaterial „Agenda 2030 und SDGs"

Das neue Aktionsmaterial „Agenda 2030 und SDGs" des EPiZ Reutlingen ermöglicht eine spielerische Einführung in die SDGs und Agenda 2030 für Aktionen und Fortbildungen von schulischen und außerschulischen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Das Aktionsmaterial enthält verschiedene haptische Materialien, etwa didaktische Poster (A1), Spiele (SDG-Memory, Kartenspiel), ein SDG-Kartenset (A5), SDG-Spielwürfel, dazu didaktische Anregungen sowie weiterführende Informationen.


Africa Today – ein Schul-Event über Afrika

Das Schul-Event Africa Today ist eine kostenfreie, großformatige Bildungsveranstaltung für bis zu 125 Schülerinnen und Schüler und eignet sich ideal für Projekttage und die Zusammenarbeit von mehreren Klassen oder Gruppen. Die Referentinnen und Referenten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA kommen dafür an die Schule und leiten die Lernenden mit Unterstützung der jeweiligen Lehrkräfte durch 180 Minuten. Den Schülerinnen und Schülern soll durch Africa Today ein realistisches und differenziertes Bild des afrikanischen Kontinents in der heutigen Zeit vermittelt werden. Dazu stellen die Referentinnen und Referenten fünf gesellschaftliche Bereiche des afrikanischen Kontinents vor. Darunter: Menschen, Mode, Innovationen, Stadt und Infrastruktur sowie Umwelt.

Vielfalt im Kunstunterricht

Im Projekt „Faszination Vielfalt" werden neue Räume für Bildung für Nachhaltige Entwicklung erschlossen. Schülerinnen und Schüler an zwei Bonner Schulen konnten nach fachlicher Einführung in das Thema Biodiversität im Kunstunterricht der Frage nachspüren: „Was bedeutet Biodiversität für euch? Die entstandenen Plakate geben erhellende Einblicke in die Gedanken und Ängste junger Menschen. Biodiversität begeistert sie und ihren Verlust empfinden sie als katastrophal. Die 21 farbenfrohen und zugleich auch mahnenden Werke sind noch bis zum Herbst im öffentlichen Raum in Bonn ausgestellt.
 

Schülerinnen und Schüler werden changemaker an ihrer Schule

Das changemaker-Projekt von CARE geht in eine neue Runde. Das Projekt richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse aller Schulformen in ganz Deutschland. Im Sinne einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) unterstützt changemaker Schulen dabei, entwicklungspolitische und globale Themen in Form von Globalem Lernen aktiv in den Schulalltag zu integrieren. Dabei stehen Ideen und Engagement der Schülerinnen und Schüler im Fokus. Mit dem changemaker Projekt leistet CARE einen Beitrag zur Agenda 2030 und den 17 Nachhaltigkeitszielen für eine nachhaltige Entwicklung weltweit.

E-Learning Kurs: Die SDGs und Nachhaltige Entwicklung

Was bedeutet nachhaltige Entwicklung? Was sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN – Sustainable Development Goals (SDGs)? Die AWO-Kampagne „Wir arbeiten dran" hat zum Ziel, die Gemeinsamkeiten der Agenda 2030 mit den eigenen Grundsätzen herauszuarbeiten und aufzuzeigen, was nachhaltige Entwicklung für den Verband in der Praxis bedeutet. In einem E-Learning-Modul wird zunächst Grundwissen zum Thema „Nachhaltige Entwicklung" vermittelt.


KITA Weltbewusst 2030

Mit dem Projekt „KITA.weltbewusst.2030" will das EPiZ Reutlingen Globales Lernen (GL) und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Bereich der frühkindlichen Bildung in Baden-Württemberg in vier ausgewählten Regionen sowie auf Landesebene stärker verankern und sichtbar machen. Akteure in der frühkindlichen Bildung sollen ein umfassendes Verständnis von Themen und Methoden einer global gerechten, zukunftsfähigen Weltgestaltung im Sinne der Agenda 2030 und eines Whole Institution Approach bekommen.

Kampagne „Ziele brauchen Taten – Sport im Westen"

Gemeinsam mehr erreichen – das gilt nicht nur im Sport, sondern auch beim Thema Nachhaltige Entwicklung. Mit der Kampagne „Ziele brauchen Taten – Sport im Westen" will RENN.west Aktive, Vereine, Verbände und Fans für Nachhaltigkeit im Sport begeistern, über die 17 Nachhaltigkeitsziele informieren, sowie in neuen Kooperationen zusammenbringen. Die Kampagne startet ab jetzt und gibt den Anstoß in NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Es lohnt sich, die Kampagnenseite auch in den folgenden Wochen im Auge zu behalten: Neue Veranstaltungen und Medienformate werden regelmäßig ergänzt.
Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen


Zeitfragen des Jahrhunderts

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung haben die Vereinten Nationen im September 2015 verabschiedet. Jetzt ist es an der Zeit, den Stand der Umsetzung in den Blick zu nehmen. Die „Zeitfragen des Jahrhunderts", eine Sonderveröffentlichung von Engagement Global und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Agenda 2030, macht genau das.

Handreichung „Globales Lernen im Wandel – Eine transformative Reise durch die Jahreszeiten"

Die neue Handreichung der VEN-Fachstelle Globales Lernen geht dem transformativen Potential von Lernprozessen in der Bildungsarbeit des Globalen Lernens und in der Bildung für nachhaltige Entwicklung nach. Die Handreichung lädt ein, in der Bildungsarbeit mit neuen Denkweisen und ungewöhnlichen Herangehensweisen zu experimentieren und somit SDG 4 ganzheitlich umzusetzen. Reflektionen zu jahreszeitlichen Vorgängen dienen als Orientierungssystem für einen persönlichen und gesellschaftlichen Wandel und werden experimentell auf Ansätze und Methoden der Bildungsarbeit übertragen.


Bildung2030: SDG-Bildungsplattform aus Österreich

www.bildung2030.at ist die Adresse für unterschiedliche Bildungsangebote, die einen offenen Dialog fördern und gesellschaftliche und ökologische Veränderung mitgestalten. Die vielfältigen Ideen, Methoden und Materialien eignen sich sowohl für den Einsatz im Unterricht als auch für den außerschulischen Bereich. Aktueller Schwerpunkt auf der Plattform ist das Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen.

Bericht zur Umsetzung der SDGs in Deutschland

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Hochrangigen Politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung (HLPF) hat die Bundesregierung ihren zweiten freiwilligen Staatenbericht zur Umsetzung der Agenda 2030 vorgestellt. Die deutsche Bundesregierung will mit der im März 2021 beschlossenen Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie schneller und ehrgeiziger bei der Umsetzung der Agenda 2030 vorgehen. Dazu bedürfe es einer Transformation, die wichtige Bereiche wie Energie, Kreislaufwirtschaft, Wohnen, Verkehr, Ernährung und Landwirtschaft umfasst.
 

Roadmap ESD 2030 – Jetzt auch auf Deutsch

Bereits im September 2019 wurde das UNESCO-Programm „ESD for 2030 – Towards achieving the SDGs" (UNESCO-Programm BNE 2030), kurz „BNE 2030", der UN vorgelegt und von der UN-Vollversammlung am 19. Dezember 2019 beschlossen. Im November 2020 wurde auch die „Roadmap" dazu von der UNESCO publiziert. Diese auf internationaler politischer Ebene entstandenen Dokumente stellen das Lehren und Lernen ins Zentrum der notwendigen Transformation hin zu einer nachhaltigeren und gerechteren Welt und bilden einen wichtigen Rahmen für Globales Lernen, BNE und transformative Bildung auf allen Ebenen. Nun wurden Auszüge des Dokuments übersetzt, die die wichtigsten Teile und Aspekte aus Kapitel vier und fünf des UNESCO-Programms BNE 2030 umfassen.

Agenda 2030: Wo steht die Welt? 5 Jahre SDGs – eine Zwischenbilanz

Der Anspruch war ehrgeizig, doch die Bilanz nach fünf Jahren ist bestenfalls gemischt: Zwar haben viele Länder die Agenda 2030 in nationale Nachhaltigkeitsstrategien übersetzt. Doch in weiten Teilen der Welt nimmt die soziale Ungleichheit zu, Umweltzerstörung und Klimawandel schreiten voran. Wo steht die Welt bei der Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele, der SDGs, die die Vereinten Nationen 2015 beschlossen haben? Wie hat sich die die Nachhaltigkeitsagenda in Deutschland entwickelt? Diese Fragen untersucht der neuste Report des Global Policy Forums. Er bietet – als SDG-Handbuch – grundlegende Analysen zum Stand des Umsetzungsprozesses in Deutschland und der Welt sowie wesentliche Zahlen, Fakten und Fallbeispiele zu jedem der SDGs von 1 bis 17. Das Handbuch kann bestellt werden und steht zum kostenlosen Download bereit.
 

SDG-Bilanz in Zeiten von Corona

Vom 6. bis 15. Juli 2021 fand die diesjährige Tagung des Hochrangigen Politischen Forums (High-Level Political Forum, HLPF) der Vereinten Nationen statt. Das HLPF ist das zentrale UN-Gremium für nachhaltige Entwicklung und soll hauptsächlich die Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) überwachen. Offizielles Ergebnis des HLPF war eine Ministererklärung, der nicht nur zivilgesellschaftliche Gruppen, sondern auch manche Regierungen einen „Mangel an Ambition" attestierten. Diplomaten werteten es hingegen bereits als Erfolg, dass, anders als im Vorjahr, überhaupt eine gemeinsame Erklärung verabschiedet werden konnte.

Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik „Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.



Klima und Gerechtigkeit

Die Methodensammlung „Klima und Gerechtigkeit" von NETZ e.V. (verfügbar auf Englisch und Deutsch) ist ab der frühen Mittelstufe bis zum Erwachsenenalter nutzbar und enthält interaktive Übungen, die den Klimawandel, die Frage nach globaler Gerechtigkeit, sowie diverse Formen des Klimaaktivismus thematisieren.
Mit den überarbeiteten und neuen Methoden möchte NETZ e.V. die Möglichkeit geben, in der Bildungsarbeit verstärkt einen Fokus auf die historische Einbettung und die Machtstrukturen im Kontext der Klimakrise zu legen.

 

Methoden und Bildungsmaterial „Der digitale Fuß- und Fingerabdruck"

Die Methoden für die Zielgruppe Jugendliche ab ca. 15 Jahren beschäftigen sich mit Zusammenhängen zwischen digitaler Technik, Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit. Unter dem Begriff digitaler Fußabdruck thematisiert das Material die ökologischen und sozialen Kosten der Produktion, Nutzung und Entsorgung digitaler Geräte, deren globale Zusammenhänge sowie die Auswirkungen auf das Arbeiten für und mit digitaler Technik. Die Methoden zum digitalen Fingerabdruck behandeln grundlegende Fragen rund um Daten, Datenverarbeitung und Datenschutz und regen dazu an, diese mit Blick auf Demokratie und Machtverhältnisse zu diskutieren.

„Plastic Pirates" auf Mission gegen den Plastikmüll

„Plastic Pirates – Go Europe!" ist eine länderübergreifende Citizen-Science-Aktion der Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsministerien Deutschlands, Portugals und Sloweniens und findet im Rahmen ihrer Trio-Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union statt. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung und den Schutz von Flüssen als natürliche Ressourcen zu stärken und den Mehrwert internationaler Forschungszusammenarbeit hervorzuheben. Die Aktion ruft Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren dazu auf, sich mit dem Thema Plastikmüll in der Umwelt – insbesondere in und an Gewässern unterschiedlicher Art – auseinanderzusetzen. Die begleitenden Lehr- und Arbeitsmaterialien sowie das Aktionsheft führen durch die Aktion und sind kostenfrei bestellbar. Der nächste Aktionszeitraum läuft vom 15. September bis zum 15. November 2021.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla


EineWeltBlaBla im September 2021

Naturschutz und Gewalt? Das passt doch nicht zusammen! Was kann an dem Schutz von Artenvielfalt und Natur schon falsch sein? Im ersten Blogbeitrag des Monats haben wir uns mit militarisiertem Naturschutz auseinandergesetzt.

Im Beitrag „Bildung für alle?" hat die Jugend-Task-Force der globalen Bildungskampagne über den Stand der Bildungsgerechtigkeit weltweit informiert und dabei den Einfluss der COVID 19-Pandemie sowie die Rolle Deutschlands aufgegriffen.

Wer Lust hat, nicht nur privat Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit zu leben, sondern sich darüber hinaus dafür einsetzen möchte, sollte in den Gastbeitrag der Fairactivists reinschauen. Mitte des Monats wurde dann vom neuen Weltacker in Landshut, Bayern berichtet. Und kennt ihr schon das Projekt OUR VOICES – OUR PLANET? Dort dreht sich alles um den Themenkomplex Demokratie und Nachhaltigkeit, ein Blick in das Projekt lohnt sich!

Gegen Ende des Monats haben wir in Kooperation mit dem Eine Welt Forum Aachen e.V. die Reihe „Global Stories" gestartet. Im ersten Beitrag geht es um zwei Schwestern, die 2013 mit gerade einmal 10 und 12 Jahren die Initiative „Bye Bye Plastic Bags" auf Bali gegründet haben, um Plastiktüten zu verbieten. Seid gespannt auf den nächsten Beitrag der „Global Stories"!

Im neusten Beitrag berichten Freiwillige der Peer-Leader-International e.V. von ihrer Arbeit zu den Sustainable Development Goals (SDGs).

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG)

COVID-19 hat das Leben und die Lebensgrundlagen vieler Menschen stark beeinträchtigt. Während die Fortschritte für das Erreichen der SDGs schon vor der Pandemie nur langsam vorankamen, wurden sie durch die Pandemie vielfach zusätzlich zurückgedrängt.
Es setzt Einsicht, Kenntnis und Mut voraus, gegebene Umstände, die den globalen Nachhaltigkeitszielen entgegenlaufen, nicht hinzunehmen, sondern sie zu erkennen und zu verändern. Filme, die auf intellektuelller und emotionaler Ebene Wirkung entfalten, bieten Anregung zur Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Aspekten globaler Entwicklung und befördern den Perspektivenwechsel.
Einige dieser bewegenden Filme stellt die Datenbank Eine Welt Medien in diesem Monat vor - jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen.
 Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen finden Sie hier.
Veranstaltungen
Seminar zu machtkritischen Konzepten des Globalen Lernens - ¡Yo me organizo y resisto!
09.10.2021 in Berlin Seminar für Multiplikator*innen: Machtkritische Bildungsarbeit zur Digitalisierung
09.10.2021 - 10.10.2021 in Berlin Multiplikator*innenschulung "Online-Weltspiel" für Interessierte
14.10.2021 online E-Mobilität und Öko-Kolonialismus - Perspektiven aus Kupfer- und Lithium-Bergbauregionen in Chile
19.10.2021 online Fachkonferenz für sozial nachhaltige IT-Beschaffung
21.10.2021 - 22.10.2021 in Bremen und online Der zerpflückte Elefant - Brücken von der Nachhaltigkeitsidee zu den Interessen Jugendlicher in der Reihe „Grundlagen der BNE
21.10.2021 in Güstrow Einstieg in die Entwicklungszusammenarbeit
23.10.2021 online Fachmesse ENGAGEMENT WELTWEIT 2021
23.10.2021 in Siegburg Digital und transformativ – wie wirkt Bildung im digitalen Raum?
27.10.2021 online
Virtueller hessischer Zukunftskongress für Schüler und Schülerinnen „Gerechtigkeit und Schule - Wie geht das in Hessen?"
29.10.2021 online Seminar für Multiplikator*innen: Vom Wissen zum Handeln – jetzt aber wirklich
29.10.2021 - 31.10.2021 in Halle (Saale)
Die SDGs in Schule und Unterricht bringen
02.11.2021 online Globales Lernen im Schulgarten
02.11.2021 online Fachtagung „Umsetzen, diskutieren, fordern – BNE 2030 im deutschen Kontext"
03.11.2021 - 04.11.2021 in Bonn FEMNET-Studierendenkonferenz 2021: It's time to act – Handeln für eine sozial-gerechte Modeindustrie
04.11.2021 - 05.11.2021 in Köln Be the change! Globales Lernen im Weltladen zu Klimagerechtigkeit
05.11.2021 - 07.11.2021 in Erfurt Mein Verein: zukunftssicher mit jungen Ideen. Strategien zur Förderung des Engagements junger Menschen in entwicklungspolitischen Vereinen und Nachhaltigkeitsinitiativen
08.11.2021 online Online-Filmabend „Klima der Zukunft" mit Podiumsdiskussion
08.11.2021 online KlimaGesichter – Interkulturelle Umweltbildung. Symposium: Warum Menschen vor dem Klima fliehen?!
11.11.2021 in Bremerhaven Transformation im Globalen Lernen
12.11.2021 - 14.11.2021 in Berkheim
#digital_global. Machtkritsche Bildungsarbeit zur Digitalisierung
20.11.2021 - 21.11.2021 in Bochum 12. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung (OR-Fachtagung)
25.11.2021 - 26.11.2021 in Bad Honnef Vorschau Ausgabe November 2021: 
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Anfang November 2021 zum Thema

Innovationen, Technologien und Digitalisierung für transformativen Wandel nutzen (Schwerpunkt: Innovationen aus Lateinamerika, Asien und Afrika)

Zusendungen sind bis zum 25. Oktober 2021 willkommen.
EWIK-Umfrage: Bitte bewerten Sie uns! Ihre Meinung ist gefragt:
Geben Sie dem Portal Globales Lernen Noten


Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

Wir möchten daher gerne wissen: Werden wir unserem Anspruch gerecht, einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu allen relevanten Informations- und Bildungsangeboten zum Globalen Lernen zu bieten?

Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  September 2021 Ziel 4 der Agenda 2030:
Hochwertige Bildung

 Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
Weitere Informationen und Bestellung Online-Newsletter



 
Der Newsletter informiert monatlich per E-Mail über Neuigkeiten aus dem Bereich der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit.


Weitere Informationen und Bestellung Redaktion World University Service e.V. –
Eine Welt Internet Konferenz (EWIK)
Goebenstraße 35
65195 Wiesbaden    
                      
Telefon: +49 (0)611-40809694
Fax: +49 (0)611-446489
service@globaleslernen.de
www.globaleslernen.de

Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)


Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des
über den







25 NGOs fordern "Rettungsanker" für gefährdete Afghan*innen

SID Blog - 5. Oktober 2021 - 16:31
Pressemitteilung - Im Vorfeld des Forums zum Thema Schutz für gefährdete Afghan*innen am 7. Oktober

25 NGOs fordern "Rettungsanker" für gefährdete Afghan*innen

Berlin, 05.10.2021. Gemeinsam drängen 25 humanitäre Organisationen und Nichtregierungsorganisationen die Staats- und Regierungschef*innen der EU, auf dem anstehenden High-level Forum für gefährdete Afghan*innen einen „Rettungsanker" zu bieten.

Die 25 Organisationen fordern die EU auf, den gefährdeten Menschen sichere und legale Wege aus Afghanistan und der Region zu ermöglichen. Damit wiederholen die Organisationen ihre Empfehlungen aus einer gemeinsamen Erklärung vom 16. September, in der die EU und ihre Mitgliedstaaten aufgefordert wurden, ihren Verpflichtungen zum Schutz von Flüchtlingen und zur humanitären Hilfe nachzukommen und die Verantwortung mit den Nachbarländern Afghanistans zu teilen. Das für Donnerstag, den 7. Oktober, geplante EU-Afghanistan-Forum zum Schutz gefährdeter Afghan*innen bietet ihnen eine wichtige Gelegenheit, dies zu tun.

Die Organisationen fordern die Staats- und Regierungschef*innen auf, diese Chance zu ergreifen, um:

  1. Bis 2022 ehrgeizige Zusagen für die Aufnahme von mindestens 36.000 Flüchtlingen im Rahmen von Resettlement-Programmen in verschiedenen Regionen zu machen. Gelten soll dies für Personen, die vom UNHCR als besonders gefährdet eingestuft werden und für ein solches Programm vorgesehen sind. Zusätzlich dazu muss ein spezielles Programm für die Aufnahme afghanischer Flüchtlinge aus den Nachbarländern aufgelegt werden, einschließlich derjenigen, die sich seit langem in dieser Situation befinden.

Die Aufnahme in einem anderen Staat kann eine dauerhafte Lösung für bedürftige Flüchtlinge darstellen und gleichzeitig die Fähigkeit der Staaten in der Region stärken, weiterhin gefährdeten Menschen Schutz zu bieten.

  1. Zusätzlich zum Resettlement sollten alle verfügbaren legalen Wege genutzt werden, um schutzbedürftige Menschen aus Afghanistan und der Region unverzüglich in Sicherheit zu bringen und ihnen bei ihrer Ankunft einen geregelten und sicheren Schutz zu bieten. Dazu gehört beispielsweise eine erweiterte und flexible Nutzung von Familienzusammenführungen, humanitären Visa, Community-Sponsorship-Programmen sowie Stipendien- und Arbeitsvisa.

Solche Wege werden für Menschen mit dringendem Schutzbedarf ein Rettungsanker sein und sie davon abhalten, auf der Suche nach Sicherheit gefährliche Grenzübertritte zu riskieren. Entscheidend bleibt jedoch, dass Evakuierungen und humanitäre Aufnahmen zusätzlich zum Resettlement erfolgen und nicht auf die jährlichen Resettlement-Quoten angerechnet werden.

  1. Den Zugang zu einem fairen und umfassenden Asylverfahren für afghanische und andere Staatsangehörige in Europa aufrechtzuerhalten und gleichzeitig ihre Eingliederung, Integration und Teilhabe an der Gesellschaft zu unterstützen. Diese Wege in die Sicherheit können das Recht afghanischer und anderer Asylsuchender, in Europa Schutz zu suchen, nicht ersetzen, unabhängig davon, wie sie das Gebiet erreichen. Unter anderem müssen alle abgelehnten Asylanträge afghanischer Staatsangehöriger dringend überprüft werden, Abschiebungen in die Region müssen im Einklang mit dem Grundsatz des Non-Refoulement (Nicht-Zurückweisung) formell ausgesetzt werden, und alle Zurückweisungen oder Verweigerungen des Zugangs zu Asyl oder der Aufnahme von Asylbewerber*innen in Europa müssen von den zuständigen EU-Institutionen unverzüglich untersucht und sanktioniert werden.

In den vergangenen Wochen haben die Europäische Kommission, das Europäische Parlament, die Regionen und Städte sowie die Zivilgesellschaft ihre Solidarität mit den afghanischen Flüchtlingen bekundet und dringend Wege in die Sicherheit gefordert. Die europäischen Staats- und Regierungschef*innen müssen nun nachziehen.

 

Unterstützende Organisationen:

Amnesty International

Comisión Española de Ayuda al Refugiado (CEAR)

Child Circle

Dänischer Flüchtlingsrat

Europäische Evangelische Allianz

International Rescue Committee

JRS Europe

Kids in Need of Defense (KIND)

NRC Flüchtlingshilfe Deutschland  

Oxfam

Refugees International

Rotes Kreuz EU-Büro

 

Auskunftsklage gegen Entwicklungsbank DEG

SID Blog - 5. Oktober 2021 - 16:31

FIAN und ECCHR reichen Auskunftsklage gegen Entwicklungsbank DEG ein
DEG verweigert Einsicht in Umwelt- und Sozialaktionspläne bei Investitionen in Paraguay
Köln, Berlin – Die Menschenrechtsorganisation FIAN reicht heute mit Unterstützung des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) beim Verwaltungsgericht Köln eine Auskunftsklage gegen die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) ein. Die Organisationen hatten Anfang 2021 von der DEG unter Berufung auf das Umweltinformationsgesetz Einsicht in die Umwelt- und Sozialaktionspläne des in Paraguay aktiven Agrarinvestors PAYCO gefordert. Die DEG, Tochterunternehmen der staatlichen KfW-Förderbank, hatte mit Berufung auf Geschäftsgeheimnisse eine Einsichtnahme verweigert. Die DEG steht auch aufgrund aktueller Enthüllungen der "Pandora Papers", in denen sie mit Geldwäsche, intransparenten Finanzierungen in Steueroasen und der Finanzierung von Multimilliardären in Verbindung gebracht wird, stark unter Druck.

Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland: "Im Westen von Paraguay wurden jahrelang die höchsten Entwaldungsraten weltweit festgestellt. Dies geht mit erheblichen Klima-Emissionen einher. Die DEG ist laut ihrer Satzung an die Ziele der deutschen Entwicklungspolitik gebunden und ist als staatliche Stelle auskunftspflichtig – davon entbinden sie auch nicht die Wünsche ihrer Geschäftspartner". Die DEG hatte 2013 über 15 Prozent des luxemburger Investors PAYCO erworben, welcher rund 146.000 Hektar in Paraguay kontrolliert und damit der zweitgrößte Landbesitzer in dem südamerikanischen Land ist. Wiederholt wurden auf PAYCO-Farmen Entwaldung und Landkonflikte mit Indigenen dokumentiert.

"Die DEG ist der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Sie betreibt Entwicklungspolitik als öffentliche Dienstleistung und trägt dabei menschenrechtliche und umweltbezogene Verantwortung. Diese Aspekte ihrer Arbeit liegen im öffentlichen Interesse und müssen öffentlich zugänglich gemacht werden", so Christian Schliemann-Radbruch, Senior Legal Advisor im ECCHR. "Die DEG beruft sich auf das Bankgeheimnis und Geschäftsgeheimnisse - trotz Erfüllung von öffentlichen Aufgaben und ihrer Bindung an die öffentliche Gewalt möchte sie behandelt werden wie eine normale Bank. Die privatrechtliche Organisationsform darf vom Staat jedoch nicht genutzt werden, um seinen gesetzlichen Pflichten zu entgehen, auch nicht seinen Transparenzpflichten", sagt Rechtsanwältin Anna Gilsbach, die die Klage für FIAN und ECCHR formuliert hat.

Bereits im Juni diesen Jahres hatte FIAN mit Unterstützung des ECCHR beim Verwaltungsgericht Frankfurt am Main eine Auskunftsklage gegen die KfW eingereicht, da auch diese eine Einsichtnahme in die Umwelt- und Sozialaktionspläne von PAYCO verweigert.

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Aktuelle Recherchen der "Pandora Papers" zu intransparenten Investitionen der DEG in Steueroasen: www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/pandora-papers-schattenfinanzplaetze-105.html
FIAN Pressemitteilung vom 05. Oktober 2021 
 

Neues BMZ-Bildungskonzept: Gutes Signal mit Schwachstellen

VENRO - 5. Oktober 2021 - 15:31

Das überarbeitete Bildungskonzept des BMZ umfasst grundlegende Änderungen für die entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit. Zwar weist das Konzept viele positiv hervorzuhebende Neuerungen auf, wird der Realität der Bildungspraxis jedoch stellenweise nicht gerecht.

Im Konzept „Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit“ definiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sein Verständnis der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit. Das bisher geltende Konzept 159 aus dem Jahr 2008 war seit langem in vielen Bereichen nicht mehr zeitgemäß und bedurfte der Überarbeitung. Folglich hat das BMZ eine grundlegende Aktualisierung vorgenommen und am 30. August 2021 veröffentlicht. Das aktualisierte Konzept stellt weiterhin „die Grundlage für die entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit des BMZ und der aus Mitteln des BMZ unterstützten Maßnahmen, Aktivitäten und Programme“ dar. Es bildet u.a. den Rahmen für das Förderprogramm entwicklungspolitische Bildungsarbeit (FEB) und ist für die zivilgesellschaftliche Bildungs- und Förderpraxis von zentraler Bedeutung.

Im Rahmen eines Stakeholder-Prozesses in Form einer gemeinsamen Stellungnahme entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen und Expert_innen und mehreren Austauschgesprächen mit dem BMZ haben u.a. VENRO und die agl als entwicklungspolitische Dachverbände an der Aktualisierung mitgewirkt und Änderungsforderungen eingebracht.

Bildung als zentraler Schlüssel zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele

Mit der Aufnahme der Agenda 2030 und des neuen UNESCO-Programms „BNE 2030“ als politische Referenzrahmen unterstreicht das BMZ die Bedeutung der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit als zentralem Schlüssel zur Erreichung einer nachhaltigen Zukunft im Sinne der 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele und einer sozial-ökologischen Transformation unserer Welt. Agl und VENRO begrüßen außerdem die Erweiterung der im Konzept genannten Zielgruppen der entwicklungspolitischen Bildung, u.a. um migrantische Selbstorganisationen und (angehende) Lehrkräfte und Dozent_innen. Dies wurde von uns im Aktualisierungsprozess gefordert.

Eine weitere wichtige Neuerung wird zudem bei den methodisch-didaktischen Mitteln eröffnet: Von nun an werden auch kulturelle As­pekte als thematische und didaktische Ansatzpunkte innerhalb von Bildungsveranstaltungen und als Instrumente der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit definiert. Das BMZ erkennt damit endlich an, dass Musik, Theater, bildende Kunst, Tanz etc. geeignete und wichtige pädagogische Elemente der Kompetenzentwicklung auch im Bereich der entwicklungspolitischen Bildung sind. Dafür hatten sich auch die zivilgesellschaftlichen Akteur_innen eingesetzt.

Das BMZ stärkt mit dem aktualisierten Konzept die Bedeutung der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit in der Entwicklungspolitik und darüber hinaus. Dennoch weist das neue Konzept aus Sicht von VENRO und der agl nach wie vor Schwachstellen auf und wird der Realität der Bildungspraxis stellenweise nicht gerecht.

Politische Veränderungesprozesse werden außer Acht gelassen

Entgegen unserer Forderungen wurden die Fördermöglichkeiten nicht im Sinne der Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und Kooperation in der Bildungsarbeit ausgebaut. Der direkte Austausch zwischen Menschen, insbesondere aus dem Globalen Norden und Süden, stellt in der Bildungsarbeit ein zentrales Mittel dar und sollte sich in den Förderregularien beispielsweise durch die Übernahme von internationalen Reisekosten oder von Honoraren für Referent_innen außerhalb Deutschlands widerspiegeln.

Aus Sicht von VENRO und der agl ist es besonders bedauernswert, dass in dem Konzept politische Veränderungsprozesse als Ziel der Informations- und Bildungsarbeit vollständig ausgeklammert werden. Zwar erkennt das BMZ die notwendige Transformation an und betont, dass ein umfassender gesellschaftlicher Wandel zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele erforderlich ist, jedoch werden die Veränderungsprozesse sehr stark auf individueller Ebene der Bürger_innen verortet und ausschließlich auf soziale, wirtschaftliche und ökologische Bereiche ausgerichtet. Eine Befähigung der Menschen zu mehr politischer Partizipation und dazu, politische Veränderungen auf struktureller Ebene anzustoßen, wird leider nicht erwähnt.

Wichtigen globalen Themen fehlt die klare Anerkennung

Gerade mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen und Diskurse und einem Verständnis von entwicklungspolitischer Bildung als Bildung für die Weltgesellschaft bewerten wir es als negativ, dass Bildungsarbeit zu Diskriminierungssensibilität, Antirassismus, Postkolonialen Kontinuitäten sowie Aufklärung gegen Rechtsextremismus nicht explizit als Kontext und Teil entwicklungspolitischer Bildung benannt wird. Eine zeitgemäße Entwicklungspolitik und eine kritische entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit muss sich mit diesen Themen auseinandersetzen. Sie muss Kompetenzen im Sinne einer nachhaltigen, toleranten, weltoffenen und demokratischen Entwicklung und dem Verständnis globaler Zusammenhänge und Entwicklungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fördern.

So sind beispielsweise die kritische Reflexion und der Abbau von rassistischen Stereotypen und Vorurteilen innerhalb der Bevölkerung sowie das Entgegenwirken gegen kolonial-gewachsene Strukturen für ein Handeln in globaler Verantwortung unabdingbar. Hier hätten wir uns eine explizite Hervorhebung und eine klare Anerkennung der Themenfelder seitens des BMZ gewünscht.

Nicht erreichte Forderungen bleiben auch in Zukunft im Fokus

Auch das aktualisierte Konzept stellt eine wichtige Referenz und Grundlage für die Förderung entwicklungspolitischer Inlandsarbeit durch das BMZ und damit auch seiner Durchführungsorganisation Engagement Global dar: Zivilgesellschaftliche Akteure und NGOs, die Fördermittel vom BMZ erhalten, müssen sich somit konsequenterweise an den inhaltlichen Vorgaben des Konzepts ausrichten. Auch wenn wir viele positiv hervorzuhebende Änderungen im Vergleich zum vorherigen Konzept sehen, werden VENRO und die agl weiterhin im Dialog mit dem BMZ bleiben und auf bisher noch nicht erreichte Forderungen hinwirken.

Das aktualisierte BMZ-Konzept finden Sie hier.

Dieser Blogbeitrag wurde mit der Unterstützung von Manuel Blendin (agl, Bundeskoordination Globales Lernen), Gundula Büker (VENRO AG Bildung Lokal/Global), Lara Fedorchenko (VENRO, Referentin im Bereich Stärkung der Zivilgesellschaft) und Imke Häusler (VENRO AG Bildung Lokal/Global) verfasst.

„Für die Bildungsarbeit fehlt es hinten und vorne an den nötigen Mitteln“

VENRO - 5. Oktober 2021 - 11:44

Das neue UNESCO-Programm „BNE 2030“ setzt die Leitplanken, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bis 2030 umgesetzt werden soll. Im Interview spricht Chris Boppel, Vorstandsmitglied von VENRO, über die Inhalte des Programms und die Anforderungen, die sich daraus für die Politik ergeben.

Warum ist entwicklungspolitische Bildung für die Gestaltung einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft so wichtig?

Gesellschaftlicher Wandel kann nur gelingen, wenn alle Menschen mitgenommen und an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft beteiligt werden. Ohne Bildung geht das nicht. Entwicklungspolitische Bildung informiert Menschen über globale Krisen, Ungleichheiten und Herausforderungen. Sie motiviert sie, sich für eine gerechte Weltgestaltung einzusetzen und zeigt ihnen ganz konkrete Möglichkeiten auf, ihren eigenen Beitrag zu leisten. Damit trägt die entwicklungspolitische Bildungsarbeit zur Erreichung aller Nachhaltigkeitsziele im Sinne der Agenda 2030 bei. Auch die UNESCO unterstreicht in ihrem neuen Programm „BNE 2030“ diese Schlüsselrolle nachdrücklich.

Welche Neuerungen beinhaltet das UNESCO-Programm „BNE 2030“?

Das neue UNESCO-Programm „BNE 2030“ gibt Empfehlungen dafür, welche Schwerpunkte die UNESCO-Mitgliedstaaten in den nächsten zehn Jahren setzen müssen, damit entwicklungspolitische Bildung umgesetzt und sie ihrer Schlüsselrolle gerecht werden kann. Es betont insbesondere die Bedeutung der Sektor übergreifenden Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft und fordert von den Mitgliedstaaten eine ganzheitliche Herangehensweise, die bildungspolitische und nachhaltigkeitspolitische Strategien zusammendenkt. Auch dass die UNESCO einen transformativen Bildungsansatz unterstützt, ist unbedingt zu begrüßen.

Was bedeutet das konkret?

Konkret bedeutet das, Bildung weiter zu denken, Raum für Selbsterfahrung und -entfaltung, für Gemeinschaftsbildung zu schaffen, aktuelle Lernkonzepte und Bildungssettings kritisch zu hinterfragen und zu reformieren. In manchen Aspekten könnte das Programm dennoch durchaus mutiger sein. So stellt das Programm Wirtschaftswachstum nicht grundsätzlich in Frage, sondern es geht allein darum, Wege zu finden, es nachhaltig zu gestalten. Nun kommt es vor allem drauf an, wie das Programm in den UNESCO-Mitgliedsstaaten angenommen und umgesetzt wird.

Welche Verpflichtungen ergeben sich aus dem Programm für die Bundesregierung?

Die Bundesregierung hat sich deutlich zur Umsetzung des neuen UNESCO-Programms bekannt. Nun müssen diesen Bekundungen auch Taten folgen. Das bedeutet in erster Linie, die an der Umsetzung beteiligten Akteur_innen aus Zivilgesellschaft und Bildungseinrichtungen auf Ebene von Bund, Ländern und Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Bildungsarbeit effektiv umsetzen zu können. Das kann zum Beispiel dadurch gelingen, dass entsprechende Lehrpläne entwickelt werden, um entwicklungspolitische Bildung strukturell im Bildungssystem zu verankern. Nicht zuletzt müssen natürlich auch die finanziellen Mittel bereitgestellt werden, um Bildungsangebote zu ermöglichen.

Reichen die aktuell eingeplanten Haushaltsmittel aus, um diesen Verpflichtungen gerecht zu werden?

Die Bereitschaft der Zivilgesellschaft, Bildungsangebote umzusetzen ist groß. Aber es fehlt hinten und vorne an den nötigen finanziellen Mitteln. Wir sehen seit Jahren eine Überzeichnung des Förderprogramms entwicklungspolitische Bildung des BMZ, aus dem zivilgesellschaftliche Organisationen Bildungsangebote finanzieren können. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die finanziellen Mittel nicht ausreichen. Dass die Mittel im kommenden Jahr um fast 25 Prozent gekürzt werden sollen, ist angesichts der Verpflichtung der Bundesregierung zum neuen UNESCO-Programm nicht zu akzeptieren. Der Fördertitel muss stattdessen dringend aufgestockt werden. Langfristiges Ziel sollte sein, drei Prozent der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit (ODA) für entwicklungspolitische Bildungsarbeit aufzuwenden. So empfiehlt es das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP. Zum Vergleich: im Jahr 2019 wurden lediglich 0,74 Prozent der ODA für entwicklungspolitische Bildung verwandt. Hier besteht dringender Bedarf zur Nachbesserung.

Welcher Satz sollte unbedingt im Koalitionsvertrag der nächsten Bundesregierung stehen?

Die entwicklungspolitische Bildungs- und Inlandsarbeit ist eine tragende Säule der Entwicklungspolitik. Der Haushaltsansatz für deren Förderung wird – der Bedeutung und dem Bedarf entsprechend – deutlich angehoben.

Slaying the New Dragons that Threaten Peace: Renewing the UN's ‘Systemic Issues’ Agenda

DEVELOPMENT - 5. Oktober 2021 - 0:00
Abstract

The United Nations’ systemic issues agenda concerns the terrain of economic engagement among nations and peoples of the world, the terreain which underpins international cooperation and peace. In the twenty-first century, this agenda must contend with inequities in access to decision-making, policy inconsistencies in the rules among different areas such as trade and finance, and curtailing vulnerabilities arising from the excessive dominance of financial logic in economic decision-making.

stadtkultur magazin Nr. 56: Was ist eigentlich wichtig?

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 4. Oktober 2021 - 9:00

Eineinhalb Jahre stand die Corona-Pandemie im Fokus. Jetzt müssen wieder andere Themen nach vorne. Im aktuellen stadtkultur magazin erzählt die Hamburger Stadtteilkultur, welche gesellschaftlich relevanten Themen für sie eigentlich wichtig sind. Eineinhalb Jahre Pandemie haben Aufmerksamkeit und Arbeitszeit in der Stadtteilkultur gebunden: Die Pandemie, die Einschränkungen und der Umgang damit standen im Zentrum. Auch die …

stadtkultur magazin Nr. 56: Was ist eigentlich wichtig? Weiterlesen »

Der Beitrag stadtkultur magazin Nr. 56: Was ist eigentlich wichtig? erschien zuerst auf STADTKULTUR HAMBURG.

The United Nations and Seven Decades of Development

DEVELOPMENT - 1. Oktober 2021 - 0:00
Abstract

This article highlights the intellectual influence of the UN through its flagship publication, World Economic and Social Survey, first published in 1948, as World Economic Report, and three pioneering reports published between 1949 and 1951. It will also reflect on the changing role of the UN in setting development agenda—from a leader to a minor player—and attempts to recapture its lost glory. It argues that despite UN’s ‘ahead of the curve’ and enduring analytical contributions, there have been conscious and concerted efforts by interested parties to undermine the UN. Its leading economists came under attack during the infamous McCarthy witch-hunts era; and it has been working on a shoestring budget, while the powerful countries diverting their fundings to ideologically driven international financial institutions, especially since the early 1980s with the triumph of neo-liberalism. Despite the UN being able to claw-back its leading role in agenda setting since the 1990s, its independent analytical work is now threatened again as severely budget-constrained UN seeks partnership with the corporate sector.

Ernährungsgipfel gescheitert: Zwei Jahre Energie und Ressourcen in die falschen Bahnen gelenkt

SID Blog - 29. September 2021 - 15:15
Erste Stellungnahme der Mitglieder des Arbeitskreises Landwirtschaft und Ernährung (AGLE) des Forums Umwelt und Entwicklung (FUE) zum Welternährungsgipfel des UN-Generalsekretärs


Seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie im Winter 2019 ist die Anzahl der Hungernden weltweit drastisch angestiegen. Umweltkatastrophen häufen sich, die Klimakrise spitzt sich weiter zu, es gibt immer mehr bewaffnete Konflikte und Kriege. Zusammen führen sie zu vermehrten Hungerkatastrophen in der Zivilbevölkerung. Die UN hätte längst die überfällige Trendwende einleiten müssen, doch der am 23. September 2021 ausgerichtete Welternährungsgipfel des UN-Generalsekretärs António Guterres (UN Food Systems Summit, UNFSS) in New York hat dieses Ziel deutlich verfehlt.

Der Gipfel hat weder das Recht auf Nahrung aller Menschen ins Zentrum gestellt noch gezielt die von Hunger und Armut betroffen Gruppen angehört. Entscheidungen mit den Menschen zu treffen hätte bedeutet, alle Energie in die globale Koordinierung der Bewältigung der Covid-19-Pandemie und ihrer Folgen zu stecken – etwa durch die Hilfe für 120 Millionen Menschen, die seit dem Jahr 2020 zusätzlich an chronischem Hunger leiden. Mit den Menschen Entscheidungen zu treffen hätte auch bedeutet, denen eine prominente und kritische Stimme zu geben, die von Umweltkatastrophen, der Klimakrise sowie von Konflikten und Kriegen aktiv bedroht sind und von der internationalen Staatengemeinschaft viel zu lange im Stich gelassen wurden und nun weiter werden.

Stattdessen hat der Gipfel noch mehr Platz für die profitorientierten Interessen von Konzernen und Banken geschaffen und philanthropische Organisationen in erster Reihe die Agenda mitbestimmen lassen. Dabei sind sie häufig genau die Akteure, die ein intensives industrielles Landwirtschaftsmodell und eine wachsende Konzernmacht fördern und verantworten – und damit gleichzeitig zu den Hauptverursachern der globalen Ernährungs- und Klimakrise zählen.

Wir, Mitglieder der Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Ernährung (AGLE) des Forums Umwelt und Entwicklung (FUE) kritisieren die Struktur, Leitung, Gestaltung und Durchführung des Gipfels sowie die geplante Fortführung der Gipfelagenda und -strukturen, sowohl in der UN wie auch auf regionalen und nationalen Ebenen. Als Teil des internationalen Zivilgesellschaftsmechanismus (CSM) haben wir die Bundesregierung über zwei Jahre hinweg kontinuierlich dazu aufgefordert, sich gegen den Ausbau einer Multi-Stakeholder-Struktur stark zu machen und sich für den Erhalt einer inklusiven, menschenrechtsbasierten Steuerung der UN-Ernährungs- und Nahrungsmittelpolitik durch den Welternährungsausschuss (CFS) einzusetzen – vergeblich.

Basierend auf unseren Beobachtungen, der offiziellen Abschlusserklärung des UN-Generalsekretärs sowie den verschiedenen Absichtserklärungen im Rahmen des UN FSS kommen wir zu folgenden ersten

Bewertungen:

  • Der Gipfel war der erste UN-Ernährungsgipfel, der ohne Mandat der UN-Vollversammlung stattgefunden hat. Seine Ergebnisse haben damit keine normative Verbindlichkeit und sollten dementsprechend als Empfehlungen des UN-Generalsekretärs – nicht mehr und nicht weniger – bewertet werden.

  • Der Gipfel hat die starken Machtgefälle zwischen den unterschiedlichen Akteuren im vorherrschenden industriellen Ernährungssystem und die Ursachen dafür missachtet. Es wurde versäumt, Maßnahmen zu deren Überwindung – wie die Regulierung von Konzernmacht und eine grundlegende Umgestaltung des unfairen Handelssystems – zu thematisieren.

  • Stattdessen liegt der Fokus auf Produktionssteigerungen und Investitionsmöglichkeiten. Das soll mittels konzerngeprägter digitaler Technologien und Innovationen sowie der sogenannten nature-based production – also Intensivlandwirtschaft mit einem Nachhaltigkeitslabel – geschehen. Deren Finanzierung könnte strukturelle Probleme wie die Sicherung geistiger Eigentumsrechte an Saatgut und Wissen, Daten- und Landraub, insbesondere im globalen Süden, noch weiter verschärfen.

  • Der Gipfel hat es insbesondere autokratischen Staaten einfach gemacht, sich hinter den Multi-Stakeholder-Strukturen zu verstecken, um sich ihrer Verantwortung für die Umsetzung des Rechts auf Nahrung zu entziehen. Dies gilt auch für die nationalen Dialoge.

  • Die Organisator*innen des Gipfels beabsichtigen, die Multi-Stakeholder-Struktur des Gipfels durch einen Folgeprozess in der UN weiter auszubauen. Damit schwächen sie die Rolle der Staaten als gegenüber der Öffentlichkeit rechenschaftspflichtige Institutionen und entlassen sie aus deren primärer Verantwortung, die kaum thematisiert wird. Stattdessen werden private Akteure, die im kommerziellen Interesse handeln und Einfluss auf öffentliche Politiken nehmen, als Teil der Lösung anerkannt. Es wird missachtet, dass sie großenteils die Verantwortlichen für zentrale globale Probleme sind, wie die Klimakrise und Machtungleichgewichte. Damit verbundene, offensichtliche Interessenskonflikte werden nicht thematisiert.

  • In der Abschlusserklärung des Generalsekretärs ist vorgesehen, eine Koordinierungsstelle (hub) für die Umsetzung der Konferenzergebnisse bei den in Rom ansässigen UN-Organisationen (FAO, IFAD, WFP) einzurichten. Zusätzlich soll diese Koordinierungsstelle auch noch von einer intransparenten Champions-Gruppe beraten werden, was eine Fortsetzung der intransparenten und willkürlichen Gipfelstrukturen bedeutet. Solch eine Koordinierungsstelle (hub) steht in direkter Konkurrenz zum erfolgreich arbeitenden UN-Welternährungskomitee (CFS) – dem inklusivsten UN-Gremium, welches für die Koordinierung von Ernährungsfragen in der UN zuständig ist. Denn das CFS ermöglicht durch die darin selbstorganisierte Zivilgesellschaft (CSM), wie Bäuerinnen Fischerinnen, Indigene, ärmere Gemeinschaften und weitere Rechtsträger*innen aus Betroffenengruppen, ein Mitspracherecht über die Inhalte zu Ernährungsproblemen und zum Menschenrecht auf Nahrung. Die Errichtung eines parallelen Gremiums würde dieses Mitspracherecht stark untergraben.

  • Außerdem wird aktuell im CFS über die Errichtung einer internen Arbeitsgruppe diskutiert, die Antworten auf die Vorschläge und Ergebnisse im UNFSS geben soll. Diese würde bereits eine Weiterführung des Gipfels in der UN darstellen.

Die Rolle der Bundesregierung

  • Die deutsche Bundesregierung hat es bedauerlicherweise verpasst, sich auf dem Gipfel für den Erhalt und die Stärkung des CFS auszusprechen. Im Gegenteil scheint sie die Bildung neuer, mit dem CFS konkurrierender Parallelstrukturen zu unterstützen. Auch das Menschenrecht auf Nahrung, wichtige Grundlage des CFS, wurde von der Bundesregierung beim Gipfel nicht als Handlungsgrundlage genannt.

  • Gleichzeitig beteiligt sie sich – inhaltlich und finanziell – an sogenannten Aktionsbündnissen, die im Laufe der Gipfelvorbereitungen entstanden sind. Diese äußerst undurchsichtigen Multi-Stakeholder-Bündnisse beruhen auf einem willkürlichen Zusammenschluss verschiedener Akteure und sollen die Regierungen zu bestimmten Gipfelthemen im geplanten Folgeprozess des UNFSS beraten. Jedoch entstammt weder die Wahl der Gipfelthemen noch die Entstehung dieser Aktionsbündnisse einem legitimen und transparenten Prozess. Diese Aktionsbündnisse sind kontrovers und untereinander widersprüchlich. Ein Beispiel hierfür ist das von der USA vorgeschlagene Aktionsbündnis, Sustainable Productivity Growth for Food Security and Resource Conservation, welches sich aktiv gegen die von der EU im UNFSS beworbene Farm-to-Fork-Strategie der EU richtet[1]. Darüber hinaus sind wichtige Verfahrensfragen der Aktionsbündnisse unklar, etwa wie sie von Selbstverpflichtungen zu Handlungen kommen wollen und wie die Rechenschaftslegung funktioniert.

[1] Den USA und vielen an der Allianz beteiligten Staaten, insbesondere aus Nord- und Südamerika, gehen die Nachhaltigkeitsziele der Farm-to-Fork-Strategie (für die USA zu viel Ökolandbau und Pestizidreduzierung) – die allein von der EU beschlossen wurden, aber global durchgesetzt werden sollen – zu weit. Sie sehen ihre Exportinteressen bedroht. Gleichzeitig verfolgt auch die Farm-to-Fork-Strategie einen Multi-Stakeholder-Ansatz, der stark nach den Interessen der europäischen Agrar- und Ernährungskonzerne ausgerichtet ist. Dies trägt auch dazu bei, das insbesondere für die Zivilgesellschaft wichtige Konzept der Agrarökologie zu verwässern. Grundsätzlich ist auch zu hinterfragen, auf welcher Basis die EU interne Beschlüsse zum globalen Standard erheben will.

Die Mitglieder der AGLE – wie auch zahlreiche soziale Bewegungen und zivilgesellschaftliche Organisationen auf der ganzen Welt – sprechen sich bereits seit Jahren für eine grundlegende Transformation der bestehenden Ernährungssysteme aus, die auf agrarökologischen und menschenrechtsbasierten Prinzipien beruht.

Wir erwarten daher von der Bundesregierung, dass sie sich im Folgeprozess des Gipfels und auch in der nächsten CFS-Plenarsitzung vom 11. – 14. Oktober 2021 gegen die Finanzierung und Weiterführung der Aktionsbündnisse des UNFSS sowie gegen die Etablierung von neuen und parallelen Organisationstrukturen in Rom wie auch einer möglichen Arbeitsgruppe innerhalb des CFS zum UNFSS ausspricht. Dagegen soll sich die Bundesregierung für eine gestärkte Rolle und verbesserte Finanzierung des CFS sowie einem Arbeitsstrang zum Umgang mit den Folgen der Covid-19-Pandemie einsetzen.

                                                           

Was eigentlich wichtig ist: Klimaschutz praktisch erleben und mitgestalten

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 29. September 2021 - 10:00

Viele relevante Themen sind durch eineinhalb Jahre Pandemie in den Hintergrund getreten. Deshalb fragt das stadtkultur magazin in seiner aktuellen Ausgabe in der Hamburger Stadtteilkultur nach, was eigentlich wichtig ist. Ob in der Imkerei, dem Hühnerhof, im MOTTE-Naschgarten oder im Tauschladen TauschKliMOTTE – die MOTTE in Ottensen bietet zahlreiche Mitmachoptionen rund ums Thema Klimaschutz, denn zunehmend …

Was eigentlich wichtig ist: Klimaschutz praktisch erleben und mitgestalten Weiterlesen »

Der Beitrag Was eigentlich wichtig ist: Klimaschutz praktisch erleben und mitgestalten erschien zuerst auf STADTKULTUR HAMBURG.

Koalitionspartner*innen für starke Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe gesucht!

SID Blog - 28. September 2021 - 19:05

 


NGOs fordern zuverlässige Entwicklungsfinanzierung von neuer Bundesregierung

Berlin, 28. September 2021. Unter dem Motto „Koalitionspartner*innen gesucht!” rufen 13 Entwicklungsorganisationen die Parteien dazu auf, sich in den anstehenden Gesprächen für mehr globale Gerechtigkeit einzusetzen. Sie fordern ein klares Bekenntnis zu einer verlässlichen und ausreichenden Finanzierung für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe im Koalitionsvertrag.

Im Rahmen ihrer Kampagne #ZusammenWeiterEntwickeln wollen die NGOs mit den künftigen Koalitionspartner*innen an gemeinsame Erfolge anknüpfen und sich für mehr globale Gerechtigkeit sowie ein Ende der extremen Armut einsetzen. „Wir fordern eine nachhaltige Entwicklungspolitik für alle Menschen im Sinne der Agenda 2030. Die künftige Bundesregierung muss ihrer internationalen Verantwortung gerecht werden und sich zu mehr Solidarität, einer starken multilateralen Zusammenarbeit und einer verlässlichen Finanzierung verpflichten“, erklären die NGOs.

Die zentrale Forderung der Organisationen ist die Erfüllung der sogenannten ODA-Quote (Official Development Assistance, ODA): Deutschland muss sein Versprechen aus dem Jahr 1970 halten, mindestens 0,7 Prozent der eigenen Wirtschaftsleistung dauerhaft in öffentliche Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe zu investieren. Dieses 0,7-Prozent-Ziel erreichte Deutschland 2020 dank der umfassenden Sonderprogramme der Bundesregierung zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Zuvor war die Quote erst einmal im Jahr 2016 erreicht worden, und das auch nur durch die Anrechnung der Kosten für Geflüchtete im Inland.

Gleichzeitig fordern die NGOs, dass der Etat des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) nicht unter das aktuelle Niveau von 12,43 Mrd. Euro fällt. „Das BMZ muss als Ministerium eine viel exponiertere Rolle in der neuen Regierung einnehmen. Nur so kann die zukünftige Bundesregierung zusammen mit der Zivilgesellschaft die Entwicklungszusammenarbeit spürbar beeinflussen und die Länder des globalen Südens dabei unterstützen, die nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen“, sagt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). „Eine ausreichende Finanzierung ist das Fundament dafür, bessere und gerechtere Lebensbedingungen für alle Menschen auf der Welt zu schaffen, extreme Armut und Hunger zu beenden und die Folgen der Corona-Pandemie insbesondere im globalen Süden abzufedern”, erklärt Kreutzberg weiter.

Teil der von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) initiierten Kampagne sind diese NGOs: Aktionsbündnis gegen AIDS, CARE Deutschland, CBM Christoffel-Blindenmission, Friends of the Global Fund Europe, die Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen, Global Citizen, ONE Deutschland, Oxfam, Plan International Deutschland, Save the Children Deutschland, SOS-Kinderdörfer weltweit und World Vision Deutschland. Mit verschiedenen Aktionen, wie einem Kampagnenfilm, einer starken Kommunikation in den sozialen Medien unter dem Hashtag #ZusammenWeiterEntwickeln und einer mobilen Plakataktion im Berliner Regierungsviertel machen die NGOs auf ihre Kampagne aufmerksam und suchen einen konstruktiven Austausch mit der Politik.

 

Weitere Informationen

Food Systems Summit: „Spielwiese für Industrie und Finanzwelt“

SID Blog - 24. September 2021 - 0:35
Der heutige Welternährungsgipfel droht zur Spielwiese für Industrie und Finanzwelt zu werden. Der Gipfel könnte konzerngeprägte Digital-Technologien und Greenwashing-Praktiken wie Carbon Farming als Mittel gegen Klimawandel und globalen Hunger legitimieren. Mehrere der dort eingebrachten Initiativen würden zu einer weiteren Verstärkung der Klimakrise sowie zu mehr Landraub und Ernährungsunsicherheit führen.

Ein Zehntel der Weltbevölkerung leidet unter akutem Hunger. Rund 2,4 Milliarden Menschen haben regelmäßig nicht genug zu essen. Umweltkatastrophen und die Klimakrise spitzen sich zu. Der heute in New York stattfindende Welternährungsgipfel (UNFSS) von UN-Generalsekretär António Guterres müsste genau hier ansetzen. Astrud Beringer, FIAN-Koordinatorin zum Food Systems Summit kritisiert: „Das stark konzerngeprägte Lösungsmenü des Gipfels wirbt vorrangig für marktbasierte und profitorientierte Ansätze. Diese würden jedoch weder den Klimawandel eindämmen noch die Ernährungssicherheit der von Hunger und Mangelernährung betroffenen Menschen verbessern". Der Gipfel hat zudem erstmals und im Gegensatz zu früheren Ernährungsgipfeln kein Mandat der UN-Vollversammlung.

Der problematische Multi-Stakeholder-Ansatz des Gipfels hat erstmals Konzerne, Banken und philanthropischen Organisationen dazu eingeladen, Platz am Diskussionstisch zu nehmen und die UN-Mitgliedsstaaten bei der Transformation der globalen Ernährungssysteme zu beraten. Die Rechtfertigung hierfür lautet: „Wir brauchen auch diejenigen an Bord, die unsere kostspielige Agrar- und Ernährungswende finanzieren können". Doch weder besitzt der Privatsektor eine demokratische Legitimation, die politischen Entscheidungsprozesse mitzubestimmen, noch bietet er echte Lösungen gegen die Klima- und Ernährungskrise.

FIAN fordert von der Bundesregierung, sich während des heutigen Gipfels deutlich gegen die Etablierung von Multi-Stakeholder-Ansätzen in der UN und die Einrichtung einer neuen und zusätzlichen Koordinierungsstelle in Rom parallel zum Welternährungsrat CFS auszusprechen. Interessenskonflikte sind sonst vorprogrammiert, und die menschenrechtlichen Rechenschaftspflichten der UN-Mitgliedsstaaten drohen hinter nebulösen Multi-Stakeholder-Bündnissen zu verschwinden. Hingegen müssen demokratisch legitimierte und inklusive UN-Gremien wie der UN-Welternährungsrat gestärkt werden. Agrarökologische Praktiken sollten als zentrale Lösungsansätze im Gipfel propagiert werden – im Gegensatz zur industriellen Intensivlandwirtschaft sind diese auf den Menschen ausgerichtet, rehabilitieren nachweislich unsere kaputten Ökosysteme und stärken Ernährungssicherheit und -souveränität.

Ein zentraler Fokus der von der Privatwirtschaft propagierten „Lösungsideen" liegt auf der sogenannten soil health. So soll Ackerland vermehrt in Kohlenstoffsenken umgewandelt werden. „Wirksamer Klimaschutz ist aber nur mit der realen Beendigung von Treibhausgasemissionen möglich", so Astrud Beringer von FIAN. Dies ist durch solche kohlenstoffzentrierten Ansätze – oftmals carbon farming-Initiativen genannt – nicht möglich. Es handelt sich dabei um keine permanente Speichermöglichkeit von Kohlenstoff. Außerdem können sie zu verstärkten Landkonflikten führen und Kleinbäuer*innen nicht helfen, sich aus der Abhängigkeit von agrochemischen Produktionsmitteln zu befreien.

Die wachsende Konzernmacht in der UN und im gesamten Nahrungsmittelsektor birgt enorme Gefahren. Wir brauchen endlich verbindlichen Regeln für Konzerne zum Schutz von Klima, Umwelt und Menschenrechten. Diese Entwicklung hat auch der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Michael Fakhri, in seinem aktuellen Bericht zum UN Gipfel kritisiert. „Die heutigen Lebensmittelsysteme sind nicht nachhaltig. Wenn man die Agrarindustrie, die über Geld und Macht verfügt, in die Bestimmung der Zukunft einbezieht, wird diese unweigerlich die Diskussion dominieren", so Michael Fakhri. Die Gegenmobilisierung zum UNFSS erfolgte in Deutschland und international in einem breiten Bündnis.


weitere Informationen
Interview mit Sofia Monsalve, Generalsekretärin FIAN International
Artikel „Investitionsspielwiesen" im IPG-Journal
Aktueller Bericht des UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung
Gegenmobilisierung zum UNFSS: Food Systems 4 People
UN-Welternährungsgipfel (UN-Food Systems Summit 2021) FIAN Pressemitteilung vom 23. September 2021
 

Bundesregierung beschließt Ausstieg aus Palmöl für die Kraftstoffproduktion

SID Blog - 24. September 2021 - 0:34
Ab 2023 werden in Deutschland keine Biokraftstoffe mehr aus Palmöl gefördert. Das Bundeskabinett hat heute die entsprechende Änderung der Bundesimmissionsschutzverordnung beschlossen. Anstelle des Palmöls fördert der Bund künftig fortschrittliche Biokraftstoffe aus Abfall- und Reststoffen über eine Mindestquote. Diese Quote steigt stufenweise auf 2,6 Prozent bis 2030 an. Der Anteil von Biokraftstoffen aus Nahrungs- und Futtermitteln an der Treibhausgasminderungs-Quote hingegen darf die Obergrenze von 4,4 Prozent nicht überschreiten.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Klimafreundliche Kraftstoffe leisten einen wichtigen Beitrag für mehr Klimaschutz im Verkehr. Doch was gut fürs Klima ist, darf nicht der Umwelt schaden. Daher verbannt Deutschland Palmöl ab 2023 aus dem Tank. Denn für Biosprit Wälder zu roden, Moore trockenzulegen und Natur zu zerstören ist nicht hinnehmbar. Grundsätzlich sind Agrarflächen begrenzt, weshalb auch der Anteil von Biokraftstoffen aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen insgesamt nicht weiter anwachsen soll. Kraftstoffe aus Gülle und Stroh oder altem Frittierfett dagegen schonen natürliche Ressourcen und senken den CO2-Ausstoß der zugelassenen Fahrzeuge. Im Individualverkehr bleibt der direkte Einsatz von Strom in E-Fahrzeugen die effizienteste Option. Durch die neue Verordnung werden private und öffentliche Ladeinfrastruktur mehr denn je gefördert."

Die heute beschlossene Verordnung fußt auf dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote, das der Bundestag im Mai 2021 verabschiedet hat. Die Verordnung setzt nun die Beschlüsse hinsichtlich der Anrechnung von Biokraftstoffen um. Der Anteil von Biokraftstoffen aus Nahrungs- und Futtermitteln wird die aktuelle Obergrenze von 4,4 Prozent nicht mehr überschreiten. In diese Gruppe von Kraftstoffen fällt auch Palmöl, das ab 2023 von der Quotenanrechnung ausgeschlossen ist. Innerhalb der THG-Quote soll der Anteil von fortschrittlichen Biokraftstoffen von derzeit nahe null auf mindestens 2,6 Prozent bis 2030 steigen. Fortschrittliche Biokraftstoffe werden zum Beispiel aus Reststoffen wie Stroh und Gülle gewonnen. Die Verwendung dieser Rohstoffe ist nachhaltig und wird oberhalb der für die einzelnen Jahre vorgegebenen Mindestmengen zusätzlich mit einer doppelten Anrechnung innerhalb der THG-Quote gefördert. Biokraftstoffe aus Altspeiseölen und erstmals auch tierische Abfallstoffen können bis zu 1,9 Prozent angerechnet werden.

Des Weiteren sieht die heute beschlossene Verordnung vor, den direkten Einsatz von Strom in Elektroautos mit einer dreifachen Anrechnung innerhalb der THG-Quote zu fördern. Dadurch wird die Mineralölwirtschaft am Betrieb der bundesweiten Ladeinfrastruktur beteiligt werden. Aktuell ist der Betrieb von Ladesäulen im Durchschnitt noch mit erheblichen Verlusten für die Betreiber verbunden und der Ausbau wird noch stark über Steuergelder finanziert. Die Mehrfachanrechnung führt hier zu erheblichen Verbesserungen, weil die Ladesäulenbetreiber die getankten Strommengen – aus dem privaten wie dem öffentlichen Bereich – künftig für die Anrechnung auf die THG-Quote attraktiver vermarkten können.

Bereits mit dem Gesetz wurde die neue Förderung von grünem Wasserstoff in Raffinerien als Erfüllungsoption beschlossen. Da in Raffinerien derzeit nur Wasserstoff aus fossilen Quellen eingesetzt wird, führt der Einsatz grünen Wasserstoffs zu Treibhausgasminderungen bei Kraftstoffen für alle Verkehrssektoren. Außerdem wird der Einsatz von grünem Wasserstoff im Straßenverkehr und in Raffinerien über eine doppelte Anrechnung vorangetrieben. Für den Luftverkehr schreibt das Gesetz eine Mindestquote für flüssige Kraftstoffe aus Ökostrom (Power-to-Liquid, PtL) in Höhe von 0,5 Prozent vor (ab 2026), die bis 2030 schrittweise auf zwei Prozent steigt.

Nach dem Beschluss des Bundeskabinetts wird die Verordnung voraussichtlich im Oktober verkündet und tritt am 1. Januar 2022 in Kraft. Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote wurde vom Bundestag verabschiedet und hat den Bundesrat passiert. Es tritt am ersten Tag des auf die Verkündung folgenden Quartals in Kraft. Spätestens 2024 ist eine Überprüfung von Gesetz und Verordnung vorgesehen.

 

Weiterführende Informationen

FAQ Alternative Kraftstoffe

Erste Verordnung zu Änderung der Verordnung zur Festlegung weiterer Bestimmungen zur Treibhausgasminderung bei Kraftstoffen

Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote

 



UNICEF: Kaum Fortschritte bei der Ernährung von Kleinkindern

SID Blog - 24. September 2021 - 0:33
p {padding-bottom: 1em; margin-top: 0;} body {margin: 0; padding: 0; font-family: Arial, sans-serif; background-color: rgb(245,245,245);} a:link {color: black;} a:visited {color: black;} a:hover {color: black;} a:active {color: black;} ul, ol {list-style-position: outside;}

Nur eins von drei Kleinkindern erhält die ausgewogene Ernährung, die es für eine gesunde Entwicklung braucht / Ernährungskrise droht sich durch Covid-19-Pandemie zu verschärfen

© UNICEF/UN0373501/Billy/AFP-Services

New York/Köln, den 22. September 2021 // Kleinkinder unter zwei Jahren erhalten nicht die richtigen Lebensmittel und Nährstoffe, die sie für ihre körperliche und geistige Entwicklung benötigen. Dies kann schwerwiegende Folgen für ihre Entwicklung habenwarnt UNICEF in dem heute veröffentlichten Bericht Fed to Fail? The crisis of children's diets in early life"

Laut dem Bericht, den UNICEF im Vorfeld des UN-Gipfels zu Ernährungssystemen veröffentlicht, tragen wachsende Armut, soziale Ungleichheit, Konflikte, klimabedingte Katastrophen und Gesundheitskrisen sowie die Covid-19-Pandemie zu einer anhaltenden Ernährungskrise für Kleinkinder bei, die sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verbessert hat.

"Die Ergebnisse des Berichts sind eindeutig: Genau dann, wenn für sie am meisten auf dem Spiel steht, werden Millionen Kleinkinder nicht richtig ernährt", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. "Gerade in den ersten beiden Lebensjahren kann eine schlechte Ernährung die physische und geistige Entwicklung der Kinder nachhaltig beeinträchtigen und sich auf ihre Bildung, Berufsaussichten und Zukunftschancen auswirken. Das ist seit Jahren bekannt und trotzdem gab es kaum Fortschritte. Wegen der andauernden pandemiebedingten Einschränkungen droht sich die Situation weiter zu verschlimmern." 

Eine Auswertung aktueller Daten aus 91 Ländern zeigt, dass nur die Hälfte der Kinder zwischen sechs und 23 Monaten die empfohlene Mindestanzahl an Mahlzeiten pro Tag erhält. Lediglich ein Drittel der Kinder erhält die ausgewogene Nahrung, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Eine weitere Analyse verfügbarer Daten aus 50 Ländern zeigt, dass sich diese schlechten Ernährungspraktiken in den vergangenen zehn Jahren nicht verbessert haben.

Auch die pandemiebedingte Unterbrechung grundlegender Dienste sowie wachsende Armut infolge der Pandemie wirken sich auf die Ernährung von Kindern aus. Beispielsweise ergab eine Haushaltsbefragung in Jakarta (Indonesien), dass die Hälfte der befragten Familien nur weniger nahrhafte Lebensmittel einkaufen konnte. Infolgedessen ist der Anteil der Kinder, die sich ausgewogen ernähren, im vergangenen Jahr um ein Drittel im Vergleich zu 2018 gesunken. 

Kinder leiden ein Leben lang unter den Auswirkungen schlechter Ess- und Ernährungsgewohnheiten. Wenn sie von klein an nicht die Nährstoffe erhalten, die in Gemüse, Obst, Eiern, Fisch und Fleisch enthalten sind und die sie für ein gesundes Wachstum benötigen, steigt die Gefahr, dass sich ihr Gehirn nicht gut entwickeln kann und sie später Lernschwierigkeiten haben. Das Immunsystem der Kinder wird geschwächt, wodurch sich das Risiko für Infektionskrankheiten erhöht, die sogar zum Tod führen können.

Kinder unter zwei Jahren sind am stärksten von allen Formen der Mangelernährung – Wachstumsverzögerung (engl. „stunting"), Auszehrung (engl. „wasting"), Mangel an Mikronährstoffen sowie Übergewicht und Fettleibigkeit – betroffen, da sie mehr grundlegende Nährstoffe pro Kilogramm Körpergewicht benötigen als zu jedem anderen Zeitpunkt ihres Lebens.

UNICEF-Schätzungen zufolge sind mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren, die an schwerer akuter Mangelernährung leiden – etwa 23 Millionen Kinder – jünger als zwei Jahre. Gleichzeitig leiden immer mehr Kinder zwischen sechs Monaten und zwei Jahren an Wachstumsverzögerungen, weil ihre Ernährung nicht mit ihrem wachsenden Nährstoffbedarf Schritt hält.  

Dem Bericht zufolge ist das Risiko, dass Kleinkinder, die in ländlichen Gebieten oder in ärmeren Haushalten leben, schlechter ernährt werden, deutlich höher als bei Kindern in städtischen Gebieten oder aus wohlhabenderen Haushalten. Beispielsweise war 2020 der Anteil der Kinder, die ein Minimum der empfohlenen Nahrung erhielten, in städtischen Gebieten doppelt so hoch (39 Prozent) wie in ländlichen Gebieten (23 Prozent).

Um eine nahrhafte, sichere und erschwingliche Ernährung für jedes Kind zu ermöglichen, fordert UNICEF:

  • Die Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von nahrhaften Lebensmitteln - einschließlich Obst, Gemüse, Eiern, Fisch und angereicherten Lebensmitteln –durch Anreize für die Produktion, die Verteilung und den Einzelhandel zu verbessern;
  • Nationale gesetzliche Regelungen zum Schutz von Kleinkindern vor ungesunden Lebensmitteln und Getränken umzusetzen und schädliche, auf Kinder und Familien abzielende Marketingpraktiken zu beenden;
  • Verschiedene Kommunikationskanäle, einschließlich digitaler Kanäle, zu nutzen, um Eltern und Kinder mit leicht verständlichen, schlüssigen Informationen zu erreichen und die Nachfrage nach gesunden und sicheren Nahrungsmitteln zu steigern. 

Dem Bericht zufolge können Fortschritte erzielt werden, wenn entsprechend investiert wird. In Lateinamerika und der Karibik beispielsweise haben fast zwei Drittel der Kinder (62 Prozent) zwischen sechs und 23 Monaten Zugang zu einer ausgewogenen Ernährung, während sich im östlichen und südlichen Afrika (24 Prozent), in West- und Zentralafrika (21 Prozent) und in Südasien (19 Prozent) weniger als eins von vier Kleinkindern ausgewogen ernähren kann. In allen Regionen sind Investitionen erforderlich, damit jedes Kind Zugang zu gesunder Ernährung hat, vor allen Formen der Mangelernährung geschützt wird und sein volles Potenzial erreichen kann.

"Kinder brauchen mehr als nur Kalorien für ihr Überleben und ihre Entwicklung", sagte UNICEF-Chefin Fore. "Nur wenn Regierungen, der Privatsektor, die Zivilgesellschaft, die Entwicklungs- und humanitären Partnern und Familien zusammenarbeiten, können wir die Ernährungssysteme umgestalten und eine ausgewogene, sichere und erschwingliche Ernährung für alle Kinder ermöglichen. Der bevorstehende UN-Gipfel zu Ernährungssystemen ist eine wichtige Gelegenheit, die Weichen für ein globales Ernährungssystem zu stellen, das den Bedürfnissen aller Kinder gerecht wird." 

Service für die Redaktionen

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Europäische Union sowie die GIZ haben neben weiteren Partnern die Erstellung des Berichts unterstützt.

Bild- und Videomaterialien stehen hier zur Verfügung.

Der englischsprachige Bericht steht hier zur Verfügung.


UN-Food Systems Summit: Ernährungssystem muss reformiert werden

SID Blog - 24. September 2021 - 0:32

21.09.2021 | Pressemitteilung

UN-Food Systems Summit in New York Welthungerhilfe fordert grundlegende Reform des
Ernährungssystems

Bonn/Berlin, 21.09.2021. Am Donnerstag findet im Rahmen der UN-Vollversammlung in New York der Gipfel zu Ernährungssystemen /Food Systems Summit statt. 
Vor dem Hintergrund steigender Hungerzahlen suchen  Regierungen, Vertreter und Vertreterinnen der Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Privatwirtschaft nach Wegen, das weltweite Ernährungssystem grundlegend zu verändern. Das heutige System ist nicht gerecht, nicht nachhaltig und nicht krisenfest. Die Welthungerhilfe fordert die Bundesregierung auf, sich für den Aufbau und die Stärkung von lokalen und regionalen Ernährungssystemen einzusetzen, die insbesondere die Interessen der Hungernden und Armen berücksichtigen. Auch in Deutschland muss sichergestellt werden, dass sich Entscheidungen in der Handels- und Energiepolitik nicht negativ auf die Ernährungssicherheit auswirken, indem zum Beispiel Menschen im globalen Süden für den Anbau von Exportprodukten von ihrem Land vertrieben werden. 
Regierungen müssen menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten in der landwirtschaftlichen Produktion und in den Lieferketten durchsetzen. Der UN-Gipfel muss einen Systemwechsel einleiten, der es zukünftig auch 10 Milliarden Menschen ermöglicht, sich gesund zu ernähren, ohne die Natur und das Klima zu zerstören. Das Recht auf gesunde Nahrung ist ein Menschenrecht.

„Weltweit werden mehr Nahrungsmittel produziert als je zuvor. Trotzdem hungern derzeit 811 Millionen Menschen.  Kleinbauern und Kleinbäuerinnen produzieren in vielen Weltregionen den größten Anteil der Nahrungsmittel und liefern bis zu 80% der elementaren Nährstoffe. Aber gerade sie sind besonders von Armut und Unterernährung betroffen. Unsere Art und Weise, Nahrungsmittel anzubauen, zu verarbeiten und zu vermarkten – quasi vom Acker bis zum Teller – braucht eine konsequente Reform, um den Hunger in der Welt wie vereinbart bis 2030 zu besiegen. Es ist weder gerecht noch nachhaltig, Pommes Frites aus Europa nach Peru zu exportieren, wo dort 4.000 Kartoffelsorten von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen angebaut werden, die aber keinen Zugang zu profitablen Märkten haben und unter der Armutsgrenze leben müssen“, betont Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Weitere Informationen sowie unsere Forderungen zum Food Systems Summit finden Sie in dem Policy Brief „Hungrig nach Wandel!“ unter www.welthungerhilfe.de/presse

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 10.369 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.





UNICEF und DKHW fordern Stärkung der Kinderrechte | Weltkindertag 2021

SID Blog - 24. September 2021 - 0:31
p {padding-bottom: 1em; margin-top: 0;} body {margin: 0; padding: 0; font-family: Arial, sans-serif; background-color: rgb(245,245,245);} a:link {color: black;} a:visited {color: black;} a:hover {color: black;} a:active {color: black;} ul, ol {list-style-position: outside;}

Weltkindertag 2021

UNICEF und Deutsches Kinderhilfswerk fordern vor dem Berliner Reichstag Stärkung der Kinderrechte

© Photoatelier ISO25

Köln, den 20. September 2021 // Zum heutigen Weltkindertag rufen das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland dazu auf, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und damit die Weichen für eine zukunftsfähige und kinderfreundlichere Welt zu stellen. Mit der Installation „Lasst die Kinder nicht länger in der Luft hängen – Kinderrechte jetzt!" haben die beiden Organisationen vor dem Berliner Reichstag mit großen Ballons ein unübersehbares Zeichen für Kinderrechte gesetzt.

Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl forderten die beiden Organisationen zusammen mit engagierten Kindern und Jugendlichen vom nächsten Parlament und einer neuen Regierung insbesondere die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz, die stärkere Förderung der Chancengerechtigkeit und mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Deutschland. 

Mit dem Motto des diesjährigen Weltkindertags „Kinderrechte jetzt!" unterstreichen UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk, dass es dringend an der Zeit ist, die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte umzusetzen und eine gerechte und nachhaltige Welt zu schaffen – für Kinder und mit ihnen gemeinsam.  

Peter-Matthias Gaede, Stellvertretender Vorsitzender von UNICEF Deutschland, erklärte anlässlich des Weltkindertages:

„Die Bundesregierung hat in der zu Ende gehenden Legislaturperiode einiges dazu beigetragen, Kinder zu schützen und zu fördern – an der Seite von UNICEF auch im globalen Süden. 

Nur vieles ist leider noch immer nicht geschafft: Noch gibt es relative Kinderarmut auch in Deutschland; und sie betrifft nach einer aktuellen UNICEF-Studie etwa 1,5 Millionen Mädchen und Jungen. Und noch haben wir die eigentlich geplante Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz nicht. Das ist bedauerlich.

Die nächste Bunderegierung wird für Kinder enorm viel zu tun haben. Corona hat nicht nur eine internationale Bildungskrise verursacht. Der Klimawandel betrifft nicht nur Kinder da draußen in der Welt. Um bessere Entwicklungschancen für Kinder, um einen gerechteren Zugang zu Bildungschancen, um ein Leben in intakter und gesunder Umwelt für Kinder geht es auch direkt vor unserer Haustür."

Regina Halmich, Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes, sagte am Weltkindertag: 

 „Politische Entscheidungen müssen sich endlich auch an den Interessen der Kinder und Jugendlichen ausrichten. Das gilt beispielsweise für das strukturelle Problem der Kinderarmut in Deutschland, die wir am besten mit der Einführung einer Kindergrundsicherung beseitigen können. 

Zudem müssen Kinder und Jugendliche viel mehr als bisher an den wichtigen Zukunftsfragen unseres Landes beteiligt werden. Deshalb sollte es einen Ständigen Beirat für Kinder- und Jugendbeteiligung bei der Bundesregierung geben. Ein solcher Beirat, in dem auch Kinder und Jugendliche Sitz und Stimme haben müssen, könnte den Bundestag und die Bundesregierung in Fragen der Kinder- und Jugendbeteiligung beraten und mit Vorschlägen zu Zielen und Indikatoren für die Zielerreichung eine bundesweite Beteiligungsstrategie auf den Weg bringen. 

Ganz oben auf die Tagesordnung der nächsten Bundesregierung gehört auch die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Mit der Aufnahme der Kinderrechte im Grundgesetz im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention besteht die große Chance, langfristig eine tragfähige Grundlage für ein kinder- und familienfreundliches Land zu schaffen."

Bundesweite Aktionen zum Weltkindertag

Aufgrund der Covid-19-Pandemie mussten bereits zum zweiten Mal die großen Feste zum Weltkindertag in Berlin und vielen weiteren Städten in Deutschland abgesagt werden. UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk haben daher alternative Aktionen ins Leben gerufen, um Kindern trotz der Pandemie die Möglichkeit zu geben, ihre Stimme zu erheben. 

Bundesweit findet heute erneut die kreative Mitmach-Aktion „Kinder erobern die Straßen" statt, die durch UNICEF Deutschland initiiert wurde. In zahlreichen Städten und Gemeinden in ganz Deutschland erobern Mädchen und Jungen mit bunten Kreidebildern den öffentlichen Raum und machen sich so für die Belange und Rechte der Kinder stark.  

Das Deutsche Kinderhilfswerk feiert den Weltkindertag mit einem großen „Kinderrechte-Spezial" für Kinder in ganz Deutschland. Und das noch bis Ende des Monats: Auf www.kindersache.de/weltkindertag können Kinder und Jugendliche seit Anfang September in vielen interessanten Artikeln und anschaulichen Videos Neues über ihre Rechte lernen oder ihr Wissen vertiefen.


Fortbildung „Futur 2 NachhaltigkeitsTalks“ am 24. September 2021

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 20. September 2021 - 9:15

Die nächste Ausgabe der Futur 2 NachhaltigkeitsTalks steht an: Die Septemberausgabe der Fortbildungsreihe wird erstmals nicht rein digital, sondern als Hybridveranstaltung am 24. September 2021 im Rahmen des Reeperbahn Festivals stattfinden. Eine kostenlose Onlineteilnahme ist weiterhin möglich. In der aktuellen Ausgabe der Futur 2 NachhaltigkeitsTalks geht es um Kommunikation. Mit Alexandra Herget von TUTAKA Island …

Fortbildung „Futur 2 NachhaltigkeitsTalks“ am 24. September 2021 Weiterlesen »

Der Beitrag Fortbildung „Futur 2 NachhaltigkeitsTalks“ am 24. September 2021 erschien zuerst auf STADTKULTUR HAMBURG.

Gefährdete Flüchtlingskinder: perspektivlos und Jahre auf der Flucht

SID Blog - 19. September 2021 - 22:36
Weltkindertag am 20. September 

Anlässlich des Weltkindertages am 20. September macht die UNO-Flüchtlingshilfe auf die Notlage der Flüchtlingskinder aufmerksam, die oft unter katastrophalen Bedingungen, recht- und perspektivlos leben müssen. Insbesondere die Kinder leiden unter den Folgen von Gewalt und Vertreibung, vor allem, wenn aus akuten Konflikten Langzeitkrisen werden, für die kein Frieden in Aussicht ist. Aktuell sind 42 Prozent der mehr als 82 Millionen Flüchtlinge Mädchen und Jungen. Rund eine Million Kinder sind zwischen 2018 und 2020 als Flüchtlinge geboren worden.

 

„Flüchtlingskinder brauchen besonderen Schutz. Viele Kinder sind oft jahrelang auf der Flucht, weil die Konflikte immer weitergehen und an eine Rückkehr ins Heimatland nicht zu denken ist. Ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben in Sicherheit sind gering. Um die Situation zu verbessern, müssen wir jetzt unverzüglich handeln", fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR).

 

Bildung gefährdet

Derzeit ist vor allem die Bildungssituation für Flüchtlingskinder prekär, die sich aufgrund der Corona-Pandemie noch verschlechtert hat. Nach dem aktuellen Bildungsbericht des UNHCR endet die Schulbildung für fast zwei Drittel der Kinder bereits nach der Grundschule, und nur 34 Prozent von ihnen besuchen eine weiterführende Schule. Der UNHCR fordert daher internationale Unterstützung, um Flüchtlingskindern eine weiterführende Bildung zu ermöglichen. Diese trage nicht nur dazu bei, die Berufsaussichten zu verbessern, sondern verhindere auch, dass junge Flüchtlinge zur Kinderarbeit gezwungen werden.

 

UNHCR-Hilfe in Afghanistan

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen geben vor allem die Lebensbedingungen der Kinder in Afghanistan Grund zur Sorge: Etwa 65 Prozent der afghanischen Bevölkerung – innerhalb und außerhalb Afghanistans – sind Kinder und Jugendliche. Neben der lebensrettenden Nothilfe setzt der UNHCR daher im ganzen Land weitere wichtige Programme um. So werden Schulen ebenso wie Frauenzentren, Maßnahmen zur beruflichen Ausbildung und psychosoziale Unterstützungsangebote unterstützt. Der Bau von 19 Schulen, Lernzentren für Jugendliche sowie eines Cafés für Frauen geht aktuell ebenso weiter wie die Errichtung von neun Gesundheitskliniken.

 


Mehr Informationen zum Thema Flüchtlingskinder und Unterstützungsmöglichkeiten unter:

https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlingskinder/

PRESSEMELDUNG DER UNO-FLÜCHTLINGSHILFE 32/2021 Bonn, 19. September 2021

„Wir brauchen eine Regierung, die auf uns Kinder – die Zukunft – setzt!“ | Weltkindertag 2021

SID Blog - 19. September 2021 - 22:35
p {padding-bottom: 1em; margin-top: 0;} body {margin: 0; padding: 0; font-family: Arial, sans-serif; background-color: rgb(245,245,245);} a:link {color: black;} a:visited {color: black;} a:hover {color: black;} a:active {color: black;} ul, ol {list-style-position: outside;}

Weltkindertag 2021

„Wir brauchen eine Regierung, die auf uns Kinder – die Zukunft – setzt!"

Statement von Selin Sorushyar, 18 Jahre, Mitglied im UNICEF JuniorBeirat anlässlich des morgigen Weltkindertags

Köln, den 19. September 2021 // „Man sagt uns Kindern häufig wir seien die Zukunft und wenn man mich fragt „Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?", dann finde ich auf diese Frage im Augenblick keine Antwort.

1,5 Jahre schon kämpfen wir Kinder und Jugendliche uns scheinbar allein durch dieCovid-19-Pandemie, die uns psychisch belastet. Noch immer haben viele von uns mit den Folgen des Lockdowns zu tun. Einige von uns schaffen es nicht die Lernlücken zu schließen, andere wissen nicht, was sie nach der Schule machen wollen, weil ihnen die Berufsorientierungsphase fehlt und wieder andere trauern um geliebte Personen, die sie an das Virus verloren haben.

Die Impfung bringt Hoffnung auf ein Ende, aber es gehört eben viel mehr dazu als eine Spritze. Eine Impfung heilt nicht die Wunden, mit denen wir Kinder aus der Pandemie gehen.

Die vergangenen 18 Monate fehlen uns auf dem Weg in unsere Zukunft. Das muss aufgearbeitet werden. Es reicht nicht, dass Schulen wieder öffnen. Das Lehrpersonal muss auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingehen. Psychologische Betreuung muss leichter zugänglich sein für Kinder und Klausuren müssen an die Situation angepasst werden. Den Weg, der uns aus der Pandemie führt, können wir nur gemeinsam gehen- mit Kindern und Jugendlichen.

Aber selbst mit dem Ende der Pandemie werden unsere Ängste nicht weniger. Tagtäglich sehen wir wie die Welt, unsere Lebensgrundlage, Stück für Stück untergeht. Wir sehen die Folgen der Klimakrise nicht nur. Wir spüren sie auch. Während die Politik nach Ausreden sucht und gleichzeitig die Klimakrise als Wahlkampfthema nutzt, haben wir Angst.

Ich weiß nicht, wo ich mich in zehn Jahren sehe, denn das liegt nicht nur in meiner Hand.

Wir brauchen eine Regierung, die uns hört. Die auf globale Zusammenarbeit setzt. Eine Regierung, die konsequent handelt, um die nachhaltigen Entwicklungsziele umzusetzen. Eine Regierung, die auf uns Kinder - die Zukunft - setzt!"


NGOs fordern: Deutschlands Rolle in der Welt muss Thema werden beim letzten,TV-Triell

SID Blog - 17. September 2021 - 17:06


 "Machen Sie die Welt gerechter!" - ONE projiziert Botschaft an Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet vor den Reichstag © ONE

Aufruf an ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins

Berlin, 17. September 2021. In einem gemeinsamen Appell rufen zehn Hilfs- und
Entwicklungsorganisationen die Fernsehsender ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins dazu auf, bei der TV-Debatte der drei Kanzlerkandidat*innen am kommenden Sonntag humanitäre und
entwicklungspolitische Themen wie globale Armuts- und Hungerbekämpfung und den
weltweiten Kampf gegen Krankheiten wie Tuberkulose und Covid-19 zu berücksichtigen. In den bisherigen TV-Triellen mit RTL/N-TV sowie ARD/ZDF waren Pläne zur Bekämpfung globaler Ungleichheit leider nicht Gegenstand der Debatte. Angesichts der großen globalen
Herausforderungen, vor denen die Welt steht, ist dies aber dringend nötig.

Die Nichtregierungsorganisationen ONE Deutschland, CARE Deutschland, Deutsche Stiftung
Weltbevölkerung (DSW), Deutsche Welthungerhilfe, Global Citizen, Oxfam, Plan International,
Save the Children, UNICEF Deutschland und World Vision appellieren gemeinsamen an die
Fernsehsender ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins: ,,Die internationale Gemeinschaft und damit auch Deutschland hat sich mit den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen verpflichtet, die Welt bis 2030 gerechter zu machen. Die Bekämpfung von extremer Armut, Hunger und sozialer Ungleichheit, die Gleichstellung der Geschlechter, der weltweite Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung – das alles sind Themen, die gegenwärtig viel zu kurz kommen. Es bleiben nur noch neun Jahre, um die Ziele der Agenda 2030 zu erreichen. Die Wähler*innen haben ein Recht darauf zu erfahren, wie ernst es Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz mit Deutschlands Verantwortung in der Welt meinen. Wer ins Kanzleramt einziehen will, sollte einen Plan haben, wie wir die UN-Nachhaltigkeitsziele erreichen. Weltweite Armutsbekämpfung muss Chef*innen-Sache werden. Die Wähler*innen sollten wissen, wie der Plan der Kandidierenden aussieht, globale Gerechtigkeit zu erreichen und die UN-Ziele zu verwirklichen."

Seiten

SID Hamburg Aggregator – SID Mitglieder Update abonnieren