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FIAN gewinnt Nachhaltigkeitspreis der Evangelischen Bank

SID Blog - 9. September 2021 - 21:04

Pressemitteilung vom 09. September 2021 Im Kampf gegen den Hunger: FIAN Deutschland gewinnt Nachhaltigkeitspreis der Evangelischen Bank
  • Die deutsche Sektion der Menschenrechtsorganisation FIAN belegt den 3. Platz im bundesweiten Nachhaltigkeitswettbewerb 
  • Im Fokus des EB-Nachhaltigkeitspreises stehen die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der UN (SDGs)
  • An die ersten drei Plätze gehen insgesamt 20.000 Euro
Köln, 9. September 2021: Die Evangelische Bank (EB) hat die Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland mit dem 3. Platz des Nachhaltigkeitspreises 2021 gewürdigt. Platz 1 geht an die Werkstattkirche Gießen, Platz 2 an die Initiative GeLeNa der Evangelischen Kirche in Mannheim. Insgesamt haben sich 46 Initiativen beworben. Die diesjährige Auslobung stand unter der Schirmherrschaft von Bischof Dr. Christian Stäblein, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die Preisverleihung fand am Nachmittag des 2. September 2021 pandemiebedingt digital unter www.eb.de/preisverleihung-nachhaltigkeitspreis statt.

Das Motto „Zukunft geht nur nachhaltig – Agenda 2030, fertig, los" greift den Gedanken der im Jahr 2015 verabschiedeten Agenda 2030 auf. Die Umsetzung der Agenda in Verbindung mit dem Pariser Klima-Abkommen – ebenfalls aus dem Jahr 2015 – bietet die große Chance, den Wandel hin zu nachhaltigen und emissionsarmen Lebens- und Wirtschaftsweisen weltweit zu schaffen. Eine Welt ohne extreme Armut, frei von Hungersnöten, mit eingedämmten Umweltrisiken und Klimabedingungen, die keine globalen Risiken für das Leben von Mensch und Tier überall auf der Erde mit sich bringen – für diese Vision stehen die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.

Warum schreibt die EB den EB-Nachhaltigkeitspreis nunmehr zum fünften Mal aus und unter-streicht damit ihr Engagement als „nachhaltige Bank"? Thomas Katzenmayer, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Bank, hält dazu fest: „Wir alle sind gefragt, den abstrakten Begriff der Nachhaltigkeit mit Leben zu füllen. Jeder muss hier seiner Verantwortung gerecht werden. Wir in der Evangelischen Bank wollen eine lebenswerte Zukunft für nachfolgende Generationen sicherstellen und laden über unseren Nachhaltigkeitspreis auch andere dazu ein."

Renommierte Experten entscheiden über Vergabe des Preisgeldes
Mit dem ausgelobten Preisgeld von insgesamt 20.000 Euro, wovon 10.000 Euro an den ersten, 7.000 Euro an den zweiten und 3.000 Euro an den dritten Platz gehen, unterstützt die Evangeli-sche Bank eine Weiterführung des sozialen Engagements der Gewinner. Darüber hinaus bietet die Bank eine Plattform, sich zu präsentieren, zu vernetzen und die Sichtbarkeit als Vorbild für andere zu erhöhen. Die Gewinnerprojekte ermittelte eine Jury aus hochrangigen Experten: Prof. Dr. Christian Klein, Professor für Sustainable Finance an der Universität Kassel, Jörg Weber, Journalist, Volljurist und Chefredakteur von ECOreporter, sowie Ingo Grastorf, Leiter des Zentrums Engagement, Demokratie und Zivilgesellschaft der Diakonie Deutschland, haben durch ihr Wissen und ihre Erfahrung drei Sieger ermittelt, die durch ihren ganzheitlichen nachhaltigen Projektansatz überzeugen konnten. Zum dritten Sieger ernannte die Jury FIAN Deutschland e.V.

Ziel 2 für nachhaltige Entwicklung: Kein Hunger
FIAN Deutschland setzt sich seit 1986 für die weltweite Durchsetzung des Rechts auf Nahrung ein. FIAN ist unabhängig von Parteien und Regierungen und besitzt offiziellen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Die engsten Kooperationspartner sind das Forum Menschenrechte, das Forum Umwelt und Entwicklung, Brot für die Welt und Misereor. Aktuell beschäftigt sich FIAN Deutschland u. a. mit Menschenrechtsverletzungen in Brasilien, Paraguay, Ecuador, Sambia, Uganda und Kambodscha. Diese stehen meist im Zusammenhang mit Landkonflikten und Wassermangel, die durch die industrielle Agrarproduktion verursacht werden.

FIAN ist vor allem in drei Bereichen tätig: Der Verein recherchiert Menschenrechtsverstöße und unterstützt Betroffene dabei, Zugang zu Gerichten oder Entscheidungsträgern zu erhalten. Darüber hinaus reicht FIAN Fallberichte beim UN-Sozialausschuss oder dem UN-Menschenrechtsrat ein und setzt sich für eine Stärkung des UN-Menschenrechtssystems ein. Ein dritter Schwerpunkt liegt im Bereich des Netzwerkens und der Öffentlichkeitsarbeit. FIAN steht im Austausch mit der Bundesregierung (z. B. im Arbeitskreis Welternährung), informiert die Öffentlichkeit und führt Bildungsarbeit durch. Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland, erläutert: „Menschenrechte sind eine historische Errungenschaft. Sie schützen den Einzelnen vor Repression von Staaten oder privaten Akteuren, schützen aber auch vor Hunger und Not. Die Menschenrechte zu verteidigen und zu stärken ist daher unser wichtigstes Ziel." Und weiter: „Anders als oftmals dargestellt ist der Grund für Hunger in den seltensten Fällen Nahrungsmangel, sondern meist Diskriminierung, Armut und Ungerechtigkeit. Hier setzt die Arbeit von FIAN an, indem wir uns für die Stärkung, Erhaltung und Weiterentwicklung von Menschenrechten einsetzen und damit gegen Hunger, Armut und Ungleichheit kämpfen."

„Als ein Unternehmen, das sich am christlichen Wertekanon orientiert, sehen wir uns in der Evangelischen Bank gleichermaßen in der Pflicht, eigene Beiträge zu leisten und bemerkenswerte Leistungen anderer zu fördern", begründet Sebastian Schneider, Vertriebsdirektor der Evangelischen Bank, im Rahmen der regionalen Preisübergabe das Engagement der Bank. „Das unermüdliche und unerschrockene Engagement, mit dem sich FIAN dem Welthunger entgegenstellt, ist überaus beeindruckend. Das wollen wir mit der Verleihung unseres Preises entsprechend würdigen."

Film zeigt Engagement des Vereins auf
Von allen drei Siegerprojekten, so auch von FIAN Deutschland, hat die EB professionelle Filme produzieren lassen. Sie sind ebenso wie Kurzporträts aller Projekte, die ins Rennen gegangen waren, unter www.eb.de/nachhaltigkeitspreis abrufbar.

Evangelische Bank – Die Nachhaltigkeitsbank
Die Evangelische Bank eG ist als genossenschaftlich organisiertes, modernes Kreditinstitut die nachhaltig führende Spezialbank für Kunden aus Kirche, Diakonie, Gesundheits- und Sozialwirtschaft sowie für alle privaten Kunden mit christlicher Werteorientierung.

Als spezialisierter Finanzdienstleister bietet die Evangelische Bank neben dem exzellenten Branchen-Know-how auch umfassende Finanzlösungen für den kirchlich-diakonischen und sozialen Bereich. Mit einer Bilanzsumme von 8,38 Mrd. Euro ist sie aktuell die größte Kirchenbank und zählt zu den größten Genossenschaftsinstituten in Deutschland. In ihrem Kerngeschäft finanziert sie soziale Projekte aus den Bereichen Gesundheit, Altenpflege, Jugend- und Behindertenhilfe, Bildung, bezahlbarer Wohnraum sowie privater Wohnbau und investiert in Vorhaben, Unternehmen und Institutionen, die zur Bewahrung der Schöpfung einen positiven Beitrag leisten. Als DIE Nachhaltigkeitsbank richtet die Evangelische Bank ihr unternehmerisches Handeln nach den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) und nach den anspruchsvollen EMASplus- Kriterien aus. Zur EB-Gruppe gehören die EB-Sustainable Investment Management (EB-SIM), die EB Consult, die EB-Kundenservice, der Change Hub in Berlin, die HKD Handelsgesellschaft für Kirche und Diakonie sowie die EB-Sustainable Real Estate (EB-SRE).



www.eb.de


 


 

Schutzkonferenz zum afrikanischen Regenwald: Entwicklungsminister Müller fordert ‚New Deal‘ für Waldschutz

SID Blog - 9. September 2021 - 21:04
Berlin – Ziel der Tropenwald-Konferenz ist ein besserer Schutz der Regenwälder weltweit. Im Kongobecken steht der zweitgrößte Regenwald der Erde. Gemeinsam mit Vertretern der zehn Anrainerstaaten hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller verstärkte Schutzmaßnahmen vereinbart.


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller:

 „Das Klima und die Artenvielfalt sind ohne die Tropenwälder nicht zu retten.  Sie speichern etwa 20 Prozent des Kohlenstoffs an Land. 75% der Tier- und Pflanzenarten leben dort. Aber die Grünen Lungen des Planeten sind in Gefahr. Alle vier Sekunden wird weltweit Wald von der Größe eines Fußballfeldes vernichtet. Die Zerstörung der Regenwälder durch Brandrodung etwa im Amazonas, in Indonesien, oder im Kongo-Becken macht elf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus!

Experten schätzen, dass im Kongobecken bis 2100 kein Regenwald mehr übrig sein wird.  Das hat dramatische Konsequenzen für die gesamte Menschheit. Denn das Kongobecken ist hinter dem Amazonas-Regenwald der zweitgrößte Tropenwald und die größte CO2-Senke der Erde. Die afrikanischen Regenwälder binden mehr CO2 als alle anderen Wälder."

 „Wir müssen Brandrodung und Waldzerstörung sofort stoppen", so Müller weiter. „Wir brauchen einen ‚New Deal' für den Waldschutz. Auf der Berliner Tropenwald-Konferenz  haben sich heute alle zehn Anrainerstaaten des Kongo-Regenwaldes verpflichtet, den Waldschutz und die nachhaltige Forstwirtschaft zu verstärken. Die Deklaration wurde gemeinsam mit Wissenschaftlern und der Zivilgesellschaft der Anrainerländer erarbeitet. Wir unterstützen diesen Prozess über die zentralafrikanische Waldinitiative CAFI. Ziel ist es, 127 Millionen Hektar Wald bis 2030 zu schützen und wiederherzustellen - das ist die dreifache Größe Deutschlands. Zu den Schutzmaßnahmen gehören transparente Lieferketten für Holz aus der Region, wirtschaftliche Alternativen für die Menschen und eine enge Einbindung der indigenen Bevölkerung als den ‚Hütern der Wälder'."

 „Darüber hinaus dürfen keine Regenwälder brennen, um neue Ackerflächen zu gewinnen für das weltweit boomende Geschäft mit Soja oder Palmöl. Wir brauchen endlich eine streng überwachte Zertifizierung. Ich bin für ein EU-Importverbot für Palmöl und Soja, das auf gerodeten Waldflächen angebaut wurde."

 

  • Das Entwicklungsministerium hatte bereits im Mai 2021 den Weltnaturerbe-Fonds gegründet. Bis 2030 soll ein Kapitalstock von 1 Milliarde Dollar aufgebaut werden, um die Grundfinanzierung 30 der wichtigsten Naturschutzgebiete zu ermöglichen. Der Fonds wird dann die weltgrößte Naturschutzstiftung sein. Deutschland hat eine Anschubfinanzierung von 100 Millionen Dollar bereitgestellt.
  • Insgesamt unterstützt das Entwicklungsministerium 670 Schutzgebiete weltweit mit einer Gesamtfläche sechs Mal so groß wie Deutschland und hat zum Schutz von über 130 Millionen Hektar Wald beigetragen – einer Fläche fast vier Mal so groß wie Deutschland. 
  • Weltweit sind 420 Millionen Hektar Wald in den letzten 30 Jahren verloren gegangen – das entspricht fast der Fläche der EU. Aktuell verschwinden jährlich rund zehn Millionen Hektar Wald von der Erde – vor allem für riesige Soja- und Palmölplantagen.

 

Das Bundesentwicklungsministerium hält derzeit die rotierenden Präsidentschaften der Kongobeckenwald-Partnerschaft (Congo Basin Forest Partnership) der zentralafrikanischen Waldinitiative (Central African Forest Initiative, CAFI). Aus diesem Anlass hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Vertreter der zehn Anrainerstaaten des Kongobeckens zu einem hybriden Tropenwaldsymposium eingeladen, in dessen Rahmen am Dienstag, den 7.9.2021 die Deklaration zum Schutz des Regenwaldes unterzeichnet wurde. 
Kern der Deklaration sind mehr Anstrengungen der Anrainerstaaten bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Waldschutz. Im Gegenzug verpflichten sich Staaten wie Deutschland zu verstärkter Unterstützung der Tropenwaldländer in Zentralafrika. 



REPORT LAUNCH | Spotlight on Sustainable Development 2021- Demanding justice beyond rhetoric

SID Hamburg - 9. September 2021 - 16:13

Präsentation des Berichtes SPOTLIGHT on Sustainable Development 2021
Freitag, 17. September 2021 - 15:00 bis 16:30 PLEASE REGISTER HERE!

Policy responses to the COVID-19 pandemic and resulting economic crisis have exacerbated rather than reduced global inequalities. The most visible example of this is the global disparity in the distribution of vaccines. So far more than 60 percent of people in high-income countries have received at least one dose of COVID-19 vaccine, but less than 2 percent have done so in low-income countries. In view of this dramatic disparity, the „leave no one behind“ mantra of the 2030 Agenda for Sustainable Development remains hollow.

In fact, the vested interests of economic elites continue to dominate political decision-making. Given the urgency of the COVID-19 crisis and the other unresolved global problems, most notably the climate emergency, it is high time for transformative policies, strategies and structural changes.

This year's Spotlight on Sustainable Development Report describes the highly uneven socio-economic impact of the COVID-19 crisis and analyses the policy responses to it. It explores beyond the rhetoric, highlighting deepening inequalities, self-serving and hypocritical policies and governance failures at national and international level.

Addressing the imbalance in global vaccine production and distribution, the report also examines a few key areas where political and structural changes are necessary to correct the limited and asymmetric recovery.

With this virtual launching event, we will present key findings of the report.

Brief snapshots by

  • K. M. Gopakumar, Third World Network
  • Vanita Mukherjee, Development Alternatives with Women for a New Era (DAWN)
  • Roberto Bissio, Social Watch

Policy conclusions by

  • Kate Donald, Center for Economic and Social Right
  • Daria Cibrario, Public Services International (PSI)
  • Isabel Ortiz, Global Social Justice

Moderators

  • Bodo Ellmers, Global Policy Forum
  • María Graciela Cuervo, Development Alternatives with Women for a New Era (DAWN)

 

PLEASE REGISTER HERE!

Participants will receive the login details for the web conversation one day before the event.

Further information on the Spotlight Report 2021 will be available shortly at www.2030spotlight.org

Zukunft fair gestalten – Faire Woche startet am 10. September

SID Blog - 8. September 2021 - 12:54
Berlin/Köln/Mainz, 06.09.2021 – Unter dem Motto „Zukunft fair gestalten" findet vom 10. bis zum 24. September die Faire Woche, die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland, statt. Organisiert wird die bundesweite Veranstaltung vom Forum Fairer Handel in Kooperation mit dem Weltladen-Dachverband und Fairtrade Deutschland. Weltläden, Schulen, Fairtrade-Initiativen, Kirchengemeinden, Gastronomiebetriebe und viele weitere Akteure laden bei mehr als 1.500 Veranstaltungen dazu ein, den Fairen Handel kennenzulernen. Thematisch liegt der Fokus 2021 und 2022 auf dem Schutz von Menschenrechten weltweit und dem Beitrag des Fairen Handels dazu. Die Faire Woche findet in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal statt.

 

2021 lautet das Motto der Fairen Woche "Zukunft fair gestalten #fairhandeln für Menschenrechte weltweit". „Es ist wahrlich eine große Aufgabe, die wir gemeinsam zu bewältigen haben: Es geht darum zu zeigen, welchen Beitrag der Faire Handel bereits heute leistet, um Arbeitsbedingungen weltweit zu verbessern und was viele Unternehmen noch verbessern können, um auf „Zukunftsfähigkeit" umzustellen", erklärt Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, Schirmherr der Fairen Woche.

 

Weltweit leiden Millionen Menschen unter prekären Arbeitsverhältnissen, ausbeuterischer Kinderarbeit und moderner Sklaverei. Die Internationale Arbeitsorganisation bezeichnet menschenwürdige Arbeit als einen entscheidenden Faktor für die Bekämpfung der Armut und für eine gerechte Gestaltung der Globalisierung. „Der Faire Handel setzt seit mehr als 50 Jahren genau hier an: Er stellt den Menschen in den Mittelpunkt des Wirtschaftens und trägt mit höheren Erlösen für die Produzent*innen, sicheren Arbeitsbedingungen, der Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und vielen weiteren Instrumenten zu einer gerechteren Zukunft und dem Schutz von Menschenrechten bei", so Andrea Fütterer, Vorsitzende des Forum Fairer Handel.

 

„Der Globale Süden ist sowohl von der Pandemie als auch von der Klimakrise am stärksten betroffen. Diese verschärfen die soziale Ungleichheit und lassen auch die Kinderarbeit steigen", schildert Nyagoy Nyong'o, Global CEO von Fairtrade International mit Sitz in Nairobi, die Auswirkungen für die Länder des Globalen Südens. „Der Faire Handel stärkt die Produzentinnen und Produzenten in den Anbauländern, indem er Einkommen sichert, Zukunftsperspektiven schafft und den Weg zum internationalen Markt ebnet." Die gegenwärtigen Krisen seien ein Grund mehr, um den Fairen Handel nach vorne zu bringen. Besonders Frauen und Mädchen sind von der Pandemie und ihren Folgen hart betroffen. Hier geht es um unmittelbare gesundheitliche, wie auch um längerfristige ökonomische Folgen. Zudem sind Frauen in Krisenzeiten noch stärker von häuslicher und sexualisierter Gewalt bedroht.

 

Die Pandemie hat die Kluft zwischen armen und reichen Menschen und Staaten noch weiter vergrößert, so dass es jetzt erst recht darauf ankommt, Menschenrechte im internationalen Handel zu schützen und die Globalisierung gerecht zu gestalten: „Während eine Näherin in Bangladesch sechzehn Stunden täglich in der stickigen Fabrik auch für uns Kleidung herstellt und sich dabei einem hohen Infektionsrisiko aussetzt, verhängen einige Import-Länder Exportstopps für Impfstoffe. Das ist weder gerecht noch zukunftsfähig. Wir müssen umdenken und #fairhandeln", fasst Bundesminister Müller den Handlungsbedarf zusammen.

 

Zum Auftakt der Fairen Woche 2021 lautet sein dringender Aufruf: „Wir, Unternehmen, die Zivilgesellschaften und die Politik, können und müssen noch besser und lauter werden – für Menschenrechte, ein ressourcenschonendes und nachhaltiges Wirtschaften. COVID ist der Weckruf: Wir müssen jetzt handeln!" Jede*r kann dazu beitragen, die Zukunft fair zu gestalten, zum Beispiel durch den Kauf fair gehandelter Produkte, einem Engagement im Weltladen, einer Fairtrade-Initiative oder bei anderen Akteuren des Fairen Handels. Die Faire Woche lädt vom 10. bis 24. September bei rund 1.500 Veranstaltungen dazu ein, den Fairen Handel, seine Wirkungen und die Menschen dahinter kennenzulernen – ob live vor Ort oder digital. Den Veranstaltungskalender finden Sie unter www.fairewoche.de/kalender.

 

Auftakt der Fairen Woche: Seien Sie live dabei!

Am Donnerstag, den 09. September 2021 um 15.00 Uhr wird die Faire Woche eröffnet – und Sie können live dabei sein. Zum Auftakt der 20. Fairen Woche wollen wir darüber sprechen, welchen konkreten Beitrag der Faire Handel zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und nachhaltigem Wirtschaften leistet, wie sich die Fair-Handels-Bewegung ihren Beitrag zu einer fairen Zukunft für alle vorstellt, welchen Herausforderungen der Faire Handel in den nächsten Jahren gegenübersteht und wie die konkrete Unterstützung der Produzent*innen in Zeiten von Corona aussieht. Falls Sie dabei sein und sich interaktiv beteiligen möchten, bitten wir um Anmeldung unter auftaktFW@forum-fairer-handel.de.

 

Nähere Informationen zum Auftakt erhalten Sie unter www.faire-woche.de/die-faire-woche/faire-woche-2021/auftaktveranstaltung

 

Informationen zu weiteren Programmhighlights im Rahmen der Fairen Woche 2021 können Sie dem PDF anbei sowie dem Veranstaltungskalender der Fairen Woche unter www.faire-woche.de/kalender/kalender entnehmen.     

 


Change or Crumble! Germany Needs to Reposition its International Cooperation

DIE Blog - 7. September 2021 - 16:00

©Brigitte makes custom works from your photos, thanks a lot on Pixabay

As Angela Merkel’s 16 years at the helm of the German government come to a close, Germany’s international cooperation for sustainable development seems, at first sight, to be in good shape. During her tenure, German official development assistance (ODA) more than tripled, reaching $28 billion in 2020 and putting Germany second only to the United States ($34 billion) and well ahead of the United Kingdom ($19 billion) and the EU Institutions ($17 billion).

Germany boasts an independent cabinet-level Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) that steers 75 percent of the federal government’s ODA. The remainder sits primarily with the Foreign Office (15 percent) followed way behind by the Ministry for the Environment (2.5 percent) and some others. It might seem, then, that the outlook is sanguine for Germany’s development cooperation. But is it?

Sadly, the numbers don’t tell the full story. Germany may be among the most generous providers of ODA, but its international cooperation and broader foreign policy architecture are undercutting its efforts. The next government will need a clear vision and political capital to retool Germany’s international cooperation to truly promote sustainable development on a global scale.

Dark clouds gathering at the horizon

Germany’s impressive ODA figures are not matched by an equivalent political clout, either across government or at the European and international levels. The recent OECD/DAC Peer Review on Germany’s international cooperation criticised its lack of overall vision and a practice of non-interference among autonomous ministries instead of a whole-of-government approach. This translates into weak or even absent leadership in multilateral and multistakeholder partnerships. It seems as if the rise in financial resources is accompanied by a decline in political capital invested, while shiny initiatives primarily play to domestic galleries instead of rallying international alliances. This is all the more concerning as implementing the universal 2030 Agenda with its 17 Sustainable Development Goals (SDGs) requires an overhaul of an international cooperation architecture that still perceives cooperation as aid or charity limited to poorer countries.

Looking beyond election day, dark clouds are gathering at the horizon. The medium-term financial perspectives foresee a 25 percent cut of the BMZ’s budget after the additional funds for the COVID-19 crisis and some refugee aid run out. Warding off these cuts will require political heavy lifting as well as strong conceptual and institutional underpinning. However, Germany’s National Sustainable Development Strategy still lacks a coherent interdepartmental implementation program for the key lever of international responsibility and cooperation.

Furthermore, with the Chancellor leaving office and the political composition of the next government probably changing significantly—and the incumbent development minister not standing for reappointment after eight years in office—changes to the departmental set-up of the government, including BMZ’s remit, might be more likely than usual. The election campaign is awash with vows to modernise the entrenched German governance system, whose weaknesses have been laid bare by the pandemic, the climate crisis, and the devastating summer floods. There are proposals to set up new ministries for climate protection, digitalization, or immigration and integration, topics that all include a significant international dimension. Other proposals aim at bringing trade and aid closer together, or pooling development cooperation, international climate finance, and parts of humanitarian aid, with a view to finance a global transformation along the SDGs and the Paris Climate Goals.

In this context, two questions stand out: First, how prominently will the incoming government feature international responsibility and cooperation for sustainable development in a whole-of-government approach to external policies? Second, what will be the rationale behind the future departmental set-up of international cooperation?

Adapting the cooperation architecture to the 2030 Agenda

Let’s start with the second, seemingly easier question. With the adoption of the 2030 Agenda and its 17 SDGs, the development agenda turned universal, aiming at transformative change in poorer and richer countries alike, as well as balancing the economic, social, and environmental dimensions of sustainable development in an integrated and indivisible manner. However, to what extent does this change get translated into the conceptual and departmental set-up of Germany’s international cooperation?

Not so much, if you listen to the development policy spokespersons of the democratic political parties in the German Bundestag. Across the aisle(s), they prioritize poverty, hunger, and inequality as the main concerns for BMZ’s development cooperation with obviously little understanding of the broader SDG agenda (“People, Planet, Prosperity”) or the related idea of the global common good, without which all other efforts will be futile.

A more nuanced approach is taken by the BMZ’s 2030 reform strategy. While it highlights overcoming hunger and poverty as its primary aim when implementing the 2030 Agenda, the strategy also emphasizes new partnerships to protect global goods and defines five core areas, from peacebuilding to the environment, that relate to concerns across all SDGs. Yet, the selection of partner countries and allocation of budgetary funds do not reflect the necessity to act in these core areas from a global perspective, but rather the neediness of countries and their quality of governance.

Exceptions confirm the rule. Eight emerging economies are framed as global partners, but cooperation with them, for example on global public goods, will be carried out mainly through loans and leveraging market funds, an all-too narrow approach. Another 10 conflict-affected countries, mainly in Africa and the Middle East, are grouped as nexus and peace partners. The focus, however, lies with 42 bilateral partner countries, most of them (35) in Africa and the EU’s Southern and Eastern neighbourhood. It is more than debatable how you can follow through on a global agenda aimed at the SDGs by applying a poverty lens in the first place, and with only five partner countries in Asia and two in Latin America, let alone build the transformative partnerships with other high-income countries necessary to achieve the SDGs.

A strategic choice to be taken

Germany’s next government will face a strategic decision: either limit the BMZ mainly to poverty-focused aid for the poorest countries and expand other ministries’ international cooperation in the areas and regions beyond this remit, or reposition the BMZ towards a broader transformative cooperation agenda geared at the universal achievement of the SDGs. The first choice could imply even ceding competencies to other ministries. The latter would require new formulas for allocating budgetary and political means, revisiting decade-old business models of aid delivery, and introducing a new openness towards other policy concerns.

Cooperation and coherence across government cannot be organised as one-way streets. Over the years, BMZ’s traditional hesitation in these regards has certainly contributed to the creeping rise of other ministries’ budget lines for international cooperation. Although these newcomers in the cooperation business have experienced beginners’ mistakes, they have also developed innovative approaches when entering uncharted territory. This can be observed with the Foreign Office’s crisis interventions (like at the civil-military interface), or with the Ministry for the Environment’s climate partnerships. Although completely different settings, both cases feature stronger links between operational activities and political initiatives, which is not common practice in the aid business. Another innovative feature can be found with first elements of reciprocity discussed around the climate partnerships. Addressing structural changes at both ends of the partnership would help with escaping the traditional donor-recipient trap and tearing down the walls separating cooperation with low- and middle-income countries from the cooperation between high-income countries.

Overall, the stronger arguments are with repositioning and thoroughly innovating the BMZ as Germany’s global cooperation ministry for sustainable development. First, the integrated character of the 2030 Agenda, with its mantra of “leave no one behind,” is best served if fighting poverty and inequality (“people”), protecting the climate and biodiversity (“planet”), and promoting economic development (“prosperity”) are supported by a respectively integrated cooperation architecture. Second, the effectiveness and efficiency of Germany’s international cooperation would suffer further by adding more actors to its already-complex cooperation bureaucracy. Third, coordination of and between diplomacy, cooperation, and the military as the core instruments of external policies is made much easier if led by one ministry each. Compare, by analogy, the military, where few would like to go back to the times of separate ministries for ground forces, the navy, and the air force.

Whole-of-government vision for geopolitical self-assertion or survival in the Anthropocene?

Let’s now address the first and larger question, which requires an answer no matter how the next government sets up its departments: How will and how should the next German government shape a stronger whole-of-government approach to external policies?

Across the political spectrum, there are calls for a better-coordinated, integrated approach to Germany’s and the EU’s external relations. As a recent Munich Security Report put it, Germany’s international commitment and leadership still “falls short not only of the expectations of its most important partners but also of the requirements arising from the strategic environment.” If Germany is to evolve from a status-quo power into an “enabling power,” it should “define its strategic interests … and modernize its foreign policy apparatus, including its decision-making processes.” The recent failures around Afghanistan could well accelerate these calls.

But what should be the vanishing points of such a strategic vision, geopolitical self-assertion or survival in the Anthropocene? Depending on the perspective taken, different approaches are pursued. Some want to create a National Security Council, others a National Council for Peace, Sustainability and Human Rights, both placed under the guidance of the Chancellor. Interestingly, the actual three contenders for the job are keen on strengthening the role of the Chancellery in international politics, not least to catch up with the presidencies in Washington and Paris or Moscow and Beijing. The idea of a National Security Council (or an upgrade of the dormant Federal Security Council) has been put forward from within the traditional foreign and security policy establishment for decades but is regularly met with resistance by the Foreign Office, which fears ceding influence to the Chancellery, and by development folks who fear a securitization of aid.

However, with the adoption of the SDGs and the Paris Climate Goals a new discourse is emerging. Achieving these goals requires a realignment in all external policy areas, as these need to be used as effective levers for a global transformation towards sustainable development, from foreign affairs to trade, science and technology, and cooperation. Only recently, the Citizens‘ Council „Germany’s Role in the World“ emphasized the need for a German and European foreign policy aligned with the 2030 Agenda. A National Council for Peace, Sustainability and Human Rights could become an apt place to drive this forward. Still, does it make sense from a practical, operational perspective to deal with all issues at the same time in one body? In the narrower security arena, there is much that could be improved at the interface of diplomacy, military, and cooperation by a revived Federal Security Council. But aligning all foreign policies and international cooperation with the goals of securing a global future requires an additional Transformation Cabinet for International Sustainable Development. As both a Federal Security Council and a Transformation Cabinet would be committees of the Federal Cabinet with significant overlaps in membership, common visions and strategic approaches could emerge more easily and be discussed and adopted by the Federal Cabinet itself.

It’s time to leave the trenches and embrace the next generation

Will Germany’s next government muster the vision and political capital to reposition Germany’s international cooperation architecture? Can it revamp and realign its broader foreign policy apparatus to turn Germany into an “enabling power” for global sustainable development? The answer to these open questions will, to a large extent, depend on the vagaries of the next coalition negotiations and the commitment of incoming ministers in relevant departments. But civil society and academia should help with this by leaving the comfort zones of their trenches and get foreign policy and security wonks, development, trade, and climate folks to talk to each other—and with the next generation.

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Online-Seminar „Ziele für eine nachhaltige Welt – die SDGs“ am 27. September 2021

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 6. September 2021 - 9:15

Vom 27. September bis zum 1. Oktober 2021 findet die fünfte Online-Stiftungswoche vom Haus des Stiftens unter dem Motto „Nachhaltig denken – verantwortungsvoll handeln“ statt. Dieses Seminar beschäftigt sich mit einem Einstieg in die Vorgeschichte und aktuelle Bedeutung der Sustainable Development Goals (SDGs). Die Sustainable Development Goals (SDGs) beschreiben mit ihren 17 Themen und 169 …

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Global Food Governance

DEVELOPMENT - 6. September 2021 - 0:00
Abstract

This article helps lay a basis for the kind of deep analysis of the stakes of global food governance that is required today, under the impact of the COVID-19 crisis and with the threat of corporate capture of decision-making spaces. The article reviews the history of global food governance, identifies the critical questions that need to be asked, and suggests some directions that may contribute to strengthening the agency of rights-holders, weakening that of corporations, and democratizing multilateral governance.

„Personal experience matters and engagement with NGOs“

VENRO - 2. September 2021 - 13:07

In a recent poll the Development Engagement Lab (DEL) examined how German politicians think about development cooperation. David Hudson, Professor of Politics and Development in the University of Birmingham’s International Development Department and Co-Director of the DEL, explains the key findings from the survey.

David Hudson, how important is development policy to German politicians?

We found that decisionmakers were really quite positive and supportive of development cooperation. For example, a whopping 74% say development cooperation is in Germany’s national interest and 70% think it strengthens Germany’s leadership and reputation in the world – these are high figures. And 62% of decisionmakers want to increase the development cooperation budget.

However, when compared to other areas of government spending – such as social security, education, police, and health and so forth – ODA (Official Development Assistance) ranks on the bottom third of priorities. But this makes sense, and it would be strange if MPs were to rank it above such core domestic concerns.

Which development issues have priority for political decision-makers?

The top 3 priority areas for development cooperation are (1) education, (2) government and civil society, and (3) health. These are largely the same as the public (as we also survey the public in Germany about these issues), except for government and civil society; the public is much less convinced about this, even though we know that corruption and effective public spending are key concerns for the public. So maybe there is room for decisionmakers to make the case for such priorities.

What motivates decision-makers to get involved in these issues?

A number of things. As suggested above, decisionmakers believe that development cooperation is strategically valuable for German foreign policy. But equally, we found that personal experience matters and engagement with NGOs. Over 60% of the decisionmakers read NGO publications to hear and to understand about development cooperation, and 50% said that they have come to understand the issues through travel or personal experience. We also used an experiment to test why decisionmakers engage with a campaign. We found that the key ingredients are when a campaign focuses on fighting poverty, use social media, are led by NGOs, and have widespread public support (10K+).

Which global issues are currently moving the German public?

Climate change is the top global issue with 47% of the public saying that it is one of the issues they personally care about. This is followed by inequality (40%), global diseases and pandemics (36%). Migration was mentioned by 32% of the public. The data come from a recent June 2021 survey that we did with a nationally representative sample.

The survey was put to MPs, BMZ officials, and the MPs’ staffers and publis. More Information you can find on developmentcompass.org. It is a space for connecting communicators, campaigners, fundraisers, academics, policymakers and practitioners working on development cooperation.

Four Ways the German Government Can Improve Development Effectiveness

DIE Blog - 2. September 2021 - 11:57

©Vadim Derksen, Pixabay

Over the last decade, Germany emerged as a leading provider of development finance. Since 2016, Germany has consistently been the second largest bilateral provider of official development assistance (ODA), and in 2020, it was the only G7 member to meet the 0.7 percent ODA/GNI spending target due to its generous increases in ODA in response to COVID-19. While Germany continues to provide a large quantity of ODA, it often ranks in the middle on comparative measures of development quality (for example: 2021 Quality of ODA index, Global Partnership for Effective Development Co-operation monitoring, Aid Transparency Index, and AidDATA’s Listening to Leaders survey)

Given that this year marks the 60th anniversary of Germany’s Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) and a doubling of its budget over the last eight years, it is a pertinent moment to assess the prospects for improving the effectiveness of German ODA ahead of the election on 26 September 2021. In this blog, we offer four recommendations for how Germany’s new government can address key bureaucratic constraints to development quality and enhance its reputation as a generous and effective partner.

1. Rationalize Germany’s complex development bureaucracy

The complexity of Germany’s development cooperation system has often been viewed as a potential source of ineffectiveness due to the challenges of ensuring coherent action across multiple key agencies. Germany’s development system features a dedicated development ministry (BMZ) and two major official implementing organizations, KfW Development Bank and Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), the German corporation for international co-operation. Together, these two agencies channel the bulk of Germany’s bilateral ODA. While this structure offers a diversity of modalities for various sectors and country contexts, coordination across agencies has been an ongoing challenge.

Every few years (often corresponding to the election cycle), calls to rationalize Germany’s development system are seemingly renewed and two substantive reforms are typically proposed. The first involves transforming BMZ into a ministry of global cooperation to adapt Germany’s bureaucratic structures to the changing demands of development cooperation as a policy field, which increasingly recognizes development as deeply intertwined with global challenges including climate change, and peace and security. The second involves combining KfW and GIZ into a single implementing agency that brings together Germany’s technical and financial cooperation. While prior reforms have already sought to consolidate Germany’s implementing agencies—a 2011 merger, for instance, combined three implementing agencies to form GIZ—the roles of KfW and GIZ are deeply enshrined in the German federal budget and governmental guidelines, which could raise resistance to further reform.

Despite historic path dependencies and vested interests, which have prevented these ambitious reforms in the past, the incoming government should consider deeper structural change to Germany’s development architecture to ensure that the system is fit for addressing the challenges ahead. In particular, the government should evaluate different options of merging technical and financial cooperation. Irrespective of structural reform, the new government should think carefully about ways to promote deeper alignment and cooperation across its development actors—particularly KfW and GIZ—to ensure that the agencies act as complements working to strengthen development outcomes.

2. Develop a “whole-of-government” strategy for development to guide ODA spending across departments

Beyond KfW and GIZ, the complexity of Germany’s development system creates the potential for incoherent, inefficient, and ineffective action in the absence of cross-government coordination. Although BMZ allocates the majority of German ODA, other line ministries (such as the Ministry for the Environment, Nature Conservation and Nuclear Safety, which funds international climate finance) are increasingly active in international cooperation. In 2019, Germany’s ODA was allocated by 14 federal ministries beyond BMZ (data from the OECD’s Creditor Reporting System and Members’ Use of the Multilateral System datasets).

While the use of specialized ministries for development can bring sectoral expertise to ODA programming, and may be justifiable in the context of achieving the multifaceted SDG agenda, there is a risk that actions taken across federal ministries may neither pull towards the same overarching goals nor comply with similar standards of development quality. The issue is particularly acute in the German case where cross-government actors enjoy relative autonomy over ODA resources, mandates and engagement, and where a “coherent overarching vision” for development is broadly absent. Different policy initiatives promoting closer collaboration with Africa are a case in point. In 2017-2018, BMZ’s “Marshall Plan with Africa” and the “Compact with Africa,” initiated by the German Ministry of Finance as a G-20 initiative, were launched in parallel with little coordination.

To strengthen the coherence of Germany’s vast ODA resources, the new government should develop a high-level whole-of-government strategy for development that outlines the main vision of Germany’s ODA spending and sets basic standards for effectiveness including on reporting and transparency, that are applicable across ministries and support accountability for all ODA resources. Doing so is a first step towards ensuring that the actions taken across government agencies are aimed towards the same broad outcomes, and ultimately support programming that is more impactful than the sum of its parts. Setting up a whole-of-government ODA strategy could also form the basis of a longer-term perspective on how all German policies with external effects—and including non-ODA development resources—can be coordinated better towards achieving the SDGs.

3. Foster the implementation of the reform strategy “BMZ 2030”

In April 2020, the German government launched its new development strategy, “BMZ 2030.” The strategy, which was the result of a staff-driven year-long process, includes the most wide-ranging reforms to Germany’s bilateral development cooperation of the last decade. The BMZ 2030 reforms not only reduced the number of Germany’s partner countries and narrowed focus on key thematic priority areas, but also look to improve bureaucratic processes, including planning, allocation, and reporting.

BMZ 2030 demonstrates an internal capacity of the ministry to set strategic priorities and address shortcomings. A lack of strategic focus and a need for professionalizing key administrative processes have been publicly criticized for a long time and were finally addressed. Moreover, the reforms follow a larger trend of BMZ reasserting leadership and building up expertise vis-à-vis the implementing organizations (KfW and GIZ). Over recent years, BMZ has increased the number of staff in partner countries, carried out a procedural reform (Verfahrensreform) and improved its monitoring and evaluation system.

Yet, the BMZ 2030 process is still being implemented and will require continued effort to deepen impact. Germany’s new government should continue the BMZ 2030 process, review progress towards its objectives regularly and enact new reforms as needed. One key area is Germany’s monitoring and evaluation system, where the BMZ 2030 process established standardized indicators for results reporting across countries, topics and implementing organizations. The newly established system will require recruiting more staff with specialist skills in results-based management to continue professionalizing BMZ. Further, it is necessary to better integrate monitoring and evaluation knowledge as well as scientific evidence across the German development cooperation organizations within an overall knowledge system that is geared towards learning and continuous improvement.

4. Support ownership and responsiveness to partner country views

The views of Germany’s partner countries should be the ultimate yardstick for assessing the quality of its development cooperation, and the next government should use existing feedback from partners to improve the effectiveness of Germany’s development cooperation. The latest OECD Peer Review of Germany’s development cooperation found that despite Germany’s strong commitment to development effectiveness, more was needed to facilitate partner country ownership over its development programming. Data from the Global Partnership for Effective Development Cooperation’s 2018 Monitoring Round (cited in Germany’s latest OECD Peer Review), shows that while Germany performs above the DAC average on the predictability of ODA and use of country-led result frameworks, it performs poorly on allocating spending through partner country financial systems. Specifically, Germany performs below the DAC average on the use of country systems at 35 percent (DAC average is 55 percent) and records only 53 percent of its ODA in partner countries’ national budgets, falling well below the 2015 GPEDC target of 85 percent.

Germany should ensure that administrative decisions on development spending – for instance on use of partner country systems, untying and ODA predictability – are more deeply aligned with partner country priorities to promote ownership. While Germany is scaling-up the use of budget support as part of BMZ 2030, which should increase spending on and through partner country budgets, deepening ownership can also foster better relations and more positive assessments of providers by partner countries. Research from the Germany Institute for Development Evaluation (DEval), for instance, showed that greater alignment with partner systems is associated with more positive assessments of the influence and helpfulness of providers by partner countries. With the latest AidDATA’s Listening to Leaders survey showing a relative decline in partner countries’ perceptions of Germany’s “helpfulness”, which fell from 17th in 2017 to 21st in 2020, focusing future engagement on deepening country ownership can not only support more effective cooperation, but can also strengthen Germany’s reputation as an influential and helpful partner.

Championing development effectiveness on the global stage

The next German government will face a global development cooperation environment that is increasingly shaped by competing geo-strategic interests among and within regions. To counter this trend, Germany should ensure that its development system is set-up to primarily support effective cooperation and partnership. This stance will be crucial for aligning Germany’s vast development budget with a matching impact and for establishing global thought leadership.

Germany is already a leader in development in many ways. It is one of the few countries that has meaningfully worked to align its domestic and international agenda and pivoted its cooperation towards global challenges (and “global partners”) far earlier than many of its peers. In the years ahead, Germany can continue to show leadership through its own actions for advancing development effectiveness domestically and through working with its wide network of partners towards revitalizing effectiveness as a global norm.

The authors would like to thank Mikaela Gavas, Stephan Klingebiel, and Adolf Kloke-Lesch for their helpful comments and suggestions. Any mistakes are the authors’ alone.

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22. Ratschlag „Superkraft Soziokultur – Lokale Kultur, ihre Wirkung und die globalen Herausforderungen“ am 4. , 9. und 10. November

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 1. September 2021 - 9:00

Soziokultur wirkt. Das hat die Hamburger Stadtteilkultur immer wieder bewiesen: Sie ermöglicht kulturelle Teilhabe, fördert kulturelle Vielfalt, stärkt den sozialen Zusammenhalt, gestaltet die Stadt mit und reagiert schnell auf gesellschaftliche Herausforderungen. Aber kann lokale Kultur einen wirkungsvollen Beitrag zu den großen Herausforderungen unserer Zeit leisten, die fast immer im globalen Zusammenhang zu sehen sind? Klimawandel …

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Online-Stiftungswoche 2021 „Nachhaltig denken – verantwortungsvoll handeln“ vom 27. September bis 1. Oktober

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 30. August 2021 - 9:15

Nachhaltig denken – verantwortungsvoll handeln: Unter diesem Motto findet die diesjährige Online-Stiftungswoche vom 27. September bis 1. Oktober statt. Denn Nachhaltigkeit ist auch für den Stiftungsbereich wichtig. Themenschwerpunkte sind unter anderem die SDGs, Zivilcourage, Partnerschaften, Bürgerstiftungen, Chancengleichheit und die Stiftung der Zukunft. Stellen Sie Ihre Organisation jetzt nachhaltig auf und melden Sie sich für die …

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Hungerbekämpfung in ungewissen Zeiten: Der Schlüssel liegt im politischen Handeln

VENRO - 27. August 2021 - 13:54

Die Covid-19-Krise ist zum Brandbeschleuniger geworden: Im Jahr 2020 ist die Zahl der Menschen, die von chronischem Hunger betroffen sind, stärker gestiegen ist als in den letzten fünf Jahren zusammen. Die Welt ist nicht auf Kurs – wenn jetzt nicht die Weichen gestellt werden, wird das Nachhaltigkeitsziel Zero Hunger nicht erreicht. Um Hunger und Armut wirkungsvoll zu bekämpfen, brauchen wir deutlich mehr politische Entschlossenheit – und mehr Handlungsmacht für die Betroffenen.

Die Welternährungsorganisation FAO gibt die Zahl der Hungernden im Jahr 2020 mit bis zu 811 Millionen an. Damit leiden 161 Millionen Menschen mehr als im Vorjahr an dem dauerhaft quälenden Gefühl, nicht genug zu essen zu haben.

Doch selbst vor der Corona-Pandemie reichten die weltweiten Fortschritte in der Hungerbekämpfung nicht, um ‚Kein Hunger bis 2030‘, das zweite der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Der Welthungerindex zeigt, dass mindestens 37 Länder auf Grundlage ihrer jüngsten Entwicklungen bis 2030 wahrscheinlich nicht einmal niedrige Hungerwerte erreichen werden.

Extremwetterereignisse sowie multiple soziale, wirtschaftliche und politische Krisen machen Erfolge zunichte. Oft sind Bildungs-, Landwirtschafts-, Gesundheits-, soziale Sicherungs- und Sanitärsysteme nicht ausreichend ausgebaut und benachteiligen ländliche Gemeinschaften, indigene Völker, Frauen und andere marginalisierte Gruppen. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist im Krisenfall nicht sozial abgesichert.

Kritisch ist die Situation vor allem in Afrika südlich der Sahara und Südasien. Wenngleich jedes Land mit anderen Herausforderungen konfrontiert ist, zeigt sich, dass insbesondere Konflikte, Armut, Ungleichheit und der Klimawandel verbreitete Hungertreiber sind. Im Krisenjahr 2020 hat sich die Situation durch die Corona-Pandemie drastisch verschlimmert. Die Weltbank prognostiziert, dass bis Ende dieses Jahres aufgrund der Pandemie weltweit 111 bis 149 Millionen Menschen in extreme Armut abstürzen.

Die Pandemie verschärft die Armut – und damit den Hunger

Eine Erhebung der Welthungerhilfe gemeinsam mit sieben weiteren europäischen Entwicklungs- und Nothilfeorganisationen im Rahmen des Netzwerks „Alliance 2015“ bestätigt diese globalen Entwicklungen und beleuchtet die Zusammenhänge zwischen der Corona-Pandemie, Armut und Hunger. Befragungen von knapp 16.200 Haushalten in 25 Ländern im Zeitraum Oktober bis November 2020 ergaben, dass 42 Prozent der befragten Haushalte weniger zu essen haben; 44 Prozent berichten von einer Verschlechterung der Qualität und der Vielfalt ihrer Ernährung.

Dies ist vor allem eine Folge davon, dass die Einkommen drastisch zurückgegangen sind. 90 Prozent der befragten Haushalte berichten von reduziertem Einkommen, mehr als 75 Prozent fürchten, dass ihre Einkünfte auch in Zukunft negativ beeinflusst werden. Am stärksten wirkte sich dies bei Menschen im informellen Sektor in Stadtrandgebieten aus. Aber auch Bauernfamilien sind durch Umsatzeinbußen stark betroffen, da Lieferketten gestört und Absatzkanäle weggebrochen sind.

Was läuft schief in unseren Ernährungssystemen?

Die Corona-Pandemie hat viele Schwachstellen unserer Ernährungssysteme offengelegt, die nicht mehr ignoriert werden können. Sie sind weder krisenfest noch gerecht. Unser Handeln wirkt sich zunehmend negativ auf unseren Planeten aus – etwa durch Bodendegradation, Treibhausgasemissionen und Biodiversitätsverlust – und unsere Ernährungssysteme sind Teil des Problems. Sie müssen radikal transformiert werden, um eine Welt ohne Hunger zu ermöglichen. Wie bisher auf die Produktion von immer mehr und vor allem billigeren Nahrungsmittenl zu setzen, führt in eine ökologische und soziale Sackgasse. Stattdessen müssen wir dafür sorgen, dass die etwa 500 Millionen Kleinbauernfamilien in der Landwirtschaft sowie Landarbeiter_innen existenzsichernde Einkommen erzielen, und dass Fairness in Lieferketten und im Welthandelssystem kein Wunschdenken bleibt. Denn vor allem Armut und nicht Knappheit an Lebensmitteln ist – neben Klimawandel, Konflikten und Ungleichheit – die zentrale Ursache für Hunger.

Fortschritte sind möglich

Wir wissen, dass Fortschritte möglich sind. Hierbei spielen die sozioökonomischen und politischen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Einen besonders starken Rückgang der Hungerzahlen verzeichnen Länder, in denen Konflikte beendet wurden, so etwa in Sierra Leone. In Nepal zeigt sich, dass der Rückgang der Armut mit sinkenden Hungerzahlen korreliert und in Kamerun hat eine deutliche Steigerung des Pro-Kopf-BIP zu Erfolgen beigetragen. Nachweislich können auch ernährungsspezifische sowie -sensible Interventionen zu Fortschritten in der Hungerreduzierung beitragen. Belegt ist etwa die Relevanz von Investitionen in die Mutter-Kind-Gesundheit, denn die Ernährung in den ersten 1.000 Tagen eines Kindes legt den maßgeblichen Grundstein. Des Weiteren lässt sich die positive Wirkung von landwirtschaftlichen Investitionen auf die Sicherheit und Qualität von Ernährung nachweisen, etwa durch Beratungsdienste und Schulungen für Kleinbäuer_innen. Im Bereich der sozialen Sicherung sind Cash-Transfers wirksame und verbreitete Maßnahmen.

Mehr Handlungsmacht für die Betroffenen

Die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung erfordert einen integrierten Ansatz der Bereiche Gesundheit, Landwirtschaft und Ernährung, wie etwa durch multi-sektorale Zusammenarbeit in Ghana erfolgreich geschehen. Durchweg zeigt sich: Zwar erfordert es angesichts unterschiedlicher sozioökonomischer und ökologischer Bedingungen maßgeschneiderte Interventionen, erfolgreiche Strategien sind jedoch bekannt. Der Schlüssel zum Erfolg ist entschlossenes politisches Handeln und die konsequente Umsetzung von bestehenden Verpflichtungserklärungen, wie etwa der Malabo-Erklärung.

Gleichzeitig müssen die am stärksten von Hunger und Fehlernährung betroffenen Gruppen mit mehr Handlungsmacht ausgestattet und an der Ausgestaltung von Politiken beteiligt werden. Das heißt: Es geht darum, dass sie selbst entscheiden können, welche Lebensmittel sie essen, welche Lebensmittel sie produzieren, und wie diese Lebensmittel produziert, verarbeitet und verteilt werden. Und ihnen müssen als Rechteinhaber_innen wirkliche Beteiligungsmöglichkeiten an gesellschaftspolitischen Prozessen eröffnet werden, so dass sie Ernährungssysteme mit ihren Anliegen beeinflussen und Regierungen in die Verantwortung nehmen können.

Doch nicht nur verantwortliche lokale und partizipative Regierungsführung, sondern auch bestehende menschenrechtsbasierte multilaterale Mechanismen, wie etwa der Welternährungsausschuss, müssen gestärkt werden. Dieses Governance-Forum gilt als eines der inklusivsten der Welt, da es benachteiligten Gruppen wie Kleinbäuer_innen, Landarbeiter_innen oder indigenen Völkern Beteiligungsrechte garantiert.

Der politische Wille ist gefragt sowie die Bereitschaft von Ländern wie Deutschland, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Dies heißt zum einen, bei den anstehenden Gipfeltreffen wie dem UN-Ernährungssysteme-Gipfel, der UN-Klimakonferenz (COP 26), den G7- und G20-Gipfeln und dem Nutrition for Growth Gipfel mit weitreichenden Verpflichtungen starke Signale zu setzen, damit die internationale Gemeinschaft nicht hinter bestehende Verpflichtungen zurückfällt. Zum anderen sollte die Bundesregierung sich konsequent für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung weltweit einsetzen und die Umsetzung von völkerrechtlichen Instrumenten wie den UN-Leitlinien zum Recht auf Nahrung und UN-Landleitlinien in nationale Gesetze, Politiken und Programme in Partnerländern unterstützen.

Unsere Ernährungssysteme müssen gerecht, gesund und nachhaltig werden. Nur so können wir die aktuellen Krisen bewältigen, zukünftige vermeiden und letztlich den Hunger beenden.

Dieser Artikel ist Teil unserer Themenreihe zur Bundestagswahl 2021, in der wir unsere Erwartungen für die kommende Legislaturperiode formulieren. Die Blogserie basiert auf unserem aktuellen Positionspapier Was jetzt #WeltWeitWichtig ist – Erwartungen an die Parteien zur Bundestagswahl 2021. Darin fordern wir die Parteien, die zukünftigen Abgeordneten und die kommende Bundesregierung auf, ihre Prioritäten auf eine nachhaltige Politik zu richten, die alle mitnimmt!

Lesen Sie mehr dazu unter www.weltweitwichtig.de.

GPF zu IWF-Sonderziehungsrechten: Deutschland soll Anteil an bedürftige Länder abgeben

SID Blog - 23. August 2021 - 23:41

IWF verteilt 650 Milliarden US-Dollar an Mitgliedstaaten
Deutschland soll Anteil an bedürftige Länder abgeben    
 
Bonn/Berlin, 23. August 2021

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schüttet heute Sonderziehungsrechte (SZR) im Wert von 650 Milliarden US-Dollar an seine Mitgliedstaaten aus. Es ist die mit Abstand größte Allokation von SZR seit der Gründung des IWF in 1944.

Die Maßnahme des IWF bezweckt, seinen Mitgliedstaaten neue Liquidität zuzuführen und damit die Weltkonjunktur anzukurbeln. Empfängerländer können die neuen Finanzmittel entweder ihren Währungsreserven zuführen, oder in Hartwährungen wie US-Dollar oder Euro umtauschen und für Haushaltszwecke ausgeben. Damit stellen sie besonders für Entwicklungsländer eine willkommene Finanzspritze da.

Bislang sind 90% aller Mittel für Konjunkturpakete in reichen Ländern ausgeben worden. Arme Länder bleiben aus Ressourcenmangel in der Krise, konnten bislang auch den Import von Impfstoffen kaum finanzieren. Die IWF-Ressourcen können das ab heute ändern.

Allerdings wurden sie den IWF-Mitgliedern nach Quote zugeteilt, weshalb reiche Länder größere Anteile an der Allokation bekommen haben als arme. Mehr als die Hälfte der SZR gingen an die wohlhabenden Länder, die keinen Bedarf an ihnen haben. Deutschland wird aus der Allokation knapp 25 Milliarden SZR (30 Milliarden Euro) bekommen, die heute der Deutschen Bundesbank gut geschrieben werden, und von dieser zunächst den Währungsreserven zugeteilt werden.

Bodo Ellmers, Experte für Entwicklungsfinanzierung bei Global Policy Forum Europe, kommentiert: 

„Die Maßnahme des IWF ist die bislang quantitativ bedeutendste Antwort einer internationalen Organisation auf die globale Coronakrise."

„Die IWF Sonderziehungsrechte sind eine willkommene und überfällige Finanzspritze für den globalen Süden. Von Impfkampagnen bis hin zu Konjunkturprogrammen können sie zahlreiche Finanzierungslücken füllen."

„Die Finanzspritze durch den IWF ist ein Beitrag zu mehr Nord-Süd-Gerechtigkeit. Endlich haben auch ärmere Länder mehr Ressourcen, um der Coronakrise entgegen zu treten."

„Reiche Länder müssen ihren Anteil der Sonderziehungsrechte an bedürftigere Länder umverteilen. Es ist völlig inakzeptabel, dass die Bundesbank das 30-Milliarden-Euro-Geschenk vom IWF einfach ungenutzt auf ihren Konten schlummern lassen will."

„Die Hälfte des deutschen Anteils würde ausreichen, um die Finanzierungslücke der UN-Programme für COVID-Impfungen und Tests in Entwicklungsländern für dieses Jahr vollständig zu füllen. Diese Mittel mitten in der Krise nicht einzusetzen heißt, Leben aufs Spiel zu setzen."  Anmerkungen:

Sonderziehungsrechte sind eine internationalen Reservewährung, die vom IWF herausgegeben wird. Für mehr Informationen, siehe: https://www.imf.org/en/About/FAQ/special-drawing-right

Die Finanzierungslücke des Access to COVID-19 Tools Accelerator liegt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisationen für 2021 noch bei 16,6 Milliarden US-Dollar. Siehe; https://www.who.int/publications/m/item/access-to-covid-19-tools-tracker 

Global Policy Forum Europe gibt in den nächsten Tagen eine Studie heraus, die Möglichkeiten zu Einsatz und Umverteilung der SDR aufzeigt.
 

Appell Afghanisch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler "Vergesst uns nicht - Holt uns raus"

SID Blog - 20. August 2021 - 21:35
 

Vergesst uns nicht – Holt uns raus

Afghanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierende appellieren an die internationale Wissenschaftsgemeinschaft -  WUS fordert Aufnahme und Aufbau einer „Afghan Online Exile University"

 

„Die Universität ist geschlossen und wir wissen nicht, wie es weitergeht. All das, was wir in den letzten 20 Jahren aufgebaut haben ist in Gefahr – Bitte vergesst uns nicht und holt uns raus". Dieser Appell erreichte den WUS am heutigen Vormittag aus Herat, nachdem sich bereits gestern Studierende aus Kabul an den WUS gewandt haben und verzweifelt um Hilfe bei der Ausreise baten.

 

„Deutschland und viele andere Staaten haben sich in den letzten 20 Jahren, angeknüpft an eine fast 100jährigen Hochschulkooperation, bei der Fortentwicklung der Hochschulen in Afghanistan engagiert.  Bereits1922 traf eine erste Gruppe von jungen Afghanen zum Studium in Deutschland ein. Deutschland und die deutschen Hochschulen waren und sind immer noch für Tausende von Afghaninnen und Afghanen eine zweite Heimat und in ihrer Verzweiflung wenden sie sich an uns", so Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service.

 

„Jetzt ist es dringend notwendig, diesen verzweifelten Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Ausreise nach Deutschland zu ermöglichen und ihnen hier Schutz und Aufnahme zu bieten. Viele dieser verzweifelten Studierende sind die Töchter und Söhne von afghanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die früher in Deutschland studiert und gearbeitet haben und die, durch ihre Eltern eine große Verbundenheit mit Deutschland haben und hierauf ihre ganze Hoffnung der Rettung setzen" , so Dr. Ghawami weiter.

 

Aus Sicht des WUS ist es jetzt neben der unmittelbaren proaktiven Unterstützung bei der Ausreise aus Afghanistan notwendig, den Studierenden eine Fortsetzung ihrer Studien in Deutschland zu ermöglichen und an den Hochschulen für afghanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Lehr- und Forschungsmöglichkeiten zu eröffnen. Da die Deutsche Botschaft in Kabul geschlossen ist, sollte auch für diese Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Visum bzw. Aufenthaltserlaubnis bei der Einreise in Deutschland erteilt werden.

 

Da absehbar die afghanischen Hochschulen geschlossen bleiben, schlägt der WUS vor, eine „Afghan Online Exile University" mit afghanischen Exil -Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu gründen, die über online Angebote ein Minimum an akademischer Bildung in Afghanistan als auch in den absehbaren Flüchtlingslagern in den Nachbarstaaten von Afghanistan gewährleisten könnte.

 

Während der Taliban Herrschaft von 1996 bis 2001 haben sich afghanische Studierende und Fachkräfte in Deutschland z. B. in Berlin, Bochum, Bonn und in Heidelberg intensiv mit Fragen der Re-Demokratisierung und des Aufbaus von z. B. Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen in Afghanistan beschäftigt und hierfür konkrete Pläne ausgearbeitet. Mit einem umfangreichen Reintegrationsprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnte u.a. der WUS nach 2002 rückkehrende afghanische Hochschulabsolventinnen und –absolventen und Fachkräfte bei deren Berufseinstieg in Afghanistan und Umsetzung ihrer Pläne unterstützen.

 

„Wie damals, gilt es nun an die Zeit nach dem Ende der Taliban-Herrschaft zu denken und Strukturen der afghanischen Exilgemeinschaft zu unterstützen, um ein Rückfall in eine bildungsfeindliche Taliban Diktatur  zu verhindern und die Grundlagen für ein freies und selbstbestimmtes Afghanistan zu legen", so Dr. Ghawami abschließend.

 


Die Stärkung von Demokratie und Zivilgesellschaft ist #weltweitwichtig

VENRO - 20. August 2021 - 17:25

Seit ungefähr zehn Jahren beobachten wir weltweit einen schleichenden, aber kontinuierlichen Niedergang von demokratischen Prinzipien und Menschenrechten. Diese Entwicklung hat sich durch die Corona-Pandemie weiter verstärkt. Umso wichtiger ist es, dass sich die Bundesregierung für eine lebendige und unabhängige Zivilgesellschaft einsetzt.

Im vergangenen Jahr – in den vergangenen Monaten, Wochen und Tagen – nahmen in Hong Kong, Belarus, Myanmar und Afghanistan Freiheitsrechte wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Frauenrechte dramatisch und sichtbar für die Weltöffentlichkeit ab. Doch bereits seit ungefähr zehn Jahren beobachten wir und unsere Partner_innen weltweit einen schleichenden, aber kontinuierlichen Niedergang von demokratischen Prinzipien und Menschenrechten: Davon sind auch die Menschen in so bevölkerungsreichen Ländern wie Bangladesch, Brasilien, Ägypten, Indien und Indonesien, Mexiko, Nigeria sowie den Philippinen und der Türkei betroffen. Noch vor einiger Zeit schien der Siegeszug der Demokratien auf der ganzen Welt gewiss. Seit den 1970er-Jahren wuchs die Zahl der Demokratien auf der ganzen Welt. Vor allem in den 1990er-Jahren erlebten wir eine nie dagewesene weltweite Demokratisierungswelle.

Maßnahmen sollen Kritiker_innen mundtot machen

Inzwischen erfahren demokratische soziale Bewegungen und unabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Vereine, Initiativen, Menschen- und Frauenrechtsverteidiger_innen, Aktivist_innen für Umweltschutz, gegen den Klimawandel oder für sexuelle Minderheiten sowie unabhängige Blogger_innen und Journalist_innen immer mehr existentielle Bedrohungen. Diese Entwicklung hat sich durch die Pandemie und unverhältnismäßige Einschränkungen – wie dem systematischen Ausbau von Überwachung, Zensur oder Gewalt gegen Demonstrierende – verstärkt. Die Maßnahmen dienten oftmals nicht der Pandemieeindämmung, sondern sollten Kritiker_innen mundtot machen. Die Folge ist, dass in immer mehr Ländern Aktivist_innen ihr Engagement für eine bessere Zukunft mit ihrem Leben, ihrer Freiheit oder ihrer Gesundheit bezahlen und zivilgesellschaftliche Organisationen ihre wichtige Arbeit für Hilfsbedürftige oder für Menschenrechte nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr leisten können.

Dem Institut für Entwicklungs- und Friedensstudien INDEPAZ zufolge wurden allein im Jahr 2020 in Kolumbien 309 soziale Anführer_innen und Menschenrechtsverteidiger_innen ermordet. Die Polizei reagierte auf die Welle von friedlichen Demonstrationen im Land, die im April 2021 wegen neuer Steuergesetze begann, mit dem Einsatz exzessiver, oft brutaler Gewalt – u.a. scharfer Munition. Laut Human Rights Watch sind allein bis Anfang Juni 2021 im Zusammenhang mit den Protesten 68 Menschen getötet worden, über  1.100 Personen wurden verletzt und weitere 1.200 verhaftet. Mehr als 400 Personen wurden bis Anfang Juni zudem als vermisst gemeldet.

Bundesregierung muss Menschenrechte aktiv und verbindlich schützen

Die Hauptursachen für den sogenannten Shrinking Space of Civil Society sind meist Konflikte um die politische und wirtschaftliche Macht: Politische Führungen versuchen, sich mit autoritären Mitteln an der Macht zu halten oder Missmanagement, Korruption und Klientelismus zu vertuschen bzw. zu ermöglichen. Das daraus resultierende Politikversagen und die soziale Unsicherheit tragen oft dazu bei, dass sich die unzufriedene Bevölkerung polarisiert, Identitätspolitik an Bedeutung gewinnt und fundamentalistische und extremistische Bewegungen entstehen bzw. erstarken.

Um Menschenrechte, ihre Verteidiger_innen und zivilgesellschaftliche Organisationen weltweit zu schützen, fordern wir, dass die Bundesregierung

  • die EU-Leitlinien zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger_innen konkretisiert und in allen deutschen diplomatischen Vertretungen systematisch und verbindlich umsetzt.
  • Visaverfahren für gefährdete Aktivist_innen erleichtert und Drittländer bei der Erstellung von Gesetzen zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger_innen unterstützt.
  • verbindliche Prüfverfahren wie menschenrechtliche Risikofolgenabschätzungen unter Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Akteur_innen einführt, die sicherstellen, dass außenpolitische Entscheidungen und Maßnahmen Deutschlands die Menschenrechte und die zivilgesellschaftlichen Handlungsräume fördern und nicht negativ beeinflussen.
  • sich in Regierungskonsultationen und -verhandlungen für den Schutz und die Partizipation einer lebendigen und unabhängigen Zivilgesellschaft einsetzt.

Dieser Artikel ist Teil unserer Themenreihe zur Bundestagswahl 2021, in der wir unsere Erwartungen für die kommende Legislaturperiode formulieren. Die Blogserie basiert auf unserem aktuellen Positionspapier Was jetzt #WeltWeitWichtig ist – Erwartungen an die Parteien zur Bundestagswahl 2021. Darin fordern wir die Parteien, die zukünftigen Abgeordneten und die kommende Bundesregierung auf, ihre Prioritäten auf eine nachhaltige Politik zu richten, die alle mitnimmt!

Lesen Sie mehr dazu unter www.weltweitwichtig.de.

UNICEF-Bericht zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Kinder

SID Blog - 20. August 2021 - 4:26
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UNICEF: Eine Milliarde Kinder durch die Auswirkungen des Klimawandels „extrem stark gefährdet"

Erster Klima-Risiko-Index für Kinder von UNICEF: Junge Menschen in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad und in Nigeria am stärksten bedroht

Im November 2020 wurde Nicaragua von zwei heftigen Tropenstürmen getroffen. © UNICEF/UN0372815/Ocon/AFP-Services

New York/ Köln, 20. August 2021, 02.01 Uhr // Kinder, die in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad, in Nigeria, Guinea und Guinea-Bissau leben, sind am stärksten durch die Auswirkungen des Klimawandels gefährdet. Der Klimawandel und Umweltbelastungen bedrohen die Gesundheit, Bildung und den Schutz der Kinder und setzen sie tödlichen Krankheiten aus. Dies geht aus dem ersten Klima-Risiko-Index für Kinder von UNICEF hervor, der heute gemeinsam mit Fridays for Future zum dritten Jahrestag der globalen Klimastreikbewegung veröffentlicht wurde. Deutschland liegt in der Rangliste auf Platz 142 von insgesamt 163 analysierten Ländern. Kinder hierzulande sind demzufolge im Weltvergleich weniger stark durch die Folgen von klima- und umweltbedingten Gefahren, Schocks und Belastungen betroffen.

Der Bericht „Die Klimakrise ist eine Krise der Kinderrechte: Einführung des Klima-Risiko-Index für Kinder" ist die erste umfassende Analyse von Klimarisiken aus der Perspektive von Kindern. Die Auswertung aktuellster Daten zeigt in einer globalen Rangliste, in welchen Ländern und in welchem Maße Kinder klima- und umweltbedingten Schocks wie Wirbelstürmen und Hitzewellen ausgesetzt sind. Dazu wurde auch ihre Verletzlichkeit gegenüber diesen Gefahren untersucht, basierend auf ihrem Zugang zu einer Grundversorgung.

Weltweit leben danach etwa eine Milliarde Kinder – fast die Hälfte der 2,2 Milliarden Mädchen und Jungen weltweit – in einem der 33 Länder, die aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels als „extrem stark gefährdet" gelten. Kinder sind dort mehreren klima- und umweltbedingten Gefahren, Schocks und Belastungen ausgesetzt und zudem besonders verletzlich aufgrund der unzureichenden Grundversorgung in den Bereichen Wasser und Sanitär, Gesundheit und Bildung. Die Ergebnisse spiegeln die aktuelle Situation der Kinder wider. Es ist davon auszugehen, dass sich die Zahlen noch verschlechtern, wenn sich die Auswirkungen des Klimawandels beschleunigen.

„Das Leben der heutigen Kinder wird in erschreckend vielen Ländern bereits stark durch die Klimakrise bestimmt", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Es ist klar, dass nur die konsequente Senkung der Treibhausgas-Emissionen den Klimawandel stoppen kann. Doch der Bremsweg ist selbst bei raschen Entscheidungen lang. Es muss daher sofort und dringend mehr in die Anpassung der Lebensbedingungen von Kindern an die Veränderungen in ihrer Umwelt investiert werden. Wir müssen ihre Widerstandskraft stärken, indem wir ihre Grundversorgung verbessern und ihnen ermöglichen, zu verstehen, was mit der Erde passiert – auch, um selbst handeln zu können." 

Der Klima-Risiko-Index für Kinder („Children's Climate Risk Index", CCRI) zeigt:

  • 240 Millionen Kinder in Küstenregionen sind stark betroffen von Überschwemmungen,
  • 330 Millionen Kinder an Flüssen sind stark betroffen von Überschwemmungen,
  • 400 Millionen Kinder sind stark betroffen von Wirbelstürmen (Zyklone),
  • 600 Millionen Kinder sind stark betroffen von Krankheiten, die in Folge der Erderwärmung zunehmen, wie Malaria
  • 815 Millionen Kinder sind stark betroffen von Bleivergiftungen,
  • 820 Millionen Kinder sind stark betroffen von Hitzewellen,
  • 920 Millionen Kinder sind stark betroffen von Wasserknappheit und 
  • 1 Milliarde Kinder sind stark betroffen von extrem hoher Luftverschmutzung (>35µg/m3)

Während fast jedes Kind weltweit von mindestens einer dieser klima- und umweltbedingten Gefahren bedroht ist, zeigen die Daten, dass die Kinder in den am stärksten betroffenen Ländern mit mehreren und sich oft überschneidenden Schocks konfrontiert sind. Dies gefährdet Entwicklungsfortschritte und droht die Not von Kindern zu verschärfen.

Schätzungsweise 850 Millionen Kinder – jedes dritte Kind weltweit – leben in Gebieten, in denen sich mindestens vier dieser klima- und umweltbedingten Schocks überschneiden. Bis zu 330 Millionen Kinder – 1 von 7 Kindern weltweit – leben in Gebieten, die von mindestens fünf schweren Schocks betroffen sind.

Der Bericht zeigt ein Missverhältnis zwischen den Ländern, in denen Treibhausgas-Emissionen erzeugt werden, und solchen, in denen Kinder unter den stärksten klimabedingten Auswirkungen leiden. Die 33 „extrem risikoreichen" Länder emittieren zusammen nur 9 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Umgekehrt verursachen die zehn Länder mit den höchsten Emissionen zusammen fast 70 Prozent der weltweiten Emissionen. Nur Indien aus dem Kreis dieser Länder wird im Index als „extrem risikoreich" eingestuft.

„Der Klimawandel ist zutiefst ungerecht. Obwohl Kinder für den Anstieg der globalen Temperaturen nicht verantwortlich sind, werden sie den höchsten Preis dafür zahlen", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Aber es ist noch Zeit zu handeln. Wenn wir den Zugang von Kindern zur Grundversorgung verbessern, beispielsweise zu Wasser und sanitären Einrichtungen, zur Gesundheitsversorgung und Bildung, kann sich auch ihre Fähigkeit, Klimagefahren zu überleben, erheblich verbessern. UNICEF fordert Regierungen und Unternehmen nachdrücklich dazu auf, Kindern zuzuhören und Maßnahmen zu priorisieren, die Kinder vor den Auswirkungen des Klimawandels schützen, und gleichzeitig die Anstrengungen zur drastischen Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen zu beschleunigen."

Ohne die dringend erforderlichen Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen werden Kinder weiterhin am stärksten unter den Folgen des Klimawandels und Umweltbelastungen leiden. Im Vergleich zu Erwachsenen benötigen Kinder mehr Nahrung und Wasser pro Kilogramm des Körpergewichts, sind weniger in der Lage, extreme Wetterereignisse zu überleben und sind unter anderem anfälliger für giftige Chemikalien, Temperaturschwankungen und Krankheiten.

In ihrem Vorwort zu dem Bericht erklären Farzana Faruk Jhumu (Bangladesch), Eric Njuguna (Kenia), Adriana Calderón (Mexiko) und Greta Thunberg (Schweden) von Fridays for Future: „Die Bewegungen junger Klimaaktivist*innen werden weiter zunehmen, weiterhin wachsen und für das Richtige kämpfen, weil wir keine andere Wahl haben. Wir müssen anerkennen, wo wir stehen, den Klimawandel wie eine Krise behandeln und mit aller notwendigen Dringlichkeit handeln, um sicherzustellen, dass die Kinder von heute einen lebenswerten Planeten erben."

UNICEF fordert von Regierungen, Unternehmen und relevanten Akteur*innen:

1. Investitionen in die Klimaanpassung und Widerstandsfähigkeit von zentralen Dienstleistungen für Kinder erhöhen. Um Kinder, besonders schutzbedürftige Menschen und Gemeinden vor den schlimmsten Auswirkungen des sich bereits ändernden Klimas zu schützen, müssen wichtige Dienstleistungen angepasst werden, unter anderem in den Bereichen Wasser, Sanitär und Hygiene sowie Gesundheit und Bildung.

2. Treibhausgas-Emissionen reduzieren. Um die drastischsten Folgen der Klimakrise zu verhindern, sind umfassende und dringende Maßnahmen erforderlich. Die Länder müssen ihre Emissionen bis 2030 um mindestens 45 Prozent (gegenüber dem Niveau von 2010) reduzieren, um die Erwärmung auf nicht mehr als 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

3. Kindern Kenntnisse im Bereich Klima und Umweltschutz vermitteln. Dies ist für die Anpassung an und die Vorbereitung auf die Auswirkungen des Klimawandels entscheidend. Kinder und Jugendliche müssen mit den verheerenden Folgen der Klimakrise und der Wasserunsicherheit leben, obwohl sie am wenigsten dafür verantwortlich sind. 

4. Junge Menschen in alle nationalen, regionalen und internationalen Klimaverhandlungen und -entscheidungen einbeziehen, auch auf der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow in diesem Herbst.

5. Sicherstellen, dass die Erholung von den ökonomischen und sozialen Folgen der COVID-19-Pandemie umweltfreundlich, kohlenstoffarm und inklusiv erfolgt, damit die Fähigkeit künftiger Generationen, die Klimakrise zu bewältigen und auf sie zu reagieren, nicht beeinträchtigt wird.

Eine an Kinderrechten orientierte Umwelt- und Klimapolitik ist eine zentrale Forderung von UNICEF Deutschland zur Bundestagswahl.

» Eine deutschsprachige Zusammenfassung des Berichts steht hier zum Download bereit.

» Der englischsprachige Bericht ist hier abrufbar.

» Bild- und Videomaterialien stehen hier zur Verfügung.

Der Klima-Risiko-Index für Kinder wurde in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern entwickelt, darunter Data for Children Collaborative, ein gemeinsames Projekt von UNICEF, der schottischen Regierung und der Universität Edinburgh. Um den Bericht jungen Menschen weltweit zugänglich zu machen, hat UNICEF auch mit Climate Cardinals zusammengearbeitet, einer internationalen gemeinnützigen Jugendorganisation, die Forschungsberichte und Informationen zum Klimawandel übersetzt, um damit so viele Jugendliche und Entscheider*innen wie möglich erreichen zu können.

Bundesumweltministerium unterstützt entwaldungsfreie Lieferketten für Agrarrohstoffe

SID Blog - 19. August 2021 - 14:21
Online-Atlas soll Unternehmen Möglichkeiten aufzeigen, ihre Agrarlieferketten nachhaltiger zu gestalten

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat heute in Bonn einen Förderscheck an das Projekt „ELAN: Entwaldungsfreie Lieferketten – Ein Online-Atlas für Nachhaltigkeit in Unternehmen" überreicht. Das Verbundvorhaben soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre Lieferketten auf Entwaldungsrisiken zu überprüfen und entsprechend gegenzusteuern. Wo genau kommen importierte Rohstoffe wie Palmöl, Soja, Kautschuk, Kaffee oder Kakao her? Wurden für deren Anbau Wälder gerodet? Und was sind geeignete Maßnahmen zum besseren Klimschutz und Erhalt der Artenvielfalt? Diese Fragen soll ein Online-Atlas beantworten, den die„Global Nature Foundation" und „OroVerde – die Tropenwaldstiftung" in den nächsten drei Jahren erarbeiten. Das Projekt wird innerhalb des Förderaufrufes für innovative Klimaschutzprojekte der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) mit rund 465.000 Euro gefördert.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Wälder speichern große Mengen Kohlenstoff. Sie sind die Lunge unseres Planeten. Die fortschreitende globale Entwaldung trägt daher maßgeblich zum Klimawandel bei. Weltweit wird Wald gerodet, um Platz für landwirtschaftliche Flächen zu schaffen. Die dort produzierten Nahrungsmittel landen über teils komplizierte Umwege auch auf unseren Tellern. Das nun geförderte Projekt wird deutschen Unternehmen Möglichkeiten aufzeigen, ihre Lieferketten entwaldungsfrei zu gestalten und so zum Kampf gegen den Klimawandel beizutragen."

Ziel des Projektes ist es, Unternehmen aber auch Verbraucher*innen den Beitrag entwaldungsfreier Lieferketten zum Klimaschutz zu verdeutlichen, die Herkunft einzelner Rohstoffe transparent zu machen und gezielt Gegenmaßnahmen anzuregen. Entwaldungsfreie Lieferketten stellen sicher, dass für den Anbau von Agrar- und anderer importierter Rohstoffe keine Wälder zerstört werden und reduzieren damit die Emission von Treibhausgasen. Am Anfang des Projektes steht gemeinsam mit Unternehmen eine Bestandsaufnahme von Risikorohstoffen, bestehenden Selbstverpflichtungen und bereits verfügbaren Tools. Der Online-Atlas soll Lösungen aufzeigen, die in einer Pilotphase von ausgewählten Unternehmen umgesetzt werden. So kann Entwaldung zum Beispiel durch die gezielte Auswahl der Zulieferer und Beschaffungsregionen, die Forderung nach Einhaltung bestimmter Standards in der Zusammenarbeit mit Zulieferern oder die Substitition von Risikorohstoffen verhindert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend mit Unternehmen, politischen Entscheidungsträger*innen und Expert*innen besprochen. Insbesondere kleinere Unternehmen, die die Komplexität von Lieferketten in einer globalisierten Welt vor große Herausforderungen stellen kann, sollen von der Unterstützung profitieren.

Bereits im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung Leitlinien zur Förderung von entwaldungsfreien Lieferketten von Agrarrohstoffen veröffentlicht, im Juni dieses Jahres hat der Deutsche Bundestag ein Lieferkettengesetz verabschiedet. Voraussichtlich zum Ende des Jahres wird außerdem die Europäische Kommission einen Gesetzesvorschlag zu entwaldungsfreien Lieferketten vorlegen. Dabei soll Sorgfaltspflichten für Unternehmen eine große Bedeutung zukommen.

Das Bundesumweltministerium beteiligt sich zudem im Vorfeld der 26. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention an einer Dialogreihe zwischen Produzenten- und Konsumentenländern für Agrarrohstoffe mit dem Ziel, die globale Entwaldung zu reduzieren.

Das Förderprogramm:

Im Rahmen des Förderaufrufes für innovative Klimaschutzprojekte der Nationalen Klimaschutzinitiative werden innovative nicht-investive Klimaschutzprojekte aus den Bereichen Kommunen, Wirtschaft, Verbraucher und Bildung gefördert, die in klimarelevanten Handlungsfeldern substanzielle Beiträge zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung leisten und eine bundesweite Sichtbarkeit aufweisen.  Seit 2011 hat das Bundesumweltministerium bundesweit bereits rund 300 innovative Klimaschutzvorhaben im Rahmen des Förderaufrufes mit einem Fördervolumen in Höhe von rund 198 Millionen Euro bewilligt.

Bis zum 30. September 2021 können innovative Projektskizzen für die bundesweite Verbreitung bereits pilothaft erprobter Klimaschutzmaßnahmen (Modul 2) eingereicht werden. Die besten Projekte werden in einem wettbewerblichen Verfahren ausgewählt und zur Antragstellung aufgefordert.

Weitere Informationen stehen unter https://www.klimaschutz.de/innovative-klimaschutzprojekte  zur Verfügung.


 


EU-Regierungen müssen Schutz für Afghan*innen sicherstellen

SID Blog - 19. August 2021 - 14:20
Oxfam fordert Evakuierung aller gefährdeten Menschen aus Afghanistan

Berlin, 18.08.2021. Als Reaktion auf die aktuelle Situation in Afghanistan und das heutige Treffen der EU-Innenminister appelliert Oxfam an die europäischen Regierungen, rasch Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um so viele Menschen wie möglich zu schützen.

Raphael Shilhav, Experte für Migration im Oxfam-Büro in Brüssel, sagt:

„Wir sind zutiefst besorgt über die Krise, die sich zurzeit in Afghanistan abspielt und die für die afghanische Bevölkerung, insbesondere für Frauen und Mädchen, eine große Bedrohung darstellt. Wir fordern die EU und die europäischen Regierungen auf, dringend die Evakuierung aller gefährdeten Menschen aus Afghanistan sicherzustellen, die das Land auf sicherem Wege verlassen möchten.

Die Nachbarländer in der Region werden ohnehin die größte Zahl von Flüchtlingen aufnehmen. Deutschland und die anderen europäischen Ländern stehen in der Verantwortung, ihnen dringend Unterstützung zu gewähren, um den Schutz aller Menschen zu gewährleisten, die vor Kämpfen oder Verfolgung fliehen. Menschen in Afghanistan dürfen nicht daran gehindern werden, sich in Sicherheit zu bringen. Ihnen muss ihnen geholfen werden, wo immer dies möglich ist. Alle europäischen Regierungen haben die Pflicht, jede Form erzwungener Rückkehr nach Afghanistan zu unterlassen und afghanischen Staatsangehörigen auf der Flucht Schutz zu gewähren."

 


Futur 2 NachhaltigkeitsTalks „Energie“ am 27. August 2021

#Nachhaltigkeit in #Hamburg - 19. August 2021 - 9:15

Am Freitag, dem 27. August 2021 laden die Futur 2 NachhaltigkeitsTalks von 13 bis 15 Uhr nach der Sommerpause wieder zu einem Online-Vortrag ein. Das Thema in diesem Monat ist “Energie”, die Referenten sind Björn Hansen und Ole Hering vom Futur 2 Festival. Das Futur 2 Festival in Hamburg ist das erste komplett energieautarke Festival. …

Futur 2 NachhaltigkeitsTalks „Energie“ am 27. August 2021 Weiterlesen »

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Germany votes – so what for global governance?

DIE Blog - 18. August 2021 - 14:00

© Pixabay

On 26 September, Germany’s population votes for a new Parliament and, in extension, for a new government. The stakes are high as Angela Merkel, after 16 years in office, will not run again paving the way for a new Chancellor and potentially new approaches to external affairs.

Elections are a national event and are predominantly shaped by domestic agendas. However, in a number of cases, national events have global repercussions – and in all cases, global events should be considered locally, too. This interconnectedness is even more so relevant when we speak about a middle-power such as Germany that has engaged – and very much depends – on multilateralism and global cooperation, not least so from a position of one of the “big five” Member States of the European Union and one of the world’s largest economies and biggest trading nations. As a result, Germany has a seat at the table of the G20 and the G7, which it will chair in 2022. The next German government will have to made up its mind which strategic partners it will engage and cooperate with. Beyond this important question, the choice of external policies will very much be determined by the issues that the next government of Germany – in any governing coalition setting – will have to address.

The next government

With change in highest government offices in Germany imminent, it is unclear, however, who’s going to be in the next government. One can argue that that’s always the case in democracies and the very reason why we hold elections. This time, however, polls show a rather three-way race between conservatives, greens and social democrats. German politics used to be less adversarial than elsewhere, with broad foreign policy consensus; this seems to be eroding, though, both from the left and the right, but holds with the large political centre. The biggest three parties – conservatives, social democrats and the greens – as well as the liberals, have similar commitments to multilateralism and European integration. Approaches differ, however, in important nuances with regard to, for instance, relations with Russia or China.

Constellations for the political parties that govern next are currently mere speculation. The issues all parties have to face in global relations, though, are often also externally driven, as typical for middle-powers, and will require an answer by any government, whatever their political colours. Let’s focus on the key issues – not an exhaustive list, though – the next German government will have to face.

Climate change requires action

The global climate is arguably the most illustrative example for global interconnectedness, standing as an example for other global commons such as biodiversity or health. Germany needs to act on mitigation, so as to keep the world’s average warming close to 1.5°C. As the recent IPCC report has shown, climate change is man-made, is accelerating and the window to prevent an overheating of our atmosphere is closing quickly. Also, extreme weather events have become more likely – and a painful illustration to this was the latest flooding in Western Europe, the Black Sea, and Central China or the heat waves in large parts of Southern Europe and North America.

How to react to this challenge? Germany’s CO2 emissions only constitute about 2% of the global output. Yet, action needs to happen, as Germany has disproportionately high emissions per capita of its population AND a historically higher emission than other (due to industrialisation taking place at the end of the 19th century). Leading by example might be another big motivation for strong climate change mitigation actions by the next government. This insight is also driven by a strong self-interest as the prevention of extreme weather events, which will become more frequent with rising global temperature, in Germany very much depends on actions in other parts of the world where greenhouse gas emissions are rising fast. These countries might ask themselves why they should substantially contribute to climate change mitigation while a wealthy and technologically advanced country such as Germany does not do enough in its own right.

Multilateralism to be revived

Whichever coalition will govern, it is almost certain that they will be prone to promote international cooperation, as that’s both in the DNA of post-WW-II policy making in German – and is in the very interest of a globally connected middle-power like Germany.

A first reference point is the internal cohesion of the EU that will require attention and involvement. Effects of climate change and political populism in a number of European countries might discourage cooperation within the EU. However, transformation of the economic system can only be done jointly when countries and their economies are as closely knit together as they are in the European Union. And global voice for Europe will require speaking with one voice.

Specifically in “communitarised” policy areas such as trade, critically important engagement – be that on reforming the World Trade Organization (WTO) or flanking Carbon-neutrality in trade policy – will require global cooperation. Knowledge and skills are a global item, too – and without collaboration in science and technology, little can be achieved on a unilateral pathway for Germany.

The fork in the road to 2030

Overall, the Agenda 2030 remains an important task – domestically and in international cooperation. Taking decisions on large investments usually comes with longer-term considerations until when investments will have paid off, with time horizons usually beyond 10 years. The next German government, therefore, will be in office for key decision points on reaching internationally set sustainable development goals. If they don’t act during their parliamentary term until 2025, the timeframe will be too short as to have a meaningful impact until the end of the decade.

Making good use of opportunities

The substantial transformation of the economic model in Germany and Europe requires partners. The EU’s Green Deal is one such frameworks, and it will require political shaping and implementation at national level. It has become part of the “recover forward” after the Corona pandemic’s hard hit – and includes efforts on digitalisation, where Germany is not a global champion, as well as more work on moving towards a circular economy. Collaborations on renewable energy are also likely so as to foster sustainable electrification of transport.

The next German government needs to look for other opportunities to foster global cooperation. One of these opportunities more or less falls into the lap of the new government: Germany will host and chair the next years G7 process. While this historically important format of economically significant economies has been replaced by the G20 – which Germany chaired in 2017 – it still represents a good enough opportunity to set international agendas, and are an important starting point for promoting global transformation projects and reforming multilateral institutions. These opportunities, however, need to be realised jointly with the G20. Close collaboration with emerging countries such as Indonesia – the host of next year’s G20 – is essential.

International relations or international effects of German policy making unfortunately do not feature most prominently in political parties’ programmes. Voters are citizens, and domestic comes first, naturally. Yet, with regard to the political debate and feasibilities in Germany, more discussion on effects and international preconditions for policies would be desirable. And certainly, it will be relevant to the future of globalisation, at least in some areas, who will obtain the mandate by German voters on 26 September 2021.

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