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The French response to the Corona Crisis: semi-presidentialism par excellence

DIE - 19. Januar 2038 - 4:14

This blog post analyses the response of the French government to the Coronavirus pandemic. The piece highlights how the semi-presidential system in France facilitates centralized decisions to manage the crisis. From a political-institutional perspective, it is considered that there were no major challenges to the use of unilateral powers by the Executive to address the health crisis, although the de-confinement phase and socio-economic consequences opens the possibility for more conflictual and opposing reactions. At first, approvals of the president and prime minister raised, but the strict confinement and the reopening measures can be challenging in one of the European countries with the highest number of deaths, where massive street protests, incarnated by the Yellow vests movement, have recently shaken the political scene.

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Weltbevölkerungstag 2020: Ein milliardenschweres Potenzial 

ONE - 10. Juli 2020 - 16:06

Der Weltbevölkerungstag wurde am 11. Juli 1987 anlässlich des  “Five Billion Day” ins Leben gerufen. An diesem Tag wuchs die Weltbevölkerung auf fünf Milliarden Menschen an. Seitdem soll er jährlich darauf aufmerksam machen, dass nachhaltige Entwicklung nur dann möglich ist, wenn demografische Trends nicht außer Acht gelassen werden. Denn: Unsere Bevölkerung wächst jedes Jahr um weitere 100 Millionen Menschen. Alle von ihnen verdienen ein Leben voller Chancen, frei von extremer Armut und Hunger. 

1994: Ein Plan für nachhaltiges Bevölkerungswachstum  

Kairo 1994: Die erste Weltbevölkerungskonferenz (International Conference on Population and Development, kurz: ICPD) findet statt. Dort arbeiteten die Regierungen von 179 Ländern ein Aktionsprogramm aus, das seitdem als Leitfaden für internationale politische Maßnahmen für nachhaltiges Bevölkerungswachstum dient. Das Bemerkenswerte an diesem Programm: Es betont die Wichtigkeit von gesundheitlicher Aufklärung und aktiver Teilhabe und Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen. Das ist zentral, denn diese Punkte wirken auch effektiv gegen extreme Armut – eine der größten Herausforderungen in bevölkerungsstarken, weniger entwickelten Ländern.  

2014 wurde dieser Plan erneut überarbeitet. Im Mittelpunkt stehen weiterhin Punkte, die unerlässlich für ein Ende extremer Armut sind: Gezielte Förderung von Frauen und Mädchen, Bildung und eine vorausschauende Einbeziehung künftiger Migrationsströme durch Konflikte, Nöte und die Auswirkungen der Klimakrise. An dieser Stelle möchten wir noch zwei weitere Aspekte hervorheben, die dringend unsere Aufmerksamkeit benötigen: Ernährungssicherheit und die Möglichkeiten der demografischen Dividende.  

11 Milliarden bis 2100? – Herausforderungen und Chancen 

 

Keur Simbara, Senegal (February 17, 2017)

  1. Die Macht der Bildung
    Wenn Kinder, insbesondere Mädchen, Zugang zu qualitativer Bildung erhalten, nehmen sie die eigene Lebens- und Familienplanung häufig selbst in die Hand. Bildung, insbesondere zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, zeigt Frauen und Mädchen auf, wie vielfältig sie ihre Zukunft gestalten können. Diese Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht, das weiterhin Millionen Kindern weltweit verwehrt bleibt. Dabei sprechen die Zahlen für sich: Bildung senkt die Geburtenrate und verlangsamt das Bevölkerungswachstum. Gute Schulbildung verringert auch andere Risiken, denen Frauen und Mädchen ausgesetzt sind. In Ländern des globalen Südens laufen Millionen Mädchen und Frauen jährlich Gefahr, Opfer gewaltsamer Eingriffe in ihr Leben zu werden. Zwangsverheiratung ist weiterhin tägliche Realität für Tausende Mädchen weltweit. Dabei werden nicht nur Kinderrechte missachtet, sondern viele Türen für immer verschlossen. Mädchen, die solche Eingriffe erfahren, bekommen im Vergleich wesentlich früher Kinder und müssen ihre Schulbildung abbrechen. Menschenrechtswidrige Praktiken in jungem Alter, wie weibliche Genitalverstümmelung, nehmen häufig zerstörerischen Einfluss auf das Selbstbewusstsein sowie die mentale und physische Gesundheit von Mädchen, oft lebenslang. Gegen solche gewaltsamen Eingriffe in das Leben von Mädchen und Frauen wirkt Bildung effektiv, denn durch sie entwickeln sich oft Widerstand und der Wille zur Selbstbestimmung. Bildung ist somit gleichermaßen Schlüssel für Gleichberechtigung, nachhaltiges Bevölkerungswachstum und ein Ende extremer Armut.

    Olivia Gimbo, who is a beneficiary of PRP (Protacted Relief Programme), holds up her families supply of food for the week in Epworth, Harare on the 22nd April, 2009. The PRP programme via the NGO’s Practical Action, Christian Aid and the World Food Programme, is supported by AusAid, provides cash transfers to vulnerable people throughout Zimbabwe as the economic situation deteriorates.

  2. Nachhaltige Ernährung für Milliarden
    Eine wachsende Bevölkerung stellt eine wachsende Herausforderung für Ernährungssicherung und Wasserressourcen dar. Es bedarf landwirtschaftlicher Methoden, die zukunftsfähig sind. Besonders in trockenen oder tiefen Regionen müssen Prozesse wie Wüstenbildung und Dürren, aber auch Überschwemmungen und der ansteigende Meeresspiegel als Resultate des Klimawandels mitgedacht werden. Diese kosten Regierungen weniger entwickelter Länder weltweit jährlich Milliarden. Ernährungssicherung muss sich nachhaltig gestalten, nicht nur um Unterernährung und Hunger entgegenzuwirken, sondern auch, um die Landwirtschaft als Arbeitssektor zu sichern. In zahlreichen Ländern Sub-Sahara-Afrikas arbeitet die Mehrheit der Bevölkerung im landwirtschaftlichen Sektor. In Uganda sind es beispielsweise beinahe 70, im Süd-Sudan sogar 90 Prozent. Damit sind diese Länder besonders vulnerabel für klimatische Katastrophen. Zusätzlich werden Länder des globalen Südens und besonders Sub-Sahara-Afrikas in den nächsten Jahrzehnten das stärkste Bevölkerungswachstum verzeichnen. In vielen von ihnen wird sich die Bevölkerung bis 2050 verdoppeln

    Credit: United Nations, DESA, 2019

  3. Die Chance der jungen Bevölkerung
    Länder Sub-Sahara-Afrikas könnten mehr als die Hälfte des gesamtem Bevölkerungswachstums in den kommenden Jahrzehnten ausmachen. Im Gegensatz zu den anderen Kontinenten wird vermutet, dass Afrikas Bevölkerung bis zum Ende des Jahrhunderts wachsen wird. Dabei bestimmt das Verhältnis der Altersgruppen maßgeblich die Chancen für die Wirtschaft in einem Land. Ideal ist: Arbeitsfähige Menschen zwischen 25 und 64 machen den größten Anteil aus. Denn dann sorgt ebendiese Altersgruppe für wirtschaftliches Wachstum und Staaten erzielen höhere Einnahmen. Bedeutet: Die Zahl der Menschen, die aktiv zur Wirtschaft beitragen, überwiegt die jener, die von ihr abhängig sind. Die Bevölkerungsentwicklung in Ländern des globalen Südens, wie Sub-Sahara-Afrika, vollzieht sich auf ebendiese Weise. Dieses Entwicklungspotenzial wird oft die demografische Dividende genannt. Diese ist und bleibt jedoch zunächst genau das: Ein Potenzial. Zahlreiche Faktoren werden in der Zukunft bestimmen, ob diese Chance genutzt werden kann. Zunächst ist sicherzustellen, dass für die rapide wachsende junge Bevölkerung vor Ort ausreichend menschenwürdige Arbeit geschaffen wird. Damit einhergehend sind zielgerichtete Investitionen in Bildung und Gesundheit unerlässlich. Nicht zuletzt spielt die Förderung von Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen eine elementare Rolle. 

    Die demografische Dividende stellt sich allerdings nicht automatisch ein, wenn es genug Menschen im entsprechenden Alter gibt. Dazu müssen die sozioökonomischen Bedingungen stimmen und junge Menschen müssen in der Lage sein, Arbeit zu finden. Dies können und müssen wir durch unseren Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung unterstützen. So könnte sich aus der wachsenden jungen Bevölkerung, besonders in Afrika, eine wahre Chance ergeben.  

Der Blick nach vorn 

Viele Staatenzusammenschlüsse wie die Afrikanische Union haben Pläne, das Potenzial der demografischen Dividende auszuschöpfen. Jedoch benötigt es die entschlossene Unterstützung einer internationalen Staatengemeinschaft, um nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Auch hier wird das Erreichen der Agenda 2030 und der Agenda 2063 der AU maßgeblich bestimmen, ob sich Bevölkerungswachstum in Zukunft als Bürde oder Chance herausstellt.  

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10. Juli 2020

ONE - 10. Juli 2020 - 14:39

1. Afrikanischen Union: Handlungsfähig oder nicht?
In einem Kommentar in der Deutschen Welle beleuchtet Isaac Mugabi die Afrikanische Union kritisch. 2002 wurde die AU gegründet als Nachfolgerin der Organisation für Afrikanische Einheit, der mangelnde Handlungsbereitschaft vorgeworfen worden sei. Die AU solle größere Eingriffsrechte haben und mit Streitkräften für humanitäre Interventionen ausgerüstet sein. Jedoch sei das nach Auffassung Mugabis nicht erfolgt. Die AU sei lediglich ein „noch aufwändigerer Gesprächskreis“. Die meisten Beschlüsse der AU werden nicht umgesetzt, da sie zu teuer seien und von europäischen Geldgebern abhängig. Zudem seien Friedensbemühungen in einzelnen Mitgliedsstaaten bisher erfolglos. Mugabi bezeichnet es als großes Versäumnis der AU, nicht auf einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu drängen. Das Handelsblatt berichtet, wie die Afrikanische Union (AU) im Staudamm-Streit zwischen Äthiopien, Sudan und Ägypten vermittelt. Nach einem virtuellen Spitzentreffen seien 90 Prozent der Fragen gelöst worden, wie das Gremium erklärt habe. Zu den noch offenen Punkten gehöre die Frage nach der Füllung des Damms. Äthiopien wolle demnächst damit beginnen, während die Nachbarn Sudan und vor allem Ägypten dem Vorhaben kritisch gegenüberstehen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi warnte Äthiopien vor einem Alleingang und fordert ein Abkommen zwischen allen betroffenen Staaten.

2. Studie: Agrar-Allianz in der Kritik
Wie die Frankfurter Rundschau und die Tageszeitung (taz) berichten, steht die Agrarinitiative Agra (Allianz für eine grüne Revolution in Afrika) durch eine neue Studie in der Kritik. Die Initiative, die 2006 unter anderem von der Bill und Melinda Gates Stiftung gegründet wurde, vergebe Zuwendungen von mehreren hundert Millionen US-Dollar für die afrikanische Landwirtschaft. In einer neuen Studie verschiedener entwicklungspolitischer Organisationen, darunter Brot für die Welt und die Rosa-Luxemburg-Stiftung, werde der Ansatz sowie der mangelnde Erfolg von Agra kritisiert. Die selbstgesteckten Ziele von der Verdopplung der Einkommen und Erträge von Kleinbäuer*innen seien nicht erreicht worden. Besonders in der Kritik stehe zudem die Förderung von lizenziertem Saatgut, synthetischen Düngern und Pestiziden und die Integration in globale Lieferketten. Stig Tanzmann, Agrarexperte vom Hilfswerk Brot für die Welt, sehe etwa mehr Potential in bäuerlichen Saatgut und lokal gut angepassten Anbau. Den Menschen vor Ort soll stärker auf Augenhöhe begegnet und die lokalen Kontexte mehr berücksichtigt werden, um einen Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken.

3. Migrationspolitik: Nimmt EU Menschenrechtsverletzungen billigend in Kauf?
Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet, kritisieren die Hilfsorganisationen Brot für die Welt und Medico International Rückkehrprogramme der EU für Migrant*innen. Schwere Menschenrechtsverletzungen an den Außengrenzen und in Transitländern würden seitens der EU in Kauf genommen, so das Fazit einer neuen Studie der beiden Organisationen. Damit werden bestehende Vorwürfe an der EU-Migrationspolitik untermauert. Die Teilnahme an solchen Programmen erfolge seitens der Betroffenen meist unfreiwillig und unter hohem psychischen und physischem Druck. Seit Jahren lagere die EU Grenzkontrollen aus und setze innerhalb von Herkunfts- und Transitländern auf die Förderung „freiwilliger“ Rückkehr. Libyen sei zum Beispiel seit 2015 mehr als 280 Millionen Euro für Rückkehrprogramme gezahlt worden. Nur ein Teil der Rückkehrer*innen habe jedoch jemals Zugang zu den Programmen erhalten. Katherina Braun, Referentin für Migration und Entwicklung bei Brot für die Welt fordere daher „einen grundlegenden Kurswechsel und eine Neuausrichtung“ in der EU-Migrationspolitik.

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Corona bedroht Frauengesundheit und Familienplanung in Afrika

DSW - 10. Juli 2020 - 14:26

Das Bevölkerungswachstum Afrikas stellt die Entwicklungsarbeit vor enorme Herausforderungen. In der Pandemie werden nun ausgerechnet die reproduktiven Rechte vernachlässigt, warnt Evelyn Samba zum Weltbevölkerungstag 2020.

Mit rund 320.000 bestätigten COVID-19-Fällen auf dem ganzen Kontinent ist Afrika bisher nicht so hart von der Pandemie getroffen worden wie andere Weltregionen. Viele afrikanische Regierungen haben bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Volkswirtschaften zu stützen und die Bürger vor Verdienstausfällen zu schützen.

Hingegen sind Diskussionen über die Auswirkungen von COVID-19 auf andere Bereiche des Lebens weitgehend vernachlässigt worden. So zum Beispiel die Familienplanung sowie die Gesundheit von Frauen und Mädchen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht sind. Das hat bereits jetzt schlimme Auswirkungen in Form von zunehmenden ungewollten Schwangerschaften, und insgesamt für Mütter, Neugeborene, Kinder und Jugendliche in Afrika.

Mehr HIV und ungewollte Schwangerschaften

Wenn Ärzte, insbesondere Frauenärzte, in Afrika nur noch eingeschränkt aufgesucht werden können, erhöht sich das Risiko für schwangere Frauen und ihre Familien: Mehr unsichere Geburten, weniger Zugang zu Verhütungsmitteln und damit ein größeres Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren. All das hat auch langfristige Auswirkungen auf Frauen, ihre Familien und die Gesellschaft.

In Simbabwe ging die Zahl der durchgeführten Kaiserschnitte bereits um 42 Prozent zurück, und im April fanden im Vergleich zum Vorjahr nur noch 15 Prozent der Geburten mit medizinisch fachkundigem Personal statt. Der Zugang zu Verhütungsmitteln ist in vielen Gebieten um 90 Prozent zurückgegangen. In einigen Teilen Kenias konnte nur noch ein Viertel der schwangeren Frauen eine Mütterberatungsstelle aufsuchen.

Die weitaus meisten Afrikanerinnen sind im Bereich der reproduktiven Gesundheit auf die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen angewiesen. Doch der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) hat in einem Bericht festgestellt, dass in Krisenzeiten die Bedürfnisse im Bereich der reproduktiven Gesundheit mit als erstes vernachlässigt werden.

Recht auf Familienplanung auch in der Pandemie

Doch selbst während der COVID-19-Pandemie müssen afrikanische Regierungen genau diese Dienstleistungen weiterhin anbieten. Das bedeutet, dass der öffentliche Gesundheitssektor in der Lage sein muss, Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, sexuell übertragbare Infektionen einschließlich HIV und andere Probleme bei Sexualität und Kinderwunsch zu behandeln sowie den Zugang zu Verhütungsmitteln sicher zu gewährleisten. Hebammen müssen in der Lage sein, Frauen zu besuchen, Informationskampagnen müssen fortgesetzt werden – auch wenn alle eine Gesichtsmaske tragen – und Kondome müssen auch an entlegenen Orten verteilt werden. Und selbst während der Pandemie haben afrikanische Frauen (und ihre Partner) das Recht auf ein befriedigendes und sicheres Sexualleben – und sie müssen entscheiden können, ob und wann sie Kinder haben wollen.

Wenn dies nicht gesichert ist, ist in den Ländern Afrikas mit einem Anstieg sexuell übertragbarer Infektionen einschließlich HIV, mit einer Zunahme unbeabsichtigter Schwangerschaften und damit unsicherer Abtreibungen sowie mit einem Anstieg der Todesfälle bei Müttern und Neugeborenen zu rechnen.

Kein Geld für das Gesundheitswesen

Schon vor der Pandemie hatten viele afrikanische Regierungen mit Problemen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu kämpfen. Vielerorts ist es nicht gelungen, das Gesundheitswesen ausreichend zu finanzieren – einschließlich der sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung. Trotz mancher Fortschritte im Laufe der Jahre kommen viele afrikanische Frauen und Mädchen bis heute immer noch nicht in den Genuss ihrer reproduktiven Rechte.

Die Hebamme Margie Harriet Egessa berät Schwangere in der Mukujju clinic in Uganda. Foto: Jonathan Torgovnik/Reportage by Getty Images.

Viel zu viele Frauen haben keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln, zu viele Jugendliche und junge Menschen werden ungewollt schwanger oder infizieren sich mit HIV. Die Müttersterblichkeit ist nach wie vor inakzeptabel hoch. Auf die afrikanischen Länder südlich der Sahara entfielen 66 Prozent der geschätzten weltweiten Müttersterblichkeit im Jahr 2017.  Über Jahrzehnte erzielte Verbesserungen stehen jetzt auf dem Spiel, wenn wir inmitten der Pandemie nicht auf die reproduktive Gesundheitsversorgung achten.

 

 

 

 

Umfassende Verpflichtung der Regierungen Afrikas

Hoffnung besteht darin, dass wir die Selbstverpflichtungen der höchsten politischen Funktionsträger für die Verbesserung reproduktiver Gesundheit haben. Auf dem Gipfeltreffen in Nairobi zum 25. Jahrestag der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung (ICPD+25) im Jahr 2019 haben sich die afrikanischen Regierungen umfassend verpflichtet: Sie wollen dringend benötigte Informationen und Dienstleistungen zur Familienplanung bereitstellen, die Müttersterblichkeit senken sowie sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und schädliche Praktiken verbieten.

Wenn nun die afrikanischen Regierungen die öffentlichen Gesundheitssysteme reorganisieren, um gegen COVID-19 gewappnet zu sein, müssen die Entscheidungsträger zugleich bedenken: Es ist ebenfalls unerlässlich, endlich angemessene Mittel bereitzustellen, um den Bedarf an reproduktiver Gesundheitsversorgung für afrikanische Frauen und ihre Partner zu decken.

Evelyn Samba – Länderdirektorin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Kenia.

Über die Autorin

Evelyn Samba ist Landesdirektorin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Kenia. Die NGO arbeitet in mehreren afrikanischen Ländern und in Europa zu Fragen der nachhaltigen und rechtebasierten Bevölkerungsentwicklung. Ein Schwerpunkt liegt auf Beratung und Unterstützung des Zugangs von Frauen und Jugendlichen zu Aufklärung und Mitteln der Familienplanung.

Mehr von Evelyn Samba können Sie in einem Interview der Deutschen Welle hören.  

 

 

 

Dieser Beitrag ist auch bei der Deutschen Welle erschienen.

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BICC | Vernetzung und Transfer in der Flucht- und Flüchtlingsforschung: FFVT geht online

Bonn - 10. Juli 2020 - 10:00
Mit ffvt.net geht ein umfassendes Online-Informationsangebot zur Flucht- und Flüchtlingsforschung in Deutschland an den Start. Das Anfang 2020 begonnene Projekt „Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer” (FFVT), gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), präsentiert hier eine interaktive Übersicht über die Forschungslandschaft und bietet ständig aktualisierte Möglichkeiten zur Vernetzung an. Globale Krisen, ausgelöst […]
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Weltbevölkerungstag 2020: 7.798.407.840 Menschen leben auf der Erde

DSW - 10. Juli 2020 - 10:00
DSW: “Durch Corona-Pandemie können sich viele Frauen nicht vor ungewollten Schwangerschaften schützen”

Im weltweiten Durchschnitt bekommen Frauen heute weniger Kinder als in früher. Während eine Frau in den 1960er Jahren im Durchschnitt noch etwa fünf Kinder zur Welt brachte, sind es heute 2,4. Trotzdem wächst die Weltbevölkerung jede Sekunde um 2,6 Menschen (Geburten abzüglich Todesfälle). Zu den derzeit rund 7,79 Milliarden Menschen kommen jedes Jahr 82 Millionen Menschen hinzu, also in etwa die Bevölkerung Deutschlands. Wenn heute alle Menschen frei darüber entscheiden könnten, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen, könnten zahlreiche ungewollte Schwangerschaften vermieden werden. Das jährliche Bevölkerungswachstum würde sich dann um ein Viertel verringern. Das gibt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des Weltbevölkerungstages am 11. Juli 2020 bekannt.

Ungewollte Schwangerschaften

Auch im Jahr 2020 können immer noch nicht alle Frauen und Mädchen frei über ihren Körper und ihre Sexualität entscheiden. Das hat zur Folge, dass weltweit in Entwicklungsländern zwei von fünf Schwangerschaften ungewollt sind. „Mädchen im Jugendalter zwischen 15 und 19 Jahren in Entwicklungsländern sind besonders stark davon betroffen: Jede zweite Schwangerschaft ist ungewollt. Mehr als die Hälfte dieser ungewollten Schwangerschaften führen zu Schwangerschaftsabbrüchen, von denen viele unsicher sind“, sagt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW).

Frauen und Mädchen in Afrika südlich der Sahara werden im weltweiten Vergleich überproportional oft ungewollt schwanger. Jede zweite Frau, die dort verhüten möchte, hat nicht die Möglichkeit dazu. Weltweit betrachtet hat jede vierte Frau in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. „Viele Mädchen und Frauen haben kein Mitspracherecht, wenn es um Sex und die Zahl ihrer Kinder geht. Sie sind häufig sexueller Gewalt ausgesetzt, werden gegen ihren Willen früh verheiratet und zu Schwangerschaften gezwungen. Diese fehlende Selbstbestimmung im Bereich Familienplanung und in vielen weiteren Lebensbereichen führt dazu, dass viele Frauen und Mädchen in der Region mehr Kinder bekommen, als sie sich wünschen.”

Auch wenn die durchschnittliche Kinderzahl in Afrika südlich der Sahara in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, ist sie mit aktuell 4,4 Kindern pro Frau höher als der weltweite Durchschnitt (2,4 Kinder). Das führt dazu, dass die dortige Bevölkerung nach aktuellen Prognosen der Vereinten Nationen von heute rund 1,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich rund 2,5 Milliarden im Jahr 2050 steigen wird.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

„Gerade in Krisenzeiten wird das Recht von Frauen und Mädchen auf Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt verletzt. So auch in der aktuellen Corona-Pandemie”, sagt Kreutzberg. Ausgangsbeschränkungen von sechs Monaten könnten in Entwicklungsländern zu sieben Millionen ungewollten Schwangerschaften führen, so UN-Schätzungen. Der jüngst vom Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) veröffentlichte Weltbevölkerungsbericht bestätigt, dass auch schädliche Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung, Frühverheiratungen oder die Bevorzugung von Söhnen und damit einhergehende geschlechtsspezifische Abtreibungen zunehmen. „Hier unterstreicht die Pandemie einen Punkt auf dem Aufgabenzettel der Weltgemeinschaft: Der Zugang zu Gesundheitsdiensten und Verhütungsmitteln für Frauen und Mädchen weltweit braucht mehr Engagement – auch von deutscher Seite.”, erläutert der DSW-Geschäftsführer.

Die Welt ein Dorf – heute und 2050

Wenn die Welt heute ein Dorf mit nur 100 Einwohnern wäre, wären davon 59 aus Asien, 17 aus Afrika, zehn aus Europa, acht aus Lateinamerika, fünf aus Nordamerika und einer aus Ozeanien. Die Zahl der Dorfbewohner würde bis zum Jahr 2050 auf 128 steigen: 69 aus Asien, 33 aus Afrika, zehn aus Lateinamerika, neun aus Europa, sechs aus Nordamerika und einer aus Ozeanien.

Weitere Informationen Über die DSW:

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Unser Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Wir engagieren uns für die Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung. Insbesondere unterstützen wir junge Menschen in Ostafrika dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

 

Pressekontakt

Anke Witte
Pressesprecherin | Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Hindenburgstr. 25 | 30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-32 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: presse@dsw.org
Internet: www.dsw.org

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Gemeinsame Pressemitteilung: Hunger in Afrika – Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA) scheitert an selbstgesteckten Zielen

Forum Umwelt & Entwicklung - 10. Juli 2020 - 7:55

(Berlin / Johannesburg / Köln / Lusaka, 10. Juli 2020) – Die heute veröffentlichte Studie eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses belegt: Der AGRA-Ansatz ist an den eigenen Zielen gescheitert. Vierzehn Jahre nachdem die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung die Agrarallianz gegründet hat, hungern 30 Prozent mehr Menschen in den 13 AGRA-Schwerpunktländern und das Verschuldungsrisiko für Kleinbauern und -bäuerinnen hat sich erhöht. Zudem werden traditionelle klimaresistente und nährstoffreiche Nahrungsmittel verdrängt. Die Herausgeber der Studie fordern die Bundesregierung auf, die politische und finanzielle Unterstützung von AGRA einzustellen und stattdessen Agrarökologie stärker zu fördern.

 

Am kommenden Montag (13. Juli 2020) legt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ihre jährlichen Hungerzahlen vor. Demnach steigt die Zahl der Hungernden seit fünf Jahren kontinuierlich an, in Folge von Covid-19 sind weitere negative Auswirkungen wahrscheinlich. Ein Umsteuern in der weltweiten Agrar- und Ernährungspolitik ist daher dringend erforderlich, wie das Scheitern der finanzkräftigen Agrarallianz belegt. AGRA wurde 2006 gegründet, um der Hungerbekämpfung in Afrika mit ihrem konzerngetriebenen Ansatz der Grünen Revolution neue Impulse zu geben. Um dieses Ziel zu erreichen, erhielt AGRA über eine Milliarde US Dollar – vor allem von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, aber auch von der Bundesregierung.

 

„Die Ergebnisse der Studie sind für AGRA und die Propheten der Grünen Revolution vernichtend“, sagt Jan Urhahn, Agrarexperte bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. „Die Ertragssteigerungen für wichtige Grundnahrungsmittel in den Jahren vor AGRA liegen auf einem fast identischen Niveau wie während der Implementierung der AGRA-Programme. Statt den Hunger zu halbieren, hat sich seit dem Start von AGRA die Lage in den 13 Schwerpunktländern sogar verschlechtert, die Zahl der Hungernden ist in den AGRA-Jahren um fast ein Drittel gestiegen. Das ist ein Armutszeugnis für eine Initiative, die mit ihrem Narrativ der Grünen Revolution erheblichen Einfluss auf die Agrarpolitiken in vielen Ländern hat. Höchste Zeit AGRA nicht weiter auf den Leim zu gehen“, so Urhahn.

 

„AGRA wollte, durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Düngemitteln und industriell gezüchteten Saatgut Erträge und Einkommen für Kleinbauern und -bäuerinnen verdoppeln und ist damit gescheitert “, kritisiert Lena Bassermann, Agrarexpertin von der Entwicklungsorganisation INKOTA. „Angesichts der Ergebnisse der Studie muss die Bundesregierung konsequent umsteuern und jede politische und finanzielle Unterstützung für AGRA unterlassen. Stattdessen sollte sie Agrarökologie und das Menschenrecht auf Nahrung als Kompass für ihre Politik nehmen.“

Die Studie, deren Analyse zu einem Großteil auf der Arbeit des Wissenschaftlers Timothy A. Wise aus den USA beruht, zeigt auch: Kleinbäuerliche Erzeuger*innen sind einem hohen Verschuldungsrisiko ausgesetzt. In Sambia und Tansania konnten sie schon nach der ersten Ernte die Kredite für Dünger und Saatgut nicht zurückzahlen. „AGRA ist ein Teufelskreis, der kleinbäuerliche Erzeuger*innen immer weiter in die Armut treibt und dabei ihre natürlichen Lebensgrundlagen zerstört“, sagt die Landwirtschaftsspezialistin Mutinta Nketani von der Organisation PELUM Sambia und Mitautorin der Studie. „Die Bäuerinnen und Bauern werden gedrängt, das teure Hybridsaatgut der Konzerne zu kaufen, das nur in Kombination mit Düngemitteln funktioniert, die sich die Menschen eigentlich gar nicht leisten können.“

 

AGRA-Projekte schränken zudem die Wahlfreiheit für kleinbäuerliche Erzeuger*innen ein, selbst zu entscheiden, was sie anbauen wollen. Das hat dramatische Auswirkungen auf die Vielfalt von Nahrungsmitteln. Der AGRA-Fokus liegt einseitig auf Mais. Traditionelle klimaresistente und nährstoffreiche Nahrungsmittel werden dadurch verdrängt. So ging die Hirseproduktion laut Studie im AGRA-Zeitraum von 2006 bis 2018 in den 13 AGRA-Schwerpunktländern um 24 Prozent zurück.

 

Auch international hat AGRA zuletzt viel Aufmerksamkeit erhalten, wie zum Beispiel in Verbindung mit dem für 2021 geplanten UN-Gipfel für Ernährungssysteme. „AGRA erreicht mit seinem fragwürdigen Ansatz die eigenen Ziele nicht und kann daher auch nicht die notwendigen Impulse für den Gipfel zu Ernährungssystemen der Vereinten Nationen setzen. Die führende Rolle beim Gipfel muss durch das UN-Welternährungskomitee wahrgenommen werden basierend auf den dort erarbeiteten Grundlagen“, sagt Stig Tanzmann, Landwirtschaftsexperte bei Brot für die Welt. „Die bisherige Ausrichtung des Gipfels muss daher grundlegend verändert werden. Hierfür muss sich die Bundesregierung einsetzen“, so Tanzmann.

 

Die Studie Falsche Versprechen: Die Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA) senden wir Ihnen gerne zu.

 

Sie wird herausgegeben von: Biba (Kenia), Brot für die Welt, FIAN Deutschland, Forum Umwelt und Entwicklung, INKOTA, IRPAD (Mali), PELUM Sambia, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Tabio (Tansania) und TOAM (Tansania).

Die deutschsprachigen Autor*innen der Studie stehen gerne für Interviews zur Verfügung.

 

 

Kontakte:

Lena Bassermann, Referentin für globale Landwirtschaft und Welternährung, INKOTA, Mobil: 0177 46 29 62 2, E-Mail: bassermann@inkota.de

Jan Urhahn, Programmleiter Ernährungssouveränität, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Whatsapp: +27 (0) 79 63 89 97 6, E-Mail: jan.urhahn@rosalux.org

Stig Tanzmann, Referent für Landwirtschaft, Brot für die Welt, Mobil: 0174 16 30 39 3, E-Mail: stig.tanzmann@brot-fuer-die-welt.de

Roman Herre, Agrarreferent, FIAN Deutschland, Mobil: 01520 70 67 30 2, E-Mail: r.herre@fian.de

Josephine Koch, zuständig für Landwirtschaftspolitik beim Forum Umwelt und Entwicklung, Mobil: 0151 22 77 78 68, E-Mail: koch@forumue.de

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Falsche Versprechen: Die Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA)

Forum Umwelt & Entwicklung - 10. Juli 2020 - 7:00

In einer internationalen Studie dokumentieren die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Brot für die Welt, FIAN Deutschland, Forum Umwelt und Entwicklung, INKOTA-netzwerk sowie fünf Partnerorganisationen aus Mali, Kenia, Sambia und Tansania die dramatischen Folgen der Allianz für eine Grüne Revolution (AGRA) für kleinbäuerliche Erzeuger*innen in den 13 afrikanischen Schwerpunktländern der Initiative.

AGRA wurde 2006 gegründet, um der Hungerbekämpfung in Afrika mit ihrem konzerngetriebenen Ansatz der Grünen Revolution neue Impulse zu geben. Sie hat versprochen, bis zum Jahr 2020 die landwirtschaftlichen Erträge und die Einkommen von 30 Millionen kleinbäuerlichen Haushalten zu verdoppeln und damit sowohl Hunger als auch Armut in ihren afrikanischen Schwerpunkt-Ländern zu halbieren. Um dieses Ziel zu erreichen, erhielt AGRA über eine Milliarde US Dollar – vor allem von der Bill- und-Melinda-Gates-Stiftung, aber auch von der Bundesregierung. Die Ergebnisse der Studie stellen AGRA ein schlechtes Zeugnis aus: Die Ertragssteigerungen für wichtige Grundnahrungsmittel waren in den Jahren vor AGRA waren genauso niedrig wie während AGRA. Statt den Hunger zu halbieren, hat sich seit dem Start von AGRA die Lage in den 13 Schwerpunktländern sogar verschlechtert. Die Zahl der hungernden Menschen ist in den AGRA-Jahren um 30 Prozent gestiegen.

 

Die Studie zeigt zudem: AGRA schadet sogar kleinbäuerlichen Erzeuger*innen, etwa, weil sie einem hohen Verschuldungsrisiko ausgesetzt sind. In Sambia und Tansania konnten sie schon nach der ersten Ernte die Kredite für Dünger und Saatgut nicht zurückzahlen. AGRA-Projekte schränken zudem die Wahlfreiheit für kleinbäuerliche Erzeuger*innen ein, selbst zu entscheiden, was sie anbauen wollen. Das hat dramatische Auswirkungen auf die Vielfalt von Nahrungsmitteln. Der AGRA-Fokus liegt auf dem einseitigen Anbau von Mais. Traditionelle klimaresistente und nährstoffreiche Nahrungsmittel werden dadurch verdrängt. So ging die Hirseproduktion laut Studie im AGRA-Zeitraum von 2006 bis 2018 in den 13 AGRA-Schwerpunktländern um 24 Prozent zurück. Außerdem lobbyiert AGRA Regierungen im Interesse von Agrarkonzernen für förderliche Gesetzgebungen für Düngemittelhersteller und Saatgutfirmen statt kleinbäuerliche und alternative Strukturen zu stärken – und wird dafür von Regierungen weltweit hofiert.

 

Die Herausgeber der Studie kommen unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Bundesregierung aus AGRA und allen Programmen der Grünen Revolution aussteigen muss. Stattdessen soll sie und entwicklungspolitische Geber weltweit stärker nachhaltige, ganzheitliche Ansätze wie Agrarökologie unterstützen. Agrarökologie stellt kleinbäuerliche Erzeuger*innen, ihr Menschenrecht auf Nahrung und ihre Ernährungssouveränität in den Mittelpunkt.

 

Die Studie „Falsche Versprechen: Die Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA)“ wird herausgegeben von: Biba (Kenia), Brot für die Welt, FIAN Deutschland, Forum Umwelt und Entwicklung, INKOTA, IRPAD (Mali), PELUM Sambia, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Tabio (Tansania) und TOAM (Tansania).

 

Für weitere Information:

Download der Studie
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Corona und die SDGs (aktualisierte 2. Auflage)

#2030Agenda.de - 9. Juli 2020 - 19:56

Die COVID-19-Pandemie und die politischen Maßnahmen, mit denen die Regierungen auf sie reagierten, haben gravierende Folgen für die globale Nachhaltigkeitsagenda. Auch wenn sich das ganze Ausmaß der Krise und ihrer Auswirkungen derzeit noch nicht abschätzen lässt, droht schon jetzt die Gefahr, dass die Pandemie die Verwirklichung der international vereinbarten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in ihrer Gesamtheit gefährdet.

Das neue Briefing des Global Policy Forums skizziert für jedes der 17 SDGs anhand einiger punktueller Beispiele, welches Ausmaß die globale Coronakrise in verschiedenen Sektoren haben kann. Es macht deutlich, dass die Agenda 2030 und ihre Nachhaltigkeitsziele scheitern werden, wenn sie in den politischen Antworten auf die Coronakrise nicht systematisch berücksichtigt werden.

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National Reports on the 2030 Agenda: What do they (not) reveal?

#2030Agenda.de - 9. Juli 2020 - 19:56

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Since the adoption of the 2030 Agenda for Sustainable Development, member states and civil society have reported on the progress made in achieving the Sustainable Development Goals (SDGs) and the implementation of the 2030 Agenda.

In National Reports on the 2030 Agenda: What do they (not) reveal?, Roberto Bissio from Social Watch International, Barbara Adams from Global Policy Forum, and Sakiko Fukuda-Parr, professor of international affairs and director of the Julien J. Studley Graduate Programs in International Affairs at The New School and vice chair of the Committee for Development Policy, will discuss lessons of the VNR process to date including national reporting on the 2030 Agenda, both by governments and civil society. The event will present the key findings of an overview content analysis of 2019 Voluntary National Reviews (VNRs) by the Committee for Development Policy (CDP).

This event is co-hosted by the United Nations Committee for Development Policy (CDP), Social Watch International, Global Policy Forum and the Julien J. Studley Graduate Programs in International Affairs.

Presented byJulien J. Studley Graduate Programs in International Affairsat the School of Public Engagement, with United Nations Committee for Development Policy (CDP), Social Watch International, and the Global Policy Forum.

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HLPF 2020 Guide

#2030Agenda.de - 9. Juli 2020 - 19:56
Auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten findet das alljährliche High Level Political Forum (HLPF) statt. Vom 7.-16. Juli treffen sich in diesem Jahr VertreterInnen von Staaten, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Gruppen virtuell, um über sich über dem Umsetzungsstand der SDGs auszutauschen. Thema des 2020er HLPFs ist "Accelerated action and transformative pathways: realizing the decade of action and delivery for sustainable development". Hier ein Überblick über einige Informationen zum HLPF 2020.
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Benchmarks messen die Menschenrechtsperformance von Unternehmen

Global Compact - 9. Juli 2020 - 16:54
Unternehmensbenchmarks klar, aber mit Blick auf die Menschenrechte? Genau das versuchen verschiedene, öffentlich zugängliche Benchmarkinginitiativen: Sie vergleichen unter Bezugnahme auf vorher festgelegte Kriterien, wie gut Unternehmensprozesse dazu beitragen, negative Auswirkungen auf die Menschenrechte zu vermeiden. Gerade angesichts wachsender Anforderungen an Unternehmen können sie eine hilfreiche Ressource sein. Auch das DGCN bietet Unternehmen praxisorientierte Weiterbildungsmaßnahmen an, um ihre Sorgfaltsprozesse zu verbessern
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Ökologische Landwirtschaft – Gefahr fürs Klima?

Misereor - 9. Juli 2020 - 16:40
Bedroht die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft wirklich die Ernährungssicherheit und das Klima? Immer wieder gibt es Studien, die das suggerieren.

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E+Z/D+C 2020/08 – covid – Raphael Mweninguwe – pandemic elections

E+Z - 9. Juli 2020 - 15:31
Malawi’s new president must fight corruption, stimulate the economy and get a grip on Covid-19

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The new head of state was elected in very unusual circumstances. The presidential election was only held because Malawi’s Supreme Court annulled the one held in May 2019 (see my comment in D+C/E+Z e-paper 2020/03). Last year, the administration of incumbent Peter Mutharika had manipulated the results so blatantly that people spoke of the “tipp-ex elections”. In spring, the judges ordered that new elections had to be held. Opposition groups joined forces in support of Chakwera, who won with almost 58 % of the votes. Thanks to the judges, democracy has thus prevailed.

On the other hand, judges may well have made Malawi’s health problems worse. The Mutharika administration had planned a Covid-19 lockdown, but it never took force because the Constitutional Court blocked it in late April (see my entry in the Covid-19 diary of D+C/E+Z e-paper 2020/05). A short time later, the Supreme Court upheld its decision. To many Malawians, Covid-19 did not matter. Campaign rallies attracted masses of people, but there were no hand-washing facilities, no face masks and no social distancing.

Now the disease seems to be spreading fast.

By 9 July, 1942 infections were reported. That was 44 % more than at the end of June. According to worldometer.com, 25 patients had died. Health experts warned that measures had to be taken fast to stem the spread of Covid-19 and that the country would otherwise face a serious health crisis. Doctors say that the country’s health system is over-stretched and under-funded, which is typical of sub-Saharan countries.

Many people think, however, that institutional dysfunction is particularly bad in Malawi. The country has a special reputation for corruption and mismanagement. Chakwera spelled out these problems on the campaign trail: “This country needs fixing. There is a lot of corruption and a lot of money is being stolen.” He promised not only to redeem the country from “years of misrule”, but also to “end hunger”.

To fight poverty, he wants to double the fertiliser subsidy to the benefit of millions of smallholder farms. According to the International Monetary Fund, however, African economies are headed for the worst crisis in decades, with national economies set to shrink. The problems the new government must tackle will probably prove much greater than assumed during the election campaign.

The new head of state is a former preacher. Chakwera even used to be the president of the Assemblies of God, one of the most important religious denominations in Malawi. People hope he will live up to his promises.

Raphael Mweninguwe is a journalist who lives in Malawi.
raphael.mweninguwe@hotmail.com

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Hey Regierung, wir hätten da ein paar Ideen für die Ratspräsidentschaft!

ONE - 9. Juli 2020 - 13:34

Hier bloggen unsere Jugendbotschafterinnen Shila und Janice zu ihren Wünschen an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. 

Ihr habt es vielleicht schon mitbekommen: am 1. Juli hat die deutsche EU-Ratspräsidentschaft begonnen. Das bedeutet, dass Deutschland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernimmt. Dieser besteht aus den Regierungen aller 27 EU-Mitgliedstaaten – ziemlich wichtig also. Deutschland hat deshalb in den kommenden sechs Monaten großen Einfluss darauf, was in Brüssel auf der Tagesordnung steht. 

Offener Brief an die Bundesregierung

Diese Gelegenheit wollen wir Jugendbotschafter*innen nutzen, um unsere Wünsche und Forderungen an unsere Regierung weiterzugeben. Denn gerade jetzt ist es super wichtig, dass auch junge Menschen Einfluss auf die Politik nehmen! Denn wir sind diejenigen, die noch am längsten mit den Auswirkungen der Pandemie leben werden. Wir haben deshalb einen offenen Brief an die Bundesregierung geschrieben, den du auch gerne unterzeichnen kannst.

Jugendbotschafter*innen im Einsatz für globale Gerechtigkeit

Das sind unsere Forderungen

Was uns ganz wichtig ist: Wir sehen die Ratspräsidentschaft als große Chance, um Europa und die restliche Welt näher zusammenrücken zu lassen. Wir brauchen gerade jetzt, wo die gesamte Welt von einer Pandemie in Atem gehalten wird, ein Zeichen für Solidarität und internationale Zusammenarbeit. Außerdem kann die Ratspräsidentschaft genutzt werden, um eine Grundlage zu schaffen, um Europapolitik gerechter zu gestalten. Zum Beispiel durch einen robuster EU-Haushalt mit mehr Entwicklungsausgaben. Oder durch den Aufbau einer EU-Afrika-Beziehung auf Augenhöhe. 

Das Jahr 2020 leitet zudem auch das letzte Jahrzehnt bis zum Ablaufdatum der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) ein. Gerade auch im Angesicht der Pandemie, wünschen wir uns von der EU, jetzt Vorarbeit zu leisten, sodass besonders die Nachhaltigkeitsziele zu Gesundheit (SDG3) und der Beendigung von Armut (SDG1) bis 2030 eingehalten werden. 

Jetzt bist du gefragt!

Wir werden die deutsche EU-Ratspräsidentschaft auf jeden Fall aufmerksam verfolgen und euch über wichtige Themen auf unserem Blog auf dem Laufenden halten! 

Wir freuen uns, wenn auch du unseren offenen Brief unterschreibst, damit er noch mehr Gewicht bekommt. Die Bundesregierung soll sehen, wie viele Menschen hinter unseren Forderungen stehen. 

 

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09.07.2020 Minister Müller: Müssen Engagement im Kampf gegen Hunger weiter steigern

BMZ - 9. Juli 2020 - 13:00
Minister Müller: "Die Zahl der hungernden Menschen in der Welt nimmt weiter zu. Über 820 Millionen Menschen leiden unter chronischer Unterernährung, das ist jeder neunte Mensch. In Afrika hungerten schon vor der Corona-Krise 250 Millionen Menschen. Neben gewaltsamen Konflikten liegt das auch an den Folgen des Klimawandels, der die Ärmsten der Armen am stärksten trifft. Corona verschärft die Lage weiter. Über 130 Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht, ...
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ONLINE | Launch of CDP Paper - National Reports on the 2030 Agenda: What do they (not) reveal?

Global Policy Forum - 9. Juli 2020 - 12:25

Since the adoption of the 2030 Agenda for Sustainable Development, member states and civil society have reported on the progress made in achieving the SDGs and the implementation of the 2030 Agenda.

Monday, 13 July, 2020, 8:00 - 9:00 am EDT

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