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UN-General Assembly of “Hope”

SWP - 20. Oktober 2021 - 2:00

Even though the 76th United Nations General Debate had to take place in a hybrid format yet again due to the pandemic, the overall mood was more positive than last year. Not only was the hall in New York busier, but the tone of the debate was also more cooperative, not least because U.S. President Joe Biden promised a new era of diplomacy. UN Secretary-General António Guterres presented his report “Our Com­mon Agenda” and advocated for ambitious UN reforms. This all aligns with the theme of this year’s general debate: “Building Resilience through Hope”. In parallel to the debate, a large number of meetings took place, which, moving beyond words, aimed at action. While momentum and enthusiasm peaked in the beginning of the week, the follow through, in terms of action, was unconvincing, as demonstrated by the so‑called “SDG Moment”.

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Jemen: Mehr als 10.000 Kinder getötet oder verletzt

Unicef - 19. Oktober 2021 - 16:45
Statement von UNICEF-Sprecher James Elder nach seiner Rückkehr aus dem Jemen im Palais des Nations in Genf
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Stiftungsallianz für Afrika (SAfA) geht an den Start

DSW - 19. Oktober 2021 - 14:12

Der 17. und 18. August 2021 waren aufregende Tage für die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Ein Eröffnungsworkshop mit Planungssitzung in Bahir Dar, der Hauptstadt der Region Amhara (Äthiopien), setzte den Startschuss für ein neues entwicklungspolitisches Vorhaben: die Stiftungsallianz für Afrika (SAfA) gGmbH. „Die SAfA setzt ambitionierte Ziele, die sich an der Lebensrealität von jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren orientieren. Wir stehen mit vollem Einsatz und zu einhundert Prozent für die Ziele der SAfA ein“, erklärt Feyera Assefa, Direktor im äthiopischen Länderbüro der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in der Eröffnungsrede. In den besonders bevölkerungsreichen Regionen Amhara und Oromia verbessert die SAfA in einem ersten gemeinsamen Projekt die Lebensperspektiven von jungen Menschen. Das Projekt heißt „Enhancing livelihood prospects for young people in Ethiopia” und fasst drei Anknüpfungspunkte ins Auge. Einer ist Gesundheit, körperliche Selbstbestimmung und freiwillige Familienplanung, ein weiterer ist Landwirtschaft und Einkommenssicherung und schließlich liegt ein dritter Schwerpunkt in den Bereichen Bildung und Logistik.  Finanziert wird es vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie den drei Stiftungen, die die SAfA bilden: der Rossmann Stiftung, der Kühne Stiftung, der Max und Ingeburg Herz Stiftung und der Hanns R. Neumann Stiftung. Die Hanns R. Neumann Stiftung Äthiopien, die Elias Melake Stiftung und die DSW Äthiopien setzen das Projekt in den kommenden vier Jahren um.

Warum braucht es eine Allianz aus mehreren Organisationen?

Die Herausforderungen, denen junge Menschen in Äthiopien begegnen, sind vielfältig. Viele finden weder auf dem Land noch in der Stadt die Bedingungen vor, die sie für einen guten Start ins Erwachsenenleben brauchen. Eine einzelne Organisation kann das nicht immer leisten. Beispielsweise fehlen vielen Jugendlichen ausreichende Bildungsangebote. Eine gute Bildung ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und ein sicheres Einkommen. Um wenigstens Mädchen versorgt zu wissen, verheiraten Eltern ihre Töchter oft bereits im Teenageralter. Was vermeintlich „gut gemeint“ ist, endet für viele Mädchen und junge Frauen in viel zu frühen Ehen, die nicht auf Augenhöhe stattfinden und in denen sie wenig Mitspracherecht haben – zum Beispiel wenn es um die Anzahl ihrer Kinder geht. Oft werden die Mädchen dann auch bereits im Teenageralter schwanger, was auch körperliche Folgen nach sich ziehen kann. Mädchen, die vor ihrem 18. Lebensjahr entbinden, sind zum Beispiel unverhältnismäßig oft von Geburtskomplikationen wie Scheidenfisteln betroffen. Um all diesen Herausforderungen beizukommen, braucht es Bildung, Sexualaufklärung, aber auch Perspektiven für ein regelmäßiges Einkommen. In einer Allianz können all diese Aspekte angegangen werden. Das zeigt das erste Projekt der SAfA.

Das erste SAfA-Projekt „Enhancing livelihood prospects for young people in Ethiopia”

Bildung und Sexualaufklärung führen dazu, dass gängige Geschlechterrollen hinterfragt werden und Frauen und Mädchen selbstbestimmtere Entscheidungen in Bezug auf ihre Partnerwahl und die Anzahl ihrer Kinder treffen. Im Projekt deckt die DSW Äthiopien diese Bereiche ab. Die Hanns R. Neumann Stiftung hingegen bildet die Jugendlichen in der Landwirtschaft aus und unterstützt sie dabei, Businesspläne für landwirtschaftliche Betriebe zu erstellen. Damit haben junge Menschen echte Zukunftsperspektiven und können sich besser vor Armut schützen. Die Elias Melake Stiftung bietet den Jugendlichen Weiterbildungen in den Bereichen Lieferketten und Geschäftsbeziehungen an. Sie bekommen so das nötige Knowhow in die Hand, um ihre Unternehmen auszubauen und Synergien mit anderen Unternehmer*innen zu bilden. „Mit mehrgleisigen Ansätzen haben wir schon bei dem TeamUp-Programm sehr gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Angela Bähr, Programmdirektorin der DSW, „so können wir Programme umsetzen, die die unterschiedliche Bedarfe von zahlreichen Jugendlichen und Jungerwachsenen ansprechen. Das kommt den Jugendlichen in ihrer gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung direkt zugute! Die SAfA ist ein tolles Modell für nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, die auch die Fragen der Bevölkerungsdynamik aufgreift. Ich freue mich auf die kommenden vier Jahre und hoffe auf viele weitere.“

SAfA setzt auf Zusammenarbeit mit den Regionalregierungen

In Amhara und Oromia leben viele junge Menschen. 70.000 von ihnen sollen Zugang den Angeboten des Projekts bekommen. Damit das gelingt, müssen die Entwicklungsorganisationen auch regionale Behörden von ihren Aktivitäten überzeugen und gut mit ihnen zusammenarbeiten. Entsprechend lang war die Gästeliste für den Eröffnungsworkshop in Bahir Dar. 58 Teilnehmende nahmen in den Stuhlreihen des Veranstaltungsraumes Platz. Neben Mitarbeitenden der Bündnispartner waren auch Repräsentant*innen des äthiopischen Gesundheitsministeriums, dem Ministerium für Frauen, Kinder und Jugend und der amharischen Regionalverwaltung vor Ort. Sie bekamen nicht nur eine Einführung in das Konzept, sondern erfuhren auch, welche konkreten Maßnahmen die ausführenden Organisationen umsetzen. Ein Überblick, wie die Projektpartner ihre Erfolge messen, bildete den Abschluss der zweitägigen Veranstaltung.

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Übersehene Folgen der der Pandemie: So hart trifft die Coronakrise weltweit Kinder

Unicef - 19. Oktober 2021 - 13:59
Die Coronakrise bringt Kinder und ihre Familien in Gefahr. Weltweit wächst die Not, je länger die Pandemie andauert. Mädchen und Jungen müssen vor dem Virus und den Folgen der Krise geschützt werden.
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Unterdrückung, Landraub und Armut – die Proteste der Mapuche in Chile

EINEWELTblabla - 19. Oktober 2021 - 13:17

Wie muss sich das anfühlen, in seinem Land als Volk nicht anerkannt zu sein? Wie ist das, von seinem eigenen Land vertrieben zu werden? Und wie fühlt es sich an, trotz Demonstrationen nicht gehört zu werden? All das erleben die Mapuche in Chile seit vielen Jahren. Unterdrückung, Landraub und Armut – das treibt die Mapuche auf die Straße. Doch am 12. Oktober 2021 verhängte der chilenische Präsident Sebastián Piñera den Ausnahmezustand im Süden des Landes. Ein nicht ganz unbedeutendes Datum: am 12. Oktober 1492 erreichte Christopher Kolumbus Amerika. Dieser Tag ist in Chile sogar als „Tag der Begegnung zwischen zwei Welten“ ein gesetzlicher Feiertag. Doch für die vielen indigenen Völker, die bereits vorher auf dem Kontinent lebten, ist dieser Tag alles andere als ein Grund zum Feiern. Welche Hintergründe gibt es zu den Demonstrationen der Mapuche und was bedeutet der Ausnahmezustand nun für die Menschen?

Die Mapuche

Die Mapuche leben in den zentralen und südlichen Teilen Chiles sowie im angrenzenden Argentinien. Schätzungen zufolge leben zwischen 800.000 und 1,4 Millionen Mapuche in Chile, die so einen Anteil von rund 9 Prozent an der Bevölkerung ausmachen. Sie sind damit die größte ethnische Minderheit des Landes. Der Name Mapuche bedeutet so viel wie „Menschen der Erde“. Sie pflegen eine enge Verbindung zu ihrem Land, was einen großen Teil ihrer kollektiven Identität ausmacht. Ihr Land hat für sie neben dem Lebensunterhalt auch eine große Bedeutung in Gedenken an ihre Ahnen.

Ihre Geschichte

Nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus konnten sich die Mapuche zu Beginn noch gegen die Inka und die Spanier wehren. Im Vertrag von Killin wurde den Mapuche 1641 sogar territoriale Autonomie zugesprochen. Doch zwischen 1879 und 1884 wurden die Mapuche von Chile bei der Rückeroberung der Wüste verfolgt, von ihrem Land vertrieben und getötet. Die Lage verschlimmerte sich zwischen 1973 und 1990 nochmal unter der Pinochet-Diktatur: Das Land der Mapuche wurde flächendeckend ausgebeutet und enteignet und die Mapuche in kleine Reservate zurückgedrängt. Heute leben viele Mapuche in Armut, sind stark unterrepräsentiert in Wirtschaft und Politik und haben schlechtere Bildungschancen. Gerade viele Kinder der Mapuche leiden unter den Armutsverhältnissen, die Zahl der Kinderarbeit ist im Zuge der Corona Pandemie wieder gestiegen.

Die Frage nach Besitzrecht

Auch wenn die Mapuche kein homogenes Volk sind, sind sich viele in ihrer Forderung nach Selbstbestimmung und das Recht auf ihr Land einig. Das treibt auch die aktuelle Protestbewegung an. Rechtlich berufen sich die Mapuche dabei auf die Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Darin sind die Rechte indigener Völker klar geregelt: Unter anderem ist die Regierung eines Landes verpflichtet, die Rechte der indigenen Bevölkerung zu schützen und sie auch in Entscheidungsprozesse über Land miteinzubeziehen. Chile hat diese Konvention sogar unterzeichnet, umsetzen tut sie sie jedoch nicht. In der Konvention ist auch das Recht auf „von Alters her besiedeltem Land“ festgeschrieben, Staat und betroffene Unternehmen beharren jedoch auf bestehende Besitzrechte und den damit verbundenen Zugriff auf natürliche Ressourcen, die essenziell für die Holz- und Zellulosewirtschaft in Chile sind.

Die aktuelle Protestbewegung

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu zahlreichen Demonstrationen. Es gibt viele friedliche Proteste, Straßenbarrikaden oder Landbesetzungen. Doch es werden auch Scheunen und Ernten angezündet oder Brandanschläge auf LKWs für den Transport von Holz verübt. Auch Schusswechsel können dabei vorkommen. Dabei geraten Demonstrierende immer wieder mit der Polizei und dem Militär aneinander, Tränengas und Gewalt werden eingesetzt, umstrittene Verhaftungen durchgeführt. Am 10. Oktober diesen Jahres kam eine Frau beim „Aufmarsch für den Mapuche-Widerstand und die Autonomie der Völker“ in Santiago de Chile durch einen Polizeieinsatz ums Leben.

Und dann, am 12. Oktober, verhängte der Präsident den Ausnahmezustand. Ob das Datum nun bewusst gewählt wurde oder einfach nur ein Zufall war, bleibt wohl offen für Spekulation. Anstatt auf den Konflikt einzugehen und den Ausnahmezustand so zu begründen, liefert Piñera eine andere Erklärung: „Der Ausnahmezustand dient dazu, Terrorismus, Drogenhandel und organisierte Kriminalität besser zu bekämpfen und ist in keinem Fall gegen ein Volk oder eine Gruppe friedlicher Bürger gerichtet“. Glauben tut das wohl keiner so wirklich. Der Ausnahmezustand hat dabei für die Regierung vor allem den Vorteil, dass die Polizei und das Militär gemeinsam agieren dürfen, außerdem ist die Versammlungsfreiheit stark eingeschränkt. Der Ausnahmezustand gilt vorerst für 15 Tage, kann nach Zustimmung des Kongresses aber für weitere 15 Tage verlängert werden. Dieser politische Zug lässt eine Zuspitzung des Konflikts in den kommenden Wochen befürchten.

Ihr wollt mehr erfahren?

Mehr zu den aktuellen Geschehnissen in Chile könnt ihr in diesem Artikel der taz oder hier von der Süddeutschen Zeitung erfahren. In einer Podcastfolge von Hörpunkt Lateinamerika von September 2020 wird der Mapuche-Konflikt genauer erklärt und mit Lateinamerika-Expertinnen und -Experten über die Hintergründe gesprochen. Viele Parallelen gibt es auch zu der Situation der Zapatistas aus Mexiko, von denen wir vor kurzem in einem Blogbeitrag berichtet haben. Wir sind in diesem Beitrag auch kurz auf Kinderarbeit in Chile eingegangen. Darüber wollen wir bald nochmal genauer berichten, also haltet die Augen offen.

Was sagt ihr zu dem Konflikt mit den Mapuche? Wusstet ihr davon oder kennt ihr ähnliche Vorkommnisse aus anderen Ländern?

-Leah-

Das Foto stammt von Vocería de Gobierno auf Flickr.com und zeigt Mapuche mit ihrer Flagge. (CC BY-SA 2.0) 

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E+Z/D+C 2021/12 – ma – Bimbola Oyesola – Nigeria – women's empowerment

E+Z - 19. Oktober 2021 - 11:24
As in many developing countries, masses of women are slaving away in Nigeria’s informal sector

In Nigeria, most women who have dependent children must work to boost their families’ income. But this does not relieve them from the burdens of domestic duties. These women struggle to juggle household chores and paid work, especially when husbands are not supportive.

Adesola Olaniyi is an example. She is a mother of three and works at a bank on Lagos Island. She has to get up very early to make it to work by 7:30 am, as she lives downtown, Lagos. As a manager, she cannot afford to be late. Each morning at 4 am, she prepares both breakfast and lunch for her family and gets the children ready for school. In order to beat Lagos’ traffic, she leaves home by 5:30 am. Her husband, who works closer to their home, is still asleep.

The bank closes to customers at 4 pm, but Adesola usually works until 6 pm. Due to rush hour, she sometimes does not get home until after 8 pm. However, her day is not over when she arrives. Her duties include monitoring what the children are doing in school – and whether they have done their homework properly. At times, she brings some of her work home and stays up late. Her life is a rat race, but she has no choice. Her job is essential as her husband’s income cannot sustain the family.

Catherine Nwachukwu lives a similarly stressful life. She is a mother of five and works as a caterer in the informal sector. She never had an employment opportunity in the formal sector, where jobs are safer and the pay is better. Her husband is an unemployed artisan who had to shut down his workshop because of poor electric-power supply.

Catherine keeps the family afloat while also caring for the children and doing household chores. Her job usually takes her out of the house for two days. If she does not earn money, her children will not have anything to eat. Sometimes, she even has to leave Lagos state. Her husband stays with the children on such occasions, but when she returns, she still has to cook for the familiy and clean the house.

Many women work two or three jobs to provide for their families. Ayinke, for instance, is a primary school teacher and has four children. She also runs a local shop where she sells various consumer items after school and on the weekends. Her husband abandoned the family, and teacher’s salary does not cover all expenses. Inflation is eroding purchasing power in a country that has suffered two recessions in the past five years.

Gender stereotypes

As in many other African countries, women in Nigeria have a subordinate role to their male counterparts. Twice as many women as men live below the poverty line, according to official statistics. Moreover, men occupy 19 times more executive positions than women. It matters very much that women have a host of family duties so they cannot conform to enterprise cultures that require “anytime, anywhere” availability.

Many workers in Nigeria’s informal economy are women. According to the International Labour Organization (ILO), that is typical of emerging markets and developing countries. These lack social safety nets, labour laws and decent working conditions. Things are particularly bad for the owners of small businesses.

The Covid-19 pandemic has hit the informal sector particularly hard and exacerbated pre-existing problems. According to the ILO, 83 % of workers in this sector were significantly affected by lockdown measures. The situation is especially dire in the informal hospitality industry, in which women vastly outnumber men.

But no matter which sector they are employed in, coronavirus has rendered many Nigerian women vulnerable. Many jobs were lost when formal-sector companies went bankrupt. A large number of surviving businesses are still operating below capacity, so most workers are yet to be recalled.

Changing the narrative

Some argue that women must change the public’s perception of themselves. Adenike Ogunlesi is one of them. She founded the Network of Entrepreneurial Women (NNEW), which is part of Nigeria Employer’s Consultative Association (NECA). “We will get what we want,” she argues, by speaking up with determination and clarity.

Oyinkansola Olasanoye argrees. She is immediate past chair for the Women’s Commission of the Trade Union Congress of Nigeria. She emphasises that the public is wrong to believe that women are incapable of reasonable action. In her eyes, issues such as female unemployment, violence against women, sexualised violence against girls and maternal mortality require urgent attention. Men, she says, must support women in financial and political terms.

Financial services

There is some progress, however. For example, financial-sector institutions have begun to improve their outreach to women. The Central Bank of Nigeria is leading the field. It has committed 220 billion naira (the equivalent of € 0,46 billion) to its Micro, Small and Medium Enterprises Development Fund, reserving 60 % of this sum for women. Commercial banks like Fidelity Bank and Sterling Banks are following this example. Important institutions are thus heeding international advice on women’s financial empowerment (see interview with Jen Braswell in Magazine section of D+C/E+Z e-Paper 2021/10).

Nonetheless, many women entrepreneurs still have ample reason to feel marginalised and excluded. Blessing Irabor, who heads the Nigerian chapter of the Organization of Women in International Trade, points out that financial literacy tends to be low among women, while banks apply stringent eligibility criteria for lending purposes. The full truth is that informal businesses in particular lack access to the capital that would help them become more productive. In many cases, women suffer the consequences.

Bimbola Oyesola is a Lagos-based journalist.
oritokeoyee@gmail.com

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19. Oktober 2021

ONE - 19. Oktober 2021 - 10:52

1. Dutzende Tote bei Angriff auf Markt in Nigeria

Im Nordwesten Nigerias haben Bewaffnete bei einem Angriff auf einen Markt mindestens 43 Menschen getötet. Darüber berichten Zeit Online, Stern.de und die Neue Zürcher Zeitung. Die Angreifer hatten wahllos in die Menschenmenge auf dem Markt von Goronyo im Bundesstaat Sokoto geschossen. Frühere Angriffe hatten vor allem in abgelegenen Gegenden stattgefunden. Die Gruppen seien im Nordwesten und Zentrum Nigerias seit Jahren aktiv. Sie hatten zuletzt auch immer wieder Hunderte Kinder entführt. Die meisten seien freigelassen worden, oft nach Zahlung eines Lösegelds. Viele werden immer noch festgehalten. Vor kurzem hatte die nigerianische Armee spezielle Militäroperationen in Auftrag gegeben, um die zunehmende Gewalt im Land unter Kontrolle zu bringen. Tausende Menschen in Nigeria und im Nachbarland Niger seien wegen der Gewalt auf der Flucht. Hilfsorganisationen befürchten, dass sich die Lage zu einer humanitären Krise ausweiten könnte.

 

2. Südafrika lehnt Genehmigung für Sputnik-Impfstoff vorerst ab

Tagesschau.de und ntv berichten, dass der russische Corona-Impfstoff Sputnik V vorerst nicht in Südafrika zum Einsatz kommen wird. Die medizinische Zulassungsbehörde Sahpra begründe ihre Entscheidung mit einem möglicherweise höheren HIV-Infektionsrisiko für männliche Sputnik-Geimpfte und verweise auf die hohe HIV-Prävalenz in Südafrika. Laut der Behörde habe das Unternehmen hinter Sputnik V die Sicherheit seines Mittels in einer Bevölkerung mit vielen HIV-positiven Menschen bislang nicht dargelegt. Das russische Gamaleja-Institut, welches Sputnik V entwickelt hatte, habe angekündigt, entsprechende Informationen nachzuliefern. Die Bedenken von Sahpra seien “völlig unbegründet”. Südafrika sei das Land mit den meisten Corona-Infektionen in Afrika. Zudem leben dort weltweit die meisten HIV-positiven Menschen. Bislang sei nur rund ein Viertel der für eine Corona-Impfung infrage kommenden Bevölkerung vollständig geimpft. Grund dafür sei neben fehlendem Impfstoff auch die weit verbreitete Impf-Skepsis.

 

3. Die Pandemie vergrößert globale Ungleichheiten

Stefan Reinecke spricht in der Tageszeitung (taz) mit dem Wirtschaftshistoriker Adam Tooze über die Folgen der Corona-Pandemie für die globale Politik. Tooze bemängelt, dass die Europäische Union keine verlässliche Struktur der Finanz- und Geldpolitik habe. Ihr 750-Milliarden-Programm sei zu klein gewesen und zu spät gekommen. Die Corona-Pandemie habe die soziale Kluft noch vertieft. Die Vergrößerung bestehender Ungleichheiten betreffe Jobs, Klasse und Geschlechter. Auch global gesehen sei die Schere zwischen OECD-Staaten und “Ländern mit Favelas und informellen Sektoren” in Asien, Afrika und Lateinamerika extrem auseinander gegangen. Die Initiative zur Entschuldung der ärmsten Länder im Jahr 2020 sei nicht ausreichend gewesen. Von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte es “minimale Subventionen” gegeben. Die Entschuldung der G20 sei nur ein Aufschub gewesen, an dem sich die Weltbank nicht einmal beteiligt hatte. Die ärmeren Länder müssen die Zinsen, die sie jetzt nicht bezahlen, in Zukunft durch höhere Zinsen ausgleichen, so Tooze. Das veranschauliche, in welchem Ausmaß Marktmechanismen öffentliche Strukturen unterworfen haben.

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Die 2020-Ziele der Agenda 2030

#2030Agenda.de - 19. Oktober 2021 - 8:53

Die Regierungen haben in der Agenda 2030 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und 169 Zielvorgaben vereinbart, die überwiegend bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen. Für 21 von ihnen war das Zieljahr allerdings schon 2020, das heißt ihre Deadline ist bereits überschritten.

Zwar liegen noch nicht für alle Zielvorgaben aktuelle Zahlen vor, aber die Bilanz ist dennoch niederschmetternd: Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden nur drei der 21 Zielvorgaben erfüllt. Bei den übrigen waren die Fortschritte unzureichend oder die Entwicklung verlief sogar in die falsche Richtung. Das gilt unter anderem für Ziele im Bereich des Artenschutzes und der biologischen Vielfalt.

Das neue Briefing Paper des Global Policy Forums gibt einen stichpunktartigen Überblick über den Stand der Umsetzung der „2020-Ziele“. Welche Konsequenzen die Regierungen aus den bisherigen Umsetzungsdefiziten ziehen, wird Signalwirkung für den weiteren SDG-Prozess und die erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 insgesamt haben.

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Fachmesse ENGAGEMENT WELTWEIT in Siegburg, 23.10.2021

SID Blog - 18. Oktober 2021 - 13:48

Durchführungsorganisationen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit (EZ), multilaterale Institutionen und Nichtregierungsorganisationen (NRO) suchen ständig qualifizierte Fach- und Führungskräfte für ihre Projekte und Programme in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa.

Die Fachmesse ENGAGEMENT WELTWEIT bietet Interessierten die ideale Gelegenheit, sich direkt und umfassend bei den verschiedenen Aussteller*innen über die Möglichkeiten des beruflichen und freiwilligen Engagements im Ausland, die verschiedenen Arbeitsfelder, Qualifizierungsangebote, Nachwuchsförderungsprogramme sowie Entwicklungen und Trends in der Entwicklungs-zusammenarbeit zu informieren:

Mehr als 35 Organisationen und Institutionen der EZ, der Not- und Katastrophenhilfe sowie der Bildungsarbeit werden mit Informationsständen auf der Veranstaltung vertreten sein. Zum Programm gehören Vorträge und Gesprächsrunden rund um das Arbeitsfeld der Entwicklungszusammenarbeit und Internationalen Zusammenarbeit mit besonderem Fokus anlässlich der Corona-Krise auf dem Thema "Krisenmanagement in der Entwicklungszusammenarbeit". 

ENGAGEMENT WELTWEIT findet bereits zum neunten Mal statt. Die Fachmesse richtet sich insbesondere an berufserfahrene Fach- und Führungskräfte sowie an Hochschulabsolvent*innen und Berufseinsteiger*innen. 

Unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Verordnungen werden bis zu 600 Besucher*innen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland erwartet.  




Termin:                           

Samstag, 23. Oktober 2021, 10.00 bis 17.00 Uhr

Rhein-Sieg-Halle, Bachstr. 1, 53721 Siegburg 

 

Wir bitten um eine formlose Anmeldung an forum@entwicklungsdienst.de  

Weitere Informationen: www.engagement-weltweit.de.

18. Oktober 2021

ONE - 18. Oktober 2021 - 10:08

1. Sudan: Tausende Menschen fordern Militärputsch

Tausende Menschen gingen am Wochenende in Sudans Hauptstadt auf die Straße und forderten einen Putsch der Armee gegen die Regierung. Darüber berichten die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Deutschlandfunk. Demonstranten hatten vor dem Präsidentenpalast Zelte aufgebaut und Parolen wie „Nieder mit der Regierung des Hungers“ und „Eine Armee, ein Volk“ gerufen. Seit einigen Wochen gebe es schwere Spannungen in der gemeinsamen zivil-militärischen Übergangsregierung, die das ostafrikanische Land seit dem Sturz des Langzeitdiktators Omar al-Baschir im April 2019 führe. Die Forderung des Putsches richte sich insbesondere an den früheren Armeechef Abd al-Fattah al-Burhan. Er stehe an der Spitze des „Souveränitätsrats“ und sei damit de facto Staatschef Sudans. Die Lage hatte sich seit des Putschversuches von Teilen der Armee in Khartum am 21. September verschärft. Zwar sei der Putsch verhindert worden, er hatte aber zu verhärteten Fronten zwischen den zivilen und den militärischen Mitgliedern der Übergangsinstitutionen geführt. Beide Seiten beschuldigen einander, für die Krise verantwortlich zu sein.

 

2. Regierung der Zentralafrikanischen Republik verkündet Waffenruhe

Die Vereinten Nationen haben das von der Regierung erklärte Ende der Kämpfe in der Zentralafrikanischen Republik begrüßt, berichten das Redaktionsnetzwerk Deutschland und evangelisch.de. Der Präsident des Landes, Faustin-Archange Touadéra, hatte alle militärischen Aktivitäten gegen Rebellen auf dem gesamten Staatsgebiet für beendet erklärt. Die Waffenruhe habe auch humanitäre Gründe. So solle die Zivilbevölkerung gegen Gewalt geschützt und der Zugang zu humanitärer Hilfe sichergestellt werden. Es bleibe offen, ob sich auch Rebellengruppen daran halten. Laut UN-Generalsekretär António Guterres sei die einseitige Waffenruhe ein entscheidender Schritt. Seit dem Sturz des früheren Präsidenten Francois Bozizé im Jahr 2013 sei es zu blutigen Kämpfen gekommen, durch die rund ein Viertel der Bevölkerung vertrieben worden sei. Im Februar 2019 hatten 14 bewaffnete Oppositionsgruppen und die Regierung eine Vereinbarung für Frieden und Versöhnung unterzeichnet. Die Gewalt habe jedoch trotzdem angedauert. Die Mitgliedsstaaten der internationalen Konferenz der Region der Großen Seen (ICGLR) hatten Mitte September auf einem Gipfeltreffen die Erklärung einer Waffenruhe im Bürgerkrieg gefordert.

 

3. Eswatini: Schulen landesweit geschlossen

Sambulo Dlamini thematisiert in der Tageszeitung (taz) die erneut eskalierenden Proteste von Schüler*innen und Student*innen gegen König Mswati III. und das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte in Eswatini. Schulgelände seien zu “Kampfzonen” geworden. Mindestens zwei Schülerinnen seien durch Schüsse verletzt worden, eine unbekannte Anzahl sei verhaftet worden. Premierminister Cleopas Dlamini hatte am Samstag die Schließung aller Schulen des Landes „auf unbestimmte Zeit mit sofortiger Wirkung“ verkündet. Durch den Anschluss der Schüler*innen und Student*innen an die Demokratiebewegung sei der Unterricht vorher bereits großteils zum Stillstand gekommen. Seit Eswatinis Unabhängigkeit 1968 sei die absolute Monarchie noch nie mit solchen Protesten konfrontiert worden. Die Proteste fokussieren sich auf die Forderung nach Freilassung der reformorientierten Parlamentsabgeordneten Bacede Mabuza und Mthandeni Dube. Sie sitzen seit der gewaltsamen Niederschlagung von Demokratieprotesten Ende Juli in Haft.

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The democratic deficit of the G20

DIE - 18. Oktober 2021 - 9:43

In the last few decades, the democratic credentials of global governance institutions have been extensively debated in the fields of international relations and political philosophy. However, despite their prominent role in the architecture of global governance, club governance institutions like the Group of Seven (G7) or the Group of Twenty (G20) have rarely been considered from the perspective of democratic theory. Focussing on the G20, this paper analyses its functions in international political practice and discusses whether, in exercising these functions, the G20 exhibits a democratic deficit. As a standard of democracy, the analysis uses the all-affected principle, according to which all those who are affected by a policy decision should be given the opportunity to participate in decision-making. This paper identifies several democratic shortcomings of the G20, for instance related to the exclusion of citizens of non-member states and a lack of parliamentary and public control. By describing realisable reforms that could to some degree alleviate these shortcomings, it is shown that more democratic institutional alternatives are feasible. Thus, the ascription of a democratic deficit to the G20 is warranted.

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ARC: Luftblasen und KI-Roboter befreien verschmutzte Flüsse von Plastik

reset - 18. Oktober 2021 - 6:12
Eine von Student*innen geleitete Initiative in Zürich will die Plastikverschmutzung in Flüssen mit einem Roboterschiff bekämpfen, das Abfälle sammeln, sortieren und analysieren kann.
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Afghanistan: 95 Prozent der Haushalte haben nicht genug zu essen

SID Blog - 15. Oktober 2021 - 19:15
UNO-Flüchtlingshilfe zum Welternährungstag, 16. Oktober 2021

 

Anlässlich des Welternährungstages (16. Okt.) macht die UNO-Flüchtlingshilfe auf die prekäre Ernährungssituation von Flüchtlingen aufmerksam. Besonders Menschen auf der Flucht sind aufgrund ihrer unsicheren Lebenssituation von Nahrungsmittelknappheit und Unterernährung betroffen. Nicht selten ist Hunger ein Auslöser für Konflikte, ebenso wie ein Fluchtgrund für Menschen, wenn im Krieg Ernten und Felder zerstört werden.

 

„Die zunehmende Gewalt in vielen Ländern, Langzeitkonflikte ohne Aussichten auf eine friedliche Lösung sowie der Klimawandel haben die Ernährungslage für geflüchtete Menschen verschlimmert. Die Corona-Pandemie hat die Notlage noch verschärft. Wenn wir nicht schnellstens zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen, werden immer mehr Flüchtlinge, darunter viele Kinder, hungern müssen", so Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR).

 

Katastrophe in Afghanistan

Bereits vor dem Ausbruch von Covid-19 und der erneuten Machtübernahme der Taliban war die Lebenssituation in Afghanistan katastrophal. Jahrzehntelanger Konflikt, periodisch wiederkehrende Naturkatastrophen und eine schwache Ökonomie haben Millionen Afghanen die Möglichkeit genommen, sich und ihre Familien mit Nahrung versorgen zu können. Schon in der ersten Phase der Pandemie gehörte Afghanistan weltweit zu den Ländern mit der schlechtesten Lebensmittelversorgung.

 

Nach einer UNHCR-Untersuchung im September sind der Mangel an Nahrungsmitteln und anderen lebenswichtigen Gütern sowie fehlende Mittel, um Miete und Medizin bezahlen zu können, derzeit die größten Probleme. 95 Prozent der afghanischen Haushalte haben nicht genug zu essen. Trotz der grassierenden Pandemie und der prekären Sicherheitslage im Land konnten der UNHCR und Partner in diesem Jahr bislang fast eine halbe Million neu Vertriebene mit lebensrettender Hilfe erreichen.

 

Unterstützung des UNHCR

Der UNHCR versorgt entkräftete und erschöpfte Menschen, die in den Flüchtlingscamps ankommen. Mangel- und unterernährte Kinder erhalten nährstoffreiche Spezialnahrung, Schwangere und stillende Mütter bekommen Nothilfepakete mit Grundnahrungsmitteln wie Öl und Reis zusammen mit Küchenartikeln und Wasserkanistern.

 

Hunger als Fluchtgrund - Unterstützungsmöglichkeiten unter:

www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/fluchtursachen/hunger/


 

 

Financing the 2030 Agenda: an SDG alignment framework for public development banks

DIE - 15. Oktober 2021 - 13:02

During the first ‘Finance in Common Summit’, in November 2020, public development banks (PDBs) from around the world committed to align their activities with the 2030 Agenda and Sustainable Development Goals (SDGs). While there is increasing interest in mainstreaming the SDGs, we still lack an open and deeper discussion of what that means. As a consequence, there is as yet no broad-based ambitious operational approach. The present study is the product of a European Think Tanks Group (ETTG) collaboration aiming both to propose a definition of SDG alignment and to provide concrete principles to further operationalise and promote such alignment in practice. To align with the multidimensional scope of the 2030 Agenda and SDGs, PDBs must incorporate the imperative of the transition to low-carbon, climate-resilient and equitable socio-economic models in all their financing decisions and project cycles. Up to now, many SDG alignment discussions have been limited to mapping exercises. Some actors perceive “SDG investments” as equivalent to infrastructure investments, without questioning whether infrastructures are designed sustainably. The present study applies a much deeper comprehension of the 2030 Agenda, arguing that alignment with the Paris Agreement and SDGs must go hand in hand. Implementing the 2030 Agenda requires PDBs to ensure coherence and spur a profound change on the scale of the entire PDB organisation and across its full range of operations. As such, SDG alignment demands high-level commitment, together with deep governance and, probably, business model restructuring. However, moving from a clear understanding of the 2030 Agenda to a truly operational approach is no easy task. Hence, this study develops four operationalisation principles, along with practical steps to implement them. Together, these provide a guiding checklist for PDBs’ efforts to align their activities with the 2030 Agenda and SDGs.

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15. Oktober 2021

ONE - 15. Oktober 2021 - 10:36

1. Dritte Impfung in Deutschland, fehlende Impfdosen für Covax

Franca Wittenbrink thematisiert in der Frankfurter Allgemeine Zeitung die ungleiche globale Impfstoffverteilung. In Deutschland haben schon mehr als eine Millionen Menschen eine dritte Corona-Impfung bekommen, während 97 Prozent der ärmeren Weltbevölkerung noch ungeimpft seien. Für das neue Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bis Mitte 2022 70 Prozent der Bevölkerung zu impfen, werden laut WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus insgesamt elf Milliarden Impfstoffdosen benötigt. Die meisten einkommensschwachen Länder seien von der internationalen Impfstoff-Initiative Covax abhängig, doch der Großteil der Lieferungen lasse auf sich warten. Ferner berichtet Marc Engelhardt in der Tageszeitung (taz) über die fehlende Einigung der EU, wie der Patentschutz auf Corona-Impfstoffe aufgehoben werden könnte. Es seien nur noch eine “Handvoll” Staaten, vor allem aus der EU, die dem von Südafrika und Indien modifizierten Vorschlag nicht zustimmen wollen. Am Mittwoch hatte die EU einen neuen Vorschlag gemacht, der allerdings laut der WTO-Expertin Yuanqiong Huein ein Rückschritt sei. Die Zeit dränge, da die Vereinbarung über die Aufhebung der Patente für Ende November angestrebt werde.

 

2. Ruanda: Bildungssituation verschlechtert sich

Nasra Bishumba und Alex Ngarambe thematisieren in der Deutsche Welle die Bildungskrise in Ruanda. 60.000 Schüler*innen müssen dort dieses Jahr eine Klassenstufe wiederholen. Vor der Corona-Pandemie hatten Schüler*innen nicht sitzen bleiben können. Die neu eingeführte Maßnahme solle nun die Qualität der Schulbildung verbessern. Für viele Eltern, Schüler*innen und Lehrkräfte sei die Anordnung überraschend gekommen. Einige machen die Schließungen vieler Schulen im Lockdown während der Corona-Pandemie für die nicht bestandenen Prüfungen verantwortlich. Der Bildungsexperte Jean Francois Munyakayanza hingegen begrüße die Änderung in der Bildungspolitik. Die Wiederholung der Klasse werde den Schüler*innen helfen, den Lernstoff besser zu verstehen. Man solle es als Chance betrachten. Ruandas Regierung wolle zudem die Ursachen für das schlechte Abschneiden der Lernenden herausfinden. Ein weiteres Problem, das es zu beheben gelte, sei der Lehrkräftemangel.

 

3. Deutschlands Außenpolitik muss gestärkt werden

Stefan Mair, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, macht in einem Gastbeitrag in der Süddeutsche Zeitung Vorschläge, wie die neue Regierung die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik verbessern könnte. Die Verhandler*innen der neuen Koalition haben die seltene Chance, die langfristige Orientierung deutscher Außenpolitik zu überprüfen und “Weichen neu zu stellen”. Dabei seien vor allem drei Faktoren zu beachten: der Umgang mit China, die gesunkene Bereitschaft und Fähigkeit der USA, als ordnende Macht tätig zu werden und die “systemische Rivalität” zwischen liberalen Demokratien und repressiven Autokratien. Europas Interesse müsse es sein, das internationale Durcheinander in eine “multipolare, möglichst kooperative Weltordnung” zu überführen. Zudem müsse sich Europa als eigenständig behaupten. Dafür sei Deutschlands Beitrag wesentlich.

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Does food security matter to subjective well-being? Evidence from a cross-country panel

DIE - 15. Oktober 2021 - 9:55

The conventional economics literature equates welfare with consumption-based utility, neglecting the psychological effects of uncertainty and fear of the future on well-being. In this study, we examine how food insecurity relates to changes in subjective well-being within a comparative analysis across different country groups between 2005 and 2018 and find that food insecurity matters to well-being. We also examine the relationship between experienced food insecurity and well-being, taking into account any potential endogeneity. In low-income, food-deficient, food-importing and drought-affected countries, changes in the prevalence of undernourishment explain a great deal of the variation in subjective well-being over time.

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Den Weg in eine nachhaltige Zukunft frei machen

#2030Agenda.de - 14. Oktober 2021 - 20:04

Offener Brief des Nachhaltigkeitsrats und 14 weiterer Beiräte und Beratungsgremien der Bundesregierung an die Bundesvorsitzenden, Generalsekretäre sowie die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen von SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, FDP und CDU/CSU.

Zum offenen Brief

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Welternährungstag: „Strukturelle Ursachen von Hunger in den Blick nehmen“

SID Blog - 14. Oktober 2021 - 18:56
Jahrbuch zum Recht auf Nahrung erschienen

Welternährungstag: Brot für die Welt und FIAN Deutschland legen Jahrbuch zum Recht auf Nahrung vor

Berlin, Köln -- Mit Blick auf den Welternährungstag (16.10.) weisen Brot für die Welt und FIAN Deutschland darauf hin, dass die Zahl der chronisch Hungernden seit sechs Jahren kontinuierlich ansteigt, auf heute 770 Millionen. Hinzu kommen diejenigen, die zeitweise hungern, etwa weil die Vorräte vor der neuen Ernte aufgebraucht sind: 2020 waren dies 2,4 Milliarden Menschen, 720 Millionen mehr als noch 2014. „Corona, Klimawandel und Kriege verschärfen die ohnehin dramatische Situation. Es greift jedoch zu kurz, allein diese Gründe zu betrachten. Wir müssen endlich die strukturellen Ursachen des Hungers angehen", sagt Dagmar Pruin, die Präsidentin von Brot für die Welt bei der heutigen Vorlage des Jahrbuchs zum Recht auf Nahrung. „Wenn ein Drittel der Weltbevölkerung nicht ausreichend zu essen hat, obwohl weltweit genug geerntet wird und die Getreidelager voll sind, läuft etwas dramatisch schief."

Das neue Jahrbuch identifiziert drei bedeutende Hindernisse für die Durchsetzung des Menschenrechts auf Nahrung: eine weltweit zu beobachtende Schwächung öffentlicher Institutionen, die Verhinderung transformativer Lösungsansätze wie der Agrarökologie durch den Einfluss der Agrarindustrie sowie die Vernachlässigung von traditionellem bäuerlichem Wissen zugunsten industrienaher Forschung. All dies verschärft die Diskriminierung armer und hungernder Menschen.

Dementsprechend sehen Brot für die Welt und FIAN Deutschland, die das Jahrbuch mitherausgeben, die Verteidigung und Stärkung öffentlicher Institutionen als einen zentralen Beitrag zur Hungerbekämpfung. „Die dramatische Ungleichverteilung von Impfstoffen zeigt einmal mehr, dass das öffentliche Interesse bei Themen wie Gesundheit, Bildung oder Ernährung im Zentrum stehen muss. In Hungerzeiten müssen zuerst lokale Ernährungssysteme unterstützt werden, unter anderem durch staatliche Abnahmeprogramme und Geldtransfers an Bedürftige. Die COVID-Maßnahmen hingegen haben in vielen Ländern die industrielle Landwirtschaft begünstigt und kleine Produzenten weiter an den Rand gedrängt", so Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland.

Von der neuen Bundesregierung erwarten Brot für die Welt und FIAN, dass sie die strukturellen Ursachen von Hunger und Mangelernährung in den Blick nimmt. „Wir appellieren an die neue Bundesregierung, dass sie die finanziellen Mittel des Entwicklungsministeriums für die Hungerbekämpfung stärker für die Förderung der Agrarökologie einsetzt und traditionelles bäuerliches Wissen etwa indigener Völker deutlich stärker in ihre Strategien einbezieht. Nur dann wird es gelingen, Hunger und Mangelernährung zurückzudrängen und angesichts des Klimawandels resistente Ernährungssysteme zu schaffen", sagt Pruin.


Jahrbuch zum Recht auf Nahrung (engl)

Interview mit dem Referenten für Landwirtschaft bei Brot für die Welt, Stig Tanzmann

Das Jahrbuch zum Recht auf Nahrung („Right to Food and Nutrition Watch") wird vom Global Network for the Right to Food and Nutrition herausgegeben. In Deutschland gehören Brot für die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN dem Netzwerk an. Das Jahrbuch erscheint in englischer, französischer und spanischer Sprache. 




Sparpolitik in Westafrika droht Millionen in Armut und Hunger zu stürzen

SID Blog - 14. Oktober 2021 - 18:55
Heute veröffentlichen Oxfam und Development Finance International (DFI) eine Analyse, wie die Regierungen westafrikanischer Staaten auf die erheblichen wirtschaftlichen Probleme ihrer Länder im Zuge der COVID-19-Krise reagieren. Das Ergebnis: Die geplante Sparpolitik droht Millionen in Armut und Hunger zu stürzen.

Der Commitment to Reducing Inequality Index (CRII) zeigt, dass 14 der 16 Länder beabsichtigen, ihre Staatshaushalte in den nächsten fünf Jahren um insgesamt 26,8 Milliarden US-Dollar zu kürzen, um die durch die Pandemie bedingten Verluste von 48,7 Milliarden US-Dollar auszugleichen, die es in der Region allein im Jahr 2020 gab.

Dieser massive Angriff auf die öffentlichen Finanzen könnte weitere Millionen Menschen in Westafrika in Armut und Hunger stürzen und die soziale Ungleichheit massiv verschärfen.  Frauen werden besonders stark betroffen sein, da sie überproportional häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten und den Löwenanteil der unbezahlten Pflege- und Sorgearbeit leisten. Unterdessen ist das kollektive Nettovermögen der drei reichsten Männer Westafrikas in den ersten 17 Monaten der Pandemie um 6,4 Milliarden Dollar gestiegen – genug, um 18 Millionen Menschen aus der extremen Armut zu befreien.

COVID-19 recovery in West Africa is "austerity on steroids" and sets the region on a destructive path ahead: Oxfam

Austerity, spiraling debt and vaccine inequity will bring the inequality crisis to levels never reached before, reveals new index.

West African governments are planning to "slash and burn" their way out of COVID-19 induced economic loss, reveals new analysis from Oxfam and Development Finance International (DFI) today. The organizations are calling for an urgent change of course as West African governments are preparing their annual budgets and participating in the Annual Meetings of the World Bank and IMF, which are crucial discussions to focus the recovery on fighting inequality and poverty.

The Commitment to Reducing Inequality Index (CRII) shows that 14 out of 16 West African nations intend to cut their national budgets by a combined $26.8 billion over the next five years in an effort to partly plug the $48.7 billion lost in 2020 alone across the entire region due to the pandemic. Such austerity has been encouraged by the IMF, through its COVID-19 loans.

This massive raid on public finances could push millions more West Africans into poverty and hunger and potentially trigger the worst inequality crisis in decades.  Women will be impacted more severely due to their very high concentration in low paid informal jobs and unpaid care work.  Meanwhile, the collective net worth of West Africa's three wealthiest men surged by $6.4 billion in the first 17 months of the pandemic ―enough to lift 18 million people out of extreme poverty.

"This plan is austerity on steroids," said Oxfam's West Africa Regional Director Assalama Dawalak Sidi. "Rather than investing toward a positive new future for the people of West Africa, the region's governments are instead reaching back to a 1980s playbook ―despite it being a hugely discredited one. The danger is that these governments will cut their way into worsening poverty and skyrocketing inequality."

"This comes at a time when the region has lost the equivalent of seven million jobs, infection rates are increasing, there is no vaccine in sight for the vast majority of people and the Sahel is facing one of its worst hunger crisis," said Sidi. "This is not the time for governments to be ripping away the public goods, support and services that millions of people need."

The index ranks 15 member states of the Economic Community of West African States and Mauritania (ECOWAS+) on their policies on public services, tax, workers' rights, smallholder agriculture and pandemic response spending, all areas pivotal to reducing inequality and weathering the COVID-19 storm.

The index highlights that West African governments are again the least committed to reducing inequality in Africa. Most support measures in response to COVID-19 were temporary and did little to reduce inequality, while triggering a sharp increase in debt ―debt servicing in 2020-2021 will siphon off about 61.7 percent of government revenue in West Africa. The support programs have been replaced with austerity measures as COVID-19 infection rates are increasing in many countries of the region. Less than 4 percent of West Africans are fully vaccinated.

  • Sierra Leone ranks low (13th) on the index. Its government was trying to implement anti-inequality policies before COVID and sharply increased education and health spending. But large corporations pocketed 92 percent of government pandemic support funding, while only 1.5 percent was spent on social protection. Sierra Leone's $860 million upcoming spending cuts (2022-26) are equivalent to two and a half times its annual healthcare budget.
  • Nigeria was the region's worst performing country in tackling inequality going into the pandemic. Nigeria's health budget (as a percentage of its overall budget) is the third lowest in the world (3.6 percent) and 40 percent of its population does not have access to healthcare services. Nigeria loses $2.9 billion a year from tax incentives to corporations but in 2021 increased value-added taxes (VAT), which apply to everyday products like food and clothing and fall disproportionately on poor people, from 5 percent to 7.5 percent.
  • Mali has the highest level of income equality among ECOWAS countries with a tax rate on the richest people that is 9% higher than the world average. But it ranks last on healthcare spending, devoting less than 5 percent of its annual budget on health. Nearly 38 percent of Mali's population (8 million people) have no access to healthcare and 6.5 percent of households face catastrophic healthcare costs spending each year. Women's labor rights are often not respected and they lack legal protection from marital rape and sexual harassment. Mali plans to slash its budget by $3.3 billion over the next five years.
  • Burkina Faso ranks middle (9th) on the Index. It spends nearly 23% of its budget on education, the highest share in the region and 9th in the world. But the wealthiest 20% of the population has 44% of the income, and in rural areas, 47.5% of the population lives in poverty. According to the IMF, such a level of inequality reduces Gross National Product growth by at least 1% per year. The government plans to cut $1.27 billion through 2026.

If the governments of West Africa were to increase fairly their tax revenue by 1 percent in the next five years, they would raise $56.89 billion. This is more than enough to cancel the planned $26.8 billion budget cuts and build 600 fully-equipped hospitals across West Africa.

Matthew Martin, Director of Development Finance International, said: "West Africa is at a crossroads. Will the region come out of COVID-19 with policies which exacerbate inequality, or implement a recovery plan that works for everyone and not only for the privileged few?"

 "The pandemic has taught us it is urgent to invest massively in public education, health and social protection and to use more progressive taxation of income and wealth to pay for this. We also need to increase worker's rights ― especially for women who disproportionately take on the most precarious jobs."

Download Oxfam and DFI's index"The West Africa Inequality Crisis: Fighting austerity and the pandemic" and country profiles.

Oxfam and DFI published in 2019 the first "West African Commitment to Reduce Inequality (CRI) index" showing that West African governments were the least engaged across the continent in reducing inequality.

Download "Adding Fuel to Fire: How IMF Demands for Austerity Will Drive Up Inequality Around the World" for more in-depth analysis on austerity measures encouraged by the IMF through its COVID-19 loans. Between March 1, 2020 and March 15, 2021, all countries in West Africa received IMF emergency support to respond to the pandemic through various types of loans. For more information on austerity measures encouraged in the loans received by West African countries refer to Annex 1 and Annex 2 of the report.

 


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