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Kommentar zu Kinderrechte ins Grundgesetz: Mut zu starken Kindern!

Unicef - 21. Januar 2021 - 15:00
Die Einigung ist da: Die Kinderrechte sollen ins Grundgesetz. Doch aus Sicht von Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, muss der Vorschlag der Regierungsparteien dringend weiterentwickelt werden. Er fordert jetzt Mut zu starken Kindern. Lesen Sie hier seinen Kommentar.
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„Kinderarbeit verletzt die Rechte der Kinder und zerstört ihre Zukunftschancen."

Unicef - 21. Januar 2021 - 13:30
Statement von Christian Schneider, Geschäftsführer UNICEF Deutschland, zum internationalen Jahr gegen Kinderarbeit
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21. Januar 2021

ONE - 21. Januar 2021 - 11:50
1. Biden stoppt WHO-Austritt der USA

Zahlreiche Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und Stern.de, berichten, dass US-Präsident Joe Biden den Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stoppt. Bereits in seinen ersten Stunden als neuer Präsident habe Joe Biden ein Schreiben zum Verbleib der USA in der Organisation der Vereinten Nationen unterzeichnet. Mitten in der Corona-Pandemie habe Donald Trump aus Protest den Rückzug der USA aus der WHO angekündigt. Trump habe zuvor die WHO-Beiträge im April letztes Jahr eingefroren. Die USA waren bislang mit mehr als 100 Millionen Dollar wichtigster Geldgeber der Organisation. Der mit einer zwölfmonatigen Kündigungsfrist verbundene Austritt wäre Anfang Juli dieses Jahres wirksam geworden. Der damalige US-Präsident Trump habe der Organisation in Bezug auf ihren Umgang mit der Pandemie vorgeworfen, sie hätte zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert und stünde unter der Kontrolle der chinesischen Regierung. Zur Eindämmung der Pandemie wolle Biden so schnell wie möglich einen politischen Kurswechsel in der Krise einleiten. Vorher habe Biden bereits den Brief zur US-Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen unterzeichnet. Anfang November letztes Jahr war der von Donald Trump initiierte Austritt aus dem Abkommen wirksam geworden.

2. Entwicklungsminister Müller: Mehr Impfstoffe für Entwicklungsländer

In einem Interview mit der Rheinischen Post mahnt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller zu einer weltweit gerechteren Verteilung von Corona-Impfstoffen. Man dürfe nicht vergessen, dass es sich um eine Pandemie handle, die die Ärmsten der Armen am härtesten trifft, so Müller. Denn man könne die Pandemie nur gemeinsam besiegen. Deshalb fordert er unter anderem, dass die EU unter Beteiligung der Europäische Investitionsbank ein Sofortprogramm von vier Milliarden Dollar bereitstellen soll. Er appelliere dabei auch an private Geldgeber wie Amazon, Facebook und Google. Außerdem möchte er mit einer europäisch-afrikanischen Initiative Impfstoff-Produktionskapazitäten in Südafrika, Ghana oder Senegal ausbauen. Pharmaunternehmen sollten dazu Lizenzen vergeben. Müller mahnt, dass Entwicklungs- und Schwellenländer durch die Krise zehn oder 20 Jahre in ihrer Entwicklung zurückfallen und staatliche Strukturen dort zusammenbrechen könnten.

3. Mögliches Mittel gegen Malaria-Übertragung entdeckt

Wie der Deutschlandfunk meldet, haben Wissenschaftler möglicherweise ein Mittel gegen die Übertragung von Malaria entdeckt. Forschende der Universität von Pretoria in Südafrika haben entdeckt, dass zwei Stoffe, die auf ihre Wirksamkeit gegen Tuberkulose und Krebs untersucht werden, möglicherweise Malaria-Parasiten abtöten können. Dies soll auch dann möglich sein, wenn der Parasit infektiös sei. Die bisherigen Mittel wirken nur gegen den Malaria-Parasiten, wenn diese gerade die Leber oder rote Blutkörperchen befallen haben. Jedoch wirken sie nicht mehr, wenn der Parasit diese Zellen wieder verlässt. Dadurch kann er auf andere Menschen übertragen werden. Nach Angaben der WHO habe es im Jahr 2019 etwa 400.000 Malariatote gegeben. Für das vergangene Jahr befürchte die WHO noch mehr Opfer, weil wegen der Corona-Pandemie viele Präventionsmaßnahmen nicht durchgeführt werden konnten.

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21.01.2021 Start des UN-Jahrs gegen Kinderarbeit: Minister Müller fordert rasche Einigung beim Lieferkettengesetz

BMZ - 21. Januar 2021 - 10:30
Zum Start des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahrs zur Beseitigung der Kinderarbeit erklärte Entwicklungsminister Müller: "Die Corona-Krise ist eine Katastrophe für viele Kinder: Derzeit können 320 Millionen Kinder nicht zur Schule. Nach Schätzungen der UNESCO werden 24 Millionen nicht mehr in die Schulen zurückkehren, sondern müssen arbeiten und das Überleben ihrer Familien sichern. Schon vor der Pandemie mussten über 70 ...
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World Wetlands Day 2021: Threatened Lake Areas

Forum Umwelt & Entwicklung - 21. Januar 2021 - 9:42

 

Living Lakes is an international network and partnership whose mission is to enhance the protection, restoration and rehabilitation of lakes, wetlands, other freshwater bodies of the world and their catchment areas. Living lakes is coordinated by the Global Nature Fund.

Together with the German NGO Forum on Environment and Development we celebrate the World Wetlands Day 2021 – Wetlands and Water with the online event Threatened Lake Areas announcing the Pantanal as this years ‘Threatened Lake of the Year’. You’ll also learn about Wetland Albufera in Valencia, Spain and get an impression of the Global Lakes Marathon, an inspiring 24 hours online-Event around the globe.

 

Download Invitation – online event World Wetlands Day 2021

 

Date: 2nd February 2021, 14–15.15h CET

Place: online ( via zoom, please note the registration form below )

 

Programme   Threatened Lake Areas 14:00  

Introduction and Moderation

Udo Gattenlöhner, Executive Director, Global Nature Fund  

News from L’Albufera – Threatened Lake of the Year 2020

Antonio Guillem, Fundación Global Nature, Spain  

The Pantanal: Threatened Lake of the Year 2021 –
Lakes of Holstein Switzerland: Living Lakes of the Year 2020/2021

Bettina Schmidt, Project Manager, Global Nature Fund  

Global Lake Marathon Impressions and conclusions + Citizen Science
Éva Geletáné Varga, Lake Balaton Development Coordination Agency, Hungary  

Contributions from the Living Lakes Network  

Discussion 15:15  

End of the event

 

 

This event  is the start of the online seminar series of the Working Group on Water in the Forum Environment and Development: City – Country – Waters: Water for All?!

 

Please note, the individual online seminars will be conducted using the conference application Zoom. By registering, you agree to the recording and provision of the seminars.

You find more information on Wetlands and Water here: www.worldwetlandsday.org 

 

Registration

Here you can register for this event or all events of the online seminar series of the Working Group on Water in the Forum Environment and Development: City – Country – Waters: Water for All?!

 

[contact-form-7]

 

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A behavioural perspective on the drivers of migration: studying economic and social preferences using the Gallup World Poll

DIE - 21. Januar 2021 - 9:18

This paper addresses the self-selection of potential migrants. In particular, the study examines whether risk and time preferences explain a significant proportion in the movement heterogeneity of individuals. It is further intended to shed light on the role of social preferences (trust, altruism, reciprocity) as potential migratory determinants. By making use of a unique cross-sectional data set on migration intentions (Gallup World Poll) and experimentally-validated preferences (the Global Preference Survey) covering 70 countries worldwide, a probit model is estimated. The empirical results provide evidence that potential migrants exhibit higher levels of risk-taking and patience than their counterparts who stay at home (the stayers). This holds true across differing countries with various cultural backgrounds and income levels. Trust and negative reciprocity are found to be significantly related to migration aspirations as well. Yet conclusive clarifications still remain necessary, providing impetuses for future research.

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Launch-Event: MOOC on „Nature-based Solutions for Disaster and Climate Resilience“

Postgraduates - 21. Januar 2021 - 9:12

UN Environment Programme (UNEP) and the Partnership for Environment and Disaster Risk Reduction (PEDRR) start the new year with a new Massive Open Online Course (MOOC): Nature-based Solutions (NbS) for Disaster and Climate Resilience.

The course is being launched at the 22nd of January 2021 with 3 Events:

13:30 – 14:15 CET:

Special Launch Event with private sector insights

Register here

14:45 – 15:30 CET:

Youth for nature-based solutions online Learning for climate action

Register here

16:00 – 17:30 CET: (MOOC LAUNCH)

New opportunities for boosting planetary health and resilience

Register here

 

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Gemeinsam Grenzen überwinden – mit Musik!

Engagement Global - 21. Januar 2021 - 9:09
Die Band Words Beyond Borders setzt sich für eine gleichberechtigte Begegnung und den EINE WELT-Gedanken ein. Foto: Engagement Global

Der Bandname steht für die persönlichen Erfahrungen der Bandmitglieder wie auch für ihren gemeinsamen Aufruf, Grenzen zu überwinden und Vorurteile abzubauen. Die Mitglieder von Words Beyond Borders kommen aus völlig unterschiedlichen Ländern Europas und Asiens und leben fast alle erst seit einigen Jahren in Deutschland. Das 2017 gestartete Integrationsprojekt förderte ihr gemeinsames Musikmachen. So entstanden beispielsweise Songs, die deutsche, arabische und persische Strophen vereinen – schon beim Songwriting wird damit deutlich, wie ihre Musik Dialog schaffen kann und Menschen miteinander verbindet. Doch nicht nur hinsichtlich ihrer musikalischen Entwicklung unterstützen sich die jungen Erwachsenen wechselseitig, sondern auch beim Ankommen und Zurechtfinden in Deutschland und auf ihren persönlichen Lebenswegen.

Dabei spielen die gemeinsame Verarbeitung von Fluchterlebnissen und das Thema Grenzüberwindung in ihrem Alltag eine entscheidende Rolle – seien es räumliche Grenzen oder solche in den Köpfen von Menschen und Gesellschaft. In ihrer Band und dem Projekt haben die Mitglieder für sich einen Ort innerhalb Deutschlands geschaffen, an dem Grenzen und Unterschiede, wie beispielsweise Sprache und Herkunft, keine Rolle spielen. Mehr noch: Im Zuge des gemeinsamen Musik Machens verschwinden diese gänzlich.

Das Engagement der Band für eine gleichberechtigte Begegnung und für den EINE WELT-Gedanken hat die Jury des Song Contest ausgezeichnet: Ihr Song „Keine Grenzen“ erhielt einen Platz auf dem EINE WELT-Album Vol. 3.

Der Song Contest startet in eine neue Runde

Ab dem 28. Januar 2021 können junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren erneut ihre Songs für die EINE WELT einreichen und zeigen, welche globalen Themen sie beschäftigen. Dann nämlich startet der Song Contest in eine neue Runde.

Weitere Informationen
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Impf-Solidarität mit armen Ländern

Welthungerhilfe - 21. Januar 2021 - 8:36
Corona, Hunger und Armut besiegen wir nur gemeinsam oder gar nicht. Die Welthungerhilfe fordert Impf-Solidarität mit armen Ländern.
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Frischepost: Ein digitaler Hofladen verbindet Produzent*innen direkt mit Verbraucher*innen

reset - 21. Januar 2021 - 6:56
Frischepost bringt frische und fair produzierte Lebensmittel direkt von Produzent*innen aus der Region nach Hause oder in die Firma - und funktioniert so ganz anders, als der zentralisierte Lebensmitteleinzelhandel.
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Ein digitaler Hofladen verbindet Produzent*innen direkt mit Verbraucher*innen

reset - 21. Januar 2021 - 6:56
Frischepost bringt frische und fair produzierte Lebensmittel direkt von Produzent*innen aus der Region nach Hause oder in die Firma - und funktioniert so ganz anders, als der zentralisierte Lebensmitteleinzelhandel.
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Der Meeresspiegelanstieg als Herausforderung für die maritime Ordnung

SWP - 21. Januar 2021 - 0:10

Der Meeresspiegel steigt immer schneller an. Für Küsten- und Inselstaaten hat dies zur Folge, dass sich ihr Küstenmeer, ihre ausschließliche Wirtschaftszone und gegebenenfalls die äußere Grenze ihres Festlandsockels kontinuierlich weiter in Richtung Land verschieben.

Viele Staaten werden dadurch in erheblichem Umfang Seegebiete ver­lieren, in denen sie bislang Hoheitsbefugnisse und souveräne Nutzungsrechte ausgeübt haben und die für sie wirtschaftlich äußerst wichtig sind. Im Zuge dessen können auch Streitigkeiten über zwischenstaatliche Seegrenzen entstehen. Deswegen wächst die Gefahr von Konflikten, und es droht eine Destabilisierung der maritimen Ordnung.

Um dem entgegenzuwirken, muss das Seevölkerrecht in einem zentralen Punkt nachjustiert werden. Bislang gilt nämlich das Prinzip, dass die für die seewärtige Ausdehnung der Meereszonen maßgeblichen Basislinien beweglich sind und sich in ihrem Verlauf den natürlichen Gegebenheiten anpassen. Immer mehr Küsten- und Inselstaaten versuchen zwar, ihre Basislinien und die Grenzen ihrer Meereszonen auf formellem Wege dauerhaft zu fixieren. Im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen findet sich dafür aber keine Grundlage. Die beste Lösung bestände darin, das Übereinkommen anzupassen. Selbst wenn dies nicht gelingt, könnte die Praxis der Staaten im Hinblick auf die Fixierung von Basis­linien und Meereszonen dazu führen, dass sich entsprechende Regeln hierfür im Völkergewohnheitsrecht herausbilden.

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21.01.2021 Anpassung an Klimawandel: Bundesentwicklungsministerium und Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) vertiefen Zusammenarbeit

BMZ - 21. Januar 2021 - 0:00
Entwicklungsländer stärker bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen – das ist das Ziel einer Kooperation des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Bei der heutigen Auftaktveranstaltung der "Berlin Insights Series on Climate Change and Development" unterzeichneten Staatssekretär Martin Jäger (BMZ) und Prof. Dr. Johan Rockström (PIK) eine entsprechende Absichtserklärung. ...
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German Arms Exports and the Militari­sation of Arab States’ Foreign Policies

SWP - 21. Januar 2021 - 0:00

Measured in terms of licenses issued, Arab states will again be among the main recipi­ents of German military equipment exports in 2020. This continues a trend that has been evident since the early 2000s and especially since 2010, all despite Germany’s recently extended ban on arms exports to Saudi Arabia. From 2018 to 2020, the value of export licences for the five most important Arab buyer countries has decreased compared to the previous period. However, their share of total export licences is still over 25 percent. In view of regional developments, this is problematic. The foreign policies of the biggest customers have changed in recent years as they become less predictable and more willing to use military means to assert their interests. Military equipment exports could thus contribute to further escalation of the numerous inter­state conflicts in the Middle East and North Africa, thereby posing great risks to Ger­many and the EU. Against the backdrop of Germany and the EU’s own export gui­de­lines, it is therefore advised to halt exports of military products to these countries.

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Europäischen Kommission eröffnet „Generaldirektion Internationale Partnerschaften“

weitzenegger - 20. Januar 2021 - 23:30
Bei der Europäischen Kommission heißt DEVCO jetzt offiziell „Generaldirektion Internationale Partnerschaften“. Der neue Titel, das neue Leitbild und die neue
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Corona-Pandemie: 5 Tipps, um Ihre Kinder im Homeschooling zu unterstützen

Unicef - 20. Januar 2021 - 17:00
Die Corona-Pandemie hat das Lernen weltweit verändert. Statt im Klassenzimmer sitzen viele Kinder zuhause vor ihren Aufgaben. Mama oder Papa werden zur Ersatz-Lehrkraft. Keine leichte Aufgabe, neben Homeoffice und Co. Hier geben wir Eltern fünf Tipps, die den Heimunterricht für alle leichter machen sollen.
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Kurzstellungnahme zum Vorschlag eines Lieferkettenregistergesetzes

INKOTA - 20. Januar 2021 - 16:53
Kurzstellungnahme von Germanwatch, Greenpeace und INKOTA

Seit Monaten wird in Deutschland intensiv und kontrovers über ein Lieferkettengesetz diskutiert. Seit kurzem ist ein neuer Vorschlag in der Debatte – ein Gesetz über ein Lieferkettenregister.1 Erarbeitet und vorangetrieben wird dieser Vorschlag vom CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Heilmann, der dazu im Dezember 2020 auch eine nicht-öffentliche Anhörung zum Lieferkettenregister abhielt. Neben Einzelunternehmen und Wirtschaftsverbänden waren auch Nichtregierungsorganisationen wie Germanwatch, Greenpeace und INKOTA eingeladen, um den Vorschlag eines Lieferkettenregistergesetzes zu kommentieren. Nachdem die Debatte zum Lieferkettenregister nun öffentlich geführt wird und dieser Vorschlag auch dem EU-Justizkommissar Reynders unterbreitet wurde, legen Germanwatch, Greenpeace und INKOTA hiermit ihre zentralen Kritikpunkte am Lieferkettenregister auch noch einmal öffentlich dar und machen damit deutlich, dass sie den Vorstoß zu einem Registergesetz weder zielführend finden noch ihn unterstützen: 1. Der Vorschlag eines Lieferkettenregisters beinhaltet einen gänzlich anderen Ansatz als den, der seit Jahren im Zuge der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte entwickelt wurde und zu dem sich Deutschland verpflichtet hat und auf dem auch der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung basiert. Denn nach den UN-Leitprinzipien kann ein Unternehmen die Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte nicht einfach auslagern, vielmehr sollen die Unternehmen selbst Sorgfaltsprozesse implementieren. Eine wachsende Anzahl von Unternehmen tut das bereits und spricht sich gleichzeitig für ein Lieferkettengesetz aus.2 2. Der vorgeschlagene Ansatz setzt ausschließlich auf Zertifizierungen, die sich jedoch in der Praxis oft als nicht wirksam erwiesen haben, um Menschenrechte und Umweltstandards in globalen Lieferketten durchzusetzen. So waren beispielsweise der gebrochene Damm von Brumadinho (Brasilien) als auch die eingestürzte Textilfabrik von Rana Plaza (Bangladesch) TÜV-zertifiziert. Zahlreiche Studien zeigen die Schwachstellen von Audits und Zertifizierungen auf (z.B. „Fig leafs for fashion“)3. Deshalb ist ein alleiniger Fokus auf Zertifizierungen weder ausreichend noch zielführend. 3. Mit dem vorgeschlagenen Ansatz werden die Verantwortung und die ggf. damit verbundenen Kosten hauptsächlich auf die Zulieferer ausgelagert. Dies ist aus entwicklungspolitischer Perspektive sehr bedenklich. 4. Um das angedachte Lieferkettenregister aufzubauen, müssten laut Vorschlag das Entwicklungsministerium und die Außenhandelskammern zunächst einen enormen Bürokratieaufwand betreiben und würden damit zudem ein voraussichtlich recht starres und kostspieliges Konstrukt schaffen. 5. Der Vorschlag sieht keine Möglichkeit für Betroffene von Menschenrechtsverletzungen vor, Entschädigung einzuklagen. Die Erfahrungen aus anderen europäischen Staaten zeigen, dass durch eine zivilrechtliche Haftung einerseits Unternehmen keine Klagewelle droht, sie andererseits aber Sorgfaltsprozesse effektiver implementieren und sich die Rechtssicherheit für Unternehmen erhöht.4 Aufgrund der genannten Kritikpunkte am Lieferkettenregister halten wir diesen Vorschlag nicht für eine Alternative zu einer wirksamen gesetzlichen Regulierung menschenrechtlicher und ökologischer Sorgfaltspflichten von Unternehmen. Vielmehr drängen Germanwatch, Greenpeace und INKOTA gemeinsam mit mehr als 120 Organisationen der Initiative Lieferkettengesetz darauf, dass Deutschland zügig ein wirksames Lieferkettengesetz verabschiedet und damit einen wichtigen Impuls für eine wirksame EU-weite Regelung setzt. Kurzstellungnahme als PDF herunterladen Kontakte:
  • Cornelia Heydenreich, Germanwatch, T +49-30-2888356-4, heydenreich[at]germanwatch.org
  • Johannes Schorling, INKOTA, T +49-30-4208202-57, schorling[at]inkota.de
  • Viola Wohlgemuth, Greenpeace, T +49-40-30618-5261, viola.wohlgemuth[at]greenpeace.org
Weitere Informationen: Erfahren Sie mehr über die Initiative Lieferkettengesetz
Erfahren Sie mehr über unsere Kampagnen zu Wirtschaft und Menschenrechten  1 https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/menschenrechte-cdu-politiker-fordern-digitales-lieferkettenregister-fuer-den-eu-binnenmarkt/26777122.html?ticket=ST-4225243-wcHswZUBt6kReEF4fYh7-ap1; auf Englisch unter dem Titel „Proposal for key points of a law on the implementation of a digital supply chain register“, veröffentlicht auf der europäischen Medienplattform POLITICO: https://pro.politico.eu/editorial_documents/7fb3cfd8-7155-4065-977a-479d525272d7
2 https://www.business-humanrights.org/de/schwerpunkt-themen/mandatory-due-diligence/gesetz/
3 https://cleanclothes.org/file-repository/figleaf-for-fashion.pdf/view
4 https://lieferkettengesetz.de/wp-content/uploads/2020/09/Initiative-Lieferkettengesetz_Verh%C3%A4ltnism%C3%A4%C3%9Fig-und-zumutbar_Haftung-nach-dem-LieferkettenG.pdf; Ernst & Young Oy 2020: Judicial Analysis on the Corporate Responsibility Act, Publications of the Ministry of Economic Affairs and Employment. 2020:44, p. 39.: https://julkaisut.valtioneuvosto.fi/handle/10024/162411

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„Fragt uns doch!“

SÜDWIND - 20. Januar 2021 - 16:52

Ein Interview mit Dr. Anette Hübschle von Dr. Jiska Gojowczyk zu Wildtierjagd in Südafrika, das Leben in der Nähe von Schutzgebieten, neokolonialer Regulierung internationaler Handelsmärkte und Covid-19

SW: Liebe Annette, wie ist die Covid-19 Situation derzeit in Südafrika?

AH: Wir erleben gerade die zweite Welle. Mitte Dezember haben wir zum ersten Mal seit unserer ersten Welle die Marke von 10.000 Infektionen pro Tag überschritten. Die zweite Welle scheint schwerer zu sein als die erste. Derzeit gibt es im Ost- und Westkap keine Krankenhausbetten oder Beatmungsgeräte (ich wohne im Westkap). Wir wurden gerade darüber informiert, dass das Virus mutiert ist, was Auswirkungen auf die Menschen, die Wirtschaft und möglicherweise die Wirksamkeit des Impfstoffs hat. Die Wachsamkeit der Südafrikaner*innen nimmt gleichzeitig ab. Momentan sind hier Sommerferien – normalerweise eine Zeit, um Kontakte zu knüpfen, mit Familie und Freunden Zeit zu verbringen, aber diesmal ist es anders. Wir hatten eine der strengsten Ausgangssperren der Welt. Die Einschränkungen sind in der ungleichsten Gesellschaft der Welt für viele kaum realisierbar. Während ich in der Lage bin, mich zu Hause zu isolieren und von dort zu arbeiten, leben Millionen Südafrikaner*innen in bitterer Armut. Großfamilien teilen sich den Lebensraum in kleinen provisorischen Strukturen. Viele Südafrikaner*innen können entweder die Richtlinien nicht befolgen oder sind dazu nicht bereit. Leider haben wir auch einen verrückten und lauten Rand von privilegierten Menschen, die das Tragen von Masken und die Einhaltung anderer Einschränkung als Verletzung ihrer persönlichen und bürgerlichen Freiheiten betrachten.

SW: Seit mehr als einer Dekade untersuchst du Wildtierjagd in Südafrika und den internationalen Handel mit daraus resultierenden Waren wie zum Beispiel dem Horn der Rhinozerosse. Der Rückgang des Wildbestands war in diesem Zeitraum dramatisch. Allein 8.200 Nashörner wurden in Südafrika schätzungsweise in den letzten zehn Jahren getötet, obwohl die Art sehr stark vom Aussterben bedroht ist. Warum können die Tiere nicht besser geschützt werden?

AH: Während meiner Promotion zwischen 2011 und 2015 verfolgte ich das Horn von Nashörnern von der Quelle im südlichen Afrika bis zum Markt in Südostasien. Mein Ziel war zu verstehen, warum die Lieferkette trotz der unzähligen Maßnahmen, die dagegen ergriffen wurden, so widerstandsfähig ist. Ein Großteil des internationalen Fokus liegt auf Strategien zur Reduzierung der Nachfrage auf Wildtiermärkten. Versuche, das Hornangebot zu unterbrechen, fokussieren taktische Maßnahmen gegen Wilderei, einschließlich der Aufstockung von Sicherheitspersonal und Militarisierung des Naturschutzes im sogenannten „Krieg gegen Wilderei” und strafrechtlichen Maßnahmen. Gemeinschaften, die in der Nähe von Schutzgebieten leben, werden oft als „kriminalisierte Gemeinschaften“, „Wilderungsdörfer“ oder „falsche Wirtschaftssektoren“ bezeichnet.

Meine Arbeit entlarvt, dass diese Perspektive auf die Gemeinschaften stark verzerrt ist. Ich untersuche die Erfahrungen von Wildernden, Umweltschützer*innen und Gemeinschaften, die in oder in der Nähe von Schutzgebieten im südlichen Afrika leben. Als treibende Faktoren für Wilderei identifizieren bestehende Forschungen erstens den Eintritt krimineller Netzwerke und zweitens endemische Armut. Die Treiber und das Umfeld für Wilderei sind jedoch weitaus komplexer. Der gesellschaftspolitische und historische Kontext und die fortgesetzte Marginalisierung der lokalen Bevölkerung sind wichtige Faktoren, die die Entscheidungen, zu wildern für viele Menschen erleichtern. Grüne Landnahme (d.h. insbesondere Landenteignungen im Namen des Schutzes der biologischen Vielfalt) und der systematische Ausschluss der lokalen Bevölkerung von der Bewirtschaftung von Schutzgebieten sowie zunehmende ‚Sicherheitsmaßnahmen‘ gegen Wilderei tragen zu der Wahrnehmung bei, dass Wildtiere einen höheren Stellenwert haben als die ländliche schwarze Bevölkerung. Infolgedessen werden Naturschützer*innen und Strafverfolgungsbehörden verachtet und haben Schwierigkeiten, lokale Kooperationen aufzubauen.

Meine Forschung dokumentiert die Entstehung einer hybriden Gesellschaftsordnung, in der sogenannte Nashorn-Kingpins (im Wesentlichen Nashornhornhändler) und Wildernde den Landbewohner*innen quasi öffentliche Dienste leisten in einer Umgebung, in der der Staat entweder abwesend ist oder im Schwerpunkt Kingpins und Wilderer sanktioniert. Diese außergesetzlichen Akteure bieten und so einem erheblichen Teil der lokalen Gemeinschaft wirtschaftliche und soziale Sicherheit bieten und zu wirtschaftlichem und sozialem Wohlergehen beitragen. Das ist in einem Umfeld sehr entscheidend, in dem Naturschützer*innen, der Staat und private oder öffentliche Partnerschaften keinen greifbaren Nutzen für die wahrgenommene Absicherung der lokalen Gemeinschaften erzielt haben.

Meine Analyse zeigt Hebelpunkte auf, die die negative Wahrnehmung von Schutzgebieten und Naturschutzbeamt*innen beeinflussen können. Während sich Wildernde und Kingpins als moderne „Robin Hoods“ darstellen, gehen die Wahrnehmungen der Gemeinschaften hinsichtlich der Auswirkungen der Wilderei auf Nashörner auf den sozialen Zusammenhalt und die Bestrebungen der Gemeinschaft auseinander. Nicht alle Gemeinschaftsmitglieder unterstützen die Wilderei, aber dadurch, dass öffentliche Dienste und Arbeitsmöglichkeiten rar sind, haben kriminelle Akteure das Vakuum ausgenutzt, um solche Möglichkeiten für sich und die Gemeinschaft zu kreieren. Die Situation wäre anders, würde mit den von wirtschaftlicher und physischer Vertreibung, Verlust der Entscheidungsfreiheit und systematischer Entfremdung betroffenen Gemeinschaften wirklich zusammengearbeitet. Es ist notwendig, auf die Beschwerden, Hoffnungen und Wünsche der Gemeinschaften zu hören.

SW: Welchen spezifischen Herausforderungen sind die Menschen ausgesetzt, die in oder in der Nähe von Nationalparks mit Großwild leben?

AH: Das Leben in der Nähe von Elefanten, Löwen, Hyänen, Affen, Krokodilen oder vielen anderen wilden Tieren ist herausfordernd. In Schutzgebieten treten häufig Mensch-Tier-Konflikte auf. Elefanten können während eines ‚Überfalls’ auf einem Feld eine ganze Ernte zerstören. Löwen und andere Raubtiere ernähren sich häufig von Nutztieren. Neben den Auswirkungen auf den Lebensunterhalt und die Ernährungssicherheit gibt es auch Bedenken hinsichtlich der persönlichen Sicherheit der Landbevölkerung. Seltsamerweise wird uns von Nichtregierungsorganisationen für Naturschutz und Umwelt aus dem globalen Norden oft gesagt, dass Afrikaner*innen mit wilden Tieren leben sollten. Gleichzeitig sorgen sich Menschen in Europa jedoch schon beim ersten Wolf oder Bär in einer Region und fordern deren Tötung. In einigen Teilen des südlichen Afrikas haben die Einheimischen innovative Strategien entwickelt, um das Zusammenleben von Wildtieren und Menschen zu stärken, z.B. Erhaltungseinkommen und Entschädigungssysteme in Fällen, in denen Nutztiere oder Nutzpflanzen verloren gehen.

SW: Inwiefern hat Covid-19 die Situation verändert?

AH: Die Pandemie hat strukturelle Ungleichheiten und Armut in Südafrika verstärkt. In unserer Arbeit haben wir lokale Gemeinschaften als Dreh- und Angelpunkt identifiziert, um illegale Wildtierwirtschaft und um Natur- und Artenschutz gerechter zu gestalten. Der legale Handel mit Wildtieren ist eine wichtige Einnahmequelle für die lokalen Gemeinschaften. Viele wichtige Akteure haben jedoch den gesamten Handel mit Wildtieren als ‚böse‘ und unerwünscht stigmatisiert, insbesondere seit der Ursprung der Covid-19-Pandemie mit einem „Wet market“ in Wuhan in Verbindung gebracht wurde. Es ist schon überraschend, dass diverse Akademiker*innen und Umweltorganisationen vorschlagen das Baby mit dem Badewasser auszugießen mit dem Vorschlag, den gesamten Handel mit Wildtieren zu verbieten. Die schwächenden Auswirkungen auf Schutzgebiete, lokale Gemeinschaften und den Naturschutz im Allgemeinen werden dabei nicht berücksichtigt.

Derzeit müssen sich Naturschutzakteure mit schwierigen Realitäten in der Welt nach der Covid-19-Krise auseinandersetzen. Naturschutz, lokale Gemeinschaften und Schutzgebiete stehen vor einer sehr ungewissen Zukunft. Ausländische Gelder, Geld aus dem Tourismus und inländische Einkommensquellen fallen weg. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Ströme kurzfristig zurückkehren, daher müssen wir alternative Wege finden, um lokale Gemeinschaften und wildlebende Tiere zu unterstützen. Ich denke, wir befinden uns jetzt an einem wichtigen Scheideweg. Mein Kollege Clifford Shearing und ich hoffen, mit unserem neuen Buch, das 2021 erscheint, Einfluss auf die Politik zu nehmen. In diesem Buch werden wir eine Roadmap und Gestaltungsprinzipien für den weiteren Weg vorstellen. Dabei sind indigene „Wissenssysteme“ und die Eigenverantwortung der Gemeinschaft entscheidend. Im Wesentlichen liefern wir Gestaltungsprinzipien, die darauf abzielen, gerechte Umweltschutzformen zu erreichen – wir nennen unseren Ansatz pragmatischen Umweltschutz.

SW: Ich würde gerne auch über das Buch zu illegalen Märkten sprechen, was du zusammen mit Kolleg*innen letztes Jahr veröffentlicht hast. Inwiefern ist es denn für Menschen und Tiere bedeutsam, dass ein Markt illegal ist?

AH: Die Kriminalisierung hat massive Auswirkungen auf Produzierende, Lieferant*innen, Handeltreibende, Verbraucher*innen usw.. Die Unterscheidung zwischen Wilderei und Jagd ist beispielsweise mit normativen Annahmen über moralische, ethische und rechtliche Grenzen verbunden. Wilderei ist definiert als „das illegale Schießen, Fangen oder Nehmen von Wild oder Fisch aus privatem oder öffentlichem Eigentum“. In dieser Definition von Wilderei sind Eigentumsrechte enthalten, die im globalen Süden häufig umstritten sind in Bezug auf Schutzgebiete, privates Land und wildlebende Tiere. Änderungen der gesetzlichen Definitionen von Nationalstaaten können eine früher rechtmäßige Tätigkeit wie die Subsistenzjagd oder das Sammeln von Heilpflanzen zu einer Straftat machen und so kulturelle Praktiken und Überlebensstrategien der Bevölkerungen der First Nations untergraben, wie in Botswana gezeigt wurde, wo Sicherheitskräfte gegen die San-Völker vorgingen. Diese jagten auf angestammten Gebieten in Schutzgebieten, um ihre Familien zu ernähren. Während diese Form der Subsistenzjagd verboten und als Wilderei gebrandmarkt ist, sind andere Formen der Jagd zulässig. Die rassenbasierte normative Kategorisierung vom Schwarzen Wilderer gegen Weißen Jäger ist im afrikanischen Kontext von Bedeutung. Wohlhabende (normalerweise weiße) Sportjäger können in einigen nationalen Gerichtsbarkeiten gegen eine Gebühr wilde Tiere jagen, während lokale und indigene Völker mit begrenzten Ressourcen als Wildernde stigmatisiert werden, wenn sie Tiere auf ihrem früheren Land betreten und jagen.

SW: In einem aktuellen Aufsatz argumentierst du mit Kolleg*innen ja auch, die Regulierung internationaler Handelsmärkte sei neokolonial. Ein Beispiel dafür sei der Handel mit Produkten aus der Wildtierjagd.

AH: Genau. In diesem Aufsatz argumentieren wir erstens für eine grüne kriminologische Perspektive auf Kultur und Natur, da diese Konzepte in den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung festgelegt sind. Zweitens erkennen wir aus dieser grünen kriminologischen Perspektive heraus, dass bei bei der Rohstoffgewinnung aus Entwicklungsländern eine neokoloniale Hegemonie vorherrscht, z.B. bei internationalen Märkten für geplündertes kulturelles Erbe und Wildtiere. Anders gesagt, Industrieländer profitieren von diesen Geschäften, während Entwicklungsländer darunter leiden, und Regierungsregime, die versuchen, diese globalen kriminellen Geschäfte zu kontrollieren, priorisieren die Interessen und kulturellen Normen der mächtigeren Marktnationen gegenüber den lokalen Interessen und Kulturgeschichten der Gemeinschaften an der Quelle der Lieferkette. Schließlich ist unser drittes Argument, dass der sich abzeichnende intellektuelle Rahmen für eine nachhaltige Entwicklung, wie er in den Zielen der Vereinten Nationen vertreten ist, eine Perspektive auf das Thema des Handels von Kultur und Natur bieten kann, welche die neokoloniale Hegemonie internationaler (krimineller) Märkte zurückdrängen kann.

Sowohl die Quell- als auch die Vertriebsstaaten und ihre konstituierenden Akteure können Ansprüche formulieren, die auf Fairness in Bezug auf die voraussichtliche Bewegung von Kultur und Natur auf der ganzen Welt beruhen. Ein Ansatz der sozialen Gerechtigkeit für eine nachhaltige Entwicklung würde uns auffordern, Nachteile für ärmere Bevölkerungsgruppen und Ausbeutung so weit wie möglich zu verringern und zu verhindern. Im Gegensatz dazu fragt die ‚marktfreundliche‘ Lobby, warum diejenigen, die es lieben, die Artefakte der Kultur oder Natur zu schätzen, zu hüten, zu sammeln oder zu nutzen in ihrer Fähigkeit, dies zu tun, übermäßig eingeschränkt werden sollten – nur weil Güter in den Zuständigkeitsgrenzen anderer Länder beschlagnahmt werden, die ablehnen, sie zu handeln.

Diese Art des Denkens gibt Anlass zur Suche nach geeigneten Grundlagen, versöhnliche Lösungen für globale Auseinandersetzungen zu suchen, die nicht allein auf Eigeninteresse beruhen. Inwiefern können allgemeinere und höhere Grundsätze, wie sie in den SDGs festgelegt sind, dazu beitragen? Die SDGs stellen die komprimierte Version eines viel umfassenderen Gesprächs zwischen Nationalstaaten über Fragen der Gerechtigkeit und Fairness in nachhaltiger Entwicklung dar und können als solche ein legitimer Prüfstein für gegenseitig akzeptierte Sensibilität für soziale Gerechtigkeit sein so, wie sie von der Weltgemeinschaft ausgehandelt wurde, soweit sie in der UN vertreten ist. Die Beziehungen zwischen globaler Gerechtigkeit und lokaler Benachteiligung sowie zwischen internationalen Menschenrechten und lokalem Verständnis von normativem Verhalten sind ganz offensichtlich komplex – aber die Konstellation der Ideen im Konzept von Nachhaltige Entwicklung verweist auf Möglichkeiten einer weniger zerbrochenen Beziehung zwischen lokal und global in der Zukunft.

SW: Was sollte die Europäische Union tun, um die Situation zu verbessern?

AH: Das Wichtigste wäre, den lokalen Entscheidungsträger*innen und den betroffenen Gemeinden zuzuhören und mit ihnen in Kontakt zu treten. Das Sprichwort afrikanischer Lösungen für afrikanische Probleme sollte zu Herzen genommen werden. Was in der EU als bewährtes Verfahren angesehen wird, passt möglicherweise nicht zum afrikanischen Kontext.

SW: Was forderst du von europäischen Naturschützer*innen?

AH: Den indigenen und lokalen Gemeinschaften der First Nations in Afrika dürfen keine westlichen Wertesysteme und Moralkodizes auferlegt werden. Naturschutz war eine Lebensweise in afrikanischen Gemeinden, lange bevor westliche Kolonialisten eintrafen und sich für Naturschutzregime nach westlichem Vorbild einsetzten. Wir schützen den größten Teil der verbleibenden Artenvielfalt der Welt im globalen Süden, vielleicht solltet ihr uns für Tipps zu Umweltschutz fragen?

SW: Hast du auch einen Wunsch an die europäische, entwicklungspolitische Zivilgesellschaft?

AH: Sehr ähnlich zu dem, was ich zuvor gesagt habe: Engagiert euch mit lokalen Bevölkerungen und findet heraus, was sie wollen und brauchen. Europäische Entwicklungsagenturen verwenden häufig den Zuckerbrot und Peitsche-Ansatz, um Hilfe zu entwickeln – ich gebe Ihnen etwas, wenn Sie etwas für mich tun. In der Regel dient dies eher den Interessen der Helfenden als den Empfänger*innen.

Die Soziologin Dr. Annette Hübschle ist Senior Research Fellow beim Global Risk Governance Programme der Universität Kapstadt und Mitglied des Global Initiative Network against Transnational Organized Crime. Sie ist in Pretoria geboren und Windhoek aufgewachsen und lebt seit den Mitt-90ern mit einigen Unterbrechungen in Kapstadt in Südafrika. Sie ist Mit-Autorin des Buchs „Schattenwirtschaft: Die Macht der illegalen Märkte“ (2019) und schreibt gerade mit Clifford Shearing das Buch „Conservation, the illegal wildlife trade and local communities“, das bei Routledge 2021 erscheinen wird.

Titelfoto: I.Radic via flickr

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Political transition in the US – a tidal change for the Future of Globalisation? A collection of experts’ opinions

DIE Blog - 20. Januar 2021 - 14:09

Globalisation in the sense of increasing global connectedness has seen difficult times over the last years. The global financial crisis showed the vulnerability of our economic systems and middle classes. Multilateralism was challenged by “my country first” movements, not least so from the US, one of the godmother nations to the post-WWII world order. The other godmother, the UK, turned its back to the EU’s integration project. Furthermore, trade wars increased trade barriers and changed the setting for global production chains. And certainly in 2020, a global pandemic was (and is) most effectively curbed by the limitation of individual movements, often reducing cross-border linkages.

Challenges we can only tackle jointly did not receive the attention they’d require. The threat of climate change and a dramatic loss of biodiversity – in brief: managing limited resources on the common planet – saw interim respite, not least because of the aversion of the outgoing Trump administration against international cooperation in key fora such as the UNFCCC and the G20. These are, however, some of the root causes of the pandemic itself, with increasing occurrence of zoonosis in a human-shaped environment. The pandemic-related curbs on movement of people did reduced CO2 emissions to some extent and illustrated that clearer skies and waters are possible if governments and societies are willing to act. Yet, many societies are slipping back on years of social progress in a model that did not withstand the pressures of a pandemic.

With the inauguration of the Biden/Harris Administration, we might see a political tidal change in one of the key nations in the Northern world. Will the US return to the path of a promoter of international cooperation or will domestic issues hog the new Administration? Rebuilding the republic’s consensus will be an enormous challenge in the first place. How should other nations react to changes in the US? Where could, where should we see change in approaches to global challenges? We have asked leading experts from the US, China, South Africa, Argentina and Germany to assess the (changed) situation in key policy fields.

Sven Grimm and Axel Berger, editors of the Future of Globalisation Blog

Global engagement for development

Apart from wartime presidencies, a new US administration has rarely faced a more adverse set of domestic and global challenges on day one. An uncontrolled pandemic is killing thousands every day, the associated recession is leading to sustained job losses and declines in household income, a large share of the population believes falsehoods about the legitimacy of American democracy, and relations with the international community and other major powers like China and Europe are at a historic low. In the international development sphere, the Trump administration was by turns absent or belligerent, seeking repeatedly to cut budgets, scale back multilateral engagement – particularly with the World Health Organization, and – within USAID – appoint political activists to divide aid between enemies and friends, and to patrol against reproductive health measures they didn’t like. There is much to repair.

The Biden administration now enters with a decisive electoral victory, a mandate for policy change, and a science-based plan to battle COVID-19. Low borrowing costs and deficit reduction on the backburner mean that this could be an Administration with the wherewithal to deliver a rapid recovery if vaccine delivery scales up quickly and domestic political wars calm. There are the quick, positive actions announced for day one – rejoining the World Health Organization and the Paris Climate Accords, contributing to the global effort to immunize in low-income countries, nominating Ambassador Samantha Powers to head USAID and sit on the National Security Council.

Yet whether these moves will be accompanied by policy coherence and significant financial support to the UN system, the MDB, and low- and middle-income country governments depends on the speed of recovery at home and the bandwidth of a new set of policymakers dealing with the mess left behind. Few Americans are in the mood to share surplus vaccine when less than 1% are vaccinated to date. Likewise, the urgent multilateral development bank and UN replenishment requests have thus far gone unremarked by the transition team and will require a look across the asks to establish priorities and viable requests to Congressional budget appropriators. No clear direction has been set with regards to the Trump-nominated leadership of the World Bank and the IDB. At USAID, even with new elevated leadership, old problems and ambiguities are likely to persist. USAID’s Congressional budget earmarks saved spending levels on global health, humanitarian aid and economic assistance during the Trump administration, but their persistence also means that the space to innovate, change strategy or invest more in multilaterals and the UN is limited in the absence of increasing the overall envelope. Newer agencies like the Millennium Challenge Corporation and the US Development Finance Corporation continue to operate in parallel to USAID and their fit into the overall development strategy remains unclear. Global challenges like global health security and climate change demand action and funding that cut across multiple departments and sectors – and the US has not yet defined how these operate as part of development and aid, and how they operate vis a vis domestic policies and agencies. And so much of the US conversation on aid and development, and the UN system, has been dominated by anti-Chinese sentiment ahead of any other justification. And who will lead and decide on these matters?

While much remains to be seen, at least hope is on the horizon.

Amanda Glassman, Executive Vice-President, CEO of CGD Europe, and Senior Fellow, Center for Global Development (CGD)

‘Alternative Facts’ – Parallel Universes and the Presidency of Joe Biden

Questions such as what constitutes a ‘fact’, how ‘realities’ come into being and what ‘truth’ can legitimately be regarded as such, stand at the centre of phenomenology, philosophy and the sociology of knowledge. And yet, no sociologist of knowledge has fuelled the debate as controversially as Donald Trump, the 45th US-President. His national and foreign policy, from the moment of his inauguration, was accompanied and guided by ‘alternative facts’ – about the size of the crowd attending the ceremony, racial injustice in US-society, the nature of global climate change, to the scope of COVID19 as threat to citizens’ lives. ‘Alternative facts’ thus created space for, and contributed to the shaping of, ‘alternative realities’, tainted narrations of reality that divide rather than unify, that discriminate rather than respect diversity.

Dan Rather writes, facts and truths are the bedrock of democracy. The democratic fight is not possible if it is built on lies, deception and ‘fake news’. The Biden administration nevertheless inherits a machinery of ‘truth production’ that has to remind itself of how to decipher different readings of reality, and violations of the same. Bringing science back to Washington”, as explicitly stated by Joe Biden, is a much needed necessity. Insights from natural to social and human sciences yet, in addition, require careful consideration based on democratic values, human rights and the political will of building a socially just future, within the limits of our planet.

Joe Biden and Kamala Harris, choose your advisors well! The world expects from you reason rather than vanity, foresight rather than ostracism and integrity rather than shame.

Anna-Katharina Hornidge, Director of  the German Development Institute Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

Zero carbon emissions – An opportunity for the Biden Administration take the lead and demonstrate carbon neutrality

Carbon emitted from fossil fuel combustion is not a necessity good for human society.  On the contrary, it is a common bad. But the reduction of carbon emissions has been painfully slow since the start of negotiation under the UN Convention on Climate Change. The challenges come from, among others, climate equity concern, cost to the economy, technological barriers to zero carbon energy transformation, and the like. Some are real such as transitional cost from high carbon to zero carbon energy systems as it is a long process and we cannot get there in one step. Others might have been true in the past but not anymore. What we need is development, not the emission of carbon. Rapid technological progress has made zero carbon energy service more competitive than fossil fuels in many cases. Therefore, carbon equity should be translated into carbon opportunity. In China for example, the cost of one kilowatt solar PV electricity can be as low as one US cent.

It is good for the Unites States to be back to the Paris Agreement process. Under the Trump Administration, the US federal government was negative to climate actions but the market did not seem to follow. As a matter of fact, the statistics show that carbon emissions in the US has been decreasing both in aggregate and in per capita terms. The Ex-President said that coal is clean but the market responded that over 10 GW capacity of coal fired thermal power retired each year on average.  Zero carbon energy and zero carbon products like purely electric vehicles and batteries are highly advanced in the US. US leadership in global climate regime building is key to the success of reaching Paris goals. Cooperation among the developed countries and between the developing and developed countries will help the transformation of the global development into sustainability, which will in turn benefits all the nations, including the US.

Pan Jiahua, Member of the Academic Board, Chinese Academy of Social Sciences, and Director, Institute of Eco-civilization Studies, Beijing University of Technology

US’s relations with Africa

Joe Biden’s election was welcomed in many (although not all) parts of the world. It signalled a return to a more ‘normal’ and predictable diplomatic engagement. Yet, Africa is under no illusions that relations will be smooth.

Biden’s campaign commitments have emphasised democracy, governance and anti-corruption as key pillars in his foreign policy, as well as protecting the US’s economic future. These present opportunities but also areas of friction, not least among African elites, who have been instrumental in shrinking the democratic space in many countries. African civil society movements can expect support, although US resources may be limited. Biden has also signalled that he will lead efforts against illicit tax havens. This is a potential area of cooperation with African states, and one which South Africa and the AU have championed both at the G20 and the UN.

Africa has an interest in the reinvigoration of global governance institutions such as the World Trade Organisation, and its dispute settlement mechanism, as well as the resolution of the impasse surrounding the appointment of the new director general, former Nigerian finance minister, Ngozi Okonjo-Iweala.

The AU and African countries will be looking carefully at how the Biden administration engages with the numerous conflicts on the continent and how they cooperate with the AU processes and in the UN. The appointment of a former assistant secretary of state for Africa as UN ambassador, bodes well for a potentially constructive relationship.

Lastly, as the COVID-19 pandemic continues to rage, the WHO and support of health institutions such as the African CDC with its important role in the continental response to COVID, and which the US helped establish, are likely to feature high on the Biden agenda and as opportunities for cooperation.

Elizabeth Sidiropoulos, Chief Executive of the South African Institute of International Affairs (SAIIA)

The Biden Administration and Trade

When President Joe Biden takes office, he will have the wreckage of the World Trade Organization (WTO) to deal with. All three core functions of the WTO – negotiation, dispute settlement, and transparency – are in varying degrees of disrepair. This sorry state of trade multilateralism derives partly from the actions of the Trump administration (e.g. unilaterally launched trade wars, blocking of the appointment/re-appointment of members of the WTO’s Appellate Body). Given Biden’s commitment to multilateral cooperation, expectations are high that the new administration will help restore the workings and credibility of the WTO. But a swift back-to-normal approach would be counter-productive. The problems of trade multilateralism have deep roots, and kneejerk reversals of Trumpian policy will not help solve them.

The Biden team has consistently and rightly signaled that it takes the issue of increasing inequality within its own society seriously, and also the geoeconomic threat posed by China. This makes it likely that the administration will, while pushing for multilateral cooperation, also seek a fundamental update of the rules of trade (in terms of both domestic and security implications). This will not be an easy task. Avid free traders will balk at a reform of the system in this direction. The European Union, by agreeing in principle to the Comprehensive Agreement on Investment, has signaled its disregard for Biden’s declared offer to work jointly on China; in so doing, it has already made the new administration’s task much harder. Biden himself will have to resist domestic and international pressures to find quick fixes through bilateral deals with China and other players. But if team Biden plays its cards right, working closely in cooperation with like-minded allies, this could be a tremendous opportunity to reboot the WTO and make trade multilateralism meaningful again.

Amrita Narlikar, President, German Institute for Global and Area Studies (GIGA)

International finance

The pandemic upsurge was brutal, but economic policy avoided a credit crunch as well as a banking crisis. Finance was an early stabilizer, indeed. Credit creation will help a rapid real recovery (and save emerging markets). Extraordinary fiscal and monetary support must stay until the war on Covid-19 is won. However, finance might not be on a sustainable track as debt accumulation defies the law of gravity, helped by very low or negative interest rates. Ultra-low rates are due to the world´s ample spectrum of fragilities but underpin excesses in risk-taking and financial assets valuations. Meanwhile, digital money and finance have arrived, both a threat and an opportunity, while climate change knocks at the door. Expect vast transformation in the years to come.

The Biden/Harris Administration arrives with sensible policy promises: strong urgent fiscal stimulus and vaccination plans, an experienced and trustful economic team led by Janet Yellen, within a moderate Cabinet, a multilateralist approach with a firm though not adversarial international agenda, the re-joining of the Paris Accord, among others. Will the US go back to (pre-Trump) normal? Rebuilding trust abroad (and at home) might not be so easy. The world has learned its lesson and changed, too. International finance will welcome guidance from the new Administration on issues that are outside its exclusive turf. Clear definitions on controversial topics like trade, digital regulation and taxation, investment transfer, security, clean energy, and, especially, relations with China will be extremely informative for action.

José Siaba Serrate, Counsellor and Member of the Argentine Council for International Relations (CARI)

Multilateral cooperation

Joe Biden faces high expectations abroad for an end to “America First” – a contempt for multilateralism that translated into the undermining of the United Nations (UN), confrontations with geopolitical rivals, disdain for allies, a refusal to help tackle pressing global problems, but also wide scale, and often wild, unpredictability. To repair some of the damage at the UN, Biden already pledged to re-join the Paris climate change agreement and preserve American membership in, and financing to, the World Health Organisation (WHO). He vowed to restore funding to the United Nations Population Fund (UNFPA). Biden also indicated he would sign up to the “30 X 30” pledge to protect 30% of land and ocean by 2030, a key element of the upcoming UN Summit to reverse biodiversity loss. Running for re-election in the UN Human Rights Council as pledged will signal not only renewed global American commitment to human rights at a time of domestic racial unrest. It also means American re-engagement with one of the UN’s most necessary, yet imperfect, institutions given the extraordinary deterioration in respect for human rights in so many places around the globe.

The ongoing pandemic response and recovery work at the UN awaits full US support, be it in the Security Council to take up the security implications of COVID-19 and its multifaceted consequences or through the UN development system which has been providing valuable assistance to many countries’ socio-economic responses. As the Biden Administration puts its highest domestic priority on battling the pandemic in part through accelerated roll-out of vaccines, it will also be critical that it joins the COVAX Facility – the global coalition to make accessible a COVID-19 vaccine for those in greatest need. It remains unclear to date whether there will again be US financial support for the UN Relief and Works Agency for Palestine Refugees (UNRWA), how the new Administration will deal with its extensive accumulated arrears or whether the US will re-join the UN Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO). Re-engaging with the UN, however, will require more heavy lifting than many had first predicted. Given the fragile social and democratic fabric in the US, it is not unlikely that the domestic support necessary for a more robust internationalism will prove difficult to achieve, even with a slim majority in Congress.

[the contribution by Weinlich and Hendra is an abridged version of a Current Column, click here for the full version]

Silke Weinlich, Senior Researcher at the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

John Hendra, former UN Assistant Secretary-General and Associate Researcher with the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

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20. Januar 2021

ONE - 20. Januar 2021 - 11:25
1. Afrikanische Länder bereiten Impfkampagne vor

Wie Tagesschau.de und Stern.de berichten, rüsten sich die ersten afrikanischen Staaten für ihre Corona-Impfkampagnen auf. Angesichts der Ausbreitung einer neuen Virusmutation im Süden des Kontinents dränge der Impfstart. Als Beschaffungsinstrument diene eine Initiative der Afrikanischen Union (AU) namens AVATT. Die AU habe sich über das Indische Seruminstitut Vakzine von Pfizer/BioNTech, Johnson & Johnson und AstraZeneca gesichert. Die insgesamt 270 Millionen Impfdosen stünden jedoch erst ab April zur Verfügung. Parallel zur Impfkampagne der Afrikanischen Union laufe auch das Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Covax an. Das Programm soll von Armut betroffene Länder mit Vakzinen versorgen. Covax soll zudem die Länder schon im März mit Vakzinen versorgen. Der Inselstaat der Seychellen und der westafrikanische Staat Guinea haben mit ersten Impfungen bereits begonnen – mit Präparaten aus China (Seychellen) und Russland (Guinea).

2. Jahrestag der Luanda Leaks: Kehrt Isabel dos Santos zurück?

Antonio Cascais von der Deutschen Welle berichtet über die mögliche Rückkehr Isabel dos Santos nach Angola, um bei den Wahlen 2022 als Präsidentschaftskandidatin anzutreten. Die Tochter des ehemaligen Präsidenten José Eduardo dos Santos habe bis zu den Enthüllungen rund um die Luanda-Leaks-Affäre als die reichste Frau des afrikanischen Kontinents gegolten. Mehr als 700.000 geleakte Dokumente machte der portugiesische Hacker und Whistleblower Rui Pinto vor einem Jahr der Öffentlichkeit zugänglich. Diese beweisen, wie sich Isabel dos Santos mit illegalen Geschäftspraktiken und Korruption jahrelang bereicherte. Ihr Vermögen sei zeitweise auf über drei Milliarden Dollar geschätzt worden. In Angola sei Isabel dos Santos schon vor den Luanda Leaks in Ungnade gefallen, nachdem ihr Vater nach fast vierzig Jahren im Amt die Macht an João Lourenço abgab. Dieser versprach Korruption zu bekämpfen und entließ Isabel dos Santos noch im selben Jahr als Chefin des staatlichen Ölunternehmens Sonangol. Isabel dos Santos verteidige sich seitdem vehement gegen jegliche Vorwürfe aus den Luanda Leaks. Sie sei das Opfer des aktuellen Präsidenten Lourenço. In Angola zweifele man derweil zunehmend an der Glaubwürdigkeit des Präsidenten. Seit den Luanda Leaks haben eine Reihe von Korruptionsaffären Lourenços Regierung überschattet.

3. Zehntausende Geflüchtete in Äthiopien weiter ohne Versorgung

Mehrere Medien, darunter Deutschlandfunk, die Hamburger Morgenpost sowie der Tagesspiegel, berichten, dass Zehntausende Geflüchtete aus Eritrea in Äthiopien seit Monaten fast komplett von Hilfslieferungen abgeschnitten seien. Die verzweifelten Menschen harrten in Camps in der umkämpften Tigray-Region aus und warteten auf Lebensmittel, Wasser und medizinische Versorgung, erklärte ein Sprecher des UN-Geflüchtetenhilfswerks (UNHCR) am Dienstag in Genf. Seit Beginn des Tigray-Konflikts Anfang November habe das Welternährungsprogramm nur einmal Essensrationen an eritreische Flüchtlinge verteilen können. Vor Beginn des Tigray-Konflikts seien nahezu 100.000 Geflüchtete aus Eritrea in Lagern in der nordäthiopischen Region untergebracht worden. Sie waren vor Gewalt und Unterdrückung in ihrem Heimatland nach Äthiopien geflohen. Trotz Zusagen der äthiopischen Zentralregierung in Addis Abeba haben die Vereinten Nationen und ihre Partnerorganisationen keinen ungehinderten Zugang in die Tigray-Region. Schätzungsweise 2,3 Millionen Kinder, Frauen und Männer seien in der Region auf Hilfe angewiesen.

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