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5 Apps von inspirierenden Frauen

ONE - 27. Mai 2020 - 11:31

Apps können die Gesellschaft stark beeinflussen und dort eine Veränderung bewirken, wo sie am dringendsten gebraucht wird. In der Vergangenheit war die Entwicklung von technischen Anwendnungen und Apps ein von Männern dominierter Industriezweig. Nun steigen immer mehr Mädchen und Frauen in das Business ein und steuern ihre Innovationen bei.

Wir haben Dir unsere Top 5 Apps zusammengestellt, die von Mädchen entwickelt wurden und das Zeug dazu haben, die Welt zu verändern.

Die ‚Restorers’

Foto von Dorcas Wangari’s Bericht “The App and the Cut.”

2017 machten die „Restorers“ Schlagzeilen mit Ihrer App „I-Cut“. Die App hilft Mädchen, die eine Genitalverstümmelung befürchten müssen, Kontakt zu einer Rettungsstelle aufzunehmen. Zudem können Mädchen, die bereits Opfer dieses Brauchs geworden sind, rechtliche und medizinische Beratung erhalten.

Drei Jahr später geht die Erfolgsgeschichte weiter. Die ‚Restorers’ sind auf der Suche nach Partnern, die ihnen bei der Weiterentwicklung und Markteinführung der App helfen. Unvorstellbar, welchen Einfluss die App auf das Leben von Mädchen und Frauen haben kann, wenn sie erst einmal auf dem Markt ist!

Betelhem Dessie

Als sie neun Jahre alt war, bat Betelhem Dessie ihren Vater um Geld, um ihren Geburtstag zu feiern. Als er Nein sagte, nahm sie die Sache selbst in die Hand und verdiente sich ihr Geburtstagsgeld durch das Bearbeiten von Videos und Installieren von Software.

Jetzt, 20 Jahre später, unterstützt Betelhem die Regierung mit ihren technischen Kenntnissen. Sie entwickelte eine App mit der die äthiopische Regierung Flüsse kartieren kann, um Bewässerungssysteme ausfindig zu machen. Außerdem inspiriert sie die nächste Generation von Mädchen: sie vermittelt Mädchen technische Skills, die Entwicklung von Apps und Websites inbegriffen – durch die Initiative ‚Girls Can Code’.

Sie glaubt daran, dass die Weitergabe ihres Wissens in den kommenden Jahren Großes bewirken wird. „Die junge Generation ist das größte Kapital Afrikas. Wenn wir die junge Generation im Tech-Sektor ausbilden, werden wir etwas für die Ewigkeit schaffen.“

 Salissou Hassane Latifa

Photo credit; Friends of Europe

Salissou Hassane Latifa rettet Leben mit ihrer App ‚Saro’. Sie gibt Menschen, die in einen Unfall verwickelt sind, die Möglichkeit, Kontakt zu medizinischem Personal aufzunehmen. Mit Hilfe der App können Menschen jeden Tag erste Hilfe leisten, während sie auf den Notarzt warten. Zudem ermöglicht der GPS-Tracker der in die App eingebaut ist, dem Notarzt den Unfallort einfacher zu finden.

Salissou Hassane Latifa gewann 2018 den ‚Miss Geek Africa Award’ für ihre lebensrettende Erfindung. Derzeit arbeitet sie daran andere Mädchen in die Informations- und Kommunikationstechnologie einzuführen. Für sie ist es ein Lebenstraum Leuten durch Informations- und Kommunikationstechnologie helfen zu können.

„Ich habe auch begonnen Pharmazie zu studieren, es war immer meine Leidenschaft und mein Traum das Leben der Menschen im Niger mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie zu verbessern,“ sagt sie. „Somit entschied ich mich einen Universitätsabschluss in Informations- und Kommunikationstechnologie zu machen, um noch besser zu werden und mein Talent für technologische Innovation im Niger einzusetzen.“

 Lisa Michael Jones

Als Lisa Michael Jones 14 Jahr alt war, fiel ihr auf, dass viele Bauern – ihr eigener Großvater eingeschlossen – sich schwer taten große Felder zu bewirtschaften. Mit dem Ziel diese Problem zu lösen, erfand sie ‚SmartShamba’. Die App ermöglicht es den Bauern mit Agrarfachleuten zu kommunizieren, die ihren Rat geben und ihnen dabei helfen, bessere Ernteerträge einzufahren.

„Ich kann meinen Gesellschaft durch Technologie in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Dazu braucht es nicht viel Geld, aber gut Ideen.“ sagt sie.

Elizabeth Kperrun

Was als eine Lösung für das schnelle Erzählen afrikanischer Geschichten anfing, wuchs zu einem ganzen Unternehmen heran, das sich der Bildung verschrieben hat. Elizabeth Kperrun startete ihr Business ‚ZenAfri’, eine Lern- und Spiel-App für Kinder in ihrem Heimatdialekt. Diese App lehrt die Kinder Zählen, Lesen, Lebensführung und vieles mehr – und das alles auf eine Weise, die die Kinder mit ihrem Heimatdialekt verbindet.

Elizabeth und ihr Unternehmen ernteten im vergangenen Jahr internationale Aufmerksamkeit. Sie erhielt den ‚Commonwealth International Award’, landete als erste  nigerianische Frau auf der Shortlist für den afrikanischen Preis für Ingenieurs-Innovationen und wurde für den ‚Quartz African Innovators’ Preis 2019 nominiert.

Solche Apps sollten nicht die Ausnahme sein, sondern die Norm in der Welt der Technologie. Wenn sichergestellt ist, dass Mädchen und Frauen gleichberechtigten Zugang zum Internet und zu technischer Bildung haben, wird noch mehr Mädchen eine Bühne für Erfindung und Entwicklung von Apps geboten, die die Welt braucht.

Übersetzung von: ONE-Unterstützerin Nina Plaat

Original-Text: Sadof Alexander, Februar 2020

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EU Handelspolitik: Keine Hoffnung auf Kurswechsel

Forum Umwelt & Entwicklung - 27. Mai 2020 - 11:01

Sehr überraschend haben sich EU-Handelskommissar Phil Hogan und die mexikanische Wirtschaftsministerin Graciela Márquez Colín am 28. April per Telefon auf den Abschluss der Verhandlungen des EU-Mexiko Modernisierungsabkommens geeinigt. Selbst einige EU-Parlamentarier*innen erfuhren davon erst aus der Presse. Anstatt ein Zeichen für zukunftsfähigen Handel in Pandemiezeiten zu setzen, ist das Abkommen ein Signal, so schnell wie möglich zum Status Quo zurückkehren zu wollen.

 

Nelly Grotefendt ist Referentin Politik beim Forum Umwelt und Entwicklung. Bettina Müller ist Referentin Handels- und Investitionspolitik bei PowerShift. 

 

Mexiko und die EU haben erst vor 20 Jahren ein umfassendes Abkommen über Handel und politischen Dialog abgeschlossen. Seinerzeit pries es der damalige EU-Handelskommissar Pascal Lamy als “das Erste, das Schnellste und das Beste”. Doch 2016 war das nicht mehr gut genug. Ein Modernisierungsprozess wurde begonnen, um das Abkommen an die sich veränderten Zeiten anzupassen. Mit Modernisierung assoziieren wir Fortschritt und die Hoffnung auf eine Verbesserung  der Lebensrealitäten oder  der Entfaltungsmöglichkeiten in der Welt. Doch ob die Modernisierung des Abkommens dazu beitragen wird, ist zu  bezweifeln.

 

Steigende Arbeitslosigkeit, schlechte Jobs, miese Löhne

 

Damalige Versprechungen, dass das Abkommen Wachstum und Arbeitsplätze bringen würde, haben sich nicht erfüllt. Tatsächlich ist die Arbeitslosenquote in Mexiko seit 2000 sogar angestiegen, von 2,6 auf 3,3 Prozent 2018. Etwa 60 Prozent der mexikanischen Arbeitnehmer*innen sind in nicht sozialversicherungspflichtigen Jobs beschäftigt. Diese Zahl hat sich seit Beginn des Millenniums praktisch nicht verändert. 40 Prozent der Bevölkerung gilt als arm. Der Mindestlohn im Land liegt bei gerade einmal 144 Euro. Der mexikanische Arbeitsmarkt ist von Informalität, Prekarität und mangelnder gewerkschaftlicher Vertretung geprägt. Dies gepaart mit geschwächten Regularien bezüglich Umweltschutz machen das Land zu einem günstigen Pflaster auch für europäische Unternehmen. In Mexiko können sie günstig Autos und Maschinen zusammenbauen lassen, die dann in Hochpreisländer wie die USA oder zurück in die EU exportiert werden. Tatsächlich gehen alle von der EU selbst in Auftrag gegebene Studien von einem wenn überhaupt marginalen Effekt des alten wie des modernisierten Abkommens auf die Einkommensverhältnisse und Arbeitsplatzkreation aus. Nichtsdestotrotz verkündete Phil Hogan beim Abschluss des Modernisierungsabkommens Ende April: “Dieses Abkommen – einmal in Kraft – wird sowohl der EU als auch Mexiko helfen, unsere Wirtschaft zu unterstützen und Arbeitsplätze zu schaffen.” Die bisherige Bilanz des Abkommens zeichnet ein anderes Bild.

 

Mehr Handel landwirtschaftlicher Güter, weniger Kontrollen

 

Angesichts der zu erwartenden globalen Wirtschaftskrise aufgrund der Corona-Pandemie bräuchten sowohl Mexiko als auch die EU gerechten Handel, der die heimische Produktion und Kleinbauern und -bäuerinnen stärkt. Stattdessen öffnet das modernisierte Abkommen zum einen den mexikanischen Markt noch stärker für Fleisch sowie Milchprodukte und andere Lebensmittel aus der EU. Die 2019 veröffentliche Nachhaltigkeitsfolgenabschätzung der EU geht bspw. von einem Anstieg von bis zu 1200 Prozent bei europäischen Zuckerexporten nach Mexiko aus –  obwohl das Land selbst zu den größten Zuckerproduzenten der Welt gehört. Zum anderen wird der europäische Markt noch stärker für u.a. Hühner- und Schweinefleisch sowie Honig geöffnet und Zölle weiter gesenkt. Das wird auch Auswirkungen auf einige Bereiche in der europäischen Landwirtschaft haben, die bereits jetzt einem massiven Preisdruck ausgesetzt ist.

 

Relokalisierung wichtiger Produktionszweige – nicht für Mexiko

 

Einer der Hauptforderungen der EU während des Modernisierungsprozesses war der bessere Zugang europäischer Konzerne zum öffentlichen Beschaffungswesen Mexikos. Das bedeutet, europäische Bieter sollen an Ausschreibungen des Staates teilnehmen dürfen, bspw. für den Bau von Straßen, Krankenhäusern oder Universitäten, oder auch nur für die Ausstattung von Hospitälern mit medizinischem Gerät. Das südamerikanische Land wird mit dem Abkommen 64 Prozent seines Beschaffungswesens für Wettbewerber aus der EU öffnen. In Corona-Zeiten, in denen einst ins Ausland verlagerte Produktionsstrukturen nach Europa zurückgeholt werden sollen, schickt die EU ein Abkommen auf den Weg, das genau solche Maßnahmen in Mexiko behindern wird. Eine Liberalisierung des Gesundheitsdienstleistungssektor sowie steigender Privatisierungsdruck ist das Gegenteil einer globalen solidarischen Gesundheitsversorgung, die dringend gebraucht wird, um das COVID-19 Virus weltweit effektiv zu bekämpfen – und zwar nicht nur in Ländern und für Menschen, die es sich leisten können.

 

Klimaschutz? – Nicht mit diesem Abkommen

 

Das modernisierte Abkommen fördert den Abbau natürlicher Rohstoffe in Mexiko, v.a. die Ausbeutung von dreckigen Energieträgern wie Erdöl und -gas. Derzeit machen diese zwischen 16 und 28 Prozent des Wertes aller mexikanischen Exporte in die EU aus (je nach Weltmarktpreis). Nun sollen alle Restriktionen und Kosten, die für diesen Export in die EU anfallen, abgeschafft werden. Damit würden sich Umwelt- und Klimazerstörung noch mehr lohnen. Während also die EU einen Green Deal und CO2-Neutralität bis 2050 anstrebt, schließt sie Abkommen ab, die im kompletten Widerspruch zu ihren eigenen Zielen stehen.

 

Nicht erst seit diesem Abkommen fordert die Zivilgesellschaft deshalb, Themenbereiche wie Umwelt- und Klimaschutz nicht mehr unverbindlich im so genannten Nachhaltigkeitskapitel zu behandeln. Vielmehr sollten sie als Grundbedingungen etabliert werden. Doch das Kapitel zu nachhaltiger Entwicklung bleibt in der Tradition bisheriger Abkommen: unverbindliche Sprache, Lippenbekenntnisse zum Thema Klimawandel, Biodiversität oder verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement. Sehr viel „könnte und müsste“, aber keine verbindlichen Forderungen, die auch Konsequenzen nach sich ziehen, wie beispielsweise eine Aussetzung des Abkommens oder der Verlust bestimmter Zollvorzüge. Für eine vermeintliche Durchsetzung wird dem Kapitel nicht etwa ein scharfer Sanktionsmechanismus zur Seite gestellt, wie er privaten Investoren mit dem Konzernklagemechanismus an die Hand gegeben wird. Stattdessen werden nachhaltigkeitsbezogene Konflikte in einer Dialogrunde ausgehandelt, die besonders auf gegenseitiges Einvernehmen der Teilnehmenden ausgelegt ist.

 

Ein Abkommen, das ernsthaft das Klima schützen, die Biodiversität fördern und nachhaltige Entwicklung – sozial, ökonomisch, umweltpolitisch und solidarisch – voranbringen will, muss jedes Kapitel an diesen Werten ausrichten.

 

Konzerne first, Bedenken second

 

Während Klima-, Umwelt- und Arbeitsschutz im Modernisierungsabkommen nur am Rande vorkommen, werden Konzernen beider Seiten des Atlantiks nun Sonderklagerechte eingeräumt. Bereits jetzt bestehen zwischen Mexiko und 15 EU-Staaten bilaterale Investitionsabkommen, die entsprechende Klagen ausländischer Investoren gegen staatliche, als geschäftsschädigend angesehene Maßnahmen vor internationalen Schiedsgerichten zulassen. Mexiko bekleidet Platz 6 der meisten Klagen der Welt, mit 33 bekannten Investor-Staatschiedsverfahrensklagen (ISDS – Investor-State Dispute Settlement). Ein Großteil dieser Klagen geht auf US-amerikanische Konzerne zurück. Doch gefolgt werden sie von französischen und spanischen Investoren, die 1/5 aller ISDS-Klagen gegen Mexiko ausmachen. Mexikanische Unternehmen hingegen haben bislang erst zwei ISDS-Klagen gegen EU-Staaten angestrebt, und zwar gegen Spanien.

 

Dass es sich bei der Investorenschutzklausel im Modernisierungsabkommen um eine reformierte Version handelt, ändert nichts an dem strukturellen Problem. Der staatliche, demokratisch legitimierte Handlungsspielraum wird von privaten Investoren eingeschränkt. Sie allein sind es, die Zugang zu diesem exklusiven Rechtssystem haben, während Staaten nicht in gleichem Maße gegen deren unverantwortliches Handeln vorgehen können.

 

Nicht fit für die Zukunft

 

In Zeiten von Klimakrise, Pandemie und konstanten Menschenrechtsverletzungen entlang  globalisierter Lieferketten ist das EU-Mexiko Abkommen nicht mehr zeitgemäß. Daran ändern auch die EU-Diskurse einer vermeintlichen Modernisierung nichts. Denn solange die Handelspolitik nicht Menschen, der Umwelt und dem Klima Vorrang vor kurzfristigen Gewinninteressen gibt, wird sie einen Status Quo zementieren, der uns immer wieder in neue Krisen stürzt. Das EU-Mexiko Abkommen ist dahingehend der falsche Schritt. Darum muss das Abkommen von den Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten und dem EU-Parlament gestoppt werden.

 

Dieser Beitrag erschien am 20. Mai bei EURACTIV.de:

EU Handelspolitik: Keine Hoffnung auf Kurswechsel

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Nachhaltigkeit und Corona | Online Diskussion

Forum Umwelt & Entwicklung - 27. Mai 2020 - 10:28

Nachhaltigkeit und Corona – Wo und was ist die Rolle von Zivilgesellschaft?

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

die Corona-Pandemie und die darauffolgenden Maßnahmen haben unsere bisherigen Arbeitsabläufe deutlich verändert. Und doch haben Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit derzeit umso mehr Relevanz. Denn Corona hat wie eine globale Röntgenaufnahme die Schwachstellen unseres Sozialsystems, unserer Wirtschaftsweise und unseres Umgangs mit der Natur selbst für die größten SkeptikerInnen offengelegt.

 

Viele Verbände beteiligen sich derzeit bereits an den Forderungen nach einem sozial-ökologischen Konjunkturprogramm. Gleichzeitig werden politische Entscheidungen diesbezüglich mit unglaublicher Geschwindigkeit gefällt häufig ohne angemessene Beteiligung von Zivilgesellschaft und Parlamenten.

 

Gemeinsam möchten wir diskutieren, wie wir als Zivilgesellschaft die Notwendigkeit eines nachhaltigen Krisen- und post-Krisenmanagements einfordern können. Darüber hinaus, soll ein Austausch stattfinden über die Rolle von Zivilgesellschaft in und mit erschwerten Beteiligungsformaten und mögliche neue Formen der Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit. Zudem wollen wir über die anstehenden Nachhaltigkeitsprozesse in Deutschland sprechen, darunter die Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie oder die Einspeisung zivilgesellschaftlicher Positionen in andere Akteurskreise wie der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit.

 

Termin: 04. Juni 2020 | 11:00 Uhr – 13:00 Uhr

 

Bitte meldet euch bis zum 3. Juni 16:00 Uhr an unter abshagen@forumue.de.

Ihr bekommt dann die Einwahldaten (zoom) zugeschickt.

 

 

Es grüßen

Marie-Luise Abshagen und Elisabeth Staudt

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Burkina Faso: Schüler in Gefahr

Unicef - 27. Mai 2020 - 10:00
Daniel ist zwölf Jahre alt und lebt im Norden von Burkina Faso. Als seine Schule von Terroristen überfallen wird, zieht er mit seinem Bruder in eine andere Gemeinde – und geht dort weiter zur Schule. 
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HOCH-N Positionspapier: Keine Nachhaltigkeit ohne Hochschulen – keine Hochschulen ohne Nachhaltige Entwicklung

#HOCHN - 27. Mai 2020 - 1:00

Die Hochschulrektorenkonferenz empfiehlt mit ihrer Stellungnahme vom 6.11.2018, in den Hochschulen eine „Kultur der Nachhaltigkeit“ zu etablieren Diese Perspektiven werden vom Verbund HOCHN unterstützt und im Positionspapier ausgeführt.

Mit der Überschrift „Keine Nachhaltigkeit ohne Hochschulen – keine Hochschulen ohne Nachhaltige Entwicklung“ betont das Positionspapier die besondere Verantwortung für globale, nationale und lokale nachhaltige Entwicklungen, die Hochschulen tragen. Sie haben das Potential für die gesamtgesellschaftliche Nachhaltigkeitstransformation wichtige Impulsgeberinnen zu sein. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, benötigt es einen konstruktiven Fahrplan zur Umsetzung und Verankerung einer nachhaltigen Hochschullandschaft in Deutschland.

Drei konkrete Anforderungen dazu werden im Positionspapier ausformuliert:

Kultur der Nachhaltigkeit gezielt ermöglichen Nachhaltige Entwicklung personell verankern und koordiniert verfolgen Empfehlungen von mit nachhaltiger Entwicklung intensiv befassten Gremien, Beiräten und Plattformen folgen und synergetisch mit dem HOCHN-Netzwerk verknüpfen

Hier finden Sie das HOCHN Positionspapier als PDF-Datei zum Download.

Foto: Charlotte Hintzmann

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Study: Integration of Sustainable Development Goals into strategies and initiatives at Higher Education Institutions (HEIs)

#HOCHN - 27. Mai 2020 - 0:00
Invitation to take part on a study: Integration of Sustainable Development Goals into strategies and initiatives at Higher Education Institutions (HEIs)

Foto: United Nations

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26. Mai 2020

ONE - 26. Mai 2020 - 22:11

1. KfW will Entwicklungsstaaten in Coronakrise unterstützen
Wie unter anderem der Tagesspiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die Frankfurter Rundschau berichten, will die staatliche Förderbank KFW Firmen und Staaten während der Corona-Pandemie unterstützen. Nach eigenen Angaben will die KFW einen „substantiellen Beitrag“ im Kampf gegen Corona in Entwicklungs- und Schwellenländern leisten. Joachim Nagel, Vorstandsmitglied der Bankengruppe erklärt am Montag bei einem Online-Bilanzgespräch, dass die KFW das Sofortprogramm des Entwicklungsministeriums durch Eigenmittel ergänzen wolle. Zuletzt habe Entwicklungsminister Gerd Müller die Umschichtung von einer Milliarde Euro aus dem Budget des BMZ plus weitere drei Millionen Euro aus dem Nachtragshaushalt für ein Corona-Sofortprogramm angekündigt. Bisher habe Nagel keine konkreten Zahlen zur Höhe der Unterstützung der KFW genannt. Er rechne jedoch im laufenden Jahr mit mindestens so hohen Hilfsvolumen wie 2019. Im Fokus stehe weiterhin der afrikanische Kontinent, auf dem mit 29 Prozent aller Zusagen auch der Schwerpunkt 2019 gelegen habe.

2. Schwächere Gesundheitssystem, repressivere Maßnahmen?
In der Tageszeitung (taz) diskutiert Jan Zier, warum in Afrika viele Staaten mit repressiver Politik auf das Coronavirus reagieren. Laut dem Bremer Politologe und Afrikanist Klaus Schlichte bestehe ein klarer Zusammenhang zwischen schwächeren Gesundheitssystem und repressiveren Reaktionen zur Eindämmung des Virus. Etwa in Uganda oder Nigeria setze die Polizei die Ausgangssperren „massiv“ durch. Aufgrund steigender Lebensmittelpreise und einer drohenden Hungersnot, könnten soziale Unruhen entstehen, warnt Schlichte. Die Polizeigewalt habe bereits massiv zugenommen. Etwa in Nigeria seien Ende April 18 Menschen erschossen worden, weil sie die Ausgangssperre verletzten. Staaten, die schon früher in stärkere Gesundheitssystem investiert haben, seien nun besser für die Pandemie gerüstet. Etwa Ruanda gelte als Positiv-Beispiel mit nur 330 Infizierten und bisher keinen Toten. Um Pflegekräfte und Ärzt*innen zu schützen seien sogar Roboter in Krankenhäusern eingesetzt worden. Nicht nur durch die Beschränkungen innerhalb der jeweiligen Staaten, auch durch ausbleibende Geldströme von Familienmitgliedern im Ausland, seien Menschen in Afrika nun besonders betroffen von den Folgen der Pandemie.

3. Wahlen in Burundi: Widerspruch der Opposition
Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, hat Évariste Ndayishimiye die Präsidentschaftswahl in Burundi gewonnen. Er sei Kandidat der Regierungspartei CNDD-FDD und habe mit einem vorläufigen Endergenis von 68,7 Prozent die Wahl für sich entschieden, wie Pierre Claver Kazihise, Vorsitzender der Wahlkommission, am Montag mitteilte. Ndayishimiye tritt die Nachfolge von Pierre Nkurunziza an, der seit Ende des Bürgerkriegs 2005 Präsident regiert habe. Agathon Rwasa, von der Oppositionspartei CNL habe 24,2 Prozent der Stimmen erhalten. Er habe gegenüber der burundischen Zeitung Iwacu schwere Vorwürfe erhoben, da es Unregelmäßigkeiten in der Wahl gegeben habe. Er habe den Sieg für sich reklamiert und schloss einen Kompromiss mit der Regierungspartei aus. Er habe am Montag offiziell Widerspruch gegen das Wahlergebnis eingereicht.

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Corona und der vergessene Klimawandel

Welthungerhilfe - 26. Mai 2020 - 16:28
Corona überschattet das Thema Klimawandel. Der Planet atmet auf, es gibt aber weiterhin viel zu tun, vor allem in Ländern des Globalen Südens.
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Webinar: Sustainability after COVID-19: Can the global Green New Deal movement survive the pandemic?

DIE Blog - 26. Mai 2020 - 13:04

Am 12. Mai organisierte das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) gemeinsam mit der Green Growth Knowledge Platform (GGKP) ein Webinar zum Thema “Sustainability after COVID-19: Can the global Green New Deal movement survive the pandemic?” Im Webinar diskutierten 850 Teilnehmer*innen mit Expert*innen der School of Global Environmental Sustainability der Colorado State University, des Council on Energy, Environment and Water (CEEW), ThyssenKrupp, des University College London (UCL) und des World Resources Institute (WRI). Moderiert von DIE-Wissenschaftlerin Anna Pegelswurde diskutiert, wie politisch informierte intelligente grüne Transformationen Win-Wins vor kostspieligeren Reformprozessen priorisieren und sicherstellen können, dass die nicht-grünen Teilen der post-Corona Konjunkturpakete so viele Umweltbedingungen wie möglich enthalten. Eine Aufzeichnung des Webinars:

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International bureaucracies

DIE - 26. Mai 2020 - 12:56

A growing literature recognizes treaty secretariats and other international bureaucracies as distinctive actors in global environmental governance. These actors exhibit varying degrees of autonomy, authority and influence on environmental governance processes and outcomes. This chapter reviews recent scholarship on international bureaucracies and highlights the distinct ways in which they exert influence beyond their narrow functional mandates. More specifically, this chapter highlights how international bureaucracies influence governance processes by deriving authority from structural characteristics of the international system, exerting influence from their ability to deliver specific administrative and governance functions and leveraging their organizational autonomy. The chapter outlines empirical and conceptual gaps in our understanding of how international bureaucracies function in global environmental governance, and argues that the dynamics of change in world politics may open new pathways of influence for these actors moving forward.

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Webinar: Sustainability after COVID-19: Can the global Green New Deal movement survive the pandemic?

DIE Blog - 26. Mai 2020 - 12:43

On 12 May, the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) jointly organised a webinar with GGKP on “Sustainability after COVID-19: Can the global Green New Deal movement survive the pandemic?” The webinar attracted 850 participants and featured experts from Colorado State University’s School of Global Environmental Sustainability, Council on Energy, Environment and Water (CEEW), ThyssenKrupp, University College London (UCL) and World Resources Institute (WRI). Moderated by DIE researcher Anna Pegels, it discussed how politically informed smart green transformations can prioritise win-wins over costlier reform processes that risk turning into dead ends and make sure as much environmental conditionality as possible is added to the non-green bailouts that will be part of economic recovery packages. A recording of the session:

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News from SDSN Germany

DIE Blog - 26. Mai 2020 - 12:41

In May, SDSN Germany and the „Netzwerk Weitblick“ (network to inform media professionals about sustainability related issues) organised a joint press briefing with more than 60 participants from journalism, academia, business and civil society to discuss perceptions and expectations regarding the stimulus package of the EU with a view on sustainable development and climate change.

Prof. Dr. Christian Calliess (German Advisory Council on the Environment), Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (Potsdam Institute for Climate Impact Research), Kristina Jeromin (Sustainable Finance Committee), Helena Marschall (Fridays for Future), Klaus Milke (Germanwatch), Sabine Nallinger (Foundation 2°) und Prof. Dr. Ulrich Volz (SOAS University of London & German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)) contributed with inputs from their perspectives.

The press briefing was organised against the background of the announcement of the EU Recovery Fund that is supposed to lift the EU economy out of the recession caused by the Covid-19 pandemic, Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge (Co-Chair, SDSN Germany and Director of the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)) explained in her introductory remarks.

Over the last weeks, recommendations have been developed from academia, business and civil society how to shape this recovery in a way that it can also support the transformation towards a more sustainable, resilient and just future.

The priorities of the stimulus package and the so-called Multiannual Financial Framework (MFF) of the EU, will be decisive whether and to what extent the 17 goals of the 2030 Agenda for Sustainable Development as well as climate neutrality until 2050 can be reached in the EU and worldwide. It is thus of critical importance, how and whether the planned measures can support the implementation of the 2030 Agenda and the European Green Deal.

Report and audio recordings of the speakers (in German only)

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Neues von SDSN Germany

DIE Blog - 26. Mai 2020 - 12:39

Ein von SDSN Germany und dem Netzwerk Weitblick im Mai organisiertes Online-Pressebriefing brachte mehr als 60 Vertreter*innen aus Journalismus, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um Einschätzungen und Erwartungen zum Konjunkturprogramm der EU vorzustellen und aus der Perspektive von Nachhaltigkeits- und Klimapolitik zu diskutieren.

Als Sprecher*innen konnten Prof. Dr. Christian Calliess (Sachverständigenrat für Umweltfragen), Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), Kristina Jeromin (Sustainable Finance Beirat), Helena Marschall (Fridays for Future), Klaus Milke (Germanwatch), Sabine Nallinger (Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für den Klimaschutz) und Prof. Dr. Ulrich Volz (SOAS University of London und Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)) gewonnen werden.

Anlass für das Pressebriefing war die Ankündigung eines EU-Wiederaufbaufonds (EU Recovery Fund), mit dem die Wirtschaft aus der durch die Covid-19 Pandemie verursachten Rezession geführt werden soll, wie Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge (Co-Vorsitzende, SDSN Germany und Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE)) bei ihrer Einführung in das Pressebriefing erläuterte.

Aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wurden in den letzten Wochen bereits Vorschläge und Kriterien entwickelt, diesen Wiederaufbau als Chance für eine Transformation in Richtung einer nachhaltigen, resilienteren und gerechteren Zukunft zu nutzen.

Die Ausgestaltung des Konjunkturprogramms und des sogenannten Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR), dem Haushalt der EU, werden wesentlich mitentscheiden, inwieweit die 17 Ziele der  Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und Klimaneutralität bis 2050 in der EU und weltweit erreicht werden können. Es stellt sich damit die Frage, ob und wie die geplanten Maßnahmen auf diese Ziele und den Ende 2019 angekündigten Europäischen Green Deal ausgerichtet werden können.

Bericht und Tonaufnahmen der Beiträge der Sprecher*innen

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The EU's global response to Covid-19: the challenge of promoting ownership

DIE - 26. Mai 2020 - 12:38

Although the EU’s readiness to respond to an unprecedented global crisis is laudable, our research findings confirm that after more than six decades of international development cooperation the ‘how’ of cooperation remains equally if not more important than the ‘what’. An effective international cooperation response to Covid-19 will in the first instance require urgent ‘damage control’. Yet its effectiveness ultimately rests upon critical inquiry into the ownership and sustainability of the response, necessitating a longer-term focus that justifies the policy domain’s existence as a dedicated area of public policy rooted in the requirements and priorities of southern partners.

This blog post is a part of a series of commentaries on the Covid-19 pandemic and the implications for the EU's global role.

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Christine Unrau an der Universidade Federal do ABC, São Paulo

DIE Blog - 26. Mai 2020 - 12:29

©Christine Unrau

Von Mitte Februar bis Mitte März 2020, war Forschungsgruppenleiterin Christine Unrau Capes Print Gastprofessorin an der Universidade Federal do ABC, São Paulo, Brasilien. Dort arbeitete sie an ihrem Forschungsprojekt zu sentimental education, d.h. der Mobilisierung von Emotionen im Kontext von Flucht und Vertreibung. Während ihres Aufenthaltes präsentierte sie ihre Forschung in Seminaren, Workshops und Vorträgen. Ihr erster öffentlicher Vortrag trug den Titel „Time for indignation?“ und untersuchte das Aufkommen von Empörung als Emotionsnorm im Kontext der Gloablisierung. Ihr zweiter Vortrag „Sentimento e progresso? Reflexões sobre o papel das emoções na mudança política“, nahm das Thema des Fortschritts auf, das in letzter Zeit ins Zentrum der Debatte über Form und Gerichtetheit politischer Transformationen gerückt ist.

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EU development cooperation with Sub-Saharan Africa 2013-2018: policies, funding, results

DIE - 26. Mai 2020 - 12:29

The objective of the study is to provide an overview of the evolution of and the results achieved by EU development cooperation with Sub-Saharan Africa during the period 2013-2018. It aims to feed into further policy discussion and research inquiry, and complements the Dutch government’s regular reporting to parliament of results achieved in EU development cooperation.

The study, commissioned by the Policy and Operations Evaluation Department of the Netherlands Ministry of Foreign Affairs, presents a structured literature review of EU development cooperation with Sub-Saharan Africa over the period 2013-2018. It addresses three main questions:

Policy commitments: What were the EU’s intentions as regards development cooperation with Sub-Saharan Africa during the period 2013-2018?

Funding: To what extent were these intentions reflected in allocation patterns during the same period?

Results: What do we know about the results of EU development cooperation with SSA during the period under review?

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Christine Unrau at UFABC, São Paulo

DIE Blog - 26. Mai 2020 - 12:27

©Christine Unrau

From mid February to mid March, 2020, research group leader Christine Unrau was Capes Print Visiting Professor at the Universidade Federal do ABC, São Paulo State, Brazil. There, she pursued her research project on sentimental education, i.e. the mobilization of emotions in the context of forced migration. During her stay, she also presented her research in seminars, workshops and lectures. Her first public lecture was entitled “Time for indignation?” and explored emergence of indignation as an emotion norm in the context of globalization. The second public lecture, “Sentiment and Progress? On the role of emotions for political change”, took up the notion of progress, which has recently acquired centre stage in debates on the form and directionality of political transformations.

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Communicative Power and Global Cooperation

DIE Blog - 26. Mai 2020 - 12:22

©KHK/GCR21

2. Jahreskonferenz

22. Juni 2020, 9:30 – 18:00 Uhr

Online-Veranstaltung via Zoom | Link wird nach der Anmeldung zur Verfügung gestellt

Die 2. Jahrestagung des Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21), die gemeinsam mit dem Forschungsschwerpunkt „Wandel von Gegenwartsgesellschaften“ der Universität Duisburg-Essen veranstaltet wird, will den bisher in der Forschung zu globaler Politik, transnationaler und globaler Governance sowie regionaler Integration oft vernachlässigten Nexus zwischen Kommunikation und Kooperation erforschen.

Kommunikation kann Menschen dazu bewegen, Dinge zu tun, die sie sonst nicht tun würden. Der Grund dafür ist, dass Kommunikation Identitäten und Beziehungen formt und dadurch oft einen Unterschied ausmacht, wenn es darum geht, Zusammenarbeit zu erleichtern, zu stabilisieren und zu intensivieren oder auch sie zu behindern, zu destabilisieren oder zu stören. Das nennen wir „kommunikative Kraft“. Was jedoch bisher nicht gut verstanden wird, ist, wie kommunikative Macht global mobilisiert wird und was ihren Erfolg oder Misserfolg in spezifischen globalen und transnationalen politischen Kontexten ausmacht.

Die Jahreskonferenz will untersuchen, wie sich kommunikative Macht im Unterschied zu struktureller, materieller und positioneller Macht bei der Schaffung von Möglichkeiten und Hindernissen für die transnationale und globale Zusammenarbeit auswirkt. Besser zu verstehen, wie kommunikative Macht funktioniert, ist in einem Kontext, in dem die globale Zusammenarbeit trotz drängender Probleme von planetarischem Ausmaß wie dem Klimawandel zunehmend umstritten ist, von entscheidender Bedeutung. Kommunikative Macht ist von zentraler Bedeutung für Prozesse der Kritik und Rechtfertigung (globaler) öffentlicher Politik, und dies umso mehr in Zeiten oft gegensätzlicher Weltordnungsvorstellungen. Selbst wenn sich die Akteure auf übergreifende Ziele wie Nachhaltigkeit einigen, können kommunikative Herausforderungen aufgrund unterschiedlicher Weltbilder ihre praktische Zusammenarbeit durchdringen. Die Art und Weise, wie die globale Zusammenarbeit kommuniziert wird und wie sie von Politikern und Medien gestaltet wird, dürfte auch die Unterstützung oder Ablehnung globaler Politik in der Öffentlichkeit und bei den Wählern prägen.

Forscher des DIE werden zu dieser Konferenz aktiv beitragen. Maximilian Högl wird über ‚Communication for Climate – How Communication (Dis-)enables Cooperation in the Climate Negotiations‘ sprechen und Johanna Vogel über ‚The Role of Trust and Respect in Virtual Spaces in order to foster Transnational and Transdisciplinary Cooperation towards Sustainability Transformation‘.

Anmeldung und weitere Informationen finden Sie unter: https://www.gcr21.org/de/veranstaltungen

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Vital resource

E+Z - 26. Mai 2020 - 12:19
Die Wasserversorgung ist in vielen Ländern durch die Klimakrise und Übernutzung der Ressource in Gefahr

Viele Menschen waren von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Die Evakuierungen und Aufräumarbeiten liefen in der Pandemie unter erschwerten Bedingungen, da eine Ausgangssperre und das Abstandsgebot galten. Die Coronavirus-Infektionszahlen nahmen in Indien und Bangladesch zu der Zeit noch zu.

Zyklone kommen im Golf von Bengalen immer wieder vor. Experten gehen aber davon aus, dass die Anzahl und Intensität tropischer Wirbelstürme wegen der Klimakrise zunehmen. Sie verursacht laut Forschern unter anderem den Anstieg der Meeresoberflächentemperatur, die die Veränderung der Wirbelstürme mit sich bringt. Hurrikane, Taifune und Zyklone gehören zu den Wetterextremen, die wegen der Klimakrise häufiger oder schlimmer werden. Das gilt ähnlich für Hitzewellen, Dürren oder Starkniederschläge.

Solche Katastrophen gefährden Menschenleben direkt und indirekt. Stürme zerstören Brunnen und Wasserleitungen. Dürren verringern die Verfügbarkeit von Trinkwasser. Betroffen sind vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer, denn ihre Infrastruktur ist schwächer und ihr Klima härter. Ausfuhr von „virtuellem Wasser“ sorgt für zusätzliche Verknappung: Wasser, das in Landwirtschaft und Industrie für die Produktion von Exportgütern verwendet wird, steht für andere Zwecke nicht mehr zur Verfügung. Mehr und bessere Aufbereitungsanlagen sind nötig.

Bislang sind keine direkten Kriege ums Wasser entbrannt, aber Konflikte, bei denen Wasser eine Rolle spielt, gibt es reichlich. Einer ist zum Beispiel der Streit zwischen Viehzüchtern und Landwirten in der gesamten Sahelzone. Aufgrund des Klimawandels und durch Übernutzung der Wasserressourcen schrumpft zum Beispiel der Tschad-See, das Klima schwankt und die Niederschläge variieren stark. Das zerstört die Existenzgrundlage von Fischern und Bauern und beschafft der islamistischen Miliz Boko Haram, die die Bevölkerung terrorisiert, Zulauf (siehe Damilola Oyedele im Schwerpunkt des e-Paper 2017/06).

Auch im Nahen Osten ist und bleibt Wasser ein zentraler Streitpunkt. Im Israel-Palästina-Konflikt geht es nicht nur um Politik und Religion, sondern auch um Wasser. Die Ressource ist knapp und Israel kontrolliert sie. Das Wasser in der Region entspringt zum großen Teil auf den von Israel kontrollierten Golanhöhen und wird in Israel verbraucht. Nur ein kleiner Teil kommt bei den Palästinensern und in Jordanien an. In vielen Weltregionen werden knappe Wasserressourcen vor allem dann zum Konfliktgegenstand, wenn große Ströme oder wichtige Grundwasserleiter Grenzen überschreiten.

Auch innerhalb von Nationalstaaten ist die Verteilung meist ungleich. Allzu oft ist Zugang zu sicherem Trinkwasser eine Frage des Geldes. Wohlhabende Gegenden sind an das Versorgungs- und Abwassersystem angeschlossen, informelle Stadtsiedlungen und Dörfer dagegen nicht. Dieser Missstand kommt jetzt in der Corona-Krise verstärkt zum Ausdruck: Den Bewohnern der Armenviertel ist es schlichtweg nicht möglich, die Hygieneregeln wie regelmäßiges Händewaschen einzuhalten. Ihnen steht schlicht und einfach nicht genug Wasser zur Verfügung.

Sabine Balk ist Redakteurin von E+Z/D+C.
euz.editor@dandc.eu

 

 

Kategorien: Ticker

Communicative Power and Global Cooperation

DIE Blog - 26. Mai 2020 - 12:16

©KHK/GCR21

2nd Annual Conference

22 June 2020, 9:30 a.m. – 6:00 p.m.

Online-Event via Zoom | Link provided after registration

The 2nd Annual Conference of the KHK/Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21), organized together with the Main Research Area ‘Transformation of Contemporary Societies’ at the  University of Duisburg-Essen, aims to explore the nexus between communication and cooperation, hitherto often neglected in research on global politics, transnational and global governance, and regional integration.

Communication can move people to do things they wouldn’t do otherwise. The reason is that communication shapes identities and relationships, thereby often making a difference in facilitating, stabilizing and intensifying collaboration, or preventing, destabilizing or disrupting it. This is what we call ‚communicative power‘. However, what is not well understood so far is how communicative power is mobilized globally, and what makes it succeed or fail in specific global and transnational political contexts.

The Annual Conference seeks to examine the workings of communicative power, as distinct from structural, material and positional power, in creating possibilities and hindrances for transnational and global cooperation. Understanding better how communicative power works is paramount in a context in which global cooperation, despite pressing problems of planetary scale such as climate change, is increasingly contested. Communicative power is central to processes of critique and justification of (global) public policies, and it is even more so in times of often opposing world order conceptions. Even when actors agree on overarching goals, such as sustainability, communicative challenges can still pervade their practical cooperation because of different world views. How global cooperation is communicated and how it is framed by politicians and media is also likely to shape publics’ and electorates’ support for or opposition against global politics.

DIE researchers will contribute to the agenda of this conference. Maximilian Högl will talk about ‚Communication for Climate – How Communication (Dis-)enables Cooperation in the Climate Negotiations‘ and Johanna Vogel will reflect on ‚The Role of Trust and Respect in Virtual Spaces in order to foster Transnational and Transdisciplinary Cooperation towards Sustainability Transformation‘.

Registration and further information is provided on https://www.gcr21.org/events.

Der Beitrag Communicative Power and Global Cooperation erschien zuerst auf International Development Blog.

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