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19.08.2020 | Biodiversity Matters: Die biologische Vielfalt bewahren – unsere Zukunft sichern

GIZ Event - 5. August 2020 - 11:53
Veranstaltungsdatum: Mittwoch, 19. August 2020
Die Veranstaltung aus Reihe „Gespräche zur Internationalen Zusammenarbeit“ findet in den Sommermonaten 2020 als Web Talk statt.
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Fakten statt Vorurteile: Afrika hat mehr zu bieten als Armut

EINEWELTblabla - 5. August 2020 - 11:43

Es ist mal wieder Zeit für einen Gastbeitrag! Heute berichtet Katja Scherer, wie Reisen und Recherchen ihr Bild von Afrika als Kontinent verändert und vielfältiger gemacht haben. Außerdem bekam sie dadurch Inspirationen für einen spannenden Blog über wirtschaftliche Entwicklungen in Afrika. Vielen Dank für den Beitrag und auch für die tolle informative Seite!

Unvergesslich, aber wenig komfortabel: So würde ich meine letzte Reise vor der Corona-Pandemie zusammenfassen. Drei Wochen lang bin ich im Januar mit meinem Mann selbstorganisiert durch Äthiopien gereist. Wir sind also mit überfüllten Bussen von Stadt zu Stadt gesaust, haben Krokodile am Chamo-See beobachtet und abgelegene Dörfer im Simien-Gebirge besucht. Wir haben selbstgebrautes Bier mit Mönchen getrunken und mit den Menschen vor Ort den traditionellen Schultertanz geübt. Das alles war ziemlich schön und aufregend. Vor allem aber eine Sache hat mich besonders beeindruckt. Dass ich zurückkam und dachte: Mensch, im Prinzip ist das ja ein ganz normales Land. Mit normalen Regeln. Und einem normalen Alltag.

Das mag jetzt banal klingen, aber für mich war das wirklich eine tiefgreifende Erfahrung. Immer wenn wir nämlich vorher jemandem erzählt haben, dass wir ohne Guide oder geführte Tour durch Äthiopien reisen, wurden wir angeschaut wie Verrückte. ‚Kann man sich da denn frei bewegen?‘, lautete meist eine der ersten Fragen. Gleich nach: ‚Ist das sicher?‘ und ‚Wird man da nicht ziemlich schnell ausgeraubt?‘ Ich selbst hatte zwar vor der Reise keine Angst. Aber so richtig, was ich zu erwarten hatte, wusste ich auch nicht. Die Erkenntnis, dass Äthiopien eben ein normales Land ist, mit Stärken und Problemen, war für mich daher echt fundamental.

Diese Erfahrung hat mich dazu motiviert, ein eigenes Projekt zu starten. Ich bin Wirtschaftsjournalistin, heiße Katja und bin 30 Jahre alt. Seit Kurzem betreibe ich neben meiner Arbeit den Blog WirtschaftinAfrika.de, auf dem ich über wirtschaftliche Trends und spannende Unternehmen auf dem Kontinent berichte. Damit will ich dazu beitragen, dass afrikanische Länder differenzierter wahrgenommen werden. Schließlich gibt es zwischen Ländern wie Kenia, Ägypten, Südafrika oder Malawi enorme Unterschiede – nicht nur was die Kultur, sondern auch was die wirtschaftliche Entwicklung angeht. Afrika hat über 50 Länder und mehr als 1,3 Milliarden Einwohner. Und ich habe mir für mich selbst vorgenommen, das künftig mehr wertzuschätzen.

Geweckt wurde mein Interesse an Afrika dabei eigentlich durch einen Zufall. Im Jahr 2014 – ich hatte gerade meinen Master abgeschlossen – stieß ich im Internet auf eine Journalistenreise nach Kenia. Ich hatte gerade Zeit und dachte mir: „Warum nicht? Ist auf jeden Fall mal was anderes.“ Ein paar Wochen später saß ich tatsächlich gemeinsam mit rund zehn anderen jungen Journalisten im Flieger. Vor Ort angekommen, gingen wir arme Kaffeebauern besuchen. Wir sprachen mit armen Kindern in einem Waisenheim und besuchten arme Familien im Slum von Nairobi. Was ich damit sagen will: Das Thema der Reise waren die UN-Entwicklungsziele und ich habe viele Probleme auf dem Kontinent in kurzer Zeit intensiv kennengelernt.

Dennoch hat die Reise bewirkt, dass ich danach immer schnell hellhörig geworden bin, wenn es um afrikanische Länder ging. Ich berichte bei meiner journalistischen Arbeit zum Beispiel häufig über Start-ups und habe dadurch mitbekommen, dass in den vergangenen Jahren in vielen afrikanischen Ländern eine rege Gründerszene entstanden ist. Als ich 2018 die Möglichkeit hatte, eine Recherchereise nach Nigeria anzutreten, habe ich daher nicht lange gezögert und mich wieder beworben. Und anders als bei meiner Reise nach Kenia hatte ich nun für mich eine klare Agenda: nämlich spannende Wirtschaftsgeschichten aus Afrika zu erzählen.

Ich berichtete über Start-ups und die nigerianische Filmindustrie, über den Onlinehändler Jumia (siehe Bild) und die Textilindustrie vor Ort. Für mich persönlich war das eine total coole Erfahrung. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in Lagos zum Beispiel einen jungen Gründer traf. Er hatte im Ausland studiert, war dann aber zurückgekommen, um mit einem Medizin-Start-up sein Land voranzubringen.

Plötzlich waren meine Interviewpartner also keine armen Kinder mehr, sondern gut ausgebildete, smarte Menschen, die vor Tatendrang nur so strotzten. Mit einem Schlag hat sich damals mein Blick auf unseren Nachbarkontinent geändert.

Die Idee zu WirtschaftinAfrika.de kam mir dann nach unserer Äthiopien-Reise im Januar. Die Backpacking-Erfahrung vor Ort war so beeindruckend, dass ich dachte: Dieses einseitige Bild, das wir von Afrika haben, ist einfach Verschwendung. Dort gibt es so viel Spannendes zu entdecken, so viele interessante Menschen – und wir wissen nichts davon. Deswegen habe ich mir vorgenommen, mit meinem Blog auch mal diese Seite des Kontinents aufzuzeigen. Ich merke zum Beispiel, dass Wirtschaftsthemen aus Afrika oft die ersten sind, die im normalen journalistischen Alltag in Redaktionen untergehen. China gilt inzwischen als wichtige Region, die man im Blick behalten muss. Afrika nicht. Dabei ist der Kontinent für uns durchaus von strategischer Bedeutung, wie ich vor Kurzem auf meinem Blog aufgeschrieben habe.

Überhaupt lerne ich bei vielen Recherchen für den Blog total viel Neues. Sehr spannend fand ich zum Beispiel die Geschichte der Unternehmerin Bethlehem Alemu, die in Äthiopien aus dem Nichts heraus eine Schuhfabrik aufgebaut hat. Inzwischen verkauft sie ihre nachhaltig gefertigten Schuhe unter der Marke Solerebels sogar in Hamburg. Oder besonders interessant fand ich auch eine Recherche über die Kakaoindustrie in Ghana. Das Land hat sich nämlich vorgenommen vom reinen Kakao-Lieferanten zum Schokoladen-Hersteller zu werden. Ich wusste aus früheren Recherchen, dass Kakaobauern vor Ort oft sehr wenig verdienen. Aber dass Ghana selbst viel dafür tut, um das zu ändern, war mir nicht bewusst.

Noch ist mein Projekt ganz jung. Den ersten Artikel habe ich im März veröffentlicht. Ich hoffe sehr, dass es im Laufe der Zeit gelingt, viele Menschen für die Themen auf meinem Blog zu begeistern. Wir diskutieren derzeit so oft über Rassismus und #BlackLivesMatter. Ich persönlich glaube, dass ein Schlüssel im Kampf gegen Rassismus und Vorurteile vor allem Wissen ist. Denn wenn ich eines bei meiner Arbeit als Journalistin gelernt habe, dann das: Bei genauerem Hinsehen ist die Welt meist komplexer als man denkt. Das Beste, was man machen kann, ist also zuhören, nachlesen, Fragen stellen – und versuchen, das ganze Bild zu sehen.

Das Titelbild zeigt den zentralen Platz von Addis Abeba, Äthiopien und wurde von Katja Scherer aufgenommen.

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Herzlichen Glückwunsch, Marie-Luise Marjan!

Unicef - 5. August 2020 - 11:00
Dieses Jahr bringt für Marie-Luise Marjan gleich ein doppeltes Jubiläum: Am 9. August feiert die Schauspielerin und UNICEF-Patin ihren 80. Geburtstag, zudem blickt sie auf 30 Jahre persönliches Engagement für UNICEF zurück.
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Neues Programm für die Integration der UN Sustainable Development Goals in Unternehmensziele

Global Compact - 5. August 2020 - 10:20
Das Deutsche Global Compact Netzwerk startet eine neue Initiative: Das Programm SDG Ambition unterstützt Unternehmen dabei, sich ehrgeizige Ziele für ihren Beitrag zur Erreichung der UN Sustainable Development Goals (SDGs) bis 2030 zu setzen und diese in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren.
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The EU’s CO2 Border Adjustment: Climate or Fiscal Policy?

SWP - 5. August 2020 - 0:00

The heads of state and government of the European Union propose introducing a “carbon border adjustment mechanism” from 2023, to charge imported goods according to the CO2 emitted during their production. At their recent summit, they decided to use the ensuing revenues to boost the EU’s budget. This gives a fiscal twist to an instrument actually designed for climate policy.

Commission President Ursula von der Leyen had already announced in 2019 that she would like to introduce a “carbon border tax” as part of her European Green Deal. In spring 2020, the Commission launched a roadmap process to prepare concrete legislative proposals by 2021. The Commission’s proposal also responds to fears that higher European CO2 costs caused by EU emissions trading (EU ETS) could cause companies to relocate activities outside the EU, causing carbon leakage. Outsourcing would contribute to reducing European emissions – but not to tackling the global problem. To date, the Union has addressed the risk of relocation by allocating free emission allowances to sectors at risk of carbon leakage. A CO2 border adjustment could create an alternative with a global impact.

There is rising support for the idea, after years of resistance from many member states and business associations. And the pressure is set to grow, with an increase in the EU’s climate target for 2030 – and anticipated higher CO2 costs for EU businesses – expected this autumn. Furthermore, a CO2 border adjustment for foreign products will be widely interpreted as a clear message, especially to Washington and Beijing, that the EU intends to implement the Paris Agreement. When designing the instrument, it will be important to comply with WTO rules and to get important trading partners on board. 

WTO-compatible design

The Commission proposes three ways in which a “carbon border adjustment mechanism” could be implemented: “a carbon tax on selected products, a new carbon customs duty or the extension of the EU ETS to imports”. From a trade law perspective, any of these options could be designed in accordance with WTO rules. The crucial aspect is the principle of non-discrimination: that a CO2 border adjustment must not differentiate among like products or between WTO members. If it were necessary to depart from the principle, for example where a trading partner or individual company is able to demonstrate that it is already taking care of emissions reductions, the rules for exceptions would need to be observed.

An EU-wide CO2 “product tax” and its implementation by the EU member states would be the most straightforward approach from a trade law perspective. To do this, the EU would first have to levy a CO2 tax on goods manufactured in the European Union; then it would be unproblematic to apply this tax to imports as well – the value added tax for example follows this approach. Imported “like” products would be treated the same way as domestic products, which is WTO-compliant. Extending the EU ETS to industrial imports would be more complex. The task for the Commission would be to demonstrate that under trade law the CO2 allowance price is ultimately equivalent to a “product tax”. Failing that, the Commission could argue that it was acting to protect a global resource, i.e. that avoiding carbon leakage was the central aim of the EU legislation. The “conservation of exhaustible natural resources”, which includes the earth’s atmosphere, is a valid ground for violating WTO principles, subject to certain conditions. Such an exemption would also have to be claimed for a new CO2 customs duty.

However, the European Council decision has exacerbated the risk that WTO dispute settlement panels will regard the new instrument as a means of generating income, rather than a means to protect the climate. This would make a difference if trading partners challenged the new tool. The climate focus, which would be taken into account in WTO rulings, is currently slipping into the background.

Don’t underestimate the diplomatic effort

A CO2 border adjustment mechanism will need extensive explanation given the many open details, and it can only promote international climate policy cooperation if trade partners are informed at an early stage and regularly consulted. For this, the EU should use WTO forums and the climate regime as well as other international organizations. In 2012, the European Commission was made painfully aware of the difficulties involved in going it alone, after seeking to include international aviation in the EU ETS. Major partners put political pressure on the EU, even threatening sanctions, and the EU decided to backtrack and reduce the coverage of the ETS to flights within the European Economic Area.

Trust can only arise if the EU adheres to multilateral climate and trade agreements, i.e. supports the Paris Agreement and the troubled WTO, and expresses this clearly and often. This task has probably become much more difficult after the European Council decision, because a fiscally motivated border adjustment cannot be convincingly attributed to these multilateral concerns – especially as the revenues would flow to the EU rather than to funds supporting climate protection, for example in poorer countries. If a CO2 border adjustment specifically targeted cement, steel and other energy-intensive industries, as has already been discussed, producers from emerging and industrialized countries would be especially affected. The Union should start discussions with these countries without delay. A good opportunity will arise at the meeting of G20 finance ministers in Saudi Arabia towards the end of the year. In addition, the EU should insist towards Washington that this initiative is not intended as a provocation in the smoldering customs dispute. Ultimately, the climate policy success of a CO2 border adjustment will depend on how the world’s major economies react to it.

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Ausgabe 11: Magazin ZUKUNFT.GLOBAL aus Schleswig-Holstein

agl - 4. August 2020 - 14:33

 

 

ZUKUNFT.GLOBAL ist das Magazin für Entwicklung und Zusammenarbeit aus Schleswig-Holstein. Es wird vom Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein herausgebracht und widmet sich in der aktuellen Ausgabe dem Thema Entland der Lieferkette.

 

Das Magazin hat Menschen, Unternehmen und Initiativen in Schleswig-Holstein getroffen, die zukunftsweisende Schritte für faire und umweltgerechte globale und regionale Lieferketten gehen. Wie zum Beispiel Moin Bio Backwaren aus Glückstadt, die anhand der Produktion von Croissant, Schokoladenbrötchen und Spinattasche die Grenzen regionaler Wertschöpfung aufzeigen und vorleben, wo die Chancen der Gemeinwohlökonomie liegen.

 

Das Magazin kann man hier runterladen.

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Referent*in Projektmanagement

DSW - 4. August 2020 - 14:22

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene bringen wir uns in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Globale Gesundheit, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Neben ihrem Hauptsitz in Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) sucht zum 1.Oktober 2020 eine*n

Referent*in Projektmanagement

mit Dienstort in Hannover.

Der*die Referent*in wird an der erfolgreichen Umsetzung der Zielsetzungen der Stiftung mitwirken und insbesondere die Betreuung und Begleitung von Projekten in Ostafrika übernehmen. Hierbei steht die zukünftige Koordination mit einem multisektoralen Programm zu Jugendförderung in Äthiopien im Vordergrund. Hinzu kommt die Betreuung von Projekten in Tansania, Kenia und Uganda bei der Umsetzung von jugendfreundlichen Ansätzen zur Stärkung von sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte auf Distriktebene.

Er*Sie wird als Mitglied des Bereichs Programme und Projekte im Projektmanagement Team mitwirken und dabei eng mit dem Monitoring und Evaluierung (M&E) Team, dem Finanzbereich und den Kollegen*innen in den Partnerländern zusammenarbeiten.

Ihre Aufgaben:
  • Koordination und Projektmanagement von DSW Projekten vor allem in Äthiopien, Kenia Tansania und Uganda, inklusive der inhaltlichen und finanziellen Projektimplementierung und der Berichterstattung an Geber;
  • Ansprechpartner*in für die jeweiligen Projektteams in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda;
  • Kapazitätenstärkung von lokalen Mitarbeiter*innen der Stiftung vor allem zu Projektmanagement und Ansätzen im Zugang zu Verhütung und Dienstleistungen zu sexuell – reproduktiver Gesundheit;
  • Wissensmanagement und Dokumentation von Projekten in der DSW;
  • Unterstützung bei der Weiterentwicklung des DSW–Projektansatzes im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte, der Jugendförderung und der Kapazitätenstärkung.
Wir erwarten:
  • Hochschulabschluss in Gesellschafts- oder Sozialwissenschaften, Public Health oder vergleichbare Qualifikation;
  • 3 – 5 Jahre relevante Berufserfahrung mit entwicklungspolitischem Bezug;
  • Erfahrungen im Projektmanagement, M&E sowie im Projektcontrolling, bevorzugt in der Entwicklungszusammenarbeit;
  • Erfahrungen und Kenntnisse in den Bereichen sexuelle und reproduktive Gesundheit, Jugendförderung und Kapazitätenstärkung;
  • Deutsch auf muttersprachlichem Niveau, verhandlungssicheres Englisch
    (in Wort und Schrift);
  • Interkulturelle und kommunikative Kompetenzen;
  • Strukturierte Arbeitsweise sowie Freude an der Arbeit im Team;
  • Bereitschaft zu Dienstreisen (national und international).
Wir bieten:
  • ein internationales Arbeitsumfeld;
  • eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem dynamischen Team;
  • ein spannendes Themenfeld;
  • angemessene Vergütung.
Bewerbungsverfahren:

Wenn Sie Interesse haben, senden Sie uns bitte Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Anschreiben) mit dem Verweis „DSW2020_07 Referent*in Projektmanagement“ per E-Mail an: jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer “DS2020_07 Referent*in Projektmanagement” in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden.

Der Vertrag ist zunächst auf 2 Jahre befristet.

Der Beitrag Referent*in Projektmanagement erschien zuerst auf DSW.

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Workshop: Schule handelt fair? Nachhaltigkeit im Unterricht

agl - 4. August 2020 - 14:11

 

Im Rahmen der Kampagne Sport handelt Fair findet am 7. September die Online-Fortbildung "Schule handelt Fair? - Nachhaltigkeit im Unterricht am Beispiel Fairer Sportbälle" statt.

 

In dem Workshop werden Methoden und Materialien vorgestellt, die sich eignen, über Sportindustrie und Fairen Handel mit Lerngruppen ins Gespräch zu kommen. Außerdem soll aufgezeigt werden, welche Wege und Möglichkeiten es für Schulen gibt, Sportartikel nachhaltiger einzukaufen.

 

Der Workshop richtet sich an Lehrkräfte und Referent*innen für Bildungsarbeit an Schulen. Die Einladung inklusive Anmeldedaten kann man hier runterladen.

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Nucleário: Smarter Schutz für die Wiederaufforstung von Brasiliens Wäldern

reset - 4. August 2020 - 9:40
Das brasilianische Startup Nucleário hat – inspiriert von der Natur – ein innovatives Gerät entwickelt, das Baumsetzlinge schützen und Wiederaufforstungsprojekten im Land Auftrieb geben soll.
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LHÜ-Info Juli 2020

SID Blog - 3. August 2020 - 21:33

Globale Nachhaltigkeitsdiplomatie im Schatten von Corona

#2030Agenda.de - 3. August 2020 - 20:36

Vom 7. bis 16. Juli 2020 tagte in New York das Hochrangige Politische Forum (High-Level Political Forum, HLPF) der Vereinten Nationen. Es ist das zentrale UN-Gremium für nachhaltige Entwicklung und soll hauptsächlich die Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) überwachen. Infolge der Corona-Pandemie fand das Forum virtuell statt und stand auch thematisch ganz im Zeichen der Krise. Das Leitmotiv lautete „building back better“, denn der Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Krise soll nicht zur alten Normalität zurückführen, sondern Entwicklungsstrategien folgen, die besser im Einklang mit der Agenda 2030 und ihren Nachhaltigkeitszielen stehen.

Leider blieb es bei diesem Appell. Am Ende des achttägigen Treffens konnten sich die Regierungen noch nicht einmal auf eine gemeinsame Ministererklärung einigen.

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Globale Nachhaltigkeitsdiplomatie im Schatten von Corona

Global Policy Forum - 3. August 2020 - 13:56

Vom 7. bis 16. Juli 2020 tagte in New York das Hochrangige Politische Forum (High-Level Political Forum, HLPF) der Vereinten Nationen. Es ist das zentrale UN-Gremium für nachhaltige Entwicklung und soll hauptsächlich die Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) überwachen. Infolge der Corona-Pandemie fand das Forum virtuell statt und stand auch thematisch ganz im Zeichen der Krise. Das Leitmotiv lautete „building back better", denn der Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Krise soll nicht zur alten Normalität zurückführen, sondern Entwicklungsstrategien folgen, die besser im Einklang mit der Agenda 2030 und ihren Nachhaltigkeitszielen stehen. Leider blieb es bei diesem Appell. Am Ende des achttägigen Treffens konnten sich die Regierungen noch nicht einmal auf eine gemeinsame Ministererklärung einigen.

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SDG-Sommerakademie 2020

Engagement Global Presse - 3. August 2020 - 13:31
Bei der SDG-Sommerakademie 2020 dreht sich alles um das Thema Wasser. Foto: Tatjana Pott

Wasser ist die Quelle allen Lebens. Es ist Ressource, Gemeingut und Menschenrecht. Bei der SDG-Sommerakademie 2020, die von Dienstag, 18., bis Freitag, 21. August 2020, im GLS Sprachenzentrum in Berlin stattfindet, dreht sich alles um den Themenkomplex Wasser und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) der Agenda 2030 sind getragen von der Idee einer gemeinsamen Verantwortung aller für die Menschen und den Planeten. Ziel 6 steht dabei für die Gewährleistung des Zugangs zu sauberem Wasser und sauberen Sanitäreinrichtungen für alle. Mit Ziel 14 wiederum strebt die internationalen Staatengemeinschaft den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Meere an.

Bei der viertägigen Veranstaltung diskutieren Studierende und Auszubildende unterschiedlicher Fachrichtungen unter anderem über die Themen nachhaltiger Umgang mit Wasser, Klimawandel und Wasser, Wasser und Gerechtigkeit. Sie lernen Praxisbeispiele aus Ländern des Globalen Südens und Nordens kennen und gehen der Frage nach, wie ein Wandel zu mehr globaler Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit möglich ist und welche Rolle sie dabei spielen. Darüber hinaus lernen die Teilnehmenden Initiativen der Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und kommunalen Wasserversorger kennen.

Eine Referentin der Menschrechtsorganisation FIAN Deutschland spricht zum Auftakt beispielsweise darüber, was das „Menschenrecht auf Wasser“ konkret bedeutet und welche Möglichkeiten zur Durchsetzung es gibt. Eine indigene Perspektive auf Wasser vermittelt eine Quechua-Aktivistin und bei einer Exkursion erzählt eine Dozentin, wie Abwasseraufbereitungstechnologien mit der Nahrungsmittelproduktion verknüpft werden können.

Interessierte Studierende und Auszubildende insbesondere aus Berlin und Brandenburg können sich noch bis Montag, 10. August 2020, um 12 Uhr zur Veranstaltung anmelden.

Die Sommerakademie ist als Präsenzveranstaltung geplant. Für alle Programmpunkte, die im Plenum stattfinden, ist zusätzlich für 20 Interessierte eine Online-Teilnahme möglich.

Die Teilnahme ist an die Einhaltung der Hygieneregeln des Veranstaltungsortes sowie der Veranstalter gebunden.

Die Veranstaltung wird von der Außenstelle Berlin von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungspolitische Bildung in Deutschland (EBD) in Kooperation mit dem EPIZ-Zentrum für Globales Lernen e.V. durchgeführt und von den Berliner Wasserbetrieben unterstützt.

Ansprechperson

Engagement Global gGmbH, Außenstelle Berlin
Sabine Schepp
aussenstelle.berlin@engagement-global.de

Weitere Informationen
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03.08.2020 Entwicklungsminister Müller: Gräueltaten an Jesiden dürfen nicht vergessen werden

BMZ - 3. August 2020 - 13:00
Vor sechs Jahren begannen die Gräueltaten des sogenannten Islamischen Staates gegen die jesidische Bevölkerung im Irak. Dazu erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: "Den Jesidinnen und Jesiden wurde unermessliches Leid zugefügt. Mädchen und Frauen wurden vergewaltigt, versklavt und mit IS-Terroristen zwangsverheiratet. 360.000 Jesiden wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Die meisten leben bis heute in Camps im Nordirak als Binnenvertriebene – das ist ...
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Welche Lösungen sind wirklich wirksam im Kampf gegen den Klimawandel?

reset - 3. August 2020 - 8:11
Ein Simulationswerkzeug ermöglicht es, mithilfe wissenschaftlicher Daten und Vorhersagemodelle Klimaschutzmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin zu testen – und schafft so eine solide Grundlage für dringliche politische Entscheidungen.
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Globale Nachhaltigkeitsziele auf Schwäbisch

Engagement Global - 3. August 2020 - 8:00
Mit Abstand wurde auf dem Rottenburger Marktplatz über die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung gesprochen. Foto: Engagement Global

Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich das 17 Ziele-Mobil am 1. August 2020 in neuem, bunten Design auf dem Marktplatz in Rottenburg am Neckar. Der Anlass: Die Bierdeckel mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen auf Schwäbisch werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Moderator wartete den Gongschlag des Doms ab, dann legte er los: „Legt euch einen Bierdeckel unter die Kaffeetasse, „von hier aus gehen heute die 17 Ziele auf schwäbisch in die Welt!“ Und während die Engagierten der Initiative N! auf die Bürgerinnen und Bürger zugingen und hier ein Päckchen Bierdeckel in den Fahrradkorb und dort in den Einkaufskorb legten, suchte der Radiomoderator Edi Graf noch nach dem richtigen Begriff für diese Veranstaltung. „Ein Launch lässt sich ja noch auf Schwäbisch aussprechen – Lohnsch - aber es bleibt trotzdem ein englisches Wort; was wir hier machen ist ein Jetzetle!“ und damit hatte er den Begriff des Tages geprägt.

Hinter dem Launch steckte die Rottenburger Initiative N!.Sie brachte aktive Bürgerinnen und Bürger, Sportvereine, den Weltladen, Fair Trade Schools und die Stabsstelle Umwelt und Klimaschutz der Stadt in dem mobilen Zelt auf dem Rottenburger Marktplatz zusammen. Hier konnten alle Interessierten die kleinen Päckchen mit den 17 Bierdeckeln abholen, lokal Gespräche über Globales führen und dem vier Stunden dauernden Bühnenprogramm lauschen. Vor der Kulisse des 17 Ziele-Mobils nahmen 17 Persönlichkeiten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens eines der 17 Nachhaltigkeitsziele in den Fokus und stellten sich einem kurzen Interviewdazu.

So betonte Prof. Bastian Kaiser, Rektor der Hochschule für Forstwirtschaft und zuständig für Internationale Entwicklungszusammenarbeit, dass die Grundlage für die Erreichung aller Ziele die Bildung sei: „Wenn wir es nicht schaffen, die Menschen mit Bildung zu erreichen, wird es uns nicht gelingen, die anderen Ziele umzusetzen“. Aufgelockert wurde die Veranstaltung durch humorige Einlagen der schwäbischen Comedienne Dietlinde Ellsässer, die tief in die schwäbische Seele blicken ließen. Der Mundartinterpret Peter Nagel stellte die schwäbischen Sprüche auf den Bierdeckeln gar in eine Tradition mit den Gedichten von Sebastian Blau, Ehrenbürger der Stadt, der schon vor 100 Jahren die Nachhaltigkeit auf Schwäbisch beschrieben hatte. Für die Ausarbeitung der Bierdeckel hatten sich zur Initiative N! noch zwei Brauereien, ein Sprudelhersteller und der Förderverein Schwäbischer Dialekt gesellt, dessen Vorsitz Oberbürgermeister Stephan Neher hat. Er kam selbstverständlich auch auf den Marktplatz und kündigte an, ab Herbst an einem Stadtentwicklungskonzept „Rottenburg 2030“ mit breiter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger arbeiten zu wollen, das die 17 Ziele auf die kommunale Ebene herunterbrechen wird.

Die Initiative N! ist aus der Lokalen Agenda hervorgegangen, für die der Stadtrat im Jahr 1999 einen Beschluss gefasst hat. Seither werden die engagierten Gruppen und Vereine mit ein paar Tausend Euro im Jahr unterstützt „An Ideen und Geld hat es uns nie gefehlt“, blickt Lioba Weingärtner zurück, seit vielen Jahren ist sie engagiert. Und auf die Frage, ob es genügend Nachwuchs gäbe, reagiert sie gelassen: „Wir haben drei Fair Trade Schools und eine Fair Trade Hochschule, da geht der Nachwuchs nicht aus“. Alle Nachhaltigkeitsziele bieten überdies konkrete Anknüpfungspunkte im lokalen Geschehen. Bei der Bierdeckelaktion wurde zum Beispiel Ziel 3 (Gesundheit für alle) anhand von Sport und Bewegung dargestellt und schon waren die Sportvereine aktiviert und unterstützten die Kampagne.

Die 17 Ziele-Bierdeckel haben bereits eine dreijährige Tradition. Studierende der Rhein FH Köln haben die Idee 2017 im Rahmen eines Praxissemesters in Kooperation mit dem Projekt #17Ziele von Engagement Global entwickelt. Mit den Bierdeckeln sollen die Menschen mit Leichtigkeit und Humor erreicht werden. Der lokale Dialekt und das Motiv machen neugierig, zeigen aber auch die lokale Bedeutung der Themen auf. Auf der Rückseite sind die Icons der 17 Ziele abgebildet und das vorderseitig behandelte Ziel wird in einem Satz erläutert. So wird das Lokale visuell und thematisch mit dem Globalen verbunden. Mittlerweile gibt es die Bierdeckel in 15 lokalen Dialekten.

Auch das 17 Ziele-Mobil ist seit 2017 im Einsatz. Mit interaktiven Elementen und Aktionen zieht es auf Festivals, Stadtfesten oder Messen die Aufmerksamkeit der Vorbeigehenden auf sich. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Engagement Global informieren am Mobil über die 17 Ziele und erläutern in Gesprächen, welchen Beitrag jede und jeder Einzelne zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele leisten kann. Nach drei Jahren und beinahe 50 Einsätzen wurde das auffällige, bunte Design des ehemaligen Schäferwagens nun überarbeitet und neu gestaltet.

Weitere Informationen
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Poland and the EU–Turkey Customs Union

SWP - 3. August 2020 - 0:00
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Russia’s “Passportisation” of the Donbas

SWP - 3. August 2020 - 0:00

Russia has so far issued almost 200,000 Russian passports to Ukrainians from the “People’s Republics” of Donetsk and Luhansk. This undermines the Minsk peace process. The passportisation of the Donbas is part of a tried and tested set of foreign policy instruments. Russia is deliberately making it more difficult to resolve territorial conflicts in the post-Soviet space by creating controlled instability. This demonstrative intervention in state sovereignty exerts pressure on the Ukrainian central government in Kyiv. Domestically, Russia’s goal is to counteract its own natural popu­lation decline through immigration. Because of the war in eastern Ukraine, more and more Ukrainians have migrated to Russia; this was one of the reasons behind Russia revising its migration strategy in 2018. The liberalisation of citizenship legislation was aimed particularly at Ukraine. By delaying any resolution to the conflict, Russia achieves two objectives simultaneously: it retains permanent influence on Ukraine via the Donbas, and it becomes more attractive to many Ukrainians as a destination for emigration.

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Die CO2-Grenzabgabe der EU – Klima- oder Fiskalpolitik?

SWP - 3. August 2020 - 0:00

Wenn es nach den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) geht, wird es ab 2023 eine »CO2-Grenzsteuer« auf Importe in die Union geben; eine solche Abgabe würde sich nach dem CO2-Wert richten, der bei der Produktion der eingeführten Güter anfällt. Beim jüngsten Gipfel haben sie entschieden, damit den EU-Haushalt aufzubessern. Ein eigentlich klimapolitisch gedachtes Instrument bekommt so eine fiskalpolitische Stoßrichtung.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte bereits 2019 angekündigt, im Rahmen ihres europäischen Green Deal eine »Carbon Border Tax« einführen zu wollen. Im Frühjahr 2020 startete die Kommission einen Roadmap-Prozess mit dem Ziel, bis 2021 konkrete Gesetzesvorlagen auszuarbeiten. Mit diesem Vorschlag reagierte die Kommission auch auf die Befürchtung, dass die durch den EU-Emissionshandel (EU ETS) vergleichsweise erhöhten europäischen CO2-Kosten Unternehmen zum Abwandern bewegen könnten, so dass es zur Emissionsverlagerung (»Carbon Leakage«) kommt. Das europäische Ziel, Emissionen zu senken, greift so zwar in der EU, aber nicht global. Die Union begegnet dem Risiko der Abwanderung bisher, indem sie gefährdeten Sektoren kostenlos Emissionsrechte zuteilt. Eine CO2-Grenzabgabe könnte eine Alternative sein, die auch globale Wirkung entfaltet.

Nach langjährigem Widerstand vieler Staaten und Unternehmensverbände gegen das Instrument hatte es in jüngerer Zeit zunehmend Unterstützung erfahren. Dazu trägt das EU-Klimaziel für 2030 bei, das im Herbst erhöht werden soll und weitere CO2-Kosten für die EU-Wirtschaft nach sich ziehen wird. Zudem sehen viele die CO2-Abgabe auf ausländische Produkte – nicht nur wegen der erwarteten Wirksamkeit gegen Carbon Leakage – als deutliches Zeichen für die Umsetzung des Pariser Abkommens, allen voran gegenüber den USA und China. Bei der Ausgestaltung des Instrumentes kommt es nun darauf an, WTO-Regeln gerecht zu werden und wichtige Handelspartner zur Kooperation zu bewegen.

Ausgestaltung entlang der WTO-Regeln

Die Kommission schlägt drei Möglichkeiten vor, wie ein CO2-Grenzausgleichssystem umgesetzt werden könnte: mit einer CO2-Steuer, einem Zoll oder mit einer Zertifikatepflicht für ausländische Unternehmen. Aus handelsrechtlicher Sicht könnten alle Optionen im Einklang mit WTO-Regeln ausgestaltet werden. Diese geben das Prinzip der Nichtdiskriminierung vor, daher darf eine Grenzabgabe weder zwischen gleichartigen Produkten noch zwischen WTO-Mitgliedstaaten unterscheiden. Sollte es notwendig sein, dagegen zu verstoßen, zum Beispiel weil EU-Handelspartner oder einzelne Unternehmen nachweislich selbst für weniger Emissionen sorgen, wären die Vorgaben für Ausnahmefälle einzuhalten.

Eine EU-weite CO2-»Produktsteuer« bzw. deren Einführung durch die EU-Mitgliedstaaten wäre der aus handelsrechtlicher Sicht beste Weg. Dazu müsste die EU zunächst einmal eine CO2-Steuer auf in der Europäischen Union hergestellte Güter erheben, sodann wäre es unproblematisch, diese Steuer auch auf Importe anzuwenden – die Mehrwertsteuer ist ein vergleichbares Beispiel. Gleichartige Importwaren würden damit WTO-konform genauso behandelt wie die inländisch erzeugten Produkte. Eine Anwendung des Emissionshandels auf Industrieimporte wäre komplexer. Hier käme der Kommission die Aufgabe zu darzulegen, dass der CO2-Zertifikatepreis letztlich einer »Produktsteuer« handelsrechtlich gleichzusetzen ist. Gelingt dies nicht, könnte die Kommission geltend machen, dass sie den Schutz einer globalen Ressource bezweckt, also die Vermeidung von Carbon Leakage das zentrale Ziel der EU-Gesetzgebung ist. Denn der »Schutz einer globalen Ressource«, wozu die Erdatmosphäre zählt, ist als Begründung für Verstöße gegen WTO-Prinzipien erlaubt, wenn auch unter Auflagen. Eine solche Ausnahmebegründung bräuchte es auch für einen neuen CO2-Zoll.

Die Staats- und Regierungschefs haben mit ihrer Absicht, die CO2-Grenzabgabe als Haushaltsinstrument einzuführen, nun allerdings das Risiko erhöht, dass WTO-Schiedsgerichte im Falle einer Anfechtung durch Handelspartner das neue Instrument nicht klimapolitisch, sondern als Mittel zur Erzielung von Einnahmen auffassen. Der klimapolitische Zweck, auf den in Entscheidungen über Ausnahmen von den WTO-Prinzipien geachtet würde, rückt in den Hintergrund.

Diplomatischen Aufwand nicht unterschätzen

Ein CO2-Grenzausgleichssystem, das aufgrund vieler offener Details bereits jetzt hohen Erklärungsbedarf hat, kann nur dann die internationale klimapolitische Zusammenarbeit fördern, wenn frühzeitig Handelspartner informiert und regelmäßig einbezogen werden. Hierfür sollte die EU Foren der WTO und des Klimaregimes sowie weiterer internationaler Organisationen nutzen. Die Europäische Kommission hat 2012 schmerzlich erfahren, zu welchen Verwerfungen ein Alleingang führen kann. Damals wollte sie das EU ETS auch für den internationalen Flugverkehr einführen. Viele große Staaten setzten die EU massiv mit Sanktionsandrohungen unter Druck, woraufhin die EU zurückruderte und schließlich nur für den Flugverkehr im Europäischen Wirtschaftsraum Zertifikate verlangte.

Vertrauen kann nur entstehen, wenn die EU sich an multilaterale klima- und handelspolitische Absprachen hält, also das Pariser Klimaabkommen und die angeschlagene WTO stützt, und dies immer wieder deutlich zum Ausdruck bringt. Diese Aufgabe ist wohl nach dem Gipfelbeschluss ungleich schwerer geworden. Denn eine Grenzabgabe aus fiskalischen Gründen lässt sich diesen multilateralen Anliegen nicht überzeugend zuordnen. Zumal ja die Einnahmen nicht einer Förderung des Klimaschutzes beispielsweise in ärmeren Ländern zugutekämen, sondern den Kassen der EU. Sollte eine CO2-Abgabe gezielt Güter der Zement-, Stahl- oder anderer energieintensiver Branchen erfassen, wie es bereits diskutiert wird, wären vor allem Erzeuger aus Schwellen- und Industrieländern betroffen. Insbesondere mit diesen Staaten sollte die Union zügig Gespräche aufnehmen. Eine gute Gelegenheit hierzu bietet sich bei den Finanzministerkonsultationen unter der G20 in Saudi-Arabien gegen Ende des Jahres. Zudem sollte die EU im Dialog mit Washington wenigstens den Versuch unternehmen, ihr Vorgehen nicht als neuen Zündstoff im schwelenden Zollstreit erscheinen zu lassen. Letztlich wird der klimapolitische Erfolg einer CO2-Grenzabgabe davon abhängen, wie diese Länder darauf reagieren.

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