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Welthungerhilfe stellt Jahresbericht 2019 vor

Welthungerhilfe - 7. Juli 2020 - 10:00
Klimawandel und Kriege bleiben größte Hungertreiber – COVID-19 hat dramatische Auswirkungen auf die ärmsten Länder.
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Kitzrettung per Drohne – Leise Helfer aus der Luft

reset - 7. Juli 2020 - 5:50
In den großen Mähwerken der Landwirte werden jedes Jahr viele Rehkitze getötet. Drohnen machen die Tiere ausfindig und helfen so bei der Rettung.
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The EU Budget As an Opportunity in the Crisis

SWP - 7. Juli 2020 - 0:00

In response to the socio-economic consequences of the corona pandemic, the Euro­pean Commission presented a comprehensive package of measures on 27 May 2020. It consists of two components. Firstly, the Commission’s original proposal of May 2018 for the Multiannual Financial Framework (MFF) 2021–2027 is to be increased to €1.8 trillion. Secondly, the Commission is proposing a temporary economic budget of €750 billion under the title “Next Generation EU”.

This far-reaching package, which the Commission drew up in just a few weeks, can have the effect of fundamentally reshaping European budgetary policy and redistributing competences and responsibilities between the EU and the member states. The result could be a significant deepening of European integration.

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C20 Releases a Statement for Effective G20 Agenda on Finance and Health

#C20 18 - 6. Juli 2020 - 20:18
The C20 official Engagement Group of the G20 submitted a list of policy priorities for the upcoming G20 Finance Ministers & Central Bank Governors meeting on July 18th and the G20 Extraordinary Sherpa Meeting on July 24th. The proposed recommendations take into account complimentary policy areas at the intersection of health and finance policy-making; including [...]
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UN: Hochrangiges Forum für Nachhaltige Entwicklung (High Level Political Forum, HLPF) tagt ab morgen Dienstag, 7. Juli bis 16. Juli (virtuell)

#2030Agenda.de - 6. Juli 2020 - 19:52

Bonn/New York, 6. Juli 2020


Um zu verhindern, dass die Coronakrise und ihre wirtschaftlichen Folgen gerade für die ärmeren Länder der Welt in einer noch größeren sozialen und menschlichen Katastrophe enden, darf die internationale Solidarität nicht an Ländergrenzen halt machen. Das fordert die Nichtregierungsorganisation Global Policy Forum (GPF) zum Auftakt des - virtuellen - Meetings, zu dem das höchste Gremium der UN für globale Nachhaltigkeit - eine Art "Sicherheitsrat für Nachhaltigkeitsfragen" - ab morgen, Dienstag, 7. Juli, zusammen kommt. "Nachhaltigkeitsziele und Menschenrechte müssen integraler Bestandteil aller Maßnahmenpakete gegen die Coronakrise sein", so GPF-Geschäftsführer Jens Martens. Beim UN-Forum für nachhaltige Entwicklung, offiziell High Level Political Forum (HLPF) genannt, wird es diesmal insbesondere um die Auswirkung der Corona Krise auf die Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 Nachhaltigkeitsziele gehen. Diese waren 2015 von den Regierungen der Welt beschlossen worden.


Denn die Covid-Pandemie und die zur ihrer Bekämpfung getroffenen politischen Maßnahmen haben gravierende Folgen für diese globale Nachhaltigkeitsagenda. Sie könnten die Verwirklichung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) in ihrer Gesamtheit gefährden. Das gilt allen voran für Ziel 1 der Agenda, die Armut weltweit zu beenden. So arbeiten insbesondere in den ärmeren Ländern viele Menschen im informellen Sektor. Ihre Einkünfte sind

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Invitation | CSO coalitions’ role in the Decade of Action after Covid-19 Official side event

Forum Umwelt & Entwicklung - 6. Juli 2020 - 15:09
INVITATION
CSO coalitions’ role in the Decade of Action after Covid-19 Official side event 8 July 2020 from 2 – 3.30pm CEST / 8 -9.30am EDT This side event will be held online. Details for connection will be shared with all registered participants. Participation is limited and will be granted on a first come first served basis.

Please register here before July 7 at 4pm CEST/10am EDT.

 

 

 

We are at a decisive moment for the implementation of the SDG with the UN launching the Decade of Action to make sure we realise the Goals by 2030 while governments and civil society are grappling with the impacts of the COVID-19 crisis. This side event will explore the crucial role played by civil society organisations in guaranteeing a ‘whole of society’ approach in both the SDG monitoring and review process around Voluntary National Reviews (VNRs) as well as for the recovery measures after COVID-19. Civil society participation ensures that all voices are heard and that women, young people as well as particularly vulnerable groups are adequately involved to live up to the principle of leaving no one behind. This side event will provide you with an opportunity to exchange about civil society’s role in working towards policy coherence for sustainable development and bringing transformative change during the Decade of Action.

 

 

 

Download the paper here for more information

 

 

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PRESSEMITTEILUNG - Nachhaltigkeitsziele & Menschenrechte müssen Bestandteil aller Anti-Corona Krisen-Pakete sein

Global Policy Forum - 6. Juli 2020 - 13:59

Vereinte Nationen: Hochrangiges Forum für Nachhaltige Entwicklung (High Level Political Forum, HLPF) tagt ab morgen Dienstag, 7. Juli bis 16. Juli (virtuell)

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Was passiert eigentlich mit unserem Müll? Betroffene Gegenstände berichten aus ihrem Leben

EINEWELTblabla - 6. Juli 2020 - 13:48
Wieviel Müll fällt in Deutschland an?

Recycling ist in aller Munde. Dass es besser ist, Plastik zu vermeiden und stattdessen wiederverwendbare Behälter zu verwenden, hat mittlerweile von Kiel bis München wahrscheinlich schon so gut wie jeder mitbekommen. Und dennoch fielen deutschlandweit 5.722 Tonnen Plastikmüll im Jahr 2017 an. Dazu kommen die anderen Abfallarten, Restmüll, Papiermüll, Sondermüll und Biomüll, sodass insgesamt für die sogenannten „haushaltstypische Siedlungsabfälle“ eine Müllmenge von 46.151 Tonnen im Jahr 2017 zusammenkam.

Grafik über Anteile an Hausmüll, Quelle: Umweltbundesamt

Das ist also der Müll, den wir deutschen Haushalte produzieren. Der Anteil dieser Siedlungsabfälle an allem Abfall, der in Deutschland insgesamt anfällt, ist aber verschwindend gering. Er macht gerade mal 13% aus. Den mit Abstand größten Anteil macht Bauschutt aus (60%)  (Umweltbundesamt).

Die Reise des Mülls: Dreieinhalb Erfahrungsberichte

Doch was passiert eigentlich genau mit dem Tonneninhalt, nachdem die Müllwagen damit gefüttert wurden? Und was heißt eigentlich Recycling konkret für die einzelnen Müllsorten? Diesen Fragen gehen wir in diesem Artikel nach. Und weil sich die Wiederverwendungsquote je nach Mülltyp doch sehr unterscheidet, berichten wir über jeden einzeln. Also, nicht wir, sondern unsere Korrespondent*innen Pepe, Tina, Charlie und der kurzangebundene Bob. Schnallt euch an, wir gehen auf Müllautofahrt! 

Papier: Pepe der Pappkarton

Hallo, ich bin Pepe. Ich bin ein Pappkarton. Also bald war ich einer. Jetzt bin ich nämlich unterwegs zum Müllwerk, mit Zeitungen, anderen Pappkartons und jubelnd entsorgten Matheschulunterlagen. Wo’s hingeht fragt ihr euch? Unser erstes Ziel ist das Recyclingwerk. Hier muss ich Abschied nehmen von einigen meiner Reisebekanntschaften, denn wir werden jetzt nach Papierarten getrennt. Aus meiner dunklen Pappe kann sich nämlich logischerweise kein helles Schreibpapier herstellen lassen.

Wir Kartons werden dann als nächstes meist in speziellen Kartonrecycling-Anlagen weiterverarbeitet. Dazu werden wir in kleine Teile zerteilt (keine Sorge, wir sind das gewohnt!) und mit Wasser zu einem Brei aufgeweicht. Daraufhin werden mit Filtern Verunreinigungen entfernt, dem Brei das Wasser entzogen und schließlich das Resultat auf lange Bahnen zum Trocknen gebreitet (Recycling Vision B.V.). Fertig ist das Rohmaterial für die nächste Generation!

Bei meinen Cousins, den Papieren, läuft das Ganze ähnlich ab. Bei ihnen ist allerdings der Zwischenschritt notwendig, durch chemische Reinigung Tinte von ihnen zu entfernen (bei dem Mischen mit Wasser). Außerdem muss für blütenweißes Papier der Papierbrei zusätzlich durch Wasserstoffperoxid oder Sauerstoff gebleicht werden (Utopia).

Klingt als wären wir unsterblich? Naja, zugegebenermaßen nicht ganz. Nach sieben Durchgängen ca. ist dasselbe Papier dann doch ein bisschen dünn geworden und es müssen neue Holzfasern zugesetzt werden (Utopia). Und dann geht’s von vorne los!

15 Mio. Tonnen Papiermüll wurden 2017 in Deutschland produziert.  Mit Stolz kann ich euch sagen: Wir, die Papierfamilie, besteht zu 76% aus recyceltem Papier. Und kauft man 2,5 KG recyceltes statt neu produziertes Druckerpapier, rettet man 5,5 Kg Bäumen das Leben und spart 7,5 Kilowattstunden Energie, was der Energie für 525 Tassen Kaffee entspricht (Umweltbundesamt).

Plastik: Tina die Plastikflasche

Tina mein Name, ich bin eine Plastikflasche und berichte euch heute von meiner Reise im Müllwagen. Es ist nicht meine erste Reise, vorher war ich schonmal als Plastikflasche hierher unterwegs. Das ist also quasi schon mein zweites Leben. Ich bin recycelt und stolz drauf.

Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich als recycelter Gegenstand anders behandelt werde? Die Antwort lautet: Anders behandelt zwar nicht, aber ich gehöre zu einer Minderheit. Insgesamt fielen 2019 3,1 Mio. Tonnen Plastikmüll an. Davon werden aber nur 16-45% recycelt, je nach Definition. Da ist also noch Luft nach oben, ich kann mich ja fast schon glücklich schätzen, eine zweite Chance bekommen zu haben!

Ihr fragt euch jetzt sicher: Wie haben die das gemacht, aus Tina 1 Tina 2 zu machen? Also, es gilt: Aus je mehr verschiedene Materialien ein Produkt besteht, desto schwieriger ist es zu recyceln. Der Plastikmüll wird ganz zu Anfang maschinell voneinander getrennt. Und dabei ist es für die Maschine besonders schwer, Produkte aus verschiedenen Kunststoffen einer Kategorie einzuordnen. Diese wandern häufig direkt in die Verbrennungsanlage. Hier eine Liste, was aus welchem Plastik recycelt wird:

  • PET (z.B. Plastikflaschen) -> Plastik-Granulat -> Stoffprodukte, aber auch teilweise neue Flaschen
  • Getränkekartons -> recyceltes Papier und Aluminium
  • PP (Polypropylen, z.B. Joghurtbecher) -> Granulat -> Folien
  • PE -> Plastik-Granulat -> Folien, Plastiktaschen

 

Doch traurig, aber wahr: Mehr als die Hälfte von uns wird nicht recycelt, sondern verbrannt, im Idealfall um Energie für andere Produktionsprozesse zu gewinnen. Dabei hätten so viele von uns doch noch gut als anderes Plastikprodukt eingesetzt werden können! Zudem wird meist nicht dasselbe Produkt aus recyceltem Plastik hergestellt, sondern „downgecycelt“. Das bedeutet, dass weniger aufwendige Produkte aus dem Granulat hergestellt werden.

Ein Großteil des restlichen nicht-recycelten und nicht-verbrannten Plastikmülls wurde bis 2019 nach China transportiert. Genauer gesagt 750.000 Tonnen. Doch das bevölkerungsreichste Land der Welt hat einen Importstopp verhängt, denn zu viel Müll verursacht dort Umweltprobleme. Zwar werden weiterhin nicht unerhebliche Mengen nach Osteuropa, Kambodscha und Vietnam exportiert (und dort größtenteils verbrannt), doch es war spätestens nach dem Importstopp klar: Die EU musste sich mehr um Recycling und Müllvermeidung kümmern.

Es tut sich also doch was in unserer Welt: Die Kunststoffstrategie der EU hat bereits bewirkt, dass Einwegplastikprodukte wie Strohhalme, Plastikteller oder -geschirr nicht mehr verkauft werden dürfen. Bis 2030 sollen sogar alle Kunststoffverpackungen recycelbar sein. In Deutschland wird diese Strategie unter anderem mit dem Verpackungsgesetz von 2019 umgesetzt. Dort werden die Quoten festgelegt, bis zu wieviel Prozent der Verpackungen aus verschiedenen Materialien dem Recycling zugeführt werden müssen. Bei uns sollten das 58,5% sein. Zudem setzt sich Deutschland im EU-Parlament für ein Pfandsystem für Flaschen ein, in der Hoffnung, Recycling so ankurbeln zu können.

Außerdem gibt es mehr und mehr Unternehmen und Organisationen, die sich dafür einsetzten, dass aus Plastikprodukten beispielsweise Schmuck, Rucksäcke, Klamotten oder Yogamatten werden. Teilweise werden dafür sogar meine Verwandten aus dem Meer geholt. Ihnen wird also quasi das Leben gerettet!

Diese Informationen habe ich aus meinen eigenen Erfahrungen und bei der Zeit, der Landbell AG für Rückhol-Systeme, Utopia, der Süddeutschen Zeitung und dem NABU recherchiert. 

Elektroschrott: Charlie der Computer

Ich bin Charlie. Charlie der Computer. Wenn mich Jemand fragt, woher ich komme, antworte ich immer: aus aller Welt. Meine Festplatte kommt zum Beispiel aus Thailand, Cobalt für meinen Akku aus dem Kongo und zusammengebaut wurde ich schließlich in China.

Soviel Aufwand, so viele schuftende Hände von euresgleichen, müssen belohnt werden. Blöderweise haben das manche von eurer Spezies noch nicht so ganz kapiert. Ich erkläre euch also mal, wie ihr dafür sorgen könnt, dass so viele meiner Bestandteile wie möglich weiterverwendet werden und die Umwelt geschützt wird. Denn manche von uns enthalten giftige Bestandteile…

Zunächst einmal: Werft uns BITTE nicht in normale Mülltonnen! Sonst kriegen unsere Bestandteile nämlich keine zweite Chance und werden direkt mit eurem Restmüll verbrannt. Wir gehören auf den Wertstoffhof.  Eine Liste von anderen Freunden, die ich dort getroffen habe und die ihr bitte zukünftig auch wieder dorthin fahren solltet, findet ihr hier.

45% von uns wurden 2017 recycelt. Und so läuft das ab:

  1. Giftige Bestandteile werden entfernt und entsorgt.
  2. Unserer wertvollen Metallbestandteile werden von darauf spezialisierten Firmen entfernt (manchmal per Hand, manchmal durch maschinelle Zerkleinerung und Sortierung) und dann weiterverwendet, zum Beispiel jeweils zur Stahl-, Aluminium oder Kupferproduktion. Diese drei Metalle werden mittlerweile mehr durch Recycling als aus Erzen gewonnen. Durch elektrochemische Prozesse werden seltene, wertvolle Metalle wie Gold oder Silber von anderen getrennt und ebenfalls wiederverwertet.
  3. Übrig gebliebener Kunststoff ist meist unrein (siehe Tinas Erklärung), weshalb er als Füllstoff für andere Plastikprodukte verwendet werden kann (stoffliche Verwertung) oder als Brennstoff, z.B. bei der Stahlproduktion (thermische Verwertung)

Diese Infos habe ich bei Stiftung Warentest nachgelesen. Hier in Deutschland liegen wir knapp über dem EU-Durchschnitt mit dem Recycling von unseresgleichen. Oft gelobt wird die Schweiz, in der Verkäufer und Konsumenten eine Abgabe zahlen, mit der unser Recycling gezahlt wird. Deshalb werden dort auch 16 kg von uns recycelt, während es in Deutschland nur 9kg pro Einwohner*in sind (NABU).

Viele von uns haben aber nicht so viel „Glück“ bequem in Deutschland wiederverwertet zu werden. Denn einiges an Elektroschrott Deutschlands wird von darauf spezialisierten Händlern ins Ausland exportiert, als „Second-Hand-Ware“, obwohl dieser Handel illegal ist (seit 2015 dürfen offiziell nur noch wirklich funktionierende Geräte exportiert werden). Im Zielland werden dann noch funktionierende meiner Freunde weiterverkauft.

Doch nicht-funktionierende werden häufig unter schlechten Umweltbedingungen in Müllverbrennungsanlagen verbrannt, besonders bekannt ist Agbogbloshie in Ghana. Auf eben diesen Anlagen sind wiederum viele Menschen unterwegs (Schätzungen zufolge bis zu 10.000 allein in Agbogbloshie), um den weggeschmissenen „Schrott“ nach wertvollen Bestandteilen abzusuchen und so ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei setzen sie sich aber giftigen Dämpfen und einer illegalen, konkurrenzgetriebenen Industrie aus. Um zu gewährleisten, dass Bestandteile meiner Freunde unter guten Bedingungen weiterverwendet werden, läuft dort aktuell ein Recyclingprogram der GIZ.  Mehr darüber lesen könnt ihr beim Göttinger Tagblatt oder beim Deutschlandfunk nachlesen.

Bauschutt: Bob der Betonklotz

Ich bin Bob. Ich gehöre zur allgemein bekannten Sippe der Betonklötze. Aber reden ist nicht so meine Stärke. Ich rate euch diesen Artikel zu lesen, um zu erfahren, wie es mir und meinen Freunden ergeht. Nur so viel vorweg: Wir, die Bauschutt-Gruppe, machen allein schon 60% des Gesamtabfalls aus!!

Wir danken unseren Korrespondent*innen für ihre Einblicke in ihre persönlichen Lebensumstände und hoffen, dass sie euch zum Nachdenken angeregt haben und ihr etwas von ihnen lernen konntet.

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6. Juli 2020

ONE - 6. Juli 2020 - 13:16

1. Corona: Suche nach Impfstoff geht weiter
Thorsten Fuchs thematisiert im Redaktionsnetzwerk Deutschland die gegenwärtige Lage der Corona-Impfstoffentwicklung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe derzeit 129 Projekte von Coronamitteln und -impfstoffen registriert. 18 davon werden bereits am Menschen erprobt. So eine schnelle Entwicklung habe es noch nie gegeben, erklärt Infektiologin Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Vergangene Woche habe das Mainzer Unternehmen Biontech gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer die Ergebnisse der ersten klinischen Testphase veröffentlicht. Durch eine zweifache Impfdosis konnten alle 24 Proband*innen Antikörper in sehr hoher Konzentration bilden. Neben großer Hoffnung hänge an der Impfstoffentwicklung auch sehr viel Geld. Die Aktien der Pharmakonzerne steigen, Regierungen kaufen sich Rechte an Millionen von Impfdosen von Impfstoffen, deren Wirksamkeit noch nicht bewiesen sei. Oliver Keppler, Virologe an der LMU München warnt, die Hoffnung auf einen „Superimpfstoff“ sei illusorisch. Bisher sei ohnehin noch unklar, wie lange Antikörper bestehen bleiben und wie stark die Konzentration sein muss, um wirklich immun zu sein. Unklar sei auch, ob ein Impfstoff für alle wirke oder je nach Alter und Gesundheitszustand verschiedene Präparate nötig sind. Indes steigt die Zahl der Corona-Infizierten in Südafrika immer stärker an, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland meldet. Zuletzt seien mehr als 10.000 neue bestätigte Fälle an einem Tag gemeldet worden. Damit sei die Gesamtzahl auf fast 188.000 Fälle gestiegen, mehr als in allen anderen afrikanischen Staaten. Dabei sei Südafrika das Land mit dem bestausgestatteten Gesundheitssystem auf dem Kontinent.

2. Schulausfall durch Corona
Julia Gillard, ehemalige australische Ministerpräsidentin und Vorstandsvorsitzende der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) schreibt in einem Gastbeitrag im Redaktionsnetzwerk Deutschland über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bildung in ärmeren Staaten. Durch die Schulschließungen drohe eine „verlorene Generation“. 1,2 Milliarden Kinder und Jugendliche können derzeit nicht oder nur reingeschränkt zur Schule gehen. Eine längerfristig ausbleibende Schulbildung wirke sich negativ auf die Gesundheit von Millionen von Kindern aus. Sie werden auch zukünftig schlechtere Lernergebnisse erzielen und weniger verdienen. Viele Kinder werden gar nicht mehr die Möglichkeit bekommen, zurück in die Schule zu gehen. Mädchen seien besonders getroffen. Gewalt, frühe Schwangerschaft und Verheiratungen steigen. Zudem berge der Schulbesuch für viele Kinder eine warme Mahlzeit am Tag, einen sicheren Ort mit Kinderschutzangeboten und Gesundheitsprogramme wie Sehtests und Hygieneaufklärung. Gillard warnt daher, dass Entwicklungsunterstützungen nicht nur an Gesundheitsinvestitionen geknüpft sein dürfen, sondern auch gezielt in Bildung investiert werden müssen. Die GPE habe daher bereits eine halbe Milliarde US-Dollar bereitgestellt, um besonders benachteiligte Kinder zu unterstützen. Von Deutschland fordert sie im Zuge der EU-Ratspräsidentschaft eine ambitionierte EU-Afrika-Strategie, die Bildung in den Fokus rückt.

3. Unruhen in Äthiopien halten an
Wie unter anderem die Tagesschau, die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online und der Deutschlandfunk berichten, halten die Unruhen in Äthiopien an. Nach Ermordung des Popsängers Hachalu Hundessa seien vergangene Woche landesweite Proteste ausgebrochen. Bisher seien mehr als 1000 Personen festgenommen worden, 166 Menschen seien im Zuge der Unruhen ums Leben gekommen. Premierminister Abiy Ahmed spricht von einer gezielten Destabilisierung seines Landes. Die Auseinandersetzungen beruhen auf Konflikten zwischen verschiedenen Volksgruppen. Die Polizei und Sicherheitskräfte gehen mitunter gewaltsam vor und verhaften Demonstrierende.

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Neuer Ansatz in der Friedensarbeit

E+Z - 6. Juli 2020 - 12:40
Die Neuausrichtung der Friedens- und Konfliktarbeit der UN

Teresa Whitfield, Abteilungsleiterin für den Bereich Mediation im UN Department of Political and Peacebuilding Affairs, erklärt, dass das neue Konzept einen kompletten Wandel innerhalb der UN-Organisation erfordert: „Es soll keine harten Schnitte mehr geben zwischen präventiver Diplomatie und linearen Friedensbildungsmaßnahmen hin zu einem konstanten Frieden.“ Die UN durchdenken Friedensprozesse an sich nun mehr mit Hilfe eines integralen Ansatzes.

Dieser besage, dass es keinen Frieden ohne Entwicklung und ohne Achtung der Menschenrechte geben könne, so Whitfield. Die Friedensarbeit müsse neue Themen wie Klimasicherheit und Ursachenbekämpfung ebenso mit in Betracht ziehen wie die Mediation von Konflikten. Außerdem müssten Aspekte wie Entwicklung und Armutsbekämpfung integriert werden. „Die praktische Umsetzung ist allerdings sehr herausfordernd, gerade in einer Organisation, die sehr von einem Silodenken geprägt ist“, erklärt Whitfield.

Die UN haben nach ihrer Ansicht aber auch bereits große Fortschritte gemacht, wie sie auf einer Online-Konferenz der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef) mit dem Titel „Crisis Prevention: From Ambition to Action. New Pathways for the UN“ im Juni sagte. Die Organisation habe ihre Mediationsarbeit signifikant verbessert, analysiere Konflikte schlauer und involviere nun auch die Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen und nicht nur mehr Regierungen in die Krisen- und Friedensarbeit. Die UN-Spitze verpflichte sich zudem positiverweise stark zu Inklusion und den Sustainable Development Goals (SDGs) mit dem Motto: „Niemanden zurücklassen“.

Whitfield machte aber bei der Konferenz auch deutlich, dass die aktuellen Konflikte sehr viel komplexer und schwerer zu lösen seien als früher. Folgende Schwierigkeiten machten die Konfliktbearbeitung heutzutage so kompliziert:

  • Viele interne Konflikte haben eine internationale Natur, was die Lösung mit traditionellen Methoden nicht mehr möglich macht.
  • Die beteiligten bewaffneten Gruppen sind stark fragmentiert. Es gibt nicht mehr zwei widerstreitende Parteien wie die Regierung und die Opposition, sondern einen Reigen an involvierten Parteien mit verschiedenen Zielen und Finanzgebern.

Beispiele dafür seien die Bürgerkriege in Libyen, im Jemen und in Syrien. Erschwerend kämen die Probleme im UN-Sicherheitsrat hinzu. Da jedes der fünf ständigen Mitglieder ein Vetorecht besitzt, können sie wichtige Entscheidungen blockieren. Die anderen, nichtständigen Mitglieder haben dieses Recht nicht und können praktisch nichts dagegen tun.

Adriana Erthal Abdenur vom Instituto Igarapé, einem unabhängigen Thinktank für Sicherheitspolitik und Entwicklung in Rio de Janeiro, lobte den neuen UN-Ansatz auf der sef-Konferenz. Ihrer Meinung nach sollten die UN aber die Süd-Süd-Kooperation noch mehr fördern. Süd-Süd-Kooperation sei bislang extrem eng als technische Hilfe verstanden worden, dabei würden neue Akteure wie China, Indien, Indonesien, die Türkei oder auch kleine Staaten wie Timor-Leste gerade innovative Wege in der Konfliktprävention einschlagen. Da seien enormes Wissen und viele Ressourcen vorhanden, die im UN-Prozess nicht adäquat aufgegriffen würden, sagt Abdenur.

Die Wissenschaftlerin weist auf weitere wichtige Innovationen in den UN wie den Climate Security Mechanism hin, eine Kooperation der drei UN-Organisationen Department of Political and Peacebuilding Affairs, Entwicklungsprogramm und Umweltprogramm. Dieser soll laut Abdenur die Reaktion auf klimabedingte Sicherheitsrisiken verbessern. Dieses Thema muss ihrer Ansicht nach „breit in die Organisation“ eingestreut werden. Das heißt, dass alle Maßnahmen und Programme klimabedingte Sicherheitsrisiken berücksichtigen müssen.

In Bezug auf inklusive Prozesse habe sich in den UN viel getan. Viele Maßnahmen wie Mediation wurden von der Regierungsebene hin zu verschiedenen Akteuren verlagert. Ein Beispiel sei Kolumbien, wo nach langen Verhandlungen und viel Druck der Zivilgesellschaft 2016 endlich ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und der größten Rebellengruppe FARC erreicht wurde.

Abdenur betonte einen Punkt bei der Online-Konferenz besonders: „Die UN-Mitgliedsstaaten und andere relevante Akteure müssen davon überzeugt werden, dass Konfliktprävention nicht nur billiger, sondern auch viel effektiver ist und mehr Menschenleben rettet als ein reaktiver Ansatz.“ Dafür gebe es viele Belege, etwa zu finden in der Studie „Pathways for peace“ von UN und Weltbank.

In einem von ihr verfassten Papier nennt Abdenur noch eine wichtige Veränderung, damit Konfliktprävention mehr als nur ein Schlagwort sei. Die Methoden zur Risikobewertung müssten spezifisch verbessert werden, so die Wissenschaftlerin. Dazu müssten neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) zu Hilfe genommen werden. Die UN arbeiten an innovativen Techniken, um mit großen Datenmengen (Big Data) und mit Hilfe von KI die Krisenlage in Ländern zu bewerten. Die Experten erhoffen sich, mit diesen neuen Methoden Krisen und Konflikte schneller und präziser vorhersagen und diese idealerweise im Vorfeld verhindern zu können.

Links

Whitfield, T., 2019: Mediating in a complex world.
https://www.hdcentre.org/wp-content/uploads/2020/05/Mediating-in-a-complex-world.pdf

Abdenur, A., 2019: Making conflict prevention a concrete reality at the UN.
https://www.sef-bonn.org/en/publications/global-trends-analysis/022019.html

UN and World Bank, 2018: Pathways for peace: Inclusive approaches to preventing violent conflict.
https://openknowledge.worldbank.org/handle/10986/28337

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Ein Kampf um die Seele des Islams

E+Z - 6. Juli 2020 - 12:16
: Ein Spielfilm zeigt die Gefahr des islamistischen Fundamentalismus für den Senegal

Die Fundamentalisten kamen lautlos: Sie brachten Bargeld und Geschenke, gewannen langsam die Gunst der Bürger und verschafften sich Autorität. Dann übernahmen sie die Kontrolle. Sie unterwarfen ahnungslose Menschen, die jahrhundertelang eine sanfte Form des Islams praktiziert hatten, einer islamistischen Gewaltherrschaft.

Das ist die Haupthandlung eines fesselnden neuen Films des jungen senegalesischen Filmemachers Mamadou Dia. Der Regisseur präsentierte seinen Film „Baamum Nafi“ („Nafis Vater“) im Februar im Filmmuseum in Frankfurt und diskutierte mit dem Publikum.

Auf einer Ebene ist der Film ein Familiendrama um zwei ungleiche Brüder. Der eine ist als „der Tierno“ bekannt und führt als langjähriger Imam der Stadt die Gläubigen mit sanfter Hand. Während er sein ganzes Leben in der Stadt verbracht hat, konnte sein älterer Bruder Ousmane mit der Unterstützung des Vaters ins Ausland reisen. Dort wurde Ousmane zum Anhänger eines radikalen Fundamentalisten, der nur „der Scheich“ genannt wird. Im Auftrag des Scheichs kehrt er mit Geld und Geschenken in seine Heimatstadt zurück. Unterstützt von einer Schlägerbande erkauft er sich in der Gemeinde seines Bruders den Einfluss des brutalen Dschihadisten.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Tochter des Tierno, Nafi, und Ousmanes Sohn Tokara heiraten wollen. Die beiden Teenager sind trotz ihrer Herkunft aus traditionalistischen Familien sehr modern: Die hübsche und intelligente Nafi möchte in Dakar Medizin studieren und Ärztin werden, der sanfte und talentierte Tokara möchte professioneller Tänzer werden.

Die beiden Väter merken nichts vom frischen Wind, der in ihren Familien weht, so sehr sind sie mit sich selbst beschäftigt: mit Tiernos Verbitterung, weil er nicht die gleichen Chancen erhielt wie Ousmane, mit ihren Meinungsverschiedenheiten dar­über, wie die Hochzeit ihrer Kinder gefeiert werden soll, und mit ihrem Kampf um die Kontrolle der Stadt und über die „korrekte“ Ausübung des Islams.

Der Tierno ist eindeutig der sympathischere der beiden Brüder. Aber die Stadtbewohner, geblendet von Geldgeschenken und von Auseinandersetzungen über den „wahren Islam“, die die Autorität des Tiernos untergraben sollen, bewegen sich allmählich in Ousmanes Lager.

Dann zeigt sich die dunkle Seite des islamistischen Fundamentalismus. Von den Frauen wird verlangt, sich von Kopf bis Fuß mit dem Tschador zu verhüllen. Es gibt Zwangsverheiratungen in einer Massenzeremonie. Mädchen, die seilspringen, laufen vor religiösen Aufsehern weg, denn alles, was Spaß macht, verstößt gegen die neuen Regeln. Unverheiratete Paare, die in der Öffentlichkeit Händchen halten, gelten als Problem.

Und es kommt noch schlimmer: Ein kleiner Dieb wird hart bestraft. Man sieht ein Schwert herabfallen und kann sich die abgetrennte Hand bildlich vorstellen. Eine tolerante Stadt verwandelt sich in einen Ort der Angst – kontrolliert von korrupten, machtbesessenen Herrschern, die die Religion zur Durchsetzung einer Schreckensherrschaft missbrauchen.

Die Stadtbewohner stehen der neuen Interpretation des Islams ambivalent gegenüber. Sie wurden davon überrumpelt. Die beiden Brüder, die im Film für diese Ambivalenz stehen, debattieren darüber, was Islam eigentlich bedeutet. Ist er eine Religion der Toleranz und Nächstenliebe, wie es der Tierno versteht? Oder ist er ein strenges Regelsystem, das auf einer strikten Auslegung und strafenden Anwendung der Gebote des Koran beruht?

Der Film ist letztlich eine Tragödie. Um heiraten zu können, umgehen Nafi und Tokara mit einem Trick die islamistischen Regeln. Dieser Schachzug endet schlimm. Aber gegen Ende geht Nafi an die Universität, und viele Stadtbewohner beginnen, sich gegen die Schreckensherrschaft zu wenden.

Mamadou Dia drehte den Film in seiner Heimatstadt Matam im Nordosten des Senegals, direkt an der Grenze zu Mauretanien. Nur die beiden Brüder werden von professionellen Schauspielern verkörpert, die anderen Darsteller sind Einwohner von Matam.

Durch die Mitwirkung vieler Laien hat der Film einen dokumentarischen Charakter. Er zeigt den Alltag in einer Kleinstadt, während fiktionale Elemente eingeflochten werden, um zu zeigen, wie der gewalttätige Islamismus eine friedliche Stadt infiltrieren kann. Auf diese Weise konnte Dia – der zuvor als Journalist in ganz Afrika arbeitete – seinen ersten Spielfilm mit einem kleinen Budget produzieren.

In Frankfurt erläuterte Dia seine Beweggründe, diesen Film zu machen: „2014 ging ich nach New York, um Film zu studieren. Jedes Mal, wenn ich erzählte, ich sei Muslim, hatten die Leute eine bestimmte Vorstellung davon, was das ist, und ich musste erklären: ‚Nein, der Senegal ist anders, so leben wir den Islam nicht‘.“ Im säkularen Senegal ist gewalttätiger Fundamentalismus verboten. Der Islam wird in der Praxis häufig mit vorislamischen Traditionen vermischt.

Dia betonte, dass der Fundamentalismus eine Interpretation des Islams ist, die nicht unbedingt mit Gewalt einhergeht. „Es gibt eine Milliarde Muslime auf der Welt. Es gibt viele Arten von Muslimen. Im Senegal nennen wir Muslime, die Schweinefleisch essen und Alkohol trinken ‚linke Muslime‘, und es gibt noch viele andere Typen. Das eine Prozent der Muslime, die herumlaufen und Menschen töten, die sogenannten Dschihadisten, töten mehr Muslime als jede andere Religion.“

Mit Blick auf andere westafrikanische Länder sagte Dia: „Der Senegal ist nicht sicherer oder gefestigter als Mali oder Burkina Faso. Wir alle wollen an friedlichen Orten leben. Ich wollte den Menschen im Senegal sagen, dass sie nicht erst darüber sprechen sollen, wenn der Extremismus zuschlägt. Deshalb habe ich den Film gemacht: Ich wollte die Debatte in Gang bringen.“

Film
Baamum Nafi (Vater von Nafi), 2019, Senegal, Regisseur: Mamadou Dia

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COVID-19: super-accelerator or game-changer for international (development) co-operation?

DIE - 6. Juli 2020 - 11:34

The outbreak of COVID-19 as a global health emergency and the resulting socio-economic crisis is testing global structures of co-operation. The challenges are giving rise to new forms and expressions of transnational solidarity.

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Corona und die SDGs: Folgen der COVID-19 Pandemie für die Verwirklichung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Stand Juli 2020)

Global Policy Forum - 6. Juli 2020 - 10:49

Die COVID-19-Pandemie und die politischen Maßnahmen, mit denen die Regierungen auf sie reagierten, haben gravierende Folgen für die globale Nachhaltigkeitsagenda. Auch wenn sich das ganze Ausmaß der Krise und ihrer Auswirkungen derzeit noch nicht abschätzen lässt, droht schon jetzt die Gefahr, dass die Pandemie die Verwirklichung der international vereinbarten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in ihrer Gesamtheit gefährdet. Das neue Briefing des Global Policy Forums skizziert für jedes der 17 SDGs anhand einiger punktueller Beispiele, welches Ausmaß die globale Coronakrise in verschiedenen Sektoren haben kann. Es macht deutlich, dass die Agenda 2030 und ihre Nachhaltigkeitsziele scheitern werden, wenn sie in den politischen Antworten auf die Coronakrise nicht systematisch berücksichtigt werden.

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Elterntipps: Impfungen für Babys und Kleinkinder

Unicef - 6. Juli 2020 - 10:20
Welche Impfungen braucht Ihr Baby oder Kleinkind, damit es optimal geschützt ist? Warum sollten Sie Ihr Kind überhaupt impfen lassen? Und kann eine Impfung mein Baby krank machen? Wir haben Antworten auf die von Eltern am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Impfungen für Babys und Kleinkinder. 
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„Governance hat zentrale Bedeutung“

E+Z - 6. Juli 2020 - 9:41
UNDP-Chef Achim Steiner erklärt, wie „menschliche“ und „nachhaltige“ Entwicklung konzeptionell zusammenpassen

Als das UNDP 1990 den Human Development Index (HDI) einführte, war die Leitidee, allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Erinnere ich mich richtig?
Ja, aber das war nicht alles. Der HDI begründete ein breiter angelegtes Konzept zur Förderung menschlichen Wohlergehens, den sogenannten Human Development Approach. Es ging  darum, den Wohlstand im menschlichen Leben weiter zu fassen als nur ökonomisch. Der Index war eine Antwort auf das damals vorherrschende Paradigma, bei dem einflussreiche  Institutionen Entwicklung mit Wirtschaftswachstum und steigenden Pro-Kopf-Einkommen gleichsetzten. Das war die Ära der Strukturanpassungen und des Washington Consensus, die komplett auf Marktdynamiken abzielten. Darüber hinaus fand menschliches Wohlbefinden wenig Beachtung. Zwei prominente Ökonomen, Amartya Sen und Mahbub ul Haq, entwarfen dann im Auftrag des UNDP den HDI und erfassten dabei bislang vernachlässigte Aspekte – vor allem Bildung und Gesundheit. Beide sind sehr wichtig, also kommt es darauf an, die Fortschritte zu messen, die ein Land in diesen Bereichen macht. Das hilft, Lücken zu erkennen – und zu schließen, damit mehr Menschen ihr Potenzial voll ausschöpfen können.

Hat der HDI das Entwicklungsparadigma verändert?
Ja, der HDI hat sich in vielfacher Hinsicht durchgesetzt. Zum Beispiel hat die Weltbank 2018 einen eigenen Index für Humankapital eingeführt, um Fortschritte in einigen dieser Bereiche zu messen. Die Debatte geht ständig weiter, und wir arbeiten an weiteren Verbesserungen des Konzepts. Wir konzentrieren uns jetzt zunehmend auf Ungleichheit. Der letztjährigen Bericht über die menschliche Entwicklung zeigte, dass relativ gleiche Gesellschaften oft besser abschneiden als sehr ungleiche Gesellschaften – und das gilt sogar bei niedrigeren Pro-Kopf-Einkommen. Der diesjährige Bericht wird erstmals den Zusammenhang von Ungleichheit und Umweltschäden behandeln. Wenn wir verhindern wollen, dass Umweltverschmutzung und die Zerstörung von Ökosystemen armen Menschen deutlich mehr schaden als reichen Menschen, müssen wir erst einmal verstehen, warum das so ist.

Sind menschliche Entwicklung und nachhaltige Entwicklung letztlich dasselbe?
Die Konzepte überschneiden sich, aber der Hintergrund ist unterschiedlich. Menschliche Entwicklung fokussiert mehr auf menschliche Bedürfnisse und wendet sich gegen das rein ökonomische Verständnis von Entwicklung. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung hatte eine andere Grundlage, als die UN es nach jahrelanger Debatte beim Erdgipfel in Rio 1992 beschlossen. Es geht darum, dass künftige Generationen dieselben Chancen haben müssen wie wir heute. Daraus ergibt sich unter anderem der Grundsatz, dass Wirtschaftstätigkeit heute die natürliche Umwelt nicht schädigen oder zerstören darf. Tatsächlich beeinträchtigen aber die globale Erwärmung sowie der Verlust von Ökosystemen und der biologischen Vielfalt die Chancen künftiger Generationen erheblich. Der Erdgipfel betonte, dass reiche Weltregionen nicht auf Kosten der benachteiligten prosperieren dürfen. Jeder Mensch verdient gleiche Chancen. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit bleiben auf Dauer wichtig: soziale Inklusion, stabile Umwelt und eine langfristig funktionierende Wirtschaft.

Das Motto der Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) ist, „Niemanden zurücklassen“. Lässt sich dieses Prinzip sinnvollerweise bis zum Erdgipfel zurückverfolgen?
Ja, und sogar noch weiter zurück auf frühere internationale Debatten. Die UN waren, was diese Dinge angeht, der Vordenker. Wichtig waren die Brundtland-Kommission in den späten 1980ern und davor die Brandt-Kommission in den frühen 1980ern.  

Inwieweit ist bessere Amtsführung – auf nationaler wie globaler Ebene – für die Erreichung der SDGs wichtig.
Governance hat zentrale Bedeutung, denn sie bestimmt, wie wir miteinander umgehen. Es geht um Fairness, Rechtsstaatlichkeit, Werte et cetera. Die Rechte des Individuums hängen davon, aber auch die Rechte von Minderheiten und anderen bedrohten Gruppen. Aber nicht zuletzt wegen weltanschaulicher Differenzen lässt sich die Qualität von Governance nur schwer messen. Da jedoch die SDGs einen multilateralen Konsens widerspiegeln, lässt sich mit ihnen als Messlatte tatsächlich in gewissem Grad prüfen, wie effektiv die Regierungssysteme verschiedener Länder sind. Dabei kommt es neben staatlichen auch noch auf andere Akteure an, die auf Governance Einfluss haben. Dazu gehören der Privatsektor, die Zivilgesellschaft, die Wissenschaft und so weiter. Governance ist mehr als bloßes Regierungshandeln, und das zeigt sich besonders auf der globalen Ebene. Wir haben zwar keine „Weltregierung“, aber wir haben Ordnungssysteme, die viele wichtige Dinge regeln - von Telekommunikation und Post über Handel bis hin zu Sicherheit auf See. Die COVID-19-Pandemie zeigt nun erneut, wie wichtig Global Governance ist. Wenn wir nicht zusammenarbeiten, um das Virus überall einzudämmen, besteht die Gefahr, dass es irgendwo wieder auftaucht und sich von dort aus schnell wieder ausbreitet. Ähnlich wird ein Konjunkturabschwung in einem Teil der Welt die Wirtschaft in anderen Regionen beeinträchtigen – das ist wie ein Dominoeffekt. Wenn sich die Weltwirtschaft erholen soll, brauchen wir Konjunkturprogramme für alle Länder – nicht nur für die wohlhabenden.

Ist das Global-Governance-System dieser Aufgabe gewachsen?
Lassen sich mich zunächst betonen, dass es bemerkenswert stark ist und dass seine Institutionen weitgehend im Kalten Krieg, einer Ära immenser Spannungen, entstanden sind. Sie haben sich weiterentwickelt und bewähren sich bei vielen wichtigen Aufgaben. Anderseits hat das multilaterale System auch recht enge Grenzen. Bemerkenswerterweise entspricht der Haushalt des UN-Generalsekretärs gerade mal dem der New Yorker Feuerwehr. Das multilaterale System ist offensichtlich unterfinanziert. Der UN-Sicherheitsrat hätte längst reformiert werden müssen, um die gegenwärtigen weltweiten Machtverhältnisse besser widerzuspiegeln. Zudem wird das Völkerrecht nicht im gebotenen Maß beachtet. Es wäre gut, wenn alle Staaten ihre Selbstverpflichtung zu Global Governance bekräftigen würden.

Viele Regierungen betonen stattdessen ihre Souveränität und geben den Interessen ihrer Länder Vorrang. 
Es ist illusionär, zwischen Global Governance und Souveränität entscheiden zu wollen, denn globale Ordnungssysteme kommen allen Nationen zugute. Dafür muss kein Land seine Souveränität aufgeben. Im Gegenteil, Global Governance entsteht dadurch, dass souveräne Länder sich koordinieren, um weltweite Probleme gemeinsam zu lösen. Bestimmte Ziele lassen sich nun mal nur gemeinsam erreichen. Die großen Herausforderungen unserer Zeit übersteigen die Leistungsfähigkeit des einzelnen Nationalstaats. Kein Land kann die Klimakrise allein bewältigen. Der Welthandel und die globale Finanzarchitektur erfordern ebenfalls Zusammenarbeit. Das gilt auch für die rasche, grenzüberschreitende Ausbreitung von Covid-19. Wenn unsere internationalen Institutionen nicht stark, respektiert und wirkungsvoll sind, trifft uns jede Krise umso härter.   

Ich möchte nochmal zur Anfangsfrage zurück kehren. Das Paradigma, welches Entwicklung mit Wachstum gleichsetzt, scheint mir weiterhin recht stark zu sein. Es prägt sogar die SDGs, weil die entsprechenden UN Dokumente die Bedeutung von Privatunternehmen und Marktdynamiken betonen. Wiederspricht das nicht dem Konzept der menschlichen Entwicklung?
Nein, jedenfalls nicht substanziell. Dass wir uns zwischen wirtschaftlichem Wohlstand und ökologischer Nachhaltigkeit entscheiden müssten, ist nämlich auch ein Irrglaube. Darüber sind sich die Experten heute einig. Volkswirtschaften können und müssen sich weiter entwickeln, ohne die Umwelt zu zerstören. Deutschland ist dafür ein gutes Beispiel: Die Bundesrepublik hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, ohne dass die Wirtschaft stark gewachsen wäre. Bei Umweltschutz und sozialer Nachhaltigkeit waren die Ergebnisse gut. Vor dem Covid-19-Abschwung herrschte sogar Vollbeschäftigung, obwohl die Wachstumsrate, verglichen mit früheren Jahrzehnten, enttäuschend war. Je reifer eine Volkswirtschaft ist, desto weniger wichtig ist Wachstum. Leider halten aber viele Politiker weltweit weiter der alten Wachstumsidee fest. Zu viele Finanzministerien weltweit haben noch immer keine Abteilung oder wenigstens ein Expertenteam für ökologische Nachhaltigkeit. Auch hier gilt: mehr und nicht weniger Zusammenarbeit ist der beste Weg, um Fortschritte zu erzielen.

Manche Kritiker meinen, der Entwicklungsbegriff sei toxisch, weil ehemalige Kolonialmächte der restlichen Welt ihren Willen aufzwängen. Die Menschheit brauche einen grundlegenden Neustart. Was sagen Sie dazu?
Ich denke, das sind theoretische Überlegungen ohne große Relevanz dafür, wie es mit unserer Welt weitergeht. Im Verlauf der Geschichte haben verschiedene Kulturen immer miteinander interagiert. Es gab ständigen Austausch, und er ging immer mit Chancen und Risiken einher. Es ist unmöglich, zurückzugehen und bei null anzufangen. Wir brauchen Kooperation um die Herausforderungen zu meistern, vor denen unsere Spezies heute steht – allen voran der Klimawandel.

Achim Steiner leitet das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Das Interview wurde auf Englisch geführt, für die Übersetzung ist die E+Z/D+C-Redaktion verantwortlich.
www.undp.org

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