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Invitation | CSO coalitions’ role in the Decade of Action after Covid-19 Official side event

Forum Umwelt & Entwicklung - 6. Juli 2020 - 15:09
INVITATION
CSO coalitions’ role in the Decade of Action after Covid-19 Official side event 8 July 2020 from 2 – 3.30pm CEST / 8 -9.30am EDT This side event will be held online. Details for connection will be shared with all registered participants. Participation is limited and will be granted on a first come first served basis.

Please register here before July 7 at 4pm CEST/10am EDT.

 

 

 

We are at a decisive moment for the implementation of the SDG with the UN launching the Decade of Action to make sure we realise the Goals by 2030 while governments and civil society are grappling with the impacts of the COVID-19 crisis. This side event will explore the crucial role played by civil society organisations in guaranteeing a ‘whole of society’ approach in both the SDG monitoring and review process around Voluntary National Reviews (VNRs) as well as for the recovery measures after COVID-19. Civil society participation ensures that all voices are heard and that women, young people as well as particularly vulnerable groups are adequately involved to live up to the principle of leaving no one behind. This side event will provide you with an opportunity to exchange about civil society’s role in working towards policy coherence for sustainable development and bringing transformative change during the Decade of Action.

 

 

 

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PRESSEMITTEILUNG - Nachhaltigkeitsziele & Menschenrechte müssen Bestandteil aller Anti-Corona Krisen-Pakete sein

Global Policy Forum - 6. Juli 2020 - 13:59

Vereinte Nationen: Hochrangiges Forum für Nachhaltige Entwicklung (High Level Political Forum, HLPF) tagt ab morgen Dienstag, 7. Juli bis 16. Juli (virtuell)

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Was passiert eigentlich mit unserem Müll? Betroffene Gegenstände berichten aus ihrem Leben

EINEWELTblabla - 6. Juli 2020 - 13:48
Wieviel Müll fällt in Deutschland an?

Recycling ist in aller Munde. Dass es besser ist, Plastik zu vermeiden und stattdessen wiederverwendbare Behälter zu verwenden, hat mittlerweile von Kiel bis München wahrscheinlich schon so gut wie jeder mitbekommen. Und dennoch fielen deutschlandweit 5.722 Tonnen Plastikmüll im Jahr 2017 an. Dazu kommen die anderen Abfallarten, Restmüll, Papiermüll, Sondermüll und Biomüll, sodass insgesamt für die sogenannten „haushaltstypische Siedlungsabfälle“ eine Müllmenge von 46.151 Tonnen im Jahr 2017 zusammenkam.

Grafik über Anteile an Hausmüll, Quelle: Umweltbundesamt

Das ist also der Müll, den wir deutschen Haushalte produzieren. Der Anteil dieser Siedlungsabfälle an allem Abfall, der in Deutschland insgesamt anfällt, ist aber verschwindend gering. Er macht gerade mal 13% aus. Den mit Abstand größten Anteil macht Bauschutt aus (60%)  (Umweltbundesamt).

Die Reise des Mülls: Dreieinhalb Erfahrungsberichte

Doch was passiert eigentlich genau mit dem Tonneninhalt, nachdem die Müllwagen damit gefüttert wurden? Und was heißt eigentlich Recycling konkret für die einzelnen Müllsorten? Diesen Fragen gehen wir in diesem Artikel nach. Und weil sich die Wiederverwendungsquote je nach Mülltyp doch sehr unterscheidet, berichten wir über jeden einzeln. Also, nicht wir, sondern unsere Korrespondent*innen Pepe, Tina, Charlie und der kurzangebundene Bob. Schnallt euch an, wir gehen auf Müllautofahrt! 

Papier: Pepe der Pappkarton

Hallo, ich bin Pepe. Ich bin ein Pappkarton. Also bald war ich einer. Jetzt bin ich nämlich unterwegs zum Müllwerk, mit Zeitungen, anderen Pappkartons und jubelnd entsorgten Matheschulunterlagen. Wo’s hingeht fragt ihr euch? Unser erstes Ziel ist das Recyclingwerk. Hier muss ich Abschied nehmen von einigen meiner Reisebekanntschaften, denn wir werden jetzt nach Papierarten getrennt. Aus meiner dunklen Pappe kann sich nämlich logischerweise kein helles Schreibpapier herstellen lassen.

Wir Kartons werden dann als nächstes meist in speziellen Kartonrecycling-Anlagen weiterverarbeitet. Dazu werden wir in kleine Teile zerteilt (keine Sorge, wir sind das gewohnt!) und mit Wasser zu einem Brei aufgeweicht. Daraufhin werden mit Filtern Verunreinigungen entfernt, dem Brei das Wasser entzogen und schließlich das Resultat auf lange Bahnen zum Trocknen gebreitet (Recycling Vision B.V.). Fertig ist das Rohmaterial für die nächste Generation!

Bei meinen Cousins, den Papieren, läuft das Ganze ähnlich ab. Bei ihnen ist allerdings der Zwischenschritt notwendig, durch chemische Reinigung Tinte von ihnen zu entfernen (bei dem Mischen mit Wasser). Außerdem muss für blütenweißes Papier der Papierbrei zusätzlich durch Wasserstoffperoxid oder Sauerstoff gebleicht werden (Utopia).

Klingt als wären wir unsterblich? Naja, zugegebenermaßen nicht ganz. Nach sieben Durchgängen ca. ist dasselbe Papier dann doch ein bisschen dünn geworden und es müssen neue Holzfasern zugesetzt werden (Utopia). Und dann geht’s von vorne los!

15 Mio. Tonnen Papiermüll wurden 2017 in Deutschland produziert.  Mit Stolz kann ich euch sagen: Wir, die Papierfamilie, besteht zu 76% aus recyceltem Papier. Und kauft man 2,5 KG recyceltes statt neu produziertes Druckerpapier, rettet man 5,5 Kg Bäumen das Leben und spart 7,5 Kilowattstunden Energie, was der Energie für 525 Tassen Kaffee entspricht (Umweltbundesamt).

Plastik: Tina die Plastikflasche

Tina mein Name, ich bin eine Plastikflasche und berichte euch heute von meiner Reise im Müllwagen. Es ist nicht meine erste Reise, vorher war ich schonmal als Plastikflasche hierher unterwegs. Das ist also quasi schon mein zweites Leben. Ich bin recycelt und stolz drauf.

Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich als recycelter Gegenstand anders behandelt werde? Die Antwort lautet: Anders behandelt zwar nicht, aber ich gehöre zu einer Minderheit. Insgesamt fielen 2019 3,1 Mio. Tonnen Plastikmüll an. Davon werden aber nur 16-45% recycelt, je nach Definition. Da ist also noch Luft nach oben, ich kann mich ja fast schon glücklich schätzen, eine zweite Chance bekommen zu haben!

Ihr fragt euch jetzt sicher: Wie haben die das gemacht, aus Tina 1 Tina 2 zu machen? Also, es gilt: Aus je mehr verschiedene Materialien ein Produkt besteht, desto schwieriger ist es zu recyceln. Der Plastikmüll wird ganz zu Anfang maschinell voneinander getrennt. Und dabei ist es für die Maschine besonders schwer, Produkte aus verschiedenen Kunststoffen einer Kategorie einzuordnen. Diese wandern häufig direkt in die Verbrennungsanlage. Hier eine Liste, was aus welchem Plastik recycelt wird:

  • PET (z.B. Plastikflaschen) -> Plastik-Granulat -> Stoffprodukte, aber auch teilweise neue Flaschen
  • Getränkekartons -> recyceltes Papier und Aluminium
  • PP (Polypropylen, z.B. Joghurtbecher) -> Granulat -> Folien
  • PE -> Plastik-Granulat -> Folien, Plastiktaschen

 

Doch traurig, aber wahr: Mehr als die Hälfte von uns wird nicht recycelt, sondern verbrannt, im Idealfall um Energie für andere Produktionsprozesse zu gewinnen. Dabei hätten so viele von uns doch noch gut als anderes Plastikprodukt eingesetzt werden können! Zudem wird meist nicht dasselbe Produkt aus recyceltem Plastik hergestellt, sondern „downgecycelt“. Das bedeutet, dass weniger aufwendige Produkte aus dem Granulat hergestellt werden.

Ein Großteil des restlichen nicht-recycelten und nicht-verbrannten Plastikmülls wurde bis 2019 nach China transportiert. Genauer gesagt 750.000 Tonnen. Doch das bevölkerungsreichste Land der Welt hat einen Importstopp verhängt, denn zu viel Müll verursacht dort Umweltprobleme. Zwar werden weiterhin nicht unerhebliche Mengen nach Osteuropa, Kambodscha und Vietnam exportiert (und dort größtenteils verbrannt), doch es war spätestens nach dem Importstopp klar: Die EU musste sich mehr um Recycling und Müllvermeidung kümmern.

Es tut sich also doch was in unserer Welt: Die Kunststoffstrategie der EU hat bereits bewirkt, dass Einwegplastikprodukte wie Strohhalme, Plastikteller oder -geschirr nicht mehr verkauft werden dürfen. Bis 2030 sollen sogar alle Kunststoffverpackungen recycelbar sein. In Deutschland wird diese Strategie unter anderem mit dem Verpackungsgesetz von 2019 umgesetzt. Dort werden die Quoten festgelegt, bis zu wieviel Prozent der Verpackungen aus verschiedenen Materialien dem Recycling zugeführt werden müssen. Bei uns sollten das 58,5% sein. Zudem setzt sich Deutschland im EU-Parlament für ein Pfandsystem für Flaschen ein, in der Hoffnung, Recycling so ankurbeln zu können.

Außerdem gibt es mehr und mehr Unternehmen und Organisationen, die sich dafür einsetzten, dass aus Plastikprodukten beispielsweise Schmuck, Rucksäcke, Klamotten oder Yogamatten werden. Teilweise werden dafür sogar meine Verwandten aus dem Meer geholt. Ihnen wird also quasi das Leben gerettet!

Diese Informationen habe ich aus meinen eigenen Erfahrungen und bei der Zeit, der Landbell AG für Rückhol-Systeme, Utopia, der Süddeutschen Zeitung und dem NABU recherchiert. 

Elektroschrott: Charlie der Computer

Ich bin Charlie. Charlie der Computer. Wenn mich Jemand fragt, woher ich komme, antworte ich immer: aus aller Welt. Meine Festplatte kommt zum Beispiel aus Thailand, Cobalt für meinen Akku aus dem Kongo und zusammengebaut wurde ich schließlich in China.

Soviel Aufwand, so viele schuftende Hände von euresgleichen, müssen belohnt werden. Blöderweise haben das manche von eurer Spezies noch nicht so ganz kapiert. Ich erkläre euch also mal, wie ihr dafür sorgen könnt, dass so viele meiner Bestandteile wie möglich weiterverwendet werden und die Umwelt geschützt wird. Denn manche von uns enthalten giftige Bestandteile…

Zunächst einmal: Werft uns BITTE nicht in normale Mülltonnen! Sonst kriegen unsere Bestandteile nämlich keine zweite Chance und werden direkt mit eurem Restmüll verbrannt. Wir gehören auf den Wertstoffhof.  Eine Liste von anderen Freunden, die ich dort getroffen habe und die ihr bitte zukünftig auch wieder dorthin fahren solltet, findet ihr hier.

45% von uns wurden 2017 recycelt. Und so läuft das ab:

  1. Giftige Bestandteile werden entfernt und entsorgt.
  2. Unserer wertvollen Metallbestandteile werden von darauf spezialisierten Firmen entfernt (manchmal per Hand, manchmal durch maschinelle Zerkleinerung und Sortierung) und dann weiterverwendet, zum Beispiel jeweils zur Stahl-, Aluminium oder Kupferproduktion. Diese drei Metalle werden mittlerweile mehr durch Recycling als aus Erzen gewonnen. Durch elektrochemische Prozesse werden seltene, wertvolle Metalle wie Gold oder Silber von anderen getrennt und ebenfalls wiederverwertet.
  3. Übrig gebliebener Kunststoff ist meist unrein (siehe Tinas Erklärung), weshalb er als Füllstoff für andere Plastikprodukte verwendet werden kann (stoffliche Verwertung) oder als Brennstoff, z.B. bei der Stahlproduktion (thermische Verwertung)

Diese Infos habe ich bei Stiftung Warentest nachgelesen. Hier in Deutschland liegen wir knapp über dem EU-Durchschnitt mit dem Recycling von unseresgleichen. Oft gelobt wird die Schweiz, in der Verkäufer und Konsumenten eine Abgabe zahlen, mit der unser Recycling gezahlt wird. Deshalb werden dort auch 16 kg von uns recycelt, während es in Deutschland nur 9kg pro Einwohner*in sind (NABU).

Viele von uns haben aber nicht so viel „Glück“ bequem in Deutschland wiederverwertet zu werden. Denn einiges an Elektroschrott Deutschlands wird von darauf spezialisierten Händlern ins Ausland exportiert, als „Second-Hand-Ware“, obwohl dieser Handel illegal ist (seit 2015 dürfen offiziell nur noch wirklich funktionierende Geräte exportiert werden). Im Zielland werden dann noch funktionierende meiner Freunde weiterverkauft.

Doch nicht-funktionierende werden häufig unter schlechten Umweltbedingungen in Müllverbrennungsanlagen verbrannt, besonders bekannt ist Agbogbloshie in Ghana. Auf eben diesen Anlagen sind wiederum viele Menschen unterwegs (Schätzungen zufolge bis zu 10.000 allein in Agbogbloshie), um den weggeschmissenen „Schrott“ nach wertvollen Bestandteilen abzusuchen und so ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei setzen sie sich aber giftigen Dämpfen und einer illegalen, konkurrenzgetriebenen Industrie aus. Um zu gewährleisten, dass Bestandteile meiner Freunde unter guten Bedingungen weiterverwendet werden, läuft dort aktuell ein Recyclingprogram der GIZ.  Mehr darüber lesen könnt ihr beim Göttinger Tagblatt oder beim Deutschlandfunk nachlesen.

Bauschutt: Bob der Betonklotz

Ich bin Bob. Ich gehöre zur allgemein bekannten Sippe der Betonklötze. Aber reden ist nicht so meine Stärke. Ich rate euch diesen Artikel zu lesen, um zu erfahren, wie es mir und meinen Freunden ergeht. Nur so viel vorweg: Wir, die Bauschutt-Gruppe, machen allein schon 60% des Gesamtabfalls aus!!

Wir danken unseren Korrespondent*innen für ihre Einblicke in ihre persönlichen Lebensumstände und hoffen, dass sie euch zum Nachdenken angeregt haben und ihr etwas von ihnen lernen konntet.

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6. Juli 2020

ONE - 6. Juli 2020 - 13:16

1. Corona: Suche nach Impfstoff geht weiter
Thorsten Fuchs thematisiert im Redaktionsnetzwerk Deutschland die gegenwärtige Lage der Corona-Impfstoffentwicklung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe derzeit 129 Projekte von Coronamitteln und -impfstoffen registriert. 18 davon werden bereits am Menschen erprobt. So eine schnelle Entwicklung habe es noch nie gegeben, erklärt Infektiologin Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Vergangene Woche habe das Mainzer Unternehmen Biontech gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer die Ergebnisse der ersten klinischen Testphase veröffentlicht. Durch eine zweifache Impfdosis konnten alle 24 Proband*innen Antikörper in sehr hoher Konzentration bilden. Neben großer Hoffnung hänge an der Impfstoffentwicklung auch sehr viel Geld. Die Aktien der Pharmakonzerne steigen, Regierungen kaufen sich Rechte an Millionen von Impfdosen von Impfstoffen, deren Wirksamkeit noch nicht bewiesen sei. Oliver Keppler, Virologe an der LMU München warnt, die Hoffnung auf einen „Superimpfstoff“ sei illusorisch. Bisher sei ohnehin noch unklar, wie lange Antikörper bestehen bleiben und wie stark die Konzentration sein muss, um wirklich immun zu sein. Unklar sei auch, ob ein Impfstoff für alle wirke oder je nach Alter und Gesundheitszustand verschiedene Präparate nötig sind. Indes steigt die Zahl der Corona-Infizierten in Südafrika immer stärker an, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland meldet. Zuletzt seien mehr als 10.000 neue bestätigte Fälle an einem Tag gemeldet worden. Damit sei die Gesamtzahl auf fast 188.000 Fälle gestiegen, mehr als in allen anderen afrikanischen Staaten. Dabei sei Südafrika das Land mit dem bestausgestatteten Gesundheitssystem auf dem Kontinent.

2. Schulausfall durch Corona
Julia Gillard, ehemalige australische Ministerpräsidentin und Vorstandsvorsitzende der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) schreibt in einem Gastbeitrag im Redaktionsnetzwerk Deutschland über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bildung in ärmeren Staaten. Durch die Schulschließungen drohe eine „verlorene Generation“. 1,2 Milliarden Kinder und Jugendliche können derzeit nicht oder nur reingeschränkt zur Schule gehen. Eine längerfristig ausbleibende Schulbildung wirke sich negativ auf die Gesundheit von Millionen von Kindern aus. Sie werden auch zukünftig schlechtere Lernergebnisse erzielen und weniger verdienen. Viele Kinder werden gar nicht mehr die Möglichkeit bekommen, zurück in die Schule zu gehen. Mädchen seien besonders getroffen. Gewalt, frühe Schwangerschaft und Verheiratungen steigen. Zudem berge der Schulbesuch für viele Kinder eine warme Mahlzeit am Tag, einen sicheren Ort mit Kinderschutzangeboten und Gesundheitsprogramme wie Sehtests und Hygieneaufklärung. Gillard warnt daher, dass Entwicklungsunterstützungen nicht nur an Gesundheitsinvestitionen geknüpft sein dürfen, sondern auch gezielt in Bildung investiert werden müssen. Die GPE habe daher bereits eine halbe Milliarde US-Dollar bereitgestellt, um besonders benachteiligte Kinder zu unterstützen. Von Deutschland fordert sie im Zuge der EU-Ratspräsidentschaft eine ambitionierte EU-Afrika-Strategie, die Bildung in den Fokus rückt.

3. Unruhen in Äthiopien halten an
Wie unter anderem die Tagesschau, die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online und der Deutschlandfunk berichten, halten die Unruhen in Äthiopien an. Nach Ermordung des Popsängers Hachalu Hundessa seien vergangene Woche landesweite Proteste ausgebrochen. Bisher seien mehr als 1000 Personen festgenommen worden, 166 Menschen seien im Zuge der Unruhen ums Leben gekommen. Premierminister Abiy Ahmed spricht von einer gezielten Destabilisierung seines Landes. Die Auseinandersetzungen beruhen auf Konflikten zwischen verschiedenen Volksgruppen. Die Polizei und Sicherheitskräfte gehen mitunter gewaltsam vor und verhaften Demonstrierende.

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Neuer Ansatz in der Friedensarbeit

E+Z - 6. Juli 2020 - 12:40
Die Neuausrichtung der Friedens- und Konfliktarbeit der UN

Teresa Whitfield, Abteilungsleiterin für den Bereich Mediation im UN Department of Political and Peacebuilding Affairs, erklärt, dass das neue Konzept einen kompletten Wandel innerhalb der UN-Organisation erfordert: „Es soll keine harten Schnitte mehr geben zwischen präventiver Diplomatie und linearen Friedensbildungsmaßnahmen hin zu einem konstanten Frieden.“ Die UN durchdenken Friedensprozesse an sich nun mehr mit Hilfe eines integralen Ansatzes.

Dieser besage, dass es keinen Frieden ohne Entwicklung und ohne Achtung der Menschenrechte geben könne, so Whitfield. Die Friedensarbeit müsse neue Themen wie Klimasicherheit und Ursachenbekämpfung ebenso mit in Betracht ziehen wie die Mediation von Konflikten. Außerdem müssten Aspekte wie Entwicklung und Armutsbekämpfung integriert werden. „Die praktische Umsetzung ist allerdings sehr herausfordernd, gerade in einer Organisation, die sehr von einem Silodenken geprägt ist“, erklärt Whitfield.

Die UN haben nach ihrer Ansicht aber auch bereits große Fortschritte gemacht, wie sie auf einer Online-Konferenz der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef) mit dem Titel „Crisis Prevention: From Ambition to Action. New Pathways for the UN“ im Juni sagte. Die Organisation habe ihre Mediationsarbeit signifikant verbessert, analysiere Konflikte schlauer und involviere nun auch die Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen und nicht nur mehr Regierungen in die Krisen- und Friedensarbeit. Die UN-Spitze verpflichte sich zudem positiverweise stark zu Inklusion und den Sustainable Development Goals (SDGs) mit dem Motto: „Niemanden zurücklassen“.

Whitfield machte aber bei der Konferenz auch deutlich, dass die aktuellen Konflikte sehr viel komplexer und schwerer zu lösen seien als früher. Folgende Schwierigkeiten machten die Konfliktbearbeitung heutzutage so kompliziert:

  • Viele interne Konflikte haben eine internationale Natur, was die Lösung mit traditionellen Methoden nicht mehr möglich macht.
  • Die beteiligten bewaffneten Gruppen sind stark fragmentiert. Es gibt nicht mehr zwei widerstreitende Parteien wie die Regierung und die Opposition, sondern einen Reigen an involvierten Parteien mit verschiedenen Zielen und Finanzgebern.

Beispiele dafür seien die Bürgerkriege in Libyen, im Jemen und in Syrien. Erschwerend kämen die Probleme im UN-Sicherheitsrat hinzu. Da jedes der fünf ständigen Mitglieder ein Vetorecht besitzt, können sie wichtige Entscheidungen blockieren. Die anderen, nichtständigen Mitglieder haben dieses Recht nicht und können praktisch nichts dagegen tun.

Adriana Erthal Abdenur vom Instituto Igarapé, einem unabhängigen Thinktank für Sicherheitspolitik und Entwicklung in Rio de Janeiro, lobte den neuen UN-Ansatz auf der sef-Konferenz. Ihrer Meinung nach sollten die UN aber die Süd-Süd-Kooperation noch mehr fördern. Süd-Süd-Kooperation sei bislang extrem eng als technische Hilfe verstanden worden, dabei würden neue Akteure wie China, Indien, Indonesien, die Türkei oder auch kleine Staaten wie Timor-Leste gerade innovative Wege in der Konfliktprävention einschlagen. Da seien enormes Wissen und viele Ressourcen vorhanden, die im UN-Prozess nicht adäquat aufgegriffen würden, sagt Abdenur.

Die Wissenschaftlerin weist auf weitere wichtige Innovationen in den UN wie den Climate Security Mechanism hin, eine Kooperation der drei UN-Organisationen Department of Political and Peacebuilding Affairs, Entwicklungsprogramm und Umweltprogramm. Dieser soll laut Abdenur die Reaktion auf klimabedingte Sicherheitsrisiken verbessern. Dieses Thema muss ihrer Ansicht nach „breit in die Organisation“ eingestreut werden. Das heißt, dass alle Maßnahmen und Programme klimabedingte Sicherheitsrisiken berücksichtigen müssen.

In Bezug auf inklusive Prozesse habe sich in den UN viel getan. Viele Maßnahmen wie Mediation wurden von der Regierungsebene hin zu verschiedenen Akteuren verlagert. Ein Beispiel sei Kolumbien, wo nach langen Verhandlungen und viel Druck der Zivilgesellschaft 2016 endlich ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und der größten Rebellengruppe FARC erreicht wurde.

Abdenur betonte einen Punkt bei der Online-Konferenz besonders: „Die UN-Mitgliedsstaaten und andere relevante Akteure müssen davon überzeugt werden, dass Konfliktprävention nicht nur billiger, sondern auch viel effektiver ist und mehr Menschenleben rettet als ein reaktiver Ansatz.“ Dafür gebe es viele Belege, etwa zu finden in der Studie „Pathways for peace“ von UN und Weltbank.

In einem von ihr verfassten Papier nennt Abdenur noch eine wichtige Veränderung, damit Konfliktprävention mehr als nur ein Schlagwort sei. Die Methoden zur Risikobewertung müssten spezifisch verbessert werden, so die Wissenschaftlerin. Dazu müssten neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) zu Hilfe genommen werden. Die UN arbeiten an innovativen Techniken, um mit großen Datenmengen (Big Data) und mit Hilfe von KI die Krisenlage in Ländern zu bewerten. Die Experten erhoffen sich, mit diesen neuen Methoden Krisen und Konflikte schneller und präziser vorhersagen und diese idealerweise im Vorfeld verhindern zu können.

Links

Whitfield, T., 2019: Mediating in a complex world.
https://www.hdcentre.org/wp-content/uploads/2020/05/Mediating-in-a-complex-world.pdf

Abdenur, A., 2019: Making conflict prevention a concrete reality at the UN.
https://www.sef-bonn.org/en/publications/global-trends-analysis/022019.html

UN and World Bank, 2018: Pathways for peace: Inclusive approaches to preventing violent conflict.
https://openknowledge.worldbank.org/handle/10986/28337

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Ein Kampf um die Seele des Islams

E+Z - 6. Juli 2020 - 12:16
: Ein Spielfilm zeigt die Gefahr des islamistischen Fundamentalismus für den Senegal

Die Fundamentalisten kamen lautlos: Sie brachten Bargeld und Geschenke, gewannen langsam die Gunst der Bürger und verschafften sich Autorität. Dann übernahmen sie die Kontrolle. Sie unterwarfen ahnungslose Menschen, die jahrhundertelang eine sanfte Form des Islams praktiziert hatten, einer islamistischen Gewaltherrschaft.

Das ist die Haupthandlung eines fesselnden neuen Films des jungen senegalesischen Filmemachers Mamadou Dia. Der Regisseur präsentierte seinen Film „Baamum Nafi“ („Nafis Vater“) im Februar im Filmmuseum in Frankfurt und diskutierte mit dem Publikum.

Auf einer Ebene ist der Film ein Familiendrama um zwei ungleiche Brüder. Der eine ist als „der Tierno“ bekannt und führt als langjähriger Imam der Stadt die Gläubigen mit sanfter Hand. Während er sein ganzes Leben in der Stadt verbracht hat, konnte sein älterer Bruder Ousmane mit der Unterstützung des Vaters ins Ausland reisen. Dort wurde Ousmane zum Anhänger eines radikalen Fundamentalisten, der nur „der Scheich“ genannt wird. Im Auftrag des Scheichs kehrt er mit Geld und Geschenken in seine Heimatstadt zurück. Unterstützt von einer Schlägerbande erkauft er sich in der Gemeinde seines Bruders den Einfluss des brutalen Dschihadisten.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Tochter des Tierno, Nafi, und Ousmanes Sohn Tokara heiraten wollen. Die beiden Teenager sind trotz ihrer Herkunft aus traditionalistischen Familien sehr modern: Die hübsche und intelligente Nafi möchte in Dakar Medizin studieren und Ärztin werden, der sanfte und talentierte Tokara möchte professioneller Tänzer werden.

Die beiden Väter merken nichts vom frischen Wind, der in ihren Familien weht, so sehr sind sie mit sich selbst beschäftigt: mit Tiernos Verbitterung, weil er nicht die gleichen Chancen erhielt wie Ousmane, mit ihren Meinungsverschiedenheiten dar­über, wie die Hochzeit ihrer Kinder gefeiert werden soll, und mit ihrem Kampf um die Kontrolle der Stadt und über die „korrekte“ Ausübung des Islams.

Der Tierno ist eindeutig der sympathischere der beiden Brüder. Aber die Stadtbewohner, geblendet von Geldgeschenken und von Auseinandersetzungen über den „wahren Islam“, die die Autorität des Tiernos untergraben sollen, bewegen sich allmählich in Ousmanes Lager.

Dann zeigt sich die dunkle Seite des islamistischen Fundamentalismus. Von den Frauen wird verlangt, sich von Kopf bis Fuß mit dem Tschador zu verhüllen. Es gibt Zwangsverheiratungen in einer Massenzeremonie. Mädchen, die seilspringen, laufen vor religiösen Aufsehern weg, denn alles, was Spaß macht, verstößt gegen die neuen Regeln. Unverheiratete Paare, die in der Öffentlichkeit Händchen halten, gelten als Problem.

Und es kommt noch schlimmer: Ein kleiner Dieb wird hart bestraft. Man sieht ein Schwert herabfallen und kann sich die abgetrennte Hand bildlich vorstellen. Eine tolerante Stadt verwandelt sich in einen Ort der Angst – kontrolliert von korrupten, machtbesessenen Herrschern, die die Religion zur Durchsetzung einer Schreckensherrschaft missbrauchen.

Die Stadtbewohner stehen der neuen Interpretation des Islams ambivalent gegenüber. Sie wurden davon überrumpelt. Die beiden Brüder, die im Film für diese Ambivalenz stehen, debattieren darüber, was Islam eigentlich bedeutet. Ist er eine Religion der Toleranz und Nächstenliebe, wie es der Tierno versteht? Oder ist er ein strenges Regelsystem, das auf einer strikten Auslegung und strafenden Anwendung der Gebote des Koran beruht?

Der Film ist letztlich eine Tragödie. Um heiraten zu können, umgehen Nafi und Tokara mit einem Trick die islamistischen Regeln. Dieser Schachzug endet schlimm. Aber gegen Ende geht Nafi an die Universität, und viele Stadtbewohner beginnen, sich gegen die Schreckensherrschaft zu wenden.

Mamadou Dia drehte den Film in seiner Heimatstadt Matam im Nordosten des Senegals, direkt an der Grenze zu Mauretanien. Nur die beiden Brüder werden von professionellen Schauspielern verkörpert, die anderen Darsteller sind Einwohner von Matam.

Durch die Mitwirkung vieler Laien hat der Film einen dokumentarischen Charakter. Er zeigt den Alltag in einer Kleinstadt, während fiktionale Elemente eingeflochten werden, um zu zeigen, wie der gewalttätige Islamismus eine friedliche Stadt infiltrieren kann. Auf diese Weise konnte Dia – der zuvor als Journalist in ganz Afrika arbeitete – seinen ersten Spielfilm mit einem kleinen Budget produzieren.

In Frankfurt erläuterte Dia seine Beweggründe, diesen Film zu machen: „2014 ging ich nach New York, um Film zu studieren. Jedes Mal, wenn ich erzählte, ich sei Muslim, hatten die Leute eine bestimmte Vorstellung davon, was das ist, und ich musste erklären: ‚Nein, der Senegal ist anders, so leben wir den Islam nicht‘.“ Im säkularen Senegal ist gewalttätiger Fundamentalismus verboten. Der Islam wird in der Praxis häufig mit vorislamischen Traditionen vermischt.

Dia betonte, dass der Fundamentalismus eine Interpretation des Islams ist, die nicht unbedingt mit Gewalt einhergeht. „Es gibt eine Milliarde Muslime auf der Welt. Es gibt viele Arten von Muslimen. Im Senegal nennen wir Muslime, die Schweinefleisch essen und Alkohol trinken ‚linke Muslime‘, und es gibt noch viele andere Typen. Das eine Prozent der Muslime, die herumlaufen und Menschen töten, die sogenannten Dschihadisten, töten mehr Muslime als jede andere Religion.“

Mit Blick auf andere westafrikanische Länder sagte Dia: „Der Senegal ist nicht sicherer oder gefestigter als Mali oder Burkina Faso. Wir alle wollen an friedlichen Orten leben. Ich wollte den Menschen im Senegal sagen, dass sie nicht erst darüber sprechen sollen, wenn der Extremismus zuschlägt. Deshalb habe ich den Film gemacht: Ich wollte die Debatte in Gang bringen.“

Film
Baamum Nafi (Vater von Nafi), 2019, Senegal, Regisseur: Mamadou Dia

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COVID-19: super-accelerator or game-changer for international (development) co-operation?

DIE - 6. Juli 2020 - 11:34

The outbreak of COVID-19 as a global health emergency and the resulting socio-economic crisis is testing global structures of co-operation. The challenges are giving rise to new forms and expressions of transnational solidarity.

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Corona und die SDGs: Folgen der COVID-19 Pandemie für die Verwirklichung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Stand Juli 2020)

Global Policy Forum - 6. Juli 2020 - 10:49

Die COVID-19-Pandemie und die politischen Maßnahmen, mit denen die Regierungen auf sie reagierten, haben gravierende Folgen für die globale Nachhaltigkeitsagenda. Auch wenn sich das ganze Ausmaß der Krise und ihrer Auswirkungen derzeit noch nicht abschätzen lässt, droht schon jetzt die Gefahr, dass die Pandemie die Verwirklichung der international vereinbarten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in ihrer Gesamtheit gefährdet. Das neue Briefing des Global Policy Forums skizziert für jedes der 17 SDGs anhand einiger punktueller Beispiele, welches Ausmaß die globale Coronakrise in verschiedenen Sektoren haben kann. Es macht deutlich, dass die Agenda 2030 und ihre Nachhaltigkeitsziele scheitern werden, wenn sie in den politischen Antworten auf die Coronakrise nicht systematisch berücksichtigt werden.

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Elterntipps: Impfungen für Babys und Kleinkinder

Unicef - 6. Juli 2020 - 10:20
Welche Impfungen braucht Ihr Baby oder Kleinkind, damit es optimal geschützt ist? Warum sollten Sie Ihr Kind überhaupt impfen lassen? Und kann eine Impfung mein Baby krank machen? Wir haben Antworten auf die von Eltern am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Impfungen für Babys und Kleinkinder. 
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„Governance hat zentrale Bedeutung“

E+Z - 6. Juli 2020 - 9:41
UNDP-Chef Achim Steiner erklärt, wie „menschliche“ und „nachhaltige“ Entwicklung konzeptionell zusammenpassen

Als das UNDP 1990 den Human Development Index (HDI) einführte, war die Leitidee, allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Erinnere ich mich richtig?
Ja, aber das war nicht alles. Der HDI begründete ein breiter angelegtes Konzept zur Förderung menschlichen Wohlergehens, den sogenannten Human Development Approach. Es ging  darum, den Wohlstand im menschlichen Leben weiter zu fassen als nur ökonomisch. Der Index war eine Antwort auf das damals vorherrschende Paradigma, bei dem einflussreiche  Institutionen Entwicklung mit Wirtschaftswachstum und steigenden Pro-Kopf-Einkommen gleichsetzten. Das war die Ära der Strukturanpassungen und des Washington Consensus, die komplett auf Marktdynamiken abzielten. Darüber hinaus fand menschliches Wohlbefinden wenig Beachtung. Zwei prominente Ökonomen, Amartya Sen und Mahbub ul Haq, entwarfen dann im Auftrag des UNDP den HDI und erfassten dabei bislang vernachlässigte Aspekte – vor allem Bildung und Gesundheit. Beide sind sehr wichtig, also kommt es darauf an, die Fortschritte zu messen, die ein Land in diesen Bereichen macht. Das hilft, Lücken zu erkennen – und zu schließen, damit mehr Menschen ihr Potenzial voll ausschöpfen können.

Hat der HDI das Entwicklungsparadigma verändert?
Ja, der HDI hat sich in vielfacher Hinsicht durchgesetzt. Zum Beispiel hat die Weltbank 2018 einen eigenen Index für Humankapital eingeführt, um Fortschritte in einigen dieser Bereiche zu messen. Die Debatte geht ständig weiter, und wir arbeiten an weiteren Verbesserungen des Konzepts. Wir konzentrieren uns jetzt zunehmend auf Ungleichheit. Der letztjährigen Bericht über die menschliche Entwicklung zeigte, dass relativ gleiche Gesellschaften oft besser abschneiden als sehr ungleiche Gesellschaften – und das gilt sogar bei niedrigeren Pro-Kopf-Einkommen. Der diesjährige Bericht wird erstmals den Zusammenhang von Ungleichheit und Umweltschäden behandeln. Wenn wir verhindern wollen, dass Umweltverschmutzung und die Zerstörung von Ökosystemen armen Menschen deutlich mehr schaden als reichen Menschen, müssen wir erst einmal verstehen, warum das so ist.

Sind menschliche Entwicklung und nachhaltige Entwicklung letztlich dasselbe?
Die Konzepte überschneiden sich, aber der Hintergrund ist unterschiedlich. Menschliche Entwicklung fokussiert mehr auf menschliche Bedürfnisse und wendet sich gegen das rein ökonomische Verständnis von Entwicklung. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung hatte eine andere Grundlage, als die UN es nach jahrelanger Debatte beim Erdgipfel in Rio 1992 beschlossen. Es geht darum, dass künftige Generationen dieselben Chancen haben müssen wie wir heute. Daraus ergibt sich unter anderem der Grundsatz, dass Wirtschaftstätigkeit heute die natürliche Umwelt nicht schädigen oder zerstören darf. Tatsächlich beeinträchtigen aber die globale Erwärmung sowie der Verlust von Ökosystemen und der biologischen Vielfalt die Chancen künftiger Generationen erheblich. Der Erdgipfel betonte, dass reiche Weltregionen nicht auf Kosten der benachteiligten prosperieren dürfen. Jeder Mensch verdient gleiche Chancen. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit bleiben auf Dauer wichtig: soziale Inklusion, stabile Umwelt und eine langfristig funktionierende Wirtschaft.

Das Motto der Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) ist, „Niemanden zurücklassen“. Lässt sich dieses Prinzip sinnvollerweise bis zum Erdgipfel zurückverfolgen?
Ja, und sogar noch weiter zurück auf frühere internationale Debatten. Die UN waren, was diese Dinge angeht, der Vordenker. Wichtig waren die Brundtland-Kommission in den späten 1980ern und davor die Brandt-Kommission in den frühen 1980ern.  

Inwieweit ist bessere Amtsführung – auf nationaler wie globaler Ebene – für die Erreichung der SDGs wichtig.
Governance hat zentrale Bedeutung, denn sie bestimmt, wie wir miteinander umgehen. Es geht um Fairness, Rechtsstaatlichkeit, Werte et cetera. Die Rechte des Individuums hängen davon, aber auch die Rechte von Minderheiten und anderen bedrohten Gruppen. Aber nicht zuletzt wegen weltanschaulicher Differenzen lässt sich die Qualität von Governance nur schwer messen. Da jedoch die SDGs einen multilateralen Konsens widerspiegeln, lässt sich mit ihnen als Messlatte tatsächlich in gewissem Grad prüfen, wie effektiv die Regierungssysteme verschiedener Länder sind. Dabei kommt es neben staatlichen auch noch auf andere Akteure an, die auf Governance Einfluss haben. Dazu gehören der Privatsektor, die Zivilgesellschaft, die Wissenschaft und so weiter. Governance ist mehr als bloßes Regierungshandeln, und das zeigt sich besonders auf der globalen Ebene. Wir haben zwar keine „Weltregierung“, aber wir haben Ordnungssysteme, die viele wichtige Dinge regeln - von Telekommunikation und Post über Handel bis hin zu Sicherheit auf See. Die COVID-19-Pandemie zeigt nun erneut, wie wichtig Global Governance ist. Wenn wir nicht zusammenarbeiten, um das Virus überall einzudämmen, besteht die Gefahr, dass es irgendwo wieder auftaucht und sich von dort aus schnell wieder ausbreitet. Ähnlich wird ein Konjunkturabschwung in einem Teil der Welt die Wirtschaft in anderen Regionen beeinträchtigen – das ist wie ein Dominoeffekt. Wenn sich die Weltwirtschaft erholen soll, brauchen wir Konjunkturprogramme für alle Länder – nicht nur für die wohlhabenden.

Ist das Global-Governance-System dieser Aufgabe gewachsen?
Lassen sich mich zunächst betonen, dass es bemerkenswert stark ist und dass seine Institutionen weitgehend im Kalten Krieg, einer Ära immenser Spannungen, entstanden sind. Sie haben sich weiterentwickelt und bewähren sich bei vielen wichtigen Aufgaben. Anderseits hat das multilaterale System auch recht enge Grenzen. Bemerkenswerterweise entspricht der Haushalt des UN-Generalsekretärs gerade mal dem der New Yorker Feuerwehr. Das multilaterale System ist offensichtlich unterfinanziert. Der UN-Sicherheitsrat hätte längst reformiert werden müssen, um die gegenwärtigen weltweiten Machtverhältnisse besser widerzuspiegeln. Zudem wird das Völkerrecht nicht im gebotenen Maß beachtet. Es wäre gut, wenn alle Staaten ihre Selbstverpflichtung zu Global Governance bekräftigen würden.

Viele Regierungen betonen stattdessen ihre Souveränität und geben den Interessen ihrer Länder Vorrang. 
Es ist illusionär, zwischen Global Governance und Souveränität entscheiden zu wollen, denn globale Ordnungssysteme kommen allen Nationen zugute. Dafür muss kein Land seine Souveränität aufgeben. Im Gegenteil, Global Governance entsteht dadurch, dass souveräne Länder sich koordinieren, um weltweite Probleme gemeinsam zu lösen. Bestimmte Ziele lassen sich nun mal nur gemeinsam erreichen. Die großen Herausforderungen unserer Zeit übersteigen die Leistungsfähigkeit des einzelnen Nationalstaats. Kein Land kann die Klimakrise allein bewältigen. Der Welthandel und die globale Finanzarchitektur erfordern ebenfalls Zusammenarbeit. Das gilt auch für die rasche, grenzüberschreitende Ausbreitung von Covid-19. Wenn unsere internationalen Institutionen nicht stark, respektiert und wirkungsvoll sind, trifft uns jede Krise umso härter.   

Ich möchte nochmal zur Anfangsfrage zurück kehren. Das Paradigma, welches Entwicklung mit Wachstum gleichsetzt, scheint mir weiterhin recht stark zu sein. Es prägt sogar die SDGs, weil die entsprechenden UN Dokumente die Bedeutung von Privatunternehmen und Marktdynamiken betonen. Wiederspricht das nicht dem Konzept der menschlichen Entwicklung?
Nein, jedenfalls nicht substanziell. Dass wir uns zwischen wirtschaftlichem Wohlstand und ökologischer Nachhaltigkeit entscheiden müssten, ist nämlich auch ein Irrglaube. Darüber sind sich die Experten heute einig. Volkswirtschaften können und müssen sich weiter entwickeln, ohne die Umwelt zu zerstören. Deutschland ist dafür ein gutes Beispiel: Die Bundesrepublik hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, ohne dass die Wirtschaft stark gewachsen wäre. Bei Umweltschutz und sozialer Nachhaltigkeit waren die Ergebnisse gut. Vor dem Covid-19-Abschwung herrschte sogar Vollbeschäftigung, obwohl die Wachstumsrate, verglichen mit früheren Jahrzehnten, enttäuschend war. Je reifer eine Volkswirtschaft ist, desto weniger wichtig ist Wachstum. Leider halten aber viele Politiker weltweit weiter der alten Wachstumsidee fest. Zu viele Finanzministerien weltweit haben noch immer keine Abteilung oder wenigstens ein Expertenteam für ökologische Nachhaltigkeit. Auch hier gilt: mehr und nicht weniger Zusammenarbeit ist der beste Weg, um Fortschritte zu erzielen.

Manche Kritiker meinen, der Entwicklungsbegriff sei toxisch, weil ehemalige Kolonialmächte der restlichen Welt ihren Willen aufzwängen. Die Menschheit brauche einen grundlegenden Neustart. Was sagen Sie dazu?
Ich denke, das sind theoretische Überlegungen ohne große Relevanz dafür, wie es mit unserer Welt weitergeht. Im Verlauf der Geschichte haben verschiedene Kulturen immer miteinander interagiert. Es gab ständigen Austausch, und er ging immer mit Chancen und Risiken einher. Es ist unmöglich, zurückzugehen und bei null anzufangen. Wir brauchen Kooperation um die Herausforderungen zu meistern, vor denen unsere Spezies heute steht – allen voran der Klimawandel.

Achim Steiner leitet das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Das Interview wurde auf Englisch geführt, für die Übersetzung ist die E+Z/D+C-Redaktion verantwortlich.
www.undp.org

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Pharx: Eine neue App will für bezahlbare Medikamente im Irak sorgen

reset - 6. Juli 2020 - 5:24
Absprachen zwischen Apotheker*innen und Ärzt*innen im Irak machen Medikamente für viele Menschen mit niedrigem Einkommen im Irak unerschwinglich. Ameen Hadeed und Ammar Alwazzan wollen das mit ihrer App Pharx nun ändern.
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SID Blog - 5. Juli 2020 - 17:23

HLPF 2020 Guide

Forum Umwelt & Entwicklung - 5. Juli 2020 - 17:05

Auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten findet das alljährliche High Level Political Forum (HLPF) statt. Vom 7.-16. Juli treffen sich in diesem Jahr VertreterInnen von Staaten, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Gruppen virtuell, um über sich über dem Umsetzungsstand der SDGs auszutauschen.

 

Thema des 2020 HLPFs ist “Accelerated action and transformative pathways: realizing the decade of action and delivery for sustainable development”. Wie dringend diese Beschleunigung des Handels und der Umsetzung der Agenda 2030 ist, zeigt neben vielen die eindrucksvolle Rede, die der UN Generalsekretär António Guterres Anfang diesen Jahres in der Generalversammlung hielt. Darin spricht er von “vier Reitern”, vier drohenden Gefahren im 21. Jahrhundert.

 

Der eindrucksvolle Satz fällt:

 

Our planet is burning“.

 

Gehalten wurde die Rede im Kontext der verheerenden Waldbrände in Australien und Afrika. Es bleibt zu hoffen, dass nun beim HLPF angesicht der weltweiten Corona-Pandemie und deren Auswirkungen nicht nur der Generalsekretär oder andere UN Beamte weitere Brandreden für globale Gerechtigkeit und Multilaterialismus halten werden, sondern dass das HLPF 2020 der Wendepunkt ist, den wir so dringend brauchen. Dass angesichts der Krisen, die uns in den letzten Monaten (und viele Menschen weltweit schon seit Jahrzehnten) im Bann gehalten haben, die Regierungen der Welt nicht mehr länger nur auf touristisch-weichgespülte Wohlfühlbotschaften über die Hochglanznachhaltigkeit ihrer Länder berichten, sondern nun das Handeln anfängt. Und dazu gehört vor allem auch, endlich mit sehr sehr vielem aufzuhören.

 

Um es mit den Worten der brillianten Arundhati Roy zu sagen:

 

Historically, pandemics have forced humans to break with the past and imagine their world anew. This one is no different. It is a portal, a gateway between one world and the next. We can choose to walk through it, dragging the carcasses of our prejudice and hatred, our avarice, our data banks and dead ideas, our dead rivers and smoky skies behind us. Or we can walk through lightly, with little luggage, ready to imagine another world. And ready to fight for it.

 

 

Es grüßen

 

Marie-Luise Abshagen und Elisabeth Staudt

 

 

 

 

HLPF 2020 Guide Allgemeines

Das 2020er High-Level Political Forum for Sustainable Development (HLPF) wird vom 7.-16. Juli stattfinden. Das High Level Segment findet vom 14.-16.07 (Di-Do) statt.

Thema: Accelerated action and transformative pathways: realizing the decade of action and delivery for sustainable development

Zur Einstimmung und Auffrischung hier eine Zusammenfassung des 2019er HLPF von IISD: http://sdg.iisd.org/news/hlpf-concludes-with-vote-on-ministerial-declaration-concerns-about-power-of-mandate-and-those-left-behind/

Interessant ist auch die Zusammenfassung einer Diskussion zur Bewertung von 4 Jahren freiwilliger Staatenberichte (VNR): https://sdg.iisd.org/news/hlpf-participants-reflect-on-four-years-of-vnrs/

Das HLPF 2020 wird ausschließlich virtuell stattfinden. Eine Registrierung für einzelne Programmpunkte ist mittlerweile weitestgehend freigeschaltet, siehe Programm unten. Es ist davon auszugehen, dass dann ein Link zu einer virtuellen Plattform bereitgestellt wird.

 

Thematische Reviews von Schwerpunkt SDGs wird es in diesem Jahr nicht geben.

 

 

Programm und Side Events

 

Programm (Stand 22. Juni 2020): https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/26157HLPF_2020_PROGRAMME.pdf und ausführlicher: https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/26396HLPF_HLS_2020_Annotated_Programme.pdf

Programm für Side Events (Stand 24. Juni 2020): https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/26447Tentative_programme_of_side_events_2020.pdf

Programm für Special Events: https://sustainabledevelopment.un.org/hlpf/2020#other

Eine Übersicht der SDG Acceleration Actions findet sich hier: https://sustainabledevelopment.un.org/sdgactions

Übersicht über zivilgesellschaftliche Veranstaltungen finden sich bei Action4SD: https://action4sd.org/events/list/?tribe-bar-date=2020-07-01

 

 

 

Ministerial Declaration

Anders als 2019, dass entsprechend dem vierjährigen Turnus unter der Generalversammlung und nicht unter ECOSOC tagte, soll es bei dem diesjährigen HLPF wieder eine Ministerial Erklärung geben, an welcher bereits seit einigen Monaten gearbeitet wird. Die ECOSOC Präsidentin Mona Juul (Norwegen) hat für die Moderation des Prozess Georgi Velikov Panayotov, UN-Botschafter von Bulgarien und Amal Mudallali, Botschafterin der Ständigen Vertretung des Libanon beauftragt.

Ein Entwurf der Ministerial Declaration findet sich hier (Stand 16. Juni 2020): https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/26339HLPF_MD_Revised.pdf

Die ECOSOC Präsident wird darüber hinaus nach dem HLPF eine Zusammenfassung der Kernbotschaften des HLPF veröffentlichen.

 

Statements von Staaten und Zivilgesellschaft

Aufgrund der virtuellen Durchführung des HLPFs wird es keine Generaldebatte aller Staaten geben, sondern StaatenvertreterInnen und andere Stakeholder sind gebeten worden, ihre Reden schriftlich einzureichen. Deadline zum Einreichen der Statements war der 3. Juli. Sie werden dann auf der HLPF-Webseite angezeigt.

 

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, zivilgesellschaftlichen Stimmen mehr Raum zu geben. VertreterInnen verschiedener Stakeholdergruppen wurde deswegen die Möglichkeit geben, eigenen Forderungen an das Statement der Bundesregierung anzuhängen.

Die Kernforderungen des Forum Umwelt und Entwicklung zum HLPF 2020 und der SDG Action Decade finden sich auf Deutsch hier: https://www.forumue.de/wp-content/uploads/2020/04/Kernforderungen_SDG-Aktionsdekade_ForumUmweltundEntwicklung.pdf

und in einer Kurzversion auf Englisch hier: xyx

 

Die Major Groups and Other Stakeholders wurden angeregt, Ideen für den Gipfel und die Gipfelerklärung beizusteuern. Alle Statements des diesjährigen und der vergangenen HLPFs finden sich hier:

https://sustainabledevelopment.un.org/inputs/

Das NGO Major Group Statement findet sich hier: https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/26440NGO_Major_Group.pdf

 

Zivilgesellschaftlichen Organisationen haben im Vorfeld des HLPF vermehrt ihre Sorge ausgedrückt, dass es Einschränkungen in der Beteiligung von NGOs und anderen Gruppen geben könnte. Während die virtuelle Durchführung einerseits Chance für eine Beteiligung deutlich breiterer Gruppen darstelle, sei gleichzeitig zu befürchten, dass durch technische Beschränkungen oder Widerwillen von Regierung Beschränkungen in der Beteiligung aufgebaut werden.

 

Ein entsprechender Brief der Women Major Group findet sich hier: http://www.womenmajorgroup.org/wp-content/uploads/2020/06/Strong-and-inclusive-CSO-engagement-at-UN-virtual-meetings-1.pdf

 

 

Voluntary National Reviews (VNRs)

 

Im Zeitraum des High Level Segments werden 47 Staaten im Rahmen der VNR über die SDG-Umsetzung in ihrem Land berichten.

VNR Länder 2020

Argentinien, Armenien, Bangladesch, Barbados, Benin, Brunei Darussalam, Bulgarien, Burundi, Comoros, Costa Rica, Demokratische Republik Kongo, Ecuador, Estland, Finnland, Gambia, Georgien, Honduras, Indien, Kenia, Kirgisistan, Liberia, Libyen, Malawi, Mikronesien, Marokko, Mozambique, Nepal, Niger, Nigeria, Österreich, Panama, Papua Neuguinea, Peru, Moldau, Nord Mazedonien, Russland, Saint Vincent and the Grenadines, Seychellen, Sambia, Samoa, Slowenien, Solomon Inseln, Syrisch Arabische Republik, Trinidad und Tobago, Uganda, Ukraine, Usbekistan

Präsentationen (NYC Zeit):

Finnland, Brunei Darussalam, Bulgarien, Burundi, Gambia, Russland

Dienstag, 14. Juli 10:00-13:00 Uhr

 

Mikronesien, Nord Mazedonien

Dienstag, 14. Juli 15:15-16:15 Uhr

 

Estland, Österreich, Seychellen, Syrische Arabisch Republik, Ukraine, Uzbekistan

Mittwoch, 15. Juli 10:00-13:00 Uhr

 

Mozambique, Papua Neuguinea, Saint Vincent and the Grenadines, Trinidad und Tobago

Mittwoch, 15 Juli 14:00-16:00 Uhr

 

Comoros, DRC, Kirgistan, Libyen, Malawi, Moldau, Sambia

Donnerstag, 16 Juli 9:00-13:00 Uhr

 

Barbados, Liberia, Solomon Inseln

Donnerstag, 16 Juli 14:00-16:00 Uhr

 

Mehr Infos inkl. Länderberichte:

https://sustainabledevelopment.un.org/hlpf/2020#vnrs  

 

VNR Labs

Auch die VNR-Labs finden nun im dritten Jahr statt. Dazu: For the third year, a series of VNR Labs are being convened on the margins of the 2020 HLPF. The VNR Labs provide an informal platform for experience sharing and reflection on the Voluntary National Review (VNR) process. The Labs will be held under the Chatham House rule and will be open to Member States, the UN system and representatives of Major Groups and other Stakeholders.

Mehr Infos: https://sustainabledevelopment.un.org/hlpf/2020#labs

 

 

 

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Towards greening trade? Environmental provisions in emerging markets’ preferential trade agreements

DIE - 5. Juli 2020 - 11:29

This chapter focuses on the linkage between economic and environmental governance by tracking environmental provisions in preferential trade agreements (PTAs). While the USA and the European Union are frequently seen as innovators of ‘green’ content in PTAs, systematic research on the role of emerging markets in promoting this development is scarce. For this reason, we develop an original, detailed data set mapping the environmental content in 48 PTAs signed by the emerging markets China, India, Indonesia, Brazil and Mexico. Our findings clearly indicate a trend towards more environmental content in those countries’ PTAs over time. At the same time, the data hint at patterns that suggest that these developments may at least be partly driven by Organization for Economic Cooperation and Development (OECD) countries. The chapter contributes to the literature on the design of PTAs, the linkage between trade and environment, as well as the role of emerging markets in global governance.

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Corona und die SDGs: Folgen der COVID-19 Pandemie für die Verwirklichung der globalen Nachhaltigkeitsziele

Global Policy Forum - 5. Juli 2020 - 7:00

Die COVID-19-Pandemie und die politischen Maßnahmen, mit denen die Regierungen auf sie reagierten, haben gravierende Folgen für die globale Nachhaltigkeitsagenda. Auch wenn sich das ganze Ausmaß der Krise und ihrer Auswirkungen derzeit noch nicht abschätzen lässt, droht schon jetzt die Gefahr, dass die Pandemie die Verwirklichung der international vereinbarten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in ihrer Gesamtheit gefährdet. Das neue Briefing des Global Policy Forums skizziert für jedes der 17 SDGs anhand einiger punktueller Beispiele, welches Ausmaß die globale Coronakrise in verschiedenen Sektoren haben kann. Es macht deutlich, dass die Agenda 2030 und ihre Nachhaltigkeitsziele scheitern werden, wenn sie in den politischen Antworten auf die Coronakrise nicht systematisch berücksichtigt werden.

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The changing landscape of sustainability standards in Indonesia: potentials and pitfalls of making global value chains more sustainable

DIE - 4. Juli 2020 - 11:41

This chapter investigates the changing landscape of voluntary sustainability standards in Indonesia and discusses potential trade-offs between the socio-economic and environmental dimensions of sustainable development in the context of smallholder certification in the palm oil sector. On the one hand, there is a concern that sustainability standards might weaken the socio-economic situation of smallholders by preventing them from having access to global value chains and markets that demand certification. On the other hand, whereas certification can give rise to socio-economic benefits for smallholders taking part in certification schemes, these benefits may have undesirable consequences for environmental sustainability. The chapter studies these trade-offs and discusses how the synergies between economic, environmental and social sustainability can be promoted.

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Building better without building back a broken system

#2030Agenda.de - 3. Juli 2020 - 19:48
Lessons from the global COVID-19 crisis and its impact on the SDGs PLEASE REGISTER HERE

The COVID-19 pandemic will have a massive impact on the implementation of the SDGs and the fulfilment of human rights. The looming global recession will dramatically increase unemployment, poverty and hunger worldwide. Moreover, the crisis threatens to further deepen discrimination and inequalities. In many countries the macroeconomic situation had already deteriorated before the outbreak of the virus. A vicious circle of debt and austerity policies undermined socio-economic development in many countries.

Many now demand to build back better. But does “building back” really lead to the urgently needed transformational change? What kind of policies and strategies are necessary to ensure that human rights, gender justice and sustainability goals form integral components of all stimulus packages and government responses to the current crisis? How to revalue the importance of care and to rebuild global public services?

These questions will be discussed in this year's report Spotlight on Sustainable Development 2020. It is closely related to the theme of the HLPF 2020. With this virtual side event, we will present preliminary findings to be found in the report later this year.

 

Brief Statements by

Roberto Bissio,

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3. Juli 2020

ONE - 3. Juli 2020 - 17:00

1. Corona: Tourismuseinbruch in Afrika
Wie unter anderem das Handelsblatt berichtet, werden durch die Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus Milliardenschäden in der Tourismusindustrie in Afrika verursacht. Innerhalb von drei Monaten seien umgerechnet fast 55 Milliarden US-Dollar Schaden entstanden, so Amani Abou-Zeid, zuständige Kommissarin der Afrikanischen Union (AU). Die Haushalte von 24 Millionen Menschen seien auf dem afrikanischen Kontinent vom Tourismus abhängig. Damit mache dieser fast zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Viele Airlines werden die Coronakrise nicht überstehen, weil sie die Verluste nicht kompensieren können, so die Kommissarin. Dennoch könne durch die Krise auch Potential zum Wandel entstehen: Der innerafrikanische Lufttransport könne etwa gestärkt werden und die Digitalisierung im Tourismussektor vorangetrieben, sagt Abou-Zeid. Wie evangelisch.de weiter meldet, warnt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie für Entwicklungsländer. Derzeit breite sich Covid-19 immer schneller auf dem afrikanischen Kontinent aus. Dies wirke destabilisierend in vielen Regionen, erklärt Tanja Gönner, GIZ-Vorstandssprecherin. GIZ-Aufsichtsratsvorsitzender Martin Jäger warnt, dass viele Länder in Afrika nicht ausreichend für die Pandemie gewappnet seien.

2. DR Kongo: Neuer Ebola-Ausbruch
Wie der Deutschlandfunk meldet, ist im Nordwesten der Demokratischen Republik Kongo erneut das Ebolavirus ausgebrochen. Die Hamburger Infektiologin Marylyn Addo erklärt, dass das Virus vermutlich von Tieren auf den Menschen übergesprungen sei. Den Erreger vollständig auszurotten sei unmöglich, weil er gleichermaßen bei Tieren und Menschen vorkomme. Da es für Ebola bereits eine Therapie gibt, seien die Forschenden bei diesem Ausbruch nun im Vorteil. Jedoch werde durch die zusätzliche Belastung des ohnehin schwächeren Gesundheitssystems auch der Kampf gegen Corona beeinträchtigt. Erst Ende Juni habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Osten des Landes noch für Ebola-frei erklärt.

3. Südafrika: Gewalt gegen Frauen eskaliert
Wie Tycho Schildbach in der Tageszeitung (taz) berichtet, steigt seit den ersten Lockerungen der Corona-Lockdowns die Gewalt gegen Frauen in Südafrika dramatisch an. Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa spreche inzwischen von einer „zweiten Epidemie“ der Gewalt in Südafrika. Die Zahl sei nach der ersten Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen am 1. Juni gestiegen, weil seit diesem Tag wieder Alkohol gekauft werden könne. Mindestens 21 Frauen und Kinder seien in den letzten Wochen ermordet worden, so Ramaphosa. Das Alkoholverbot während der ersten zwei Monate des Lockdowns sollte in Südafrika eine Infektion durch gemeinsames Trinken verhindern und Krankenhäuser entlasten. Leane Ramsoomar vom South African Medical Research Council (SAMRC) erklärt, es gebe Hinweise, dass der wieder erlaubte Alkoholkonsum die Gewalt gegen Frauen begünstige. Seit dem 1. Juni sei die Zahl der Verletzungen in Zusammenhang mit Alkoholkonsum um 70 Prozent gestiegen. Ramsoomar erklärt das problematische Konsumverhalten der Südafrikaner*innen. „Rauschtrinken“ sei laut Studien der WHO in Südafrika sehr verbreitet und führe zu steigenden Gewaltexzessen. Die Aufregung und Gegenwehr gegen die Gewalt gegen Frauen sei groß. Auf Social Media machen Frauen auf die Opfer aufmerksam und fordern mit dem Hashtag #WomensLivesMatter Gleichberechtigung.

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