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Wie Corona die Gesundheit von Müttern bedroht

ONE - 20. Oktober 2020 - 14:28

Weltweit ist die Gesundheitsversorgung von der aktuellen Corona-Pandemie schwer getroffen. Medizinische Leistungen zur Vorbeugung und Behandlung nicht übertragbarer Krankheiten sind unterbrochen, notwendige medizinische Eingriffe bei Malaria könnten durch die Pandemie wegfallen und insgesamt lastet ein enormer Druck auf Gesundheitssystemen weltweit.

Doch ähnlich wie für den Bildungs– und Beschäftigungssektor, könnte die Pandemie noch größere und übermäßig schlimmere Folgen für die Gesundheitsversorgung von Frauen und Mädchen haben, insbesondere in den Bereichen Geburtshilfe und Verhütung.

Warum das so ist, erklären wir hier.

Die Folgen früherer Epidemien für die Gesundheit von Frauen und Mädchen

2017, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie, starben weltweit täglich mehr als 800 Frauen während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt an vermeidbaren Ursachen. Ebenso wurden jedes Jahr mindestens zehn Millionen Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren in Entwicklungsländern ungewollt schwanger. Diese ohnehin schon schlechte Lage könnte sich durch die Corona-Pandemie und den limitierten Zugang zu Ressourcen weiter zuspitzen – mit schrecklichen Folgen für die betroffenen Mädchen und Frauen.

Schon jetzt konnten wir weltweit erleben, wie stark sich die aktuelle Gesundheitskrise sowie Einsparungen im Gesundheitswesen auf die medizinische Versorgung von Müttern und den Zugang zu Verhütungsmitteln auswirken – vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Dort, wo 94 % der Todesfälle während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt auftreten (größtenteils aufgrund von Infektionen, Blutverlust, Bluthochdruck, unsicheren Abtreibungen und anderen zugrunde liegenden Probleme) und wo jedes Jahr ca. 12 Millionen Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren ein Kind zur Welt bringen. Grund dafür ist, dass während einer Gesundheitskrise wie der aktuellen Corona-Pandemie die finanziellen Mittel im Gesundheitswesen umverteilt werden.

Vor der Ebolafieber-Epidemie 2014–2016 war die Müttersterblichkeitsrate in Sierra Leone seit 1990 um mehr als 50 % zurückgegangen und ein „gewisses Niveau der Schwangerschaftsvorsorge war nahezu universell“. Dieser Fortschritt wurde durch die Ebola-Epidemie jedoch zunichte gemacht.

In Sierra Leone, Liberia und Guinea kam es im selben Zeitraum zu einem massiven Anstieg der Müttersterblichkeit, also der Zahl der Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten. Das lag daran, dass Frauen medizinischen Einrichtungen fernblieben – „aufgrund von Quarantäneauflagen oder falschen Vorstellungen vom Virus und seinen Übertragungswegen“. Dies führte letztlich dazu, dass Frauen ihre Kinder zu Hause zur Welt brachten, was deutlich mehr Risiken für die Müttergesundheit birgt, da bei einer Hausgeburt nicht so viele medizinische Eingriffe möglich sind wie bei einer Geburt im Krankenhaus. Im Bereich der Empfängnisverhütung führte die Epidemie in Guinea, Liberia und Sierra Leone zu einem starken Rückgang bei der Verwendung von Verhütungsmitteln und dem Besuch sexualpädagogischer Veranstaltungen.

Doch vor allem wurden während der Epidemie die finanziellen Mittel für die sexuelle und reproduktive Gesundheit umverteilt. Sie wurden nun für die Notfallversorgung eingesetzt, sodass nicht mehr genügend Ressourcen für die notwendige medizinische Versorgung von Frauen zur Verfügung stand.

Angesichts dieser Verhältnisse ging der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen aufgrund der Ebolafieber-Epidemie von „120.000 vermeidbaren Todesfällen von Müttern“ aus.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie könnten noch schwerwiegender sein.

Die Folgen von Corona für die Gesundheitsversorgung von Frauen

Infolge der COVID-19-Pandemie könnten rund 49 Millionen Frauen und Mädchen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln haben und bis zu 15 Millionen ungewollt schwanger werden, wenn der Lockdown ein ganzes Jahr andauert.

Darüber hinaus sind schwangere Frauen und Mütter kurz nach der Geburt auf verschiedene medizinische Untersuchungen und Eingriffe angewiesen. Doch wenn die Angst um die eigene Gesundheit und die ihres Kindes Frauen daran hindert, eine Klinik oder medizinische Einrichtung aufzusuchen, kann dies erhebliche Folgen haben. Dies trifft insbesondere in von Armut am stärksten betroffenen Ländern zu, wo ohnehin schon 1 von 45 Frauen während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt stirbt.

Infolge der aktuellen Corona-Pandemie wird Frauen der Zugang zur sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung erschwert und die „Lieferung von Verhütungsmitteln verzögert sich“. Darüber hinaus gibt es aufgrund der Corona-Pandemie viel mehr Hausgeburten. Das birgt zahlreiche Risiken für die Mutter und ihr Kind. Die aktuellen Kürzungen bei der Schwangerschaftsvorsorge und Geburtshilfe könnten dazu führen, dass 113.000 Frauen während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt sterben – vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Diese Zahl könnte durch die Corona-Krise drastisch ansteigen. Schon 2017, also vor der Pandemie, entfielen 86 % der Todesfälle von Frauen während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt auf Afrika südlich der Sahara und Südasien.

Doch wenn Regierungen und Staatschefs jetzt entschlossen handeln, können diese Folge abgemildert werden.

Die Gesundheitsversorgung von Müttern muss Priorität haben

Um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die medizinische Versorgung schwangerer Frauen und die Müttersterblichkeit zu mindern, muss die Politik weltweit dafür sorgen, dass die Müttergesundheit priorisiert behandelt wird. Dies erfordert Investitionen in das Gesundheitssystem, um einerseits angemessen auf die Corona-Pandemie reagieren zu können und andererseits die notwendigen Mittel für die Schwangerschaftsvorsorge und Geburtshilfe zur Verfügung stellen zu können. Nur so wird sichergestellt, dass werdende Mütter die medizinische Versorgung erhalten, die sie benötigen, und jeder Mensch weltweit die Corona-Pandemie überleben kann.

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„Do it yourself: Verkehrswende mitgestalten“

EINEWELTblabla - 20. Oktober 2020 - 12:55

Passend zum letzten Blogbeitrag möchten wir euch heute den diesjährigen VCD-Mobilitätskongress (VCD: Verkehrsclub Deutschland e. V.) vorstellen. Er steht dieses Jahr unter dem Motto „Do it yourself: Verkehrswende mitgestalten“ und findet am 29. Oktober erstmals rein virtuell statt.

Der Mobilitätskongress 2020

Die Klimakrise wartet nicht. Aus diesem Grund ist es auch in der Corona-Pandemie wichtig, den Klimaschutz weiter mitzudenken. Mit der Teilnahme am Kongress habt ihr die Möglichkeit, den Klimaschutz selbst in die Hand zu nehmen und Veränderungen anzustoßen. Ihr könnt Zukunft mitgestalten, indem ihr gemeinsam mit den anderen Teilnehmer*innen über die Umsetzung der Verkehrswende in Deutschland diskutiert.

Es erwarten euch spannende Vorträge und Workshops, bei denen ihr euch spielerisch und kreativ dem Thema Mobilität widmet. Dabei tauscht ihr euch mit vielen weiteren jungen und engagierten Menschen aus, da sich der Kongress in erster Linie an Auszubildende, Studierende und Berufsanfänger*innen richtet. Aber auch alle anderen am Thema interessierten sind herzlich willkommen. Alle weiteren Infos zum Programm und der Teilnahme erfahrt ihr hier.

Warum ist die Verkehrswende so wichtig?

Seit einiger Zeit ist klar, dass vor allem im Verkehr tiefgreifende Maßnahmen erforderlich sind, um das Klima zu stabilisieren. Ein Fünftel des in Deutschlands ausgestoßenen CO2 geht auf das Konto des Verkehrs. 96 % stammen dabei direkt aus den Auspuffen von PKW und LKW. Umso wichtiger also, dass sich unsere Fortbewegung gerade in Städten von der Straße aufs Rad verlagert und öffentliche Verkehrsmittel ausgebaut werden. Wie im letzten Blogbeitrag deutlich wurde, ist da allerdings noch viel Luft nach oben.

Aus diesem Grund und noch vielen weiteren, macht mit beim Mobilitätskongress 2020! Bringt euch und eure Ideen ein und helft mit, einen klimafreundlicheren Verkehr zu gestalten!

-Selma-

Das Beitragsbild ist von © Wibke Reckzeh

Der Beitrag „Do it yourself: Verkehrswende mitgestalten“ erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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Anlass zu weltweiter Sorge

E+Z - 20. Oktober 2020 - 11:53
Gesündere Ernährung würde Brasilien im Kampf gegen Fettleibigkeit helfen

1996 waren 12,7 Prozent der erwachsen Brasilianer fettleibig, 2016 – zwei Jahrzehnte später – betrug die Quote 22,1 Prozent, fast doppelt so viel. Das besagen jedenfalls Statistiken der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development – OECD).

Fettleibigkeit bedeutet nicht einfach, dass ein Mensch Übergewicht hat, sondern dass das Körperfett mit großer Wahrscheinlichkeit die Gesundheit schädigt. Zu den Folgeproblemen gehören Bluthochdruck, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Krebs, Diabetes und Gelenkschmerzen. Auch Schlafstörungen und Depressionen sind verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization – WHO) bezeichnet Menschen mit einem Body-Mass-Index von 30 oder mehr als fettleibig. Bereits ab einem Wert von 25 spricht die WHO von Übergewicht.

Laut einer im vorigen Jahr veröffentlichten Erhebung des brasilianischen Gesundheitsministeriums sind 25,4 Prozent der Frauen und 18,5 Prozent der Männer im Land fettleibig, wobei über die Hälfte der Erwachsenen Übergewicht hat. Als besonders besorgniserregend gilt, dass zunehmend auch junge Leute betroffen sind. 2019 hatte eins von drei brasilianischen Kindern Übergewicht, wie Daten von Sisvan, einem staatlichen Monitoringsystem zu Ernährungsfragen, ergeben.

Das Gesundheitsministerium betreibt ein weiteres Monitoringsystem namens Vigital, um chronische Erkrankungen zu dokumentieren. Seinen Daten zufolge sind 7,7 Prozent der Erwachsenen Diabetiker, und 24,7 Prozent leiden unter Bluthochdruck. Übergewicht haben drei Viertel beider Patientengruppen.

Diese Gesundheitsprobleme haben unmittelbar mit dem Lebenswandel zu tun, denn ursächlich sind schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung. Es ist ungesund, zu viel Zucker, Fett und Kohlenhydrate zu essen. Dazu tragen aber Fertiggerichte und Süßigkeiten bei, die aggressiv beworben werden. Kinder und Jugendliche sind dabei häufig die Zielgruppe.

Die brasilianischen Daten entsprechen internationalen Trends. Die WHO spricht von einer globalen Epidemie der Fettleibigkeit. Experten sind sich international einig, dass es nicht nur um individuelle Konsumentscheidungen geht, denn politische, ökonomische, soziale und kulturelle Faktoren haben großen Einfluss darauf, welche Vorlieben und Gewohnheiten Menschen entwickeln. Aus WHO-Sicht sollte die Politik dafür sorgen, dass Menschen gesunde Entscheidungen leichter fallen.

Ehrgeiziger Plan

Brasilianische Behörden wollen den Trend zur schlimmer werdenden Fettleibigkeit stoppen. Das war ein Thema von Plansan, dem nationalen Plan zur Nahrungs- und Ernährungssicherung, für die Jahre 2016 bis 2019. Er wurde von der Mitte-Links-Regierung der früheren Präsidentin Dilma Rousseff beschlossen. Zu den Zielen gehörte:

  • die wachsende Inzidenz von Fettleibigkeit in der erwachsen Bevölkerung zu stoppen,
  • den regelmäßigen Konsum von Limonaden und künstlichen Säften zu begrenzen und
  • den Anteil der Erwachsenen, die regelmäßig Obst und Gemüse essen, zu vergrößern.

Wie ein 2018 veröffentlichter Bericht zeigte, flossen aber bei der Plansan-Implementierung fast 90 Prozent der Mittel in Maßnahmen, die den Zugang armer Individuen und Familien zu ausreichender und gesunder Ernährung sicherstellen sollten. Dabei wurde besonders auf extrem arme Gruppen oder auch Senioren geachtet. Gesündere Diäten bekamen dagegen nicht viel Aufmerksamkeit. Das hatte unter anderem damit zu tun, dass Brasilien eine schwere Wirtschaftskrise durchmachte, in deren Verlauf die Armut zunahm. Ende 2019 lebten offiziellen Schätzungen zufolge wieder etwas mehr als 6,5 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut.

Reformen innerhalb der Verwaltung liefen zudem unter dem aktuellen Präsidenten Jair Bolsonaro darauf hinaus, das Plansan nicht weiter verfolgt wurde. Eine Neuauflage für die Jahre 2020 bis 2023 wird nicht vorbereitet, obwohl zivilgesellschaftliche Organisationen Interesse daran bekundet haben.

Die Covid-19-Krise verschärft die Probleme. Normalerweise bekommen 40 Millionen Kinder und Jugendliche täglich in öffentlichen Schulen Mahlzeiten. Im Lockdown fällt das aber ebenso aus wie der Unterricht. Die Bolsonaro-Regierung hat allerdings Sondergenehmigungen für Lebensmittelzuteilungen an die Eltern und Vormünder der betroffenen Schüler und Schülerinnen erteilt – mit positiven Nebenwirkungen auf die Einkommen von Produzenten, einschließlich kleiner Bauernhöfe. Der rechtspopulistischen Regierung ist es wichtiger, als aktiv im Kampf gegen Hunger und bei der Förderung der Landwirtschaft wahrgenommen zu werden, als komplexe Gesundheitsprobleme anzugehen.

Die Bundesregierung hat auch kein stimmiges Konzept als Reaktion auf die Pandemie entwickelt. Der Präsident hat sie kleingeredet (siehe meinen Beitrag im Covid-19-Tagebuch von E+Z/D+C e-Paper 2020/06). Lockdowns wurden von Gremien auf subnationaler Ebene (Kommunen und Landesregierungen) beschlossen. Die Website Woldometer meldete für Brasilien Mitte Oktober fast 5,4 Millionen Infektion und mehr als 150 000 Tote. Nur in den USA waren mehr Patienten dem Coronavirus erlegen.

Auch die Volkswirtschaft ist hart getroffen. Die Weltbank schätzt, dass die Zahl der extrem Armen in unserem Land bis zum Jahresende auf knapp 15 Millionen steigen wird. Das wäre ein Zuwachs um fast 50 Prozent in diesem Jahr.

Wachsendes Bewusstsein

Positiv ist jedoch, dass viele Brasilianer mittlerweile auf Gesundheit achten. Sie interessieren sich für einschlägige Informationen. Fast 40 Prozent treiben beispielsweise regelmäßig in der Freizeit Sport. Vielen ist auch klar, dass gute Ernährung die körperliche Fitness unterstützt, wobei ausgewogene Diäten selbstverständlich nicht nur für Amateurathleten gut sind. Monyke Lopes, eine auf Ernährungsfragen spezialisierte Heilpraktikerin sagt, das öffentliche Bewusstsein für solche Dinge wachse, wobei manche Menschen leider weiterhin ignorant blieben.

Sie betont aber auch, dass viele Dinge Lebensmittelentscheidungen beeinflussen. Dabei spiele der sozioökonomische Status eine sehr große Rolle. Haushalte mit niedrigen Einkommen könnten sich eine ausgewogene Ernährung oft nicht leisten, da gesunde Produkte wie etwa Bio-Obst und -Gemüse teuer seien. Das gelte ebenso für proteinreiche Waren wie mageres Fleisch und Fisch. Allzu oft bestehe die Ernährung armer Haushalte vor allem aus Kohlehydraten sowie Süßigkeiten als Nachtisch oder zwischendrin. Andererseits fehle vielen berufstätigen Müttern auch die Zeit zum Kochen, sodass sie ihren Familien Fertiggerichte kauften, die typischerweise zu viel Zucker, Salz und Fett enthalten.

Bei Kindern und Jugendlichen ist Fettleibigkeit besonders problematisch, denn sie entwickeln früh ungesunde Gewohnheiten. Personen, die schon in jungen Jahren fettleibig sind, leiden auch mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit früher an Folgeerkrankungen.

Auch diesbezüglich gibt es international Anlass zu Sorgen. Eine Gemeinschaftsstudie von WHO und dem Londoner Imperial College hat 2017 ergeben, dass sich die Zahl der fettleibigen Kinder und Jugendlichen weltweit in den vergangenen 40 Jahren verzehnfacht hat. Die Autoren warnten, die aufgezeigten Trends würden, sollten sie konstant bleiben, Fettleibigkeit in der jungen Generation schon 2022 zu einem größeren Problem als Mangelernährung machen.

Aus Sicht der Heilpraktikerin Lopes bewegten sich brasilianische Kinder im Alltag nur wenig, sie schauten viel fern und beschäftigten sich mit ihren Mobiltelefonen. Fast Food sei in dieser Altersgruppe sehr beliebt, Gemüse hinegen werde kaum gegessen. Lopes überrascht es nicht, dass die Hälfte ihrer Patientinnen und Patienten abnehmen wollten und/oder unter einer chronischen Krankheit litten. Gesundheit und gesunde Ernährung müssten im Schulunterricht thematisiert werden, urteilt Lopes.

Thuany Rodrigues ist Journalistin und lebt in Rio de Janeiro.
thuanyrodriigues@gmail.com

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20. Oktober 2020

ONE - 20. Oktober 2020 - 11:50

1. Vorbereitung auf den Impfstoff
In einem Interview mit Zeit Online mahnt Professorin Marylyn Addo, Infektiologin am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf, die Gesellschaft an, sich an die empfohlenen Maßnahmen halten, um der Pandemie die Stirn zu bieten. Es gebe jedoch auch Grund zur Zuversicht: Die Forschung zu Covid-19 sei erheblich vorangegangen und die Mediziner*innen haben ein besseres Einschätzungsvermögen für Risikopatient*innen entwickelt, die an Corona erkrankt sind. Derzeit seien zwischen 170 und 190 Impfstoffe in der Entwicklung und 44 davon in der klinischen Testphase. Addo selbst forsche in Hamburg an einem Corona-Vakzin. Die Weltgesundheitsorganisaton (WHO) erwartet einen Corona-Impfstoff Mitte des Jahres 2021, wie Deutschlandfunk, RP Online und RTL.de melden. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF lagert laut der Süddeutschen Zeitung und der Berliner Zeitung bereits 520 Millionen Spritzen, um einen neuen Impfstoff so schnell wie möglich einsetzen zu können.

2. Klimakrise und Wasserknappheit
Wie Matthias Jauch im Tagesspiegel berichtet, geht der Streit zwischen Ägypten, Äthiopien und Sudan bezüglich des Staudamms weiter, den Äthiopien gebaut hat. Trotz Drohungen aus Ägypten habe Äthiopien den Staudamm im Juli erstmals mit Wasser befüllt. Während Äthiopien sich davon eine deutlich verbesserte Stromversorgung verspricht, sorgen sich die Bewohner*innen Sudans und Ägyptens um ihre Wasserversorgung. Ein Szenario wie dieses werde auch in Zukunft kein Einzelfall sein. Durch das Bevölkerungswachstum werde der Wasserbedarf weltweit steigen. Nach UN-Angaben haben bereits jetzt 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Außenminister Heiko Maas habe bereits davor gewarnt, dass der Klimawandel nicht nur eine ökologische Herausforderung, sondern auch immer öfter eine Frage von Krieg und Frieden sei. Bereits jetzt gebe es in Nigeria blutige Kämpfe um Weide- und Ackerland, wie Matthias Jauch im Tagesspiegel weiter schreibt. Im Falle des oben erwähnten Staudamms fordern Ägypten und der Sudan eine Einigung. Es habe in der Vergangenheit vorbildliche Lösungen für derartige Probleme gegeben: 1960 haben Indien und Pakistan einen Vertrag zur Nutzung des Indus-Wassers geschlossen, der bis heute gültig ist.

3. Südafrika: Apartheidsgedanken nach wie vor präsent
Bereits am Wochenende schrieb Christian Putsch in der Welt am Sonntag, dass sich die Lage in Südafrika bezüglich der Morde an weißen Farmern zuspitzt. Nach dem Mord an einem jungen weißen Landwirt im südafrikanischen Senekal haben sich Aktivist*innen der EFF (Economic Freedom Fighters) sowie Vertreter*innen der Buren auf den Straßen der Stadt eingefunden. Beiden Gruppen seien am Ortseingang im Zuge von Polizeikontrollen Waffen abgenommen worden. 90 Prozent der Farmen im Bezirk seien im Besitz von Weißen. Im vergangenen Jahr habe es 73 Mordfälle auf Farmen im ganzen Land gegeben. Der letzte Mord in der Gegend um Senekal sei jedoch an einem dunkelhäutigen Farmer begangen worden. Insgesamt sei schwarze Bevölkerung Südafrikas einer weit höheren Kriminalitätsrate ausgesetzt.

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Dialogue 1: ODA graduation in times of changing global relations and partnerships

DIE - 20. Oktober 2020 - 10:47

The right to receive official development assistance (ODA) has been linked to a definition that relates “developing” with certain levels of gross domestic product per capita, irrespective of transformative needs, such as exemplified in the 2030 Agenda for sustainable development. Increasing GDP levels lead to a growing number of developing countries “graduating” to the status of non-ODA receivers. International development cooperation has been focused on a rather narrow understanding of development which is now surpassed by the need to engage in universal transformation processes which requires a strengthening and reinvention of international cooperation. In this chapter, Imme Scholz (DIE) and Elizabeth Sidiropoulos (SAIIA) discuss the following questions with Andreas Proksch and Juliane Kolsdorf (GIZ): What are the overarching issues determining world politics and who are the old and the new actors driving them? What is the impact of these global shifts on international cooperation, especially development cooperation? Of what relevance are roles, status and categories and what is the impact of changes in positions and relations? What challenges face multilateralism and what ways exist to maintain and renew strategic partnerships and shared values?

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Studie: Kinderarbeit im Kakaoanbau

INKOTA - 20. Oktober 2020 - 10:41
Verbraucher*innen in Deutschland müssen davon ausgehen, dass in ihrer Schokoladentafel mit hoher Wahrscheinlichkeit ausbeuterische Kinderarbeit steckt. Davon müssen wir nach den Erkenntnissen einer gestern im Auftrag des US-Arbeitsministeriums veröffentlichten Studie ausgehen. Das Schlimme: Die Schokoladenindustrie weiß um den Missstand, hat aber trotz vielmaliger Versprechen viel zu wenig dagegen unternommen. „Die Schokoladenindustrie hat ihr Versprechen gebrochen“, fasst INKOTA-Referent Johannes Schorling zusammen. Um die Schokoladenindustrie auf die Einhaltung ihrer Versprechen zu verpflichten, brauchen wir in Deutschland endlich ein wirksames Lieferkettengesetz. Auf 1,5 Millionen schätzen die Forscher*innen des National Opinion Research Center (NORC) der Universität Chicago die Zahl der Kinder, die unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen in der Côte d'Ivoire und in Ghana arbeiten. Aus den beiden westafrikanischen Staaten stammen etwa 70 Prozent des Kakaos, der in deutschen Süßwaren verarbeitet wird. Damit geht rund jedes zweite Kind, das in den landwirtschaftlichen Regionen der Côte d'Ivoire und Ghanas lebt, ausbeuterischer Kinderarbeit nach.  Trotz Versprechen: keine Abnahme von Kinderarbeit Bereits 2001 hatten Schokoladenhersteller wie Mars und Nestlé im Harkin-Engel-Protokoll versprochen, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2005 zu beenden. Zuletzt hatte die Industrie eine Reduzierung der Kinderarbeit um 70 Prozent bis 2020 in Aussicht gestellt. Daraus geworden ist nichts, wie die neue Studie belegt. Die Kinderarbeit hat in den letzten 10 Jahren nicht abgenommen. Gestiegen ist sogar der Anteil der Kinder, die während der Arbeit gefährlichen Chemikalien ausgesetzt sind - auf mittlerweile 24 Prozent.   „Menschenrechte nicht zum Nulltarif“ „Die Unternehmen haben zu wenig gegen Kinderarbeit getan und zu spät damit angefangen“, stellt Johannes Schorling, Referent für Wirtschaft und Menschenrechte bei INKOTA, fest. „Programme zur Bekämpfung der Kinderarbeit erreichen bisher nur einen kleinen Teil der Bauern, auch weil Unternehmen die hohen Kosten für solche Programme scheuen. Menschenrechte gibt es aber nicht zum Nulltarif. Unternehmen müssen bereit sein, die nötigen Kosten für die Vermeidung von Kinderarbeit zu tragen – dazu gehört auch die Zahlung eines existenzsichernden Kakaopreises.“ Armut bekämpfen, Kinderarbeit beseitigen Um die gravierende Lage nachhaltig zu verbessern, fordert INKOTA die Schokoladenhersteller deshalb auf, ihre Anstrengungen im Kampf gegen Kinderarbeit zu intensivieren. Unternehmen müssen bereit sein, die nötigen Kosten für die flächendeckende Einrichtung von Überwachungs- und Korrektursystemen gegen Kinderarbeit zu tragen. Außerdem müssen die Unternehmen bereit sein, existenzsichernde Kakaopreise zu zahlen, um die Armut der Kakaobauernfamilien zu beenden und dadurch eine der wichtigsten Ursachen für Kinderarbeit zu beseitigen. Lieferkettengesetz gegen gebrochene Versprechen Von der Bundesregierung fordert INKOTA ein wirksames Lieferkettengesetz, das Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen ermöglicht, vor deutschen Gerichten auf Schadensersatz zu klagen. Die Verhandlungen über Eckpunkte für ein Lieferkettengesetz wurden im Bundeskabinett zuletzt jedoch mehrmals vertagt, weil Wirtschaftsminister Peter Altmaier eine starke gesetzliche Regelung blockiert. „Die gebrochenen Versprechen der Schokoladenindustrie zeigen einmal mehr: Ohne klare gesetzliche Spielregeln kommen wir bei der Bekämpfung von Kinderarbeit nicht weiter“, so Johannes Schorling. Jetzt E-Mail an Wirtschaftsminister Altmaier schreiben   
Weiterführende Informationen: Zur NORC-Studie: „Assessing Progress in Reducing Child Labor in Cocoa Production in Cocoa Growing Areas of Côte d’Ivoire and Ghana“ Zum Online-Seminar: Schokolade ohne Kinderarbeit gibt es schon

Erfahren Sie mehr über die Kampagne „Make Chocolate fair!“
Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit in der Côte d'Ivoire
Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit in Ghana




 


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UNICEF warnt vor drohender Ernährungskrise in Sahelzone

Unicef - 20. Oktober 2020 - 9:52
Die humanitäre Situation in der zentralen Sahelzone spitzt sich zu. Rund 7,2 Millionen Kinder brauchen dringend Unterstützung.
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Ein zweites Leben für Einweg-Masken

reset - 20. Oktober 2020 - 5:01
Nach einem kurzen Einsatz als Virenfänger sind Einweg-Masken ein weiteres Wegwerfprodukt, das sich auf unseren ohnehin schon enormen Müllbergen stapelt. Wenn es nach einem französischen Unternehmen geht, muss das aber nicht sein.
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Das zweite Leben der Einweg-Masken

reset - 20. Oktober 2020 - 5:01
Einweg-Masken haben, wie der Name schon sagt, ein ziemlich kurzes Leben. Nach einem kurzen Einsatz als Virenfänger sind sie ein weiteres Wegwerfprodukt, dass sich auf unsere ohnehin schon enormen Müllberge addiert. Wenn es nach einem Unternehmen aus Frankreich geht, muss das jedoch nicht sein.
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8. Hamburger Ratschlag

#HOCHN - 20. Oktober 2020 - 0:00
20 Hamburger NROs laden zum 8. Hamburger Ratschlag zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung am 13. November 2020 ein.

Foto: UHH/Ohme

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German Armed Forces Approaching Outer Space

SWP - 20. Oktober 2020 - 0:00

With the establishment of the Air and Space Operations Centre (ASOC), the Bundes­wehr is bringing together several capacities in one central facility. What sounds like science fiction at first glance is a necessary response to the growing military impor­tance of space as an operational dimension. Space operations will not become part of everyday life overnight. In the medium to long term, however, the new centre offers opportunities for multidimensional integration that could prove to be a driver of innovation for the armed forces as a whole. In order to exploit this potential, addi­tional personnel and structural adjustments are necessary.

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Africa-Europe Civil Society Survey: Engere Zusammenarbeit absolut notwendig

VENRO - 19. Oktober 2020 - 17:33

Über 360 Vertreter_innen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Afrika und Europa haben Anfang Oktober an der Umfrage „Africa-Europe Civil Society Survey“ teilgenommen. Die Bedeutung der afrikanisch-europäischen Beziehungen wurde dabei als hoch bewertet, die Qualität hingegen in Zweifel gezogen. Die erstmals durchgeführte Befragung wurde von VENRO zusammen mit CONCORD, Plataforma Portuguesa das ONGD und SLOGA in Auftrag gegeben und vom Institut für Demoskopie Allensbach umgesetzt.

An der zehntägigen Online-Umfrage, die auf Englisch, Französisch und Portugiesisch verfügbar war, nahmen insgesamt 363 Personen teil (221 aus Afrika und 142 aus Europa). Die meisten Befragten engagieren sich in den Bereichen Menschenrechte sowie Umwelt und Klimaschutz.

97 Prozent der Befragten sehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ an. Doch mehr als zwei Drittel sind der Auffassung, dass die bisherige Zusammenarbeit „nicht gut“ oder „überhaupt nicht“ funktioniert. Dabei fällt auf, dass der Anteil negativer Bewertungen unter den afrikanischen Teilnehmer_innen (50 Prozent) deutlich geringer ist als unter den europäischen (84 Prozent).

Fast alle Befragten (93 Prozent) sind dafür, die Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa zu intensivieren. Unter den fünf Kernthemen, die die EU-Kommission in ihrem Vorschlag für eine neue AU-EU-Strategie nennt, wird dem Bereich „Sustainable Growth and Jobs“ die größte Bedeutung beigemessen (afrikanische Befragte: 42 Prozent, europäische Befragte: 31 Prozent). Danach folgen „Peace, Security and Governance (27 und 22 Prozent) und „Green Transition and Energy Access (13 und 21 Prozent). Die von der EU-Kommission stark betonten Bereiche „Migration and Mobility“ (drei und zwölf Prozent) sowie „Digital Transformation“ (vier und ein Prozent) werden hingegen selten genannt.

Mehr zivilgesellschaftliche Teilhabe notwendig

Eine wichtige Erkenntnis der Befragung ist zudem, dass die große Mehrheit der Teilnehmer_innen (71 Prozent) mit der 2007 von AU und EU initiierten politischen Zusammenarbeit „Africa-Europe Partnership“ kaum oder gar nicht vertraut ist. Unter den Befragten, die die Partnerschaft besser kennen oder zumindest von ihr gehört haben, sind nur neun Prozent der Meinung, dass dabei Anliegen und Positionen zivilgesellschaftlicher Organisationen ausreichend berücksichtigt werden.

Mit Blick auf die zukünftigen afrikanisch-europäischen Beziehungen wünschen sich 89 Prozent der Teilnehmer_innen eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft in die „Africa-Europe Partnership“, und zwar sowohl über die nationalen Regierungen als auch durch die direkte Zusammenarbeit mit AU und EU. 79 Prozent der Befragten in Afrika und 84 Prozent in Europa arbeiten bereits regelmäßig mit zivilgesellschaftlichen Akteur_innen auf dem jeweils anderen Kontinent zusammen.

Eine ausführliche Auswertung des „Africa-Europe Civil Society Survey“ wird derzeit erstellt und in den kommenden Wochen veröffentlicht. Die Ergebnisse sollen auch in die Vorbereitungen des auf 2021 verschobenen AU-EU-Gipfels einfließen.

Coordination beyond the state to solve complex water problems: insights from South Africa

DIE - 19. Oktober 2020 - 17:21

This Briefing Paper presents one of six analyses of cross-sectoral coordination challenges that were conducted as part of the STEER research project and on which separate Briefing Papers are available.
South Africa’s water legislation is internationally recognised for its ambitious implementation of integrated water resource management (IWRM). IWRM is a concept that was developed to address complex water challenges by considering the connections between land and water, and widening the knowledge space to other water-using sectors and actors. Stakeholder participation and coordination – key aspects to IWRM – represent a network governance style, which contrasts with the hierarchical governance style that most governments embody. We find three challenges regarding the implementation of IWRM in South Africa: Firstly, a dual governance system: The landscape of South African organisations relevant to catchment management consists of organisations from the western administrative and traditional governance systems. The western administrative governance system includes organisations such as the Department of Water and Sanitation (DWS), which is mandated to manage water resources, and the Department of Cooperative Governance and Traditional Affairs, which mediates with traditional authorities regarding various issues, including land management. Currently, these organisations do not cooperate on land-water issues as needed. Secondly, a lacking implementation of water legislation: The South African National Water Act of 1998 outlines Catchment Management Agencies (CMA) as network governance structures that should manage the catchment at a local scale and include all water users. However, after more than 20 years, these structures have not been implemented. This is also due to a conflict in governance styles between the stakeholder-integrating CMAs and the expert-driven, hierarchical DWS. Thirdly, conflict between governance styles: In the absence of the CMA, several informal or non-statutory network governance structures have developed in the uMngeni catchment (e.g. Catchment Management Forums and the uMngeni Ecological Infrastructure Partnership). In several instances, actors representing these structures and government representatives are in conflict over the different approaches to knowledge management and decision-making; these differences are rooted in their respective governance styles. In the last few years, the DWS started the process of a Catchment Management Strategy, which requires stakeholders to participate and formulate their needs. This process could become a mediating tool for the conflicts that arise between the actors when using the different hierarchical and network governance styles.
We propose the following recommendations:
1. Integrating traditional authorities into planning processes in a culturally sensitive way is crucial in supporting IWRM.
2. Network structures – designed by government or self-organised – may provide the social capital needed at the local and regional governance levels to implement IWRM.
3. In order to mediate between the existing hierarchical and network governance knowledge, management strategies should represent a hybrid governance style.

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Im Spannungsfeld von Wasser-, Energie- und Landwirtschaftspolitik: Neue Wege für den Wasserschutz in der Weser-Ems-Region

DIE - 19. Oktober 2020 - 16:53

Diese Veröffentlichung stellt eine von sechs Analysen sektorenübergreifender Herausforderungen für Wasser-Governance dar, die als Teil des STEER-Forschungsprojekts durchgeführt wurden und deren Resultate in separaten Analysen und Stellungnahmen vorliegen.
Wenngleich die Land- und Ernährungswirtschaft der Weser-Ems-Region in Niedersachsen wirtschaftlichen Wohlstand gebracht hat, geht sie doch auch mit Herausforderungen für die Umwelt, speziell für die Wasserqualität einher. Die intensive Tierhaltung gilt als Hauptverursacher der Nitratbelastung im Grundwasser – eine Entwicklung, die durch die Förderung nicht-fossiler Energieträger und den Anstieg der Biogasproduktion in der Region noch verstärkt wurde. Vor diesem Hintergrund spielt die Koordination der Sektoren Wasser, (Bio-)Energie und Landwirtschaft eine zentrale Rolle für ein integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM) in der Region und damit für die Verringerung von Nitrat im Grundwasser.
Die Analyse von Koordination und Kooperation lokaler und regionaler Akteur*innen unter Berücksichtigung von i) rechtlich-regulatorischen Strukturen, ii) Prozessen der Wasserbewirtschaftung und iii) sozial-ökologischen Rahmenbedingungen bildet die Grundlage des vorliegenden Beitrags. Sie zeigt, dass sich der Grundwasserschutz in der Weser-Ems-Region seit zwei Jahrzehnten gleichbleibend im Spannungsfeld kaum abgestimmter Politiken aus den Sektoren Wasser, (Bio-)Energie und Landwirtschaft befindet und die Problemlage entsprechend unverändert drängend ist. Die unzureichende Abstimmung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und der Düngeverordnung in Deutschland steht im Widerspruch zu dem international wachsenden Bewusstsein bezüglich kohärenter und integrierter politischer Lösungen beim Management natürlicher Ressourcen wie Grundwasser. Jahrelang orientierte sich die für das Wasserressourcenmanagement zentrale Landwirtschaftspolitik in Deutschland allein an der Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft und vernachlässigte die erheblichen sozialen und ökologischen Kosten. Inwiefern mit der Novellierung der Düngeverordnung 2020 und der Ausweisung nitratsensibler Gebiete eine erfolgreiche Integration gelungen ist, lässt sich heute noch nicht bewerten. Für eine langfristige Verringerung der Nitratbelastung in der Weser-Ems-Region und vergleichbaren Regionen in Deutschland empfiehlt der vorliegende Beitrag:
• eine besser abgestimmte Gesetzgebung in den Sektoren Wasser, Energie und Landwirtschaft,
• die Ausweitung und Förderung erfolgreicher (lokaler) Projekte (z.B. gesamtbetrieblicher Ansatz),
• eine Transformation der intensiven Landwirtschaft hin zu Geschäftsmodellen, die Wirtschaftlichkeit mit ökologischer Verträglichkeit verbinden (z.B. Ökolandbau),
• begleitet durch die Einbindung von Praxiswissen bei der Entwicklung neuer Politikinstrumente sowie
• die Stärkung von Gewässerschutzthemen in der landwirtschaftlichen Ausbildung.

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Corona: Vielschichtige Krise für die Ärmsten

Welthungerhilfe - 19. Oktober 2020 - 16:36
Die weltweite Covid-19-Pandemie hat viele Leben gekostet und belastet die Wirtschaft. Gerade in den ärmsten Ländern werden dramatische Auswirkungen für die Bevölkerung ganz konkret spürbar: Tagelöhner haben keine Arbeit mehr, immer mehr Menschen hungern, die häusliche Gewalt steigt und Mädchen werden früher verheiratet. Wie Corona das Leben der Menschen in unseren Projektländern beeinflusst.
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Außenstelle Stuttgart: Neue Adresse

Engagement Global - 19. Oktober 2020 - 15:43
Die Außenstelle Stuttgart von Engagement Global ist ab sofort in der Olgastraße 53 zu finden.

Im Oktober hieß es für das Team der Außenstelle Stuttgart: Aufräumen, sortieren, Kartons packen und nach mehr als sechs Jahren Abschied nehmen vom Standort am Charlottenplatz. Dort war es eng geworden für das siebenköpfige Team, das zuständig ist für Baden-Württemberg und Bayern. Die neue Anschrift lautet nun: Olgastraße 53, 70182 Stuttgart.

Das neue Büro liegt am Rande des Bohnenviertels, der kleinen, charmanten Altstadt von Stuttgart, und wenige Gehminuten entfernt vom ehemaligen Standort, dem Welthaus. Mit den Vereinen im Welthaus wird die Außenstelle weiterhin Kontakt halten, insbesondere über die Kooperation des Globalen Klassenzimmers.

Dienstags von 14 bis 17 Uhr ist das Büro in der Regel offen und Informationssuchende finden kundige Ansprechpersonen in der Olgastraße 53. Wegen Corona sollte jedoch vorher telefonisch oder per E- Mail ein Termin vereinbart werden. Selbstverständlich berät die Außenstelle Stuttgart auch telefonisch und beantwortet Anfragen auch per E-Mail.

Wie die anderen fünf dezentralen Standorte von Engagement Global ist die Außenstelle Stuttgart Anlaufstelle für Entwicklungsbezogene Bildungsarbeit in den Bundesländern, für bürgerschaftliches Engagement und kommunale Entwicklungspolitik. Die Außenstellen bieten Zugang zu Informationen und Netzwerken, Beratungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Ihre Angebote richten sich an entwicklungspolitisch interessierte und engagierte Menschen. Besonders angesprochen sind zivilgesellschaftliche Akteure – einschließlich migrantischer und diasporischer Organisationen (MDO) – Schulen, Gruppen, Vereine, Bildungseinrichtungen, Film- und Medienschaffende und Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung in Kommunen und Landkreisen.

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Aktuell nachgefragt | Waldsterben 2.0: Wie steht es nach drei Dürresommern um den Wald?

Forum Umwelt & Entwicklung - 19. Oktober 2020 - 15:09

Noch 2017 erklärte die Bundesregierung den deutschen Wald ihrem Waldbericht für »in gutem Zustand«.  Nach den letzten drei katastrophal trockenen Sommern kann davon keine Rede mehr sein. Die Lage hat sich dramatisch verschlechtert. Stürme, Dürre, Borkenkäfer und auch Waldbrände haben den Wäldern schwere Schäden zugefügt. Betroffen sind vor allem die Fichtenbestände. Doch auch immer mehr Laubbäume leiden. Der Klimawandel schlägt mit voller Wucht zu.

Wie ist die Lage einzuschätzen? Sind Wälder und Wasserhaushalt bereits irreparabel geschädigt? Und vor allem: was ist zu tun?

In unserem neuen Veranstaltungsformat Aktuell nachgefragt steht dazu Klaus Borger Rede und Antwort. Er ist Diplom-Forstwirt und Umweltstaaatssekretär a.D., seit 30 Jahren als Geschäftsführer und Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Saar-Hochwald, einem Zusammenschluss von vorwiegend Kleinwaldbesitzern.

 

Termin: Dienstag 27. Oktober, 15 Uhr
Die Veranstaltung findet über zoom statt. Bitte melden Sie sich an um den Link zur Teilnahme zu erhalten.

 

Aktuell nachgefragt

45 Minuten für ein aktuelles Thema, ein informativer Input am Anfang, dann Fragen und Kommentare, direkt vom Schreibtisch aus, allerdings auch ohne anschließenden Abendempfang: Mit dem neuen Video-Veranstaltungsformat des Forums Umwelt & Entwicklung wollen wir in Zukunft kurz, bündig und aktuell informieren. Diskutieren Sie mit oder hören Sie nur zu – Sie sind herzlich eingeladen!

 

Anmeldung

 

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Für eine starke Jugendperspektive in der AU-EU-Partnerschaft!

VENRO - 19. Oktober 2020 - 14:56

Die junge Generation braucht mehr Mitsprache: Warum bei der Überarbeitung der AU-EU-Strategie die Anliegen der jungen Generation in den Mittelpunkt gestellt werden sollten, erklären die amtierenden UN-Jugenddelegierten für Nachhaltige Entwicklung für Deutschland, Felix Kaminski und Sophia Bachmann.

„Die Jugend muss Impulse setzen.“

„Wir brauchen einen fundamentalen Wandel.“

„Jugend soll das Herzstück der der europäisch-afrikanischen Partnerschaft werden.“

Mit diesen und weiteren hochmotivierten Aussagen startete der zweite Tag des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) organisierten Jugendforums zur Partnerschaft der Afrikanischen- (AU) und Europäischen Union (EU).

„Create your vision“ war der Titel der Konferenz, moderiert wurde sie von Shary Reeves, die viele Menschen in Deutschland noch aus ihrer Zeit bei „Wissen-macht-Ah!“ kennen. Dank ihrer locker-leichten Moderation sowie des ambitionierten Titels des Jugendforums arbeiteten die Teilnehmer_innen eineinhalb Tage mit großer Motivation an verschiedenen Themen rund um eine nachhaltige Zukunft. Die am ersten Tag in Kleingruppen erarbeiteten Politikempfehlungen wurden zum Abschluss virtuell als „Roadmap of Solutions“ an Bundesentwicklungsminister Gerd Müller übergeben.

Als persönliches Fazit dieser Konferenz können wir vor allem zwei Dinge festhalten: Es gibt eine Menge junger Menschen, die voller Ideen, Kreativität und politischer Energie sind und wollen, dass ebendiese Ideen und Zukunftsvorstellungen gehört und umgesetzt werden. Und es gibt eine Menge Politiker_innen, die gerne ambitionierte Reden halten und mit großen Worten eine nachhaltige und generationengerechte Zukunft ankündigen.

Größte junge Generation der Geschichte braucht mehr Mitsprache

Nach all diesen enthusiastischen Reden und große Worten müssen nun Taten folgen. Es ist immer leichter, zu reden, als zu handeln. Genau da stößt auch das Jugendforum an seine Grenzen: Wie kann es sein, dass den jungen Redner_innen zur Präsentation ihrer Politikempfehlungen lediglich fünf Minuten pro Arbeitsgruppe eingeräumt werden? Wie kann es sein, dass die Politiker_innen deutliche höhere Redeanteile haben als die Jugendlichen, wenn das Motto doch „Create YOUR vision“ lautet und nicht „Listen to the vision of politicans“?

Wie kann es sein, dass all den jungen Menschen, die sich unter der Woche so viel Zeit für dieses Forum genommen haben, keine konkreten nächsten Schritte im Umgang mit der „Roadmap of Solutions“ genannt wurde? Für uns ist es nicht ausreichend und nicht hinnehmbar, lediglich zu hören, dass Bundesminister Müller versuchen wird, diese Empfehlungen in eine andere Konferenz einfließen zu lassen.

Als größte junge Generation der Geschichte fordern wir, dass unsere Ideen und Empfehlungen ernst genommen und angemessen umgesetzt werden – sei es in der (inter-)nationalen Klimapolitik, im Kampf gegen jegliche Formen von Diskriminierung oder in der afrikanisch-europäischen Partnerschaft. Wie gesagt: Worte reichen nicht, Taten müssen folgen!

Wir erwarten, dass all unser Engagement auf allen politischen Ebenen nicht nur mit netten oder vielsprechenden Worten, sondern mit konkreten Taten gewürdigt wird!

Nächster Mitspracheversuch: Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft

Die Erarbeitung der AU-EU-Strategie, die nun im kommenden Frühjahr während des geplanten AU-EU-Gipfels fertig sein soll, wäre eine Möglichkeit für konkrete Taten. Die Jugend steht dafür bereit: Mit der Energie und dem Willen, jugendpolitische Forderungen in die AU-EU-Strategie zu integrieren, haben wir uns Ende September mit rund 30 Jugendvertreter_innen aus Afrika und Europa zu dem hybriden Seminar „How can we shape governmental institutions in Africa and Europe to increase youths’ trust and participation in politics“ getroffen.

Gemeinsam haben wir einen Zehn-Punkte-Plan mit Forderungen zur afrikanisch-europäischen Partnerschaft erstellt. Sie spiegeln den Zeitgeist unserer Generation wider und haben zum Ziel, das Vertrauen junger Menschen in politische Institutionen zu erhöhen.

Unsere Forderungen sind auf verschiedenen Ebenen angesiedelt: Auf der Makroebene fordern wir eine institutionalisierte Jugendbeteiligung entlang des Politikzyklus sowie eine bessere finanzielle Ausstattung von jugendpolitischen Aktivtäten. Auf der Mikroebene geht es uns unter anderem um die Erstellung eines jährlichen Berichts, in dem AU und EU erklären, inwieweit sie jugendpolitische Forderungen im Berichtszeitraum umgesetzt haben, sowie um eine bessere Nachvollziehbarkeit von politischen Diskussionen durch die Verwendung leicht-verständlicher Sprache oder den Ausbau von kulturellen Austauschprogrammen zwischen Afrika und Europa.

Diese Ergebnisse haben wir auch in kurzen Videostatements veröffentlicht. Wir haben sie zudem am 16. Oktober bei der Konferenz zur Afrika-Europa-Partnerschaft von VENRO auf einem Panel mit Jutta Urpilainen, der EU-Kommissarin für internationale Partnerschaften, sowie in einem anschließenden Workshop vorstgestellt.

Das digitale Zeitalter und die einfache Nutzung virtueller Formate haben es möglich gemacht, im kleinen Workshop-Format unseren Zehn-Punkte-Plan zu erstellen und in einem größeren Format bei der Jugendkonferenz an der „Roadmap of Solutions“ mitzuwirken. Aber ganz gleich wie die verschiedenen Positionspapiere bezeichnet oder ausgestaltet werden: Eine bloße Vorstellung und Veröffentlichung der Ergebnisse reicht nicht aus. Es liegt an uns, aufmerksam zu überprüfen, ob und wie entschieden die Politik unsere Empfehlungen umsetzt. Und es liegt auch an uns, weiterhin in Gesprächen und auf Konferenzen Politiker_innen die Wichtigkeit von echter Jugendbeteiligung vor Augen zu führen.

Felix Kaminski und Sophia Bachmann sind die amtierenden Jugenddelegierten für Nachhaltige Entwicklung für Deutschland. Sie begleiten die deutsche Nachhaltigkeitspolitik und vertreten die Interessen junger Menschen bei nationalen und internationalen Veranstaltungen wie dem Hochrangigen Politischen Forum für Nachhaltige Entwicklung (High Level Political Forum for Sustainable Development, HLPF).

Werden Sie Teil unseres Teams! Wir bieten zwei Praktika ab Dezember 2020.

Global Compact - 19. Oktober 2020 - 13:53
Sie besitzen vertiefte Kenntnisse im Themenfeld Unternehmerische Verantwortung und/oder in den Bereichen Marketing, Kommunikation und Medien und können diese erfolgreich einsetzen? Sie interessieren sich für die Arbeit des Deutschen Global Compact Netzwerks und des UN Global Compact und sind ab Dezember 2020 für sechs Monate verfügbar?
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19. Oktober 2020

ONE - 19. Oktober 2020 - 12:02

1. Nigeria: Proteste gegen Polizeigewalt gehen weiter
Wie der Tagesspiegel und die Frankfurter Rundschau berichten, eskaliert die Polizeigewalt in Nigeria weiter. Die Polizeieinheit SARS, gegen die die Menschen in Lagos seit Wochen auf die Straße gehen, habe laut Amnesty International bereits 82 Menschen getötet. Zudem liegen schwere Vorwürfe wegen Folter und Erpressung vor. Erst zu Beginn dieses Monats habe SARS einen jungen Mann aus einem Hotel gezerrt und daraufhin auf offener Straße hingerichtet. Die Hinrichtung sei aufgezeichnet und auf den sozialen Medien verbreitet worden. Dies habe zu einer Protestbewegung geführt, die keine*n Anführer*in habe und online koordiniert werde. Auch international solidarisieren sich Stars wie Wizkid und Kanye West mit dem Protestierenden. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari habe sowohl die Auflösung der SARS-Polizeieinheit sowie die Freilassung aller im Zuge der Demonstrationen festgenommenen Personen versprochen sowie die Einrichtung einer Kommission, die die Übergriffe aufklären soll. Allerdings habe er ebenfalls die Gründung einer neuen Polizeieinheit angeordnet – SWAT (Special Weapons and Tactics Team). Da es in den letzten Jahren bereits ähnliche politische Versprechen gegeben und sich dennoch nichts geändert habe, seien die Protestierenden gewillt, weiterhin auf der Straße zu bleiben. Sie haben ihren Hashtag von #ENDSARS zu #ENDSWAT geändert. Die militärische Führung Nigerias habe bereits angedroht, „mit den subversiven Elementen und Störenfrieden aufzuräumen“.

2. Guinea: Wahlen ein politisches Pulverfass
Wie unter anderem die Tageszeitung (Taz), die Frankfurter Rundschau, die Deutsche Welle und evangelisch.de melden, fanden am Sonntag Präsidenschaftswahlen im westafrikanischen Guinea statt. Die Spitzenkandidaten seien dieselben wie jene bei der ersten demokratischen Wahl im Land 2010: Oppositionsführer Cellou Dalein Diallo sowie Amtsinhaber Alpha Condé. Letzterer würde mit einer erfolgreichen Wahl in eine dritte Amtszeit starten. Da dies bisher verfassungswidrig gewesen sei, habe Condé ein Verfassungsreferendum erwirkt, das ihm weitere zwölf Jahren im Amt ermöglichen würde. Es gebe landesweit politische und ethnische Spannungen, so Ilaria Allegrozzi von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). Laut dem Washingtoner ‘Afrika Zentrum für Strategische Studien’ ergeben Amtszeitbegrenzungen Sinn, da temporäre Präsident*innen das Landeswohl nicht um jeden Preis mit der eigenen Macht verknüpfen. Laut einer Umfrage des Afrikabarometers befürworten 75 Prozent der Bewohner*innen des afrikanischen Kontinents eine Beschränkung der Amtszeit ihrer jeweiligen Staatsoberhäupter*innen. Laut Joschka Philipps, Soziologe mit Forschungsschwerpunkt Guinea an der Universität Basel, habe die internationale Gesellschaft großes Interesse daran, das westafrikanische Land stabil zu halten. Die Gründe dafür seien wirtschaftlich: Guinea habe weltweit das größte Bauxit-Vorkommen. Ein Sprecher des UN-Generalsekretärs António Guterres habe die Parteien Guineas aufgerufen, von Gewalt abzusehen, schreibt evanglisch.de.

3. Elfenbeinküste: Aufruf zum Wahlboykott
Wie die Tageszeitung (TAZ), die Frankfurter Rundschau und die Deutsche Welle thematisieren, haben zwei der vier Präsidentschaftskandidaten in der Elfenbeinküste zum Boykott der bevorstehenden Wahlen aufgerufen. Von 44 Bewerber*innen für die Kandidatur seien lediglich vier zugelassen worden. Der derzeitige Amtsinhaber Alassane Ouattara habe auf Grund des Todes seines Wunschnachfolgers Amadou Gon Coulibaly (ehemaliger Ministerpräsident) eine Erlaubnis für eine dritte Amtszeit erbeten und diese vom Verfassungsgericht erhalten. Die Bevölkerung sowie die Opposition stehen dieser Entscheidung kritisch gegenüber. Es sei bereits im August zu Ausschreitungen mit Todesopfern gekommen.

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