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Civil society organizations and managerialism: on the depoliticization of the adaptive management agenda

DIE - 15. März 2022 - 8:54

In the last decade, a movement formed around making aid delivery more adaptive, relying on principles such as context-sensitivity, flexibility and ownership. The approaches seem promising for civil society organizations (CSOs) to fulfil their mission of fostering social transformation. While several donor agencies have started engaging with such approaches, the authors hardly see their political implications in practice.
The article aims to provide evidence on an adaptive project and demonstrate how the social transformative and political nature of adaptive development management is rendered technical and is depoliticized in practice.
We use a case study of a development programme based on a social transformative policy framework that is implemented through CSOs in Uganda and Vietnam. Data was collected by means of interviews, participant observation and document analysis.
We find that, in practice, the social transformative policy framework is competing with managerial logics. We compare this process with the depoliticization of the Paris Declaration on Aid Effectiveness, finding striking similarities. By using practice theory, we show how managerialism remains the dominant paradigm in the civil society aid sector, fuelling the ‘anti-politics machine’.
The article shows that policy frameworks do not always work as intended. Donors should therefore not only change policy frameworks, but also start addressing institutional and operational requirements.

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Geopolitics of Electricity: Grids, Space and (political) Power

SWP - 15. März 2022 - 1:00

Although electricity grids shape and define both political and economic spaces, the geopolitical significance of electricity remains underestimated. In political communities and beyond, such grids establish new channels for projecting geopolitical influence and new spheres of influence. In the Europe-Asia continental area, integrated electricity grids meet inter­connectors – that is, cross-border transmission lines linking different elec­tric grids. Interconnectors define new, partly competing vectors of integra­tion that extend beyond already integrated electricity grids. In this context, it is attractive for non-EU states to belong to the electricity system of continental Europe. This is because interconnected synchronous systems form “grid communities” that share a “common destiny” – not only in terms of electricity supply but also in terms of security and welfare. Germany and the EU must develop an electricity foreign policy in order to optimise, modernise, strengthen and expand the European electricity grid. Above all, however, Germany and the EU should help shape interconnectivity beyond the EU’s common integrated electricity grid. China is gaining considerable influence in the electricity sector, setting standards and norms as well as expanding its strategic outreach – to the benefit of its own economy. Its efforts are part of Beijing’s larger Belt and Road Initiative (BRI), an attempt to reorient global infrastructure and com­mercial flows. In the EU’s eastern neighbourhood, geopolitical issues have dominated the configuration of electricity grids since the end of the Cold War. There is unmistakable competition over integration between the EU and Russia. The eastern Mediterranean region, the Black Sea and Caspian Sea regions, and Central Asia are, each in their own way, changing from peripheral zones into interconnecting spaces. The EU, China, Russia and – across the Black Sea – Iran and Turkey are competing in these zones to influ­ence the reconfiguration of electricity grids. And in South and Southeast Asia, India’s influence is on the rise.

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Beitrittsgesuch der Ukraine setzt EU unter Druck

SWP - 15. März 2022 - 1:00

Während russische Panzer und Artillerie nach Charkiw und Kiew vorstießen, unter­zeichnete Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Aufnahmegesuch an die EU. Er fordert eine besondere Aufnahmeprozedur, die die Ukraine schnell in die EU führt. Die Ukraine strebt nicht erst unter Raketenbeschuss eine EU-Mitgliedschaft an; sie sieht – ähnlich wie Moldau und Georgien – in ihrem heutigen Status der Assoziation mit der EU nur eine Vorstufe zum Beitritt. Der Antrag vom 28. Februar ist ein Hilferuf aus dem schrecklichen Krieg heraus. Erste Antworten aus der Kommission und dem Euro­päischen Parlament bezeugten zwar viel politische Sympathie für das Drängen der Ukraine. Dennoch stellen die EU-Spitzen keine schnelle Mitgliedschaft in Aussicht. Die Zurückhaltung entspringt der Erfahrung, dass Aufnahmeverhandlungen in der Regel anspruchsvoll und langwierig sind, es also keine Abkürzungen zum Ziel gibt. Es gibt aber auch Interessen der EU, die selbst einer expliziten Beitrittsperspektive entgegenstehen. In jedem Fall sollte die EU ihre Politik der Integration und Koope­ration mit Ländern der Östlichen Partnerschaft sicherheitspolitisch flankieren.

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CETA-Urteil: Bundesverfassungsgericht gibt grünes Licht

SPD - 15. März 2022 - 0:00
Das Bundesverfassungsgericht hat alle Klagen zu CETA abgewiesen. Bereits seit 2016 sind mehrere Verfahren vor dem Bundeverfassungsgericht anhängig gewesen, die die Zuständigkeitsverteilung zwischen der EU und den Mitgliedstaaten sowie die Rolle des Gemischten CETA-Ausschusses betrafen. Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hat diese Klagen jetzt alle als unbegründet abgewiesen, sagen Bernd Westphal und Markus Töns.
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Ukraine: Kinder und Familien auf der Flucht unterstützen | UNICEF

SID Blog - 14. März 2022 - 19:53
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Ukraine

UNICEF: Kinder und Familien auf der Flucht schützen und unterstützen

Heute besucht Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, eine Anlaufstelle von UNICEF für geflüchtete Kinder und Familien an der Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine.

© UNICEF/UN0599229/Moldovan

Köln, den 14. März 2022 // Mehr als 2,6 Millionen Menschen sind seit Beginn des Krieges in der Ukraine in die Nachbarländer geflohen. Unter ihnen waren Ende vergangener Woche bereits eine Million Kinder und Jugendliche. In Rumänien kamen laut Vereinten Nationen bis zum 8. März 84,671 Geflüchtete aus der Ukraine an. Gemeinsam mit der rumänischen Regierung sowie lokalen Behörden und Nichtregierungsorganisationen richtet UNICEF sogenannte „Blue Dot" -Anlaufstellen für Kinder und Familien ein.

„Dieser Krieg ist eine Katastrophe für Kinder. Die UNICEF-Teams berichten von herzzerreißenden Schicksalen von Mädchen und Jungen, die an den Grenzübergängen ankommen. Die Kinder wurden von einem Tag auf den anderen aus ihrem vertrauten, sie schützenden Umfeld gerissen und haben Angst und Schrecken erlebt. Viele sind traumatisiert", sagte Georg Graf Waldersee, Vorsitzender von UNICEF Deutschland, der die deutsche Entwicklungsministerin in Rumänien begleitet. „Wir sorgen uns insbesondere um unbegleitete und von ihren Familien getrennte Kinder – sie sind besonders gefährdet. Jedes Kind, das vor dem Krieg in der Ukraine flieht, hat Anspruch und Recht auf Schutz und Unterstützung." 

„Blue-Dot"- Anlaufstellen sind sichere Orte, die Unterstützung durch geschulte Fachkräfte sowie Informationen für geflüchtete Kinder und Familien bieten. Sie sind insbesondere ein wichtiger Schutzort für Kinder, die allein unterwegs sind und von ihren Familien getrennt wurden, und helfen bei der Zusammenführung mit ihren Familien. Kinder und ihre Begleitpersonen werden dort bei ihrer Ankunft registriert. So können besonders verletzliche Kinder identifiziert und unterstützt werden.

Müttern und Kindern bieten die „Blue Dots" zudem einen geschützten Raum, um sich ein wenig zu erholen; die Mädchen und Jungen erhalten einen Ort zum Spielen und dringend benötigte psychosoziale Hilfe. Außerdem bekommen Familien dort Hilfsgüter wie Hygieneartikel und Decken. Die ersten dieser Einrichtungen haben in Rumänien und in der Republik Moldau ihre Arbeit aufgenommen. Sie bauen auf den nationalen Sozial- und Kinderschutzsystemen der Regierungen auf und sind mit nationalen und lokalen Angeboten verknüpft.

UNICEF und seine Partner leisten inmitten des Krieges in der Ukraine umfangreiche Hilfe, wo immer es die Sicherheitslage zulässt und Zugangsmöglichkeiten bestehen, und versuchen, die Versorgungskette innerhalb des Landes auszubauen. Die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger unterstützen diese Arbeit durch Spenden sehr großzügig. 

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist bereits seit Jahren eine der wichtigsten Säulen der UNICEF-Hilfe für die Ukraine.

Service

» Aktuelles Bild- und Videomaterial für die Berichterstattung finden Sie hier.

» Alle aktuellen Informationen und Beiträge zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier. 

» Fragen und Antworten zur Situation in der Ukraine beantworten wir in unserem Blog.


Local Elections and Societal Peace in Nepal

DIE - 14. März 2022 - 16:38

The 2017 Nepali Local Elections marked the first opportunity in over a decade for citizens to vote for representatives at the local governmental level across Nepal. Held in three phases between May and September of 2017, this set of elections holds great historical significance as they are also the first local level elections to be held since the promulgation of the new Constitution of Nepal of 2015, which introduced a three-tier federal governance system. Thus, the 2017 elections represent key element of the Nepalese peace process moving forward. How has the introduction of local elections affected peace and the social fabric in Nepal? The elections were initially highly criticized by some and laden with high expectations by others. This report presents some key findings of a comprehensive research study on the introduction of the elections jointly conducted by the Deutsches Institut für Entwicklungspolitik/German Development Institute (DIE) and Centre for Social Change (CSC) between the period of January-May 2021. This report outlines the key outcomes, insights, and takeaways obtained in this study.

See also DP 4/2022 Fiedler, Mross et. al. - What role do local elections play for societal peace in Nepal? Evidence from post-conflict Nepal

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E+Z/D+C 2022/04 – now – Derrick Silimina – Zambia – mining and fishing

E+Z - 14. März 2022 - 16:29
Mining company KML aids the environment by putting fish in two of its dams

In particular the company, a subsidiary of First Quantum Minerals, put 30,000 young fish of the species Tilapia, green bream and yellowfin bream into freshwater dams at Chisola and Musangezhi.

The action is part of KML’s corporate social responsibility programme, aimed at presenting itself as socially and environmentally responsible. It is also a way to defuse any remaining objections that environmentalists, farmers and local residents raised when the dams were first built nine years ago.

“We cast our net wide with putting 30,000 fingerlings (young fish) into the ecosystem,” says KML general manager Sean Egner. “We are not doing this just to meet a compliance obligation. We are affirming our commitment to extract resources responsibly. Our sustainability strategy is part of everything we do.”

In addition to contributing to the environment, KML hopes to boost the region’s fishing industry. Despite Zambia’s many water resources, which include lakes, rivers and streams, the country’s fishing and aquaculture industries face many challenges.

According to a 2020 econometric analysis by agricultural experts Emmanuel Chibanda Musaba and Enedy Namanwe, constraints on fish production in Zambia include: “high feed cost, poor extension services, poor marketing support, inadequate storage facilities, limited capital, poor power supply, predators, high cost of pond construction, high fish prices and inadequate water supply.” The study was published in the International Journal of Research Studies in Agricultural Sciences.

In addition, the sector suffers from a lack of adequate fish seed and feed supplies. As a result of all these issues, Zambia is a net importer of fish, with most of its supply coming from China.

Local officials praise KML’s contributions both to the environment and to replenishing fish stocks. “We are really pleased with KML management’s initiative to restock the Chisola and Musangezhi dams with fingerlings,” says Alick Mbewe, a technical officer at North Western Province’s Fisheries Ministry. “We encourage other stakeholders to emulate KML.”

Moreover, restocking of fish should not be a one-time event. Water bodies need to be restocked frequently with a variety of species to meet high consumer demand for fish, according to Mbewe.

Before putting small fish into the two dams, KML took advice from North-Western Province’s fisheries department. The company is also working with a local Community Resource Board to develop good strategies for managing fisheries. The aim is to manage all water ecosystems within the mines’ catchment areas in a sustainable way, Egner says.

Link

Chibanda Musaba, E., and Namanwe, E., 2020:  Econometric analysis of socio-economic factors affecting smallholder fish production in Kabwe District, Zambia. International Journal of Research Studies in Agricultural Sciences.
https://www.arcjournals.org/pdfs/ijrsas/v6-i2/2.pdf

Derrick Silimina is a freelance journalist based in Lusaka. He focuses on Zambian agriculture and sustainability issues.
derricksilimina@gmail.com

 

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No commitment against Russia: How the EU can respond to ASEAN’s reticence

SWP - 14. März 2022 - 15:27

Even more than a week after the Russian attack on Ukraine, the Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) is still mincing its words. In a Joint Statement, ASEAN foreign ministers did not even name Russia as the aggressor, let alone condemn it. They merely called for dialogue, respect for sovereignty, and a ceasefire. This reaction was to be expected – and yet it is disappointing. After all, ASEAN is a central anchor of Germany’s and Europe’s Indo-Pacific strategy. It is deemed essential for the aspired diversification of political and economic partners to reduce Germany’s dependency on China. It is also an important partner to foster multilateral cooperation and maintain a rules-based regional order. A closer look, however, reveals a more nuanced picture of ASEAN that offers opportunities and starting points for German and European diplomacy.

A weak common position

In its charter, ASEAN emphasizes the importance of peaceful conflict resolution as well as respect for territorial integrity, sovereignty, and the rules-based international order. However, as an intergovernmental organization committed to the principle of consensus, it is subject to the often conflicting interests of its members, which then leads to positions representing the lowest common denominator.

This was also the case in the attack on Ukraine: ASEAN’s position reflected factors such as Vietnam’s historically close relations with Russia, Russia’s role as an arms and energy supplier for parts of the region, and the hope that closer relations with Russia would go some way toward weakening China’s increasing dominance in the region, even if the latter seems increasingly questionable in view of the “ironclad” partnership between Moscow and Beijing.

ASEAN is therefore likely to continue to show restraint toward Moscow. Russia, unlike Ukraine, is an established ASEAN dialogue partner and member of multilateral formats such as the East Asia Summit, the ASEAN Regional Forum, and also the economic organization Asia-Pacific Economic Cooperation. In addition, Indonesia is chairing the G20 this year, which also includes Russia.

Heterogeneity of the ASEAN states

The range of positions within ASEAN are reflected in the voting behavior of its members on the Ukraine resolution in the UN General Assembly: Only Vietnam and Laos abstained, but all others supported the resolution. A special case is Myanmar, whose junta openly supports Russia’s war of aggression because Russia recognized it internationally after its coup d’etat in 2021. Myanmar’s UN ambassador – an avowed opponent of the military coup in his country but who is still accredited to the UN – also voted in favor of the resolution. States such as Indonesia and the Philippines (after initial hesitation) condemned Russia’s actions. Singapore has gone even further: It is the only ASEAN member to date to impose unilateral sanctions against Russia.

Implications for Germany and the EU

How can Berlin and Brussels deal with this complex situation? First, they should not abandon ASEAN despite, or precisely because of, its restraint and neutrality. After all, the consensus principle in foreign and security policy issues often enough leads to weak statements in the EU as well. They should use the channels to ASEAN as well as to individual member states to create awareness about the possible effects of the Russian intervention on the international order.

Furthermore, an adaption of the narrative put forward by the United States – that the world is in the ultimate struggle between democracies and autocracies – is not helpful when it comes to the political reality in the region. At worst, it can even be harmful if such a black-and-white scheme excludes potential like-minded partners who are guided by similar interests. Even states that are not democracies in the “transatlantic” definition may have an interest in a rules-based order where the principle “might makes right” and disregard for territorial sovereignty do not apply. The case of Singapore – classified as “partly free” in the Freedom House Index – as the only ASEAN state imposing sanctions against Russia is a case in point. Moreover, disruptions in the global economy also have an impact on Southeast Asia, for example in areas such as energy security due to rising oil prices or food security due to reduced grain exports from Ukraine.

The voting behavior of the ASEAN states in the UN shows that there is a basis of shared interests, even if not of common values. After all, these are predominantly small and medium-sized states that are themselves exposed to varying degrees of pressure, threats, and attempts at intimidation on the part of a major power, namely China, but at the same time see themselves as dependent, mainly in the economic area. Seeing that even states with close ties to Russia, such as Vietnam, are now discussing the plight of Ukraine, cooperation can be sought at least on humanitarian issues. This would be important, on the one hand, to underline the central role of all ASEAN states for Europe’s Indo-Pacific policy. On the other hand, it would also have symbolic significance, as it would appear to at least partially weaken the close ties of some with Russia in the Ukraine crisis. With other states, such as Singapore or even G20 host Indonesia, cooperation on Ukraine could be intensified at the diplomatic level. Consideration should also be given to an EU-ASEAN special meeting at the ministerial level on the political, economic, and humanitarian implications of the war in Ukraine. Germany and the EU should not use Russia’s invasion of their own neighborhood as an excuse to turn their attention away from the Indo-Pacific again, but should see this as an opportunity for increased exchange and cooperation with the states in the region, including ASEAN members. In doing so, they must take into account existing differences in the region. This requires a flexible rather than a uniform approach.

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Die verborgenen Kosten der Sicherheitskooperation mit Ägypten

DIE - 14. März 2022 - 15:25

Die Bundesregierung hat ihre langjährige Ablehnung gegenüber Waffenlieferungen in Konfliktgebiete angesichts des Krieges in der Ukraine aufgegeben. In Anbetracht der existenziellen Bedrohung eines demokratischen Partners in Europa kündigte Bundeskanzler Scholz an, die ukrainische Armee mit Stinger-Raketen und Panzerabwehrwaffen zu beliefern. Diese historische Kehrtwende einer Politik, die ihre Wurzeln im Erbe des Zweiten Weltkriegs hat, wurde weithin als Akt der Solidarität gewertet. Sie nährt aber auch Sorgen, die Bundesregierung könnte im Zuge ihres Kurswechsels auch andere Beschränkungen für Waffenexporte aufgeben – etwa an Autokratien. Obschon die russische Invasion doch die Notwendigkeit unterstreicht, bisherige Rüstungspolitik stärker auf den Prüfstand zu stellen – gerade gegenüber Autokratien.

Ein Beispiel ist die Sicherheitskooperation mit Ägypten: Die USA und Deutschland haben kürzlich umfangreiche Waffengeschäfte mit dem Land abgeschlossen, die EU strebt mit dem Land eine Partnerschaft zur Terrorismusbekämpfung an. Diese Initiativen wurden vor dem Hintergrund der katastrophalen Menschenrechtsbilanz Ägyptens heftig von Befürworter*innen einer restriktiveren Rüstungsexportpolitik kritisiert. Jenseits der Frage nach der moralischen Vertretbarkeit der Geschäfte sind sie aber auch mit erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Kosten verbunden.

Erstens werfen große Waffengeschäfte Fragen zu den Entwicklungsprioritäten Ägyptens auf. Geld, das für Militärflugzeuge, Schiffe und Radarsysteme ausgegeben wird, steht nicht für die Armutsbekämpfung oder die Modernisierung baufälliger Schulen und Krankenhäuser zur Verfügung. Die Rüstungsgeschäfte im Wert von 7,5 Milliarden Dollar entsprechen fast drei Viertel des Bildungsbudgets des Landes oder 75 % der jährlichen Ausgaben für die Einfuhr von Grundnahrungsmitteln. Sie übersteigen das Gesamtbudget für die Gesundheitsversorgung in Zeiten einer Pandemie. Waffenimporten Vorrang vor inländischen Investitionen zu geben, bedroht die wirtschaftliche Funktionsfähigkeit des Landes, den sozialen Zusammenhalt und letztlich die Stabilität Ägyptens.

Zudem nimmt der Abwertungsdruck auf die ägyptische Währung zu. Die Inlandsverschuldung des Staates besteht vor allem aus Schatzbriefen in ägyptischen Pfund, deren realer Wert und Zins in Folge der hohen Inflation bereits stark verfielen. Da in- und ausländische Investoren mit einem baldigen Anstieg der US-Zinsen rechnen und immer weniger rentable Investitionsmöglichkeiten sehen, verlassen sie das Land zunehmend auf der Suche nach sichereren Märkten. Die Kluft zwischen dem von Ägyptens Regierung verwalteten und dem auf freien Märkten angewandten Wechselkurs wird dadurch noch größer. Dies setzt das Leistungsbilanzdefizit weiter unter Druck, sodass eine baldige Abwertung des Pfundes unmittelbar bevorsteht. Versuche, hiergegen anzukämpfen, führen nur dazu, dass die ägyptischen Währungsreserven aufgebraucht werden und der Wert des Pfundes weiter sinkt. Die neuen Importe erhöhen zudem die Auslandsverschuldung des Landes. Und der Schuldendienst wird nach einer Abwertung des Pfundes erneut teurer, was die Fähigkeiten der Regierung weiter beeinträchtigt, den Bürger*innen wichtige Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen und dringend benötigte Investitionen zur Entwicklung des Landes zu tätigen.

Darüber hinaus untergraben die Waffengeschäfte den westlichen Anspruch einer rechtsbasierten Außenpolitik sowie die Fähigkeit als vertrauenswürdiger Partner der Zivilgesellschaft aufzutreten. Derartige Bedenken werden in Brüssel oder Berlin oft mit Verweis auf realpolitische Notwendigkeiten beiseite gewischt. Die deutsche Exportpolitik gegenüber Ägypten folgt immer noch dem von Genscher geprägten Dogma „Was schwimmt, geht“. Demnach ist der Export von Rüstungsgütern rechtfertigbar, solange diese nicht gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden. U-Boote und Schiffe machen daher den Großteil der deutschen Rüstungsexporte an Autokratien aus. Diese Sichtweise lässt jedoch außer Acht, dass Waffenlieferungen auch über die gelieferten Güter hinaus Folgen haben: Sie bekräftigen die Empfänger in ihrem Kurs und erweitern ihre innenpolitischen Handlungsspielräume. Genschers Grundsatz mag Diplomat*innen eine Rechtfertigung liefern. Menschenrechtsaktivist*innen werden sich indes kaum davon überzeugen lassen, dass die durch Waffengeschäfte geschaffenen Abhängigkeiten der Kritik an Menschenrechtsverletzungen zuträglich sind.

Dies gilt auch für die gemeinsame Bewerbung der EU und Ägyptens um den Vorsitz des Globalen Forums für Terrorismusbekämpfung. An dieser wird trotz der dokumentierten brutalen Repressionen in Ägypten unter dem Deckmantel des „Krieges gegen den Terror“ festgehalten. Die geplante Partnerschaft bei der Terrorismusbekämpfung lässt sich sogar noch schwerer nachvollziehen als die Waffendeals, da sie kaum durch wirtschaftliche Interessen erklärbar ist. Zudem erweist sie den Versuchen, auf multilateraler Ebene wirksame PVE/CVE-Politiken zu entwickeln, einen Bärendienst. Die Zusammenarbeit mit Behörden, deren juristische Definition von Terrorismus praktisch alle politischen Gegner*innen erfasst, politisiert die Prozesse zur Gefährdungseinschätzung der globalen Terrorismusbekämpfung. Sie legitimiert repressive Strukturen, welche Radikalisierung befördern. Und sie untergräbt rechtsstaatliche Prinzipien bei der Bekämpfung politischer Gewalt.

Ist es wirklich in Europas Interesse, Ägypten an die Spitze einer Plattform mit weitreichendem Einfluss auf die globale Sicherheitspolitik zu verhelfen? Will es Ägypten wirklich zu einer regionalen Militärmacht mit Hochseekapazitäten machen, anstatt Investitionen in seine Bevölkerung zu unterstützen? Abgesehen von den potenziellen Folgen einer massiven Aufrüstung in der Region – ein Risiko, das die Eskalation in der Ukraine deutlich macht – ist eine Sicherheitskooperation dieser Größenordnung mit erheblichen Reputationskosten verbunden. Im besten Fall wird sie als ignorant und von nationalen Wirtschaftsinteressen geleitet wahrgenommen – im schlimmsten Fall als offene Unterstützung autoritärer Strukturen.

Prof. Dr. Amirah El-Haddad ist Ökonomin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprogramm „Transformation der Wirtschafts- und Sozialsysteme“.

Dr. Jannis Grimm leitet die Nachwuchsgruppe "Radical Spaces" am Zentrum für Interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung (INTERACT) der Freien Universität Berlin.

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War in Ukraine and food security: Developing a judicious “food first” strategy for autumn

SWP - 14. März 2022 - 13:29

The war against Ukraine directly impacts agricultural markets: It impedes delivery of existing stocks and the upcoming sowing of many types of grains. Due to the occupation and destruction of major ports, exports will continue to collapse. Agricultural exports from Russia are currently still possible on the main transport route via a few ports on the Black Sea. However, shipping companies report limiting their transport due to the perceived danger and concerns about loss of business. Very recently, Ukraine announced that it would restrict its own exports for domestic supply security reasons.

Ukraine and Russia have become key players for the export of both grain and sunflower (oil) in the post-Soviet era. For quite some time, their crop yields have therefore influenced international volumes and prices: Ukraine provided on average 10 per cent of the world’s wheat export supply, Russia as much as 24 per cent. For maize, Ukraine supplied 15 per cent of the important feed and fodder supply. The international market for fertiliser is even more concentrated: With trade shares of individual fertiliser components reaching up to 50 per cent, Russia dominates the market for ammonium nitrate, and Belarus with 16 per cent for potash fertiliser.

The financial sanctions of numerous states and the EU against Russia currently affect agricultural exports indirectly – due to general business uncertainty – while specific fertiliser sanctions directly target respective exports: Due to the handling of the political opposition in Belarus, the EU had already imposed fertiliser sanctions on the market-dominating Belarusian potash producer “Belaruskali” in summer 2021 and extended them last week.

War weighs on an already tense market situation for agricultural and fertiliser products

Prices for many agricultural products determined by the Food and Agriculture Organisation of the United Nations currently already exceed the historic highs during the food price crises of 2007 and 2011. Fertiliser prices have also been rising to record levels for months. In addition, shortages due to reduced or cancelled supplies of grain and fertiliser from Russia, Ukraine, and Belarus are driving up prices. Since the beginning of the Covid-19 pandemic, Russia, like many countries, has been using export restrictions on agricultural products to secure its own supplies – despite international warnings against these price-increasing measures. Just last week, the Russian government recommended that Russian companies also limit fertiliser exports.

Besides Ukraine, crop and supply shortfalls initially affect countries that import agricultural products from the war-affected region and are currently looking for readily available alternative sources. This drives up prices on global markets, thereby burdening all importers worldwide but hitting low-income countries and people the hardest. Egypt has an import share of 60 per cent of Russian grain and 20 per cent Ukrainian grain. To date, other countries that are already vulnerable to supply insecurity, such as Lebanon, Libya, Yemen, Bangladesh, and Turkey, also purchase the majority of their grain from the region. The African countries of Chad and Niger imported up to 80 per cent of their fertilisers and raw materials from Russia and Belarus, and Europe as well as many countries in Latin America also purchased large shares.

Absorbing short-term bottlenecks with higher costs and open trade

Affected countries have different options for adjustment: Egypt still has limited but probably sufficient grain stocks of its own for the time being, despite strong supply dependence vis-à-vis the region. In Lebanon, on the other hand, the 2020 explosion at the port of Beirut destroyed wheat warehouses, reducing storage capacity from six months to one month, therefore a continuous flow of supplies is needed.

Remaining supply gaps that cannot be solved in importing countries by means of shifts in consumption towards more food rather than energy use, require food and also fertiliser support. However, these are becoming more expensive as a result of rising prices for procurement and delivery. Transport and delivery must additionally be protected when sourcing from the region along vulnerable routes.

Trade must remain open and possibly protected on routes perceived as dangerous by shipping lines. Typical crisis-induced but price-pushing export restrictions must be avoided, both within the EU and internationally.

Judicious “food first” strategy needed for medium-term risks

Failing supplies from the major agricultural region will show their full effects in the coming autumn crop season, which may only be offset to a certain extent by crops from other major producers, such as Australia, the United States, and the EU.

Large agricultural countries could pursue forward-looking, coordinated market relaxation in order to quickly identify food supply potentials. However, in order to avoid symbolic politics or protectionist reflexes to support domestic production, the volume and price effects of possible approaches – suspension of set-aside programmes, reduced use of agro-fuels, or land rededication from fodder to food production – need to be assessed accurately. If a contribution to market relaxation is to be expected, corresponding measures should be quickly initiated for the upcoming crop year as a temporary crisis measure. Similarly, the United States is discussing the suspension of the conservation reserve programme to allow farmers to bring set-aside area into production. Price-driving sanctions with regard to fertilisers and agricultural goods should be avoided – or at least be accompanied by aid concepts to absorb linked supply risks.

As during the onset of the Covid-19 crisis, the Agricultural Market Information System (AMIS) – a monitoring system developed by the G20 in response to past food price crises – should be used for an international information campaign to prevent price-pushing export restrictions by means of appeals. However, more important than appeals would be the adoption of strict criteria and deadlines for these measures that are enforceable at the WTO level.

In the future, AMIS should cover not only agricultural products, fertilisers, and energy sources, but also the condition of and access to trade infrastructure. Here, restrictions heavily influence supply and price and should therefore be included in a comprehensive warning system for international supply potential.

Furthermore, a future international political offensive for fertilisers and their raw materials is needed. Not only must the market situation be monitored and – in the event of shortages – be accompanied by aid early on. Technologies to make their use more efficient and to increase fertiliser production capacities as well as approaches to their substitution – whether technologically or by cultivation – are also needed.

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Erste Gespräche mit der neuen Bundesregierung – was nehmen wir daraus mit?

VENRO - 14. März 2022 - 12:37

Nach drei Monaten Ampelkoalition ist es Zeit für ein Zwischenfazit: Die VENRO-Vorsitzenden Mathias Mogge und Martina Schaub skizzieren mit Blick auf ihre bisherigen politischen Termine mit Regierungsvertreter_innen, welche Chancen und Herausforderungen sich für die Zivilgesellschaft abzeichnen.

Seit mehr als 90 Tagen ist mit der Ampelkoalition eine Bundesregierung im Amt, die im Rahmen des Koalitionsvertrags wiederholt die internationale Verantwortung Deutschlands betonte und sich den enormen globalen Herausforderungen stellen möchte. Dementsprechend hoch waren unsere Erwartungen im Vorfeld erster Gespräche mit Regierungsvertreter_innen und Parlamentarier_innen. Auf Basis dieser Begegnungen erlauben wir uns eine erste vorsichtige Einschätzung, an welchen Stellen wir mit Fortschritten rechnen können und welche Themen noch dringend weitere Aufmerksamkeit der Zivilgesellschaft benötigen.

Im Rahmen eines offenen Austauschs zwischen Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ausgewählten Vertreter_innen großer entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (NRO) stellte die Ministerin am 10. Februar ihre Leitlinien und Arbeitsschwerpunkte vor. Die konsequente Umsetzung der Agenda 2030 gilt dabei erfreulicherweise als zentraler Arbeitsauftrag für das BMZ, welches künftig als Mitmischministerium auch den anderen Kabinettsmitgliedern selbstbewusst gegenübertreten möchte. Als prioritäre Handlungsfelder bekräftigte die Ministerin die Bekämpfung von Armut und Ungleichheit im Sinne von „Leave no one behind“, eine gerechte und resiliente Bewältigung der Pandemie und der sozial-ökologischen Transformation sowie eine feministische Entwicklungspolitik.

Wir machten im Rahmen dieses Austausches auf einige entwicklungspolitischen Themenbereiche aufmerksam, die aus unserer Sicht in dieser Legislaturperiode von höchster Bedeutung sind. Dazu gehören:

  • eine ambitionierte und nachhaltige Finanzierung, mindestens jedoch die Verstetigung der 0,7-Prozent-Quote und der humanitären Mittel,
  • die stärkere Verankerung von Inklusion, Kinderrechten und Geschlechtergerechtigkeit im BMZ,
  • die Durchsetzung eines wirksamen Lieferkettengesetzes in der Europäischen Union,
  • eine Vereinfachung von Antrags- und Förderrichtlinien für NRO sowie
  • eine Stärkung entwicklungspolitischer Inlandsarbeit.

Bei der Ministerin stießen viele dieser Punkte auf große Offenheit. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die Einhaltung der ODA-Quote – der öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance) – kein Selbstläufer sei und das BMZ hier auch auf die Unterstützung der NRO setze.

Diese Einschätzung bestätigte sich im Gespräch mit Dr. Carsten Pillath, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Er betonte, dass die Erwartungen der verschiedenen Ressorts an den Bundeshaushalt nicht alle zu realisieren seien. Neben der ODA-Quote waren die Folgen der Pandemie für die ärmsten Länder ein wichtiges Thema. Wir betonten, dass ein Schuldenerlass auch für Länder mittleren Einkommens eine wichtige Maßnahme sei, um einen wirtschaftlichen Zusammenbruch zu verhindern.

BMZ setzt auf engen Austausch mit der Zivilgesellschaft

Am 16. Februar hatten wir die Gelegenheit, im Gespräch mit Dr. Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ, einige Themen zu vertiefen. Sie bedankte sich für die von VENRO veröffentlichte ODA-Studie, die mit ihren Daten und Berechnungen eine wichtige Grundlage für die Haushaltsdebatten sei. Zu den weiteren Themen des Austausches gehörte der Stand des europäischen Lieferkettengesetzes, die Überwindung der Klima- und Ernährungskrise und die Umsetzung der angekündigten feministischen Entwicklungspolitik. Frau Kofler betonte die Offenheit der gesamten Leitung des BMZ, mit der Zivilgesellschaft in einen engen Austausch zu treten bzw. diesen fortzusetzen.

Etwas unklar blieb insgesamt, welche strategische Rolle das BMZ der Breite der Zivilgesellschaft bei der Umsetzung der Agenda 2030 zumisst. Hier sehen wir unsere Aufgabe als Verband darin, die Bedeutung der zivilgesellschaftlichen Arbeit im In- und Ausland – auch über Krisenkontexte hinaus – zu vermitteln und uns für verbesserte Förderbedingungen einzusetzen.

Parallel zu den Gesprächen mit Regierungsvertreter_innen konnten wir uns als Verband im Rahmen von zwei Veranstaltungen gegenüber Bundestagsabgeordneten und ihren Mitarbeitenden mit einigen unserer prioritären Anliegen präsentieren.

Covid-19: Absage an temporäre Aussetzung des Patentschutzes

Mit Blick auf die voraussichtlich schwierigen Haushaltsverhandlungen thematisierten wir in jedem unserer Gespräche die große Finanzierungslücke der mittelfristigen Finanzplanung der letzten Bundesregierung. Alle Gesprächspartner_innen erwarten hier langwierige und harte Verhandlungen. Eine breite zivilgesellschaftliche Rückendeckung scheint sehr notwendig und VENRO wird dem Thema weiter große Aufmerksamkeit widmen.

Einheitliche Reaktionen gab es zudem in Bezug auf eine temporäre Aussetzung des Patentschutzes des TRIPS-Abkommens, um Covid-19-Impfstoffe im Globalen Süden herstellen zu können. Diesem Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights) erteilten unsere Gesprächspartner_innen gemäß der Regierungslinie eine Absage. Auch beim Thema der globalen Impfstoffgerechtigkeit muss die Zivilgesellschaft also weiter dringend am Ball bleiben.

Über diese Gesprächstermine hinaus bot sich bisher keine Gelegenheit an, uns mit dem Auswärtigen Amt über den politischen Handlungsbedarf im Bereich der humanitären Hilfe auszutauschen.

What role do local elections play for societal peace in Nepal? Evidence from post-conflict Nepal

DIE - 14. März 2022 - 12:36

Can local elections introduced in a post-conflict context help to foster societal peace, or do they create new potential for conflict? The value of post-conflict elections has been the matter of controversial academic debates. However, this literature largely neglects to take into account the role of local elections. Based on the literature, we formulate three hypotheses on how local elections might impact societal peace, focussing on the periods before, during and after an election. The first focusses on the potential negative effects of identity-based mobilisation before an election, while the latter two lead us to expect positive effects – either through increased participation through the vote during an election, or improved responsiveness as a consequence after an election. We study each of these three mechanisms in Nepal, a country that experienced almost 10 years of civil war up until 2006 and where local elections were reintroduced in 2017. Combining 79 qualitative interviews at the national and local levels with insights from a large-n survey of 1,400 respondents, we find that overall the reintroduction of local elections had a clear positive impact on societal peace in Nepal. In particular, the results show that the elections increased participation and responsiveness, which has positively affected political trust and reduced (the potential for) political violence. Overall, this paper thereby contributes to the academic debate on the role of elections for peace, calling to attention the positive role local elections can play. It also demonstrates the benefits of moving beyond a narrow definition of peace in relatively stable post-conflict contexts to take a closer look at the effect of political institutions on societal dynamics.

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Raus aus der Schuldenfalle

E+Z - 14. März 2022 - 11:17
Insolvenzverfahren für souveräne Staaten sollte umgesetzt werden

In der aktuellen Global Debt Governance gibt es kein Verfahren, das die Umstrukturierung von Auslandsschulden eines zahlungsunfähig gewordenen Staates rechtzeitig und zügig umsetzt. Im Gegenteil: Langwierige und ungeregelte Prozesse verhindern laut dem IWF oft eine schnelle Umschuldung, wie in den Fällen Argentinien, Republik Kongo, Tschad und Gambia. Diese sind sowohl für die Gläubiger als auch für die Schuldner häufig sehr kostspielig.

Die Internationale Gemeinschaft hat den Entwicklungsländern infolge der Pandemie nicht nur umfangreiche Finanzmittel bereitgestellt (siehe hierzu meinen Kommentar auf www.dandc.eu), sondern auch neue Instrumente zur Verhinderung und Bewältigung von Überschuldung geschaffen:

  • Zum einen hat die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) die Initiative zur Aussetzung des Schuldendienstes (Debt Service Suspension Initiative – DSSI) ins Leben gerufen. Das ist ein Schuldenmoratorium für Länder mit niedrigen Einkommen, um kurzfristige Liquiditätsprobleme zu lösen.
  • Zum anderen haben die G20 den Gemeinsamen Rahmen für die Behandlung von Schulden über die DSSI hinaus (Common Framework for Debt Treatment be­yond DSSI) zur Umstrukturierung und wenn nötig auch zum Erlass von Schulden (siehe hierzu meinen Beitrag auf www.dandc.eu) in dieser Ländergruppe eingeführt. Damit sollen Zahlungsunfähigkeit und langwierige Zahlungsschwierigkeiten bewältigt werden (Berensmann et al. 2021).

Während viele einkommensschwache Länder bis Januar 2022 am Schuldenmoratorium teilgenommen haben, haben nur drei Länder, nämlich Tschad, Äthiopien und Sambia, eine Schuldenbehandlung im Rahmen des Common Framework beantragt.  Und in diesen Ländern hat sich die Umsetzung laut IWF verzögert. Die Koordinierung der vielen Akteure (Gläubiger und Behörden der verschuldeten Länder) ist sehr schwierig.

Außerdem beteiligen sich die privaten Gläubiger zum Teil nicht. Beispielsweise verzögert sich im Tschad die Umstrukturierung eines umfangreichen privaten Kredits. Ein weiterer Nachteil des Common Framework ist, dass nur Länder mit niedrigem Einkommen teilnahmeberechtigt sind. Laut IWF-Direktorin Kristalina Georgieva müssen schnell Maßnahmen zur Umsetzung des Common Framework getroffen werden (Georgieva/Pazarbasioglu 2021).

Insolvenzverfahren für Staaten

Ein zusätzliches Instrument zur Bewältigung von Staatsverschuldungsproblemen könnte ein Insolvenzverfahren für souveräne Staaten sein. Darüber wird seit der Asienkrise Ende der 1990er Jahre intensiv diskutiert. Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung spricht sich für die Unterstützung eines solchen Verfahrens aus.

Zum Teil ähnlich wie in einem Insolvenzverfahren für den Privatsektor würde ein Rechtsrahmen für die zahlungsunfähigen Staaten geschaffen, um zu klären, welche Gläubiger in welchem Umfang bedient werden. Solch ein Verfahren hätte Vorteile:

  • Es bietet einen vorhersehbaren und transparenten Fahrplan für die Umstrukturierung und wenn nötig auch den Erlass von Schulden. Es kann also schnell und systematisch gehandelt werden.
  • Anders als andere Instrumente des Global-Debt-Governance-Systems kann ein Insolvenzverfahren alle Gläubiger mit einbeziehen. Sie werden folglich gleich behandelt. Das Common Framework hingegen betrifft nur Darlehen von bilateralen staatlichen und privaten Gläubigern, nicht aber von multilateralen Finanzinstitutionen. Letztere haben bislang einen bevorzugten Status (preferred creditor status), weil ihre finanzielle Tragfähigkeit als besonders wichtig gilt.
  • Ein Insolvenzverfahren würde grundsätzlich für alle Staaten gelten. Am Common Framework hingegen können nur Länder mit niedrigen Einkommen teilnehmen.
  • Insolvenzverfahren betreffen sämtliche Schuldenarten (Berensmann 2018).

Trotz der Vorteile bleibt Staatsinsolvenz als Rechtsinstrument umstritten. In der Tat wären solche Verfahren mit einer Reihe von Problemen verbunden. Das Verfahren selbst wäre kompliziert und seine Durchsetzung nach internationalem Recht schwierig. Alle beteiligten Akteure müssten das Verfahren akzeptieren, und alle Staaten müssten es in nationales Recht umsetzen. Und selbst dann wäre noch nicht sichergestellt, dass alle Gläubiger wirklich mitmachen.

Bislang lehnen viele Schuldner- und Gläubigerländer solch ein Verfahren ab. Die Schuldnerregierungen befürchten zum Teil, dass sie den Zugang zu internationalen Kapitalmärkten verlieren könnten, wenn ein Verfahren eröffnet wird. Die Gläubiger stehen einem Insolvenzverfahren häufig kritisch gegenüber, weil es Schuldnerländern einen Anreiz bieten könnte, es zur Umstrukturierung und zum Erlass ihrer Schulden auszunutzen (Berensmann 2018).

Trotz dieser Kritik stellt ein Insolvenzverfahren für Länder ein wichtiges noch fehlendes Instrument der Global Debt Governance dar. Anders ist die zügige und geordnete Um- und/oder Entschuldung unter Beteiligung aller Akteure nicht sicherzustellen.

Literatur

Berensmann, K., Chavula, H. K., Chiumia, A., Ekeruche, M. A., Ndung’u, N., Ordu, A., Senbet, L. W., Shimeles, A., 2021: Covid-19: how can the G20 address debt distress in SSA? T20 Policy Brief Task Force 9 “International Finance”, September 2021.

Berensmann, K., 2018: The global debt governance system for developing countries: deficiencies and reform proposals. Published on Third World Thematics: A Third World Quarterly (TWQ) Journal, 2 (6), 863-881.

Georgieva, K., und Pazarbasioglu, C., 2021: The G20 common framework for debt treatments must be stepped up. IMF Blog December 2, Washington D.C.

Kathrin Berensmann ist Senior Researcher und Projektleiterin beim Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE).
kathrin.berensmann@die-gdi.de

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Ukraine: Kinder und Familien auf der Flucht schützen und unterstützen

Unicef - 14. März 2022 - 11:00
Heute besucht Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, eine Anlaufstelle von UNICEF für geflüchtete Kinder und Familien an der Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine.
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14. März

ONE - 14. März 2022 - 10:45

1. Folgen des Ukraine-Kriegs für Afrika
Auch aktuell beschäftigen sich wieder mehrere Medien mit den Folgen und Verflechtungen des Ukraine-Kriegs für und mit Afrika. Nicht nur die Nahrungsmittelpreise, sondern auch die Kosten für Treibstoffe schnellen in die Höhe, schreibt Norbert Hahn für Tagesschau.de. Afrika sei gespalten in der Bewertung des Ukraine-Kriegs, was auch Claudie Böll in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung thematisiert. Am Rande der vergangen UN-Vollversammlung kritisierte ein Mitglied einer afrikanischen Delegation, das anonym bleiben wollte, dass Afrika “keine Stimme” habe, da die UN-Charta nur bemüht werden, wenn es um Länder des Globalen Nordens gehe. Eine Folge des Ukraine-Kriegs könne zudem sein, dass Grenzen, die von den Kolonialmächten gezogen wurden, wieder infrage gestellt werden. Darüber hinaus brechen Exporte in Ostafrika weg, berichtet Simone Schlindwein in der Tageszeitung (Taz). Betroffen seien insbesondere “Blumen, Gewürze, Kaffee, Tee”, aber auch Obst. Der Grund: Russland, traditionell einer der größten Abnehmer, habe sich vorerst als Großimporteur zurückgezogen. 

2. Afrika & Europa: Echte Partnerschaft wagen
Im Leitartikel der Samstagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung setzt sich Tatjana Heid kritisch mit dem “Partnerschaft auf Augenhöhe” auseinander, die von der Politik oft bemüht wird, um die Beziehungen zwischen Afrika und Europa zu beschreiben. Sowohl die Corona-Pandemie als auch die Migrationskrise haben deutlich gemacht, dass es eine solche Partnerschaft gar nicht gebe. Auch die Infrastrukturinvestitionen, die beim vergangenen Gipfel der Afrikanischen und der Europäischen Union zugesagt wurden, stehen bereits auf wackeligen Füßen. Obwohl Europa auf Afrika angewiesen sei (u.a. als Rohstofflieferant), werde Afrika noch immer als “Krisen- und Armutskontinent” betrachtet. Es sei wichtig, nicht nur über Geld, sondern stärker über Inhalte zu sprechen, so Heid. Beide Kontinente müssen mehr auf Kooperation beim Handel oder beim Technologietransfer setzen und dabei ihre Strategien mit der Agenda 2063 abstimmen, der Entwicklungsagenda, die sich die Afrikanische Union selbst gesetzt hat.

3. Kenia: Regierungs- und Oppositions-Partei schmieden Bündnis
In Kenia ist Oppositionsführer Raila Odinga zum gemeinsamen Präsidentschaftskandidaten der oppositionellen Orange Democratic Movement (ODR) und der Regierungspartei Jubilee von Präsident Uhuru Kenyatta gekürt worden. Das meldet Dominic Johnson in der Tageszeitung (Taz). Der 77-jährige Odinga habe seit 1997 alle Wahlen verloren. Bei den Wahlen 2007 und 2017 habe das Land am Rand eines Bürgerkriegs gestanden. Das Bündnis sei auch ein Signal an die Bevölkerung, dass man bei den kommenden Wahlen auf “blutige Konfrontationen” verzichten wolle. Mit Odinga stehe ein Wechsel in vielerlei Hinsicht bevor. Er gehöre der Volksgruppe der Luo an, die bisher noch nie das Präsidentenamt bekleidet hatten. Zudem sei er ein Sozialist, wodurch er sich von den bisherigen Präsidenten unterscheide, die eher dem konservativen Lager zuzurechnen seien. Allerdings werde die Wahl zum Präsidenten nicht zur reinen “Formsache”. Vizepräsident William Ruto trete ebenfalls zur Wahl an. Zudem strebe Präsident Kenyatta offenbar das Amt des Premierministers an.

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Three likely changes in Mali after France withdraws - and two options for the junta

DIE - 14. März 2022 - 8:45

Eight years have passed since the French military launched its operations in Mali at the request of Mali’s then interim government. Mali, at the time, was experiencing a political and humanitarian crisis that brought to the fore prolonged grievances of parts of the northern populations. After years of prolonged conflict and a second coup within a year, in June 2021, France’s President Emmanuel Macron announced the winding down of the French Operation Barkhane. Even prior to the coup, anti-French sentiment in Mali had been rising and public opinion in France had turned against the military operation. A week before the Russian military invasion of Ukraine. France and its African and European allies confirmed that they would withdraw the 2,400 French troops and a smaller European force from Malian territory. The withdrawal is expected to take four to six months to complete. The full impact of the French withdrawal is difficult to estimate at this point. Uncertainties aside, the withdrawal of France will have some reasonably predictable effects. These include the emergence of a new security vacuum, a further alienation between the junta and European partners, and new challenges to development and humanitarian aid efforts.

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CPDE Feminist Group to discuss best practices in increasing rural women’s economic empowerment

CSO Partnership - 14. März 2022 - 8:28

In time for the 66th United Nations Commission on the Status of Women (CSW) session, the CPDE Feminist Group is holding a parallel event to discuss best practices in increasing rural women’s economic empowerment, on 15 March 2022 4-5:30AM EST | 8-9:30AM GMT | 10-11:30AM CAT.

Through this activity, the Feminist Group, composed of Corporación Humanas, PACFAW, Centro de Estudio , Coordinadora dela Mujer, Musonet Mali, Forum of Women’s NGOs of Kyrgyzstan, Beyond Beijing Committee, and New Woman Foundation, aims to:

  1. discuss best practice of women’s economic empowerment in 4 countries: challenges, existing mechanisms that support rural women’s entrepreneurship, factors for success,
  2. share best practices of state support to women-led businesses,
  3. collecting recommendations in advancing rural women’s economic empowerment

 

Session speakers are from four regions: Africa, Asia, Europe, and MENA.

To register, sign up via this link.#

 

 

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Nur noch jeder fünfte Fisch aus deutschem Fang – „End of Fish Day“ 2022 so früh wie noch nie

SID Blog - 12. März 2022 - 14:44
Berlin, 10. März 2022. Am 11. März, und damit so früh wie nie zuvor, ist „End of Fish
Day". An diesem Tag sind die im gesamten Jahresverlauf unter deutscher Flagge
gefangenen und hierzulande gezüchteten Fische und Meeresfrüchte rechnerisch
verbraucht. Zu diesem Ergebnis kommen die Berechnungen von Brot für die Welt, Fair
Oceans und Slow Food Deutschland. Der von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung bestimmte Selbstversorgungsgrad mit Fisch und Fischerzeugnissen liegt in
diesem Jahr bei nur noch 19 Prozent. Im vergangenen Jahr fiel der „End of Fish Day"
noch auf den 17. März.

In Deutschland werden Jahr für Jahr weit mehr Fisch und Meeresfrüchte verzehrt als zur
Verfügung stehen. Eine unvermindert große Nachfrage bei gleichzeitig rückläufigen
Fangquoten aufgrund von Überfischung, Wasserverschmutzung und Klimawandel vor allem in
den marinen Fanggebieten sind Treiber dieser Entwicklung. Um die Nachfrage zu decken,
ist Deutschland neben Importen verstärkt auf die Erzeugung in Aquakulturen angewiesen.
Doch auch die bringt Probleme mit sich.
Francisco Mari, Fischereiexperte von Brot für die Welt, blickt auf die weltweiten
Folgen industrieller Aquakultur: „Ein aktuelles Streitthema ist in Bezug auf
Aquakulturen die Fischmehlproduktion. Wertvolle Schwarmfische werden in Fabriken zu
Futtermitteln verarbeitet. Diese Fische werden entweder den marinen Nahrungsketten
entzogen oder sie gehen der Fischereiwirtschaft und damit der Ernährungssicherheit im
globalen Süden verloren. Sie fehlen also gerade dort, wo die Küstengemeinden am
stärksten auf intakte Meeresökosysteme und Fischbestände angewiesen sind." Um auf
dieses Problem aufmerksam zu machen, hat die Welternährungsorganisation das Jahr 2022
zum Jahr der handwerklichen Fischerei und Aquakultur erklärt.

Viele der Probleme von Fischerei und Meeresschutz wie auch deren regionale und globale
Auswirkungen zeigen sich besonders klar am „Lieblingsfisch der Deutschen", dem Lachs.
Manfred Kriener, Autor des Bestsellers „Leckerland ist abgebrannt", ist für die
Fisch-Kommission von Slow Food Deutschland auf Spurensuche gegangen. Im neu
erschienenen Dossier „Aquakultur: die blaue Revolution" nimmt er speziell auch die
Lachszucht unter die Lupe.

„Der Lachs, einst eine Delikatesse, ist heute meist ein Produkt aus industrieller
Massenzucht mit vielfältigen Tierwohl- und Umweltproblemen. Slow Food rät daher Handel
und Verbraucher*innen zu handwerklichen Fischerzeugnissen. In Anbetracht unseres
geringen Selbstversorgungsgrads sollten auch nachhaltige Optionen selten und in
geringen Mengen genossen werden", sagt Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.
Slow Food Deutschland, der Fischhandel Fish Klub Berlin, Fair Oceans und Brot für die
Welt nehmen daher den „End of Fish Day" zum Anlass, in einer Diskussionsrunde mit dem
Titel „Lachsfreie Zone! Für nachhaltigen, regionalen Fischgenuss und eine global
gerechte Sicherung der Ernährung aus dem Meer" die gegenwärtigen Probleme zu
adressieren, und zugleich nachhaltige und sozialverträgliche Alternativen
vorzustellen. Der Fish Klub geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat sich
entschieden, Lachs komplett aus seinem Sortiment zu nehmen. Die Veranstaltung findet
am 11.03., von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr, in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg
statt. Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.slowfood.de/termine/termine_ueberregional/end-of-fish-day-2022-lachsfreie-zone/


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Brot für die Welt: Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt unterstützt Menschen
in mehr als 90 Ländern dabei, aus eigener Kraft ihre von Hunger, Armut,
Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung geprägte Lebenssituation zu verbessern. Ein
Schwerpunkt ist die Ernährungssicherung. In Zeiten des Klimawandels und knapper
werdender Ressourcen wird der Kampf gegen Hunger und Mangelernährung immer wichtiger.
www.brot-fuer-die-welt.de

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Slow Food hat sich zum Ziel gesetzt, eine Ernährungswelt zu schaffen, die auf fairen
Beziehungen basiert, die biologische Vielfalt, das Klima und die Gesundheit fördert
und es allen Menschen ermöglicht, ein Leben in Würde und Freude zu führen. Als
globales Netzwerk mit Millionen von Menschen setzt sich Slow Food für gutes, sauberes
und faires Essen für alle ein. Slow Food Deutschland wurde 1992 gegründet und ist mit
vielfältigen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen auf lokaler, nationaler sowie
europäischer Ebene aktiv. Mit handlungsorientierter Bildungsarbeit stellen wir
Ernährungskompetenz auf sichere Beine. Ziel unseres politischen Engagements ist ein
sozial und ökologisch verantwortungsvolles Lebensmittelsystem, das Mensch und Tier,
Umwelt und Klima schützt.
www.slowfood.de
V.i.S.d.P.: Dr. Nina Wolff

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Fish Klub Berlin ist der Spezialist für nachhaltige Fische und Meeresfrüchte in Berlin.
Wofür sie stehen: NACHHALTIGKEIT, RÜCKVERFOLGBARKEIT, FRISCHE
Fish Klub wurde mit der Idee geboren, den Sektor der Meeresfrüchte in Berlin zu
demokratisieren. Indem wir den Vertriebsweg kurzschließen und unsere Lebensmittel
direkt von den Erzeugern in der Bretagne und im französischen Atlantik beziehen,
bieten wir nachhaltig gefangene, frische Produkte an, die innerhalb von 48 Stunden von
der Ankunft am Hafen bis zur Präsentation in unseren Regalen erhältlich sind. Alle
unsere Fische und Meeresfrüchte sind vollständig rückverfolgbar (Qualität, Herkunft,
Fanggeräte, Etikett). Fish Klub verkauft auch an Restaurants und führt private und
öffentliche Veranstaltungen durch.
www.fishklubberlin.com

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Fair Oceans engagiert sich seit 2008 als Arbeitsschwerpunkt des Vereins für
Internationalismus und Kommunikation e.V. aus entwicklungspolitischer Perspektive in
den verschiedensten Bereichen der internationalen Meerespolitik. So sind u.a. die
Kleinfischerei, der Tiefseebergbau, Meeresschutz, Seehandel und Schifffahrt Themen der
Projektarbeit. Fair Oceans ist dabei national und international zusammen mit
Partnerorganisationen aktiv. Die Ziele orientieren sich im Schnittfeld von Umwelt und
Entwicklung an Fragen globaler Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Der Sitz des Vereins
ist Bremen.
www.fair-oceans.info

Über 130 Persönlichkeiten fordern Freigabe der Impfstoffpatente

SID Blog - 12. März 2022 - 14:44
Offener Brief zum zweiten Jahrestag der Pandemie

Berlin, 11.03.2022. Über 130 ehemalige Staatsoberhäupter, Nobelpreisträger, Persönlichkeiten aus der Medizin, Ökonomie, den Gewerkschaften, der Wirtschaft und anderen Bereichen sprechen sich für die Freigabe der Impfstoffpatente aus, um den Mangel an COVID‑19-Impfstoffen in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen zu beheben und damit das Ende der Pandemie einzuleiten. Der offene Brief wurde von der People's Vaccine Alliance initiiert.

Zu den Unterzeichnenden gehören der deutsche Arzt und Fernsehmoderator Dr. Eckart von Hirschhausen, der frühere ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko, die Präsidentin von Tansania H. E. Samia Suluhu Hassander, der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki‑moon, Prinz Harry und Meghan von Sussex, die britischen Epidemiologen Prof. Dr. Sir Michael Marmott und Prof. Dr. Kate Pickett sowie die französischen Ökonomen Prof. Dr. Gabriel Zucman und Prof. Dr. Thomas Piketty.

Anlässlich des zweiten Jahrestags der Ausrufung der Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rufen die Unterzeichnenden Spitzenpolitiker*innen weltweit dazu auf, den „Impfnationalismus" zu beenden und „alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die gegenwärtige Krise zu bewältigen", indem sie einen „Impfstoff für Alle" unterstützen, der überall erhältlich sein muss, frei von Patenten und Profiten. „Der derzeitige Ansatz ist unmoralisch, völlig kontraproduktiv und zudem ein ethischer, wirtschaftlicher sowie epidemiologischer Misserfolg. Das Virus mutiert ständig. Die vorhandenen Impfstoffe sind gegen die Omikron-Variante weniger wirksam, und obwohl die Impfstoffe weiterhin vor schweren Krankheitsverläufen und Krankenhausaufenthalten schützen, gibt es keine Garantie dafür, dass dies auch bei künftigen Varianten der Fall sein wird", heißt es in dem Brief.

Ban Ki‑moon erklärt: „Den Regierenden der wohlhabenden Länder ist der Schutz der pharmazeutischen Monopole auf COVID‑19 Impfstoffe, Diagnoseverfahren und Medikamente wichtiger als die Gesundheit und das Leben von Milliarden von Menschen. Und wir können uns kaum vorstellen, welchen Schaden eine neue, potenziell tödlichere Variante für alle auf dem Planeten haben könnte. Deshalb ist dies eine historische Probe auf den Multilateralismus. Es betrifft uns wahrhaftig alle."

Die Persönlichkeiten kritisieren, dass einige wenige Länder die Freigabe der Impfstoffpatente durch die Welthandelsorganisation (WTO) immer noch verhindern: „Die Europäische Union, das Vereinigte Königreich und die Schweiz blockieren nach wie vor die Aufhebung der Vorschriften zum Schutz des geistigen Eigentums, die eine Umverteilung und Ausweitung der Herstellung von COVID‑19-Impfstoffen, Tests und Behandlungen im globalen Süden ermöglichen würde", heißt es im Brief weiter. Um dem weltweiten Impfstoffmangel zu begegnen, haben Südafrika und Indien im Oktober 2020 bei der WTO einen Antrag für einen so genannten TRIPS-Waiver auf vorübergehende Aussetzung der Patentrechte für COVID 19-Tests, -Behandlungsmethoden und -Impfstoffe gestellt. Er wird mittlerweile von über 100 Ländern unterstützt. Dennoch wird der Antrag blockiert – maßgeblich von der deutschen Regierung.

Oxfam ist Teil von the People's Vaccine Alliance, einem Bündnis von fast 100 Organisationen, das sich für die Freigabe der Patentrechte auf COVID‑19-Impfstoffe einsetzt.

Den offenen Brief finden Sie hier.

 

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