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Sanda Ojiambo wird neue Generalsekretärin des UN Global Compact

Global Compact - 25. Mai 2020 - 12:59
UN-Generalsekretär Antonió Gueterres ernennt Sada Ojiambo zur neuen Generalsekretärin des UN Global Compact, der weltweit größten Initiative für nachhaltige Unternehmensführung. Sie tritt zum 17. Juni 2020 die Nachfolge von Lise Kingo an, die maßgeblich die strategische Ausrichtung der Initiative und den Beitrag des UNGC zur Umsetzung der Sustainable Development Goals hat.
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Von COVID-19 zur Klimapolitik

DIE - 25. Mai 2020 - 12:22

Die Bilder in den Nachrichten waren eindrucksvoll: Kristallklares Wasser und Schwärme von Fischen in den Kanälen Venedigs, sinkende Luftverschmutzung oder Schwarzwild, das in menschenleeren Städten durch die Straßen zieht. Die Einschränkungen im Kontext der COVID-19-Pandemie wirkten sich unmittelbar auf die Umwelt aus und führten zu einem Rückgang des globalen CO2-Ausstoßes. Deutschland könnte Prognosen zufolge sogar sein Klimaziel für 2020 erreichen. Grund zur Freude besteht trotzdem nicht: Die Folgen der Pandemie könnten für die globale Klimapolitik einen schweren Rückschlag bedeuten.

Obwohl es sich bei beiden Krisen um globale (Gesundheits-)Notstände handelt, sind die Reaktionen auf COVID-19 und den Klimawandel sehr unterschiedlich. In der Pandemie wurden drastische Maßnahmen ergriffen, um die Anstiegskurve der Infektionen abzuflachen. Auch der Klimawandel ist ein globaler Notstand, der künftig jährlich über 250.000 Todesfälle durch Hitzewellen, Dürren und den Anstieg des Meeresspiegels verursachen könnte. Mit der fortschreitenden globalen Erwärmung nehmen die negativen Auswirkungen auf alles Leben auf unserem Planeten immer weiter zu. Wissenschaftler*innen warnen vor „Kipp-Punkten“ im Erdsystem, mit verheerenden Folgen für besonders betroffene Regionen und künftige Generationen. Ungeachtet dieses Wissens wird der Klimawandel nach wie vor nicht als globale Notlage wahrgenommen und behandelt. Nun droht die Pandemie auch noch die Dynamik der Klimabewegung zu bremsen, indem sie dem Thema Aufmerksamkeit entzieht und Protestmöglichkeiten einschränkt. Die entscheidende UN-Klimakonferenz 2020 (COP26) wurde auf 2021 verschoben, was den ohnehin schleppenden internationalen Klimaprozess weiter schwächen wird.

Zudem wird der Rückgang der CO2-Emissionen nicht von Dauer sein. Jetzt, wo viele Länder ihre Einschränkungen lockern, werden die Menschen zu alten Gewohnheiten wie häufigen Flugreisen zurückkehren. Die kurzfristig abgeflachten Emissionen werden also wieder ansteigen – durch einen erwarteten Rebound-Effekt vermutlich sogar schneller als zuvor. Darüber hinaus haben mehrere Regierungen bereits angekündigt, die Luftfahrt und andere Sektoren der fossilen Energiewirtschaft zu retten, was Treibhausgasemissionen auch längerfristig befeuert. Es ist also offensichtlich, dass die kurzfristig gesunkenen Emissionen im Zuge der Pandemie nicht ansatzweise ausreichen, um die globale Erwärmung aufzuhalten.

Die Länder des globalen Südens sind besonders stark von der Pandemie als auch vom Klimawandel betroffen. Nun müssen sie gegen beides kämpfen, die Folgen von COVID-19 und die verheerenden Auswirkungen der Erderwärmung. Diese Mammutaufgaben treffen auf ohnehin schwierige Bedingungen wie den beschränkten Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen, schwache und überlastete Gesundheitssysteme, fehlende soziale Absicherung sowie Armut, Hunger oder Konflikte. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds haben ausländische Investoren bereits 100 Milliarden USD aus Schwellen- und Entwicklungsländern abgezogen. Es wird zudem erwartet, dass die Geldsendungen von Migrant*innen an ihre Familien im globalen Süden stark abnehmen werden. Diese zusätzlichen Herausforderungen und finanziellen Verluste schränken den Spielraum weiter ein, der für die Umsetzung der internationalen Klima- und Nachhaltigkeitsziele zur Verfügung steht. Die Entwicklungspolitik hat bereits auf die Corona-Krise reagiert, muss aber auch die Unterstützung in der Klimakrise weiter ausbauen.

Im Gegensatz zur Corona-Krise ist die Klimakrise bislang weniger sichtbar. Doch wir müssen ähnlich drastisch und konsequent handeln. Es bedarf langfristiger Lösungen, politischer Maßnahmen und systemischer Veränderungen, um unser Wirtschaftssystem auf Klimaneutralität und das globale Gemeinwohl auszurichten. Auch unsere Demokratien müssen wir an diese Herausforderungen anpassen. Nur so können wir Krisen wie dem Klimawandel besser begegnen. Es ist höchste Zeit, Klimaschutz zum Staatsziel zu erheben. Für eine angemessene Reaktion auf die drohende Klimakatastrophe muss der globale Norden jetzt handeln. Der erste Schritt ist, dass Deutschland und die EU sämtliche Maßnahmen zur Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs nach der Pandemie und darüber hinaus am1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens ausrichten.

Die Tatsache, dass viele Regierungen auf die Wissenschaft gehört und drastisch auf den Ausbruch des Coronavirus reagiert haben, zeigt, dass starke Volkswirtschaften das nötige politische und finanzielle Kapital aufbringen können, um auf die Klimakrise zu reagieren. Während die Pandemie hoffentlich mit Hilfe eines Impfstoffs überwunden werden kann, gibt es gegen den Klimawandel keine Impfung. Die gute Nachricht ist, dass auch beim Klimawandel wissenschaftlicher Rat zur Verfügung steht. Alle staatlichen Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen des Lockdowns müssen also mehrere Zwecke gleichzeitig erfüllen: Kurz- und mittelfristige Anstrengungen müssen mit langfristigen Nachhaltigkeitszielen im Einklang sein und die lokale Solidarität der letzten Monate muss auf die globale Ebene ausgeweitet werden. Bei allem Leid, das COVID-19 verursacht, bieten die aktuell geschnürten Rettungspakete auch die Chance, uns in eine bessere Zukunft zu schicken. Flatten the curve – ab jetzt auch bei der Erderwärmung.

Dieser Text ist Teil einer Sonderreihe unseres Formats Die aktuelle Kolumne, die die Folgen der Corona-Krise entwicklungspolitisch und sozioökonomisch einordnet. Sie finden die weiteren Texte hier auf unserer Überblicksseite.

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Neuer Blog: Globale Perspektiven auf Corona

EINEWELTblabla - 25. Mai 2020 - 11:15

Hier stellt euch die Regionale Bildungsstelle Nord von „Bildung trifft Entwicklung“ ihren Blog zu der Corona-Situation in fünf Ländern des Globalen Südens vor. Vielen Dank für euren Gastbeitrag!

In dem neuen Blog der Regionalen Bildungsstelle Nord von Bildung trifft Entwicklung teilen BtE-Aktive aus verschiedenen Ländern dieser Welt ihre Eindrücke und Erfahrungen zur Corona-Krise. So findet ihr aktuell Beiträge zur Situation in Chile, Äthiopien, Mosambik, El Salvador und Guatemala, die wichtige Veränderungen des dortigen Alltags schildern und uns damit ein Fenster in die jeweilige Region bieten.

Anne Schorling erzählt uns aus Äthiopien, wie mit kleinen Dingen nachbarschaftliche Hilfe passiert. Ulrike Christiansen lässt Stimmen aus Mosambik zu Wort kommen, die vom Leben im Krisenmodus berichten, aber auch menschliche Fähigkeiten hervorheben, Krisen zu meistern. Jana Rohrbach erzählt über die Entwicklungen in Chile und wie sich ihr eigenes Leben vor Ort verändert hat.

Der Blog soll dazu dienen weiterhin global vernetzt und aktiv zu bleiben und einladen, sich nicht nur mit der eigenen Situation zu beschäftigen. „Because we are altogether in this!“ Nicht nur wir sind mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. Daher dürfen wir nicht nur nach Deutschland und Europa blicken, sondern müssen auch über unseren Tellerrand hinaus schauen. Die Krise ist weltweit und die Folgen im Globalen Süden sind und werden massiv sein. Covid-19 zeigt uns einerseits, wie eng wir miteinander verbunden sind und gleichzeitig auch, welche Rolle soziale Ungleichheiten in allen Bereichen unseres Lebens spielen. Nicht alle Menschen erhalten gleichermaßen Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung, Existenzen sind vielfach bedroht und populistische Stimmen versuchen die Krise für sich zu nutzen. Das sind nur einige Beispiele von vielen, die uns motivieren sich gerade auch in der Bildungsarbeit des Globalen Lernens mit der momentanen Situation zu beschäftigen, weltweite Zusammenhänge sichtbar zu machen und sich weiterhin für Solidarität mit Ländern des Globalen Südens zu engagieren.

Link zum Blog: www.ifak-goettingen.de/bte/blog

Ihr habt selbst Lust bekommen etwas zu schreiben oder euch mit Audio- oder Videoformaten zu beteiligen? Dann meldet euch direkt bei Sophie (sophie.staeding@bildung-trifft-entwicklung.de).

Ihr wollt noch mehr Informationen, wie es Menschen in anderen Ländern mit der Corona-Situation geht? In diesem Beitrag haben wir euch zwei weitere Blogs zu dem Thema vorgestellt.

Das Beitragsbild wurde aufgenommen von Jana Rohrbach und zeigt Demonstrierende in Chile, die eine staatliche Quarantäne fordern. Die Bildrechte liegen bei der Fotografin.

Der Beitrag Neuer Blog: Globale Perspektiven auf Corona erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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25.05.2020 Drohnen liefern Sanitätsartikel in Malawi: BMZ prämiert digitale Lösungen für Corona-Krise

BMZ - 25. Mai 2020 - 11:00
Zur Überwindung der Corona-Krise in Entwicklungsländern hat das BMZ in einem globalen Wettbewerb innovative digitale Lösungen ausgezeichnet. Bei diesem Corona-Hackathon, genannt #SmartDevelopmentHack, wurden über 1.000 Projekte aus Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa eingereicht, die helfen, die Krise in Entwicklungsländern zu bekämpfen. Entwicklungsminister Müller: "Corona besiegen wir nur gemeinsam in der Welt – oder gar nicht. In diesen Zeiten ...
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Durchbruch bei Zucht von Korallen könnte zur Rettung der Riffe beitragen

reset - 25. Mai 2020 - 7:22
In Florida ist es erstmals gelungen, Kaktuskorallen im Labor zu züchten. Dies könnte helfen, Lücken in beschädigten Riffen wieder zu füllen.
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Online-Konsultation für die Wissenschaft: Nachhaltig aus der Corona-Krise

#HOCHN - 25. Mai 2020 - 1:00
Wie kann Nachhaltigkeit zur Bewältigung der Krise beitragen – und wie kann die Bewältigung der Krise zur Stärkung von Nachhaltigkeit beitragen? Forschende aller Fachrichtungen sind gefragt, ihre Antworten fließen ein in einen wissenschaftlichen Impuls an die Bundesregierung.

Foto: Pixabay/athree23

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Unkonventioneller Klimaschutz

SWP - 25. Mai 2020 - 0:00

∎ Wenn die EU bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen will, wird es nicht genügen, konventionelle Klimaschutzmaßnahmen zur Emissionsvermeidung zu ergreifen. Um unvermeidbare Restemissionen auszugleichen, werden zusätzlich auch unkonventionelle Maßnahmen zur Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre notwendig sein – etwa mittels Aufforstung oder der Direktabscheidung von CO2 aus der Umgebungsluft.

∎ Nicht alle Mitgliedstaaten und Branchen werden im Jahr 2050 bereits Treibhausgasneutralität erreicht haben, manche werden 2050 schon unter Null liegen müssen. Die Option der CO2-Entnahme aus der Atmosphäre ermöglicht eine stärkere Flexibilisierung der Klimaschutzpolitik, wird aber auch neue Verteilungsfragen aufwerfen.

∎ Die Vermeidung von Treibhausgasemissionen sollte gegenüber der nach­träglichen Entnahme von CO2 politisch priorisiert werden. Netto-Null-Ziele sollten explizit in Emissionsminderungsziele und Entnahmeziele unterteilt werden, statt die Effekte beider Ansätze beliebig miteinander zu verrechnen.

∎ Die zukünftige Entwicklung einer EU-CO2-Entnahme-Politik sollte durch ein adäquates Policy-Design in produktive Bahnen gelenkt werden. Ob die EU mittelfristig einen proaktiven oder zurückhaltenden Einstiegspfad wählt, wird nicht zuletzt mit davon abhängen, welche Netto-Negativ-Ziele sie für die Zeit nach 2050 anstrebt.

∎ Die EU sollte ihren Fokus in den kommenden Jahren darauf richten, ver­stärkt in Forschung und Entwicklung von CO2-Entnahme-Methoden zu investieren und vermehrt praktische Erfahrungen mit deren Einsatz zu sammeln.

∎ Nur wenn es der EU und ihren Mitgliedstaaten auf dem Weg zu Netto Null tatsächlich gelingt, konventionelle Emissionsminderungen und unkonventionelle CO2-Entnahmen überzeugend miteinander zu verbinden, kann die EU ihrem Vorreiter-Anspruch in der Klimapolitik gerecht werden.

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Vom Asien-Pazifik zum Indo‑Pazifik

SWP - 25. Mai 2020 - 0:00

∎ Immer mehr Staaten und Regionalorganisationen verwenden den Begriff »Indo-Pazifik«. Er verdrängt zunehmend das bisher übliche Konstrukt »Asien-Pazifik«. In Europa hat bisher nur Frankreich eine eigene »Indo-Pazifik«-Konzeption vorgelegt.

∎ Hinter der Verwendung des Begriffs »Indo-Pazifik« verbergen sich unter­schiedliche, teilweise divergente Konzeptionen. Diesen liegen wiederum sehr verschiedene ordnungspolitische Vorstellungen zugrunde. Allen gemein ist der Verweis auf die Wichtigkeit einer regelbasierten inter­natio­nalen Ordnung.

∎ »Indo-Pazifik« ist ein politischer Begriff und daher weder allein beschreibend noch wertneutral. Insbeson­dere das Konzept des »Free and Open Indo-Pacific« der Trump-Administration zielt auf die Eindämmung Chinas ab und ist somit Ausdruck der wachsenden strategischen Rivalität zwischen Washington und Peking. In Peking wird »Indo-Pazifik« primär als gegen China gerichtete, US-geführte Eindämmungs­strategie verstanden.

∎ Andere Akteure, zum Beispiel die ASEAN oder Indien, betonen in ihren Indo-Pazifik-Konzeptionen Aspekte wie wirtschaftliche Prosperität, Konnektivität und multilaterale Kooperation.

∎ Die EU und ihre Mitgliedstaaten sehen sich verstärkt Druck aus Washington ausgesetzt, sich direkt oder indirekt zum »Indo-Pazifik« zu be­kennen – und damit aus Sicht der USA für Washington und gegen Peking. Bei ihren Überlegungen sollten sich die Europäer nicht auf diese Nullsummen-Logik einlassen.

∎ Der EU und ihren Mitgliedstaaten stehen drei idealtypische Handlungs­optionen offen: »Äquidistanz«, »Alignment« und »Autonomie«. Um sich für eine Option entscheiden zu können, müssen die Europäer ihre wirtschaft­lichen, sicherheitspolitischen und ordnungspolitischen Interessen in der Region klären und die not­wendigen Ressourcen zu ihrer Umsetzung bereitstellen.

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Neue Freunde in der Not

SWP - 25. Mai 2020 - 0:00

Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen wie sozialen Folgen stellen den Zu­sammenhalt der EU, aber auch die Machtbalance in der Union vor eine neue Bewährungsprobe. Die (Nicht-)Reaktion der EU zementiert die nationale Souveränität der Mitgliedstaaten und die Dominanz des Intergouvernementalen in der Krise. Zwischen den Staaten verschiebt sich der Spalt zwischen Nord und Süd: Folge einer europa­politischen Offensive Spaniens und Italiens, einer stärkeren »Südorientierung« Frank­reichs und eines gleichzeitigen Zerbröckelns der »Neuen Hanse«. Konjunktur haben vor allem Gruppen als Interessenverbände, die Differenzen in der EU verschärfen statt sie zu überwinden. Deutschland, ab dem 1. Juli 2020 als Ratsvorsitz in beson­derer Vermittlungsrolle, ist als Brückenbauer gefragt.

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Academia in the Time of COVID-19: Towards an Ethics of Care

#HOCHN - 25. Mai 2020 - 0:00
Frei zugänglicher Artikel “Academia in the Time of COVID-19: Towards an Ethics of Care” erschienen

Foto: Pixabay/Gerd Altmann

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Zyklon und Corona: 100.000 € für Opfer der doppelten Katastrophe

Welthungerhilfe - 22. Mai 2020 - 16:19
Die Welthungerhilfe startet Nothilfe in Indien und unterstützt die durch Wirbelsturm Amphan und der Covid-19-Krise betroffenen Menschen.
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B.A.U.M.- Preisverleihung 2020

RNE Termin - 22. Mai 2020 - 15:50
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The social contract as a tool of analysis: introduction to the special issue on “Framing the evolution of new social contracts in Middle Eastern and North African countries”

DIE - 22. Mai 2020 - 14:11

The term “social contract” is increasingly used in social science literature but is rarely well operationalised. We define social contracts as sets of agreements between societal groups and their sovereign on rights and obligations toward each other. The notion of social contracts helps to compare state-society relations in different countries and at different times. After independence, MENA countries had similar social contracts, which were then challenged by the Arab uprisings in 2010-11. Since then, social contracts in MENA countries have developed in different directions.

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22.05.2020 Kulturelle Vielfalt ist auch Pressevielfalt: BMZ unterstützt weltweit Arbeit der Medien zur Eindämmung der Corona-Krise

BMZ - 22. Mai 2020 - 13:00
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller erklärte anlässlich des Welttags der kulturellen Vielfalt am 21. Mai: "Kulturelle Vielfalt ist auch Pressevielfalt. Gerade in Corona-Zeiten sind richtige Informationen und Medien überlebenswichtig. Sie helfen bei der Eindämmung der Corona-Krise, indem sie Falschmeldungen entgegentreten, wichtige Hinweise zu Hygienemaßnahmen und zur Versorgung der Menschen geben oder Informationen in indigenen Sprachen zur Verfügung ...
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Rasante Ausbreitung

E+Z - 22. Mai 2020 - 11:52
Covid-19 trifft Brasiliens Armenviertel hart

Präsident Jair Bolsonaro spielt die Pandemie herunter (siehe Gilberto Scofield in unserem Covid-19-Tagebuch), aber die Fallzahlen steigen in seinem Land rapide. Weltweit haben mittlerweile nur die USA noch mehr Infizierte. Die Live-Statistik der Webseite Worldometer verzeichnet am 25. Mai 365 000 bestätigte Fälle in Brasilien – und 22,746 Tote.

Besonders gravierend ist die Situation in den Favelas, den informellen Siedlungen der Ballungsräume. Mehr als 6 300 solcher Slums gibt es in Brasilien. In Rio de Janeiro, der zweitgrößten Stadt mit 6,7 Millionen Einwohnern, sind es rund 700. Der Statistiken der Stadtverwaltung zufolge gab es Mitte Mai 20 000 Coronavirus-Infektionen in der Stadt. Wie viele davon auf Armenviertel entfallen, wird nicht erfasst. Voz das Comunidade, ein Lokalblatt aus einer großen Favela, erstellte zur Monatsmitte für 13 Favelas selbst Statistiken und stützt sich dabei auf eigene Datenerhebung sowie auf amtliche Angaben. Das Resultat ist nur ein kurzes Blitzlicht, vermittelt aber einen Eindruck davon, wie stark und mit welchen Folgen sich das Virus in den Armenvierteln verbreitet. Allein in den 13 untersuchten Favelas gab es Voz zufolge 440 bestätigte Fälle und 159 Covid-19-Tote.

Die Gesamtzahlen für alle Favelas sind sicherlich noch sehr viel höher.  13,6 Millionen Brasilianer leben in Favelas, schätzt das Forschungsinstitut Data Favela, und 2 Millionen davon leben im Staat Rio de Janeiro. Zwei Drittel von ihnen sind Schwarze. 

Diese Menschen sind sich ihres Risikos bewusst: „Wir kennen einige, die an der Krankheit gestorben sind,“, sagt die 47-jährige Dulce dos Santos, die ihren Job als Hausangestellte aufgrund der Pandemie verlor. „Ein Nachbar wurde infiziert. Ich vermeide es, mein Heim zu verlassen.“

Auch hohe Infektions- und Todesraten überraschen hier niemanden. „Abstandhalten ist kaum möglich, und das Alltagsgeschäft läuft weiter“, sagt der Arbeitslose William Rodrigues. Es seien auch keine Beamten da, die korrigierend eingreifen könnten. Tatsächlich bedeutet „Präsenz des Staates“ in Favelas in der Regel nur gewaltsames Eindringen von schwerbewaffneten Sicherheitskräften.

Die Menschen fühlen sich im Stich gelassen. „Ich sehe keinerlei Bemühungen des Staates, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen“, beklagt der 30-jährige Rodrigues. „Lebensmittelrationen verteilen nur zivilgesellschaftliche Organisationen.“

Zwar hat das nationale Parlament in Anbetracht der Krise jedem Arbeitslosen 600 Brasilianische Real (etwa 95 Euro) versprochen. Doch viele Favela-Bewohner können darauf keinen Anspruch erheben, weil sie die nötigen Dokumente gar nicht haben. Das gilt besonders für Obdachlose.  

Brasiliens Gesundheitssystem SUS (Sistema Único de Saúde) ist überlastet, und Slumbewohner haben oft gar keinen Zugang. Da Favelas vielfach auch unter Wassermangel leiden, sind die hygienischen Bedingungen denkbar schlecht. Krankheiten breiten sich schnell aus. Viele Bewohner arbeiten aber weiter – ohne Abstandsregeln oder Hygienemaßnahmen. Sie haben gar keine andere Wahl.

Thuany Rodrigues ist Journalistin in Brasilien.
thuanyrodriigues@gmail.com

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22. Mai 2020

ONE - 22. Mai 2020 - 10:53

1. Coronakrise: Merkel für gemeinsames Handeln
Wie unter anderem ZDF, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und das Wochenblatt berichten, warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden von fünf Wirtschafts- und Finanzorganisationen vor Protektionismus. Sie plädiert für eine stärkere internationale Zusammenarbeit: „Gemeinsames, abgestimmtes Handeln“ sei in der Coronakrise nötig, um der globalen Rezession zu begegnen. Armutsbekämpfung werde in den nächsten Jahren wichtig sein, um die Folgen der Pandemie zu bearbeiten, so die Kanzlerin. Unterdes warnt António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, dass die Coronapandemie die Armutsbekämpfung in Afrika bedrohe. Bestehende Ungleichheiten, Hunger, Fehlernährung, Anfälligkeit für Krankheiten würden durch die Pandemie noch gesteigert werden. Er fordert daher „globale Solidarität“ und 200 Milliarden Dollar zusätzliche Hilfen zur Bekämpfung der Coronakrise in Afrika. Wie unter anderem Spiegel, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und BR24 berichten, überlassen Weltstars in der Coronakrise ihre Social-Media-Kanäle Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Bei der Aktion #PassTheMic der Entwicklungsorganisation ONE sind unter anderem Hollywoodstars wie Julia Roberts, Penelope Cruz oder Hugh Jackman dabei. Julia Roberts habe etwa auf ihrem Instagram-Account den US-Immunologen Dr. Anthony Fauci interviewt, der die moralische Verantwortung gegenüber Staaten mit schwächeren Gesundheitssystemen in der Krise betone. Auch deutsche Prominente und Expert*innen würden sich daran beteiligen.

2. Weltbank unterstützt Opfer der Heuschreckenplage mit 500 Millionen Dollar
Wie unter anderem Spiegel, Frankfurter Rundschau und der österreichische Kurier berichten, will die Weltbank die Opfer der Heuschreckenplage einem millionenschweren Hilfspaket unterstützen. In Ostafrika und im Nahen Osten spitze sich die Heuschreckenplage weiter zu. Die Plage sei laut Weltbank die schlimmste seit 70 Jahren. Es könnten allein um die Region am Horn von Afrika Schäden im Wert von Milliarden Dollar entstehen. Die Heuschrecken greifen die Ernte an und fressen etwa in Kenia innerhalb von 24 Stunden die Menge an Ertrag, von denen sich die Einwohner*innen des Landes zwei Tage lang ernähren könnten, erklärt Weltbank-Manager Holger Kray. Die Bekämpfung mit Pestiziden sei kaum erfolgreich, da die Bedingungen durch den Regen in Ostafrika ideal für die Insekten sei. Die Coronakrise erschwere das Vorgehen gegen die Plage zusätzlich, wie Weltbank-Präsident David Malpass sagt. Die Weltbank wolle daher Betroffene, insbesondere ärmere Kleinbäuer*innen, Viehhirt*innen und Familien in ländlichen Gebieten durch direkte Geldtransfers unterstützen und in den Wiederaufbau von Landwirtschaft und Viehbeständen investieren.

3. Müller fordert Schließung von Wildtiermärkten
Wie unter anderem die Welt, T-Online und Mainpost berichten, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller die Schließung von Wildtiermärkten. Zudem fordere er mehr Artenschutz und warne vor dem Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten. Da Covid-19 auf einem Wildtiermarkt auf den Menschen übergesprungen sei, werden immer mehr Stimmen laut, die diese Märkte verbieten wollen. Müller will konkret 50 Wildtiermärkte in Asien und Afrika schließen, um die Übertragung gefährlicher Krankheiten auf den Menschen einzudämmen. Es müsse entschlossener vorgegangen werden, um die natürlichen Lebensräume von Tieren zu schützen und gegen Wildtierhandel und –märkte vorzugehen. Er wolle daher eine internationale Allianz gemeinsam mit dem WWF, der Wildlife Conservation Society und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt gründen.

 

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Nachhaltig aus der Corona-Krise: Wissenschaftliche Konsultation startet

#WPN2030 - 22. Mai 2020 - 10:40
Die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 (wpn2030) ruft Forschende aller Fachrichtungen auf, sich an der Online-Konsultation „Nachhaltig aus der Corona-Krise“ zu beteiligen.
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Hightech im Rhino Camp

E+Z - 22. Mai 2020 - 10:36
Ein südsudanesischer Flüchtling ist der Technikexperte für seine Nachbarn im Flüchtlingslager in Uganda geworden

Der Südsudanese Richard Maliamungu lebt schon lange im Rhino Camp. 2018 nahm er an einem Workshop des Access to Skills and Knowledge Network (#ASKnet) teil, einer Initiative der gemeinnützigen Organisation Agency for Open Culture and Critical Transformation mit Sitz in Berlin.

In dem Workshop ging es darum, aus vor Ort verfügbaren Materialien einfache elektronische Geräte herzustellen sowie kaputte Geräte zu reparieren. Außerdem wurden die Teilnehmer ermutigt, sich online mit anderen IT-Experten zu vernetzen.

Maliamungu zog aus dem Training nicht nur neue Fähigkeiten, sondern auch eine Inspiration: Er machte die Herstellung und Reparatur elektronischer Geräte zu seiner Lebensaufgabe. „Ich habe alles Elektronische geliebt, seit ich ein Kind war“, sagt er. „Ich habe schon immer gerne Dinge zusammengebaut.“

Im Camp setzte er das Gelernte schnell um, organisierte ein Repair-Café und begann, die kaputten Geräte seiner Mitflüchtlinge zu reparieren. Inzwischen ist er ein sehr gefragter Mann. Außerdem bringt er Flüchtlingen sowie Menschen, die in der Nähe des Lagers wohnen, als Trainer für #ASKnet die Grundlagen von Elektronik und IT bei.

Maliamungu unterstützt die Trainer in allen sechs ASKnet-Zentren im Südsudan, in Uganda und Kenia. Unter anderem bringen sie den Teilnehmern dort bei, wie sie Open-Text-Software und Open-Source-Plattformen wie Github nutzen können, die Software-Entwickler aus der ganzen Welt zusammenbringen. Auch für andere NGOs hat Maliamungu schon als Trainer gearbeitet, etwa für die Youth Empowerment Foundation und Platform Africa.

Bis zu dem Punkt, an dem Maliamungu jetzt steht, war es ein weiter Weg. Er ist einer von rund 2 Millionen Südsudanesen, die das Land seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2013 verlassen haben. Ein großer Teil von ihnen lebt heute in Flüchtlingslagern in Uganda. Dort hinzugelangen, war nicht einfach.

Maliamungu erzählt, dass seine Familie und er auf dem kurzen Weg nach Uganda etwa zehn Straßensperren passieren mussten, die entweder von Regierungssoldaten oder von Rebellen kontrolliert wurden. Dort seien Menschen vor ihren Augen umgebracht worden. „Das hat mich hinterher psychisch stark belastet.“

Quelle
Access to Skills and Knowledge Network:
https://openculture.agency/asknet_-access-to-skills-and-knowledge-network/

Ochan Hannington ist ein südsudanesischer Journalist, Fotograf und Filmemacher. Er lebt momentan in Uganda.
hannington.a.o@gmail.com

 

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