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Bericht des Weltklimarates: Klimaresiliente Entwicklung fördern

Welthungerhilfe - 3. März 2022 - 13:26
Der Bericht des IPCC zeigt auf: Die Zeit wird knapp. Schon heute lassen sich gefährliche Veränderungen der Natur beobachten und Milliarden Menschen leiden immer stärker unter den Auswirkungen des Klimawandels.
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Engaging Employees Toward Becoming a Sustainable Enterprise: Why it Works

SCP-Centre - 3. März 2022 - 12:12

The way companies approach the integration of sustainability principles into their culture and working practices is as varied as the companies themselves. Top management responsibility and commitments are often regarded as the most important means and indicators for formal sustainability integration. But do they also need to be the starting point? Putting employees in the driver seat from the beginning may offer significant advantages.

Some organisations do not start with a sustainability strategy at the top, but rather as a cross-cutting cultural process. This was the case with Stadtwerke Wuppertal (WSW), a German municipal utility whose human resources (HR) team wanted to hear their employees’ perspectives on sustainability and how they could best align it with current and future sustainability-related processes and projects. The CSCP offered its expertise by accompanying WSW on this journey.

The human resource factor as the driving force

What if a topic that really drives and motivates you is taken up within your company, but you are not part of the process? That’s why employee engagement from early on is key. Sustainability is meaningful, motivating, and contagious. With more and more people willing to be an active part of the sustainable transformation, HR departments increasingly report the need to have a strong sustainability focus that not only attracts new talent, but helps to retain and further develop employees.

Engaging colleagues at different functions and hierarchy levels

With WSW, we started with an application process open to all its employees for an initial workshop series. With a diverse group of about 20 highly-motivated employees, we facilitated three workshops to exchange views and ideas on sustainability. Working with the Golden Circle concept, we developed a proposal for the purpose of the companies’ sustainability journey (the “Why?”), the way to get there (the “How?”), and ideas for concrete measures (the “What?”).

In addition to the workshop series, the CSCP facilitated qualitative interviews with executives to better understand their current perception as well as opportunities and challenges on the road towards more sustainability. Based on these, we conducted a survey with WSW Executives to review the general awareness as well as hot topics to consider when further embedding sustainability into various processes and projects. At the end of the project, we presented a summary report to the WSW Top Management, including our recommendations to strengthen sustainability within the organisation.

Why this is worth the effort?

The results of such open and honest discussions on eye level often lead to practical suggestions from the operational implementation perspective. If taken up by top management, these suggestions can be far better accepted compared to top-down strategies. Also, our surveys and feedback talks regularly reveal that dealing with sustainability issues and their concrete implementation is experienced as motivating and meaningful. And last but not least, there are exciting insights from the participants that are important for embedding cross-cutting issues like sustainability: In everything we do, we need to ask ourselves, is it possible to do it more sustainably? Here, too, the personal insights of colleagues will always carry more weight than messages from external facilitators.

While sustainability strategies are often developed with a strong focus on hot topics (the “What?”), they may lack a more in-depth dialogue on how a motivating and guiding purpose may also include sustainability (the “Why?”) and how the cultural setting and way of working and cooperating may require change and new experiments (the “How?”). Combining this holistic view with employee engagement may not only be a good starting point, but also support organisations with ongoing sustainability strategies in order to review and strengthen internal ownership. With the focus on developing a sustainability culture aimed at empowering employees to become internal and external ambassadors, proactive HR departments have a highly important new role to play.

For further information and to exchange with us on the role of enterprises in accelerating the sustainability transformation, please contact Stephan Schaller or Hanna Perrin.

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Vorrang für menschliche Sicherheit und Diplomatie

SID Blog - 3. März 2022 - 11:51
Neuer Bundeshaushalt muss Folgen des russischen Angriffskrieges für die Länder des Südens berücksichtigen

Berlin, 3. März 2022. In der Ukraine führt der russische Präsident Putin einen
Angriffskrieg und zwingt hunderttausende Menschen zur Flucht. Die Bundesregierung hat
angekündigt, der Landes- und Bündnisverteidigung größere Priorität einzuräumen. „Wir
brauchen jetzt eine gesellschaftliche und parlamentarische Debatte über die Frage, wie
Sicherheit auch jenseits von militärischen Potenzialen zu erreichen ist", sagt Dagmar
Pruin, die Präsidentin von Brot für die Welt. „Menschliche Sicherheit muss innerhalb
einer neuen Sicherheitsarchitektur Vorrang haben, und dies muss sich auch im
Bundeshaushalt niederschlagen." Kabinett und Bundestag beraten in diesem Monat über
den Haushalt 2022 .

Angesichts der humanitären Notlage appelliert Brot für die Welt an die
Bundesregierung, genügend finanzielle Mittel für die Humanitäre Hilfe in der Ukraine
und für die Flüchtlingshilfe im Inland bereitzustellen. Zudem sollten Mittel für
zivile Krisenprävention und Konfliktbearbeitung eingeplant werden. „Einseitig auf
militärische Lösungen zu setzen, wäre fatal. Sicherheitskonzepte, die auf Abschreckung
setzen, sind auf Dauer nie tragfähig. Wichtig ist, an die diplomatischen
Gesprächskanäle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
anzuknüpfen und hieraus gesamteuropäische Sicherheitskonzepte weiterzuentwickeln",
betont Pruin. Hierfür brauche es die Einbindung und Finanzierung von Think Tanks und
Zivilgesellschaft, die an der Herstellung einer langfristigen Friedensordnung
mitwirken. „Wir brauchen eine europäische Sicherheitsarchitektur, die garantiert, dass
Grenzen geachtet werden und dass sich Sicherheit an den Bedürfnissen der Menschen
orientiert", sagt Pruin. Die Struktur dafür biete die OSZE, nicht der Ausbau von
Militärbündnissen in Ost und West, die sich nach dem Vorbild des Kalten Kriegs
waffenstarrend gegenüberstehen. Eine erneute Hochrüstung würde dazu führen, dass für
die Bewältigung von Pandemien, Klimakrise und Artensterben keine Mittel mehr zur
Verfügung stehen.
Brot für die Welt fordert weiter einen Dialog der Konfliktparteien. „Es wäre fatal,
jetzt vom Ende der Diplomatie zu sprechen. Gerade angesichts der Entscheidung
Präsident Putins, die atomaren Streitkräfte in Alarmbereitschaft zu versetzen, müssen
alle Mittel ausgeschöpft werden, um die Eskalation in einen Nuklearkrieg, aus dem es
kein Zurück mehr gibt, zu verhindern", sagt Pruin. Um alle Einflussmöglichkeiten und
Vermittlungspotentiale auszunutzen, sollten auch Länder in die diplomatischen
Bemühungen einbezogen werden, die sich bisher wie China und Indien neutral verhalten.
Mit Blick auf die Haushaltsberatungen mahnt Brot für die Welt, auch die weitreichenden
Folgen zu berücksichtigen, die der Krieg gegen die Ukraine für die Länder des globalen
Südens hat. Unter der Last steigender Nahrungsmittel- und Energiepreise wird vor allem
die ärmere Bevölkerung in weiten Teilen der Welt zu leiden haben. Zusätzliche
Investitionen in die Ernährungssicherung sowie den Auf- und Ausbau sozialer
Sicherungssysteme sind unabdingbar.

Im Koalitionsvertrag hat die Ampelkoalition vereinbart, dass die Bundesregierung
mindestens 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungsfinanzierung
aufbringen will. „Angesichts der Folgewirkungen, die der Krieg in der Ukraine auslöst,
wird das nicht reichen. Die Entwicklungsfinanzierung muss der aktuellen Bedürfnislage
angepasst sein, auch mit Blick auf die Bewältigung von Klima- und Coronakrise", sagt
Pruin.

 


Hintergrund:

Die Leitlinien der Bundesregierung von 2017 mit dem Titel „Krisen verhindern,
Konflikte bewältigen, Frieden fördern" liefern Ansatzpunkte für eine
Sicherheitsarchitektur, die menschlicher Sicherheit Vorrang einräumt: Sie
verdeutlichen die Bedeutung des Zusammenwirkens mit der Entwicklungspolitik, die
Notwendigkeit des Ausbaus der Instrumente für Prävention und zivile
Konfliktbearbeitung, Diplomatie und humanitäre Hilfe.

Globale digitale Kooperation nach Russlands Angriff auf die Ukraine: Die G7 als Impulsgeber

SWP - 3. März 2022 - 11:40

Digital vernetzte Technologien prägen weltweit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die allermeisten davon erwachsen aus technischen und politischen Praktiken, die weit über einzelne Staaten hinausweisen. Ihre Gesamtheit lässt sich als globale digitale Ordnung beschreiben. Diese wird zusehends durch autoritäre Regime herausgefordert. Die G7 sollten dem »dichte« Kooperation wo möglich und »dünne« Koordination wo nötig entgegensetzen.

Die Gefahr einer autoritären Umgestaltung

Von den 1990er Jahren an war die globale digitale Ordnung lange von den USA geprägt. Dagegen zielen seit einigen Jahren immer mehr Staaten darauf, die Souveränität über »ihren« Teil der globalen Ordnung zurückzugewinnen. In der Logik von Netzwerken gesprochen: Sie versuchen, zentrale Machtpositionen innerhalb von Subnetzwerken zu schaffen. Während es liberalen Staaten dabei jedoch um Datenschutz und Monopolbegrenzungen geht, sehen autoritäre Staaten das Internet zunehmend als Herrschaftsinstrument. China und Russland gehen dabei noch einen Schritt weiter: Ihr Ziel ist nicht nur mehr Kontrolle nach innen, sondern auch eine darüber hinausgehende Umgestaltung der globalen digitalen Ordnung.

Ein eindrückliches Signal ist hier die gemeinsame Erklärung von Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping zu Beginn der olympischen Winterspiele in Peking. Darin fordern sie die »Internationalisierung der Internet Governance«. Gemeint ist damit die Stärkung nationalstaatlicher Kontrolle und dementsprechend der Rolle zwischenstaatlicher Organisationen wie der International Telecommunication Union (ITU). Diese Forderung ist nicht neu. Dass beide Staaten sie als Priorität auf höchster Ebene behandeln, sollte aber zu denken geben.

Die Gefahr weiterer Fragmentierung

Dabei kommt diesen autoritären Staaten zugute, dass die institutionellen Strukturen globaler Kooperation zunehmend unübersichtlich geworden sind. Neben den traditionellen Formaten multilateraler Kooperation und den ebenso etablierten Strukturen zur (Weiter-)Entwicklung technischer Standards existiert heute eine Vielzahl von Multistakeholder-Formaten, die sich Themen wie Internet Governance, Cybersicherheit oder Künstlicher Intelligenz widmen.

Für Staaten wie China und Russland ist dies schon an sich ein Erfolg. Die institutionelle Fragmentierung überfordert viele Akteure, schafft Widersprüche und führt oftmals zu Blockaden und Stillstand. Das ungeregelte Nebeneinander bietet zudem immer wieder Gelegenheiten, die Veto-Macht des Westens in den etablierten Strukturen zu umgehen.

Unter dem Eindruck von Russlands Angriff auf die Ukraine ist damit zu rechnen, dass auch diese globalen Kommunikationsnetze Teil der Auseinandersetzung werden. Die großen sozialen Netzwerke haben bereits Partei ergriffen – ein weiteres Beispiel für die enorme politische Macht dieser Unternehmen – und die Nutzung ihrer Plattformen durch die russische Regierung und Staatsmedien erheblich eingeschränkt. Noch fundamentaler hat die ukrainische Regierung gefordert, russische Websites aus den weltweiten Strukturen des Internets auszuschließen. Technisch wäre dies durchaus umsetzbar. Dabei droht jedoch eine politische Dynamik, an deren Ende nicht mehr viel vom gemeinsamen globalen Fundament des Internets übrig bliebe. Zudem würde eine solche Maßnahme es den Bürgerinnen und Bürgern Russlands noch weiter erschweren, Informationen aus dem Ausland zu erhalten.

Digitale Kooperation unter alten und neuen Verbündeten

Schon kurz nach Amtsantritt hat die Biden-Administration eine Reihe von Vorschlägen dazu lanciert, wie die Demokratien bei digitalpolitischen Fragen besser kooperieren könnten. Einen konkreten Ansatz hierzu bildet der »US-EU Trade and Technology Council«, der im Juni 2021 ins Leben gerufen wurde; zudem gibt es weitergehende Ideen für einen Zusammenschluss der »Techno-Democracies« oder eine »Alliance for the Future of the Internet«.

Dringend notwendig ist aber auch eine Perspektive für die Zukunft globaler Zusammenarbeit – gerade dann, wenn die Bedingungen dafür schwierig sind. Um noch einmal die Logik von Netzwerken zu bemühen: Die Kooperation liberaler Demokratien schafft im besten Falle ein dichtes, belastbares Netz an Beziehungen zwischen den beteiligten Akteuren. Diese Kooperationsbeziehungen sollten aber ergänzt werden um inklusive, wenn auch dafür dünnere und entsprechend weniger belastbare Netzwerke, die auch nicht-demokratische Staaten einbeziehen.

An dieser Stelle nun kommen die G7 ins Spiel. Unter der Überschrift »starkes Miteinander« hat sich Deutschland für seinen G7-Vorsitz unter anderem vorgenommen, eine demokratische Antwort auf die Entwicklungen im Bereich der globalen digitalen Ordnung zu finden. Jenseits einzelner Sachfragen – von Cybersicherheit und Verschlüsselungstechnologie bis hin zum datenschutzkompatiblen Datenaustausch über Staatengrenzen hinweg – gilt es, auch die schwierige Frage der zukünftigen Institutionenordnung zu stellen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen hier die bereits laufenden Prozesse im Rahmen der Vereinten Nationen. 2020 hat VN-Generalsekretär António Guterres 2020 eine »Roadmap for Digital Cooperation« vorgestellt. Darin nimmt er jene Themen in den Blick, die für eine Großzahl der VN-Mitgliedsstaaten von Bedeutung sind: von Fragen wirtschaftlicher Entwicklung und digitaler Inklusion über den Schutz der Menschenrechte bis hin zur Sicherheitspolitik. Daneben gibt es schon seit langem Verhandlungen um Normen für das Verhalten von Staaten im Cyberspace, gerade in diesen Tagen haben nach langem Vorlauf die Verhandlungen um eine neue Cybercrime Convention begonnen. Für all diese Prozesse stellt sich nun sehr grundsätzlich die Frage, wie mit einem Russland unter Putin umzugehen ist. Gerade jetzt aber sollten diese Foren aktiv genutzt werden, um sich den autoritären Bestrebungen entgegenzustellen. Wie die Forderung nach einem Abkopplung Russlands vom globalen Internet zeigt, sollten dabei auch die stärker technisch ausgerichteten Foren, von der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) bis zur ITU, im Blick behalten werden.

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Enablers of ambitious climate action: challenges and opportunities to combine climate change and sustainable development

DIE - 3. März 2022 - 11:11

Despite decades of international climate negotiations, cumulative worldwide climate-action pledges still fall short of the needed effort to keep the maximum global mean temperature increase well below 2oC and to further strive for a maximum of 1.5oC, as established in the Paris Agreement. This Agreement ensures that all developed and developing countries are engaged in climate action, but ambition levels nationally determined. Hence, understanding what enables and what discourages climate action and how to use these levers to boost ambition is key to the implementation of the Paris Agreement. My PhD research aims to address research gaps on major climate-change action enablers and to explore how these enablers have performed over time and across countries. Moreover, it aims to develop research and policy-making tools to further analyse these enablers and to leverage their potential to boost climate-change action. The major enablers that I address in my thesis, are: key moments in international climate negotiations; country contexts and the common but differentiated responsibilities and respective capabilities (CBDR-RC) principle; international climate assistance; and policy coherence for the joint implementation of climate targets and the sustainable development goals (SDGs). In this context, I discuss four policy coherence types: coherence between national and international action; coherence between sources of finance; socio-economic and environmental coherence; and coherence between international policy agendas. My PhD thesis advanced the scientific understanding of climate-change action enablers and provides tools for further research and policy making. In particular, the tools allow researchers and relevant stakeholders to 1) compare the ambition of countries' climate pledges in a development context; 2) better align climate and sustainable development finance; 3) make use of an overview of climate and SDG interactions and of opportunities for enhanced policy coherence; and 4) assess gaps and opportunities for a better integration of the international climate and biodiversity agendas. From a policy perspective, our climate-change action assessments likely facilitate comparability and support policy makers to design better measures that maximize synergies and minimize trade-offs between climate and sustainable development actions.

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Central Asia’s Muslims and the Taliban

SWP - 3. März 2022 - 11:00

Afghanistan’s Central Asian neighbours have generally reacted pragmatically to the Taliban’s seizure of power there. For the autocratically ruled, secular states on the periphery of the former Soviet empire, economic cooperation and the stabilisation of humanitarian and political conditions in Afghanistan are at the forefront of their interests in maintaining relations with their southern neighbour. According to offi­cial discourse, Central Asia’s entrenched secularism is not challenged by the Taliban’s Islamism. On social media in Central Asia, however, the Islamic emirate of the Taliban is portrayed as a political counter-model; one which is more positively received in coun­tries with greater discursive freedom and under governments whose policies more openly confront the Taliban. This reveals a trend towards Islamist-inspired iden­tity formation that will be difficult to stop through censorship and repression.

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Zwischen Zurückhaltung und Solidarität: Reaktionen aus dem Südkaukasus auf Russlands Krieg

SWP - 3. März 2022 - 10:37

Armenien ist Russlands engster Partner im Südkaukasus. Beide sind Bündnispartner im Rahmen der »Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit«, zudem ist Armenien Mitglied in der von Russland dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion. Russische Grenzschützer unterstützen Armenien bei der Sicherung von nunmehr drei der vier Landesgrenzen; russische Unternehmen haben in strategischen Wirtschaftssektoren des Landes investiert. Es ist daher nicht überraschend, dass Armenien, obschon offizielle Stellungnahmen um Neutralität bemüht waren, als einziges Land am 25. Februar mit Russland gegen dessen Ausschluss aus dem Europarat gestimmt hat. Die Abstimmung bedeutet nicht, dass die politische Führung in Eriwan, die 2018 in Folge der »Samtenen Revolution« mit einer Demokratisierungs- und Reformagenda an die Macht kam, hinter der russischen Aggression gegen die Ukraine steht. Vielmehr ist sie Ausdruck ihres begrenzten außenpolitischen Handlungsspielraums angesichts der engen, stark asymmetrischen Beziehungen zu Russland. Diese Asymmetrie dürfte sich nun weiter verengend auf den außen- aber womöglich auch innenpolitischen Spielraum auswirken. Denn dass Armenien ein gelungenes Beispiel dafür ist, wie Kooperation mit der EU – Eriwan und Brüssel sind über ein Abkommen zu umfassender und vertiefter Partnerschaft verbunden – und mit Russland in Einklang gebracht werden kann, war schon zuvor von Beobachterinnen und Beobachtern mit einem großen Fragezeichen versehen. Unvermeidbar scheint indes, dass die Wirtschaftskrise, in die Putins Krieg Russland treibt, durch Rubelverfall, wegfallende Geldtransfers und geschwächte Wirtschaftskraft auch Armenien in Mitleidenschaft zieht.

Aserbaidschan zwischen den Regionalmächten

Auch aus Aserbaidschan gab es zunächst kaum offizielle Stellungnahmen. Das Außenministerium ließ lediglich verlauten, die Situation müsse auf diplomatischem Weg gelöst werden; später bot sich Baku als Verhandlungsort an und schickte humanitäre und medizinische Hilfe in die Ukraine. Für die aserbaidschanische politische Führung ist die Lage diffizil: Am 22. Februar, ein Tag nachdem Moskau die Separatistengebiete Luhansk und Donezk als unabhängig anerkannt hatte, unterzeichneten die Präsidenten Russlands und Aserbaidschans eine »Deklaration über alliierte Zusammenarbeit«. Darin ist unter anderem festgehalten, bei außenpolitischen Fragen kooperieren, die militärische Zusammenarbeit weiter ausbauen zu wollen und auf solche wirtschaftlichen Aktivitäten zu verzichten, die den Interessen des jeweils anderen direkt oder indirekt schaden. Die Deklaration hat nicht nur aufgrund des Zeitpunkts, sondern auch deshalb Fragen aufgeworfen, weil Baku nach dem »44-Tage-Krieg« in und um Berg-Karabach seine Beziehungen zum traditionell engen Partner Türkei, ebenfalls Regionalmacht im Südkaukasus mit eigenen Gestaltungsansprüchen, weiter vertieft und im Juni 2021 die »Schuscha Deklaration über alliierte Beziehungen« mit Ankara unterzeichnet hatte. Ankara und Moskau selbst hatten bislang einen pragmatischen Umgang miteinander im Südkaukasus gefunden. Wie dieser angesichts der aktuellen Entwicklungen fortgesetzt wird – die Türkei ist Nato-Mitglied und hat das russische Vorgehen gegen die Ukraine rasch verurteilt – ist unklar. Die weitere Entwicklung der türkisch-russischen Beziehungen dürfte sich auch auf Aserbaidschans außenpolitische Optionen niederschlagen. Bakus Bürgerinnen und Bürger dagegen haben am Wochenende klarer als ihre Regierung Position bezogen und gegen den Krieg aber auch gegen Putins Russland protestiert.

Volte Face in Tiflis

Georgien ist das einzige Land im Südkaukasus, das wie die Ukraine eine Mitgliedschaft in Nato und EU anstrebt. Zusammen mit der Ukraine und Moldau hat es sich zum »Assoziierten Trio« zusammengeschlossen, um letzterem Vorhaben gemeinsam mehr Nachdruck zu verleihen. Obwohl Tiflis sowohl die Anerkennung der Separatistengebiete Luhansk und Donezk sowie den Angriff Russlands auf die Ukraine verurteilte, waren die Reaktionen lange zurückhaltender als von vielen erwartet – gerade auch angesichts der eigenen Kriegserfahrung mit Russland. Die von Georgien abtrünnigen de facto Staaten wiederum folgten Russlands Anerkennung. Schon vor Kriegsausbruch hatte es Georgiens Regierungspartei vermieden, Russland in ihrer Ukraine-Resolution namentlich zu erwähnen. Zudem lehnte sie die von Staatspräsidentin und Opposition vorgeschlagene Sondersitzung des Parlaments zur Ukraine ab. Besonders kritischen Nachhall fand jedoch die Erklärung von Premierminister Gharibaschwili, Georgien würde sich den westlichen Sanktionen gegen Russland nicht anschließen – diese seien ineffektiv. Die Reserviertheit der georgischen Führung enttäuschte die ukrainische Seite derart, dass sie ihren Botschafter aus Georgien abberief, und steht im klaren Widerspruch zur enormen Solidarität, die Georgiens Zivilgesellschaft der Ukraine entgegenbringt. Politische Opposition und Experten bemängelten, dass Georgien viel stärker seine eigenen sicherheitspolitischen Herausforderungen mit denen der Ukraine in Beziehung hätte setzen müssen. Noch kritischere Stimmen warfen der Regierung vor, sich wegzuducken. Obschon die Regierungspartei noch die vergangenen Tage bekräftigte, es bleibe beim geplanten Antragsdatum 2024, hat sie am 2. März mit der Erklärung, sie wolle – ähnlich wie zuvor die Ukraine – Georgiens EU-Mitgliedschaft im Eilverfahren beantragen, eine Kehrtwende hingelegt. Dem vorausgegangen waren Demonstrationen, die nicht nur Unterstützung für die Ukraine bezeugten, sondern sich auch gegen die passive Haltung der eigenen Regierung richteten.

Dass die EU nach Kritik an ihrer mangelnden Sichtbarkeit im Südkaukasus eine größere Präsenz anstrebt, hat sie im vergangenen Jahr etwa durch ihr Engagement zur Lösung der innenpolitischen Krise in Georgien unterstrichen. Die Frage ist, wieviel Spielraum ihr dafür bleibt. Denn die tektonischen Verschiebungen, die Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöst hat, treffen im Südkaukasus auf eine Region, die bereits aufgrund des armenisch-aserbaidschanischen Kriegs um Berg-Karabach im Herbst 2020 von Dynamiken regionaler Machtverschiebung und Neuordnung gekennzeichnet ist. Die Wahrnehmung des Kriegs gegen die Ukraine vor Ort geschieht daher jeweils auch durch das Prisma der regionalen Konflikte im Südkaukasus und wie sich Russland, die Ukraine und EU darin bislang positioniert haben. Die offiziellen Reaktionen aus dem Südkaukasus auf den russischen Angriff spiegeln nicht zuletzt Russlands gesteigerten Einfluss in der Region wider.

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Hungern oder bluten? Die Armut der Periode

EINEWELTblabla - 3. März 2022 - 10:00

Rund 800 Mio. Menschen menstruieren täglich. Sie durchlaufen ca. 500-mal im Leben die Monatsblutung. Dabei haben 62 % der Betroffenen keinen Zugang zu sauberem Wasser bzw. Toiletten (PDF-Downloadlink). Dazu kommt, dass menstruierende Personen in ihrem Leben schätzungsweise 7.000 Euro für Hygieneprodukte ausgeben und zwischen 12.000 und 17.000 dieser Produkte verbrauchen.

Vielen ist dabei nicht bewusst, das Menstruieren in unserer Gesellschaft auch eine Frage des Geldes sein kann. Menstruierende können sich nicht aussuchen, ob sie einmal im Monat ihre Periode bekommen. Die Blutung setzt ein, ob sie das nötige Kleingeld haben oder eben nicht. Genau um dieses Thema soll es in diesem Beitrag gehen. Die Periodenarmut!

Was ist Periodenarmut?

Periodenarmut drückt die wirtschaftliche Verwundbarkeit Menstruierender aus. Es geht dabei um einen fehlenden Zugang zu Hygieneartikeln. Mehr als 500 Mio. Menschen weltweit leiden unter Periodenarmut. Einwegprodukte wie Tampons oder Binden sollten nach dem Gebrauch entsorgt werden. Dadurch ergibt sich eine Abhängigkeit von besagten Produkten. Es gibt mittlerweile zwar auch wiederverwertbare Alternativen, wie die Menstruationstasse oder Periodenunterwäsche mit integrierter Binde, doch kosten solche Produkte jede Menge Geld und sind zudem noch unpraktisch, wenn man keinen Zugang zu sauberen Sanitäranlagen hat. Weitere kostenintensive, häufig unabdingbare Dinge, die Menstruierende brauchen sind beispielsweise Unterwäsche, Schmerztabletten und Wärmekissen.

Die mit der Periode einhergehende Stigmatisierung (PDF-Downloadlink) fällt auch unter den Begriff der Periodenarmut. Stigmatisierung von Menstruierenden meint, dass Menschen, die bluten, gerade wegen dieser Tatsache negativ bewertet werden.

Wer ist betroffen?

Allein in Berlin leiden rund 2.500 menstruierende Obdach- und Wohnungslose an Periodenarmut. In Bezug auf ganz Deutschland geht man von ca. 100.000 Betroffenen aus. Hauptproblem bei den meisten ist, dass sie sich die Periodenprodukte nicht leisten können. Dazu kommt, dass in unserer heutigen Gesellschaft die Monatsblutung immer noch zu einem Tabuthema gehört. Die Tabuisierung der Periode führt unter anderem dazu, dass das Thema der Periodenarmut so unbekannt ist.

Nicht nur obdach- und wohnungslose Menschen müssen gegen das Tabu der Menstruation und gegen die Periodenarmut ankommen. Häufig sind auch junge Erwachsene und Menstruierende mit geringerem Einkommen davon betroffen. Aus einem Angst- und Schamgefühl heraus wird nicht über die Problemlage gesprochen, sondern versucht mit Socken, Taschentüchern oder Stofffetzen dagegen vorzugehen. Manche verwenden Binden oder Tampons zu lange und riskieren damit ihre Gesundheit. Durch eine unangemessene Verwendung von Hygieneprodukten aufgrund fehlenden Geldes kann es zu Entzündungen im Geschlechtsorgan kommen, die bis hin zur Unfruchtbarkeit führen können.

Was hat Periodenarmut mit den SDGs zu tun?

Die Erfüllung der Hygienebedürfnisse aller Menstruierenden ist eine grundlegende Frage der Menschenrechte, der Würde und der öffentlichen Gesundheit. Mit Blick auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen finden wir unter den 17 Zielsetzungen auch solche Ziele wieder, die zur Entwicklung der Sicherung der Menstruierenden beitragen können. Hier ist beispielsweise das erste Ziel zu nennen: Sicherstellung des Rechts auf eine angemessene Grundversorgung. Im dritten Ziel geht es um die Sicherung eines gesunden Lebens und die Förderung des Wohlbefindens in allen Altersgruppen. Dieser kurze Exkurs soll verdeutlichen, dass Periodenarmut auf verschiedenen Ebenen betrachtet und behandelt werden sollte.

Was tun?

Periodenarmut ist ein weltweites Problem und führt unter anderem in Ländern wie den USA, Indien, Kenia oder Deutschland zu großen Herausforderungen. Mittlerweile gibt es einige Bewegungen, die sich der Periodenarmut angenommen haben und durch Spenden, mediale Posts sowie Petitionen (z. B. Steuersenkung auf Periodenprodukte) versuchen über die Problemlage aufzuklären und für Veränderung zu sorgen.

So auch der Verein Social Period e. V., der sich aktiv gegen Periodenarmut einsetzt und mit Hilfe von Spendenboxen in Supermärkten Hygieneprodukte für obdach- und wohnungslose Menschen sammelt. Die meist ehrenamtlichen Bewegungen sind sehr wichtig beim Kampf gegen die Periodenarmut. Doch um langfristig etwas zu verändern, brauchen wir Gesetze und Richtlinien, die allen einen Zugang zu Hygieneprodukten ermöglichen. Binden und Co. sollten ebenso selbstverständlich auf öffentlichen Klos zu Verfügung stehen wie Klopapier.

-Aline Nagel-

Photo von Monika Kozub auf Unsplash

Der Beitrag Hungern oder bluten? Die Armut der Periode erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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Call to Action for a Tomorrow without Toxics

Forum Umwelt & Entwicklung - 3. März 2022 - 9:22

Zusammen mit 29 anderen internationalen zivilgesellschaftlichen Organisationen haben wir ein internationales Forderungspapier für ein nachhaltiges und solides Chemikalienmanagement veröffentlicht. Wir appellieren an Staaten, Industrie und weitere Stakeholder, um gemeinsam an einer giftfreien Zukunft zu arbeiten. Es gibt bereits Ansatzpunkte, die weiter unterstützt und ausgebaut werden müssen. Der Strategische Ansatz für ein internationales Chemikalien Management (Strategic Approach to International Chemicals Management, SAICM) hat einen multisektoralen und Multi-Stakeholder Prozess geschaffen, der sowohl über Schwerpunktthemen und dem Special Programme in den letzten Jahren wichtige Akzente gesetzt hat. Nicht zuletzt durch die chronische Unterfinanzierung und dem vollständig freiwilligen Ansatz hat SAICM das übergeordnete Ziel einen nachhaltigen Umgang mit Chemikalien und Abfällen über den ganzen Lebenszyklus bis 2020 zu schaffen, weit verfehlt.

 

Die deutsche Regierung hat derzeit die Präsidentschaft im Prozess inne und trägt damit eine entscheidende Verantwortung für ein Folgeabkommen, ein SAICM-Beyond-2020-Framework. Durch die Pandemie wurden wichtige Verhandlungsrunden jedoch immer wieder verschoben und der Prozess stagniert. Und das, obwohl der Handlungsbedarf immer weiter steigt. Immer mehr Chemikalien kommen auf den Markt und in die Umwelt vergiften Boden, Wasser und Luft, sind Treiber der Biodiversitätskrise und verantwortliche für etliche chronische Krankheiten. Deshalb dürfen wir keine Zeit verschwenden, wir brauchen dringend ein nachhaltiges, internationales Chemikalienmanagement.

 

In 15 Forderungen machen wir deutlich, wie ein SAICM-Beyond-2020-Framework aussehen muss, um ein wirklich nachhaltiges und solides Chemikalienmanagement entlang des ganzen Lebenszyklus zu schaffen. Dabei müssen bestehende Ansatzpunkt dringend weiterverfolgt und gestärkt werden, aber auch weitere Schwerpunkte gefunden und adressiert werden. Eine solide Finanzierung ist ebenso wichtig wie die Implementierung des Vorsorgeprinzips und eine Umsetzung von Aktionsplänen auf allen Ebenen. Auch können wir nicht nur Freiwilligkeit bauen, sondern es muss die Option für verbindliche Elemente geben. Zusätzlich müssen wir auch eine faire Beteiligung aller Betroffenen in den künftigen Prozessen von Verhandlung bis Umsetzung haben. Das heißt, nicht nur starke Stakeholder müssen eingebunden werden, sondern auch alle Right Holder. Menschen sind je nach Herkunft, sozi-ökonomischen Hintergrund, Arbeit, Alter und Geschlecht unterschiedlich stark Chemikalien ausgesetzt. Ein SAICM-Beyond-2020-Framework muss sicherstellen, dass die unterschiedlichen Betroffenheiten anerkannt und adressiert werden. Insbesondere ist gesammeltes Wissen von betroffenen Menschen und Communities zu berücksichtigen.

 

Der Call to Action for a Tomorrow without Toxics ist auf der zivilgesellschaftlichen Konferenz im letzten November entstanden. Zusammen mit vielen Teilnehmer:innen haben wir den Entwurf diskutiert und weiterentwickelt. Damit haben wir und die internationale Zivilgesellschaft ein Forderungs- und Positionspapier, mit dem wir die künftigen Prozesse rund um ein SAICM-Beyond-2020 begleiten können und werden. Mittlerweile wird der Call von über 90 Organisationen aus der ganzen Welt unterstützt [Stand 3. März 2022].

Call to Action for a Tomorrow without Toxics

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Russian Attack on Ukraine: A turning point for Euro-Atlantic security

SWP - 3. März 2022 - 9:02
Potential for escalation beyond Ukraine

Margarete Klein

The decision to openly and massively attack Ukraine culminates the longer-term trend towards a militarisation of Russian foreign policy. However, this time the armed forces are not being deployed in a limited way, but much more extensively, and the Russian leadership is prepared to take military risks and accept significant costs (e.g. casualties).

This points to a fundamental change in the Kremlin’s cost-benefit calculation. Economic losses and rationality (sanctions) hardly play a role anymore; issues of national identity and the role model as a great power are the guiding principles. This is reflected in the pseudo-historical argumentation with which Putin denies Ukraine the right to exist as a sovereign state, as well as in the maximum demands he makes on Ukraine and NATO. Putin’s call for the “demilitarisation” of Ukraine shows that he no longer sees an alliance-free Ukraine as a sufficient goal; instead, he is concerned with creating a vassal that is no longer capable of self-defence. The demand for the “denazification” of Ukraine proves that the militarily enforced replacement of the political leadership with a pro-Russian puppet government is an integral goal of the military operation.

Regardless of what plans Russia’s leadership is pursuing for the time after the invasion (vassal state, incorporation into a union state with Belarus, partition models): control over Ukraine is seen as a prerequisite for establishing a zone of influence in the post-Soviet space and for indirectly reshaping the Euro-Atlantic security order in its favour. The draft treaties submitted to the USA and NATO in December 2021 show that Moscow would not be satisfied with a security-motivated buffer zone in the post-Soviet space; indeed, the territories of the eastern NATO members are targeted as such a buffer-zone, from which the Alliance is to withdraw militarily.

With the invasion of Ukraine, talks with Russia regarding the Euro-Atlantic security order are obsolete for the time being. NATO and the EU must prepare for further Russian provocations and the possibility of escalation beyond the territory of Ukraine. Putin implicitly threatens nuclear escalation if western states intervene; clashes at sea and in the air also possess the potential for further escalation. Above all, EU and NATO states must realise that they have long been part of Russian warfare: In Russian military thinking, modern wars are no longer formally declared. Rather, they simply evolve and are waged significantly by non-military means. Against this background, disinformation forms an integral part of psychological warfare (“mental’naya voyna”) in which interpretational sovereignty of the conflict is to be won. Parallel to cyber-attacks, an expansion of subversion and intelligence activities is to be expected.

Demonstration of power in foreign and domestic politics

Sabine Fischer

Moscow’s aggression against Ukraine is not motivated by domestic politics. It is not an attempt to repeat the mobilisation effect of the Crimean annexation. Rather, it is about achieving neo-imperialist and revisionist goals.

Russian society is unlikely to put up significant resistance in the short term. Increasing state repressions have achieved two goals: they have intimidated the growing minority in the country willing to protest. And they have crushed the opposition structures that still existed at the political level and in civil society. Large rallies like those against the annexation of Crimea and the war in the Donbas in 2014 and 2015 are hard to imagine today. The assassination of Boris Nemtsov in February 2015, one of the leaders of the protests at the time, looks in retrospect like a grim omen for the current situation.

On the other hand, this war will not have a mobilising effect. In Russian society, the traumas from two Chechen wars, the Afghan war and the Second World War are still present. In particular, the memory of the latter has been systematically built into a “defensive” propaganda narrative, which is also being used now in a targeted manner. The goal of the Russian special operation, according to Putin, is the “denazification” of Ukraine. He claims that Russia is defending itself against a “fascist mob” controlled by the West. Without this narrative, it will be difficult to win over the Russian population to the campaign in the long run. Russian casualties are already being covered up inside the country – similar to the casualties during Russia’s involvement in the Donbas war in 2014 and 2015.

Repression will continue to increase. More than 5,000 people have already been detained (and some of them abused) since the beginning of the aggression. Strict censorship and persecution of independent media will also continue to increase. The nationally-televised meeting of the National Security Council on the recognition of the “people’s republics” on 21 February was a demonstration of Putin’s omnipotence vis-à-vis the top leadership of the government, parliament and security services. At the same time, the Russian president delegated part of the responsibility for the events to the members of the Security Council – some of whom seemed very unsettled – as well as the Belarusian ruler Lukashenko, who is once and for all only a willing instrument of Russian politics.

The war against Ukraine could well have a destabilising effect on the Russian autocracy. In the short term, however, this is hardly to be expected. Talks about the beginning of the end of Putin’s rule, which can now be heard on various occasions, may be justified. However, it will not save Ukraine, which is currently being overrun by Russian tanks.

What are the options for additional sanctions

Janis Kluge

In response to the Russian war against Ukraine, the Western states imposed far-reaching sanctions. Financial sanctions in particular were the means of choice due to their immediate effect. Russian banks were cut off from the international financial system to varying degrees and the reserves of the Russian Central Bank were frozen, depriving it of the possibility to cushion the sanctions’ effects.

However, more powerful than the specific measures are the general uncertainty and the associated punishing reaction of the markets. It is impossible to predict which trade and financial transactions with Russia will still be possible even in the near future. In light of this, and due to reputation concerns, many large companies have announced that they will leave Russia as soon as possible or stop exports and imports.

To prevent a crash of the rouble and panic among the population, the Russian central bank introduced severe capital controls. Foreign (not only Western) investors were summarily prohibited from selling securities and investments. Thus, the decline of the rouble remained mild at first. However, the central bank’s prohibitions are massive encroachments on investors’ property rights, which will destroy confidence in the Russian capital market for many years to come. Even if the sanctions were lifted, Russia would still be burned as a place to invest.

The increasingly brutal war being waged by Russia, which is now also targeting the Ukrainian civilian population, poses the question of further possible measures against Moscow. The sanctions against banks could be extended: So far, only a handful of them are affected by the toughest so-called US “blocking sanctions”. In addition, the pressure on Russia could also be increased with an oil embargo. The oil trade pours about US$700 million per day into Russian coffers (in addition to about US$150 million for gas exports).

An oil embargo against Russia is only partially possible, because China would not participate in it, and it would have to be internationally coordinated. Otherwise, price increases on the already tense energy markets could nullify the financial effect on Russia. An embargo would have to be implemented quickly in order to influence the outcome of the war. An immediate but initially temporary measure – an embargo for one month – is therefore conceivable, accompanied in parallel by the concerted sale of oil from international strategic reserves. At the same time, political pressure would have to be exerted on OPEC producing countries to utilize free production capacities. The commercial interest of these states in taking market share from Russia, in a moment when Moscow faces international condemnation, could help to ensure their cooperation.

The full-scale invasion as a worst-case for Ukraine

André Härtel

Until the day of the Russian invasion, the Ukrainian leadership tried everything to avoid alarmism inside the country, to give Russia no reason for a new intervention and to start new diplomatic initiatives. In addition, President Selensky has made great efforts to alleviate the economic consequences of the crisis through tax cuts and the proclamation of “economic patriotism”. The President has become an optimistic and empathic voice for all Ukrainians and a solidarity-generating icon in the West.

A new unity can be observed in Ukraine’s political spectrum, which is necessary in view of the Russian threat and the attack that has ensued. All parliamentary factions, which announced a “coalition of defence”, but also Selensky and his predecessor Poroshenko, joined forces. It will be interesting to see whether Ukraine’s most important oligarchs, for example Rinat Akhmetov and Igor Kolomoisky, want to and are able to play an important role in the country’s defence, as they did in 2014. Pro-Russian forces in Ukraine are now forced to adopt a clear position – moreover, it is apparent that they have become a marginal factor since 2014.

Until the attack, the army cherished hope that Russia would only attack in eastern Ukraine. This was a misjudgement. Now, as feared in worst-case scenarios, the armed forces must defend themselves against a full-scale invasion from various directions. Despite the upgrading of the Ukrainian army, better training and eight years of war experience, it is to be feared that Ukraine will not be able to withstand the pressure of the Russian army for long. This is especially true since 28 February when the Russian army changed tactics towards increased artillery shelling and air raids.

This leaves the Ukrainian leadership with essentially two realistic options: to delay defeat by pushing back the enemy by days and thus frustrate Russia’s calculation of a quick victory. This would cause great damage to the Russian leadership in terms of foreign and also domestic policy and counter the Russian narrative of a very short “special operation”. A sudden end of the war caused by subsequent regime instability in Moscow could be a possibility. But this option comes with the risk of high casualties and destruction in Ukraine. Another option would be to ask Moscow to enter into negotiations quickly, whereby sustained and above all successful military resistance would be the key to at least dissuading Russia from maximum demands such as a change of government or the deployment of Russian troops. This has failed so far with the negotiations at the Belarusian border on 27 and 28 February.

Stress test for NATO

Claudia Major

NATO emphasises that it will not intervene militarily in Ukraine. Its task is to protect the allies, and its deterrence and defence measures are of a defensive nature (“preventive, proportionate and non-escalatory”). At the same time, the possibility of military action spilling over into allied territory due to unintended or planned Russian action cannot be ruled out.

The Alliance must prepare to defend its allies in conventional, hybrid and nuclear scenarios. The nuclear signalling became evident through exercises with nuclear capable missiles on 19 February 2022, Putin’s references to “consequences [...] that you have never experienced in your history”, in his 24 February 2022 speech and with Putin putting the deterrence forces on alert on 27 February 2022.

Over the last few weeks, NATO had already increased the readiness of its forces, intensified maritime surveillance and air patrolling, increased the presence of NATO troops in the eastern and south-eastern part of the Alliance and adapted its deterrence and defence posture, such as by establishing a NATO battlegroup in Romania. These measures were reinforced with the decisions of the extraordinary NAC meeting on 24 February 2022: NATO defence plans were activated, additional land, sea and air forces in high readiness to respond in forward positions along the whole eastern border of NATO, a higher readiness of the rest of the troops, and Command and Control were streamlined to give NATO Supreme Allied Commander in Europe (SACEUR) more authority.

Following the NATO summit on 25 February 2022, the NATO Response Force (NRF) was activated and the Alliance declared that Russia had walked away from the 1997 NATO-Russia Founding Act. The latter emphasises basic principles such as territorial integrity, but also interdicts the permanent stationing of substantial combat forces in the new member states. Apart from the political message, this statement allows NATO to substantially increase its presence on the territories of the most exposed allies: in the northeast (Baltic States, Poland) and southeast (Romania, Bulgaria).

In addition to management of the acute crisis, the long-term thinking of how NATO will deal with Russia in a future confrontational security order in Europe and what adjustments will be necessary in the political, economic and also defence policy spheres has already started. Replacing a cooperative-integrative order by a confrontational one in which Russia uses military means to assert its interests requires a stronger focus on deterrence and defence. This includes, for example, an adjustment of defence planning to address a modified Russian posture, including through the soft annexation of Belarus. This in turn requires additional contributions from individual allies.

The EU on the verge of becoming a security actor

Nicolai von Ondarza

The EU is challenged in its very foundations by the Russian attack on Ukraine – as a peace project, as a champion of a multilateral world order, in its responsibility for the security of its members and in its economic order.

After a short moment of shock, the EU – in close coordination with the USA, but also with ex-member United Kingdom – has imposed unprecedented sanctions against Russia. The Union, with its single market and as Russia’s largest trading partner, is the central framework for enforcing these sanctions. But it is also a vehicle for maintaining the unity of the West. The sanctions include a financial cut off from the global markets, closing of EU airspace, prohibiting Russian state media in the EU, targeting Putin and oligarchs personally and more. Paradoxical as it may sound, the much-maligned unanimity rule has not prevented the EU from imposing these unprecedented sanctions in record speed. It has even forced states with close ties to Russia, such as Hungary, to join the common course. For the first time, the EU also does not only support the Ukraine economically, but uses its EU peace facility to finance weapons delivery to Ukraine.

A second immediate challenge for the EU is to deal with the secondary effects of the war. Many people from Ukraine are seeking protection in the EU. What is needed is rapid humanitarian aid, the building of reception capacities and, in the medium term, a regulation on how these people can be distributed within the EU. At the same time, the EU must prepare for the consequences that the war, but also the sanctions policy, will have for its own economy. The expected massive impact on gas and oil prices will further boost the already high inflation – at the risk of destabilising the Eurozone. If energy supplies are affected, EU states should work together to secure alternative supplies, if necessary with their combined purchasing power.

In the medium to long term, the aim is to massively reduce dependence on Russian energy sources and thus vulnerability. This strengthens the Green Deal agenda, but also the efforts to find alternative sources of imports. On the other hand, the EU must cushion the once again increased security dependence on the USA by significantly reinforcing European military capabilities. This requires the closest possible coordination with NATO, but also flexibility under the stability and growth pact for national budgets to make the necessary investments.

USA: Committed and closely aligned with Europe

Laura von Daniels, Marco Overhaus, Johannes Thimm

The United States is once again at the centre of European security – despite the intended turn towards Asia. For Washington and its allies the key question is whether the current economic, political and security measures can stop Russian aggression. Beyond that, will the US be able to maintain domestic political support?

As announced, President Biden has tightened financial and economic sanctions following the Russian invasion of Ukraine. He has done so in close coordination with the EU and the other G7 countries. US sanctions now target the ruling elite as well as President Putin himself, major publically owned banks and private financial institutions. In the long term, bans on technology exports will have particularly devastating consequences for the Russian economy. After holding back for a while, Biden and the Europeans have also agreed to cut-off several Russian lenders from the SWIFT-system, a severe measure just short of excluding energy companies. Another bold measure was to effectively block the Russian Central Bank from using its foreign reserves, dealing an immediate blow to the Russian banking system it will find hard to recover from, unless a major lender steps in. The sanctions will affect the broader Russian population.

Although Ukraine is not a NATO member, the US has invested considerable political and financial capital in the country since 2014, including economic aid and arms deliveries. Washington is continuing these deliveries – now joined by many other NATO countries and even the EU – in an attempt to enhance the military costs to Russia without directly intervening in Ukraine. It is questionable, however, if these costs, along with the impact of economic sanctions, will suffice to pressure Moscow into a ceasefire. Over the last couple of weeks, the US has significantly increased its military presence in Europe, and specifically along NATO’s eastern flank. From Washington’s perspective a major concern is whether China will exploit the US’ preoccupation with Eastern Europe to increase pressure on Taiwan.

Domestically, the Biden administration has some room for manoeuvre. Key players in both parties are pushing to increase the pressure on Russia even further, but during a crisis situation the initiative lies with the president. Among congressional Republicans, those arguing that the war in Ukraine does not affect American interests are in the minority, even as Donald Trump and some of his supporters praise Putin and criticise Biden’s handling of the crisis. So far, the majority of the American public rejects direct US military involvement. Most Americans generally support sanctions, but less than half do so if they lead to higher prices. Rising gasoline costs could affect the midterm elections in November, eroding the current unity. To tamper price hikes and maintain support his policies the Biden administration plans to release some of the strategic oil reserve.

Time for intensive exchange with China

Nadine Godehardt, Hanns Günther Hilpert

How China assesses the Russian attack on Ukraine is not easy to gauge at the moment. So far, there has been no clear statement from the Chinese leadership to directly condemn or support the Russian attack in Ukraine; only well-known positions have been repeated: China takes the security concerns of all countries – including Russia – seriously; America is behaving like a warmonger; the national sovereignty and territorial integrity of all countries – including Ukraine – must be preserved.

Officials explicitly emphasise that Ukraine is not to be compared to Taiwan. Unlike Ukraine, which is regarded as an independent state, Taiwan is a historical part of China. In this context, well-heard voices consider the Russian attack on Ukraine as an interesting “model case” for Chinese Taiwan aspirations. But these views are in the minority and do not represent Beijing’s official view. In order to avoid unnecessarily enhancing this Chinese minority position, German and European voices should therefore avoid constructing an intentional logical connection between Ukraine and Taiwan. Even before the Russian attack, Hua Chunying, spokesperson of the Chinese Foreign Ministry, formulated China’s strict rejection of international sanctions against Russia. And on Monday, the Chinese government explicitly reiterated that it would not support sanctions against Moscow. But it remains to be seen as to which extent China will provide economic support to Russia beyond what has already been agreed on. In any case, additional support for Moscow, which would undermine the sanctions and take the economic pressure off Russia, would put a lasting strain on EU-China relations.

At present, Beijing seems to have settled on the course of accepting and not condemning Russia’s actions, while at the same time closely monitoring the situation in Ukraine and the reactions of the USA and Europe. According to Chinese media, Xi expressed understanding for Russian security interests in a personal conversation with Putin, but also emphasised the centrality of national sovereignty and territorial integrity. Without direct exchange with Beijing, however, no one knows what opportunities the ambiguous Chinese position could offer Europe. The time has come to exchange information directly and in detail with Beijing. The phone call between Foreign Minister Baerbock and her Chinese colleague Wang Yi, thus, is only a first step. The German government needs to further convey its position on the Russian attack on Ukraine and also call on Beijing for support in its stance towards Russia. Even without participating in the international sanctions, Beijing could take effective action. China has a vested interest in the political and economic stabilisation of Europe and does not want to be seen as a complicit supporter of Russian aggression. Germany should not underestimate its political leverage vis-à-vis China, especially in light of the decision to halt the authorization process for Nord Stream 2 and its approval for blocking Russian banks in the SWIFT system. These decisions may have come as a surprise to Beijing.

Russia’s argumentation under international law

Christian Schaller

Russia’s armed attack on Ukraine constitutes a serious violation of the prohibition on the use of force according to Article 2(4) of the UN Charter. Russia had already violated international law by recognising the self-proclaimed “People’s Republics” of Luhansk and Donetsk. For the leadership in Moscow, international law obviously does not matter as a normative compass. Nevertheless, the Kremlin uses the language of international law trying to lend some legitimacy to its actions. The President’s addresses of 21 and 24 February reflect this effort. Four partly interlinked lines of argumentation can be discerned.

First, President Putin claims that it was necessary to stop the “atrocities” and “genocide” of millions of people in the Donbas. Apart from that, Russia generally asserts the right to protect its citizens and compatriots abroad, which is a key component of Russian military doctrine.

Secondly, Russia invokes the agreements of 21 February on friendship and mutual assistance concluded with the two “People’s Republics”. This justification amounts to the claim that Russian troops were deployed to eastern Ukraine at the request and with the consent of these entities.

Thirdly, the Kremlin constructs a case of collective self-defence, namely defence of the two “People’s Republics” against an armed attack by Ukraine. President Putin’s statement that Russia will “demilitarise and denazify” Ukraine also fits in with this context.

Fourth, President Putin speaks of a fundamental threat to Russia created by “irresponsible Western politicians”, especially in the form of NATO’s eastward expansion, and involving the “regime” in Kyiv. This is a particularly alarming element in President Putin’s speech. According to Mr. Putin, the USA and its Western partners, after the disintegration of the Soviet Union, had immediately tried to “finish off and utterly destroy” Russia. In his understanding, it was now “a matter of life and death” for Russia. There was a real threat to the very existence of the Russian state, and the West had crossed the red line.

“In this context”, Russia had taken the decision to carry out a “special military operation” in accordance with Article 51 of the UN Charter to defend itself and its people. Irrespective of the fact that the justification is factually unfounded, it becomes clear that Russia is following an extremely broad understanding of preemptive self-defence that is in no way covered by international law.

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Versöhnungsbund gegen den Krieg in der Ukraine

SID Blog - 3. März 2022 - 8:18

            Pressemitteilung zum Krieg in der Ukraine

Der deutsche Zweig des Inernationalen Versöhnungsbundes hat folgende Erklärung verfasst, die zur Verbreitung auch als PDF im Anhang und auf unserer Homepage zu finden ist:

https://www.versoehnungsbund.de/2022-02-24-krieg-in-der-ukraine

PRESSEMITTEILUNG bzgl. des Kriegs in der Ukraine

Der deutsche Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes ist entsetzt, dass der Konflikt in der Ukraine so eskaliert ist. Krieg in jederlei Form ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er eignet sich in keinster Weise, um Konflikte nachhaltig zu lösen.

Deshalb erklärt der Versöhnungsbund seine Solidarität mit den pazifistischen Gruppen in der Ukraine und in Russland. Er unterstützt die nachfolgende Erklärung der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung:

"Wir fordern die weltweite Deeskalation und Abrüstung, die Auflösung von Militärbündnissen, die Beseitigung von Armeen und Grenzen, die Menschen trennen.
Wir fordern eine sofortige friedliche Beilegung des bewaffneten Konflikts in der Ostukraine, um Donezk und Luhansk, auf dieser Grundlage:
1) Absolute Einhaltung eines Waffenstillstands durch alle pro-ukrainischen und pro-russischen Kombattanten und strikte Einhaltung des Maßnahmenpakets zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen, genehmigt durch die Resolution 2202 (2015) des UN-Sicherheitsrats;
2) Abzug aller Truppen, Einstellung aller Lieferungen von Waffen und militärischer Ausrüstung, Einstellung der vollständigen  Mobilisierung der Bevölkerung für den Krieg, Einstellung der Kriegspropaganda und der Feindseligkeit zwischen den Bevölkerungsgruppen, in den Medien und sozialen Netzwerken;
3) Führung offener, inklusiver und umfassender Friedens- und Abrüstungsverhandlungen in Form eines öffentlichen Dialogs zwischen allen staatlichen und nichtstaatlichen Konfliktparteien unter Beteiligung friedensfördernder und zivilgesellschaftlicher Akteure;
4) die Verankerung der Neutralität unseres Landes in der Verfassung der Ukraine;
5) Gewährleistung des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen (einschließlich der Verweigerung, zum Militärdienst ausgebildet zu werden) ...
Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Deshalb sind wir entschlossen, keinerlei Krieg zu unterstützen und uns für die Beseitigung aller Kriegsursachen zu bemühen."
(https://de.connection-ev.org/article-3444)

Aus dieser Solidarität heraus fordert der deutsche Zweig des internationalen Versöhnungsbundes die Bundesregierung auf, verfolgten Friedensgruppenmitgliedern, Kriegsdienstverweigerern und Opfern von Vergewaltigungen als Kriegswaffe in Deutschland Asyl zu gewähren.

Darüber hinaus fordert er die Bundesregierung auf, alle zur Verfügung stehenden Mittel zur Deeskalation des Konfliktes zu nutzen und sich einzusetzen für:

  1. Einen sofortigen Waffenstillstand und die Erarbeitung eines neuen Waffenstillstandsabkommens auf der Grundlage des Minsk II-Abkommens.
  2. Vertrauensbildende Maßnahmen: Anbieten eines Nato-Aufnahme-Moratoriums und Rückkehr zu Verträgen wie dem Open-Skies-Abkommen.
  3. Die Unterstützung humanitärer Hilfe vor Ort wie sie z.B. Caritas International leistet.

 

Heutige Reaktion der ukrainischen Friedensbewegung

Heute morgen erreicht uns über die internationale Koordination des Internationalen Versöhnungsbundes folgende Nachricht der ukrainischen Friedensbewegung:

‼️☮️ Die Ukrainische Pazifistische Bewegung verurteilt alle militärischen Aktionen auf Seiten Russlands und der Ukraine im Rahmen des aktuellen Konflikts. Wir rufen die Führungen beider Staaten und die militärischen Kräfte auf, zurückzutreten und sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Frieden in der Ukraine und in der ganzen Welt kann nur auf gewaltfreiem Wege erreicht werden.
‼️☮️ Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Deshalb sind wir entschlossen, keine Art des Krieg zu unterstützen und uns für die Beseitigung aller Kriegsursachen einzusetzen.(https://www.facebook.com/peaceukraine)

 

BSV: Appell an alle Seiten

Der Vorstand des Bunds für Soziale Verteidigung hat am Morgen des 24.2. folgenden "Appell an alle Seiten" verfasst und ruft insbesondere zur sozialen - und nicht militärischen! - Verteildigung auf. Der Appell und weitere Informationen zum Konzept der Sozialen Verteildigung finden sich hier: https://www.soziale-verteidigung.de/artikel/ukraine-appell

 

#Friedenskette am 27.2. in Berlin - Stoppt den Krieg!

Demoaufruf für Sonntag, den 27. Februar 2022 in Berlin

MENSCHENKETTE FÜR DEN FRIEDEN

Stoppt den Krieg! Frieden für die Ukraine und ganz Europa

Die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine und die Krise  zwischen der Nato und Russland eskaliert in diesen Tagen. Russische Truppen haben die Grenzen der Ukraine überschritten und ihre territoriale Integrität und Sicherheit verletzt. Damit heizt Russland den Konflikt massiv an, kündigt das Minsker Friedensabkommen auf und bricht Völkerrecht. Gleichzeitig hat die Nato Truppen nach Osteuropa verlegt, Kriegswaffen und andere Rüstungsgüter an die Ukraine geliefert – was nicht zur Entspannung der Situation beiträgt. Politiker*innen in Ost und West haben es bisher in drei Jahrzehnten nicht geschafft, eine europäische Friedensordnung herzustellen, in der Grenzen nicht gewaltsam verschoben werden und die Sicherheit von allen geachtet wird.

Am Sonntag, den 27. Februar, fordern wir mit einer Menschenkette von den Konfliktparteien alles dafür zu tun, dass es inmitten Europas keine weitere kriegerische Eskalation gibt. Alle Seiten müssen jetzt besonnen handeln und weitere Gewalt verhindern. Die Ukraine darf nicht weiter zum Spielball von Machtstreben und ihre territoriale Integrität und Sicherheit muss auf dem Verhandlungswege wieder hergestellt werden. Wir streiten gemeinsam für ein Europa der Abrüstung, der Entspannung und der Verständigung. Wir sind solidarisch mit allen Menschen in der Ukraine, die unter dem Konflikt leiden und deren Leben bedroht ist.

Dafür lassen wir in Berlin eine Menschenkette von der Ukrainischen Botschaft über das Bundeskanzleramt und die US-Botschaft am Pariser Platz bis zur Russischen Botschaft entstehen. Jeder und jede ist mit seinem*r Nachbar*in als Zeichen des Friedens und der Aussöhnung mit einem weißen Band verbunden.

Die Weltgemeinschaft steht vor gewaltigen Aufgaben: Gemeinsam müssen wir die Klimakrise und das Artensterben bekämpfen, die Corona-Pandemie bewältigen und für weniger soziale Ungleichheit sorgen. Die Krise zeigt wie dringend wir die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas beenden und konsequent auf Erneuerbare Energien umsteigen müssen. Dies – und nichts anderes – soll und muss im Fokus der internationalen Politik stehen. Frieden für die Ukraine und ganz Europa!

Sei dabei! Sag deinen Freund*innen, Bekannten, Nachbar*innen, Familie und Arbeitskolleg*innen Bescheid! In Solidarität miteinander halten wir die Corona-Hygieneregeln ein und bitten geimpft, getestet und mit Maske an der Menschenkette teilzunehmen. Bewusst organisieren wir eine Demonstration, die von Friedenszeichen und nicht von nationalen und Parteifahnen geprägt ist.

Wir treffen uns um 13:00 an drei Treffpunkten, um von da aus die Menschenkette zu bilden:

Zeit: 13:00
Treffpunkte: Karlplatz – Bundeskanzleramt –Brandenburger Tor (Platz des 18. März)
Ab 14 Uhr findet eine Abschlusskundgebung am Bundeskanzleramt statt.

 

Alle Infos und Aktivitäten der Friedensbewegung

Weiterhin finden sich alle Termine, Erklärungen, Aufrufe usw. gebündelt auf der Seite des Netzwerks Friedenskooperative: https://www.friedenskooperative.de/ukraine-krise-alle-infos

 

 

Ukraine: Kinder brauchen jetzt unsere Hilfe

SID Blog - 3. März 2022 - 8:18
UNICEF leistet Nothilfe, um Mädchen und Jungen zu schützen. Liebe*r UNICEF-Freund*in, 
mit großer Sorge verfolgen wir die dramatischen Nachrichten, die uns aus der Ukraine erreichen. Der aktuelle Konflikt bringt 7,5 Millionen Kinder in große Gefahr. UNICEF ruft dringend dazu auf, die Kinder zu schützen und sicherzustellen, dass humanitäre Hilfe Kinder in Not sicher und schnell erreicht.
Helfen Sie mit! Als UN-Kinderhilfswerk sind wir schon seit Beginn des Konflikts in der Ukraine an der Seite der Kinder – ganz gleich, wo sie leben. Jetzt müssen wir die lebensrettende Hilfe dringend ausweiten. Kinder und Familien in den umkämpften Gebieten und auf der Flucht brauchen sauberes Trinkwasser und medizinische Versorgung. Zusätzlich werden Hilfsgüter wie warme Winterkleidung für Kinder und Spielmaterial zur psychosozialen Betreuung beschafft.

Liebe*r UNICEF-Freund*in, viele fragen sich in diesen Tagen, wie sie helfen können. Wenn es Ihnen möglich ist, unterstützen Sie bitte mit Ihrer Spende die UNICEF-Nothilfe für die Kinder in der Ukraine. Jeder Beitrag zählt. Ihre Hilfe wird dringend benötigt. Jetzt spenden & helfen Herzlichen Dank für Ihre Solidarität mit den Kindern und Familien in der Ukraine.
Ihr
Klas Libuda
UNICEF Deutschland Über uns |Spenden |UNICEF-Pate werden |Grußkartenshop Deutsches Komitee für UNICEF e.V. | Höninger Weg 104 | 509 69 Köln, Vereinsregisternummer: VR 50 68 | USt-Id-Nr.: DE 123 049 237 Zuständiges Gericht: Amtsgericht Köln | Vorstandsvorsitzender: Georg Graf Waldersee Geschäftsführer: Christian Schneider Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft Köln
IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00 | BIC BFSWDE33XXX Telefon 0221-93650-0 Fax 0221-93650-279 Website www.unicef.de E-Mail mail@unicef.de
                                                           

EWIK Newsletter März: Ernährung und Gesundheit global

SID Blog - 3. März 2022 - 8:17

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe März 2022: Ernährung und Gesundheit global


Liebe Leserinnen und Leser,

am 7. April ist der Weltgesundheitstag. Und so lautet in diesem Jahr das Motto passenderweise „Unsere Erde, unsere Gesundheit". Es will damit auf den Zusammenhang zwischen Gesundheit- und Klimaschutz hinweisen. Die Dringlichkeit dieser Themen ist omnipräsent. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht mit den aktuellen Auswirkungen der Covid-19 Krise und der Notwendigkeit einer klimafreundlicheren Wirtschafts- und Lebensweise konfrontiert sind.

Wie eng Tierwohl, Naturwohl und Menschenwohl zusammenhängen hat die aktuelle Pandemie deutlich gezeigt. Es gibt das Sprichwort „ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper". Aber ein gesunder Körper braucht auch eine gesunde Erde. Mit dem immer kleiner werdenden Raum für Wildtiere u.a. durch Massentierhaltung und der damit verbundenen Nutzung von Land als Agrarflächen öffnen wir Wege für Zoonosen, die wie Covid-19 oder Ebola zu Pandemien werden.

Deutlich ist auch geworden, dass es sich um keine regionale Herausforderung handelt, sondern es global auf systemischer und individueller Ebene Veränderungen braucht. Während im Kontext der Pandemie insbesondere in Ländern des sogenannten Nordens Impfstoffe und medizinische Betreuung schnell zur Verfügung standen und die Rahmenbedingungen zur Prävention und Versorgung von Infizierten gegeben waren, sind die ärmsten Länder massiv benachteiligt. Weder Test- noch Schutzmaßnahmen sind ausreichend vorhanden, es mangelt an einem gleichberechtigten Zugang zu Medikamenten und Impfstoffen. Gleichzeitig stellt sich Europa gegen eine zeitweise Freigabe von Patenten auf diese Produkte, so dass die Herstellung stärker ausgeweitet werden könnte.

Neben der medizinischen Versorgung und den Möglichkeiten ausreichender Präventionsmaßnahmen werden die Verläufe von Krankheiten durch Sozial- und Umweltbedingungen beeinflusst, wie bspw. Luftverschmutzungen, mangelnder Zugang zu sauberem Wasser und gesunden Nahrungsmitteln. So überrascht es nicht, dass nach aktuellen Schätzungen ein Drittel der Weltbevölkerung auch 2030 noch ohne Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung sein werden und die Zahl der Hungernden steigt. Konflikte, die Corona-Pandemie und die Folgen des Klimawandels haben durch Ernteausfälle, unterbrochene Lieferketten und die Verringerung der Produktionsmöglichkeiten von Bäuer*innen die Ernährungssituation verschärft.

Mit dem One Health-Ansatz soll der Zusammenhang zwischen Natur-, Tier-, und Menschenwohl stärker ins gesellschaftliche und vor allem politische Bewusstsein gerückt werden. Es handelt sich dabei um keinen neuen Ansatz, es ist in gewisser Weise die (Re-)Aktivierung bereits vorhandenen, aber zu wenig beachteten, traditionellen, indigenen Wissens um agrarökologische Prinzipien, wie sie in vielen Regionen der Welt gelebt werden. Dieses Wissen kann als Vorbild für alternative Zukunftsmodelle, für einen gesunden Dreiklang von Natur, Tieren und Menschen fungieren. Zwingend nötig sind der politische Wille, ein Verständnis globaler Verantwortung, eine Haltung der gleichberechtigten Teilhabe aller und eine entsprechende Praxis von Ansätzen wie bspw. One Health.

Wie wollen wir nun also leben? – und das meint uns als globale solidarische Gemeinschaft. Im Verständnis einer global citizenship education werden die Interdependenzen regionalen und globalen Handelns deutlich und eine Haltung von Weltverantwortung befördert. „Eine sozial gerechte, friedliche und ökologisch nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft ist eine Aufgabe der gesamten Menschheit." (UNESCO)

Dieser Newsletter stellt eine größere Auswahl an Unterrichtsmaterialien, Filmen, Bildungsangeboten, Fortbildungen sowie Hintergrundinformationen vor, die Ernährung und Gesundheit im globalen Kontext zum Thema haben. Aktuelle Meldungen und – in diesem Monat wieder besonders viele und interessante – Veranstaltungshinweise runden diese Ausgabe ab.

Dr. Petra Kohts, Brot für die Welt

 EWIK-Kooperationspartner Aktuelles


Fokus: Krieg und Frieden

Anlässlich der aktuellen kriegerischen Eskalation des Ukraine-Russland-Konflikts stellen wir in diesem Fokus Hintergrundinformationen zum Konflikt selbst wie auch Bildungsmaterialien und -medien sowie Schulprojekte zum Thema Krieg und Frieden allgemein zusammen. Die Zusammenstellung ist im Aufbau und wird laufend ergänzt.

SDG Education. Didaktische Ansätze und Bildungsangebote zu den Sustainable Development Goals

Die Publikation „SDG Education" wurde im Rahmen der von der Leibniz Universität Hannover koordinierten Niedersächsischen Länderinitiative zur Umsetzung des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung erarbeitet. Der vielfältige Band bietet neben unterrichtspraktischen Arbeitsmaterialien zu ausgewählten Aspekten der Sustainable Development Goals (SDGs) auch zahlreiche Reflexionen zu BNE im Kontext der Agenda 2030, zum Globalen Wandel, zu transformativer Bildung und lösungsorientiertem Unterricht. Handreichungen und Erfahrungsberichte motivieren zudem zum eigenen Erstellen von Kurzvideos zu den SDGs in der Bildungsarbeit.
 

Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele – Lernsnacks für Lehrkräfte" – Jetzt anmelden!

Am 08. März 2022 startet der neue Durchgang der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele – Lernsnacks für Lehrkräfte". Für Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen und Jahrgangsstufen und weitere Interessierte werden jede Woche dienstags und donnerstags zwei Lernsnacks à 60 Minuten zu den SDGs angeboten. Dabei werden Unterrichtsmaterialien vorgestellt und praktische Methoden für den Präsenz- und Fernunterricht diskutiert und erprobt. Das vollständige Programm ist nun einsehbar.

Gemeinsam. Gerecht. Global. Sorgen, lernen und handeln 

Im Globalen Lernen und in Debatten rund um ein „Gutes Leben für alle" nehmen viele Menschen nicht teil. Sie werden oft sogar ausgeschlossen, z. B. weil sie sich nicht angesprochen fühlen, weil ihre Meinung nicht relevant erscheint oder weil sie keinen Zugang zu Diskursen bekommen. Andere Menschen wiederum haben keine Hoffnung und wenden sich ab, weil die Themen zu komplex scheinen. Diese Ausschlüsse sind ungerecht, verengen Debatten und produzieren „Lösungen", die für viele Menschen nicht passen. Das Kooperationsprojekt "Gemeinsam. Gerecht. Global." will das ändern, indem es verschiedene Themen miteinander verknüpft und dabei Perspektiven verschiedenster Akteure vernetzt. Über das Projekt wurde nun die erste Folge eines Podcasts veröffentlicht, in dem die beteiligten Personen und die Themen des Projektes vorgestellt werden.

 

17/17 – Auf dem Weg zur Schule der Zukunft

Die Bildungsrealität muss sich verändern, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) die Basis des Lernens an den Schulen sein. Teachers for Future Germany möchte mit Schülerinnen und Schülern gemeinsam tragfähige Visionen entwickeln, denn nur wer weiß, wie Schule in Zukunft aussehen kann, kann Ziele setzen und diese erreichen. Mit den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der UN im Gepäck bereisen Teilnehmende alle Bundesländer der Republik. Es wird dort jeweils eine Schule besucht, deren Schülerinnen und Schüler sich mit einem der nachhaltigen Ziele auseinandersetzen, Projekte gestalten und Visionen für die Schule der Zukunft entwickeln.

Bonner Erklärung zur Umsetzung des neuen UNESCO-Programms „BNE 2030"

BNE befähigt Menschen dazu, ihr Handeln im globalen Kontext zu betrachten und zur Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft beizutragen. BNE nimmt eine Schlüsselrolle in der Erreichung der Agenda 2030 ein. In der Bonner Erklärung zur Umsetzung des neuen UNESCO-Programms „BNE 2030" formulieren die Teilnehmenden der Fachtagung „Umsetzen, diskutieren, fordern – ‚BNE 2030' im deutschen Kontext", die im November 2021 in Bonn stattfand, Empfehlungen an den Bund, die Länder, die Kommunen und die Zivilgesellschaft zur Umsetzung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland.

 

ACTION FOR WATER of the Future – Finanzielle Förderung für Aktionen rund um das Thema Wasser


finep, das forum für internationale entwicklung + planung, vergibt im Rahmen der EU-weiten Kampagne „Water of the Future" finanzielle Kleinstförderungen zwischen 600 und 1.000 € an junge Menschen, die Aktionen rund um die Themen Klimakrise und Wasser planen wollen. Die Aktionen können für den Zeitraum zwischen 1. Mai und 31. Juli 2022 geplant und beantragt werden. Antragsfrist ist der 25. März 2022, 18 Uhr. Die Ausschreibung möchte insbesondere jungen Menschen zwischen 18 und 35 Jahren die Möglichkeit geben, selbst aktiv zu werden und mit eigenen Aktionen ein Zeichen gegen die weltweite Klimakrise zu setzen.

Online-Kurs „MUT MACHEN" zur Umsetzung der SDGs

Der Kurs „MUT MACHEN" des Jane Goodall Instituts informiert über die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und zeigt, wie mithilfe des Roots & Shoots Programms zu deren Umsetzung beitragen werden kann. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Kurses lernen, wie sie mit Jugendlichen eine Projektidee entwickeln und verwirklichen können, die hilft lokale Probleme zu lösen und damit Teil einer globalen Veränderung sein kann.
 Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien für Kita und Primarstufe


Modul Gesundheit für die Grundschule

In afrikanischen Ländern ist die medizinische Versorgung für viele Menschen schwer zugänglich, doch kluge Köpfe entwickelten einzigartige medizinische Innovationen, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. In diesem Modul erfahren die Schülerinnen und Schüler in der Grundschule mehr über das Thema Gesundheitsversorgung in Afrika. Die flexiblen Unterrichtsmaterialien für Afrika in der Schule umfassen differenzierte Hintergrundinformationen, Arbeitsblätter für den praktischen Unterricht, ein Role Model, das Handlungsoptionen für Schülerinnen und Schüler aufzeigt und ein Projektbeispiel aus Afrika. Mit wenig Vorbereitungszeit können Lehrkräfte einführende Unterrichtseinheiten zu den jeweiligen Themen gestalten.

Lernwerkstatt "Schau mal!"

Die Lernwerkstatt ist ein kostenloses Verleihmaterial der Christoffel-Blindenmission (CBM). Ausgehend von den menschlichen Sinnen sollen die Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit mit dem Material ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass eine optimale Gesundheitsversorgung keine Selbstverständlichkeit ist. Konzipiert wurde die Lernwerkstatt für handlungsorientierten (Projekt-)Unterricht an Grundschulen sowie in den Klassen 5 und 6. Sie enthält Stationskarten und Kopiervorlagen, Spiele, Augenbinden sowie eine pädagogische Begleitbroschüre. Die einzelnen Module zu den Themen Auge, Ohr, Nase, Zunge, Haut und Agenda2030 sind auch als Download verfügbar.
  Lecker! Brot schmeckt uns rund um die Welt – Didaktisches Material zum Thema Welternährung

Die Arbeitsmappe für Kitas und Grundschule enthält Bausteine, mit denen sich gemeinsam mit Kindern am Beispiel von Brot und anderen Nahrungsmitteln auf eine spannende Entdeckungsreise zu Fragen rund um das Thema Ernährung weltweit begeben werden kann. Wie wird Brot eigentlich hergestellt? Wie kommt das Getreide vom Feld als Brotteig in den Ofen? Außerdem sind Module zu Lebensmittelverschwendung, der Vielfalt von Ernährung, Rezeptvorschläge, ein Memory-Spiel und Tischgebete enthalten.
Materialkiste „Kartoffelwelten" – mit digitaler Vorstellung für Lehrkräfte

Mit dem Materialpaket „Kartoffelwelten" wird Vielfalt am Beispiel des alltäglichen Lebensmittels „Kartoffel" erfahrbar: Geschmackliche Vielfalt, Variationen der Anbaubedingungen sowie Anpassung an klimatische Unterschiede oder auch an Krankheiten und Insekten. Das Materialpaket mit 78 Seiten Bildungsmaterial und 4 vorbereiteten Modulen setzt seinen Schwerpunkt auf Peru – eines der lateinamerikanischen Herkunftsländer der Kartoffel.
Am 05. Mai 2022 gibt das Projektteam „Eine Welt in der Schule" in einer einstündigen digitalen Vorstellung einen Einblick in die Materialkiste Kartoffelwelten.
 Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien für Sekundarstufen und berufliche Bildung
 Modul Gesundheit für die Sekundarstufe

In afrikanischen Ländern ist die medizinische Versorgung für viele Menschen schwer zugänglich, doch kluge Köpfe entwickelten einzigartige medizinische Innovationen, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. In diesem Modul erfahren die Schülerinnen und Schüler in Sek I und II mehr über das Thema Gesundheitsversorgung in Afrika. Die flexiblen Unterrichtsmaterialien für Afrika in der Schule umfassen differenzierte Hintergrundinformationen, Arbeitsblätter für den praktischen Unterricht, ein Role Model, das Handlungsoptionen für Schülerinnen und Schüler aufzeigt und ein Projektbeispiel aus Afrika. Mit wenig Vorbereitungszeit können Lehrkräfte einführende Unterrichtseinheiten zu den jeweiligen Themen gestalten.
Vom Feld bis auf den Teller: Nachhaltigkeit jetzt! Bildungsmaterialien zu Nachhaltiger Ernährung für schulische und außerschulische Lernorte

Mit dem Schwerpunkt auf Ernährung und Landwirtschaft bietet der Leitfaden in sieben Kapiteln Methodenvielfalt für schulisches und außerschulisches Lernen der Sekundarstufe I. Dabei reicht das inhaltliche Spektrum von Regionalität und Saisonalität von Lebensmitteln über Klimawandel und Ernährung sowie Naturgärten hin zu Zero Waste und ressourcenschonender Hauswirtschaft. Neben Unterrichtsvorschlägen, Arbeitsblättern und Hintergrundinformationen finden sich weiterführende Links und Vorschläge für Distanzlernen in der Broschüre. Für fächerverbindenden Unterricht, Projektwochen oder die Gestaltung von klassischem Biologie-, Geographie-, Hauswirtschafts-, Ethik- oder Wirtschaftsunterricht bieten sich die Methoden und Inhalte besonders gut an.
  Alles Egal? Warum nachhaltige Ernährung global wichtig ist

Das Bildungsmaterial "Alles Egal?" aus dem Projekt foodjustice der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung e.V. – BLUE 21 bietet vier Bildungsmodule für Schüler*innen ab der Klassenstufe 6. Es enthält vier Module, die unabhängig voneinander in Präsenz oder im Fernunterricht eingesetzt werden können. Die Themen sind "Einkaufen in der Stadt weltweit", "Superfoods", "Schulessen" und "Zehn Milliarden – Wie werden wir alle satt?".
Unser Essen und das Klima. Ernährung mit Zukunft

Das von BildungsCent e.V. herausgegebene foodture-Bildungsmaterial bietet einen Einstieg in eines der drängendsten Nachhaltigkeits-Themen unserer Zeit. Das Kartenset gibt einen guten Überblick zum Zusammenhang unserer Ernährung mit dem Klimawandel. Zwölf Karten beleuchten je einen inhaltlichen Aspekt und geben gleichzeitig je eine Anregung zum Handeln: von der Erstellung eines eigenen KlimaKochbuchs über Expeditionen zu eindrucksvollen Orten hin zum Backen mit Insekten. Das Material richtet sich an weiterführende Schulen.
  Zukunftsfähige Ernährung am Beispiel der Südpfalz

Unser Landwirtschafts- und Ernährungssystem steht vor großen Herausforderungen: Durch die stetige Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft werden wertvolle Rohstoffe ausgebeutet, Böden und Wasser verschmutzt, der Klimawandel wird verstärkt und die Gesundheit der Menschen belastet. Die Handelsstrukturen der Agrarmärkte führen zu einer ständigen Verschärfung globaler Ungleichheiten und zur Verarmung zahlreicher Landwirt*innen weltweit. Dieses Bildungsmaterial thematisiert die Verbindung von globalen Gerechtigkeitsfragen mit konkreten Handlungsalternativen für Schulen und andere Bildungsakteure anhand eines konkreten Beispiels.
Gesunde und nachhaltige Ernährung & Konsum. Globales Lernen mit inklusivem Ansatz mit Jugendlichen

Menschen mit Beeinträchtigungen ist die aktive Teilhabe an der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit bisher nur eingeschränkt möglich, obwohl die globalen Zusammenhänge Einfluss auf ihr Leben, ihre Umwelt und ihre Gesundheit haben. Gemeinsam sollen Themen wie Ernährung, Konsum, Armut, Bildung und Klima im globalen Kontext erschlossen werden. Insbesondere die Ernährungsfrage bietet in der Arbeit von Brot für die Welt einen geeigneten Anknüpfungspunkt. Dabei ging es mit dieser Broschüre darum, ein inklusives Lernen aller Jugendlichen zu ermöglichen.
  Unsere Weltbessermacher: Bienen weltweit

Die Biene und ihre Schlüsselrolle für unsere Ernährung und die Biodiversität weltweit stehen im Fokus des vorliegenden Materials. Mit dem Blick über den eigenen Tellerrand hinaus können die Schülerinnen und Schüler sich auch über die Auswirkungen ihres Handelns bewusst werden. Am Beispiel Honig wird den Schülerinnen und Schülern die Relevanz des Fairen Handels für die Menschen im Globalen Süden verdeutlicht und es lädt dazu ein, die Zusammenhänge zu untersuchen. Die vorliegende Sammlung enthält unterschiedliche Bausteine, die flexibel im Unterricht in der Sekundarstufe I sowie für Aktionen, Projekttage und AGs eingesetzt werden können. Rettet das Saatgut! Vielfalt ist überlebenswichtig

Wenige Dinge auf unserer Erde sind so kostbar und lebensnotwendig wie Saatgut: Es ist die Grundlage unserer Ernährung. Doch die wertvollste aller Ressourcen ist bedroht. Innerhalb weniger Jahrzehnte sind weltweit 3/4, in den Industrieländern sogar 90 Prozent der Nutzpflanzensorten verschwunden. Warum das so ist und wie wir unsere Ernährungsgrundlage retten können, zeigt der eindrucksvolle amerikanische Dokumentarfilm „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen". Dieser Dokumentarfilm bildet das Zentrum des vorliegenden Unterrichtsmaterials: Er hat das Potential, auch Schülerinnen und Schüler für die Bedeutung von Saatgutvielfalt in der Hunger- und Armutsbekämpfung zu sensibilisieren, die Debatte um eine nachhaltige Landwirtschaft zu beflügeln und zum Handeln für Nutzpflanzenvielfalt und Artenschutz anzuregen.   Schulprojekt Edible Connections

Das Schulprojekt "Edible Connections" ist ein Bildungsprojekt der Slow Food Deutschland gUG, bei dem zwei Schulklassen zwischen 2019 und 2021 über Kontinental- und Sprachgrenzen hinweg an zukunftsfähigen Lösungen für unser Lebensmittelsystem arbeiteten. Hierzu kommunizierten sie live via Videokonferenz mit ihren Austauschpartner*innen aus dem globalen Süden. Im Projekt wurden Materialien zur Umsetzung einer Workshopreihe entwickelt, die zum Download zur Verfügung stehen.
Über den Tellerrand hinaus: Materialien zum Thema Ernährung 

Die Bildungsmaterialien „Über den Tellerrand hinaus" wurden von CARE-Deutschland e.V. im Rahmen des changemaker-Projektes entwickelt. Betrachtet wird das Thema Ernährung global, wobei besonders globale Zusammenhänge und strukturelle Probleme sowie individuelle Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Die Materialien beinhalten ein Begleitheft für Lehrkräfte mit vielfältigen interaktiven Methoden und Hintergrundinformationen und ein Lernheft für Schülerinnen und Schüler mit Informationen, Arbeitsblättern und Anleitungen zu Aufgaben zum eigenständigen Arbeiten.
  Lingo Global zum Thema "Gesund leben"

Die COVID-19-Pandemie bestimmt schon über zwei Jahre das Leben der Menschen weltweit. Welche Auswirkungen hat sie auf die (mentale) Gesundheit? Wie erleben Jugendliche die Pandemie? Die zweite Ausgabe von „Lingo Global" gibt Antworten auf diese aktuellen und alltagsnahen Fragen.
„Lingo Global" ist ein Medienangebot für junge Deutschlernende weltweit. Konzipiert ist es für den Unterricht in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF und DaZ). Es erscheinen vier Magazine pro Jahr.
Die Plattform "Bildung2030" mit Bildungsmaterialien zum SDG 3

Noch nicht fündig geworden? Dann stöbern Sie doch hier weiter: Die Plattform "Bildung2030" für Globales Lernen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung unterstützt Sie in Ihrer Bildungsarbeit mit einem Schwerpunkt zu Ziel 3 – Gesundheit und Wohlergehen. Hier finden Sie Lernmedien, Bildungsmaterialien und weitere aktuelle Angebote. Bildung ist der Schlüssel für eine zukunftsfähige Welt. Los geht's!
 Zum Schwerpunkt: Multimediales
Iss was? Der Podcast für mehr Wissen über Ernährung, Gesundheit und Klima

Jeden Tag entscheiden Menschen, was sie essen, zubereiten oder für die nächsten Tage einkaufen. Die Lebensmittel, die konsumiert werden, kommen dabei aus aller Welt. „Iss was?" informiert darüber, was mit der täglichen Ernährung verbunden ist – vom Samenkorn bis auf unsere Teller – und macht globale Zusammenhänge sichtbar.
 

Biopoli4future: Tipps zu einer global gerechten Ernährung für junge Menschen

Die Agrar Koordination hat eine neue Homepage für junge Erwachsene entwickelt. Unter der Adresse www.agrarkoordination.de/projekte/biopoli4future gibt es Hinweise und Infos zu den Themen Nahrungsmittelverschwendung, Fleischkonsum, zur klimafreundlichen Ernährung und zu gerechtem Konsum. Junge Menschen, die sich klimaschonender und global gerechter ernähren wollen, können sich auf der Seite zu den Themen informieren.

Unterwegs für die Sternsinger. Gesund werden – Gesund bleiben

Reporter Willi Weitzel konnte aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie nicht für die Sternsinger reisen. Stattdessen hat er Kameraleute in Afrika um Hilfe gebeten: Sie haben in Ägypten, in Ghana und im Südsudan Sternsinger-Projekte besucht, die sich um das Thema Gesundheit drehen. Der neue Film zeigt, wie Kindern geholfen wird, die krank sind, einen Unfall hatten oder sonst medizinische Hilfe benötigen. Und auch, wie Kinder in Ländern gesund bleiben können, in denen es nur wenige Ärzte und medizinische Einrichtungen gibt.  

Filmtipps zum Thema Ernährung und Gesundheit global (SDG 1,2,3) bei Eine Welt Medien

Keine Armut, kein Hunger, Gesundheit und Wohlergehen: Die ersten drei SDGs umfassen die Grundbedingungen jeden Lebens. Der Weltgesundheitstag am 07.04.2022 steht unter dem Motto „Unsere Erde, unsere Gesundheit". Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will damit die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf den Zusammenhang zwischen Klima- und Gesundheitsschutz lenken. Filme, mit denen Sie diese Themen in Ihrer Bildungsarbeit bearbeiten können, finden Sie mit Nennung der Verleihstellen in der Datenbank Eine Welt Medien.

Zum Schwerpunkt: Fortbildungen, Aktionen, Angebote Meinem Schulessen auf der Spur

Gerade für junge Menschen ist der Kontakt zur regionalen Landwirtschaft heute nicht mehr selbstverständlich. Damit schwinden ihre Wertschätzung von Lebensmitteln und ihr Wissen über die Herkunft, die Verarbeitung und Qualität von Lebensmitteln zunehmend. Mit dem Projekt „Meinem Schulessen auf der Spur!" möchte Restlos Glücklich Berlin dieser Entwicklung etwas entgegensetzen: Gemeinsam mit ihren Lehrkräften erkunden Berliner Grundschülerinnen und -schüler der dritten und vierten Klasse, welchen Weg Bio-Lebensmittel zurücklegen, bis sie auf ihre Teller in der Schulkantine kommen und Essensreste beim Entsorgungsbetrieb landen.  

Echt kuh-l – Bundesweiter Schulwettbewerb zur nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung

Erbsen, Linsen, Bohnen, Soja, Lupinen und Co. – Hülsenfrüchte sind echte Alleskönner. Diese Superhelden sind gut für die Menschen, die Tiere, den Boden und fürs Klima. Die Pflanzen verfügen über hochwertiges Eiweiß, das für die menschliche Ernährung und auch als Tierfutter genutzt wird. Außerdem verbessern Hülsenfrüchte die Bodenfruchtbarkeit. Damit sind sie wichtige Bausteine für eine nachhaltige Landwirtschaft und eine ausgewogene Ernährung. Um diese Alleskönner geht's diesmal unter dem Motto: „Kichern Erbsen? Nicht die Bohne! – Starke Eiweißhelden". Einsendeschluss ist der 14. April 2022.

Gutes anrichten! – auf Ihren Tellern und überall auf der Welt 

Die Idee des Projekts ist ganz einfach: Freund*innen, Bekannte, Verwandte oder Nachbar*innen werden zum Essen eingeladen und dabei kommen leckere Gerichte aus den Projektländern von terre des hommes auf den Tisch. In einer Gutes anrichten!-Mappe wurden dafür ausgewählte Rezepte zusammengestellt, außerdem gibt es eine Mappe mit spannenden Informationen und berührenden Geschichten aus den Projekten.
 

Erdschützerlernbegleiter*innen bundesweit gesucht

Schützer der Erde e. V. sucht engagierte Menschen, die lernen wollen, ihre eigene, lokale Gruppe in Natur-, Ernährungs- und Mitweltbildung zu begleiten. Der Verein hat einen vielfach ausgezeichneten Bildungsansatz entwickelt, mit dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Vorteile einer gesunden, veganen, biologischen Ernährung verstehen lernen, für die Natur sensibilisiert werden und kreative Gestaltungskompetenz erwerben. Sie lernen, wie sie nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Gesundheit der Erde schützen können. Interessierte können sich in einer Online-Einführungsveranstaltung am 09.03.2022 über das Konzept unverbindlich informieren und das Team kennenlernen.

Straßentheaterprojekt zu globaler Gesundheit zu buchen

Das Straßentheater Schluck & weg der BUKO Pharma-Kampagne sucht für die diesjährige Tournee vom 12. bis 21. September Auftrittsorte in NRW. Vereine, Organisationen, Weltläden oder Schulen können Schluck & weg kostenlos buchen – Outdoor- und Indoor-Events sind möglich.
Das Stück basiert auf einer Studie der BUKO Pharma-Kampagne zu den globalen Folgen der Pandemie. Gemeinsam mit lokalen Partnern hat sie die Gesundheitsversorgung in Ghana, Südafrika und Peru beleuchtet. Das Fazit: Covid-19 hat die bestehenden Versorgungslücken bei HIV/Aids, Tuberkulose, Malaria oder bei Krebs und Diabetes noch vergrößert. Das Ziel einer global gerechten Gesundheitsversorgung ist damit in weite Ferne gerückt und eine universelle Versorgung, die niemanden zurücklässt, ist notwendiger denn je.

 Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen


machbar. Das große Ganze. Wie wir Ernährung, Klima und Gesundheit zusammendenken können

Klimawandel macht krank, ausgewogene Ernährung gesund. Wie wir unsere Lebensmittel produzieren, wirkt sich auf die Umwelt aus. Und es braucht ein stabiles Klima für gute Ernten. Der machbar- Bericht 2021 "Das große Ganze – wie wir Ernährung, Gesundheit und Klima zusammendenken können" wirft einen Blick auf die komplexen Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und Klima. Expert*innen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft präsentieren Handlungsempfehlungen, wie Klimaschutz, Ernährungssicherheit und eine gute Gesundheitsvorsorge besser zusammengebracht werden können.

Ernährung Weltweit. Rolle der Gewerkschaften in einem nachhaltigen Lebensmittel- und Agrarsystem

Es werden genügend Lebensmittel produziert, um die Welt zu ernähren. Doch wer wie oft was und in welcher Qualität isst und unter welchen Bedingungen produziert und verarbeitet wird – das ist auch eine Frage von Verteilung und Demokratie, weltweit und innerhalb unserer Gesellschaften. Die Broschüre beschäftigt sich daher mit möglichen Bündnissen, um das Lebensmittelsystem zu demokratisieren. 13 Autor*innen aus Gewerkschaften, Kleinbauernvereinigungen, NRO und Wissenschaft berichten aus unterschiedlichen Perspektive und über eine große Bandbreite an Themen – von der Macht der Lebensmittelkonzerne über Digitalisierung bis zu Europapolitik.
 

Welternährung – eigentlich ist genug für alle da. Thema der iz3w – Zeitschrift zwischen Süd und Nord

Als ein Relikt aus längst vergangenen entwicklungspolitischen Zeiten dürften jüngeren Menschen Begriffe wie Welternährung und Ernährungssicherheit erscheinen. Eine Zeitlang hatte es ja wirklich so ausgesehen, als ob der Hunger bald aus der Welt geschafft wäre. Doch als kritische Zeitschrift kommt die iz3w nicht daran vorbei, in erster Linie über den Mangel an ausgewogener Ernährung zu schreiben – und über all die empörenden Fehlentwicklungen und Fehlentscheidungen, die maßgeblich zur Fortexistenz eines globalen Ernährungsregimes beitragen, das in sozialer und ökologischer Hinsicht katastrophal ist. Im Dossier wird nach dem Stand der Dinge bei der globalen Nahrungsmittelproduktion gefragt. Welche kolonialen Strukturen haben sich bis heute erhalten? Und wie ließe sich die Welternährung demokratisieren?

Dossier: Gesundheit fördern

Was bedroht Kindergesundheit weltweit? Wie wird das Recht auf Gesundheitsversorgung verwirklicht? Welche Folgen hat die Corona-Pandemie für Kindergesundheit? Wie können Gesundheitssysteme gestärkt werden? Wie engagiert sich das Kindermissionswerk für eine bessere Gesundheitsversorgung? Antworten auf diese Fragen und einen tieferen Einblick in das Thema Kindergesundheit gibt das Dossier mit Beiträgen von Fachleuten und Projektpartnern.
 Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik „Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Krieg und Frieden
Wasser
Fridays for Future

Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.




AQUA-AGENTEN: Nachhaltigkeit lernen am Beispiel Wasser

Das Bildungsangebot bildet Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse zu AQUA-AGENTEN aus. Mit der eigens entwickelten Themenwerkstatt des AQUA-AGENTEN-Koffers wird das Klassenzimmer zur Agenten-Ausbildungszentrale. Die nachhaltige Betrachtung der Themen Wasserver- und -entsorgung, Lebensraum Wasser und Gewässernutzung stehen dabei im Mittelpunkt.

Unser gemeinsames Haus schützen. Wegweiser für den Schutz von Klima und Umwelt

„Unser gemeinsames Haus schützen, Wegweiser für den Schutz von Klima und Umwelt" ist eine auf der Enzyklika „Laudato si" basierende Lerneinheit. Für verschiedene Klassenstufen und grundsätzlich für alle Schulformen, für den Religionsunterricht und das fächerverbindende Arbeiten in der Sek. I erschließt das von Misereor herausgegebene Unterrichtsmaterial Zugänge zum Thema Klimaschutz / Bewahrung der Schöpfung.

 

Früh übt sich: Verbraucherbildung in der Grundschule

Starke Verbraucherinnen und Verbraucher von Anfang an: Diese Online-Fortbildung für Lehrkräfte wirft einen Blick auf die Verbraucherbildung in der Primarstufe. Die Online-Fortbildung in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wirft einen Blick auf Unterrichtsmaterial, das vor allem Grundschülerinnen und -schüler dazu bewegt, sich mit ihrer Rolle als Verbraucherinnen und Verbraucher auseinanderzusetzen.

Multi-Weiterbildung: Ernährung in einer globalisierten Welt

Woher kommt das Essen auf dem Teller? Was haben die eigenen Essgewohnheiten mit dem Klimawandel zu tun? Welche Bedeutung hat Fleischkonsum in einer nachhaltigen Ernährung? In dem Methodenworkshop entdecken Teilnehmende viele Aspekte rund um die Themen Lebensmittelverschwendung und Fleischkonsum. Es wird sich auf die Suche nach individuellen und gesellschaftlichen Handlungsmöglichkeiten gemacht. Teilnehmende haben die Möglichkeit, im Anschluss eigene Projekttage mit Schulklassen und Erwachsenengruppen auf Honorarbasis bei Ökohaus e.V. in Rostock und M-V durchzuführen.

 

„Klima&Klamotten" – Crossmedia-Projekt für Jugendliche

Was sollte in Zukunft verändert werden, um den Modekonsum nachhaltiger zu gestalten? Und wie können möglichst viele Menschen für diese Thematik sensibilisiert werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Jugendliche und junge Erwachsene im Projekt „Klima&Klamotten". Das Projekt bietet Jugendlichen und junge Erwachsenen die Chance selbst aktiv zu werden und neue Ansätze auszuprobieren. In Jugendredaktionen entwickeln sie communityorientierte Werbe- und Infokampagnen zu klimafreundlichem Modekonsum und erproben, welche medialen Mittel und Wege in ihrer Zielgruppe die größte Wirksamkeit erzielen. Parallel finden Bildungsworkshops und Stadtrundgänge zum Thema Klima&Klamotten für alle Schulformen ab der siebten Klasse statt.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla


EineWeltBlaBla im Februar: 

Im Februar gab es wieder einige spannende Beiträge auf dem Blog zu entdecken. Los ging es mit einem Beitrag, in dem wir verschiedene Initiativen für junge engagierte Menschen vorgestellt haben. 

In zwei Gastbeiträgen haben wir mehr über den Klimakiller Fast Fashion und Recycelte Kunstfasern erfahren. 

Anlässlich des Red Hand Day 2022 haben wir über verschiedene Aktionsmöglichkeiten berichtet, um ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldatinnen und -soldaten zu setzen. 

Schon mal was von Living Libraries oder lebendigen Büchern gehört? Wir haben die Auftaktveranstaltung zum Jugendprojekt Deal With It! vorgestellt, bei der Teilnehmende mit lebendigen Büchern aus Politik, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichem Engagement sprechen können. 

Im letzten Beitrag des Monats haben wir über die Kolis in Mumbai berichtet und dabei ein Projekt vorgestellt, dass durch alternative Stadtpläne mit verlorenen Orten für mehr Umweltbewusstsein in der Stadt sorgen möchte. 

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Veranstaltungen
Digitale Tools zur spielerischen Erarbeitung der 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung
07.03.2022 - online Kampagne Fairtrade-Schools – Schule nachhaltig fairändern. Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe „Lernsnacks für Lehrkräfte – die 17 Ziele"
08.03.2022 - online Gamification im Klassenzimmer: Interaktive Formate zu Klimawandel und Hunger.
08.03.2022 - online Impulsmethode zur Konzeption und Umsetzung länderkundlicher Themen im Unterricht
10.03.2022 - online Welt.Klima.Wandel: Wie können Schüler*innen für globale Klimazusammenhänge begeistert werden?
10.03.2022 - online Die Welt in meinem Smartphone
15.03.2022 - online Klimagerechtigkeit – Die Frage nach Verantwortungen und Klimawandelfolgen
15.03.2022 - online Klimagerechtigkeit weltweit entdecken!
17.03.2022 - online Die übersehenen Errungenschaften Afrikas
17.03.2022 - online Auftaktveranstaltung: Ethisch leben – Strategien für eine nachhaltige Gesellschaft
18.03.2022 - online Lehrkräftefortbildung Hessen – Kooperationstag Globales Lernen in der beruflichen Bildung
19.03.2022 in Frankfurt LOOK UP – THINK GLOBAL. Globale Perspektiven in die Grundschule!
19.03.2022 - online
Schokolade – Genuss für alle? Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer
21.03.2022 im Schokoladenmuseum in Köln Konsum und Kinderarbeit – ein Wettbewerb zum Welttag gegen Kinderarbeit
22.03.2022 - online „Slow Fashion"– die Gegenbewegung zur schnelllebigen Mode – mit Kindern und Jugendlichen entdecken
22.03.2022 - online Weltläden als Lernorte. Fairen Handel verstehen am Beispiel Schokolade.
24.03.2022 - online Gerechtigkeit weltweit
24.03.2022 - online 25. Eine-Welt-Landeskonferenz NRW: Gendergerechtigkeit und Empowerment
25.03.2022 – 26.03.2022 in Münster Radikale Zärtlichkeit – kritisch, liebevoll und widerständig für globale Gerechtigkeit
25.03.2022 – 27.03.2022 in Brandenburg an der Havel Lehrkräftefortbildung in Rheinland-Pfalz – Kooperationstag Globales Lernen in der beruflichen Bildung
26.03.2022 in Kaiserslautern Wir und die Anderen – globale Perspektiven auf Behinderung
29.03.2022 - online Multi-Weiterbildung: Ernährung in einer globalisierten Welt
31.03.2022 – 03.04.2022 in Rostock
Planet-N: Nachhaltig lernen
05.04.2022 - online ONLINE-Workshop: Klima-Rundgang auch in Deiner Stadt?!
05.04.2022 - online Der Griff nach der Nahrung: Interessen der Märkte im Widerspruch zum Menschenrecht!
27.11.2022 – 02.12.2022 in Hattingen Vorschau Ausgabe April 2022
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Anfang April 2022 zum Thema

Whole School Approach (SDG 11, 12, 13)

Zusendungen sind bis zum 23. März 2022 willkommen.
EWIK-Umfrage: Bitte bewerten Sie uns! Ihre Meinung ist gefragt:
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Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

Wir möchten daher gerne wissen: Werden wir unserem Anspruch gerecht, einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu allen relevanten Informations- und Bildungsangeboten zum Globalen Lernen zu bieten?

Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  November 2021 Ziel 5 der Agenda 2030:
Geschlechtergerechtigkeit

 Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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Doppelte Pandemie: COVID-19 und geschlechtsspezifische Gewalt

Oxfam - 2. März 2022 - 16:00
Gewalt gegen Frauen ist ein Thema, das in den letzten Jahren global durch die #MeToo-Debatte in die breite Öffentlichkeit gelangt ist. Doch dann kam Corona und mit der COVID-19-Krise eskaliert eine Pandemie, die es schon sehr viel länger gibt: geschlechtsspezifische Gewalt. © ATFD

Anrufe bei Notruf-Hotlines haben in zehn untersuchten Ländern seit Anfang 2020 zwischen 25 % und 111 % zugenommen, wie ein Oxfam-Bericht von 2021 zeigt. In Tunesien beträgt der Anstieg der Hilferufe bei den Hotlines in den Monaten Februar bis März 2020 sogar 43 % – ein Anstieg um fast die Hälfte!

Dieser Anstieg an Hilferufen über Hotlines und an eskalierender geschlechtsspezifischer Gewalt deckt sich mit der Erfahrung unserer tunesischen Partnerorganisation ATFD (Association Tunisienne des Femmes Démocrates). Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und Lockdowns haben Frauen, Kinder und LGBTQIA+-Personen von ihren sozialen Netzwerken isoliert und mit Tätern allein gelassen. Seit Beginn der COVID-19-Pandemie verzeichnet ATFD einen signifikanten Anstieg der häuslichen Gewalt und der telefonischen Hilferufe. Der instabile politische Kontext seit 2019 belastet die junge Demokratie in Tunesien zusätzlich und stellt die Arbeit zivilgesellschaftlicher Akteure und insbesondere feministischer Organisationen wie ATFD vor neue Herausforderungen.

Fortschrittliche Gesetzgebung
Nach mehreren Jahren, in denen sich unsere Partnerorganisation ATFD für ein neues Gesetz zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen eingesetzt hat, wurde 2017 das Gesetz 58 verabschiedet. Das Gesetz gilt als besonders fortschrittlich, da es ein umfassendes Verständnis von Gewalt gegen Frauen und deren Ursachen hat: Gewaltprävention, Schutzmaßnahmen und Unterstützungsangebote für Betroffene von Gewalt werden genauso in dem Gesetz abgedeckt wie die Strafverfolgung der Täter. Es umfasst zudem Tatbestände der körperlichen, psychischen, sexualisierten, wirtschaftlichen und politischen Gewalt. Damit erkennt das Gesetz das komplexe Phänomen von Gewalt gegen Frauen an und reduziert die Gesetzgebung nicht ausschließlich auf die Bestrafung der Täter.

Komplexe Umsetzung in der Praxis

Bei der Umsetzung von Gesetzen in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit und geschlechtsspezifische Gewalt gibt es in der Praxis noch einige Hürden. Fortschritte in der Gesetzgebung treffen leider nicht automatisch auf eine fortschrittliche Gesellschaft oder aufgeschlossene Behörden.
Und Hürden wie diese erfordern Lösungsansätze sowie einen Veränderungsprozess auf unterschiedlichen Ebenen. Deshalb verfolgt die Bewegung ATFD in ihren Anstrengungen gegen geschlechtsspezifische Gewalt einen Mehrebenen-Ansatz“. In der Praxis bedeutet das ein umfassendes Angebot von Schutzmaßnahmen und Unterstützung für Betroffene von Gewalt. Wie diese konkret aussieht, ist vom jeweiligen Fall abhängig.
Zum besseren Verständnis hier ein Beispiel aus der Arbeit von ATFD:

Für landesweite Bestürzung sorgte 2021 der Fall einer 32-jährigen Mutter von vier kleinen Kindern, die von ihrem Ehemann massiv verstümmelt worden war. Auf psychologischer Ebene werden die Schwerstverletzte und ihre Kinder fortlaufend durch die Fachkräfte von ATFD betreut. Zudem beantragte eine ATFD-Anwältin Anhörungen beim Frauenministerium, beim Sozialministerium und beim Gouverneur von Tunis. Die Frauenministerin sagte daraufhin eine finanzielle Soforthilfe für die Mutter und ihre Kinder zu. Beim Minister für Soziales konnten außerdem Wohnraum und Unterhaltsleistungen beantragt werden.
Erschwerend für die betroffene Frau und unsere Partnerorganisation ATFD sind allerdings die politischen Realitäten: In Behörden kam es zu zahlreichen Entlassungen in Folge eines erneuten Regierungswechsels, sodass sich der gesamte Vorgang, nicht zuletzt durch die Einschränkungen der COVID-19-Pandemie, in die Länge zieht.
Dieser Fall wird juristisch, psychologisch und auf sozialer Ebene von ATFD weiterverfolgt und ist aktuell Gegenstand eines Gerichtsverfahrens gegen den inhaftierten Täter.

ATFD beobachtet seit der Verabschiedung des Gesetzes 2017, dass mehr von Gewalt betroffene Frauen tatsächlich Hilfe suchen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass mehr Frauen von Gewalt betroffen sind, sondern dass sich mehr Frauen trauen, Hilfsangebote wahrzunehmen. Jedoch handelt es sich bei Betroffenen von Gewalt, die Unterstützung suchen, auch in Zeiten einer dualen Pandemie immer nur um die Spitze des Eisberges. Wichtig ist, die Unterstützungsmechanismen nach aktuellen Bedürfnissen auszurichten und die Organisationen und Bewegungen bei ihrem Engagement zu fördern.

Gemeinsam für Geschlechtergerechtigkeit

Hinter den zahlreichen Hilferufen, die ATFD täglich erreichen, verbergen sich Notlagen, die zum einen eine umfangreiche Hilfestellung erfordern und zum anderen aufzeigen, wie wichtig Präventionsmaßnahmen und ein gesamtgesellschaftlicher und politischer Bewusstseinswandel sind.

Deshalb organisiert sich die feministisch engagierte Zivilgesellschaft in Tunesien in der „Nationalen Koalition zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen“, deren Lenkungsausschuss auch ATFD angehört. Diese Koalition veröffentlicht Forderungen und Plädoyers gegen wiederkehrende und skandalöse Gewalt und reicht entsprechende Klagen bei Gericht ein. ATFD überwacht als Teil der Koalition die tatsächliche und effektive Anwendung des Gesetzes, identifiziert Schwierigkeiten und unterstützt bei der Umsetzung des Gesetzes. Da Präsenzsitzungen seit Beginn der COVID-19-Pandemie nur eingeschränkt möglich sind, organisiert ATFD diese als digitale Zusammenkünfte. Zusätzlich bietet unsere Partnerorganisation zahlreiche Webinare zur Sensibilisierung, Weiterbildung und Schulung von Menschen an, die sich aktiv gegen geschlechtsspezifische Gewalt einsetzen.

2021 konnte ATFD zudem ihre Studie „Der Zugang zur Justiz für Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind – Hindernisse und Herausforderungen“ in französischer und arabischer Sprache veröffentlichen. Die Studie wurde unter anderem auf einer Pressekonferenz und während der weltweit jährlich stattfindenden „16 Aktionstage zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder“ (25.11. bis 10.12.) zuständigen Ministerien, einer breiten Öffentlichkeit und Kooperationspartner*innen vorgestellt.

Gesellschaftlicher und politischer Wandel

Gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie und politischer Unsicherheiten geht es darum, Beratungs- und Betreuungsangebote zu verbessern und Fortbildungsmöglichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit, Prävention von Gewalt sowie die Vernetzung der Zivilgesellschaft aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Alles zusammen sorgt dafür, dass sich mehr Menschen bestärkt fühlen und besser für Geschlechtergerechtigkeit und gegen Diskriminierung einsetzen können. Und das ist wichtig, wenn wir das Ziel unserer Zusammenarbeit erreichen wollen: Frauen, Kinder und LGBTQIA+-Personen können ihre Rechte gezielt und stark einfordern und leben.
Für dieses Ziel müssen wir uns gemeinsam mit ATFD auch dafür einsetzen, dass weitere diskriminierende Gesetze geändert werden und stattdessen bessere Gesetze einfordern und deren konsequente Umsetzung unterstützen.

Denn: Geschlechtsspezifische Gewalt ist nicht unabwendbar. Es liegt an uns allen, sie zu beenden.

Für mehr Hintergrundinformationen zu der Zusammenarbeit zwischen ATFD und Oxfam lesen Sie unseren Projektbericht.

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E+Z/D+C 2022/04 –now – Jeffrey Moyo – Zimbabwe – ground water

E+Z - 2. März 2022 - 15:31
Groundwater resources in Zimbabwe are being depleted through over-use

As surface water is depleted by drought, groundwater reached by boreholes has become the main water source for 38 % of Zimbabweans, says the Ministry of Environment, Water and Climate Change. Harare, the capital city, is especially dependent on boreholes. Here, about 80 % of the people depend on groundwater, using some 28,000 registered boreholes.

Now, however, the boreholes are starting to run dry. “Groundwater is running out due to over-usage by urban dwellers drilling boreholes,” says Happison Chikova, executive director of Help Initiatives for People, a humanitarian organisation.

Groundwater has been a dwindling resource in Zimbabwe for years, yet the drilling has continued as if the supply were plentiful.

Nearly a decade ago, in 2013, a scientific study at Great Zimbabwe University signalled the problem. “Groundwater levels in most parts of Zimbabwe’s catchments are in a state of decline,” warned the report, titled Groundwater resources of Zimbabwe: An assessment of fluctuations. “Most of the catchments have average groundwater levels marginally above their long term means, except for the Zambezi Valley, which now shows a negative long-term trend.”

The report’s author, David Chikodzi, predicted that the decline in groundwater will hurt economic development in the affected areas, since groundwater resources supply household needs and reduce poverty through irrigation. Reliance on groundwater is likely to increase as rainfall becomes more unpredictable and as growing populations demand more water, Chikodzi said.

That prediction is coming true – and yet nothing seems to change in the policies allowing the unlimited tapping of groundwater.

In Mabvuku, a high-density suburb east of Harare, 67-year-old widow Mirirai Saburi is running out of patience. She told visiting reporters that the time for talking is past: “What good is it to keep telling you about the trouble we have had for years, when your reporting is not ending the water crisis?”

Indeed, in the face of dwindling supplies of water from all sources, more and more people want to dig boreholes to search for groundwater. Entrepreneurs are gladly stepping in to help them.

One of them is Harare-based Hector Muwaniri. After only five years in the groundwater harvesting business, he has made enough money to buy several properties in the capital city.

“Rationing of city-supplied water is widespread, and this has given me a chance to grow my borehole drilling business,” Muwaniri says. “Everyone wants water in their home.”

Link

Chikodzi, D., 2013: Groundwater resources of Zimbabwe: An analysis of fluctuations. Great Zimbabwe University, January 2013.
https://www.researchgate.net/publication/269334398

Jeffrey Moyo is a journalist living in Harare.
moyojeffrey@gmail.com

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Klimagerechtigkeit nicht Marktkräften überlassen

E+Z - 2. März 2022 - 15:00
Weltweit werden diverse Green Deals formuliert, aber das reicht nicht

Wissenschaftlich ist völlig klar, dass die eskalierende Klimakrise die Menschheit in die Katastrophe führt. Seit langem bestätigen das die Berichte des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC), wobei der Ausblick immer bedrohlicher wird. Im sechsten Assessment Report des IPCC waren selbst die optimistischen Szenarien düster. Nie zuvor gab es solche Anstrengungen, alle einschlägigen Studien weltweit zu erfassen. Aber erstaunlicherweise reagiert die Politik nicht mit überzeugenden und wirksamen Konzepten.

Politiker wissen, worum es geht. Dafür sorgen die jährlichen UN-Klimagipfel. 200 Länder nahmen im November an dem wegen Corona um ein Jahr vertagten Glasgower Spitzentreffen teil. Die Medien berichteten darüber, was uns droht und was dagegen getan werden muss. Dennoch konstatierte UN-Generalsekretär Antonio Guterres: „Unser fragiler Planet hängt an einem seidenen Faden.“ Ohne schnelles Umschalten in den Katastrophenmodus werde die Chance, Null-Emission zu erreichen, selbst auf null sinken.

Markt-Okkultismus 

Es sind sehr mächtige Kräfte am Werk. Diejenigen, die vom fossilen Kapitalismus profitieren, drängen die Menschheit an den Abgrund. Profit hat für Konzerne Priorität, nicht das Gemeinwohl. Markt-Orthodoxie diskreditiert derweil Staatshandeln. Ob gewählt oder nicht, die Regierungen in Nord und Süd scheinen einem Kult verfallen, der die Privatwirtschaft preist.

Die zentrale Aufgabe ist, die gesamte Wirtschaftstätigkeit auf einen Nachhaltigkeitspfad zu bringen. Dafür ist entschlossenes Handeln nötig. Nur richtige Marktanreize zu setzen wird nicht reichen. Dennoch verharrt die multilaterale Politik in Paradigmen, die Konzernmacht weder infrage stellen noch stimmig regulieren.

Derweil ändert sich die Unternehmensrhetorik durchaus. Der Finanzmarktgigant BlackRock fordert mittlerweile mehr Staatsaufwand für Klimaschutz. Viele multinationale Konzerne haben inzwischen Nachhaltigkeitsstrategien. Weil es aber keine Kriterien gibt, um Greenwashing aufzudecken, bringt das alles nicht viel.

Wir brauchen eine Transformation der Weltwirtschaft – angeboten werden stattdessen elegante PR-Broschüren und einige neue Geschäftsmodelle, von denen manche vermutlich nützlich sind, andere zum Eintreiben von Subventionen dienen und wieder andere wohl Schaden anrichten. Um nur einen Schwachpunkt zu nennen: Viele Unternehmen wollen mit Aufforstung ihre Treibhausgasemissionen ausgleichen. Was für einzelne Firmen funktionieren kann, ist aber nicht für alle möglich. Dafür fehlt ganz einfach der Platz auf dieser Erde.

Green Deals

Das, was bislang auf der politischen Agenda steht, reicht nicht. International entstehen immer mehr Green Deals. Sie bleiben aber hinter dem zurück, was nötig ist. Grundsätzlich wird versucht, dem Beispiel von US-Präsident Franklin D. Roosevelt zu folgen. Mit umfangreichen Staatsausgaben schuf sein New Deal neue Infrastruktur und neue Arbeitsplätze, womit er die Depression der 1930er Jahre beendete.

Aktuelle Konzepte verbinden oft Konjunkturpolitik wegen Covid-19 mit Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit. Leider überzeugen viele davon nicht. Im Fall der USA stecken die Vorschläge von Präsident Joe Biden im Senat fest (siehe Katie Cashman auf www.dandc.eu), und selbst ihre Umsetzung würden die USA noch nicht nachhaltig zu machen. Im Rahmen ihres European Green Deal hat die EU kürzlich Atomkraft und Gas als „nachhaltig“ anerkannt. Dabei sorgt Atomkraft für weiterhin ungelöste Probleme mit radioaktivem Müll, und Gas ist ein fossiler Brennstoff. Beobachter in ärmeren Weltgegenden erkennen klar, dass diejenigen, die weltweite Führungsrollen beanspruchen, zu Hause ihren exzessiven Ressourcenkonsum nicht beenden.

Verstörenderweise verharren die Green Deals auch in konventioneller Wirtschaftsdogmatik. Sie stellen die kumulative Gier des Kapitalismus nicht infrage. Sie ist jedoch der schlimmste Umweltzerstörer überhaupt. Allzu gern wird missachtet, dass auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen kein unbegrenztes Wachstum möglich ist. Derweil stützen sich Green Deals auf Öko-Anleihen, CO2-Credits und andere Finanzinstrumente, die weitere Kapitalakkumulation ermöglichen. Dieser infantile Marktglaube ist unpolitisch und unhistorisch.

Natürlich sind nicht alle Konzepte gleich schwach. Einige Green Deals greifen progressive Ideen auf, um Ungleichheit zu reduzieren und soziale Gerechtigkeit zu stärken. Es gibt sinnvolle Ansätze, um ökologische und gesellschaftliche Probleme im ökosozialistischem Sinne gleichzeitig zu lösen. Autoren wie Max Ajl (2021), John Bellamy Foster (2020) und Tom Perez (2021) haben darüber kluge Bücher geschrieben.

Globale Ungleichheit

Angesichts eklatanter Ungleichheit und eskalierender ökologischer Gefahren braucht die Menschheit zweifellos globale Politik. Ein ernsthafter weltweiter Green Deal im Dienst von Klimagerechtigkeit und sozialer Gerechtigkeit wäre gut. Wir haben leider kein Global-Governance-System, das so etwas konzipieren, beschließen und umsetzen könnte. Wir haben nur eine Vielfalt multilateraler Institutionen mit unterschiedlichen Aufträgen und Eigentümerstrukturen, von denen viele den Anforderungen nicht gerecht werden.

Die Klimarahmenkonvention (UNFCCC – UN Framework Convention on Climate Change) ist dafür ein gutes Beispiel. Sie wurde vor drei Jahrzehnten beschlossen, und die jährlichen Klimagipfel sollen sie weiter entwickeln und umsetzen. Trotz gewisser kleiner Fortschritte rasen wir aber weiterhin auf die ökologische Katastrophe zu.

Klimagerechtigkeit ist ein globales Anliegen. Bislang leiden Länder mit niedrigen Einkommen – und dort die Armen – am stärksten unter Klimaschäden. Länder mit hohen Einkommen, welche die Atmosphären in viel höherem Maße belastet haben, verfügen derweil über mehr Möglichkeiten, sich an den ökologischen Wandel anzupassen. Der globalen Gerechtigkeit hilft es nicht, dass sie in multilateralen Kontexten unverhältnismäßig einflussreich sind, jedoch oft Versprechen nicht halten (siehe Saleemul Huq auf www.dandc.eu).

Wenn der durchschnittliche Temperaturanstieg weltweit unter 1,5 Grad bleiben soll, muss die Menschheit ein CO2-Budget einhalten. Etwa 70 Prozent davon hat eine Handvoll reicher Länder im globalen Norden schon emittiert. Mittlerweile gehört auch China zu den großen Verbrennern. Was ist mit den 70 Prozent der Weltbevölkerung, die in anderen, tendenziell südlichen Ländern mit weit anspruchsloseren Konsumgewohnheiten leben?

Runterfahren statt auslaufen lassen

Das ist der Kontext, in dem das Beharren der indischen Regierung auf der Weiterverwendung von Kohle verständlich wird. Sie hat viel Kritik abbekommen, weil sie dafür sorgte, dass im Schlussdokument von Glasgow vom „Runterfahren“ der Kohle, aber nicht von ihrem „Auslaufen“ die Rede ist. Premierminister Narendra Modi ist sicherlich kein Held der sozialen Gerechtigkeit, und im Inneren vernachlässigt seine hinduistische Identitätspolitik die Minderheiten. An seiner Politik lässt sich viel aussetzen. Die Haltung seiner Regierung in Glasgow war aber stimmig. Ländern mit niedrigen und niedrigen mittleren Einkommen darf nicht die Hauptlast des Klimaschutzes aufgebürdet werden. Wenn Europa weiterhin Gas braucht, braucht Indien ganz bestimmt weiterhin Kohle.

Wir stehen vor großen und vielschichtigen Herausforderungen. In einem kurzen Aufsatz lässt sich nicht alles ausführen. Dass wir entschlossenes Handeln brauchen und technokratische Marktinterventionen nicht reichen, ist aber offensichtlich. Schädliche Produktions- und Konsumgewohnheiten müssen verboten werden. Zudem dürfen benachteiligte Gemeinschaften nicht noch weiter zurückfallen. Wir brauchen ökologische und soziale Gerechtigkeit.

Weltweit wehren sich Menschen in großen und kleinen sozialen Bewegungen. Sie fordern soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz. Die Klimastreiks, welche die schwedische Teenagerin Greta Thunberg initiiert hat, zeigen, dass es überall besorgte Menschen gibt. Ihr Engagement macht Mut, denn Weltuntergangsstimmung hilft nicht. Die nötige Wende ist aber noch längst nicht erreicht. Thunberg lag nicht falsch, als sie den Glasgow-Gipfel kurz mit „weiteres Blablabla“ zusammenfasste.

Quellen

Ajl, M., 2021: A people’s green new deal. London, Pluto Press.

Foster, J. B., 2020: Return of nature: socialism and ecology. New York, NYU Press.

Perez, T., 2021: Green new deals in a time of pandemics. Barcelona, ODG – Gratisdownload:
https://odg.cat/wp-content/uploads/2021/02/GREENDEALS-ENG_ONLINE.pdf

Praveen Jha ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Jawaharlal Nehru University in New Delhi.
praveenjha2005@gmail.com

 

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Der Ukraine-Krieg und seine Folgen: Deutschland muss seine Energietransformation neu austarieren

SWP - 2. März 2022 - 13:56

Angesichts der russischen Aggression auf die Ukraine hat die Bundesregierung angekündigt, die Abhängigkeit von russischem Gas möglichst schnell zu reduzieren. Sie will die Energieversorgung unter anderem durch eine Diversifizierung der Gas- und Kohlelieferanten, den Bau von zwei Terminals für Flüssigerdgas (LNG) sowie einer Kohle- und Gasreserve sichern. Schon 2035 soll Deutschland zu 100 Prozent erneuerbare Energien nutzen. In der Tat steht die Bundesregierung vor enormen Dilemmas und schwerwiegenden langfristigen Richtungsentscheidungen, die mit ihren geopolitischen und geoökonomischen Implikationen weit über diese Maßnahmen hinausgehen.

Dilemmas und Richtungsentscheidungen

Der Ukraine-Krieg stellt  die Energietransformation vor signifikanten Dilemmas. Einerseits muss sie an Tempo und Tiefe gewinnen, auch um die Abhängigkeit von russischen Lieferungen drastisch zu reduzieren. Anderseits zeigt sich der Trade-off zwischen hohen klimapolitischen Ansprüchen und Versorgungssicherheit noch vehementer als vor dem Krieg in der Ukraine.

Die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen zu reduzieren ist angebotsseitig nur durch die beträchtliche Ausweitung von Flüssigerdgas-Importen möglich. Es bleibt allerdings offen, ob ausreichende LNG-Kapazitäten dauerhaft für Deutschland und Europa verfügbar sein werden. Einerseits haben die USA als wichtigster Exporteur Probleme beim Infrastrukturausbau. Andererseits ist der LNG Anteil am globalen Gasverbrauch vergleichsweise gering und der Markt umkämpft. Darüber hinaus ist die Umweltbilanz der gesamten LNG-Wertschöpfungs- und Lieferkette insbesondere für Flüssigerdgas aus den USA schlecht und steht somit in Widerspruch mit den Klimazielen der Bundesregierung.

Ein beschleunigter Ausstieg aus russischem Gas müsste idealerweise nicht nur durch einen noch schnelleren Ausbau von erneuerbaren Energien erreicht werden, insbesondere der Windkraft, da diese der größte Anteil am Bruttostromverbrauch ausmacht. Es bedarf auch einer noch schnelleren Reduktion des Endenergieverbrauchs, der Elektrifizierung von Wärme und einer deutlichen Beschleunigung beim Ausbau der nationalen und internationalen Strominfrastruktur.

Der Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken wäre denkbar, würde den ambitionierten Klimazielen aber zuwiderlaufen. Der Ausstieg aus dem Kernkraftausstieg würde hingegen dabei helfen, die Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig den Gasbedarf zu verringern, ist aber ohne eine politische Grundsatzdiskussion und sozialen Konsens nicht durchsetzbar.

Unter diesen Bedingungen müsste die Bundesregierung dem Markthochlauf von Wasserstoff absolute Priorität einräumen, da dieser sowohl als Energiespeicher als auch als Energieträger einsetzbar ist. Hohe Energiepreise erschweren aber die teure Umstellung der Produktionsprozesse in der energieintensiven Stahl- und Chemieindustrie: Ohne eine schnelle Skalierung der grünen Wasserstoffproduktion – auch durch massive staatliche Beihilfe – kann die zu erwartende positive Kostenentwicklung von Elektrolyseuren, also jenen Geräten die Wasserstoff erzeugen, geschmälert werden. Gegebenenfalls müsste die Bundesregierung auch einen technologieoffeneren Ansatz verfolgen, der nicht nur auf  grünen Wasserstoff setzt. Im Falle von aus Erdgas erzeugtem Wasserstoff wäre allerdings die Frage nach der Diversifizierung der Lieferquellen genauso akut wie beim Erdgasimport. Der für die Wasserstoffproduktion enorme und kaum durch heimische Produktion zu deckende Bedarf an Wasserstoffmolekülen oder grünen Elektronen erfordert in jedem Fall die Sicherung von Importen, den Ausbau von einer diversifizierten Importinfrastruktur und neue internationale Energiepartnerschaften. Die außenpolitische Dimension von Wasserstoff muss daher noch stärker betont werden. Das sehr wahrscheinliche Wegfallen von Russland und der Ukraine als zwei mögliche Wasserstoffpartner in der unmittelbaren Nachbarschaft wird die Auswahl in der östlichen Nachbarschaft einschränken. Die Bedeutung von südlichen Partnern in Nordafrika und im Mittleren Osten wird zunehmen. Hier wird die Frage nach der Wahl der Technologiepfade, der Wasserstoffart und seiner Derivate sowie des Transportes und der Logistik noch akuter.

Weitreichende Implikationen

Der Ukrainekrieg zwingt Deutschland, die Prioritäten im energiepolitischen Dreieck Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit mittel- bis langfristig neu auszutarieren. Mit Blick auf Versorgungsicherheit und Wettbewerbsfähigkeit muss die Bundesregierung bereits jetzt  folgende drei langfristige Implikationen ihrer Entscheidungen mitberücksichtigen:

Geopolitisch gewinnt die Energietransformation zwangsläufig an Bedeutung, nicht nur mit Bezug auf Russland: Technopolitischer und regulatorischer Wettbewerb mit den USA und China, Sicherung von kritischen Rohstoffen und Lieferketten, neue Abhängigkeiten, Schaffung von Resilienz und Sicherung des industriellen Standortes müssen stärker mitgedacht werden. Die Energietransformation kann nicht mehr nur aus klimapolitischer Perspektive betrachtet werden.

Geoökonomisch bedeutet eine Entkoppelung von Russland eine mittel- bis langfristige Zunahme der deutschen Abhängigkeit von Häfen und maritimen Energiehandel sowie vom volatilen globalen Gasmarkt. Gegenwärtig stellt die Zunahme von Protektionismus und Merkantilismus sowie der Wettbewerb mit China einen Stresstest für die deutsche Wirtschaft dar. Das vorzeitige oder gar abrupte Ende von stabilen und relativ günstigen erd- beziehungsweise leitungsgebundenen Energielieferungen wird zu einem zusätzlichen Unsicherheitsfaktor. Auch die relativ günstige Umrüstung bestehender Pipelineinfrastruktur für den Wasserstofftransport aus Osteuropa und Russland wird politisch wie ökonomisch auf absehbarer Zeit  schwer realisierbar sein.

Schließlich wird geostrategisch eine perspektivische Entkoppelung Deutschlands vom kontinentalen Energiehandel mit Russland zweierlei Folgen haben. Zum einen wird aufgrund der russischen infrastrukturellen und regulatorischen Dominanz in Eurasien die Diversifizierung der Energiepartnerschaften in dem Raum erschwert. Zum anderen ist auf längerer Sicht eine weitere Kontinentalisierung russischer Energieexporte Richtung Asien und China absehbar, wenngleich kurzfristig schwer realisierbar. Somit könnte die russisch-chinesische Beziehung abermals gestärkt werden.

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Why is there no place for strategic ambiguity this time around on the European continent?

SWP - 2. März 2022 - 13:45

The world is watching Ukraine. This is a historic moment that leads to a significant deterioration in relations between Russia and the West. When Europe faces a geopolitical challenge that reminds everyone of the World Wars of the past century, the divisions deepen between the traditional West – mostly democracies – and “others.” The inclination will be to put China in the same basket as Russia, even if China is still being cautious about its next steps. Many other countries will be pushed to choose. One country, Turkey, will soon face difficult choices, since balancing acts may not be enough this time around.

A tough balance between the West and Russia

Turkey has been trying to diversify and balance its alliances between the West and others for a long time now. Turkey is a NATO member that possesses Russian anti-aircraft missile systems, namely the S-400. This purchase not only led to CAATSA sanctions by the United States – which was a first against a NATO ally – but also the removal of the country from the F-35 program. These measures did not hinder Turkey’s special relationship with Russia. Turkish President Recep Tayyip Erdoğan always maintained personal relations with Vladimir Putin. Even when they were at opposite ends of the theater of power – in Syria or Nagorno-Karabakh, for example – they kept talking. This did not change even after Turkey shot down a Russian plane in November 2015. Turkey’s dependence on Russian gas and tourism have also been reasons for their continued dialogue. Turkey also awarded the construction of its nuclear power plant – the Akkuyu Nuclear Power Plant – to Russia.

Today, Turkey is staying out of the sanctions schemes of the EU and NATO. It has also tried juggling the Ukrainian demand to close the Turkish Straits to Russian warships – even if the Montreux Convention upholds the demand. Turkey stated that the Russian attack “is a grave violation of international law and poses a serious threat to the security of our region and the world.” It has hesitated, however, to move beyond that declaration. When the pressure mounted – masterfully and publicly handled by Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy – and other actors continued to announce historic decisions one after the other, Turkey had to make a decision on the Straits. It is important to remember that Turkey has also sold drones to Ukraine in the recent past and signed a free trade agreement, meaning that the country was in a strong position to claim that it has supported Ukraine. Turkey even offered intermediation between Russia and Ukraine, but the offer has not been accepted as of yet. The longer Russian aggression continues, the more Turkey will be pushed to move more decisively. Even Switzerland declared that it will apply the EU’s sanctions. Candidate countries are also encouraged to follow the course. Soon, there will be no more room for strategic ambiguity.

And when the dust settles?

However, there is even a broader question that requires strategic thinking. When the dust settles, where would Turkey like to stand when the European security architecture of the 21st century is being discussed? Where it was in the 20th century – a member of NATO, the Council of Europe, an integral element of the so-called Western order – or with the “others”? Turkey has spent the last years trying not to choose and playing all sides against each other when necessary.

The year 2022 was going to be decisive with regard to the European security architecture, even without a war on the continent. Europeans are already working on the publication of the “Strategic Compass” in addition to NATO’s Strategic Concept, which will be discussed in Madrid in June. These thought-provoking exercises have become even more significant in light of recent developments. The historic steps that both the EU (in addition to the sanctions package, sending lethal weapons to a third country under the European Peace Facility) and some of its member states (Germany increasing its defense spending to more than 2 per cent of its gross GDP while facilitating a one-off investment of €100 billion for the Bundeswehr being the most striking example) are taking will set the tone when it comes to the European security architecture.

One should also underline the exemplary coordination between the EU and NATO. Nothing strengthens the transatlantic bond more than a Russian threat to the continent. Geopolitical challenges that were not expected in the 21st century are going hand in hand with the necessity for drastic moves. Concepts such as sovereignty, independence, and territorial integrity, which are protected under international law, have become even more visible. One thing to expect now is that different camps across the world will close ranks.

Will Turkey’s importance increase for the West, as it had during the Cold War? Maybe. It will surely play an important role in the Black Sea, especially when it comes to the Straits. However, once the cleavages between democracies and autocracies deepen, the state of affairs in Turkey will be even more important. Right now, these changes have caught Turkey off guard. The Justice and Development Party (AKP) is tired after 20 years in power. The government it leads is mostly seen as authoritarian by many in Europe. The Turkish economy is in never-ending decline. It is hard to look for long-lasting consensus in a society once it has become extremely polarized. This is not necessarily the best time to set directions for the decades to come. But the country may have no choice.

Last but not least, this crisis has demonstrated the importance of well-functioning relations with neighbors for European sovereignty. It is important to underline once again that European security is not only about the EU, but also its neighborhood. As an integral piece of European security architecture in the 20th century, Turkey will need to define where it stands very clearly. It is not only about who wins and who loses, but also about who will adapt to the changes that the European continent is going through. It is time for reaffirmations for everyone. It would be beneficial for the European continent as a whole if Turkey also closed ranks with its traditional allies.

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03.03.2022 | Designing a Sustainable Future for All – Linking the Green and Digital Transformations

GIZ Event - 2. März 2022 - 13:43
Veranstaltungsdatum: Donnerstag, 3. März 2022
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