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02. März 2022

ONE - 2. März 2022 - 13:14
1. Deutschland mache Zusagen für globale Impfstoffverteilung

Deutschland unterstützt die weltweite Corona-Impfkampagne mit weiteren umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro. Das verkündete Bundesfinanzminister Christian Lindner gestern nach Beratungen mit seinen Amtskollegen der anderen G7-Staaten. Darüber schreiben unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Tagesschau.de und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Diese Summe gehe in erster Linie an die internationale Anti-Corona-Initiative Act Accelerator (ACT-A) zur Beschaffung und Verteilung von Diagnostika, Heilmitteln und Impfstoffen gegen Covid-19. Ein großer Teil davon solle an die Covax-Initiative gehen, die einkommensschwache Länder mit Impfstoffen versorgt. Ferner sicherte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze bei ihrem Staatsbesuch in Ruanda dem Land deutsche Unterstützung beim Aufbau einer eigenen Impfstoffproduktion zu, wie Deutschlandfunk und die Stuttgarter Nachrichten berichten. Dabei wolle Deutschland das Engagement für die Ausbildung von Fachkräften vor Ort und die Stärkung von Regulierungsbehörden ausweiten. Schulze sehe die Produktion “hochwertiger Impfstoffe made in Africa” als eine “gute Versicherung” gegen Krankheiten und Pandemien.

2. Burkina Faso: Militärjunta sagt Übergang zur Demokratie in drei Jahren zu

Nach dem Militärputsch im Januar präsentierte die Militärjunta einen Fahrplan. Demnach sei eine Rückkehr zur Demokratie mit neuen Wahlen in drei Jahren vorgesehen. Darüber berichten unter anderem Zeit Online, die Tageszeitung (taz) und die Frankfurter Rundschau. Nach der sogenannten “Verfassungscharta des Übergangs” dürfe der neue Staatschef Paul-Henri Sandaogo Damiba nach Ende des Übergangs nicht zur Wahl antreten. Dies gelte auch für die 25 Mitglieder der Übergangsregierung. Zudem solle ein “Rat zur Orientierung und Überwachung des Übergangs” und die “Gesetzgebende Übergangsversammlung” mit 75 Mitgliedern die Leitlinien der Regierungspolitik erarbeiten. Der Fokus der Junta liege auf der Korruptions- und Terrorbekämpfung. Daneben soll sie bei der Bewältigung der humanitären Krise und sozioökonomischer Probleme unterstützen.

3. Niger: Präsident Mohamed Bazoum fordert militärische Unterstützung aus Europa

Nigers Präsident Mohamed Bazoum fordert in einem Gespräch mit Gazali Abdou für die Deutsche Welle die europäischen militärischen Truppen, die bisher in Mali gewesen sind, bei der Bekämpfung von Terrorismus in Niger einzusetzen. Er wolle dafür sogar die Vertrauensfrage im Parlament stellen und das Ergebnis akzeptieren. Laut Bazoum seien die Terroristen “nicht auf ein einziges Land beschränkt”, sondern arbeiten “länderübergreifend”. Deshalb könne sein Land die Terroristen nur mit externer Unterstützung besiegen. Die Kooperation mit Partnerländern der anderen G5-Sahel-Staaten (Mauretanien, Mali, Tschad und Burkina Faso) verlaufe bisher enttäuschend. Über den Einsatz von europäischen Streitkräften habe er im Rahmen der Accra-Initiative mit Ghana, der Elfenbeinküste, Togo, Benin und den G5-Ländern beraten. Diese sollen Frankreich und die europäischen Länder gebeten haben, sie bei ihrem Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen. Sie haben der Unterstützung in den durch Terrorismus umkämpften Gebieten zugestimmt. Dabei bedürfe Niger vor allem der Takuba-Soldaten, die in luftgestützten Großeinsätzen zum Einsatz kommen sollen. Diese sollen aus 800 Personen bestehen, die zwischen anderen Ländern in Afrika aufgeteilt seien.

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Der Amtsantritt von Gabriel Boric in Chile

SWP - 2. März 2022 - 12:00

Mit 55,9 Prozent der Stimmen und einem Abstand von 11,8 Prozentpunkten gegenüber José Antonio Kast gewann Gabriel Boric am 19. Dezember 2021 die Stichwahl um die chilenische Präsidentschaft. An jenem Tag erreichte die Wahlbeteiligung in Chile mit 55,6 Prozent ein historisches Hoch seit der Abschaffung der Wahlpflicht. Die starke Mobilisierung verhalf Boric, der im ersten Wahlgang noch auf dem zwei­ten Platz gelandet war, zum Sieg. Damit steht der neue Präsident auf solidem demokratischem Fundament, aber auch vor großen Erwartungen in der Bevölkerung. Zudem wird der Regierungschef im Spannungsfeld zweier Institutionen agieren müssen: einer Verfassunggebenden Versammlung und einem parteipolitisch geteilten Kongress. Seine vierjährige Amtszeit, die am 11. März beginnt, könnte die letzte unter der »Pino­chet-Verfassung« und die Anfangs­phase einer demokratischen Transformation sein.

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Menschenrecht auf Wasser endlich verwirklichen

Forum Umwelt & Entwicklung - 2. März 2022 - 10:51

Berlin, 22. Februar 2022 – Im Vorfeld des Weltwassertags veranstalten Umwelt- und Entwicklungsorganisationen am 22.02.2022 eine Tagung zum Thema „Menschenrecht Wasser, Wasserraub und Schutz der Flüsse“, um auf die Bedeutung des lebensnotwendigen Guts sowie den verschwenderischen und zerstörerischen Umgang mit diesem aufmerksam zu machen. Die Regierung wird aufgefordert im Wasserschutz national und international schneller zu handeln und damit ihren menschenrechtlichen Pflichten im Sinne des Rechts auf eine gesunde Umwelt sowie des Menschenrechts Wasser nachzukommen

 

Für Milliarden Menschen weltweit sind der Zugang zu sauberem Trinkwasser und hygienischer Sanitärversorgung noch immer unerfüllte Menschenrechte. Obwohl der Zugang zu Wasser lebenswichtig ist, wird er viel zu häufig für Wirtschaftsinteressen aufs Spiel gesetzt, national wie auch international.

Gertrud Falk, Referentin bei FIAN Deutschland, ruft die Bundesregierung daher auf, ihren menschenrechtlichen Pflichten auch in der Außenwirtschaftsförderung nachzukommen: „Das Menschenrecht auf Wasser muss von Deutschland in allen Politikbereichen auch in anderen Ländern respektiert und geschützt werden. Die Bundesregierung und ihre Durchführungsorganisationen müssen dabei vor allem benachteiligte Bevölkerungsgruppen in den Blick nehmen.“

 

Aber nicht nur in anderen Teilen der Welt, auch in Deutschland wächst die Sorge um Trinkwassersicherheit. Insbesondere die geplante Ansiedlung der Tesla Produktion in der Umgebung Berlins zeigt, das wirtschaftliche Interessen Menschenrechts- und Umweltaspekten vorangestellt werden. Dorothea Härlin, Mitbegründerin des Berliner Wassertischs, ist überzeugt: „Das skandalöse Drama um den Bau der Gigafactory Tesla direkt an der Grenze zu Berlin in Grünheide zeigt eine Koalition zwischen einem Global Player wie Elon Musk und Politiker*innen in Brandenburg, aber auch in Berlin. Mein Fazit ist also klar: Es liegt an uns, den ganz normalen Bürgern, die weder an großen Profiten noch an politischen Karrieren interessiert sind, unser Wasser zu retten.“

 

Die knappen verbleibenden Süßwasserressourcen und die mit ihnen verbundenen Ökosysteme werden überall auf der Welt übernutzt, verschmutzt und zerstört. Insbesondere Staudammprojekte für Wasserkraft haben verheerende Folgen für Flussökosysteme und führen noch immer zu zahlreichen Verlusten beim Fischabstieg. Herman Wanningen, Direktor der World Fish Migration Foundation und Mitbegründer der Koalition Dam Removal Europe, stellt fest: „Wir könnten in Europa Flüsse voller Fische haben, wenn die Flüsse wieder anfangen zu fließen. Dies kann aber nur ermöglicht werden, wenn Flusspraktikern die Werkzeuge und das Know-how zur Verfügung gestellt werden, um veraltete Dämme zu entfernen.“

 

Auch Michael Bender, Projektleiter „River Restoration“ bei der Stiftung Living Rivers betont die Bedeutung der Süßwasser-Biodiversität für uns Menschen und weist auf ein zentrales Anliegen der Stiftung hin: „Wir sind überzeugt, dass die europäischen Länder und die EU als Gemeinschaft die letzten Wildflüsse auf dem Kontinent besser schützen muss und mehr dafür tun kann, dass Staudämme und andere Wanderhindernisse aus unseren Flüssen verschwinden.”

 

„Vom Erhalt gesunder Flussökosysteme hängt auch der Amazonasregenwald ab und damit auch die bedeutende Funktion, die er für das Klima spielt“, findet auch Thilo Papacek, Projektreferent bei GegenStrömung. „Wasserkraftwerke blockieren nicht nur Fischmigrationen und den Abfluss von Sedimenten, sondern stoßen aus ihren Reservoirs auch häufig große Mengen stark wirkender Treibhausgase aus. Gerade in Hinblick auf den Klimawandel stellt der massive Ausbau der Wasserkraft eine falsche Lösung für die Energieprobleme der Zukunft dar.“

Für Rückfragen oder ein Hintergrundgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

 

Fachliche Ansprechpersonen

 

Michael Bender | Stiftung Living Rivers
c/o  GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser

+49 (0)30 40 39 35 30

wasser@grueneliga.de

 

Dorothea Härlin

Mitbegründerin des Berliner Wassertischs

+49 (0)30 69534080
dorotheahaerlin@gmx.de

 

Thilo F. Papacek

GegenStrömung | Referent

+49 -⁠ (0)30 698 190 79

thilo.papacek@gegenstroemung.org

 

Herman Wanningen

World Fish Migration Foundation | Direktor

herman@fishmigration.org

 

Gertrud Falk | Referentin

FIAN Deutschland

+49 (0)151—56 99 62 78

g.falk@fian.de

@FIANDeutschland

 

Presse

Eileen Roth | Referentin

Forum Umwelt & Entwicklung

+49 (0)30 – 678 1775 922

roth@formue.de

@ForumUE

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Kinakoni – Ein Dorf gegen den Hunger

Welthungerhilfe - 1. März 2022 - 17:45
40 Millionen Menschen stehen kurz vor einer Hungersnot. Ein Dorf in Kenia sucht ganz neue Lösungen.
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Ukraine: "Die Not der Kinder wächst jeden Tag."

Unicef - 1. März 2022 - 17:40
Statement von UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell zum gemeinsamen humanitären Nothilfeaufruf der Vereinten Nationen heute in New York.
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Ukraine: So können Sie mit UNICEF helfen

Unicef - 1. März 2022 - 17:00
Die Situation in der Ukraine ist entsetzlich, die Solidarität in Deutschland und weltweit riesig. Viele Menschen wollen helfen und fragen sich, wie das am besten geht. Hier zeigen wir Ihnen verschiedene Wege, wie Sie mit UNICEF Kinder und Familien aus der Ukraine unterstützen können. 
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Ukraine: Fragen und Antworten zur Situation der Kinder und zum UNICEF-Einsatz

Unicef - 1. März 2022 - 17:00
Die Nachrichten aus der Ukraine sind bedrückend, erschütternd und überschlagen sich minütlich. Wir haben Fragen und Antworten zur UNICEF-Hilfe für Sie zusammengetragen.
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NATO-Russia Tensions: Putin Orders Invasion of Ukraine

SWP - 1. März 2022 - 16:00

After military maneuvers near the borders, Moscow started a full-scale invasion of Ukraine on 24 February 2022. Before that, it has denied such an intent. It had been accusing Kiev of escalating the situation in the Donbas and the West of encouraging Ukraine to do so by taking sides in a biased manner. In mid-December 2021, it made clear in two draft treaties what it is after, namely preventing a further expansion of NATO to the east and obtaining binding assurances to this end. In doing so, it is in­voking the NATO-Russia agreements of the 1990s. Moscow voiced fears that Ukraine’s accession to NATO in particular would endanger Russia’s security and the strategic balance with the US. The US and NATO had signaled a willingness to engage in dia­logue on arms control issues, but they were not prepared to revise the principles of the European security order. Obviously, Moscow did not accept this and resorted to the use of force. It ignored the chance to embark on a new dialogue as an opportunity to de-escalate the situation and restore military predictability through arms control without abandoning principles.

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Amnesty International and the Apartheid Claim Against Israel

SWP - 1. März 2022 - 15:00

On 1 February 2022, Amnesty International released a comprehensive report claiming that Israel is engaged in apartheid against the Palestinians and is thereby committing a crime against humanity. The Amnesty report is one in a series of publications by Pales­tinian, Israeli and international human rights organizations that see the thresh­old to apartheid having been crossed in Israel and/or the Palestinian territories, although it should be noted that opinions about where such crimes are being com­mitted differ from report to report. The EU and its member states should not adopt the apartheid claim without legal scrutiny. At the same time, they should take the grave human rights violations documented in the Amnesty report (and elsewhere) seriously. Under the Geneva Conventions, all signatory states incur direct legal obli­gations to enforce compliance.

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01. März 2022

ONE - 1. März 2022 - 14:47
1. IPCC: Extremwetter wirkt sich 15-fach auf vulnerable Länder aus 

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Zeit, der Spiegel, der Tagesspiegel, Tagesschau.de, der Deutschlandfunk, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, Der Standard und die  Stuttgarter Nachrichten berichten über den neuesten Bericht des Weltklimarats IPCC. Besonders hart treffe der Klimawandel die durch das globale Wirtschaftssystem benachteiligten Regionen in der Welt. Dazu sollen unter anderem West-, Zentral- und Ostafrika gehören. In diesen Regionen haben die Menschen wenige Möglichkeiten, sich vor Hitze, Dürre und Fluten zu schützen. Zwischen 2010 und 2020 starben dort, verglichen mit den weniger verwundbaren Regionen, anteilig 15-mal mehr Menschen durch Extremwetterereignisse. Für die Anpassung an die Klimakrise fehle hier meist das Geld. Die Politik müsse sich deshalb gezielt um besonders vulnerable Gruppen und Länder kümmern. Vor allem müsse die grundlegende Infrastruktur ausgebaut werden und die Wasserversorgung gewährleistet werden. 

2. UN: Globales Abkommen gegen Plastikmüll?

Morgen soll auf der Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UN) in Nairobi über ein globales Abkommen gegen Plastikmüll entschieden werden, wie der Spiegel, der SWR und die Frankfurter Rundschau berichten. Dem vorausgegangen seien das Drängen zahlreicher Umweltorganisationen. Der Vertrag soll den gesamten Lebenszyklus von Plastik umfassen. Inger Andersen, die Generaldirektorin des Uno-Umweltprogramms Unep, sagte zur Eröffnung der Konferenz hinsichtlich des Entwurfs, sie habe “völliges Vertrauen, dass wir etwas wirklich Historisches in unseren Händen halten werden”. Laut  Entwurf soll der Vertrag auch auf nachhaltiges Verpackungsdesign hinwirken und Einwegverpackungen beschränken. Bisher werden nach Angaben der UNO  nur neun Prozent des Mülls weltweit recycelt. Sollte die Resolution einstimmig verabschiedet werden, sei das Ziel, bis 2024 einen Vertrag zu beschließen, der dann noch von den Staaten ratifiziert werden müsste.

3. Afrikas Reaktion auf Russlands Ukraine-Invasion

Johannes Dieterich thematisiert für die Frankfurter Rundschau, wie Russlands Angriff auf die Ukraine einen Riss durch Afrika zieht. So sollen die drei derzeitigen afrikanischen Mitglieder des Sicherheitsrats – Kenia, Gabun und Ghana – bereits deutlich gegen Russland Stellung bezogen haben.  Auch die Afrikanische Union (AU) distanziere sich klar von Moskaus Invasion in der Ukraine. Dagegen bekunden die Militärchefs und Präsidenten in Staaten wie der Zentralafrikanischen Republik, dem Sudan, Mali oder Guinea ihre Sympathie zu Russland offen. Es handele sich dabei vor allem um Staaten, die militärisch und handelspolitisch wichtige Beziehungen zu Russland haben. Der südafrikanische “Daily Maverick” warne gleichzeitig vor den weitreichenden Folgen des Kriegs gegen die Ukraine für den afrikanischen Kontinenten. Der Kampf gegen die Armut, die Pandemie, die weltweite Ungerechtigkeit und die sich anbahnende Klimakatastrophe werde in “einem entscheidenden Jahr” erneut verschoben.

 

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Wie Sie mit Kindern über Krieg sprechen können – Tipps einer Kinderpsychiaterin

Unicef - 1. März 2022 - 12:00
Krieg ist ein heikles Thema und oft verbunden mit verstörenden Bildern oder Informationen - besonders für Kinder. Wie sollten Eltern sich jetzt verhalten und wie können sie Kindern Ängste nehmen? Kinderpsychiaterin und UNICEF-Komitee-Mitglied Dr. Schlüter-Müller gibt Tipps.
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Der sanfte Rebell

Unicef - 1. März 2022 - 10:40
Zum 95. Geburtstag des Künstlers, Aktivisten und UNICEF-Botschafters Harry Belafonte.
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Diskriminierung und Rassismus in der Entwicklungszusammenarbeit

EINEWELTblabla - 1. März 2022 - 9:22

Diskriminierung und Rassismus innerhalb von Entwicklungsorganisationen werden heute öffentlich thematisiert, in der Praxis aber oft trotzdem nicht ausreichend angegangen. Nicht nur ist die Entwicklungszusammenarbeit in Bezug auf ihren Ursprung und heutige Praktiken kritisch zu betrachten – sie verfehlt es auch innerhalb ihrer Organisationen häufig, Diskriminierung am Arbeitsplatz als das Problem anzuerkennen, das sie ist.

Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ist die moderne Version der „Entwicklungshilfe“. Es sind Bemühungen gemeint, mit beispielsweise technologischer Unterstützung wirtschaftlich schwächeren Ländern zu verbesserten Grundeinkommen zu verhelfen. Diese Absichten resultieren in der EZ häufig in dem Selbstverständnis, in erster Linie „Gutes zu tun“. Ganz so einfach ist das aber nicht, weil gerade dieses Selbstverständnis in den Entwicklungsorganisationen oft konkrete Auseinandersetzungen mit Diskriminierung und Rassismus verhindert.

Haltung und Abwehr: Rassismus? Hier?

Tupoka Ogette, Autorin des Werkes „Exit Racism. Rassismuskritisch denken lernen“, formuliert die Herausforderung in einem Interview so: 

Einerseits ist die Geschichte des Rassismus immanent mit der Existenz von entwicklungspolitischen Organisationen verknüpft. […] Andererseits herrscht aber gerade in Entwicklungsorganisationen oft das Selbstverständnis, besonders Gutes zu tun und damit auch zu den besonders Guten zu gehören. Vor allem zu denen, die absolut nicht rassistisch sein können. Diese beiden Dinge passen leider schlecht zusammen, wenn es dann um rassismuskritische Selbstreflexion gehen soll, da diese Forderung dann nicht selten große Abwehr auslöst oder gar eine rassismuskritische Auseinandersetzung ganz verhindert.

Interview mit Tupoka Ogette

Wie diese Abwehr konkret aussieht, kann am Beispiel der Studie „Racism, power and truth: Experiences of people of colour in development“ über Entwicklungsorganisationen in England nachvollzogen werden.

Diskriminierung am Arbeitsplatz

In der Studie des British Overseas NGOs for Development (Bond) von 2021 stellt sich heraus: Entwicklungsorganisationen sind keineswegs frei von rassistischer Diskriminierung. Vielmehr zeichnet sich ein ernüchterndes Bild über die Erfahrungen mit Diskriminierung in der Entwicklungszusammenarbeit ab. Dass es sie gibt, wird theoretisch anerkannt, oft werden sie aber nicht konkret und gezielt aufgearbeitet und manchmal auch gänzlich ignoriert. Bond vernetzt zahlreiche NGOs im Entwicklungsbereich im Vereinigten Königreich und hat zum Zweck der Studie 150 davon untersucht.

In den untersuchten Organisationen erstreckt sich Diskriminierung demnach von Bewerbungsverfahren über das eigentliche Arbeitsleben und die Aufstiegschancen von People Of Colour. Die Befragten berichten demnach, dass Rassismus als Problem auch häufig verharmlost oder ganz ignoriert wird. Anstatt das Erlebte ernst zu nehmen, wird es in „unconscious bias“, also unbewussten oder „automatischen“ Vorurteilen verortet. So lassen sich Diskussionen über systemischen Rassismus und bewusste Vorurteile oft vermeiden. Die Studie ist online unter www.bond.org.uk zugänglich.

Die Studie ist zwar neu, die Erkenntnis, dass Diskriminierung und Rassismus in der EZ überall vorkommen, ist es eher nicht. Dementsprechend gibt es Lösungsansätze und auch Reaktionen in den Entwicklungsorganisationen. Rassismuskritische Arbeit kann in der EZ verwirklicht werden, wie Tupoka Ogette zeigt. 

Rassismuskritische EZ

Für sie gehört zum Angehen der Probleme zuerst einmal die Anerkennung, dass rassistisches Denken weniger Abweichung und mehr Normalität ist. Dies resultiert aus gesellschaftlicher Sozialisierung, in der Rassismus unreflektiert und manchmal unbewusst weitergegeben wird. In Organisationen müssen sich die Anerkennung dessen und entsprechende Reflexionsprozesse wiederfinden: Das geht beispielsweise mit externen Berater:innen und der Priorisierung von Rassismuskritik am Arbeitsplatz. Rassismuskritisches Denken muss in den Arbeitsalltag integriert werden und einen festen Platz in den Strukturen der Organisationen einnehmen.

Die EZ kann sich nicht durch ihr Selbstverständnis aus der Verantwortung ziehen, auch intern Diskriminierung zu bekämpfen. Es müssen innere Kulturen gefördert werden, die für die Ursprünge und Ziele der EZ sensibel bleiben, und obendrein Diskriminierung in den eigenen Reihen erkennen und entfernen können. Es könnte ein Schritt sein hin zu einer EZ, die als Ganzes sensibler für Diskriminierung und Rassismus wird.

-Pauline-

Photo von Amy Elting auf Unsplash

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Working on (knowledge) cooperation means working in cooperation

DIE - 1. März 2022 - 8:37

Transnational knowledge cooperation is becoming increasingly important – in the context of the 2030 Agenda for Sustainable Development and in dealing with global crises such as thecurrent pandemic. The German Development Institute /Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) with its Managing Global Governance (MGG) Network has a particular interest in the role of transnational knowledge actors and knowledge communities that research and shape global change.

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Arbeiten zu (Wissens-)Kooperation bedeutet Arbeiten in Kooperation

DIE - 1. März 2022 - 8:28

Transnationale Wissenskooperation wird immer wichtiger – im Kontext der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und bei der Bewältigung globaler Krisen wie der aktuellen Pandemie. Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) mit seinem Netzwerk Managing  Global Governance (MGG) hat ein besonderes Interesse an der Rolle von transnationalen Wissensakteur*innen und Wissensgemeinschaften, die den globalen Wandel erforschen und gestalten.

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Le BCSDN dirigera un atelier régional sur l’engagement des OSC et du secteur privé dans les partenariats de développement.

CSO Partnership - 1. März 2022 - 6:40

Le Réseau de développement de la société civile des Balkans (BCSDN) et le Partenariat des OSC pour l’efficacité du développement invitent les organisations de la société civile à leur atelier régional sur l’engagement des OSC et du secteur privé pour les partenariats de développement, intitulé “Alliances inhabituelles pour le bien commun : Coopération OSC – secteur privé”.

Cet événement, qui aura lieu en ligne le 3 mars à 14 heures CET (14 heures à Bruxelles, 21 heures à Manille), réunira plusieurs intervenants qui discuteront des possibilités d’engagement entre la société civile et le secteur privé dans le contexte de la coopération au développement. Par le biais de cet atelier, le BCSDN souhaite inspirer d’autres OSC à initier de tels partenariats qui vont au-delà de la mobilisation des ressources et des dons des entreprises.

Comme l’affirme le BCSDN, “tout en essayant de repenser nos approches pour une autonomisation plus poussée et plus efficace de la société civile, nous devons garantir des partenariats durables avec des partenaires qui partagent nos réalités, mais qui peuvent en même temps offrir d’autres perspectives. Reconnaissant le besoin toujours plus grand d’obtenir l’adhésion de parties prenantes plus larges pour atteindre des objectifs durables ambitieux, les OSC doivent mieux s’engager avec d’autres acteurs tels que les gouvernements, les donateurs, mais aussi le secteur des affaires, pour travailler à une coopération au développement plus efficace.”

“Ensemble, nous explorerons les leçons apprises et les bonnes pratiques de collaboration pour des objectifs communs, et partagerons des exemples d’apport de changements positifs dans nos communautés”, ajoute le BCSDN.

Inscrivez-vous à l’événement ici, et retrouvez le programme ci-dessous :

PROGRAMME
14:00 – 14:15 :

Remarques préliminaires (Anja Bosilkova-Antovska, directrice générale par intérim du BCSDN)

Donner le ton (Ana Zbona, responsable du programme “Libertés civiques et défenseurs des droits humains” au Business & Human Rights Resource Center)

14:15 – 15 : 00
Les entreprises et les droits humains : L’exemple de la coopération entre les OSC et le secteur bancaire en Macédoine du Nord (Nikica Kusinikova, Directrice exécutive de l’ONG Konekt)

Speed Dating : Créer des passerelles entre les OSC et les entreprises (Kostantina Keruti, responsable de programme chez Partners Albania)

Innovation et changement pour le bien commun : Coopération entre les start-ups et les OSC (Christina Forester, cofondatrice et associée directrice de Heartbeats Innovations and Communication)

Efforts conjoints pour l’élaboration de politiques de qualité : Comprendre les expériences de chacun (Anamarija Velinovska, chef de projet à l’Institut pour la démocratie “Societas Civilis” – Skopje)

L’espoir dans l’esprit d’entreprise : REDI Recycling (Asib Zakir – Directeur de programme de l’ONG REDI)

15:10 – 15:40
Discussion

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Für eine gerechte Welt

E+Z - 28. Februar 2022 - 15:21
Svenja Schulze, die neue Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, erläutert im Interview ihre Prioritäten

Die Weltgemeinschaft steckt in einer mehrdimensionalen Krise. Wir müssen unter anderem globale Erhitzung und Artenschwund bekämpfen, Volkswirtschaften nach dem Corona-Einbruch ankurbeln und zugleich pandemiebedingte Schuldenprobleme reduzieren und obendrein Gesundheitswesen stärken. Welche Unterstützung brauchen Entwicklungs- und Schwellenländer in dieser Situation?
In der akuten Pandemiewelle ging es stark um unmittelbare Nothilfe. Jetzt kommen wir wieder in eine Phase, in der wir einen stärkeren Fokus auf nachhaltige Investitionen legen können, die die Entwicklungs- und Schwellenländer resilienter machen gegen künftige Schocks und die zum wirtschaftlichen Wiederaufbau beitragen. Ich denke da ganz konkret an den Aufbau einer eigenen Impfstoffproduktion in Afrika oder Unterstützung bei der sozialverträglichen Energiewende. Daneben hat die Pandemie auch erschreckend deutlich gemacht, dass es in den ärmeren Ländern kaum soziale Sicherungsnetze gibt. Auch das ist eine Herausforderung, die wir gemeinsam angehen müssen.

In welchem Maße geht es hierbei um Official Development Assistance, für die das Versprechen gilt, 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung aufzuwenden? Und in welchem Maße sind andere internationale Zahlungsströme nötig, wie etwa Schuldenerlasse, Sonderziehungsrechte, Klimafinanzierung oder sogar Entschädigungen für Verbrechen der Kolonialzeit?
Die Herausforderungen sind gewaltig. Daher müssen wir alle möglichen Finanzierungswege nutzen. Ich denke dabei zum Beispiel auch an Investitionen der Privatwirtschaft. Ein großer Teil unseres Engagements, zum Beispiel im Bereich Verwaltungsreformen, zielt ja darauf ab, die Bedingungen für Auslandsinvestitionen in unseren Partnerländern zu verbessern. Das schafft auch dringend benötigte Arbeitsplätze und stärkt die Fähigkeit der Staaten, sich durch Steuereinnahmen selbst zu finanzieren.

Das Thema Schuldenerlasse wird in nächster Zeit sicherlich auch wieder auf die Agenda kommen. Viele Staaten haben zusätzliche Schulden aufgenommen, um die Pandemiekosten zu finanzieren. Jetzt sehen sie sich steigenden Zinsen gegenüber. Das könnte in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu neuen Finanzkrisen führen. Hier müssen die Gläubigernationen frühzeitig gegensteuern. Bei den Sonderziehungsrechten sind wir in Deutschland in einer besonderen Situation. Ich würde mir die Nutzung von Sonderziehungsrechten aus Deutschland wünschen. Die Bundesbank lehnt dies aber aus grundsätzlichen Erwägungen bislang ab, und ich muss die Unabhängigkeit der Bundesbank auch in dieser Frage respektieren. Jedenfalls finde ich es ausdrücklich gut, dass andere Länder, die nicht solche Begrenzungen haben, hier mit der Nutzung von Sonderziehungsrechten vorangehen.

Wie lässt sich sicherstellen, dass arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen – etwa Frauen, ethnische und religiöse Minderheiten oder die Bevölkerung von Elendsvierteln – nicht im Stich gelassen werden?
Wir müssen genau hinsehen und entschlossen handeln. Menschen werden aus verschiedenen Gründen benachteiligt – zum Beispiel aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religion, ethnischen Zugehörigkeit, ihres Alters oder auch ihres Wohnorts. Auch staatliche Strukturen können benachteiligend wirken, etwa wenn Gesetze und Institutionen die Teilhabe bestimmter Gruppen einschränken oder Ungleichheiten nicht effektiv genug entgegenwirken.

Die UN-Agenda 2030 mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs – Sustainable Development Goals) ist hier die handlungsleitende Richtschnur unserer Entwicklungspolitik. Dazu gehört das klare Bekenntnis zum Prinzip Leave No One Behind, also der Verpflichtung, die am meisten benachteiligten Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und niemanden zurückzulassen. Das ist unser Anspruch und unsere Verantwortung gegenüber den Menschen in unseren Partnerländern, aber auch in den Strukturen der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Gleiche Rechte, Chancen und Repräsentanz für alle, vor allem beim Zugang zu Ressourcen, Bildung, Gesundheit, sozialer Sicherung, gesunder Ernährung und gesellschaftlicher Teilhabe sind für uns von fundamentaler Bedeutung.

Welche Rolle kommt dabei jeweils Nationalstaaten, Regionalorganisationen und multilateralen Institutionen zu?
Es ist ganz klar, dass wir mehr internationale Zusammenarbeit brauchen. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig multilaterale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO – World Health Organization) und die Impfallianz Gavi für die Koordinierung von Fragen der globalen Gesundheit, aber auch für ganz praktische Dinge wie die Verteilung von Impfstoffen sind. Auch die Weltbank oder UNICEF haben viel getan, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie in den Entwicklungsländern abzufedern. Darauf müssen wir aufbauen und diese Organisationen weiter stärken. Wie wichtig Regionalorganisationen sind, hat jüngst erst der EU-AU-Gipfel gezeigt. Es ist daher unser Ziel, die regionale Integra­tion unserer Partner weiter zu unterstützen, zum Beispiel bei Projekten wie der afrikanischen Freihandelszone. Bei alldem dürfen wir aber natürlich auch nicht die Nationalstaaten vergessen, denn sie bleiben für die meisten Menschen der wichtigste Bezugsrahmen.

Länder mit hohen Einkommen haben riesige Konjunkturprogramme aufgelegt, aber wenig davon für die Transformation zur ökologischen Nachhaltigkeit genutzt. Zugleich haben sie Impfkampagnen gestartet, von denen Länder südlich der Sahara bislang nur träumen können. Was können und sollten die G7 künftig anders machen?
Das Motto der deutschen G7-Präsidentschaft lautet „Fortschritt für eine gerechte Welt“. Denn wir wollen unsere Präsidentschaft gerade auch für Fortschritte in den Bereichen globale Impfgerechtigkeit und ökologische Transformation nutzen. Zum Beispiel haben wir im vergangenen Jahr gemeinsam mit anderen G7-Staaten, der EU und der Weltbank eine Partnerschaft mit Südafrika unterzeichnet, um das Land beim sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohleverstromung zu unterstützen. Diese Initiative wollen wir jetzt auch auf andere Schwellen- und Entwicklungsländer ausweiten.

Für das globale Gemeinwohl und die Erreichung der SDGs ist globale Zusammenarbeit unverzichtbar. Wie kann sie mit großen, autoritär regierten Ländern wie beispielsweise China oder Russland gelingen, zumal auch andere Regierungen zunehmend na­tionale Interessen betonen?
Wir müssen auch mit autoritär regierten Ländern, wie zum Beispiel China, zusammenarbeiten, um globalen Herausforderungen zu begegnen und die Agenda 2030 umzusetzen. Denn der Klimawandel oder auch Pandemien machen vor keinem Land halt.

Dazu haben wir mit China ein gemeinsames Zentrum für nachhaltige Entwicklung in Peking gegründet, über das wir zum Beispiel den Dialog mit der chinesischen Entwicklungsagentur zu Standards und Praktiken der Entwicklungszusammenarbeit führen und chinesische Unternehmensverbände dabei unterstützen, Nachhaltigkeitsstandards bei deren globalem Engagement zu erhöhen.

Wir müssen die globale Entwicklungsagenda aber auch zunehmend gegenüber Neuinterpretationen und Vereinnahmung durch einen – mit unseren global vereinbarten Werten nicht zu vereinbarenden – Entwicklungsnarrativ verteidigen. Für unsere Werteorientierung müssen wir, wo immer möglich, gemeinsam und geschlossen mit Partnern in der EU und darüber hinaus eintreten.

Was sind Ihre wichtigsten Ziele im neuen Amt?
Ich will mich gegen Hunger, Armut und Ungleichheit einsetzen, sozial gerechten Klimaschutz vorantreiben – und ich will eine feministische Entwicklungspolitik betreiben. Das bedeutet, dass wir bei unseren Projekten immer auch darauf achten, Frauen gezielt zu fördern oder mindestens gleichberechtigt einzubinden. Das ist weit mehr als Fürsorge gegenüber Frauen. Starke Frauen machen starke Gesellschaften! (Siehe hierzu auch Jennifer Uchundu auf www.dandc.eu.) Unzählige Studien zeigen, dass es weniger Hunger, weniger Armut und mehr Stabilität gibt, wenn Frauen gleichberechtigt Verantwortung tragen.

Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
www.bmz.de

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ONE Aktivist*innen zeigen afrikanischen und europäischen Regierungschef*innen wie echte Teamarbeit geht

ONE - 28. Februar 2022 - 13:59

Am 17. und 18. Februar 2022 fand das Gipfeltreffen zwischen Regierungschef*innen der Europäischen und Afrikanischen Union in Brüssel statt. Dabei ging es um nicht weniger als unsere gemeinsame Zukunft.

Seit Beginn der Pandemie haben sich die weltweiten Ungleichheiten unaufhaltsam verschärft und Millionen von Menschen sind in extreme Armut abgerutscht. Covid-19 hat die allgemeine Gesundheitsversorgung stark belastet und uns im Kampf gegen andere Krankheiten wie Malaria und HIV um Jahre zurückgeworfen.

Angesichts der Pandemie und der sich dadurch verschärfenden Ungleichheiten zwischen Afrika und Europa war dieses Gipfeltreffen für uns besonders wichtig.

Von Nigeria bis Belgien, von Kenia bis Italien, unsere Aktivist*innen und Unterstützer*innen haben mit einer Stimme gesprochen und ihre Forderungen über sämtliche Grenzen hinweg verbreitet: Wir können diesen Krisen, angefangen bei der Pandemie, bis hin zur wirtschaftlichen Erholung und dem Klimawandel, nur durch effektive politische Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa begegnen.

Ein offener Brief an afrikanische und europäische Regierungschef*innen

Eine Gruppe junger Aktivist*innen aus Afrika und Europa hat sich zusammengetan und einen offenen Brief an afrikanische und europäische Regierungschef*innen verfasst, in dem sie dazu aufgefordert haben, die aktuellen Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Nur durch weltweiten Zugang zu Impfstoffen und politische Teilhabe von Jugendlichen können wir uns vom wirtschaftlichen Einschnitt dieser Pandemie erholen.

Anschließend haben unsere Aktivist*innen den offenen Brief mit ihren Netzwerken geteilt. Tausende Bürger*innen haben sich ihren Forderungen angeschlossen und den Brief unterschrieben, womit sie nicht nur ihre Unterstützung, sondern auch ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Lage ausdrücken konnten.

⌛ Two weeks to the #AUEUSummit!

As young African and European #ONEActivists, we are asking leaders from Africa and Europe to work together to tackle the pandemic and global
inequalities.

✍️ Add your name https://t.co/Ny7eeNS8pC https://t.co/Ydxgqd9vkz

— Jonas Nitschke (@jonas_nitschke) February 3, 2022

Letztendlich haben über 20.000 Personen den offenen Brief unterschrieben – darunter 80 afrikanische und europäische Abgeordnete sowie ehemalige Präsident*innen und Premierminister*innen. Unter ihnen waren der ehemalige französische Präsident Francois Hollande, der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown und der ehemalige äthiopische Premierminister Hailemariam Desalegn.

I’ve just added my name to an open letter written by a group of African and European young activists calling on leaders to deliver a plan that tackles both the pandemic and the inequalities that it is exacerbating. Will you add your name too? https://t.co/5XU9OKOWZD

— Hailemariam Dessalegn (@HMDessalegn) January 22, 2022

Direktes Appell an afrikanische und europäische Regierungschef*innen

Vor über einem Jahr hat die ONE Afrika-Europa Taskforce bereits begonnen, sich Gedanken zu machen und eine starke bi-kontinentale Aktivist*innengruppe ins Leben gerufen. So kamen junge Aktivist*innen zusammen, die daran interessiert waren, eine stärkere und bessere Partnerschaft zwischen Afrika und Europa zu schaffen. Im Laufe dieses Austausches haben die Aktivist*innen eine Reihe an Forderungen und Empfehlungen für unsere Regierungschef*innen zusammengetragen.

Gemeinsam haben sich die Mitglieder dieser Taskforce mit einem Dutzend politischer Verantwortlicher aus Europa und Afrika getroffen. Dabei haben sie ihre Forderungen an die Außenminister*innen von Tansania und Schweden, Beamt*innen der Europäischen Kommission weiteren Entscheidungsträger*innen gestellt.

One week ahead of the #AUEUsummit, I had an excellent exchange of views with youth from @ONECampaign on how to strengthen ties between Africa & Europe, promote global equality, youth participation and inclusion. Thank you for your engagement and ideas! pic.twitter.com/QIT6p9g5Xt

— Ann Linde (@AnnLinde) February 11, 2022

Aber damit war für unsere Aktivist*innen die Arbeit noch nicht getan: Beim Gipfeltreffen im Februar hat der ONE Aktivist Tonny sich in einer Rede direkt an die Führungskräfte beider Kontinente gewendet und unsere Forderungen verteidigt.

????'The pandemic exacerbated inequalities between Africa and Europe. We are now calling on leaders to make sure *health* is prominent in the #AfricaEU partnership starting with a strong response to #COVID19' – says our amazing #ONEActivist @TonnySilas_. pic.twitter.com/O6T7IQKvPr

— ONEinEU (@ONEinEU) February 16, 2022

Aktivismus auf der Straße

ONE Aktivist*innen waren auch in Brüssel unterwegs und haben vor den europäischen Institutionen wie dem europäischen Parlament und dem europäischen Rat unsere Forderungen laut und deutlich verkündet, sodass unser Brief die Aufmerksamkeit der Regierungschef*innen und der internationalen Presse erregt.

La #Ong @ONECampaign ha esortato i leader europei e africani a collaborare per raggiungere l'obiettivo di vaccinazione globale del 70% entro la metà del 2022 e rendere più equa la ripresa dalla #pandemia. @ONEinEUhttps://t.co/zLXF2BCTLR

— EURACTIV Italia (@EURACTIVItalia) February 15, 2022

Und jetzt?

Wir könnten nicht dankbarer sein, denn unsere Aktivist*innen und alle Personen, die den offenen Brief unterzeichnet haben, haben ein starkes Zeichen gesetzt: Für gleichen Zugang zum Impfschutz und eine faire wirtschaftliche Erholung von der Pandemie. Dank euch standen diese Themen ganz oben auf der Agenda des Gipfeltreffens.

Aber wir haben unsere Ziele noch nicht komplett erreicht: Obwohl einige Entscheidungen in die richtige Richtung gingen, haben unsere Regierungschef*innen noch nicht entschieden genug gehandelt. Wir sind froh, dass die EU zusätzliche finanzielle Mittel für die Gesundheitsversorgung sowie die Lieferung von Impfstoffen an afrikanische Länder zur Verfügung zu stellen will. Allerdings reichen diese Zusagen nicht, denn die EU weigert sich weiterhin, die Patente für Covid19- Impfstoffe vorübergehend freizugeben. Das wäre dringend notwendig, um die weltweite Produktion hochzufahren und wird bereits seit Längerem von afrikanischen Ländern gefordert.

Gemeinsam werden wir uns weiter dafür engagieren, dass europäische Regierungen ihre Versprechen gegenüber vulnerablen Ländern einhalten und echte Handlungsbereitschaft für eine stärkere Partnerschaft mit Afrika zeigen.

Zeig deine Unterstützung, indem du jetzt unseren Aufruf unterschreibst, in dem wir ein Ende der Pandemie fordern – weltweit.

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28. Februar 2022

ONE - 28. Februar 2022 - 13:42
1. Folgen der Ukraine-Invasion für Afrika

Russland und die Ukraine sind wichtige Weizenexporteure – bei Ausfall ihrer Lieferungen bedrohen explodierende Preise vor allem die ärmsten Regionen der Welt. Darüber berichten der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung. Durch den Überfall Russlands verursachte Produktionsausfälle sowie Schäden an Häfen und Sanktionen sollen zu einem Rückgang der Exporte führen. Bereits jetzt steigen die Weltmarktpreise. Der Russland-Ukraine-Konflikt sei besonders für Ostafrika besorgniserregend, weil hier aufgrund von Dürre Getreide importiert werden müsse, so Wandile Sihlobo, Landwirtschaftsexperte an der Universität Stellenbosch in Südafrika. Jakkie Cilliers, Krisenexperte und Gründer des Institute for Security Studies (ISS), erklärt in einem Interview mit dem Spiegel, dass die Auswirkungen der Ukraine-Invasion Afrika vor allem wirtschaftlich treffen werden. Hinsichtlich des Öl- und Gasmarktes werde Europa jetzt beginnen ”so viel Rohstoffe wie möglich aufzukaufen”, um die Versorgung zu sichern. Die meisten Staaten in Afrika seien auf Importe von Treibstoffen angewiesen. Die hohen Preise werden “sehr negative Auswirkungen” haben.

2. Somalia: Ende der Parlamentswahlen verschoben

Schon seit mehr als einem Jahr ist die Amtszeit von Somalias Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed “Farmajo” abgelaufen. Jetzt verzögern sich die Parlamentswahlen weiter. Darüber berichten die Tagesschau.de und die Deutsche Welle. Das mehrstufige Verfahren für die Wahl des Unterhauses hätte eigentlich am 25. Februar abgeschlossen werden sollen, sei jetzt aber auf Mitte März verschoben worden. Auch der internationale Druck steige. Denn die von der Europäischen Union mitfinanzierte AMISOM-Mission, die mit mehr als 19.000 Soldaten die Regierung im Kampf gegen die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab unterstützt, laufe Ende März aus. Hinzu komme eine Dürre am Horn von Afrika, die im Land bereits jetzt mehr als vier Millionen Menschen bedrohe. Fällt der nächste Regen im April zum vierten Mal unterdurchschnittlich aus, stehe Somalia vor einer “potentiellen humanitären Katastrophe”, so James Swan, UN-Sonderbeauftragter für Somalia. Das Land brauche dringend eine stabile Regierung, um sich um diese Probleme zu kümmern.

3. Afrika: Startup macht aus Apotheken kleine (virtuelle) Kliniken

In der Welt am Sonntag berichtet Jana Sepehr über ein Start-up aus Ghana, das aus Apotheken in Afrika kleine Kliniken machen will, in die sich Ärzt*innen virtuell zuschalten können. mPharma mache für Menschen in Subsahara-Afrika verschreibungspflichtige Medikamente zugänglich und bezahlbar. Dabei gehe das Unternehmen in Vorkasse und kaufe Medikamente in großen Mengen. Das wiederum halte die Preise gering und bedürfe keiner Vorfinanzierung durch die Apotheken. Derzeit sollen mPharmas Partnerapotheken insgesamt 100.000 Patienten im Monat versorgen. Für sie biete mPharma auch eine Zahlung in Raten an. Dies sei notwendig, da laut WHO mehr als 90 Prozent der Menschen in einkommensschwachen Ländern Medikamente selbst zahlen müssen. In den nächsten Monaten sollen rund 100 virtuelle Diagnosezentren von mPharma entstehen. Dabei wird eine Krankenschwester pro Apotheke vor Ort sein und Ärzte sollen virtuell dazu geschaltet werden.

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