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Zurück in die Steinzeit - Taliban verkünden Hochschuldoktrin

SID Blog - 15. September 2021 - 0:23

Universitäten und Abschlüsse haben im Vergleich zu Religionsgelehrten keine Bedeutung

 

„Nun ist es auch verkündet, was viele seit der Machtergreifung der Taliban befürchtet haben. Der amtierende Minister für höhere Bildung Abdul Baqi Haqqani erläuterte in einer Pressekonferenz belehrend: ,Mullahs sind besser als ein Arzt oder ein Meister. Sie sehen, dass die Mullahs und Taliban, die an der Macht sind, keinen Doktortitel, keinen Magister oder auch nur einen Highschool-Abschluss haben, aber sie sind die Größten von allen.' Was er nicht sagte, ist, dass die Taliban in den Koranschulen nur vermeintlich den Koran vermittelt bekamen. Vielmehr wurde eine menschverachtende Ideologie, die mit dem Koran überhaupt nichts zu tun hat, gelehrt", so Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service (WUS).

 

Im offiziellen Erlass Nr. 146 ist seitens der Taliban ein langes Regelwerk mit ihrer Hochschuldoktrin aufgeschrieben. Studentinnen wird der Zutritt zu den Universitäten nur mit einem schwarzem „Niqab" gestattet. Dabei handelt es sich um eine Kopf- und Gesichtsbedeckung, die nur einen schmalen Schlitz für die Augen frei lässt. Darüber hinaus ist ab sofort vorgeschrieben, das Studentinnen und Wissenschaftlerinnen und Frauen in der Hochschulverwaltung räumlich getrennt von Männern „gehalten werden" müssen. Ist dies nicht möglich, müssen Frauen und Männer durch einen Vorhang getrennt werden. Vorlesungen für Studentinnen sollen nur noch von Frauen gehalten werden. Lasse sich dies nicht umsetzen, sei auch die Vorlesung durch einen „alten Mann mit gutem Charakter" ersatzweise möglich. Die Regeln sehen des Weiteren vor, dass Frauen die Vorlesungsräume fünf Minuten vorher verlassen und in speziellen Räumen warten müssen, bis alle Männer das Gebäude verlassen haben. So sollen Begegnungen vermieden werden. Dies gilt auch für den Zugang zu den Räumen.

 

„Wir gehen davon aus, das diese Regelung nur der Beruhigung der internationalen Gemeinschaft für die heutige Geberkonferenz in Genf im Beisein von UN-Generalsekretär António Guterres dient. Die Taliban sind pleite und wollen durch solche Ankündigungen sowohl nach innen gegenüber den Fundamentalisten in ihren eigenen Reihen aber auch gegenüber der internationalen Gemeinschaft sagen, wir haben dazu gelernt und jetzt dürfen auch Frauen bei uns studieren. Dieses durchschaubare Spiel sollte die internationale Gemeinschaft klar benennen und ganz konkrete Bedingungen für ihre Hilfszusagen machen, auch für den Hochschulbereich", so Dr. Ghawami.

 

„Tausende afghanische Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warten immer noch auf eine Gelegenheit, dem Taliban-Regime zu entkommen. Wir, die internationale Academic Community, sind aufgerufen ihnen beizustehen und ihnen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen", appelliert Dr. Ghawami.

 

„Geisteswissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Disziplinen wird es unter den Taliban nicht mehr geben – sie werden ausschließlich ingenieurwissenschaftliche Studiengänge zukünftig erlauben. Denn auch die Taliban haben erkannt, entgegen dem Überlegenheitsanspruch der Taliban- Mullahs, dass sie besser seien als Akademiker je sein könnten, dass sie für das Staatswesen Fachkräfte benötigen. Der WUS hat daher bereits begonnen, ein Konzept zur Errichtung einer „Afghan Online Exile University" mit afghanischen Exil-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu gründen, die über Online-Angebote ein Minimum an akademischer Bildung in Afghanistan als auch in den absehbaren Flüchtlingslagern in den Nachbarstaaten von Afghanistan gewährleisten könnte. WUS hat bereits sehr positive Rückmeldung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Hochschulen zu diesem Vorschlag bekommen und wir planen hierzu in Kürze eine internationale Konferenz", so Dr. Ghawami abschließend.

 



PRESSEMITTEILUNG

13.09.2021

 

 

 

Deutschland tritt der von Indien initiierten International Solar Alliance bei und baut Zusammenarbeit bei Klimapolitik und erneuerbarer Energien aus

SID Blog - 15. September 2021 - 0:22

BERLIN/NEU DELHI – Die Parlamentarischen Staatssekretäre beim Bundesentwicklungsministerium, Dr. Maria Flachsbarth und Norbert Barthle, haben auf ihrer Indien-Reise die Zusammenarbeit bei der Klimapolitik und dem Ausbau erneuerbarer Energien ausgebaut. Diese erste Auslandsreise der Parlamentarischen Staatssekretäre seit Beginn der Corona-Pandemie unterstreicht die Bedeutung Indiens als strategischer Partner Deutschlands für die Erreichung globaler Umwelt- und Entwicklungsziele.
Parlamentarische Staatssekretärin Frau Dr. Flachsbarth: „Klimapolitik umfasst neben der Senkung von Treibhausgasen gerade auch in Indien die Anpassung an den Klimawandel. Was wir diesen Sommer an Überflutungen erlebt haben in Deutschland, das erleben die Menschen in Indien jedes Jahr in Form von Zyklonen und Starkregen, aber auch in Form von Dürren und Hitzewellen. Wir haben deshalb sowohl mit der Katastrophenschutzbehörde und dem Umweltministerium als auch dem Finanzministerium vereinbart, die Zusammenarbeit zur Anpassungsplanung fortzuführen und insbesondere Finanzierungslösungen zum besseren Schutz vor Klimakatastrophen auch für die ärmsten Menschen voranzutreiben. Die indische Seite prüft derzeit den Beitritt zur InsuResilience Global Partnership, die sich als G20-Initiative unter meiner Führung insbesondere für Anpassungs- und Versicherungslösungen engagiert."

Parlamentarischer Staatssekretär Norbert Barthle: „Wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz gehen Hand in Hand - wenn die Politik den richtigen Rahmen setzt. Das haben wir intensiv mit dem Energieminister und dem Minister für berufliche Bildung diskutiert. In Indien erleben wir einen Boom der Solarenergie. Die Kohleverstromung muss schrittweise durch Erneuerbare Energien abgelöst werden. Deshalb arbeiten wir mit zinsverbilligten Krediten, technischer Beratung und Berufsbildung im Solarsektor eng mit Indien zusammen. Damit helfen wir, den Weg zur Klimaneutralität auch in Indien möglich zu machen und gleichzeitig Arbeit und Zukunftschancen für die 1,4 Milliarden Inderinnen und Inder zu sichern."

Die Parlamentarischen Staatssekretäre konnten während ihres Aufenthalts die vom Bundespräsidenten gezeichnete deutsche Beitrittserklärung zur International Solar Alliance übergeben.

Norbert Barthle: „Mit dem Beitritt zu dieser von Indien angeführten internationalen Organisation zur Förderung der Solarenergie unterstreicht Deutschland seine Unterstützung für eine weltweite

Energiewende, die dafür notwendige Technologie- und Marktentwicklung und den Fokus auf eine engere Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern."

In den vergangenen Jahren hat Deutschland jährlich Zusagen von über einer Milliarde Euro an Indien gemacht überwiegend in Form von zinsverbilligten Krediten, aber auch Beratungsleistungen. Ziel ist der Klimaschutz, die Bewältigung der Folgen des Klimawandels und die Erreichung der SDGs, insbesondere in den Bereichen Energiewende, grüne urbane Mobilität und resiliente Städte sowie Schutz von Wald, Boden und Wasser in Zusammenarbeit mit der meist sehr armen ländlichen Bevölkerung. Auch 2021 sind Zusagen in ähnlicher Höhe geplant. Die Reise diente zur politischen Vorbereitung dieser Zusagen.

Ein weiteres wichtiges Thema der Reise war die Verstärkung der Zusammenarbeit zu agrarökologischer Landwirtschaft - insbesondere die wissenschaftlichen Unterlegung ihrer Beiträge für Ernährungssicherung, Steigerung der Einkommen armer Bäuerinnen und Bauern und der Abmilderung der Konsequenzen von Dürren und Starkregen.

 

Maria Flachsbarth: „Wir können mit unserer Zusammenarbeit auf eine dynamische soziale und politische Bewegung zu Agrarökologie in Indien aufbauen. Diese braucht aber mehr internationale Unterstützung, Zugang zu Finanzierung und Märkten. Dies wollen wir mit einem breiten Spektrum von indischen Partnern von der Zivilgesellschaft über Verbände, Banken und Start-up Unternehmen unterstützen. Dabei bauen wir auch auf die notwendige Führungsrolle des indischen Landwirtschaftsministeriums, die Minister Tomar schon im April dieses Jahres angekündigt hat."

 

Im Rahmen von weiteren Terminen mit indischen Wissenschaftseinrichtungen berichteten diese ausführlich über die Erfolge und Herausforderung Indiens bei der Bewältigung der COVID-19 Pandemie, aber auch über gute Erfahrungen Indiens im Bereich One Health. In diesem Zusammenhang hob UNICEF besonders die schnelle und effektive Unterstützung des Entwicklungsministeriums zu Beginn der Krise hervor.

 

Maria Flachsbarth: "Es ist ein großer Erfolg, dass unsere Soforthilfe von 40 Millionen Euro schnell und unmittelbar bei den besonders Bedürftigen und in armen ländlichen Region angekommen ist. Mit dem für November geplanten Einsatz der Schnell Einsetzbaren Expertengruppe Gesundheit (SEEG) knüpfen wir an diesen Erfolg an."

 

In Gesprächen mit Menschen aus der indischen Zivilgesellschaft wurde deutlich, dass die Freiräume zivilgesellschaftlicher Akteure zur Arbeit mit marginalisierten Bevölkerungsgruppen und Minderheiten als auch breiteren Themen der nachhaltigen Entwicklung zunehmend eingeschränkt werden. Die Parlamentarischen Staatssekretäre brachten im Gespräch mit dem Außenministerium die deutsche Besorgnis darüber zum Ausdruck.

 

Das hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit u.a. in Indien bislang erreicht:

-                       Installation von 3,37 GW Erneuerbaren Energien in Indien unterstützt.

-                       Durch Beratung und Investitionen trägt die deutsche EZ jährlich zu einer Einsparung von etwa 83 Mio. t CO2 ein (etwa die Emissionen Chiles) - ein Großteil davon durch das Energieeffizienz-Handelssystem industrieller Großverbraucher Perform Achieve and Trade (PAT).

-                       Rund 2 Mio. Hektar Land- und Waldflächen werden nachhaltig und klimaangepasst bewirtschaftet

-                       Rund 2 Mio. Menschen profitieren von verbesserten Lebensgrundlagen und gesteigertem Einkommen aufgrund nachhaltiger Ressourcenbewirtschaftung

 

Bildunterschrift: Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth und Parlamentarischer Staatssekretär Norbert Barthle mit Energieminister der Metropolregion Delhi bei der Eröffnung einer Solaranlage mit Speicher und Ladesäulen.

Fotocredit: BMZ


140 ehemalige Regierungschef*innen und Nobelpreisträger*innen appellieren: Impfpatente sollten aufgehoben werden

SID Blog - 15. September 2021 - 0:21
Offener Brief an deutsche Kanzlerkandidat*innen

Berlin, 14.09.2021. Mehr als 140 ehemalige Staats- und Regierungschef*innen sowie Nobelpreisträger*innen fordern in einem offenen Brief die Kanzlerkandidat*innen Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet auf, sich für den Verzicht auf geistige Eigentumsrechte und den Transfer von Technologien für Covid-19-Impfstoffe auszusprechen und "dies zur politischen Aufgabe einer künftigen Regierungskoalition zu machen". Die Unterzeichnenden betonen, dass ein Ende der deutschen Blockade gegen den Verzicht auf Patente von entscheidender Bedeutung für die Überwindung von Impfstoffmonopolen, den Transfer von Impfstofftechnologie und die Ausweitung der Impfstoffherstellung in der ganzen Welt sei, um weitere Millionen Todesfälle durch Covid-19 zu verhindern.

Ehemalige Staats- und Regierungschef*innen, darunter der ehemalige französische Präsident François Hollande, der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown, der ehemalige kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos, die ehemalige Präsidentin von Malawi Joyce Banda sowie Nobelpreisträger*innen wie Professor Joseph Stiglitz, Professor Francoise Barre-Sinoussi und Elfriede Jelinek bringen in dem Brief zum Ausdruck, sie seien "zutiefst besorgt darüber, dass Deutschland nach wie vor eine vorübergehende Aussetzung der Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) für geistiges Eigentum ablehnt", und das zu einer Zeit, in der "die künstliche Beschränkung der Herstellung und damit des Angebots täglich zu Tausenden vermeidbarer Todesfälle durch COVID -19 führt." In Ländern mit niedrigem Einkommen sind weniger als zwei Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft, während es in Ländern mit hohem Einkommen fast 50 Prozent sind.

Die Unterzeichnenden fordern die drei Kandidierenden nachdrücklich auf, eine weitreichende und umfassende Ausnahmeregelung vom TRIPS-Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums für alle COVID-19-bezogenen Technologien bei der WTO zu unterstützen und sich damit mehr als 100 Ländern, einschließlich der Vereinigten Staaten und Frankreich, anzuschließen. Deutschland lehnt weiterhin eine Ausnahmeregelung vom TRIPS-Abkommen für Covid-19-Impfstoffe und Behandlungen in der WTO ab. Die TRIPS-Ausnahmeregelung wurde erstmals im Oktober 2020 von Indien und Südafrika vorgeschlagen und wird inzwischen von mehr als 100 Ländern unterstützt. Frankreich und die Vereinigten Staaten haben zu Beginn des Jahres ihre Unterstützung angekündigt.

Die Unterzeichnenden betonen in dem offenen Brief: "Deutschland hat zur Entwicklung der erfolgreichsten Impfstofftechnologie gegen das Coronavirus COVID-19 beigetragen. Und es kann entscheidend dazu beitragen, diese Pandemie zu beenden, wenn es sich jetzt über Pharma-Monopole hinwegsetzt und darauf besteht, dass diese Technologie geteilt wird." Neben der Unterstützung der TRIPS-Ausnahmeregelung fordern sie die nächste Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass deutsche Pharmaunternehmen die lebensrettende mRNA-Impfstofftechnologie schnell und transparent mit qualifizierten Herstellern in der ganzen Welt teilen.

Helen Clark, ehemalige Premierministerin von Neuseeland, sagt:

"Die Unterstützung Deutschlands für eine TRIPS-Ausnahmeregelung unter den außergewöhnlichen Umständen durch die COVID-19-Pandmie würde ein klares Signal aussenden, dass alle Menschen in der Lage sein sollten, schnell von verfügbaren Impfstoffen und Therapeutika zu profitieren. Eine flächendeckende Impfung jetzt und eine weitere Ausweitung der Impfstoffproduktion werden eine wichtige Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen."

Joseph Stiglitz, Wirtschaftsnobelpreisträger, sagt:

"Der oder die neue deutsche Bundeskanzler*in wird die außerordentliche Macht haben, das Blatt bei dieser schrecklichen Pandemie zu wenden. Die nächste Bundesregierung kann die sein, an die man sich erinnert, Millionen von Leben gerettet zu haben. Es ist an der Zeit, dass Deutschland den Transfer von Impfstofftechnologien sicherstellt und sich dem Rest der Welt anschließt, indem es sich bei der Welthandelsorganisation für eine vorübergehende Ausnahmeregelung einsetzt".

Während die Staats- und Regierungschef*innen und Nobelpreisträger*innen an die Kanzlerkandidat*innen schreiben, rufen Aktivist*innen auf der ganzen Welt zu Protesten auf, um die deutsche Regierung aufzufordern, die Bemühungen für Zugang zu Impfstoff auf der ganzen Welt nicht länger zu blockieren. Die Proteste werden von Nairobi bis zum Opernhaus in Sydney in Australien, von den Union Buildings in Pretoria bis zu Brasiliens berühmter Cristo Rei Statue und der berühmten Golden Gate Bridge in San Francisco stattfinden.

Der Brief, der von der People's Vaccine Alliance, einem Zusammenschluss von mehr als 70 Organisationen, darunter Club de Madrid, Oxfam und UNAIDS, koordiniert wurde, warnt davor, dass die extreme Ungleichheit bei der Impfstoffversorgung so lange anhalten wird bis es eine nennenswerte Steigerung der Impfstoffproduktion geben wird. Während Länder mit hohem Einkommen jetzt damit beginnen, ihren Bürgern Auffrischungsimpfungen anzubieten, reicht das weltweite Angebot bei weitem nicht aus, um eine flächendeckende Impfung zu gewährleisten.

Hinweise:

  • Lesen Sie hier den vollständigen Brief und die Liste der Unterzeichner hier
  • Der Brief wurde von der People's Vaccine Alliance koordiniert, einem Zusammenschluss von mehr als 70 Organisationen, darunter Club de Madrid, Physicians for Human Rights, Oxfam, UNAIDS, Nizami Ganjavi International Center, Global Justice Now, Yunus Centre und Avaaz.

 


 

E+Z/D+C 2021/10 – sw – Qaabata Boru – unaccompanied refugee minors – box

E+Z - 14. September 2021 - 16:32
Tens of thousands of Sudanese child refugees fled their country to reach safety

The Sudanese civil war of the 1980s killed an estimated 2 million people and orphaned some 30,000 children. Some of the orphans who fled the country became known as the “Lost boys of Sudan” – so named by humanitarian workers who cared for them at their destinations. The “Lost boys” – later also known as the “Lost boys and girls” – initially numbered more than 20,000 youngsters belonging to the Nuer and Dinka ethnic groups.

Some of the child refugees were as young as five years old; younger children simply followed older ones out of devastated villages. The children left after their homes were burnt down and their parents killed.

The refugee minors first sought asylum in Ethiopia. But in 1991 Ethiopia’s leader was overthrown; the resulting instability forced them to migrate to Kenya, where their destination was the Kakuma refugee camp.

This was a dangerous journey; many children died along the way. Between 1991 and 1992, the number of the “Lost boys and girls” was reduced to 12,000. Particularly treacherous was crossing the fast-flowing and crocodile-infested Gilo River between Sudan and Ethiopia.

A refugee camp is intended as a temporary solution for displaced people while permanent accommodation is found. But permanent accommodation for refugees is hard to find. Many young refugees remained in Kakuma, marrying and raising families there. The luckier ones among the “Lost boys and girls” received humanitarian aid to resettle abroad with families.

“I was 12 years old when our village was attacked and my parents died,” says Simon Deng, one of the “Lost boys” who still lives in Kakuma. “I saw other children die in the Gilo River. I’ve lived in Kakuma for 29 years now. Considering our dependence on aid, we do not have much chance of moving on from here.” 

Qaabata Boru is an Ethiopian journalist and former resident of the Kakuma refugee camp in Kenya. He is the founder and editor-in-chief of Kakuma News Reflector (Kanere), a refugee-led online newspaper.
kakuma.news@gmail.com
https://kanere.org/

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E+Z/D+C 2021/10 – sw – Qaabata Boru – unaccompanied refugee minors

E+Z - 14. September 2021 - 16:23
Unaccompanied minors who fled wars face further problems in destination countries

What happens to unaccompanied minors when they reach their destination countries depends on those countries’ laws and institutions. Some take care of the children from the start, putting them in suitable temporary shelters and doing everything possible to find appropriate host families or institutions for the long term. Others view the arrivals as problems to be disposed of as quickly as possible.

The surge of unaccompanied minors from Latin America into the US in the past year has cast a spotlight on how not to deal with unaccompanied children requesting asylum. The influx caught US officials by surprise; their facilities were not prepared to handle it. The result was massive bad publicity about refugee children sleeping in temporary holding pens and denied adequate food and care.

The fate of young arrivals sometimes depends as well on their countries of origin. Mexican children arriving in the US are generally sent home quickly – essentially denied asylum procedures. According to Amnesty International, the US Department of Homeland Security returned more than 95 % of unaccompanied Mexican children arriving between November 2020 and April 2021.

The swift deportation of unaccompanied Mexican children may be in keeping with US policy towards Mexico. But it also may violate the US’s own Trafficking Victims Protection Act of 2000, which aims to prevent human trafficking. If incoming minors from Mexico are sent right back home without an in-depth review of their circumstances, the deportation could deny them this legal protection.

The risk of immediate deportation does not stop many Mexican minors from trying their luck. The journey typically involves crossing the Rio Grande – with attendant dangers related to swift currents in some sections and toxic pollutants in others.

The lucky ones who make it across are usually stopped by the US Border Patrol, which screens them briefly for asylum claims and signs of human trafficking. Those who are not immediately designated for deportation are transferred to the Office of Refugee Resettlement, whose job is to find them shelters and/or homes while their claims are heard.

The Office of Refugee Resettlement funds some 200 state-licensed facilities across the US. These shelters try to find suitable sponsors – usually relatives who already live in the US or other foster parents. If no home can be found, the agency cares for the minors until age 18.

Fleeing wars

The reception for unaccompanied refugee minors is somewhat different in Eastern Africa. It is somewhat less bureaucratic, but is also less well organised and funded than in the west.

According to Unicef, the UN Children’s Emergency Fund, more than half of the approximately million refugees in Africa are children. Large proportions of them come from South Sudan, the Democratic Republic of Congo and the Central African Republic.

Unaccompanied minors often head for refugee camps in destination countries such as Kenya and Ethiopia. In these relatively safe destination countries, the lack of immigration and visa procedures relevant to minors can complicate the minors’ situation. In addition the camps tend to be overcrowded and with limited resources to support unaccompanied children.

Children who make it to one of the camps typically fled civil wars and survived harrowing journeys. One such group of child refugees became known as the “Lost boys of Sudan” – so named by health-care workers in the refugee camps that received them (see box).

No less dangerous is the journey faced by unaccompanied African child migrants crossing to North Africa, from which they hope to reach Europe via the Mediterranean. Refugee camps in North Africa provide sanctuary for many of them. But getting to these camps is far from easy: Many children faced violence, extortion, exploitation and neglect along the way.

As in the case of refugee camps in the Horn of Africa, the settlements for refugees hoping to leave North Africa for Europe often become semi-permanent residences for would-be asylum seekers. Even while living in officially recognised refugee settlements, refugee minors often lack attention and protection from violence. Nor is it easy for them to exercise their rights to seek asylum.

This situation contravenes specific protections afforded to children under international law. In its 1959 Declaration of the Rights of the Child, the United Nations said that children have a right to special protection for their physical, mental and social development. It also asserted every child’s right to be “protected against all forms of neglect, cruelty and exploitation“. The declaration was expanded into the 1989 UN Convention on the Rights of the Child, which has been accepted by all member countries behalf the USA.

Hundreds of thousands of children worldwide who have fled their homes and sought asylum still do not receive this special care. Rather than growing up in an environment of understanding and love by parents and society – as the Declaration says is their right – unaccompanied refugee minors typically live in poverty, fear and neglect.

An obvious candidate for improvement is the US system for dealing with unaccompanied refugee minors at its border facilities. Beyond that, destination countries should commit to creating better programmes for young, unaccompanied asylum seekers. That includes introducing safeguards to ensure good treatment at shelters, as well as providing children with access to legal advice about their asylum claims.

Children arriving alone from devastated regions also typically require counselling to deal with traumas they have suffered in their countries of origin and on their journeys. Governments should create institutions and programmes to ensure that such counselling is available.

Today’s children are tomorrow’s adults. If children grow up traumatised and neglected, that serves no one’s interest in the long term.

Qaabata Boru is an Ethiopian journalist and former resident of the Kakuma refugee camp in Kenya. He is the founder and editor-in-chief of Kakuma News Reflector (Kanere), a refugee-led online newspaper.
kakuma.news@gmail.com
https://kanere.org/

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Ein Weltacker in Landshut, Bayern

EINEWELTblabla - 14. September 2021 - 11:31

Seit diesem Sommer gibt es in Landshut, Bayern den fünften Weltacker Deutschlands. Beim Weltacker handelt es sich um eine Idee der Zukunftsstiftung Landwirtschaft . Im Jahr 2014 wurde der erste Weltacker in Berlin eröffnet, nun gibt es auch einen in Bayern. Dabei soll aufgezeigt werden, wie viel Ackerland jedem einzelnen Menschen pro Jahr zur Verfügung steht, wenn die globale Ackerfläche unter der Weltbevölkerung gerecht aufgeteilt würde.  Bei 1,4 Milliarden ha Ackerfläche weltweit und 7 Milliarden Menschen sind das 0,2 ha. Auf dieser Fläche, 2000 m² wächst alles, was ein Mensch zum Leben braucht: Lebensmittel, Futter für Schweine und Hühner, Baumwolle für Kleidung, Tabak und Energie. Auf dieser Fläche werden die zur Zeit wichtigsten Kulturpflanzen der Welt  – vor allem Getreide, Wurzel-, Hülsen-und Ölfrüchte und Gemüse im Maßstab zu ihrer Anbaufläche auf der Welt angebaut. Weltweit gibt es 15 Weltäcker, v.a. in Europa (Schweiz, Luxemburg, Frankreich, Liechtenstein, Österreich und Deutschland), aber auch in Afrika (Kenia und Kongo).

Über Konsumverhalten nachdenken – Der Weltacker als Lernort

Der Weltacker ist ein internationaler Lernort. Er soll Wissen über die globale Landwirtschaft  vermitteln und  über die Beziehung zwischen Ernährung, Konsum und Lebensstilen aufklären und  Interessierte anregen, über das eigene Konsumverhalten nachzudenken. Eine wichtige Fragestellung hierbei ist, ob die Qualität und Quantität des globalen Anbaus in der Lage ist, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Es wird erläutert, welchen Einfluss der Konsum des Einzelnen, auf den globalen Ackerbau hat und wie die Ackerbewirtschaftung mit Ernährungssicherheit und -souveränität, Generationengerechtigkeit, aber auch Klimaerwärmung und Erhaltung der Biodiversität zusammenhängt. Diese Themen werden auf dem Weltacker Landshut mit Schautafeln  verständlich dargestellt. Zusätzlich werden Führungen für verschiedene Altersgruppen durchgeführt.

Was wächst denn da? Überraschende Erkenntnisse garantiert

Bei einem Besuch des Weltackers ist man erstaunt wie viel auf 2000m2 eigentlich wachsen kann. Weizen für 250kg Brot, Mais für 2000 Kolben Zuckermais, Hafer für 90 kg Haferflocken oder Soja für 57 kg Tofu usw. Viele Botschaften können bei einer Führung über den Weltacker transportiert werden. Zum Beispiel die : Baut man auf dem gesamten 2000m2 Raps an und macht daraus Biodiesel, kann man damit etwa 4000 km autofahren ( der Durchschnittsdeutsche fährt pro Jahr 14000 km mit dem Auto ) und hat dann noch den Presskuchen zum Verfüttern an Kühe, die dann etwa 100 l Milch im Jahr mehr geben, also 4000km autofahren und 100 l Milch, aber sonst nichts. Oder: Bis zwei Schweine ihr Schlachtgewicht erreichen, haben sie den ganzen Acker leergefressen. Für diesen Zweck wäre nur Mais, Soja und Getreide darauf angebaut worden. Die zwei Schweine decken nur knapp den jährlichen Schweinefleischverbrauch von fünf Deutschen. Oder: Mehr als ein Fünftel der Ackerfläche von Deutschland werden zur energetischen Nutzung angebaut. Oder: Wir Europäer leben über unsere Verhältnisse. Obwohl wir fruchtbare Böden, gutes Klima und genug Niederschläge haben, beanspruchen wir noch 700 zusätzliche Quadratmeter pro Kopf. Wer hat denn eigentlich all diese Quadratmeter nicht zur Verfügung, die wir zu viel verbrauchen? Solcherlei Fragen tauchen auf, wenn man sich mit dem Weltacker beschäftigt.

“ Der Acker soll etwas im Kopf bewegen “ sagt sein Erfinder Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft „. Er hilft, mir klarzumachen, dass mehr als diese Fläche für mich eigentlich nicht zur Verfügung steht. Mit dieser Erkenntnis wird hoffentlich niemand mehr so unbekümmert Lebensmittel wegwerfen, denn etwa ein Drittel von allem was auf dem Acker wächst wird weggeschmissen. Nach einem Rundgang durch den Weltacker wird schnell klar: Wir essen zu viel Fleisch, kaufen zu viele Klamotten und verschwenden zu viele Ressourcen. Eine gute Nachricht für die Fleischesser können wir von einer Führung durch den Weltacker aber auch noch mitnehmen: Neben den 2000m2 Ackerflächen stehen jedem Menschen noch mehr als doppelt soviel Flächen, nämlich 4500m2 als Grünland zur Verfügung. Dieses Grünland können wir für den Menschen nur nutzbar machen wenn wir davon Wiederkäuer ( Rind, Schaf, Ziege, Büffel, Kamel, Lama oder Yaks ) ernähren. Allerdings sollten wir diese Tiere dann nur von Gras und Heu ernähren, wofür diese Tiere auch bestens geeignet sind und was diese Tiere auch gesund leben lässt und die Produkte dieser Tiere auch für uns Menschen wesentlich gesünder wären, als wenn wir die Tiere mit Hochleistungsfutter vom Acker ernähren. Zusätzlich würde noch Kohlenstoff im Humus des Grünlands aufgebaut und somit CO2 langfristig gespeichert. Weitere Informationen finden sich auch auf der Website.

-Klaus Karg, Weltacker Landshut e.V.-

Das Foto im Beitrag stammt von Heini Inkoferer

Der Beitrag Ein Weltacker in Landshut, Bayern erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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Covid 19: Die neue Last für den Globalen Süden

SÜDWIND - 14. September 2021 - 11:30

Online-Fachtagung – Ein Bericht von Nina Kleemeyer und Irene Knoke 

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Unter Leitung der evangelischen Akademie Bad Boll und in Kooperation mit dem Institut SÜDWIND, erlassjahr.de und ÖFSE fand am 25.06.2021 die Fachkonferenz „Covid 19: Die neue Last für den Globalen Südens“ in einem online-Format statt. Thematischer Anknüpfungspunkt war die Frage der gesundheitlichen ökonomischen und sozialen Folgewirkungen des Globalen Südens und insbesondere Afrika, wobei die Themen Impfgerechtigkeit, zunehmende Verschuldung und die Verantwortung der EU in ihren Beziehungen zu Afrika in den Fokus rückten.  

Impfstoffe werden im Globalen Norden monopolisiert 

In seinem Einführungsreferat (“How Covid 19 pandemic exacerbate vulnerabilities
 and inequalities within and among countries“) gab Dr. Carlos Correa (South Centre) einen Überblick über die großen Ungleichheiten infolge der Covid-19 Pandemie. So haben sich die Industrieländer z.B. über 85% der verfügbaren Impfstoffe gesichert, während die Impfstoffquote in ärmeren Ländern bei unter 1% liegt. Das COVAX-Programm, das es sich zum Ziel gesetzt hatte, wenigstens 20% der am stärksten gefährdeten Bevölkerung mit Impfstoffen zu schützen, habe nicht funktioniert, vor allem weil es aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen und im starken Wettbewerb um die zur Verfügung stehenden Impfstoffe nur unzureichend umgesetzt werden konnte. Internationale Regelungen für den Wettbewerb mit dem Impfstoff oder die Umsetzung von COVAX gäbe es nicht und so monopolisierten die reichen Industrienationen faktisch die gesamte Produktion. Von den verschiedenen potentiellen Lösungsansätzen, die Correa im Folgenden vorstellte (darunter Impfstoff-Spenden aus dem Globalen Norden oder die Entwicklung neuer Impfstoffe) sprach er sich auch sehr deutlich für die von Indien und Südafrika eingebrachte Forderung nach einer Aussetzung der Patente auf Covid-19-Technologien für den Zeitraum der Pandemie aus. Um für zukünftige Fälle besser gerüstet zu sein, schlug er darüber hinaus die Verabschiedung eines Pandemievertrages vor. Denn es müsse frühzeitig geregelt werden, dass alle Länder einen gleichberechtigten Zugang zu Impfstoffen und anderen Produkten erhalten.  

Gesundheitswissen ist keine Handelsware 

Einer der drei Workshops, die den zweiten Teil der Veranstaltung füllten, behandelte eben dieses Thema. Die Impulsgeberin Anne Jung (medico international) kritisierte die dominante Rolle der WTO (TRIPS) gegenüber der WHO in der Pandemiesituation. Gesundheitswissen werde so selbst in Pandemiezeiten als Handelsware behandelt, nicht als Allgemeingut. Zur Bekämpfung der Pandemie bedürfe es aber globaler Strategien, da niemand sicher ist, wenn nicht alle sicher sind. In Afrika werde es voraussichtlich noch bis Anfang 2023 dauern, bis alle durchgeimpft sind. Auch für sie sind die rein spendenbasierten Aktionen zur Impfstoffverteilung keine nachhaltige Lösung, da sie die Länder in Abhängigkeit halten. Vielmehr bedürfe es neben einer (in der WTO durchaus vorgesehenen) Verzichtserklärung auf geistige Eigentumsrechte auf Covid-19 Medizinprodukte (der sogenannte Waiver) einen entsprechenden Technologietransfer, um die Produktionsstätten im Globalen Süden in die Lage zu versetzen, zügig ausreichend Impfstoffe herzustellen. Hierfür macht sich auch die Kampagne Make them Sign! stark.  

Corona hat auch die Schuldensituation vieler Länder verschärft 

Im zweiten Workshop, geleitet von Kristina Rehbein (erlassjahr.de) ging es vor allem um die Verschärfung der Schuldenkrise in Zusammenhang mit der Pandemie. Die Corona-Pandemie trifft viele ärmere Länder in einer ohnehin schon schwierigen Situation. 124 von ihnen befanden sich bereits vor Ausbruch der Pandemie in einer kritischen Verschuldungssituation. Die beispiellose globale Rezession, sinkende Exporteinnahmen und fehlender Tourismus haben die Lage weiter verschärft. So stieg die Zahl der kritisch verschuldeten Länder auf 132. Zu Beginn der Pandemie wurde ihnen zwar ein Moratorium (Aussetzung des Schuldendienstes) gewährt, doch der Schuldendienst ist nur ausgesetzt, nicht erlassen und muss zu einem späteren Zeitpunkt nachgezahlt werden. Allein Afrika fehlen zur Pandemiebekämpfung, Wiederaufbau und Absicherung mind. 410 Mrd. US-$. Ein weitreichender Schuldenerlass ist daher unabdingbar, um einen Flächenbrand zu verhindern. Die Pandemie sollte dabei zum Anlass genommen werden, um auch systemische Reformen auf den Weg zu bringen, so dass auch private Gläubiger in Erlassvereinbarungen einbezogen werden.  

EU-Afrika Partnerschaft braucht einen Neustart 

Der dritte Workshop schließlich wurde von Pedro Morazán (Institut SÜDWIND) geleitet und hatte den Fokus der EU-Afrika Partnerschaft für die Zeit nach der Covid-Pandemie. Die Corona-Pandemie hat dramatische Auswirkungen in Afrika hinterlassen, vor allem auch durch die Folgewirkungen des Lockdowns oder den weltweiten ökonomischen Folgen, wie der Nachfragerückgang nach Ressourcen aus den afrikanischen Ländern. Der informelle Sektor, der Tourismus, teilweise aber auch die exportorientierte Landwirtschaft waren besonders hart betroffen. Die Auswirkungen der Pandemie könnten bis zu 40 Mio. Menschen in extreme Armut stürzen und damit mindestens fünf Jahre Fortschritt bei der Armutsbekämpfung zunichtemachen. Die Schwerpunkte, die in der „Umfassenden Strategie mit Afrika“ von der EU-Kommission bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie definiert wurden, bleiben vor wie nach der Pandemie relevant: Energie, Frieden & Gerechtigkeit, Klimawandel & Umwelt, Digitalisierung sowie Migration. Mit der Pandemie seien aber nicht nur in Europa einige Defizite der vergangenen Entwicklungen offen zutage getreten. Auch in Afrika sei deutlich geworden, wie sehr strukturelle Defizite die Anfälligkeit für solche Extremsituationen erhöhen. Die EU sollte daher ihre Strategie für die Partnerschaft nicht nur einfach nachjustieren, sondern neu ausrichten und dabei z.B. auch unvorteilhaften Handelsbeziehungen zwischen der EU und Afrika und die starke Ausrichtung auf private Investitionen einbeziehen. 

Herausforderungen für die Zeit nach der Pandemie 

In der abschließenden Podiumsdiskussion unter dem Thema „Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung in der (Post-)Pandemie“ nahmen Nicola Wiebe (Brot für die Welt), Kristina Rehbein (erlassjahr.de) und Dr. Werner Raza (ÖFSE) Stellung. Die aus Senegal stammende deutsche EU-Abgeordnete Dr. Pierrette Herzboger-Fofana war leider verhindert und schickte eine sehr eindrucksvolle Videobotschaft, in der sie u.a. dafür plädiert, die Pandemie als Möglichkeit zu sehen, die „Partnerschaft auf Augenhöhe“ zwischen der EU und Afrika neu zu ordnen und zu reflektieren. Nicola Wiebe machte sich für einen „Globalen Fonds für soziale Sicherheit“ als übergreifender Finanzierungsmechanismus zum Aufbau sozialer Sicherungssysteme stark, mittels dem gerade die Schwächsten in ähnlichen Krisensituationen besser geschützt werden könnten. Werner Raza fasste abschließend zusammen, dass zur Bewältigung solcher Krisen langfristig in mehreren Phasen gedacht werden muss. Für die Länder des Globalen Südens habe sich leider gezeigt, dass sie auf die viel beschworene internationale Solidarität und entsprechende Governance-Strukturen nicht bauen können. Neben einer gestärkten Finanzierung multilateraler Organisationen käme es aber vor allem auch auf die Stärkung der regionalen Produktionskapazitäten im Globalen Süden an. Last but not least bedürfe es aber auch einer grundlegenden Reform des Systems der Geistigen Eigentumsrechte (TRIPS). Gleichzeitig sollten pharmazeutische Innovationen stärker an öffentlichen Gesundheitszielen ausgerichtet werden. Pharmaunternehmen (mit höchsten Profitraten) sollten auch zur Forschung an vernachlässigten Krankheiten verpflichtet werden, und sei es nur in Form einer Abgabe zur Finanzierung von Forschung und Entwicklung (F&E) für „vernachlässigte Krankheiten“ und neue Infektionskrankheiten. 

Titelfoto: © World Bank/Henitsoa Rafalia via Flickr

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BOOM Camps 2021: Shaping the Sustainable Future

SCP-Centre - 14. September 2021 - 11:14

What does it mean to live sustainably or how do sustainability goals intersect with future career choices? Over 70 teenagers and young adults engaged with these questions during our BOOM career orientation camps held in summer 2021.

The participants of the food camp built a clay oven from scratch – a new asset for the Jugendakademie Walberberg, the camp venue. During a visit at an organic local farm they collected plants, herbs, and vegetables and tried out sustainable cooking.

As part of the camp on energy and mobility, the participants were able to take home self-made solar power banks for their smartphones and built a solar charging station for e-bikes at the Sport- Natur und Erlebniscamp Edersee, the location where the camp took place.

During the camp on daily consumption, a creative and functional waste separation system was built out of scrap materials, such as pallets, pipe cuttings and waste wood. The system will now be used at Camp Edersee. In addition, the participants coloured T-shirts with turmeric and designed their own jute bags.

“The Camp was a great experience for me. After many conversations about sustainability in everyday life, I now have an idea of my path into the future.”, noted one of the participants. “I have learned more about myself and others at the camp and found my own strengths.”, said another.

The BOOM holiday camps are a creative type of job orientation camps with a strong focus on sustainability. The dates for our BOOM Camps 2022 have been set – check them out here and spread the word!

BOOM is a joint project of the CSCP and its partners Provadis GmbH and Sportjugend Hessen e.V and it is funded by the German Federal Ministry for the Environment, Nature Conservation and Nuclear Safety.

For further questions, please contact Marius Mertens.

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14. September 2021

ONE - 14. September 2021 - 10:36

1. Corona-Pandemie verschärft Ungleichheit

Sascha Karberg thematisiert im Tagesspiegel den fünften „Goalkeepers Report“, in dem die Bill & Melinda Gates Stiftung die jährlichen Zwischenstände auf dem Weg zum Erreichen der 18 Entwicklungsziele der Vereinten Nationen vorstellt. Die Corona-Pandemie habe den “dramatischsten Rückschritt in einer ganzen Generation von Entwicklungsbemühungen” ausgelöst, so Mark Suzman, Chef der Stiftung. 31 Millionen Menschen mehr als 2019 seien zurück in extreme Armut gefallen. Besonders drastisch habe die Pandemie die wirtschaftliche Situation von Frauen verschlechtert. Der im vergangenen Jahr prognostizierte Rückgang wichtiger Impfungen für Kinder um 14 Prozent sei dagegen nicht eingetreten, sondern konnte auf sieben Prozent begrenzt werden. Dennoch seien die Impfraten „inakzeptabel“ zurückgefallen, auf ein Niveau wie es zuletzt 2005 gemessen wurde. Spiegel.de berichtet ferner über einen offenen Brief, mit dem mehr als 140 frühere Staats- und Regierungschefs und Nobelpreisträger*innen die deutschen Kanzlerkandidat*innen auffordern, sich für die Freigabe von Covid-19-Impfstoffpatenten einzusetzen. Deutschland könne entscheidend dazu beitragen, diese Pandemie zu beenden, wenn es sich jetzt über Pharma-Monopole hinwegsetze und darauf bestehe, dass Impftechnologien geteilt werden.

 

2. Nigeria: Angreifer befreien 240 Gefangene

In Nigeria haben unbekannte bewaffnete Angreifer bei einem Überfall auf eine Haftanstalt 240 Insassen befreit. Darüber berichten die Süddeutsche Zeitung, die Tageszeitung (taz) und das Hamburger Abendblatt. Am Sonntagabend habe es ein „heftiges Feuergefecht“ mit den Justizvollzugsbeamten der Anstalt in Kabba im zentralnigerianischen Bundesstaat Kogi gegeben. Nur 54 Insassen konnten nicht fliehen. Zwei Vollzugsbeamte seien bei dem Angriff getötet worden. Attacken auf Haftanstalten kommen in Afrikas bevölkerungsreichstem Staat regelmäßig vor. Im nordwestlichen Bundesstaat Zamfara seien derweil am Sonntag Dutzende entführte Schüler*innen auf freien Fuß gekommen. Laut Sicherheitsbehörden ließen die Entführer sie im Gegenzug für freies Geleit frei, nachdem die Armee das Lager umstellt hatte.

 

3. Terrorgruppen rekrutieren Kinder 

Kinder sind laut eines Berichts der Menschenrechtsorganisation Amnesty International im besonderen Maß von Terrorgewalt betroffen, da sie bei Angriffen verletzt oder getötet sowie bei Überfällen Opfer von sexueller Gewalt werden. Darüber berichtet Katrin Gänsler in der Tageszeitung (taz). Jungen haben zudem das Risiko, von Terrorgruppen rekrutiert zu werden. Besonders betroffen sei aktuell die Region Tillabéri im Südwesten des Niger. Von Januar bis Juli seien alleine dort laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mindestens 420 Zi­vi­lis­t*in­nen bei Angriffen ermordet worden. Mindestens 60 Opfer der zahlreichen Angriffe seien Kinder. Besonders die mit der al-Qaida in Verbindung stehende Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime (JNIM) rekrutiere Jungen im Alter von 15 bis 17 Jahren oder jünger. Zugenommen habe die Rekrutierung in diesem Jahr auch im Departement Torodi, das an der Grenze zu Burkina Faso liegt. Dass Kinder zunehmend zwangsrekrutiert werden, liege auch an der schlechten Versorgungslage.

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Eröffnung des UNICEF-Wanderwegs: Einladung zum Pressetermin

Unicef - 14. September 2021 - 10:00
Die bundesweite Wander-Aktion „WALK4UNICEF“ erreicht einen ersten Höhepunkt vor dem Weltkindertag: Am Sonntag, den 19. September, eröffnen UNICEF-Patin Marie-Luise Marjan und Schauspielkollegin Dunja Dogmani in Schmallenberg den ersten UNICEF-Wanderweg in Deutschland.
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Preisverleihung „Hauptstadt des Fairen Handels 2021“

Engagement Global Presse - 14. September 2021 - 9:32
2021 findet die Preisverleihung „Hauptstadt des Fairen Handels" im Reitstadel in Neumarkt in der Oberpfalz statt. Foto: Jakub Kaliszewski

Beim Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ werden alle zwei Jahre die Kommunen mit den einfallsreichten und wirkungsvollsten Aktivitäten zur Unterstützung des Fairen Handels gesucht – und gefunden. Bei der Preisverleihung am Donnerstag, 23. September 2021, im Reitstadel in Neumarkt in der Oberpfalz erhalten die zehn Gewinnerkommunen (Fünf Hauptpreise und fünf Sonderpreise) die Ehrungen für ihr Engagement und Preisgelder im Gesamtwert von 250.000 Euro.

Die Jury wählte aus zahlreichen und vielfältigen Bewerbungen: 118 Kommunen aus allen 16 Bundesländern standen zur Auswahl. Welche der engagierten Kommunen gewonnen hat, wird auf der festlichen Preisverleihung bekannt gegeben.

Wann: Donnerstag, den 23. September 2021

von 18 Uhr bis 20:30 Uhr

Wo: Reitstadel in Neumarkt in der Oberpfalz

Moderation: Kübra Sekin

Durchgeführt wird der Wettbewerb seit 2003 alle zwei Jahre von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Mit einzelnen Aktionen und Projekten, mit kontinuierlichen Maßnahmen, Leitbildern und Strategien konnten sich neben Städten und Gemeinden erstmals auch Landkreise auf den Titel bewerben.

Die bisherigen Preisträgerstädte waren: Neumarkt in der Oberpfalz (2019), Köln (2017), Saarbrücken (2015), Rostock (2013), Bremen (2011), Marburg (2009), Düsseldorf (2007) sowie Dortmund (2005 und 2003).

Wollen Sie live von der Bekanntgabe der Gewinnerkommunen und der Preisverleihung des Wettbewerbs zur „Hauptstadt des Fairen Handels 2021“ berichten? Melden Sie sich zwecks Planung bis Montag, 20. September 2021, an. Eine Teilnahme vor Ort ist unter Einhaltung der 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) möglich. Die Preisverleihung wird auch live über den YouTube-Kanal der SKEW gestreamt.

Ansprechperson

Petra Gohr-Guder
Pressesprecherin
Telefon +49 228 20717-120
presse@engagement-global.de

Weitere Informationen
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From complementing to copying its member states: assessing the EU's development cooperation with Africa

DIE - 14. September 2021 - 9:28

This chapter analyses and discusses recent shifts in EU development cooperation towards Africa, with particular attention to the principle of complementarity that featured in formative EU development policy and was introduced in the EU Treaties as a key principle driving EU integration in this area. It considers specific institutional/legal, political as well as contextual changes as explaining the observed shift in EU development policy from one of complementing to ‘copying’ member state policy. The chapter's main ambition of this chapter is to feed into ongoing reflections on the future of the EU’s development policy, as well as inform future academic research inquiry.

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Moving Towards Sustainable Food Systems Through Green Public Procurement – Join Our GOALAN Final Event on 6 October 2021!

SCP-Centre - 14. September 2021 - 9:20

What is the impact of green horticultural practices on local farmers and how does it affect the wider supply chain? How can green public procurement support farming communities but also speed up the transition to more sustainable food supply chains in general? These questions will be at the core of our GOALAN final project event on 6 October 2021 – meet us there!

During the half-day online event, the GOALAN project team together with project partners will share details on the positive impacts that sustainable consumption and production (SCP) practices have had for farmers and the supply chain in Kenya.

The event will also provide a platform to discuss how green public procurement can be used as a tool to foster sustainable local development and increase the uptake of SCP practices.

Join us by registering here now!

Date: 6 October 2021
Time: 09:00-12:30 CEST
Place: Online
Costs: Free of charge
Language: English

The GOALAN project (Green Horticulture at Laike Naivasha Project) is funded by the EU Switch Africa Green Programme and implemented by the CSCP and WWF-Kenya. The project’s focus has been the promotion of sustainable consumption and production along the Kenyan horticultural sector.

For further questions, please contact Kartika Anggraeni.

 

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"Lassen Sie uns an die Arbeit gehen. Wir haben eine Menge zu tun."

Unicef - 14. September 2021 - 9:00
Susan Cummings-Findel und Stefan Findel haben vor genau zehn Jahren aus ihrem privaten Vermögen gemeinsam mit UNICEF die Initiative Let Us Learn gegründet. Im Video-Gespräch erklärt Susan Cummings-Findel, was sie und ihr Mann in ihrem philanthropischen Engagement antreibt, was diese einzigartige private Initiative für sie bedeutet und was Kinder am meisten brauchen.
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EU-Sicherheitspolitik: Lehren aus dem Afghanistan-Desaster

SWP - 14. September 2021 - 8:38

Vor dem Treffen mit ihren EU-Amtskolleginnen und -kollegen Anfang September brachte es Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf den Punkt: »Wir waren in Afghanistan von den Amerikanern abhängig«. Sie folgerte, »daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen« und zu definieren, »was das dann ganz konkret heißt, auf europäischer Ebene wirklich handlungsfähig zu sein«. Um die Souveränität der EU in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu stärken, ergeben sich sechs konkrete Schritte.

Koordiniertes Handeln stärken

Erstens sollte eine »konsularische Koordinierung« zwischen Brüssel, den Hauptstädten und dem Einsatzgebiet stattfinden, um die EU in Evakuierungseinsätzen künftig handlungsfähiger zu machen. Es war beachtlich, dass nach der Machtübernahme der Taliban die EU-Mitgliedstaaten innerhalb von zwei Wochen 24.000 ihrer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sowie Ortkräfte in Sicherheit gebracht haben. Die USA vermochten im selben Zeitraum gleichwohl über 120.000 Menschen zu retten. Der Unterschied lag zum einen in den deutlich größeren US-Transportmaschinen begründet. Zum anderen waren zahlreiche Rettungsflugzeuge der EU aber auch kaum ausgelastet.

Ursächlich dafür waren einmal mehr nationale Alleingänge. Nur wenige Mitgliedsländer waren bereit, Ortskräfte anderer EU-Staaten in ihre Maschinen aufzunehmen und auszufliegen. Darüber hinaus hat jedes Mitgliedsland seine eigenen Ressourcen mobilisiert und auf ihm vertraute Standorte zurückgegriffen. Deutschland flog die Menschen über Usbekistan aus, Frankreich über seine Militärbasis in Abu Dhabi. Belgien, Luxemburg, die Niederlande und Rumänien nutzten einen Flughafen in Pakistan, Italien operierte über Kuweit. Die mangelhafte Bündelung von Ressourcen machte die Koordination am Flughafen in Kabul schwer. Und so benötigt die EU zweitens ein integriertes Krisenreaktionszentrum, das in der Lage ist, zivile und militärische Akteure zu koordinieren.

Drittens benötigt die EU eine eigenständige Auslandsaufklärung. Frankreich hatte seine Partner bereits im Juni auf die Schwächen der afghanischen Sicherheitskräfte hingewiesen und begonnen, französische Staatsbürgerinnen und -bürger auszufliegen. Für seine pessimistische Sichtweise wurde es von seinen EU- und Nato-Partnern – nicht zuletzt von Berlin – kritisiert. Hier wurden Erklärungen der USA Glauben geschenkt, wonach die Arbeit der vergangenen zwei Jahrzehnte Früchte getragen habe.

Mehr Flexibilität wagen

Viertens müssen sich die EU-Mitgliedstaaten in der Lage erweisen, Fähigkeiten zu beschaffen, die notwendig sind, um etwa einen Flughafen wie den in Kabul zu sichern. Bereits im Mai 2020 hatte Berlin gemeinsam mit 13 anderen Partnern anerkannt, dass die EU nur unzureichend auf Krisen einwirken kann. Der Aufbau einer 5000 Personen umfassenden schnellen Eingreiftruppe soll diesem Defizit entgegenwirken. Einige Staaten, etwa Schweden oder Polen, stehen diesem Vorhaben ablehnend entgegen. Der Aufbau eigenständiger europäischer Kompetenzen rührt bei ihnen die Furcht an, dass sich die USA von Europa abwenden könnten. Die Fortentwicklung der EU darf künftig nicht länger von einigen wenigen Mitgliedstaaten behindert werden. Gleiches gilt für die Durchführung von Missionen und Operationen. Das Einstimmigkeitserfordernis verhindert entweder ihr Zustandekommen. Oder es belegt die Einsätze mit Anforderungen, die kaum zu erfüllen und oftmals wenig geeignet sind, um eine bestehende Krise zu entschärfen. Den Rekurs auf Art. 44 des EU-Vertrags muss auch die künftige Bundesregierung als Mittel der Wahl für mehr Flexibilität in der GSVP propagieren. Danach kann »der Rat die Durchführung einer Mission einer Gruppe von Mitgliedstaaten übertragen, die dies wünschen und über die für eine derartige Mission erforderlichen Fähigkeiten verfügen«.

Verbindliche Streitkräfteziele

Mehr Flexibilität wird sich indes nur auszahlen, wenn sich die EU-Mitgliedstaaten – fünftens – dazu bereit erklären, verbindliche Streitkräfteziele vorzugeben, um bestehende Fähigkeitslücken zu schließen. Bereits 2003 ist der EU-Ansatz gescheitert, wonach nationale Anstrengungen bei der Entwicklung militärischer wie ziviler Fähigkeiten auf dem Prinzip der Freiwilligkeit gründen. Im Dezember 1999 hatten sich die EU-Staaten in Helsinki auf das sogenannte militärische Headline Goal festgelegt. Bis 2003 wollten sie in der Lage sein, binnen 60 Tagen bis zu 60.000 Heeres-Soldaten in ein Krisengebiet zu verlegen und dort mindestens ein Jahr lang einzusetzen. Ohne amerikanische Hilfe wollten sie einen Einsatz wie im Kosovo durchführen können. Obgleich allen EU-Staaten bekannt war, dass die Lücken gerade für anspruchsvollere militärische Operationen noch immer beträchtlich waren, erklärten diese im Mai 2003 das Helsinki Headline Goal für erreicht.

Eigene Haltung zur GSVP ändern

Sechstens muss die künftige Bundesregierung das bislang gültige deutsche Verständnis von der GSVP korrigieren, um die hier genannten Schritte erfolgreich umzusetzen. Berlin hat die GSVP maßgeblich gestaltet und setzt sich aktiv für ihre Weiterentwicklung ein, weil es sie als geeignetes Zukunftsprojekt sieht, um den Zusammenhalt der EU-Mitgliedstaaten zu stärken. Entsprechend wichtig ist es, dass dieses Projekt möglichst »inklusiv« ist. Flexiblere, pragmatischere oder auch ad hoc agierende Formate lehnt Deutschland bislang ab. Sie bergen die Gefahr, die EU zu spalten und so zu schwächen. Konkrete Einsatzszenarien bleiben in der deutschen Debatte eher blass, nicht zuletzt weil die deutsche Bundesregierung die GSVP primär als politisches Projekt betrachtet. Überdies verbleibt Berlin lieber in der Rolle eines »konzeptionellen Akteurs«, der Entwicklungspfade öffnet. In der Umsetzung nimmt es indes selten die Position einer Vorreiterin ein. Berlin ist somit (mit-) verantwortlich dafür, dass die EU die nicht zuletzt von außen an sie gestellten sicherheits- und verteidigungspolitischen Forderungen nicht erfüllen kann. Es muss eine neue Balance finden zwischen dem legitimen Ansatz, die EU-Integration durch die Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu vertiefen, und der Notwendigkeit, die EU in die Lage zu versetzen, Schritt zu halten mit den rasanten Veränderungen der internationalen Sicherheitspolitik.

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Warum Gleichstellung der Geschlechter eine Priorität der Entwicklungspolitik der künftigen Regierung sein muss

DSW - 14. September 2021 - 8:30

Von Megan O’Donnell und Alisa Kaps.

Nach 16 Jahren unter Angela Merkel steht die Bundestagswahl vor der Tür und das Kanzler*innenamt ist neu zu besetzen. Selten schien es so schwierig vorherzusehen, wer dort einziehen wird. Doch ganz gleich, welche Parteien die neue Regierung bilden, wer ihr als Kanzler*in vorstehen und welches Geschlecht diese Person haben wird, eines ist sicher: Das Thema Gleichstellung der Geschlechter muss ganz oben auf ihrer Agenda stehen.

Die neue Bundesregierung wird Gelegenheit haben, sich als eine weltweit treibende Kraft für die Gleichstellung der Geschlechter zu positionieren – in einer Zeit, in der Führung dringend benötigt wird. Die Coronakrise hat die Fortschritte bei der Verwirklichung des nachhaltigen Entwicklungsziels 5 (SDG5, ‘Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen‘) beeinträchtigt. Gleichzeitig stellen sich einige  Nachbarländer Deutschlands gegen die  Förderung der Geschlechtergleichstellung oder ziehen sich bei dem Thema zurück, sei es im Rahmen von EU-Verhandlungen (z. B. Polen und Ungarns jüngster Vorstoß zur Streichung von Verweisen auf Geschlechtergleichstellung in EU-Erklärungen) oder in ihrer Entwicklungszusammenarbeit (z. B. die Kürzungen Großbritanniens bei der Unterstützung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit). In diesem Blog skizzieren wir die Herausforderungen bei der Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, welche Maßnahmen Deutschland in jüngster Zeit zu diesem Thema ergriffen hat und was von der neuen Regierung noch erwartet wird.

Geschlechtergleichstellung während und nach COVID-19

In erster Linie braucht die Welt eine geschlechtergerechte Erholung von der Coronakrise, von der Frauen und Mädchen weltweit unverhältnismäßig stark betroffen sind. Neuste Forschungsergebnisse der COVID-19 Gender and Development Initiative (die im Center for Global Development (CGD) angesiedelt ist) zeigen, dass die negativen Auswirkungen der Krise Frauen und Mädchen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen überproportional treffen. Schon vor dem Ausbruch von COVID-19 waren die Erwerbsbeteiligung, der Zugang zu Finanzmitteln, die Qualität der Arbeitsplätze und die Entlohnung von Frauen nicht gleichwertig mit denen von Männern. Die Pandemie und die weltweite Rezession haben diese Unterschiede noch vergrößert.

Die Pandemie hat auch Rückschlägen für die Gesundheit, die Rechte und die körperliche Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen zur Folge.  Wirtschaftliche Einbußen und die Tatsache, dass Menschen während der Lockdowns zu Hause bleiben müssen, haben zu einem weltweiten Anstieg von geschlechtsspezifischer Gewalt geführt. Zudem wurde vielerorts  der Zugang von Frauen und Mädchen zu grundlegenden Gesundheitsdiensten erschwert. Das erhöht Gesundheitsrisiken – insbesondere für schwangere Frauen und Mädchen. In den ostafrikanischen Ländern, in denen die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) tätig ist, hat die Belastung der Gesundheitssysteme dazu geführt, dass Frauen und vor allem Mädchen häufiger unbeabsichtigt schwanger werden. Das hat unter anderem Folgen für ihre Bildungschancen: In Kenia ist die Zahl der Mädchen, die nach dem Lockdown nicht in die Schule zurückkehrten, doppelt so hoch wie die der Jungen. Unbeabsichtigte Schwangerschaften und Frühverheiratung gehören dabei zu den Hauptursachen.

Was Deutschland bisher unternommen hat

Einen aktuellen Eindruck des deutschen Engagements für einen geschlechtergerechten Aufschwung nach der Pandemie lieferte das Generation Equality Forum (GEF), das UN Women (in Partnerschaft mit Mexiko und Frankreich) anlässlich des 25. Jahrestages der Vierten Weltfrauenkonferenz und der Erklärung und Aktionsplattform von Peking veranstaltete. Ziel des Forums war es, Regierungen, internationale Organisationen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft dazu aufzurufen, ehrgeizige politische und finanzielle Verpflichtungen einzugehen, um die Gleichstellung der Geschlechter weltweit voranzubringen.

Bei den deutschen GEF-Zusagen standen Investitionen in die Bildung von Mädchen, in die wirtschaftliche Stärkung von Frauen (300 Mio. US-Dollar, u. a. für Mädchenbildung, Landrechtsprogramme und die Women Entrepreneurs Finance Initiative, kurz WEFI) sowie in die Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt (96 Mio. US-Dollar, u. a. für den UN Trust Fund zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen) im Mittelpunkt. Beim Thema sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechten (SRGR) zeigte Deutschland mit nur einer Zusage dagegen deutlich weniger Engagement. In den übrigen drei Kategorien des Forums (sogenannten Action Coalitions) zu Klimagerechtigkeit, Technologie und feministische Führung gab es gar keine Zusagen. Die mangelnde Priorisierung von SRGR steht dabei im Widerspruch zu Deutschlands Fokus auf die wirtschaftliche Stärkung von Frauen. Frühere CGD-Forschungen weisen auf die Notwendigkeit hin, die beiden Aspekte zusammen anzugehen, da sie sich gegenseitig bedingen.

Bruttoauszahlungen, in konstanten Preisen 2019; Quelle: OECD

Ein Blick auf die offiziellen Entwicklungsgelder (Official Development Assistance, ODA) gibt ebenfalls einen Eindruck über das Engagement Deutschlands für die Gleichstellung der Geschlechter: Im Jahr 2019 beliefen sich die deutschen Entwicklungsgelder, die Geschlechtergleichstellung entweder als wesentliches Ziel oder als Hauptziel verfolgten, auf sieben Milliarden US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie zehn Jahre zuvor. Das macht Deutschland in absoluten Zahlen zum zweitgrößten Geber für Geschlechtergleichstellung. Allerdings entspricht das nur 46 Prozent der gesamten bilateralen ODA – ein Wert, der weit unter dem Anteil von 2009 von fast 60 Prozent liegt. Dies spiegelt eine abnehmende Priorisierung von Investitionen in die Gleichstellung der Geschlechter wider. Mit den aktuellen Zahlen liegt Deutschland knapp unter dem Durchschnitt des Ausschusses für Entwicklungshilfe (DAC) von 47 Prozent. Darüber hinaus lag der Anteil der Entwicklungsgelder mit dem Schwerpunkt auf Geschlechtergleichstellung im Jahr 2019 bei nur zwei Prozent (329 Millionen US-Dollar), während der Durchschnitt der DAC-Länder bei fünf Prozent lag. Deutschland bleibt damit weit hinter dem Ziel zurück, 8,5 Prozent der ODA-Mittel für Projekte mit dem Hauptziel Geschlechtergerechtigkeit aufzuwenden. Hierfür hatte sich die Bundesregierung bei den Verhandlungen über das neue EU Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI) selbst eingesetzt.

Was für die neue Regierung zu tun bleibt

Es steht außer Frage, dass Deutschland das Thema Gleichstellung der Geschlechter auf seiner Entwicklungsagenda hat. Aber es steht noch lange nicht so weit oben, wie nötig wäre, um einen nachhaltigen Beitrag zum Erreichen des SDG 5 zu leisten. Die neue Bundesregierung kann auf den Investitionen ihrer Vorgängerin in die wirtschaftliche Stärkung von Frauen, die Bildung von Mädchen, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) sowie geschlechtsspezifische Gewalt aufbauen. Sie muss allerdings noch weitergehen und sicherstellen, dass die Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt wird. Ein geschlechtertransformativer Ansatz muss der neue Status quo der deutschen Entwicklungspolitik werden.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre die stärkere Verankerung der Gleichstellung der Geschlechter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Zuge des “Reformprozesses 2030”. Derzeit ist Geschlechtergleichstellung in der Arbeitsstruktur des Ministeriums weder ein “Kernbereich” noch ein eigener “Initiativbereich”, was der Bedeutung des Themas nicht gerecht wird. Mit der Umstrukturierung im Zuge des BMZ 2030-Prozesses wurde das Thema Geschlechtergleichstellung mit den Themen Menschenrechte und Inklusion zu einem sogenannten “Qualitätsmerkmal” zusammengeführt, um all diese Aspekte in den Arbeitsbereichen des BMZ zu verankern. Diese Verschmelzung birgt jedoch die Gefahr, dass die Gleichstellung der Geschlechter zur Nebensache wird.

Darüber hinaus sollte die Entwicklung eines neuen Gender-Aktionsplans (GAP III) hohe Priorität bekommen. Seit 2014 wird das deutsche Engagement im Bereich der Geschlechtergleichstellung von einer sektorübergreifenden Strategie geleitet, während die Einzelheiten und Maßnahmen zur Umsetzung im Aktionsplan für die Gleichstellung der Geschlechter festgelegt wurden. Der letzte Gender-Aktionsplan  (GAP II) war von 2016 bis 2020 gültig, wurde aber danach nicht neu aufgelegt. Ein neuer GAP sollte den dreigleisigen Ansatz des GAP II – Gender Mainstreaming, Stärkung von Frauen und Mädchen und politischer Dialog – fortsetzen, dabei aber ehrgeizigere Ziele setzen und anders als bisher mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet sein.

Insgesamt sollte Deutschland die finanziellen Mittel für die Geschlechtergleichstellung deutlich aufstocken. Die Regierung sollte dem Beispiel des GAP III der Europäischen Union folgen und sicherstellen, dass 85 Prozent aller neuen Maßnahmen der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit bis 2025 zur Stärkung der Rolle der Frau beitragen und seine Entwicklungsgelder entsprechend anpassen. Darüber hinaus sollte Deutschland so bald wie möglich mindestens 8,5 Prozent seiner ODA-Mittel für Projekte bereitzustellen, die Gleichstellung der Geschlechter zum Hauptziel haben. Mittelfristig sollten 20 Prozent der Entwicklungsgelder dafür aufgewendet werden.

Neben einem starken finanziellen Engagement muss die neue Regierung ihre Gender-Analyse sowie ihre Wirkungsmessung und das Monitoring von Zielen zur Geschlechtertransformation verbessern, um sich von Zielen, die sich allein auf Finanzströmen konzentrieren, hin zu stärker ergebnisorientierten Zielen zu bewegen. Die Umsetzung des GAP III sollte an inputorientierten Indikatoren gemessen werden, die z. B. den Fortschritt in Bezug auf geschlechtsspezifische Finanzierungsziele verfolgen (ein Indikator, der den Anteil der Entwicklungszusammenarbeit erfasst, der an Frauenrechtsorganisationen geht) und an Indikatoren zur Diversität beim Personal von Regierungen. Außerdem müssen die inputorientierten Indikatoren durch solche ergänzt werden, die sich auf Ergebnisse konzentrieren. Die kanadische Politik der internationalen Frauenförderung und die Indikatoren, mit denen ihre Fortschritte verfolgt werden, können als Vorbild dienen.

Deutschland hat in naher Zukunft die Möglichkeit, eine internationale Führungsrolle in Fragen der globalen Geschlechtergleichstellung zu übernehmen. Mit der G7-Präsidentschaft im Jahr 2022 hat die neue deutsche Regierung die Chance, den Ton in einer größeren Gruppe von Geberländern anzugeben. Die Bundesrepublik Deutschland sollte daher die Gleichstellung der Geschlechter gut sichtbar auf der G7-Agenda platzieren und sich als fähige und zuverlässige Partnerin positionieren, um die Errungenschaften im Bereich der Frauenrechte, Geschlechtergleichstellung und SRGR auf internationaler und EU-Ebene weiter zu stärken.

 

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CPDE launches policy research on the Triple Nexus

CSO Partnership - 14. September 2021 - 8:10

CPDE, Reality of Aid – Asia Pacific (RoA-AP) and the International Indigenous Peoples Movement for Self-Determination and Liberation (IPMSDL) have launched Localizing the Triple Nexus: 9 Country Contexts, a research collection that brings together studies on the interlinkages between humanitarian, development, and peace actors – otherwise known as the Triple Nexus – coupled with people-centered and sustainable development.

What is the Triple Nexus?

The nexus approach “refers to the aim of strengthening collaboration, coherence and complementarity” among these three pillars (OECD LEGAL 2019). It argues that efforts to address the causes of conflicts and states of fragility should go hand-in-hand with immediate and short-term responses; development and peace actions should accompany humanitarian actions. Moreover, it is envisioned as a context-specific solution driven by on-ground needs as opposed to simply implementing pre-existing frameworks.

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The launch event was held virtually on September 7, and featured research contributors sharing key findings and recommendations on humanitarian, development, and peace programs in Syria, Bangladesh, Lake Chad Region, Cameroon, Mozambique, Afghanistan, Mali, Guatemala, and the Philippines.

The studies evaluate development cooperation programs that are either (1) designed within the framework of the triple nexus and implemented in situations of conflict and fragility, or (2) designed within one or two pillars of the triple nexus and implemented in situations of conflict and fragility, with the objective of looking at how the use of the triple nexus framework may impact the said situation and how such framework aligns with development effectiveness principles.

CPDE Co-Chair and Global Coordinator of IPMSDL Beverly Longid, in her opening remarks, stressed the importance of addressing “the root causes of the problem” to find “solutions that promote just and lasting peace, realise the right to development, and end humanitarian crises.” She also stated the importance of grounding the Triple Nexus discourse to the “realities of the peoples living in conflict and fragility by having them speak on their own experience and recommendations.”

The presentations were organised according to the thematic focus of the nine studies, namely, (1) gender and youth rights; (2) Indigenous Peoples and climate issues; and (3) the issues of refugees.

In the presentations, the lack of quality and accessible social services were among those highlighted as key drivers of conflict. States’ heavily militarised responses to conflicts then lead to more casualties, especially among women, youth, and Indigenous Peoples who not only are victims of the conflict situations, but also of ongoing crackdowns on civil society. One of the authors, Rikki Gono of Katribu Youth, said, “Counterinsurgency is used as a convenient excuse to push through with large-scale dam projects, to the detriment of the rights and lives of IPs, who are themselves red-tagged and labeled as ‘communist terrorists’ if they oppose the dams.”

Elle Ambler, from the Arab Group for the Protection of Nature, presenting in the panel tackling the issues of refugees, presented the incoherence in aid going to refugees’ host and home countries as exhibited in the current EU approach to the Syrian crisis. Ambler says that “on one hand, [EU] contributed to unmet humanitarian needs … [in the] host countries, while on the other, it has contributed to protracted displacement and the continuation of dire conditions in the Syrian crisis.”

Gender issues are a central part of the study and almost all the cases addressed gender inequality with one of the chapters exclusively dedicated to the topic: “Engendering the Nexus: A Case Study on How to Mainstream Gender in the Triple Nexus and its Operationalization”. Author Rosabel Agirregomezkorta of CEIM (Centro de Estudio e Investigación Mujeres) and member of the CPDE Feminist Group sector, highlighted the close relationship between armed conflict and gender injustice as “83% of conflicts in 2019 occurred in contexts of discrimination against women and girls.” She concluded that it is “essential to include a feminist view of conflicts.”

Julia Codina Sariols of the OECD Crises and Fragility Team and one of the study’s reactors at the launch event backed up this argument, urging that “analytical tools be improved to effectively address issues circling gender inequality and conflict.”

Highlights by country contexts

Below are some key findings from the nine country contexts in Syria, Bangladesh, Lake Chad Region, Cameroon, Mozambique, Afghanistan, Mali, Guatemala, and the Philippines.

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While each country’s context should be examined on an individual basis, certain patterns and overlapping trends emerge in the research. Most of the case studies shared the following findings:

  • (1) Low level of awareness of the Triple Nexus discourse, both on the part of governments and CSOs
  • (2) Problems in the delivery of humanitarian aid — difference between pledges, let alone needs, and actual delivery, and predictability in timing
  • (4) Lack of priority for actions against gender-based violence
  • (5) Lack of inclusive partnerships, especially in relation to CSOs, affecting and implying lack of transparency and accountability
  • (6) Lack of country ownership, or the huge role of donor interests
  • (7) Funding is still within the disconnected pillars of the Triple Nexus, not for the entire program; differences in funding timelines of humanitarian actions on the one hand and development and peace actions on the other
  • (8) The peace component is missing in either, or both policy and implementation. If present, peace-building is defined as mere absence of armed conflict, with little to no regard to addressing the root cause of conflict
  • (9) Problems on the reporting of collective outcomes
DOWNLOAD THE STUDY

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Morgenfarm Berlin: Wie wär es mit einer vertikalen Farm statt einer Autobahn?

reset - 14. September 2021 - 6:41
Seit Jahren demonstrieren Berliner*innen gegen die neue Stadtautobahn A 100. Ein großes Stück ist gebaut - aber noch ist es nicht zu spät für alternative Ideen. Geht es nach paperplanes e.V., dann könnte das Bauwerk zur urbanen Farm werden.
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C20 Global Health WG Communiqué on the G20 Health Ministers’ Declaration

#C20 18 - 13. September 2021 - 17:02
The G20 Health Ministers’ Declaration adopted on 6th September 2021 includes an extensive list of good intentions, ambition, and principles, which are to be welcomed, but of which its implementation provides lack of clarity and certainty. The Civil 20 Global Health Working Group notes the lack of a clear and concrete roadmap in translating these [...]
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Über Klimaflucht

Engagement Global Presse - 13. September 2021 - 16:41
Am 22. September findet ein digitales Podiumsgespräch zum Thema Klimaflucht statt. Foto: René Frampe

Kann es angesichts von Klimaflucht überhaupt so etwas wie Klimagerechtigkeit geben? Über diese Frage sprechen am Mittwoch, 22. September 2021, drei Expertinnen und Experten mit Moderatorin Diba Mirzaei. Passend zur Klimawoche Hamburg laden der Landesverband Nord der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) und die Außenstelle Hamburg von Engagement Global ein, um die sozialen Auswirkungen des Klimawandels in Ländern des Globalen Südens gemeinsam mit den Expertinnen und Experten genauer zu betrachten.

Dr. Tsiry Rakotoarisoa, KlimaGesichter-Botschafter der Deutschen KlimaStiftung aus Madagaskar, Prof. Dr. Christine Straehle, Professorin für Praktische Philosophie an der Universität Hamburg, und Dr. Katherine Braun, Referentin für kirchliche Flüchtlingsarbeit der Nordkirche, werden über die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Folgen des Klimawandels sprechen, aber auch über die Schicksale der Menschen, die von ihnen im besonderen Maße betroffen sind.

Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich weltweit, aber die Folgen sind ungleich verteilt. So sind es die Menschen in Länden des Globalen Südens, deren Lebensgrundlagen durch Dürrekatastrophen, Trinkwasserknappheit oder den Anstieg des Meeresspiegels bedroht werden. Wie Betroffene mit diesen Umständen umgehen, welche Veränderungen sie sich wünschen und welche Verantwortung Europa hat, sind Themen des digitalen Podiumsgesprächs. In dessen Anschluss können Interessierte in die Diskussion mit den Expertinnen und Experten treten, etwa zur Frage der Klimagerechtigkeit oder zu Konzepten wie „Migration in Würde“.

Mit „Klimaflucht!“ organisieren der DGVN und Engagement Global das zweite Podiumsgespräch in diesem Themenfeld. Im Juni 2021 stand die Frage im Fokus, wie mit der Herausforderung der klimabedingten Migration umgegangen werden kann, wenn der Klimawandel als Fluchtursache keine rechtliche oder politische Anerkennung erhält. Mit der geplanten Veranstaltung am Mittwoch, 22. September, werden die aus klimabedingter Migration resultierenden politischen und ethischen Fragen um die Perspektive der sozialen Auswirkungen in den Ländern des Globalen Südens ergänzt. Es wird ein Schlaglicht auf die persönlichen Schicksale und damit auch auf die Herausforderungen um Klimagerechtigkeit und Klimaflucht geworfen.

Die Veranstaltung findet von 18 bis 19:30 Uhr via Zoom statt.

Das Podiumsgespräch mit anschließender Diskussion findet im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global statt. Es handelt sich um eine Kooperation zwischen der Außenstelle Hamburg von Engagement Global und dem Landesverband Nord e.V. der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.

Das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland will Menschen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen motivieren und zu eigenem Engagement für eine nachhaltigere Welt ermutigen. Mit unterschiedlichen Formaten bringt EBD einer breiten Öffentlichkeit oder ausgewählten Zielgruppe entwicklungspolitische Themen nahe – bundesweit durch die sechs Außenstellen von Engagement Global.

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