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The EU’s Carbon Border Adjustment – proceed with caution

DIE - 17. Juli 2021 - 9:39

The European Commission presented its “Fit-for-55” proposal which includes a Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM). The CBAM would impose a levy on imports into the EU based on their CO2 content from 2023. As part of the European Green Deal, Commission President von der Leyen had announced this instrument two years ago in order to be able to implement more ambitious climate policy targets without energy-intensive sectors shifting their emissions abroad (carbon leakage). Following the Commission’s proposal, the CBAM must now be spelled out in detail by the EU member states and the European Parliament. Going forward, it is key to ensure that the CBAM is effective in fighting climate change, that it is WTO compatible and, above all, that it has as few ramifications as possible for foreign policy and for developing countries in particular.

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Wer ist dein*e Lieblingsaktivist*in?

ONE - 16. Juli 2021 - 18:51

Aktivismus ist das Herzstück der Arbeit von ONE. Wir arbeiten jeden Tag mit unseren ONE-Aktivist*innen zusammen, um die Welt zum Besseren zu verändern. In unserer Arbeit lassen wir uns aber gern inspirieren von großen Aktivist*innen aus der ganzen Welt.

Dazu wollen wir von dir hören, wer für dich aktuell der * die inspierenste Aktivist*in ist.

Bevor du deine Stimme abgibst, kannst du hier noch mehr über alle erfahren:

Malala Yousafzai – pakistanische Aktivistin und Friedensnobelpreisträgerin, die sich für die Bildung von jungen Frauen und Mädchen einsetzt

Malala Yousafzai wurde am 12. Juli 1997 in Mingora, Pakistan, geboren. Malalas Vater, ein Lehrer, der eine Mädchenschule leitete, war sehr daran interessiert, seiner Tochter alle möglichen Chancen zu geben. So besuchte sie die Schule, bis die Taliban die Kontrolle über ihre Stadt übernahmen und Mädchen den Schulbesuch untersagten.

Malala beschloss, sich öffentlich gegen dieses Verbot auszusprechen und das machte sie zur Zielscheibe der Taliban. Im Oktober 2012 überlebte sie im Alter von 15 Jahren ein Attentat. Auf dem Heimweg von der Schule wurde ihr in die linke Seite ihres Kopfes geschossen.

Nach monatelangen Behandlungen und Krankenhausaufenthalten in Großbritannien, wo sie behandelt wurde, gründete Malala den Malala Fund. Die Wohltätigkeitsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedem Mädchen die Möglichkeit zu geben, eine selbstbestimmte Zukunft zu erreichen. 2014 erhielten Malala und Kailash Satyarthi gemeinsam den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für die Rechte von Kindern.

Nelson Mandela – südafrikanischer Anti-Apartheid-Revolutionär, politischer Aktivist, Präsident und Philanthrop

Nelson Rolihlahla Mandela wurde am 18. Juli 1918 in Mvezo, Südafrika, geboren. Während seines Lebens und seiner Gefangenschaft wurde Mandela zu einem Symbol des Widerstands und der Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika. Später im Leben, am 10. Mai 1994, wurde Mandela als erster Schwarzer Präsident des Landes vereidigt. Während seiner Präsidentschaft setzte sich Mandela für die Versöhnung des Landes und den Schutz der südafrikanischen Wirtschaft ein. Gleichzeitig schrieb er eine neue Verfassung, die eine starke Zentralregierung auf der Grundlage eines Mehrheitsprinzips etablierte und sowohl die Rechte von Minderheiten als auch die Meinungsfreiheit garantierte.

Nachdem er sich 1999 aus dem politischen Leben zurückgezogen hatte, engagierte sich Mandela weiterhin, um Geld für den Bau von Schulen in Südafrika zu sammeln und engagierte sich im Kampf gegen AIDS, nachdem sein Sohn an der Krankheit verstorben war. Mandela starb am 5. Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in Johannesburg, Südafrika, aber sein Vermächtnis lebt durch seine lebenslange aktivistische Arbeit weiter.

Greta Thunberg – schwedische Umweltaktivistin und Gründerin der Fridays For Future Bewegung

Greta Thunberg war 15, als sie einen Aufsatzwettbewerb über den Klimawandel in ihrer Lokalzeitung gewann. Kurz darauf protestierte sie, um Druck auf das schwedische Parlament auszuüben, damit es das im Pariser Abkommen festgelegte Ziel für Kohlenstoffemissionen einhält. Von diesem Moment an verzichtete sie regelmäßig freitags auf ihren Schulunterricht, um zu protestieren und ermutigte Schüler auf der ganzen Welt, das Gleiche zu tun.

Im August 2019 nahm sie sich offiziell ein Jahr Auszeit von der Schule, um sich auf ihren Aktivismus zu konzentrieren. Sie nahm an Konferenzen teil, schloss sich Protesten auf der ganzen Welt an und traf wichtige Führungspersönlichkeiten, um das Bewusstsein für den Klimawandel und seine Auswirkungen auf Länder des Globalen Südens zu schärfen. Im Jahr 2019 hielt sie während der UN-Klimakonferenz ihre berühmte Rede zum Klimawandel. Jetzt, während der Covid-19-Pandemie, führt sie ihren Aktivismus online fort.

Martin Luther King Jr. – Baptistenpfarrer, Bürgerrechtler und bekanntester Vertreter des US-amerikanischen Civil Rights Movements

Martin Luther King, Jr. wurde im Januar 1929 in Atlanta, Georgia, geboren und engagierte sich zeitlebens in der Bürgerrechtsbewegung. Insbesondere führte er im Dezember 1955 die erste gewaltfreie Demonstration in den Vereinigten Staaten gegen die Rassentrennung an: ein Busboykott, der 382 Tage lang andauerte. Zwischen 1957 und 1968 reiste King durch die USA, um gegen Ungerechtigkeit zu protestieren und Maßnahmen zu fordern. 1963 leitete er den historischen Marsch in Washington, D.C. an, wo er seine berühmte “I Have a Dream”-Rede hielt. Am 4. April 1968 wurde King jedoch auf dem Balkon seines Motelzimmers in Memphis, Tennessee, ermordet. Doch sein Vermächtnis lebt durch die Arbeit vieler Aktivist*innen weiter.

Der 14. Dalai Lama – das höchste spirituelle Oberhaupt Tibets und Fürsprecher für mehr globale Gleichberechtigung

Der 14. Dalai Lama, der als Reinkarnation des 13. Dalai Lama anerkannt ist, ist das geistige Oberhaupt Tibets und hat sich für den Friedens- und Demokratisierungsprozess in Tibet eingesetzt. Durch seinen Aktivismus und während seiner gesamten Karriere hat er einen Fünf-Punkte-Friedensplan vorgeschlagen, um Frieden nach Tibet zu bringen, und hat mehrfach vor der UNO und dem Europäischen Parlament gesprochen. Er wurde 1989 mit dem Friedensnobelpreis für seinen gewaltfreien Einsatz zur Befreiung Tibets ausgezeichnet und ist bekannt für seine Sorge um die Klimakrise. Im Jahr 2011 beendete er die 368 Jahre alte Tradition Tibets, in der der Dalai Lama als zeitliches und spirituelles Oberhaupt Tibets fungierte, nachdem er ein Dokument unterzeichnet hatte, das seine Autorität formell an einen demokratisch gewählten Führer übertrug.

Luisa Neubauer ist eine deutsche Klimaaktivistin und ehemalige ONE-Jugendbotschafterin

Luisa gehört zu den deutschen Hauptorganisatorinnen von Fridays for Future. Luisa tritt für einen Kohleausstieg bis 2030 in Deutschland und eine Klimapolitik ein, die mit dem Übereinkommen von Paris vereinbar sind. Ferner äußert sie Wachstumskritik und engagiert sich in verschiedenen Organisationen, bei denen sie sich unter anderem für Generationengerechtigkeit und gegen weltweite Armut einsetzt.

Joshua Wong – Hongkonger politischer Aktivist und Politiker, der für demokratische Reformen in Hongkong kämpft

Bis Juni 2020 war er Generalsekretär der Hongkonger Partei Demosistō („Steh für das Volk“), bis diese sich nach der Umsetzung des nationalen Sicherheitsgesetzes in Hongkong am 30. Juni 2020 auflöste. Er war Mitbegründer der 2011 gegründeten Aktivist*innengruppe der Oberschüler*innen und Studierenden Scholarism in Hongkong. 2014 war er einer der Wortführer der Proteste in Hongkong. Wongs zentrale Rolle in der Regenschirm-Bewegung führte dazu, dass das Magazin Time ihn als den einflussreichsten Teenager des Jahres 2014 bezeichnete und als Person des Jahres 2014 nominierte. Außerdem wurde er 2015 vom Fortune-Magazin als einer der „größten Persönlichkeiten der Welt“ bezeichne und 2017 für den Friedensnobelpreis nominiert.

Carola Rackete – deutsche Menschenrechtsaktivistin und ehemalige Kapitänin des Rettungsschiffs Sea-Watch 3

Carola erlangte internationale Bekanntheit, als sie im Juni 2019 als Kapitänin der Sea-Watch 3 insgesamt 53 aus Libyen kommende Geflüchtete bzw. Migrant*innen im Mittelmeer aus Seenot rettete. Nach wochenlangem Warten auf eine Genehmigung lief sie in der Nacht zum 29. Juni, trotz eines Verbots durch italienische Behörden, den Hafen der Insel Lampedusa an.

Chimamanda Ngozi Adichie – nigerianische Autorin und feministische Aktivistin, die für die Gleichstellung der Geschlechter kämpft

Chimamanda lebt heute teils in Nigeria, teils in den USA. Ihr Werk wurde vielfach international ausgezeichnet und gilt als herausragendes Beispiel junger afrikanischer Literatur. Bekannt geworden ist die bekennende Feministin durch ihre Romane Purple Hibiscus (2003), Half of a Yellow Sun (2006) und Americanah (2013). Durch ihre Bücher und Reden hat sie viele Denkprozesse im Bereich Gleichberechtigung und zur Darstellung des afrikanischen Kontinents in westlichen Medien angestoßen. Zudem setzt sie sich auch für die Rechte der LGBTQIA+ Community ein. Chimamanda selbst bezeichnet sich allerdings nicht als Aktivistin, sondern als eine “Person mit einer Meinung”.

Mahatma Gandhi- indischer Anwalt, Politiker und sozialer Aktivist, der für seine gewaltfreie Philosophie des passiven Widerstands berühmt wurde

Gandhi war ein indischer Jurist, antikolonialer Nationalist und politischer Ethiker,[3] der mit gewaltfreiem Widerstand den erfolgreichen Kampf für die Unabhängigkeit Indiens von der britischen Herrschaft anführte. Damit inspirierte er Bewegungen für Bürgerrechte und Freiheit in der ganzen Welt.

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UN-Nachhaltigkeitsforum: Deutschland plädiert für nachhaltigen und klimafreundlichen Wiederaufbau nach Corona-Pandemie auf Basis der 2030-Agenda

SID Blog - 16. Juli 2021 - 17:47
Im Rahmen des jährlich stattfindenden Hochrangigen Politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung (HLPF) hat die Bundesregierung ihren zweiten freiwilligen Staatenbericht zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung virtuell vorgestellt. Der Bericht legt die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) in, mit und in Partnerschaft mit Deutschland dar.

Nach einer Videobotschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel betonten Maria Flachsbarth (Parlamentarische Staatssekretärin, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - BMZ) und Rita Schwarzelühr-Sutter (Parlamentarische Staatssekretärin, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit - BMU), dass sie die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung als Kompass beim Weg aus der COVID-19-Pandemie ansehen.

Maria Flachsbarth (BMZ) appellierte, dass die von den Vereinten Nationen ausgerufene Aktionsdekade für nachhaltige Entwicklung gerade auch angesichts der Corona-Pandemie für einen nachhaltigen Wandel genutzt werden sollte: „Wenn wir jetzt nicht massiv umsteuern, dann droht uns eine verlorene Dekade für nachhaltige Entwicklung. Nach Corona darf nicht vor Corona sein, sonst erreichen wir die SDGs nie! Wir müssen die Globalisierung endlich nachhaltig ausgestalten und jetzt kraftvoll in den sozialen und ökologischen Wandel investieren - bei uns in Deutschland und weltweit."

Rita Schwarzelühr-Sutter (BMU) hob den dringenden Handlungsbedarf bei drei Krisen hervor, welche von der Pandemie noch verstärkt werden, nämlich der Klimakrise, der Biodiversitätskrise und der zunehmenden Vermüllung der Meere: „Die extremen Hitzewellen in vielen Teilen der Welt und die derzeitigen Hochwasser in Westeuropa führen uns gerade dramatisch vor Augen, dass unser bisheriges Handeln bei weitem nicht ausreicht, um einen nachhaltigen Entwicklungspfad einzuschlagen. Die planetaren Belastungsgrenzen sind erreicht und teilweise überschritten. Der Freiraum für gutes Leben und der Erfolg der nächsten Generationen müssen jetzt gesichert werden. Daher haben wir unser deutsches Klimaziel kräftig nachgeschärft: Klimaneutralität wollen wir bereits bis 2045 erreichen."

Beim HLPF erklärte die deutsche Delegation, dass es im Rahmen von Wiederaufbauprogrammen während und nach der Pandemie von strategischer Bedeutung ist, die Weichen hin zu einer nachhaltigeren, klimaneutralen und damit zukunftssicheren Gesellschaft zu stellen. Politische Lösungen und Programme in Reaktion auf die Corona-Krise müssen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene an der Agenda 2030 und den darin festgelegten Nachhaltigkeitszielen (SDG) ausgerichtet werden und dabei den Grundsatz, dass niemand zurückgelassen werden darf, als Handlungsmaxime verstehen. Neben Deutschland legten 41 weitere Staaten dieses Jahr einen Staatenbericht vor. Das HLPF steht dieses Jahr unter dem Motto des nachhaltigen Wiederaufbaus nach der Pandemie. Die nächste umfassende Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist für 2023/2024 geplant. 

Weitere Informationen

Im September 2015 haben sich alle Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (kurz: Agenda 2030) beschlossen.

Das diesjährige Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen fand vom 6. bis zum 15. Juli 2021 als vorwiegend virtuelle Veranstaltung statt. Es hat sich als zentrales Gremium für die Agenda 2030 und deren 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals -SDGs) etabliert.

Mehr als 170 Staaten, d.h. 87% aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, haben bereits einen freiwilligen Staatenbericht vorgelegt, um über ihre Umsetzung der Agenda 2030 Rechenschaft abzulegen. Deutschland gehört bei Berichterstattung zu den Vorreitern und legte nun nach 2016 bereits seinen zweiten Bericht vor.

Agenda 2030: https://www.bmu.de/themen/europa-internationales-nachhaltigkeit-digitalisierung/nachhaltige-entwicklung/2030-agenda/?2030-Agenda=&cHash=b7d7bce550f756ac98ccdab26fdc3559

 

 Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit   

 




5 Gründe für globale Bildung: Alli Neumann und Victoria Ibiwoye

ONE - 16. Juli 2021 - 14:34

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag der GPE. Die Globale Bildungspartnerschaft (GPE) setzt sich für die Finanzierung und Transformation von Bildung in 90 einkommensschwachen Ländern ein. Für die Arbeit in den Jahren 2021-2025 soll der GPE-Fonds um 5 Milliarden US-Dollar aufgefüllt und über innovative Instrumente weitere 3 Milliarden mobilisiert werden. Im Rahmen der aktuellen RAISE YOUR HAND Kampagne, kommen Menschen zu Wort, die sich für globale Bildung engagieren.

Victoria Ibiwoye, Aktivistin: Ist als Jugendvertreterin Mitglied im ED2030 Global Steering Committee, dem weltweiten Gremium zur Umsetzung des UN-Nachhaltigkeitsziels für Bildung (SDG4). Zudem ist sie Direktorin der Stiftung OneAfricanChild Foundation for Creative Learning, einer von Jugendlichen geführten Nichtregierungsorganisation.

Alli Neumann, Künstlerin: Ist eine aufstrebende deutsche Schauspielerin und Sängerin. 2018 sah man Alli erstmals im Spielfilm ‚Wach‘. Im selben Jahr veröffentlichte sie ihre erste EP ‚Hohes Fieber‘, 2019 folgte ihre zweite EP ‚Monster‘. 2020 war sie im Film ‚ Wir können nicht anders‘ zu sehen. Alli nutzt die Reichweite ihrer Kunst, um sich für ihre Herzensthemen Gleichstellung der Geschlechter und Frauenrechte einzusetzen.

1. Die Globale Bildungspartnerschaft (GPE) setzt sich für inklusive, gerechte und hochwertige Bildung für alle ein, insbesondere für die am stärksten benachteiligten Kinder, etwa in Krisenregionen. Victoria und Alli, was bedeutet qualitativ hochwertige Bildung für euch?

Victoria: Qualitativ hochwertige Bildung bedeutet, dass allen Kindern die gleichen Chancen geboten werden – unabhängig von ihrer Hautfarbe, ihrem sozialen Hintergrund oder ihrem Wohnort. Alle sollen lernen und die Gesellschaft aktiv mitgestalten können. Bildung geht über das Betreten eines Klassenzimmers hinaus. Es geht darum, Chancen für Jungen und Mädchen zu schaffen und sie so zu befähigen, unabhängige, kritische Denker*innen zu werden, die aufklären und Probleme lösen.

Alli: Qualitativ hochwertige Bildung ermöglicht es uns, uns ständig weiterzuentwickeln und anzuerkennen, dass wir es nicht immer am besten wissen. Der Lernprozess ist nie vorbei. Es geht nicht darum, Recht zu haben und die eigene Meinung durchzusetzen, sondern darum, anderen zuzuhören und gemeinsame Lösungen zu finden. Bildung öffnet uns die Augen und den Blick für das Ganze. Sie ermöglicht es uns, offen für Neues zu bleiben.

2. Was hat euch dazu bewogen, mit der GPE zusammenzuarbeiten?

Alli: Die GPE leistet Arbeit in Ländern, in denen die westliche Welt ein soziales und wirtschaftliches Ungleichgewicht verursacht hat, das wir wieder ausgleichen sollten. Viele dieser Ungerechtigkeiten sind das Resultat einer früheren Unterdrückung, von der die meisten von uns auch im Hier und Jetzt noch profitieren. Es ist an uns, das wieder gut zu machen, indem wir die Komplexität der Welt durchdringen. Wir sollten uns damit auseinandersetzen, wie viel wir anderen Menschen genommen haben. Deshalb möchte ich, dass Menschen weltweit ihre Hand heben und die GPE unterstützen.

Victoria: Obwohl aktuell in vielen Orten die Schulen wieder geöffnet haben, werden nach der Corona-Pandemie einige Kinder nicht in den Unterricht zurückkehren können. Das betrifft vor allem Mädchen in unterversorgten Regionen. Genau das beleuchtet die “Raise Your Hand”-Kampagne der GPE. Wir müssen Menschen mit Hilfe von Bildung dabei unterstützen, komplexe Probleme wie diese Auswirkungen der Krise anzugehen. Ein Freund sagte mir neulich: „Erfolge gibt es nur, wenn in Bildung investiert wird.“

3. Alli, du setzt dich für die Rechte anderer Menschen, insbesondere von Mädchen, ein. Inwiefern hat Bildung deinen Aktivismus geprägt und beeinflusst?

Alli: Ein Lehrer von mir sammelte ehrenamtlich Spenden, mit denen er den Bau von Schulen in wirtschaftlich benachteiligten Ländern unterstützte. Er ermutigte uns, uns mit kreativen Mittel an der Spendenaktion zu beteiligen. Er gab uns das Gefühl, dass unser Einsatz wichtig ist. Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, nicht nur auf mich selbst zu achten, sondern auch auf andere – auch über mein direktes Umfeld hinaus. Dadurch habe ich angefangen globaler zu denken und mich mit Menschen weltweit verbunden zu fühlen. Ich bin mit dem Gefühl aufgewachsen, dass ich alles werden kann, was ich will. Und das wünsche ich mir auch für andere Menschen.

4. Victoria, du hast die Organisation „One African Child“ gegründet, eine von jungen Menschen geführten NGO, die durch Globales Lernen und politische Bildung Ungleichheit im Bildungssektor bekämpfen will. Was sind deiner Meinung nach die drastischsten Auswirkungen von COVID-19 in ländlichen Regionen?

Victoria: Wir arbeiten in einigen der am stärksten benachteiligten Regionen, in einkommensschwachen Ländern, in denen es schon vor der Pandemie viele Kinder keinen Zugang zu Bildung hatten. Es gibt oft zu wenige Lehrerinnen und Lehrer, so dass im Durchschnitt auf 150 Schüler nur eine Lehrkraft kommt. Es fehlt an digitaler Infrastruktur und an Geräten. Da viele Familien durch die Pandemie ihre Arbeit verloren haben, verlassen viele Kinder die Schule, um ihre Eltern dabei zu unterstützen den Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Pandemie ist ein Aufruf zum Handeln. Regierungen und Menschen, die die Macht haben, die Investitionen in gute Bildung zu erhöhen, sollten dies nun tun.

5. Woran erinnert ihr euch zuerst, wenn ihr an eure Schulzeit zurückdenkt? Gab es bestimmte Momente oder Lehrer*innen, die einen besonderen Eindruck bei euch hinterlassen haben?

Alli: Lehrer*innen können einen großen Einfluss auf dich haben – sowohl negativ als auch positiv. Als ich sechs Jahre alt war, bin ich von Polen nach Deutschland gezogen, ohne die Sprache zu sprechen. Meine damalige Lehrerin sagte mir, dass ich es in Deutschland nicht schaffen würde. Sie meinte, dass meine Mutter mir auch nicht helfen könnte, weil sie ebenfalls kein Deutsch sprach, und dass Pol*innen besser Hilfsarbeiterjobs annehmen sollten. Aus diesem Grund hatte ich lange Zeit mit meiner polnischen Identität zu kämpfen. Aber ich habe auch positive Erfahrungen gemacht. Ich hatte einen Lehrer, der bemerkte, dass ich Musik machen wollte und erkannte, dass ich ein Talent dafür hatte. Er ermutigte mich, im Chor der Schule mitzumachen und bei Schulaufführungen zu singen. Er hat an mich geglaubt, und ich werde ihn immer in guter Erinnerung behalten.

Victoria: Meine Mutter hatte einen großen Einfluss auf mein Leben. Sie führte mir immer Beispiele erfolgreicher Frauen aus unserer Gemeinde vor Augen, auch wenn wir nicht viele davon hatten. Sie sagte so etwas wie: “Sie ist in der Lage, ihre Familie zu unterstützen. Wenn du eine Ausbildung hast, wirst du die Möglichkeit haben, zu träumen und unabhängig zu werden. Genau wie diese Frauen.” Ich werde auch nie meinen Mathelehrer vergessen. Ich war schlecht in der Schule und er mir Mathe so beigebracht, dass es mir Spaß gemacht hat. Er nahm sich die Zeit, mich zu unterstützen.

Wie gut würdest du heute im Klassenzimmer abschneiden? Die meisten 10-Jährigen sollten in der Lage sein, dieses Quiz zu bestehen – kannst du das auch?

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Schluss mit ‚Warten, bis der Arzt kommt‘!

VENRO - 16. Juli 2021 - 14:07

#Weltweitwichtig ist eine bessere gesundheitliche Versorgung für Alle: Was angesichts der alles beherrschenden Pandemie derzeit völlig aus dem Blick gerät, sind die vielen weiteren dringlichen Baustellen globaler Gesundheit. 

Die Zeit heilt alle Wunden – leider kann dieses verlockende Sprichwort einem Realitäts-Check kaum standhalten. Genesungsprozesse mögen zwar tatsächlich Zeit erfordern, doch allein durch geduldiges Aussitzen lässt sich das Corona-Virus ebenso wenig stoppen wie die Verbreitung anderer schwerer Infektionskrankheiten. Im Gegenteil: Seit Beginn der Pandemie machen immer neu entstehende Mutationen auf beängstigende Weise deutlich, unter welchem immensen Zeit- und Handlungsdruck die Weltgemeinschaft steht. Es gilt eine bessere, barrierefreie Gesundheitsversorgung für alle Menschen zu verwirklichen, wenn man den verhängnisvollen Kreislauf zunehmend resistenter Virus-Varianten und ihrer Kollateralschäden endlich durchbrechen möchte, der vor allem wieder die ohnehin Benachteiligten am stärksten trifft.

Während in Europa bald schon die Hälfte der Bevölkerung über einen kompletten Impfschutz zumindest gegen die bislang bekannten Corona-Mutationen verfügt, sind es auf dem afrikanischen Kontinent gerade einmal etwas über ein Prozent. Und das, obwohl das Virus dort derzeit weit heftiger wütet als bei uns. Doch von der Erkenntnis, dass auch hier Eile geboten ist, scheinen bei weitem noch nicht alle politischen Entscheidungsträger_innen überzeugt zu sein – nicht zuletzt auch hierzulande. Viel wird gegenwärtig über das Für und Wider des Patentschutzes auf Impfstoffe gestritten. Egal wie man dazu im Grundsatz steht – Fakt ist: Wir haben für diese Debatte keine Zeit!

Um Corona wirksam einzudämmen, sind entschlossenes und pragmatisches Handeln sowie weltweite Solidarität aller Akteure gefragt. Produktionskapazitäten müssen so schnell wie nur irgend möglich ausgeweitet, Impfstoffe wirklich allen Menschen inklusiv zugänglich gemacht werden, gerade auch in entlegenen und oftmals vernachlässigten Regionen des globalen Südens. Alles was dem im Weg steht, muss konsequent abgeräumt werden, auch Barrieren hinsichtlich Lizenzvergaben oder Technologietransfer. Wir besiegen Corona nur weltweit – oder gar nicht. Das wiederholt der scheidende Bundesentwicklungsminister Gerd Müller mantraartig, und er hat damit vollkommen Recht.

Weitere dringliche Baustellen globaler Gesundheit

Was angesichts der alles beherrschenden Pandemie derzeit leider völlig aus dem Blick gerät, sind die vielen weiteren dringlichen Baustellen globaler Gesundheit. Infektionskrankheiten wie HIV / Aids, Tuberkulose und Malaria, aber auch die Gruppe so genannter vernachlässigter Tropenkrankheiten (NTDs) sind wieder auf dem Vormarsch –breiten sich aus, behindern, entstellen und töten. Etablierte Bekämpfungsprogramme wurden pandemiebedingt unterbrochen und ausgebremst, jüngste Fortschritte bei der Eindämmung dieser armutsassoziierten Erkrankungen zunichtegemacht.

Erschwerend hinzu kommt große Unsicherheit bezüglich der weiteren Finanzierung von Infektionsschutz- und Rehabilitations-Programmen. Ausgerechnet die britische Regierung – über lange Jahre eine Vorreiterin bei der Förderung globaler Gesundheit – hat jüngst drastische Kürzungen ihrer Entwicklungshilfe-Zahlungen angekündigt. So müssen sich beispielsweise NTD-Bekämpfungsprogramme auf um 90 Prozent geringere Zahlungen aus Großbritannien einstellen. Laut WHO bedrohen diese Einschnitte mehrere Millionen Menschenleben.

Die künftige deutsche Regierung wird schon kurz nach der Bundestagswahl im Herbst Gelegenheit bekommen, auf internationaler Bühne ein starkes Zeichen gegen diesen Trend zu setzen. 2022 übernimmt sie die Präsidentschaft der G7-Staaten. Die globale Bewältigung der Corona-Pandemie und eine flächendeckende Verbesserung gesundheitlicher Versorgung für Alle dürften dabei als Top-Themen weiterhin gesetzt sein.

Erwartungen an das künftige WHO-Daten-Hub in Berlin

Neben Investitionen in eine nachhaltige Stärkung der WHO sowie in die Umsetzung von SDG 3 bedarf es einer weltweiten Fortentwicklung statistischer Kapazitäten zur Erfassung von Krankheiten und ihrer Ausbreitung. Denn auch dieses eklatante Defizit hat die Pandemie offengelegt: Fehlende Daten, diffuse Lagebilder und vage Schätzungen sind keine geeignete Basis für wirksame Pandemieprävention oder Stärkung von Gesundheitssystemen.

An das neue WHO Global Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence, das noch im laufenden Jahr in Berlin eröffnen soll, knüpfen sich insofern einige Erwartungen – nicht zuletzt hinsichtlich einer belastbareren, besser aufgeschlüsselten und transparenteren Aufarbeitung weltweiter Gesundheitsdaten. Immerhin 30 Millionen Euro sollen allein aus Bundesmitteln jährlich zur Finanzierung des WHO-Hubs bereitgestellt werden.

Wünschenswert wäre, dass das neue Hub auch dabei helfen kann, ein besseres Verständnis für bislang noch weitegehend unterbelichtete Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Erkrankungen zu gewinnen. In der Vergangenheit waren die meisten Interventionen im Wesentlichen auf einzelne Krankheiten fokussiert und haben dabei überschneidende Krankheitslasten und gemeinsame Interventionsmöglichkeiten zu wenig in den Blick genommen.

Globale Gesundheit auch parlamentarisch aufwerten

Die nachhaltige Stärkung globaler Gesundheit muss zu einem zentralen Anliegen der künftigen Bundesregierung werden. Sie kann dabei auf eine bereits im vergangenen Oktober verabschiedete ressortübergreifende Strategie aufbauen, die einen überzeugenden Kompass für das Regierungshandeln der kommenden Jahre darstellt – orientiert an einem ganzheitlichen, menschenrechtsbasierten Verständnis von Gesundheit. Was dieser Strategie zu globaler Gesundheit allerdings bislang fehlt, ist die Festlegung konkreter Umsetzungsschritte, die Definition von Zielvorgaben und Überprüfungsmechanismen.

Als Grundlage für ein unabhängiges Monitoring sollte die Regierung dem Bundestag künftig einen Jahresbericht zu globaler Gesundheit vorlegen. Das Parlament ist der richtige Ort, um die Gesundheitsstrategie mit Leben zu füllen. In der auslaufenden Legislaturperiode hat der Unterausschuss Globale Gesundheit das Thema wiederholt auf die Tagesordnung gehoben und wichtige Impulse für interdisziplinäre Zusammenarbeit und kohärentes Regierungshandeln gesetzt. Nicht nur seine Wiedereinsetzung, sondern auch eine Aufwertung oder Ausweitung des Gremiums sollten darum in Betracht gezogen werden, zumal das eine stärker ressortübergreifende Arbeitsweise ermöglichen würde. Vermehrte öffentliche Sitzungen und Anhörungen wären darüber hinaus ein Garant für kontinuierlichere zivilgesellschaftliche Teilhabe. In der globalen Gesundheitspolitik darf die Förderung partizipativer, gemeindenaher Ansätze nicht zu kurz kommen.

Dieser Artikel ist Teil unserer Themenreihe zur Bundestagswahl 2021, in der wir unsere Erwartungen für die kommende Legislaturperiode formulieren. Die Blogserie basiert auf unserem aktuellen Positionspapier Was jetzt #WeltWeitWichtig ist – Erwartungen an die Parteien zur Bundestagswahl 2021. Darin fordern wir die Parteien, die zukünftigen Abgeordneten und die kommende Bundesregierung auf, ihre Prioritäten auf eine nachhaltige Politik zu richten, die alle mitnimmt!

Lesen Sie mehr dazu unter www.weltweitwichtig.de.

16. Juli 2021

ONE - 16. Juli 2021 - 12:09

1. Corona-Todesfälle in Afrika steigen

Wie der Stern, die Welt, Deutschlandfunk und die Rhein-Zeitung berichten, sind die Todesfälle aufgrund von Corona-Erkrankungen in Afrika innerhalb einer Woche um 43 Prozent gestiegen. Die Corona-Sterblichkeitsrate des Kontinents liege nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei 2,6 Prozent, während der weltweite Durchschnitt 2,2 Prozent betrage. Die Hauptgründe für den starken Anstieg seien der Mangel an Sauerstoffgeräten und freien Krankenhausbetten. Laut der Afrika-Direktorin der WHO, Matshidiso Moeti, hätten die Krankenhäuser ihre Belastungsgrenzen erreicht. Zusätzlich sei die hochansteckende Delta-Variante derzeit in 21 der 55 afrikanischen Länder nachgewiesen worden und treibe die dritte Welle weiter vorwärts. Bisher konnten nur 18 Millionen Menschen der 1,2 Milliarden Afrikaner*innen gegen Covid-19 geimpft werden.

 

2. Spahn kündigt mehr Geld und Impfdosen für WHO und Covax an

Die Süddeutsche Zeitung, Deutschlandfunk, Aerzteblatt.de, und die Berliner Morgenpost thematisieren den Besuch von Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) in Genf. Deutschland stelle der WHO weitere 260 Millionen Euro im Kampf gegen die Corona-Pandemie zur Verfügung. Der Betrag sei Teil der seitens Deutschland bereits angekündigten 2,2 Milliarden Euro für das internationale Programm “Access to Covid-19 Tools Accelerator” (ACT-A). Die Mittel sollen der Entwicklung, Herstellung und Verteilung von Corona-Tests, Behandlungsmethoden und Impfstoffen dienen. Spahn betonte, dass ein Virus immer nur international und gemeinsam erfolgreich bekämpft werden könne. Gleichzeitig verteidige er aber Deutschlands Blockade einer vorübergehenden Patentfreigabe für Corona-Impfstoffe. Nachdem sich US-Präsident Joe Biden sowie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für eine Freigabe ausgesprochen hatten, gelte Deutschland als einer der letzten gewichtigen Gegner der Maßnahme. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichnete die jetzige Situation, bei der wenige Industrieländer ausreichend und Länder mit geringerem Einkommen kaum mit Impfstoff versorgt seien, als Marktversagen. Er appellierte vor allem an die reichen G20-Staaten, vermehrt Impfdosen zu spenden.

 

3. Millionen Kinder verpassen Impfung

Unter anderem die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Deutschlandfunk berichten, dass wegen der Corona-Krise Millionen Kinder nicht oder nur ungenügend gegen andere Infektionskrankheiten geschützt sind. Laut UN-Organisationen stieg die Zahl der Kinder, die keine einzige Impfdosis gegen Krankheiten wie Diphtherie, Tetanus oder Keuchhusten erhielten, 2020 weltweit auf mehr als 17 Millionen an. Außerdem nahm die Zahl der verpassten Teilimpfungen zu. Geld und Personal für Routineimpfungen seien vielerorts zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingesetzt worden. Eltern seien mit geschlossenen Gesundheitseinrichtungen und Ausgangssperren konfrontiert gewesen und hätten teilweise aus Angst vor einer Corona-Infektion ihre Kinder nicht impfen lassen. “Wir müssen jetzt handeln, um diese Kinder zu schützen”, so Katherine O’Brien, Leiterin der Impf-Abteilung der WHO.

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Städte und ihre Netzwerke in der europäisch-afrikanischen Migrationspolitik

SWP - 16. Juli 2021 - 10:00

In der internationalen migrationspolitischen Debatte werden Städte zunehmend als Hoffnungsträgerinnen betrachtet, weil sie schnelle, wirksame und nachhaltige Lösungen für flucht- und migrationsbezogene Probleme finden müssen – diese Einschätzung ist allerdings nach wie vor strittig. Aus europäischer Sicht ist die Zusammenarbeit mit afrikanischen Städten relevant, weil zu erwarten steht, dass die Zuwanderung aus Afrika mittel- und langfristig zunehmen wird. Aus afrikanischer Sicht besteht Interesse an einer Ausweitung der legalen Migrationsmöglichkeiten und an inter­kontinentaler Mobilität. Die bestehende Zusammenarbeit von afrikanischen und europäischen Städten zeigt, dass die beteiligten Akteure dabei höchst unterschiedlichen Interessen folgen. Die Möglichkeiten ihres Engagements sind beschränkt, zugleich aber stark von ihrem politischen Willen und vom jeweiligen Kontext abhängig. Sollen die Potentiale der Zusammenarbeit von Städten insbesondere bei der Gestaltung der legalen Migration genutzt werden, sind die Koopera­tionsinstrumente so anzulegen, dass die Städte über genügend Finanz­mittel und hinreichende Zuständigkeiten verfügen. Spaltungen zwischen Stadt und Land sollten nicht vertieft, gesellschaftliche Konflikte nicht verschärft werden. Aus öffentlichen Mitteln sollten vornehmlich bestehende Netzwerke insbesondere von kleineren und mittelgroßen Städten gefördert werden, wobei die Städte vor allem in die Gestaltung der Arbeitsmobilität und ‑migration und in die Aufnahme von Flüchtlingen einbezogen werden sollten. Zusätzlich kann eine philanthropische Finanzierung von Städten und Städtenetzwerken etwa durch große Stiftungen hilfreich sein, um die Potentiale kommunaler Akteure zu nutzen.

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Von Goethes Welt zu Goethe in der Welt

SWP - 16. Juli 2021 - 8:00

Freiräume für kulturelles Schaffen und wissenschaftliches Forschen geraten in vielen Teilen der Welt massiv unter Druck. Im nationalen Raum wird Kultur immer diverser und muss alltäglich neu verhandelt werden. Auf diese Herausforderungen kultureller Vielfalt und wissenschaftlicher Freiheit muss die Auswärtige Kultur- und Bildungs­politik (AKBP) neue Antworten finden. Es genügt nicht mehr, auf das eigene kulturelle Leitbild zu verweisen, gewachsene Strukturen einer ausufernden Vielfalt von Zuwen­dungsempfängern und föderalen Koordinationsinstanzen werden den Herausforde­run­gen nicht gerecht. Neue (digitale) Räume für die kulturgeleitete Verhandlung von Werten und Normen, für Verständigung und Zusammenleben sind notwendig. Erfor­derlich sind auch ein neues politisches Mandat, eine bessere Zuordnung von Aufgaben und die Nut­zung der Chancen, die die Kreativindustrie bietet. Darauf sollte sich Deutschland mit einer politischen und institutionellen Neuaufstellung vorbereiten. Dabei sollten die internationalen Kulturbeziehungen in den Vordergrund gestellt und alte Muster nationalen kulturpolitischen Handelns überwunden werden.

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Millionen Kinder verpassen wichtige Impfungen | UNICEF und WHO

SID Blog - 16. Juli 2021 - 0:25
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WHO und UNICEF: Millionen Kinder verpassen wichtige Impfungen

23 Millionen Kinder haben im vergangenen Jahr Routineimpfungen verpasst / 

Höchststand seit 2009 und 3,7 Millionen mehr als 2019

© UNICEF/UN0399469/Bukhari

Genf/New York/Köln, den 15. Juli 2021 // Laut aktueller Erhebungen von WHO und UNICEF haben im Jahr 2020 23 Millionen Kinder grundlegende Routineimpfungen verpasst – 3,7 Millionen Kinder mehr als 2019. Die aktuellen Zahlen, die die globalen Unterbrechungen von Impfprogrammen im Zuge der Covid-19-Pandemie widerspiegeln, zeigen, dass die Mehrheit der Länder im vergangenen Jahr einen Rückgang der Impfraten bei Kindern verzeichnete.

Besorgniserregend ist, dass ein Großteil der Kinder – bis zu 17 Millionen – im vergangenen Jahr wahrscheinlich gar keine Impfung erhielten und dies die ohnehin schon großen Ungleichheiten beim Zugang zu Impfstoffen noch vergrößert. Die meisten der ungeimpften Kinder leben in Konfliktgebieten, entlegenen Gegenden, informellen oder marginalisierten Umgebungen, wo sie von vielfältigen Benachteiligungen betroffen sind, einschließlich des eingeschränkten Zugangs zu grundlegender Gesundheitsversorgung und wichtigen sozialen Dienstleistungen. 

"Während sich die Länder bemühen, Covid-19-Impfdosen zu erhalten, haben wir bei anderen Impfungen Rückschritte gemacht, so dass Kinder gefährdet sind, an verheerenden, aber vermeidbaren Krankheiten wie Masern, Polio oder Meningitis zu erkranken", sagte WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Der Ausbruch verschiedener Krankheiten zugleich wären für die Gemeinden und Gesundheitssysteme, die bereits mit Covid-19 zu kämpfen haben, katastrophal. Es ist dringender denn je, in die Impfung von Kindern zu investieren und dafür zu sorgen, dass jedes Kind erreicht wird."

In allen Regionen stieg die Zahl der Kinder, die lebenswichtige erste Impfdosen verpassten

Im vergangen Jahr kam es zu zahlreichen Unterbrechungen bei Routineimpfungen - Südostasien und die Region Östliches Mittelmeer waren am stärksten betroffen. Aufgrund des eingeschränkten Zugangs zu Gesundheitsdiensten und Impfprogrammen stieg die Zahl der Kinder, die gar nicht geimpft wurde, in allen Regionen. Im Vergleich zum Vorjahr erhielten 3,5 Millionen mehr Kinder nicht einmal die erste Dosis des Impfstoffs gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP-1) und drei Millionen weitere Kinder nicht ihre erste Impfdosis gegen Masern.

"Diese Zahlen sollte eine klare Warnung sein. Die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Unterbrechungen haben dazu geführt, dass wir an Boden verloren haben – die Konsequenzen werden diejenigen mit ihrem Leben und ihrem Wohlergehen tragen, die am verletzlichsten sind", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. "Schon vor der Pandemie gab es alarmierende Anzeichen dafür, dass wir bei der Immunisierung von Kindern gegen vermeidbare Kinderkrankheiten an Boden verlieren, unter anderem mit den weit verbreiteten Masernausbrüchen vor zwei Jahren. Die Pandemie hat die Situation weiter verschlimmert. Jetzt, wo wir die gerechte Verteilung der Covid-19-Impfstoffen im Hinterkopf haben, müssen wir daran denken, dass die Verteilung von Impfstoffen schon immer ungerecht war, aber nicht sein muss."

Die aktuellen Daten zeigen, dass in Ländern mit mittlerem Einkommen der Anteil der Kinder zunimmt, die zumindest einige Impfungen verpassen. Besonders stark ist der Rückgang in Indien – dort sank die DTP-3-Durchimpfungsrate von 91 Prozent auf 85 Prozent.

Aufgrund von Finanzierungsengpässen, Fehlinformationen über Impfstoffe, Instabilität und anderen Faktoren sinkt die Durchimpfungsrate auch in Lateinamerika und der Karibik. Nur 82 Prozent der Kinder sind vollständig gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft, 2016 waren es noch 91 Prozent.

Es drohen vermeidbare Krankheitsausbrüche

Die globale Impfrate gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern und Kinderlähmung stagnierte bereits vor der Covid-19-Pandemie bei rund 86 Prozent. Diese Impfrate liegt damit weit unter den von der WHO empfohlenen 95 Prozent zum Schutz vor Masern – häufig die erste Krankheit, die wieder ausbricht, wenn Kinder nicht mit Impfstoffen erreicht werden. Sie ist ebenfalls unzureichend, um andere Krankheiten zu verhindern, die durch Impfungen vermieden werden können.

In vielen Teilen der Welt kam es wegen der Pandemie zu Unterbrechungen von Impfprogrammen, weil das Gesundheitspersonal und viele Ressourcen für den Kampf gegen Covid-19 eingesetzt wurden. In einigen Ländern wurden Gesundheitszentren geschlossen oder standen nur eingeschränkt zur Verfügung, während gleichzeitig Gesundheitsdienste womöglich aufgrund fehlender Transportmöglichkeiten oder Bewegungseinschränkungen sowie Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nicht wahrgenommen wurden.

"Die Zahlen sind alarmierend und deuten darauf hin, dass die Pandemie jahrelange Fortschritte bei Routineimpfungen zunichtemacht und Millionen Kinder der Gefahr ausgesetzt, sich mit tödlichen, vermeidbaren Krankheiten anzustecken", sagte Dr. Seth Berkley, CEO der Impfallianz Gavi. "Dies ist ein Weckruf – wir dürfen es nicht zulassen, dass in Folge von Covid-19 Masern, Polio und andere tödliche Krankheiten wieder ausbrechen. Wir müssen zusammenarbeiten, um Ländern dabei zu helfen, sowohl Covid-19 zu besiegen, indem wir einen globalen, gerechten Zugang zu Impfdosen sicherstellen, als auch die Routineimpfprogramme wieder auf Kurs zu bringen. Die Gesundheit und das Wohlergehen von Millionen von Kindern und ihren Gemeinschaften auf der ganzen Welt hängen davon ab."  

Auch die ohnehin schon niedrigen Raten bei Impfungen gegen humane Papillomviren (HPV) – die Mädchen vor Gebärmutterhalskrebs im späteren Leben schützen – wurden durch Schulschließungen stark beeinträchtigt. In den Ländern, die den HPV-Impfstoff bisher eingeführt haben, erhielten im vergangenen Jahr etwa 1,6 Millionen Mädchen keine HPV-Impfung. Weltweit wurden nur 13 Prozent der Mädchen gegen HPV geimpft, verglichen mit 15 Prozent im Jahr 2019.

Routineimpfungen muss Priorität eingeräumt werden

UNICEF, WHO und Partner wie die Impfallianz Gavi unterstützen Länder dabei, Kindern lebensrettende Impfungen zu ermöglichen. Dazu gehört es: 

  • Gesundheitsdienste und Impfkampagnen wiederaufzunehmen, um Routineimpfungen auch während der Covid-19-Pandemie sicher durchzuführen;
  • das Gesundheitspersonal dabei zu unterstützen, Eltern über die Wichtigkeit von Impfungen aufzuklären; 
  • Impf- und Immunitätslücken zu schließen;
  • sicherzustellen, dass die Bereitstellung von Covid-19-Impfdosen unabhängig geplant und finanziert wird und nicht auf Kosten von Kinderimpfungen geht;
  • nationale Pläne zur Vorbeugung und Bekämpfung von Ausbrüchen von vermeidbaren Krankheiten umzusetzen und Impfprogramme zu stärken. 

UNICEF und WHO arbeiten mit Ländern und Partnern zusammen, um die ehrgeizigen Ziele der globalen Impfagenda 2030 zu erreichen. Zu den Zielen gehört es, 90 Prozent der Kinder mit lebensrettenden Impfungen zu erreichen und die Zahl der ungeimpften Kinder zu halbieren.

Service

» Bild- und Videomaterialien stehen hier zur Verfügung

» Die Datensätze stehen hier zur Verfügung, ein Dashboard hier. 

Weitere Informationen

Die offiziellen WHO- und UNICEF-Schätzungen der nationalen Durchimpfungsraten basieren auf Länderdaten und stellen den weltweit größten Datensatz zu Trends bezüglich der Immunisierung durch Impfungen gegen 13 Krankheiten dar, die im Rahmen des regulären Gesundheitssystems verabreicht werden – üblicherweise in Kliniken oder Gesundheitszentren oder bei Besuchen von Gesundheitspersonal. Für 2020 wurden Daten aus 160 Ländern ausgewertet.

Weltweit sank die globale Impfrate mit drei Impfdosen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP-3) von 86 Prozent im Jahr 2019 auf 83 Prozent im Jahr 2020 – 22,7 Millionen Kinder erhielten nicht den vollen Impfschutz.

Die Impfrate mit der ersten Impfdose gegen Masern sank von 86 auf 84 Prozent – 22,3 Millionen Kinder erhielten nicht ihre erste Impfdosis gegen Masern. Die Impfrate für die zweite Dosis lag 2020 bei 71 Prozent, verglichen mit 70 Prozent im Vorjahr. Um Masern zu bekämpfen und Ausbrüche zu verhindern, ist ein Impfrate von 95 Prozent bei der erforderlichen ersten und zweiten Impfdosis erforderlich. Länder, die diese Rate nicht erreichen können, sind auf periodische landesweite Impfkampagnen angewiesen, um die Lücken zu schließen.

Zusätzlich zu den Unterbrechungen der Routineimpfungen gibt es momentan in 66 Ländern 57 verschobene Impfkampagnen gegen Masern, Polio, Gelbfieber und andere Krankheiten.


Covid-19 als Chance für eine neue Partnerschaft zwischen EU und Afrika

SID Blog - 16. Juli 2021 - 0:24


Pressemitteilung:

Covid-19 als Chance für eine neue Partnerschaft zwischen Europäischer Union und Afrika

Bonn, 15.07.2021 - Positive Meldungen über sinkende Corona-Inzidenzen prägen zurzeit die Nachrichten in den reichen Ländern des Globalen Nordens. Trotz neuer Virus-Varianten steigt die Hoffnung, dass das Schlimmste überwunden ist. Doch in den meisten Ländern des Globalen Südens sind die großen Wellen noch nicht abgeebbt.  Berichten der World Health Organization (WHO) zufolge steigen die Infektionszahlen in diesen Ländern zum Teil rasant an. Besonders gravierend ist die Lage in Afrika. SÜDWIND zeigt in einer neuen Studie auf, warum die EU eine starke wirtschaftliche Entwicklung in Afrika zum Ziel der Zusammenarbeit nach Covid-19 machen muss.

Inzidenzzahlen gehen zurück, Impfquoten steigen und die Einschränkungen werden vielerorts aufgehoben. Die Menschen in Deutschland freuen sich auf den lang ersehnten Urlaub in einem risikoarmen Land. Doch von dem neuen Tourismusboom werden die Länder Afrikas nicht profitieren. Im Gegenteil: Die Pandemie hat bereits bestehende Krisen wie den Klimawandel, die Gesundheitskrise und die Schuldenkrise vieler Staaten weiter verschärft. Für die meisten afrikanischen Länder könnte die Pandemie die mäßigen Wachstumserfolge der letzten zehn Jahren zunichtemachen. Das ist der Hintergrund, vor dem sich die neue Partnerschaft zwischen der Europäischen und der Afrikanischen Union wird bewähren müssen. Ihre Schwerpunkte sind in der „Umfassenden Strategie mit Afrika" bereits 2020 definiert worden.

„In Subsahara-Afrika stellt die Corona-Pandemie noch immer eine enorme regionale Herausforderung dar – nicht nur für die Gesundheitssysteme vor Ort, sondern auch für die öffentlichen Finanzen und für die Wirtschaft im Allgemeinen", sagt Dr. Pedro Morazán wissenschaftlicher Mitarbeiter am SÜDWIND-Institut und Autor der Studie. Afrika ist besonders anfällig, weil 56 Prozent der städtischen Bevölkerung in überfüllten und schlecht versorgten Slumwohnungen leben und 86 Prozent der Arbeitskräfte informell beschäftigt sind, die meisten von ihnen ohne Chance auf Homeoffice.

Hinzu kommt, dass Impfprogramme in vielen Ländern des Kontinents fast zum Stillstand gekommen sind; in anderen sind sie noch nicht gestartet. Die Quote der Erstimpfungen in Afrika liegt gegenwärtig bei unter drei Prozent. Rund die Hälfte der 80 ärmsten Länder der Welt verfügt über keinerlei Impfstoff, warnt die WHO; die meisten davon liegen in Afrika. „Deswegen fordert das SÜDWIND-Institut neben einer Aufstockung der EU-Hilfen zur Deckung des humanitären Bedarfs auch eine Anpassung der umfassenden Strategie an diese neuen Herausforderungen".

SÜDWIND-Publikation
Chancen für eine Partnerschaft auf Augenhöhe? Die EU-Afrika Strategie nach der Corona-Pandemie



SÜDWIND setzt sich für wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit ein – weltweit. Wir recherchieren, decken ungerechte Strukturen auf, machen sie öffentlich und bieten Handlungsalternativen. Wir verbinden entwicklungspolitische Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit und tragen Forderungen in Kampagnen, Gesellschaft, Unternehmen und Politik. Seit 30 Jahren.




Heard during UN LDC5 preparations

Global Policy Watch - 15. Juli 2021 - 21:32

Download UN Monitor #26 (pdf version).

By Alexa Sabatini

“We are in the midst of an unprecedented crisis. The severity of its impact is being felt globally. The LDCs are bearing its heaviest brunt. They have weak infrastructures, and a serious lack of capacity to cope with internal and external shocks.”

— H.E. Rabab Fatima, Permanent Representative of Bangladesh and Co-chair of the Fifth UN Conference on LDCs (LDC5) Preparatory Committee

Ambassador Fatima’s remarks highlight the drastic consequences the COVID-19 pandemic has wrought on LDC countries. Referring to the scheduled process of LDC “graduation” out of that category, managed by the UN Committee on Development Policy, she underlined the way in which the pandemic has upended progress since the last LDC conference, 10 years ago in Istanbul, and its outcome document, the Istanbul Programme of Action:

“Since Istanbul, considerable progress has been made by many LDCs. Four countries have already graduated from the LDC category and 16 others are in different stages of graduation. However, the COVID-19 pandemic has jeopardized these decade-long development gains.”

**************

On 24-28 May, Member States met for the first Preparatory Committee (PrepCom) for LDC5 to discuss priority issues for the draft outcome document to be adopted in January 2022 in Doha, Qatar. The second PrepCom session, 26-30 July 2021, will further address preparations for the LDC5 conference and launch negotiations on the successor Programme of Action. Additionally, on 18 June, the Presidents of the General Assembly (PGA) and the Economic and Social Council (ECOSOC) initiated a joint event: “Diversifying the Financing Toolbox to Enhance Investment in Least Developed Countries”.

These meetings served as inputs to the LDC5 Conference which will aim to:

  • Undertake a comprehensive appraisal of the implementation of the IPoA;
  • Mobilize additional international support measures and action in favour of LDCs; and
  • Agree on a renewed partnership between LDCs and their development partners to overcome structural challenges, eradicate poverty, achieve internationally agreed development goals and enable graduation from the LDC category.

Throughout preparations thus far, Member States have shared their main concerns. Among the concerns of LDCs include: the impact of COVID-19 on LDCs, financing mechanisms, the digital divide, graduation support, and domestic best practices to enable growth.

LDC Member States articulated that reaching these objectives will require greater support from the international community, including: debt cancellation, funding and investment in LDCs, innovative financing mechanisms, assistance for graduation transitions, and greater transparency and accountability from international partners. Additionally, developed countries also highlighted: the need to center efforts on SDG implementation, building productive capacities in LDCs, mobilizing greater domestic resources, reiterating LDC commitments within domestic policies, curbing corruption, and diversifying markets for structural transformation. They further recognized LDC challenges of COVID-19 recovery, climate change, and the LDC graduation transition.

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LDC Graduation

  • “Let me share our expectations for Doha…a new architecture of incentives-based graduation packages that will ensure that all LDCs graduate and a continuum of development to support those LDCs that have graduated.” –Malawi on behalf of the LDC Group, 18 June
  • “Upon graduation, LDCs are likely to lose LDC specific support, potentially in addition to the impacts of the pandemic. Continued support is required to sustain the development trajectory.” –President of the General Assembly, 18 June
  • “Also, graduating from the LDC category should be part of a holistic process, coupled with appropriate support, in view of a smooth economic transition and a sustainable path to development.” –Portugal, 18 June
  • “We must take a cold, hard look at the UN processes related to LDCs, including… timelines and incentives associated with the graduation process.” –New Zealand, May PrepCom
  • “And I think that graduation is something that we come back to quite often in relation to LDCs. So potentially something around support for smooth transitions and for countries graduating could be very impactful in terms of supporting LDCs as they make that transition.” –UK, May PrepCom

Vaccine Equity & Inequity

  • “First, the new Programme of Action should come up with some concrete actions and support measures at national, regional and local levels to enable LDCs to recover from the pandemic fully and expeditiously, while access to vaccines at an affordable cost is the number one priority. We need much more to build a broken health system to deal with the public health issues.”
    –Malawi on behalf of the LDC Group, May PrepCom
  • “…technology and technical know-how relating to the manufacturing of drugs and vaccines is key for a sustainable and resilient recovery in LDCs and should be given thorough consideration in the next Programme of Action.” –Turkey, May PrepCom
  • “Official development assistance providers should meet the financing gap over the access to COVID-19 tools, accelerate and rally behind the efficient and equitable distribution of vaccines to ensure universal vaccination in LDCs.” 
    –President of the General Assembly, 18 June
  • “These challenges should strengthen our determination to give more priority to LDCs in our ongoing international response to COVID-19, including ensuring timely access to vaccines and strengthening public health systems, providing debt relief and scaling up financial support.” –ECOSOC Vice President [Permanent Representative of Botswana], 18 June
  • “The first one is vaccines. When we look at the world today, we have over 30 people in every one hundred million who have been vaccinated. We have 2.6 on the [African] continent. So 30 people in the advanced economies, 2.6 [in developing] countries.” –Economic Commission for Africa, 18 June

Digital Technologies

  • “Technology and renewable energy are urgently needed, for the pandemic has highlighted the importance of digital technologies and e-commerce as a tool for continuing economic activities during the crisis. Regrettably, LDCs are completely left out from this field.” –Malawi on behalf of the LDC Group, May PrepCom
  • “Things like conflict, human rights, gender equality, governance or issues related to digital connectivity can have significant impact and must be part of these deliberations.” –New Zealand, May PrepCom
  • “We also need new commitments to build productive capacities in the health and education sectors, investing in digital infrastructure, science, technology and innovation, designing and implementing green industrial policies and diversification of economic and export structures.” –Botswana,18 June
  • “…measures to build digital infrastructure, knowledge and technology-based societies in LDCs are critical to that 2030 trajectory and in closing the digital divide.” –Malawi on behalf of theLDC Group, 18 June
  • “At the core of the 2030 Agenda is our declared goal to leave no one behind. We must work towards universal and equitable access, and this means investment in digital infrastructures and technologies. This investment in connectivity is a key ingredient to building back better and building resilience against future shocks,…extending digital technology to all, including remote areas to connect rural-urban supply chains can be done in cost effective ways and surely will contribute to alleviating poverty…” –High Representative of LDCs, LLDCs, & SIDS, 18 June
  • “This is a moment where we can invest significantly together in a global digital, inclusive economy. These are unique moments that are both critical in terms of coping with a crisis, but also an accelerating recovery.” –Achim Steiner UNDP, 18 June

Trade

  • “We want to see renewed and reinvigorated commitment of development partners and the countries of the South…in areas of trade.” –Malawi on behalf of the LDC Group, May PrepCom
  • “Turkey strongly supports the inclusion of solid commitments to build productive capacities in LDCs to promote structural economic transformation, mobilizing domestic resources and creating enabling environments for private investment as the laws preventing unfair trade and financial rules, subsidies and other policies should be part of our discussions…” –Turkey, May PrepCom
  • “…according to the latest reports, LDCs have not improved their participation in world trade during the Istanbul Programme of Action and faced numerous structural challenges for financial resources and capacity building.” –Brazil, May PrepCom
  • “Financing and the implementation of suitable well-managed financing mechanisms are difficult to address and even more difficult to accomplish. Least Developed Countries are still marginalized from the decision-making processes including those pertaining to global trade and finance.” –Eritrea,18 June
  • “I encourage you to use this meeting to consider measures that will address the long-standing flaws in the prevailing multilateral trade and financial and debt architecture and bring the outcome of your discussions.” –President of the General Assembly, 18 June

Investment

  • “The situation has worsened. Remittances have declined, while flows of foreign direct investment have decreased significantly and official development aid remains under pressure as donor countries themselves struggle with their own economic woes.” –UN Secretary-General, 18 June
  • “The right policy and institutional frameworks must be put in place to facilitate an unprecedented investment push in the productive capacities of LDCs. The evidence has shown that LDCs with more productive capacities have been better equipped to withstand COVID-19.” –President of the General Assembly, 18 June
  • “These countries are struggling to service their debts and have to make a painful choice at the expense of much needed investment in health, education, and social protection in the context of an unrelenting pandemic…. …And as we work to recover from the impacts of the pandemic, the support by the international community is needed for LDCs to introduce new financing tools and investment products to overcome the challenges increasingly faced by these countries.” 
    –ECOSOC Vice President [Permanent Representative of Botswana], 18 June
  • “Almost half of the LDCs are now assessed at a high risk of debt distress or in debt distress. While we commend the Debt Service Suspension Initiative, a more aggressive and comprehensive debt relief measure is urgently needed for LDCs. Special Drawing Rights allocations of US$650 billion can ease pressure on the current account balances of LDCs and reduce some financing gaps.” –President of the General Assembly, 18 June

Funding

  • “As the means of implementation are critical, we want to see renewed and reinvigorated commitments of our development partners… these include…launching of different bonds and guarantee schemes for LDCs to address funding gaps and build resilience against future shocks.” –Malawi on behalf of the LDC Group, 18 June
  • “LDCs have not improved their participation in world trade during the Istanbul Programme of Action and have faced numerous structural challenges for financial resources and capacity building…” –Brazil, May PrepCom
  • “The risks to the achievement of the SDGs in LDCs from a lack of ambitious and transformative global development, finance and policy responses cannot be overstated. The annual financing gap to achieve the SDGs by 2030 was US$2.5 trillion before the pandemic. It is now US $4.2 trillion, and ODA remains a key mechanism to support and support the LDCs.” –President of the General Assembly, 18 June
  • “Debt cancellation is what is needed for the LDCs to avoid widespread defaults and to facilitate investment in recovery.”
    –ECOSOC Vice President [Permanent Representative of Botswana], 18 June
  • “We must strengthen domestic resource mobilization of least developed countries too and close international tax loopholes. We must reverse the decline in official development assistance and step up…triangular cooperation. And we must put in place the incentives to reverse the decline in foreign investment and ensure that long term private international capital flows promote sustainable risk, informed, resilient and inclusive economies.” –UN Secretary-General, 18 June

Climate Change

  • “Climate change and associated natural disasters are taking a heavy toll on the lives and livelihoods of LDCs. If we cannot build our coping capacity, LDCs will continue to lose decades of gains by recurring shocks and crises.” –Malawi on behalf of the LDC Group, May PrepCom
  • The pandemic has demonstrated that all aspects of our planet, including ourselves, are inextricably linked. We will all suffer if LDCs cannot recover from COVID-19 and LDCs will suffer if we do not fulfill our international commitments, including on climate where they have the least capacity to absorb the costs of adaptation.” –President of the General Assembly, 18 June
  • “Energy transition investment is the key driver to meet the net zero emission targets of the LDCs. It is an investment that can help transform and reinvigorate economies, support the recovery phase and create a wide range of jobs.” –High Representative for LDCs, LLDC, & SIDS, 18 June
  • “Climate change induced disasters that are happening with high frequency and intensity are also a common phenomenon in LDCs. This has caused further loss in income and investment opportunities in these countries.”
    –ECOSOC Vice President [Permanent Representative of Botswana], 18 June
  • “Most will likely take several years to reach the level of GDP per capita they had in 2019 and for some possibly five years or more. All of this is compounded by intensifying climate impacts, such extreme weather events which cripple communities and impede development….So we must ensure that the goal to mobilize US$100 billion in climate finance annually for developing countries is met or exceeded before this year’s United Nations climate conference.” –UN Secretary-General, 18 June

SDGs

  • “Yet, in six years after the adoption of [the 2030 Agenda and the Addis Ababa Action Agenda on FfD] implementation is nowhere to be seen. How do we assure ourselves that the other goals and targets will not face a similar fate? How do we explain the failure to scale up collective action to match the collective ambition?” –Nepal, 18 June
  • “Most importantly, it [DPoA] must outline that the 2030 Agenda presents the roadmap for more prosperous, peaceful, just and greener societies. Our focus should not be on reiterating these goals and targets, but rather on identifying the specific issues and actions that will best support LDCs achieving them.”
    –New Zealand, May PrepCom
  • “It is estimated that LDCs will take at least five years to return to their pre COVID status. Achievement of the 2030 Agenda is severely at risk.” –President of the GA, 18 June
  • “With weak economic growth and existing inequalities and vulnerabilities rising, the prospects for achieving the 2030 Agenda become even more unlikely.” –ECOSOC Vice President [Permanent Representative of Botswana], 18 June
  • “Poverty, hunger, malnutrition, maternal and child mortality and lack of capacity to develop sustainably present serious challenges which are directly linked to the fulfillment of the goals established in the Istanbul Programme of Action and in the 2030 Agenda.” –Portugal, 18 June
  • “Our conversations have to address the international economic models, norms and institutions that are often rigged against the billions living in the developing world.” –Eritrea, 18 June

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Familienfreundliche Arbeitsplätze – was sie sind und was sie leisten

Unicef - 15. Juli 2021 - 17:24
Nicht erst seit Covid-19 ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema. Doch was genau macht einen Arbeitsplatz eigentlich familienfreundlich und warum ist die Förderung familienfreundlicher Arbeitsplätze so wichtig?
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Bildung hat für viele geflüchtete und migrierte Kinder und Jugendliche größten Stellenwert

Unicef - 15. Juli 2021 - 17:00
In einer aktuellen UNICEF-Umfrage anlässlich des Welttags der Jugendkompetenz sagen fast 40 Prozent der jungen Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte, dass ihre Bildung und Ausbildung für sie oberste Priorität haben. 
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Kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland: Stand und Perspektiven

DIE - 15. Juli 2021 - 15:04

Zunehmend und auf vielfältige Art und Weise zeigen deutsche Kommunen im In- und Ausland entwicklungspolitisches Engagement. Über die Hintergründe und Ausgestaltung ihres Engagements aber ist sehr wenig bekannt.
Vor diesem Hintergrund hat das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) eine Bestandsaufnahme der Kommunalen Entwicklungspolitik (KEpol) in Deutschland gemacht. Finanziert wurde sie von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW). Auf Grundlage einer bereits 2009 vom DIE durchgeführten Studie (Fröhlich & Lämmlin, 2009) sollten Entwicklungstrends in diesem kommunalen Politikfeld ausgemacht werden. Zu diesem Zweck führte das DIE in Kooperation mit dem Deutschen Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) eine deutschlandweite Befragung von Kommunen durch, die auch vertiefende qualitative Interviews mit Vertreter*innen von Kommunen und relevanten Bundes- und Länderinstitutionen umfasste.
Wie die Ergebnisse zeigen, wächst in Deutschland die KEpol infolge verbesserter politischer Rahmenbedingungen und beeinflusst durch veränderte globale Leitbilder (z. B. Agenda 2030). Bei größeren Kommunen ist der Anteil entwicklungspolitisch aktiver Kommunen deutlich höher als bei kleineren. Häufig konzentrieren sich kleinere Kommunen auf niedrigschwellige Aktivitäten mit geringeren Anforderungen an das Projektmanagement wie z.B. die Förderung von fairem Handel.
In einigen Fällen organisieren sie sich in Verbundprojekten. KEpol umfasst ein breites thematisches Spektrum, das von der Informations- und Bildungsarbeit bis hin zu vielfältigen Partnerschaften mit Kommunen im Globalen Süden reicht. Bei den Kooperationen der kommunalen Verwaltungen nehmen die Zahl und die Vielfalt der Akteure sowie ihre Funktionen zu. Sie agieren als Umsetzende, Multiplikator*innen und Vernetzende. Dem internationalen Engagement und den entsprechenden Aktivitäten der Kommunen liegt nicht zuletzt ein Eigeninteresse zugrunde. Beispielsweise, um international Verantwortung zu übernehmen
oder um für neue Mitarbeitende attraktiv zu sein.
Entwicklungspolitik ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. KEpol gehört dabei zu den freiwilligen kommunalen Tätigkeiten und wird daher nicht überall praktiziert. Oft sind personelle Kapazitäten unzureichend und benötigte Kenntnisse über die diversen Themenfelder komplex. Zum Teil schätzen Kommunen den mit dem KEpol-Projektmanagement verbundenen Aufwand als zu hoch ein.
Nichtsdestotrotz leisten Kommunen durch ihr Engagement einen zentralen Beitrag zur transnationalen Nachhaltigkeitspolitik. Sie ermöglichen es insbesondere, die globalen Ziele kontextspezifisch umzusetzen beziehungsweise sie zu lokalisieren. Als spezifischen Vorteil bietet KEpol die Nähe zu den Bürger*innen und den direkten Kontakt zu lokalen Akteuren im In- und Ausland. Zurzeit ist allerdings der kommunale Beitrag gemessen an den gängigen Maßzahlen und Indikatoren der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) (etwa der Official Development Assistance, ODA) noch zu wenig erkennbar. Kommunen weiterhin und vor allem unbürokratisch zu unterstützen ist wichtig, damit KEpol in aktiven und bislang noch nicht aktiven Kommunen ihr volles Potenzial entfalten kann.

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15. Juli 2021

ONE - 15. Juli 2021 - 12:49

1. UNAIDS: Corona erschwert Kampf gegen HIV

Tagesschau.de, der Tagesspiegel, die Ärztezeitung und Evangelisch.de berichten über eine neue Studie des Gemeinsamen Programms der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS). In großen Teilen des südlichen Afrikas habe die Pandemie die Fortschritte der HIV-Bekämpfung um bis zu zehn Jahre zurückgeworfen. Wegen der coronabedingten Einschränkungen wurden insgesamt weniger Menschen auf HIV getestet und weniger HIV-positive Menschen medizinisch behandelt. Um die Gesundheitssysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern zu entlasten, fordere UNAIDS eine gerechtere Verteilung der Corona-Impfstoffe. Zwei Drittel aller HIV-positiven Menschen leben in Subsahara-Afrika, wo erst drei Prozent der Bevölkerung geimpft seien. Die Impfstoffe könnten Millionen von Leben retten, würden aber von Industrieländern und Konzernen zurückgehalten, kritisierte das Hilfsprogramm. Bei der weltweit größten HIV-Wissenschaftskonferenz kommenden Sonntag in Berlin stehe der Einfluss der Corona-Pandemie auf den weltweiten Kampf gegen Aids im Mittelpunkt.

 

2. Doppelt so viele Tote auf Mittelmeerroute

Das Handelsblatt, die Tageszeitung, ZDF.de und die Stuttgarter Nachrichten thematisieren die Zahlen der Todesopfer unter den Geflüchteten auf der Mittelmeerroute. Wegen der Corona-Pandemie sei im vergangenen Jahr die Zahl der Menschen, die übers Mittelmeer Europa erreichen wollten, zurückgegangen – doch in diesem Jahr sei der Pandemie-Effekt deutlich geringer. Auf den Migrationsrouten seien nach UN-Zahlen von Januar bis Ende Juni mehr als doppelt so viele Menschen ums Leben gekommen wie im gleichen Zeitraum in 2020. Gleichzeitig versuchten bislang 58 Prozent mehr Menschen, das Mittelmeer Richtung Europa zu überqueren. Die nordafrikanischen Länder stoppten fast 37 Prozent mehr Flüchtende auf ihrem Weg nach Norden. Die UN-Organisation für Migration (IOM) beklage, dass die zivilen Hilfsorganisationen weiterhin mit “erheblichen Hindernissen” konfrontiert seien, da die meisten ihrer Schiffe in europäischen Häfen festgesetzt werden.

 

3. Rufe nach Patentaussetzung werden lauter

Die Diskussion um die Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe thematisieren heute die Frankfurter Rundschau, Tagesschau.de und Evangelisch.de. Viele Nichtregierungsorganisationen und mehr als 130 Staaten fordern die vorübergehende Freigabe der Patente, damit die Vakzine weltweit so schnell wie möglich in ausreichendem Umfang produziert werden kann. Einige Länder, dazu zähle auch Deutschland, seien bisher dagegen. Die Bundeskanzlerin treffe sich heute mit US-Präsident Joe Biden – der Patentschutz könne dabei eine Rolle spielen. Außenminister Heiko Maas habe sich dem Thema gegenüber bereits offen gezeigt. Die Priorität liege kurzfristig aber bei der Verbesserung von Lieferketten und dem Aufbau von Produktionsstätten in Ländern mit geringerem Einkommen. Ohne Solidarität bei der Impfstoffverteilung werde, so Maas, “Delta nicht die letzte Variante gewesen sein, die wir besiegen müssen.”

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Nobelpreisträger und NGOs fordern von Bundeskanzlerin Merkel Freigabe der Impfpatente

Baustellen der Globalisierung - 15. Juli 2021 - 11:13

 

Friedensnobelpreisträger Professor Mohammad Yunus und 65 führende zivilgesellschaftliche Organisationen der People's Vaccine Alliance fordern anlässlich Bundeskanzlerin Merkels Treffen mit US-Präsident Biden an diesem Donnerstag die deutsche Bundesregierung auf, die Patente auf Covid-19-Impfstoffe auszusetzen. Die gesamte Woche über finden Protestaktionen in Deutschland und den USA statt, um den Druck auf Merkel zu erhöhen, sich der Biden-Administration anzuschließen und einen Verzicht auf Patente bei der Welthandelsorganisation (WTO) zu unterstützen. 

 

Die People's Vaccine Alliance und Yunus weisen die Aussagen von Bundeskanzlerin Merkel zurück, dass die bestehenden Regelungen ausreichen würden, um Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen die Herstellung eigener Impfstoffe zu ermöglichen. Humanitäre Organisationen wie Brot für die Welt, Oxfam, Amnesty International, Avaaz, Action Aid, Global Justice Now und Public Citizen fordern eine Verzichtserklärung für den Schutz geistigen Eigentums. Der Verzicht auf geistiges Eigentum sei die einzige Möglichkeit, die Impfstoffproduktion weltweit auszuweiten, damit auch Menschen in ärmeren Ländern Zugang zu dem lebenswichtigen Schutz gegen COVID-19 haben, so die People's Vaccine Alliance.

 

Die tödliche dritte Covid-19-Welle, ausgelöst durch die Delta-Variante, bricht derzeit über die Welt herein. In Uganda, einem Land mit 45 Millionen Einwohnern sind bisher nur 4.000 Menschen vollständig geimpft worden. In Bangladesch führt die Delta-Variante zur Überlastung des Gesundheitssystems, die Zahl der Todesfälle steigt rapide an. Deutschland hingegen hat mit seinen 83 Millionen Einwohnern bereits 77 Millionen Dosen Impfstoff verabreicht, 24 Millionen mehr als der gesamte afrikanische Kontinent mit 1,4 Milliarden Einwohnern. 

 

Mehr als 130 Länder haben eine Aussetzung der Patente für Covid-19-Impfstoffe und Behandlungen gefordert. Ursprünglich von Indien und Südafrika empfohlen, unterstützen auch die USA und die EU-Staaten Frankreich und Spanien diesen Schritt. Indem die deutsche Regierung auf der Aufrechterhaltung des Patentschutzes beharrt, setzt sie Menschenleben aufs Spiel. 

 

Mit dem mRNA-Impfstoff hat BioNTech/Pfizer einen der wirksamsten Impfstoffe gegen COVID-19 entwickelt und damit einen Erfolg für die Menschheit erzielt. Doch gerade einmal 0,2 % der Dosen des Impfstoffs, den die deutsche Firma BioNTech in Zusammenarbeit mit Pfizer produziert hat, sind an Länder mit niedrigem Einkommen gegangen. Obwohl Studien zeigen, dass die Herstellung des Impfstoffs nur 1,17 US-Dollar kostet, wird der Impfstoff für durchschnittlich 18 US-Dollar pro Dosis verkauft, was ihn zu einem der teuersten COVID-19-Impfstoffe macht. BioNTech hat 556 Mio. € an öffentlicher Finanzierung erhalten. Gerade deshalb sollte sich die deutsche Regierung jetzt für die Freigabe der Patente einsetzen, um weltweit Leben zu retten.
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Agenda 2030: Bundesregierung darf kein Kind zurücklassen

Unicef - 15. Juli 2021 - 10:00
Statement von UNICEF Deutschland zum Freiwilligen Staatenbericht Deutschlands über die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele
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How to Move from Thinking to Acting for More Sustainability? Join Our weiter_wirken Final Event on 1 September 2021!

SCP-Centre - 15. Juli 2021 - 9:45

How to close the intention-action gap, or in other words, move from thinking to acting for more sustainability? This was the leading question behind the work of the project “weiter_wirken”, a training and networking programme that the CSCP carried out in collaboration with the Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen and ecosign / Akademie für Gestaltung during 2020 and 2021.

The programme built on our successful experience with the  Academy of Change (AoC) and brought it into the context of North Rhine-Westphalia to not only challenge conventional belief systems and practices, but also generate creative ways to introduce and promote more sustainable ones. Throughout numerous workshops, non-governmental organisations (NGOs) that work toward more social and environmental sustainability were trained to design and communicate their projects more effectively and thus increase their positive impact.

The participants did not only learn insights from behavioural science, e.g., why it is important to know your target group and where to get that information, they also had the chance to apply this knowledge within their projects and to exchange in smaller groups between the programme’s workshops. For many participants, this virtual exchange was particularly important, as it offered them the chance to make new professional contacts despite the lockdown. At the end of the training, the participants had a 10-step plan with helpful tasks and tools to make their projects more effective. After the programme’s end, they will have the opportunity to stay in touch through a community of practice.

To conclude this successful collaboration, on 1 September 2021, weiter_wirken holds its final event at the Natur- und Umweltschutzakademie (NUA) in Recklinghausen, focusing on the following topics:

– How can findings from behavioural research contribute to the promotion of sustainable behaviour?
– How can we better understand the concerns of respective target groups and take them into account in the design and implementation of sustainability projects?
– Which models and tools are suitable to support more sustainable behaviours and how can they be implemented in practice in projects?

These questions will be explored with the programme participants, field experts, and the project team during in-depth workshops as part of the final event. Do you work on sustainability-related topics and are interested to learn how behaviour change know-how can support you to achieve more impact? Then, join the weiter_wirken final event and take part in our workshops!

For further information and to register, please go to the weiter_wirken website.

The event is scheduled to take place in person, but this might be subject to change as the weiter_wirken project team is diligently monitoring Corona-related developments. In order to comply with existing hygiene measures, registrations will have to be considered in incoming order.

‚weiter_wirken‘ is a non-profit initiative of the CSCP and its cooperating partners Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen and ecosign/ Akademie für Gestaltung. The project is funded by the Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.

For further questions, please contact Christian Malarciuc.

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WHO und UNICEF: Millionen Kinder verpassen wichtige Impfungen

Unicef - 15. Juli 2021 - 9:00
Laut aktueller Erhebungen von WHO und UNICEF haben im Jahr 2020 23 Millionen Kinder grundlegende Routineimpfungen verpasst – 3,7 Millionen Kinder mehr als 2019. 
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Highlights von den Eine Welt-Promotor*innen: Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

SID Blog - 14. Juli 2021 - 18:58
Die aktuelle Ausgabe der Highlights widmet sich der Zusammenarbeit mit wirtschaftlichen Akteur*innen
Highlights aus dem Eine Welt-Promotor*innen-Programm 2021 THEMA: Zusammenarbeit mit der Wirtschaft Liebe Eine Welt-Engagierte und Interessierte,

am 11.06.2021 hat der Bundestag das Lieferkettengesetz beschlossen – ein großer Schritt für Menschenrechte und Umwelt in den globalen Lieferketten! Ob es auch langfristig einen Grund zur Freude gibt, erzählt uns Markus Schwarz in dieser Ausgabe.

Wirtschaftliche Akteur*innen zu adressieren, gehört verstärkt zu den Aufgaben der Eine Welt-Promotor*innen. Für ihre gute Zusammenarbeit gibt es viele Beispiele, von denen wir in dieser Ausgabe exemplarisch einige vorstellen.

Sommerliche Grüße,
Michaela Zischek, Fachstelle Social Media und Digitalisierung in der Eine Welt-Arbeit
     
PS: Die Printversion der Highlights steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung:
https://einewelt-promotorinnen.de/highlights „Markus, wird mit dem neuen Lieferkettengesetz globale Unternehmensverantwortung künfitg zum neuen Standard?

„Das Lieferkettengesetz ist ein großer Erfolg für alle, die sich seit langem für die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutz entlang der Lieferkette einsetzen.

Darauf haben wir als zivilgesellschaftliche Eine Welt-Akteur*innen beharrlich hingewirkt. Auch viele Unternehmen forderten ein Gesetz, um Wettbewerbsgleichheit bei sozial verantwortlichen Handelspraktiken herzustellen.

Leider wird das aktuelle Lieferkettengesetz nur wenige deutsche Unternehmen verpflichten, ihre Sorgfaltspflichten einzuhalten. Weil es schwächer ausgestattet ist als erhofft, müssen wir weiter Konsument*innen und Produzent*innen für die globalen Auswirkungen ihres Handelns sensibilisieren. Neben dem Privaten bleibt zentral, dass der öffentliche Einkauf seine Marktmacht einsetzt.

Dennoch: das Gesetz ist ein wichtiger Schritt."

Markus Schwarz Bundeskoordinator für öko-sozialen Konsum, Produktion und Lieferketten arbeitet bei Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI) NORDRHEIN-WESTFALEN:
www.eine-welt-netz-nrw.de Modebranche: Mit Nachhaltigkeit aus der Krise?

„Fast Fashion" ist in der Krise. Nachhaltige Modelabels und öko-faire Concept Stores berichteten der Wirtschaftsförderung verschiedener Kommunen von ihren mutmachenden Erfahrungen. Promotor*innen organisierten den Austausch. zum Praxisbeispiel BERLIN
www.eineweltstadt.berlin

Die Fanshops im Fußball: Fair produziertes Merchandise

Zu den Milliardenumsätzen der Fußballvereine trägt auch der Verkauf von Merchandise-Artikeln bei. Eine Welt-Promotor Michael Jopp diskutierte mit Unternehmen und Fußballclubs welchen Beitrag die Profivereine zum Fairen Handel leisten können.

zum Praxisbeispiel HESSEN
www.epn-hessen.de IHK Darmstadt: Nachhaltiger Einkauf im Betrieb

Viele Unternehmen beschäftigt aktuell die Frage, welche Verantwortung sie in einer globalisierten Gesellschaft haben. Beim digitalen ‚Tag der Nachhaltigkeit' der IHK Darmstadt gab Eine Welt-Promotorin Maria Tech Anregungen für faire Beschaffung im Betrieb. zum Praxisbeispiel SACHSEN:
www.einewelt-sachsen.de Rohstoffabbau in Bolivien: Forschungsprojekte sensibilisieren

Die Nachfrage nach Lithium für Elektroauto-Batterien steigt immer stärker an. Eine Welt-Promotor Oscar Choque sensibilisiert Forschungsprojekte und Unternehmen in Sachsen für die Problematik der Ressourcengerechtigkeit. zum Praxisbeispiel NIEDERSACHSEN
www.ven-nds.de

Leerstehende Gewerbeflächen: Die „Eine Welt-Sch(l)aufenster"

In Kooperation mit lokalen Einzelhändler*innen und Produzent*innen entstanden in Niedersachsen die „Eine Welt-Sch(l)aufenster". In leerstehenden Schaufenstern zeigte eine Ausstellung am Beispiel Ernährung globale Zusammenhänge auf.

zum Praxisbeispiel Das Eine Welt-Promotor*innen-Programm wird getragen von einem Konsortium aus
           
Gefördert von Engagement Global im Auftrag des
    gemeinsam mit allen 16 Bundesländern.

Für den Inhalt sind allein die Herausgeberinnen (agl e.V. und SNSB) verantwortlich. Bildquellen:
Startbild: Anna Rozkosny, Nordrhein Westfalen: Bettina Steinacker/ Faire Metropole Ruhr, Sachsen: HZDR, Berlin: Jennifer Marke, Hessen: Sketchnote Christopher Henke, Niedersachsen: VEN e.V.
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Am Sudhaus 2, 12053 Berlin

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