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Fairer Handel: Solidarisch durch die Krise - Entschlossen in die Zukunft

SID Blog - 14. Juli 2021 - 18:57
Berlin, 14.07.2021 – Nach über einer Dekade im Aufwind ist der Umsatz mit fairen Produkten in Deutschland infolge der Corona-Pandemie erstmalig zurückgegangen. Doch die Fair-Handels-Bewegung ist es gewohnt, gegen den Strom zu schwimmen. „Fair-Handels-Unternehmen wollen mit ihren Handelspartnern durch die Krise kommen, nicht auf deren Kosten", erklärt Matthias Fiedler, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel (FFH). „Dass die deutschen Supermärkte und Discounter in der Corona-Krise Rekordgewinne eingefahren haben, verdeutlicht, woran das System krankt", kritisiert Fiedler anlässlich der Jahrespressekonferenz des FFH. „Viele der Menschen, die uns ernähren, kämpfen täglich um ihr Überleben, weil sie Preise akzeptieren müssen, die nicht einmal die Produktionskosten decken", erklärt Andrea Fütterer, Vorstandsvorsitzende des FFH. Deswegen fordert das FFH anlässlich seiner Jahrespressekonferenz in Berlin ein Verbot von Dumpingpreisen für Lebensmittel. Das wäre ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer sozial-ökologischen, zukunftsfähigen Wirtschaft. Was die wirtschaftliche Entwicklung des Fairen Handels in Deutschland betrifft, gibt die aktuelle Verbraucher*innenbefragung zum Fairen Handel Anlass zu Optimismus: Denn immer mehr Menschen in Deutschland greifen zu fairen Produkten.

 

Umsatzentwicklungen im Corona-Jahr 2020

Im Geschäftsjahr 2020 gaben die Verbraucher*innen in Deutschland 1,8 Milliarden Euro für Produkte aus Fairem Handel aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Umsatzrückgang von 2,9 %. Im Durchschnitt gaben die Verbraucher*innen in Deutschland pro Kopf 21,63 Euro für faire Lebensmittel und Handwerksprodukte aus. 78 % des Umsatzes wurden mit fairen Lebensmitteln generiert, alleine 30 % davon mit Kaffee.

Die anerkannten Fair-Handels-Unternehmen vertrieben im vergangenen Jahr fair gehandelte Waren im Wert von 207 Millionen Euro (- 8,4 %). Dieser Rückgang hängt vor allem mit geringeren Verkäufen in den Weltläden infolge von Lockdowns sowie Umsatzeinbrüchen im Außer-Haus-Bereich zusammen.

In den Weltläden, den Fachgeschäften des Fairen Handels, wurden Waren im Wert von 72 Millionen Euro verkauft (- 13,3 %). Die Einbußen gegenüber dem Vorjahr sind vor allem mit Ladenschließungen und leeren Innenstädten infolge der Pandemie zu erklären. Insgesamt sind die Weltläden als wichtige Pfeiler des 100 % Fairen Handels jedoch gut durch die Krise gekommen – Geschäftsaufgaben ließen sich verhindern.

Wie auch in den Vorjahren wurde der größte Teil des Umsatzes mit Fairtrade-gesiegelten Produkten generiert (1,45 Milliarden, - 3,2 %). Diese Produkte sind häufiger in Supermärkten und auch Discountern verfügbar, was die geringeren Umsatzrückgänge erklärt. Hingegen setzte der „Faire Handel im Norden" 2020 seinen Erfolgskurs fort. Der Umsatz mit fair gehandelten Produkte aus Europa belief sich auf 136 Millionen Euro, was einem Plus von 13 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Im Fairen Handel stehen immer Menschen und Umwelt vor dem Profit. Das hat sich natürlich auch in Krisenzeiten nicht geändert", erklärt Matthias Fiedler. „Und so sind Fair-Handels-Akteure 2020 an die wirtschaftliche Schmerzgrenze gegangen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Dass unser derzeitiges Wirtschaftssystem dies nicht honoriert, sondern menschenrechtliche Sorgfalt und nachhaltiges Wirtschaften zum strukturellen Nachteil werden lässt, ist ein Skandal, der durch die Corona-Krise nochmal deutlicher hervortritt", kritisiert Fiedler.

 

Licht und Schatten – fair und konventionell: Blick auf einzelne Produkte

In Folge von Lockdowns und Homeoffice wurde in Deutschland 2020 mehr Fair Trade Kaffee zuhause getrunken. Im Geschäftsjahr 2020 ist der Absatz von fair gehandeltem Kaffee im Vergleich zum Vorjahr auf 27.394 Tonnen gestiegen (+ 4,6 %). Der Marktanteil von Kaffee aus Fairem Handel liegt weiterhin bei über 6 %.

Erstmalig seit 1999 verzeichen Fairtrade-gesiegelte Bananen in 2020 einen Absatzverlust

(- 14 %). Dieser ist vornehmlich auf den extremen Preiskampf der großen Discounter zurückzuführen. Die soziale, ökologische und ökonomische Rechnung für diesen Unterbietungswettlauf bezahlen die Bananen-Produzent*innen im Globalen Süden.

Positiv hat sich der Absatz fairer Schokolade in Deutschland entwickelt: 4.598 Tonnen wurden 2020 verkauft, was einem Absatzplus von über 32 % entspricht. Diese Entwicklung ist umso erfreulicher, da die Bedingungen im konventionellen Kakaosektor – den langjährigen Lippenkenntnissen der Industrie zum Trotz – bitter sind. Insbesondere auf westafrikanischen Kakaofarmen ist ausbeuterische Kinderarbeit nach wie vor weit verbreitet. Um die Kinderarbeit im konventionellen Kakaosektor abzuschaffen, braucht es flächendeckende Strategien zur Erzielung von existenzsichernden Einkommen für Kakaohaushalte. Im Fairen Handel wird dies sehr ernst genommen. So hat Fairtrade International Ende 2019 seinen Kakaopreis angehoben und einen Fairtrade Living Income Reference Price für Kakao berechnet. Fair-Handels-Unternehmen gehen häufig noch einen Schritt darüber hinaus.

 

Dumpingpreise zügig verbieten

Obwohl auf dem konventionellen Kaffee-, Bananen- und Kakaomarkt Milliardenerträge erwirtschaftet werden, sind die Einkommen der Erzeuger*innen nicht existenzsichernd. Daraus folgen in vielen Fällen Hungerlöhne und schlechte Arbeitsbedingungen von angestellten Arbeiter*innen auf den Feldern sowie ausbeuterische Kinderarbeit. Um existenzsichernde Einkommen und Löhne am Anfang von Agrarlieferketten zu ermöglichen, muss dringend die Preisfrage adressiert werden. Hierbei darf die unterschiedliche Machtverteilung in globalen Lieferketten nicht übersehen werden. Denn durch ihre Vormachtstellung können Unternehmen am Ende vieler Lieferketten Liefer- und Markteintrittskonditionen sowie Preise diktieren. Mit dem "Gesetz zur Stärkung der Organisationen und Lieferketten im Agrarbereich", welches im Mai 2021 verabschiedet wurde, wurden einige der gravierendsten unlauteren Handelspraktiken entlang globaler Lieferketten im Agrar- und Lebensmittelhandel verboten. Das ist ein Fortschritt, doch was fehlt, ist u. a. ein Verbot von Dumpingpreisen. „Immerhin hat der Bundestag beschlossen, ein gesetzliches Verbot des Einkaufs von Lebensmitteln unterhalb der Produktionskosten zu prüfen. Die neue Bundesregierung sollte diese Prüfung nun zügig durchführen und ein Verbot schnellstmöglich umsetzen, um den regelmäßigen Preiskämpfen der großen Lebensmitteleinzelhändler entgegenzuwirken", fordert Andrea Fütterer im Namen des FFH. Laut der aktuellen Verbraucher*innenbefragung zum Fairen Handel befürworten 77,5 % der Menschen in Deutschland ein Verbot von Preisen, die nicht die Produktionskosten decken.

 

Entschlossen in die Zukunft

„Das jüngst verabschiedete Lieferkettengesetz und das Verbot von unlauteren Handelspraktiken sind erste Schritte auf dem Weg zu einem Handel, der Arbeits- und Menschenrechte schützt", betont Andrea Fütterer. „Auch wenn beide Gesetze dringend nachgebessert werden müssen, bestätigen und bestärken sie das politische Engagement der Fair-Handels-Bewegung", so Fütterer weiter. „Der Faire Handel hat in Folge der Pandemie einen wirtschaftlichen Dämpfer erhalten, er geht jedoch politisch stärker und entschiedener daraus hervor", betont Fütterer. Die aktuelle Verbraucher*innenbefragung zum Fairen Handel zeigt, dass die politischen Forderungen des FFH für eine faire sozial-ökologische Transformation insgesamt große Zustimmung genießen. So spricht sich eine Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen dafür aus, mächtige Unternehmen zu regulieren, wenn diese Lieferanten zunehmend unter Druck setzen und Preise drücken (85,4 %). Doch auch, was die wirtschaftliche Zukunft des Fairen Handels in Deutschland betrifft, gibt die Verbraucher*innenbefragung Grund zur Zuversicht: Inzwischen kaufen 71 % der Befragten fair gehandelte Produkte (2018 waren es 69 %). Seit der ersten Erhebung in 2009 hat sich der Anteil der Menschen, die zu fairen Produkte greifen, stetig erhöht. 

 

Service

Die Broschüre „Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel 2021", das Factsheet „Auf einen Blick: Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel" sowie Infografiken zur honorarfreien Verwendung stehen Ihnen am 14.07. ab ca. 10:30 Uhr unter www.forum-fairer-handel.de/presse als Download zur Verfügung.

 


Covid-19 verdoppelt Sterberisiko für HIV-Infizierte

DSW - 14. Juli 2021 - 15:47
Zwei Drittel der HIV-Infizierten leben in Subsahara-Afrika. Frauen und Mädchen besonders betroffen. Impfstoffmangel besorgniserregend.

Hannover, 14. Juli 2021. Laut des heute veröffentlichten UNAIDS-Berichtes haben Menschen, die mit HIV leben, ein doppelt so hohes Risiko an Covid-19 zu sterben wie die Allgemeinbevölkerung. Die meisten von ihnen hatten Mitte 2021 keinen Zugang zu Covid-19 Impfstoffen. Besonders betroffen sind Menschen in Afrika südlich der Sahara. Dort leben zwei Drittel (67 Prozent) der Menschen, die mit HIV infiziert sind. Mädchen und junge Frauen in dieser Region trifft es besonders hart: Sechs von sieben HIV-Neuinfektionen bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren betreffen Mädchen. Damit sind Frauen und Mädchen zwischen 15 und 24 Jahren doppelt so häufig mit HIV infiziert wie Jungen und Männer. Darauf macht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) mit großer Besorgnis aufmerksam.

„Menschen, die mit HIV leben, haben ein besonders hohes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Daher ist es umso wichtiger, dass sie gegen Covid-19 geimpft werden. Wegen der ungerechten Verteilung der Impfstoffe liegen die Länder, in denen die meisten Menschen mit HIV leben, bei den Impfungen am weitesten zurück. Bundeskanzlerin Merkel sollte ihren Besuch bei US-Präsident Biden nutzen, um gemeinsam schnellere Schritte hin zu mehr Impfgerechtigkeit zu gehen“, sagt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW).

Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Weitere Informationen

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Gesund und nachhaltig mit System

Welthungerhilfe - 14. Juli 2021 - 15:36
Während an der peruanischen Küste Agrarkonzerne Avocados für den Export produzieren, können sich immer weniger Familien ausreichend ernähren.
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The EU’s Carbon Border Adjustment – proceed with caution

DIE Blog - 14. Juli 2021 - 14:00

Today, the European Commission presented its “Fit-for-55” proposal which includes a Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM). The CBAM would impose a levy on imports into the EU based on their CO2 content from 2023. As part of the European Green Deal, Commission President von der Leyen had announced this instrument two years ago in order to be able to implement more ambitious climate policy targets without energy-intensive sectors shifting their emissions abroad (carbon leakage). Following the Commission’s proposal, the CBAM must now be spelled out in detail by the EU member states and the European Parliament. Going forward, it is key to ensure that the CBAM is effective in fighting climate change, that it is WTO compatible and, above all, that it has as few ramifications as possible for foreign policy and for developing countries in particular.

International perceptions of the EU CBAM?

With its initiative, the EU is sending clear signals to the outside world. The EU wants to position itself once again as a global leader in climate policy in the run-up to the COP26 in November. On the international stage, however, numerous negative reactions to the EU initiative emerged – to the European Green Deal and to carbon border adjustments specifically. Several sceptical readings of the CBAM exist. One is that the EU wants to introduce the tool to improve domestic competitiveness. Another reading is that the EU ignores potential negative consequences for imports from small and poor countries. And lastly, the perception is that the EU is mainly interested in filling its coffers with the CBAM.

In light of the EU proposal, these concerns from partner countries are at least partially justified. The coming weeks and months will tell to what extent the EU will address them.

How to improve the EU CBAM

How could the EU CBAM be improved? We see the following three entry points as particularly important.

First: In the legislative process, the main purpose of the CBAM, namely climate protection, has to remain in focus and also be communicated internationally. The draft extends the existing EU emissions trading system by requiring importers to pay the actual EU CO2 price for goods purchased abroad in five sectors (steel, cement, electricity, fertilizer and aluminium). The data base on embedded CO2 is collected both from emissions data abroad and from default values. This approach requires a willingness to cooperate and has to be embedded in climate policy cooperation with the countries of origin.

Second, the EU has to ensure that poor countries are not negatively affected by the CO2 border adjustment. This is required both by the principles of the Paris Agreement and the special World Trade Organization rules for Least Developed Countries (LDCs). LDCs who supply very small amounts of energy-intensive goods to the EU should thus be excluded from the CBAM. This can be implemented simply by “de minimis“ clauses that relate to the quantities traded or by negotiating exemptions for particular countries.

Third, the EU should earmark most of the revenue from the CBAM for climate policy purposes in third countries. The focus should be on investments to decarbonise the five sectors covered by the CBAM in emerging and developing countries. Possible ways forward for revenue recycling include establishing investment funds or setting up bilateral climate partnerships.

The essential role of international cooperation

As international cooperation is key to the success of a CBAM, the EU has to address the concerns of partner countries. It needs to reflect on points from partner countries, and understand the Green Deal as a truly global deal. To this end, the European Commission, the European Parliament and the Member States have to consider basic fairness principles, impacts on the poor countries and engage in intensive discussions with major trading partners. Complementing the CBAM proposal with global diplomatic efforts, explaining the approach and negotiating details of application are crucial for its success. Only then will it be possible to prevent trade sanctions and further strengthen the EU’s claim to leadership in climate policy.

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Unsicherheit und Hunger: Humanitäre Hilfe in Tigray jetzt

Welthungerhilfe - 14. Juli 2021 - 13:57
Die Situation in der Region Tigray in Äthiopien bleibt auch nach dem einseitigen Waffenstillstand und dem Abzug der äthiopischen Regierungstruppen angespannt. Die Versorgungslage ist längst kritisch. Tausende Menschen sind auf der Flucht und auf Unterstützung angewiesen. Bündnis Entwicklung Hilft beobachtet die Situation mit großer Sorge und fordert sicheren Zugang für dringend benötigte humanitäre Hilfe.
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14. Juli 2021

ONE - 14. Juli 2021 - 12:45

1. Dutzende Tote nach Unruhen in Südafrika

Seit der Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Zuma gibt es großflächige Ausschreitungen in mehreren Regionen Südafrikas, über deren Verschärfung unter anderem die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung, der Tagesspiegel und die Deutsche Welle berichten. Mittlerweile gebe es mehr als 70 Tote durch gewalttätige Proteste. Plünderungen und Brandstiftungen haben wichtige Lieferketten unterbrochen und können Südafrika einem “großen Risiko von Lebensmittel- und Medikamentenunsicherheit” aussetzen, so Präsident Cyril Ramaphosa. Besonders während der Corona-Pandemie könne das lebensbedrohliche Folgen haben. Südafrika sei das am schwersten von dem Virus betroffene afrikanische Land. Die Pandemie habe die Wirtschaft in eine schwere Krise gestürzt und zu steigenden Arbeitslosenzahlen geführt.

 

2. UN-Studie warnt vor weltweiter Bildungsschere

Tagesschau.de und Deutschlandfunk thematisieren eine neue UN-Studie, die Bildungsunterschiede verschiedener Länder aufgrund pandemiebedingter Schulschließungen aufzeigt. In weniger als einem Drittel der Länder mit geringem oder mittlerem Einkommen seien alle Schüler*innen in den Unterricht zurückgekehrt. Die Gefahr von Bildungsrückständen und Schulabbrecher*innen sei groß. Vor allem Mädchen in Entwicklungsländern würde drohen, aus dem Bildungssystem herauszufallen. In den Daten aus 142 Ländern zeige sich teils ein erheblicher Unterschied in der Dauer des Schulausfalls und der Ersatzformen für Präsenzunterricht. In reichen Staaten seien die Schulen 2020 im Durchschnitt 53 Tage geschlossen geblieben, in Staaten mit einem mittleren Einkommen dagegen 115 Tage. Doch laut dem für Bildung zuständigen Unicef-Direktor Robert Jenkins genüge es nicht, die Klassenräume erneut zu öffnen. Es seien Förderprogramme nötig, um Rückstände aufzuarbeiten und besonders Mädchen und vulnerablen Kindern zu helfen.

 

3. Müller fordert Weitergabe von überschüssigen Impfdosen

Wie die Welt und die Rheinische Post berichten, sollen Industriestaaten Deutschlands Beispiel folgen und Impfdosen an von Armut betroffene Länder abgeben. Das fordere Entwicklungsminister Müller. Die ungleiche Verteilung der Impfstoffe weltweit gefährde den globalen Kampf gegen die Pandemie. Deswegen müsse das Impftempo weltweit mit Hilfe der Industrieländer erhöht werden. Auch der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann halte es für nicht verantwortbar, Dosen im Land verfallen zu lassen, während weltweit Millionen Menschen keinen Zugang zu Impfstoffen haben. Das Land NRW wolle deswegen bis Ende Juli 20.000 Dosen AstraZeneca mit baldigem Verfallsdatum abgeben.

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Hautfarbe und Wohlstand entkoppeln

E+Z - 14. Juli 2021 - 11:59
Rassismus besteht fort, weil unterdrückte Gruppen von Machtpositionen ferngehalten werden

Systemischer Rassismus bewirkt, dass bestimmte Menschen, zum Beispiel mit dunkler Hautfarbe, ärmer sind als andere, schlechtere Bildungschancen und Jobmöglichkeiten haben, schwerer eine Wohnung finden oder vor Gericht benachteiligt sind. Im schlimmsten Fall erfahren sie Gewalt, bis hin zu tödlicher Gewalt – sogar von denjenigen, deren Aufgabe ihr Schutz ist: Polizisten. Beispiele dafür gibt es nicht nur in den USA, wo einige schockierende Fälle die Black-Lives-Matter-Bewegung groß gemacht haben.

Doch so weit muss es gar nicht gehen. Auf dem Schulhof wegen äußerer Merkmale herabgewürdigt zu werden, auf der Straße beleidigende Ausdrücke zu hören oder im Geschäft, im Fitnessstudio oder im Bus abfällig behandelt zu werden – all das kann das Selbstwertgefühl mindern. Wer stets wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt wird, verhält sich irgendwann auch so.

Dass institutioneller Rassismus fortbesteht, liegt unter anderem daran, dass unterdrückte Gruppen von Machtpositionen ferngehalten werden. Dazu müssen sie noch nicht einmal in der Minderheit sein: Im südafrikanischen Apartheidsregime herrschte die weiße Minderheit, und in vielen asiatischen Ländern haben heutige Eliten hellere Haut als die Mehrheit der Menschen. Es ist Teil der Diskriminierung, dass die Interessen der Betroffenen nicht angemessen berücksichtigt werden – und sich somit nichts ändert.

Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Dafür bilden Gesetze eine wichtige Grundlage: Recht muss für alle gleich gelten. Quotenregelungen bei Arbeits- oder Studienplätzen (auf US-Englisch „affirmative action“) können helfen, eklatante Missverhältnisse auszugleichen. Allerdings können sie auch Ressentiments bei denen wecken, die nicht davon profitieren.

Es ist Aufgabe von Politik, Justiz und Gesellschaft, Chancengerechtigkeit herzustellen und Hautfarbe von Wohlstand zu entkoppeln. Die breiteste gesamtgesellschaftliche Akzeptanz erfahren dabei in der Regel Maßnahmen, die nicht nur diskriminierten Gruppen zugutekommen, sondern allen benachteiligten Menschen. Am besten funktionieren universelle Sozialleistungen, die im Prinzip alle bekommen können, die darauf angewiesen sind. Individuell spielt für den Bezug Herkunft, Hautfarbe, ethnische Zugehörigkeit oder Geschlecht also keine Rolle. Benachteiligte Gruppen profitieren aber besonders, weil in ihnen der Anteil der Bezugsberechtigten überdurchschnittlich groß ist.

Rassistische Vorstellungen sind oft tief verwurzelt, auch bei Menschen, die sich selbst nicht als Rassisten sehen. Hier gilt es ebenfalls anzusetzen: durch Aufklärung und Sensibilisierung, durch Vorbilder und Erfahrungen, die jede und jeder machen kann. Die meisten Vorbehalte gegenüber Schwarzen in Deutschland gibt es dort, wo die wenigsten leben. Doch auch wenn sich die Gesellschaft öffnet, wird es vermutlich immer Rassisten geben. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass sie nicht an den entscheidenden Hebeln sitzen, keine Macht über andere ausüben und keine Waffen tragen. Das ist kein „umgekehrter Rassismus“ – sondern Menschenschutz.

Katja Dombrowski ist Redakteurin von E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit /D+C Development and Cooperation.
euz.editor@dandc.eu

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E+Z/D+C 2021/08 – mo – now – Raphael Mweninguwe – Malawi – tea worker

E+Z - 14. Juli 2021 - 11:45
Malawi’s tea pickers struggle with low pay and poor working conditions

Yet Malawi’s estimated 16,500 small-scale tea farmers find it difficult to make a living. Moreover, tea-pickers working for them and for large estates owned by multinationals are poorly paid and face difficult working conditions.

The Malawi Tea 2020 Revitalisation Programme, known as Malawi Tea 2020 (or MT2020), aims to change all that. It brings together about two dozen organisations – including producers, buyers, trade unions, retailers and NGOs – to improve pay and working conditions and boost productivity.

In a mid-point review published towards the end of 2018, researchers at Wageningen University & Research (WUR) in the Netherlands found “very good progress” in improving working conditions and in kind benefits for workers, but continued shortfalls in ensuring a living wage. “Workers still hesitate to raise their voice as they fear the negative consequences,” the interim report notes.

However, “with continuous intensity, wider implementation of planned activities and full commitment of all parties involved including buyers, MT2020 is likely to achieve the desired impact on improved livelihoods of tea workers” by the programme’s conclusion at the end of this year, the report says.

The view of tea workers on the ground, however, is quite different. One point of contention is productivity measures, which they say can lead to exploitation. “If you pick up to 60 kilogramme (kg) of tea in a day then you receive 36 Malawian Kwacha (€ 0.04) per kg, but if you exceed 60 kg then you receive 60 kwacha (€ 0.06) per kg,” says Sedredi Nesta, a tea picker for the past five years. Few people reach 60 kg in a day, he adds.

The pace is nonetheless relentless. According to Nesta, tea pickers who want to take a break are not allowed to do so. “Supervisors want you to keep on working even when it is raining,” he says.

Mika Kafupa, a tea harvester for the past seven years, says companies are supposed to give employees better food and accommodation but are not doing so. “Most of the workers and their families live in very poor conditions,” she says. “You receive a poor diet and low earnings.”

Both Kafupa and Nesta say some supervisors ask for money in exchange for a job offer, and female applicants are often asked for sexual favours. “If you are a man and do not have money, chances of you getting a job are very slim,” Nesta says.” And for women if they refuse sexual advances from supervisors then their employment chances are almost nil. If they are already employed and refuse sexual advances they are dismissed for no good reason.”

This spring, London-based law firm Leigh Day filed a lawsuit on behalf of female tea pickers in southern Malawian plantations. The law firm accused the British owners of Malawian tea estates of failing to protect female workers against rape, assault and discrimination.

When asked for comment, the Malawi Tea Association, which represents growers, requested written questions. But weeks after receiving the questions, spokesman Sangwani Hara has not responded. An association manager who asked for anonymity agreed that working conditions are difficult but that the trade group and its members are working towards improvements. “We are implementing MT2020 and addressing problems detailed in the interim report,” he says. ”Some supervisors have already been fired for sexual harassment of women.”

Raphael Mweninguwe is a freelance journalist based in Malawi.
raphael.mweninguwe@hotmail.com

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Herber Covid-Rückschlag

E+Z - 14. Juli 2021 - 11:31
Studien zeigen, dass Covid-19 das Wachstum der Mittelklasse unterbrochen und die Armut verschlimmert hat

Die Covid-19-Pandemie hat das Wachstum der Mittelschicht international zum Stillstand gebracht und zu einem starken Anstieg der Armut geführt. Das ist das zentrale Ergebnis einer Analyse des Pew Research Center auf der Basis von Weltbankdaten.

Von 2019 bis 2020 blieb die globale Mittelschicht in ihrer Größe demnach nahezu unverändert und umfasste 2020 rund 1,32 Milliarden Menschen (gegenüber 1,34 Milliarden im Jahr 2019). Von 2011 bis 2019 sei sie um durchschnittlich 54 Millionen Menschen pro Jahr gewachsen. Ähnliches Wachstum sei für 2020 erwartet worden, heißt es, sei aber wegen der Pandemie ausgeblieben. Die Autoren gehen davon aus, dass die Mittelschicht nun 17,1 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht statt erhoffter 17,8 Prozent. In der Studie werden die Mitglieder der Mittelschicht über eine Kaufkraft zwischen 10 und 20 Dollar pro Person und Tag definiert. Für Pew ist die „obere Mittelschicht“ eine separate Kategorie (bis zu 50 Dollar) und in den 17,8 Prozent nicht erfasst.

In einigen Weltregionen schrumpfte die Mittelschicht zuletzt den Angaben zufolge – und zwar besonders deutlich in Südasien und Ostasien/Pazifik. Andererseits lebe ein Drittel der globalen Mittelschicht in China, das durch Corona keinen starken wirtschaftlichen Einbruch erlitt.

Die Armut hingegen hat Pew zufolge deutlich zugenommen. 2020 waren 803 Millionen Menschen betroffen – 131 Millionen mehr als vor der Pandemie erwartet. Rund zehn Prozent der Weltbevölkerung seien nun arm. Dabei gelten zwei Dollar Kaufkraft pro Kopf und Tag als Armutsgrenze. Vor der Pandemie wurde prognostiziert, dass der Anteil der Armen von seinerzeit neun Prozent auf ein Rekordtief von 8,7 Prozent fallen würde. Covid-19 hat also laut Pew Fortschritte zunichte gemacht. Die globale Armut sei nun wieder grob auf dem Niveau von 2017. Von 2011 bis 2019 seien im Schnitt 49 Millionen Menschen pro Jahr der Armut entkommen. Besonders stark angestiegen sei sie aber zuletzt in Südasien (plus 78 Millionen Menschen) sowie in Subsahara-Afrika (plus 40 Millionen Menschen).

Die Zahl der Menschen, die von 50 Dollar pro Tag oder mehr leben, ist den Daten zufolge gesunken und liegt weltweit bei geschätzten 531 Millionen. Das seien 62 Millionen weniger, als vor der Pandemie vorhergesagt wurde. Von 2011 bis 2019 sei diese Schicht noch um durchschnittlich 15 Millionen pro Jahr gewachsen.

Ende letzten Jahres litten fast 690 Millionen Menschen an chronischem Hunger und 135 Millionen Menschen an akuter Ernährungsunsicherheit, wie die aktuelle Ausgabe des Global Hunger Index (GHI) besagt. Er wird jährlich von den zivilgesellschaftlichen Organisationen Welthungerhilfe und Concern Worldwide erstellt.

Ein Oxfam-Bericht mit dem Titel „The Inequality Virus“ kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Er urteilt, es habe zwar in den vergangenen zwei Jahrzehnten Fortschritte bei der Armutsbekämpfung gegeben, aber Ungleichheit habe zugenommen, und die Pandemie habe die Probleme verschlimmert. Oxfam zufolge hat sich das Vermögen der 1000 reichsten Milliardäre in der Pandemie nicht nur sehr schnell erholt – von März bis Dezember 2020 sei das Gesamtvermögen aller Milliardäre sogar um 3,9 Billionen Dollar gewachsen.

Nach Weltbank-Schätzung lebt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung von weniger als 5,50 Dollar pro Tag. Oxfam geht davon aus, dass die Zahl der Menschen, die in diesem Sinn arm sind, im Jahr 2020 um 200 bis 500 Millionen gestiegen sein könnte.

Links

Oxfam International, 2021: The inequality virus.
https://oxfamilibrary.openrepository.com/bitstream/handle/10546/621149/bp-the-inequality-virus-250121-en.pdf

Pew Research Center, 2021: The pandemic stalls growth in the global middle class, pushes poverty up sharply. March 2021.
https://www.pewresearch.org/global/2021/03/18/the-pandemic-stalls-growth-in-the-global-middle-class-pushes-poverty-up-sharply/

Welthungerhilfe und Concern Worldwide, 2020: Global Hunger Index.
https://www.globalhungerindex.org/pdf/en/2020.pdf

Maren van Treel ist Redaktionsvolontärin bei FAZIT Communication.
maren.van-treel@fazit-communication.de

Rishikesh Thapa ist Praktikant bei E+Z/D+C.
official.anthro58@gmail.com

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UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore gibt Rücktritt bekannt

Unicef - 14. Juli 2021 - 11:15
Henrietta Fore tritt aus privaten Gründen von ihrem Amt als UNICEF-Exekutivdirektorin zurück. Das gab sie gestern in einem Statement bekannt
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Steuern statt wohltätige Spenden

E+Z - 14. Juli 2021 - 10:40
Gemeinwohlorientierte Politik erfordert breit angelegte Debatten und verantwortliche Regierungsführung

Wie die beiden ihr Leben leben, ist ihre Privatsache, und wie sie ihr Geld ausgeben, ebenfalls. Sie beanspruchen, das Gemeinwohl zu fördern – aber wie sie es definieren, ist  abermals Privatsache. 2019 machte die Gates-Stiftung Spenden im Gesamtwert von 5 Milliarden Dollar. Sie unterstützt Dinge wie Impfungen, erneuerbare Energie und Geschlechtergleichstellung. Letzteres liegt allerdings Melinda mehr am Herzen als Bill. Medienberichten zufolge interessiert er sich für Technik und sie sich für Gesellschaftspolitik.

In gewissem Maß verdienen Reiche Lob für wohltätiges Handeln. Groß angelegte Philanthropie spiegelt allerdings oligarchische Machtverhältnisse wider. Scheinbar selbstloses Handeln kann durchaus umstrittene Technologien fördern. Die Gates-Stiftung findet denn auch genetisch manipulierte Lebensmittel in ihrer Agrarförderung okay. Superreichen Unternehmern schlägt zudem Misstrauen entgegen. Die Verschwörungstheorie, der zufolge die Gates-Stiftung bei Impfungen zu Überwachungszwecken Mikrochips in Menschen injizieren lässt, ist selbstverständlich Unfug – aber sie zeigt, dass nicht alle den guten Absichten von Milliardären trauen.

Gates hat sein gewaltiges Vermögen auch nicht einfach in freier marktwirtschaftlicher Konkurrenz erworben. Kunden kauften die Software der von ihm gegründeten Firma Microsoft in den 1980er Jahren nicht, weil sie besonders gut war. Wer sich für Microsoft entschied, wusste, dass die eigene Computerausstattung mit anderen kompatibel sein würde. Der Erfolg beruhte auf einem Netzwerkeffekt. Die Nische, in der das Unternehmen gedieh, entstand, als Wettbewerbshüter die Marktmacht von IBM begrenzten. In den 1990er-Jahren richteten sich Kartellverfahren dann gegen Microsoft selbst. Staatliche Regulierer verhinderten, dass Gates sich das Internet mit monopolistischer Macht unterwarf.

Superreichen Eliten darf weder die Definition des Gemeinwohls noch seine Finanzierung überlassen werden. Nötig sind breite öffentliche Debatten und verantwortliche Regierungsführung. Neben Unternehmensinteressen verdienen auch soziale und ökologische Themen Beachtung. Steuern dienen der Finanzierung öffentlicher Güter – von Straßen über Schulen und Krankenhäuser bis hin zur Justiz. Staatliche Umverteilung verhindert zudem inakzeptable Armut. Eine gerechte Gesellschaftsordnung beruht nicht auf der Wohltätigkeit der finanziell Stärksten. Sie erfordert einen Gesellschaftsvertrag, der alle nach ihren Kräften ihren Anteil leisten lässt. Wir leben nicht mehr in der feudalen Ära, in der vermutet wurde, die Reichsten und Stärksten könnten über alles am besten entscheiden.

Allerdings hat die internationale Staatengemeinschaft in den vergangenen Jahrzehnten bestimmte Großunternehmen Steuerschlupflöcher nutzen und manche Investoren extrem reich werden lassen. Wir haben eine globale Ordnung für den Handel, aber nicht für das Steuerwesen. Es ist deshalb gut, dass Regierungen bei der gemeinsamen Arbeit an einer internationalen Mindestbesteuerung von Konzernen vorankommen.

Im Juli stimmten die Finanzminister der 20 größten Volkswirtschaften (G20) in Venedig ein Konzept ab, das von 130 Regierungen unterstützt wird. Die globale Koordination von Steuerpolitik widerspricht übrigens nicht nationaler Souveränität. Sie macht sie langfristig möglich. Um wechselseitige Unterbietung zu beenden und überall ausreichende Staatseinnahmen sicherzustellen, muss allerdings noch viel passieren – und in Zeiten der rasant eskalierenden Klimakrise wirkt jeglicher Fortschritt arg langsam. Die Richtung stimmt aber.

PS.: Ungleichheit ist mittlerweile extrem. Manche Milliardäre machen mit Philanthropie ihren Wohlstand sichtbar; andere protzen ohne große Gemeinwohlansprüche mit privater Raumfahrt. Das Motto der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) ist, niemanden zurückzulassen. Die Erfüllung des Wunsches weniger extrem reicher Menschen, mal kurz im All Schwerelosigkeit zu erleben, steht nicht auf der SDG-Agenda.

Hans Dembowski ist Chefredakteur von E+Z/D+C.
euz.editor@dandc.eu

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Creating Synergies Toward Fair, Healthy and Sustainable Food Systems

SCP-Centre - 14. Juli 2021 - 10:00

As a central part of the EU Green Deal, the Farm to Fork Strategy aims at making food systems fair, healthy, and environmentally-friendly. However, this goal can only be achieved if all actors between the farm and the fork come together and work in aligned ways. The new Code of Conduct for Responsible Business and Marketing Practices sets out common aspirations and indicative actions for actors to voluntarily align, commit, and contribute to accelerating the transition toward sustainable food systems. At the CSCP, we look forward to collaborating with all our current and future partners in turning this code into an opportunity for making sustainable and resilient food systems the norm.

The Code of Conduct aims to improve sustainability on three levels: in relation to food consumption patterns for healthy and sustainable diets; with internal processes, operations and organisation at the level of actors in the middle part of the food chain; and throughout the supply chain, in liaison with primary producers and other actors. For each level, common aspirations (expressed in objectives and targets) and indicative actions have been set.

A cross-cutting aspirational objective is the prevention and reduction of food waste. The aspirational target is a 50 % reduction of per capita food waste at the retail and consumer level by 2030 and reduced food loss along the food production and supply chains in the EU. As moderators of the Dialogue Forum for the Reduction of Food Waste in Wholesale and Retail, we have joined hands with key relevant actors to come up with data, measures, and action that lead to a systematic reduction of food waste in these sectors. We congratulate our Dialogue Forum members REWE Group and Metro for already signing the code of conduct. Through the Dialogue Forum and our other projects, we look forward to closely working with them and all upcoming signatories in turning this code of conduct into an opportunity for wholesalers and retailers to become frontrunners in the transition to sustainable food systems.

In view of changing consumption patterns, key objectives of the new code are reducing the environmental impact of food consumption by 2030 and reversing malnutrition and diet-related noncommunicable diseases in the EU. In order to achieve the consumption patterns prescribed in the code, mapping key food consumption behaviours, recognising patterns, and pointing out drivers are all vital prerequisites. In projects like VALUMICS we focus on doing just that as well as identifying, supporting, and engaging relevant stakeholders to drive positive change. The recent VALUMICS publication Food Consumption Behaviours in Europe provides evidence-based insights on consumption behaviours throughout different countries and identifies pathways toward making European food systems more sustainable and resilient.

The Code of Conduct for Responsible Business and Marketing Practices represents a unique opportunity to create synergies, enhance existing collaborations and start new ones toward mainstreaming sustainable food systems. We look forward to using this momentum in supporting companies to generate climate-neutral growth and pioneer the way to resilient food systems.

For further questions, please contact Nora Brüggemann.

Image by Elaine Casap on Unsplash.

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Wie nachhaltig ist der Online-Lebensmittelvertrieb und digitale Mobilitätsplattformen?

reset - 14. Juli 2021 - 6:19
Verschiedene digitale Plattformen wollen durch den Zugang zu nachhaltigen Lebensmitteln und alternativen Mobilitätsangeboten Umwelt und Klima entlasten. Doch wie nachhaltig sind diese Plattform wirklich? Das Öko-Institut hat das in einer neuen Studie untersucht.
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Generalsekretär Mathias Mogge zum aktuellen Welternährungsbericht

SID Blog - 13. Juli 2021 - 21:10

13.07.2021 | Statement

Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, erklärt anlässlich der Vorstellung der neuen Hunger-Zahlen für 2020 durch die Vereinten Nationen in New York:

„Der Hunger ist weltweit weiter auf dem Vormarsch. Die Zahl der Unterernährten ist laut UN-Bericht innerhalb eines Jahres um bis zu 161 Millionen Menschen gestiegen. Das ist mehr als in den fünf Vorjahren zusammen. Für die Weltgemeinschaft muss der Anstieg auf insgesamt bis zu 811 Millionen unterernährte Menschen ein Weckruf sein, denn für die betroffenen Menschen ist es eine lebensbedrohende Katastrophe. Schon vor der Corona-Pandemie haben bestehende Krisen, insbesondere der Klimawandel und bewaffnete Konflikte den Hunger in vielen Weltregionen verschärft. Die Corona-Krise hat diese Tendenzen massiv verschärft, Corona ist zum Hungervirus mutiert.

Um den Trend des zunehmenden Hungers umzukehren, muss die Staatengemeinschaft jetzt schnell und entschlossen handeln: gegen COVID-19, Konflikte und Klimakrise und für ein gerechtes und nachhaltiges Ernährungssystem. Die Corona-Pandemie besiegen wir nur gemeinsam oder gar nicht, deshalb brauchen wir globale Impfgerechtigkeit und müssen diejenigen unterstützen, die in der Folge der Pandemie ihre Existenzgrundlage verloren haben. Kriege und Konflikte wiederum, wie bspw. in Syrien oder in Äthiopien, müssen politisch gelöst werden, sonst bleiben sie Hungertreiber. Außerdem haben Menschen nur dort eine Existenzgrundlage, wo die Klimakrise nicht die Früchte der Landwirtschaft zerstört.

Auch wo die Ernährung nicht von den Folgen von Krieg und Klimawandel bedroht ist, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, mit denen sich alle Menschen gesund ernähren können, ohne die Natur und das Klima zu zerstören. Denn nur, wenn Lebensmittel vom Acker bis zum Teller gerecht und nachhaltig produziert werden, kann Hungerbekämpfung erfolgreich sein.“

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 10.369 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.





UN-Bericht: Pandemiejahr verschärft Hunger weltweit

SID Blog - 13. Juli 2021 - 21:08
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UN-Bericht: Pandemiejahr verschärft Hunger weltweit

Afrika verzeichnet größten Anstieg / Die Welt ist an einem kritischen Wendepunkt und muss jetzt handeln, um den Hunger bis 2030 zu beenden

Gemeinsamer Bericht von FAO, IFAD, UNICEF, WFP und WHO

© UNICEF/UN0343155/Pazos

Rom/New York/Köln, den 12. Juli 2021 // Wie die Vereinten Nationen heute mitteilten, hat sich der Hunger weltweit im Jahr 2020 dramatisch verschlimmert – ein Großteil davon hängt wahrscheinlich mit den Folgen von Covid-19 zusammen. Laut dem UN-Bericht war im vergangenen Jahr schätzungsweise ein Zehntel der Weltbevölkerung – bis zu 811 Millionen Menschen – unterernährt. Diese Zahl lässt ahnen, dass enorme Anstrengungen nötig sein werden, um den weltweiten Hunger bis 2030 zu beenden.

Die diesjährige Ausgabe des UN-Berichts „Die Situation der Nahrungsunsicherheit und Ernährung in der Welt" ist die erste globale Studie dieser Art in der Zeit der Pandemie. Der Bericht wird gemeinsam von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), dem UN-Welternährungsprogramm (WFP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht.

Die UN-Organisationen hatten bereits in vorherigen Berichten davor gewarnt, dass die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen – darunter viele Kinder – auf dem Spiel steht. „Leider legt die Pandemie immer wieder Schwachstellen in unseren Ernährungssystemen offen, die das Leben und die Lebensgrundlagen von Menschen auf der ganzen Welt bedrohen", schreiben die Leiter*innen der fünf UN-Organisationen in ihrem Vorwort.

Sie warnen vor einem „kritischen Wendepunkt", setzen jedoch Hoffnung auf verstärkte diplomatische Anstrengungen. „Dieses Jahr bietet mit dem bevorstehenden UN Food Systems Summit, dem Nutrition for Growth Summit und der UN-Klimakonferenz COP26 eine einmalige Gelegenheit, die Ernährungssicherheit und den Ernährungszustand durch die Umgestaltung der Ernährungssysteme zu verbessern. Die Ergebnisse dieser Veranstaltungen werden die zweite Hälfte der UN-Dekade für Ernährung prägen", so die Leiter*innen der fünf UN-Organisationen.

Die Zahlen im Detail

Seit Mitte der 2010er-Jahre ist die Zahl der an Hunger leidenden Menschen kontinuierlich angestiegen und hat die Hoffnung auf einen bleibenden Rückgang zunichtegemacht. Besonders besorgniserregend ist, dass die Zahl der an Hunger leidenden Menschen im vergangenen Jahr sowohl absolut als auch proportional angestiegen ist – und das schneller als die Bevölkerung zunahm: Schätzungsweise 9,9 Prozent aller Menschen waren im vergangenen Jahr unterernährt, verglichen mit 8,4 Prozent im Jahr 2019.

Mehr als die Hälfte der unterernährten Menschen (418 Millionen) leben in Asien, mehr als ein Drittel (282 Millionen) in Afrika und ein kleinerer Anteil (60 Millionen) in Lateinamerika und der Karibik. Prozentual gesehen verzeichnet Afrika den stärksten Anstieg von Hunger – mit schätzungsweise 21 Prozent ist der Anteil der unterernährten Menschen dort mehr als doppelt so hoch wie in jeder anderen Region.

Auch andere Indikatoren für 2020 zeichnen ein düsteres Bild: Insgesamt hatten mehr als 2,3 Milliarden Menschen (oder 30 Prozent der Weltbevölkerung) nicht das ganze Jahr über Zugang zu angemessener Nahrung. 2020 ist die Prävalenz von moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit so stark angestiegen wie in den vergangenen fünf Jahren zusammen. Zudem nahmen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu: Auf 10 Männer, die unter Nahrungsunsicherheit litten, kamen 11 Frauen (verglichen mit 10,6 im Jahr 2019). 

Mangelernährung in all ihren Formen bleibt weiterhin verbreitet – Kinder zahlen dafür einen hohen Preis: Im Jahr 2020 waren schätzungsweise 149 Millionen Kinder unter fünf Jahren wachstumsverzögert (engl. „stunted"), das heißt zu klein für ihr Alter; mehr als 45 Millionen waren ausgezehrt (engl. "wasted") und hatten ein zu geringes Gewicht für ihre Körpergröße. Weitere 39 Millionen Kinder waren übergewichtig.

Drei Milliarden Menschen konnten sich im Jahr 2020 nicht gesund ernähren, größtenteils, weil Nahrungsmittel zu teuer und damit nicht erschwinglich waren. Fast ein Drittel der Frauen im gebärfähigen Alter litt an Blutarmut. Trotz einiger Fortschritte ist die Welt nicht auf dem Weg, die nachhaltigen Entwicklungsziele zur Beendigung von Hunger zu erreichen.

Weitere Ursachen für Hunger und Mangelernährung

In vielen Teilen der Welt hat die Pandemie schwere Rezessionen ausgelöst und den Zugang zu Nahrung erschwert. Doch schon zuvor litten immer mehr Menschen an Hunger und die Fortschritte bei der Bekämpfung der Mangelernährung kamen nur langsam voran. Dies gilt umso mehr für Länder, die von Konflikten, Klimaextremen oder weiteren wirtschaftlichen Herausforderungen betroffen sind oder gegen große Ungleichheiten ankämpfen.

Laut dem UN-Bericht wird die internationale Gemeinschaft bei aktuellen Trends Ziel 2 der nachhaltigen Entwicklungsagenda um rund 660 Millionen Menschen verfehlen. 30 Millionen davon könnten auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen sein.

Aufruf zum Handeln

Wie bereits im UN-Bericht des Vorjahres dargelegt müssen Ernährungssysteme umgestaltet werden, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten und allen Menschen eine gesunde Ernährung zu ermöglichen. Der diesjährige Bericht skizziert sechs „Transformationspfade". Diese, so die Autoren, beruhen auf einer „kohärenten Reihe von politischen Maßnahmen und Investitionen", um den Ursachen von Hunger und Mangelernährung entgegenzuwirken.

Abhängig von den Ursachen von Hunger in dem jeweiligen Land fordert der Bericht die Regierungen dazu auf:

  • Humanitäre, entwicklungspolitische und friedensfördernde Maßnahmen in Konfliktgebieten zu integrieren: Soziale Sicherungsprogramme etwa sollen verhindern, dass Familien ihren geringen Besitz für Nahrungsmittel verkaufen müssen;
  • Die Klimaresilienz im gesamten Nahrungssystem zu erhöhen: So sollte zum Beispiel Kleinbauern ein breiter Zugang zu Klima-Risikoversicherungen und prognosebasierter Finanzierung ermöglicht werden;
  • Die Widerstandsfähigkeit der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen in wirtschaftlichen Notlagen zu stärken: So können Bargeldhilfen die Auswirkungen von Schocks oder Preisschwankungen verringern;
  • Interventionen entlang der Versorgungsketten zu fördern, um die Kosten für nahrhafte Lebensmittel zu senken: Zum Beispiel sollen der Anbau von biofortifizierten Nutzpflanzen gefördert oder der Marktzugang für Obst- und Gemüsebauern erleichtert werden;
  • Armut und strukturelle Ungleichheiten zu bekämpfen: So sollten beispielsweise Lebensmittel-Wertschöpfungsketten in armen Gemeinden durch Technologietransfer und Zertifizierungsprogramme gefördert werden;
  • Das Ernährungsumfeld zu stärken und das Verbraucherverhalten zu ändern: So sollten Salz- oder Zuckergehalt in Lebensmitteln reduziert und Kinder vor negativen Auswirkungen des Lebensmittelmarketings geschützt werden.

Der Bericht fordert darüber hinaus ein unterstützendes Umfeld aus Steuerungsmechanismen und Institutionen, die diesen wichtigen Wandel ermöglichen. Er fordert von Regierungen, sich umfassend zu beraten, Frauen und junge Menschen zu stärken sowie Daten und neue Technologien zugänglich zu machen. Vor allem aber müsse die Welt sofort handeln – oder zusehen, wie die Ursachen von Hunger und Mangelernährung in den kommenden Jahren mit zunehmender Intensität zurückkehren, lange nachdem der Schock der Pandemie vorüber ist.

Service für Redaktionen:

Der vollständige Bericht auf Englisch steht hier zur Verfügung.


Welthungerhilfe zur Entscheidung des UN-Sicherheitsrats über Syrien-Hilfe

SID Blog - 13. Juli 2021 - 21:07

09.07.2021 | Statement

Die Entscheidung des UN-Sicherheitsrats über die Offenhaltung des letzten verbleibenden Grenzübergangs für UN-Hilfsgüter von der Türkei nach Syrien kommentiert Konstantin Witschel, Syrien-Koordinator der Welthungerhilfe:

„Wir sind erleichtert, dass der UN-Sicherheitsrat nach zähem Ringen entschieden hat, einen Grenzübergang von der Türkei nach Syrien für Hilfsgüter der Vereinten Nationen offen zu halten. Das eine wichtige Entscheidung, mit der eine humanitäre Katastrophe zunächst abgewendet wurde – zumindest bis die Resolution erneut ausläuft.

Rund 2,7 Millionen Binnenvertriebene sitzen im Nordwesten Syriens an der Grenze zur Türkei unter teilweise katastrophalen Bedingungen fest. Fehlende Einkommensmöglichkeiten und steigende Preise für Brot, Gemüse und Früchte verschärfen den Hunger unter den Bürgerkriegsopfern. Mehr als eine Million Menschen ist von der grenzüberschreitenden Nahrungsmittelhilfe der Vereinten Nationen abhängig, auch die Impf-Kampagne gegen COVID-19 in der Region stand auf dem Spiel. Es ist bedauerlich, dass der Sicherheitsrat sich nicht zur Wiederöffnung weiterer Grenzübergänge für humanitäre Hilfe durchringen konnte, denn im zehnten Jahr des Konflikts kann die humanitäre Hilfe kaum mit dem wachsenden Bedarf von immer mehr notleidenden Menschen in ganz Syrien Schritt halten.

Um künftig zu vermeiden, dass die Menschen in Nordwest-Syrien erneut in den Abgrund blicken müssen, sollten Nichtregierungsorganisationen finanziell gestärkt werden, die unabhängig von der Resolution arbeiten können, denn es ist klar, dass wir im kommenden Jahr erneut in der gleichen Situation sein werden“, sagt Konstantin Witschel, Syrien-Koordinator der Welthungerhilfe.

Die Welthungerhilfe hilft in Syrien sowie in den Nachbarländern Türkei und Libanon Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen sind. Im Jahr 2020 unterstützte die Welthungerhilfe in Syrien über 600.000 Menschen größtenteils durch Nahrungsmittelhilfe, z.B. Nahrungsmittelgutscheine, Mehllieferungen für Bäckereien und Saatgut, Dünger und Werkzeuge für die landwirtschaftliche Produktion.

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 10.369 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

Herausgeber:

Deutsche Welthungerhilfe e.V.
Pressestelle
Friedrich-Ebert-Straße 1
53173 Bonn
IBAN: DE15 3705 0198 0000 0011 15
BIC: COLSDE33

Ansprechpartner:

Ulrich Schlenker
Deputy Head of Communications
Telefon 030 - 288 749 16
Mobil 0172 / 2525962
ulrich.schlenker@welthungerhilfe.de

Catherine Briones

Assistenz
Telefon 0228 - 2288 640
presse@welthungerhilfe.de

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Bad Pyrmont erhält das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“

Unicef - 13. Juli 2021 - 17:00
Die Stadt Bad Pyrmont erhält heute das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Damit würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. die Verabschiedung eines Aktionsplans, der die kommunale Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention zum Ziel hat. 
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„Die Wiedereröffnung von Schulen kann nicht warten“

Unicef - 13. Juli 2021 - 14:20
Statement von UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore und UNCESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay vom 12. Juli 2021
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SDG 2 – Eine Welt ohne Hunger? Laut UN-Hungerbericht noch lange nicht!

EINEWELTblabla - 13. Juli 2021 - 14:19

Hunger. Im Grunde genommen kennt jeder Mensch auf der Welt dieses Gefühl. Doch wirklichen Hunger, dauerhaft und so intensiv, dass er das eigene Leben bedroht, den kennen nicht alle Menschen. Und doch ist die Zahl der Menschen, die unter Hunger leiden, viel zu groß. Der Welthungerbericht der UN zieht eine traurige Bilanz: Weltweit ist die Zahl der hungernden Menschen im Vergleich zum letzten Jahr weiter gestiegen. Dabei sollte es doch bis 2030 nach den Nachhaltigkeitszielen der UN keinerlei Hunger mehr geben. Doch von diesem Ziel sind wir weit entfernt.

Das SDG2: Kein Hunger

2015 hat die UN die Agenda 2030 verabschiedet – ein globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten. Teil des Fahrplans sind die 17 Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals oder auch kurz SDGs genannt). Verschiedene Ziele sind keine Armut, eine hochwertige Bildung für alle Menschen oder weniger Ungleichheiten. SDG 2 stellt das Ziel der Weltgemeinschaft dar, bis 2030 jegliche Form von Hunger, Mangel- und Fehlernährung zu beenden. Von dem Erreichen dieses Ziels sind wir jedoch noch weit entfernt – und entfernen uns leider auch immer weiter davon. Denn die Zahl der hungernden Menschen weltweit steigt.

Der UN-Hungerbericht

Gestern, am 12. Juli 2021, hat die UN den Welthungerbericht („Die Situation der Nahrungsunsicherheit und Ernährung in der Welt“) für das Jahr 2020 veröffentlicht. Laut des Berichts hungern mittlerweile weltweit bis zu 811 Millionen Menschen – fast 10 Prozent der Weltbevölkerung. Schätzungen zufolge sind das 70 bis 161 Millionen Menschen mehr als im Jahr 2019, ein Anstieg von 1,5 Prozentpunkten. Dies ist ein starker Anstieg, in den Vorjahren bewegte sich die Steigerung lediglich zwischen 0,1 und 0,2 Prozentpunkten.

Geographische und demographische Unterschiede

Mehr als die Hälfte der Menschen, die an Unterernährung leiden, leben in Asien. Am meisten ist  der Hunger jedoch in Afrika gestiegen. Dort sind mit einem Anteil von 21 Prozent an der Bevölkerung mehr als doppelt so viele Menschen unterernährt wie in anderen Regionen der Erde. Zum Vergleich: In Nordamerika und Europa beträgt der Anteil unterernährter Menschen weniger als 2,5 Prozent.

Frauen waren im Schnitt häufiger von Hunger und Mangelernährung betroffen als Männer. Doch vor allem Kinder leiden stark unter Hunger. Mehr als 149 Millionen Kinder unter 5 Jahren wiesen Wachstumsstörungen auf und waren zu klein für ihr Alter.

Ursachen für den Anstieg

Die wohl offensichtlichste Ursache für den Anstieg des Hungers weltweit ist die COVID-19-Pandemie. Viele verloren ihre Arbeit, die Wirtschaft der Länder litt unter den Folgen und die Menschen hatten keinen gesicherten Zugang zu Nahrungsmitteln mehr. Doch auch der Klimawandel muss als mögliche Ursache berücksichtigt werden. Madagaskar leidet beispielsweise momentan unter einer extremen Hungersnot durch Hitze und lange Dürreperioden, die die Ernte zerstört haben. Mehr zu den Hintergründen, Ursachen und Folgen von Hunger kannst du auch auf der Website der Welthungerhilfe erfahren.

Schätzungen zufolge wird das SDG 2 um rund 660 Millionen Menschen verfehlt werden. 30 Millionen davon werden auf die Pandemie zurückzuführen sein. Es bedarf nun also enormer Anstrengungen, dieses ambitionierte Ziel dennoch zu erreichen und sich für das Menschenrecht auf Nahrung stark zu machen!

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Siegfried Poepperl auf Unsplash.com.

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Ankara and Kabul: Opportunities – and Risks

SWP - 13. Juli 2021 - 13:54

Turkish President Recep Tayyip Erdoğan caused waves at the June 2021 NATO summit, announcing that Turkey would continue to protect Kabul airport following the complete NATO withdrawal. Kabul airport is Afghanistans principal air connection to the outside world, and vital for the security of diplomats and aid workers in the country.

The proposal needs to be seen in the context of the broad militarisation of Turkish foreign policy. In recent years, Ankara has deployed armed forces for geopolitical leverage in Syria, Somalia, Libya, the Eastern Mediterranean and Azerbaijan. The associated costs have remained very low, further emboldening Turkish policy-makers. In Somalia and Syria the Turkish military also gained experience operating in theatres where armed militants pose significant security challenges.

The main factor behind the airport proposal, however, is Turkish-American relations: Ankara hopes to regain favour with Washington after a string of diplomatic crises. The Turkish side knows its hand is weakened by issues such as its acquisition of the Russian S400 air defence system and Washingtons responses including CAATSA sanctions and removing Turkish manufacturers from the supply chain for the new F35 warplane. The proposal to help out in Afghanistan emerged as an obvious way to improve bilateral relations with Washington.

A Good Reputation

As the only Muslim-majority member of NATO, Turkey played important roles in Afghanistan. Former Turkish Foreign Minister Hikmet Çetin served as the NATOs first Senior Civilian Representative in Afghanistan and Turkish officers twice commanded the International Security Assistance Force (ISAF). There are currently 500 Turkish soldiers serving with the NATO mission. Turkey never deployed a combat force, however. The Taliban in turn avoided targeting Turkish forces; there has in fact only been one attack on a Turkish unit.

Additionally, Turkish state institutions and NGOs conduct a broad range of cultural and educational activities and supply extensive humanitarian aid. Reports confirm the ability of Turkish officials and volunteers to engage with Afghan society on equal terms. Shared religious and cultural elements certainly help. Although the Taliban accuses of Ankara being too pro-Uzbek, Turkey is viewed very positively across Afghan society. This, together with its ability to talk with all sides and its non-combat role in ISAF, places Turkey in a unique position. 

However, protecting Kabul airport would change the nature of Turkey’s involvement. While the Afghan government welcomed the idea, the Taliban has repeatedly declared that it will not tolerate even a residual foreign force. That implies that the Taliban would target Turkish troops risking drastic consequences for Turkey. In order to avoid this, Turkey’s extended stay requires prior agreement with all Afghan parties, and Ankara will use its diplomatic capacity to seek such an agreement. Moreover, rather than focusing solely on leaving a residual force, Turkey could use its diplomatic and humanitarian leverage to pursue a more comprehensive approach to the Afghan problem.

Intra-Afghan Agreement Needed

The current peace agreement involves only the United States and the Taliban; there is as yet no peace agreement between the Afghan government and the Taliban. As the withdrawal of NATO forces accelerates, the conflict is now between the Taliban and Afghan government forces. Despite NATO’s decades of investment, the Afghan army is no match for the Taliban. In fact, a major Taliban offensive is already under way. Kabul may not fall immediately, but time is on the side of the insurgents. But if the Taliban overplays its hand and tries to dominate the entire country, there will be a backlash, particularly from the non-Pashtun ethnic communities.

In that case, Afghanistan is likely to descend back into civil war. Under such circumstances, a Turkish military presence would be too risky and unsustainable, even with agreements with the government and the Taliban. Rather than focusing only on protecting Kabul airport, Turkey should place its diplomatic weight behind a peaceful settlement between the Taliban and the government before violence spirals out of control. The first step towards a broader agreement between the Afghan parties themselves would be for Ankara to reach agreement with each of them. This road is arguably a stony one, but offers much greater rewards. Turkey would certainly need the support of other countries to overcome the obstacles involved.

The first challenge is to bring the Taliban to the negotiating table with the Afghan government, which Turkey and the international community have so far failed to achieve. Here, Turkey can benefit from its exceptionally good relations with Pakistan and Qatar. Qatar is home to the Taliban’s only external office and relations are cordial. Pakistan, where many senior Taliban leaders reside, has the greatest leverage. Even though large segments of Afghan society frown on Pakistan’s involvement in their country, its influence over the Taliban would be crucial for reaching a negotiated settlement.

Europe should be more active and support Ankara’s efforts diplomatically and economically. As well as that being the morally right thing to do, Europe has a tangible interest too. A resurgence of fighting in Afghanistan would trigger a wave of migration. Afghans are already the second-largest migrant community in Turkey after the 3.6 million Syrians, and they formed the second-largest group of new asylum applications in Germany in 2020. Given Iran’s open door policy, it would be realistic to expect waves of Afghan migration to Turkey and on to Europe. The spectre of a new refugee crisis looms.

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