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Äthiopien: Situation der Kinder in Tigray verschlechtert sich seit Monaten | UNICEF

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:41
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Äthiopien: Situation der Kinder in Tigray verschlechtert sich seit Monaten

140.000 Kinder unter Bedingungen einer Hungersnot / Zugang zu Hilfebedürftigen und Sicherheit für humanitäre Helfer*innen garantieren

© UNICEF/UN0412581/Leul Kinfu

Köln, den 05. Juli 2021 // UNICEF ruft Regierungen und Öffentlichkeit dringend zu mehr Aufmerksamkeit und verstärkter Hilfe für die Kinder in der äthiopischen Region Tigray auf. Die seit acht Monaten anhaltende Gewalt und die weitgehende Abriegelung der Region ist eine Katastrophe für die dort lebende Bevölkerung, insbesondere die Kinder. 

„Dies ist eine von Menschen gemachte Krise. Die Kinder und die leidenden Menschen können nicht warten, bis irgendwann offiziell eine Hungersnot ausgerufen wird", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Die vor einigen Tagen ausgerufene Waffenruhe muss unbedingt für die Versorgung der Zivilbevölkerung für die kommenden Monate genutzt werden."

Der Gesundheits- und Ernährungszustand der Kinder in Tigray verschlechtert sich laut UNICEF seit Beginn des Konflikts vor acht Monaten kontinuierlich. Im Frühjahr hat sich zuletzt die Zahl lebensgefährlich mangelernährter Kinder, die Hilfe in von UNICEF unterstützten Einrichtungen suchten, vervierfacht. Schätzungsweise 140.000 Kinder leben unter Bedingungen einer Hungersnot – auch wenn diese offiziell noch nicht erklärt wurde; mindestens 33.000 Kinder in nicht zugänglichen Gebieten sind laut UNICEF so schwer mangelernährt, dass sie sterben könnten, wenn nicht schnell gehandelt wird. Es müssen dringend rechtzeitig weitere mobile Ernährungs- und Gesundheitsteams Zugang in alle Regionen erhalten.

Weil wichtige Infrastruktur wie Brücken, Straßen, Krankenhäuser und Anlagen zur Wasserversorgung zerstört oder geplündert wurden, ist die elementare Versorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet. Viele Familien berichten von furchtbarer Gewalt, von Angst und dass sie Angehörige verloren haben. Die Bewegungsfreiheit und Sicherheit der nationalen und internationalen Mitarbeiter*innen humanitärer Organisationen ist stark eingeschränkt.

Im Juni konnten die Menschen durch die Kämpfe die Hauptpflanzzeit nicht nutzen. Der Nachschub von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Gütern muss deshalb in großem Umfang und uneingeschränkt sichergestellt werden. Dazu müssen auch Lagerkapazitäten ausgebaut werden. Immer wieder vorgeschobene bürokratische Hindernisse müssen abgestellt werden.

Der Zugang zum Internet bzw. zu Telefon/Satellitenverbindungen sowie elektrischem Strom müssen für humanitäre Organisationen sofort wiederhergestellt und Straßen sowie der Luftraum für den Transport von Hilfsgüter geöffnet werden.

» Mehr Informationen zur Situation der Kinder in Äthiopien und der UNICEF-Hilfe vor Ort finden Sie auf unserer Projektseite und in unseren Blog.



VENRO informiert! Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:40


 

Nr. 4 / 2021

THEMENSCHWERPUNKT

Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
 

Liebe Leser_innen,

 

die Bundesregierung berichtet am 15. Juli beim Hochrangigen Politischen Forum (HLPF) der Vereinten Nationen über den Umsetzungsstand der Agenda 2030. Dr. Luise Steinwachs, unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende, kritisiert die grundsätzliche Ausrichtung des deutschen Staatenberichts. Im Interview erklärt sie, weshalb ein radikales Umsteuern hin zu echter globaler Nachhaltigkeit notwendig ist.

 

Auch wir haben anlässlich des Staatenberichts Bilanz gezogen und in einer Stellungnahme dargelegt, weshalb die Agenda 2030 zum Leitprinzip deutscher Politik werden muss. „Abwarten und Tee trinken reicht nicht, um Armut zu beenden", betonen Mira Ballmaier und Dr. Jürgen Focke, Sprecher_innen unserer AG Agenda 2030. In ihrem Blogbeitrag erläutern sie die aktuellen Zahlen zur Armutsbekämpfung.

 

Mit unserer neuen Rubrik #weltweitwichtig halten wir Sie ab sofort über unsere Aktivitäten zur Bundestagswahl auf dem Laufenden. In dieser Ausgabe finden sie dort die Aufzeichnung unserer Diskussion mit den Spitzenpolitiker_innen Saskia Esken (SPD), Hermann Gröhe (CDU), Dr. Robert Habeck (Die Grünen), Susanne Hennig-Wellsow (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP). Wir befragten sie zu unfairen Handelspraktiken, Rüstungsexporten und den Plänen ihrer Parteien zum Klimaschutz

 

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!

 

Herzliche Grüße

 

Anke Kurat
Stellvertretung

der Geschäftsführung

 

„Ein radikales Umsteuern hin zu echter globaler Nachhaltigkeit ist notwendig"

 

Deutschland berichtet zum zweiten Mal bei den Vereinten Nationen über den Stand der Umsetzung der Agenda 2030. Unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Luise Steinwachs erläutert im Interview, welche Aspekte ihr im Freiwilligen Staatenbericht Deutschlands fehlen und weshalb ein radikales Umsteuern hin zu echter globaler Nachhaltigkeit notwendig ist, um Armut und Hunger zu beenden.

  Zum Interview

Die Agenda 2030 muss zum
Leitprinzip deutscher Politik werden

 

Anlässlich der Berichterstattung Deutschlands bei den Vereinten Nationen haben wir unsere Perspektive auf den Umsetzungsstand der Agenda 2030 dargestellt. Die Bilanz fällt verheerend aus und unsere Forderung nach einem sozial gerechten, ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsmodell ist aktueller denn je. Die Stellungnahme wurde in den Anhang des Freiwilligen Staatenberichts Deutschlands aufgenommen.

  Zur Stellungnahme (PDF)
  Zum Staatenbericht (PDF/EN)

Abwarten und Tee trinken reicht nicht, um globale Armut zu beenden

 

Weltweit leben 1,5 Milliarden Menschen in Armut. Es ist offensichtlich, dass die Staatengemeinschaft nicht „on track" ist, ihr Ziel zu erreichen, extreme Armut bis 2030 zu beenden. Mira Ballmaier und Dr. Jürgen Focke, Sprecher_innen unserer AG Agenda 2030, fordern, die Ursachen endlich bei der Wurzel zu packen. Ihr Blogbeitrag zum Thema Armut bildet den Auftakt unserer Themenreihe, mit der wir bis zur Bundestagswahl aufzeigen, was uns #weltweitwichtig ist.

  Zum Blogbeitrag

Jahresbericht 2020: Wir sitzen nicht alle im selben Boot

 

Die Corona-Pandemie hat unsere Arbeit 2020 geprägt, und ihre Folgen sind noch lange nicht absehbar. Klar ist jedoch: die Krise trifft die Menschen im globalen Süden besonders hart. Mit unserem Jahresbericht 2020 geben wir Einblick in unsere Arbeit in diesem außergewöhnlichen Jahr und skizzieren die Herausforderungen, denen wir uns annehmen wollen.

  Zum Jahresbericht (PDF)

Haushaltsentwurf 2022: Mehr Verlässlichkeit für die Entwicklungszusammenarbeit ist notwendig

 

Nach dem aktuellen Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2022 sollen die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit im kommenden Jahr konstant bleiben. Die Gelder für Humanitäre Hilfe sollen hingegen um 200 Millionen Euro gekürzt werden. Deutliche Kürzungen einzelner Positionen innerhalb des BMZ-Etats sorgen zusätzlich für Verunsicherung.

  Zur Pressemitteilung

OECD bescheinigt der deutschen Entwicklungspolitik Verbesserungsbedarf

 

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Effektivität der deutschen Entwicklungspolitik analysiert und sieht erheblichen Verbesserungsbedarf. VENRO begrüßt den internationalen Prüfbericht, mit dem sich der Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in seiner Sitzung am 9. Juni befasst hat.

  Zur Pressemitteilung

Die verpasste Chance des Cotonou-Folgeabkommens

 

Das Cotonou-Folgeabkommen zwischen der Europäischen Union und den 79 Mitgliedern der Organisation Afrikanischer, Karibischer und Pazifischer Staaten soll Ende 2021 ratifiziert werden. Aus unserer Sicht ist das Abkommen eine verpasste Chance, eine solidarische und partnerschaftliche Zusammenarbeit zu etablieren. In unserer Stellungnahme benennen wir Schwachstellen und formulieren konkrete Forderungen zur Erweiterung des Abkommens.

  Zur Stellungnahme

One Health – die Bundesregierung muss diesen Ansatz in allen Politikbereichen umsetzen

 

Damit Gesundheit und Wohlergehen für alle Menschen erreicht werden können, ist es notwendig, die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ganzheitlich in den Blick zu nehmen. Der One-Health-Ansatz beschäftigt sich mit diesen Wechselwirkungen. Wenn er ganzheitlich umgesetzt wird, kann er einen wertvollen Beitrag dazu leisten, insbesondere das Leben benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu verbessern. In unserer Stellungnahme zeigen wir auf, welche Aspekte bei der Umsetzung von One Health zu berücksichtigen sind.

  Zur Stellungnahme

Zivilgesellschaftliche Perspektiven auf das neue UNESCO-Bildungsprogramm „BNE 2030"

 

Unter dem Titel „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2030" will die UNESCO die Weichen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit der kommenden zehn Jahre stellen. In einem Beitrag auf unserem Blog hat sich unsere Referentin Lara Fedorchenko das neue Programm näher angeschaut.

  Zum Blogbeitrag

Uns ist nicht egal, was in anderen Teilen der Welt passiert! Bis zur Bundestagswahl am 26. September zeigen wir in den sozialen Medien, was uns #weltweitwichtig ist. Machen Sie mit und informieren Sie sich über alle Aktivitäten und Inhalte auf

  www.weltweitwichtig.de
 

Spitzenpolitiker_innen diskutieren, was #weltweitwichtig ist

 

Unter dem Motto „Was ist #weltweitwichtig?" diskutierten wir mit Spitzenpolitiker_innen über (un-)faire Handelspraktiken, Rüstungsexporte und die Pläne ihrer Parteien zum Klimaschutz. Mit dabei waren Saskia Esken (SPD), Hermann Gröhe (CDU), Dr. Robert Habeck (Die Grünen), Susanne Hennig-Wellsow (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP). Eine Aufzeichnung der Diskussion mit Gebärdensprache finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

  Zu YouTube

Zivile Seenotrettung: Shrinking Space im Schatten der Pandemie

 

Von David Starke und Jana Ciernioch

 

Seit 2015 füllen zivile Seenotrettungsorganisationen im zentralen Mittelmeer die durch das Fehlen staatlicher Seenotrettung der EU-Staaten entstandene Lücke. Auf unserem Blog kritisieren Jana Ciernioch und David Starke von SOS MEDITERRANNEE Deutschland die im Schatten der Corona-Pandemie zunehmenden Einschränkungen für zivile Rettungsschiffe und lebenswichtige humanitäre Hilfeleistungen.

  Zum Blogbeitrag

Auf ein Menschenrecht sollte niemand warten müssen — WASH ist #weltweitwichtig

 

Von Thilo Panzerbieter

 

WASH ist #weltweitwichtig. Warum? Weil Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) unverzichtbar sind für das menschliche Überleben und die gesunde Entwicklung – für alle Menschen und überall. Entsprechend seiner großen Bedeutung muss WASH von der Bundesregierung politisch gestärkt werden, erklärt Thilo Panzerbieter, Sprecher des WASH-Netzwerks, auf unserem Blog.

  Zum Blogbeitrag
20.07.2021, Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, online
  Project Coordination & Skills of a High-Profile Coordinator
 

Every project has its target: a time bound activity undertaken to create a specific product, service or result. It is unique with specific goals and objectives which have to be realised on-time, within the given budget. Planning the result of a project right at the initiation and working towards achieving the same will certainly ensure that resources are put to optimum use and beneficiaries receive the results that are committed to them within the project.

  Zur Veranstaltung
28.07.2021, Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, online
  Resource Mobilisation During COVID Times
 

Obtaining funding is one of the biggest challenges that most NGOs face worldwide. This workshop will introduce you to the nuances of fundraising. We will explore ways through which small and medium NGOs can raise resources to supplement the grants or take up independent programmes on behalf of the community.

  Zur Veranstaltung
03.09.2021, W. P. Schmitz-Stiftung, Hamburg   Was ist ein gutes Auslandsprojekt?
 

Im Seminar werden Methoden und Instrumente der Projektentwicklung und -begleitung vorgestellt und praktisch eingeübt. Wir gehen auch der Frage nach, wie Erfolge im Projekt über sogenannte Indikatoren nachgewiesen werden können. Darüber hinaus geben wir Hinweise zu Fördermöglichkeiten für Auslandsprojekte aus dem Titel Private Träger des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

  Zur Veranstaltung

Save the Children sucht eine Schichtbetreuung (m/w/d) im Bereich Telemarketing/Telefundraising in Berlin.

 

Oxfam sucht eine_n (Roving) Grants and Compliance Advisor (w/m/d) in Berlin.

 

Medico International sucht eine_n Mitarbeiter_in für den Bereich Nothilfe.

 

MISEREOR sucht eine_n Abteilungsleiter_in Organisation (m/w/d) in Aachen.

 

Die Johanniter suchen eine_n Projektcontroller_in Auslandshilfe (w/m/d).

  Alle Stellenangebote
  Besuchen Sie uns auf    

sekretariat@venro.org

www.venro.org

Tel.: 030 2639299-10

 

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VENRO – Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe

Stresemannstraße 72

10963 Berlin

 

Redaktion: Janna Völker

Fotos: MintBlanc/Shutterstock; Jörg Farys;  Visual Facilitators/Björn Pertoft; Anthony Jean/SOS MEDITERRANEE

© 2021 VENRO

   

EWIK Newsletter Juli/August: Krieg und Gewalt

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:39

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe Juli/August 2021: Krieg und Gewalt

Liebe Leser*innen,

kurz vor der Bundestagswahl geht es einmal mehr darum, ob Deutschland auch in den kommenden vier Jahren die Militärausgaben weiter steigert oder stattdessen die zivile Konfliktbearbeitung stärkt.

„Vorrang für Zivil" – das sollte bereits in der (friedens-)politischen Bildungsarbeit an Schulen gelten. Doch mit großem finanziellen Aufwand wirbt die Bundeswehr seit einigen Jahren um Nachwuchs für die Truppe. Regelmäßig besuchen Jugendoffiziere der Bundeswehr Schulen und informieren Schüler*innen über ihre Arbeit. Abkommen der Bundeswehr mit einzelnen Landesregierungen räumen der Bundeswehr weitreichende Möglichkeiten im Bereich der politischen Bildung sowie bei der Aus- und Weiterbildung (angehender) Lehrer*innen ein.

Explizite „Werbung" für ihre Tätigkeiten darf die Bundeswehr im schulischen Kontext nicht machen. Doch wo verläuft die Grenze zwischen Information und Werbung? „Wenn ich Offiziere vor eine Klasse schicke, dann ist da zwar die Intention der Information da, aber wir haben ja auch eine Wirkung, und diese Wirkung ist dann eben doch Werbung", sagt auch der Berliner Sozialdemokrat Timo Schramm, der selbst vier Jahre Zeitsoldat war.

Aus friedenspädagogischer Sicht ist es dringend erforderlich, dem Alternativen entgegenzusetzen und zivile Formen der Konfliktlösung in die Schulen einzubringen. Während die Jugendoffiziere aus einer Sicherheitslogik heraus Konfliktlösungsmöglichkeiten erklären – es geht um Selbstschutz vor „den anderen", Aufrüstung und notfalls Gewalt –, vermittelt die Friedensbildung, dass Frieden nur miteinander möglich ist. Das erfahren die Schüler*innen durch die Beschäftigung mit Friedensprojekten oder Beispiele von Gleichaltrigen, die sich in Konfliktregionen für ein friedliches Miteinander einsetzen. Nicht zuletzt lernen sie so von ihren Altersgenoss*innen aus dem Globalen Süden, wie sie Konflikte und Vorurteile auch in ihrem eigenen (Schul-)Alltag überwinden können.

Indem sie das aktive Engagement der Schüler*innen für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit und Teilhabe fördert, leistet die Friedensbildung auch einen Beitrag zu globaler Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung. Denn eine gerechte und ökologisch nachhaltige Welt entsteht nur dann, wenn wir die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander schaffen.

Umgekehrt sind soziale und ökologische Nachhaltigkeit Voraussetzung für eine dauerhaft friedliche Welt. Was hat der Klimawandel mit Konflikten zu tun? Wie tragen Waffenexporte und unser Konsumverhalten zur Entstehung von Fluchtursachen bei? Über diese Zusammenhänge klärt die Friedensbildung auf und vermittelt – in Anlehnung an das Konzept des positiven Friedens – Handlungsoptionen, wie jede*r Einzelne sich für eine zukunftsfähige Welt einsetzen kann. Dabei betrachten die Schüler*innen aktuelle gesellschaftliche Themen – z.B. Flucht und Migration – aus der Friedensperspektive und nehmen auch die eigene Rolle kritisch in den Blick. Zugleich kommen im Sinne der Friedenslogik auch Menschen aus dem Globalen Süden zu Wort, über die sonst häufig nur geredet wird. So erleben die Schüler*innen hautnah, dass echter Frieden nur gemeinsam und unter Berücksichtigung aller Interessen erreicht wird.

Dieser Newsletter stellt Friedensbildungsmaterialien für den Unterricht vor, informiert über Veranstaltungen und bietet anlässlich des Weltfriedenstages am 21. September Hintergründe zum Thema Frieden.

Wir wünschen eine spannende und informative Lektüre!

Christine Lieser und Claudia Osthues
Referent*innen für Friedensläufe und friedenspolitische Bildung beim forumZFD

EWIK-Kooperationspartner
Aktuelles
Educ'ARTE - digitale Schulmediathek des Senders ARTE

Als zeitsparendes, qualitativ hochwertiges und zuverlässiges Tool unterstützt Educ'ARTE, die digitale Schulmediathek des Senders ARTE, Lehrkräfte bei der Umsetzung des Präsenz- und Fernunterrichts! Educ'ARTE bietet einen Katalog von über 1400 mehrsprachigen Videos für alle Fächer und Klassenstufen. Die vielfältigen Inhalte ermöglichen Schülerinnen und Schülern eine fundierte, kritische und perspektivreiche Auseinandersetzung mit aktuellen Themen wie Nachhaltige Entwicklung. Doch Educ'ARTE bietet noch mehr: Mithilfe der pädagogischen Begleitmaterialien und der interaktiven Funktionen (Videoausschnitte und Mind-Maps erstellen, Bild-, Audio- und Textkommentare hinzufügen, Untertitel und Texttranskriptionen einblenden) kann der Unterricht interaktiv und fächerübergreifend gestaltet werden. Abonnierte Schulen haben außerdem die Möglichkeit, an pädagogischen Projekten teilzunehmen. Mit einem Klick auf der Website können Interessierte die Schulmediathek einen Monat lang kostenlos testen. F.A.Z.-Schulprojekt zur Bundestagswahl 2021

Der Schulwettbewerb zum politischen Wettbewerb: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ruft gemeinsam mit dem Partner Google News Initiative Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen 1 und 2 dazu auf, sich am Beispiel der Bundestagswahl mit dem Thema „Politik" auseinanderzusetzen.

Praxisbuch „Zukunftsesser: Klimafreundliche Ernährung im Unterricht und Schulalltag"

Anregungen, Hintergrundinformationen und passende Materialien zur Vermittlung des Themas „Klimafreundliche Ernährung" bietet das neue Praxisbuch „Zukunftsesser" der Verbraucherzentrale NRW. Es wendet sich an Lehrkräfte von weiterführenden Schulen sowie an Multiplikator*innen aus dem Ernährungsbereich. Neben ausführlichen Planungshilfen und Anleitungen beinhaltet das Praxisbuch alle nötigen Materialien zur Umsetzung einer Unterrichtseinheit für die 7. bis 10. Klassen sowie von Aktionen in der Schule für alle Jahrgänge von der 5. Klasse bis zur Oberstufe („Zukunftsesser in Aktion").

Handreichung „Globital? Globales Lernen Digital"

ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V. hat einen Leitfaden für die Umsetzung von Themen des Globalen Lernens in digitale Formate entwickelt. Seminare, Schulungen, Workshops, Fort- und Weiterbildung, Kurse und vieles mehr werden seit mehr als einem Jahr ausgesetzt oder zunächst provisorisch in Online-Angeboten weitergeführt. Dieser umfangreiche und praxisbezogene Leitfaden stellt sowohl allgemeine Tools der Zusammenarbeit und der Visualisierung für die Bildungsarbeit vor und bezieht auch Social Media-Anwendungen und Möglichkeiten der digitalen Begegnung in seine Betrachtungen ein.

BNE für morgen: Junge Ideen für die entwicklungs- und umweltpolitische Vereinsarbeit 

In Kooperation mit lokalen Vereinen im Großraum Esslingen/Stuttgart erarbeiteten Studierende der Sozialen Arbeit seit Sommer 2020 Projekte zu entwicklungs- und umweltpolitischen Themen und lieferten damit neue Impulse für die Vereinsarbeit. Begleitet und unterstützt wurden die beiden Akteursgruppen durch das von finep koordinierte (Drittmittel-)Projekt „BNE für morgen", das in ein Studienprojekt der Hochschule Esslingen eingebettet war. Dabei sind Projekte wie eine Schnitzeljagd zu nachhaltigem Konsum, Unterrichtsmaterial, eine Ausstellung sowie eine Kleidergirlande zu Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie entstanden.

11. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen

An der 11. Orientierungsrahmen-Fachtagung im November 2020 nahmen rund 200 Fachleute aus Ministerien, Wissenschaft, Lehrkräftebildung, Schulen und Zivilgesellschaft sowie Schülerinnen und Schüler teil. In Fachvorträgen, Diskussionen, Workshops und „Open Spaces", in denen die Teilnehmenden selbst die Themen setzten und moderierten, wurde der Umsetzungsprozess des Orientierungsrahmens facettenreich vorgestellt und diskutiert. Die beiden Tagungsschwerpunkte lagen auf dem Umgang mit Komplexität und Unsicherheit sowie auf der Erweiterung des Orientierungsrahmens auf die gymnasiale Oberstufe. Die Dokumentation sowie Videomitschnitte ausgewählter Vorträge sind nun verfügbar.

Gerechtigkeit für alle? Weltweit? Unterrichtszugänge für die Fächergruppe Religion, Ethik und Philosophie (Klasse 9/10)

Diese Unterrichtseinheit für die Klassen 9/10 will in den Fächern Philosophie, Ethik und Religion das Stichwort „Gerechtigkeit" aufgreifen und zum Ausgangspunkt ganz unterschiedlicher Lernbemühungen und Denkwege machen - besonders auch Im Kontext einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung". Die Unterrichtseinheit will ermöglichen, mit diesem zentralen Begriff ein Stück differenzierter und „durchdachter" umzugehen: Zunächst nicht ganz bewusste Voreinstellungen durchdenken, Akzentsetzungen und Perspektiven anderer zur Kenntnis nehmen, neue Möglichkeiten erschließen.

Buch „Der strebende Geist: Der Arzt und Dichter Noah K. Ndosi aus Tanzania"

Noah Ndosi ist ein Arzt und Dichter aus Tanzania. Er schildert seine Kindheit, Jugend und Schulzeit, berichtet von den Erzählungen seiner Großmutter und leistet damit seinen Beitrag zum Erhalt dieser Erinnerungen, die sonst im Dunkeln versinken würden. Das Buch enthält auch eine ganze Anzahl von Kommentierungen politischer Ereignisse weltweit. Ein Schwerpunkt sind die vielfältigen Sorgen, die sich Ndosi macht, wenn es um die Umwelt und den menschlichen Zusammenhalt geht. Die zweite Hälfte des Buches bildet in drei verschiedenen Sprachen eine große Zahl von Gedichten ab, die sich allesamt mit seinem Hauptthema befassen, nämlich den Schilderungen des frühen Dorflebens, der Deformation der Umwelt und des menschlichen Miteinanders. Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien
peace brigades international – 40 Jahre im Einsatz für die Menschenrechte mit internationalen Partnerinnen und Partnern

Seit nunmehr 40 Jahren ist peace brigades international (pbi) weltweit im Einsatz für die Menschenrechte. Als von der UN anerkannte Friedens- und Menschenrechtsorganisation engagiert sich pbi seit 1981 erfolgreich für den Schutz von Aktivistinnen und Aktivisten und ihren Gemeinschaften. Mit besonderem Fokus auf die gewaltfreie Konfliktbearbeitung ist pbi derzeit in Mexiko, Guatemala, Honduras, Costa Rica (Nicaragua), Kolumbien, Kenia, Indonesien und Nepal aktiv. Mit einem breiten Bildungsangebot für Schulen zu den Themen Menschenrechte, Frieden, Zivile Konfliktbearbeitung und Nachhaltige Entwicklung tritt pbi auch hierzulande für den Schutz der Menschenrechte und für eine Kultur des friedlichen Miteinanders ein.
„Es lebe der Frieden!" – KITA-Bildungsmaterial

Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger' bündelt in dieser Ausgabe von „Kita – in Deutschland und weltweit" pädagogische Gedanken zu dem Thema Frieden und Geborgenheit. Denn auch in der heutigen Kita-Landschaft begegnen sich viele verschiedene Kulturen und Religionen, für die ein friedlicher Umgang miteinander entscheidend ist. Mit Tipps und Anregungen für den Morgenkreis, Spiel- und Basteltipps, Liedern, Rollenspielen sowie einer Phantasiereise zur Arche Noah lernen die Kinder Erkennen, Bewerten und Handeln rund um das Thema Frieden. Dieses Bildungsmaterial richtet sich vor allem an Kita-Leitungen, Erzieherinnen und Erzieher. „Damit es nicht gleich kracht!" – Unterrichtsmaterialien und Wettbewerb zum Thema Frieden und Gerechtigkeit

In diesem von MISEREOR und dem Auer-Schulbuchverlag realisierten Unterrichtsmaterial werden unterschiedliche Aspekte von Frieden und Gerechtigkeit anhand von elf Länderbeispielen aus Afrika, Asien und Lateinamerika näher beleuchtet. Abwechslungsreiche Texte und Arbeitsblätter bieten spannende Einblicke: ob Rohstoffe im Kongo oder der lange Weg zum Frieden in Kolumbien. Das Material eignet sich für den gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht in den Klassen 8-13. Kunst gegen Gewalt. Didaktisches Material zum Thema Friedenserziehung in Kolumbien

Jahrzehntelang gab es Krieg in Kolumbien. Das merkt man besonders in der Hauptstadt Medellín. Viele der drei Millionen Menschen wurden mit Gewalt aus ihren Dörfern vertrieben. Die Stadt selbst war stark umkämpft. Sie galt als eine der gefährlichsten Städte der Welt. Obwohl es mittlerweile ruhiger ist, gehören Gewalt und Drogenkriminalität besonders in den armen Vierteln immer noch zum Alltag. In dem Bildungsmaterial von Brot für die Welt geht es um Gewalt und die Folgen für Kinder sowie ein Projekt, das mit Kunst-Workshops und Betreuung den Kindern die Chance gibt, ein neues Selbstwertgefühl aufzubauen und herauszufinden, was sie richtig gut können und was sie wollen.
Frieden durch Freundschaft

Anhand altersgerechter und didaktisch aufbereiteter Inhalte und Methoden lernen Schüler*innen im Unterricht, Ursachen und Hintergründe von Gewalt in Konfliktregionen zu verstehen und einzuordnen. Sie verstehen besser, wie Konflikte entstehen, warum sie zu Gewalt führen und welche Schritte notwendig sind, um Frieden zu erreichen. Die Arbeitsblätter gibt es als Klassensatz in drei Varianten für die Klassen 1-4, 5-7 oder 8-10 (Format DIN A 4, 45 min. Arbeitszeit). Die Lehrkraft erhält zusätzlich ein Impulsblatt (1 DIN A4 Seite) mit didaktisch-methodischen Hinweisen, Erläuterungen und Vertiefungsfragen.

Kinder und Jugendliche für Frieden und Verständigung: Frieden lernen am Beispiel des Nahostkonflikts

Seit 1999 arbeitet das Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen in Israel & Palästina für den Frieden. Mit diesem Heft lädt forumZFD Lehrkräfte ein, mehr über Friedensarbeit in dieser Region zu lernen. Ganz besonders richtet sich dieses Heft an alle Schulen, die an einem der Friedensläufe zur Unterstützung des forumZFD teilnehmen. Begleitend zu dem sportlichen Einsatz vermittelt das Unterrichtsheft Kindern und Jugendlichen in vier Unterrichtseinheiten einen Einblick in die Lebenswirklichkeit arabischer und jüdischer Kinder und Jugendlicher aus Jerusalem und Haifa. Gendergerechtigkeit und sexualisierte Gewalt. Unterrichtsmaterial für Sekundarstufe I und II

 In diesem Arbeitsmaterial von GEMEINSAM FÜR AFRIKA werden die Begriffe Gender und sexualisierte Gewalt näher erläutert.  Die Aufgaben und Fragen geben Anstoß zum Perspektivwechsel und zur Reflexion sozialer Geschlechter in unserer Gesellschaft. Zudem werden potentielle Handlungsperspektiven und der Kampf für mehr Geschlechtergerechtigkeit angesprochen.
Auch das Bild von Mädchen und Frauen in afrikanischen Ländern und afrikanischer Feminismus werden thematisiert.
Zum Schwerpunkt: Multimediales

Online-Spiel: „This war of mine" – Sensibilisierung zu Bürgerkriegsthemen

In dem Spiel „This War of Mine" wird eine Gruppe von Zivilpersonen im Rahmen eines Bürgerkriegsszenarios gesteuert. Durch die permanente Krisensituation erfordert es eine Fülle an moralischen Entscheidungen, um das Überleben der Charaktere zu sichern. Das Spiel wurde von allen Beteiligten als sehr ansprechend und eindringlich empfunden, zudem ermöglicht es mit einer relativ einfachen Steuerung einen schnellen Einstieg. Auch wenn nur eine Person steuert, fesselt das düstere Szenario eine ganze Gruppe und bietet immer wieder Anlass zu Diskussionen und Reflexion.

Jetzt mal ganz friedlich: Zuhören, wie Frieden gemacht wird. Ein Podcast des Zivilen Friedensdienstes

Krieg vom Zaun brechen geht einfach. Aber wie macht man eigentlich Frieden? Jule Koch und Sebastian Niesar sprechen mit Kolleginnen und Kollegen, die das versuchen. Im Podcast „Jetzt mal ganz friedlich" geben sie Einblicke in die Lebensrealitäten in Krisenregionen und erzählen Geschichten aus der internationalen Friedensarbeit.

#StopViolence – Ein Graffiti-Stop-Motion-Film

„Stop Violence" ist ein Kurzfilm, den engagierte Jugendliche entwickelt und umgesetzt haben. Der Film ruft gegen verschiedene Formen von Gewalt auf. Produziert ist er als "Stop Motion Film": hierbei werden Fotos von Wandgemälden, Graffiti und Menschen zu einem Film zusammengeschnitten. Absolut sehenswert und auch im Unterricht einsetzbar.

Online-Hub des ZFD: Frieden verbessert das Klima

Der Online-Hub „Frieden verbessert das Klima" des Zivilen Friedensdiensts (ZFD) wirft Licht auf die Verbindung zwischen Klimakrise und Frieden. Er beleuchtet sukzessive die Rolle ziviler Konfliktbearbeitung bei der Bewältigung der Klimakrise mit Beispielen aus dem ZFD und ermöglicht durch zahlreiche Info-Tipps eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Beiträge aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft runden das Angebot ab.

Film mit Begleitheft: Willi im Libanon

Reporter Willi Weitzel ist für die Sternsinger im Libanon unterwegs. Dort erfährt er von Kindern vor Ort wie sie mit Menschen verschiedener Kulturen aufwachsen und was sich eine Familie, die vor dem syrischen Bürgerkrieg geflüchtet ist, besonders wünscht. Ein Begleitheft mit Erzählungen aus dem Alltag der Kinder, Tipps zum Streitschlichten und ein Würfelspiel ergänzt den Film.

Zum Schwerpunkt: Aktionen, Angebote, Fortbildungen
Friedenstag an der Schule

Ein Tag im Zeichen des Friedens – das ist die Idee der Friedens-Projekttage des Forums Ziviler Friedensdienst e.V. - forumZFD. Die Friedenstage sind ein kostenloses Angebot des forumZFD für Schulen. Sie fördern das friedliche Miteinander in unserer Gesellschaft und im Schulalltag. Ein Friedenstag kombiniert Sport, Workshops und gesellschaftliches Engagement für Friedensprojekte in Konfliktregionen.

Ausstellung „Frieden geht anders!"

Mit der Ausstellung „Frieden geht anders!" des Zentrum Oekumene wird anhand von neun konkreten Konflikten aufgezeigt, wie mit unter­­schied­lichen gewaltfreien Methoden Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen verhindert oder beendet werden konnten. Die Beispiele stammen aus unterschiedlichen Weltregionen, doch die angewendeten Methoden sind grundsätzlich überall einsetzbar.

Aktion Rote Hand

In der Aktion Rote Hand haben Schulklassen die Möglichkeit, gegen den Einsatz von Kindern in Kriegen zu protestieren. Sie beschäftigen sich im Unterricht mit Gewalt, die diese Kinder erleiden und ausüben und können zu einer eigenen Position diesbezüglich kommen. Sie können sich mit Fingerfarbe die Hände rot bemalen, sie auf ein Blatt Papier drücken und ihre Botschaft an die Politik darauf schreiben. Politikerinnen und Politiker werden in die Schule eingeladen und erhalten von den Jugendlichen zusammen mit den roten Händen den Auftrag, sich für die Kindersoldaten einzusetzen.
Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen
Dossier „Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen in Zentralamerika"

Menschenrechtsverteidiger*innen werden weltweit bedroht und verfolgt, stigmatisiert und diffamiert, zu Unrecht angezeigt, verhaftet, verletzt oder gar ermordet. Einige verschwinden spurlos. Auch in Zentralamerika zeigt sich dieses Phänomen immer häufiger. Das 60-seitige Dossier „Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen in Zentralamerika", herausgegeben vom Runden Tisch Zentralamerika, soll dieses Unrecht sichtbarer machen und dazu beitragen, die Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen zu beenden. Dafür werden Handlungsempfehlungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene gegeben. Die Christliche Initiative Romero (CIR) hat als Teil der Redaktionsgruppe das Dossier mitgestaltet und ist als Mitglied des Runden Tisches Zentralamerika Mitherausgeberin.

Gerechtigkeit schafft Frieden - Friedensdossier von Misereor

Frieden ist für Misereor ein Schwerpunktthema, da Frieden und Entwicklung eng miteinander verbunden sind. Dieser Fokus zeigt sich sowohl in der weltweiten Unterstützung von Partnerorganisationen als auch in der Inlandsarbeit. Auf einer Schwerpunktseite zum Thema sind neben einführenden Informationen und weiterführenden Links auch thematische Publikationen zu finden.

Dossier: Frieden fördern

Wie kann friedliches Verhalten von klein auf gefördert werden? Und wie kann man Kindern die Themen Krieg und Frieden vermitteln? Diese und andere Fragen greift das Themendossier „Frieden fördern" des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger' auf.
Beiträge von Fachleuten, Projektpartnern, Kindern und Jugendlichen beschreiben, was Frieden gefährdet, und zeigen Wege für ein friedlicheres Miteinander auf.

Europa kann mehr! Friedensgutachten 2021

„Europa kann mehr!" Das fordern die vier führenden deutschen Friedensforschungsinstitute Bonn International Center for Conversion (BICC), Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) und Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) in ihrem aktuellen Friedensgutachten. So muss die EU etwa im Verhältnis zum Globalen Süden neue Akzente setzen: Sie kann dazu beitragen, Impfstoffe gerecht zu verteilen, die sozioökonomischen Kosten der Pandemie abzumildern und die Armuts- und Ernährungspolitik neu zu justieren.

Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik „Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.


Podcast Richtig & Falsch - Folge 4: Generation Klimakrise

In der 4. Folge von Richtig & Falsch, dem Podcast zu Politischer Bildung für alle Lehrkräfte, geht es um ein alles entscheidendes Thema: Die Klimakrise. Was ist in Sachen Klimakrise die Aufgabe der Schule und was nicht? Wie kann die Fridays For Future Bewegung in Politischer Bildung begleitet und sogar für Politische Bildung genutzt werden? Und - wie können Schülerinnen und Schüler auf ein Leben in der Klimakrise vorbereitet, aber nicht entmutigt werden?

Projekt digital bewegt

Digitale Technik durchdringt immer mehr Bereiche unseres Lebens und der Gesellschaft. Ihre Auswirkungen sind komplex: So hat digitale Technik nicht nur einen immensen ökologischen Fußabdruck, sondern verändert auch unsere Kommunikation, unsere Arbeit, verschiebt Machtverhältnisse oder beeinflusst unsere Möglichkeiten demokratischer Teilhabe. Da digitale Technik über mehrere Dimensionen hinweg wirkt, arbeitet der Verein Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. zu verschiedenen Schwerpunkten. In den drei Bereichen Mobilität, Logistik und Kommunikation werden in unterschiedlichen Formaten Expert*innen mit verschiedenen Perspektiven auf den jeweiligen Bereich zusammengebracht.

"Zugriff verweigert - Digitalisierung global gerecht gestalten" - BREBIT 2021

Unter dem Motto "Zugriff verweigert - Digitalisierung global gerecht gestalten" geht die BREBIT 2021 in ihr 18. Jahr. Die Bildungstage finden vom 16. August bis 3. Dezember 2021 in ganz Brandenburg statt und greifen das Vorjahresthema Digitalisierung und globale Gerechtigkeit nochmals unter anderen Blickwinkeln auf. Der BREBIT-Angebotskatalog ist nun erschienen, die passenden Aktionen und Projekttage können ab sofort online gebucht werden.

"Welt gerecht gestalten lernen" - Didaktische Poster zu den SDGs

Auf den didaktischen Postern "Welt gerecht gestalten lernen" in blauer oder weißer Farbe (in DIN A1) befindet sich eine Übersicht der 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele und ihrer wichtigsten Inhalte. Darüber hinaus hat EPiZ e.V. zu jedem Ziel Themen ausgewählt, die Impulse für den Transfer der Ziele in die Bildungspraxis geben. Die Poster werden gegen eine geringe Spende kostenfrei abgegeben.

Kitaprojekt „Bis auf den letzten Krümel"

Mit seinem Bildungsprojekt „Bis auf den letzten Krümel" gibt der gemeinnützige Verein RESTLOS GLÜCKLICH Erzieher*innen Werkzeug und Wissen an die Hand, um mit ihrer Vorschulgruppe spielerisch den Wert von Lebensmitteln zu erforschen. Im Fokus des 7-wöchigen Bildungsprojekts steht das eigenständige Erforschen und Erleben. Workshops und Exkursionen liefern einen lebendigen Zugang zu den Themen – die Kinder bauen unter anderem ein Kompostglas, „retten" Lebensmittel oder bereiten gesunde Snacks zu. Zusammen mit vielseitigen, kreativen Bildungsmaterialien erlangen die Kinder somit spielerisch Wissen über Lebensmittelproduktion, -verschwendung und Abfallvermeidung.

KITA – in Deutschland und weltweit: Die Umwelt im Blick

Diese Ausgabe von „KITA – in Deutschland und weltweit" vom Kindermissionswerk Die Sternsinger e.V. möchte dazu einladen, sich spielerisch mit Umweltschutz in Form von Mülltrennung, Nachhaltigkeit und Upcycling auseinanderzusetzen. Die Ausgabe bietet verschiedene Bausteine an, um Vorschulkindern ökologisch sinnvolles Verhalten zu vermitteln und die Verantwortung für die Schöpfung von klein auf zu stärken.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla


EineWeltBlaBla im Juni 2021

Sei ein Changemaker oder wie die Frauen Ruandas und beteilige dich in Skateistan am Schulwettbewerb zur Bundestagswahl, um dich für kreative Ideen gegen Müll und für internationale Lieferkettengesetze stark zu machen! 

Dieser Aufruf könnte dabei rauskommen, wenn jemand versuchen würde, aus den Blogbeiträgen im Juni eine Wahlwerbung zu schalten.
Unsere Redaktion hat sich in diesem Monat viel mit den Rechten von Mädchen und Frauen beschäftigt und dabei über Skateistan und Frauen in Ruanda berichtet. Außerdem haben wir uns angeschaut, welche kreativen Ideen Südafrika gegen die Müllverschmutzung hat und – wo wir schon bei Kreativität sind – auf den Schulwettbewerb der F.A.Z. zur Bundestagswahl aufmerksam gemacht. Wir haben uns über einen Gastbeitrag von Masifunde gefreut und über den BUKO39 berichtet. Wie genau die Situation in Bangladeschs Textilproduktion aussieht und warum wir endlich internationale Lieferkettengesetze brauchen, haben wir in einem der letzten Beiträge im Juni berichtet. Das alles lest ihr auf dem Blog!

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Krieg und Gewalt (SDG 16)

Von Kriegen, Bürgerkriegen und asymmetrischen Konflikten sind Kinder am meisten betroffen. Die Datenbank Eine Welt Medien hat zum Schwerpunkt dieses Newsletters eine Empfehlungsliste mit Filmen zusammengestellt. So beleuchten einige Filme das Schicksal von Kindersoldatinnen und -soldaten, andere zeigen das Leben von Frauen als Kriegsopfer, wieder andere schildern das Leben in Flüchtlingslagern. Alle Filme werden jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen aufgeführt.
Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen finden Sie hier.
Veranstaltungen
Seminar für Multiplikator*innen: Machtkritische Bildungsarbeit zur Digitalisierung
10.07.2021 - 11.07.2021 in Münster Nachhaltigkeit in Schulpartnerschaften? – Mehrfach Machbar!
15.07.2021 online Learn@Lunch: 17 Ziele kreativ und sichtbar - Wie gelingt die Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen?
22.07.2021 online Basismodul: Grundlagen der Erd-Charta (Bildungs-)Arbeit - Multiplikator*innenausbildung für den Großen Wandel
23.07.2021 - 25.07.2021 in Warburg-Germete Wege zu einer anderen Ökonomie
30.07.2021 - 31.07.2021 in Bad Boll Seminar für Multiplikator*innen: Machtkritische Bildungsarbeit zur Digitalisierung
14.08.2021 - 15.08.2021 in Köln Bildungsurlaub: Die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) – global denken, lokal handeln
16.08.2021 - 20.08.2021 in Leck BNE-Sommerakademie 2021
23.08.2021 - 25.08.2021 in Leibnitz Fortbildung: Bio-Anbau im Unterricht – das Planspiel „50 Percent?!"
02.09.2021 in Berlin
Studientagung Digitale Agenda 2030
02.09.2021 - 03.09.2021 in Münster
Schulungsreihe FairCademy: Mode und Menschenrechte
03.09.2021 - 05.09.2021 in Crimmitschau Workshop: Klimawandel - Ein Blick auf sozial-ökonomische Ungleichheiten, Macht und transformative Lösungsansätze
03.09.2021 online
Fit für Globales Lernen in der Beruflichen Bildung - Lebensmittel global
03.09.2021 online Fit für Globales Lernen in der Beruflichen Bildung - IT, Elektrotechnik, Anlagenmechanik global
04.09.2021 online
Chic aber schmutzig: Globale Wertschöpfung und soziale Kämpfe in der Bekleidungsindustrie
05.09.2021 - 10.09.2021 in Hattingen Werkstatt Globales Lernen für angehende und erfahrene Lehrkräfte der beruflichen Bildung
10.09.2021 - 12.09.2021 in Trebnitz Vorschau Ausgabe September 2021: 
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Demokratische Teilhabe und Pressefreiheit

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Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)

Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des
über den


 


Bundesumweltministerium fördert Projekte im Einsatz gegen Meeresmüll

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:38

Meeresmüll ist eine der weltweit größten umweltpolitischen Herausforderungen. Vor allem Plastikmüll verursacht erhebliche Umweltschäden. Zum Schutz der Meere startet das Bundesumweltministerium heute den zweiten Förderaufruf zu seinem Programm gegen Meeresmüll. Ab sofort können sich Projekte bewerben, die aktiv zu nachhaltiger Produktion, Vertrieb und Nutzung und damit zur Vermeidung des Eintrags von Abfällen in Meere beitragen. Des Weiteren können sich Projekte bewerben, die eine geordnete Abfallbewirtschaftung mit umweltgerechten Entsorgungs- und Recyclingstrukturen in Schwellen- und Entwicklungsländern sicherstellen.

Jedes Jahr werden etwa 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere eingetragen. Sie gefährden nicht nur die Meeresbewohner unmittelbar. Auch die weiteren Wirkungen auf Mensch und Umwelt sind deutlich zu spüren: Das Plastik in den Meeren gelangt in die Nahrungskette und beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit der marinen Ökosysteme als Ganzes. Diesem Schaden an der Natur und den Grundlagen des menschlichen Lebens und Wirtschaftens will das Programm "Marine Debris Framework – Regional hubs around the globe" (Marine:DeFRAG) entgegenwirken.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Das Problem Meeresmüll drängt mehr denn je. Das große Interesse am ersten Aufruf des Förderprogramms zeigt deutlich den Bedarf nach Unterstützung für konkrete Maßnahmen dagegen. Aufbauend auf dem Erfolg der ersten Förderrunde wollen wir weitere Maßnahmen unterstützen, die vor allem die Vermüllung mit Plastik reduzieren. Mit diesem Förderprogramm nimmt Deutschland seine besondere Verantwortung in der Welt wahr und löst einige der Zusagen zu den G7- und G20-Aktionsplänen gegen Meeresmüll ein."

Die geförderten Projekte sollen die Entstehung von Abfällen an Land möglichst schon direkt an der Quelle vermeiden helfen. Plastikmüll soll gar nicht erst in Flüsse und Meere gelangen. Gefördert werden daher Kooperationen, die mit erprobten Lösungen mittelfristig die Menge an Plastikmüll am Beginn der Wertschöpfungskette reduzieren bzw. Abfall- und Kreislaufmanagementsysteme aufbauen. Zentrale Aspekte der Förderung sind Multiplizierbarkeit, Anschlussfähigkeit und der Fortbestand der gewählten Ansätze. Das Förderprogramm unterstützt Projekte zu Politikberatung, Kapazitätsaufbau, Technologiekooperation und Investitionen sowie zur Implementierung des jeweiligen institutionellen Rahmens. Neben Anrainerstaaten belasteter Flüsse liegt der Fokus auf küstennahen Regionen und Inselstaaten.

Das Programm richtet sich an Durchführungsorganisationen des Bundes, Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, deutsche Ableger internationaler und multilateraler Organisationen und Einrichtungen, die einen Sitz in Deutschland haben. Deutsche Antragsteller können für die Durchführung mit internationalen Partnern zusammenarbeiten. 

Im ersten Schritt des Auswahlverfahrens werden die eingereichten Projektskizzen begutachtet. Anschließend durchlaufen die ausgewählten Vorhaben ein ausführliches Antragsverfahren. Die Projektskizzen können bis spätestens 8. September 2021 bei der zuständigen Projektträgerin "Zukunft – Umwelt – Gesellschaft" (ZUG) gGmbH eingereicht werden.

Im Rahmen des ersten Förderaufrufs wurden acht Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 32,2 Millionen Euro ausgewählt und befinden sich bereits in der Umsetzung oder in der Vorbereitung darauf.

Weitere Informationen



Südsudan - Kein Frieden und die Krise der Flüchtlingskinder

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:38
UNO-Flüchtlingshilfe zu zehn Jahre Unabhängigkeit Südsudan

Bereits zwei Jahre nach der Unabhängigkeit (9. Juli 2011) flammte 2013 der Bürgerkrieg in dem jüngsten Staat der Welt, Südsudan, erneut auf. Frieden ist bis heute nicht in Sicht. Hinzu kommen Naturkatastrophen und Nahrungsmittelknappheit. Dies hat verheerende Auswirkungen insbesondere auf Frauen und Kinder, die mehr als 80 Prozent der südsudanesischen Flüchtlinge stellen und dringend Unterstützung benötigen. Fast vier Millionen Menschen - knapp ein Drittel der Bevölkerung des Südsudans - sind derzeit auf der Flucht. Der Hilfsbedarf ist jedoch nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe dramatisch unterfinanziert.

 

„Die Menschen im Südsudan brauchen zwei Dinge: Frieden und Unterstützung. Insbesondere die Kinder brauchen Hilfe, denn es droht eine verlorene Generation. Und Perspektivlosigkeit führt zwangsläufig in eine Spirale neuer Konflikte", sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

 

Ein Großteil der südsudanesischen Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. 65 Prozent der Flüchtlinge aus dem Südsudan sind unter 18 Jahren. Darum wird die Krise in dem Land oftmals als Krise der Flüchtlingskinder bezeichnet. Über 66.000 Flüchtlingskinder sind "unbegleitet": Sie haben ihre Eltern oder Verwandten verloren oder wurden von ihnen getrennt und sind besonders auf Unterstützung angewiesen. Unterstützung, die das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) bietet und welche die UNO-Flüchtlingshilfe als nationaler Partner des UNHCR fördert: Durch Hilfsmaßnahmen konnten rund 70 Prozent der Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter die Grundschule besuchen – 2021 sollen 90 Prozent der Kinder diese Möglichkeit haben. Jedoch sind aktuell nur 16 Prozent des benötigten Budgets für die UNHCR-Hilfsmaßnahmen gedeckt. Allein 2021 werden knapp 190 Millionen Euro benötigt.

 

Südsudan als Aufnahmeland

Trotz der Herausforderungen im eigenen Land verfolgt der Südsudan eine Politik der offenen Türen gegenüber Flüchtlingen aus den Nachbarländern. Im Dezember 2020 lebten rund 314.000 Flüchtlinge im Südsudan, die meisten stammen aus dem Sudan.

 

Unterstützungsmöglichkeiten unter:

www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/suedsudan

 


Südsudan: 300.000 Kinder von schwerer Mangelernährung bedroht

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:37
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Südsudan: 300.000 Kinder von schwerer Mangelernährung bedroht

UNICEF-Bericht zum zehnten Jahrestag der Staatsgründung am 9.Juli

Südsudan 2021: UNICEF-Kinderreporterin Christine (17) bei einem Außeneinsatz. | © UNICEF/UN0475185/Aldo

Köln, den 6. Juli 2021 // Zehn Jahre nach seiner Gründung erlebt der Südsudan laut UNICEF die schlimmste humanitäre Krise seit seiner Unabhängigkeit. Im jüngsten Staat der Welt benötigen derzeit 8,3 Millionen Menschen humanitäre Hilfe – das sind zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Mehr als die Hälfte davon – 4,5 Millionen – sind Kinder. 

In dem heute veröffentlichten Bericht „Respond to our Cry" („Reagiert auf unsere Hilferufe") rechnet UNICEF in diesem Jahr mit der höchsten Zahl an akut mangelernährten Kinder in dem Land seit der Staatsgründung. Im Laufe des Jahres 2021 werden schätzungsweise 1,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt sein, darunter 300.000 Kinder mit der schwersten Form. Es besteht Lebensgefahr, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Vor dem zehnten Jahrestag am 9. Juli ruft UNICEF dringend zur Hilfe für die Kinder im Südsudan auf.

„Die Welt darf den Kindern im Südsudan nicht den Rücken kehren. Wenn die Regierungen jetzt die Mittel für die humanitäre Hilfe oder die Stärkung der Strukturen im Land kürzen, wären die Folgen für Kinder unmittelbar und tiefgreifend. Sie würden ihr Leid noch einmal verschärfen und die Hoffnungen der Kinder auf eine friedliche Zukunft zerstören", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

Der jüngste Staat der Welt wurde nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen am 9. Juli 2011 unabhängig. Doch Konflikte und Gewaltausbrüche gingen danach weiter. Durch das jüngste Friedensabkommen, das bisher nur teilweise umgesetzt wurde, wurden die Herausforderungen für Kinder bisher nicht gelindert. Unzureichende staatliche Strukturen, extreme Armut, soziale und ökonomische Krisen, die Folgen des Klimawandels und nun die Covid-19-Pandemie verstärken sich in ihren Auswirkungen auf die Bevölkerung. UNICEF konstatiert eine „Kinderrechte-Krise" in dem Land, in dem 2,8 Millionen Mädchen und Jungen keine Schule besuchen. Durch die Pandemie hatten in den vergangenen 14 Monaten weitere zwei Millionen Kinder keinen Unterricht. Jedes zehnte Kind im Südsudan erlebt seinen fünften Geburtstag nicht.

„In unserem Land werden Kinder nicht respektiert. Das Recht, eine Schule zu besuchen, etwas zu essen zu bekommen, geschützt zu werden und das Recht darauf, in Sicherheit zu leben – so viele Rechte, die man uns vorenthält!", sagte die 17-Jährige Christine, UNICEF-Jugend-Reporterin im Südsudan.

UNICEF und seine Partner, darunter die deutsche Bundesregierung, haben angesichts der dramatischen Ernährungsunsicherheit seit Ende 2020 die Hilfe ausgeweitet, insbesondere in den am stärksten betroffenen Bezirken. Seit Anfang des Jahres wurden beispielsweise landesweit 70.000 Kinder behandelt, die an schwerer akuter Unterernährung leiden, mit einer Heilungsrate von mehr als 95 Prozent. 

Im Jahr 2021 benötigt UNICEF für seine Hilfe im Südsudan 180 Millionen US-Dollar. Lediglich ein Drittel davon sind derzeit finanziert. Es besteht die Gefahr, dass dringend benötigte Hilfe in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, Gesundheit und Kinderschutz nicht geleistet werden kann.

» Der vollständige englischsprachige Bericht steht hier zum Download zur Verfügung.

» Aktuelles Bild- und Videomaterial finden Sie hier.


G20-Finanzminister: Mehr Schuldenerlass ist nötig

Baustellen der Globalisierung - 8. Juli 2021 - 12:30

Morgen und am Samstag findet der Gipfel der G20-Finanzminister*innen in Venedig statt, das erste Präsenztreffen seit Beginn der Corona-Pandemie. Als Folge der Pandemie steht kritisch verschuldeten Ländern das Wasser bis zum Hals: Echte Schuldenerleichterungen gab es bislang kaum, viele Länder haben keinen Zugang zu den G20-Initiativen. Nach der erlassjahr.de-Kampagne wurden durch die im Vorjahr beschlossenen Initiativen gerade einmal 0,07% der von den Vereinten Nationen zu Beginn der Pandemie geforderten Schuldenerlasse umgesetzt. Diese Erlasse stammen sämtlich aus dem Katastrophenfonds CCRT des Internationalen Währungsfonds. Durch das Schuldenmoratorium DSSI der G20 wurde nur ein Bruchteil der tatsächlichen Schuldendienstzahlungen gestundet. Und bislang haben überhaupt nur drei Länder eine Umschuldung unter dem neuen Umschuldungsrahmenwerk „Common Framework“ der G20 beantragt – von denen bis heute noch keines einen einzigen Dollar an Schuldenerlass gesehen hat.

 

Damit sind diese Initiativen bislang nur ein sehr kleiner Tropfen auf einem sehr heißen Stein. Mehr als 100 Entwicklungs- und Schwellenländer sind gezwungen, dieses Jahr drastische Sparmaßnahmen zu ergreifen, um ihren Schuldendienst aufrechterhalten zu können (>>> Globaler Austeritätsarlarm). Darüber hinaus bleiben mehr als 40% der kritisch verschuldeten Mitteleinkommensländer weiterhin von der DSSI und dem Common Framework ausgeschlossen. Mehr als die Hälfte der begünstigten Mitteleinkommensländer nehmen nicht teil, aus Angst vor dem Verlust ihres Kapitalmarktzugangs. Dabei leben fast 80% der Menschen, die durch COVID-19 zusätzlich in extreme Armut gerutscht sind, in Mitteleinkommensländern. 

 

Auch IWF-Chefin Kristalina Georgieva hatte kurz vor dem Venedig-Gipfel die geringen Fortschritte bei den bisherigen Schuldenerlassmaßnahmen beklagt. Noch beim Vorläufertreffen der G20-Finanzminister*innen im April sprach sich Bundesfinanzminister Scholz für echte Schuldenerlasse aus, Entwicklungsminister Müller folgte beim Gipfel der Außen- und Entwicklungsminister*innen in Matera letzte Woche. „Die Menschen in kritisch verschuldeten Ländern können nicht darauf warten, dass sich das Common Framework irgendwann bewährt hat“, so erlassjahr.de. Die Bundesregierung müsse Worten Taten folgen lassen und sich in Venedig für komplementäre Initiativen einsetzen. Konkrete Vorschläge dafür gebe es genug, so etwa von der Allianz der Kleinen Inselstaaten oder dem UN-Generalsekretär.
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Woran man die nepalesische Mittelschicht erkennt

E+Z - 8. Juli 2021 - 12:21
Nepals langsames Wirtschaftswachstum bremst die Entwicklung der Mittelschicht

In Nepal wächst der Lebensstandard. Angesichts der langen Armutsgeschichte des Landes, des jahrzehntelangen Kampfs für Demokratie und des verheerenden Erdbebens von 2015 ist diese Entwicklung der vergangenen Jahre sehr zu begrüßen.

Nach Angaben der Weltbank zählt Nepal mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 1090 US-Dollar im Jahr 2019 nun zu den Ländern mit sogenanntem „niedrigem mittlerem“ Einkommen. Als einkommensschwach gelten Länder mit einem Pro-Kopf-Einkommen unter 1030 US-Dollar.

Vor zehn Jahren definierte die Asiatische Entwicklungsbank alle Personen als Mittelschichtsangehörige, die über eine Kaufkraft von zwei bis 20 US-Dollar am Tag verfügen – und wies darauf hin, dass die Mittelschicht in Nepal wächst. Der nationale „Living Standard Survey“ Nepals und die Weltbank kamen 2016 zu ähnlichen Ergebnissen.

Dieses Wachstum der Mittelschicht spiegelt einige bedeutende Entwicklungen wider:

  • eine Bevölkerungsverschiebung vom Land in die Städte,
  • ein höheres Bildungsniveau,
  • einen Trend von Arbeiter- und Dienstleistungsberufen hin zu mehr Angestelltenberufen und
  • einen Anstieg der Rücküberweisungen von Nepalis aus dem Ausland.

Allein die Rücküberweisungen sorgten für 27 Prozent des Armutsrückgangs in den untersuchten Jahren; Lohnanstiege in Wirtschaftsbereichen mit hoher Wertschöpfung für weitere 52 Prozent.

Dennoch bleibt Nepal eines der ärmsten Länder Asiens mit vergleichsweise geringem Wirtschaftswachstum, wie der Weltbankbericht „Climbing higher: Toward a middle-income Nepal“ 2017 feststellt. Nepals Pro-Kopf-Einkommen liegt hinter dem der anderen Volkswirtschaften der Region zurück, weshalb fraglich ist, ob der Aufwärtstrend weitergehen wird. Covid-19 hat die Wirtschaft, die bereits Anzeichen von Stagnation aufwies, hart getroffen.

Private Haushalte haben bei sinkendem Bruttoinlandsprodukts-Wachstum geringere Gestaltungsmöglichkeiten und ein erhöhtes Armutsrisiko. Dafür gibt es bereits einige Anzeichen: Der mehrdimensionale Armutsindex der Regierung, der neben dem Einkommen auch die Faktoren Gesundheit, Ernährung, Bildungschancen und Lebensstandard berücksichtigt, ermittelte 2018 eine Armutsquote von 28,6 Prozent.

Die Mittelschicht erkennen

Nepals Mittelschicht wurde noch nicht erforscht, und es existieren keine verlässlichen Einkommensstatistiken. Es gibt aber Erfahrungsberichte, also nichtwissenschaftliche Hinweise oder Belege, auf die sich gestützt werden kann. Die nepalesische Mittelschicht lässt sich am einfachsten durch das definieren, was sie nicht ist. Sie ist wohlhabender als die Subsistenzbauern und die Arbeiter ohne eigenen Landbesitz. Zugleich ist sie ärmer als die Oberschicht, die zumeist Vermögen geerbt hat und mit den einstigen Herrscherklassen verbunden ist.

Auch die Ausgaben geben Hinweise: Mittelschichts-Nepalis erwirtschaften für gewöhnlich ein stabiles, angemessenes Einkommen aus einem Angestelltenverhältnis oder einem kleinen Unternehmen. Zwar können sie sich die teuren, englischsprachigen Privatschulen, die von der Oberschicht besucht werden, meist nicht leisten, wohl aber eine andere gute Ausbildung für ihre Kinder.

Die Mittelschicht lässt sich in zwei Untergruppen unterteilen. Die erste setzt sich aus Händlern, Unternehmern und Verwaltungsangestellten zusammen, die dem Bildungsbürgertum entstammen. Die zweite umfasst Menschen aus eher bescheidenen Verhältnissen, die dank guter Bildung zu Fach- und Führungskräften aufgestiegen sind. Auch die Art der Fortbewegung sagt etwas über die Mittelschicht aus. So nutzen Menschen aus der unteren Mittelschicht eher Fortbewegungsmittel wie Fahrräder oder Motorroller, Angehörige der oberen Mittelschicht hingegen Autos.

Viele Mitglieder der Mittelschicht besitzen ein kleines Haus oder andere Vermögenswerte wie Schmuck, einige auch Land. Auch der Gebrauch von bestimmten Konsumgütern wie Smartphones kann ein Hinweis sein. Häufig legen sie in gewissem Maß ein Konsumverhalten an den Tag, das den eigenen Status zur Schau stellen soll.

Zugleich hält die Mittelschicht aber auch an traditionellen Praktiken fest, von denen einige eher rückwärtsgewandt sind. Wenn zum Beispiel das traditionelle Hartalika-Teej-Fest gefeiert wird – ein hinduistisches Fest an jenem Tag, an dem Lord Shiva die Liebeserklärung der Göttin Parvati annahm –, waschen verheiratete Frauen traditionell die Füße ihrer Ehemänner und trinken vom Wasser des Fußbades. Auch tragen Mittelschichtsfamilien wohl dazu bei, konservative Traditionen wie die Diskriminierung von Witwen zu bewahren.

Gesamtgesellschaftlich gesehen, treibt die Mittelschicht die Wirtschaft an, indem sie Unternehmen gründet. Außerdem sind die englischsprechenden Mittelschichtsangehörigen meist internationaler eingestellt als viele Menschen mit niedrigem Einkommen, die nur die lokalen Sprachen beherrschen.

Die Mittelschicht war maßgeblich an Nepals Aufstieg aus Armut und Diktatur beteiligt. Sie hat die Industrialisierung, Urbanisierung und Modernisierung der Wirtschaft vorangetrieben. Nach der Wiedereinführung der Demokratie in den 1990er Jahren gründete sie unter anderem Tausende von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für eine fairere und gerechtere Gesellschaft einsetzen, auf die Rechenschaftspflicht der Regierung pochen und eine sozialgerechte Entwicklung vorantreiben.

Heute sind Spaziergänge durch die meisten nepalesischen Städte sehr reizvoll, und das ist vor allem der Mittelschicht zu verdanken. Restaurants mit bunten Schildern säumen die Straßen, und die Vielfalt an Boutiquen und Läden wächst stetig. Sie haben nicht nur das Bild der Hauptstadt Kathmandu und anderer Großstädte verändert, sondern auch die Ambitionen ihrer Bewohner. Es gibt immer noch viel Armut in Nepal, aber die wachsende und aktive Mittelschicht zeigt, dass ein Aufstieg möglich ist (siehe Kasten).

Rukamanee Maharjan ist Juradozentin an der Tribhuvan-Universität in Kathmandu.
rukumaharjan@gmail.com

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Globale Steuer: Der Teufel steckt im Detail

Baustellen der Globalisierung - 8. Juli 2021 - 12:13

Ein Gastkommentar von Joseph E. Stiglitz

 

Es scheint, dass die internationale Gemeinschaft auf eine von vielen als historisch bezeichnete Übereinkunft zur Festlegung eines globalen Mindeststeuersatzes für multinationale Konzerne zusteuert. Das wird auch Zeit – aber reicht womöglich nicht aus.

 

Im Rahmen der bestehenden Regeln können es Unternehmen vermeiden, ihren fairen Anteil an Steuern zu bezahlen, indem sie ihre Einnahmen in Niedrigsteuerländern verbuchen. In einigen Fällen haben sie – wenn der Gesetzgeber es ihnen nicht erlaubt, so zu tun, als ob ein ausreichend großer Teil ihrer Einkünfte seinen Ursprung in irgendeiner Steueroase hat – Teile ihres Unternehmens in derartige Länder verlagert.

 

Apple hat sich zum Sinnbild für Steuervermeidung entwickelt, indem es die Gewinne aus seinem Europageschäft in Irland verbucht und dann ein weiteres Steuerschlupfloch nutzt, um auch Irlands notorisch niedrigen Steuersatz von 12,5% größtenteils zu vermeiden. Doch ist Apple durchaus nicht das einzige Unternehmen, das den von uns geliebten Produkten zugrundeliegenden Einfallsreichtum zur Vermeidung von Steuern auf die Gewinne nutzt, die es durch Verkauf dieser Produkte an uns erzielt. Das Unternehmen behauptet zu Recht, dass es jeden Dollar Steuern zahle, den es zahlen muss; es nutzt lediglich die ihm durch das System gebotenen Vorteile vollumfänglich aus.

 

So gesehen ist eine Einigung über die Einrichtung eines globalen Mindeststeuersatzes von mindestens 15% ein wichtiger Fortschritt. Doch steckt der Teufel im Detail. Der aktuelle offizielle Durchschnittssatz ist beträchtlich höher. Es ist also möglich – und sogar wahrscheinlich –, dass sich dieser globale Mindestsatz zum Höchstsatz entwickeln wird. Eine Initiative, die als Versuch begann, die Multis zur Zahlung eines fairen Anteils an Steuern zu zwingen, könnte daher zu sehr begrenzten zusätzlichen Steuereinnahmen führen: viel weniger als den 240 Milliarden Dollar, die jährlich zu wenig bezahlt werden. Und einige Schätzungen legen nahe, dass auch die Entwicklungsländer und Schwellenmärkte nur einen kleinen Bruchteil dieser Einnahmen zu Gesicht bekommen würden.

 

Besonders problematisch ist bei den von der OECD vorgelegten Vorschlägen die erste Säule, bei der es um Besteuerungsrechte geht und die lediglich auf die allergrößten globalen Unternehmen Anwendung findet. Das alte System der Transferpreise war den Herausforderungen der Globalisierung des 21. Jahrhunderts eindeutig nicht gewachsen; die Multis hatten gelernt, wie sie das System manipulieren konnten, um ihre Gewinne in Niedrigsteuerländern zu verbuchen. Die USA verfolgen aus diesem Grund einen Ansatz, bei dem die Gewinne den US-Bundesstaaten gemäß einer Formel zugeordnet werden, die Umsatz, Beschäftigung und Kapital berücksichtigt…

 

… den vollständigen Kommentar finden Sie >>> hier.

 

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08. Juli 2021

ONE - 8. Juli 2021 - 12:11
1. Dritte Welle in Namibia

Mehrere Medien, darunter Zeit Online, die Süddeutsche Zeitung, T-online und das Ärzteblatt, thematisieren heute die dritte Corona-Welle in Namibia. Das Land verzeichne die vierthöchste Corona-Inzidenz weltweit. Gestern habe deswegen das größte Frachtflugzeug der Welt vom Flughafen Leipzig/Halle aus Hilfsgüter zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nach Namibia gebracht. Der erste von drei Hilfsflügen aus Deutschland werde heute Mittag in der Hauptstadt Wind­huk erwartet. Die namibische Regierung hatte sich angesichts eines dramatischen Anstiegs der COVID-19-Infektionen mit einem Hilferuf an die internationale Gemeinschaft gewandt. Seit vergangener Woche seien Erstimpfungen nicht mehr möglich, weil die Impfstoffvorräte ausgegangen seien. Namibia sei zu arm, um selbst flächendeckend zu impfen, gelte aber als zu reich, um von Spenden der internationalen Impfinitiative COVAX zu profitieren. Vor allem die Armen treffe die Krise hart – das könne auch Folgen für den andauernden Völkermord-Streit mit Deutschland haben, so Paul Starzmann im Tagesspiegel

2. Chinas Afrika-Strategie

In einem Gastkommentar im Handelsblatt und im Tagesspiegel, thematisiert Günther H. Oettinger Europas und Chinas Strategie in Afrika. Der afrikanische Kontinent gerate immer stärker unter chinesische Kontrolle. Auch die Corona-Pandemie stärke China geopolitisch: Während sich die reichen Industrieländer 70 Prozent aller verfügbaren Impfdosen gesichert haben, teile China den eigenen Impfstoff mit der Welt. Ein weiterer Unterschied: Peking betrachte Afrika nicht als Problem- sondern als Chancenkontinent. Chinas Strategie könne womöglich die Machtverhältnisse in allen afrikanischen Ländern verschieben. Auch Friederike Böge schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wie Europa von Chinas Ansatz in Armutsbekämpfung in Afrika oder dem Projekt Neue Seidenstraße lernen kann. 

3. Steigende Lebensmittelpreise & Inflationsraten

Das Handelsblatt berichtet, wie Lebensmittelpreise in Schwellen- und Entwicklungsländern rasant teurer werden. Der Lebensmittelpreisindex der Vereinten Nationen sei im Mai auf den höchsten Stand seit fast einem Jahrzehnt gestiegen. Die Preissteigerungen treffen Länder ohne sozialen Schutz besonders hart. In Nigeria beispielsweise, wo die Hälfte der Menschen arbeitslos oder unterbeschäftigt sind, sei die Teuerungsrate für Lebensmittel auf den höchsten Stand seit 20 Jahren gestiegen. Die Inflation bei Nahrungsmitteln betrage fast 25 Prozent. Gleichzeitig wird im Stern die Inflationsrate der Währung in Simbabwe thematisiert – dort habe die Zentralbank die Einführung einer neuen 50-Dollar-Banknote angekündigt, der wertvollste Schein des Landes. Doch die Einwohner*innen können sich damit noch nicht einmal einen Laib Brot kaufen. Umgerechnet sind die 50 Simbabwe-Dollar rund 50 Euro-Cent wert.

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Bangladesch und der Klimawandel

EINEWELTblabla - 8. Juli 2021 - 11:05

Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer spürbarer. In Kanada und den USA zerstören gerade Waldbrände ganze Städte und Rekordtemperaturen von 49,5 Grad in British Colombia führten vermutlich zum Hitzetod mehrerer Menschen. Gleichzeitig schmilzt die Arktis – und das sogar noch viel schneller als erwartet. Bereits 2035 wird die Arktis Experten zufolge im Sommer komplett eisfrei sein. Auch viele Länder Asiens sind schon jetzt massiv vom Klimawandel betroffen, darunter vor allem die Küstenregionen. Heute wollen wir deswegen Bangladesch genauer in den Blick nehmen und schauen, was für Auswirkungen der Klimawandel dort auf die Menschen und die Natur hat.

Das Land Bangladesch

Mit einer Bevölkerung von rund 161 Millionen zählt Bangladesch trotz vieler Entwicklungsfortschritte zu den ärmsten Ländern in Südasien. Ähnlich wie in Indien gibt es auch hier eine große Schere zwischen Arm und Reich, eine Mittelschicht ist so gut wie nicht vorhanden. 43 Prozent der Bevölkerung hat weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zur Verfügung und ein Drittel lebt sogar unter der nationalen Armutsgrenze. Die Wirtschaft ist jedoch in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen, was nicht zuletzt an der enormen Bedeutung der Textilindustrie liegt (was es jedoch auch dort für enorme Probleme gibt, könnt ihr in unserem Blogbeitrag über die Textilbranche in Bangladesch nachlesen).

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur und die Menschen in Bangladesch

Bangladesch wurde in den letzten Jahren von den Folgen des Klimawandels besonders hart getroffen. Und das, obwohl die Menschen dort lediglich einen Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 von 0,5 Tonnen pro Jahr haben. Zum Vergleich: in Westeuropa beträgt der jährliche Pro-Kopf-Ausstoß 15 Tonnen, in den USA sogar 20 Tonnen. Und dennoch beeinflusst der Klimawandel das Land in weitaus höherem Maße als die USA oder Europa. Doch warum ist das eigentlich so?

Ein großer Faktor ist die Lage Bangladeschs nur knapp über dem Meeresspiegel. Da dieser durch das wärmere Klima und das Schmelzen der Arktis jedoch immer mehr ansteigt, ist der Großteil der Küstenregionen im Süden bedroht. In immer kürzeren Abständen treffen Zyklone auf die Küste und zerstören die Lebensgrundlage tausender Menschen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Bangladeschs lebt von der Landwirtschaft. Überschwemmungen und Monsunregen zerstören jedoch ständig wieder die Ernten und Felder der Menschen.

Deswegen sehen sich immer mehr Menschen gezwungen, ins Landesinnere zu flüchten und dort neue Arbeit zu suchen. Dabei zieht es sie vor allem in die Hauptstadt Dhaka, die mit einer Bevölkerung von 14 Millionen eh schon aus allen Nähten platzt. Schätzungen zufolge kommen dort täglich bis zu 2000 Binnenmigrantinnen und –migranten an, die in der Textilbranche oder auf der Baustelle Arbeit suchen. Einer dieser Menschen ist Jahangir Alam, ein ehemaliger Fischer. In einem Interview mit Qantara erzählt er: „Vor zwanzig Jahren habe ich mein erstes Haus verloren, damals habe ich als Fischer gearbeitet. Dann, drei Jahre später, hat der Fluss mein zweites Haus weggespült, und vor sieben Monaten schließlich mein drittes… Wir wollten dieses Opfer nicht auf uns nehmen, wir wollten auf unserer Insel bleiben.“

Möchtest du noch mehr über die Auswirkungen des Klimawandels auf Bangladesch erfahren? In einem Artikel von Qantara gibt es die komplette Geschichte von Jahangir Alam, dem ehemaligen Fischer. In einem Artikel von bpb gibt es weitere aufschlussreiche Informationen über das Land Bangladesch.

Wusstet ihr, dass Bangladesch so enorm vom Klimawandel betroffen ist? Und meint ihr, dass diese Entwicklungen überhaupt noch aufzuhalten sind?

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Hasib Matiur auf Unsplash.com und zeigt Dhaka, Bangladesch.

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Russlands Einflussmacht im Kaukasus

SWP - 8. Juli 2021 - 2:00

Im zweiten Karabach-Krieg vom Herbst 2020 vermittelte Russland einen Waffenstillstand und erweiterte seine militärische Präsenz im Südkaukasus, indem es eine Friedenstruppe im restlichen Berg-Karabach stationierte. In diesem Krieg hatten aserbaidschanische Streitkräfte die Südprovinz Karabachs und die zuvor von armenischen Truppen kontrollierten Territorien in dessen Umgebung eingenommen. Laut internationalen Beobachtern hat die Dominanz Russlands und der Türkei bewirkt, dass sich die geopolitischen Koordinaten im Kaukasus auf Kosten westlicher und globaler Akteure verlagerten. In Moskaus Perspektive besteht der Kaukasus aus Russlands Föderationssubjekten im Nordteil und seinem »nahen Ausland« im Südteil der Region. Für seine Politik im Südkaukasus nutzte der Kreml ungelöste Territorialkonflikte als machtpolitische Hebel. Mit seiner Unterstützung für die von Georgien abtrünnigen Landesteile Abchasien und Südossetien will Moskau das am stärksten nach Westen ausgerichtete »nahe Ausland« bestrafen. Im Karabach-Konflikt dagegen war Russland trotz enger sicherheitspolitischer Verbindung mit Armenien auf Neutralität bedacht und stellte sich nicht grundsätzlich gegen west­liche Konfliktmediatoren im Verhandlungsrahmen der OSZE. Russlands Ordnungsmacht im Südkaukasus wird durch die enge mili­tärische Allianz der Türkei mit Aserbaidschan eingeschränkt. Auch Iran tritt verstärkt als Akteur in der Region auf. Das geopolitische Gewicht dort verschiebt sich zu den historischen Regional- und Großmächten. Globale und westliche Akteure sind aber noch nicht aus der Region ver­bannt. Der Karabach-Konflikt bleibt im Brennpunkt internationaler Politik. Das wurde sechs Monate nach Kriegsende offenbar, als die Grenzkonflikte zwischen Armenien und Aserbaidschan sich im Mai 2021 erneut zuspitzten.

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Kommunen erklären Einsatz für 17 Ziele

Engagement Global Presse - 7. Juli 2021 - 16:31
Auch die Kommunen können zur Erreichung der 17 Ziele beitragen. Foto: Janine Schmitz

Heute wurde der „Bonn-Pakt Agenda 2030 kommunal“ veröffentlicht, in dem sich viele deutsche Städte, Landkreise und Gemeinden zum nachhaltigen Handeln und den 17 SDGs (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen bekennen. Das ambitionierte Ziel des Pakts: „Wir streben an, dass 90 Prozent der Menschen in Deutschland bis 2030 in einer ‚Agenda-2030-Kommune‘ leben“, so David Linse, Fachbereichsleiter für Internationales, Europa und Protokoll der Stadt Mannheim und Vorsitzender des Programmbeirats der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW). Die Zahl der Städte und Gemeinden, die sich aktiv für die Umsetzung der SDGs in Projekten der SEKW einsetzen, soll konkret auf 2030 Stück steigen.

Der „Bonn-Pakt Agenda 2030 kommunal“ wurde in einem partizipativen Prozess parallel zur Bundeskonferenz der kommunalen Entwicklungspolitik in Bonn (Buko) vom 14. bis 16. Juni 2021 ausgearbeitet. Alle teilnehmenden Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen konnten im Rahmen von Workshops und mittels Einsendungen den Pakt mitgestalten. Dabei wurden nicht nur Themen, sondern auch konkrete Vorschläge erarbeitet, wie man globalen Herausforderungen kommunalpolitisch begegnen will. „Für die Erreichung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele sind wir Kommunen zentrale Mitgestalter. Gemeinsam sind wir bereit, eine Vorreiterrolle auf der Zielgeraden der SDGs einzunehmen. Dabei spielen strategische Kooperationen mit Zivilgesellschaft, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft eine wichtige Rolle“, betont Katja Dörner, Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn und Mitgastgeberin der Buko.

Der Bonn-Pakt wurde stellvertretend für die beteiligten Kommunen von David Linse an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) übergeben. Das Dokument erscheint in einer wichtigen politischen Phase, denn in Kürze wird es nicht nur eine neue Bundesregierung, sondern auch eine neue Spitze im zuständigen Ministerium geben. „Ich hoffe, dass das BMZ das Papier bei den derzeit laufenden Strategieprozessen berücksichtigt. Wenn es gut läuft, wird es in Zukunft auch neue Programme und Maßnahmen für die Kommunen geben, die sich aus diesem Pakt ableiten“, so Linse.

Der „Bonn-Pakt Agenda 2030 kommunal“ sowie ein Hintergrund-Interview mit David Linse stehen auf der Website der SKEW zur Verfügung.

Die SKEW ist ein Fachbereich von Engagement Global. Sie ist das Kompetenzzentrum für kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung steht sie den Kommunen seit 2001 als Service- und Beratungseinrichtung zur Verfügung. Die Servicestelle berät, fördert und informiert zu ihren Zukunftsthemen: Global Nachhaltige Kommune (GNK), Migration und Entwicklung auf kommunaler Ebene, fairer Handel und faire Beschaffung, kommunale Partnerschaften und internationale entwicklungspolitische Kommunalbeziehungen.

Die Agenda 2030 wurde von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedet und stellt ein Rahmenwerk für nachhaltige Entwicklung dar. Die Agenda formuliert 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die jeweils ökonomische, soziale und technologische Aspekte ansprechen.

Weitere Informationen
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G20 ministerial meetings: high-time for development and finance ministers to work hand in hand for a sustainable global recovery

DIE - 7. Juli 2021 - 16:02

On 29 June, G20 Ministers responsible for development policy convened for the first time under the Italian Presidency. The meeting saw the adoption of a detailed and ambitious policy communique that in addition to prompting international action is also expected to further inform the deliberations of other G20 ‘tracks’ that may affect developing countries. It seems particularly strategic to us that the meeting of Finance Ministers at the end of this week in Venice picks up and further develops on these commitments.

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COVID-19: solidarity as counter-narrative to crisis capitalism

EADI Debating Development Research - 7. Juli 2021 - 15:41
By Christiane Kliemann | EADI/ISS Blog Series The absence of serious measures to protect citizens from the COVID-19 virus in countries such as India and Brazil, as well as vaccine grabbing by countries in the Global North, have created much avoidable suffering, mainly, but not only, in the Global South. Nearly a year and a half …
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Optimising carbon taxation: tax energy sources, not sectors, and be consistent

DIE - 7. Juli 2021 - 12:42

Many governments consider carbon taxation an efficient tool to reduce carbon emissions, but it can negatively affect welfare in terms of emission reductions versus reductions in output. So, how can carbon taxes be best introduced? In a new study using evidence from Mexico, we show that when governments cannot select the most optimal policy –simply taxing some energy sources but not others – this may have substantial implications on how emissions and output, and eventually welfare, are affected.

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07. Juli 2021

ONE - 7. Juli 2021 - 10:57
1. Rückschritte bei der Agenda 2030

Joachim Wille thematisiert in der Frankfurter Rundschau, wie die Corona-Pandemie die Bemühungen, die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDG) bis 2030 zu erreichen, stark zurückgeworfen hat. Das zeige ein offizieller UN-Bericht, der gestern veröffentlicht wurde. So seien rund 120 Millionen Menschen in die Armut zurückgedrängt worden, 255 Millionen Arbeitsplätzen verloren gegangen und die Zahl der Hungernden habe sich um 83 bis 132 Millionen erhöht. Die Rückschritte in der Bekämpfung von Hunger auf der Welt thematisiert auch Matthias Koch im Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Pandemie mache Nahrung teurer denn je und das Corona-Virus sei zum “Hungervirus” mutiert, so Marlehn Thieme, Chefin der Welthungerhilfe. Doch auch die Auswirkungen des Klimawandels seien verheerend. Besonders alarmierend sei die Situation im Inselstaat Madagaskar, wo viele Menschen die fünfte Stufe der Nahrungsmittelknappheit, den baldigen Hungertod, erreicht haben. 

2. Spannungen in und um Äthiopien

Wie der Deutschlandfunk, Yahoo Nachrichten und der Tägliche Anzeiger Holzminden berichten, hat Äthiopien nach ägyptischen Angaben erneut das Becken des umstrittenen Staudamms am Blauen Nil geflutet. Das zuständige ägyptische Ministerium erklärte, das Auffüllen des Staubeckens sei ein schwerwiegender Verstoß gegen internationale Regeln und bedrohe die Sicherheit und den Frieden in der Region. Nun befasse sich der UNO-Sicherheitsrat mit dem Thema. Die tunesische Delegation habe einen entsprechenden Entwurf eingereicht. Demnach soll die Regierung in Addis Abeba aufgefordert werden, das Befüllen des Staubeckens einzustellen. Über die Spannungen innerhalb Äthiopiens berichtet Elona Evelins in der Tageszeitung (taz). Mit dem einst als Hoffnungsträger geltende Präsident Abiy Ahmed entluden sich lang unterdrückte Spannungen. Im ganzen Land sei es zu ethnischen Zusammenstößen und Angriffen gekommen, besonders gegen die tigrayische Bevölkerungsgruppe. 

3. Bundeswehr führt EU-Mission in Mali

Wie Tagesschau.de, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und die Deutsche Welle melden, übernimmt die Bundeswehr ab heute wieder die Kommando der Ausbildungsmission “EUTM Mali“. Von den 950 Soldat*innen in der EU-Mission habe Deutschland derzeit rund 110 Männer und Frauen im Einsatz. Gleichzeitig fordere Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer eine Schärfung der Ziele der Mali-Einsätze, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland und der Deutschlandfunk scheiben. Nötig sei eine Debatte darüber, was die internationale Gemeinschaft in der Sahelzone realistischerweise erreichen könne, so die CDU-Politikerin. Darüber hinaus berichten RP-Online und der Deutschlandfunk, dass nach dem Bombenanschlag auf deutsche Soldat*innen in Mali die Bundeswehr nun ein im Internet verbreitetes Bekennerschreiben der islamistischen Terrorgruppe JNIM prüft.

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5 Fragen – 5 Antworten zur Weltbevölkerung

DSW - 7. Juli 2021 - 10:00

Am 11. Juli ist Weltbevölkerungstag. Hier beantworten wir einige wichtige Fragen rund um das Thema Weltbevölkerung.

1. Wie viele Menschen leben heute auf der Welt?

Zum Weltbevölkerungstag 2021 leben 7,88 Milliarden Menschen auf der Welt – und es werden mehr. Während der Zeit, in der Sie diese Zeilen lesen, sind 68 Kinder geboren worden und 27 Menschen gestorben. Die Weltbevölkerung ist somit um 41 Menschen gewachsen. Besonders stark wächst die Weltbevölkerung in Afrika südlich der Sahara, der ärmsten Region der Erde. Mitte des Jahrhunderts werden dort mit rund 2,1 Milliarden Menschen voraussichtlich fast doppelt so viele leben wie heute.

Die historische Entwicklung der Weltbevölkerung: Der Anstieg der Weltbevölkerung erfolgte vor allem ab Mitte des 20. Jahrhunderts.

 

In China leben aktuell die meisten Menschen, nämlich 1,44 Milliarden. Die Entwicklung der Weltbevölkerung ist eng mit besonders bevölkerungsreichen Ländern verknüpft. Bis zum Jahr 2100 werden die Bevölkerungen von Indien, den USA, Indonesien, Pakistan, Brasilien und Nigeria um etwa 900 Millionen Menschen wachsen. Davon gehen die Vereinten Nationen in ihren aktuellen Vorausberechnungen aus. China ist dabei ein Sonderfall. Hier gehen die Vereinten Nationen von einem Rückgang auf 1,06 Milliarden Menschen im Jahr 2100 aus. Um das Jahr 2027 wird deshalb Indien China als bevölkerungsreichstes Land ablösen.

Diese Infografik zeigt die Verteilung der Weltbevölkerung nach Kontinenten anhand von 100 Menschen.

2. Warum wächst die Weltbevölkerung?

Das hohe Bevölkerungswachstum eines Landes geht zu einem großen Teil auf unbeabsichtigte Schwangerschaften zurück – weil Frauen und Mädchen nur mangelnden Zugang zu Familienplanung, Aufklärung und Gesundheitsdiensten haben. Gerade Frauen, die in ländlichen Regionen von Entwicklungsländern leben, bekommen häufig mehr Kinder, als sie sich wünschen.  Auch wenn Jungen und Männer bei Verhütungsfragen dieselbe Verantwortung tragen müssen, wird die Versorgung mit Verhütungsmitteln in internationalen Studien vor allem an Mädchen und Frauen gemessen. Der Grund: Frauen sind diejenigen, die schwanger werden und ihre eigene Vorstellung bezüglich der Kinderzahl oftmals nicht selbst bestimmen können. In unseren Projekten in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda klären wir Mädchen und junge Frauen genauso wie Jungen und junge Männer über Sexualität und ihre Rechte auf.

Rund 214 Millionen Frauen in Entwicklungsländern würden gern verhüten, haben dazu aber keine Möglichkeit. Deshalb sind 43 Prozent aller Schwangerschaften in diesen Ländern ungewollt! Neben ungewollten Schwangerschaften wirken sich auch der Wunsch nach mehr als zwei Kindern pro Paar und der hohe Anteil an jungen Menschen, die noch ins reproduktive Alter kommen, auf die Bevölkerungsentwicklung aus. Warum die Bevölkerung wächst, zeigt unser Animationsfilm:

3. Leben mehr Männer oder mehr Frauen auf der Welt?

Der Anteil von Frauen und Männern an der Weltbevölkerung ist ungefähr gleich. Als die Vereinten Nationen Mitte 2019 die neuen Zahlen zur Entwicklung der Weltbevölkerung veröffentlichten, lebten insgesamt 7,71 Milliarden Menschen auf der Erde, davon 3,82 Milliarden Frauen und 3,89 Milliarden Männer.

4. Gibt es mehr junge oder mehr alte Menschen auf der Erde?

Die Weltbevölkerung ist jung – derzeit wächst die größte Jugendgeneration aller Zeiten heran. Von den 7,88 Milliarden Menschen, die aktuell auf der Welt leben ist etwa ein Viertel (25,3 Prozent) jünger als 15 Jahre. In Zahlen sind das 1,99 Milliarden, also rund zweieinhalb mal so viele Menschen, wie in ganz Europa leben. Die Welt insgesamt altert: Heute ist rund jede zehnte Person älter als 65 Jahre. Im Jahr 2050 wird es jede sechste (16 Prozent) sein. Und in Europa, der Region mit der ältesten Bevölkerung, voraussichtlich sogar jede vierte. Hier liegt das Medianalter schon heute bei 42 Jahren. Die meisten Kinder und Jugendlichen wachsen in Entwicklungsländern auf – oft unter schwierigen Bedingungen. Damit sie ihr Potenzial voll entfalten können und zur Entwicklung ihrer Länder beitragen können, brauchen sie Zugang zu Aufklärung, Bildung und Gesundheitsdiensten.

5. Wird die Weltbevölkerung immer weiter wachsen?

Vermutlich nicht. Tatsächlich hat das Wachstum der Weltbevölkerung bereits abgenommen. Demograf*innen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Weltbevölkerung um das Jahr 2100 ihr Maximum von etwa 11 Milliarden Menschen erreichen wird. Andere Forschungsgruppen, wie zum Beispiel die Wissenschaftler*innen um Lutz Wittgenstein setzen das Maximum bei etwa 10 Milliarden Menschen um das Jahr 1970 ein. So unterschiedlich die Vorausberechnungen sein mögen. Im Ergebnis, dass weitere Fortschritte bei der freiwilligen Familienplanung, bei der Gesundheitsversorgung, beim Zugang zu Bildung und der Stärkung von Frauen und Mädchen notwendig sind, sind sich sich die Forschenden einig. Dazu muss zwingend in diese Bereiche investiert werden.

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen am 10.07.2015 und wird laufend aktualisiert.

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CPDE holds 19th Coordination Committee Meeting

CSO Partnership - 7. Juli 2021 - 9:34

CSO Partnership for Development Effectiveness (CPDE) has successfully conducted its 19th Coordination Committee meeting last 6 July 2021.

Every semester, the Coordination Committee gathers coordinators from each of the CPDE’s 14 constituencies: six regions (Africa, Asia, Pacific, Europe, Middle East and North Africa, Latin America and the Caribbean), and eight sectors (Rural, Feminist Group, Indigenous Peoples, Faith-Based Organisations, International Civil Society Organisations, Youth, Labour, and Migrants and Diaspora).

The 19th Coordination Committee meeting was opened by Marita Gonzalez, CPDE Co-Chair, who spoke on the platform hurdling many challenges, like the rest of the world. She then introduced the members of the Independent Accountability Committee (IAC), Emele Duituturaga, Jan Dereymaeker, Elomo Andela, Anibal Cabrera, noting their work in ensuring transparency and accountability in CPDE work.

The policy and advocacy session, led by Co-Chair Richard Ssewakiryanga, detailed the achievements of CPDE in the last six months while also charting the milestones ahead. Presentations and updates were provided by Matt Simonds and Vitalice Meja, along with inputs and feedback from Luca De Fraia, Diego Lopez, and Georgina Muñoz.

During the first half of this year, CPDE hosted a successful webinar on the results of its multistakeholder study on the effectiveness of Covid response, engage in the Action Area 2.4 or the Global Partnership for Effective Development Cooperation (GPEDC) workstream on CSO partnerships, and organized 15 CSOs on the GPEDC monitoring consultations. CPDE has also made progress on the development of a policy instrument on Enabling Civil Society at the OECD Development Assistance Committee (OECD DAC). Finally, the platform was able to forward messaging and/or representation in key milestones such as the UN Development Cooperation Forum and the European Development Days, as well as the Financing for Development review forum and OECD DAC-CSO dialogue through its members.

The policy session also covered the upcoming milestones: the GPEDC Steering Committee on 7 to 8 July, 2021, the UN General Assembly, the UN High-Level Political Forum, and the Busan Partnership Forum linked with the GPEDC steering committee meeting. The CC also noted the need for more inclusivity in CPDE policy work, especially through expanded translation and interpretation efforts.

Justin Kilcullen then facilitated the session on CPDE’s program and finance, which featured the presentation of the 2020 Report and 2021 plans by Leo Pura and the 2021 finance update by Maria Teresa Dominong.

The session started with the screening of the CPDE 2020 Report to the Public video. The 2020 report discussed CPDE’s accomplishments regarding all four imperatives: country level mechanisms, CSO DE principles, EDC application in crisis situation, and platform operations.

The discussion on the 2021 plans presented the European Commission Implementation Plan (EC) with activities predicated on improving engagements of CPDE members in development partnerships and increasing support of other development actors to civil society and its positions. The Swedish International Development Agency Implementation Plan (SIDA) focused on activities that forwarded the domestication of the EDC Agenda, CSO Development Effectiveness, and EDC in nexus issues.

Finally, during the governance section chaired by Monica Novillo, CPDE Network Manager Jennifer Padilla reported on the All Secretariats’ Meeting, and outlined the upcoming activities and efforts around policy, communications, capacity development and coordination, country work, and membership.

Discussions on the Co-Chairs selection started with a proposal on behalf of the steering committee for another extension of the current Co-Chairs’ terms, based on the effectiveness of the current dynamic, and the difficulties posed by the pandemic on electing new ones. The body agreed to retain the current set of Co-Chairs and to extend their term for an additional year for the last time.

Besides the abovementioned co-chairs and presentors, the 19th CPDE Coordination Committee Meeting was attended by Emeline Siale (Pacific), Blanche Simonny Abegue (Africa), Izabella Toth (Europe), Malena Fama (LAC), Thilak Kariwayasam (Asia), Chinara Aitbaeva (Asia), Aaron Ceradoy (Migrants), Diego Lopez (Labour), Kurniawan Sabar (Rural), Jiten Yumnam (Indigenous Peoples), Luca De Fraia (ICSOs), and Jenison Urikhimbam (Youth), along with Ex-Officio members Vitalice Meja and Jennifer Malonzo, and regional and sectoral secretariat members Mark Pascual (Task Force on Private Sector Engagement), Sarah Torres (Asia), Cynthia Barasa (Africa), and Anton Martinov (Youth).#

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