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16.10.2020 Weltbank-Jahrestagung: Minister Müller unterstützt Vorschlag zum Schuldenerlass

BMZ - 16. Oktober 2020 - 9:00
Zur heutigen Jahrestagung der Weltbank erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: "Die Coronakrise trifft die ärmsten Länder am härtesten. Nachdem der weltweite Hunger seit 1990 halbiert werden konnte, fallen allein in diesem Jahr 130 Millionen Menschen zusätzlich in Hunger und Armut zurück. Die Länder brauchen dringend neue Liquidität im Kampf gegen die Hunger- und Wirtschaftskrise."...
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Aktiv für die 17 Ziele – Unser Team geehrt

Engagement Global - 16. Oktober 2020 - 9:00
Das SDG-Team wurde für sein kreatives Gruppenbild geehrt. Foto: Engagement Global

Beim zweiten dm Firmenlauf Saarbrücken trugen rund 40 Läuferinnen und Läufer am 9. Oktober 2020 die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDG) der Vereinten Nationen ins Ziel. Dazu rief die Außenstelle Mainz von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland gemeinsam mit dem Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. (NES e.V.) auf.

Die 17 bunten SDG wurden mit Bannern, Trikots und Schildern auf der fünf Kilometer langen Strecke präsentiert. Unter dem Motto „SDG bewegen“ wurde die Botschaft der Agenda 2030 für die Mitlaufenden und die Zuschauer auf den Straßen der Saarbrücker Innenstadt sichtbar. Das SDG-Team stellte in diesem Jahr die größte Gruppe der Veranstaltung und wurde im Anschluss an die Veranstaltung auch für das kreativste Gruppenbild geehrt: „Das SDG-Team hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die Läuferinnen und Läufer möchten etwas bewegen und tragen wichtige Botschaften und Ziele in die Welt hinaus“, begründeten die Organisatoren die Ehrung.

Die Teilnehmenden des SDG-Teams wurden im Vorhinein inhaltlich auf die gemeinsame Aktion vorbereitet. Im September 2020 fand als Vorbereitung eine Online-Veranstaltung statt, bei der das Thema „5 Jahre SDG“ intensiv besprochen wurde. Engagement Global hatte dafür Jens Martens vom Global Policy Forum Europe eingeladen, über den Stand der globalen Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele zu berichten. Ulrike Dausend, Geschäftsführerin von NESe.V., referierte anschließend über die regionale Umsetzung der Ziele im Saarland. Abschließend bekamen die Teilnehmenden die Möglichkeit, gemeinsam über die globale und regionale Dimension der SDG zu diskutieren.

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Frühtod eines Abkommens? Das EU-Mercosur-Abkommen droht an fehlendem Vertrauen zu scheitern

SWP - 16. Oktober 2020 - 0:10

Es war eine Vereinbarung, die der damalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beim G20-Gipfel 2019 als historisch bezeichnete. Die EU und die Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay wollten die weltweit größte Freihandelszone mit rund 800 Millionen Einwohnern schaffen. Das bislang umfangreichste von der EU vereinbarte Abkommen sollte jährlich Zollabgaben in Höhe von vier Milliarden Euro einsparen. Nun wurde der Handelsvertrag nach 20 Jahren Verhandlungen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund auf Eis gelegt. Das Europäische Parlament hat am 7. Oktober mit 345 zu 295 Stimmen deutlich gemacht, dass es das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen in seiner jetzigen Fassung nicht für annahmefähig hält.

Ohnehin hat sich gegen den Vertrag mittlerweile eine breite Front gebildet: Neben die europäischen Agrarlobbyisten, die billige Konkurrenz aus Brasilien und Argentinien fürchten, sind die Verteidiger des Amazonas-Regenwalds getreten. Sie bemängeln die im Handelsvertrag fehlenden Sanktionen bei Verstößen gegen das Pariser Klimaabkommen und wollen eine Vertragsformulierung, die eine Aussetzung des Abkommens ermöglicht, wenn Umwelt- und Klimaregeln missachtet werden. Im Vertrag soll diese Schutzbestimmung der Achtung der Menschenrechte und der Wahrung der Demokratie rechtlich gleichgestellt werden.

Widerstand auf nationaler und europäischer Ebene

Daneben haben die Parlamente in Österreich, den Niederlanden und der belgischen Region Wallonie mit ihrer Ablehnung bereits Pflöcke eingerammt, die eine Ratifizierung durch die Parlamente der EU-Mitgliedstaaten wenig aussichtsreich erscheinen lassen. Auch die deutsche Bundeskanzlerin hat »ernste Zweifel« angemeldet, so dass davon auszugehen ist, dass der Vertrag in seiner jetzigen Fassung nicht nur im Europäischen Parlament, sondern auch bei den Mitgliedstaaten und im Europäischen Rat nicht mehrheitsfähig ist.

Im Zentrum der Kritik steht dabei insbesondere die Umweltpolitik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, die zu massiven Bränden im Amazonas geführt hat. Die französische Regierung sprach sogar davon, dass es um die »Disziplinierung der Praktiken der Mercosur-Länder« gehe, um fortschreitende Entwaldung, die weitere Ausdehnung der Flächen für Rinderzucht sowie Verlust an Biodiversität und negative Klimafolgen zu verhindern. Brasilien beharrt derweil auf seine nationale Souveränität über den Amazonas. Hinter den Protesten gegen seine Politik vermutet Bolsonaro eine Verschwörung europäischer und brasilianischer NGOs. Nicht zuletzt würden sich dahinter protektionistische Interessen Europas, insbesondere der französischen Agrarlobby, verbergen.

Demgegenüber sind die Stimmen von Unterstützern des Handelsvertrages auf beiden Seiten des Atlantiks gegenwärtig kaum zu vernehmen. Vor allem Unternehmerverbände sowie die Regierungen Paraguays und Uruguays sprechen sich nach wie vor für die Vereinbarung aus, während Argentiniens Regierung angesichts der Verwerfungen der Corona-Krise und der leeren Staatskassen eine distanzierte Loyalität zum Vertragsentwurf zeigt, da sie eine Marktöffnung eher kritisch einschätzt. Doch reichen Verlautbarungen mit Unterstützungserklärungen nicht aus, wenn die weltweit größte Freihandelszone geschaffen werden soll.

Ein ernsthafter Dialog erfordert vertrauensbildende Maßnahmen

Heute stehen die Vertragsparteien vor der Alternative, entweder das Abkommen nachzuverhandeln oder ganz aufzugeben. Letzteres wäre sicherlich die schlechteste Option, da Europa ohne Abkommen noch weniger Einfluss auf die Umweltpolitik in den Mercosur-Staaten nehmen könnte. Zudem würde die Region vollkommen China als wichtigstem Handelspartner überlassen. Die EU würde sich damit in Lateinamerika insgesamt aus dem Spiel nehmen, nicht zuletzt auch mit Hinblick auf die gleichzeitig zur Ratifizierung vorliegende Modernisierung des Handelsabkommens mit Mexiko, bei der vergleichbare Vorbehalte hinsichtlich ungenügender Umsetzung von Rechtsstaats- und Umweltstandards zu erwarten sind.

Allerdings könnten als Rückfallposition bilaterale Einzelvereinbarungen mit den Partnerländern des Mercosur angestrebt werden. Der jetzt vorliegende Text des Vertrages könnte als Vorlage dienen, um schnell zu Vereinbarungen zu gelangen, die eine Inhaftnahme der Nachbarländer Brasiliens für Bolsonaros verfehlte Umweltpolitik vermeiden würden. Indes stehen dieser Option die bisherige Präferenz der EU-Kommission für einen regionalen Zuschnitt bei Freihandelsabkommen entgegen, wie auch Mercosur-interne Regelungen, die keine individuellen Freihandelsabkommen gestatten. Gegenwärtig scheint es keine Bereitschaft zu geben, diese Positionen aufzugeben und die bestehenden Hindernisse zu beseitigen.

So bleibt letztlich nur die Option, die Partner in Lateinamerika zu Zugeständnissen in den Umweltfragen zu bewegen – etwa in Anlehnung an die gemeinsame Erklärung, die die EU und Südkorea zur Ergänzung ihres Freihandelsabkommens mit Bezug auf arbeitsrechtliche Regelungen abgegeben haben. Indes scheint auch dieser Weg verstellt: Die Verlässlichkeit der Partner, dass vertragliche Regelungen eingehalten werden, steht in Frage, wenn diese nicht mit Sanktionen versehen sind. Den Regierungen in Buenos Aires, Brasilia, Paris und Berlin fehlt es an gegenseitigem Vertrauen. Daher sind sie gegenwärtig nicht bereit, politische Kosten für eine Verabschiedung des Abkommens zu übernehmen – oder befürchten einen Gesichtsverlust bei möglichen Nachverhandlungen einer verpflichtenden Umweltklausel. Notwendig sind daher von beiden Seiten vertrauensbildende Maßnahmen, die bestehende Animositäten ausräumen und Grundlagen für einen ernsthaften Dialog schaffen, bevor sich das politische Panorama mit den Wahlen in Deutschland (2021) und Frankreich (2022) wieder neu konstituiert. Es gibt nur ein kurzes Zeitfenster, das für politische Initiativen genutzt werden sollte.

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Die schwierige Normalisierung der Beziehungen arabischer Staaten mit Bashar al‑Assad

SWP - 16. Oktober 2020 - 0:00

Während der syrische Bürgerkrieg zugunsten des Regimes von Präsident Bashar al‑Assad entschieden scheint, haben der Prozess und die Debatte über die Normalisierung der Beziehungen arabischer Länder mit Syrien und dessen mögliche Wieder­eingliederung in die Arabische Liga (AL) bereits begonnen. Eine Rück­kehr zur diplo­ma­tischen Nor­ma­lität würde die Legitimität des syrischen Regimes stärken. Dies würde dem Bestreben Deutschlands und der Europäischen Union (EU) entgegen­wirken, die gemeinsam mit den USA das syrische Regime mittels Sanktionen und Isolation zur Verhandlung einer politischen Lösung des Konfliktes bewegen wollen. Neben der Diskussion über die frag­liche Rückkehr Syriens in die AL besprechen die hier vorgestellten Beiträge die Beweggründe arabischer Länder, ihre Beziehungen mit Damaskus zu normalisieren, sowie den Einfluss externer Akteure und der Corona-Pandemie auf diesen Prozess.

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Online-Konferenz des BUND

#HOCHN - 16. Oktober 2020 - 0:00
Der BUND veranstaltet am 26. Oktober 2020 eine Online-Konferenz zum Thema: Wissenschaftspolitik für nachhaltige Entwicklung.

Foto: Vlad Tchompalov/Unsplash

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Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee abschaffen – und Gleichberechtigung vorantreiben?

ONE - 15. Oktober 2020 - 17:25

Wir sind davon überzeugt: fairer Kaffee darf kein Luxus mehr sein. Deshalb fordern wir die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelten und nachhaltig produzierten Kaffee. Damit würden faire Kaffeeprodukte finanziell attraktiver für Konsument*innen in Deutschland und öfter gekauft und getrunken werden. Die Bundesregierung muss diese Chance ergreifen, denn in der fairen Kaffeeproduktion werden essentielle und hohe Sozial- und Umweltstandards eingehalten. Eine steuerliche Begünstigung dieser nachhaltigen Lieferketten könnte dazu beitragen, dass Deutschland dem Erreichen der Globalen Nachhaltigkeitsziele näherkommt. Solche zukunftsorientierte Steuerpolitik hätte mit geringem monetärem Aufwand einen großen Effekt für die Kaffeebäuer*innen in Anbauländern des Globalen Südens – viele von ihnen Frauen.  

Geschlechterungleichheit – auch im Kaffeesektor

Kaffeeproduktion erfordert viel menschliche Arbeit; Anbauflächen sind zudem stark von Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Durch die Förderung Fairen Handels im Kaffeesektor können in diesen Bereichen nachhaltige Verbesserungen für Mensch und Umwelt erzielt werden. Doch bleibt oft unbeachtet, dass die herkömmliche Kaffeeproduktion in vielen Bereichen insbesondere auch genderspezifische Ungleichheiten reproduziert. 70% der Arbeit in der Kaffeeproduktion wird von Frauen geleistet. Fokussiert man auf einzelne Teilprozesse der Produktion, sind es sogar 90% in der Feldarbeit und 80% in der Erntearbeit. Mit anderen Worten: Frauen leisten den größten Teil der Kaffeeproduktion – und profitieren somit auch besonders von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und angemessenen Löhnen im Fairen Handel. Doch aktuelle Zahlen erzählen eine andere Geschichte:  Obwohl Kleinbäuerinnen die Kaffeeproduktion maßgeblich stemmen, haben sie noch lange nicht das gleiche Mitspracherecht wie Männer im Produktionsprozess – diese sind in den meisten Fällen Besitzer der Kaffeefarmen. Leider steht für Kaffeebäuerinnen wirtschaftliche, strukturelle und rechtliche Benachteiligung an der Tagesordnung. Einer Studie des Kaffeeproduzenten Nespresso zufolge wünschen sich 97% der in der Kaffeeproduktion tätigen Frauen, aktiver in den Anbau eingebunden zu werden. Die Probleme werden erneut deutlich, wenn man die Zahlen vergleicht. Zwar wird die meiste Arbeit in der Kaffeeproduktion von Frauen geleistet, doch verdienen sie meist weniger und besitzen weitaus weniger Land. Im Schnitt besitzen Kaffeebäuerinnen 25% weniger Land der Anbauflächen als Kaffeebauern! Dieser Wert fluktuiert zwischen 20% (Uganda) und 40% (Tansania). Darüber hinaus werden nur 20 bis 30% der Kaffeefarmen überhaupt von Frauen betrieben. Doch wie können faire Lieferketten dazu beitragen, diese Ungleichheiten zu überwinden? 

Landwirtschaft ist ein Schlüsselsektor in vielen Ländern Afrikas. Viele Bereiche stützen sich maßgeblich auf die Arbeit von Frauen – so auch der Kaffeesektor. (Credit:A.Fleuret_USAID)

Fairer Kaffee und Gleichstellung der Geschlechter

Fairer Handel hilft auf vielen Ebenen, geschlechtsspezifische Ungleichheiten innerhalb der Kaffeeproduktion abzubauen. Hierbei geht es um mehr als allein die Vorgabe von Standards. In der fairen Kaffeeproduktion helfen systematische Kooperationen vor Ort dabei, lokale Mitarbeiter*innen für das Thema zu sensibilisieren und zeitgleich dazu anzuhalten, frauenfördernde Maßnahmen in den lokalen Produktionsprozess zu integrieren. Außerdem gibt es spezielle Frauenförderprogramme – wie zum Beispiel die Woman’s School of Leadership –, welche mithilfe von Organisationen des Fairen Handels vor Ort durchgeführt werden. Doch Geschlechtergerechtigkeit vor Ort dient nicht nur dem Selbstzweck, sondern zahlt sich für die gesamte Gesellschaft und die Umwelt aus. Zahlreichen Studien  zufolge wirkt sich das finanzielle und strukturelle Wohlergehen von Frauen positiv auf deren Familie aus. Aus Zahlen von Women Deliver geht hervor, dass Frauen den Großteil ihres Einkommens in Gesundheit, Ernährung und Bildung ihrer Familienmitglieder reinvestieren. Das hat nicht nur einen positiven Effekt auf die Familie selbst, sondern trägt ebenfalls dazu bei, andere Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen. Beispielsweise kann die rechtliche und wirtschaftliche Gleichstellung zu einer Verminderung der Armut vor Ort beitragen. Auch ein Bericht der Weltbank kommt zu dem Schluss, dass Familien gesamtheitlich profitieren, wenn ihre Frauen stärker und gleichberechtigt in den Kaffeeanbau eingebunden sind.  

01 OCT 2020, BERLIN/GERMANY:
Diskussion und äthiopische Kaffeezeremonie mit Sara Nuru, Unternehmerin, Alexandra Rothe, Kaffeebloggerin, Stephan Exo-Kreischer, Direktor ONE Deutschland, Toni Scheurlen, Moderatorin, Speciality Coffee Roesterei Five Elephant
IMAGE: 20201001-03

Wenn du dich gemeinsam mit uns für Frauen stark machen möchtest, die im Kaffeesektor arbeiten, unterschreibe hier unsere Petition zum diesjährigen Tag der Frauen in Ländlichen Gebieten! 

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“Civil Society Driving Change“ – Für eine neue Qualität der afrikanisch-europäischen Partnerschaft

VENRO - 15. Oktober 2020 - 16:34

Die Afrikanische Union (AU) und die Europäische Union (EU) streben seit vielen Jahren eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit an. Die Verschiebung des sechsten AU-EU-Gipfels, der für Oktober 2020 geplant war, ist jedoch ein weiterer Beleg für die halbherzigen politischen Beziehungen zwischen AU und EU. Es ist jetzt höchste Zeit, die Zivilgesellschaft in einen integrativen und offenen Prozess einzubinden, um eine faire und gleichberechtigte Partnerschaft zwischen Afrika und Europa aufzubauen.

Die afrikanischen und europäischen Gesellschaften sehen sich einer ständig wachsenden Zahl gemeinsamer Herausforderungen und Probleme gegenüber. Dazu zählen die Eindämmung der Coronavirus-Pandemie, Multilateralismus und Klimaschutz; funktionierende Gesundheitssysteme, Menschenrechte und soziale Sicherung; ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit; lokale Wertschöpfungsketten und faire Handelsbeziehungen; menschenwürdige Arbeitsplätze und sichere Migrationsrouten; Korruption und illegale Finanzströme; Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit; Digitalisierung und zivilgesellschaftliches Engagement; und nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit.

Allein diese kurze Aufzählung zeigt, dass eine enge und solidarische Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa notwendig ist. Aber die Verschiebung des AU-EU-Gipfels auf 2021, der ähnlich dem EU-China-Gipfel digital hätte stattfinden können, oder die zähen Verhandlungen über den EU-Haushalt und den Aufbauplan „Next Generation EU“, die den globalen Süden weitgehend vernachlässigt haben, sprechen eine andere Sprache. Weder die nationalen Regierungen noch die deutsche EU-Ratspräsidentschaft oder die Institutionen von AU und EU haben ihr Versprechen eingelöst, die afrikanisch-europäischen Beziehungen voranzutreiben. Im Gegenteil, sie scheinen in althergebrachten Abhängigkeiten und Ritualen gefangen zu sein.

Zivilgesellschaft als Bindeglied zwischen lokaler und kontinentaler Ebene

Politische Initiativen wie die Afrika-EU-Partnerschaft oder die AU-EU-Strategie sollten sich zum Wohle der Menschen mit all diesen Fragen befassen und Lösungen vorschlagen. Doch obwohl sie sich auf das Leben von mehr als 1,6 Milliarden Menschen auswirken, sind diese Prozesse der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Bürgerinnen und Bürger können jedoch nur dann wirklich von politischen Entscheidungen profitieren, wenn sie sie verstehen beziehungsweise die Möglichkeit haben, sie zu beeinflussen.

Die Beziehungen zwischen Afrika und Europa müssen daher viel mehr sein als nur ein formaler Prozess zwischen Regierungen. Und tatsächlich sind sie das bereits: AU, EU und die nationalen Regierungen müssen den positiven Beitrag afrikanischen und europäischen Zivilgesellschaften bei der Förderung von Demokratie, Menschenrechten, Frieden und dem Wohlergehen der Menschen anerkennen. Die beeindruckenden Leistungen der Zivilgesellschaften während der Coronavirus-Pandemie sind nur das jüngste Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement und internationale Solidarität zu menschlicher Entwicklung beitragen.

In ihrer Funktion als Brücke zwischen der lokalen und der politischen Ebene kann die Zivilgesellschaft die afrikanisch-europäische Partnerschaft transparenter und zugänglicher machen. Dies setzt jedoch voraus, dass sie mit am Tisch sitzt – und zwar am besten in einer Konstellation, die die kulturelle und soziale Diversität unserer beiden Kontinente widerspiegelt. Dazu gehören unter anderem auch Diasporagruppen, Graswurzelbewegungen, indigene Völker oder Jugendinitiativen.

Echte Mitwirkung und neue Formen digitaler Zusammenarbeit notwendig

In den letzten Monaten und Jahren hat die Zivilgesellschaft wiederholt echte Konsultationen der AU und EU mit Bürger_innen aus beiden Kontinenten angemahnt. Die Verschiebung des AU-EU-Gipfels auf 2021 bietet zumindest die Möglichkeit, eine solche Beteiligung nun systematisch zu organisieren. Mittel- bis langfristig muss sie aber in Form von regelmäßigen Konsultationen und Mitwirkungsmöglichkeiten institutionalisiert werden. Dazu brauchte es klar definierte Verfahren und finanzielle Unterstützung.

Neue Formen der digitalen Zusammenarbeit können dazu beitragen, lokales Wissen zu nutzen und politische Beteiligung zu fördern. So hat VENRO im Vorfeld der deutschen EU-Ratspräsidentschaft rund 70 Nichtregierungsorganisationen aus Afrika und Europa zum mehrwöchigen Digital Africa Forum eingeladen. Auf dieser Grundlage wurde das Positionspapier „Für eine faire Partnerschaft zwischen Afrika und Europa“ erarbeitet, das konkrete Forderungen an die Bundesregierung enthält.

VENRO und seine Partner im EU-Präsidentschaftsprojekt “Towards an open, fair and sustainable Europe in the world” – der europäische Dachverband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (CONCORD) sowie die portugiesischen und slowenischen NRO-Plattformen – werden diesen Weg weiter verfolgen. Am 16. Oktober findet die hybride Konferenz “Civil society driving change: Towards a new quality of the Africa-EuMirope partnership” unter breiter Beteiligung der afrikanischen und europäischen Zivilgesellschaft und politischer Entscheidungsträger statt. Mehr als 400 Teilnehmer haben sich angemeldet und werden konkrete Ideen und Empfehlungen zur Verbesserung der afrikanisch-europäischen Beziehungen beisteuern.

Diese Beispiele zeigen, dass ein starker Wunsch besteht, gemeinsam über unsere Zukunft zu diskutieren. Eine neue Qualität der afrikanisch-europäischen Partnerschaft kann jedoch nur erreicht werden, wenn die afrikanische und die europäische Zivilgesellschaft als treibende Kraft des Wandels anerkannt und in die Lage versetzt werden, ihr Fachwissen einzubringen. Die derzeitige deutsche und die nachfolgende portugiesische EU-Präsidentschaft sollten die verbleibende Zeit bis zum AU-EU-Gipfel 2021 nutzen, um diese Einbeziehung zu organisieren.

Welternährungstag: Weltzukunftsrat warnt vor Hungerkrise

SID Blog - 15. Oktober 2020 - 13:44

Weltzukunftsrat ruft zum Ausbau von Agrarökologie in Zeiten einer globalen Hungerkrise auf  
Hamburg, New York, Delhi, Kairo - 15. Oktober 2020:  Am Welternährungstag warnt der World Future Council Staats- und Regierungschef vor einer Verschlimmerung der globalen Hungerkrise. Weltweit sind bereits Millionen von Menschen von Hunger bedroht; die Coronavirus-Pandemie vertieft die bestehenden Hungerkrisen und verstärkt die Ungleichheiten. 
 
Überproduktion, Verschwendung, ungleiche Verteilung und mangelnde Widerstandsfähigkeit sind die Merkmale unseres globalisierten Ernährungssystems. Daher drängen Expertinnen und Experten des Weltzukunftsrats darauf, Agrarökologie jetzt auszubauen, um Hunger und Armut zu bekämpfen, Resilienz aufzubauen und BürgerInnen, KleinbäuerInnen und Kinder zu stärken.
 
"Die jüngste COVID-19-Pandemie ist ein Symptom für ein Ernährungssystem, das dringend einer Umgestaltung bedarf. Wir müssen die wichtigsten Probleme in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Hunger, Armut, Klimawandel und Tierschutz bei der Wurzel packen. Wir fordern, die riesigen Summen, die für den Wiederaufbau der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden, proaktiv einzusetzen. So soll die agroökologische Transformation des Ernährungssystems vorangebracht, das Agrarökosystem wiederhergestellt und die langfristige Widerstandsfähigkeit gesichert werden. Ich wünsche mir, dass der Schwerpunkt auf der Ernährungssouveränität, dem Recht auf Nahrung und dem allgemein vereinbarten Rahmen der Nachhaltigkeitsziele liegen sollte", so Hans R. Herren, Ratsmitglied, World Future Council und alternativer Nobelpreisträger (Schweiz/USA).
 
"Um das Überleben und die Gesundheit der Menschheit zu sichern, müssen wir die Natur und ihre Lebenszyklen respektieren. Die Pandemie ist ein Weckruf. Millionen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern haben bereits vor dem Ausbruch von COVID-19 täglich um ihr Überleben gekämpft. Da die Wirtschaft am Rande des Zusammenbruchs steht, sollte unser Fahrplan klar sein. Der Ausbau von Agrarökologie durch die Förderung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ist die einzig richtige Antwort." sagt Dr. Vandana Shiva, Gründungsratsmitglied des World Future Councils und Preisträgerin des Alternativen Nobelpreises (Indien).
 
„Auch die deutsche Politik setzt sich zunehmend für agrarökologische Praxen ein. So unterstützt Bundesminister Müller deren Weiterentwicklung und Verbreitung  u.a. in  Afrika und Indien. Und Macrons Bürgerkonvent 2020 empfiehlt in Frankreich bis 2040 50 % der Fläche agrarökologisch zu bewirtschaften. Dies zeigt auf, worum es gehen muss: den örtlichen Gegebenheiten angepasste, vielfältige, technologisch angemessene, nachhaltige Landbewirtschaftung" kommentiert Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Vorsitzender, Aufsichtsrat, World Future Council und Senior Advisor, Schweisfurth Stiftung.

"Kinder sind besonders von Hunger und Mangelernährung betroffen. PolitikerInnen dürfen ihre Zukunft nicht aus Spiel setzen.  Die Gewinner des Future Policy Award beweisen, dass eine zukunftsfähige Ernährung möglich ist – und wie. Politische Entscheidungsträger auf der ganzen Welt sollten ihrem Beispiel folgen und ähnlich vorbildliches politisches Handeln intensivieren", sagt Alexandra Wandel, Vorstandsvorsitzende, Stiftung World Future Council.
 
Zum Hintergrund:
Agrarökologie als Praxis und Bewegung wird von WissenschaftlerInnen, zivilgesellschaftlichen Gruppen und LandwirtInnen befürwortet. Sie schützt Kleinebäuerinnen und Kleinbauern, indigene Landwirtschaft und von der Gemeinschaft unterstützte Landwirtschaft.
Hunger und Armut können durch die unverzügliche Anwendung der bewährten ganzheitlichen agroökologischen Prinzipien, die eine nicht nachhaltige Nahrungsmittelproduktion, -konsum und -verschwendung in Frage stellen, bekämpft werden.

Der Weltzukunftsrat hat gemeinsam mit der FAO und IFOAM Organics International die weltweit besten Gesetze und Maßnahmen zur Verbreitung der Agrarökologie ausgezeichnet. Zu den Preisträgern gehört der erste zu „100 % Bio"-Staat der Welt: Sikkim, Indien, der dänische Bio-Aktionsplan und das städtische Landwirtschaftsprogramm Agrupar aus der Stadt Quito, Ecuador. Siehe https://www.worldfuturecouncil.org/de/p/2018-agraroekologie-2/

13 Millionen Soforthilfe für den Fairen Handel in Zeiten von Covid-19

SID Blog - 15. Oktober 2020 - 13:43
Berlin/Köln, 15.10.2020 Zusammen mit seinen Partnern Fairtrade International und dem Forum Fairer Handel investiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in einen Hilfsfonds über 13 Millionen Euro, um nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe in Entwicklungsländern zu unterstützen, in der Corona-Krise Jobs zu erhalten.

 

Die Initiative ist ein wichtiges Beispiel für eine gelungene Kooperation von zivilgesellschaftlichen Akteuren und dem BMZ:

 

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller: „Corona macht deutlich, wie eng wir auf der Welt verbunden und wie verwundbar wir sind. Die Ärmsten in den Entwicklungs- und Schwellenländern brauchen unsere Solidarität – erst recht in Krisenzeiten. Ich bin dankbar, dass es uns gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern im Fairen Handel gelungen ist, nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe schnell zu unterstützen."

 

Mit dem Zuschussfonds sollen 400.000 Kleinbäuerinnen und -bauern in 24 Ländern des Globalen Südens, die unmittelbar durch die Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, schnell, unbürokratisch und wirkungsvoll unterstützt werden. Die Soforthilfe wird dabei zunächst zur Linderung der akuten Notlage der Kleinbäuerinnen und -bauern und für Präventionsmaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus eingesetzt. In großem Umfang werden Lebensmittel, Saatgut und Hygieneartikel in ländlichen Regionen verteilt und Aufklärungskampagnen zu Covid-19 über die lokalen Medien lanciert. Gleichzeitig  wird durch die Bereitstellung von Ausrüstungsgegenständen und kleineren Maschinen (Gewächshaus-, Mahl-, Schäl-, Röst-, Trocknungs- und Kompostanlagen) die Übernahme von laufenden Betriebskosten und  gezielte Beratungsdienstleistungen die Geschäftskontinuität der ProduzentInnen-Organisationen (Bauernkooperativen, Verarbeitungsbetriebe, Exportunternehmen) für fair gehandelte Agrarrohstoffe sichergestellt.

 

Bereits zu Anfang der Pandemie im April 2020 war absehbar, dass Handelspartner im Globalen Süden Unterstützung benötigen würden. Fehlende soziale Absicherung und unzureichende Strukturen im Gesundheitswesen sind in vielen Ländern Realität. Das stellt Produzentinnen und Produzenten gerade in Krisenzeiten vor existentielle Herausforderungen. Gautam Mohan von Tea Promoters India berichtet, dass die Teeernte gerade auf ihrem Höhepunkt war, als die dortige Ausgangssperre eingeführt wurde. „Die komplette Wirtschaft in der Region Darjeeling hängt von einer guten First Flush-Ernte ab. Sicher wird auch unsere First Flush-Ernte davon betroffen sein. Wir werden uns nach Kräften bemühen, sicher zu stellen, dass das Virus nicht nach Darjeeling kommt und jeder sicher und geschützt ist."

 

„Mit dem Fonds haben wir die Möglichkeit, unseren Handelspartnern in den Ländern des Globalen Südens mit extrem hohem Infektionsgeschehen wichtige Nothilfe zur Verfügung zu stellen und so seit Jahrzehnten aufgebaute Strukturen im Fairen Handel zu stabilisieren", berichtet Matthias Fiedler, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel. So wird über die Mitglieder des Forum Fairer Handel die Soforthilfe direkt an ihre Handelspartner kanalisiert. 

 

Um sicherzustellen, dass die bereitgestellte Soforthilfe auch wirkungsvoll eingesetzt wird, wird diese von Fairtrade International in enger Abstimmung mit den Partnern in den betroffenen Ländern umgesetzt. „Mithilfe unserer Netzwerke vor Ort können wir die Hilfsleistung koordinieren und abwickeln. So stellen wir sicher, dass Hilfe genau dort ankommt, wo sie benötigt wird. Fairtrade hatte im Frühsommer bereits 3,4 Mio. EUR aus eigenen Mitteln bereitgestellt, aber das Ausmaß der Pandemie übersteigt unsere eigenen Möglichkeiten. Daher begrüßen wir die Unterstützung sehr", sagt Claudia Brück, Vorständin von Transfair e.V. / Fairtrade Deutschland.

 

„Die aktuelle Krise hat die gesamte Wirtschaft des Landes in Mitleidenschaft gezogen, auch unsere Organisation", berichtet Sigfredo Benitez von einer Fairtrade-zertifizierten Kaffeekooperative in El Salvador. „Wir mussten einige Beschäftigte nach Hause schicken. Die noch ausstehenden Löhne haben wir mithilfe der Fairtrade-Prämie auszahlen können."

 

Mit einer Laufzeit von zwei Jahren beweist die Initiative Weitsicht: Neben akuter Nothilfe und Präventionsmaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus werden auch Mittel für einen nachhaltigen Wiederaufbau nach der Pandemie bereitgestellt und Maßnahmen unterstützt, die Ernährung und Einkommen der ländlichen Bevölkerung auf eine breitere Basis stellen. 

 

Die Initiative ist ein wichtiges Beispiel für eine gelungene Kooperation von zivilgesellschaftlichen Akteuren, dem BMZ und der GIZ: „Es ist die Aufgabe der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit, gerade in Krisenzeiten schnell agieren zu können. Das haben wir dank der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Akteuren des Fairen Handels am konkreten Beispiel Covid-19 geschafft. Das zeigt, dass eine enge Zusammenarbeit der Akteure der Entwicklungszusammenarbeit nicht nur wichtig, sondern essenziell für den Erfolg unserer Arbeit ist", erläutert Bundesminister Dr. Gerd Müller.

 

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Kampagnenstart #NiemalsGewalt mit eindringlichem Video | UNICEF

SID Blog - 15. Oktober 2020 - 13:42
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UNICEF startet Kampagne #NiemalsGewalt für gewaltfreie Erziehung mit eindringlichem Video

©UNICEF/Madeline Kelly

Köln, den 15. Oktober 2020 // Mit einem aufrüttelnden Video ruft UNICEF Deutschland dazu auf, alltägliche Gewalt gegen Kinder nicht länger hinzunehmen. Es bildet den Auftakt der UNICEF-Kampagne #NiemalsGewalt. Ziel ist es, Eltern, Lehrende, Erziehende sowie Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren, beim Thema Gewalt genauer hinzusehen und sich für das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung einzusetzen.

Der Film macht die weitgehend unsichtbaren Demütigungen und Misshandlungen, denen unzählige Mädchen und Jungen auf der ganzen Welt jeden Tag ausgesetzt sind, sichtbar. Bewusst verzichtet das Video auf reale Gewaltszenen. In subtilen Bildern vermittelt es eindringlich, wie sich die Erfahrung von körperlicher Gewalt, Erniedrigung, Anschreien oder Verachtung tief in Körper und Seele von Kindern einschreibt und Spuren hinterlässt. UNICEF ruft dazu auf, das Video unter dem Hashtag #NiemalsGewalt zu teilen.

„Alltägliche Gewalt gegen Kinder vollzieht sich meist unsichtbar hinter verschlossenen Türen. Deshalb wird sie oft verdrängt oder übersehen, doch die betroffenen Mädchen und Jungen spüren die Folgen ein Leben lang," sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Auch scheinbar leichte Formen der physischen oder psychischen Misshandlung gefährden die Entwicklung von Kindern. Gewalt gegen Kinder ist unter keinen Umständen akzeptabel. ‚Niemals Gewalt' – diese Forderung von Astrid Lindgren aus dem Jahr 1978 ist heute aktueller denn je!"

„Leider hat Misshandlung viele Gesichter. Und meist ignorieren wir die bleibenden Spuren, die sie für Kinder hinterlassen kann", sagte der amerikanische Regisseur Jared Knecht. „Wir wollen den Menschen die oft unsichtbaren Folgen von Gewalt bewusstmachen – aus Sicht der Kinder, ohne Gewalt selbst zu zeigen. Wir wünschen uns, dass dadurch viele Menschen alltägliche Gewalt neu wahrnehmen und ihren Umgang mit Kindern überdenken." Knecht hat die von der Agentur BBDO Düsseldorf entwickelte Idee für UNICEF filmisch inszeniert.

Gewalt gegen Kinder beenden

Bis heute wird Gewalt gegen Kinder – weltweit wie in Deutschland – viel zu oft stillschweigend akzeptiert, heruntergespielt oder sogar gerechtfertigt. Betroffene Mädchen und Jungen haben häufig niemanden, dem sie sich anvertrauen können oder werden nicht ernst genommen. Dabei können die Folgen für die Kinder verheerend sein: Gewalt gegen Kinder kann tiefe Spuren hinterlassen. Dies gilt auch für die am wenigsten sichtbaren und gleichzeitig häufigsten Gewaltformen wie emotionale Misshandlung und Vernachlässigung.

Das Ausmaß alltäglicher Gewalt gegen Kinder ist bis heute erschreckend:

  • Weltweit erleben drei von vier Kindern zwischen zwei und vier Jahren körperliche oder psychische Gewalt durch ihre Eltern oder andere Erziehende. 
  • Schätzungsweise 1,1 Milliarden Eltern und Erziehende weltweit halten körperliche Bestrafungen für ein notwendiges Mittel in der Erziehung von Kindern. 
  • In Deutschland berichteten laut einer Studie im Jahr 2017 31 Prozent der Befragten, dass sie eine Form von Misshandlung mit mindestens moderatem Schweregrad erfahren hatten.

» Mehr Informationen zur Kampagne #NiemalsGewalt und zu den weltweiten UNICEF-Kinderschutzprogrammen finden Sie hier.

Jared Knecht ist ein US-amerikanischer Filmemacher und lebt in New York. Gemeinsam mit der Produktion BWGTBLD hat er die von der Agentur BBDO Düsseldorf entwickelte Idee für UNICEF filmisch inszeniert. Bereits in seiner Jugend in Ohio produzierte er Filme für gemeinnützige Organisationen. Seitdem hat Jared Knecht für globale Unternehmen kreative Inhalte geschaffen. Seine Arbeit wurde u.a. von AICP, One Show und YDA ausgezeichnet.

Download: Video


UNICEF startet Kampagne #NiemalsGewalt für gewaltfreie Erziehung mit eindringlichem Video

Unicef - 15. Oktober 2020 - 12:00
Mit einem aufrüttelnden Video ruft UNICEF Deutschland dazu auf, alltägliche Gewalt gegen Kinder nicht länger hinzunehmen. Es bildet den Auftakt der UNICEF-Kampagne #NiemalsGewalt.
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15. Oktober 2020

ONE - 15. Oktober 2020 - 11:14

1. G20-Staaten verlängern Schuldenmoratorium für Entwicklungsländer
Wie unter anderem das Handelsblatt und der österreichische Standard melden, erweitern die G20-Staaten ihr bestehendes Schuldenmoratorium für die ärmsten Länder bis Mitte nächsten Jahres. Der maßgebliche Grund dafür seien die Herausforderungen im Zuge der Coronakrise. Bei dem gestrigen Treffen kritisierten die G20-FInanzminister*innen zudem, dass private Gläubiger sich bisher nicht an einem Schuldenaufschub beteiligen. Im November wollen die G20 die Lage neu bewerten und über etwaige weitere Maßnahmen beraten. Die Entwicklungsorganisation ONE begrüßte die Verlängerung des Schuldenmoratoriums, fordere jedoch, dass sich daran nicht nur die G20-Staaten, sondern auch die Weltbank und private Gläubiger beteiligen.

2. Deutschlands Dilemma in Mali
Wie der Tagesspiegel berichtet, steht Deutschland in Bezug auf Mali vor einem außenpolitischen Dilemma. Das Land sei ein “enger Partner der Bundesregierung” und darüber hinaus von entscheidender Bedeutung in der deutschen Afrika-Strategie. Deutsche Soldat*innen seien an der UN-Mission MINUSMA vor Ort beteiligt. Angesichts des Militär-Putschs sei derzeit noch unklar, wie man mit der Militärjunta als neue Machthaber umgehen solle – zumal diese von weiten Teilen der Bevölkerung unterstützt werde. Würde die Bundesregierung die Bundeswehr aus der MINUSMA-Mission zurückziehen, würde das internationale Kritik nach sich ziehen, insbesondere aus Frankreich, wie ein weiterer Artikel im Tagesspiegel erklärt. Laut dem Konfliktforscher Hans-Georg Ehrhart vom Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik sei die malische UN-Mission ohnehin zum Scheitern verurteilt. FDP-Entwicklungspolitiker Christoph Hoffmann spricht sich für einen erweiterten Ausbau des deutschen Engagements in Mali aus. Der politische Prozess in Mali sei von Deutschland vernachlässigt worden und die Bundesrepublik habe zu wenig Druck auf Ex-Präsident Keita ausgeübt, um Korruption im eigenen Land zu bekämpfen, so die Grünen-Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger. Was die Situation in Mali auf jeden Fall gezeigt habe, sei, dass afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme durchaus funktionieren, so Sicherheitsexperte Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Deutschland solle daraus die Lehre ziehen, in Zukunft besser mit afrikanischen Organisationen wie der afrikanischen Union (AU) oder der Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECOWAS) zusammenzuarbeiten

3. Uganda: Einschüchterung der Opposition

Wie die Deutsche Welle meldet, wurden die Büros des Künstlers und Oppositionspolitikers Bobi Wine von Sicherheitskräften gestürmt. Im Zuge der Razzia seien 30 Menschen festgenommen worden, darunter vier Kinder, so der Bruder von Wine, der mit bürgerlichen Namen Robert Kyagulanyi heiße. Die ugandische Polizei bestreitet die Vorwürfe. Wine sei der politische Hoffnungsträger der ugandischen Jugend und somit dem derzeitigem ugandischen Staatsoberhaupt Yoweri Museveni ein Dorn im Auge. Bobi Wine thematisiere in seiner Musik soziale Ungleichheit, Korruption, ineffektive Regierungsführung und Jugendarbeitslosigkeit. Präsident Museveni sei seit 1986 im Amt und bewerbe sich im kommenden Jahr für seine sechste Amtszeit.

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Welternährungstag: Brot für die Welt und FIAN legen Jahrbuch zum Recht auf Nahrung vor

SID Blog - 15. Oktober 2020 - 11:04
Entfremdung von Mensch und Natur: zentraler Faktor für Hunger- und Umweltkrisen
Brot für die Welt und FIAN legen Jahrbuch zum Recht auf Nahrung vor
Berlin, Köln, den 15. Oktober. Welternährung, Klimagerechtigkeit, Menschenrechte und der Schutz der Biodiversität gehören zusammen. Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN legen zum Welternährungstag (16.10.) das „Jahrbuch zum Recht auf Nahrung" vor. Darin beleuchten sie die Ursachen von Umweltzerstörung, Hunger und Ausbeutung und stellen Handlungsalternativen vor. Gleichzeitig fordern sie von der Bundesregierung, ihre Anstrengungen bei der Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung zu intensivieren.

„Die industrielle Landwirtschaft ist mit dem Versprechen angetreten, den Hunger zu besiegen. Doch die Zahl der Menschen, die an Hunger leiden, steigt seit fünf Jahren kontinuierlich an – trotz stark wachsender Agrarproduktion", sagt Bernhard Walter, Agrarexperte bei Brot für die Welt. „Parallel dazu wird unsere Ernährung immer einseitiger. Nur drei Pflanzen – Mais, Reis und Weizen – sichern heute 60 Prozent der weltweiten pflanzlichen Kalorien und Proteine." Das neue Jahrbuch legt dar, wie dies zusammenhängt: die Zunahme des Hungers mit dem Klimawandel, mit dem Verlust der Biodiversität, mit der Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Zoonosen – und dies wiederum mit der Verdrängung der bäuerlichen Landwirtschaft durch die industrielle Agrarproduktion.

Getrennte Regulierungssysteme für Mensch und Natur blockieren ganzheitliche Lösungsansätze
Ein großes Problem bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen: Mensch und Natur werden immer weniger zusammen gedacht. Die Menschenrechtspakte schweigen sich weitgehend über Umweltfragen aus, und die UN-Umweltabkommen zu Biodiversität und Klima äußern sich nicht zu Menschenrechten. „Mit Blick auf die 2021 anstehenden UN-Konferenzen zu Ernährung, Biodiversität und Klima besteht die Chance, diese Kluft zu überwinden. Die Bundesregierung muss sich an den Bedürfnissen marginalisierter Bevölkerungsgruppen in den Ländern des Südens orientieren und diese bei der Vorbereitung der Gipfel substantiell einbinden", so Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland.

„Wenn wir das Recht auf Nahrung umsetzen wollen und Ernährung ausgewogen gestalten wollen, müssen wir die Ernährungssysteme in Richtung Agrarökologie entwickeln. So erhalten wir die Vielfalt der Sorten, und die Landwirtschaft kann sich besser an die Folgen des Klimawandels anpassen", sagt Walter. „Hierfür müssen die Rechte von Bauern, indigenen Völkern und all jenen Gemeinschaften, die sich um lokale Ökosysteme kümmern und mittels der Agrarökologie nachhaltig Nahrungsmittel produzieren, im Mittelpunkt stehen", ergänzt Mimkes. Kleinbauern und Indigene sind Vorreiter eines solchen Wandels, denn sie produzieren jetzt schon bis zu 80 Prozent der Lebensmittel im globalen Süden, obwohl sie nur über 25 Prozent der Agrarfläche verfügen.

Das Jahrbuch fordert eine grundsätzliche Umgestaltung der Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, verteilen und konsumieren – aber auch, wie wir uns kollektiv gegen die Ausbeutung der Natur wehren. Notwendig ist eine viel engere Zusammenarbeit der Bewegungen für Klimagerechtigkeit, Ernährungssouveränität und Menschenrechte.

Konkrete Forderungen, wie diese Umgestaltung aussehen kann, haben beide Organisation mit dem Papier „Welternährung 2030 – 11 Schritte für eine Zukunft ohne Hunger" vorgelegt.
www.brot-fuer-die-welt.de/fileadmin/mediapool/downloads/fachpublikationen/sonstige/Positionspapier_welternaehrung2030.pdf

Hinweise für Redaktionen:
Das aktuelle Jahrbuch "Overcoming Ecological Crises: Reconnecting Food, Nature and Human Rights" wird vom Netzwerk zum Recht auf Nahrung (Global Network for the Right to Food and Nutrition), dem 49 Organisationen aus aller Welt angehören, herausgegeben und bei der Aktionswoche des Welternährungsrats (Committee on World Food Security, CFS) in Rom offiziell vorgestellt. Es hat einen Umfang von 60 Seiten und erscheint in englischer, französischer, portugiesischer und spanischer Sprache. Eine gedruckte Ausgabe senden wir gerne zu. Sie können das Jahrbuch hier abrufen: www.righttofoodandnutrition.org/files/rtfn_watch12-2020_eng.pdf

Hintergrund

- 23 % des globalen Ausstoßes von Treibhausgasen sind auf die Landwirtschaft zurückzuführen.

- Nach Angaben der UN könnte sich durch die COVID-Pandemie die Zahl der Menschen, die an Hunger leiden, von 690 Millionen in einem Jahr um 121 Millionen Menschen erhöhen.

- Unsere Ernährung wird immer einseitiger und stärker der industriellen Produktion angepasst: Nur drei Pflanzen – Mais, Reis und Weizen – bilden heute die Grundlage für 60% der pflanzlichen Kalorien und Proteine.

- Nur noch 4 % der etwa 300.000 essbaren Pflanzen nutzt der Mensch tatsächlich für die Ernährung.

- Kleinbauern und Kleinbäuerinnen bewirtschaften nur etwa 25% des Agrarlandes weltweit. Sie produzieren jedoch im Globalen Süden bis zu 80 % der Nahrungsmittel.


Afrika nach den COVID-19-Lockdowns: wirtschaftliche Auswirkungen und Perspektiven

SID Blog - 15. Oktober 2020 - 11:03


Neuer GIGA Focus Afrika | Afrika nach den COVID-19-Lockdowns: wirtschaftliche Auswirkungen und Perspektiven @font-face { font-family: 'Helvetica Neue LT-Black'; src: url('https://proxy.giga-hamburg.de/fonts/HelveticaNeueLT-Black.eot'); src: url('https://proxy.giga-hamburg.de/fonts/HelveticaNeueLT-Black.eot?#iefix') format('embedded-opentype'), url('https://proxy.giga-hamburg.de/fonts/HelveticaNeueLT-Black.woff2') format('woff2'), url('https://proxy.giga-hamburg.de/fonts/HelveticaNeueLT-Black.woff') format('woff'), url('https://proxy.giga-hamburg.de/fonts/HelveticaNeueLT-Black.ttf') format('truetype'); font-weight: normal; font-style: normal; } @font-face { font-family: 'Helvetica Neue LT-Light'; src: url('https://proxy.giga-hamburg.de/fonts/HelveticaNeueLT-Light.eot'); src: url('https://proxy.giga-hamburg.de/fonts/HelveticaNeueLT-Light.eot?#iefix') format('embedded-opentype'), url('https://proxy.giga-hamburg.de/fonts/HelveticaNeueLT-Light.woff2') format('woff2'), url('https://proxy.giga-hamburg.de/fonts/HelveticaNeueLT-Light.woff') format('woff'), url('https://proxy.giga-hamburg.de/fonts/HelveticaNeueLT-Light.ttf') format('truetype'); 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Tabea Lakemann, Jann Lay, Tevin Tafese

Afrika nach den COVID-19-Lockdowns: wirtschaftliche Auswirkungen und Perspektiven

GIGA Focus | Afrika | Nummer 06 | Oktober 2020 | ISSN 1862-3603

© Reuters / Mjerim Wangi

Aufgrund des COVID-19-Lockdowns ging das südafrikanische Bruttoinlandsprodukt zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2020 um 51 Prozent zurück. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Weltbank schätzt, dass durch die Pandemie 26 bis 40 Millionen Menschen in Afrika südlich der Sahara zusätzlich in die Armut rutschen werden. Gleichzeitig zeigen einige afrikanische Volkswirtschaften erste Anzeichen wirtschaftlicher Erholung.

  • Die meisten afrikanischen Regierungen reagierten auf die Pandemie mit strengen Lockdowns, was schwerwiegende wirtschaftliche Folgen zeitigte. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sind vielfältig und fallen sehr unterschiedlich zwischen den einzelnen Ländern, zwischen dem informellen und dem formellen Sektor und den verschiedenen Branchen und gehandelten Produkten aus.
  • Der starke Rückgang in Südafrika korrespondiert mit ersten Anzeichen einer Erholung sowohl in West- als auch in Ostafrika. Beschäftigte im informellen Sektor haben während der Lockdowns auf dem gesamten Kontinent drastische kurzfristige Einkommensverluste erlitten, da nur sehr wenige durch soziale Sicherungssysteme oder andere Maßnahmen geschützt sind.
  • Der internationale Handel ist dramatisch eingebrochen, aber es gibt wichtige Unterschiede zwischen Exportprodukten. Die ausländischen Direktinvestitionen dürften 2020 erheblich zurückgehen und zwar selbst in Sektoren, die als Schlüssel für eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas gelten.
  • Die wirtschaftliche Unterstützung durch afrikanische Regierungen war weitaus moderater als anderenorts, obwohl die internationale Gemeinschaft den afrikanischen Volkswirtschaften zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt hat.
Fazit:

Eine rasche Erholung von den Auswirkungen der Pandemie könnte Rückschläge für Afrikas wirtschaftliche Entwicklung und Armutsbekämpfung verhindern. Dies erfordert eine schnelle Reaktion, wobei gezielt nach Ländern, Branchen und betroffenen Arbeitnehmern unterschieden wird. Die „neue Normalität" sollte den wirtschaftlichen Kosten pandemiebedingter Beschränkungen mehr Gewicht beimessen. Mittelfristig müssen die afrikanischen Regierungen die Widerstandsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften und der Bevölkerung gegenüber (wirtschaftlichen) Schocks erhöhen.

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IMPRESSUM
German Institute for Global and Area Studies (GIGA)
Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien
Neuer Jungfernstieg 21 | 20354 Hamburg

www.giga-hamburg.de | publications@giga-hamburg.de

     


 

Größter CO2-Rückgang: Echtzeit-Daten zeigen die massiven Auswirkungen von Covid-19 auf die globalen Emissionen

SID Blog - 15. Oktober 2020 - 11:02
Während die andauernde Corona-Pandemie weiterhin Menschenleben fordert, konnte in der ersten Jahreshälfte 2020 ein beispielloser Rückgang der CO2-Emissionen festgestellt werden – stärker als während der Finanzkrise von 2008, der Ölkrise von 1979 oder sogar während des Zweiten Weltkriegs. Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 8,8 Prozent weniger Kohlendioxid ausgestoßen wurden als im gleichen Zeitraum im Jahr 2019 – ein Rückgang von insgesamt 1551 Millionen Tonnen. Die bahnbrechende Studie bietet nicht nur einen viel genaueren Blick auf die Auswirkungen von COVID-19 auf den globalen Energieverbrauch als frühere Analysen. Sie macht auch Vorschläge, welche grundlegenden Schritte unternommen werden könnten, um das globale Klima nach der Pandemie dauerhaft zu stabilisieren.

„Was unsere Studie einzigartig macht, sind die akribisch, nahezu in Echtzeit gemessener Daten", erklärt Hauptautor Zhu Liu vom Department of Earth System Science an der Tsinghua-Universität in Peking. „Durch die Berücksichtigung täglicher Zahlen, die die Forschungsinitiative Carbon Monitor gesammelt hat, konnten wir uns einen viel schnelleren und präziseren Überblick verschaffen – einschließlich Zeitreihen, die zeigen, wie der Emissionsrückgang mit den Lockdowns in den einzelnen Ländern korrespondiert hat. Im April, auf dem Höhepunkt der ersten Welle von Corona-Infektionen, als die meisten Länder ihr öffentliches Leben erheblich zurückfuhren, gingen die Emissionen sogar um 16,9 % zurück. Insgesamt führten die verschiedenen Ausbrüche zu Emissionssenkungen, die wir normalerweise nur kurzfristig an Feiertagen wie Weihnachten oder dem chinesischen Frühlingsfest erleben."

Die Studie, veröffentlicht in der neuesten Ausgabe von Nature Communications, zeigt, welche Teile der Weltwirtschaft am stärksten betroffen waren. „Die größte Emissionsreduktion fand im Bereich des Landverkehrs statt", erklärt Daniel Kammen, Professor und Vorsitzender der Energy and Resources Group sowie Professor an der Goldman School of Public Policy, University of California, Berkeley. „Vor allem aufgrund des weit verbreiteten Arbeitens von Zuhause gingen die CO2-Emissionen im Verkehr weltweit um 40% zurück. Im Gegensatz dazu trugen der Energie- und der Industriesektor mit -22 %, bzw. -17 % weniger zu diesem Rückgang bei, ebenso wie der Luft- und der Schifffahrtssektor. Überraschenderweise verzeichnete sogar der Wohnsektor einen kleinen Emissionsrückgang um 3 %: Das lag daran, dass aufgrund eines ungewöhnlich warmen Winters auf der Nordhalbkugel der Heizverbrauch zurückging, obwohl die meisten Menschen während des Lockdowns viel mehr zu Hause waren."

Um dieses umfassende Bild zu zeichnen, stützten sich die Forscher bei ihren Schätzungen auf eine möglichst breite Palette von Daten: präzise, stündliche Datensätze der Stromerzeugung in 31 Ländern, täglicher Fahrzeugverkehr in mehr als 400 Städten weltweit, tägliche Passagierflüge, monatliche Produktionsdaten für die Industrie in 62 Ländern sowie Brennstoffverbrauchsdaten für Gebäudeemissionen in mehr als 200 Ländern.

Die Forscher ermittelten jedoch auch starke Rebound-Effekte. Mit Ausnahme eines anhaltenden Rückgangs der Emissionen aus dem Verkehrssektor erreichten die meisten Volkswirtschaften im Juli 2020, sobald die Sperrmaßnahmen aufgehoben wurden, wieder ihr gewohntes CO2-Niveau. Doch selbst wenn sie auf ihren historisch niedrigen Level verharrten, würde sich dies nur geringfügig auf die langfristige CO2-Konzentration in der Atmosphäre auswirken.

Daher betonen die Autoren, dass die einzig effektive Strategie zur Stabilisierung des Klimas nur eine Transformation des Industrie- und Handelssektors sein kann. „Dieser CO2-Rückgang ist zwar beispiellos, doch ein Rückgang menschlicher Aktivitäten kann nicht die Antwort sein", sagt Ko-Autor Hans Joachim Schellnhuber, Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. „Stattdessen brauchen wir umfassende strukturelle Veränderungen in unseren Energieproduktions- und -verbrauchssystemen. Individuelles Verhalten ist sicherlich wichtig, aber worauf wir uns wirklich konzentrieren müssen, ist die Verringerung der CO2-Intensität unserer globalen Wirtschaft."

Artikel: Zhu Liu, Philippe Ciais, Zhu Deng, Ruixue Lei, Steven J. Davis, Sha Feng, Bo Zheng, Duo Cui, Xinyu Dou, Biqing Zhu, Rui Guo, Piyu Ke, Taochun Sun, Chenxi Lu, Pan He, Yuan Wang, Xu Yue, Yilong Wang, Yadong Lei, Hao Zhou, Zhaonan Cai, Yuhui Wu, Runtao Guo, Tingxuan Han, Jinjun Xue, Olivier Boucher, Eulalie Boucher, Frédéric Chevallier, Katsumasa Tanaka, Yimin Wei, Haiwang Zhong, Chongqing Kang, Ning Zhang, Bin Chen, Fengming Xi, Miaomiao Liu, François-Marie Bréon, Yonglong Lu, Qiang Zhang, Dabo Guan, Peng Gong, Daniel M. Kammen, Kebin He & Hans Joachim Schellnhuber (2020): Near-real-time monitoring of global CO2 emissions reveals the effects of the COVID-19 pandemic. Nature Communications. DOI: 10.1038/s41467-020-18922-7.

Weblink zum Artikel: https://doi.org/10.1038/s41467-020-18922-7

Weblink zum Carbon Monitor Projekt: https://carbonmonitor.org/

Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

14.10.2020

Das UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte

SID Blog - 15. Oktober 2020 - 11:02
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Einladung zum Fachgespräch UN Treaty, 20. Oktober Wie kommen wir weltweit zu ökologisch und sozial nachhaltigen Lieferketten?

 

In Deutschland wird gerade über die Ausgestaltung eines Lieferkettengesetzes verhandelt, während in Frankreich bereits seit 2017 ein Gesetz zur Regulierung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten in der Lieferkette existiert. Auch auf Ebene der Europäischen Union hat Justizkommissar Didier Reynders eine Gesetzesinitiative zur Regulierung menschenrechts- und umweltbezogener Sorgfaltspflichten von Unternehmen in ihren Lieferketten für das nächste Jahr angekündigt. Die sechste Verhandlungsrunde zum UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte, das auch auf internationaler Ebene verbindliche Standards im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte setzen würde, fällt mitten in diese Zeit. Ein zweiter überarbeiteter Vertragsentwurf für das UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte liegt seit August 2020 vor und wird vom 26. bis zum 30. Oktober 2020 im Menschenrechtsrat von einer zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe diskutiert werden. Vor diesem Hintergrund wollen wir mit Expert*innen aus der Rechtswissenschaft, Praxis und Politvertreter*innen den aktuellen Entwurf für das Abkommen diskutieren und dabei einen Fokus auf das Zusammenspiel von Menschenrechts- und Umweltschutz legen.

 

 

Digitales Fachgespräch am 20. Oktober von 10.00 - 13.00 Uhr anlässlich der sechsten Verhandlungsrunde

 

 

10.00 Uhr        Karolin Seitz, Global Policy Forum

Begrüßung und Einführung

 

 

Erster Block: Juristische Fachdiskussion

                             

10.15 Uhr        Prof. Dr. Markus Krajewski

FAU Erlangen-Nürnberg

Juristische Einschätzung zum aktuellen Entwurf des UN-Abkommens für Wirtschaft und Menschenrechte

 

10.30 Uhr        Replik: Prof. Dr. Anne Peters

Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg

 

10.40 Uhr        Replik: Prof. Dr. Daniel Augenstein

                        Tilburg University

 

10.50 Uhr        Replik: Dr. Roda Verheyen

                        Rechtsanwältin, Rechtsanwälte Günther

 

11.00 Uhr-      Juristische Fachdiskussion

11.30 Uhr       

 

11.30 Uhr        Kaffeepause

11.45 Uhr       

 

 

Zweiter Block: Politische Fachdiskussion

 

11.45 Uhr        Holger Dreiseitl, Auswärtiges Amt

                        Rolle der Bundesregierung bei den Verhandlungen eines UN-Abkommens für Wirtschaft und Menschenrechte

 

12.00 Uhr        Angela Kariuki, UNEP (tbc)        

                        Rolle des Umweltprogramms der Vereinten Nationen bei einem UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte

 

12.15 Uhr        Politische Fachdiskussion

 

12.45 Uhr        Lia Polotzek, BUND

Zusammenfassung und Ausblick

 

13.00 Uhr        Ende

 

Wir bitten um Anmeldung bei lia.polotzek@bund.net bis zum 19. Oktober 2020. Sie erhalten anschließend die Einwahldaten für die Zoom-Konferenz.


Rundbrief III/2020: No New Normal | Die Welt probt den Ausnahmezustand

Forum Umwelt & Entwicklung - 15. Oktober 2020 - 9:30

Seit Monaten leben wir anormalen Zeiten – auch wenn einige eher von einer neuen Normalität sprechen. Für normal halte ich Masken, Abstandsreglungen, Online-Treffen oder leere Theatersäle nicht – für notwendig schon. Die COVID-19-Pandemie bringt soziale, politische und ökonomische Schwachstellen deutlich zu Tage. Diese Risse waren auch schon vor März 2020 im System, jedoch sind sie stärker und sichtbarer geworden. Unser Gesellschaftssystem liegt auf der Intensivstation. Wie sieht da Heilung aus?

 

Unsere Autorinnen gehen in dieser Ausgabe der Frage nach, welche Fehler oder Schwächen im System dazu geführt haben, dass die Auswirkungen der Pandemie so gravierend waren. Gleichzeitig fragen sie, welche Lehren aus der Krise gezogen werden können und ob Hoffnung besteht, dass es in der nächsten Welle oder in einer ähnlichen Krise besser läuft.

Kristina Rehbein wirft einen Blick auf den Zusammenhang zwischen Corona- und Schuldenkrise. Nelly Grotefendt fragt, ob COVID-19 die Probleme des Welthandels auf die Spitze treibt, indem die Abhängig- und Anfälligkeiten des Welthandelssystems offengelegt werden. Die andauernde Krisenhaftigkeit des globalen Ernährungssystems untersucht Lena Bassermann. Sie ist optimistisch, dass die Krise eine Gelegenheit für grundlegende Veränderungen der Lebensmittelproduktion und -distribution sowie des Konsums sein kann.

 

COVID-19 wirbelt auch auf nationaler Ebene einiges durcheinander, beispielsweise in der Verkehrspolitik und im individuellen Mobilitätsverhalten. Merle Groneweg berichtet über GewinnerInnen und VerliererInnen in Sachen Fahrrad, Auto und ÖPNV. Nassim Madjidian wirft einen grundrechtssensiblen Rückblick auf die Anfangszeit der Pandemie, das eingeschränkte Versammlungsrecht und gibt einen Ausblick auf die potenzielle zweite Welle. Ein besonders erschreckendes Bild zeichnet Jana Michael, die von den Herausforderungen der MigrantInnenselbstorganisationen bzw. (post-)migrantischen Vereine berichtet. Durch die Ausbreitung des Coronavirus und die Folgen der Bekämpfung sind Nationalismus und Rassismus verstärkt zu spüren, während der dramatischen Situation von geflüchteten Menschen im In- und Ausland in der Öffentlichkeit kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

 

Wir haben es mit einer globalen Pandemie zu tun. Daher informieren in unserem Sonderteil fünf Autorinnen über spezifische Probleme in ihren Ländern, die sich durch die Maßnahmen zur Eindämmung noch verstärkt haben. So erfahren wir Interessantes über die jeweilige Situation in Ecuador, Südafrika, Indien, Georgien, dem Libanon und China.

 

Mit den Eindämmungsmaßnahmen kam auch die Absage zahlreicher Konferenzen: Im Oktober hätten die Internationale Konferenz zum Chemikalienmanagement in Bonn und kurz darauf die nächste Vertragsstaatenkonferenz zur Konvention über Biologische Vielfalt in Kunming stattfinden sollen. Wo diese Prozesse aktuell stehen und wie es nun weitergeht bzw. weitergehen könnte, berichten Magdalena Trapp und Alexandra Caterbow.

 

Der Herbst bietet mehr als Kürbisse und Corona. Deutschland hat die EU-Ratspräsidentschaft inne, die internationale Handelspolitik schläft nicht. Was in den kommenden Monaten zu erwarten ist und ob ein kleines Land am Rande Europas CETA zu Fall bringen könnte, schaut sich Anne Bundschuh genauer an. Hoffnung auf Brüssel setzt auch Jana Ballenthien. Eine Krise jagt die nächste, auch die europäischen Wälder waren noch nie so vielen verschiedenen Stressfaktoren ausgesetzt wie zurzeit.

 

Wir leben in einer krisenreichen Zeit. Aber das Verhalten der Politik in der Krise lehrt, dass Berge durchaus versetzt werden können, wenn der politische Wille dafür groß genug geworden ist. Stellt sich die Frage, wer für diesen Willen heute und in Zukunft sorgen wird: schiere Notwendigkeit? Wachstumsdogmen? Oder eben doch die Verwirklichung der Menschenrechte und das Versprechen auf solidarische, ökonomisch vernünftige und die Grenzen unseres Planeten respektierende Gesellschaften.

 

Ich wünsche Ihnen eine bereichernde Lektüre und bleiben Sie gesund!

Ramona Bruck

 

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SCHWERPUNKT

 

Gesundheit vor Schuldendienst

Die globale Corona- und Schuldenkrise

Kristina Rehbein

 

Versammlungsrecht in Pandemiezeiten

Rückblick und Ausblick auf virusbedingte Einschränkungen der Versammlungsfreiheit

Nassim Madjidian

 

Systemrelevant nur im Einzelfall

(Post-)migrantische Organisationen in Zeiten einer Pandemie

Jana Michael

 

Moria ist abgebrannt, aber nicht vorbei

Wie sich das europäische Grenzregime in Griechenland neu formiert

Ramona Lenz

 

Endstation liberalisierte Welt

Treibt Corona die Probleme des Welthandels auf die Spitze?

Nelly Grotefendt

 

Mehr Hunger und Ungleichheit

Die COVID-19-Pandemie offenbart die Krisenfälligkeit des globalen Ernährungssystems – und bietet eine Chance für eine grundlegende Veränderung

Lena Bassermann

 

System Billigmilch überwinden

Corona verdeutlicht: Die agrarpolitische Exportorientierung ist das Problem

Berit Thomsen

 

Ernährung ist mehr als eine Wirtschaftsbeziehung

Netzwerke als Puffer in Krisenzeiten

Birgit Schumacher

 

Eine Erfahrung des Möglichen

Die Corona-Krise und die Verkehrswende

Merle Groneweg

 

Unterbezahlt, unpopulär, weiblich

In der Krise verhärten sich Ungleichheiten

Ramona Bruck

 

Wieviel Regenbogen steckt in den Corona-Maßnahmen?

Das Konjunkturpaket aus Perspektive der Nachhaltigkeitsziele

Elisabeth Staudt

 

 

Corona weltweit

 

Zwei tödliche Pandemien

Geschlechtsspezifische Gewalt und COVID 19 in Ecuador

Paola Hidalgo Armijos

 

Unsichtbare städtische Ernährungssysteme und die nächste Hungerskrise

Zwischen leeren Tellern und blühenden Feldern während des Lockdowns in Kapstadt, Südafrika

Nomonde Buthelezi

 

Ein Kampf zwischen Staat und Kirche

Orthodoxe spalten georgische Gesellschaft

Salome Minesashvili

 

Remdesivir für Indien

Es ist Zeit, die Möglichkeiten des Handelsrechts zu nutzen!

Prathibha Sivasubramanian

 

HeldInnen hätten Besseres verdient

Zur Reha von COVID-19 braucht es mehr als medizinische Rezepte

Cai Yiping

 

Revolution im Krisenstrudel

Der Libanon zwischen zahlreichen Konfliktherden

Zahra Bazzi

 

AUS DEM FORUM

 

Herbst der Handelspolitik

Europäische Handelspolitik unter der deutschen Ratspräsidentschaft

Anne Bundschuh

 

Im Zweifel für die Industrie?

Studie zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft

Nina Katzemich

 

Noch nie so mannigfaltig in Gefahr wie zurzeit

Die europäischen Wälder in der Krise

Jana Ballenthien

 

Schlüsseljahr für die Biodiversität?

Globales Abkommen in der Warteschleife

Magdalene Trapp

 

Wie weiter mit der globalen Chemikalienpolitik?

Die Konferenz über das internationale Chemikalienmanagement ist um 10 Monate verschoben

Alexandra Caterbow

 

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„Lest, informiert euch und habt Empathie!“ Interview mit der argentinischen Aktivistin Jennifer Villarroel

reset - 15. Oktober 2020 - 6:04
Land-, Wasser- und Luftverschmutzung, Fluten, Entwaldung und Dürren – das konnte Jennifer Villarroel schon als Kind in Argentinien beobachten. Daher erhebt sie ihre Stimme und ruft die Regierung – und auch die globale Gemeinschaft – zum Handeln auf. Über dies und mehr berichtet sie im Interview.
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Customs Union: Old Instrument, New Function in EU-Turkey Relations

SWP - 15. Oktober 2020 - 0:00

The European Council’s conclusions on external relations published on 1 October 2020 hint at the readiness of the European Union (EU) to enter into a new stage in its relations with Turkey. On the one hand, the EU “strongly condemns violation of the sovereign rights of the Republic of Cyprus” and “calls on Turkey to abstain from similar actions in the future, in breach of international law”. It also insists on resolv­ing differences “through peaceful dialogue” – a clear hint at Turkey’s extensive show of military might in the Mediterranean – and underlines its determination to apply sanctions to Turkey. On the other hand, the EU has agreed “to launch a positive politi­cal EU-Turkey agenda with a specific emphasis on the modernisation of the Customs Union and trade facilitation, people-to-people contacts, High level dialogues”, and “con­tinued cooperation on migration issues”. The essential condition to kick off this new agenda is to sustain the “constructive efforts to stop illegal activities vis-à-vis Greece and Cyprus”. Based on joint research conducted by six European think tanks, we suggest that the EU should explicitly separates the accession framework from the modernisation of the Customs Union. Additionally, we lay out a framework for the negotiations on a modernised Customs Union.

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