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After the Conference on the Future of Europe: Time to Make Reforms Happen

SWP - 26. August 2022 - 2:00

The debate over major reforms of the European Union is heating up. Now that the one-year Conference on the Future of Europe has concluded, the European Parliament has proposed a convention and treaty amendments. But many national governments would still prefer to develop the European Union within the framework of the existing treaties. Closer examination of the Conference’s outcomes reveals a more com­plex picture: citizens who expect the Union to lead the great transforma­tion projects, who demand greater transparency, and who see treaty amendments as a means to strengthen the EU. Although the Conference failed to bring supporters and opponents of treaty amendments any closer together, the newly revived debate about deepening and widening has the potential to do so.

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Junior Referent*in Personal (m/w/d) in Vollzeit

DSW - 25. August 2022 - 15:38

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte in Ostafrika. In den Jugendclubs vor Ort klären wir Jugendliche über ihre sexuelle Gesundheit auf und bieten Beratung und Verhütungsmittel an.

Auf nationaler und internationaler Ebene bringen wir uns in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen globale Gesundheit, sexuelle und reproduktive Gesundheit, Rechte, Gleichstellung der Geschlechter und Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten ein.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Junior Referent*in Personal (m/w/d) in Vollzeit

mit Dienstort Hannover oder Berlin.

In dieser Rolle bist du zentrale*r Ansprechpartner*in für alle Mitarbeiter*innen in unterschiedlichen Personalfragestellungen. Du unterstützt unser Personal & Verwaltungs-Team in operativen Personalangelegenheiten sowie im Tagesgeschäft und stellst somit als Team-Member eine erfolgreiche, serviceorientierte Personalarbeit sicher.

Deine Aufgaben:
  • Selbständige und eigenverantwortliche Erledigung administrativer Personalprozesse in enger Zusammenarbeit mit dem Personalteam in Deutschland und Brüssel
  • Unterstützung im Bereich Personalsachbearbeitung bei der Erstellung von Arbeitsverträgen, Zeugnissen, etc.
  • Unterstützung beim Personalrecruiting, beispielsweise durch das Schalten von Stellenanzeigen
  • Ansprechpartner*in für die Mitarbeitenden und Führungskräfte zum Tagesgeschäft im Personalbereich
  • Bearbeitung von Aufgaben des betrieblichen Gesundheitsmanagements
  • Pflege der Personalakten, einschließlich Vertrags- und Lohnanpassungen für die Büros in Hannover, Berlin und Brüssel
  • Vertrags- und Mitarbeitendendokumentation der DSW Länderbüros in Ostafrikaanfordern und ablegen
Dein Profil:
  • Abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung mit Weiterbildung zum*zur Personalfachkaufmann*frau oder Bachelorstudium der Rechts-, Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Personal, oder mehrjährige einschlägige Berufserfahrung als Personalsachbearbeiter*in in vergleichbarer Position
  • Min. zwei Jahre Arbeitserfahrung im Personalbereich
  • Eigenständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten, selbstständiges Handeln. Weiterhin müsst du in der Lage sein, auch in Stresssituationen den Überblick zu behalten und Prioritäten zu setzen.
  • Ausgezeichnete soziale und kommunikative Kompetenzen, Freude an der Arbeit im Team, ein adressatengerechtes Auftreten sowie einen sicheren Umgang mit Konfliktsituationen
  • Deutsch auf muttersprachlichem Niveau, verhandlungssicheres Englisch (in Wort und Schrift)
Wir bieten:
  • Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf durch Angebote wie mobiles Arbeiten, Jobrad-Leasing, Bahn-Card 25, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit auf zwei Wochen unbezahlten Urlaub im Jahr, zusätzlich zu den 30 Tagen Jahresurlaub
  • Einen spannenden Themenbereich in einem internationalen und abwechslungsreichen Arbeitsumfeld
  • Flache Hierarchien, kurze Kommunikationswege und ein sehr gutes Betriebsklima
  • Eine faire Vergütung, sowie Förderung des persönlichen wie beruflichen Wachstums
  • Betriebliche Altersvorsorge
Bewerbungsverfahren:

Bist du interessiert? Dann sende uns deine vollständigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse und Gehaltsvorstellung) bitte mit dem Verweis “DSW2022_09 Junior Referent*in Personal” per E-Mail an jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachte, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer „DSW2022_09 Junior Referent*in Personal“ in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden.

Das Arbeitsverhältnis ist zunächst befristet auf zwei Jahre mit Aussicht auf eine unbefristete Übernahme.

Für inhaltliche Rückfragen zur Ausschreibung kannst du gern eine E-Mail an jobs.deutschland@dsw.org schreiben. Von Nachfragen zum laufenden Bewerbungsprozess bitten wir abzusehen.

Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen!

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Global Goals Forum 2022

RNE Termin - 25. August 2022 - 15:19
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Musikvideo zum EINE WELT-Song

Engagement Global - 25. August 2022 - 15:03
Die Teilnehmenden rätseln beim „FAIR raten. Open Air Fashion Quiz". Foto: Kathi Krechting

Auf der Dachterrasse des Haus am Dom – dem Zuhause der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, die Kooperationspartner des Abends war – bewiesen die Teilnehmenden von „FAIR raten. Open Air Fashion Quiz über den Dächern Frankfurts“ ihr Modewissen: Geclustert nach der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension von Nachhaltigkeit beantworteten die Rategruppen beispielswiese, wie viele Tonnen CO2 die Bekleidungsindustrie jährlich verursacht, was mit Altkleidercontainern geschieht und wie niedrig der Durchschnittsverdienst einer Näherin in Bangladesch ist. In den Rundenpausen stellte Jana Neumark, CSR Senior Expert bei Hessnatur, das Unternehmen mit Sitz im hessischen Butzbach als Best Practice-Beispiel vor. Dass die Leinen-Totebags, die das erstplatzierte Team später als Preis nach Hause nehmen durften, aus französischem Flachs produziert wurden, verdeutlichte einmal mehr den ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, den das Unternehmen lebt.

Viele praktische Tipps hatte Jennifer Najarian dabei. Die studierte Mode- und Textilmanagerin sensibilisierte nicht nur dafür, dass bei sogenanntem veganen Leder häufig die Materialien einfach nur mit Polyurethanen – also Kunststoffen – überzogen werden, sondern erklärte auch, dass gerade große Modeketten durch wohlklingende Namen wie „Capsule Collection“ oder „Conscious Line“ Greenwashing betreiben. „Und wie kann ich mich nachhaltig einkleiden bei kleinem Geldbeutel?“, fragte eine Teilnehmerin. Auch hier hatte Jennifer Najarian ein paar Ideen. Die Expertin zählte auf, secondhand einzukaufen, bei nachhaltigen Unternehmen und Marken auf Rabatt-Aktionen zu achten sowie Kleider zu tauschen oder zu leihen. Vor allem aber riet sie: „Pflegt eure Kleidung richtig. Häufig verwendet man zu viel Waschmittel und lässt die Kleidung im falschen Waschprogramm laufen.“ Sie erklärte auch, dass Textilsiegel eine Qualitätsgarantie für Käuferinnen und Käufer darstellen. „Die für die Siegel notwendigen Prüfverfahren garantieren eine bestimmte Qualität in bestimmten Bereichen – und das gibt uns eine gute Orientierung.“

Das sah das Publikum bei der Veranstaltung „Leute machen Kleider. Lesung und Gespräch“ am Folgetag etwas kritischer: „Wie relevant sind Textsiegel für die Konsumentinnen und Konsumenten wirklich?“, fragte Dr. Lucia Klöcker, Inhaberin der Buchhandlung Weltenleser, mit der die Außenstelle Mainz für die Veranstaltung kooperiert hatte. Die Frage stieß beim Publikum auf zustimmendes Kopfnicken – fragen sich doch viele, wie sinnvoll die Flut an Zertifizierungen überhaupt ist und wie realistisch es ist, im Laden stehend mit dem Smartphone auf der Homepage von Modeunternehmen nach Antworten zu suchen. „Ich selbst schaue nie auf Siegel, sondern achten darauf, ob die Modemarken und –unternehmen die beworbenen Werte wirklich leben“, erklärte Marina Chahboune, Gründerin der Nachhaltigkeitsagentur „Closed Loop Fashion“ mit Sitz in Indonesien.

Auszüge aus dem Buch „Kleider machen Leute“ von Imke Müller-Hellmann waren Stichwortgeber für das Gespräch zwischen Marina Chahboune und der Modejournalistin Lisa Wagner, die beide Blicke hinter die Kulissen der Modeindustrie gewährten. So würde das Zertifikat Ökotex 100 lediglich für 16 Chemikalien stehen, die nicht verwendet wurden, „wenn man aber weiß, dass in einer Hose bis zu 300 verschiedene Chemikalien verwendet werden, ist das wenig aussagekräftig“, sagte Marina Chahboune und empfahl, im Laden Fragen zu stellen. Sie machte aber auch deutlich, dass die Anforderungen an Kleidungsstücke gestiegen seien. Farbe dürfe nicht ausbluten, ein Hemd solle möglichst knitter- und bügelfrei sein. „Um diese Performance zu ermöglichen, die auch nach vielen Wäschen noch hält, was sie verspricht, muss einiges an Chemie aufgetragen werden“, so die Expertin. Das Lieferkettengesetz wurde von beiden Expertinnen positiv gesehen, da die staatliche Regulierung einen gewissen Standard ermögliche. „Ich wünsche mir jedoch, dass es ein globales Lieferkettengesetz gibt“, sagte Lisa Wagner abschließend.

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Die WTO wirkt angeschlagen

E+Z - 25. August 2022 - 14:57
Die großen Versprechen der Doha-Entwicklungsrunde blieben unerfüllt

Als die WTO 1995 entstand, wurde „Globalisierung“ zu einem in Afrika weitverbreiteten Schlagwort. Es stand für eine neue Ära der Liberalisierung nach dem Kalten Krieg. Fortan sollten für alle auf dem Weltmarkt dieselben Regeln gelten, und Freihandel würde Wachstum schaffen (siehe José Siaba Serrate auf www.dandc.eu).

Zuvor hatten im internationalen Handel die Regeln des General Agreement on Tariffs and Trade (GATT) gegolten. Es war ursprünglich von einem Club von westlichen Ländern mit hohen Einkommen geschlossen worden und entsprach deren Interessen. Die WTO sollte in der Nachfolge dagegen global sein, und mit 160 souveränen Mitgliedsländern ist sie das heute auch.

Das große Versprechen

Das große Globalisierungsversprechen war Wohlstand für alle, und tatsächlich gab es echte Fortschritte für Entwicklungsländer. Die Handelsschranken, welche die Textilindustrie hochentwickelter Volkswirtschaften geschützt hatten, wurden beispielsweise abgeschafft. Die entsprechenden GATT-Bestimmungen wurden 1994 aufgeweicht und 2005 ganz gestrichen.

Neue Regeln über Agrarsubventionen begrenzten zudem den Schaden, den destruktive Praktiken Europas, Nordamerikas und Japans weltweit anrichten. Früher konnten Regierungen in Ländern mit hohen Einkommen hemmungslos mit Fördermitteln Anreize zu exzessiver landwirtschaftlicher Produktion geben und die Überschüsse dann mit weiteren staatlichen Zuschüssen auf dem Weltmarkt verramschen. Derartiges „Dumping“ machte der Agrarkonkurrenz in Afrika, Asien und Lateinamerika das Leben schwer. Graduelle Verbesserungen begannen noch in der GATT-Zeit und setzten sich im WTO-Kontext fort. Das war für Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen zweifellos attraktiv.

Hüterin der Regeln

1995 schien es, die WTO werde den Weltmarkt weiter liberalisieren, wobei Reformen im Konsens aller Mitgliedsländer beschlossen werden würden. Tatsächlich sind in der WTO alle Mitglieder formal gleichrangig, und Entscheidungen erfordern Einstimmigkeit. Im Gegensatz zu typischen UN-Institutionen ist die WTO zugleich auch die Hüterin ihrer Regeln. Ihr Streitschlichtungsverfahren ermöglicht Schiedsgerichten, klagenden Regierungen Strafzölle gegen Partner zu erlauben, wenn diese nicht WTO-konform agieren.

Es kam aber nicht so wie erwartet. 1999 endete der WTO-Gipfel in Seattle im Streit. Delegationen aus Entwicklungsländern empörten sich darüber, dass ihre Gegenüber aus den USA und der EU sie beim Versuch, Agrarfragen zu klären, nicht beteiligten. Straßenkrawalle machten zudem deutlich, das selbst in den USA, die sich immer für liberalen Handel eingesetzt hatten, die Strategie immer weiterer Deregulierung umstritten war.

Der nächste Gipfel fand 2001 in Qatar statt. Er scheiterte nicht auf ähnlich spektakuläre Weise, sondern erzielte wieder ein paar Fortschritte in Hinsicht auf landwirtschaftliche Subventionen. Wichtiger noch: Er lancierte die Doha-Entwicklungsrunde. Diese Verhandlungsrunde sollte im Lauf einiger Jahre und mehrerer Gipfel mit Regeländerungen die Chancen der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt verbessern.

Sackgasse

Auf Hoffnung folgte jedoch abermals Enttäuschung. Vor Doha hatten die Politiker aus Ländern mit hohen Einkommen immer wieder betont, wie nötig ein einheitliches und kohärentes Handelsregime für die ganze Welt sei. Nach Doha starteten aber sowohl die USA als auch EU bilaterale Verhandlungsinitiativen.

Es war ihnen nämlich nicht gelungen, Wettbewerb, Investitionen, staatliche Beschaffung und Handelserleichterungen zu Gegenständen der Verhandlungsrunde zu machen. Im WTO-Jargon heißen sie Singapurthemen. Entwicklungs- und Schwellenländer lehnten Verhandlungen darüber ab, weil sie fürchteten, neue Regeln in diesen Bereichen würden ihre Chancen verschlechtern, nicht verbessern.

Vor 2001 lautete die Devise, eine Spaghettischüssel mit vielen konkurrierenden, sich überschneidenden Regeln sei unbedingt zu verhindern. Später hielten sich Washington und Brüssel nicht mehr daran, sondern konzentrierten sich auf bilaterale Gespräche, in denen die Singapurthemen auf die Tagesordnung kamen.

Entsprechend erwies sich die Doha-Entwicklungsrunde weitgehend als Sackgasse. Allerdings gab es 2013 immerhin ein Abkommen über Handelserleichterungen, das beispielsweise Zollabfertigungsverfahren vereinheitlichte.

Eine andere wichtige Doha-Entscheidung wurde ebenfalls nicht befriedigend umgesetzt. Der Gipfel beschloss, Länder dürften Zwangslizenzen für die Produktion patentgeschützter Pharmaka erteilen, wenn das gesundheitspolitisch erforderlich sei. Seinerzeit brauchten einige große Schwellenländer wegen HIV/Aids dringend innovative antiretrovirale Arzneien. Es wurden jedoch im WTO-Kontext nie entsprechende Verfahren definiert, aber unter dem Druck des möglichen Patentverlusts stellten multinationale Pharmakonzerne die benötigten Pharmaka zu günstigeren Preisen zur Verfügung. Die Debatte über intellektuelles Eigentum entbrannte dann 20 Jahre später wieder – und zwar mit Blick auf Corona-Impfstoffe (siehe Interview with Achal Prabhala auf www.dandc.eu).

Verlorener Biss

Zwar erwies die WTO sich nicht als Globalisierungsmotor, sie war aber dennoch nicht zahnlos. Ihre Schiedsgerichte verliehen ihren Regeln Biss. Das änderte sich unter US-Präsident Donald Trump. Seine Regierung verhängte nicht nur eigenmächtig Strafzölle, sondern lähmte auch das Streitschlichtungssystem, indem sie die Neuberufung von Schiedsrichtern und Schiedsrichterinnen blockierte (siehe Hans Dembowski auf www.dandc.eu).

Die klare Botschaft aus Washington war, dass jedes WTO-Mitglied sich über multilaterale Bestimmungen hinwegsetzen kann, wenn es denn stark genug ist. Die Rivalität mit China trieb Trump besonders um, allerdings waren auch andere Streitschlichtungsverfahren aus US-Sicht unbefriedigend ausgegangen.

Für Afrika ist die tendenzielle Erosion der WTO beunruhigend (siehe Kacana Sipangule auf Mwanda Phiri auf www.dandc.eu). In gewissem Maß hilft es, regionale Wirtschaftsgemeinschaften zu bilden. Nach langen zähen Verhandlungen sind auch deren bilaterale Wirtschaftspartnerschaften mit der EU besser ausgefallen, als ursprünglich befürchtet worden war (siehe Monika Hellstern on www.dandc.eu). Weil globale Angelegenheiten aber global geregelt werden müssen, ist die multilaterale WTO letztlich unverzichtbar.

Sie ist nicht kollabiert, und ihr Handelsregime besteht weiter. Beide kränkeln aber – und zwar zu einer Zeit, in der das internationale System mehrere Schocks verkraften muss. Covid-19 hat wichtige Lieferketten zerrissen. Die Klimakrise eskaliert. Viele Länder haben wieder bedrohlich hohe Staatsschulden, und die Inflation greift um sich. Der Angriff Russlands auf die Ukraine erschwert die Lage zusätzlich.

Kleine Erfolge

In diesem schwierigen Umfeld gab es dieses Jahr beim Gipfel in Genf einige geringfügige Ergebnisse:

  • Subventionen für illegalen Fischfang wurden verboten. Das mag absurd klingen, ist aber stimmig, weil Staaten mit der nötigen Finanzkraft sich bislang meist nicht darum scherten, wo in weit entfernten Gewässern die Beute ins Netz ging. Ebenfalls entfallen sollen zudem Subventionen für die Hochseefischerei. Auch das ist ein sinnvoller, aber nicht ausreichender Schritt, um maritime Ressourcen zu schützen.
  • Beschlossen wurde zudem, dass Ausfuhrbeschränkungen für Nahrungsmittel nicht die Beschaffung des World Food Programme betreffen sollen, was die Notversorgung von Gegenden erleichtert, in denen Hungersnot droht.
  • Patente für Coronaimpfstoffe wurden befristet ausgesetzt. Zivilgesellschaftliche Organisationen beanstanden aber, dass anderes medizinisch wichtiges geistiges Eigentum wirksam bleibt, sodass die Patentfreigabe in der Praxis wenig bedeute (siehe Anton Sundberg und Andreas Wulf auf www.dandc.eu).

Konsens besteht, dass die Meinungsunterschiede über das Streitschlichtungsverfahren innerhalb von zwei Jahren beigelegt und auf dieser Basis neue Leute berufen werden sollen.

Das ist besser als nichts. Diese Entscheidungen sind aber für eine vollständige Erholung der kränkelnden multilateralen Organisation zu wenig. Wie Bernd Ludermann in der Zeitschrift Welt-sichten kommentiert hat, zeigen die Gipfelergebnisse, dass viele WTO-Mitglieder den Tod dieser Institution mehr fürchten als ihr weiteres Dahinsiechen.

Bei dem Doha-Gipfel 2001 standen Diplomatinnen und Diplomaten unter dem Eindruck des Afghanistankriegs. Diesmal kann der Ukrainekrieg ähnlich gewirkt haben. Es gibt zwar keinen Konsens für entschlossene Reformen, aber offenbar will auch niemand zum jetzigen Zeitpunkt die Weltordnung zusätzlich destabilisieren.

Alphonce Shiundu lebt als Journalist und Faktenchecker in Nairobi.

Hans Dembowski ist Chefredakteur von E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit /D+C Development and Cooperation.
euz.editor@dandc.eu

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VENRO informiert! Feministische Entwicklungspolitik

SID Blog - 25. August 2022 - 14:52


August 2022

THEMENSCHWERPUNKT

Feministische Entwicklungspolitik
 

Liebe Leser_innen,

 

die Bundesregierung will künftig eine feministische Außen- und Entwicklungspolitik betreiben. Doch was ist darunter zu verstehen und wie lässt sich eine solche Politik praktisch umsetzen?

 

Memory Bandera Rwampwanyi von der Menschenrechtsorganisation DefendDefenders sieht in einer feministischen Entwicklungspolitik eine große Chance, historisch gewachsenen, ungleichen Machtverhältnissen entgegenzuwirken. Gleichwohl betont sie im Interview, dass afrikanische Strategien zur Geschlechtergleichstellung durch eine Neuausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik nicht ausgehöhlt werden dürfen.

 

Schweden praktiziert bereits seit 2014 eine feministische Außenpolitik. Um die Umsetzung innerhalb der Regierung zu koordinieren, wurde dafür eigens das Amt einer Botschafterin für Geschlechtergerechtigkeit geschaffen. Madeleine Winqvist vom entwicklungspolitischen Dachverband CONCORD Schweden, hat ein Zwischenresümee gezogen und beschreibt in ihrem Blogbeitrag, von welchen Erfahrungen Deutschland profitieren kann.

 

Auch Mexiko geht mit gutem Beispiel voran. Seitdem die Regierung sich zu einer feministischen Außenpolitik bekannte, nimmt das Land eine führende Rolle in der internationalen Gleichstellungspolitik ein. Allerdings habe es die Regierung bis heute versäumt, eine Strategie zu entwickeln, die alle außenpolitisch relevanten Bereiche umfasst, kritisiert Daniela Philipson Garcia von der Plattform Internacional Feminista.

 

In einer Stellungnahme legen wir dar, welche Erwartungen wir an eine feministische Entwicklungspolitik knüpfen, und machen Vorschläge, wie die Bundesregierung ihr ambitioniertes Vorhaben konkretisieren kann.

 

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!

 

Herzliche Grüße

 

Heike Spielmans
Geschäftsführerin

 

Rubriken dieses Newsletters

„Experts from the Global South should be heard"

 

Immer mehr Länder aus dem globalen Norden bekennen sich zu einer feministischen Entwicklungspolitik. Memory Bandera Rwampwanyi, Programmdirektorin bei DefendDefenders, einem Netzwerk afrikanischer Menschenrechtsorganisationen, erläutert im Interview, welche Aspekte die Bundesregierung bei der praktischen Umsetzung berücksichtigen sollte. 

  Zum Interview (EN)

Erwartungen an eine feministische Entwicklungspolitik

 

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag eine feministische Außenpolitik angekündigt. Infolgedessen erklärte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine feministische Entwicklungspolitik zu einer von vier politischen Prioritäten. In unserer Stellungnahme formulieren wir Vorschläge für die Konkretisierung einer feministischen Entwicklungspolitik.

  Zur Stellungnahme (PDF)

Mexico's Feminist Foreign Policy: In Name Only

 

Vor drei Jahren kündigte Mexiko als erstes Land im globalen Süden an, eine feministische Außenpolitik einzuführen. Ob die Politik seitdem tatsächlich feministischer geworden ist, hat Daniela Philipson Garcia untersucht. Sie ist Mitbegründerin der mexikanischen Plattform Internacional Feminista.

  Zum Blogbeitrag (EN)

What Germany can learn from Sweden's Feminist Foreign Policy

 

Schweden war das erste Land der Welt, das sich zu einer feministischen Außenpolitik bekannt hat. Madeleine Winqvist, Referentin für Geschlechtergerechtigkeit bei CONCORD Schweden, hat Bilanz gezogen und zeigt auf, welche Erfahrungen aus ihrem Land für eine erfolgreiche Umsetzung in Deutschland nützlich sein könnten.

  Zum Blogbeitrag (EN)

„Das Jahr hat mir einen Schub nach vorne gegeben"

 

Mit dem Mentoring-Programm für weibliche Nachwuchs- und Führungskräfte verfolgen wir das Ziel, die Förderung von Frauen bei unseren Mitgliedsorganisationen und in der Entwicklungszusammenarbeit zu unterstützen. Die zweite Auflage des Programms endete mit durchweg positivem Feedback auf der Abschlussveranstaltung.

  Zum Blogbeitrag
 

Bundeshaushaltsentwurf 2023

 

Das Bundeskabinett hat am 1. Juli den Haushaltsentwurf für 2023 verabschiedet. Demnach soll der BMZ-Etat trotz globaler Krisen auf 11,08 Milliarden Euro absinken. Dies entspräche einem Minus von 1,3 Milliarden Euro. Die humanitäre Hilfe im Ausland soll auf zwei Milliarden Euro sinken. Nähere Informationen finden Sie in unserer Analyse des Haushaltsentwurfes.

  Zur Analyse (PDF)

Auswertung des G7-Gipfels in Elmau: Wenig Fortschritt für eine gerechtere Welt

 

Vom 26. bis 28. Juni 2022 fand der G7-Gipfel auf Schloss Elmau statt. In den Bereichen Globale Gesundheit, Klima- und Umweltgerechtigkeit, Ökonomische Gerechtigkeit und Transformation, Humanitäre Hilfe und Konflikte sowie Offene Gesellschaften haben wir uns die Ergebnisse näher angeschaut und bewertet.

  Zur Stellungnahme (DE, PDF)
  Zur Stellungnahme (EN, PDF)

Sorge um Ukraine verstellt den Blick auf weltweite Krisen

 

Infolge von Konflikten, der Corona-Pandemie, Naturkatastrophen und steigenden Lebensmittelpreisen sind inzwischen 303 Millionen Menschen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. So viele wie nie zuvor. Zum Tag der Humanitären Hilfe appellierten wir an die Bundesregierung, die Menschen in den vielen „vergessenen Krisen" nicht aus dem Blick zu verlieren.

  Zur Pressemitteilung

HLPF 2022: Am Ende gibt die Wirtschaft den Ton an

 

Nach dreijähriger Pause fand das Hochrangige Politische Forum zum Umsetzungsstand der UN-Nachhaltigkeitsziele erstmals wieder in Präsenz statt. Unser Vorstandsmitglied Kayu Orellana war in New York vor Ort und resümiert: „Der Titel des diesjährigen HLPF versprach zwar große Ambitionen, die Ergebnisse waren jedoch aus zivilgesellschaftlicher Sicht abermals enttäuschend."

  Zum Blogbeitrag

Shrinking Spaces: Warum wir Zivilgesellschaft weltweit stärken müssen

 

Eine unabhängige Zivilgesellschaft ist für Demokratie, Frieden und Entwicklung unabdingbar. Dennoch werden zivilgesellschaftliche Handlungsräume weltweit immer weiter eingeschränkt. Um diesem zunehmenden Phänomen der „Shrinking Spaces" entgegenzutreten, haben wir vier konkrete Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung und den Bundestag formuliert.

  Zum Blogbeitrag
  Zur Stellungnahme (PDF)

Druck von rechts – wie begegnen wir Rechtspopulismus und autoritären Einstellungen im Globalen Lernen?

 

Globales Lernen setzt sich dafür ein, globale Verantwortung und Gerechtigkeit, Toleranz und internationale Zusammenarbeit zu vermitteln. Diese Werte werden von rechts immer wieder in Frage gestellt. In einem Fachaustausch haben wir über Lösungsansätze diskutiert.

  Zum Blogbeitrag

Entwicklungspolitik und ihre Wurzeln im Kolonialismus: Globale Gerechtigkeit oder kolonialer Machtausbau?

 

Die Grundlagen der Entwicklungspolitik liegen im Kolonialismus. Bis heute wirken koloniale Strukturen nach und bestimmen die globalen Machtverhältnisse mit. Um strukturelle Ungleichheit anzugehen, braucht es deshalb einen Perspektivwechsel: Postkoloniale und rassismuskritische Ansätze können dabei helfen, Entwicklung als gemeinschaftlichen globalen Prozess zu begreifen.

  Zum Blogbeitrag

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21.09.2022 - 05.10.22, Online-Seminar, VENRO, Online

 

Grundlagen MEAL in der humanitären Hilfe

 

Monitoring, Evaluation, Accountability & Learning (MEAL) sind zentrale Bestandteile eines jeden humanitären Projekts. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die Grundlagen von MEAL und deren Umsetzung in humanitären Projekten. Sie arbeiten während der Fortbildung an eigenen Beispielprojekten und lernen dabei konkrete Schritte kennen.

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23.09.2022 - 25.09.2022 , Fortbildungsreihe, Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, Remscheid
 

kreativ_transformativ – Qualifizierung für Kulturelle Bildung mit globaler/nachhaltiger Perspektive

 

Kulturelle Bildung unter Nutzung des Bildungsansatzes des Globalen Lernens kann einen wichtigen Beitrag zu einem klima- und ressourcenbewussten Umdenken leisten. In der neuen Qualifizierung erfahren Akteur_innen aus der Kultur und der Kulturellen Bildung in sechs Modulen praxisnah wie das funktionieren kann und erproben Möglichkeiten, ihr Wissen zu Globalem Lernen in ihrer kulturellen Bildungsarbeit anzuwenden.

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29.09.2022, Konferenz, Beirat der Bundesregierung Zivile Krisenprävention und Friedensförderung, Berlin
  Europa im Schatten des Krieges: Neue Herausforderungen für zivile Krisenprävention und Konfliktbearbeitung  

Erstmals seit dem Ende des Ost-West-Konflikts wird Europa als Ganzes durch einen militärischen Großkonflikt bedroht. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine markiert eine „Zeitenwende", wodurch sich die Frage der Friedens- und Sicherheitsordnung in Europa und auf globaler Ebene neu stellt. Der Berlin Peace Dialogue 2022 richtet dieses Jahr das Augenmerk auf Effektivität und Grenzen derzeit genutzter Instrumente sowie Innovationen im Feld ziviler Krisenprävention und Konfliktbearbeitung.

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Fotos: John Ferguson/Oxfam (Header); SoySendra/Shutterstock; Marcos del Mazo/Alamy Stock Foto; melitas/Shutterstock

© 2022 VENRO

   

Härteste Probe der multilateralen Weltordnung seit 1945

E+Z - 25. August 2022 - 14:27
Weshalb der Ukrainekrieg das Ende des integrierten Weltmarktes einläuten könnte

In den vergangenen Jahrzehnten schien Globalisierung im Sinne zunehmender Integration der Weltwirtschaft wie eine Naturgewalt. Das ist vorbei. Der Ukrainekrieg läutet möglicherweise das Ende der Globalisierung ein. Selbst Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) und ehemalige Spitzenmanagerin des Internationalen Währungsfonds (IWF), hat Zweifel an der Zukunft der integrierten Wirtschaft geäußert. 2020 prophezeite die prominente Volkswirtin Carmen Reinhart, Covid-19 werde sich als Sargnagel des Globalisierungszeitalters erweisen.

Den vielen Pessimisten geben schwere Störungen internationaler Lieferketten recht. Tatsächlich konzentrieren sich Politiker wieder auf nationale und regionale Chancen. Die Pandemie hat das Interesse an heimischer Beschaffung wesentlicher Güter verstärkt. Der Trend kann zu weltweiter Deglobalisierung und geringerem Wachstumspotenzial führen.

Welle des Misstrauens

Obendrein hat der Ukrainekrieg Misstrauen ausgelöst, was westliche Staaten mit neuartigen Sanktionen gegen Russland verstärkt haben. Ihre Zentralbanken froren russische Vermögenswerte ein, und einige russische Banken wurden vom Transaktionssystem SWIFT ausgeschlossen. Das war so etwas wie eine ökonomische Kriegserklärung. Unabhängig davon, wie sie zu Russland stehen, treibt Regierungen von Schwellenländern nun die Sorge um, sie könnten selbst eines Tages von ähnlich koordinierten Schritten betroffen sein.

Die Weltlage ist beunruhigend. Nach dem Ende des Kalten Krieges schuf der schnell wachsende Welthandel in Verbindung mit deregulierten Finanzsystemen starke internationale Verbindungen. Dieses System steht nun vor dem Kollaps. Weltweit ist die Finanzstabilität bedroht, und eine globale Rezession ist wahrscheinlich. Lange Zeit schritt die Globalisierung kontinuierlich voran – angetrieben von marktorientierter Politik, schnellem technischen Wandel und günstigen geopolitischen Trends. 2008 brachte aber die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers in New York die Weltwirtschaft zum Stillstand. Die folgende Finanzkrise weckte Zweifel an dem Versprechen ständig expandierenden Handels und wachsenden Wohlstands.

G20 – damals und heute

Die Spitzenpolitiker der 20 größten Volkswirtschaften (G20) stimmten seinerzeit Konjunkturprogramme miteinander ab, um eine globale Depression zu verhindern. Schwellenländer waren von der Krise weniger stark betroffen und taugten zu Lokomotiven des Aufschwung. Westliche Spitzenpolitiker erkannten ihre Bedeutung an. Allerdings blieb die wirtschaftliche Erholung in Ländern mit hohen Einkommen lange schwach, wozu auch die Euro-Krise beitrug.

Heute lässt sich sagen, dass die G20 2008/09 eine Weltdepression verhinderte, die Mitgliedsländer ihre Politik aber bald wieder an nationalen Interessen ausrichteten. Vor allem wurde der Wettbewerb zwischen den USA und China destruktiver. Heute wirkt das G20-Format verbraucht. Die Auseinandersetzung darüber, ob Russland noch mitmachen soll, macht das besonders deutlich. Dabei ist weltweite Abstimmung heute vermutlich wichtiger denn je.

Zurück nach Bretton Woods

Mit Blick auf Covid-19 und Klima sprach Kristalina Georgieva, die neue Spitzenfrau des IWF, 2020 von einem neuen „Bretton-Woods-Moment“. Sie spielte auf den Ort in Nordamerika an, wo eine internationale Konferenz am Ende des Zweiten Weltkriegs die Gründung von IWF und Weltbank beschloss. Es ging darum, künftig katastrophale Weltdepressionen wie die der 1920/30er Jahre unmöglich zu machen (siehe Hans Dembowski auf www.dandc.eu). Zu diesem Zweck sollten die beiden neuen Weltinstitutionen mit Einlagen der Mitgliedsländer in Krise geratene Volkswirtschaften so unterstützen, dass die Probleme nicht auf andere übergriffen.

2020 stellte Covid-19 aus Sicht von Georgieva die weltweite Verbundenheit und Verflechtung infrage. Die Pandemie griff schnell um sich. Grenzen wurden geschlossen. Die Regierungen der Länder mit hohen Einkommen starteten riesige Konjunkturprogramme mit Ausgaben für Gesundheit, soziale Sicherung und Wirtschaftsförderung. Die IWF-Managerin forderte, Klimaprobleme ähnlich entschlossen anzugehen, und wies darauf hin, dass auch Staaten mit schwacher Finanzkraft handeln müssten. Ihre Botschaft war: Staatsausgaben müssen steigen, nicht sinken (siehe hierzu meinen Beitrag auf www.dandc.eu).

Zentral waren ihr zufolge Gesundheits- und Sozialpolitik, nachhaltige Infrastruktur und breit angelegte Bildung. All das war ihr offensichtlich wichtiger als Sorgen über wachsende Staatsschulden. Der Paradigmenwechsel des IWF von Sparpolitik hinzu mehr Staatsinterventionen war seit der Finanzkrise kontinuierlich vollzogen worden.

Fragen der globalen Finanzarchitektur

Weltbankpräsident David Malpass sah die Dinge ähnlich. Als vordringlich für eine stabile Erholung bezeichnete er 2020 Maßnahmen gegen Armut, Ungleichheit und Klimawandel sowie für Humankapital, Schuldenerlasse und wirtschaftliche Anpassungsfähigkeit.

Theoretisch ist global koordinierte Politik für diese Ziele möglich. Ob das auch in der Praxis stimmt, ist fraglich. Wichtige Aspekte der internationalen Finanzarchitektur erfordern Neujustierung. Dabei geht es etwa um Bedingungen für Schuldenerlass (siehe hierzu Kathrin Berensmann auf www.dandc.eu),  faire Klimafinanzierung oder wirksame Entwicklungshilfe (ODA – official development assistance).

Im Rückblick war der globale Corona-Abschwung erstaunlich mild. Die Börsen brachen zeitweilig ein, und auch der Ölpreis sank kurzfristig unter null. Es ging aber bald wieder bergauf. Das lag großenteils daran, dass die Konjunkturprogramme vieler Staaten sich gegenseitig verstärkten. Sie gingen gleichzeitig dieselben Probleme mit ähnlichen Mitteln an und wirkten folglich wie eine globale Stimulierungspolitik. Sie erwies sich sogar als exzessiv, als beim Auslaufen der Lockdowns Inflation einsetzte.

Der Mangel an internationaler Zusammenarbeit schlug sich auch anderweitig negativ nieder. Regierungen mit kleinem Finanzspielraum konnten ihre Volkswirtschaften nicht stimulieren, woran die zeitweilige Aussetzung des Schuldendienstes durch die G20 wenig änderte. Problematisch war auch die unfaire Verteilung von medizinisch wichtigen Ressourcen. Das galt dann später auch für Impfstoffe, als diese verfügbar wurden. Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen wurden zurückgelassen.

Weltsystem im Krisenmodus

International ist die Ungleichheit gewachsen, und wichtige Lieferketten bleiben unterbrochen. Das Weltsystem bleibt also im Krisenmodus. Der Ukrainekrieg schafft zusätzliche Probleme. Verbunden mit hoher Inflation, turbulenten Börsen und fortdauernden Coronafolgen ist das explosiver, und die Brandgefahr wächst durch die zunehmend dramatischen Folgen der globalen Erhitzung. Georgieva spricht mittlerweile von „möglicher Konvergenz der Notlagen” und sieht die Weltwirtschaft auf die „ härteste Probe seit dem Zweiten Weltkrieg“ gestellt.

Globale Probleme erfordern globale Lösungen. Dass nationalstaatliche Systeme und Wertvorstellungen erheblich variieren, darf Spitzenpolitiker nicht vom globalen Gemeinwohl ablenken. Multilaterale Institutionen sind wichtig, aber sie sind nur so stark, wie ihre Mitgliedsländer sie machen.

Unverzichtbare Supermächte

Zentrale Bedeutung hat die Wiederbelebung eines konstruktiven Dialogs zwischen USA und China. Zusammen können die beiden Supermächte eine Führungsrolle einnehmen. Erwachsener Austausch zwischen ihnen mag im Moment unwahrscheinlich erscheinen, ist aber möglich. Beide Seiten wissen, dass ihre Länder erheblich vom Weltmarkt profitiert haben und bei Desintegration viel zu verlieren hätten.

Vielleicht erweist es sich auch als nützlich, dass chinesische Kredite mittlerweile zur Überschuldung von Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika beitragen. Der aktuellen Staatspleite Sri Lankas (siehe Arjuna Ranawana auf www.dandc.eu) kkönnen weitere folgen, und solche Problem lassen sich nicht mehr pauschal dem Westen vorwerfen. Vielversprechend ist zudem, dass China bislang westliche Sanktionen gegen Russland zwar nicht unterstützt, aber auch nicht verurteilt hat. Es dürfte also Spielraum geben für Zusammenarbeit bei Themen, die alle betreffen. Besonders wichtig ist es, Hungersnöte zu verhindern. Unsicherheit und Fragmentierung belasten insbesondere Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen.

Das System politischer Beziehungen muss korrigiert werden. Im Zweifel müssen Allianzen gemeinsame Anliegen verfolgen, selbst wenn nicht alle großen Mächte mitmachen. Der Klimawandel ist ein dringendes Problem, das keine Grenzen akzeptiert. Die Menschheit braucht klare gemeinsame Regeln für Sicherheit, Handel, Investitionen, Technologietransfer und saubere Energie.

José Siaba Serrate ist Wirtschaftswissenschaftler an der Universität von Buenos Aires sowie der dortigen Privatuniversität UCEMA. Er ist zudem Mitglied des Argentinischen Rats für Internationale Beziehungen (CARI).
josesiaba@hotmail.com

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Join the PSLifestyle Living Lab in Solingen on 14 September to Co-Create 100 Actions for a Sustainable and Good Life!

SCP-Centre - 25. August 2022 - 14:05

Turning down the heat, cycling more often or reducing food waste – we all have countless opportunities to reduce our personal carbon footprint. Yet, the question is how to identify which actions have the biggest impact and how to turn them into long-lasting habits. This is what the upcoming PSLifestyle Living Lab workshop is about. Together with citizens from Remscheid, Solingen and Wuppertal (Germany) we will identify and co-create 100 actions for a sustainable and good life across key areas such as housing, food, mobility, and consumption.

A major goal of the workshop is to gather as many perspectives as possible – which actions fit to which living contexts, how to integrate sustainability into specific lifestyles, what valuable lessons could be borrowed from other cases. There will be plenty of room for exchange, learning as well as brainstorming.

Throughout a series of workshops, the PSLifestyle project aims to enable citizens to co-create 100 actions for a sustainable life, which will then be embedded into the PSLifestyle tool. The tool will be an asset to citizens all over Europe not only to calculate their consumption carbon footprint but also make concrete plans to reduce it. The PSLifestyle Tool is currently being developed together with the PSLifestyle Living Labs participants and it will be launched in 2023 in Germany and 7 other European countries.

Event: PSLifestyle Living Lab Workshop
Date: 14 September 2022
Time: 17:00 -20:00  (with an optional get together at the end)
Place: Gläserne Werkstatt, Hauptstraße 61-63 (Fußgängerzone), Solingen-Mitte, Germany

Are you curious? Do you have interesting ideas to share? Join us by registering here!

Are you an organisation that works with different social groups? As a key stakeholder, we invite you and your members to participate and share your thoughts. A diverse and inclusive exchange is our goal.

The workshop and the PSL tool are part of the PSLifestyle project, which is funded by the European Union. Two workshops have already taken place in Wuppertal in spring 2022 and a first version of the PSL tool has already been created.

Three additional workshops will be organised in Germany in the upcoming months, the next one being on 12 November 2022.

Besides Germany, the PSLifestyle Living Labs Workshops will take place in 7 other European countries: Portugal, Finland, Estonia, Italy, Slovenia, Greece and Turkey. If you live in any of these countries, don’t miss the opportunity to join and co-create impactful actions. Connect with us and find out more!

For further questions, please contact Arlind Xhelili.

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Nachhaltigkeit Topthema beim Stiftungstag

Engagement Global Presse - 25. August 2022 - 11:48

Unter den mehr als hundert Veranstaltungen des Kongresses befassen sich zahlreiche auch mit dem gemeinnützigen Engagement deutscher Stiftungen für globale Gerechtigkeit. Prominenter Gast ist Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze, die erklärt: „Dass sich der diesjährige Deutsche Stiftungstag dem Thema Nachhaltigkeit widmet, ist ein starkes Signal, denn in Sachen Nachhaltigkeit müssen wir noch viel mehr tun.“

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kooperiert seit 2016 mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen, der den Stiftungstag ausrichtet. Die Teilnahme der Ministerin bekräftigt die Kooperation auch in der neuen Legislaturperiode und drückt ihre hohe Wertschätzung für die entwicklungspolitischen Aktivitäten der Zivilgesellschaft aus. Sowohl das BMZ als auch der Bundesverband orientieren sich in ihrer Arbeit eng an den 17 Nachhaltigkeitsentwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen.

Engagement Global organisiert mit ihrer Servicestelle für Stiftungen und Philanthropie die Diskussion „Weltoffenheit als Lernziel“, an der unter anderem Bildungsexpertin Anita Reddy von Engagement Global und Bereichsleiter Jan Wenzel vom Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) teilnehmen. Die Veranstaltung thematisiert das Globale Lernen in der Bildung für nachhaltige Entwicklung und richtet sich vor allem an die vielen Bildungsstiftungen, die rund 40 Prozent der deutschen Stiftungslandschaft ausmachen.

Die Außenstelle Leipzig von Engagement Global führt eine öffentliche Veranstaltung durch, die Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit am Beispiel globaler Lieferketten in der Textilwirtschaft anspricht und Impulse für nachhaltig, ressourcenschonend und transparent hergestellte Kleidung gibt.

Die Servicestelle ist durchgehend mit einem großen Informationsstand im Erdgeschoss des Congress Center Leipzig vertreten und berät die rund 2.000 erwarteten Teilnehmenden zu allen Fragen des gemeinnützigen entwicklungspolitischen Engagements. Dies kann sowohl innerhalb Deutschlands mit Projekten des Globalen Lernens als auch im Ausland mit Entwicklungsvorhaben stattfinden - je nach gemeinnützigem Stiftungszweck.

Weitere Informationen
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Das UN-Entwicklungssystem im Umbruch?

DIE - 25. August 2022 - 11:47

Seit dem Jahr 2019 unterläuft das UN-Entwicklungssystem (UNDS) eine ambitionierte Reform, die es kohärenter machen und auf die heutigen Anforderungen nachhaltiger Entwicklung ausrichten soll. Erfolge in der Reformumsetzung stoßen vor Ort jedoch auf systemische Hindernisse, für deren Überwindung es noch stärkerer Anstrengungen bedarf.

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Erneut Diskussionen nach Wahlen in Kenia

E+Z - 25. August 2022 - 11:46
Im Nachgang der diesjährigen Präsidentschaftswahlen wendet sich der unterlegene Raila Odinga einmal mehr an den Obersten Gerichtshof des Landes

Die Wahl war ein Kopf-an-Kopf-Rennen: der amtierende Vizepräsident William Ruto von der Partei United Democratic Alliance gegen den langjährigen Oppositionsführer und Ex-Premierminister Raila Odinga, der für eine Koalition mehrerer Parteien antrat. Für den 77-jährigen Odinga war es bereits der fünfte Anlauf, Präsident zu werden.

Der amtierende Präsident, Uhuru Kenyatta, durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Er hatte sich für Odinga als Nachfolger ausgesprochen. Seinen eigenen Vize Ruto hält er für ungeeignet und bezeichnete ihn sogar als „Dieb“. Auch zwei weitere Kandidaten traten an: der Rechtsanwalt George Wajackoyah, der sich für die Legalisierung von Marihuana einsetzt (siehe Beitrag von Ciku Kimani-Mwaniki auf www.dandc.eu), und der Rechtsanwalt und christliche Prediger David Mwaure Waihiga.

Die Wirtschaft als Wahlkampfthema

Ruto fokussierte sich im Wahlkampf auf die angeschlagene Wirtschaft des Landes. Er versprach ein besseres Leben für Millionen armer Kenianer, die mit Arbeitslosigkeit sowie hohen Lebensmittel- und Kraftstoffpreisen zu kämpfen haben. Gleichzeitig warnte er davor, dass Odinga die ruinöse Wirtschaftspolitik Kenyattas weiterführen würde.

Rutos Wahlkampfteam stellte Odinga und Kenyatta zudem als Sprösslinge von „Dynastien“ dar, die an der Macht bleiben wollten, um weiterhin die öffentlichen Kassen für private Gewinne zu schröpfen. Die beiden sind die Söhne des ersten kenianischen Präsidenten Jomo Kenyatta und des ersten Vizepräsidenten Jaramogi Oginga Odinga.

Obgleich selbst amtierender Vizepräsident, positionierte sich Ruto geschickt als Außenseiter – ein Opfer der Dynastien und der verschwörerischen politischen Elite. Er beanspruchte die meisten Errungenschaften der Regierung für sich, distanzierte sich aber von Misserfolgen.

Odinga betonte dagegen, dass er und seine Mitstreiterin Martha Karua bereits in der Vergangenheit auf Reformen gesetzt hätten. Er zählte auf die Unterstützung von Präsident Kenyatta und des Establishments.

Hauchdünne Mehrheit

Bei der Wahl am 9. August gaben von 22,1 Millionen Wahlberechtigten nur etwas mehr als 14 Millionen ihre Stimme ab. Nach der Auszählung erklärte die Wahlkommission Ruto zum Sieger, mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,5 Prozent, vor Odinga mit 48,8 Prozent. Offenbar wollte die Mehrheit der Wahlberechtigten der Misswirtschaft Kenyattas ein Ende setzen.

Während der Wahl veröffentlichte der Vorsitzende der Wahlkommission die Ergebnisse aller Wahllokale online zum Herunterladen und zur eigenen Auswertung – ein bis dato beispielloses Zeichen von Transparenz. Dennoch bezeichneten vier Mitglieder des Wahlausschusses den Auszählungsprozess als „undurchsichtig“ und erkannten das Ergebnis nicht an. Der Wahlausschuss besteht aus sechs Mitgliedern und dem Vorsitzenden.

Auch Odinga bestritt das Ergebnis und bezeichnete die Wahl als „Farce“. Er lobte die vier Kommissionsmitglieder für ihren Einspruch und beschuldigte den Vorsitzenden der Kommission, die Wahlen verpfuscht zu haben. Der Vorsitzende wiederum warf den vier Mitgliedern vor, sie drängten darauf, dass an den Zahlen herumgespielt würde.

Oberster Gerichtshof entscheidet

Odingas Team ficht nun die Wahl vor dem Obersten Gerichtshof an und will dort Beweise für Wahlbetrug vorlegen. Es ist das dritte Mal, dass Odinga nach verlorenen Wahlen den Obersten Gerichtshof anruft. Im Jahr 2013 kam er damit nicht durch, allerdings gewann er 2017, als das Gericht die Wahl für ungültig erklärte (siehe hierzu meinen Beitrag auf www.dandc.eu).

Bereits die vergangenen drei Präsidentschaftswahlen in Kenia hatten jeweils langwierige Auseinandersetzungen zur Folge. Im Jahr 2007 starben mindestens 1100 Menschen, als die Gewalt eskalierte. Diesmal ging sowohl die Anhängerschaft von Ruto auf die Straße als auch die von Odinga – die einen feierten den Sieg, während die anderen gegen das Ergebnis demonstrierten. Die Proteste verliefen bislang weitgehend friedlich. Viele in Kenia hoffen, dass die Lage auch dann ruhig bleibt, wenn der Oberste Gerichtshof sein Urteil verkündet haben wird.

Alphonce Shiundu ist ein kenianischer Journalist und Faktenchecker in Nairobi.
shiunduonline@gmail.com

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GEOLINO LIVE feiert mit UNICEF die Kinderrechte

Unicef - 25. August 2022 - 10:00
Am Sonntag, den 28. August, laden GEOLINO, RTL Audio Center Berlin und die Deutsche Bahn nach zweijähriger Corona-Pause wieder zum Open-Air-Festival „GEOLINO LIVE“ ein und feiern gemeinsam mit UNICEF die Kinderrechte.
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Referent*in Finanzen für Projektcontrolling, Entwicklungszusammenarbeit(m/w/d) in Voll- oder Teilzeit

DSW - 25. August 2022 - 9:11

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte in Ostafrika. In den Jugendclubs vor Ort klären wir Jugendliche über ihre sexuelle Gesundheit auf und bieten Beratung und Verhütungsmittel an. Gleichzeitig bringt sich die DSW auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Neben ihrem Hauptsitz in Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten. Mehr Informationen unter www.dsw.org.

 

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Referent*in Finanzen für Projektcontrolling, Entwicklungszusammenarbeit (m/w/d) in Voll- oder Teilzeit

mit Dienstort Hannover oder Berlin.

 

Du wirst an der erfolgreichen Umsetzung der Zielsetzungen der Stiftung mitwirken und insbesondere die finanzielle Entwicklung, Begleitung und Abrechnung von Projekten und Programmen übernehmen.

Du wirst als Mitglied der Abteilung Finanzen eng mit den Kolleg*innen aus den Teams Institutionelle Geber und Partnerschaften sowie Projekt Management und den Kolleg*innen in den Partnerländern zusammenarbeiten.

Deine Aufgaben:
  • Unterstützung von Länderbürokolleg*innen und Partnerorganisationen bei der Entwicklung von Projektbudgets
  • Koordination und Abstimmung von Budgetentwicklungen bei Konsortialprojekten
  • Eigenverantwortliche finanzielle Betreuung von zugewiesenen Projekten in engem Austausch mit dem Kollegium in den Länderbüros und Partnerorganisationen
  • Regelmäßiges finanzielles Monitoring von Projekten und Programmen
  • Erstellung und Abstimmung von Finanzberichten und finanziellen Verwendungsnachweisen
  • Regelmäßige Abstimmung der Projektberichterstattungen mit der Buchhaltung
Unser Anforderungsprofil:
  • Abgeschlossenes Hochschulstudium im Finanzbereich oder vergleichbare Qualifikation (kaufmännische Ausbildung und mehrjährige einschlägige Berufserfahrung)
  • Erfahrung mit der Anwendung von Geldgeberregularien, insbesondere von BMZ und EuropeAid, ist wünschenswert
  • Sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • Routinierter Umgang mit relevanter Buchungs- und Bürosoftware, insbesondere MS Excel
  • Hohe Kommunikations- und Teamfähigkeit
  • Bereitschaft zu Dienstreisen
Wir bieten:
  • Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf durch Angebote wie mobiles Arbeiten, Jobrad-Leasing, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit auf zwei Wochen unbezahlten Urlaub im Jahr, zusätzlich zu den 30 Tagen Jahresurlaub
  • Arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge
  • Einen spannenden Themenbereich in einem internationalen und abwechslungsreichen Arbeitsumfeld
  • Flache Hierarchien, kurze Kommunikationswege und ein sehr gutes Betriebsklima
  • Eine faire Vergütung, sowie Förderung des persönlichen wie beruflichen Wachstums
Bewerbungsverfahren:

Bist du interessiert? Dann sende uns deine vollständigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse und Gehaltsvorstellung) bitte mit dem Verweis “DSW2022_07 Referent*in Finanzen” per E-Mail an jobs.deutschland@dsw.org.

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer “DSW2022_07 Referent*in Finanzen” in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden können.

Das Arbeitsverhältnis ist zunächst befristet auf zwei Jahre mit Aussicht auf eine unbefristete Übernahme.

Für inhaltliche Rückfragen zur Ausschreibung kannst du gern eine E-Mail an jobs.deutschland@dsw.org schreiben. Von Nachfragen zum laufenden Bewerbungsprozess bitten wir Sie abzusehen.

Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen!

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Die Spoiler von Darfur

SWP - 25. August 2022 - 2:00

Das Juba-Friedensabkommen von Oktober 2020 hat nicht zu einer Befriedung der sudanesischen Konflikte geführt. Stattdessen hat es vor allem neue Allianzen zwi­schen bewaffneten Gruppen und Sicherheitskräften geschaffen. Nach ihrer jahr­zehntelangen Marginalisierung prägen nun Gewaltunternehmer aus der Peripherie die nationale Politik Sudans und unterminieren eine mögliche Rückkehr zu einem demokratischen Übergangsprozess. Die Unsicherheit in Darfur könnte eskalieren und zu einer weiteren Destabilisierung des Landes beitragen. Internationale Geber sollten einerseits Druck auf diese Gewaltunternehmer ausüben, damit sie die Macht abgeben, und andererseits umsichtig Friedensprojekte in Darfur fördern.

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Was kostet Globale Gesundheit?

ONE - 24. August 2022 - 18:10

1, 3 Milliarden Euro – sind für die Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria in den nächsten drei Jahren allein von Deutschland notwendig. Diesen Betrag muss Deutschland mindestens beisteuern, um dem Finanzierungsbedarf des Globalen Fonds für die kommenden drei Jahre gerecht zu werden und dazu beizutragen, Millionen von Menschenleben zu retten.

Auf den ersten Blick klingt das nach einem hohen Beitrag, doch der Globale Fonds hat zahlreiche Erfolge erzielt, die es weiter zu verfolgen gilt. 

Besonders zu einer Zeit, in der wir noch mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu kämpfen haben, darf der Kampf gegen lebensbedrohliche Krankheiten wie HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria nicht aus den Augen verloren werden. Diese gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Sie bedrohen das Leben von Millionen Menschen weltweit – obwohl sie vermeidbar sind! Der Globale Fond hat diesen Krankheiten den Kampf angesagt und dabei viel erreicht: Seit seiner Gründung vor 20 Jahren wurden 44 Millionen Menschenleben gerettet. 

Was muss jetzt gemacht werden?

Deutschland hat als viertgrößtes Geberland schon viel beigesteuert (2,5 Milliarden Euro). Das ist ein guter Anfang. Doch nun ist mehr zu tun, um die vergangenen Erfolge zu sichern. Durch den Ausbruch der COVID-19 Pandemie ist zum ersten Mal in 20 Jahren der Fortschritt im Kampf gegen Hiv/AIDS, Malaria und Tuberkulose zurückgegangen. Zum Beispiel wurden 2020 im Vergleich zu 2019 18 % weniger Menschen mit Tuberkulose behandelt und 22 % weniger Menschen auf HIV/Aids getestet. Dies sind dramatische Zahlen, die auf die COVID-19 Pandemie zurückzuführen sind. Das bedeutet, dass jetzt umso mehr in die Finanzierung von Forschung für Prävention und Behandlung investiert werden muss!

Für den neuen Dreijahreszyklus von 2023-2025  gibt es in diesem September die siebte Wiederauffüllungskonferenz (Replenishment), um die Gelder für die kommenden Jahre zu sammeln. In diesem Jahr liegt das Ziel bei einer Summe von mindestens 18 Milliarden US-Dollar. Mit diesen 18 Milliarden Dollar, hätte der Globale Fonds die Möglichkeiten, den Kampf gegen HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose wieder stärker aufzunehmen und dabei 20 Millionen Leben zu retten, die Todesraten zu reduzieren und über 450 Millionen Infektionen zu verhindern. Das alles würde uns dem Ziel der globalen Gesundheit und stärkeren globalen Gesundheitssystemen näherbringen.  

 Wenn uns die COVID-19 Pandemie etwas beigebracht hat, dann, dass wir nicht auf eine Gesundheitskrise warten dürfen, oder gar auf eine Eskalation dieser, um rechtzeitig und richtig zu handeln. Denn trotz des Rückgangs der Todeszahlen von beispielsweise Malaria, stirbt jede Minute ein Kind daran. Da möchte man sich gar nicht vorstellen, wie es ohne jegliche Maßnahmen und Hilfen aussehen würde. Um globale Sicherheit zu stärken, muss Deutschland für 2023-2025 1,3 Milliarden Euro in den Kampf gegen Malaria, Tuberkulose und HIV/Aids investieren

 

Was ist der Globale Fonds eigentlich?

Der Globale Fonds ist eine Partnerschaftsorganisation, die 2002 gegründet wurde, um die Forschung und Bekämpfung der Krankheiten HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria zu finanzieren. Im Jahr 2020 wurden über 20 Millionen Menschen in HIV-Behandlung gezählt, fast 5 Millionen in Behandlung für Tuberkulose und über 250 Millionen Menschen wurden auf Malaria getestet. 

Die Organisation arbeitet eng mit Regierungen, der Zivilgesellschaft, dem Privatsektor und den betroffenen Menschen vor Ort zusammen, um diese Krankheiten, die durch zu wenig Finanzierung und Forschung so hohe Sterberaten aufweisen, stark einzudämmen. Es soll vor allem in die Gesundheitsversorgung, also Ärzt*innen, Krankenpfleger*innen und innovative Technologien investiert werden.

Derzeit investiert der Globale Fond fast 39 % aller Ressourcen in den Kampf gegen Malaria: Mit der Behandlung der Krankheit und präventiven Maßnahmen wie der Verteilung von Insektennetzen und Sprays sowiemit Therapien für Kinder und Schwangere konnte ein Anstieg der Infektionsrate verhindert werden. Ebenfalls wurden die Todeszahlen in den letzten 20 Jahren um 21 Prozent gesenkt.

Auch im Kampf gegen HIV/Aids, vor allem bei Frauen zwischen 15 und 24, konnte dank der Gelder des Globalen Fonds seit 2010 ein Rückgang von 41 % in fast allen der 13 Hochrisiko-Ländern beobachtet werden. Das vermehrte Testen auf HIV/Aids und die Aufklärung über die Verbreitung und Prävention der Krankheit sind effektive Mittel, die der Globale Fonds zur Eindämmung der Infektion nutzt.

Vor allem die Diagnose und Behandlung sind ausschlaggebend für die Eindämmung von Tuberkulose. Dazu arbeitet der Globale Fonds mit seinen Partner*innen zusammen, um noch nicht diagnostizierte Infektionen zu entdecken und somit vor weiteren Ansteckungen zu schützen. In den letzten 20 Jahren sind in den Ländern, in denen der Globale Fonds investierte, die Todesfälle der Infektionskrankheit um 21 % gesunken.

 

Wie arbeitet der Globale Fonds?

Mittlerweile arbeiten viele Partner*innen des Globalen Fonds stark daran, den Zugang zur antiretroviralen Therapie möglich zu machen, um weiteren Menschen das Leben mit HIV/AIDS erträglicher zu machen.

Der Globale Fonds stellt alle drei Jahre Mittel bereit, um die Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria und die Stärkung von Gesundheitssystemen zu gewährleisten. Regierungen, der Privatsektor und Nichtregierungsorganisationen stellen Mittel zur Unterstützung für den Globalen Fonds zur Verfügung.

Die Länder, in die der Globale Fonds investiert, übernehmen die Führung bei der Entscheidung, wo und wie die drei Krankheiten am besten bekämpft werden können, und legen den verschiedenen Strukturen des Globalen Fonds Finanzierungsanträge zur Prüfung vor. Die Eigenverantwortung der Länder ermöglicht es ihnen, ihre eigenen Maßnahmen unter Berücksichtigung ihres politischen, kulturellen und epidemiologischen Kontexts zu gestalten.

Der Globale Fonds nimmt eine strenge Prüfung der Finanzierungsanträge vor. Sobald die Anträge genehmigt sind, arbeiten die Hauptempfänger und die Länderteams des Globalen Fonds zusammen, um einen Zuschuss vorzubereiten, den die Länder dann umsetzen können. Gemeinsam mit den durchführenden Ländern überwacht und bewertet der Globale Fonds die Aktivitäten durch verschiedene Überprüfungsstrukturen und -mechanismen, um sicherzustellen, dass die Mittel den beabsichtigten Zweck erfüllen. Die Ergebnisse dieser Bewertungen werden den Gebern mitgeteilt.

Hilf uns dabei für globale Gesundheit und die Ausfinanzierung des Globalen Fonds zu kämpfen und trage dich für unseren Newsletter ein!

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Ägäis-Konflikt: "Die Türkei schafft Fakten"

SWP - 24. August 2022 - 15:54
Die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei in der Ägäis und im südöstlichen Mittelmeer nehmen zu. Ein Krieg stehe nicht bevor, aber die Lage sei bedenklich, sagt der Türkei-Experte Günter Seufert im DW-Gespräch.
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Konferenzbericht zu Weingartener Asien-Gespräche 2011

DIE - 24. August 2022 - 15:26

Weingartener Asien-Gespräche 2011: „Das moderne Asien - Multiple Formen, singuläre Entwicklungen",Tagungshaus Weingarten, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, 18.-20. Februar 2011

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6 Monate Krieg in der Ukraine

SWP - 24. August 2022 - 14:23
Heute feiert die Ukraine eigentlich ihre Unabhängigkeit, die sie vor 31 Jahren von der damaligen Sowjetunion erlangte. Aber heute genau vor einem halben Jahr hat Russland auch die Ukraine angegriffen. Der Kreml wollte das Land schnell unter seine Kontrolle zu bekommen, doch die Ukrainerinnen und Ukrainer wehren sich vehement. Von einer Besetzung des Landes ist Russland weit entfernt, inzwischen mutet das Ganze fast wie ein Stellungskrieg an. Wer kann den Krieg am Ende für sich entscheiden?
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Krieg in der Ukraine: „Konflikt betrifft Europa"

SWP - 24. August 2022 - 14:21
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Menschen mit Behinderungen nicht zurücklassen

E+Z - 24. August 2022 - 12:15
Inklusion behinderter Menschen ist vor allem auch eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit

Deshalb erwähnen SDG-Unterziele ausdrücklich Menschen mit Behinderungen. Genannt wird ihr besonderer Bedarf zum Beispiel bei SDG 4 (Bildung), SDG 8 (Beschäftigung), SDG 10 (Verringerung von Ungleichheit) und SDG 11 (öffentliche Infrastruktur). Das ergibt auch Sinn, denn Studien bestätigen, dass Menschen mit Behinderung mehrfach benachteiligt sind: Oft sind sie sozial ausgegrenzt und werden von Bildungs- und Gesundheitswesen vernachlässigt. Selbst am Zugang zu sanitären Einrichtungen oder öffentlichen Gebäuden hapert es.

Sie sind auf besonders gute Infrastruktur angewiesen – and nicht nur in Ländern mit niedrigen Einkommen bestehen erhebliche Mängel. Auch in Ländern mit hohen Einkommen wie Deutschland gibt es viele Defizite. Zahlreiche Schulen oder Ämter haben weder behindertengerechte Toiletten noch Markierungen für Sehbehinderte oder Rampen für Menschen, die einen Rollstuhl brauchen. Obendrein fehlt es am nötigen Fachpersonal. Dies ist für ein reiches Land wie Deutschland ein echtes Armutszeugnis.

Wo Infrastruktur schon im Alltag versagt, drohen in Notlagen Desaster. Wenn Extremwetter Katastrophen auslösen, sind Menschen mit Behinderung besonders gefährdet. Weder Warn- noch Rettungssysteme sind auf sie eingestellt. Eigentlich müsste alles besser sein. Denn Deutschland und rund 180 weitere Staaten haben sich zur Gleichstellung, Teilnahme und Chancengleichheit von Menschen mit Behinderung verpflichtet, indem sie die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert haben.

Das war nicht nur ein Gebot der Menschenwürde. Es gibt auch handfeste wirtschaftliche Gründe, Menschen mit Behinderungen nicht zu vernachlässigen. Fallen sie als Arbeitskräfte aus, belastet das die gesamte Volkswirtschaft. Dem Staat entgehen Einkommenssteuern und er muss eventuell für den Lebensunterhalt der Betroffenen aufkommen.

In Entwicklungsländern ist die Lage besonders hart. Dort leben laut einer GIZ-Schätzung 80 Prozent der 1,2 Milliarden Menschen mit Behinderungen weltweit. Typischerweise ist das Steueraufkommen in diesen Ländern besonders knapp, so dass staatliche Leistungen ebenfalls recht mager ausfallen. Deshalb muss sich auch die Entwicklungspolitik dem Thema stellen. Die Belange von Menschen mit Behinderung sollten in allen Maßnahmen von vornherein und explizit berücksichtigt werden. Staatliche und nichtstaatliche Organisationen wie die GIZ oder CBM haben sich dies zum Ziel gesetzt.

Inklusion ist vor allem auch eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit. Pflegearbeit leisten weltweit vor allem Frauen (siehe Sundus Saleemi www.dandc.eu). Mütter, Schwestern und Töchter, die Angehörige mit Behinderungen versorgen müssen, haben selbst weniger Erwerbs- und Teilhabechancen – sie werden also ihrerseits marginalisiert.

Die SDG-Agenda stimmt. Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft müssen ihrer Verantwortung gerecht werden. Niemand darf zurück gelassen werden, auch Menschen mit Behinderung nicht. Ihre Inklu­sion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – weltweit.

Sabine Balk ist Redakteurin von E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit /D+C Development and Cooperation.
euz.editor@dandc.eu

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