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Upholding the World Health Organization

SWP - 15. Oktober 2020 - 0:00

Before the COVID-19 pandemic, the European Union (EU) was neither a strong pro­moter of global health nor a strong supporter of the World Health Organization (WHO). The Global Health Council Conclusions from 2010 were never comprehensively implemented and quickly forgotten. With the pandemic greatly affecting EU member states, the EU is increasingly interested in upholding multilateral cooperation in the global health field. Therefore, the EU should aim for an upgrading of the EU’s status in WHO, the establishment of a global health unit in the European External Action Service (EEAS), and an overhaul of the formal relationship between the European Com­mission and WHO.

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Jenseits der Wahlen

SWP - 15. Oktober 2020 - 0:00

Viele politische Entscheidungsträger in Deutschland und anderen EU-Staaten dürften darauf hoffen, dass die transatlantischen Beziehungen nach den bevorstehenden US‑Präsidentschaftswahlen am 3. November wieder in ruhigere Fahrwasser gelangen, falls der Demokrat Joe Biden gewinnt. Allerdings wird der innen- und außenpolitische Handlungsspielraum des amerikanischen Präsidenten auch von langfristigen und strukturellen Entwicklungen bestimmt, die über die nächsten (und übernächsten) US-Wahlen hinauswirken. Sieben Trends sind in dieser Hinsicht besonders rele­vant. Zusammen betrachtet verdeutlichen sie, dass außenpolitische Anforderungen und innenpolitische Ressourcen in den USA zunehmend auseinanderklaffen.

 

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Webinar: "Sustainability, the Covid-19 Crisis and the Responsibility of Science"

#HOCHN - 15. Oktober 2020 - 0:00
16th October 2020 the Global Sustainability Strategy Forum host a webinar on the role and responsibilities of scientific institutions in the transformations towards sustainability actions in the context of the Covid-19 Crisis.

Foto: unsplash/CC0 Lizenz

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Governance-Leitfaden 2020 jetzt online

#HOCHN - 15. Oktober 2020 - 0:00
Das HOCH-N Arbeitspaket Governance hat den aktualisierten Leitfaden für Nachhaltigkeitsgovernance veröffentlicht.

Foto: Charlotte Hintzmann

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9 Frauen, die sich während Covid-19 für Gleichberechtigung starkmachen

ONE - 14. Oktober 2020 - 16:23

Zur UN-Generalversammlung Ende September kamen Staats- und Regierungschef*innen aus aller Welt per Videoschaltung zusammen, mit dem gemeinsamem Ziel die Welt für alle Menschen zu einem besseren Ort zu machen.

Auf dem diesjährigen Treffen wurden die Ereignisse und Reden von einem Thema dominiert: COVID-19. Die globale Corona-Pandemie hat weltweit Missstände und Ungleichheit zutage treten lassen – und dazu zählt auch die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Die aktuelle Krise könnte sich besonders stark auf die Beschäftigung von Frauen, die schulische Bildung von Mädchen und viele weitere Aspekte auswirken.

Deshalb möchten wir an dieser Stelle neun starke Frauen in den Mittelpunkt rücken, die sich auf der UN-Generalversammlung für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Zuge der Corona-Pandemie starkgemacht haben.

1. Malala Yousafzai

„Die COVID-19-Pandemie ist ein Rückschlag, aber sie darf nicht zur Ausrede werden. Unser Ziel sollte nicht sein, zur alten Normalität zurückzukehren“, sagt Malala Yousafzai.

Die Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan setzt sich für die Bildungsrechte junger Frauen und Mädchen ein. 2012 wurde auf die damals gerade einmal 14-Jährige ein Attentat verübt: Auf dem Schulweg schoss ein Taliban ihr aus nächster Nähe in den Kopf. Malala überlebte ihre lebensbedrohlichen Verletzungen und gründete anschließend den nach ihr benannten Malala Fund. Der Fund setzt sich weltweit dafür ein, dass Mädchen die schulische Bildung erhalten, die ihnen zusteht.

2. Phumzile Mlambo-Ngcuka

 „Frauen erleiden erhebliche Verluste. Wir müssen dafür sorgen, dass Frauen in ihren Ländern von sozialen Sicherungssystemen profitieren“, sagt Phumzile Mlambo-Ngcuka.

Mlambo-Ngcuka ist Präsidentin der Einheit der Vereinten Nationen für die Gleichstellung und Ermächtigung von Frauen und hat „ihre berufliche Laufbahn dem Kampf für Menschenrechte, Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit gewidmet“. Bevor sie ihre Position bei der UN antrat, war Mlambo-Ngcuka von 2005 bis 2008 Vizepräsidentin von Südafrika. Sie setzte sich im Rahmen von Projekten zur Armutsbekämpfung besonders für die Verbesserung der Situation von Frauen ein.

3. Åsa Regnér

„Auch 25 Jahre nach Verabschiedung der Pekinger Erklärung und Aktionsplattform ist es keinem Land gelungen, die Gender-Pay-Gap zu schließen“ sagt Åsa Regnér.

Die schwedische Politikerin ist seit 2019 stellvertretende Vorsitzende von UN Women. Davor war sie Ministerin für Kinder, Ältere und Gleichstellung in Schweden. In dieser Position arbeitete sie auf „konkrete Ergebnisse in der Umsetzung der schwedischen Gleichstellungspolitik hin“.

4. Melinda Gates

„Angesichts der langsamen Erholung der Weltwirtschaft nach Corona muss ein Ziel im Mittelpunkt stehen: die wirtschaftliche Ermächtigung von Frauen“, sagt Melinda Gates.

Die Geschäftsfrau, Philanthropin und Mitgründerin der Bill & Melinda Gates Foundation setzt sich weltweit für die Gleichstellung von Frauen und Mädchen ein. Mit ihrem politischen Engagement zur Stärkung und Gleichstellunf von Frauen in aller Welt möchte sie „die gesundheitliche und finanzielle Situation von Familien, Gemeinschaften und Gesellschaften nachhaltig verbessern.“

5. Aya Chebbi

„Wir wollen nicht mehr darüber sprechen, was die Politik unternehmen sollte. Die Politik weiß ganz genau, was getan werden muss, denn sie hat alle wichtigen Rahmenverträge unterzeichnet – es geht nur noch darum, diese auch umzusetzen“, sagte Aya Chebbi.

Die aus Tunesien stammende panafrikanische Aktivistin, Feministin und Diplomatin wurde 2018 zur ersten Jugendbeauftragten der Afrikanischen Union ernannt. Aya Chebbi setzt mit ihrer Arbeit und ihrem „Engagement für Frieden, Gleichstellung und die Integration Afrikas“ weltweit Zeichen.

6. Erna Solberg

 „Die Corona-Pandemie hat weltweit erhebliche Schwächen in unserem System offengelegt. Es besteht kein Zweifel mehr daran, dass wir uns für mehr Gerechtigkeit und Gleichstellung in der Welt einsetzen müssen“, sagt Erna Solberg.

Solberg ist seit 2013 Ministerpräsidentin von Norwegen und wurde 2017 in dieses Amt wiedergewählt. 2016 war sie stellvertretende Vorsitzende der Sonderbotschafter*innen des UN-Generalsekretärs für Ziele der nachhaltigen Entwicklung. In dieser Position setzte sie sich „vor allem dafür ein, dass alle Menschen und besonders Mädchen und Kinder in Konfliktregionen Zugang zu hochwertiger Bildung haben“.

7. Leymah Gbowee

„Wir haben die Pflicht, uns für die Menschheit einzusetzen. Werden Sie aktiv und korrigieren Sie Fehlentwicklungen“, sagt Leymah Gbowee.

Für ihre Arbeit als Frauenrechtlerin, Friedensaktivistin und Sozialarbeiterin wurde die Liberianerin 2011 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Zu den Höhepunkten ihrer Karriere zählt ihre Arbeit als Anführerin einer gewaltfreien Bewegung. Die Bewegung brachte christliche und muslimische Frauen zusammen und trug maßgeblich dazu bei, den Bürgerkrieg in Liberia, der 14 Jahre lang andauerte, zu beenden.

8. Dr. Alaa Murabit

„Wenn wir den Wiederaufbau einer besseren Welt realistisch angehen wollen, müssen wir die heutigen Missstände ehrlich benennen. Aktuell betreiben wir weiterhin eine Politik, von der nur einige wenige Menschen profitieren“, sagt die feministische Aktivistin Dr. Alaa Murabit.

Dr. Alaa Murabit ist Ärztin und setzt sich weltweit für Frauenrechte und globale Sicherheit ein. Sie war außerdem als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Beschäftigung im Gesundheitswesen und Wirtschaftswachstum tätig. Dr. Alaa Murabit ist für ihre Arbeit als Gründerin von The Voice of Libyan Women, ihre TED-Talks zum Feminismus und vieles mehr bekannt geworden.

9. Katrín Jakobsdóttir

 „Diese Pandemie hat uns gezeigt, wie sehr wir Vielfalt in der politischen Führung benötigen“, sagt Katrín Jakobsdóttir.

Katrín Jakobsdóttir wurde im November 2017 zur Ministerpräsidentin Islands gewählt. Außerdem ist sie Vorsitzende des Council of Women World Leaders.

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"Die Gemeinschaft ist für den Kinderschutz sehr wichtig"

Unicef - 14. Oktober 2020 - 16:10
Gewalt gegen Kinder ist weltweit ein weit verbreitetes Problem: Drei von vier Kindern erleiden regelmäßig Gewalt durch Eltern und Erziehende. UNICEF ist im Einsatz, um Mädchen und Jungen zu schützen. Wie diese Arbeit konkret aussieht, erklärt Sumaira Chowdhury, Kinderschutz-Expertin bei UNICEF.
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14.10.2020 13 Millionen Soforthilfe für den Fairen Handel in Zeiten von Covid-19

BMZ - 14. Oktober 2020 - 16:00
Zusammen mit seinen Partnern Fairtrade International und dem Forum Fairer Handel investiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in einen Hilfsfonds über 13 Millionen Euro, um nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe in Entwicklungsländern dabei zu unterstützen, in der Corona-Krise Jobs zu erhalten. Die Initiative ist ein wichtiges Beispiel für eine gelungene Kooperation von zivilgesellschaftlichen Akteuren und dem ...
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Veranstaltungsreihe "Immer auf dem Laufenden sein!"

INKOTA - 14. Oktober 2020 - 14:48
Missstände in der globalen Modeindustrie In den Schaufenstern strahlen die neuen Sneaker, Shirts und co. - in den Produktionsstätten hingegen sieht es düster aus. Arbeitsrechte werden verletzt, die Gesundheit der Arbeiter*innen gefährdet und die Umwelt zerstört. Unsere Veranstaltungsreihe “Immer auf dem Laufenden sein!” (online und offline) gibt Einblicke in die Produktionsstätten von Schuhen und Textilien, beleuchtet die Missstände der globalen Fashion-Industrie und zeigt Alternativen und Handlungsmöglichkeiten auf. In sieben digitalen Veranstaltungen bekommt ihr Einblicke in verschiedene Themen rund um die Fashion-Industrie. Expert*innen berichten mit Vorträgen, Lesungen oder Filmmaterial über die Bedingungen in den Produktionsstätten. Unsere indischen Partnerorganisationen berichten von ihrer täglichen Arbeit, für die Rechte der Arbeiter*innen in Indien zu kämpfen und beleuchten die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Arbeiter*innen. Vorherrschende Machtverhältnisse in globalen Lieferketten werden durch einen erfahrbaren, körperlichen Einsatz kritisch reflektiert. Außerdem diskutieren wir mit euch Möglichkeiten, wie Menschenrechte, Sozial- und Umweltstandards in der Modeindustrie umgesetzt werden können - zum Beispiel durch gesetzliche Rahmenbedingungen oder Siegel. Zum Abschluss unserer Veranstaltungsreihe möchten wir offline gemeinsam aktiv werden und unsere Botschaften für eine faire und nachhaltige Fashion-Industrie auf Bannern sichtbar werden lassen. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann melden Sie sich jetzt an (bitte für jede Veranstaltung einzeln). Hier finden Sie das gesamte Programm und die Links zur Anmeldung (werden laufend aktualisiert und hinzugefügt). Dienstag, 6.10.2020, 18-19:30 Uhr, online
Was deine Schuhe der Welt antun

Gespräch mit Tansy Hoskins Tansy Hoskins berichtet über ihr neues Buch “Foot Work: What Your Shoes Are Doing To The World” und ihre Recherchen in der Schuhindustrie. Mehr Infos Bitte hier anmelden
Samstag, 10.10.2020, 13-14:30 Uhr, online
Arbeiter*innen in der indischen Schuh- und Lederindustrie stärken!

Gespräch und Diskussion mit Sonia Wazed, Society for Labour and Development (SLD) und Pradeepan Ravi, Cividep Indische Arbeitsrechtsaktivist*innen berichten über die aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Arbeiter*innen, die Missstände in den Fabriken und von ihrer täglichen Arbeit für die Rechte der Arbeiter*innen zu kämpfen. Mehr Infos Bitte hier anmelden Dienstag, 20.10.2020, 18-19:30 Uhr, online
Gegen Moral Distancing hilft nur noch ein Lieferkettengesetz

Vortrag und Diskussion mit Johannes Schorling, INKOTA-netzwerk Wo stehen wir aktuell in Deutschland auf dem Weg zu einem Lieferkettengesetz und wie muss ein Lieferkettengesetz aussehen, um tatsächlich Wirkung zu entfalten? Mehr Infos Bitte hier anmelden Dienstag, 27.10.2020, 18-19:30, online
Welche Schuhe soll ich kaufen? Möglichkeiten und Grenzen von Siegeln und Zertifizierungen

Gespräch und Diskussion mit Rolf Heimann, hessnatur Stiftung  Wir bringen Licht in den Siegel-Dschungel und diskutieren, inwieweit Siegel und Zertifizierungen die vorherrschenden Probleme in der Lieferkette von Textilien und Schuhen verändern können. Mehr Infos Bitte hier anmelden Dienstag, 03.11.2020, 18-20 Uhr, online
Self-As-Other-Trainings: Textiles - Aktivismus durch Verkörperung und Bewegung?

Workshop mit Vivien Tauchmann Der Workshop lädt ein, Machtverhältnisse durch einen erfahrbaren, körperlichen Einsatz zu praktizieren und kritisch zu reflektieren, sowie performative Aktionsformen zu erproben. Mehr Infos Bitte hier anmelden 10.11.2020, 18-19:30 Uhr, online
Leute machen Kleider

Lesung und Gespräch mit Imke Müller-Hellmann Imke Müller-Hellmann macht sich auf die Suche nach den Menschen, die unsere Kleidung herstellen. Ihr Buch “Leute machen Kleider” ist eine Reise durch die globale Textilproduktion, voller Begegnungen und überraschender Einblicke in eine weltweit vernetzte, gigantische Industrie. Bitte hier anmelden Dienstag, 17.11.2020, 18-19:30 Uhr, online
Was steckt in unseren Schuhen? Investigative Recherchen in den Produktionsstätten von Schuhen

Gespräch mit Christian Jentzsch, Facts & Pictures Media Christian Jentzsch begibt sich auf seinen Recherchereisen hinter die schönen Fassaden der Fashion-Industrie. Er berichtet über seine aktuelle Recherche in der indischen Schuh- und Lederindustrie und beschreibt die Herausforderungen seiner Arbeit vor Ort. Bitte hier anmelden Samstag, 21.11.2020, 11-18 Uhr, offline
Politische Textilkunst

Workshop mit Sigrid Ellen Münzberg, SEKUNDÄR-SCHiCK  Wir designen und produzieren Banner aus gebrauchten Textilien mit denen ihr bei Demos oder Veranstaltungen eure Botschaften für eine faire und nachhaltige Fashion-Industrie verbreiten könnt. Mehr Infos Bitte hier anmelden Ansprechpartnerinnen bei Fragen: Helen Gimber und Lena Janda, cccprojekt[at]inkota.de Mehr Informationen: Erfahren Sie mehr über die Kampagne "Change your Shoes" Erfahren Sie mehr über die Kampagne für Saubere Kleidung Mehr Informationen zum Thema Lieferkettengesetz

Gefördert durch Brot für die Welt aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, den Katholischen Fonds, die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie durch die Europäische Union. Für den Inhalt ist allein das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; der Inhalt kann in keiner Weise als Standpunkt der Förderer angesehen werden.

 

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14.10.2020 Durch Handel zu Wohlstand – Deutsche Post DHL Group und Bundesentwicklungsministerium fördern E-Commerce in Entwicklungs- und Schwellenländern

BMZ - 14. Oktober 2020 - 14:00
Kleinen und mittleren Unternehmen aus Entwicklungsländern Zugang zu globalen Märkten verschaffen – das ist das Ziel einer Kooperation des Bundesentwicklungsministeriums mit dem Logistikkonzern Deutsche Post DHL Group. Dazu sollen in den nächsten Jahren 30 Millionen Euro in die Digitalisierung von Zoll- und Handelsprozessen, die Förderung des E-Commerce sowie in emissionsarme Logistik in Städten investiert werden....
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14. Oktober 2020

ONE - 14. Oktober 2020 - 12:53
  1. G20: Entscheidung über Schuldenerleichterungen für arme Länder fällt heute

Das Handelsblatt  und der Tagesspiegel  thematisieren wachsende Staatsschulden während der Corona-Pandemie, die insbesondere für Entwicklungsländer zum Problem werden. Beim heute stattfindenden Treffen der G20-Finanzminister*innen werde über Schuldenerleichterungen für die ärmsten Länder beraten. Um die vom April dieses Jahres stammende „Initiative zur Aussetzung des Schuldendienstes“ (DSSI), die mit Ende des Jahres ausläuft, zu ersetzen, haben die G7-Finanzminister*innen ein Rahmenwerk für „faire Lastenverteilung“ sowie „Schuldenerleichterungen auf Einzelfallbasis“ vorgeschlagen. Die G7 sowie Weltbank-Präsident David Malpass fordern zudem eine Beteiligung privater Gläubiger bei Schuldenerleichterungen. Die Entwicklungsorganisationen erlassjahr.de, Brot für die Welt, Misereor und Oxfam Deutschland fordern Schuldenerlasse für Entwicklungs- und Schwellenländer. Auch die NGO ONE spricht sich für ein Schuldenmoratorium bis Ende 2021 aus, wie unter anderem das Handelsblatt, Focus Online und Yahoo News melden. Kein Land solle “zwischen Schuldenrückzahlungen oder Menschenleben entscheiden müssen”, so ONEs Deutschland-Direktor Stephan Exo-Kreischer. Laut Reuters planen die G20, das Schuldenmoratorium vorerst bis Mitte 2021 zu verlängern und im April desselben Jahres über das weitere Vorgehen bei etwaigen Schuldenerleichterungen zu sprechen. Einige Länder seien dagegen, das Schuldenmoraotrium bereits jetzt um zwölf Monate zu verlängern, so Malpass. Anders als die G20-Staaten beteiligen sich private Gläubiger bisher nicht an einem Schuldenmoratorium.

  1. So kann der Hunger bis 2030 besiegt werden

Wie die Tageszeitung(TAZ) und die Berliner Zeitung berichten, hat das deutsche Entwicklungsministerium eine Studie veröffentlicht, die zeigt, wie der Hunger auf der Welt bis 2030 besiegt werden kann. Das Hauptaugenmerk für eine erfolgreiche Hungerbekämpfung müsse bei der Förderung von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in afrikanischen und asiatischen Ländern liegen, so der Bericht. Dabei sei es wichtig, eine nachhaltige und ökologische Vorgehensweise zu beachten – denn bereits jetzt beeinflusse der Klimawandel die Ernährungsversorgung stark. Zudem sei es wesentlich, Frauen und Mädchen zu fördern sowie den innerafrikanischen Warenaustausch zu stärken. Außerdem plädieren die Expert*innen für eine Verbesserung des Transports und der Lagerung der Lebensmittel. Um das UN-Entwicklungsziel, den Hunger auf der Welt bis 2030 zu beenden, zu erreichen, müsse die Weltgemeinschaft 14 Milliarden US-Dollar pro Jahr investieren. Entwicklungsminister Gerd Müller sicherte bereits zu, dass Deutschland seinen Beitrag zur Hungerbekämpfung erhöhen werde. Beim jetzigen Stand der Bemühungen gegen Hunger werden 2030 zehn Prozent der Weltbevölkerung hungern müssen.

  1. Nigeria: Bevölkerung fordert Auflösung gewaltsamer Polizeieinheit

Wie Spiegel meldet, kündigte Nigerias Präsident Muhammadu Buhari nach zahlreichen Protesten an, die „Anti-Überfall“-Polizeieinheit SARS aufzulösen. Diese sei in Nigeria für Raubüberfälle auf die Bevölkerung bekannt und habe sich laut Amnesty International für 82 Fälle von Folter, Misshandlung und außergerichtlicher Hinrichtung im Zeitraum von Januar 2017 bis Mai 2020 zu verantworten. Bei den Demonstrationen in der Stadt Lagos sei die nigerianische Polizei gewaltsam mit scharfen Waffen und Tränengas gegen Demonstrierende vorgegangen und habe dabei mindestens einen Menschen getötet. Bis sich daran nichts ändere, werde sie auf der Straße bleiben, so die 26-jährige Demonstrantin Olasunkanmi Amoo.

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One Health – Der Ansatz für eine ganzheitliche Gesundheit

VENRO - 14. Oktober 2020 - 12:34

Die Corona-Pandemie zeigt, wie eng unsere Gesundheit mit der unserer Umwelt verbunden ist und wie sehr dieses Verhältnis aus der Balance geraten ist. One Health ist ein Ansatz, der die Gesamtgesundheit des Ökosystems betrachtet und im Ergebnis die menschliche Gesundheit verbessern kann.

Im Einklang mit der Natur leben – diesen Wunsch hegen einige von uns, und doch bleibt er heute (meist) ein idealistischer Traum. Unser Verhalten schadet der Natur. Zunehmend überschreiten wir die Grenzen der Belastbarkeit der Erde. Dies äußert sich durch Artensterben, Klimakrise und zuletzt die Corona-Pandemie, ausgelöst durch ein Virus, übertragen von Tier auf Mensch, eine sogenannte Zoonose. Diese entwickeln sich besonders dann, wenn Tiere unter unnatürlichen Bedingungen leben und in den Kontakt mit Menschen kommen. Ein naheliegendes Beispiel dazu ist die Massentierhaltung. Eine sehr große Anzahl von Tieren wird in nicht artgerechten Ställen auf sehr wenig Raum einzwängt, was ihr Immunsystem schwächt. Gleichzeitig kommen die Tiere oder ihre Ausscheidungen in den Kontakt mit Menschen. Solche Lebensbedingungen für Tiere und Arbeitsbedingungen für Menschen begünstigen die Entstehung von Zoonosen.

Die Pandemie führt uns vor Augen, wie eng unsere Gesundheit mit der unserer Umwelt verbunden ist und wie sehr das Verhältnis zwischen Mensch, Tier und Umwelt aus der Balance geraten ist. Wie finden wir zu einem ausgewogenen Verhältnis zurück?

One Health betrachtet die komplexen Synergien zwischen Menschen, Tier und Umwelt

One Health setzt genau an diesem Punkt an und fordert dazu auf, die komplexen Synergien zwischen Menschen, Tier und Umwelt in unserem Handeln in den Blick zu nehmen. One Health ist ein Ansatz, der die Gesamtgesundheit des Ökosystems betrachtet und dabei nicht zwangsläufig den Menschen in den Mittelpunkt stellt, aber im Ergebnis die menschliche Gesundheit verbessern kann. So können zum Beispiel Projekte, die auf den Schutz der Wälder abzielen, gleichzeitig den Wald als Lebensraum für Wildtiere erhalten und die Landrechte indigener Bevölkerungen einbeziehen.

One Health bedeutet, sektorübergreifend zusammenzuarbeiten und Silo-Denken zu überwinden. Damit bietet der Ansatz eine erfolgversprechende Herangehensweise zu komplexen Problemen unserer Zeit und dient der Umsetzung der Agenda 2030 insgesamt – mit all ihren sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen.

Landwirtschaftliche Familienbetriebe als Vorbild

Viele ländliche Bevölkerungen und indigene Gruppen leben schon seit langer Zeit nach der Idee von One Health. Der Ansatz ist eng mit der Agrarökologie verbunden, wodurch landwirtschaftliche Ökosysteme, unter anderem durch Diversität im Anbau, widerstandsfähiger gemacht werden. Agrarökologie basiert auf lokalem und traditionellem Wissen und stellt eine Alternative zur konventionellen, industrialisierten Landwirtschaft dar. Durch die Umsetzung agrarökologischer Prinzipien kann die Einkommens- und Gesundheitssituation kleinbäuerlicher Familienbetriebe langfristig verbessert werden. Auch für die Natur wirkt sich diese Art der Landwirtschaft positiv aus, denn sie trägt zu verbesserter Bodenqualität und Biodiversität bei. Richtig umgesetzt, kann Agrarökologie auch Kohlenstoff zurück in den Boden binden.

Traditionelles Wissen schützen und nutzen

Von unseren Partner_innen wissen wir: Dieses traditionelle Wissen und die Praxis stehen unter ständiger Bedrohung durch Landraub, Abholzung oder anderweitige Interessen. In Brasilien beispielsweise stellt der Kampf um Land ein dauerhaftes Problem für tausende Familien dar. Deren Landrechte stehen unter der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro mehr denn je auf der Kippe. Ohne Land gibt es keine kleinbäuerliche Landwirtschaft und ohne diese fehlt es an Einkommensmöglichkeiten für die ländliche Bevölkerung. Soziale Ungleichheit und Armut werden weiter geschürt.

Auch für die Natur hat das schlimme Folgen. Wenn immer mehr Land immer weniger Menschen gehört, hat deren Umgang damit umso größere Folgen für Umwelt, Tier und Mensch.

Demzufolge hat One Health eine starke menschenrechtliche Dimension. Wenn wir Mensch, Tier und Umwelt in Einklang bringen wollen, müssen wir einander friedlich koexistieren lassen, gemeinsam die Schöpfung bewahren. Die Menschenrechte auf Nahrung und Gesundheit müssen verwirklicht werden.

One Health, das neue Modewort des Gesundheitssektors?

Seit der COVID-19-Pandemie hat One Health starken Rückenwind bekommen. Auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat den Ansatz zu einem handlungsleitenden Prinzip erklärt und erarbeitet aktuell eine Umsetzungsstrategie dazu. Es ist unbedingt zu begrüßen, wenn die systemorientierte Betrachtung globaler Herausforderungen zunimmt.

Die bisherige Umsetzung des One Health-Ansatzes greift allerdings zu kurz und fokussiert fast ausschließlich auf Zoonosen und die Verhinderung von Pandemien. Dadurch besteht die Gefahr, dass One Health zu einer Worthülse wird, ähnlich wie die inflationäre Verwendung des Nachhaltigkeitsbegriffes. Altbestehende Silos werden aufrechterhalten und grün ‚überpinselt‘. In der Realität ändert sich aber nichts. Dabei ist One Health so viel mehr als Krisenmanagement! Und nur eine konsequente Umsetzung des One Health-Ansatzes kann Wirkung zeigen, auch um Pandemien zu verhindern.

Fakt ist: Das Wissen und die Lösungsansätze für die komplexen Probleme unserer Zeit sind da. Was bisher fehlt, ist der politische Wille zur Umsetzung. Deshalb fordern wir, dass One Health als der holistische Ansatz realisiert wird, als der er gedacht wurde und als der er Mensch, Tier und Umwelt zum Einklang verhilft.

Dieser Blogbeitrag ist in leicht abgewandelter Form zunächst bei unserer Mitgliedsorganisation Brot für die Welt erschienen.

Online-Seminar: Schokolade ohne Kinderarbeit gibt es schon

INKOTA - 14. Oktober 2020 - 11:57
  • Was? Online-Seminar „Fairer Handel und Menschenrechte. Schokolade ohne Kinderarbeit gibt es schon“
  • Wann? Dienstag, 27. Oktober, 20-22:00 Uhr
  • Wo? Zoom, also von überall, jetzt anmelden
Auf den Kakaoplantagen Westafrikas arbeiten rund zwei Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen. Ursächlich hierfür ist vor allem die Armut der Kakaobauernfamilien. Aufgrund der niedrigen Kakaopreise verfügen sie noch immer nicht über ein existenzsicherndes Einkommen. Keiner der großen Schokoladenhersteller kann bisher ausschließen, dass in seinen Produkten Kinderarbeit steckt. Ein Lieferkettengesetz könnte dies ändern, indem es Unternehmen dazu verpflichtet, die Menschenrechte entlang der Lieferketten zu wahren. Doch wie genau wirkt ein Lieferkettengesetz im Kakaoanbau und welche Möglichkeiten bietet es für Produzent*innen im Globalen Süden? Über die Situation in den westafrikanischen Kakao-Anbaugebieten berichtet INKOTA-Referent Johannes Schorling. Im besonderen Fokus seines Vortrags stehen dabei auch die Kämpfe von Kakaobauernorganisationen (wie der INKOTA-Partnerorganisation SEND-Ghana) für existenzsichernde Kakaopreise sowie mehr politische Mitsprache. Im Anschluss folgt die Vorführung des Films „Decolonize Chocolate“. Die Dokumentation gibt Einblicke in das Start-Up fairafric, das seine Schokoladenproduktion vollständig nach Ghana verlagert hat und damit Pionierarbeit vor Ort leistet. Abschließend diskutieren Johannes Schorling und Ann-Kathrin Berek (fairafric) wie die Schieflage im globalen Handelsgefüge von Kakao durchbrochen werden kann und welches Engagement Schokoladenhersteller für eine gerechtere Wertschöpfung und Produktionsbedingungen in den Kakao-Anbauländern zeigen. Herzliche Einladung! Mit: Johannes Schorling, Kampagne "Make Chocolate fair!" beim INKOTA-netzwerk Ann-Kathrin Berek, fairafric Anmeldung: Anmeldung per Mail (mail@az3w.de), daraufhin erhalten Sie einen Zugangslink für das Online-Seminar. Gefördert von NUE, El-Puente-Stiftung und KED. Eine Aktion des Aktionszentrums Dritte Welt e.V. Weitere Informationen: Mehr zum Thema Lieferkettengesetz Erfahren Sie mehr über die Kampagne Make Chocolate Fair!
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S&D-Fraktionschefin Garcia: Enge EU-Afrika-Beziehungen wichtiger denn je

EurActiv - 14. Oktober 2020 - 11:52
Die COVID-19-Pandemie hat die Wichtigkeit enger Beziehungen zwischen der EU und den afrikanischen Staaten unterstrichen, so Iratxe García im Interview mit EURACTIV.com.
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Nur mit Frieden ist Entwicklung möglich

Engagement Global - 14. Oktober 2020 - 11:43
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Bolivien brennt

Misereor - 14. Oktober 2020 - 10:57
Inmitten der Corona-Krise und des durch den Wahlkampf für die am 18. Oktober stattfindenden Präsidentschaftswahlen stark aufgeheizten politischen Klimas toben unzählige Waldbrände im Tiefland Boliviens – am 9. Oktober allein zählte die Stiftung Amigos de la Naturaleza 8.966 Brandherde (Focos de Calor). Einen Tag zuvor hatte …

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Der Beitrag Bolivien brennt erschien zuerst auf MISEREOR-BLOG.

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Africa first

E+Z - 14. Oktober 2020 - 9:59
Eine „demographische Dividende“ wäre ein Schritt hin zur Überwindung von Armut in Afrika

Auf den ersten Blick kann Afrika in den kommenden Jahrzehnten mit einem robusten Wachstum rechnen, besonders in seinen ärmsten Regionen. Nachdem die Covid-19-Folgen überwunden sind, werden für den Kontinent mit seinen 23 Ländern mit niedrigem Einkommen durchschnittliche jährliche Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2021 bis 2040 von 4,8 Prozent prognostiziert (Abbildung 1 - wird nach Klick auf Pfeil im Bild oben angezeigt).

Die Wirtschaft würde damit deutlich schneller wachsen als anderswo. Jedoch bringt ein schnelles BIP-Wachstum nicht unbedingt höhere Lebensstandards. Afrikas rapides Bevölkerungswachstum verringert das Pro-Kopf-Einkommen, da es sich auf mehr Menschen verteilt. Und auch die Altersstruktur der Bevölkerung zählt: Die steigende Zahl derer, die zu jung oder zu alt sind, um zu arbeiten, belastet die Wirtschaft. Eine nachhaltige Verbesserung des Lebensstandards bedarf einer guten Entwicklungspolitik in den Bereichen Technologie, Infrastruktur und Ähnlichem.

Das Einkommensgefälle zwischen Afrika und dem Rest der Welt wächst. Die Zustände verbessern sich zwar auch in Afrika – aber wesentlich langsamer als anderswo. Ein gutes Beispiel sind die prognostizierten Daten zur extremen Armut (Kaufkraft von 1,90 Dollar oder weniger pro Tag), die in Afrika bis 2040 voraussichtlich zunehmen wird. Die Zahl der in extremer Armut lebenden Afrikaner wird von 510 Millionen auf 573 Millionen im Jahr 2030 steigen (Abbildung 2 - wird nach Klick auf Pfeil im Bild oben angezeigt).

Die Sustainable Development Goals (SDGs) zielen darauf ab, dass bis 2030 extreme Armut überwunden sein soll. Dies wird auch fast überall der Fall sein – außer in Afrika. Bis 2030 wird aller Erwartung nach etwa ein Drittel der afrikanischen Bevölkerung in extremer Armut leben, nach 2030 werden davon nur noch das südliche Afrika und wenige weitere Länder wie etwa Venezuela, Nordkorea und Afghanistan betroffen sein.

Ein Grund für diese schlechte Einkommenssituation in Afrika ist, dass das BIP des Kontinents zwar enorm wächst, aber doch zu langsam, um die Bedürfnisse einer wachsenden Bevölkerung zu befriedigen. Afrikas Bevölkerung wächst derzeit um 2,6 Prozent pro Jahr; bis 2040 wird diese Rate voraussichtlich auf 1,9 Prozent sinken. Das Produktionswachstum kann mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten – dazu müsste das BIP durchschnittlich mindestens doppelt so hoch sein wie die derzeit prognostizierte Rate.

Abgesehen von den Auswirkungen auf das Pro-Kopf-BIP ist eine wachsende Bevölkerung für eine Volkswirtschaft meist gut, je nach deren Altersstruktur. Besonders, wenn es relativ mehr Arbeitnehmer gibt als solche, die von diesen abhängig sind, erlebt ein Land eine einkommensbeschleunigende „demografische Dividende“. Die Herausforderung besteht darin, diese in Afrika zu erreichen (siehe Hans Dembowski im Schwerpunkt von E+Z/D+C e-Paper 2020/04).

Bisher hatte der Kontinent eine ungünstige Altersstruktur. 1987 lag das Verhältnis der Personen im erwerbsfähigen Alter zu von ihnen abhängigen Angehörigen in Afrika mit 1,0 (eine Person im erwerbsfähigen Alter pro Angehörigem) weltweit am niedrigsten – global waren es 1,6.

Seit 1987 hat sich diese Quote in Afrika zwar verbessert, jedoch nicht wesentlich: Sie liegt immer noch unter 1,3. Der Wendepunkt, an dem sich die demografische Dividende abzeichnet, liegt bei 1,7. Afrika wird diesen Punkt voraussichtlich erst gegen 2050 erreichen. Ab dann dürfte das Verhältnis stetig besser werden und 2,0 bis zum Jahr 2070 erreichen.

In Bezug auf die demografische Entwicklung könnte man sagen, dass wirtschaftlich gute Zeiten nahen – wenn auch erst 30 Jahre in der Zukunft. Demokratische Trends sind jedoch nur ein Faktor für weniger Armut und höhere Durchschnittseinkommen.

Das optimistische demografische Szenario für Afrika ab 2050 wird durch globale Technologietrends gefährdet. Durch Technologien wie dem automatisierten Informationsaustausch, der Arbeit ersetzt und den Kostenvorteil von Arbeitnehmern in einkommensschwachen Ländern mindert, verlieren demografische Strukturen an Bedeutung für das Volkseinkommen.

Lehren aus Asien

Die Volkswirtschaften der „Tigerstaaten“ (Hongkong, Singapur, Südkorea und Taiwan) und Chinas boomten zwischen den 1960er und den 1990er Jahren. Afrika könnte einiges daraus lernen. Zur Zeit ihrer Expansion standen in diesen Ländern insgesamt 2,8 Personen im erwerbsfähigen Alter einem von ihm Abhängigen gegenüber. Im Jahr 2070 wird Afrika einen viel niedrigeren Spitzenwert von 2,0 erreichen, und somit wird seine Dividende kleiner sein als die der Tigerstaaten und Chinas.

Ein weiterer Unterschied ist: China und die Tigerstaaten profitierten nicht nur von einer günstigeren Altersstruktur der Bevölkerung, sondern steigerten Produktivität und Einkommen auch durch entwicklungspolitische Maßnahmen. Die Regierungseliten waren entwicklungsorientiert und investierten in Landwirtschaft und Ernährungssicherheit, sorgten für Alphabetisierung und Grundbildung, bauten export­orientierte Volkswirtschaften auf und unterstützten die produktiven Elemente ihrer Volkswirtschaften, wie etwa das verarbeitende Gewerbe des unteren Marktsegments.

Von alldem passiert zu wenig in Afrika. Der Kontinent braucht Veränderungen hinsichtlich Landwirtschaft, Gesundheit, Demografie, Bildung, Industrialisierung, Technologie, Handelspolitik, politischer Stabilität, Regierungsführung und externer Hilfe. Zudem muss Afrika sich an die Klimakrise anpassen (siehe meinen Aufsatz in der Tribüne des E+Z/E+C e-Paper 2020/06). Politische Veränderungen in diesen Bereichen könnten ein starkes „Africa First“-Szenario ergeben, um Armut zu verringern und Einkommen zu erhöhen. Dieses Szenario kann als Maßstab dienen, um entwicklungsfördernde Maßnahmen in Afrika zu bewerten.

Jakkie Cilliers ist Gründer und ehemaliger Direktor des Institute for Security Studies, einer gemeinnützigen Organisation mit Büros in Südafrika, Senegal, Äthiopien und Kenia. Dieser Artikel basiert auf seinem kürzlich von Jonathan Ball veröffentlichten Buch „Africa first! Igniting a growth revolution“. (Cape Town und Johannesburg, 2020).
jcilliers@issafrica.org

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Das UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte

Global Policy Forum - 14. Oktober 2020 - 9:40

Wie kommen wir weltweit zu ökologisch und sozial nachhaltigen Lieferketten?

Digitales Fachgespräch

Dienstag, 20.Oktober 2020, 10:00 - 13:00 Uhr

Kategorien: english, Ticker

Profile and determinants of the middle classes in Ghana: energy use and sustainable consumption

DIE - 14. Oktober 2020 - 8:20

High and sustained economic growth rates of the Ghanaian economy in the past two to three decades have been accompanied by a growing urban middle class. With a rapidly growing middle class, overall consumption is not only increasing but changing too. This paper analyses the asset ownership patterns among the Ghanaian middle class, and examines the effect of household wealth, environmental concern and environmental knowledge on carbon dioxide emissions emanating from energy use and transport based on urban household survey data collected in Accra, the capital city, in 2018. We find that middle class households consume a variety of energy intensive consumer goods, and the intensity of consumption increases with household wealth. Regression results reveal statistically significant relationship between household wealth and carbon emissions from energy and transport use. We also find that environmental knowledge has a statistically negative effect on carbon emissions from transport. The policy implications are discussed.

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Zum Welternährungstag: Politik muss Hungernde unterstützen und einbeziehen, statt Konzerne zu hofieren

#2030Agenda.de - 13. Oktober 2020 - 22:19

Aachen/Berlin/Köln, 12. Oktober 2020: Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass ohne eine radikale Kehrtwende bei der Hungerbekämpfung im Jahr 2030 150 Millionen Menschen mehr Hunger leiden werden als heute. Ein breites Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbänden fordert die Bundesregierung in einem Positionspapier auf, ihren Einfluss zu nutzen, damit die globalen Ernährungssysteme in Zukunft gerecht, agrarökologisch und demokratisch ausgerichtet werden. Der Einsatz neuer und alter Gentechnik in der Entwicklungszusammenarbeit soll ausgeschlossen, Landarbeiter und Landarbeiterinnen vor Ausbeutung besser geschützt und die Vereinnahmung der Politik durch Konzerne verhindert werden.

MISEREOR, FIAN, INKOTA, Oxfam und Brot für die Welt fordern in einem Bündnis von 46 Organisationen eine radikale Kehrtwende, um Hunger weltweit zu überwinden. Dazu gehört eine Abkehr von Ansätzen der Grünen Revolution und der Grünen Gentechnik sowie ein zügiger agrarökologischer Umbau der Ernährungssysteme. Erfolgreiche Methoden vor Ort müssen verstärkt und in der Strategie der Hungerbekämpfung ausgebaut werden. Zum Beispiel sollte die Politik die bäuerliche Verarbeitung und ihre ortsnahe Vermarktung sowie Gemeinschaftsverpflegung aus regionaler, agrarökologischer und fairer Produktion fördern.

Stimmen von Erzeuger*innen und Arbeiter*innen müssen gehört werden.

„Wer den Hunger bekämpfen will, muss die Rechte der Menschen stärken, die von Hunger betroffen sind“, erklärt Sarah Schneider, Expertin für Welternährung von MISEREOR. Sonst gehe

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CETA ist noch lange nicht entschieden

SID Blog - 13. Oktober 2020 - 21:59
Bundesverfassungsgericht berät heute über Organklage gegen EU-Kanada-Abkommen CETA
Karlsruhe/Berlin, 13.10.2020  - Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) verhandelt am heutigen Dienstag über eine Organklage der Linksfraktion im Bundestag wegen des Handels- und Investitionsschutzabkommen der EU mit Kanada (CETA). Dabei geht es um die Frage, ob der Bundestag ausreichend beteiligt war, als der EU-Ministerrat 2016 die Unterzeichnung und die vorläufige Anwendung des Abkommens beschloss. Das zivilgesellschaftliche Netzwerk Gerechter Welthandel betont, dass die Kritik, die sich gegen die Inhalte von CETA wendet, weiterhin Bestand hat.

 Nichtregierungsorganisationen fordern Stopp des Abkommens
„Sollte CETA vollständig ratifiziert werden, können die CETA-Ausschüsse ohne Einbeziehung der Parlamente weitreichende Entscheidungen treffen. Dies unterläuft Grundprinzipien der Demokratie und gefährdet Standards zum Schutz von Verbrauchern und der Umwelt", sagt Thilo Bode, Gründer von foodwatch.
Besonders umstritten sind zudem die sogenannten Konzernklagerechte, gegen die in den vergangenen Jahren hunderttausende Menschen auf die Straße gingen. Sie erlauben es Investoren, Staaten vor internationalen Schiedsgerichten zu verklagen, wenn sie beispielsweise Gesetze zum Klimaschutz erlassen, die Investorengewinne einschränken. Alessa Hartmann, Handelsexpertin bei der Nichtregierungsorganisation PowerShift, kritisiert: „Die Konzernklagerechte führen dazu, dass es sich Regierungen zweimal überlegen, wirksame Klimagesetze zu erlassen – aus Angst vor teuren Schadenersatzklagen von Konzernen. Klimaschutz muss ins Zentrum aller politischen Bemühungen gestellt werden. Dazu gehört auch, Konzernklagerechte zu stoppen und keine neuen Handelsabkommen wie CETA zu unterzeichnen, die den Handel mit fossilen Energieträgern ausdrücklich fördern." 
„Handelsabkommen wie CETA drohen die Rechte der Parlamente auszuhebeln, auf EU-Ebene aber vor allem auch in den Mitgliedstaaten", erklärt Roman Huber, Vorstand von Mehr Demokratie.  

Ob die CETA-Ausschüsse sowie die Konzernklagerechte mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar sind, wird ebenfalls noch Gegenstand einer Verhandlung beim Bundesverfassungsgericht sein: Zu dieser Frage liegt eine von foodwatch, Mehr Demokratie und Campact eingereichte Verfassungsbeschwerde vor. Eine Entscheidung ist für das erste Halbjahr 2021 angekündigt.


Weitere Informationen: 

Factsheet Fragen und Antworten zu CETA-Ausschüssen
https://foodwatch.org/fileadmin/-DE/Themen/Freihandelsabkommen/FAQ_CETA-Ausschuesse.pdf

Informationen zur CETA Verfassungsbeschwerde
https://www.ceta-verfassungsbeschwerde.de/

Informationen zum Netzwerk Gerechter Welthandel
https://www.gerechter-welthandel.org

 „Sieben Gründe gegen CETA"
https://www.gerechter-welthandel.org/wp-content/uploads/2019/06/Sieben-Gr%C3%BCnde-gegen-CETA_Juni2019.pdf


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