Sie sind hier

Ticker

Time to consider ‘multidimensional poverty’ and ‘inequality’ in Fiji and the wider Pacific

EADI Debating Development Research - 14. Juni 2022 - 9:15
By Kim Andreas Kessler The recent adjustment of Fiji’s estimated poverty rate by the World Bank has caused controversies. While it is important to scrutinise this key figure, policy dialogue and policymaking should not miss the bigger picture. Economic poverty is only one dimension of poverty. Besides this, considering inequalities is crucial to evaluate Fiji’s …
Kategorien: english, Ticker

Digitalisierung gemeinsam global gerecht gestalten: Die Bits & Bäume NRW

EINEWELTblabla - 14. Juni 2022 - 8:50

Am 8. und 9. Juli findet in Münster eine ganz besondere Konferenz statt: die Bits & Bäume NRW. Die Konferenz will Menschen aus der Nachhaltigkeits- und Tech-Szene zusammenbringen, um einen nachhaltigen Umgang mit Digitalisierung zu fördern.

Dabei geht es um Fragen wie:

Wie kann die digitale Gesellschaft demokratisch und gerecht gestaltet werden?

Wie kann Digitalisierung helfen unsere Lebensgrundlagen auf diesem Planeten zu bewahren?

Welche Chancen stecken in digitalen Anwendungen z. B. für Klima- und Ressourcenschutz?

Welche Art von Digitalisierung steht diesen Zielen entgegen?

Anmelden könnt ihr euch unter diesem Link, für Schüler*innen und Studierende gibt es ermäßigte Preise.

-Katharina-

Beitragsbild von Jatniel Tunon auf Unsplash

Der Beitrag Digitalisierung gemeinsam global gerecht gestalten: Die Bits & Bäume NRW erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

EDD 2022: CPDE to advocate for civil society partnerships for an effective COVID Recovery

CSO Partnership - 14. Juni 2022 - 8:49

The CSO Partnership for Development Effectiveness will again join the Global Village in this year’s European Development Days (EDD) with a stand titled: Partnering with Civil Society for an Effective COVID Recovery: Why Inclusive Partnerships with CSOs will ensure that the Effectiveness Principles support COVID Recovery.

To be held on the 21st and 22nd of June at Brussels Expo, EDD’s Global Village is an opportunity to find out about projects, reports, and activities supported by the European Commission around the world,

This year’s EDD will carry the theme, “Global gateway: Building sustainable partnerships for a connected world.” The programme consists of 90+ sessions co-created with the EDD community.

In line with this year’s theme, CPDE will focus on the role of partnerships in responding to the most pressing global challenge we face today: recovering from the COVID-19 pandemic.

The importance of inclusive partnerships to implement effectiveness principles

CPDE will be exhibiting on the topic of health. The stand aims to showcase the importance of partnering effectively with civil society to ensure robust recovery from the pandemic by drawing on CPDE’s comprehensive research study on the effectiveness of the COVID-19 response.

In 2020 and 2021  CPDE gathered stories from communities bearing the brunt of the pandemic, which face the risk of being further marginalised. These expose how measures taken to mitigate the impact of the pandemic have been used to silence critical voices and hinder civil society participation. Recommendations from CSOs will also be featured, outlining steps that will pave the way for sustainable recovery.

Glenis Balangue, CPDE’s Capacity Development Coordinator, will be the stand facilitator in Brussels as she coordinated the research study, World in Lockdown, Development on Hold: A special CPDE report on the (in)effectiveness of the Covid-19 response.

The stand champions the idea that effectively partnering with Civil Society as part of COVID recovery requires laws and measures on Covid response to uphold human rights norms – freedom of assembly and mobility, the right to privacy, and opportunities to participate. CSOs play a crucial role in the pandemic response through service delivery, monitoring, advocacy, etc., and need an enabling environment, including access to affordable technology, to effectively perform their work.

What will CPDE’s stand consist of?

CPDE will organise two presentations each day (morning and afternoon) of the research study and its recommendations and invite 2 to 3 contributors to the study’s survey to share their own experiences while engaging with EDD attendees.

In addition to the presentations, CPDE representatives will have copies of the study on hand as well as a video presentation and will invite feedback from EDD attendees on the subject matter through continuous interactive polling via a pre-prepared survey that aims to crowdsource innovative ideas on bolstering CSO partnerships in COVID-19 recovery. The results will be projected on the booth itself, allowing participants to see emerging patterns.

Stay tuned to the event via CPDE’s Twitter and website! #

 

*EDD and the Global Gateway

The European Development Days (EDD) isare Europe’s leading forum on international partnerships. Organised by the European Commission, the forum brings key actors together to share ideas and experiences in ways that inspire new partnerships and innovative solutions to the world’s most pressing challenges.

Global Gateway is the new European Strategy to boost smart, clean and secure links in digital, energy and transport and strengthen health, education and research systems across the world. It stands for sustainable and trusted connections that work for people and the planet, to tackle the most pressing global challenges, from climate change and protecting the environment, to improving health security and boosting competitiveness and global supply chains.

The post EDD 2022: CPDE to advocate for civil society partnerships for an effective COVID Recovery appeared first on CSO Partnership for Development Effectiveness.

Kategorien: english, Ticker

Die Uhr tickt und die Welt schaut zu: Die 12. Ministerkonferenz (MC12) der Welthandelsorganisation (WTO) ist nicht zu einer substantiellen Entscheidung fähig

Forum Umwelt & Entwicklung - 13. Juni 2022 - 15:56

 

 

Die 12. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation tagt derzeit in Genf. Viel zivilgesellschaftliche Aufmerksamkeit bekommt der so genannte TRIPS Waiver und der aktuell vorliegende Gegenvorschlag der Industrieländer. Es wird um eine Ausnahmereglung vom Patentschutz für Impfstoffe, Medikamente und Diagnostika gerungen. Doch knapp 20 Monate nach dem ersten Vorschlag der WTO-Mitglieder Indien und Südafrika drohen die Verhandlungen in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Nicht zuletzt, weil der aktuell vorliegende Gegenvorschlag keine der geforderten Lösungsmöglichkeiten aufnimmt und sich einzig und allein auf Impfstoffe konzentriert.

Diese Verzögerung kostet nicht nur Menschenleben, es füllt auch weiter die Kassen der Pharmakonzerne und erschüttert den Glauben an eine international-solidarische Lösung.

 

Quick update what’s going on at #MC12 @WTO in Geneva & why we are still working hard to make sure pharma monopolies are waived for all COVID-19 medical tools #TRIPSWaiver GER: https://t.co/Ap8seJczp1 ENG: https://t.co/yJ0MOeuLPt pic.twitter.com/6eTnzzRCAH

— Lara Dovifat (@LDovifat) June 12, 2022

Kategorien: Ticker

Ölembargo der EU: Lehren für die Zukunft

SWP - 13. Juni 2022 - 14:31

Nach langem Ringen haben sich die EU-Länder Anfang Juni auf ein Teilembargo gegen russisches Öl geeinigt. Die EU will Russlands Haupteinnahmequelle trockenlegen und die Abhängigkeit von russischen Öl beenden. Betroffen sind bis zu zwei Drittel der Ölimporte, die über Tanker nach Europa gelangen. Das wird Russland ökonomisch auf Dauer sicher hart treffen. Nach Inkrafttreten des Embargos verliert das Land unter den aktuellen Ölpreisen Einnahmen von circa 330 Millionen Euro täglich. In dem sechsten Sanktionspaket wird darüber hinaus ein Versicherungs- und Rückversicherungsverbot für russische Ölladungen auf See eingeführt. Damit erhöhen sich für Russland die Kosten, um das Öl an Drittländer zu liefern.

Allerdings haben die langen Verhandlungen um einen Kompromiss auch das Ansehen der Union beschädigt und Zweifel an ihrer Entschlossenheit geweckt. Die lange Vorlaufzeit von sechs Monaten spielt Russland in die Hände. Es kann in der Zwischenzeit die komplexe Logistik der Ölströme an Drittländer organisieren. Zudem gewährt der aktuell hohe Ölpreis Russland bereits jetzt Mehreinnahmen. Und da die Herkunft von Öl nicht immer eindeutig ist, wird es schließlich für die Versicherer kompliziert, das Verbot einzuhalten. Wenn es um die Öl- und Gasversorgung geht, sind die Abhängigkeiten einzelner Länder und ihre politischen Prioritäten offenbar wichtiger als Solidarität und schnelles Handeln.  

Einführzölle auf Gas und Öl: (k)eine bessere Alternative

Um die russische Wirtschaft schneller und effektiver zu treffen, wird nun nach ergänzenden Maßnahmen gesucht. Vor allem wird ein Einfuhrzoll auf Gas und Öl diskutiert. Dieser könnte schneller und effektiver wirken als das beschlossene Ölembargo – und ein für die EU riskantes Gasembargo. Den Zoll könnte der europäische Ministerrat mit qualifizierter Mehrheit beschließen, ohne mühsame Verhandlungen und Kompromisse. Im Idealfall reduziert der Zoll nicht nur die Zahlungen an Russland, sondern auch die Auswirkungen auf die europäische Versorgungssicherheit. Dabei würden die Preise nicht so stark steigen, weil keine Angebotsverknappung droht.

Allerdings hat diese Lösung zwei wesentliche Schwachstellen: Bei relativ unelastischer Gas- und Ölnachfrage würde Russland höchstwahrscheinlich die Preise nicht senken, und die Importeure würden den Zoll an die europäischen Endverbraucher weitergeben. Darüber hinaus wäre ein Beschluss mit qualifizierter Mehrheit zwar möglich. Er würde aber genauso wie im Falle des Teilembargos ein Signal der Unentschlossenheit senden.

Es zeigt sich, dass Energiesanktionen aufgrund des hohen Verflechtungsgrades und gegenseitiger Abhängigkeiten mit Russland nicht besonders geeignet sind, um Russland und seine militärische Handlungsfähigkeit schnell zu beeinträchtigen. Was theoretisch möglich wäre, ist gesamtwirtschaftlich nicht immer haltbar. Es droht entweder den Sanktionierten nicht schnell genug oder den Sanktionierenden zu hart zu treffen. Diese Lehre sollten die EU und Deutschland beherzigen, vor allem wenn es um mögliche Sanktionsmaßnahmen gegen russische Gaslieferungen geht.

Aufgrund mangelnder Alternativen bleibt Gas mehr als Öl kurz- bis mittelfristig die Achillesferse der EU. Gasexporte sind aber auch für Russland kritisch. Einnahmen aus dem Ölexport fallen zwar höher aus. Die Ausweichmöglichkeiten sind im Gasbereich aber noch begrenzter: Die fehlende Infrastruktur gen Asien und die größtenteils erdgebundene Lieferwege stellen Hürden dar, welche Russland erst in einigen Jahren überwinden kann, während das Land mehr denn je auf diese Einnahmequelle angewiesen ist. Umso wichtiger ist es für die EU und Deutschland, den Ausstieg aus russischem Gas mit kühlem Kopf und langem Atem nach zwei Prinzipien zu planen:

Erwartungen managen, europäisch handeln

Erstens müssen die EU und ihre Mitgliedsländer bei der Erwägung weiterer Energiesanktionen – insbesondere im Gasbereich – die Erwartungen managen und ihre Handlung nach realistischen Zielen richten. Alle bis dato vorgeschlagenen Sanktionsmaßnahmen wie Embargos, Einfuhrzölle oder Preisdeckel sind nur bedingt geeignet, um die russische Aggression schnell zu beenden. Die politischen Risiken und die ökonomischen Kosten für Europa können erheblich sein und die Akzeptanz für eine längere Konfrontation mit Russland schwinden lassen. Man kann sich darüber hinaus nicht sicher sein, ob Russland politisch und militärisch einlenkt. Während eine Debatte um sofortige Maßnahmen weiterhin zu begrüßen und moralisch nachvollziehbar ist, sollte der politische Fokus weiterhin darauf liegen, der russischen Wirtschaft den maximalen Schaden zuzufügen und gleichzeitig die Risiken für die europäischen Wirtschaften minimieren.

Dafür müsste aber die EU bei weiterhin unsicheren Versorgungsalternativen weniger sofortige Sanktionsmaßnahmen erwägen. Vielmehr sollte sie sich als ersten Schritt auf die rapide Sicherung alternativer Gasquellen sowie auf die Umsetzung des Plans »Repower EU« – dem Maßnahmenpaket der Kommission für die Energieunabhängigkeit von Russland – konzentrieren, zumal sie sich gegen den Fall eines von Russland herbeigeführten Lieferstopps bereits jetzt wappnen muss.

Zweitens, und vom ersten ableitend, müssen die EU und ihre Mitgliedsländer die Sicherung ihrer alternativen und möglichst nachhaltigen Gasversorgung viel intensiver und koordinierter vorantreiben, zumindest die vom russischen Gas besonders abhängigen Länder wie Deutschland oder Italien. Die neu geschaffene »EU-Energie-Plattform«, mit der die EU-Mitgliedsländer Gas und perspektivisch Wasserstoff aus anderen Staaten als Russland beschaffen, die Nachfrage bündeln und so den Preis dafür senken wollen, ist sicherlich ein Instrument, um die Verhandlungsmacht zu erhöhen. Dafür müssten sie aber schon jetzt Fragen wie der Menge, Infrastruktur oder Vertragslaufzeit klären.

Deutschlands schwierige bilaterale Verhandlungen mit Ländern wie Katar oder Israel zeigen, dass in der neuen europäischen Energiewelt nationale Alleingänge nicht zielführend sind. Eine europäische oder zumindest multilaterale Gasversorgung würde hingegen die langfristige Basis für einen nachhaltigen Ausstieg aus russischen Energielieferungen legen. Das würde Russland substantieller treffen als jede weitere hastig beschlossene, nur bedingt wirksame Sanktionsmaßnahme.

Kategorien: Ticker

The EU and the Glasgow Dialogue: advancing a balanced approach to loss and damage

DIE - 13. Juni 2022 - 14:15

The EU postulates global climate action leadership in the European Green Deal. This Policy Brief takes the findings of the latest IPCC report as a starting point to discuss the implications for the EU's role in the global governance of climate change with a particular focus on Loss and Damage policy and financing. It argues that the pertinent Glasgow Dialogue series provides the EU with an opportunity to demonstrate leadership by supporting the design of enhanced integrated approaches to climate risk governance and finance that better address Loss and Damage, and by putting adaptation and Loss and Damage on top of the COP27 agenda in Sharm El-Sheik, Egypt, in November 2022.

Kategorien: Ticker

The EU and the Glasgow Dialogue: advancing a balanced approach to loss and damage

DIE - 13. Juni 2022 - 14:15

The EU postulates global climate action leadership in the European Green Deal. This Policy Brief takes the findings of the latest IPCC report as a starting point to discuss the implications for the EU's role in the global governance of climate change with a particular focus on Loss and Damage policy and financing. It argues that the pertinent Glasgow Dialogue series provides the EU with an opportunity to demonstrate leadership by supporting the design of enhanced integrated approaches to climate risk governance and finance that better address Loss and Damage, and by putting adaptation and Loss and Damage on top of the COP27 agenda in Sharm El-Sheik, Egypt, in November 2022.

Kategorien: Ticker

Youth7 – die Stimme der Jugend im G7-Prozess

ONE - 13. Juni 2022 - 13:05

Unser Jugendbotschafter Josias hat dieses Jahr als Youth7 (Y7)-Delegierter die Stimme der Jugend im G7-Prozess repräsentiert. Hier berichtet er von seinen Erfahrungen.  

Der G7-Gipfel ist ein (in der Regel) jährliches Treffen der sieben Staats- und Regierungschef*innen Frankreichs, Italiens, Japans, Kanadas, des Vereinigten Königreichs, der USA, Deutschlands und der EU als zusätzliches Beobachtermitglied. Das nächste Treffen findet im Rahmen der rotierenden Präsidentschaft vom 26. bis 28. Juni 2022 in Elmau statt.

Um mehr Meinungen im G7-Prozess berücksichtigen zu können, beziehen die G7-Länder auch ihre Zivilgesellschaft mit ein. Neben Business7, Civil7, Labour7, Science7, Think7 und Women7 gibt es auch eine so genannte “Engagement Group” Youth7 (Y7), welche die Stimme der Jugend vertritt. Der gesamte Beteiligungsprozess liegt in den Händen von uns jungen Menschen. In diesem Jahr durfte ich Teil der EU-Delegation sein.

Den G7-Prozess inklusiver gestalten

Pro Land konnten vier junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren teilnehmen. Jedes Land sollte durch eine Person in einem der vier Themenbereiche vertreten sein: Klimaschutz, wirtschaftlicher Wandel, Resilienz von Demokratien und Gesundheit. Aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine gab es ein zusätzliches Thema “Jugend, Frieden und Sicherheit”. Aufgrund meines Studiums sowie meiner Berufserfahrung und natürlich auch wegen meiner Tätigkeit als ONE-Jugendbotschafter durfte ich für die europäische Jugend den Themenbereich „wirtschaftliche Transformation für gemeinsamen Fortschritt“ vertreten.

Vier Monate Vorbereitungszeit

Beginnend mit einer Auftaktveranstaltung Ende Februar fanden wöchentliche Treffen innerhalb der einzelnen Arbeitsgruppen statt, um Themen zu diskutieren und gemeinsame Positionen zu erörtern. Angefangen mit einem Brainstorming, bei dem jede*r ihre*seine wichtigsten Themen nennen durfte, konnten langsam die wichtigsten Punkte festgelegt werden. Hierbei habe ich mich vor allem für die Bekämpfung globaler Ungleichheiten, Stärkung der ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmens- & Staatsführung), Förderung von nachhaltiger Finanzwirtschaft und fairen Wettbewerb eingesetzt. Bis zum Zwischenplenum wurde ein erster Entwurf zusammengefasst.

Die Y7-Delegation der EU

Der nächste Schritt war die Erarbeitung der Abschlusserklärung. Diese wurde im Vorfeld des Gipfels vorbereitet und schließlich in Berlin persönlich fortgesetzt. Begleitet wurde dies von interessanten Beiträgen von Expert*innen zu einzelnen Themen, wie dem Klimaclub, sozialen Sicherungssystemen und wirtschaftlicher Transformation. Besonders spannend für mich waren in dieser Phase die Diskussionen um einzelne Begrifflichkeiten, damit nationale Befindlichkeiten und Probleme Berücksichtigung finden. Dadurch durfte ich viele neue und andere Sichtweisen kennenlernen. Auch überrascht hat mich, dass teilweise Delegationen in den jeweiligen Heimatländern sehr genau beobachtet wurden, weshalb man gewissen Verhandlungsdruck verspürt hat.

Gemeinsamer Gipfel in Berlin

Der Gipfel selbst fand vom 16. bis 20. Mai in Berlin statt. Da die gesamte Organisation etwas kurzfristig war, war es umso eindrucksvoller, als ich das erste Mal am Ort des Geschehens angekommen bin und den hohen Aufwand begutachten durfte. Auf die Eröffnungsreden, u.a. von Frau Bettina Bundszus, Leiterin der Abteilung Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, folgten Podiumsdiskussionen zu Jugend, Frieden und Sicherheit, feministische Außenpolitik sowie zu der Macht von Bildung. Danach wurde die Arbeit am Abschlusskommuniqué in Etappen fortgesetzt, die teilweise bis spät in die Nacht andauerten und erst mit der Abstimmung am letzten Abend endeten.

Y7 Summit im e-werk in Berlin

Auf dem Programm standen auch ein Besuch von Familienministerin Lisa Paus, ein Besuch im Bundestag und ein Austausch mit Abgeordnet*innen sowie ein Austausch mit Mitarbeitenden des Auswärtigen Amtes. Höhepunkt und Schlusspunkt des Y7-Gipfels war die offizielle Übergabe des Kommuniqués an Bundeskanzler Olaf Scholz am Freitagmorgen. Auf einer großen Tafel abgedruckt, wurde die Erklärung von den Vorsitzenden pressewirksam übergeben. Außerdem hatten wir nach einer Rede von ihm die Möglichkeit, dem Bundeskanzler vorab vereinbarte Fragen zu bestimmten Forderungen zu stellen. Die große Variation der Gesprächspartner*innen aus den Regierungskreisen fand ich sehr gelungen.

Ein starkes Kommuniqué mit klaren Forderungen als Vorlage für die G7

Es war nicht einfach, die verschiedenen Ansichten und Bedürfnisse in einem Kommuniqué zusammenzufassen. Dennoch wurden klare Forderungen formuliert und veröffentlicht. Was ich als sehr schwierig erachtet habe, war die begrenzte Wortzahl, die es unmöglich machte, Hintergrundinformationen, Erklärungen oder Umsetzungsstrategien einzubeziehen, was einige Passagen somit für viele schwer verständlich macht. Schließlich sind die Forderungen nicht frei erfunden, sondern beruhen oft auf gut recherchierten Fakten, Studien und Berechnungen.

Arbeitsgruppe zu “wirtschaftliche Transformation für gemeinsamen Fortschritt”

Mit dem Ende des Y7-Gipfels hat nun die Lobbyarbeit bei den Entscheidungsträger*innen in den jeweiligen Ländern begonnen. Für die Delegation der Europäischen Union mit mir steht beispielsweise neben Treffen mit Europaabgeordnet*innen auch ein Treffen mit dem G7-Sherpa Frédéric Bernard im Rahmen von Lobbytagen in Brüssel an. Generell habe ich den Eindruck, dass seitens der Politiker*innen ein großes Interesse besteht, zumindest unsere Meinungen anzuhören und sich zu treffen.

Darüber hinaus sollen natürlich möglichst viele Menschen die Forderungen hören und vor allem die Jugend darüber informiert werden. Zu diesem Zweck werden Artikel geschrieben, Podcasts aufgenommen, Interviews geführt und Videos gedreht. Es lohnt sich also, auf den sozialen Medien vorbeizuschauen und unserer Arbeit zu folgen.

Beim Besuch des Bundeskanzlers

Ob und wie unsere Forderungen jedoch Gehör finden und inwieweit sie auch in der Abschlusserklärung berücksichtigt werden, wird Ende des Monats in Elmau entschieden. Bis dahin werden wir Jugenddelegationen weiter unserer Arbeit nachgehen und darauf aufmerksam machen. Ich bleibe gespannt.

Du möchtest, dass auch deine Stimme von Olaf Scholz gehört wird? Dann schreibe ihm noch heute eine digitale Postkarte, die unsere Jugendbotschafter*innen vor dem G7-Gipfel ans Kanzleramt überbringen werden. 

The post Youth7 – die Stimme der Jugend im G7-Prozess appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

Mexiko will eine “feministische” Außenpolitik betreiben

E+Z - 13. Juni 2022 - 12:42
Was Frauenrechte angeht, ist in Mexiko die Regierungsrhetorik besser als das Leben im Alltag

Im internationalen Vergleich sticht Mexiko durch seine vielen Femizide hervor (siehe Beitrag von mir und Sheila Mysorekar auf www.dandc.eu). 948 Frauen wurden 2020 ermordet – 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Seit Jahren steigt die Zahl der Anzeigen wegen häuslicher Gewalt. Letzteres mag zwar auch darauf hinweisen, dass immer mehr Frauen das Selbstbewusstsein haben, ihr Leid nicht mehr schweigend zu akzeptieren, sondern vor Gericht zu ziehen. Gewalt­opfer klagen aber auch, der Staat schütze sie nicht ausreichend. Feministinnen ärgern sich jedenfalls darüber, dass Präsident Andrés Manuel López Obrador sich über Frauenrechtsdemonstrationen zum 8. März abfällig geäußert hat.

Derweil beansprucht seine Regierung, eine „feministische Außenpolitik“ zu betreiben, die Geschlechtergerechtigkeit und Menschenrechte fördere. Sie ist stolz auf eine Reform zur Geschlechterparität und die Tatsache, dass mehr Frauen politische Führungspositionen innehaben. Im Bundeskabinett besetzen Frauen acht von 19 Plätzen. Acht von 31 Bundesstaaten werden von Gouverneurinnen regiert. Laut nationalem Statistikinstitut INEGI hat jede vierte Kommune eine Bürgermeisterin. Geschlechterparität ist das nicht, Frauen sind aber auch keine Ausnahmen mehr.

2020 sagte Außenminister Marcelo Ebrard, die Regierung sei feministisch, also gelte das auch für die Außenpolitik. Frauenrechtsaktivistinnen finden das grundsätzlich gut, fragen sich aber, was das konkret bedeutet. Relevante Stichworte gibt dazu die Website der Bundesregierung:

  • Außenpolitik mit Geschlechterper­spektive,
  • ein paritätisch besetztes Ministerium,
  • ein Außenministerium frei von Gewalt,
  • sichtbare Gleichheit und
  • intersektionale Politik.

Gut ist, dass Mexiko als erstes lateinamerikanisches Land in der Außenpolitik Geschlechterperspektiven formuliert. Fraglich bleibt jedoch, ob ein Staat im Ausland fördern kann, was daheim noch aussteht. Gleichstellung ist nicht erreicht, und um die Achtung der Menschenrechte von Frauen – besonders das Recht auf ein Leben ohne Gewalt – steht es schlecht.

Bei anderen Punkten geht es dem Ministerium offensichtlich um sich selbst – und auch da gibt es noch viel zu tun. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen (Botschafterinnen und Konsularinnen) ist mit knapp 30 Prozent praktisch unverändert, seit die feministische Außenpolitik proklamiert wurde. Die Aufstiegschancen von Frauen haben sich also wohl nicht verbessert.

Anfang des Jahres musste das Außenministerium die Ernennung des mexikanischen Botschafters in Panama zurückziehen. Es hatte Belästigungsvorwürfe gegen ihn gegeben und eine wirksame Kampagne in sozialen Medien nutzte das Motto „Ein Belästiger wird nicht Botschafter“. Pikant war allerdings, dass Panama den Mann ablehnte, die Entscheidung also nicht von Mexikos feministischer Politik inspiriert war.

Andererseits bemüht sich das Ministerium darum, Leistungen von Frauen im Auswärtigen Dienst bekannt zu machen. Es veröffentlicht entsprechend Biografien und Profile. Es finden auch Schulungen statt, um Personal auf geschlechtsspezifische Themen aufmerksam zu machen. Unter anderem soll es effizienter auf Fälle von Gewalt und Belästigung reagieren können – und zwar nicht nur in den eigenen Reihen, sondern auch, wenn sich Menschen an eine mexikanische Auslandsvertretung wenden. Interessant war der Fall einer Mitarbeiterin, die in Katar Missbrauchsopfer wurde. Ihr Minister wurde darauf erst aufmerksam, als ein Medienwirbel entstand, unterstützte sie dann aber juristisch.

„Intersektionalität“ bedeutet, dass Geschlechterthemen im Zusammenhang mit anderen Diskriminierungsformen wie etwa Rassismus behandelt werden. Relevante Fragen sind also, wie Mexiko mit Migrantinnen mit unterschiedlichen ethnischen Hintergründen umgeht, und ob sie beispielsweise auf der Durchreise durch Mexiko von Kindern getrennt werden. Nicht nur was Migration angeht, gibt es im mexikanischen Alltag klare Defizite.

Virginia Mercado ist Wissenschaftlerin an der Universidad Autónoma del Estado de México (UNAM) und Lehrkraft für Friedens- und Entwicklungsstudien.
virmercado@yahoo.com.mx

Kategorien: Ticker

16.06.2022 | Saubere Energie weltweit – Wunschdenken oder Wirklichkeit?

GIZ Event - 13. Juni 2022 - 12:22
Veranstaltungsdatum: Donnerstag, 16. Juni 2022
GIZ diskutiert im rbb24 Inforadio
Kategorien: Ticker

PM: Die Welternährung ist nicht verhandelbar – Die 12. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation tagt in Genf

Forum Umwelt & Entwicklung - 13. Juni 2022 - 11:03

Pressemitteilung

Genf, 13.06.2022

Die 12. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation tagt seit Sonntag dem 12.06 in Genf. Auf der Agenda stehen unter anderem die Ausnahmeregelung für den Patentschutz für Impfstoffe für die Covid-19 Bekämpfung, ein Abkommen zu Fischerei-Subventionen, die Verlängerung von Steuerfreiheit für Streamingplattformen und neue Regelungen im Agrar- und Dienstleistungssektor. Außerdem drängen die Industrieländer auf eine vermeintliche Reform der WTO, die ihre Interessen vertiefen soll.

Neu auf die Tagesordnung findet sich die durch die russische Aggression mit heraufbeschworene weltweite Ernährungskrise. In einer eigenen Erklärung wollen sich die WTO-Mitglieder zu Lösungsvorschlägen verpflichten. Wie schon die G7 Agrarminister wird gebetsmühlenhaft nur ein Vorschlag mit langer Tradition entstaubt: Der Freihandel wird das Problem lösen, Exportrestriktionen für Nahrungsmitteln vertiefen den globalen Hunger. Und wenn der „freie Handel“ es nicht schafft akute Hungersituationen zu bekämpfen, dann soll die Ernährungshilfe des Welternährungsprogramms schnell Abhilfe bringen. In einer weiteren Erklärung werden die WTO-Mitgliedssaaten aufgefordert das World Food Programme (WFP) zu unterstützen und keine Lieferrestriktionen für den Aufkauf gegen das WFP zu erlassen.

Doch die meisten Exportbeschränkungen, wie sie Indien nun erlassen hat, werden zum Schutz eines Ausverkaufs ihrer Agrarprodukte erlassen, die bei diesen hohen Preisen von den Händlern lieber exportiert werden als sie der bedürftigen Bevölkerung anzubieten.

„Es ist richtig zu fordern, dass die Ukraine ihre Weizenernte auf den Weltmarkt bringen darf und Russland Hunger nicht als Waffe einsetzt, auch nicht mit Erpressungen über ihre eigenen hohen Weizenexporte“, sagt Ernährungsexperte Francisco Marí. „Es darf nicht mit dem Hunger der Welt gespielt werden, jegliche Nothilfe muss zugelassen werden.“

Aber wie auch die G7, schweigt das WTO-Abschlussdokument darüber, wann die WTO Entwicklungsländern endlich besondere Schutzmaßnahmen erlauben will, um ihre Agrarmärkte vor Billigimporten aus Industrieländern zu schützen. „In dieser Krise merkt man wieder einmal, wie wichtig es wäre die Importabhängigkeit von Nahrungsimporten zu reduzieren. Das wird nur durch eine massive Förderung lokaler und regionaler Nahrungsproduktion geschehen.“ So Marí weiter.  Kurz vor den globalen Weizenernten verpasst es die EU sich und andere Weizenproduzenten, wie die USA und Kanada in der WTO-Abschlusserklärung selbst zu verpflichten, im Falle, dass Russland auch eine Mengenkrise provoziert, eigene Weizenreserven auf den Markt zu bringen. Würden von den neuen Getreideernten weniger für Fleisch und Agrotreibstoffe verwendet werden, könnte Weizen eingelagert werden. Diesen könnte man dann bedürftigen Staaten zur Verfügung stellen. Auch das würde Putin und den Weizenspekulanten die Hoffnung auf eine weitere Vertiefung der Krise vermiesen und eine Dämpfung der Nahrungsmittelpreise wäre überall willkommen.

****

Die AG Handel des Forum Umwelt und Entwicklung ist vor Ort und verfolgt die Verhandlungen.

Für weiterführende Informationen und Gespräche nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf:

Francisco Marí, Brot für die Welt, francisco.mari@brot-fuer-die-welt.de, +49 179 4621 783

Jürgen Knirsch, Greenpeace Deutschland, juergen.knirsch@greenpeace.org , +49 171 8780816

Nelly Grotefendt, Forum Umwelt und Entwicklung, grotefendt@forumue.de, +49 176 80035462 (nur via Signal)

 

 

Für weitere Informationen und tagesaktuelles Bildmaterial besuchen Sie uns auch auf SocialMedia:

@NellyForum

@fmari_1

@JKnirsch

Oder unseren WTO-Blog und Videoblog:

https://www.forumue.de/themen/handel/wto-blog/

https://youtube.com/playlist?list=PL5bEtHu6v0ojADAB9XiPDkydb0j8A1Hwl

 

 

 

Kategorien: Ticker

Die Nachfrage der Welt nach Wohlergehen mit weniger Ressourcen befriedigen

DIE - 13. Juni 2022 - 9:12

Bonn, 13. Juni 2022. Anfang dieses Monats trafen sich die Staats- und Regierungschefs der Welt in Stockholm, um den 50. Jahrestag der Konferenz der Vereinten Nationen über die menschliche Umwelt zu begehen. Die Konferenz betonte die Umweltdimension nachhaltiger Entwicklung und beschloss, die Welt auf den Weg zu einem gesunden Planeten und Wohlstand für alle zu bringen - trotz zahlreicher globaler Krisen und einer beispiellosen ökologischen Verschlechterung. Inger Andersen, Generalsekretärin der Stockholm+50-Konferenz und Exekutivdirektorin des UN-Umweltprogramms, forderte „einen neuen Kompass für das Wohlergehen“, um das Verständnis der Menschheit von Fortschritt und Wohlstand zu überdenken.

Dieses Postulat ist weniger utopisch, als es auf den ersten Blick scheint. Der jüngste Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) hat überzeugende Beweise dafür vorgelegt, dass Wohlstand und Wohlergehen auch mit einem erheblich reduzierten Ressourcenverbrauch möglich sind. Nachfrageseitige Maßnahmen verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit – auch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Der IPCC ermittelt ein Treibhausgasminderungspotenzial von 40-70% für Maßnahmen auf der Endverbraucherseite (z. B. energieeffiziente Geräte, Gebäude) sowie zahlreiche Vorteile für verschiedene Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDGs). Beispiele hierfür sind eine längere Lebenserwartung und eine bessere Gesundheit aufgrund geringerer Luftverschmutzung, aktivere Mobilitätsentscheidungen und der Zugang zu sauberer Energie. Um diese Vorteile zu nutzen und sie mit dem Ziel des Wohlergehens für alle in Einklang zu bringen, ist eine systematischere Verknüpfung von Strategien und Programmen für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion (SCP) erforderlich.

Es ist eine politische Herausforderung, zu einem angemessenen Verständnis von Wohlbefinden zu gelangen, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Bislang bietet die Messung der mehrdimensionalen Armut die fortschrittlichste Orientierung. Ihre Anwendung auf die SCP bedeutet, dass wir feststellen müssen, welche Produkte und Dienstleistungen wir wirklich brauchen, um ein gesundes, menschenwürdiges Leben zu führen, ohne uns um die Grundbedürfnisse zu kümmern. Länder auf allen Entwicklungsebenen müssen dies mit Blick auf die Gerechtigkeit sowohl innerhalb der Gesellschaft als auch zwischen den Ländern herausfinden.

Nachhaltiger Konsum wird in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bereits praktiziert, z.B. beim Energiesparen, bei der gemeinsamen Mobilität, bei dezentralen digitalen Märkten, bei Reparatur- und Recyclingdiensten oder bei innovativen Start-ups zur Wiederverwendung von Plastik. Diese Praktiken werden jedoch häufig in informellen und marginalisierten Umgebungen mit Armut, prekären Arbeitsbedingungen und Umweltgefahren umgesetzt. Die Herausforderung besteht darin, solche Praktiken auszuweiten und sie mit den wirtschaftlichen Bestrebungen und Präferenzen der Verbrauche*innen einer wachsenden, urbanisierten Mittelschicht in Einklang zu bringen. Dann kann ein positiver Kreislauf in Gang gesetzt werden, in dem sich SCP und Entwicklung gegenseitig verstärken, indem sie durch tragfähige Unternehmensinnovationen, menschenwürdige Arbeit und verbesserte Gesundheit wirtschaftliche Vorteile schaffen.

Förderliche Faktoren sind wohlbekannt!

Vier Faktoren, die einen solchen positiven Kreislauf begünstigen, sind bereits gut bekannt:

Erstens der strategische Aufbau von Infrastrukturen und lebenszyklusorientierten Produktdesigns, die nachhaltige Entscheidungen ermöglichen, z. B. bei Verkehrssystemen, Gebäuden und Nutzungen. Zweitens: Integrierte Ansätze, die auf lokale und regionale Märkte abzielen, um lokale Konsummuster (z. B. von Modelabels und Lebensmittelprogrammen) mit Produktionsprozessen und Wertschöpfungsketten zu verbinden. Drittens: Aufwertung bestehender nachhaltiger Praktiken und entsprechende Innovationen in der informellen Wirtschaft, z. B. Reparatur- und Wiederverwendungsinitiativen. Viertens: Förderung von Normen des Wohlbefindens gegenüber Normen der Konsummaximierung und der Bequemlichkeit. In vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind solche Normen noch in der Entwicklung begriffen, und die Vorteile nachhaltiger Entscheidungen lassen sich angesichts der sichtbareren externen Umweltauswirkungen leicht nachweisen.

Politische Rahmenbedingungen müssen Wohlstandsnormen mit Konsum und Produktion in Einklang bringen

Einzelne Verbraucher*innen oder Unternehmen werden nicht in der Lage sein, diese Veränderungen systematisch allein zu erreichen. Es bedarf entsprechender politischer Maßnahmen, um die Rahmenbedingungen für Konsum und Produktion zu ändern und damit die Strukturen jenseits der individuellen Verantwortung für den Konsum von Waren und Dienstleistungen anzupassen.

Die Ergebnisse des Stockholmer+50-Gipfels bieten nun einen universellen Bezugspunkt. So wie der historische Vorgängergipfel von 1972 die Grundlage für das internationale Umweltrecht bildete, kann der Gipfel den Ton für eine normative Neuausrichtung auf das menschliche Wohlergehen und die Gesundheit des Planeten angeben. Dieser Rahmen muss auf allen Ebenen der Gesellschaft mit Leben gefüllt werden. Es sind differenzierte politische Ansätze erforderlich, um das Wohlergehen der verschiedenen Gesellschaftsschichten zu fördern.

Während arme ländliche Haushalte ihren Konsum möglicherweise noch steigern müssen, um beispielsweise die Unterernährung zu überwinden, braucht die wachsende städtische Mittelschicht Anleitung und Anreize, um sich auf nachhaltigen Konsum und kohlenstoffarme Alternativen umzustellen. Kontextspezifische Forschung zu den Rahmenbedingungen für SCP und praktische internationale Zusammenarbeit können gemeinsam sowohl die Kalibrierung als auch die Anwendung eines globalen Kompasses für das Wohlergehen unterstützen. Dies wird die Macht und das Potenzial von nachfrageorientierten Lösungen erschließen.

Kategorien: Ticker

Die Nachfrage der Welt nach Wohlergehen mit weniger Ressourcen befriedigen

DIE - 13. Juni 2022 - 9:12

Bonn, 13. Juni 2022. Anfang dieses Monats trafen sich die Staats- und Regierungschefs der Welt in Stockholm, um den 50. Jahrestag der Konferenz der Vereinten Nationen über die menschliche Umwelt zu begehen. Die Konferenz betonte die Umweltdimension nachhaltiger Entwicklung und beschloss, die Welt auf den Weg zu einem gesunden Planeten und Wohlstand für alle zu bringen - trotz zahlreicher globaler Krisen und einer beispiellosen ökologischen Verschlechterung. Inger Andersen, Generalsekretärin der Stockholm+50-Konferenz und Exekutivdirektorin des UN-Umweltprogramms, forderte „einen neuen Kompass für das Wohlergehen“, um das Verständnis der Menschheit von Fortschritt und Wohlstand zu überdenken.

Dieses Postulat ist weniger utopisch, als es auf den ersten Blick scheint. Der jüngste Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) hat überzeugende Beweise dafür vorgelegt, dass Wohlstand und Wohlergehen auch mit einem erheblich reduzierten Ressourcenverbrauch möglich sind. Nachfrageseitige Maßnahmen verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit – auch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Der IPCC ermittelt ein Treibhausgasminderungspotenzial von 40-70% für Maßnahmen auf der Endverbraucherseite (z. B. energieeffiziente Geräte, Gebäude) sowie zahlreiche Vorteile für verschiedene Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDGs). Beispiele hierfür sind eine längere Lebenserwartung und eine bessere Gesundheit aufgrund geringerer Luftverschmutzung, aktivere Mobilitätsentscheidungen und der Zugang zu sauberer Energie. Um diese Vorteile zu nutzen und sie mit dem Ziel des Wohlergehens für alle in Einklang zu bringen, ist eine systematischere Verknüpfung von Strategien und Programmen für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion (SCP) erforderlich.

Es ist eine politische Herausforderung, zu einem angemessenen Verständnis von Wohlbefinden zu gelangen, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Bislang bietet die Messung der mehrdimensionalen Armut die fortschrittlichste Orientierung. Ihre Anwendung auf die SCP bedeutet, dass wir feststellen müssen, welche Produkte und Dienstleistungen wir wirklich brauchen, um ein gesundes, menschenwürdiges Leben zu führen, ohne uns um die Grundbedürfnisse zu kümmern. Länder auf allen Entwicklungsebenen müssen dies mit Blick auf die Gerechtigkeit sowohl innerhalb der Gesellschaft als auch zwischen den Ländern herausfinden.

Nachhaltiger Konsum wird in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bereits praktiziert, z.B. beim Energiesparen, bei der gemeinsamen Mobilität, bei dezentralen digitalen Märkten, bei Reparatur- und Recyclingdiensten oder bei innovativen Start-ups zur Wiederverwendung von Plastik. Diese Praktiken werden jedoch häufig in informellen und marginalisierten Umgebungen mit Armut, prekären Arbeitsbedingungen und Umweltgefahren umgesetzt. Die Herausforderung besteht darin, solche Praktiken auszuweiten und sie mit den wirtschaftlichen Bestrebungen und Präferenzen der Verbrauche*innen einer wachsenden, urbanisierten Mittelschicht in Einklang zu bringen. Dann kann ein positiver Kreislauf in Gang gesetzt werden, in dem sich SCP und Entwicklung gegenseitig verstärken, indem sie durch tragfähige Unternehmensinnovationen, menschenwürdige Arbeit und verbesserte Gesundheit wirtschaftliche Vorteile schaffen.

Förderliche Faktoren sind wohlbekannt!

Vier Faktoren, die einen solchen positiven Kreislauf begünstigen, sind bereits gut bekannt:

Erstens der strategische Aufbau von Infrastrukturen und lebenszyklusorientierten Produktdesigns, die nachhaltige Entscheidungen ermöglichen, z. B. bei Verkehrssystemen, Gebäuden und Nutzungen. Zweitens: Integrierte Ansätze, die auf lokale und regionale Märkte abzielen, um lokale Konsummuster (z. B. von Modelabels und Lebensmittelprogrammen) mit Produktionsprozessen und Wertschöpfungsketten zu verbinden. Drittens: Aufwertung bestehender nachhaltiger Praktiken und entsprechende Innovationen in der informellen Wirtschaft, z. B. Reparatur- und Wiederverwendungsinitiativen. Viertens: Förderung von Normen des Wohlbefindens gegenüber Normen der Konsummaximierung und der Bequemlichkeit. In vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind solche Normen noch in der Entwicklung begriffen, und die Vorteile nachhaltiger Entscheidungen lassen sich angesichts der sichtbareren externen Umweltauswirkungen leicht nachweisen.

Politische Rahmenbedingungen müssen Wohlstandsnormen mit Konsum und Produktion in Einklang bringen

Einzelne Verbraucher*innen oder Unternehmen werden nicht in der Lage sein, diese Veränderungen systematisch allein zu erreichen. Es bedarf entsprechender politischer Maßnahmen, um die Rahmenbedingungen für Konsum und Produktion zu ändern und damit die Strukturen jenseits der individuellen Verantwortung für den Konsum von Waren und Dienstleistungen anzupassen.

Die Ergebnisse des Stockholmer+50-Gipfels bieten nun einen universellen Bezugspunkt. So wie der historische Vorgängergipfel von 1972 die Grundlage für das internationale Umweltrecht bildete, kann der Gipfel den Ton für eine normative Neuausrichtung auf das menschliche Wohlergehen und die Gesundheit des Planeten angeben. Dieser Rahmen muss auf allen Ebenen der Gesellschaft mit Leben gefüllt werden. Es sind differenzierte politische Ansätze erforderlich, um das Wohlergehen der verschiedenen Gesellschaftsschichten zu fördern.

Während arme ländliche Haushalte ihren Konsum möglicherweise noch steigern müssen, um beispielsweise die Unterernährung zu überwinden, braucht die wachsende städtische Mittelschicht Anleitung und Anreize, um sich auf nachhaltigen Konsum und kohlenstoffarme Alternativen umzustellen. Kontextspezifische Forschung zu den Rahmenbedingungen für SCP und praktische internationale Zusammenarbeit können gemeinsam sowohl die Kalibrierung als auch die Anwendung eines globalen Kompasses für das Wohlergehen unterstützen. Dies wird die Macht und das Potenzial von nachfrageorientierten Lösungen erschließen.

Kategorien: Ticker

Content Moderation in autoritären Staaten

SWP - 13. Juni 2022 - 2:00

Täglich gibt es Berichte darüber, wie private Betreiber sozialer Medien sich proble­matischen Vorgaben autoritärer Herrscher beugen. Ob in Thailand, Kasachstan oder Russ­land, immer wieder werden als Teil von Content Moderation (CM) gezielt Inhalte ent­fernt oder Konten gelöscht, weil Regierungen sich durch Äußerungen in den sozia­len Medien kritisiert fühlen. Diesen Einzelfällen liegt ein systemisches Pro­blem von glo­baler Reichweite zugrunde. Die großen Betreiber sozialer Medien aus den USA bieten ihre Dienste in einer Vielzahl autoritärer Staaten an und erreichen hier Hun­derte Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Dabei laufen sie Gefahr, zu Komplizen bei der Ver­let­zung von Menschenrechten werden. Um das Verhalten der Unternehmen hin­sicht­lich dieses Problems überprüfen zu können, sollte sich die deutsche Politik inter­natio­nal dafür einsetzen, dass öffentlich einsehbare Human Rights Impact Assess­ments (HRIAs) verpflichtend vorgegeben werden.

Kategorien: Ticker

Wie COVID-19 Millionen von Kindern die Schulmahlzeit raubt

Welthungerhilfe - 12. Juni 2022 - 23:03
Tägliche Schulessen sind das größte Sicherheitsnetz der Welt. Doch die Corona-Pandemie hat riesige Löcher gerissen. Eine globale Allianz hat sich vorgenommen, sie wieder zu flicken.
Kategorien: Ticker

Video-Tagebuch startet: Die 12. Ministerkonferenz der WTO ist eröffnet

Forum Umwelt & Entwicklung - 12. Juni 2022 - 16:51

Ein heißer Tag in Genf – das verrät nicht nur ein Blick auf die Temperaturanzeigen, sondern insbesondere der Blick auf die aktuellen Verhandlungsvorschläge der 12. Ministerkonferenz. Diese wurde heute in Genf eröffnet und hat sich nicht lange bitten lassen den Unmut der Zivilgesellschaft auf sich zu ziehen.

Mehr als 50 Nichtregierungsorganisationen (NRO) aus der ganzen Welt protestierten heute gegen die repressiven Maßnahmen der Welthandelsorganisation (WTO), die ihren Zugang zur WTO-Ministerkonferenz in Genf kurzfristig einschränkte. Neu ist dabei, dass Zivilgesellschaft nicht einmal mehr am Eröffnungstag in der Lobby anwesend sein darf. Auch Proteste vor dem Gebäude wurden untersagt und streng unterbunden. Die internationale Zivilgesellschaft ist empört. Sie betrachten die Entscheidung der WTO, NROs ins Visier zu nehmen und sie vom Eröffnungstag auszuschließen, als Teil einer weiteren Entdemokratisierung der Organisation und ihrer Distanzierung von zivilgesellschaftlichen Gruppen, während sie gleichzeitig große globale Konzerne willkommen heißt. Letztere werden in der WTO routinemäßig an Orten und zu Zeiten empfangen, zu denen Gruppen der Zivilgesellschaft kein Zutritt gewährt wird.

 

 

Ab heute läuft auch der Forum’s Youtube-Channel – hier könnt ihr euch über die aktuellen Themen auf dem Laufenden halten.

 

 

 

 

Kategorien: Ticker

Seiten

SID Hamburg Aggregator – Ticker abonnieren