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Grenzen der Gemeinnützigkeit: Zivilgesellschaft muss unbequem sein dürfen

VENRO - 20. November 2019 - 11:41

Durch das Attac-Urteil sind potentiell alle gemeinnützigen Vereine gefährdet, die sich politisch einmischen. Es kann aber keine Alternative sein, jede politische Äußerung zu unterlassen. Denn genau das wäre eine Beschädigung der Demokratie und eine Einschränkung des Handlungsspielraums.

Anfang des Jahres hat der Bundesfinanzhof (BFH) ein Urteil zum globalisierungskritischen Vereins Attac gefällt, das kurzzeitig viel Aufmerksamkeit auf das Thema Gemeinnützigkeit lenkte. Seitdem sorgen sich viele Vereine und Stiftungen um ihren Status. Mit der Bürgerbewegung Campact und dem Ludwigsburger Verein DemoZ haben inzwischen mindestens zwei weitere Vereine die Gemeinnützigkeit verloren. In beiden Fällen begründeten die Finanzämter ihre Entscheidungen mit dem Attac-Urteil.

Beim Status der Gemeinnützigkeit geht es um weit mehr als ein Steuerprivileg. Es betrifft den Zugang zu Fördermitteln, es geht um das Vertrauen von Spenderinnen und Spendern, um das Ansehen in der Öffentlichkeit. In Deutschland gibt es kein NGO-Gesetz. Das Recht der Gemeinnützigkeit ist das Statusrecht zivilgesellschaftlicher Organisationen. Ein Verein, der nicht gemeinnützig ist, muss das Fehlen dieses Status erklären und rechtfertigen.

Zu berücksichtigen ist auch: Viele Menschen gehen davon aus, dass gemeinnützige Vereine die eigenen Mitglieder fördern; dass Menschen in einen Verein eintreten und sich dort engagieren, um ihre eigenen Interessen zu fördern. Diese Auffassung steht dem Grundsatz der Gemeinnützigkeit diametral gegenüber: Selbstlos das Allgemeinwohl zu fördern.

Im Mittelpunkt steht das Wohl der Allgemeinheit

Dass es tatsächlich um das Wohl der Allgemeinheit und nicht um das Wohl der Mitglieder geht, ist bei Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit offensichtlich: Wer Mitglied oder Spenderin ist, hat davon selbst nichts außer vielleicht einem Hauch guten Gewissens und mal einen netten Info-Abend im Weltladen. Doch das Missverständnis erklärt einiges rund um die Debatte über die Gemeinnützigkeit von Attac Deutschland. Manche glauben, Attac und anderen Vereinen ginge es darum, eigene Interessen durchzusetzen. Dabei gibt es auch Attac-Mitglieder, die viele Steuern zahlen, aber das Steuersystem zu ihren Ungunsten ändern wollen – zum Wohle der Allgemeinheit.

Auch der BFH geht in seinem Urteil zur Gemeinnützigkeit von Attac offenbar davon aus, dass politische Tätigkeit nur bedeuten könne, für eigene Interessen tätig zu sein. Dieses Verständnis schlägt über Attac auf weitere Vereine durch, vor allem diejenigen, die keinen spezifischen gemeinnützigen Zweck wie Umweltschutz oder Gleichstellung von Mann und Frau zur Verfügung haben. So wurde im Oktober 2019 dem kleinen, ehrenamtlich betriebenem Kultur- und Bildungsverein „Demokratisches Zentrum Ludwigsburg“ (DemoZ) die Gemeinnützigkeit aberkannt, da der Verein mit seiner Bildungsarbeit eigene Auffassungen durchsetzen wolle. Völlig unberücksichtigt bleibt im Attac-Urteil und im DemoZ-Aberkennungs-Bescheid, ob dies Auffassungen des Vereins sind oder ob Teilnehmer von Bildungsveranstaltungen selbstbestimmt zu eigenen Auffassungen gekommen sind und daran weiterarbeiten wollen.

Doch die Finanzverwaltung geht noch weiter: Auch da, wo ein spezifischer gemeinnütziger Zweck der Abgabenordnung verfolgt wird, dürften politische Mittel zur Zweckverfolgung nicht überwiegen. Damit wird die Freiheit gemeinnütziger Organisationen beschränkt, ihre Mittel zu wählen. Die Sichtweise soll nun sogar ins Gesetz geschrieben werden. Das wäre also eine spezialgesetzliche Regelung für NGO.

Jegliche politische Äußerung zu unterlassen, wäre eine Beschädigung der Demokratie

Stattdessen bräuchte es die gesetzliche Klarstellung, dass gemeinnützige Organisationen ihre Mittel zur Zweckverfolgung frei wählen dürfen, so lange sie damit nicht Parteien fördern, nicht selbst zu Wahlen antreten und nicht gegen allgemeine Gesetze verstoßen. Es fehlen im Gesetz spezifische Zwecke wie die Förderung der Menschenrechte, der sozialen Gerechtigkeit und des Friedens.

Weil Zwecke fehlen, trifft das Attac-Urteil in erster Linie Organisationen, die sich deshalb Meta-Zwecken bedienen wie der (politischen) Bildung, der Förderung des demokratischen Staatswesens oder der Förderung von Wissenschaft und Forschung. Doch es sind potentiell auch alle gemeinnützigen Vereine gefährdet, die politische Forderungen erheben oder sich in anderer Weise politisch einmischen, etwa durch Aufrufe zu Demonstrationen. Gemeinnützige Vereine können sich auf sicheren Boden begeben, in dem sie jede politische Äußerung unterlassen. Doch genau das wäre eine Beschädigung der Demokratie und eine Einschränkung des Handlungsspielraums. Mehr zu möglichen Folgen des Urteils für einzelne Vereine lesen Sie hier.

Ende Oktober haben zwölf Dachverbände und Netzwerke gemeinnütziger Organisationen in der „Charta für Zivilgesellschaft und Demokratie“ erklärt, dass es selbstverständlich zu ihrer Arbeit gehört, die Gesellschaft mitzugestalten und auch politische Positionen zu beziehen. Dieses Selbstverständnis sollten gemeinnützige Vereine in die Berichterstattung tragen – denn Zivilgesellschaft ist vielfältig und braucht dafür Freiraum.

Stefan Diefenbach-Trommer beschäftigt sich seit 2015 im Auftrag von mehr als 130 Vereinen und Stiftungen mit dem Gemeinnützigkeitsrecht. Er arbeitet als Vorstand der Allianz „Rechtssicherheit für politische Willensbildung„.

Tag der Industrialisierung Afrikas: UN-Chef fordert "grüne und saubere" Entwicklung

Vereinte Nationen - 20. November 2019 - 10:31

 20. November 2019 - Während sich die afrikanischen Länder auf die Umsetzung eines historischen Freihandelsabkommens vorbereiten, fordert der Generalsekretär der Vereinten Nationen die Staats- und Regierungschefs nachdrücklich auf, ein Wirtschaftswachstum zum Nutzen der Menschen und des Planeten anzustreben.

Der UN-Chef Guterres sagte, die industrielle Entwicklung sei "von entscheidender Bedeutung" für ein nachhaltiges und integratives Wirtschaftswachstum in afrikanischen Ländern.

Das im vergangenen Jahr eingeführte Freihandelsabkommen der afrikanischen Union wird voraussichtlich einen Markt von mindestens 3 Billionen US-Dollar und eine Verbraucherbasis von mehr als einer Milliarde US-Dollar eröffnen.

Gleichzeitig soll sich das verarbeitende Gewerbe bis 2025 verdoppeln und dabei Millionen von Arbeitsplätzen schaffen.

"Ich fordere die afrikanischen Länder auf, einen ganzheitlichen Ansatz in der Industriepolitik zu verfolgen und durch stärkere Partnerschaften mit mehreren Interessengruppen umweltfreundliche und saubere Industrialisierungsstrategien zu verfolgen, die gerechte wirtschaftliche Chancen fördern und die Dringlichkeit der Bewältigung der Klimakrise berücksichtigen", sagte Guterres.

Der Generalsekretär unterstrich das internationale Engagement für die nachhaltige Entwicklung Afrikas.

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Kinderrechte für jedes Kind verwirklichen

Unicef - 20. November 2019 - 0:01
Globaler Aktionstag am 20.11.: Am 30. Jahrestag der Kinderrechte verschafft UNICEF mit Aktionen weltweit den Anliegen junger Menschen Gehör. Sie ergreifen in Politik, Medien oder Schulen das Wort. Mit dem „Kids Takeover“ in Schloss Bellevue würdigt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Engagement von Kindern und Jugendlichen. 
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"konferenz n" zu Digitalisierung & Nachhaltigkeit an Hochschulen 28.11.-1.12.2019 in Eberswalde

#HOCHN - 20. November 2019 - 0:00
Das netzwek n lädt ein zur Konferenz "Bildung, Bits & Bäume - Hochschulen digital & nachhaltig?!" vom 28.11. - 1.12.2019 an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.
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Die Evangelikalen und die Politik in Brasilien

SWP - 20. November 2019 - 0:00

∎ Seit den 1970er Jahren vollzieht sich in Lateinamerika ein religiöser Wandel: Der Anteil der Bevölkerung katholischen Glaubens geht stark zurück, der evangelikalen Glaubens nimmt rasant zu. Beide Entwick­lungen sind miteinander kausal verknüpft.

∎ Im Zuge dieser demographischen Transformation büßt die katholische Kirche ihre besondere Stellung in der Gesellschaft und ihren privilegierten Zugang zur Politik ein. An ihre Stelle tritt eine Großzahl vielfältiger und autonomer evangelikaler, vor allem pfingstkirchlicher und neo-pfingst­kirchlicher Kirchen.

∎ Dass die evangelikalen Kirchen ein so großes soziales Gewicht bekommen, hängt unter anderem mit ihrer Bedeutung als »Problemlöserinnen« in prekären Gesellschaftssektoren zusammen. Dieses Engagement dehnen die Glaubensgemeinschaften in wachsendem Maße auf den Bereich der Politik aus.

∎ In Brasilien kommt die Steigerung sozialer Relevanz und politischer Macht der evangelikalen Kirchen in besonders markanter Weise zum Vorschein: Seit dem 1. Januar 2019 führt mit Jair Messias Bolsonaro ein ehemaliger Militär die Regierungsgeschäfte, der sich von einem evangelikalen Pastor im Jordan taufen ließ.

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OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten: Dritte Ausgabe

Weblinks - 19. November 2019 - 20:05

Comments:

  • Der jetzt auf Deutsch erschienene „OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten“ enthält offiziell unterstützte Empfehlungen, mit denen Firmen Schritt für Schritt zu einem verantwortungsvollen globalen Lieferkettenmanagement angeleitet werden. Diese helfen dabei, Menschenrechte zu achten und durch Entscheidungen und Praktiken beim Einkauf von Mineralien oder Metallen keinen Beitrag zu Konflikten zu leisten. - Karsten Weitzenegger

Tags: oecd, lieferketten, wertschöpfungsketten, rohstoffe, unternehmen, CSR

by: Karsten Weitzenegger

Gefahr und Elend für Reinigungskräfte, die menschlichen Abfall von Hand entfernen

Vereinte Nationen - 19. November 2019 - 15:50

19. November 2019 - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wies auf die Gefahren für Millionen von Menschen hin, die Toiletten, Abwasserkanäle und Klärgruben reinigen. Sie leisten zwar einen wesentlichen öffentlichen Dienst, jedoch ist ihre eigene Gesundheit gefährdet und sie werden häufig ausgegrenzt.

„Die Arbeiter kommen in direkten Kontakt mit menschlichem Abfall und arbeiten ohne Schutz, um ihn von Hand zu entfernen. Dies setzt sie vielen Gesundheitsgefahren und Krankheiten aus“, sagte die WHO.

"Viele der Herausforderungen, denen sich Sanitärarbeiter gegenübersehen, resultieren aus ihrer mangelnden Sichtbarkeit in der Gesellschaft", sagte die WHO und stellte fest, dass nur wenige Entwicklungsländer Richtlinien zum Schutz der Arbeiter haben. "Wo Gesetze existieren, fehlen meist die finanziellen oder technischen Mittel, um sie umzusetzen."

Aufgrund unzureichender Investitionen und Infrastruktur sterben jedes Jahr Millionen von Menschen an Krankheiten, die mit unzureichender Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Hygiene einhergehen.

Das Ziel 6 für Nachhaltige Entwicklung fordert sauberes Wasser und gute Hygiene für alle und besteht darauf, dass sichere sanitäre Einrichtungen mit einem sicheren und würdigen Arbeitsumfeld einhergehen.

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19. November 2019

ONE - 19. November 2019 - 15:26

1. Afrika zu Gast in Berlin
Viele Medien thematisieren die heute stattfindende ‚Compact with Africa‘-Konferenz sowie den G20 Investment Summit in Berlin. Schwerpunkt dabei sei die Stärkung von Wirtschaftsinvestitionen in Afrika. Im Interview mit dem Handelsminister gibt sich Entwicklungsminister Gerd Müller zufrieden mit den Compacts und dem Entwicklungsinvestitionsfonds. Die Bundesregierung stelle damit eine Millarde Euro zur Verfügung, um Investitionen in Afrika zu fördern. Es liege nun an den Unternehmen, diese Möglichkeiten wahrzunehmen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) thematisiert die Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der eine veränderte deutsche Perspektive auf den afrikanischen Kontinenten befürworte. Er betonte die Verbundenheit der „Völkergemeinschaft“ in Sachen Klimawandel. Zudem berichtete die FAZ auch von dem zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte. Beide darauf hoffen darauf, durch Investitionen in Afrika Migrationsbewegungen nach Europa verringern zu können. Stefan Liebig vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft lobt im Interview mit der Frankfurter Rundschau das Inkrafttreten der Entwicklungsinvestitionsfonds für deutsche Unternehmen, die in Afrika tätig sind. Dieser sei jedoch zu klein für notwendige klimafreundliche Infrastruktur- oder Energieprojekte.  Der Tagesspiegel fokussiert sich auf die Entrepreneurszene in Afrika, die besondere Unterstützung erhalten sollen. Im Gegensatz zu ausländischen Unternehmen, fördere sie eine nachhaltige Entwicklung afrikanischer Unternehmen. Uwe Kekeritz, Entwicklungsexperte der Grünen im Bundestag, kritisiere in der Stuttgarter Allgemeine allgemein die „Unübersichtlichkeit und fehlende Abstimmung“ zwischen den einzelnen Ministerien und fordere eine „durchdachte Entwicklungsstrategie“. Das Handelsblatt greift die Forderung Entwicklungsorganisation ONE auf, dass die Compacts-Initiative sich ein „koordiniertes, langfristiges und Armut reduzierendes Wachstum“ fokussieren solle. Nach Angaben des ZDF investiere Deutschland nur einen Bruchteil dessen was Frankreich in Afrika investiere.. Umstritten sei auch die Beteiligung autokratischer, afrikanischer Staats- und Regierungsoberhäupter wie Abdel Fattah el-Sisi aus Ägypten oder Paul Kagame aus Ruanda. Gemeinsam mit afrikanischen gemeinnützigen Organisationen fordert  Brot für die Welt  eine Neuausrichtung der Compacts, wie das ZDF meldet.

2. Müller fördert Hip Hop
Paul Starzmann thematisiert im Tagesspiegel Hip Hop in Ostafrika und seinen Einfluss auf die politischen Geschicke der Länder. Die Politik in ostafrikanischen Staaten sei meist bestimmt von ethnischen Konflikten und „alten, korrupten Männern“. Als Stimme der Jugend kläre Hip Hop auf, übe Kritik und ließe „Grenzen verschwinden“ zwischen Generationen, Geschlechtern, Klassen und Ethnien. In Afrikas Kulturszene stecken sowohl politische Kraft als auch wirtschaftliche Chancen. Noch läge der Umsatz der afrikanischen Musikindustrie im weltweiten Vergleich weit zurück, besitze jedoch enormes Wachstumspotenzial. Dies habe sogar Entwicklungsminister Müller erkannt, der die Kreativwirtschaft Afrikas fördern möchte. Neben einer institutionellen Unterstützung sei darüber hinaus Meinungsfreiheit nicht zu vernachlässigen. Die Stärkung der Meinungsfreiheit, beispielsweise in Kenia, würde den Künstler*innen helfen. In Kenias Nachbarland Uganda hingegen verfolge die Regierung gezielt regierungskritische Musiker*innen.

3. Digitalisierung in Afrika
Im Zusammenhang mit der gerade abgeschlossenen Digital-Klausur der Bundesregierung berichten das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), die Tageszeitung (taz)  und evangelisch.de über die Digitalisierungsinitiative von Entwicklungsminister Gerd Müller. Dieser verspreche sich von der Digitalisierung Afrikas „riesige Entwicklungssprünge“. Dies zeige sich auch im Volumen seiner Initiative ‚Digitales Afrika‘, welche bereits circa 40 Projekte und ein Investitionskapazität von 165 Millionen Euro beinhalte. Man „dürfen die Digitalisierung in Afrika nicht verschlafen“. Ohne Digitalisierung würden „nie ausreichend Angebote für Bildung […] Jobs“ geschaffen werden, so Müller im Gespräch mit dem RND.

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Welttoilettentag

Engagement Global - 19. November 2019 - 14:42
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Human capital returns to cash transfers in Uganda: does it matter in the long run?

DIE - 19. November 2019 - 14:30
The paper reports on an ex-ante evaluation of the nationwide scale up of two pilot cash transfer programmes in Uganda. We use panel data to estimate consumption elasticities of child health status and school enrolment. They provide the main parameters of a micro-simulation model predicting cash transfer effects on human capital accumulation and feedback effects on consumption. Quantifying year on year costs and direct and indirect benefits, we track the annual trend in rates of return. The findings indicate important gains in child health, schooling, and income growth associated with programme participation. The rates of return improve over the medium term but remain negative after 10 years. These findings underline the need to regard cash transfers as longer-term social investment instead of short-term costs.
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Schauspieler Dietmar Bär besucht Gefängniskinder auf den Philippinen

Misereor - 19. November 2019 - 14:30
In der philippinischen Metropole Manila werden Minderjährige in Jugendstrafanstalten weggesperrt. Der Schauspieler Dietmar Bär hat sie dort besucht.

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Konservativer EU-Abgeordneter Caspary: „Nachhaltiger Deal“ statt Green Deal

EurActiv - 19. November 2019 - 13:01
Es braucht einen "Nachhaltigkeitsdeal", mit dem nicht nur der Klimaschutz sondern auch die soziale und wirtschaftliche Entwicklung gefördert wird, so Daniel Caspary. Zu hoch angesetzte Standards können dabei negative Effekte haben, warnt er.
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19.11.2019 Minister Müller zum G20-Afrikagipfel: Unser Angebot für die Wirtschaft steht

BMZ - 19. November 2019 - 13:00
Zum heutigen Afrikagipfel mit hochrangigen Vertretern von zwölf afrikanischen Ländern erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller: "Wir haben beim letzten Afrikagipfel vor einem Jahr eine stärkere Unterstützung der deutschen und der afrikanischen Wirtschaft angekündigt, und unser Angebot steht: Bessere Investitions-Rahmenbedingungen in unseren Reformpartnerländern. [...] Mit diesem Paket kann die deutsche Wirtschaft Afrika stärker in den Blick nehmen. ...
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Freshwater as a global commons: international governance and the role of Germany

DIE - 19. November 2019 - 12:12
Water is essential for all life on earth and is a key prerequisite for attaining many of the Sustainable Development Goals (SDGs). Many countries, however, suffer from physical water scarcity, a lack of access to a safe water supply and sanitation, water pollution or hydrological extremes (droughts and floods) due to climate change. The generality and severity of water problems lead many to speak of a global water crisis.
While this crisis mostly manifests at the local or in some cases transboundary level, two global issues are often overlooked. First, global trends such as climate change and the spread of water-intensive consumption and trade patterns are key triggers that cannot be addressed at the local level alone. Second, the aggregation of local or regional water problems may add up to a universal threat to sustainable development. In the face of current challenges, (fresh) water should be conceptualised as a global common good, and global water governance should contribute to improving its protection.
This study reveals that the current global water governance architecture is a highly fragmented and incoherent regime consisting of numerous norms, paradigms and actors, each covering single aspects of global water governance. Given the diversity of issues, a “classical” formation of one comprehensive international water regime in the form of a framework convention, and equipped with a specific global governance institution (such as for climate stability, biological diversity or the prevention of desertification) has so far not emerged.
The authors suggest a global water governance regime that could evolve from the improved interplay of the existing elements of global water governance (i.e. norms, targets, paradigms and actors). This could be complemented by two innovations at UN level: installing an Intergovernmental Body on Water allowing for mandated decisions on water in the UN system, and a Scientific and Practice Panel on Water improving the science-policy interface. Such an approach that combines global norms and joint guidelines to be adapted to local contexts and needs may be able to increase urgently needed political support for governing water as a global commons, beyond the nation-state interests and their perception of water resources as sovereign goods.
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Das ist kein Tagebucheintrag!!! Ein CARE-Gewinnertext. Von Anneke Maurer

EINEWELTblabla - 19. November 2019 - 11:24

Liebe Freund*innen guter Literatur, passend zur besinnlichen Vorweihnachtszeit (na, schon Geschenke fertig?) haben wir heute was zum Lesen für euch. Und zwar einen der Gewinnertexte des CARE-Schreibwettbewerbs 2019.  Autorin ist die (zum Zeitpunkt der Einreichung) 17-jährige Anneke Maurer. Viel Spaß beim Lesen! Aber Achtung: Besinnlich wird es nicht.

DAS IST KEIN TAGEBUCHEINTRAG!!!

Nur, damit das klar ist. Tagebuch ist was für Loser.

Ich schreibe das nur, weil es ja sonst nichts gibt, was ich tun kann. Und wegen der Nachwelt und so, als Quelle, die sie dann im Geschichtsunterricht analysieren können, in hundert Jahren. Wenn wir alle schon tot sind. Das vielleicht auch schon früher. Schon bald, wenn das so weitergeht.

Eigentlich habe ich ziemlich Angst. Mir ist kalt. Es ist dunkel.

Der Strom ist weg.

Nicht nur so für eine Stunde oder zwei. Seit vierzehn Tagen jetzt. Überall.

Am Anfang war es ja noch ganz lustig. Die Lehrer kamen nicht, die meisten Schüler auch nicht, keine Schule, kein Unterricht. Kann man sich Schlimmeres vorstellen.

Von den Verkehrsunfällen haben wir erst später durch Mundpropaganda gehört. Fernsehen funktioniert ja nicht. Ging ganz schnell: Ampeln aus, Massenkarambolage. Das war dann schon weniger lustig.

Vielleicht ist das ein Terroranschlag. Wenn, dann haben die das ziemlich genial eingefädelt, die Attentäter. Das Volk richtet sich selbst hin.

Es war Max’ Idee. Das mit den Läden: Saturn, Apple Store, da, wo es halt was zu holen gibt; dass da wohl auch der Strom weg ist, wenn auch sonst überall, also: keine Überwachungskameras, keine Sicherungen, keine Polizei, keine Beweise, nichts.

Aber wir waren nicht die Ersten mit dieser Idee. Das war schon ziemlich krass, der erste Tag und die Läden waren ausgeräumt.

Am schlimmsten war es mit den Supermärkten. Selbst die Tiefkühlsachen wurden mitgenommen, obwohl das doch Unsinn ist, denkt man. Du kannst die Tiefkühlpizza vergessen, wenn du keinen Ofen hast. Kau’ mal auf einer gefrosteten Erbse herum, dann weißt du, wie das ist. Dann weißt du auch, was man aus Hunger macht. Wir haben Schlimmeres gegessen als bloß aufgeweichte Tiefkühlerbsen. Da waren die mit der Pizza besser dran als die mit dem iPhone 9+.

Die Schwerverbrecher sind aus den Gefängnissen raus. Wenn es denn nur die Knastis wären. Diese Gelegenheit macht nämlich nicht nur Diebe, sondern auch Mörder aus solchen wie Sandra, wenn es sein muss, die nie auch nur einer Fliege was zuleide getan hätten. Wirklich jeder ist sich selbst der nächste. Erstaunlich, wie schnell die Werte zusammenbrechen, die über zweitausend Jahre unsere Gesellschaft getragen und abgeschliffen haben, hat Mama nach einer Woche gesagt, aber auch, dass wir nicht das Recht dazu hätten, darüber zu urteilen. Ich selbst habe Tinas Bobbie zu uns gelockt, damit Mama ihn schlachten konnte. Mir wird immer noch übel, wenn ich daran denke und ich habe eine Scheißangst, Tina über den Weg zu laufen. Ich weiß ja, wie sehr sie den Langhaar geliebt hat. Und verdammt, ja, ich habe darüber nachgedacht, was in drei, vier, lass’ es sieben Tage sein, sein wird, wenn überhaupt nichts mehr übrig ist.

Logisch, dass sich da keiner mehr so ohne weiteres auf die Straße traut.

Hat dein Haus Fenster, bist du nicht mehr sicher. Jetzt sitzen wir alle zusammen, im Keller, wie im Krieg. Nachbarn, Freunde, Feinde. Die Erwachsenen außen mit den Waffen, Fleischmesser, Scheren, Hämmer, Äxte. Ich sitze innen bei den Kindern, obwohl ich eigentlich schon groß genug bin, aber das sage ich lieber nicht. Drinnen ist es sicherer. Ich will kein Schisser sein, aber tot noch weniger.

Wir beschützen uns gegenseitig; wobei hier doch niemand dem anderen mehr traut. Zu gefährlich. Vertrauen, meine ich.

Keine Ahnung, ob das nur unser Land betrifft. Oder auch Europa. Oder die ganze Welt. Die Kommunikation nach außen funktioniert ja nicht. Mit dem Strom ist auch die Zivilisation verschwunden. Ganz klar: Die letzte Erbse kriegt der, der am stärksten ist und nicht zögert, zuzuschlagen.

Das Essen ist ein Problem. Die Dunkelheit. Die Kälte. Trinken wird auch knapp. Am schlimmsten ist die Ungewissheit.

Mama meinte auch: Wenn man mal überlegt, dass die Menschen im Mittelalter auch keinen Strom hatten und das kein Problem war für die, sollte man vielleicht mal die heutige Abhängigkeit in Frage stellen.

Jetzt spricht sie kaum noch, sie ist ganz blass und dürr, sie weigert sich, das meiste zu essen und schiebt es stattdessen Anna und mir zu.

Der Tod ist echt allgegenwärtig, du kannst das riechen, es stinkt. Wenn du allein die Tausenden aus den Krankenhäusern nimmst. Die Notstromaggregate halten doch auch nur ein paar Tage, höchstens.

Das sind die längsten zwei Wochen meines Lebens. YouTube oder Video Gaming kommen mir unendlich weit entfernt vor. Ich schwöre, ich werde mich nie wieder über Schule beschweren. Oh Mann, ich hätte mir nie erträumen können, dass ich mich mal nach Herrn Schröders übelst langweiligem Geounterricht sehnen würde. Oder, dass ich freiwillig Tagebuch schreibe. Ich meine: Tagebuch! Scheiß auf Quelle, das hier kann doch niemand lesen. Wie soll ich denn die Zeilen treffen, ist doch viel zu dunkel hier.

Vor fünfzehn Tagen wäre eine Woche ohne Handy für mich die Hölle gewesen. Jetzt sehne ich mich nur noch nach Licht und einem funktionierenden Radio.

Lange können wir nicht mehr leben ohne Strom.

Hier erfahrt ihr mehr über den aktuellen Schreibwettbewerb von CARE!

Beitragsbild: Photo by Rodion Kutsaev on Unsplash

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Warum Toiletten unentbehrlich sind

Vereinte Nationen - 19. November 2019 - 9:47

19. November 2019 - Für viele Menschen wird das Ende vom defäkieren im Freien statt auf einer Toilette von lebensveränderndem Vorteil sein, sagte der Kooperationsrat für Wasser- und Sanitärversorgung (WSSCC).

UN-Agenturen berichten, dass von den 673 Millionen Menschen, die offene Defäkation praktizieren, 91 Prozent in ländlichen Gebieten leben. Das Bevölkerungswachstum führt zu einem lokalisierten Wachstum der offenen Defäkation.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge führen schlechte Hygiene- und Hygienepraktiken jährlich zu über 800.000 Todesfällen durch Diarrhoe. Laut dem UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) enthalten Ausscheidungen Millionen Viren, Bakterien und Parasitenzysten.

Das Fehlen zumindest grundlegender sanitärer und hygienischer Dienstleistungen ist eine Verletzung der Menschenrechte auf Wasser und sanitäre Einrichtungen, sowie auf Gesundheit, Arbeit und einem angemessenen Lebensstandard, Nichtdiskriminierung, Menschenwürde, Schutz, Information und Beteiligung.

Die Mitgliedstaaten und die UN-Organisationen haben sich dazu verpflichtet, die offene Defäkation zu beenden und fordern dringend die Bereitstellung von Finanzmitteln, den Kapazitätsaufbau und den Technologietransfer, um den Entwicklungsländern zu helfen, sicheres, sauberes, zugängliches und erschwingliches Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen für alle bereitzustellen.

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Südasiatische Zivilgesellschaft unter Druck – gemeinsame Suche nach Antworten

Misereor - 19. November 2019 - 9:32
Das Netzwerk "South Asians for Human Rights" hat in Kathmandu eine Konferenz zum Thema "Shrinking Space" veranstaltet. MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon war vor Ort und berichtet.

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Babys richtig stillen: Die 13 größten Mythen und was dahintersteckt

Unicef - 19. November 2019 - 9:25
Von 13 Mythen zu 13 Fakten: Was ist das Beste für Ihr Baby? Wenn es ums Stillen geht, hat eine junge Mutter viele Fragen und bekommt ganz verschiedene Antworten, die verwirren können. Gemeinsam mit Stillberaterin und Stillforscherin Dr. Michele Griswold decken wir die 13 größten Mythen über das Stillen auf.
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Was bedeutet es, wenn der Klimanotstand erklärt wird – und wie kann das helfen?

reset - 19. November 2019 - 7:16
Was haben Schottland, Konstanz, Papst Franziskus und die Universität Exeter gemeinsam? Alle haben erklärt, dass es eine „Klimakrise“ gibt. Aber was bedeutet das für den Kampf gegen den Klimawandel?
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Was bedeutet es, wenn der Klimanotstand erklärt wird – und wie kann das helfen?

reset - 19. November 2019 - 7:16
Was haben Schottland, Konstanz, Papst Franziskus und die Universität Exeter gemeinsam? Alle haben erklärt, dass es eine „Klimakrise“ gibt. Aber was bedeutet das für den Kampf gegen den Klimawandel?
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