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Brasilianische Expertin zur Süd-Süd- und Dreieckskooperation im DIE

DIE Blog - 18. Dezember 2019 - 10:40

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Am 9. Dezember 2019 präsentierte Geovana Zoccal am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) ihr Forschungsprojekt „Jenseits von Nord und Süd: Stärkung der Dreieckskooperation für globale Entwicklung“. Geovana Zoccal ist Forscherin am BRICS Policy Center in Rio de Janeiro, einem wichtigen Partner des DIE in Brasilien, und war über ein Alexander-von-Humboldt Stipendium für die letzten zwei Jahre im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) tätig. Das Podium, moderiert von Heiner Janus (DIE), bestand aus Geovana Zoccal, Rita Walraf (BMZ), JI Lanlan (China Institute for South-South-Cooperation in Agriculture und Teilnehmerin der MGG Academy 2019) sowie Sven Grimm (DIE). In der Diskussion wurde die strategische Bedeutung der Dreieckskooperation als eine besondere Form von Multi-Stakeholder Zusammenarbeit hervorgehoben. Jenseits des geringen Finanzvolumens kann Dreieckskooperation von großem Nutzen sein etwa für ein Lernen von und übereinander sowie für die Zusammenarbeit mit Staaten nach ihrer „Graduierung“ aus der Entwicklungshilfe (Official Development Assistance).

Insbesondere seit der Wende zum 21. Jahrhundert haben sich neue Modalitäten, neue Akteure und neue Beziehungsdynamiken in der Entwicklungszusammenarbeit etabliert. Die traditionelle Entwicklungshilfe (Official Development Assistance, ODA) zwischen einem Geber- und einem Empfängerland ist nicht mehr die einzige Leitpraxis der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Im März 2019 hatte bereits die zweite hochrangige Konferenz der Vereinten Nationen über die Süd-Süd-Zusammenarbeit (BAPA+40) stattgefunden. Dort war die Süd-Süd-Zusammenarbeit als zentraler Bestandteil der Umsetzung der Agenda 2030 festgehalten und die Rolle der Dreieckszusammenarbeit hervorgehoben worden.

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Podiumsdiskussion und Forschungsworkshop zum Thema “Social protection and social cohesion”,

DIE Blog - 18. Dezember 2019 - 10:37

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Zwei Dutzend Forscher*innen aus drei Kontinenten kamen am 4. und 5. Dezember 2019 am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) zu einer Podiumsdiskussion und einem Forschungsworkshop zusammen. Sie diskutierten, ob sich Systeme der sozialen Sicherung positiv auf soziale Kohäsion auswirken. Gabriele Köhler (UNRISD) bejahte dies unter Verweis auf Forschung in mehreren südasiatischen Ländern. Stefan Beierl und Marina Dodlova (Universität Passau) berichteten, begrenzte Evidenz hierfür bei einem Arbeitsbeschaffungsprogramm in Malawi gefunden zu haben. Markus Loewe und Tina Zintl (DIE) hingegen führten eindeutigere Belege dafür an, dass sich Cash-for-Work-Programme in Jordanien positiv auf das Zusammenleben von syrischen Flüchtlingen und Einheimischen auswirken. Francesco Burchi und Christoph Strupat (DIE) wiederum hatten in Malawi keine eindeutigen Belege dafür gefunden, dass kleine Geldtransfers soziale Kohäsion verbessern; jedoch führt die Teilnahme an Spargruppen zu einem Anstieg von Vertrauen und Kooperation. Elsa Valli (UNICEF) argumentierte unter Verweis auf Forschung in Ecuador, dass solche Effekte maßgeblich von der Ausgestaltung der Sozialprogramme abhängen. Rachel Slater (Universität Wolverhampton) warnte, dass die Beendigung eines Sozialprogramms die soziale Kohäsion viel stärker schädigen kann als dessen Einführung soziale Kohäsion jemals fördert. Morteza Ghelich und Ali Akbar Tajmazinani (Universität Teheran) lieferten Belege genau hierfür aus dem Iran. Keetie Roelen merkte an, dass sich soziale Kohäsion umgekehrt auch positiv auf die Effektivität von Systemen der sozialen Sicherung auswirken kann. Viel wurde auch über die Definition des Begriffs „soziale Kohäsion“ diskutiert, wobei letztlich alle Teilnehmer*innen zustimmten, dass er eine horizontale Komponente (innergesellschaftliche Beziehungen), aber auch eine vertikale (Beziehungen zwischen Bürgern und Regierung) hat. Daniele Malerba (DIE) betonte, dass die Effekte von Sozialtransfers auf soziale Kohäsion auch deswegen von Bedeutung sind, weil sich hierdurch eventuell die Akzeptanz von Klimaschutz-Maßnahmen erhöhen ließe.

 

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Roundtable discussion and research workshop on “Social protection and social cohesion”

DIE Blog - 18. Dezember 2019 - 10:36

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More than 20 researchers from three continents gathered at the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) for a roundtable discussion and a research workshop to discuss whether and how social protection programmes have an impact on social cohesion. Gabriele Köhler (UNRISD) affirmed the question with reference to research on several South Asian countries. Stefan Beierl and Marina Dodlova (University of Passau) reported limited evidence of this finding for public works schemes in Malawi. Markus Loewe and Tina Zintl (DIE), in contrast, presented clear evidence that cash-for-work programmes in Jordan have a positive impact on the relations between Syrian refugees and Jordanian nationals. Francesco Burchi and Christoph Strupat (DIE), for their part, had not found evidence in Malawi that money transfers improve social cohesion, while participation in savings groups contributed to strengthen in-group trust and cooperation. Elsa Valli (UNICEF Office of Research) stressed, with reference to research on Ecuador, that the design of social protection schemes is decisive for their impact on social cohesion. Rachel Slater (University of Wolverhampton) warned that the withdrawal of a social transfer programme can damage social cohesion far more than its introduction would ever promote it. In addition, she emphasised that the removal of a social transfer scheme can destroy social cohesion much more easily than its launch can ever raise social cohesion. Morteza Ghelich and Ali Akbar Tajmazinani (University of Tehran) provided evidence for the negative effect of social protection spending cuts on social cohesion from Iran. Keetie Roelen noted that, conversely, social cohesion can also have a positive impact on the effectiveness of social protection systems. A matter of discussion has been the definition of the term „social cohesion“, with all participants ultimately agreeing that it has both a horizontal component (intra-society relations) and a vertical component (relations between citizens and the local or state institutions). Daniele Malerba (DIE) emphasized that the effects of social transfers on social cohesion are also important because they may increase the acceptability of climate change mitigation measures.

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Migration und Entwicklungszusammenarbeit

Engagement Global - 18. Dezember 2019 - 9:46

Heute ist der Internationale Tag der Migrantinnen und Migranten. Bereits zum zwanzigsten Mal steht an diesem von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 ausgerufenen Tag das Thema Migration im Mittelpunkt. Im September 2019 lebten nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 272 Million Menschen außerhalb ihres Herkunftslandes.

Durch ihre Arbeitskraft tragen Migrantinnen und Migranten nicht nur zum wirtschaftlichen Erfolg ihrer Aufnahmegesellschaften bei, sondern stellen auch ein wichtiges Bindeglied für die Völkerverständigung in einer zunehmend globalen Welt dar.

Engagement Global fördert verschiedene Projekte, die gemeinsam mit Migrantinnen und Migranten durchgeführt werden, da diese wertvolle interkulturelle Kompetenzen mitbringen und zu einem Perspektivwechsel beitragen können.

Migrantinnen und Migranten in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global arbeitet seit 2007 mit migrantischen Organisationen zusammen und stärkt ihre Kooperation mit Kommunalverwaltungen im Bereich der Entwicklungspolitik.

Dies geschieht unter anderem durch den Wettbewerb Kommune bewegt Welt. Gewürdigt wird dabei gemeinschaftliches Engagement von Kommunen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, insbesondere Migrantinnen und Migranten, zum Thema Migration und Entwicklung. Der Wettbewerb rückt das Engagement der Beteiligten in das Blickfeld der Öffentlichkeit und gibt guten Ideen eine Bühne.

Ab März 2020 ruft die SKEW wieder zu Bewerbungen auf und prämiert mit einem Preisgeld von insgesamt 135.000 Euro herausragende entwicklungspolitische Kooperationsprojekte von Kommunen mit migrantischen Organisationen, die das Thema Migration und Entwicklung auf kommunaler Ebene voranbringen.

Ob in Integrations- oder Migrationsbeiräten oder als Mitarbeitende der Kommunalverwaltungen, immer mehr Migrantinnen und Migranten wirken auch direkt in der Kommune mit. Dies prägt auch die kommunale Entwicklungspolitik.

Als Teil der Initiative Kommunales Know-how für Nahost unterstützt die SKEW deutsche Kommunen, die syrischen Geflüchteten Einblicke in die Funktionsweise einer deutschen Kommunalverwaltung ermöglichen wollen. Die Geflüchteten verbessern ihre berufliche Perspektive und erlernen Verwaltungswissen, das zukünftig für den Auf- und Ausbau kommunaler Strukturen in Syrien relevant werden kann. Durch den Austausch mit den syrischen Kolleginnen und Kollegen steigt innerhalb der Verwaltungen das Verständnis für globale Fragen und die kommunale Verantwortung rückt näher ins Bewusstsein.

Im Januar 2020 können Kommunen wieder ihr Interesse an einer Projektteilnahme bekunden. Fünf Kommunen werden dann im Februar ausgewählt.

Geflüchtete in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit

Auch das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global fördert Projekte, die in Zusammenarbeit mit Migrantinnen und Migranten umgesetzt werden.

Eines dieser Projekte ist Life back Home, das entwicklungspolitische und antirassistische Bildungsarbeit mit den Themen Flucht und Migration verbindet. Dazu werden junge Geflüchtete zu Bildungsreferentinnen und -referenten ausgebildet, die anschließend Schulen besuchen und in Vorträgen und Workshops über die Situation in ihrem Heimatland, ihre Flucht und ihr Leben in Deutschland berichten. Die Inhalte werden anschließend in einer geleiteten Gruppendiskussion vertieft. Gemeinsam mit Schulen und Bildungseinrichtungen gestaltet das Life back Home-Team auch ganze Projekttage mit verschiedenen Aktivitäten und weiteren Workshopangeboten.

Durch die Vorträge und Workshops werden Kenntnisse zu Fluchtursachen und deren entwicklungspolitischen Hintergründen vermittelt, ein Perspektivenwechsel zwischen jungen Menschen aus Deutschland und jungen Geflüchteten erreicht sowie die Akzeptanz von geflüchteten Menschen in der deutschen Aufnahmegesellschaft gestärkt.

Life back Home ist ein Projekt des interkulturellen Netzwerks The Global Experience e.V. Die Non-Profit-Organisation wurde 2005 am Schiller Gymnasium in Münster gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den globalen, interkulturellen Austausch zu fördern sowie die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen weltweit zu verbessern.

Weitere Informationen
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GFFA-Podium: Soja aus Brasilien, Hähnchenreste nach Afrika – Welche Nachhaltigkeits- & Schutzregeln brauchen multi- & bilaterale Handelsvereinbarungen mit Entwicklungsländern?

Forum Umwelt & Entwicklung - 18. Dezember 2019 - 9:39

 

Zeit: Donnerstag, 16. Januar 2020, 16:00 – 17:30 Uhr
Sprachen: Deutsch, Englisch

Ort: GFFA, CityCube Berlin (Messedamm 26/Entrance Messedamm 14055 Berlin)

 

Der EU Agrarhandel zum Beispiel in Form von Sojaimporten und oder als Exporte von billigem Fleisch, Milch oder Getreide haben einer nachhaltigen Entwicklung der Agrarproduktion in Entwicklungsländern geschadet. Die Regeln der WTO und in bilateralen Abkommen bieten Regierungen und Agrarproduzenten im Globalen Süden zu wenig Möglichkeiten differenziert sowohl Verbraucherbedarfe als auch Marktmöglichkeiten für Kleinbauern und Kleinbäuerinnen ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll zu steuern. Das verkündete Ende der Doha Entwicklungsrunde in der WTO zeigt das Desinteresse der Industriestaaten für eine Reform des Agrarabkommens. In den bilateralen Verträgen der EU (z.B. EPAs, Mercosur, etc.) haben die Nachhaltigkeits- und Entwicklungskapitel keinerlei Mechanismus zu deren Umsetzung. Die globalen Agrarbeziehungen brauchen einen eigenen neuen multilateralen Handelsrahmen unter dem Dach der Vereinten Nationen, der zum Beispiel sowohl die Agenda 2030 als auch die Pariser Klimaziele selbstverständlich und verbindlich berücksichtigt. Gleiches muss für die Biodiversitätsziele der Konvention zu Biologischer Vielfalt gelten. Es werden Ideen diskutiert, wie nachhaltige Agrarhandelsbeziehungen aussehen könnten, die den Millionen KleinproduzentInnen zugutekommen, regionale Märkte schützen und dennoch fair Chancen auf internationalen Märkten fördern.

 

Veranstalter

Brot für die Welt
Forum Umwelt und Entwicklung

 

Anmeldung erforderlich unter: https://www.gffa-berlin.de/registration-2020/

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Aung San Suu Kyi at the International Court of Justice

SWP - 18. Dezember 2019 - 0:00

The recent decision by The Gambia to file a genocide case against Myanmar at the International Court of Justice (ICJ) has directed international attention again towards Rakhine State in western Myanmar, where the Rohingya people have faced discrimi­nation and persecution for decades. What took many observers by surprise was the announcement by State Counsellor Aung San Suu Kyi that she would be travelling to The Hague to personally “defend the national interest” and thus, by extension, the actions of her former nemesis. After all, she had enjoyed broad international support precisely for her role as leader of the National League for Democracy (NLD) and her democratic, non-violent opposition against the military dictatorship. These develop­ments, we argue, must be understood against a wider rollback of the democratisation process. The rollback is at least partly being orchestrated by Aung San Suu Kyi and the NLD, and it could bode ill especially for the ethnic minorities in the country.

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Chinas gelenkte Erinnerung

SWP - 18. Dezember 2019 - 0:00

Im Jahr 2019 erinnert China in mehreren runden Jahrestagen an politisch bedeut­same Ereignisse seiner jüngeren Geschichte: die 4.‑Mai-Bewegung (100 Jahre), die Grün­dung der Volksrepublik China (70 Jahre), den Tibetaufstand (60 Jahre), den Beginn der Reform- und Öffnungspolitik (40 Jahre) und das Massaker auf dem Tiananmen-Platz (30 Jahre). Wie China dieser Ereignisse offiziell gedenkt – oder eben nicht gedenkt –, wiegt für das Land innen- und außenpolitisch schwer. Die staat­licherseits konstruierte Deutung der Geschichte richtet sich als Macht­anspruch nicht nur an die eigene Gesellschaft, sondern auch an die mit China inter­agieren­den aus­ländischen Partner, insbesondere Regierungen und Unternehmen. Das Ver­schweigen problematischer Geschehnisse der Vergangenheit ist nicht zuletzt des­halb bedenk­lich, weil es die Gefahr erhöht, dass sich historische Fehler wiederholen.

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Bündnis für Lehre (Lehre-n) Fachprogramm 2020: Nachhaltigkeit in den Sozialwissenschaften

#HOCHN - 18. Dezember 2019 - 0:00
Gesucht werden inter-/ oder transdisziplinäre Lehrprojekte aus den Sozialwissenschaften, die eine gesellschaftliche Transformation in Richtung einer nachhaltigen Gesellschaft thematisieren. Die ausgewählten Projekte werden anschließend gemeinsam in Workshops weiterentwickelt.

Foto: engin akyurt on pixabay

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Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt: Tag der Hochschullehre

#HOCHN - 18. Dezember 2019 - 0:00
Am 15. Januar 2020 findet an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt der Tag der Hochschullehre statt.

Foto: KU / Christian Klenk

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17. Dezember 2019

ONE - 17. Dezember 2019 - 16:21

1. Sahel-Staaten fordern Hilfe
Unter anderem die Süddeutsche Zeitung und die Deutsche Welle melden, dass die Länder Mali, Niger, Burkina Faso, Mauretanien und Tschad ein stärkeres UN-Engagement gegen den Terrorismus in der Sahelzone fordern. Konkret bitten die sogenannten G5-Länder um eine Stärkung des UN-Mandats für die Blauhelmmission Minusma in Mali, an der unter anderem 1100 Bundeswehrsoldat*innen beteiligt sind. Zudem meldet Zeit Online, dass Frankreich am 13. Januar zusammen mit den G5-Staaten einen Gipfel in Paris zur Lage in der Sahelzone ausrichten wird.

2. Todesstrafe gegen Fake News?
Alexandra Rojkov thematisiert im aktuellen Spiegel die Pressefreiheit in Nigeria. Derzeit werden zwei Gesetzesvorlagen diskutiert, um gegen Fake News vorzugehen. Das gezielte Streuen von Falschinformationen führe zu Unruhen in der Bevölkerung sowie zu einer Manipulation von Wähler*innen. Auch drakonische Maßnahmen wie die Todesstrafe seien im Gespräch gewesen, um gegen Posts in sozialen Medien vorzugehen, welche „die nationale Sicherheit“ gefährden. Während Befürworter*innen abschreckende Maßnahmen begrüßen, bezeichnet die Menschenrechstorganisation Amnesty International die Pläne als „alarmierend“. Durch vage Formulierungen in den Gesetzestexten drohen auch Regierungskritiker*innen juristische Konsequenzen.

3. Sambia duldet keine Homosexualität
Die Welt meldet, dass Sambia den US-Botschafter im Land, Daniel Foote, des Landes verweisen will. Foote habe zuvor die sambische Regierung dafür kritisiert, dass ein schwules Paar wegen ihrer sexuellen Orientierung zu einer Gefängfnisstrafe von 15 Jahren verurteilt worden sei. Sambias Präsident Edgar Lungu habe wiederholt seine ablehnende Haltung gegenüber Homosexualität kundgetan. Lieber wolle er auf Hilfsmittel verzichten, als gleichgeschlechtliche Liebe im Land zu dulden, so Lungu. Derzeit warte die sambische Regierung noch auf die Antwort der US-Administration auf eine offizielle Beschwerde, die sie wegen des US-Diplomaten eingereicht habe.

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Wie in Afrika Weihnachten gefeiert wird

ONE - 17. Dezember 2019 - 16:00

Jetzt, wo die Weihnachtsvorbereitungen in vollem Gange sind, dachten wir uns: Wir schauen, wie in verschiedenen Ländern Afrikas Weihnachten gefeiert wird. Christen gibt es auf dem Kontinent bereits seit der Mitte des ersten Jahrhunderts, heute sind es etwa 350 Millionen. Sie hatten also viel Zeit, ihre ganz eigenen Weihnachtstraditionen zu entwickeln – von Festessen im Freien bis hin zu Maskenspielen. Hier gibt’s einen kleinen Überblick über einige der ziemlich coolen Bräuche:

Äthiopien


Äthiopische Darstellung der Geburt Christi

Wenn du Weihnachten dieses Jahr in Äthiopien feierst, musst du wohl etwas länger warten als bis zum 24. Dezember: Die meisten Menschen richten sich nämlich nach dem Julianischen Kalender und feiern das Weihnachtsfest erst am 7. Januar. Die äthiopischen Feiertage beginnen mit dem traditionellen Ganna, einem Fastentag, gefolgt von Gottesdiensten und einem Festmahl, bei dem es oft Eintopf, Gemüse und Sauerteigbrot gibt. Die meisten Freunde und Familien kommen nicht zusammen, um Geschenke auszutauschen.  Stattdessen wird gespielt, Sport getrieben und der Festtag genossen, bevor es wieder an die Arbeit geht.

Ghana


Kinder haben sich für ein Krippenspiel in Ghana verkleidet. Foto: Skinny Gourmet.

Weihnachten in Ghana ist eine wohlverdiente Pause nach der Kakaoernte und beginnt bereits am 1. Dezember. Familien dekorieren ihre Häuser und Wohnviertel wie bei uns mit Lampen, Kerzen und funkelndem Schmuck. Für die meisten Ghanaer ist das jedoch nur der Anfang: Am Weihnachtstag selbst erreichen die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt: Zuerst gibt es ein Festessen mit der Familie – normalerweise mit Ziegenfleisch, Gemüse und einer Soße –, anschließend ein Gottesdienst mit der gesamten Nachbarschaft und ein farbenfroher Festumzug. Mehr über Weihnachten in Ghana findest du auf der Website von Rev. Peter Adotey.

Liberia

Vorsicht – der „Teufel“ kommt in die Stadt – wenn du in Liberia bist. Foto: TLC Africa.

Von wegen Weihnachtsmann! In Liberia sieht man stattdessen den alten Mann Bayka, den „Teufel“ der Region. Statt Geschenke zu bringen läuft er am Weihnachtstag auf den Straßen hin und her, um welche zu bekommen! Und statt des typischen Grußes „Frohe Weihnachten“ hört man die Liberianer „Meine Weihnachten für dich“ sagen. Das bedeutet soviel wie „Bitte schenke mir was Schönes zu Weihnachten“.

Demokratische Republik Kongo

Kinder warten auf ihren Auftritt beim Krippenspiel in der Demokratischen Republik Kongo. Foto: Andrea Frazzetta.

Heiligabend ist besonders wichtig. In den Kirchen finden große Musicals (manche Kirchen haben mindestens fünf oder sechs Chöre) und Krippenspiele statt. Die Krippenspiele gehen bereits am frühen Abend los und dauern sehr lange, da sie mit der Schöpfungsgeschichte und dem Garten Eden anfangen und mit der Geschichte über König Herodes, der neugeborene jungen töten lässt, enden. Am 1. Weihnachtsfeiertag versuchen die meisten Familien, eine bessere Mahlzeit als gewöhnlich aufzutischen. Wenn sie es sich leisten können, gibt es Fleisch (normalerweise Hühnchen oder Schwein). Den Rest des Tages verbringen Nigerianer ganz in Ruhe, manche müssen nach dem langen und belebten Heiligabend Schlaf nachholen. Mehr Infos über Weihnachten im Kongo gibt’s hier und hier.

Nigeria

ONE-Unterstützerin Ola Ope schreibt: „In Nigeria glauben wir an unsere eigene Version vom Weihnachtsmann und zünden knockouts und banga an, das ist wie Feuerwerk. Wir geben dann all das Geld aus, das wir haben, kochen und teilen das Essen mit den Nachbarn.“

Westafrika

Andere Regionen in Westafrika haben auch ziemlich coole Traditionen. In Sierra Leone und in vielen Teilen Gambias beispielsweise feiern die Menschen Masken-Partys und tragen die Feierlichkeiten in das ganze Dorf oder die Stadt. So lassen sie nicht nur die Glaubensgemeinschaft am Geist von Weihnachten teilhaben. Da es genauso ein soziales Fest ist wie ein religiöses, bringt das Weihnachtsfest Freunde und Familien zusammen, um gemeinsam zu essen, zu spielen und sich zu beschenken.

Was ist deine liebste Weihnachtstradition? Hinterlasse hier ein Kommentar! Und vielleicht kannst du  ja auch einige der Bräuche in dein eigenes Weihnachtsfest dieses Jahr einbinden.

 

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Was in Simbabwe funktioniert, geht überall

E+Z - 17. Dezember 2019 - 15:47
Innovative Online-Publizisten entwickeln neue Geschäftsmodelle – zum Beispiel in Mexico und Simbabwe

Tania Montalvo leitet die unabhängige Nachrichten-Website Animal Político in Mexiko-Stadt. Sie sagt, es sei wichtig, nicht nur von einer Einnahmequelle abhängig zu sein. Der Zugang zu ihrer Hauptwebsite ist gratis, aber Animal Político nimmt auch Geld von Usern ein. Wer will, kann ein zahlendes Mitglied werden und bekommt dann zu wichtigen Artikeln ein paar Stunden früher Zugang als nichtzahlende Nutzer. Montalvo sagt, das funktioniere besser als Crowd-Sourcing, weil es den Mitgliedern das Gefühl gebe, zum Projekt dazuzugehören. Es sei möglich, eine Gemeinschaft zu schaffen, welche Qualitätsjournalismus wolle und fördere. Dafür müsse aber die Nutzererfahrung stimmen, was unter anderem bedeute, dass Beiträge sich leicht lesen ließen.

Um ein breiteres Publikum anzuziehen und zusätzlichen Umsatz zu machen, hat das Unternehmen weitere Aktivitäten gestartet. So gibt es zum Beispiel Animal Gourmet, eine Website, die sich mit kulinarischen Dingen beschäftigt. Zudem produziert die Muttergesellschaft mittlerweile auch im Kundenauftrag Videos. Montalvo sagt, sie beschäftige zwei Mitarbeiter mit solchen „kommerziellen“ Dreharbeiten.

Montalvo stellte ihr Konzept im November in Bonn bei der Jahreskonferenz von FOME (Forum Medien und Entwicklung), einem informellen Netzwerk von Entwicklungsorganisationen, vor. Die Tagung wurde von der Deutschen Welle Akademie und der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert. An demselben Panel wie Montalvo nahm auch Nigel Mugamu aus Simbabwe teil, der die Grundbotschaft bestätigte: Journalistische Unabhängigkeit erfordert ausreichende – und ausreichend vielfältige – Einnahmen.

Vor sieben Jahren startete Mugamu das Online-Medienhaus 263Chat. Er beschäftigt mittlerweile 17 Personen mit der täglichen Nachrichtenproduktion. Die Firma nutzt soziale Medien wie WhatsApp, Twitter und Facebook, um auf ihr Programm aufmerksam zu machen. 263Chat arbeitet profitorientiert, stellt Mugamu klar, und als ausgebildeter Steuerberater falle ihm der Umgang mit Geschäftszahlen auch nicht schwer. In einem armen Land könne er aber die Besucher der Website nicht zur Kasse bitten, sodass er auf fünf anderen Wegen Einnahmen generiere. Wichtig seien zum Beispiel Werbung und grafische Dienstleistung für Klienten.

Mugamu sagt, seine Arbeit sei „charakterbildend“ – und zwar besonders wegen Simbabwes schmerzhaft hoher Inflation. Er müsse ständig neue Ideen entwickeln, um Umsatz zu machen. Erfreulich sei aber, dass 263Chat in einem sehr schwierigen Umfeld überlebe. Das zeige, dass unabhängiger Journalismus überall möglich sei.

Animal Político und 263Chat haben mehrere Dinge gemein. Am wichtigsten ist vermutlich, dass beide ihre Marke verwenden, um darum herum eine Gemeinschaft aufzubauen. Mugamu zufolge ist es wichtig, täglich auf das Publikum zuzugehen. „Zuhören“ sei der Schlüssel, denn nur Journalisten, die wüssten, was die Leute wollten, könnten entsprechende Inhalte liefern.

Links

Animal Político:
https://www.animalpolitico.com/

263Chat:
https://www.263chat.com/

FOME conference documentation:
https://fome.info/symposium-2019-2

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Böen des Wettbewerbs

E+Z - 17. Dezember 2019 - 15:15
Der Hafen von Cotonou ist Benins Wirtschaftsmotor und steht vor großen neuen Herausforderungen

Benin hält trotz großer Armut einige ökonomische Trümpfe. Die offiziellen Statistiken verzeichneten in den vergangenen vier Jahren stetiges Wirtschaftswachstum und es gab substanzielle Investitionen in die Infrastruktur. Anstrengungen für deutliche Produktionssteigerungen bei den ertragreichsten Exportgütern – Baumwolle und Cashewnüssen – nehmen Fahrt auf. Stromausfälle sind dank Investitionen in Kraftwerke seltener geworden.

Cotonou, die Wirtschaftsmetropole, ist stolz auf seinen Hafen. Er dient als wichtiges Frachtzentrum für die Nachbarländer Burkina Faso, Niger und Mali, die nicht am Meer liegen, sowie für den großen und reichen Nachbarn Nigeria. Die regionale Integration in der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (Economic Community of West African States – ECOWAS) ist zwar nicht perfekt, doch sie trägt zum Erfolg des Hafens bei.

Der autonome Hafen von Cotonou ist laut Logistics Capacity Assessment (LCA) des World Food Programmes „die Lunge der nationalen Wirtschaft“. Die LCA-Datenbank erfasst Informationen zur logistischen Kapazität der Häfen der Welt, um den Vertrieb humanitärer Hilfsgüter zu optimieren.

Der Hafen wickelt den Handel mit Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien ab und macht Cotonou zu einer „Speicherstadt“. Resultate sind laut LCA intensive Handels-, Umschlags- und Logistikaktivitäten. Cotonou sei der viertwichtigste Hafen Westafrikas.

Ein Blick auf die Statistiken zeigt die wirtschaftliche Bedeutung des Hafens für Benin. Laut LCA wickelt der Hafen 90 Prozent des Außenhandels ab und erwirtschaftet mehr als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das jährliche Frachtvolumen beträgt 12 Millionen Tonnen, wie die belgische Firma Port of Antwerp International (PAI) meldet. Diese Tochtergesellschaft der Antwerpener Hafenbehörde hat seit 2017 den Auftrag, den Hafen in Cotonou zu modernisieren.

Die Szenerie der Docks haucht trockenen Statistiken Leben ein. Täglich strömt eine erstaunliche Vielfalt an Gütern herein: verarbeitete Lebensmittel, landwirtschaftliche Massenprodukte, Düngemittel, Metalle und Mineralien, chinesische Textilien, gebrauchte Kleidung, gebrauchte Fahrzeuge und Haushaltsgeräte. Die Secondhand-Waren beeinträchtigen allerdings den Ruf des Hafens. Er ist geradezu berüchtigt für die Einfuhr von Gebrauchtfahrzeugen und -geräten, die technische Kontrollen in Industrieländern nicht mehr bestehen würden. Große Lieferungen alter, rostiger Lastwagen und defekter Haushaltsgeräte durchqueren Benin als Transitland. Sie sind erschwinglich – aber von schlechter Qualität und umweltschädlich.

Der Hafen hat aber auch Probleme, die über solche Imagesorgen hinausgehen. Logistikunternehmen klagen über lange Wartezeiten. Laut Africa News soll die PAI für Verbesserungen sorgen. Auf der Agenda stehen Umstrukturierung der Verwaltung, Digitalisierung der Dienstleistungen, ein neuer Verhaltenskodex und Personalqualifizierung.

Ein Ruck im Wettbewerb

All diese Herausforderungen verblassen allerdings angesichts des Schocks, der den Hafen am 20. August 2019 traf. Die nigerianische Bundesregierung verhängte ein Importverbot für eine Vielzahl von Gegenständen auf dem Landweg. Das schloss eine Reihe von Lebensmitteln sowie gebrauchte Kleidung und Möbel ein. Verschärfend kam hinzu, dass der nigerianischen Zentralbank verboten wurde, Devisen für den Import solcher Güter bereitzustellen.

Die nigerianische Regierung begründete ihr Vorgehen mit hohen Schmuggelraten und der allgemeinen Notwendigkeit, Kriminalität zu bekämpfen. Bis dahin war Nigeria mit seinen 200 Millionen Einwohnern und seiner relativ hohen Kaufkraft einer der wichtigsten Abnehmer für Benin und den Hafen. Gleichzeitig hat Nigeria den Ausbau seiner eigenen Hafenkapazitäten gestartet. Die Regierung kündigte an, mit Unterstützung chinesischer Investitionen einen neuen Tiefseehafen in Warri im Bundesstaat Delta zu bauen.

Erwogen werden zudem Maßnahmen für zwei andere Häfen. Der Hintergrund ist die starke Überlastung der beiden Seehäfen von Lagos, dem wichtigsten Handelszentrum Westafrikas. Von der Überlastung des Lagos Port Complex in Apapa und des Tin Can Island Port hat Cotonous Hafen bisher profitiert.

Im harten internationalen Wettbewerb ist der Infrastrukturausbau in Lagos für Cotonou, wo bislang ein Großteil der Seefracht Nigerias umgeschlagen wurde, eine schlechte Nachricht. Kapazitätsengpässe in Nigeria haben die Nachfrage gestärkt.

John Igué, der ehemalige ­Außen- minister von Benin, warnt aber, es werde die wirtschaftlichen Aussichten klar beeinträchtigen, wenn Nigeria den Handel auf dem Landweg langfristig einschränke. Andererseits werde das aber auch den  Schmuggel zusätzlich stimulieren, da größere Knappheit die Preise in Nigeria werde steigen lassen.

Die belgischen Manager des Hafens von Cotonou prüfen nun, wie sie auf die neuen Herausforderungen reagieren sollen. Presseberichten zufolge wird im Jahr 2020 die Umsetzung eines 450-Millionen-Euro-Modernisierungsplans im Hafen von Cotonou beginnen. Ziel ist es, den Hafen für alle Abnehmer – und zwar nicht nur die nigerianischen – zu einem zuverlässigeren und effizienteren Partner zu machen. Im heftigen Wettbewerb der Häfen weltweit gibt es dazu keine Alternative.

Karim Okanla ist ein Mediendozent und freiberuflicher Autor aus Benin.
karimokanla@yahoo.com

Link
World Food Programme: Logistics Capacity Assessment.
https://dlca.logcluster.org/display/public/DLCA/LCA+Homepage
 

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Europa, aufstrebende Mächte und die Zukunft des Multilateralismus

DIE Blog - 17. Dezember 2019 - 15:10

©DIE

Wissenschaftler*innen und politische Entscheidungsträger*innen aus China, Indien, Indonesien, Brasilien, Mexiko und Südafrika sowie aus der Europäischen Union und internationalen Organisationen führten einen politischen Dialog im Retreat-Stil über die Zukunft des Multilateralismus. Teilnehmer*innen des DIE waren Sven Grimm, Silke Weinlich, Christine Hackenesch und Wulf Reiners. In Zusammenarbeit mit Methoden der Szenarienentwicklung, die zur Vorbereitung auf mögliche Zukünfte gedacht ist, diskutierte die Gruppe Faktoren, die den Multilateralismus bis zum Jahr 2040 prägen werden.

Der Gedankenaustausch und die Diskussionen fanden in einer Retreat-Atmosphäre in Cadenabbia, am Comer See in Italien statt. Anschließend führten einige Teilnehmer*innen die Debatte auf die europäische Ebene, indem sie sich mit politischen Entscheidungsträger*innen und Think Tanks in Brüssel trafen; für das DIE stellte Sven Grimm die Methodik und Debatten vor.

Die Gruppe war sich einig, dass Europa in der möglicherweise chaotischeren Welt von 2040 pragmatisch mit Akteuren zusammenarbeiten muss, die in ihrer Sichtweise auf die Welt nicht zu den Gleichgesinnten gehören, aber notwendige Partner sind, um dringende globale Fragen anzugehen. Der Klimawandel würde bis 2040, da war sich die Gruppe einig, zu einer Erwärmung auf durchschnittlich 3 Grad führen. Das würde bedeuten, dass eine Reihe von Ökosystemen die Wendepunkte überschritten hätten und die Menschheit vor existenzielle Herausforderungen stünde. Auch andere Treiber für die Welt im Jahr 2040 wurden diskutiert, unter anderem globale Machtverschiebungen, Technologie und die Frage, wer Daten kontrolliert, sowie eine Krise des Kapitalismus bei zunehmenden Ungleichheiten.

Es wurde jedoch keine Einigung erzielt, als sich die Frage von dem, was „am ehesten“ sein würde, zu dem wandte, was „am wünschenswertesten“ wäre. Die Teilnehmer*innen einigten sich auf die (breit gefasste) Idee, auf das globale Gemeinwohl hinzuarbeiten. Es wurde jedoch nicht deutlich, dass alle Diskussionsteilnehmer*innen eine institutionalisierte Welt des „dichten Multilateralismus“ wollen, d.h. einen institutionalisierten und offenen Rahmen. Auch das Clubszenario wurde von einigen als gute Option angesehen. Dies spiegelt wahrscheinlich die Zusammensetzung der Gruppe wider, in der alle Teilnehmer*innen aus Staaten mit erheblichen Machtressourcen kamen. Das Forschungsprogramm des DIE zur inter- und transnationalen Zusammenarbeit wird die Arbeit als Kombination aus der Forschung zum multilateralen System und dem Programm Managing Global Governance (MGG) unter Einbeziehung wichtiger Schwellenländer weiterverfolgen.

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Workshop zu Chancen und Herausforderungen eines internationalen Rahmenwerks für Investment Facilitation für Entwicklung bei der WTO

DIE Blog - 17. Dezember 2019 - 15:09

Während das Streitbeilegungssystem der Welthandelsorganisation (WTO) unter Druck steht und zunehmend Forderungen nach Reformen laut werden, nutzen die Mitglieder die WTO nach wie vor, um neue Regeln zu diskutieren. In diesem Zusammenhang führt eine Gruppe von mehr als 90 Ländern so genannte Structured Discussions über Investitionserleichterungen für die Entwicklung. Am 11. Dezember 2019 organisierte das DIE gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung, dem International Trade Center und dem World Economic Forum in den Räumlichkeiten der WTO in Genf einen Expert*innenworkshop zu den Chancen und Herausforderungen eines internationalen Rahmenwerks für Investitionsförderungen für Entwicklung. Unter den Teilnehmer*innen befanden sich WTO-Delegierte, Vertreter*innen von Investitionsförderungsagenturen, der Wissenschaft, des Privatsektors, von NRO und internationalen Organisationen. Der Workshop half dabei, die wichtigsten Maßnahmen zu identifizieren, die Regierungen ergreifen können, um Investitionsflüsse in Entwicklungsländer zu fördern und insbesondere Investitionsflüsse, die zu nachhaltiger Entwicklung beitragen.

Erfahren Sie mehr über Investitionserleichterungen und ihre mögliche Rolle für nachhaltige Entwicklung.

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Expert Workshop on Opportunities and Challenges of Establishing an International Framework on Investment Facilitation for Development at the WTO

DIE Blog - 17. Dezember 2019 - 15:07

While the dispute settlement system of the World Trade Organization (WTO) is under stress and demands for reform are increasingly voiced, members still use the WTO to discuss new rules. In this context, a group of more than 90 economies are engaged in so called structured discussions on investment facilitation for development. On 11 December 2019, DIE co-organised an expert workshop at the premises of the WTO in Geneva on the opportunities and challenges of establishing an international framework on investment facilitation for development together with the Bertelsmann Stiftung, International Trade Centre and World Economic Forum. Among the participants were WTO delegates, representatives of Investment Promotion Agencies, academia, the private sector, NGOs, and intergovernmental organisations. The expert workshop helped to identify key measures that governments can take to facilitate investment flows into developing economies and, especially, investment flows that contribute as much as possible to sustainable development.

Learn more about investment facilitation and its potential role for sustainable development.

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Regionalveranstaltung "Agrarökologie stärken" in Bonn

INKOTA - 17. Dezember 2019 - 15:04
Das Positionspapier zu Agrarökologie, in dem sich vor genau einem Jahr 56 Organisationen füre eine zukunftsfähige Umgestaltung des globalen Landwirtschafts- und Ernährungssystems ausgesprochen haben, entfaltet weiter seine Wirkung.
  • Was: Regionalveranstaltung "Agrarökologie stärken"
  • Wann: Dienstag, 04.02.2020, ab 10 Uhr
  • Wo: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Deichmanns Aue 29, 53179 Bonn
  • Die Teilnahme ist konstenlos, eine Anmeldung ist allerdings erforderlich. Hier können Sie sich anmelden.
Agrarökologie entwickelt Lösungsansätze für viele soziale und ökologische Probleme in Landwirtschafts- und Ernährungssystemen in Zeiten des Klimawandels. Das dies auch immer dringender benötigt wird zeigen zahlreiche internationale Berichte. Daher lädt INKOTA gemeinsam mit Misereor, Brot für die Welt und Oxfam zu einer ganztätigen Diskussionsveranstltung in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ein. Dort stellen wir unser Konzept für eine agrarökologische Wende vor und wollen mit allen Interessierten darüber offen diskutieren, wie sich das Konzept der Agrarökologie umsetzen lässt und eine sozial-ökologische Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme gewährleistet werden kann. Darüber hinaus werden Expert*innen aus Wissenschaft und der Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Veranstaltung ihre Einschätzungen vortragen und unser Konzept aus ihrer jeweiligen Blickwinkeln betrachten. Alle Interessierten, insbesondere aus dem Raum Köln/Bonn, sind herzlich eingeladen an der Veranstaltung teilzunehmen. Den gesamten Ablauf der Veranstaltung finden Sie hier  Unser Positionspapier zu Agrarökologie  INKOTA-Infoblatt zu Agrarökologie Broschüre "Besser anders, anders besser: Mit Agrarökologie die Ernährungswende gestalten" Mehr zur Arbeit von INKOTA im Bereich Agrarökologie
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