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Covid-19 und die Folgen für Kinder: Wir müssen eine globale Katastrophe verhindern!

Unicef - 12. April 2020 - 6:00
Mit jeder Meldung zu steigenden Infektionszahlen in Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, in asiatischen und afrikanischen Ländern wächst die Sorge, dass auf Millionen Kinder in Ländern wie Syrien oder dem Libanon, in Slumgebieten indischer oder nepalesischer Städte oder afrikanischen Flüchtlingslagern eine kaum zu ermessende Gefahr zuläuft.
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Covid-19: Die Krise wird Entwicklungsländer am härtesten treffen

Welthungerhilfe - 10. April 2020 - 12:47
Der Strudel der Pandemie wird ärmere Länder um Jahre zurückwerfen. In Fachkreisen beginnt die Debatte, wie die Politik darauf reagieren muss. Einige Leseempfehlungen.
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Positive Trendumkehr in der Entwicklungsfinanzierung nötig

#2030Agenda.de - 10. April 2020 - 5:12

Die Inter-Agency Task Force (IATF) on Financing for Development hat heute ihren neuen Bericht zum Stand der Entwicklungsfinanzierung veröffentlicht. Der Financing for Sustainable Development Report erscheint einmal jährlich und ist die wichtigste Studie zum Monitoring der internationalen Vereinbarungen, die 2015 auf der Konferenz der Vereinten Nationen (UN) zur Entwicklungsfinanzierung in Addis Abeba getroffen wurden. Er hätte eigentlich das Financing for Development Forum der UN beraten sollen, das jährlich im April in New York stattfindet. Dieses wurde jedoch wegen der Coronapandemie verschoben. Stattdessen standen die Autoren – Experten von internationalen Organisationen wie UN, IWF, Weltbank und OECD – vor der Herausforderung, die Coronakrise noch kurzfristig zu berücksichtigen.

Der Bericht muss konstatieren, dass es Rückschritte bei der Entwicklungsfinanzierung gab, und das obwohl er noch überwiegend mit Daten von vor der Coronakrise arbeitet. So sind etwa die Mittel für öffentliche Entwicklungshilfe in den letzten Jahren gefallen, und das Risiko schwerer Finanzkrisen ist gestiegen, da sich im Norden und im Süden hohe Schuldenberge aufgetürmt haben. Die IATF betont die zentrale Herausforderung, diesen Trend umzudrehen, wenn die Finanzierung der SDGs gesichert werden soll. Mit der Coronakrise sind ambitionierte Maßnahmen nur noch dringlicher geworden.   

Zum Download des Berichts.

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Covid-19: Durch die Gesundheitskrise droht eine Ernährungskrise

Welthungerhilfe - 9. April 2020 - 23:35
Neben Krisenreaktionen muss die langfristige Entwicklung im Blick bleiben und Ernährungssysteme transformiert werden. Die Welthungerhilfe bezieht Stellung.
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Ostern in der Krise?

Misereor - 9. April 2020 - 15:18
Nun hat die vierte „Coronawoche“ begonnen und das heißt die vierte Woche der Kontaktbeschränkungen, beständig steigenden Zahlen von Infizierten und Verstorbenen.

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Kinderbetreuung während der Corona-Pandemie: Tipps für Eltern, die ins Krankenhaus müssen

Unicef - 9. April 2020 - 15:05
Wenn Eltern so schwer am Coronavirus erkrankt sind, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, trifft das Familien hart. Wie bleiben die Kinder in einer solchen Ausnahmesituation gut versorgt? Wer kann sich kümmern? Wir haben Empfehlungen zusammengestellt.
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Webinar: Schuhe aus Indien - Menschenrechte bei der Arbeit

INKOTA - 9. April 2020 - 13:45
  • Was: Webinar mit Anne Neumann, Kampagnenreferentin „Change Your Shoes“ bei INKOTA, zum Thema Menschenrechte in der indischen Schuhindustrie und Lieferketten
  • Wann: Dienstag, 21. April, 18.00-19.30 Uhr
  • Wo: Überall, da es sich um ein Webinar handelt
Kinderarbeit, Löhne weit unterhalb des Existenzminiums, gefährliche Chemikalien. Die miserablen Zustände in Leder- und Schuhfabriken sind oft noch weniger bekannt, als die Zustände in Textilfabriken. Doch wer kann daran etwas ändern? Wir tragen Sandalen, Highheels oder Sneaker. Doch tragen wir auch Verantwortung für die Produktion unserer Schuhe? Anfang 2020 machten wir mit einer Gruppe vom INKOTA-netzwerk und dem Südwind-Institut eine Rundreise in Indien. Dort sprachen wir mit Leder- und Schuharbeiter*innen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gewerkschaften, aber auch mit Unternehmen und Regierungsstellen. Im Workshop berichtet Anne Neumann, Kampagnenreferentin „Change Your Shoes“ beim INKOTA-netzwerk, von den schwerwiegendsten Problemen der Arbeiter*innen. Dabei sprechen wir auch die aktuell verschärften Menschenrechtsverletzungen durch die Corona-Krise an. Im Webinar wollen wir diskutieren, wie wir die Arbeiter*innen der Schuhindustrie solidarisch unterstützen können und was Unternehmen und Politik tun müssen, damit wir nicht mehr auf Ausbeutung stehen, gehen und laufen. Zum Abschluss des Webinars geht es auch um die Chancen, die ein Lieferkettengesetz für die Arbeiter*innen in der Schuhindustrie bietet. Wenn Sie wissen wollen, was in Ihrem Schuh steckt und wie Sie zu mehr Gerechtigkeit in der Schuhproduktion beizutragen können, dann melden Sie sich jetzt an. Schreiben Sie dafür einfach eine E-Mail an: cccprojekt@inkota.de Dieses Webinar ist Teil einer Reihe, die aufgrund der Corona-Krise aus dem Aktionstreffen der Kampagne für Saubere Kleidung entstanden ist: Digitales Aktionstreffen 2020 

Nehmen Sie auch am Webinar "Wie unterstützt das Textilbündnis jetzt Arbeiter*innen?" teil Erfahren Sie mehr über die Kampagne "Change your Shoes"
Unterzeichen Sie jetzt die Petition für ein Lieferkettengesetz

Gefördert durch Brot für die Welt aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, den Katholischen Fonds, die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

        
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9. April 2020

ONE - 9. April 2020 - 13:04

1. Forderungen nach mehr Unterstützung für Afrika
Das Coronavirus breitet sich zunehmend auf dem afrikanischen Kontinent aus, wie unter anderem N-tv thematisiert. Die Infiziertenzahl sei dort auf mehr als 10.000 gestiegen. Das Virus habe bereits 500 Tote gefordert, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet. Nachdem sich das Virus vergleichswiese spät auf dem Kontinent verbreitet habe, gehe die Ausbreitung nun umso schneller vonstatten. Virologe Christian Drosten warnt vor katastrophalen Szenarien für Afrika. Auch Entwicklungsminister Gerd Müller warnt vor den Folgen für Entwicklungsländer und ruft zu Ostern zu mehr Spenden für Hilfsorganisationen auf, wie unter anderem die Rheinische Post Online berichtet. Aufgrund mangelnder Testkapazitäten wird die Dunkelziffer der Infizierten in Afrika so hoch wie nirgends sonst geschätzt, wie Focus Online meldet. Noch sehe WHO-Regionaldirektor Matshidisoo Moeti aber auch die Chance, die Übertragung des Virus zu reduzieren und verlangsamen. Das größte Hindernis seien jedoch die schwachen Gesundheitssysteme in vielen afrikanischen Staaten, die ohne Corona bereits überlastet seien. Durch Bürgerkriege und andere Krankheiten wie Hepatitis, HIV, Tuberkulose oder Malaria seien viele Menschen bereits geschwächt und so anfälliger für das neue Virus. Die Partei Die Grünen fordert daher die internationale Gemeinschaft sowie spezifisch die Bundesregierung auf, Entwicklungsstaaten im Kampf gegen das Virus stärker zu unterstützen, wie Spiegel berichtet. In einem Positionspapier fordern die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag unter anderem eine Corona-Taskforce und einen Corona-Hilfsfond für schwächere Staaten von den Vereinten Nationen. Die Bundesregierung müsse zudem „kurzfristig mindestens zwei Milliarden Euro zusätzlich für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe“ bereitstellen.

2. Corona verschärft andere Krankheiten
Das neuartige Coronavirus führt nicht nur bei Infizierten zu medizinischen Problemen, wie Christina Berndt in der Süddeutschen Zeitung thematisiert. Bereits 6.500 Kinder seien in der Demokratischen Republik Kongo an Masern gestorben. Gesundheitsexpert*innen fürchten eine Rückkehr der Masern aufgrund von Covid-19. In mehr als zwanzig Ländern seien Masern-Impfkampagnen ausgesetzt worden, weil die Mitarbeiter*innen im Gesundheitssystem mit der Behandlung von Coronapatient*innen beschäftigt seien. Die Masern zeigen in stärker von Armut betroffenen Ländern deutlich häufiger einen tödlichen oder schweren Verlauf mit langfristigen Behinderungsfolgen. Aufgrund der Angst vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 oder um dem Gesundheitssystem nicht zur Last fallen zu wollen, meiden immer mehr Menschen gesundheitliche Einrichtungen. Die wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus können zudem zu Stress oder Depressionen führen, die ernsthaften physischen und psychischen gesundheitlichen Probleme verursachen können.

3. Sudan: Ex-Präsident Al-Baschir verurteilt
Der ehemalige sudanesische Präsident Omar al-Baschir hat seine Berufung gegen eine zweijährige Haftstrafe wegen Korruption verloren, wie Zeit Online und ORF.at melden. Seit Dezember 2018 habe es Demonstrationen gegen den Langzeitdiktator gegeben, der sein Land fast dreißig Jahre autoritär regiert habe. Im April 2019 sei er gestürzt worden und im Dezember desselben Jahres wegen Korruption und unrechtmäßigem Besitz von Devisen verurteilt worden. Seitdem befinde er sich in der Hauptstadt Khartum in Haft. Zudem werde ihm vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Dafur vorgeworfen. Die derzeitige sudanesische Übergangsregierung habe angekündigt, ihn im Februar an die Niederlande auszuliefern. Al-Baschir streite alle Vorwürfe ab.

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Sign-On letter calling for halt to WTO Fisheries Subsidies Negotiations

Forum Umwelt & Entwicklung - 9. April 2020 - 12:50

Dear Members of Civil Society,

 

thank you for your correspondence of 1 April and for the concerns and suggestions you presented therein. It is vital that, in these extraordinary circumstances, we hear and interact with all stakeholders with a view to finding the best possible way forward.

 

I would like to say at the outset that we are currently in unprecedented times given the emergency health situation. The WTO and other international organisations are working closely with one another and with national governments to do whatever we can, within our mandates, to help respond to the situation. The impact of the health crisis on developing countries is unquestionably a key part of our concern.

 

With regard to your specific requests about the future of the fisheries subsidies negotiations, it is important to understand that any action to halt or suspend negotiations is one that would need to be taken by WTO Members collectively. This is not something that is in the hands of myself or the Chair of the Fisheries negotiations, Ambassador Santiago Wills.

 

In this regard, the mandate given to WTO Members by their ministers at MC11 was to finalize the negotiations by the following Ministerial Conference which would have been MC12, in June this year, which was in line with the 2020 deadline in SDG target 14.6. As you are aware, however, that conference has been postponed by Members because of the COVID-19 pandemic. Given this, how the fisheries negotiations should proceed, just like several other ongoing issues at the WTO, will need to be discussed among WTO Members themselves and an appropriate course of action decided upon.

 

At the present time, and until Members can reach an understanding on the way forward, the Chair of the negotiations is doing what is necessary to keep Members apprised of the situation while seeking to continue the discussions under the mandate given to him from WTO Members. In this process, Ambassador Wills has been meticulous in keeping all delegations informed and taking into account the views of all delegations. Considering the difficulties faced by many Members in these challenging times, Ambassador Wills has sought a range of solutions which would enable Members to continue exchanging views and collectively looking for ways forward. No consolidated text has been issued, no final decisions have been taken and any such actions will only be taken after full consultations with and proper discussions among WTO Members.

 

Ambassador Wills understands as I do that all Members are in this process together and that the only way we can tackle the imminent threat to our oceans is for Members to do so jointly, and that we will now need to do this with the effects of the health crisis also in mind. Ambassador Wills will continue to be guided by the mandate which Members have given him, but both he and I will be listening to the views of all Members and taking decisions on the path forward for the negotiations accordingly.

 

With regard to the modalities for holding meetings, this is an issue currently under consideration by myself and the Chair of the General Council and where there will need to be consultation with all WTO Members. No decisions have been taken yet, but, where possible, we are looking to find an acceptable path forward in a way that ensures transparency and inclusiveness for all Members, the bedrock of all work at the WTO. In this regard, concerns that may be advanced by any WTO member will continue to be taken into account fully.

 

Thank you for putting forward your views.

 

Download the letter: Call to Halt Fisheries Subsidies Negotiations in the Middle of the COVID 19 Crisis Download the letter: to members of Civil Society
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Webinar: Wie unterstützt das Textilbündnis jetzt Arbeiter*innen?

INKOTA - 9. April 2020 - 12:27
  • Was: Webinar mit Berndt Hinzmann, Referent für die Kampagne für Saubere Kleidung beim INKOTA-netzwerk und Mitglied im Steuerungskreis des Textilbündnis und
    Johannes Norpoth, Koordinator der zivilgesellschaftlichen Akteure im Textilbündnis
  • Wann: Donnerstag, 16. April 2020, 18.00-19.00 Uhr
  • Wo: Überall, da es sich um ein Webinar handelt
Der deutsche Entwicklungsminister Müller fasst die Auswirkungen der Corona-Krise auf Textilarbeiter*innen im globalen Süden so zusammen: „Viele globale Lieferketten wie beispielsweise Textil drohen zusammenzubrechen. In Bangladesch wurden Aufträge für 1,4 Milliarden Euro storniert. 1,2 Millionen Näherinnen, die ohnehin nur einen Hungerlohn bekommen, stehen vor dem Nichts.“ Zunächst war die weltweite Textil- und Bekleidungsherstellung unter Druck geraten, weil wichtige Vorprodukte aus China nicht mehr geliefert werden konnten. Jetzt können die Textilfabrikanten ihre fertigen T-Shirts, Hosen und anderen Modewaren nicht mehr an die globalen Markenunternehmen verkaufen. Der Modeeinzelhandel musste schließlich fast weltweit die Pause-Taste drücken. Corona-Krise: Textilarbeiter*innen droht Hunger und Krankheit Hinter den Zahlen stehen die Schicksale von Arbeiter*innen in den Produktionsländern wie Bangladesch, Indien oder Kambodscha. Wenn Fabriken schließen, haben sie von heute auf morgen kein Einkommen mehr. Da sie in der Regel von den mageren Löhnen keine Ersparnisse zurücklegen konnten und staatliche Absicherung fehlt, heißt das sehr schnell: Hunger für ganze Familien. Über allem steht die große Angst vor der Ansteckung mit dem Coronavirus – in den dicht belegten Unterkünften der Arbeiter*innen, in überfüllten Transportmitteln bei dem Versuch nach Hause oder zurück zum Arbeitsort zu kommen, in den noch produzierenden Fabriken, mit ihrer katastrophalen hygienischen und medizinischen Ausstattung. Wie kann das Bündnis für nachhaltige Textilien, das Entwicklungsminister Müller 2014 nach der Katastrophe von Rana Plaza gegründet hat, hier helfen? Welchen Beitrag kann die deutsche Politik für die Arbeiter*innen in den Produktionsländern leisten? Wie können Modeunternehmen, die in Deutschland aktiv sind, auch in der Krise ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommen? Diese Fragen diskutieren miteinander und mit Ihnen:
Berndt Hinzmann, Referent für die Kampagne für Saubere Kleidung beim INKOTA-netzwerk & Mitglied im Steuerungskreis des Textilbündnis und
Johannes Norpoth, Koordinator der zivilgesellschaftlichen Akteure im Textilbündnis. Wenn Sie wissen wollen, wie das Textilbündnis und Sie persönlich in der Corona-Krise zu mehr Gerechtigkeit in der Bekleidungsproduktion beitragen können, dann melden Sie sich jetzt an. Schreiben Sie dafür einfach eine E-Mail an: cccprojekt@inkota.de Dieses Webinar ist Teil einer Reihe, die aufgrund der Corona-Krise aus dem Aktionstreffen der Kampagne für Saubere Kleidung entstanden ist: Digitales Aktionstreffen 2020  Nehmen Sie auch am Webinar "Schuhe aus Indien - Menschenrechte bei der Arbeit" teil Erfahren Sie mehr über die Kampagne für Saubere Kleidung
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Gefördert durch Brot für die Welt aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, den Katholischen Fonds, die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

        
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EU bietet Unterstützungsmittel für Afrika – ohne neues Geld

EurActiv - 9. April 2020 - 12:01
Die EU hat ein Unterstützungspaket im Wert von insgesamt 15,6 Milliarden Euro für von der Coronavirus-Pandemie betroffene Entwicklungsländer vorgestellt. Die Union räumte jedoch ein, dass dies lediglich eine Umschichtung der Mittel darstellt und keine neuen Gelder bereitgestellt werden.
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Wie die Corona-Krise das „Recht auf Stadt“ infrage stellt

DIE - 9. April 2020 - 11:16

Ende März verhängte der indische Premierminister Narendra Modi eine dreiwöchige Ausgangssperre, um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus abzuwenden. Seitdem machen sich Zehntausende Wanderarbeiter*innen, die vorher als billige Arbeitskräfte in den Häusern der Reichen oder auf den Baustellen der wachsenden Metropolen des Landes gearbeitet hatten, auf den Rückweg in ihre ländlichen Heimatregionen. Sie haben ihre Arbeit und oft auch Unterkünfte verloren und sehen aufgrund fehlender finanzieller und sozialer Absicherung kaum eine andere Möglichkeit, als zu ihren Verwandten ins Dorf zurückzukehren. Die Situation der Wanderarbeiter*innen steht stellvertretend für die im Zuge der Corona-Krise erhöhte Verwundbarkeit der benachteiligten Stadtbevölkerung in urbanen Räumen des globalen Südens. Darüber hinaus wirkt das Virus als Verstärker sozialer Ungleichheit. Maßnahmen für kurz- und längerfristiges Krisenmanagement und Resilienzstärkung angesichts Corona sollten daher stärker auch auf städtische Bedarfe hin ausgerichtet und durch die internationale Gemeinschaft unterstützt werden.

Aus gutem Grund wurde – auch durch das DIE -in den vergangenen Wochen immer wieder auf die Risiken der Verbreitung von COVID-19 in Ländern mit lückenhafter Gesundheitsversorgung, fehlender sozialer Sicherung und schwachen Volkswirtschaften hingewiesen. Die urbane Dimension der Krise wird bislang allerdings noch zu wenig beleuchtet. Auch in Ländern des globalen Südens werden zunehmend Schutzmaßnahmen wie Quarantäneauflagen, ‚Social Distancing‘ und intensivierte Hand- und Gesichtshygiene eingeführt. Sie sind aber in hochverdichteten und prekären urbanen Räumen kaum einzuhalten. Zu diesen gehören insbesondere Slums oder informelle Siedlungen, in denen weltweit über 1 Milliarde Menschen leben – Tendenz steigend. Diese Gebiete haben in der Regel eine hohe Wohndichte, unzureichende Wasser-, Abwasser- und Stromversorgung sowie soziale Dienstleistungen und sind durch unsichere Eigentumsrechte gekennzeichnet.

Das Virus kann sich in Slums oder informellen Siedlungen, die etwa in der kenianischen Hauptstadt Nairobi auf 10 Prozent der Stadtfläche 60 Prozent der Bevölkerung beherbergen, viel leichter ausbreiten. Ein kompletter ‚Shutdown‘ des öffentlichen Lebens, den die kenianische Regierung aktuell diskutiert, träfe die über zwei Millionen Menschen, die in Nairobi im informellen Sektor arbeiten, besonders hart. Ohne Vertrag und soziale Absicherung haben sie keinerlei Anrechte auf Kompensation. Ihre Lebens- und Wohnsituation erzwingt geradezu den Bruch mit den Schutzverordnungen. Darüber hinaus ist der Zugang zu Medikamenten und (guten) Krankenhäusern für arme Stadtbewohner*innen kaum bezahlbar. Für die knapp 100.000 Geflüchteten, die sich aufgrund der Lagerpolitik der Regierung inoffiziell in Nairobi aufhalten, verschärft sich die Situation ebenfalls erheblich.

Die Corona-Krise zeigt uns weltweit eine Kehrseite der Urbanisierung. Auch in Ländern des globalen Nordens wird das dem urbanen Leben innewohnende Versprechen auf persönliche und wirtschaftliche Entfaltung vorübergehend beschnitten. Im globalen Süden zeigt sich in dieser Krise aber noch viel deutlicher, wie wenig der Anspruch auf ein „Recht auf Stadt“, den der französische Sozialphilosoph Henri Lefebvre vor rund einem halben Jahrhundert formulierte, bislang eingelöst ist. Der Begriff bezieht sich auf einen de jure oder de facto abgesicherten Zugang der Stadtbevölkerung zu städtischen produktiven und kreativen Gütern und Orten, zu Dienstleistungen und zu Wissen. Dieser war bereits vorher nicht gegeben, die Pandemie wirkt aber als Verstärker der urbanen Verwundbarkeit und Ungleichheit.

Kaum zufällig setzten sich im Rahmen der Vorbereitung der dritten Weltkonferenz für Nachhaltige Stadt- und Wohnungsentwicklung (Habitat III), die 2016 in Quito, Ecuador, stattfand, insbesondere die Delegationen einiger Länder Lateinamerikas dafür ein, dieses „Recht auf Stadt“ in den Zielkatalog des Abschlussdokumentes zu integrieren. Lateinamerika gehört im weltweiten Vergleich zu den am stärksten urbanisierten Regionen. Gleichzeitig sind viele ihrer Länder (und Städte) von extremer sozialer Ungleichheit geprägt.

Obwohl sich gesellschaftliche Verwundbarkeit und Ungleichheit in den Städten und informellen Siedlungen konzentrieren, müssen Unterstützungsmaßnahmen in der Corona-Krise auf mehreren Ebenen, das heißt über die lokal-städtische Ebene hinaus, ansetzen. Auf Siedlungsebene ist es wichtig, dass lokale (Religions-, Migrant*innen- oder Jugend-) Gemeinschaften und deren Führungspersönlichkeiten Verhaltensregeln mit an die Öffentlichkeit kommunizieren, ihre Akzeptanz erhöhen und zu einer weiteren Verbreitung beitragen. Denn staatliche Institutionen und Ordnungskräfte genießen unter der benachteiligten Stadtbevölkerung – wie etwa den indischen Wanderarbeiter*innen – oft wenig Vertrauen, nicht selten verbunden mit früheren Vertreibungserfahrungen im Namen der Stadt(teil)sanierung. Städtische Verwaltungen und Dienstleistende sollten die community leaders organisatorisch, finanziell und mit Expertise unterstützen. Nationale Institutionen müssen kurzfristig aufgesetzte Hilfsmaßnahmen und –transfers sowie Systeme für den längerfristigen Umgang mit Krisen auf die Situation der armen städtischen Bevölkerung hin ausrichten, auch auf Gruppen mit eingeschränkter Rechtssicherheit.

Die internationale Gemeinschaft kann durch Beratung und finanzielle Unterstützung auf all diesen Ebenen wichtige Beiträge leisten. Sie käme damit den im Rahmen von Habitat III formulierten Visionen (der „Städte für alle“ und einem „Recht auf Stadt“) ein gutes Stück näher.

Dieser Text ist Teil einer Sonderreihe unseres Formats Die aktuelle Kolumne, die die Folgen der Corona-Krise entwicklungspolitisch und sozioökonomisch einordnet. Sie finden die weiteren Texte hier auf unserer Überblicksseite.

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Bruchrechnung

Oxfam - 9. April 2020 - 11:08
Warum der Ausbruch des Coronavirus zur weltweiten Bildungskrise werden könnte – Oxfams Bildungsexpertin Sandra Dworack warnt vor den Folgen, vor allem für die Ärmsten © Emmanuel Museruka / Oxfam IBIS

Die Covid-Pandemie im Frühjahr 2020 wird sich uns allen wohl für immer ins Gedächtnis brennen.  Diese Wochen, in denen nichts mehr „normal“ ist, in denen die Sorgen um die Gesundheit unserer Familien, Freund*innen, Kollegen*innen die Gedanken bestimmen. Wochen, in denen viele Menschen Angst um ihren Job,  um ihre Zukunft haben. In denen wir uns mit homeoffice, homeschooling und  geschlossenen Kitas plagen. Eine Zeit, die uns als Gesellschaft vor große Herausforderungen stellt.

Weltweit aktuell 91 Prozent der Kinder nicht in der Schule

Covid-19 hat weltweit nicht nur eine enorme Gesundheitskrise ausgelöst, sondern zieht weite Kreise um sich. Die aktuelle Krise wird bereits erreichte Entwicklungsfortschritte zunichtemachen. Und sie wird wohl eine verheerende Bildungskatastrophe auszulösen: 1,5 Milliarden Schüler*innen und Studierende sind von Schulschließungen betroffen! Über 91 Prozent der Kinder im Schulalter können weltweit derzeit keine Schule besuchen. Schon für uns in Deutschland sind die Herausforderungen mit homeschooling und online-learning riesig. Für Kinder armer Familien in Entwicklungsländern gibt es diese Optionen schlicht nicht. Für sie bedeuten die aktuellen Schulschließungen meist das endgültige Ende ihres Schulwegs. Nur ein Bruchteil der Familien in Entwicklungsländern wird den eigenen Kindern weiterhin Zugang zu Lernressourcen ermöglichen können, Internetzugang und Lernen am Computer sind für die meisten Kinder unerreichbar.  Wie ein Brennglas zeigt die Covid-Krise die Ungleichheiten bei den Bildungschancen auf: Wer über ausreichend Mittel verfügt, kann den eigenen Kindern Kontinuität beim Lernen ermöglichen, die anderen Kinder bleiben auf der Strecke. Für alternative Lernmethoden, die auch den Ärmsten zur Verfügung stehen, etwa über das Radio, fehlt in vielen Entwicklungsländern schlicht das Geld. Viele hundert Millionen Kinder werden den Anschluss verlieren und nie wieder ins Klassenzimmer zurückkehren. Ohne Schulbildung haben sie keine Chance auf eine Ausbildung und damit auf einen Job, dessen Lohn zu einem Leben frei von Armut reicht. Die enorme Bildungskrise wird damit langfristig zur Armutskrise. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auf.

Mädchen besonders betroffen

Mädchen treffen die Covid-Krise und die Schulschließungen besonders dramatisch. Dadurch, dass sie zu Hause bleiben, verbringen sie mehr Zeit mit männlichen Verwandten im Haus, in der Folge mehren sich Fälle von sexualisierter Gewalt, frühe Schwangerschaften und frühere Verheiratung. Die  Ebola-Krise etwa führte zu einer Verdoppelung  der Rate von Teenager-Schwangerschaften, ähnliche Auswirkungen sind auch in der derzeitigen Krise zu befürchten. Zudem übernehmen meist die Mädchen typische Aufgaben der Pflege- und Sorgearbeit im Haushalt, sie kümmern sich um kranke Angehörige, besorgen Wasser und Feuerholz, Kochen und Putzen – an das Lernen in der Krise ist nicht zu denken. Und so bleiben denn auch mehr Mädchen als Jungen nach derartigen Notzeiten dauerhaft der Schule fern. Das bedeutet weniger Zugang zu Informationen, zu Aufklärung, Wissen um die eigenen Rechte und zu gesellschaftlicher Beteiligung. Ein Rückschritt für Geschlechtergerechtigkeit.

Entwicklungspolitik gefragt

Eine weitere Gefahr für die Bildungschancen der Kinder weltweit zeichnet sich schon jetzt deutlich ab: Die öffentlichen Haushalte der Länder, vor allem auch der Entwicklungsländer, sind dramatisch unter Druck. Die wenigen verfügbaren Mittel werden benötigt, um die Gesundheitsversorgung zu stützen. Investitionen in Schulsysteme werden wohl viele Länder hintenanstellen. Bessere Bildungschancen für alle Kinder rücken damit weiter in die Ferne – und damit eben auch das Ziel, die globale Armut bis 2030 zu halbieren.

Das alles lässt sich leicht ausrechnen. Jetzt ist die deutsche Entwicklungspolitik gefragt. Das Entwicklungsministerium und Minister Müller arbeiten derzeit an einem Maßnahmenpaket zur Covid-19 Pandemie. Dabei muss die Förderung der Bildung einbezogen sein, damit Lernen während und nach der Krise weitergehen kann. Die ausreichende Finanzierung sozialer Grunddienste, d.h. Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Sicherung sind mehr denn je geboten. Anderenfalls wird aus der Gesundheitskrise eine Bildungs- und  Armutskrise.

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NACHHALTIGE GELDANLAGEN 2020

RNE Termin - 9. April 2020 - 10:48
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Freiburger Startup will das Surfen im Netz sicherer und grüner machen

reset - 9. April 2020 - 7:29
Das Freiburger Startup Gardion hat einen VPN-Dienst entwickelt, mit dem die eigenen Daten mittels leistungsstarker Netzwerkfilter im Internet besser geschützt werden sollen – und das mit 100 Prozent Ökostrom.
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Die Corona-Pandemie und Xi Jinping

SWP - 9. April 2020 - 0:00

In China hat die Ausbreitung des Coronavirus die Kommunistische Partei (KP) und Staats- und Parteichef Xi Jinping vor große Herausforderungen gestellt. Anders als bei den Tiananmen-Protesten, der SARS-Epidemie 2003 oder der globalen Finanzkrise 2008 geht es heute nicht nur um den Machterhalt der KP, sondern auch um den des Mannes an ihrer Spitze: Xi Jinping ist der erste Parteichef seit der Zeit Mao Zedongs, der alle Fäden der Politik in China in einer Hand hält. Bislang scheint die Corona-Pandemie Xis Machtposition nicht zu beeinträchtigen oder gar zu gefährden. Als Xis Achillesferse könnte sich jedoch die Wirtschaft erweisen, sollte es hier zu einer massiven Verschlechterung der Lage kommen.

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Three implications of the corona crisis in Iran

SWP - 9. April 2020 - 0:00

In February, the Islamic Republic announced its first confirmed cases of the coronavirus. Within weeks, Iran became the epicenter of Covid-19 in the Middle East, prompting a serious health emergency. However, the current crisis is posing more than just medical and economic challenges that Iran has to cope with while under external pressure from sanctions. It also holds long-term socio-political ramifications for the Iranian state.

Religion takes a back seat

The corona outbreak took root in the city of Qom, home to significant religious seminaries and sites. It is not surprising that the virus spread particularly fast in pilgrimage cities such as Qom and Mashhad. The Imam Reza shrine in Mashhad alone attracts around 20 million visitors every year. Yet, nearly four weeks passed before spiritual centers in the country were closed down. Although the decision was made out of medical necessity, it was by no means self-evident. It was the first time in the history of the Islamic Republic that the government had to close mosques, cancel Friday sermons, and prohibit pilgrimages. The fact that a state which self-identifies as an Islamic republic is denying access to religious sites in times of a crisis has caused major grievances among its social base. Protesters gathered in front of holy shrines in Qom and Mashhad, where they were supported by local clerics. Some of them forcibly tried to gain access to the sites, clashing with the police. The corona crisis puts the theocratic state in an unfamiliar and rather uneasy position. It is forced to suspend religious rituals that are an essential part of its political identity and, what is more, it has to actively prevent people from performing those rituals. Due to corona, religion has been put into the back seat for the time being with the approval of the highest religious authority of the state, the Supreme leader himself.

Secularism on the rise

The current crisis is having an impact on the status of religion in Iran, but it is also affecting faith. Closing down shrines that, for centuries, were considered places of immunity and healing, is tantamount to demystifying long-held Shiite beliefs. Amid the crisis, the trend toward alternative medicine, such as “Islamic remedies” that have been largely promoted by the state in recent years, had to give way to reality as well. The corona crisis has publicly exposed the clear-cut limits of faith and superstition. Some clerics already fear a theological crisis and are warning of an Iranian renaissance that would go hand in hand with people turning their backs on religion altogether. Supporters of a secular state, on the other hand, see the current situation as a chance for a gradual cultural transformation in Iran. This perspective is based on the notion that in Europe, too, a pandemic had once contributed to the disenchantment of religion, thus ultimately paving the way for the emergence of the Renaissance. Given the current conditions, the idea of secularism in particular is gaining new traction. A separation of the political and religious spheres would fundamentally contradict the ideational concept of the Islamic Republic, which categorically rejects secularist thought. Still, the current crisis gives rise to the question of what the relationship between religion and the state should look like – a topic that has preoccupied many Iranian philosophers, sociologists, and clerics alike, even before the Islamic Republic was founded.

Rising doubts about the state

Lastly, the current crisis has further exacerbated the Islamic Republic’s legitimacy problem. In light of the celebrations for the anniversary of the revolution and the parliamentary elections in February, corona cases were not made public for quite some time. But even in the aftermath of official reports about corona-related deaths, the Iranian state acted hesitantly. Domestic power struggles hampered effective coordination efforts and made crisis management much more difficult. At the same time, the level of public trust in authorities was low. This became evident when, after the outbreak of the virus, a large segment of the population was unwilling to comply with governmental instructions. The high level of distrust toward the state was not only based on the fact that Iranian authorities had withheld information and initially not taken the situation seriously themselves. The Iranian leadership had already lost a lot of credibility after a massive crackdown on protests in November 2019 and when the Revolutionary Guards shot down a passenger plane by accident only a few months afterwards. The initial handling of the corona crisis reinforced the perception among many that the state was not up to the challenges of the day. Opponents of the Islamic Republic, who reject the idea that the state had any legitimacy to begin with, see the corona crisis as yet another confirmation of clerical incompetence. At the same time, the cluster of crises in recent months and the ways in which they have been handled have also sown doubts among supporters of the system. As a result, the question of legitimacy has now reached the social base of the Islamic Republic itself.

Corona leaves its marks

The fact that the Iranian leadership has temporarily put religion into the background is not a new phenomenon. The Islamic Republic has always given priority to political requirements when deemed expedient for the system as a whole. Still, in the current crisis, religion has taken an unprecedented back seat. For the first time since 1979, religion in its institutionalized form has been largely removed from the everyday lives of the Iranian people. Although there will be access to religious sites again before long, faith has lost part of its social relevance. Moreover, many will remember significant Shiite shrines not as places of salvation but rather as symbols of the spread of a grave pandemic. As of now, infection rates are decreasing across the country, but in the aftermath of the corona crisis, the Iranian state will face a whole new set of socio-political challenges.

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