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Die Sicht der Libyer auf Europa

E+Z - 13. November 2019 - 14:43
Why Libyans have mixed feelings about the EU

Früher bewunderten die meisten Libyer das, was auf der anderen Seite des Mittelmeers geschah. Sie sahen die EU-Länder als Modell für wohlhabende und gut organisierte Gesellschaften, die den Menschen ein gutes Leben ermöglichen. Im 20. Jahrhundert studierten tausende Libyer an europäischen Universitäten, das Ansehen der EU stieg bei ihren Landsleuten weiter.

Heute halten viele Libyer wenig von der EU. In ihren Augen sind die EU-Mitgliedsländer – besonders Britannien, Frankreich und Italien – für das aktuelle Sicherheitschaos verantwortlich. Eine von europäischen Regierungen geleitete NATO-Intervention machte 2011 den Sturz des Langzeitdiktators Muammar al-Gaddafi erst möglich (siehe Kasten). Aber mit der Sicherheit ist es seither vorbei. Seit fast zehn Jahren kämpfen konkurrierende Milizen um libysches Territorium. Konflikte können immer und überall unerwartet ausbrechen.

Einige bewaffnete Gruppen sind zudem in den Menschenschmuggel involviert. Viele Afrikaner aus dem südlichen Afrika oder den arabischen Ländern des Kontinents wollen nach Europa. Seit Libyen Transitland ist, drängen auch immer mehr Libyer nach Europa.

Große Hoffnungen

Überall in Nordafrika interessieren sich die Menschen für Europa. Seit langem möchte die Mehrheit in einer demokratischen Gesellschaft gut leben – was in einer Diktatur natürlich nicht frei geäußert werden darf. Die Aufstände des Arabischen Frühlings offenbarten, wonach sich die unterdrückten Menschen sehnen.

Libyen, Ägypten und Tunesien konnten sich von autokratischen Führern befreien. Es passt ins Bild, dass in diesem Jahr autoritäre Regime in Algerien und im Sudan vom Volk gestürzt wurden. Die großen Rückschritte in Ägypten, das Sicherheitschaos in Libyen und der brutale Bürgerkrieg in Syrien dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Menschen sich nach Freiheit sehnen. Wir wissen, dass die EU seit langem demokratische Grundsätze predigt. Jetzt sind wir enttäuscht darüber, dass sie sich nicht genügend für die Demokratie einsetzt.

Gaddafi, der von 1969 bis 2011 in Libyen autokratisch herrschte, tat alles, um ein Gefühl der nationalen Einheit zu schaffen und Feindseligkeit gegenüber dem Westen zu fördern. Aber das schaffte er nicht. Mohamed Omar, ein pensionierter Ingenieur, sagt: „Gaddafi vermittelte einen falschen Eindruck. Für die Libyer war die EU kein Feind.“

Omar studierte als junger Mann in Deutschland und war vom „gut organisierten und fortschrittlichen Lebensstil begeistert“. Damals hoffte er, Libyen wäre eines Tages auch so. Das Land habe viel Zeit verloren, meint er und hofft auf eine engere Verbindung zur EU. Für die aktuelle Lage macht er „Gaddafis dumme Ideen und die Verhinderung von Bürgeraufbegehren“ verantwortlich.

Viele andere sehen zumindest eine Teilschuld bei den europäischen Regierungen: Statt Bodentruppen zu stationieren, haben sie ein von Gewalt zerrüttetes Land seinem Schicksal überlassen.

Migration verschärft Probleme

Die Flüchtlingskrise verschärft die Probleme. Immer mehr Libyer wollen nach Europa, aber ohne Visa gibt es keine sicheren Wege. Libyer neigen dazu, die europäische Berichterstattung als verzerrt zu betrachten, weil Libyer oft als Verbrecher dargestellt werden statt als von Gewalt bedrohte Menschen. Europäische Staatschefs wollen, dass die Flüchtlinge in Libyen bleiben. Werden diese hier dann misshandelt, geben sie uns die Schuld. Begreifen die Europäer nicht, dass die libysche Staatlichkeit extrem fragil ist? Das allein verursacht großes Leid.

Die sechsjährige Sajida leidet unter einer seltenen Bluterkrankung. Als sie eine in Libyen nicht erhältliche Knochenmarktransplantation brauchte, wollte ihr Vater mit ihr nach Europa. „Ich habe mehrfach ein Visum beantragt, es wurde aber immer abgelehnt“, erzählt er. „Sie hatten wohl Angst, ich könnte die Kosten für die Behandlung nicht tragen.“

2016 beschloss er, mit seiner Tochter in einem kleinen Schlauchboot nach Europa zu fahren. Nach 33 Stunden auf dem Meer griff sie ein Schiff der italienischen Küstenwache auf und brachte sie nach Sizilien, wo das Mädchen die lebensrettende Behandlung erhielt.

Andere haben weniger Glück und überleben es nicht, das Mittelmeer in schäbigen Booten zu überqueren. Dennoch wollen immer mehr Libyer weg von Gewalt und Gesetzlosigkeit. Sie hoffen auf Asyl in Europa.

Das Paradoxe ist, dass Libyen in der europäischen Geschichte als Tor zu Afrika gesehen wurde. Nun sehen die Afrikaner es als Tor zu Europa. Auch wenn die EU und das Gaddafi-Regime Gegner waren, arbeiteten sie doch in einigen Bereichen zusammen, etwa bei der Überwachung und Einschränkung der illegalen Einwanderung.

Im Chaos nach Gaddafis Sturz war keine politische Macht in der Lage, zum effektiven Regierungspartner für die EU zu werden. Libyen ist heute ein Transitland mit durchlässigen Grenzen und ineffektiven Behörden.

Der libysche, auf Migration spezialisierte Journalist Zuhier Abusrewil sagt, „Libyer können Afrikaner verstehen, die für ein besseres Leben nach Europa fliehen wollen.“ Deshalb teilen sie die Sorgen der Europäer nicht.

Die Migration hat große Nachteile, findet der Journalist: „Libyen ist leidtragend, weil es weitgehend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen ist.“ Jetzt wollen Ausländer nicht mehr in Libyen bleiben. Die Löhne sind gestiegen, es mangelt an Arbeitskräften.

Das größte Problem aber ist das organisierte Verbrechen. Menschenschmuggler erwirtschaften hunderte Millionen von Euro. Lokale Banden haben sich mit bewaffneten libyschen Milizen und Mafia-Cliquen aus Italien und Malta zusammengetan.

Das nach der NATO-Intervention entstandene Machtvakuum hat die Sicherheit untergraben und eine lukrative illegale Branche hervorgebracht. Mit den EU-Standards, auf die die Menschen nach Gaddafis Sturz gehofft hatten, hat der libysche Alltag wenig zu tun. Nun definiert diese Ungleichheit die Sicht der Libyer auf Europa.

Moutaz Ali ist Journalist und lebt in Tripolis, Libyen.
ali.moutaz77@gmail.com

Walid Ali ist sein Bruder und Forscher. Er hat einen Master in Internationalen Beziehungen.

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13. November 2019

ONE - 13. November 2019 - 14:32

1. Mehr Frauenrechte, weniger Kinder
Anlässlich der derzeit stattfindenden Weltbevölkerungskonferenz in Kenias Hauptstadt Nairobi, richten viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Welt, Spiegel Online, die Frankfurter Rundschau, die Rheinische Post, das Hamburger Abendblatt, t-online.de und n-tv.de, ihren Fokus auf die Stärkung von Frauenrechten sowie ihren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung. Seit der letzten Konferenz in Kairo 1994 sei schon vieles erreicht worden. Einige Ziele bleiben aber unerfüllt. Einerseits habe die weltweite Mütter- und Kindersterblichkeitsrate bereits halbiert werden können. Andererseits sei geschlechterbasierte Gewalt wie Genitalverstümmelung noch immer eine Herausforderung in vielen Regionen der Welt. Der Gipfel habe Widerstand bei politisch rechten Gruppen und der katholischen Kirche ausgelöst, da sich die Veranstalter*innen auf die Verwirklichung von „reproduktiver Gesundheit und Rechte“ konzentrieren. Dazu gehöre die sexuelle Selbstbestimmung, die Beendigung von Gewalt gegen Frauen sowie der Zugang zu Möglichkeiten der Familienplanung wie ein allgemeiner Zugang zu Verhütungsmitteln.

2. Kenia: Mutter kämpft gegen Bleiverschmutzung
In der tageszeitung (taz) spricht Leonie Asendorpf mit der kenianischen Umweltaktivistin Phyllis Omido über ihr Engagement für faires und nachhaltiges Recycling von Elektromüll. Omido habe in der Batterie-Recycling Fabrik in EPZ in der Nähe von Mombasa gearbeitet. Durch den Einsatz von veralteten Technologien habe die Produktion sowohl die Belegschaft als auch Umwelt und Böden vergiftet. Landwirtschaft könne dort nun kaum mehr betrieben werden. Als Omidos Sohn an einer Bleivergiftung schwer erkrankte, habe sie begonnen, sich öffentlich zu engagieren und Aufmerksamkeit für die gesundheitsschädlichen Zustände bei der Bleiverarbeitung zu schaffen. Trotz Schikanen, Verhaftungen und Todesdrohungen führe Omido ihr Engagement fort und fordere insbesondere die größten Industrienationen, darunter Deutschland, dazu auf, kein Blei aus unsicheren Quellen zu kaufen. Dies sei eine notwendige Bedingung, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken.

3. Nigeria: Öl-Diebstahl mit weitreichenden Folgen
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung thematisiert den Öl-Diebstahl in Nigeria. Nach Angaben einer lokalen Zweigstelle einer Initiative von Rohstoffexpert*innen, der Nigeria Natural Resource Charter (NNRC), verschwinden jeden Tag über 40.000 Fässer Rohöl. Dies sei ein weltweiter Rekordwert. Die Menge an geklautem Rohöl steige kontinuierlich. Zum einen zapfe die einfache Dorfbevölkerung die Pipelines im Nigerdelta an und zum anderen stehlen vor allem gewalttätige Milizen das Öl und kapern Öl-Laster sowie Tankschiffe. Jährlich verliere das westafrikanische Land rund 2,5 Milliarden Euro durch die Diebstähle – rund zehn Prozent des Staatshaushalts. Trotz seines Ölreichtums kämpfe Nigeria mit einer der weltweit höchsten Raten von extremer Armut. Nur ein Bruchteil der Steuereinahmen durch den Ölhandel komme bei der Mehrheit der Bevölkerung an. Verantwortlich dafür seien korrupte Strukturen in Politik und Militär.

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Jeder Mensch muss essen, schlafen, trinken und? Aufs Klo. PUNKT.

ONE - 13. November 2019 - 13:41

Dies ist ein Gastbeitrag der German Toilet Organization (GTO) im Rahmen unserer Blogserie zum Welttoilettentag am 19.11.2019.
Autor*innen: Sabina Kolliwer und Luisa Pfahler, Junior Projektassistent*Innen bei der GTO und Student*Innen der Internationalen Not- und Katastrophenhilfe.

Grafik: German Toilet Organization e.V.

Auf Klo gehen ist ein Grundbedürfnis. Menschen mit einem Zugang zu sicherer Sanitärversorgung und sauberem Wasser müssen sich darüber im Alltag kaum Gedanken machen. Für viele andere bedeutet es jedoch, täglich mehrmals nach einem geeigneten Ort zu suchen – mit Würde, Privatsphäre und hygienischen Umständen hat dies oft nichts zu tun. Dabei ist der Zugang zu sicheren, sauberen und hygienischen Toiletten seit 2015 ein Menschenrecht.

Agenda 2030 – Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Bis 2030 hat sich die Weltgemeinschaft Zeit gegeben, die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ziel 6 fordert sichere Toiletten, sauberes Trinkwasser und Zugang zu Hygiene für alle. Der globale Trend zeigt: in den letzten 10 Jahren haben 2,1 Milliarden Menschen Zugang zu sanitärer Grundversorgung erhalten. Dennoch – zwei Drittel der Weltbevölkerung lebt ohne sichere Toilette. 673 Millionen Menschen verrichten ihr Geschäft im Freien. Diese Toiletten-Krise hat gravierende Auswirkungen auf Gesundheit, Umwelt oder Bildung. Etwa die Hälfte aller Mädchen weltweit besucht eine Schule ohne Schultoiletten. Die fehlende Intimsphäre und schlechte Hygienebedingungen sorgen dafür, dass Mädchen der Schule fernbleiben oder sie sogar ganz abbrechen, sobald sie ihre Periode bekommen.

World Toilet Day 2019

Unter dem Motto „Leaving no one behind“ findet am 19.11.2019 der World Toilet Day statt. Was das bedeutet? Es muss sichergestellt werden, dass alle Menschen einen fairen und gleichen Zugang zu angemessener Sanitärversorgung haben. Dafür müssen Staaten ihre Bemühungen beschleunigen, um die Menschen einzubeziehen, die bisher ausgegrenzt werden oder schwer erreichbar sind. Dazu zählen unter anderem Menschen mit Behinderungen, Kinder, alte und kranke Menschen, Geflüchtete und Menschen, die in Armut oder entlegenen Regionen leben.

Photo Credit: SuSanaSecretariat

Das Toiletten-Tabu brechen

Die German Toilet Organizaton e.V. (GTO) hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Thema überall offen anzusprechen und so gegen die ungleiche Verteilung anzukämpfen. Seit 14 Jahren vernetzt sie eine Vielzahl öffentlicher und staatlicher Akteure und Partnerorganisationen und teilen Know-How. Zudem engagiert sich die GTO für alle Menschen, die von einer unzureichenden Sanitär-, Wasserversorgung und Hygiene (WASH) betroffen sind, unabhängig davon, ob sie im Ausland oder in Deutschland leben.

„Alle müssen Müssen können!“

Am 18.11.2019, dem Vortag des jährlich wiederkehrenden World Toilet Day, startet auf dem Potsdamer Platz eine Aktion im Rahmen des Projekts Klobalisierte Welt. Diese wird von Berliner Schüler*innen durchgeführt. Dort werden die Jugendlichen eigene Ideen öffentlichkeitswirksam umsetzen und wollen so auf die globale Sanitärkrise aufmerksam machen. Ihre Forderungen rufen die Schüler*innen an einem „Klo-Pult“ aus. Gepaart mit einer Bildergalerie veranschaulicht eine übergroße selbstgebaute „schlechte“ Toilette den Zustand der sanitären Grundversor-gung weltweit. Flaschen mit verdrecktem Wasser und ein Klo-Kuchen verdeutlichen die für Millionen von Menschen problematische Trinkwasserversorgung weltweit sowie deren Auswirkungen auf Gesundheit und Mangelernährung.

Habt ihr Fragen zur Arbeit der German Toilet Organization (GTO) und ihren Projekten?
Schaut euch gerne um unter: www.germantoilet.org und verfolgt ihre Seiten bei Twitter, Facebook und Instagram.

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Lungenentzündungen töten mehr Kinder als jede andere Krankheit

Vereinte Nationen - 13. November 2019 - 12:23

13. November 2019 - Alle 39 Sekunden stirbt ein Kind an einer Lungenentzündung. Damit tötet die Krankheit mehr Kinder als jede andere Krankheit auf der Welt. Allein im Jahr 2018 starben 800.000 Kinder an einer Lungenentzündung.

Obwohl dies bekannt ist, sind die Mittel zur Verbesserung der Überlebensraten weiterhin beschränkt, warnten die Vereinten Nationen am Welttag der Lungenentzündung. Nur drei Prozent der weltweiten Forschungsausgaben für Infektionskrankheiten werden für diese Krankheit aufgewendet, die für 15 Prozent der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren verantwortlich ist.

Zudem besteht ein enger Zusammenhang zwischen Todesfällen durch Kinderlungenentzündung und Armut. Mangelnder Zugang zu Trinkwasser, unzureichende Gesundheitsversorgung und die Belastung durch Unterernährung und Luftverschmutzung sind Hauptgründe für die Anfälligkeit für die Krankheit.

"Die Tatsache, dass diese vermeidbare, behandelbare und leicht zu diagnostizierende Krankheit die weltweit größte Todesursache für Jugendliche ist, ist ziemlich schockierend," sagte Dr. Seth Berkley, CEO der Vaccine Alliance.

Die UN fordert Länder auf, Strategien zur Bekämpfung und Prävention von Lungenentzündungen zu entwickeln und umzusetzen und bittet insbesondere reiche Länder die Kosten für wichtige Impfstoffe zu senken und dadurch Impfraten anzukurbeln.

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Steuerstaat und Fiskalverfassung

DIE - 13. November 2019 - 12:14
Die vergangenen 15 Jahre waren in Lateinamerika eine Zeit weitreichenden gesellschaftlichen Wandels. Das Wachstum der städtischen Mittelschichten, verbunden mit dem schon länger andauernden demographischen Wandel, stellt die Regierungen vor neue Herausforderungen im Hinblick auf die Versorgung mit öffentlichen Gütern und Dienstleistungen, aber auch die politische Integration. Die fiskalischen Systeme der Staaten haben diesen Wandel indessen nicht in gleichem Maße vollzogen. Nach wie vor sind sie aufkommensschwach, sozialpolitisch unausgewogen und wenig geeignet, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Notwendig wäre nun eine Verbreiterung und Vertiefung der Fiskalverträge. Mit Verbreiterung ist gemeint, dass die Einnahmenbasis der Staaten auf eine breitere Grundlage gestellt werden muss, welche insbesondere die ökonomischen Eliten in angemessenem Umfang steuerlich heranzieht, aber auch nicht vor der Aufgabe zurückschreckt, die Schattenwirtschaft energischer als bisher zu bekämpfen. Mit Vertiefung ist gemeint, dass die Staaten dauerhaft mehr Ressourcen mobilisieren müssen, um ihre politischen Aufgaben erfüllen zu können. Hier sollten auch die subnationalen Gebietskörperschaften ihr Potenzial zur Ressourcenmobilisierung stärker als bisher ausschöpfen.
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Mitmischen: Kinderrechte - Demokratie - Zukunft

Unicef - 13. November 2019 - 12:00
Kids Takeover in  Schloss Bellevue: Zum 30. Geburtstag der Kinderrechte haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender 14 Mädchen und Jungen aus Deutschland sowie aus Afghanistan und Malawi ins Schloss Bellevue eingeladen. Mehr Infos zum Pressetermin in Berlin gibt es hier. 
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Re:publica 2020: Jetzt deinen Beitrag einreichen - ASAP

reset - 13. November 2019 - 6:37
Vom 6. bis 8. Mai 2020 wendet sich die Konferenz re:publica unter dem Motto ASAP („as soon as possible“) der realen und gefühlten Dringlichkeit zu, in der sich unsere digitale Gesellschaft aktuell befindet. Der Call for Participation ist gestartet – reiche deine Ideen jetzt ein!
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Die Tragik Hongkongs und Schwierigkeiten der deutschen Chinapolitik

SWP - 13. November 2019 - 0:30

Der 22-jährige Chow Tsz-lok ist nach seinem tödlichen Sturz von einem Parkhaus am vergangenen Freitag der erste Märtyrer der Protestbewegung in Hongkong. Seit mehr als fünf Monaten demonstrieren die Menschen gegen die Regierung. Gemessen an den zeitweise Millionen von Demonstranten war die Zahl der Schwerverletzten oder Verhafteten bislang gering. Die Polizeigewalt gehe auf Agenten aus dem Festland zurück, so die Demonstranten. Peking wirft der Bewegung wiederum vor, sie zerstöre die friedliche Gesellschaft. Was kann die deutsche Politik in solch einer konfrontativen Situation erreichen?

In der Zwickmühle des »Einen Landes mit den zwei Systemen«

Mehr als 5000 Deutsche leben in Hongkong, 97 deutsche Unternehmen haben dort Niederlassungen. Die britisch-chinesische Vereinbarung, auf deren Grundlage die Kolonie Hongkong im Jahr 1997 an die Volksrepublik gegeben wurde, war für beide Seiten eine Art Wette. Das Prinzip »Ein Land, zwei Systeme« sollte bis 2047 gelten. Bis dahin sollte Hongkongs gesellschaftliches System unter der Oberherrschaft Pekings erhalten bleiben. Deng Xiaoping, damals de-facto-Machthaber Chinas, dürfte angenommen haben, dass bis 2047 die Anpassung Hongkongs an das kommunistische China vollzogen sein würde. Großbritannien wiederum hoffte, dass sich China bis zum Stichtag demokratisiert haben würde. Für die internationale Gemeinschaft eine bequeme vorläufige Lösung. So konnte Hongkong Chinas finanzielle Drehscheibe und Sitz aller westlichen Unternehmen bleiben, die die Rechtssicherheit und strengen Regeln des dortigen Finanzmarkts einem Standort im Willkürstaat China vorzogen.

Beide Seiten lagen falsch. Heute macht sich in Hongkong die Erkenntnis breit, dass es die Bevölkerung ist, die die Wette verliert. Denn Hongkong ist keine Demokratie – und war auch unter der Kolonialherrschaft nie eine. Es ist aber eine freie Gesellschaft in Kultur, Bildung, Kommerz und der Herrschaft des Rechts. Jungen Hongkongern wird vor Augen geführt, was es für ihr Leben bedeutet, wenn sie mit 40 oder 50 Jahren in einem System wie dem der Volksrepublik leben müssen. Und so reagierten sie empfindlich, als Peking begann, die Angleichung an das politische System der Volksrepublik mit der Brechstange durchzusetzen, die Wahlerfolge demokratischer Parteien in den Distrikten bei der Besetzung der Regierungsposten ignorierte und sich über die britisch-chinesische Abmachung hinwegsetzte, ab 2017 freie Wahlen zuzulassen. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärte die Vereinbarung zu einem »wertlosen Stück Papier«.

Hier war die Bundesregierung bereits einmal gefordert. Ray Wong und Alan Li, zwei Aktivisten der »Regenschirmbewegung« der Jahre 2014 und 2016, wurden wegen ihrer Forderung nach einem von China unabhängigen Hongkong angeklagt und setzten sich nach Deutschland ab. Die Bundesregierung gewährte ihnen Bleiberecht, sehr zum Missfallen Pekings, dessen Anhänger vor dem deutschen Generalkonsulat in Hongkong protestierten.

Hongkong, das Westberlin Asiens?

Im Jahr 2015 wurden fünf Hongkonger Buchhändler, deren kritisches Sortiment Pekinger Missfallen erregte, entführt und anschließend im Festlandsfernsehen mit »Geständnissen« ihrer »Schuld« vorgeführt. Vier Jahre später brachte die Regierungschefin Hongkongs, Carrie Lam, einen Gesetzentwurf ein, der dafür eine gesetzliche Grundlage schaffen sollte: Von den Behörden der Volksrepublik wegen dort strafbarer Vergehen gesuchte Hongkonger Bürger sollten künftig ausgeliefert werden können. Das war im Juni der Anstoß für die derzeitigen Proteste. Als Carrie Lam es ablehnte, den Gesetzentwurf auch nur zu diskutieren, fanden die Demonstrationen immer häufiger statt — selbst nachdem die Regierungschefin den Gesetzentwurf zurücknahm.

Als Angela Merkel Anfang September zu Regierungskonsultationen nach Peking reiste, blieb ihr nur der Appell, eine friedliche Lösung zu finden. Im selben Monat kam der Hongkonger Aktivist Joshua Wong auf Einladung der »Bild«-Zeitung zur Feier der Maueröffnung nach Berlin. Er stellte den Bezug zum blutigen Ende der Pekinger Protestbewegung vor 30 Jahren her und sagte: »Wenn wir in einem neuen Kalten Krieg sind, dann ist Hongkong das neue Berlin«. Die Kanzlerin empfing ihn nicht. Ignorieren konnte ihn die Regierung aber auch nicht. Die Lösung: Außenminister Heiko Maas schüttelte Wong am Rande einer Veranstaltung die Hand. Es war eine sorgfältig kalibrierte Wahrnehmung der Bedeutung der Proteste in Hongkong, ohne aber protokollarischen Aufwand damit zu verknüpfen. Peking verstand und protestierte nur verhalten gegen die »Respektlosigkeit«.

Erst als die gewalttätigen Aktivisten die Hongkonger Büros der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua stürmten, äußerte sich Staats- und Parteichef Xi Jinping zum ersten Mal persönlich. Im Gespräch in Shanghai versicherte er Carrie Lam seines Vertrauens darauf, dass sie Recht und Ordnung wiederherstellen werde. Damit machte er deutlich, wer letzten Endes der geeignete Sündenbock sein würde.

Abwarten ist keine Lösung

»Die deutsche Wirtschaft wird unruhig«, kommentierte der Geschäftsführer der deutschen Auslandshandelskammer in Hongkong, Wolfgang Niedermark. Wenn es schlimmer wird, würden die deutschen und andere westliche Firmen wegen der fehlenden Rechtssicherheit in der Volksrepublik nach Singapur ziehen. Also kein Grund zur Sorge für Deutschland? Im Gegenteil, und Schweigen ist nicht nur für Xi Jinping keine Lösung.

Für die Bevölkerung Festlandchinas mag es unvorstellbar sein, dass man sich in Hongkong Peking so geradeheraus widersetzt. Der Gedanke ist fremd, dass die Hongkonger, die nicht dem tagtäglichen Trommelwirbel staatlicher Propaganda Pekings ausgesetzt sind, völlig anders empfinden als Chinesen in der Volksrepublik. Alarmierend wäre es, wenn auch die Führung in Peking so wenig in der Lage wäre, Hongkong zu verstehen. Sollte die chinesische Volksbefreiungsarmee in einer Großstadt mit mehr als sieben Millionen Einwohnern so vorgehen wollen, wie seinerzeit auf dem Platz des Himmlischen Friedens, wäre ein langanhaltender Bürgerkrieg zu erwarten.

Das wäre fatal: für die Menschen in Hongkong, für China, für die Region und für alle Staaten, die an einem positiven Verhältnis zur Volksrepublik Interesse haben. Hier läge eine Chance für die chinaerfahrene Bundeskanzlerin, Xi Jinping davon zu überzeugen, dass Verständnis für Hongkong überlebenswichtig für alle Seiten ist.

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UNICEF-Umfrage: Kinder in Deutschland wollen mehr mitreden – werden aber nicht gefragt

Unicef - 13. November 2019 - 0:01
Ergebnis der UNICEF-Umfrage „My place, my rights – Jetzt rede ich!“: Kinder und Jugendliche in Deutschland wünschen sich mehr Möglichkeiten, an Entscheidungen beteiligt zu werden, die sie betreffen. Von Mai bis September 2019 haben deutschlandweit über 12.000 Mädchen und Jungen darüber Auskunft gegeben, wie sie ihre Rechte umgesetzt sehen.
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Growing Needs, Insufficient Resources

SWP - 13. November 2019 - 0:00

∎ The December 2018 Global Compact on Refugees reaffirmed the inter­national community’s commitment to refugee protection – yet willing­ness to accept refugees is in decline globally.

∎ No progress has been seen in the search for viable modes of responsibility-sharing. With the exception of Germany, all the main host countries are middle-income or developing countries.

∎ In a situation where more people are forced to leave their homes than are able to return every year, the more affluent countries must shoulder more responsibility. That would mean pledging more resettlement places and increasing public and private funding to relieve the poorer host countries.

∎ Aid organisations regularly find themselves faced with funding shortfalls. As the second-largest donor of humanitarian and development funding, Germany should campaign internationally to expand the available finan­cial resources and improve the efficiency of their use.

∎ None of the new funding ideas will master the multitude of demands on their own. New and pre-existing financing instruments should therefore be combined.

∎ The German government should collect experiences with the different funding approaches in its new Expert Commission on the Root Causes of Forced Displacement (Fachkommission Fluchtursachen). The Global Refugee Forum, which meets for the first time in December 2019, pro­vides an opportunity to start a discussion on new ways of mobilising the required funds for international refugee protection.

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12. November 2019

ONE - 12. November 2019 - 16:45

1. Weltbevölkerungskonferenz in Nairobi
Viele Medien, darunter tagesschau.de, zdf.de, der SWR, Deutschlandfunk, die Deutsche Welle und die Neue Osnabrücker Zeitung thematisieren die Weltbevölkerungskonferenz, die derzeit in Kenias Hauptstadt Nairobi von den Vereinten Nationen ausgerichtet wird. Bis zum 14. November beraten Gesundheitsexpert*innen sowie Vertreter*innen aus Politik und Zivilgesellschaft aus mehr als 160 Ländern darüber, wie sie das rasante Wachstum der Weltbevölkerung reduzieren können. Die bei der letzten Konferenz in 1994 festgelegten Meilensteile seien bis heute nur teilweise erreicht worden. Während in den meisten Regionen der Welt die Geburtenraten zurückgingen, lassen sich in West- und Zentralafrika weniger Fortschritte beobachten. Dort liege die Geburtenrate immer noch bei über fünf Kindern pro Frau. Trotzdem behalten die Grundprämissen der Konferenz ihre Gültigkeit. Dazu gehören an erster Stelle die Sicherung von Gleichberechtigung, sexueller und reproduktiver Gesundheitsversorgung und Selbstbestimmung. Zwang oder verordnete Geburtenkontrolle gehören nicht dazu. Die Ziele, die von den über 6.000 teilnehmenden Personen in Nairobi vereinbart werden, seien unverzichtbar, um die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu erreichen.

2. EU lässt Ebola Impfstoff zu
Unter anderem der Deutschlandfunk, NDR, SWR, t-online.de, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, das Ärzteblatt und die Deutsche Apotheker Zeitung melden, dass die Europäische Union erstmalig einen Impfstoff gegen Ebola zugelassen hat. Die EU-Kommission folge damit einer Empfehlung des Humanarzneimittelausschusses der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Der Wirkstoff Ervebo sei seit Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika erforscht und entwickelt worden. In den Jahren 2014/2015 habe die Region den bisher schlimmsten Ebola-Ausbruch verzeichnete, dem über 11.000 Menschen zum Opfer fielen. Dennoch gehe der Kampf gegen das Virus weiter. In der Demokratischen Republik Kongo seien mindestens 2.100 Menschen seit dem Frühsommer 2018 an der Infektionskrankheit gestorben. Dieser Gesundheitsnotstand habe die EMA dazu bewegt, die Zulassung anzuraten bevor alle Informationen zum Herstellungsprozess vorliegen.

3. Psychisch kranke Menschen in Nigeria misshandelt
Human Rights Watch kritisiert die Misshandlungen psychisch kranker Menschen in Nigeria, wie der Deutschlandfunk berichtet. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation werden in staatlichen Krankenhäusern, traditionellen Heilzentren und religiösen Einrichtungen Menschen mit psychischen Erkrankungen in Ketten gehalten und körperlich misshandelt. Die Regierung von Präsident Muhammadu Buhari habe die Missstände, die in als Koranschulen getarnten Häusern aufgedeckt wurden, verurteilt. Allerdings gebe sie laut Human Rights Watch nicht zu, dass sich solche Vorgänge auch in staatlichen Einrichtungen ereignen. Menschen mit psychischen Erkrankungen werden in der nigerianischen Gesellschaft allgemein stigmatisiert und erhalten keine ausreichende Unterstützung oder Versorgung, so die Menschenrechtler*innen.

 

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12.11.2019 Deutschland steigert internationales Engagement für Familienplanung

BMZ - 12. November 2019 - 16:00
Anlässlich des Weltbevölkerungsgipfels in Nairobi hat das BMZ den Ausbau von Maßnahmen zur Familienplanung und neuen Geburtsstationen in Kamerun, Malawi und Niger ‎angekündigt. Dazu erklärt Bundesminister Gerd Müller: "Die Entwicklungspolitik muss [...] einen Beitrag leisten, um Geburtenraten zu senken. Das schaffen wir nur, wenn Frauen selbst entscheiden können, wie viele Kinder sie bekommen. Dazu braucht es Gleichberechtigung der Geschlechter, Bildung ...
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E+Z/D+C 2019/12 – sw – Saleemul Huq

E+Z - 12. November 2019 - 14:21
Bangladeshi scholar Saleemul Huq assesses the role of the EU in international climate talks

In what sense is the EU important in climate talks?
It is extremely important because it is a block of rich nations which are still willing to be ambitious. By contrast, the USA under President Donald Trump is abandoning the Paris Agreement on Climate Change. His administration is now arguably the most corrupt government in the world. It has entirely sold out to the special interests of fossil fuel industries. The governments of other important countries, such as Japan, Australia and even Canada, have not declared intentions to quit the Paris Agreement, but they really aren’t doing much to live up to the promises made in Paris. The EU is thus the only block of prosperous nations that developing countries can still rely on in climate negotiations, and without its proactive stance in past talks, we would never have got the Paris Agreement. We must not forget, moreover, that the prosperous nations emit much more greenhouse gases than least-developed countries do. It is therefore good that the EU, as a big group of countries, is still committed to climate action.

European environmentalists find its action unconvincing however.
Yes, and they have a point. We should acknowledge, of course, that it is difficult to achieve consensus in a supranational orga­nisation with so many members. At the same time, there is an irritating ambivalence. Germany, for example, tends to be a leader internationally when it comes to spelling out ambitions, but your country is currently lagging behind the targets your own government set. Let’s hope you will speed up climate protection and not begin to lower the ambitions. The international community really needs to aim much higher. The climate crisis is escalating faster than even some of the most worried scientists predicted, but policymakers are not responding to the growing danger. The United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) has evidently failed. In its context, we keep patting one another on the shoulder for all too moderate aspirations. At the same time, extreme weather keeps having worse impacts – from wildfires in California to drought in the Sahel region and the devastating typhoons, cyclones and hurricanes that build up over all three oceans. The multinational system is not working.

What do you want Europe to do in this setting?
At this point, I no longer expect much of governments. What I find inspiring is the energy and dynamism of protest movements like the school strikes or Extinction Rebellion. The young people understand that their future is at risk, and they are taking the lead. Greta Thunberg, the Swedish teenager, inspired millions of her peers to rally for climate protection. It adds force to their protests that they are skipping lessons and thus breaking rules. This international movement started in Sweden, spread to other European countries and is now mobilising young people everywhere. This is the spirit we need. We need global action to rise to global problems, and global solidarity must be the foundation. Nation states on their own cannot rise to the climate challenges. As governments tend to respond to public opinion, however, protests may yet make a difference, egging them on to more effective cooperation.

Is it a coincidence that both the school strikes and Extinction Rebellion started in Europe?
No, it is not. First of all, the young people want their governments to rise to the challenges and fulfil environmental promises made in the past. That is the same in the USA, where the young generation is demanding a Green New Deal. It also matters that international media are still dominated by institutions like the BBC, CNN or Deutsche Welle. They are based in prosperous nations and define what is considered important around the world. However, they really only take into account what is happening in their own world regions. Teenagers in Dhaka, our capital city, are just as worried about global heating as members of their age group are in Europe, but they cannot get the kind of attention that Greta got in Stockholm. The international media are only interested in our countries when we suffer disasters. They do not cover the legitimate policy demands we raise. Al Jazeera is different. It does not run the same headlines. The good news, how­ever, is that the climate protests we have been witnessing for about a year now are indeed international.

You say the multilateral system is not working. How do you assess the Sustainable Development Goals, which, by the way, EU members endorsed?
I think the SDGs are valuable. They are not legally binding, so they are only soft law, but they do reorient policymakers’ attention to crucial issues. Our prime minister, Sheikh Hasina Wajed, for example, keeps referring to them as a yardstick. She is also a UN champion, promoting the water SDG at an international level. It is crucially important, moreover, that the SDGs are a truly global agenda and not just something developing countries are supposed to finally take care of. That was what was irritating about the Millennium Development Goals. The SDGs emphasise global efforts, and that we need that, cannot be stated too often. My impression is that we are all swimming against the tide, but we have to keep on fighting. Perhaps we can still make a difference, and in that context, the SDGs are a resource.

Soft law is not enough for rising to global challenges though. We need binding commitments. Do you see the EU as a model for supranational governance?
As far as I can tell, various regional organisations are copying the EU approach to trade issues, establishing free trade areas, customs unions et cetera. How effective those organisations are, varies from region to region. The Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) is more dynamic than the South Asian Association for Regional Cooperation (SAARC), which has been hampered by India and Pakistan always being at loggerheads. However, not even ASEAN is doing anything to stop the human-rights offences against the Muslim minority in Myanmar’s Rakhine state, and Bangladesh must take care of the refugees on its own. So no, I don’t see supranational governance evolving according to the EU model.

Unlike most other regional organisations, the EU has powerful joint institutions, including an administrative body, a law court and a parliament. It has indeed pooled sovereignty. Is that desirable?
Yes, I think it is. I have lived in Britain with my family for two decades. We have dual citizenship. We very much appreciated the growing sense of a European identity which is increasingly supplementing many people’s national identity. The Erasmus programme which allows students to spend a semester at a university in another EU member country is wonderful in this regard. My son went to Spain. It is interesting to note, moreover, that many Britons now appreciate their European identity more than they ever did in the past. Before the Brexit referendum, the European flag was hardly ever seen in the United Kingdom. Now, “remainers” are displaying it all the time. That said, Brexit has proven incredibly disruptive and it has been distracting people from more urgent matters, especially the climate crisis.

But doesn’t the British government insist it will not trim down environmental standards?
That is what it says, but the deregulation agenda it is pursuing speaks a different language. The Brexiteers pretend that British industries will become more competitive once they are basically allowed to do whatever they want. Environmental regulations obviously limit that freedom. More generally speaking, I find it striking that climate denial is common among right-wing populists everywhere, and that is true of many Brexiteers too. It is quite evident that powerful fossil industries are supporting this trend. We know now that Exxon scientists accurately predicted how the climate crisis would evolve in the 1980s, so the top management must have known too. Nonetheless, fossil industries have always fought determined climate action and they still are doing so.

So they are running the show?
Well, apart from mass climate protests, there is another bright light: private-sector investors are now shying away from coal. Only governments worried about voters in coal-mining regions still invest in that sector. Who knows: if mass rallies manage to raise more awareness internationally yet, that may stop too.

Saleemul Huq is the director of the International Centre for Climate Change and Development (ICCCAD) at Independent University, Bangladesh (IUB) in Dhaka. He is also a senior fellow at the London-based International Institute for Environment and Development.
saleemul.huq@iied.org
http://www.icccad.net/

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Investitionen und Beschäftigung in Afrika

GIGA Event - 12. November 2019 - 14:16
Was wir über die Effekte von Ausbildung und Investitionsförderung auf Beschäftigung wissen Berlin GIGA Gespräch Referent*innen Dr. Gerhard Ressel (BMZ), Prof. Dr. Jochen Kluve (KfW), Apl. Prof. Dr. Jann Lay (GIGA) Adresse

GIGA Berlin Office
Friedrichstraße 206
- Eingang Zimmerstraße -
10969 Berlin
Direkt am Checkpoint Charlie

Forschungsschwerpunkte Wachstum und Entwicklung Regionen GIGA Institut für Afrika-Studien Anmeldung erforderlich

Nachhaltige Entwicklung im Grundschulunterricht verankern

Engagement Global - 12. November 2019 - 13:24
Im Rahmen der Fortbildung tauschten sich die Lehrkräfte dazu aus, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Grundschulunterricht integriert werden kann. Foto: Engagement Global/Marcus Römer

Was bedeutet Globale Entwicklung für mich und was davon kann ich Kindern näherbringen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich rund 30 Grundschullehrkräfte am Freitag, 8. und Samstag, 9. November 2019 im Rahmen der Fortbildung „Nachhaltige Entwicklung – ein Thema für die Grundschule?!“ in Magdeburg. Die Veranstaltung hatte zum Ziel, die Bedeutung des Themas „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für den Grundschulunterricht herauszustellen und Lehrkräften Möglichkeiten zur Verankerung im Schulunterricht aufzuzeigen. Die Fortbildung ist ein Angebot des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“, das die Abteilung Schulische Bildung von Engagement Global gemeinsam mit dem Cornelsen Verlag durchführt.

Nach einem kurzen Kennenlernen in Form eines Speeddatings, erhielten die Teilnehmenden zu Beginn der Fortbildung am Freitagabend einen Einblick in den Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik. Nach einem gemeinsamen Abendessen beschäftigten sich die Grundschullehrkräfte mit dem Thema Nachhaltigkeit. Mittels Mindmapping waren die Teilnehmenden – zunächst allein, dann in Kleingruppen – aufgefordert, sich Gedanken dazu zu machen, welche Bedeutung „Nachhaltigkeit“ für sie selbst und in der globalen Perspektive hat und wie die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Globale Entwicklung“ Schülerinnen und Schülern im Unterricht vermittelt werden können.

Beim Get-Together, das in Form eines Spieleabends mit ausgewählten Praxisbeispielen aus dem Schulwettbewerb stattfand, bot sich den Lehrkräften zum Abschluss des ersten Tages Gelegenheit, Anregungen und Ideen miteinander auszutauschen.

Der zweite Veranstaltungstag knüpfte an das Werk des Vortags an und startete mit einer Kurzpräsentation der Mindmapping-Ergebnisse. Darauf folgte ein Input, der sich der Frage widmete, ob und in welcher Form Bildung für nachhaltige Entwicklung bereits ein Thema für den Bereich Grundschule bildet.

In einer dreiteiligen, kreativen Workshopphase setzten sich die Teilnehmenden mit einzelnen Themendossiers aus dem Unterrichtsmaterial zur aktuellen Wettbewerbsrunde in Kleingruppen auseinander und betrachteten die Wettbewerbsbeiträge aus vergangenen Runden. Hier konnten sich die Lehrkräfte Inspiration holen, um eigene Ideen dazu zu entwickeln, wie sich Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Grundschulunterricht integrieren lässt – und wie eine eigene Projektarbeit aussehen könnte. Input lieferten dabei auch Tipps zur Beitragserstellung sowie die Vorstellung der Bewertungskriterien zur aktuellen Runde des Schulwettbewerbs. Aufbauend auf den gesammelten Erkenntnissen, wurden zahlreiche Anregungen und Ideen zusammengetragen, die nun im Unterricht angewandt und zu einem Wettbewerbsbeitrag weitergedacht werden können.

„Durch die zahlreichen praktischen Beispiele und intensiven Workshopphasen konnte ich viele Anregungen für meinen eigenen Unterricht mitnehmen - nicht nur thematisch, sondern vor allem auch methodisch. Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet war sehr bereichernd. Ein rund um gelungene Veranstaltung.“, resümierte eine Teilnehmerin.

Die Fortbildung für Lehrkräfte aus dem Bereich Grundschule ist eine Veranstaltung des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“, die in Kooperation mit dem Cornelsen Verlag, Fachpartner des Schulwettbewerbs, ausgerichtet wird. Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt. Die aktuelle neunte Wettbewerbsrunde steht unter dem Motto „Meine, deine, unsere Zukunft?!“ Lokales Handeln – globales Mitbestimmen. Bis zum 2. März 2020 können ideenreiche Beiträge zu diesem Thema eingereicht werden!

Weitere Informationen
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Engulfed by the lake

E+Z - 12. November 2019 - 12:12
Fishermen on Zambia’s Lake Kariba are drowning in growing numbers

Early this month, in the latest instance of a series of tragic accidents, two fishermen drowned on Lake Kariba after a massive wave, driven by furious winds, hit their fishing rig and caused it to capsize. Two other fishermen on the rig survived. Last month, five fishermen drowned on Lake Kariba in separate incidents. In general, the rate of deaths by drowning for fishermen on the lake has been rising steadily in recent years.

The incident in early November followed a sadly familiar course: In the wee hours of the morning, a massive storm built up on the lake and overwhelmed the fishing vessels moored there.

The latest victims were based in Siavonga District on Lake Kariba’s northern shore. The lake, which lies along the border between Zambia and Zimbabwe, is among the world’s largest man-made lakes by volume. The men had been fishing for kapenta, a type of sardine.

Drowning has become an increasing concern in other coastal regions as well. According to the World Health Organization (WHO), drowning is the third leading cause of unintentional injury-related deaths worldwide. In 2015, there were an estimated 360,000 annual drowning deaths worldwide.

The deaths, while tragic in themselves, also cast a cloud on the region’s economic future. After tourism, fishing is the second most important source of employment in the Siavonga district. In Zambia, fish is an important component of food security, with Lake Kariba accounting for 70 % of fish protein, according to the Fisheries Department.

Climate change is a likely cause of the series of drownings, since vessels that previously were seaworthy have proved no match for more powerful storms.  Missing upgrades to the vessels may also be an issue. “I suspect that the fishing rig sunk because most of these rigs have mechanical challenges,” said Felix Kanyembo, a Siavonga fish monger.

Accordingly, local authorities have called for tighter construction standards and other security measures to protect the lives of fishermen on the lake.

Others in the region see the problem entirely differently. Local folklore holds that ‘Nyami Nyami’ or ‘Water Spirits’ are causing fishermen to drown on the lake. According to African mythology, ‘Nyami Nyami,’ the River god who lives in Lake Kariba, is a serpent-like creature about three metres wide.

Some members of the local Tonga tribe who witnessed the construction of the Kariba dam wall in the 1950s add a further interpretation. They say the River god is married and that the building of Kariba dam wall separated him from his wife. To the tribesmen, the recent series of drownings is nothing more than the River god’s revenge.

Moses Haambote, a Siavonga resident, is one who believes this interpretation. Locals usually consult elders and perform rituals before going out on the lake, he notes. “If you ignore their guidance, you embark on a trip at your own risk,” he adds.

 

Derrick Silimina is a freelance journalist based in Lusaka, Zambia. He focuses on Zambian agriculture and sustainability issues.
derricksilimina@gmail.com

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Guterres beim Pariser Friedensforum: Multilateralismus muss gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen meistern

Vereinte Nationen - 12. November 2019 - 11:23

12. November 2019 - In einer Rede beim Pariser Friedensforum sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Montag, dass sich der Multilateralismus an die fortbestehenden Konflikte anpassen müsse, die Leiden und Vertreibung verursachen und die Welt verunsichert haben. Diese Worte sprach Guterres während in Ländern auf der ganzen Welt Gedenkfeiern stattfanden, die das offizielle Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918 markierten.

Guterres zog Parallelen zur geopolitischen Landschaft des frühen 20. Jahrhunderts und beschrieb die heutige Welt als weder bipolar, unipolar noch multipolar, sondern als "chaotisch und unsicher".

Die Welt ist fünf großen Herausforderungen ausgesetzt, erklärte der Generalsekretär.

Erstens eine wirtschaftliche, technologische und geostrategische Bruchlinie. Die Welt ist in zwei geteilt. Die beiden größten Volkswirtschaften teilen sie auf und legen ihren Einflussbereichen jeweils ihre eigenen finanziellen und wirtschaftlichen Regeln auf.

Die zweite Herausforderung sei das wachsende Misstrauen gegenüber Institutionen und politischen Führern, dass zu einer weltweiten Demonstrationswelle geführt hat.

Dies führe zu einer dritten Herausforderung, sagte Guterres: einer Solidaritätslücke und einer zunehmenden nach innen gerichteten Haltung, unter der die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen - Minderheiten, Flüchtlinge, Migranten, Frauen und Kinder - als erste leiden.

Die vierte Herausforderung, sagte Guterres, ist die Klimakrise, ein „Wettlauf gegen die Zeit um das Überleben unserer Zivilisation. Ein Wettlauf, den wir verlieren“. Er beschrieb Rekordtemperaturen, schmelzende Gletscher, ausgedehnte Wüsten und zerstörerische Stürme. "Wenn wir jetzt nicht handeln", sagte Guterres, "wird sich die Geschichte daran erinnern, dass wir alle Mittel hatten, um uns zu wehren, aber beschlossen haben, nichts zu tun."

Eine technologische Kluft, erklärte Guterres, ist die fünfte Herausforderung. Neue Technologien haben zwar das Potenzial, ein wirksames Instrument für Frieden und nachhaltige Entwicklung zu sein, aber erhöhen auch Sicherheitsrisiken und können Ungleichheiten beschleunigen.

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Thursday for Future – ein Nachhaltigkeitstag in der Berufsschule

EINEWELTblabla - 12. November 2019 - 10:42

Schon öfter konntet ihr bei uns vom Projekt Grenzenlos lesen, das Nachhaltigkeitsthemen in die (berufliche) Schule bringt. Heute berichtet Imke Deking von einem besonderen Tag an ihrer Münchner Berufsschule. Viel Spaß beim Lesen!!

Dieses Schuljahr steht in der Abteilung der Personaldienstleistungskaufleute an der Städtischen Berufsschule für Versicherungs- und Personalwesen München unter dem Thema „Nachhaltigkeit“. Begonnen hatte es bei den zwölften Klassen mit einem Kleidertauschbazar, dem jetzt regelmäßige Kleidertauschbörsen folgen.

In der 11. Klasse nahmen wir uns jetzt einen ganzen Tag, um unterstützt von Referent*innen des World University Service – WUS – das Thema Nachhaltigkeit zu vertiefen.

Rose Nkeng Ntou’k aus Kamerun hatte gleich zwei Themen im Gepäck: nachhaltiges afrikanisches Kochen und die Frage: „Wie nachhaltig ist mein Handy?“.

Schnippeln für die ganze Schule

Da es sich ergab, dass wir am gleichen Tag in einem großen Festakt zur „Grenzenlos-Schule“ des World University Services zertifiziert wurden, hatten wir das ehrgeizige Ziel, die Festgäste auch an unserem afrikanischen Essen teilhaben zu lassen. Das bedeutete, dass die Kolleginnen Frau Allam-Spindler, Frau Deking, Frau Konrad mit Unterstützung ihrer Tochter und Frau Schmid sich schon weit vor Schulbeginn einfanden, um mit Rose Nkeng Ntou’k die Gerichte „Haricots sautés“, „Bananes platains“ und „Purée d’avocats“ vorzubereiten. Auch etliche Schüler*innen waren hochmotiviert schon sehr früh anwesend und schnippelten was das Zeug hielt. Dankenswerterweise wurde das Essen vom Referat für Bildung und Sport als Kulturprojekt finanziell unterstützt!

Zum regulären Unterrichtsbeginn hatten die beiden Referent*innen Rose Nkeng Ntou’k und Navigué Soro dann die Gelegenheit, uns mit ihrem abwechslungsreich vorbereiteten Unterricht zu begeistern. Die Elektrotechnikerin Rose, die gerade ihre Bachelor in Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule in Rosenheim erfolgreich abgeschlossen hat, berichtete zunächst von ihrer Schulzeit in Kamerun, ihren persönlichen Interessen – wer hätte es erwartet: Kochen und Backen – und ihrem Weg so perfekt Deutsch zu lernen, wie sie es heute neben sechs weiteren Sprachen beherrscht.

Als nächstes stellte sie sich als Grenzenlos-Aktive für den World University Service vor. Sie erklärte in diesem Zusammenhang auch noch kurz die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen für die Agenda 2030, deren Verbreitung und Umsetzung sich der World University Service auf die Fahnen geschrieben hat.

Gibt es so etwas wie nachhaltige Handys?

Referentin Rose Nkeng Ntou’k bei ihrem Vortrag

Dann ging es zum eigentlichen Thema: der Nachhaltigkeit von Handys. Hier konnte Rose ihre Technik-Expertise mit den Sustainable Development Goals (SDGs) GOOD HEALTH AND WELL-BEING, DECENT WORK AND ECONOMIC GROWTH, REDUCED INEQUALITIES und RESPONSIBLE CONSUMPTION AND PRODUCTION in Verbindung bringen.

Nach der interaktiven Erarbeitung des Herstellungswegs und der Inhaltsstoffe eines Handys zeigte sie einen kurzen Film über Kinderarbeiter im Kongo, die Kobalt schürfen. Wir waren ziemlich betroffen und meinten, dass man sich hier weit weg in Deutschland der Illusion hingebe, dass man damit nichts zu tun habe und nicht wahrnehme, dass unsere relativ günstigen Handys auf Kosten von Kindern produziert würden, die ohne Kindheit und Bildung aufwachsen.

Daraufhin überlegten wir uns verschiedene Vorschläge zur Lösung dieser Misere – zum Beispiel Kartelle für höhere Handypreise, weniger Handynutzung und Spenden für diese Kinderarbeiter, damit sie dem Teufelskreis entkommen können.

Ein weiterer Filmtrailer, zum Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“ DEIN SMARTPHONE IST SCHON HIER über den Weg unseres Elektroschrotts zu Europas größter Müllhalde in Afrika, sensibilisierte uns weiter für die globalen Auswirkungen unseres Handykonsums. Die Verlierer der digitalen Revolution, die im Elektroschrott nach Wertstoffen suchen, machten uns kurz sprachlos. Schließlich bemerkte ein Schüler, dass man einfach nicht daran denke, wenn man sein Handy weggebe, dass es an so einem Platz lande, wo Menschen verzweifelt versuchen, dem Müll eine Existenz abzuringen.

In einem Planspiel versuchten wir dann Lösungsmöglichkeiten zu finden. Es gibt ja doch Möglichkeiten: faire Handys kaufen, Handy länger nutzen, indem man den Akku tauscht oder sie reparieren, wenn es noch möglich ist.

Eine weitere Möglichkeit, nachhaltig mit Handys umzugehen, ergriffen wir gleich beim Schopf: Wir wollen eine Handysammelaktion starten, die Kindern und Familien im Kongo zugutekommen soll.

Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule: die Zertifizierung als Grenzenlos-Schule

Nach der Lehrortkooperation, die von einem echten Feueralarm unterbrochen wurde und den Referent*innen viel Flexibilität abverlangte, ging es dann wieder zur Vorbereitung unseres afrikanischen Essens.

In letzter Sekunde schafften wir es mit vereinten Kräften, eine Kostprobe des Essens für die Festgäste der folgenden Veranstaltung bereit zu stellen und gerade noch rechtzeitig zum Festakt zu escheinen.

Beim Festakt zur Zertifizierung als Grenzenlos-Schule nahm der Klassensprecher unserer Klasse PD 11 A, Alexander Berger, spontan die Gelegenheit wahr, den Festgästen zu erläutern, was die PDK im Rahmen der Nachhaltigkeit bereits auf die Beine gestellt hat und im Weiteren angehen wird. Die Unterstützung des Frauenhauses in Neuperlach durch Kleider- und Spielzeugspenden gehöre unter anderem dazu. Sein überzeugender Beitrag war einen tosenden Applaus wert.

Nachhaltig und international gestärkt ging es nach dem Mittagessen dann in die nächste Lehrortkooperation mit Navigué Soro.

Kinderarbeit im Kakaoanbau und der Cashewproduktion

Navigué stellte sich zunächst mit eigenen Kinderbildern vor. Er erzählte uns von seiner Schul- und Studienzeit in der Elfenbeinküste – aber erst nachdem wir feststellen mussten, dass es sehr schwierig war, ihn in seiner Grundschul- und Abiturklasse zu „orten“.

Mit einem Zahlenquiz testete er dann unser Vorwissen im Bereich Kakao– und Cashewproduktion, um uns danach einen kurzen Abriss über die Kakaoproduktion zu geben. Durch einen Kurzfilm wurde uns klar, dass es heute noch Kinderarbeit und sogar Kindersklaven gibt. Diese erschreckende Erkenntnis wurde nur ein wenig gemildert, als in dem Filmbeitrag auch ein deutscher Schokoladenproduzent zu Wort kam, der nachhaltige Projekte in der Elfenbeinküste begleitet hat. Navigué zeigte uns dann Fotos, die uns erkennen ließen, dass er Teil dieser deutschen Delegation war und Eindrücke aus erster Hand gewinnen konnte.

Der Cashewanbau wurde dann ebenfalls durch einen Film visualisiert. Es ging um ein positives Beispiel von Kooperativen, die einen größeren Teil der Wertschöpfungskette im Land belassen. Danach vollzogen wir in zwei Gruppen den Produktionsprozess der beiden Produkte nach und erklärten ihn uns noch einmal kurz gegenseitig.

Schließlich wurde das Thema Fair Trade und weitere Nachhaltigkeitssiegel eingeführt, als Lösungsmöglichkeit, um die Hersteller von Cashewnüssen und Kakao global fair zu behandeln.

Alles hat seine zwei Seiten, wurde uns dann wieder bewusst, als wir nach einer Diskussion die Vor- und Nachteile von Fairem Handel festhielten. Doch wir nehmen mit, dass wir viel Gutes tun und für mehr globale Gerechtigkeit sorgen können, wenn wir uns als Konsument*innen für faire Lösungen entscheiden.

Bildrechte bei WUS/BSV-MUC, Deking 2019 

Der Beitrag Thursday for Future – ein Nachhaltigkeitstag in der Berufsschule erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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INHERIT Publishes 3 Policy Briefs on Integrated Governance, Health Equity, and Behaviour Change

SCP-Centre - 12. November 2019 - 9:52

How can policymakers promote interventions that foster a “triple-win” — a benefit for environmental sustainability, health and health equity? Our INHERIT project’s new policy briefs suggest ways forward for integrated governance, behaviour change, and health equity, and cover the areas of living, moving, and consuming. They also include recommendations for actions and set out concrete examples of what can and has been achieved in different contexts across Europe, highlighting possibilities for scaling-up. The briefs have been developed by the Horizon 2020 INHERIT research project (2016-2019).

The problems are clear: chronic diseases are increasing, the environment and the climate are under threat, and inequalities are on the rise, with disadvantaged populations likely to suffer most from ill-health and the negative effects of climate change.

There are solutions: Integrated governance can help ensure that interconnected environmental, health, and equity issues are addressed cohesively. Participatory approaches allow citizens to engage with policymaking that affects their lives. Enabling and encouraging people to change behaviours is a crucial but often overlooked aspect of transitioning towards greater sustainability. Making sure that policy actions do not contribute to widening inequalities is not only just, it is also good for society as a whole. Policymakers at European, national, regional, and local levels are crucial, and can take concrete actions to put these solutions into place.

The policy briefs provide guidance on three critical areas at the heart of sustainable change:

  • Integrated governance is essential to harness synergies and can be fostered by setting strategic common goals across sectors, encouraging joint programming and financing, and creating institutional cultures that value collaboration over individual success.

Example: A range of local government sectors and actors are coming together in the STOEMP initiative, part of the award-winning city-wide Gent en Garde programme (Belgium), to determine how healthy and sustainable food can be made available to everyone.

  • Understanding and considering the impact of behaviour from the outset of policy-making can help policymakers to provide everybody with the capability, opportunity and motivation to make sustainable change.

Example: Measures to ensure that children connect with and learn through nature and enjoy healthy, sustainably produced food in school-settings can help them develop better habits throughout their lives, as is being done through the GemüseAckerdemie (Vegetable Academy) in schools across Germany, Austria and Switzerland.

  • Health equity can be promoted and mainstreamed in practice by making it easier for everybody to engage in active travel, ensuring access to engaging green spaces that respond to residents’ needs, and subsidsing the cost of fruits and vegetables.

Example: The municipality of Malvik (Norway), converted a decomissioned railway into a path through an inclusive participatory process, and the path is now being increasingly used, particularly by people facing socioeconomic disadvantages.

Click here to view the policy briefs.

In December, INHERIT will complement the policy briefs with a broader policy toolkit, which will build on and further develop these elements, as well as areas for further work including collaborating with the private sector, meaningful public engagement, and education and training for the triple-win.

The results of the project will be discussed at the high-level conference ‘A Future for all to INHERIT: Taking Action Now’, taking place in Brussels on 10 December 2019. During this conference, EU Health Ministers, Members of the European Parliament, local policymakers, and leading researchers and economists, will debate what can be done now to ensure a more socially, environmentally, and economically sustainable future, against the backdrop of the Sustainable Development Goals.

For more information, please contact Rosa Strube.

Der Beitrag INHERIT Publishes 3 Policy Briefs on Integrated Governance, Health Equity, and Behaviour Change erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

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