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Parallelen zwischen der Corona-Pandemie und dem Klimawandel

DIE - 1. April 2020 - 12:02

Die Corona-Pandemie trifft die Menschheit wie ein globaler Tsunami: sie fordert Menschenleben in einer noch unvorhersehbaren Zahl, bringt Gesundheitssysteme an ihre Grenzen, unterbricht globale Lieferketten und bringt den Finanzsektor ins Schwanken. Auf der ganzen Welt werden Maßnahmen getroffen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und den wirtschaftlichen Schaden zu minimieren. Dass dabei auch Verhaltensänderungen auf individueller Ebene stattfinden müssen, ist unabdingbar.

Aus verhaltenswissenschaftlicher Perspektive sind in der aktuellen Krise drei Punkte besonders relevant: Erstens, die Situation erfordert, dass wir uns individuell für das globale Gemeinwohl einschränken. Häufig geht es dabei primär nicht um das eigene Wohlergehen, sondern vor allem um das Wohlergehen anderer. Zweitens, die Wirksamkeit unseres individuellen Handelns ist oft ungewiss und nur schwer nachzuvollziehen. Die Kosten unseres Verzichts hingegen sind direkt spürbar und können unsere Lebensumstände gravierend verändern. Drittens, die Einschränkungen, die von uns gefordert werden, fallen jetzt in der Gegenwart an, während die positiven Auswirkungen unseres Verzichts größtenteils zeitlich versetzt in der Zukunft liegen.

Die Situation, die wir aufgrund der Corona-Pandemie aktuell erleben, hat viele Parallelen zur Bedrohung durch den Klimawandel. Auch die Klimakrise bedroht das menschliche Leben in einem unabsehbaren Ausmaß. Genau wie bei einer weltweiten Pandemie erfordert sie von uns individuelle Einschränkungen für das globale Gemeinwohl. Auch hier sind die Kosten unseres Verzichts direkt spürbar, während der Nutzen oft ungewiss erscheint und in der Zukunft liegt.

Die aktuelle Situation zeigt, dass Verhaltensänderungen unter solchen Umständen schwierig sind. Trotz anfänglicher Appelle an freiwillige soziale Isolation, hat der Großteil der Menschen diese in den letzten Wochen erst aufgrund politischer Vorgaben und verschobener Anreizsysteme eingehalten. Ähnlich haben sich, entgegen aller Empfehlungen von Expert*innen, individuelle Lebensstile für mehr Klimaschutz in den letzten Jahren nur wenig oder schleppend verändert. Um die Klimakrise erfolgreich abzuwenden, scheint somit auch hier das richtige Maß an politischen Regulierungen zur Verschiebung von Anreizsystemen entscheidend zu sein. Im Vergleich zur Akzeptanz aktueller Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist die Bereitschaft für Verhaltensänderungen für den Klimaschutz beim Großteil der Gesellschaft allerdings bislang noch sehr gering. Woran liegt das?

Ein wichtiger Unterschied zwischen der Bedrohung durch die Corona-Pandemie und der Klimakrise liegt in zwei Dimensionen: der persönlichen sowie der zeitlichen Distanz. Je weiter entfernt eine Bedrohung erscheint, desto geringer ist die Bereitschaft zu handeln. Die Corona-Pandemie ist momentan sehr präsent; die zeitliche Distanz ist somit gering. Die persönliche Distanz variiert. Manche Menschen sind bereits direkt betroffen, während andere bisher nur über Medien vom Ausmaß des Virus erfahren haben. Die Folgen der Klimakrise hingegen sind für viele Menschen bislang nur schwer ersichtlich. Sie erstrecken sich über einen längeren Zeitraum und beeinflussen den Alltag der meisten Menschen in Europa aktuell noch wenig. Die Bedrohung durch den Klimawandel erscheint somit für viele noch in der Zukunft zu liegen und die Bereitschaft für sofortige Verhaltensänderungen ist gering. 

Aktuelle Studien zu China und Italien zeigen, dass die weltweiten negativen Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Umwelt seit Ausbruch der Corona-Pandemie erheblich zurückgegangen sind. Vielleicht bietet der derzeitige Ausnahmezustand die Möglichkeit, eigene Verhaltensweisen auch für den Klimaschutz noch einmal individuell zu hinterfragen. Wir lernen beispielsweise gerade, vermehrt digitale Lösungen zu nutzen und mit einer verringerten Mobilität umzugehen – ein wichtiger Baustein auch zur Globalen Nachhaltigkeit. Genauso sollten politische Entscheidungsträger den Klimaschutz jetzt nicht aus den Augen verlieren. Die Klimakrise mag aktuell aus dem Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit geraten sein, jedoch wird sie dadurch nicht weniger relevant. Im Gegenteil: wenn bei den aktuellen politischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie die Folgen für den Klimaschutz nicht mit einbezogen werden, könnte dies erhebliche Folgen für unsere Zukunft haben.

Damit politische Maßnahmen für individuelle Verhaltensänderungen von der Gesellschaft akzeptiert werden, muss aus verhaltenswissenschaftlicher Sicht klar kommuniziert werden, dass individuelles Verhalten ausschlaggebend für kollektiven Erfolg ist. Zudem muss die Wirksamkeit des individuellen Handelns greifbar gemacht werden, damit die Menschen bereit sind, die Kosten individuellen Verzichts in Kauf zu nehmen. Darüber hinaus muss die Dringlichkeit sofortiger Einschränkungen für zukünftige Erfolge veranschaulicht werden, damit die Notwendigkeit für frühes Handeln allgemein gesellschaftlich verstanden wird. Dies gilt sowohl für die Bekämpfung der Corona-Pandemie als auch für den Klimaschutz.

Da die persönliche und zeitliche Distanz zur Klimakrise für viele Menschen aktuell noch größer erscheint, sind diese Punkte für den Klimaschutz momentan noch schwieriger zu vermitteln als für die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Es erfordert ein demokratisch-verankertes politisches System, das den Rat der Wissenschaft schätzt und dennoch bereit ist, jetzt die Weichen für eine nachhaltige Zukunft zu stellen. Je später wir damit anfangen, unser Verhalten umstellen, desto drastischer werden die Veränderungen in der Zukunft ausfallen müssen.

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The global corona crisis – A summary of key policy mappings and databases

Global Policy Forum - 1. April 2020 - 12:01

In addition to the health aspects of the virus, the global coronavirus crisis also has financial, socio-economic and developmental consequences. For this reason, a large number of policy measures have been announced by governments and international organizations, on the one hand to contain the pandemic, on the other to mitigate the economic consequences. The main target groups of planned loans and cash injections are the healthcare system, as well as larger banks and companies. However, some strategies are also aimed at small and medium-sized companies as well as groups of individuals, their savings, private pensions and other private assets. The current situation is particularly problematic for many developing countries. In many countries, health systems are weak, governments have little financial flexibility and the majority of populations are not protected by social safety nets, making sickness, unemployment and loss of wages in these circumstances even more problematic than in Europe or the USA. International organizations such as the World Health Organization and the World Bank are therefore beginning to tailor measures specifically for this context. In order to gain an overview of the various national and international measures, various actors have created policy mappings and databases, each with a different focus. Global Policy Forum continuously analyzes relevant policy measures and highlights databases which are particularly useful.

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Three questions to… Anna-Katharina Hornidge

DIE Blog - 1. April 2020 - 8:12

Since 1 March 2020, Professor Dr Anna-Katharina Hornidge has been the new Director of the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE). The newsletter editors asked her about the initial goals and challenges she sees for her work at the DIE and what is moving her these days.

Anna-Katharina Hornidge neue Direktorin des DIE, Photo: Benjamin Westhoff, ©DIE

Editors: What are you looking forward to most in your new role as Director of DIE?

Anna-Katharina Hornidge: I am looking forward to, together with the entire team of DIE, fill this very special field of expertise and partnership that we cover here at the institute. It lies between empirical development research and theory discussion, an explicitly communicated orientation towards applying the research, policy advice as well as university teaching and training. This broad setup offers us the exciting opportunity to constantly challenge ourselves scientifically and within the policy realm.

 

Editors: What role do you currently see for global cooperation and development research in times of Corona?

Anna-Katharina Hornidge: The Corona crisis is testing the structures of global cooperation and collaboration. Are they, and the claim to solidarity that defines them, viable and workable in times of increasingly demarcated borders? Many of our partner countries in Asia, Africa and Latin America will be severely affected by the crisis. Some are affected already. The task of development research and policy is to support health systems, the economy and social systems in our partner countries in overcoming the crisis in the interests of the global common good. Germany must ask itself what role it wants to play in the international system of states during and after the crisis – and act accordingly now. Germany’s Presidency of the Council of the European Union, which we will assume in the second half of this year, is an opportunity to demonstrate a pioneering role in development policy.

 

Editors: What would you like to be able to say after 100 days in office?

Anna-Katharina Hornidge: My original plans were to establish a marine governance research focus. Additionally, it is our aim to jointly develop further the third-party funding strategy of the institute. In terms of content, I would like to reflect on the Institute’s current research strategy together with the scientists, and we want to address the question of what kind of science, policy advice and training the DIE stands for under its new management. These points continue to play an important role. However, they have been complemented by the current global situation: At the moment, the focus is on keeping an eye on the health and special situations of our staff and at the same time ensuring that we continue fulfilling our mandate as an institute also under the current circumstances. I would therefore like to take this opportunity to express my sincere thanks for the special commitment of all employees of DIE in these dynamic times: I would like to thank all those in the administration who support me and the management in realizing flexible solutions, and all academic staff members who continue to ensure research, training and consulting for the institute in this situation characterized by substantial uncertainty. I would also like to thank the lively network of DIE, you and many other partners and friends of the institute, who continue collaborating virtually and creatively. On the basis of this great support, I am nevertheless looking forward to the first and all following weeks in office with much joy and optimism.

Der Beitrag Three questions to… Anna-Katharina Hornidge erschien zuerst auf International Development Blog.

Eine Neubetrachtung der poli­tischen Einstellungen türkischer Migranten in Deutschland

SWP - 1. April 2020 - 0:00

∎ Für die große Zustimmung, die die türkische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) und Präsident Recep Tayyip Erdoğan von türkischen Wählern im Ausland erhalten, gibt es sowohl materielle als auch emotionale Ursachen. Es scheint, als hätten sozioökonomische Veränderungen und wahrgenommene Verbesserungen in der Qualität der staatlichen Insti­tutionen – in der Türkei und auch in Deutschland – zu einem positiven Image der türkischen Regierung beigetragen.

∎ Ein Faktor, der die Wahlunterstützung der türkischen Migranten und ihrer Kinder zugunsten der AKP erklärt, ist ein Gefühl des Stolzes, das aus der Wahrnehmung einer »starken Türkei« unter der Regierung von Präsi­dent Erdoğan resultiert.

∎ Ein weiterer Grund für den hohen Stimmenanteil, den die AKP verbuchen kann, ist offenbar auch die Angst vor dem Verlust sozialer und politischer Errungenschaften.

∎ Da sich ihr Interesse an der Migrantenbevölkerung mit ihren außen- und innenpolitischen Ambitionen deckt, wird die türkische Regierung an ihrem stark identitätsbezogenen Ansatz vermutlich auch in Zukunft festhalten. Hinzu kommt, dass durch die sich verschärfende türkische Wirt­schaftskrise mit einiger Wahrscheinlichkeit auch der Bedarf an Rück­überweisungen steigen wird.

∎ Es ist von entscheidender Bedeutung, zwischen den Bemühungen der tür­kischen Regierung, türkische Migranten und ihre im Ausland geborenen Kinder für ihre innen- und außenpolitischen Zwecke zu instrumentalisieren, und der Forderung der Migranten nach politischer Interessenvertre­tung und gleichberechtigter Anerkennung zu unterscheiden.

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„Wie sollen diese Menschen sich selbst schützen, wenn sie ohnehin ums tägliche Überleben kämpfen?“

INKOTA - 31. März 2020 - 17:59
Unsere Partnerorganisationen in Mosambik haben erste Maßnahmen zum Kampf gegen das Coronavirus ergriffen. So berichten ADECRU, ORAM und UNAC unter anderem davon, dass größere Veranstaltungen abgesagt und Dienstreisen beschränkt wurden. Die Hauptgeschäftsstellen unserer Partner*innen stehen in engem Austausch mit ihren lokalen Verbänden und Mitgliedern in den ländlichen Regionen, um weitere Maßnahmen zu besprechen. Ihre Hauptaufgabe sehen sie darin, die Bevölkerung über Präventionsmaßnahmen aufzuklären. Denn angesichts des zögerlichen Handelns der Regierung und der katastrophalen Gesundheitsversorgung befürchten sie Schlimmes, vor allem für die vielen armen Menschen im Land. Nur 2.000 Test-Kits zur Verfügung Bislang ist die Zahl der offiziell bestätigten Corona-Fälle in Mosambik mit acht (Stand: 31.03.2020) sehr niedrig. Nach anfänglichem Zögern hat die Regierung nun den Katastrophenfall ausgerufen und Schulschließungen, Versammlungsverbote und Einreisestopps angeordnet. „Mit den beschlossenen Maßnahmen scheinen Präsident Filipe Nyusi und seine Regierung endlich den Ernst der Pandemie erkannt zu haben“, berichtet unsere Partnerorganisation ADECRU. „Dennoch sind der Mangel an politischer Führung, die mangelnde Vorbereitung und die fehlenden technischen Kapazitäten der wichtigsten mosambikanischen Institutionen angesichts der tatsächlichen und erwarteten Bedrohungen durch das Coronavirus sichtbar und alarmierend.“ So hatte das Nationale Gesundheitsinstitut bekanntgegeben, nur 2.000 Tests vorrätig zu haben. „Hier scheint die Situation noch unter Kontrolle zu sein, aber wir wissen nicht, ob das mit unserem Screening zu tun hat oder ob es wirklich keine Fälle gibt“, berichtet Luis Muchanga, der Geschäftsführer von UNAC. Auch er bezweifelt, dass Mosambik über die Kapazitäten verfüge, um gegen das Virus vorzugehen. „Wir beten dafür, dass es wirklich nur wenige Infektionen gibt“, erzählt er. Partnerorganisationen setzen auf Prävention „Wir machen uns auch Sorgen um die Menschen auf dem Land“, schreibt uns Calisto Ribeiro, der Geschäftsführer von ORAM. Die Organisation entwickle deshalb Ideen für ein Projekt, bei dem beispielsweise in Radios, auf Märkten und in Busterminals über das Coronavirus und Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden soll. In der Provinz Cabo Delgado, wo das Risiko eines unkontrollierten Ausbruchs des Virus aufgrund des dortigen bewaffneten Konflikts besonders hoch ist, wird von einer anderen Organisation bereits ein ähnliches Projekt durchgeführt. Dieses möchte ORAM auf das gesamte Land ausweiten. Auch unsere anderen Partner*innen setzen auf die Aufklärung der Bevölkerung. Abhängigkeit von China und Südafrika: Wirtschaftskrise droht Neben der akuten Gefahr eines unkontrollierten Ausbruchs des Virus, wird die Corona-Pandemie schwerwiegende Folgen auf die Wirtschaft haben. Mosambik ist wirtschaftlich von China und vor allem Südafrika abhängig. Südafrika, wo nach 100 bestätigten Infektionen der „Katastrophenzustand“ ausgerufen wurde, hat bereits drei seiner Landgrenzübergänge zu Mosambik geschlossen. Kaum Schutzmöglichkeiten für arme Menschen Die Krise könnte vor allem die arme Bevölkerung hart treffen. Das öffentliche Gesundheitssystem ist extrem unterversorgt und private Versorgung können sich nur die wenigsten Menschen leisten. Auch die Schutz- und Hygienemaßnahmen sind für die Armen kaum umsetzbar. So warnt unsere Partnerorganisation ADECRU: „In überfüllten Kleinbussen, auf den Straßen, auf den Märkten, auf dem Land und weit weg von Krankenhäusern: Wie sollen diese Menschen sich selbst schützen oder sozial isolieren, wenn sie ohnehin ums tägliche Überleben kämpfen?“ Zum INKOTA Corona News-Ticker Erfahren Sie mehr zu INKOTA-Arbeit in Mosambik
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31. März 2020

ONE - 31. März 2020 - 15:11

1. Abwägen in Zeiten von Corona
Auch in afrikanischen Staaten werden drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie getroffen, wie Thilo Thielke in der Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt. Allerdings könnten die wirtschaftlichen Folgen der Gegenmaßnahmen mitunter fast genauso folgenreich sein wie das Virus selbst, so Seán Mfundza Muller, Dozent am Public and Environmental Economics Research Centre der Universität Johannesburg. Die Geschichte zeige, dass Wirtschaftseinbrüche die Sterblichkeitsrate erhöhen, so der Ökonom. Hunger und soziale Unruhen halte er für sehr wahrscheinliche Folgen der jetzt getroffenen Maßnahmen. Die Maßnahmen einzelner afrikanischer Staaten seien zudem äußerst repressiv, wie Simone Schlindwein in der Tageszeitung (taz) berichtet. In zahlreichen Staaten seien strenge Ausgangssperren verhängt worden. In Ruanda seien so Patient*innen nicht mehr für lebenswichtige Behandlungen ins Krankenhaus gelassen worden. Zwei Männer, die sich daraufhin eine Auseinandersetzung mit Offizieren geleistet haben sollen, seien von der Polizei erschossen worden. Andere Staaten wie Uganda und die Demokratische Republik Kongo haben dagegen kaum Maßnahmen unterbreitet und scheinen mit der Lage überfordert. Die Vereinten Nationen und die Nichtregierungsorganisation Oxfam fordern daher die Weltgemeinschaft zu großzügiger Unterstützung auf, wie unter anderem die Deutsche Welle, Deutschlandfunk und der Bayrische Rundfunk melden. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) rechne mit einem Einnahmeverlust von über 220 Milliarden US-Dollar für Staaten, die stark von Armut betroffen sind. Damit könne die Hälfte aller Arbeitsplätze in Entwicklungsstaaten aufgrund der Coronakrise verloren gehen.

2. Sierra Leone in der Schuldenfalle
In einer SpiegelReportage thematisiert Alicia Prager, wie die Rückzahlungen von Milliardenkrediten aus der Ebola-Epidemie 2014-2016 Sierra Leone noch heute belasten. Aufgrund der hohen Verschuldung werde vor allem im Gesundheitssektor gespart. Obwohl der Internationale Währungsfond (IWF) dem Staat am Anfang des Ebola-Ausbruchs mehrere hundert Millionen US-Dollar Schulden erlassen habe, seien zwischen 2014 und 2018 wieder 328,7 Millionen US-Dollar Kredite vergeben worden. So sollte die Gesundheitskrise überwunden werden. Die mittlerweile hohen Zinsen bei der Rückzahlung zeigen jedoch scherwiegende Folgen. Das westafrikanische Land sei auf Platz 3 der Länder mit der höchsten Mütter- und Säuglingssterblichkeitsrate. Die Kindersterblichkeitsrate sei extrem hoch. Die Angst vor der Corona-Pandemie sei nach den Erfahrungen mit Ebola extrem hoch. Obwohl noch keine Fälle bestätigt seien, sei der Flugverkehr bereits seit zehn Tagen eingestellt und große Veranstaltungen abgesagt worden. Die Regierung wolle kein Risiko eingehen. Aus dem Kampf gegen Ebola habe man zwar viel gelernt, wie Binsu Mansary, Ärztin in Sierra Leone, erklärt. Dennoch fehle es an Ressourcen wie medizinischem Sauerstoff und vor allem Beatmungsgeräten. Davon gebe es im gesamten Land nur vier Stück. Das Geld, das für die Rückzahlungen verwendet werde, werde im Gesundheitssystem dringend benötigt.

3. Guinea: Umstrittene Verfassungsreform abgesegnet
Bei einem Referendum am vergangenen Sonntag hat sich die Mehrheit der Bevölkerung Guineas für eine Verfassungsreform entschieden, wie Zeit Online und der Deutschlandfunk melden. Etwa 91,6 Prozent der Wähler*innen haben für die neue Verfassung gestimmt. Die Wahlbeteilig habe bei 61 Prozent gelegen. Das Referendum sei von Anfang auf Ende März verschoben worden, da die Opposition und mehrere NGOs zu Boykotten aufgerufen haben. Seit Oktober haben sich verschiedene Oppositionsgruppen in der Allianz National Front for the Defense of the Constitution (FNDC) organisiert. Dabei sei es immer wieder zu mitunter gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. Einsatzkräfte seien teilweise mit Tränengas und Schusswaffen gegen Demonstrierende vorgegangen, so Human Rights Watch. Die Verfassungsreform sei umstritten, da sie Präsident Alpha Condé, der bereits seit zehn Jahren an der Regierung sei, eine dritte Amtszeit ermögliche.

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Kinderrechte in Zeiten von COVID-19 – Gedanken zur aktuellen Lage in Deutschland

Unicef - 31. März 2020 - 15:00
Die Corona-Krise hat Deutschland und die Welt fest im Griff. Dabei ist es wichtiger als je zuvor, dass Kinder ein schützendes Umfeld haben und in dieser schwierigen Situation aufgefangen werden. UNICEF-Kinderrechtsexperte Sebastian Sedlmayr gibt eine Einschätzung zur aktuellen Lage.
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Entwicklungspolitische*r Referent*in mit dem Schwerpunkt Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten

DSW - 31. März 2020 - 14:44

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Neben ihrem Hauptsitz in Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten.

Die DSW sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Entwicklungspolitische*n Referent*in mit dem Schwerpunkt Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten

mit Dienstort Berlin.

Der*die Entwicklungspolitische Referent*in wird an der erfolgreichen Umsetzung der Zielsetzungen der Stiftung arbeiten. Er*sie wird das Team Politische Arbeit bei der Entwicklung und Implementierung politischer Aktivitäten im Bereich Globale Gesundheit mit dem Schwerpunkt Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten unterstützen.

Ihre Aufgaben:
  • Politische Arbeit mit den Schwerpunkten Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten und Globale Gesundheit
  • Beobachtung und Analyse relevanter politischer Prozesse auf deutscher und europäischer Ebene
  • Pflege und Vertiefung der Zusammenarbeit mit entwicklungspolitischen Entscheidungsträger*innen, zivilgesellschaftlichen Netzwerken, Vertreter*innen akademischer und wissenschaftlicher Institutionen sowie der Privatwirtschaft
  • Planung und Durchführung entwicklungspolitischer Veranstaltungen, nationaler und internationaler Netzwerktreffen, Podiumsdiskussionen, Konferenzen, etc.
  • Verfassen von Positionspapieren, Empfehlungen, Sprechzetteln, etc.
  • Vertretung der DSW gegenüber politischen Entscheidungsträger*innen und externen Partner*innen
Wir erwarten:
  • Hochschulabschluss (Diplom oder Master) in Public Health, Medizin, Pharmakologie, Biologie, Biochemie oder vergleichbare Qualifikation
  • Vorzugsweise Zweitstudium in Politikwissenschaften, Internationalen Beziehungen, Development Studies oder vergleichbaren Bereichen
  • Mindestens drei Jahre Berufserfahrung mit medizinischem und politischem Bezug
  • Gute Kenntnisse der deutschen Akteure und Programme in den Bereichen Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten und Globale Gesundheit
  • Kontakte zu relevanten Forschungs- und Wissenschaftsinstitutionen in den oben genannten Bereichen sind von Vorteil
  • Erfahrung mit der Organisation politischer Veranstaltungen
  • Einen selbständigen, lösungsorientierten Arbeitsstil
  • Deutsch auf muttersprachlichem Niveau, verhandlungssicheres Englisch (in Wort und Schrift)
  • Ausgezeichnete soziale und kommunikative Kompetenzen sowie Freude an der Arbeit im Team
  • Bereitschaft zu Dienstreisen (national und international)
Wir bieten:
  • Ein internationales Arbeitsumfeld
  • Eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem dynamischen Team
  • Ein spannendes Themenfeld
  • Angemessene Vergütung
Bewerbungsverfahren:

Wenn Sie Interesse haben, senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Anschreiben) bitte mit dem Verweis “DSW2020/04 Entwicklungspolitische*r Referent*in” per E-Mail an: jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer “DSW2020/04 Entwicklungspolitische*r Referent*in” in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden.

Der Vertrag ist zunächst bis Februar 2022 befristet.
Bewerbungsschluss ist der 19.4.2020.
Bitte sehen Sie von Nachfragen zu Ihrer Bewerbung ab.
Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen!

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Osterhasen: Ab ins Netz!

INKOTA - 31. März 2020 - 14:44
Viele von euch waren total motiviert, an unserer diesjährigen Osteraktion teilzunehmen: Als Osterhasen verkleidet wolltet ihr durch die Innenstädte ziehen, gegen unfaire Schokolade protestieren und Unterschriften für ein Lieferkettengesetz sammeln. Wegen der Corona-Pandemie ist es gerade nicht möglich, die Aktion so umzusetzen. Doch euer großes Interesse hat uns so gefreut, dass wir uns jetzt eine Online-Variante für den Osterhasen-Protest überlegt haben. Denn gerade durch die Corona-Krise wird einmal mehr deutlich, wie dringend wir ein Lieferkettengesetz brauchen! Nicht nur das Virus selbst, sondern auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie treiben viele Menschen im globalen Süden an den Rand ihrer Existenz. Denn sie sind häufig schlechter abgesichert als viele Menschen hier in Europa: Keine Sozialversicherung, informelle Arbeitsverhältnisse, schlechte Gesundheitsversorgung. Aus Indien wissen wir bereits, dass viele Arbeiter*innen in der Schuh- und Textilproduktion von heute auf morgen ihr Einkommen verloren haben, weil Unternehmen aus Deutschland, Italien und China ihre Aufträge stornieren. Auch im Kakaoanbau könnte sich die Pandemie in den kommenden Monaten negativ auswirken: Der Weltmarktpreis für Kakao ist infolge der Krise innerhalb weniger Wochen um 20 Prozent in den Keller gestürzt. Wenn dieser Trend weitergeht, könnte die Armut von Kakaobauernfamilien zunehmen – die schon jetzt eine der Hauptursachen für ausbeuterische Kinderarbeit ist. Für uns ist klar: Diese globale Krise können wir nur gemeinsam meistern. Dazu gehört auch, dass Unternehmen entlang ihrer gesamten Lieferkette Verantwortung übernehmen müssen – auch für Menschen im globalen Süden. Die Forderung nach einem Lieferkettengesetz ist also aktueller denn je. In der aktuellen Lage ist es wichtig, dass wir zusammenrücken und solidarisch miteinander sind. Diesen Gedanken wollen wir mit unserer Osteraktion aufgreifen: Wir zeigen uns solidarisch mit denjenigen Menschen, die in globalen Lieferketten gerade wegen der Corona-Krise besonders bedroht sind, und fordern ein Lieferkettengesetz!

Vieles spielt sich gerade im Internet ab, und genau dorthin tragen wir jetzt auch unseren Protest. Hier kommt unser Aktionsvorschlag:
  1. Bastelt euch für die Online-Aktion einen „gesetzlichen Rahmen“ und (wer Lust hat) Osterhasen-Ohren. Eine Vorlage dafür findet ihr hier (LINK)
  2. Verabredet euch mit eurer Gruppe zu einer Video-Konferenz (z.B. per Skype oder Jitsi)
  3. Ladet eure Freund*innen, Bekannte, Oma, Opa, Tante, Onkel zu diesem Termin ein und sendet ihnen mit der Einladung den Link zu unserer Bastel-Vorlage: bit.ly/bastelvorlage-osteraktion
  4. Wenn alle im Video-Chat sind, macht einen Screenshot (ein Beispiel dafür seht ihr oben in der Meldung).
  5. Sendet euren Screenshot an rupp@inkota.de. Wir verbreiten euer Bild dann auf unserer Webseiten und in unseren Social Media-Kanälen, um den Protest für ein Lieferkettengesetz sichtbar zu machen!
  6. Teilt euer Aktionsfoto gerne auch auf eurer eigenen Webseite oder in euren Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #Lieferkettegesetz und dem Aufruf, die Petition für ein Lieferkettengesetz zu unterzeichnen: www.inkota.de/lieferkettengesetz
Tipp: Nicht alle haben einen Drucker zuhause, um sich den Rahmen oder die Ohren auszudrucken. Kein Problem: Bastelt euch einfach selbst ein Schild mit der Aufschrift „Lieferkettengesetz jetzt!“, nehmt eure Oster-Deko mit ins Bild oder Frühlingsblumen. Lasst eurer Kreativität und eurem Improvisationstalent freien Lauf! Für alle, die noch mehr wollen: Wir fordern euch heraus! Auf unserem INKOTA-Team-Foto (oben in der Meldung) haben wir immerhin sechs Leute zusammen bekommen. Schafft ihr mehr? Wer die meisten Menschen in einer Video-Konferenz versammelt, bekommt von uns ein schokofaires Überraschungspaket zugesendet! Was ihr noch tun könnt: Macht Pressearbeit zu eurer Aktion! Viele Lokalredaktionen suchen gerade händeringend nach Themen, weil das öffentliche Leben durch die Corona-Krise stillsteht. Daher sind die Chancen nicht schlecht, dass sie über eure Aktion berichten. Wir haben eine Muster-Pressemitteilung für euch erstellt, die ihr an eure lokalen Pressekontakte schicken und sie damit über die Online-Osteraktion informieren könnt. Bei Interesse stellen wir euch gerne die Muster-Pressemitteilung zur Verfügung. Schreibt dafür einfach eine Mail an rupp@inkota.de. So, jetzt sind wir gespannt, wie viele von euch sich auch an unserer Online-Aktion beteiligen. Seid dabei und sorgt so dafür, dass viele Menschen erfahren, wie wichtig ein Lieferkettengesetz ist und sich unserer Forderung anschließen. Wir zählen auf euch! Unterzeichnet die Petition für ein Lieferkettengesetz Erfahrt mehr über die Kampagne Make Chocolate Fair!
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Scan4Chem: App vom Umweltbundesamt soll vor giftigen Stoffen schützen

reset - 31. März 2020 - 12:43
Die App „Scan4Chem“ vom Umweltbundesamt soll europaweit Informationen zu gefährlichen Stoffen in Alltagsgegenständen liefern – und ist dafür auf die Unterstützung der Konsumierenden angewiesen.
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Socially responsible public procurement (SRPP) in multi-level regulatory frameworks: assessment report on policy space for SRPP regulation and implementation in Germany and Kenya

DIE - 31. März 2020 - 11:01

Public Procurement is a highly regulated process ruled by a complex legal framework. It comprises not only national but also, increasingly, sub- and supranational regulations, giving rise to a multi-level regulatory governance of public procurement. The integration of sustainability aspects into public procurement, as called for in goal 12.7 of the Sustainable Development Goals (SDGs) of the Agenda 2030, needs to take this multi-level character into account. This reports focuses on social considerations, which are a central part of sustainable procurement – whether with a domestic focus or along international value chains. Social considerations have been somewhat neglected in Europe, whereas they feature prominently in procurement regulations in many countries of the Global South, especially in Sub-Saharan Africa (SSA). The advanced process of regional integration in the European Union (EU) and the progress made towards integration in some regional economic communities in Sub-Saharan Africa call for deeper analyses of the influence of the higher levels of the regulatory framework on the lower levels. The question is whether public entities, from the national down to the local level, are required or at least have the option to integrate socially responsible public procurement (SRPP) into their procurement processes and tenders, or at least have the option to do so.
This report is conducted as part of the project “Municipalities Promoting and Shaping Sustainable Value Creation (MUPASS) - Public Procurement for Fair and Sustainable Production”, implemented by DIE in cooperation with Service Agency Municipalities in One World (SKEW) with funds from the Federal Ministry of Economic Cooperation and Development (BMZ) and compares public procurement in Germany and Kenya. In both countries, the multi-level regulatory frameworks allow for SRPP regulations and practices ar the national and sub-national levels of government. There is, however, an implementation gap for SRPP in Germany and Kenya that appears to be independent from the specifics of the respective regulatory framework. To tackle this, supportive measures, such as capacity building, are key. Furthermore, Regional economic communities, such as the EU and the Common Market for Eastern and Southern Africa (COMESA), can play a role in promoting SRPP, even without introducing mandatory provisions. At the other end of the multi-level regulatory spectrum, municipalities in the EU had and have an important role in SRPP implementation, that might be replicable by sub-national public entities in Kenya and other contexts.

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Coronavirus in El Salvador: Präsident attackiert Menschenrechtsorganisationen nach Kritik an Ausgangssperre

INKOTA - 31. März 2020 - 10:55
Die salvadorianische Regierung reagiert mit autoritären Maßnahmen auf die Corona-Pandemie. Zivilgesellschaftliche Organisationen warnen deshalb vor Grundrechtsverletzungen - und werden dafür vom Präsidenten beschimpft. Unsere Partnerorganisationen Acua und Fespad sind das Ziel einer Attacke des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele geworden. Bukele ist bekannt für seinen aggressiven Politikstil und seine verbalen Entgleisungen, die er am liebsten per Tweet über das soziale Netzwerk Twitter in die Welt posaunt. Am 29. März polterte Bukele auf Twitter: „Manchmal scheint es, als würden einige ‚Menschenrechtsorganisationen nur arbeiten, um den Tod von noch mehr Menschen zu erreichen.“
Zivilgesellschaftliche Organisationen kritisieren autoritäre Maßnahmen Vorausgegangen war dem unter anderem eine am 26. März von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen veröffentlichte Erklärung, die auch von Acua und Fespad unterzeichnet wurde. In dieser kritisieren die Organisationen die autoritären Maßnahmen, die die Regierung zur Bekämpfung des Coronavirus beschlossen hat. In der Erklärung heißt es: „Wir sind besorgt über die negativen Effekte, die einige der beschlossenen Maßnahmen auf die Bevölkerung haben.“ Das Bündnis ruft dazu auf, den durch die salvadorianische Verfassung und das internationale Menschenrechte gegebenen rechtlichen Rahmen zu respektieren. Gefährliche Drohungen gegen zivilgesellschaftliche Organisationen Dass Bukele zivilgesellschaftliche Organisationen für Kritik an seiner Politik direkt attackiert, entspricht seinem bisherigen Regierungsstil. Seit dem 1. Juni 2019 regiert er zunehmend autoritär, ohne sich mit dem Parlament abzustimmen oder gesellschaftliche Gruppen, wie Kirchen, Gewerkschaften und Unternehmen einzubinden. Schon mehreren Tausend Menschen gefällt Bukeles Tweet und in den Kommentaren wird zivilgesellschaftlichen Organisationen teils offen gedroht. Dies kann gefährliche Konsequenzen haben, denn immer wieder kommt es im Land zu Morden an Aktivist*innen und Menschenrechtsbeobachter*innen. Eingriffe und Ausgangssperre treffen vor allem Arme Neben international üblichen Maßnahmen, wie Versammlungsverboten, Einreisestopps und Zwangsquarantänen, hat die salvadorianische Regierung zu noch drakonischeren Mitteln gegriffen. Nichtregierungsorganisationen kritisieren, dass die Regierung die Pressefreiheit einschränke und Präsident Bukele die staatliche, aber von der Regierung unabhängige Menschenrechtsprokuratur in ihrer Arbeit angegriffen habe. Außerdem verhängte die Regierung am 22. März für 30 Tage eine Ausgangssperre, in deren Folge es schon zu hunderten Verhaftungen durch Militär und Polizei gekommen ist. Wer zur Arbeit gehen möchte, benötigt nun eine Bestätigung des Arbeitgebers. Diese Regelungen treffen vor allem arme Salvadorianer*innen, die im großen informellen Sektor arbeiten und sich ihren Lebensunterhalt Tag für Tag verdienen müssen. Zwar hat die Regierung versprochen ihnen einmalig 300 US-Dollar zu zahlen, dies wird jedoch nicht lange reichen, vor allem wenn die Ausgangssperre verlängert werden sollte. Bei der Auszahlung kommt es nun zu großen Problemen. So stehen die Menschen durchaus stundelang in Schlangen an – und bekommen dann teils trotzdem kein Geld. Auch erhöht dies das Ansteckungsrisiko weiter. Am 30. März waren offiziell erst 30 Menschen infiziert. Aber dies wird sich schnell ändern. Zum INKOTA Corona News-Ticker Erfahren Sie mehr zu INKOTA-Arbeit in El Salvador Mit zweierlei Maß: Kaum Kritik am antidemokratischen Verhalten des salvadorianischen Präsidenten
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E+Z/D+C 2020/05 – covid – tr – Hans-Joachim Preuss

E+Z - 31. März 2020 - 10:51
Sub-Saharan health-care systems tend to be weak, so preventive action is needed in view of Covid-19

This time the virus did not come from the bush. The starting point of the coronavirus pandemic that is currently spreading in Africa was the airports.

By the end of January 2020, some of the 5,000 African students enrolled in universities in Wuhan, China, had already returned to the continent and were isolated as a precautionary measure due to flu-like symptoms. Two weeks later, Egypt confirmed the first Covid-19 case.

By the end of March 2020, 46 out of 55 countries on the continent were affected. On 30 March, the front-runner was South Africa with 1187 cases, followed by the North African countries with respectively more or less 500 cases. It is no longer only travelers and returnees from Asia, Europe and North America who are spreading the virus. Many others are infected as well. 

It can be assumed that the infection rates will continue to rise for some time. At the moment, the numbers are developing dynamically, but also very differently from country to country. Despite the rapidly increasing availability of diagnostic tools, many infections probably still go unnoticed. Tests are not available in the major cities, and not even in sufficient numbers there.

Jack Ma, the Chinese internet billionaire, donated one million test sets to the African Union (AU), and Ethiopian Airlines delivered them to affected countries. More testing will lead to more diagnosed cases. It is, however, not always clear whether published figures correspond to reality or are glossed over by governments. 

Compared with other world regions, Africa is poorly equipped to treat the disease. Only a few countries, including Kenya, Nigeria and South Africa operate functioning isolation wards and, in normal times, have sufficient facilities for intensive care. That is true of North Africa too. In most African countries, however, health-care systems are always overburdened. These countries are in no way prepared for a mass outbreak of Covid-19 with rapidly increasing patient numbers.

 

Only two doctors per 10,000 inhabitants

About two thirds of African countries have less than two doctors per 10,000 inhabitants. For comparison: Italy, which is currently completely overloaded, has 41 per 10,000. Italy has about three hospital beds per 1,000 people. Most African countries have less than one.

Hoping for substantial foreign aid through medical teams in the short term is probably a risky assumption. It is true that a medical corps was established at European level under the impression of the Ebola epidemic that hit West and Central Africa in 2014. France, Italy and Germany, among others, agreed to send medical teams to developing countries affected by medical emergencies.  However, it is precisely these three countries that are currently hardest hit and need most of their capacities to cope with their own coronavirus crisis. It should be noted, moreover, that foreign helpers initially represent an infection that should be controlled by two-week quarantines.

Africa must slow the spread of the disease if it cannot be completely stopped. Initially, responses to the pandemic aimed to prevent the virus from entering the country. Experience shows that it is essential to fast restrict infected persons’ mobility and physical contact with others. It makes sense to close shopping malls, centres of entertainment and other places where people tend to gather.

Almost all African countries initially closed their airports to commercial intercontinental flights. More than a third also closed their terrestrial borders. Those who arrived before the closure were usually told to go into self-quarantine at home or were isolated by the government in rented hotels. Government members cancelled their trips abroad. Governments closed also schools and universities. In late March, curfews were still rare, and so was the declaration of national emergencies.

Some countries, for instance Burkina Faso, have banned large gatherings of people. The country’s trade unions postponed protest marches. 

Faith leaders have taken action too. The Archbishop of Lagos has banned the use of holy water and recommends disinfectants instead. The High Islamic Council of Algeria has welcomed Saudi Arabia’s closure of holy sites and cancelled pilgrimages to Mecca. After consulting their oracle, the Fâ, the priests of Vodun in Benin, recommend that trips to the hinterland should be avoided if possible. 

Rwanda, innovative as usual, has installed mobile washbasins at bus stations and is telling passengers to wash their hands before boarding. Taxi drivers in Togo have been asked to equip themselves and their passengers with protective masks, which are hard to get however. They have also been admonished to keep passengers at a sufficient distance – on the back seat for example. The lists of regulations and guidelines are as varied as the countries of the continent. So far, there is no coordinated approach at continental or regional level.

Overall, however, African governments have responded fast. The continent has experience with Ebola, Lassa fever and HIV/AIDS, so people are in principle prepared to accept temporary limitations. Many people understand that handshakes and hugs should now be avoided. At the same time, there is a huge gap between the pithy decisions at the top and their implementation by inadequately equipped and insufficiently prepared agencies.

Limited scope for social distancing

Moreover, some rules are hard to follow. In far too many places, access to water and sanitation are limited. People depend on crowded minibuses. Motorcycle taxis sometimes carry up to four passengers. Informal workers – more than 90 % of the labour force in most countries – need their daily wages and cannot afford to stay at home because of mild flu symptoms. People on low incomes are unable to stock up on supplies. They must buy daily essentials in crowded markets. Citizens without health insurance only visit health facilities when they have serious health problems.

What impact the pandemic will have on Africa is impossible to say. On the upside, Africa has many young people and only a small share of aged people, who are especially affected by Covid-19. On the downside, other parameters of co-mortality are worrying. They include the prevalence of infectious diseases such as tuberculosis, which affects 2.5 million Africans each year and kills half a million.

The economic damage this global crisis will cause in Africa will be of a magnitude that can only be described in broad terms at present. The currently introduced measures to contain Covid-19 alone are estimated to amount to around $ 10 billion. Export revenues will drop, as commodity demand is reduced. Not only oil suppliers such as Nigeria, Angola and Algeria will experience falling foreign exchange earnings. Countries that export mineral and agricultural raw materials will be hit too, though gold and diamonds will prove exceptions. The AU estimates that average growth in Africa will halve to 1.8 % in 2020. That would be less than the population growth.

Sectors that have a major impact on the income and employment of poorer population groups will also suffer. Tourism has collapsed, and so has the trade in cut flowers and tropical fruits. Border closures reduce intra-regional trade. Transfer payments from migrants on whom entire families depend will fall significantly.

The United Nations has so far only called for humanitarian aid for Africa in order to increase the resistance of those affected. Relief efforts, including the provision of sanitation, diagnostic laboratories or mobile shelters for quarantine patients, should start as soon as possible. Because even if it is possible to “flatten the curve in Africa” and contain the pandemic, other illnesses must be treated once restrictions are lifted.

Measures to strengthen the economies of Africa should be envisaged. The debt of African countries, has risen sharply in recent years. To an unprecedented extent, private leaders are involved. Export and tax revenues will decline. Not one African nation has the resources to launch the kind of massive economic relief and stimulus programmes that EU members or the USA have recently adopted. The World Bank and International Monetary Fund are sending the right signals, but their scope for granting rather than lending money to countries in need is quite limited. The G20, following their digitised conference on 26 March, should launch a massive aid programme for Africa. A good start would be $ 100 billion dollars. That would be a mere 0.45 % of the 2.2 trillion the US Congress has approved for saving the US economy. So far, the G20 has only pledged $ 5 billion to stimulate the world economy.

Hans-Joachim Preuss heads the office of the Friedrich-Ebert-Foundation (FES) in Benin. The FES is close to Germany’s Social Democratic Party.
rr@fes-benin.org

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Interview: Können wir Künstlicher Intelligenz vertrauen?

reset - 31. März 2020 - 8:26
Wie können wir KI-basierte Systeme so gestalten, dass ihr Einsatz dem Gemeinwohl nützt? Wir sprachen mit Kristina Penner von AlgorithmWatch über algorithmische Bias und Diskriminierungspotenziale von KI, aber auch über Transparenz und Teilhabe.
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The Corona Crisis and International Relations: Open Questions, Tentative Assumptions

SWP - 31. März 2020 - 0:00

Every global crisis impacts the international system, its structures, norms and institutions. No need to go back to the world wars and the founding of the League of Nations and the United Nations. In our own century the attacks of 11 September 2001 changed international law and state towards non-state actors, while the financial crisis of 2008 saw the G20 transform from a club of finance ministers into a body capable of a soft steering role in some of the less controversial areas of international politics.

It is too early to make definitive statements. The catchphrase “nothing will ever be the same again” is almost always wrong. It makes sense to ask what might change in international politics “after Corona”. At this stage, however, any answers remain by nature provisional.

The Corona crisis will probably act as a multiplier for US efforts to “decouple” China, and thus promote tendencies towards sectoral de-globalization. In certain areas a new “globality” could also emerge. The broader geopolitical impact – on the international order, inter-state rivalries, conflict and cooperation – is unlikely to produce a uniform overall picture. The shape of the world after the pandemic remains subject to political will, leadership, and the ability of international actors to cooperate.

Will the pandemic, as some commentators imply, reduce multilateral cooperation and further weaken the rules-based international order? Most states have initially reacted unilaterally to the crisis, and may continue to do so. The crisis has also underscored the need for effective global cooperation, so inconsistent and contradictory developments are likely. Even nationalist leaders accept the relevance of the WHO and the importance of cooperation on information exchange and vaccine research. It is conceivable that the UN and regional organizations will pay greater attention to health systems and public health, and that this will be accompanied by a strengthening of the WHO, more binding rules and more resources. After all, weak health systems in some countries clearly pose a threat to others.

We should not expect any significant initiatives to strengthen multilateral cooperation from the G7 or G20 under their current presidencies. But it might become easier to place public health on the agenda of the UN Security Council, even without linking it to classic security issues. There should no longer be any doubt that global health is directly related to international peace and security.

Will the Corona crisis affect great power conflicts, especially the paradigmatic rivalry between the US and China? It will certainly not mitigate them. Cooperation and open conflict – in particular between the US and China – are likely to coexist. We can assume that the ideological dispute between China and Western states sharpen. At its core this is about the competition between different systems of government and the relationship between state and society. Initially criticized for concealing the epidemic, China is now presenting its authoritarian system as superior to democratic models in dealing with such a crisis. China is also gaining “soft power” through well-staged aid deliveries to Italy and other severely affected states. The United States, in contrast, did not even try to coordinate an international response – further downgrading its image as a benign superpower. Rather, President Trump presented his country as a nationalistic loner. This included an attempt to buy a German pharmaceuticals firm in order to secure a vaccine “only for the USA”, as well as the refusal to ease sanctions on Iran.

Will the virus help to contain wars? Probably not. Countries with ongoing armed conflicts and large vulnerable populations will also be hit hard by the pandemic. At worst, internal conflict lines in highly fragmented states will be drawn even more sharply. The only positive response to the UN Secretary-General’s appeal to “put armed conflict on lockdown” and focus on fighting COVID-19 came from the Philippines. It has gone unheeded in Libya, Yemen and northern Syria, as well as by ISIS and Boko Haram. And North Korea continues to test missiles.

The impact of the pandemic on regional power conflicts is likely to remain negligible. Governments can, however, use the situation for confidence-building measures: the UAE and Kuwait have sent aid to Iran. This was not a one-off, a high-ranking Emirati official explained to me: “We have helped Iran before in emergencies, and Iran would certainly do the same for us. But we have not managed to translate such actions into political reconciliation.” The international community as a whole is likely to devote less energy to crisis diplomacy and conflict resolution. This is clearly so today, with the pandemic as the most urgent issue, but it is likely to remain so, as governments cope with the economic aftermath. Many already poor and weak states are likely to slip into economic crisis without even having contained the health damage. It is conceivable that richer states might grant debt relief to poorer states. But we will probably see less willingness to mobilise aid for humanitarian emergencies, to support the UNHCR, or to fund and staff UN missions.

And Europe? Neither Washington nor Beijing will devote much energy to finding common solutions to global problems. Here, it is for the EU and like-minded multilateralists such as Canada, South Korea, Indonesia and Mexico to take the initiative. China, the US and Russia may cooperate if others come up with workable proposals – on global health, for example – but are unlikely to lead inclusive multilateral efforts.

It is possible, but not certain, that the crisis will eventually strengthen cohesion within the EU. After some delay, the EU has rather swiftly moved to support its own severely affected member states. For its international posture, the EU will have to re-learn the language of power, as Josep Borrell, the EU’s High Representative, has put it. This remains true. One should add that Europe’s power – and attractiveness – also rest on the practice of solidarity. Particularly in times like these.

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The global corona crisis – A summary of key policy mappings and databases

Global Policy Watch - 30. März 2020 - 19:43

Originally published by Global Policy Forum Europe.

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In addition to the health aspects of the virus, the global coronavirus crisis also has financial, socio-economic and developmental consequences. For this reason, a large number of policy measures have been announced by governments and international organizations, on the one hand to contain the pandemic, on the other to mitigate the economic consequences.

These measures contain for example fiscal stimulus and aid packages of various shapes and sizes, intended to cushion the serious economic and social consequences of the coronavirus outbreak worldwide. The main target groups of planned loans and cash injections are the healthcare system, as well as larger banks and companies. However, some strategies are also aimed at small and medium-sized companies as well as groups of individuals, their savings, private pensions and other private assets.

The current situation is particularly problematic for many developing countries. In many countries, health systems are weak, governments have little financial flexibility and the majority of populations are not protected by social safety nets, making sickness, unemployment and loss of wages in these circumstances even more problematic than in Europe or the USA. International organizations such as the World Health Organization and the World Bank are therefore beginning to tailor measures specifically for this context.

In order to gain an overview of the various national and international measures, various actors have created overviews, each with a different focus. Global Policy Forum continuously analyzes relevant policy measures. The following databases are particularly useful:

Reuters – Global economic policy response to the coronavirus pandemic

Reuters’ overview contains a summary of the most important economic strategies against the corona crisis. Individual countries worldwide and the euro zone are discussed.

IMF Policy Tracker

The policy tracker of the International Monetary Fund, as of the end of March, brings together almost all the important economic measures taken by governments to face the economic and social consequences of the corona pandemic. The list includes 186 countries.

OECD – Tax Policy Tracker

The OECD overview focuses on government tax measures to combat the financial impact of Covid-19.

Cicero Group- Comparative tracker of EU and Global Covid-19 measures

Offers an overview of economic and political measures against the Covid-19 outbreak and will be updated frequently. The responses of the EU and its member states are covered in detail as well as those of some economically important countries (UK, USA, China, Hong Kong and Japan).

Yale University – Coronavirus Response Tracker

The tracker addresses interventions by central banks, financial authorities and international institutions focused on financial stability. It also collects relevant suggestions from people and actors outside of governments. For each entry, a summary of the information is provided and links to the most important press articles are shared.

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30. März 2020

ONE - 30. März 2020 - 17:34

1. Corona in Afrika
Immer mehr Coronafälle werden auch in afrikanischen Staaten gemeldet, wie Paul Starzmann und Johannes Dieterich im Tagesspiegel melden. Für den Kontinent wären die Folgen einer Ausbreitung wie in Europa „verheerend“. Die bisher geringe Zahl an gemeldeten Fällen sei höchstwahrscheinlich mangelnder Tests geschuldet, so die Autoren. Tedros Adhanom, Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation (WHO), warnt, dass sich in den kommenden zwei Wochen das „Schicksal Afrikas“ in Bezug auf die Pandemie entscheiden werde. Die momentane Überlastung europäischer und amerikanischer Gesundheitssysteme lasse befürchten, wie katastrophal die Folgen in Staaten mit sehr schwachen Gesundheitssystemen sein werden. Entwicklungsminister Gerd Müller mahnt unterdessen in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel an, Entwicklungsländer gerade jetzt nicht allein zu lassen. Wirklich beenden könne man die Pandemie nur mit einer globalen Herangehensweise. Er fordert daher ein entschlossenes internationales Vorgehen. Unterstützung der Industrienationen für stärker von Armut betroffene Staaten solle bereits jetzt erfolgen, so Müller. Er warnt ausdrücklich davor, erst eine etwaige Verschlimmerung der Ausbreitung abzuwarten.

2. Bill Gates: Mahner und Macher
Bill Gates plädiert im Zuge der Corona-Krise für eine Fokussierung auf das Thema Gesundheit und will die Wirtschaft erst einmal hintenanstellen, wie Andrian Kreye in einem Portrait in der Süddeutschen Zeitung schreibt. Gates warne bereits seit Jahren vor einer globalen Epidemie. Deshalb sei die Thematik einer der drei Hauptpfeiler der Bill & Melinda Gates-Stiftung, der er zusammen mit seiner Frau vorsitzt. Die größte Bedrohung der Menschheit sei kein Atomkrieg, sondern eine Epidemie, habe er bereits vor mehreren Jahren geäußert. Seth Berkley, Leiter der Impfallianz Gavi, sagt über Gates, dass er sich mit Impfstoffen wie auch mit Softwares mit großem Interesse auseinandersetze, weil sie günstig zu designen und produzieren seien. Gates plädiere in dem Vorgehen gegen die Corona-Pandemie dementsprechend für einen strategischen Ansatz. Das Militär solle gezielt für eine solche Situation geschult werden. Seine Stiftung arbeite zudem an günstigen Schnelltests.

3. Mali: Parlamentswahl und neue europäische Taskforce
Trotz der Corona-Pandemie und der kritischen Sicherheitslage, wurde in Mali ein neues Parlament gewählt, wie Deutschlandfunk, die Deutsche Welle und evangelisch.de berichten. Die Parlamentswahl sei ursprünglich für 2018 angesetzt gewesen. Aufgrund zahlreicher Terroranschläge islamistischer Gruppierungen sei die Wahl seitdem zweimal verschoben worden. Wegen des Coronavirus habe Präsident Ibrahim Boubacar Keita strenge Hygienemaßnahmen angekündigt, eine Verschiebung jedoch zurückgewiesen. Wie unter anderem die Tagesschau, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Stern melden, haben elf europäische Staaten eine neue Taskforce für den Anti-Terror-Kampf in Mali und im Sahel gegründet. Mit der Taskforce „Tabuka“, an der sich auch Deutschland beteiligt, soll die Sicherheitslage in Mali und der gesamten Sahelzone verbessert werden. Mehrere hundert Sicherheitskräfte werden dazu unter französischem Kommando ab Sommer in der Region eingesetzt.

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In Folge von COVID-19: Droht eine Hungerkrise im globalen Süden?

INKOTA - 30. März 2020 - 17:27
Aktuell sind rund 820 Millionen Menschen auf der ganzen Welt von chronischem Hunger betroffen. Das heißt, sie haben dauerhaft nicht genug zu essen. Von den Hungernden sind wiederum 113 Millionen mit akuter, schwerer Ernährungsunsicherheit konfrontiert – das heißt, der Hunger bedroht ihre Existenz und sie sind auf externe Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind, um zu überleben. Für diese Menschen ist jede Unterbrechung der Versorgung mit Nahrungsmitteln, wie sie COVID-19 mit sich bringen könnte, lebensbedrohlich. Wenn sich darüber hinaus die COVID-19-Fälle in den 44 Ländern vermehren, die auf externe Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind, oder in den 53 Ländern, in denen 113 Millionen Menschen akuten Hunger leiden, dann könnten die Folgen drastisch sein - so die UN Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO. Die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 und die damit verbundenen Einschränkungen werden die Ärmsten der Armen im globalen Süden besonders hart treffen und stellen ihre Ernährungssicherung vor große Herausforderungen. In vielen Ländern des globalen Südens geben Menschen einen Großteil ihres Einkommens - teilweise bis zu 95 Prozent - für Essen aus. Durch die Maßnahmen gegen COVID-19 (Ausgangssperren, Lock-Downs) brechen für viele Menschen im globalen Süden sämtliche Einkommensmöglichkeiten weg. Gleichzeitig fehlen soziale Sicherungssysteme, um diese Verluste aufzufangen oder auszugleichen. Entsprechend sinkt ihre Möglichkeit, täglich ausreichend Essen für ihre Familien und sich zu kaufen. Schließung lokale Märkte doppelt fatal Ebenso stellt die Schließung von lokalen, oftmals informellen Bäuer*innen- und Wochenmärkten, eine enorme Herausforderung sowohl für Produzent*innen als auch Konsument*innen dar. Schätzungen zufolge wird bis zu 80 Prozent des Essens auf der Welt auf solchen informellen Märkten verkauft. Schließen diese Märkte oder haben Menschen aufgrund der Ansteckungsgefahr mit Corona keine Möglichkeit mehr, diese zu besuchen, wirkt sich das drastisch auf die Möglichkeit aus, Nahrungsmitteln zu beschaffen. 300 Millionen Schulkinder ohne Schulessen Besonders schlimm ist die Situation für viele Schulkinder im globalen Süden: Weltweit sind rund 300 Millionen Kinder darauf angewiesen, dass sie zumindest eine Mahlzeit am Tag in der Schule bekommen. Sind die Schulen geschlossen, fehlt ihnen diese zentrale Nahrungsquelle, die durch ihre Familien in vielen Fällen nicht ersetzt werden kann. Die Folgen dieses Versorgungseinbruchs könnten verheerend sein. Welthandel: Stark schwankende Lebensmittelpreise Ebenso drastisch sind die Einschnitte im weltweiten Handelssystem. Durch die Corona-Krise wird deutlich, wie stark unser Ernährungssystem von globalen Handelsströmen und Wertschöpfungsketten abhängt. Es wird deutlich, wie krisenanfällig dieses System ist, das nicht auf eine lokale Versorgung, sondern einen marktliberalen Ansatz setzt. Damit dieses System intakt bleibt, ist freier Warenverkehr über Grenzen und Kontinente hinweg, sind Transportwege und eine internationale Logistik notwendig. Bei geschlossenen Grenzen, abgesperrten Zufahrtswegen, eingeschränktem Schiff- und Flugverkehr steht dieses System vor großen Herausforderungen. Besonders schwierig ist das für Länder, die stark von Lebensmittelimporten abhängen und einen geringen Selbstversorgungsgrad haben. Erste Auswirkungen sind bereits jetzt erkennbar: Die Lebensmittelpreise schwanken extrem. Das betrifft den globalen Süden ebenso wie den Norden. Zum Beispiel sind die Reispreise deutlich gestiegen, seit einzelne südostasiatische Länder ihre Reisexporte ausgesetzt haben. Noch droht hier keine Versogrungsknappheit, denn die weltweiten Getreidespeicher sind gut gefüllt. Doch nutzen volle Speicher den Menschen nur, wenn das Getreide auch über Länder hinweg transportiert und verteilt werden kann. Gleichzeitig ist es verständlich, dass einzelne Staaten wie Vietnam oder Thailand derzeit    versuchen, ihre Vorräte weiter aufzustocken und vom Weltmarkt zu nehmen, um ihre eigene Bevölkerung zu versorgen. Auch deutsche Landwirt*innen spüren die Corona-Krise Auch in Deutschland stehen Bäuerinnen und Bauern vor Herausforderungen angesichts der Corona-Pandemien:  Jahrelang wurde die Milch-Produktion ausgeweitet und auf den Export ausgerichtet. Die Einschränkungen im Warenverkehrt durch COVID-19 schränken die Exportmöglichkeiten jetzt allerdings drastisch ein. Die Folge: Die Preise sinken, Bäuerinnen und Bauern kämpfen mit Verlusten – und sind die Leittragenden einer verfehlten europäischen Agrarpolitik. Wie sich die Corona-Krise auch auf den Anbau von Lebensmitteln auswirkt, wird sich wohl erst in der nächsten Saison zeigen. Doch damit es nicht zu Einbrüchen kommt, ist es vor allem wichtig, dass Bäuerinnen und Bauern ihre Saat ausbringen können, dass der Anbau weiterlaufen kann. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die agrarökologische Landwirtschaft gegenüber der industriellen einen Vorteil hat. Anders als die industrielle Landwirtschaft sind agrarökologische Ansätze nicht auf den Zukauf von Industriesaatgut angewiesen, sondern das Saatgut ist immer im Betrieb selbst vorrätig. Durch gesperrte Zufahrtstraßen oder geschlossene Grenzen, kann es zu Lieferproblemen beim Saatgut kommen. Zudem fehlt besonders Kleinbäuerinnen und -bauern – wenn das Einkommen wegbricht – das Geld, um Saatgut zu kaufen. Was jetzt passieren muss, um die Hungerkrise zu verhindern Noch ist die Hungerkrise nicht eingetreten. Doch die UN Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO ist stark alarmiert und warnt eindrücklich vor den möglichen Folgen der COVID-19-Krise. Daher ruft die FAO dringend alle Regierungen weltweit auf, entsprechende Maßnahmen zu treffen, um eine Hungerkrise zu verhindern und sich vor allem auf die marginalisiertesten Bevölkerungsgruppen zu fokussieren. Zentral ist jetzt, dass
  • ausfallende Schulmahlzeiten dringend ersetzt werden. Z.B. indem die Mahlzeiten durch lokale Food Banks oder Gemeindeeinrichtungen ausgegeben oder direkt zu den Familien nach Hause gebracht werden.
  • soziale Sicherungssysteme in allen Ländern ausgebaut werden. In vielen Ländern sind sie massiv gefährdet, da die Ausgabe von staatlichen Zahlungen und Gütern in der Regel von physischen Treffen abhängt. Hier müssen besonders Staaten, in denen Menschen von Hunger und Armut bedroht sind,   dringend ihre Anstrengungen ausbauen, die sozialen Sicherungsprogramme – z.B. zur Gesundheitsvversorgung und für Arbeitsausfälle – funktionsfähig zu halten und sie mit mehr Geld auszustatten.
  • Kleinbäuerinnen und Kleinbauern unterstützt werden. Geschlossene Wochenmärkte und geschlossene Transportwege stellen eine große Herausforderung für sie dar, da sie ihre Produkte nicht verkaufen können. Das bedeutet: Bäuerinnen und Bauern haben weniger Einkommen, und die Versorgung mit gesundem, frischem Essen ist massiv eingeschränkt. Internationale Bauernorganisationen   fordernd daher: Lokale Märkte müssen unbedingt geöffnet bleiben. Dabei sollten natürlich strenge Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz gegen Corona – wie Hinweisschilder für Sicherheitsabstände, eine Flächenausweitung des Marktes auf umliegende Straßen – eingehalten werden.
  • auch Landarbeiter*innen versorgt werden: Laut FAO machen migrantische Saisonarbeiter*innen 27 Prozent der Arbeitskraft in der Landwirtschaft weltweit aus. Durch geschlossene Grenzen können diese in vielen Fällen nicht mehr an ihren Arbeitsplatz gelangen. Das führt zu Engpässen in der Ernte einerseits. Andererseits verlieren die Landarbeiter*innen so ihre Einkommensquelle und stellt auch sie vor die Herausforderung, ihre Ernährung und die ihrer Familienmitglieder zu sichern.
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WHO-business joint COVID-19 letter to G20 raises concerns

Global Policy Forum - 30. März 2020 - 15:50

On March 23 a joint letter signed by the WHO Director-General, the Secretary-General of the International Chamber of Commerce (ICC) and Saudi Arabia chair of Business 20 (B20), a private sector grouping of G20 was addressed to the G20 Heads of State and Government prior to their virtual summit. The letter highlights the economic fallout due to COVID 19 can have potentially a massive impact on the health sector. It makes a set of demands in health and economic matters. Though the ICC termed the letter as a historical collaboration, for many observers this letter raises concerns of conflict of interest i.e. the risk of secondary interest influencing the primary interest of the WHO. An new article by K.M. Gopakumar from Third World Network questions if this kind of partnership meets the organizations Framework of Engagement with Non-state Actors (FENSA) since a few issues advocated in the joint letter bear the risk of furthering business interest over public health. The author rather argues that the ICC and B20 joint letter with WHO provides business with an opportunity to whitewash their image to project them as part of the solution by covering up their past deeds.

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