Sie sind hier

Ticker

Erfahrungsbericht – Ein Student im Homeoffice

EINEWELTblabla - 18. Mai 2020 - 11:28

Das Sommersemester ist noch jung. Student*innen aller Fachbereiche sollten den Campus beleben. Aber wie der Rest der Nation bleiben auch die Universitäten nicht von Maßnahmen gegen Corona verschont. Das erste digitale Semester ist ausgerufen und das bedeutet größtenteils Homeoffice. Dazu ein kurzer Erfahrungsbericht von Lucas, einem Masterstudenten der Soziologie:

Zuhause studieren?

Am gemeinen Studenten ist erst mal nur eines interessant, nämlich das, was er im Kopf hat. Und wozu eignet sich eine Universität mehr, als die Köpfe zusammenzustecken und sich auszutauschen? Für mich, als jemanden, der an einer Abschlussarbeit sitzt, ist das besonders wichtig. Feedback hilft dabei, sich nicht in gedankliche Einbahnstraßen zu verrennen. Face-to-face geht das natürlich am Besten. Nun stellt sich die Frage, wie universitärer Betrieb ohne Anwesenheit geht?

In die Bibliothek komme ich rein. Da herrscht Maskenpflicht, eine Obergrenze für Besucher*innenzahlen und das Arbeiten vor Ort ist momentan nicht drin. Dafür wird mehr ausgeliehen und der neue Bibliotheksausweis ist das Smartphone. Aber was ist mit Seminaren, Vorlesungen, usw.? Bei der Größe vieler Räume und den Teilnehmer*innenzahlen mancher Veranstaltungen ist das Einhalten von Sicherheitsabständen kaum möglich.
Da ist Kreativität gefragt und das Internet lässt die Muskeln spielen. Beispielsweise werden Konferenzen über Internettelefonie organisiert. Das ist erst mal eine ungewohnte Erfahrung. Mit steigender Zahl der Teilnehmer*innen wird Kommunikation immer unwahrscheinlicher. Wer spricht wann und wie lange? Wie funktionieren Wechsel von Sprecher*innen, usw.? Ich bin gespannt, ob und wann sich da eine Routine einstellt. In der Zwischenzeit genieße ich Seminare mit Professor*in auf dem Ohr, die nicht unbedingt das Tragen einer Hose erfordern.

Zuhause trainieren?

Das bringt mich zu meinem zweiten Punkt, dem Körper des Studenten. Der Kopf muss möglicherweise mehr leisten, aber was ist mit dem Rest? Zunächst sieht es gar nicht rosig aus. Kein Weg zur Uni, kein Schwingen des Tanzbeines oder universitäre Sportkurse. Auch die Fitnessstudios haben noch geschlossen. Der Adoniskörper befindet sich in akuter Gefahr.
Möglicherweise ist der verminderte Alkoholkonsum positiv zu bewerten. Aber von einer dem Studenten derart untypischen Lebensweise verstehe ich nur wenig. Klar ist aber, dass dieses Homeoffice einfach zu bequem ist. Ich sitze oder liege herum. Trägheit und Gemütlichkeit machen sich breit. Das hilft auch beim Arbeiten nicht. Doch was ist zu tun? Die Lösung nennt sich Home Workout. Das ist nicht nur eine Ergänzung zum Homeoffice, sondern ein echter Ausgleich. Es gibt viele Möglichkeiten daheim ein wenig zu trainieren, auch ohne Sportgeräte. Auf YouTube gibt es hilfreiche Videos dazu, beispielsweise dieses hier. Da geht also mehr als nur Liegestützen.

Optimistisch bleiben!

Im Großen und Ganzen ist die zunächst problematisch erscheinende Situation in vielfacher Hinsicht eine neue Herausforderung, die ich weiterhin für mich gestalten werde und dabei für alles offen bleibe.

Solltet ihr wie Lucas als Student*in im Homeoffice sitzen und etwas Abwechslung benötigen, empfehlen wir euch gerne Podcasts, Computerspiele zur Entspannung, Bücher und Webinare.

Der Beitrag Erfahrungsbericht – Ein Student im Homeoffice erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Die Natur kann uns nicht retten, wenn wir ihr weiter Schaden zufügen

DIE - 18. Mai 2020 - 10:52

Der 22. Mai ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt. Das diesjährige Motto lautet: „Unsere Lösungen liegen in der Natur“. Es soll die Bedeutung der Biodiversität im Vorfeld der Verhandlungen über einen neuen strategischen Rahmen für globale und nationale Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität für den Zeitraum bis 2050 (Post-2020 Global Biodiversity Framework) unterstreichen. Das Motto suggeriert, dass die Natur und die so genannten naturbasierten Lösungen (englisch: nature-based solutions, NbS) in den Bemühungen um den Erhalt der biologischen Vielfalt eine Schlüsselrolle spielen, um soziale und ökologische Herausforderungen wie Ernährungssicherheit, Klimawandel, Wassersicherheit, menschliche Gesundheit oder Katastrophenrisiken anzugehen. NbS können jedoch nur einen Teil der Lösung für diese Probleme darstellen.

Wir stehen kurz vor dem sechsten Massensterben. Es ist durch eine globale Aussterberate gekennzeichnet, die den Durchschnitt der letzten 10 Millionen Jahre um mehr als das Hundertfache übersteigt. Die jüngste globale Bewertung des Weltbiodiversitätsrats (Intergovernmental Science Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES) zählt viele besorgniserregende Konsequenzen auf: Über 40 Prozent der globalen Landfläche wird heute landwirtschaftlich oder als urbaner Raum genutzt, was einer drastischen Verdrängung von Lebensräumen mit biologischer Vielfalt gleichkommt. Der Verlust der biologischen Vielfalt hat erhebliche negative Auswirkungen auf die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse. So verringert zum Beispiel in einigen Regionen das Aussterben bestäubender Insekten schon jetzt die natürliche Verfügbarkeit pflanzlicher Nahrungsmittel. Die Entwaldung führt dazu, dass für viele Menschen im globalen Süden wichtige Quellen für Nahrungsmittel, Brennstoffe und natürliche Heilmittel immer weiter versiegen. Die Coronavirus-Pandemie ist auch eine Folge der Zerstörung von Lebensräumen und des Handels mit Wildtieren, die  die Wahrscheinlichkeit von Virusausbrüchen deutlich erhöhen.

Als Antwort auf diese Herausforderungen gewinnen NbS bei Umweltorganisationen und Entwicklungsagenturen an Popularität. NbS ist ein Oberbegriff für konkrete, handhabbare Maßnahmen, die sich statt technischer Lösungen natürlicher Prozesse bedienen, um Nutzen für die Umwelt und das menschliche Wohlergehen zu erzielen. So würde das NbS-Konzept zum Beispiel vielfach der Pflanzung von Mangrovenwäldern als Hochwasserschutz den Vorrang gegenüber dem Bau künstlicher Deiche geben. Weitere NbS sind beispielsweise der Schutz der Wälder als Kohlenstoffsenken, die Förderung städtischer Grünflächen zur Verringerung von Hitzestress oder die Schaffung oder Ausweitung von marinen oder terrestrischen Naturschutzgebieten.

Das Problem an einer starken Fokussierung auf NbS ist jedoch, dass sie die zugrundliegenden direkten und indirekten Ursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt außer Acht lassen. Direkte Ursachen üben unmittelbar Druck auf die Umwelt aus. Dazu gehören die Zerstörung von Lebensräumen, der Klimawandel, die Umweltverschmutzung, die Übernutzung und die Einschleppung invasiver Arten. Dieser direkte Druck wird verstärkt durch indirekte Faktoren, die die Nachfrage nach natürlichen Ressourcen bestimmen, wie demographische Trends, Produktions- und Konsummuster oder internationaler Handel. Angesichts der Größenordnungen dieser sozialen und ökologischen Herausforderungen können NbS mit ihrem Schwerpunkt auf projektartigen Interventionen ihrem Lösungsanspruch nur teilweise gerecht werden. So können Schutzgebiete zwar den Verlust von Lebensräumen verlangsamen, doch setzt sich jenseits ihrer Grenzen die Zerstörung der Biodiversität fort, vor allem in landwirtschaftlichen Monokulturen, Waldplantagen und Bergbaugebieten. Aufforstung kann die biologische Vielfalt nicht vollständig schützen, wenn wir weiterhin fossile Brennstoffe fördern und verbrennen, die den Planeten immer mehr erhitzen und dadurch empfindliche Arten gefährden. NbS können sogar „Greenwashing“ unterstützen, wenn Investitionen in NbS es großen Ölgesellschaften ermöglichen, sich als kohlenstoffneutral zu bezeichnen, obwohl sie durch die Förderung fossiler Brennstoffe weiterhin den Klimawandel verschärfen.

Obwohl also das Motto „unsere Lösungen liegen in der Natur“ in Zeiten durchaus attraktiv klingt, in denen den Menschen ihre Abhängigkeit von der Natur immer stärker bewusst wird, können wir nicht die Natur allein für die Lösung unserer drängenden Probleme verantwortlich machen. Vielmehr müssen wir der Natur helfen, uns zu helfen, indem wir uns ein neues wirtschaftliches Paradigma aneignen – eines das anerkennt, dass der Kapitalismus nicht nachhaltig ist, denn ein unendliches Wirtschaftswachstum ist auf einer Erde mit begrenzten (biologischen) Ressourcen nicht möglich. Dringende erste Maßnahmen beinhalten etwa, fossile Brennstoffe im Boden zu belassen, um die Dekarbonisierung der Wirtschaft zu beschleunigen, und eine stärker diversifizierte und nachhaltigere Land-, Fischerei- und Forstwirtschaft zu fördern.

Kategorien: Ticker

18. Mai 2020

ONE - 18. Mai 2020 - 10:12

1. BMZ 2030 unter der Lupe
Sowohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) als auch die Frankfurter Rundschau (FR) thematisieren die Reform des Entwicklungsministeriums (BMZ), die bereits Anfang Mai unter dem Titel „BMZ 2030“ vorgestellt wurde. Mit 24 der bisher 85 Partner-Länder solle die bilaterale Zusammenarbeit eingestellt werden. Zudem soll sich die künftige Kooperation an vier Kriterien orientieren: Mehr Eigenleistung der Partnerländer, gute Regierungsführung, Korruptionsbekämpfung sowie Wahrung der Menschenrechte. Thematisch wolle sich das BMZ insbesondere auf „Ernährungssicherung, Gesundheit und Familienplanung, Ausbildung sowie Energie und Klima“ konzentrieren. In der FAZ beobachtet Manfred Schäfers, dass einige Länder in Anbetracht der erhaltenen Zuwendungen „erstaunlich wenig Fortschritte“ gemacht haben. Während die Verbrechen an den Rohingya ein Grund für Entwicklungsminister Gerd Müller gewesen seien, die Zusammenarbeit mit Myanmar einzustellen, werde die Kooperation mit Ägypten trotz der dortigen Repressalien fortgesetzt. Insgesamt sei es gut, die Zusammenarbeit zu konzentrieren statt „überall ein bisschen“ aktiv zu sein. Vor allem in Staaten, die Rechtsstaatlichkeit achten und in Bildung und ihre Infrastruktur investieren, seien deutsche Investitionen unterstützenswert, so Schäfers. Auch Tobias Schwab urteilt in der FR, es sei längst „überfällig“, dass Deutschland seine Entwicklungszusammenarbeit einer Revision unterzieht. Die Programm- und Förderlandschaft des BMZs sei unübersichtlich gewesen. Allerdings kritisiert auch er, dass korrupte Staaten wie Ägypten oder Afghanistan wegen ihrer strategischen Bedeutung auf der Liste bleiben, während armen Ländern wie Sierra Leone oder Liberia „der Geldhahn zugedreht“ werde. Die Neuausrichtung folge in erster Linie migrations- und wirtschaftspolitischen Interessen, so Schwab. Während der deutschen EU-Ratspräsidenschaft plane Minister Müller zudem, die europäische Entwicklungszusammenarbeit zu harmonisieren. In einem Gastbeitrag in der Welt am Sonntag fordert Gerd Müller, dass die internationale Staatengemeinschaft mehr tun muss, um sowohl die UN-Nachhaltigkeitsziele als auch das Pariser Klimabkommen umzusetzen.

2. Finanzier des Genozids von Ruanda gefasst
Am Wochenende meldeten unter anderem Spiegel, Tagesschau.de, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Tagesspiegel, dass der ruandische Unternehmer Félicien Kabuga bei Paris gefasst wurde. Kabuga soll den Genozid in Ruanda 1994 maßgeblich finanziert haben. Er habe der Justiz unter anderem daher so lange entkommen können, da er unter falschen Namen gelebt habe. Ihm werde nicht nur Beteiligung am Völkermord vorgeworfen, sondern auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mit seiner Hilfe sei die berüchtigte Interahamwe-Miliz aufgebaut worden, die einen Großteil der Morde an mehr als 800.000 Tutsi und gemäßigten Hutu verantworte.

3. Fördert EU Zwangsarbeit in Eritrea?
Eine Gruppe Exil-Eritreer geht gerichtlich gegen die Europäische Union vor, wie Johannes Dieterich in der Frankfurter Rundschau meldet. Der EU werde vorgeworfen, den Einsatz von Zwangsarbeit bei einem eritreischen Straßenbauprojekt zu unterstützen. Konkret handele es sich um Strafgefangene sowie Menschen, die sich in der zeitlich unbegrenzen Wehrpflicht in Eritrea befinden. Mit dem Infrastruktuprojekt wolle die EU die Verkehrsverbindung zwischen dem „Binnenland Äthiopien“ Eritreas Hafenstadt Massawa verbessern, wovon nicht nur beide Seiten profitieren sollen sondern auch die EU. Die EU habe ein Interesse daran, Eritrea zu stabilisieren, um den Migrationsdruck in die EU zu mindern. Da bei dem Projekt Zwangsarbeit vollzogen werde, fordert die ‚Stiftung Menschenrechte für Eritreer‘ (FHRE), dass die EU das Projekt umgehend einstellt.

The post 18. Mai 2020 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

Religionen und Coronavirus in Nigeria

Misereor - 18. Mai 2020 - 8:16
Golden glänzt das Runddach des Glory Dome bis in weite Ferne. Wer immer nach Abuja geflogen kommt, erblickt es aus der Luft oder spätestens nach der Landung: das neue Gospel Centre der Dunamis Kirche am Eingang zur Stadt ist ein echter Hingucker. Andere Megachurches stechen durch ihre überlebensgroßen Werbeplakate hervor, religious industrie prägt das Stadtbild. Und die Menge an Moscheen und Kirchen verweist landesweit auf die herausgehobene Rolle von Religion in Nigeria.

Weiterlesen

Der Beitrag Religionen und Coronavirus in Nigeria erschien zuerst auf MISEREOR-BLOG.

Kategorien: Ticker

WeRobotics: Drohnentechnologie für mehr Empowerment

reset - 18. Mai 2020 - 7:31
Die gemeinnützige Organisation „WeRobotics“ setzt auf Technologietransfer, Wissensaustausch und lokale Expertise. Menschen im globalen Süden erfassen vor Ort mit Hilfe von Drohnen Daten, mit deren Hilfe sie ihr Leben besser gestalten können.
Kategorien: Ticker

Corona und Nachhaltigkeit: online Vernetzungstreffen am 4. Juni

#HOCHN - 18. Mai 2020 - 1:00
Einladung: Vernetzungstreffen für Forschende, welche sich aus sozial-ökologischer Sicht mit der Corona Krise befassen

Foto: Pixabay/mohamed Hassan

Kategorien: Ticker

New Political Parties and the Reconfigu­ration of Turkey’s Political Landscape

SWP - 18. Mai 2020 - 0:00

The recent emergence of two splinter parties from the Justice and Development Party (AKP) points to a deepening crisis within the party and growing discontent toward party leader and president, Recep Tayyip Erdoğan. Although the leaders of the two new parties, Ali Babacan and Ahmet Davutoğlu, are both former high-ranking AKP politicians, they differ significantly in their style of politics and ideological leanings. Babacan is trying to position himself at the center of Turkey’s ideological spectrum and emphasize issues of good governance and the rule of law. Davutoğlu is aiming for the more conservative voters, focusing on the moral shortcomings of the current regime. Davutoğlu’s strategy has better chances in the short term, whereas Babacan is poised for a long game. The importance of both parties relies on their potential to attract votes from the AKP base. In a country that is deeply divided into two almost equal-sized camps that support Erdoğan and oppose him, even a small fraction of votes shifting from the AKP to the opposition can be a game changer.

Kategorien: Ticker

»Es müssen rote Linien für den Einsatz bewaffneter Drohnen definiert werden«

SWP - 18. Mai 2020 - 0:00

Bewaffnete Drohnen können helfen, Soldatinnen und Soldaten im Einsatz zu schützen – so lautet das meist genannte Argument derjenigen, die eine Bewaffnung von Drohnen befürworten. Wie kann man sich diesen Schutz vorstellen? 

Dominic Vogel: Patrouillen oder Konvois, die sich außerhalb von gesicherten Lagern bewegen, könnte man mit bewaffneten Drohnen von oben überwachen. Die Drohne wäre dann eine Art fliegendes Auge, das Hinterhalte erkennt. Die Drohnen, die wir bis jetzt haben, sind unbewaffnet, das heißt, sie beobachten und erkennen nur – Maßnahmen müssen andere ergreifen. Die bewaffneten Drohnen können selbst reagieren.

Das Schutzargument ist also schlüssig? 

Dominic Vogel: Schon. Man darf aber nicht erwarten, dass jetzt jede Patrouille von einer Drohne begleitet wird. Das ist in jedem Einzelfall eine taktische Entscheidung. Da fragt man, wie die Bedrohungslage ist, welche Systeme hier sinnvollerweise zum Einsatz kommen, aber auch nach den Ressourcen. Es wird letztlich erstmal nur fünf bewaffnete Drohnen geben, die können nicht an jedem Einsatzort sein. Dennoch: Die Situation würde sich grundsätzlich verbessern, wenn eine solche Drohne zum Schutz von Soldaten zur Verfügung stünde.

Die Gegner der Beschaffung fürchten, dass die – von Menschen gesteuerten – bewaffneten Drohnen der Einstieg in automatische Waffensysteme sein könnten. Was ist dran an dieser Befürchtung?

Anja Dahlmann: Zunächst muss man ganz klar unterscheiden zwischen von Menschen ferngesteuerten Drohnen wie der Heron TP, um die es in der Debatte geht, und solchen mit Funktionen, die Ziele autonom auswählen und bekämpfen können. Letztere sind problematisch. Dennoch könnte die Heron TP ein erster Schritt zur Autonomisierung sein, denn die Fernsteuerung ist anfällig: Die Übertragung kann gestört oder unterbrochen, das System kann gehackt werden. Da ist es naheliegend, über Weiterentwicklungen nachzudenken, die eine solche Übertragung überflüssig machen. Insofern ja: Langfristig könnte die Drohne ein Einstieg in autonome Systeme sein.

Kritiker sprechen im Zusammenhang mit bewaffneten Drohnen auch vom „Joystick“-Töten, weil die Drohnen aus der Ferne gesteuert werden. Inwiefern verändert dieser Umstand das Verhalten im Einsatz? 

Anja Dahlmann: Es gibt durchaus Hinweise aus den USA, die auf eine solche hochproblematische Entfremdung vom Kampfgeschehen hindeuten. Ob dies nur anekdotisch ist oder ein strukturelles Problem, ist ungeklärt. Die aufwändigen Entscheidungsprozesse bei der Zielauswahl, die es in der Bundeswehr gibt, sollten die Leichtigkeit dieser potenziellen Joystick-Mentalität aber ausbremsen. Da sprechen viele Menschen mit und klären, was legitime Ziele sind und wofür welche Systeme eingesetzt werden sollen.

Dominic Vogel: Es ist sogar so, dass man mit Drohnen das Zielgebiet länger beobachten und sich ein genaueres Bild von der Lage machen kann als bei schnellen Überflügen mit anderen Systemen. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wahllos getötet wird. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Drohnenpiloten der Bundeswehr mit am Einsatzort sind, also zum Beispiel in Afghanistan. Die sitzen nicht in irgendeinem Büro im friedlichen Deutschland, sondern kriegen die Einsatzrealität hautnah mit. Etwas, das ihre Haltung zum Geschehen prägt.

Wir wissen, dass die USA bewaffnete Drohnen für völkerrechtswidrige Maßnahmen, etwa zum Töten von Terroristen in nicht mandatierten Einsätzen verwenden. Wie können wir sicher sein, dass deutsche Drohnen nicht ebenso verwendet werden?

Anja Dahlmann: Drohnen begünstigen Aktionen wie gezieltes Töten tatsächlich eher als andere Systeme. Der »War on Terror« der CIA hätte sicher ohne Drohnen anders ausgesehen, und ihr Effekt auf die Zivilbevölkerung vor Ort war verheerend. Diese Waffen führen aber nicht zwangsweise zu einem völkerrechtswidrigen Einsatz, man kann sie auch anders nutzen. So lange der Deutsche Bundestag solche Einsätze nicht mandatiert, wird es sie in Deutschland hoffentlich nicht geben.

Für welche Szenarien könnte ein Einsatz bewaffneter Drohnen aus Ihrer Sicht sinnvoll sein?

Dominic Vogel: Sinnvoll ist er sicher im Bereich der bereits angesprochenen bewaffneten Überwachung von oben, also im Sinne des Schutzes von Soldaten im Einsatz – das ist das zentrale Argument für eine Beschaffung. Zusätzlich können Drohnen überall dort die Luftaufklärung übernehmen, wo es keine feindlichen Luftstreitkräfte gibt, also zum Beispiel in Afghanistan oder Mali. Denn die Drohne ist ein leichtes Opfer: Sie hat keinen eigenen Schutz und ist nicht besonders schnell.

Anja Dahlmann: Das Schutzszenario kommt in der Realität nur begrenzt zum Tragen. Und wie Dominic sagt, wäre der Nutzen der Heron TP in symmetrischen Konflikten – also gegen gleichwertig gerüstete Gegner – gering. Sie ist darum wohl eher ein erster Schritt hin zu leistungsfähigeren Modellen; Deutschland würde hier erste eigene Erfahrungen sammeln.

Worauf sollte geachtet werden, wenn es tatsächlich zu der Bewaffnung kommt? 

Dominic Vogel: Wir müssen politisch festlegen, wofür wir die bewaffnete Drohne einsetzen wollen. Man könnte auch in Mandaten für Auslandseinsätze klar die Regeln für den Einsatz unbemannter Systeme festlegen. Das wäre zwar ein Novum, aber auch ein deutliches Signal: Hier setzen wir eine aus unserer Sicht sensible Technik ein, und wir sind uns dessen auch politisch bewusst.

Anja Dahlmann: Diese klaren Grenzen sind aus zwei Gründen nötig: Zum einen darf es nicht zu Einsatzszenarien in völkerrechtlichen Grauzonen kommen. Zum anderen sollte die Beschaffung nicht den Schritt zu autonomen Waffensystemen erleichtern, was auch bei der Entwicklung der Eurodrohne und des Future Combat Air System zu beachten ist – beides sind Kampfsysteme, an deren Entwicklung sich Deutschland beteiligt. Hilfreich wäre ein Strategiedokument des Bundesverteidigungsministeriums, in dem es klar formuliert, wie viel Kontrolle der Mensch über den Gewalteinsatz behalten sollte. Es braucht auch rote Linien: An welchen Einsatzszenarien würde sich Deutschland noch beteiligen und an welchen nicht? Im Koalitionsvertrag steht, dass Deutschland autonome Waffen ablehnt, und das Auswärtige Amt setzt sich deutlich für ein internationales Verbot ein. Allerdings haben sich weder das Verteidigungsministerium noch der Bundestag klar positioniert, und gerade da wäre es wichtig.

Das Interview führte Candida Splett von der Online-Redaktion.

Kategorien: Ticker

Rückblick: Festival der Taten – Wohnzimmer Edition

#HOCHN - 18. Mai 2020 - 0:00
Vom 08. - 09.05.2020 fand das Festival der Taten erstmalig komplett digital statt. Ziel war es gemeinsam Lösungen für lokale und globale Herausforderungen zu entwickeln, ganz bequem vom Wohnzimmer aus.

Foto: United Nations

Kategorien: Ticker

Assessing trends in multidimensional poverty during the MDGs

DIE - 17. Mai 2020 - 10:06

While we have extensive information on the trends in income poverty, little is known about the trends in multidimensional poverty. This paper tries to fill this gap by assessing the changes in multidimensional poverty in 55 countries since 2000. The analysis relies on two individual-based indices, the G-CSPI and the G-M0, which combine three dimensions-education, health and employment-derived through the Constitutional Approach. The G-CSPI is a distribution-sensitive index, while the G-M0 allows decomposition by dimension. The results reveal that more than 80% of the countries assessed have reduced multidimensional poverty. However, progress has been very limited in Sub-Saharan Africa. Different decomposition analyses indicate that poverty alleviation has mainly been triggered by a reduction in health deprivations and by improvements in rural areas. A comparison with changes in income poverty suggests that the correlation is not strong, and that multidimensional poverty has decreased significantly less than income poverty.

Kategorien: Ticker

Globale Solidarität in Zeiten alltäglicher und akuter Krisen

VENRO - 15. Mai 2020 - 17:49

Unser Lebensstil fordert unabhängig von der Corona-Pandemie viele Opfer und überschreitet die Grenzen der Belastbarkeit unseres Planeten. Umso wichtiger ist es, solidarisches Handeln immer an den Verwundbarsten und am stärksten Betroffenen zu orientieren, schreibt der VENRO-Vorsitzende Dr. Bernd Bornhorst in einem Beitrag über die Herausforderungen globaler Verantwortung in der Corona-Krise.

Hierzulande geht es meist um den Zusammenhalt der Gesellschaft, wenn über Solidarität gesprochen wird. Man nimmt Einschränkungen gemeinsam hin und hofft auf ein baldiges Überstehen der Krise. Diese soziale Solidarität hat Michael Reder bereits im ersten Beitrag des Blogs Praktiken der Solidarität kritisiert, da sie oftmals bestimmte politische Faktoren vernachlässigt und sich auf die nationale Gemeinschaft beschränkt. An dieser Stelle soll sich auf die politische Solidarität konzentriert werden. Diese Form der Solidarität richtet den Blick über Grenzen hinweg nach vorne und stellt sich die Frage, wie in Zeiten der Krise politische Lösungen für tieferliegende Probleme gefunden werden können.

Solidarisches Handeln muss sich immer an den Verwundbarsten und am stärksten Betroffenen orientieren. Besonders im Globalen Süden sind die gesellschaftlichen Systeme oftmals nicht auf eine Pandemie vorbereitet. Bereits vorher schlecht aufgestellte Bereiche wie das Gesundheitswesen sind schnell überlastet. Es mangelt an Infrastruktur, Personal und Ausrüstung. Im Südsudan beispielsweise gibt es für elf Millionen Menschen ganze vier Beatmungsgeräte. Von dem mangelhaften Zugang zu Seife und fließendem Wasser für die Bevölkerung ganz zu schweigen. Auch im Bildungswesen und den sozialen Sicherungssystemen zeigt sich deutlich die strukturelle Unterversorgung, die besonders die Ärmsten betrifft.

Spezifische Bedürfnisse vulnerabler Gruppen müssen im Fokus stehen

In akuten Notsituationen bedarf es zunächst der finanziellen und technischen Unterstützung, um den Virus unter Kontrolle zu bringen. Sowohl im Gesundheitswesen als auch bei der Versorgung alltäglicher Bedürfnisse, die von Staaten teilweise nicht mehr gewährleistet werden kann. Ein besonderes Augenmerk muss hier auf Regionen liegen, die bereits vorher unter humanitären Krisen litten, wie zum Beispiel Syrien oder der Jemen. In Flüchtlingslagern droht eine humanitäre Katastrophe, wenn diese nicht aufgelöst und Geflüchtete geschützt werden. Grundsätzlich gilt, dass bei allen Maßnahmen die spezifischen Bedürfnisse aller marginalisierten und vulnerablen Gruppen im Fokus stehen müssen. Hierzu gehören unter anderem Kinder, Mädchen und Frauen, Menschen mit Behinderungen oder ältere Menschen. Während der Ebola-Epidemie in Westafrika beispielsweise starben mehr Frauen aufgrund der zusammengebrochenen Gesundheitsversorgung bei Geburten als unmittelbar an dem Ebola-Virus.

Es kann derzeit aber nicht nur darum gehen, die gesundheitliche Krise zu überwinden und so schnell es geht zur „Normalität“ zurückzukehren. Die herrschenden politischen und ökonomischen Missstände und ihre Ursachen zu ignorieren würde bedeuten, der nächsten Krise genauso verwundbar gegenüber zu stehen.

Kosten werden konsequent auf die schwächsten Glieder abgewälzt

Es ist absurd, dass eine Gesundheitskrise erst das alltägliche Leben zum Stillstand bringen muss, damit es einen signifikanten Rückgang bei der globalen Produktion und dem Konsum gibt. Und dass, obwohl Klima- und Umweltschutz inzwischen von einer breiten Öffentlichkeit getragen werden. Wenn nun über die Wiederbelebung der Wirtschaft diskutiert wird, ist analog zur letzten Finanzkrise sofort wieder eine „Abwrackprämie“ im Spiel. Ein ökologisches Desaster. Diese Maßnahme ist ein Paradebeispiel für eine imperiale Lebensweise, die sich auf die Ausbeutung der Ressourcen und Arbeitskräfte im globalen Süden stützt. Kosten werden konsequent auf die schwächsten Glieder abgewälzt.

In der Textilindustrie zum Beispiel ist die Lage derzeit äußerst prekär. In Bangladesch wurden bis Ende März eine Million Menschen in diesem Sektor entlassen. Der Grund dafür war nicht der Infektionsschutz, sondern plötzliche Auftragsstornierungen großer Einzelhandelsketten wie Primark oder C&A. Abfindungszahlungen gab es für 80 Prozent der Entlassenen nicht. Durch die schon vorher viel zu niedrigen Löhne haben die Arbeiter_innen und ihre Familien keine Rücklagen und sind durch fehlende soziale Sicherungssysteme akut von Armut betroffen.

Wir dürfen die Augen nicht vor den eigenen Privilegien verschließen

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wichtig Regelungen sind, die menschenrechtliche Sorgfaltspflichten verbindlich festlegen. Aktuell besteht jedoch die Gefahr, dass die Corona-Krise als Vorwand genutzt wird, um gesetzliche Bestimmungen in den internationalen Lieferketten zu verhindern. Dabei sollte gerade die aktuelle Situation genutzt werden, um neue Pfade einzuschlagen. Alle wirtschaftlichen Unterstützungsmaßnahmen müssen auf eine sozial verträgliche und nachhaltige Art des Wirtschaftens ausgerichtet sein.

Solidarität bedeutet an dieser Stelle, nicht die Augen vor den eigenen Privilegien zu verschließen. Wir müssen anerkennen, dass unser Lebensstil unabhängig von der Corona-Krise alltäglich viele Opfer fordert und die Grenzen der Belastbarkeit unseres Planeten überschreitet. Somit stehen auch wir in der Verantwortung, unsere wirtschaftlichen und sozialen Systeme so umzugestalten, dass sie gemeinwohlorientierten und nachhaltigen Grundsätzen folgen.

Dieser Artikel ist zuerst auf dem Blog Praktiken der Solidarität des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg erschienen und wird hier in leicht veränderter Form erneut veröffentlicht.

Globale Lösungen erforderlich

E+Z - 15. Mai 2020 - 17:25
Corona besiegen wir nur weltweit oder gar nicht, sagt Bundesminister Gerd Müller

Das Ausmaß der derzeitigen Krise ist dramatisch – nicht nur in Deutschland und Europa. Entwicklungs- und Schwellenländer trifft es am härtesten. Erneut erleben wir, dass weltweite Probleme weltweite Lösungen erfordern. Es liegt in unserem eigenen Interesse, das Virus weltweit zu bekämpfen. Zum einen weil es unsere humanitäre Pflicht ist zu helfen, zum anderen weil das Virus sonst zu uns zurückkommt. Unser Blick muss daher über Deutschland und Europa hinausgehen. Es gibt viel zu tun:

  • 4,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu angemessener Sanitärversorgung. Deswegen ist die Ansteckungsgefahr in vielen Entwicklungsländern dreimal höher als bei uns.
  • Entwicklungsländer verfügen nur über eine geringe Zahl an Laboren, Notfallbetten und Beatmungsgeräten.
  • Besonders prekär ist die Lage in Ballungsgebieten, Slums und den überfüllten Flüchtlingslagern.

Zusätzlich zu den gesundheitlichen Auswirkungen sind die Entwicklungsländer wirtschaftlich betroffen von Ausgangssperren, die von den Regierungen verhängt wurden, durch den plötzlichen Stillstand der Weltwirtschaft und den Zusammenbruch von Lieferketten, von denen viele in Afrika, Asien oder Lateinamerika ihren Startpunkt haben. Länder ohne oder mit nur unzureichenden sozialen Sicherungssystemen, insbesondere in Afrika, spüren jetzt gravierende Folgen.

  • Durch den Zusammenbruch globaler Lieferketten stehen Millionen Menschen vor dem Nichts.
  • Die Staatseinnahmen sinken dramatisch um 20 bis 30 Prozent.
  • Kapital in Höhe von fast 100 Milliarden Dollar wurde bereits aus den Entwicklungs- und Schwellenländern abgezogen.
  • 20 Millionen Arbeitsplätze gehen allein im Tourismusbereich verloren. In Bangladesch mussten zeitweise 4000 Textilfabriken schließen, in denen sonst 4 Millionen Menschen arbeiten.

Wir müssen die Pandemie und ihre sozialen und wirtschaftlichen Folgen weltweit wirksam bekämpfen. Dazu müssen die Testkapazitäten und die Verfügbarkeit von Beatmungsgeräten und Schutzausrüstung verbessert und nationale Gesundheitssysteme gestärkt werden. Darüber hinaus dürfen wir aber auch nicht unseren Kampf gegen andere Krankheiten wie AIDS, Malaria und Tuberkulose aus den Augen verlieren.

Und wir müssen unsere Partner unterstützen, indem wir die wirtschaftlichen Folgen abmildern. Während westliche Länder milliardenschwere Hilfspakete für ihre Wirtschaft aufgesetzt haben, werden Entwicklungsländer von ihrer Schuldenlast erdrückt. Unsere Anstrengungen zur Erzielung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs), insbesondere SDG 1 und 2, sind gefährdet.

Und, um es mit den Worten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zu sagen: „Wir können nicht einfach zu dem Zustand vor Covid-19 zurückkehren, in dem unsere Gesellschaften unnötig krisenanfällig waren. Wir müssen gestärkt daraus hervorgehen.“ Wir müssen Globalisierung neu gestalten und sicherstellen, dass diese Gesundheitskrise nicht unsere Anstrengungen zur Erreichung der 2030 Agenda und Bekämpfung des Klimawandels beeinträchtigt.

Aus diesem Grund sind wir vorangegangen: Durch Umstrukturierungen im BMZ-Haushalt finanzieren wir 2020 ein „Corona-Sofortprogramm“ für eine Milliarde Euro. Wir verstärken unser Engagement in sieben Bereichen:

  1.   Gesundheit und Pandemiebekämpfung
  2.   Ernährungssicherung, Grundversorgung zur Verhinderung von Hungerkatastrophen
  3.   Stabilisierung von Flüchtlings- und Krisenregionen
  4.   Soziale Sicherung, Sicherung von Arbeitsplätzen in globalen Lieferketten
  5.   Absicherung von Unternehmen in Schüsselsektoren wie Textil und Tourismus
  6.   Liquidität von Staaten sichern
  7.   Internationale Zusammenarbeit

Covid-19 ist auch ein globaler Weckruf zur internationalen Zusammenarbeit und Solidarität. Wir müssen unsere Kräfte bündeln und eine gemeinsame Antwort unter der Führung der Vereinten Nationen geben.

Die Covid-Krise ist auch ein Härtetest für den Multilateralismus. Das Schuldenmoratorium der G20 und des Pariser Clubs (einschließlich China) für die ärmsten Länder ist ein ermutigendes Signal. Dennoch dürfen wir uns – angesichts der weltweiten Herausforderung – damit nicht zufrieden geben. Diesen Kampf gewinnen wir entweder gemeinsam weltweit oder gar nicht.

Link

BMZ, 2020: Corona-Sofortprogramm. Corona besiegen wir nur weltweit oder gar nicht.
http://www.bmz.de/de/zentrales_downloadarchiv/Presse/bmz_corona_paket.pdf

Gerd Müller ist der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
www.bmz.de

 

Kategorien: Ticker

15.05.2020 Entwicklungsminister Müller besorgt über Corona-Ausbruch im Rohingya-Camp

BMZ - 15. Mai 2020 - 16:00
Angesichts der ersten Corona-Fälle in den Flüchtlingscamps von Cox's Bazar in Bangladesch kündigt Entwicklungsminister Müller eine Verstärkung der deutschen Unterstützung an: "Wir werden unsere bereits im Februar angekündigte Zusage von 15 Millionen in einem nächsten Schritt auf 25 Millionen Euro für 2020 erhöhen. Wir müssen jetzt gezielt unsere Partner vor Ort ausrüsten und alles tun, um eine weitere Ausbreitung des Virus in den Camps ...
Kategorien: Ticker

EINE WELT-Album Vol. 3 jetzt erhältlich

Engagement Global - 15. Mai 2020 - 15:55
Das neue EINE WELT-Album ist ab sofort erhältlich. Foto: Engagement Global

Rund 500 musikalische Beiträge zu Themen der EINEN WELT wurden beim diesjährigen Song Contest von über 2.500 Kindern und Jugendlichen aus aller Welt eingereicht. Durch ein Juryverfahren und ein User-Voting wurden schließlich die Gewinnersongs gekürt, die nun zusammen auf dem EINE WELT-Album Vol. 3 zu hören sind. Das Album bietet eine Mischung aus Pop, Rock, Chanson, Soul, Rap, Hip-Hop und Chormusik. Die Interpretinnen und Interpreten des internationalen Wettbewerbs stammen aus Brasilien, Deutschland, Kolumbien, Malawi und Simbabwe und haben als Band, Solokünstlerin, Solokünstler oder Chor ihre Songs eingereicht. Mit ihren entwicklungspolitischen Botschaften möchten die jungen Musikerinnen und Musiker andere Menschen weltweit erreichen und setzen dabei auf Musik als universelle Sprache, die Menschen über Grenzen hinweg miteinander verbindet.

Neuer EINE WELT-Song: „Molotov zum Blumenstrauß“

Der Song „Molotov zum Blumenstrauß“ des Duos Byrd & Ward begleitet die neunte Runde des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik als Hymne.

Die Zweitplatzierten der aktuellen Runde, „Die Totenköpfe“, machen mit ihrem Song „Kinder dieser Welt!“ auf die Ungerechtigkeiten im Zusammenhang mit Kinderarbeit aufmerksam. Der Song „Mutter Erde“ von den Drittplatzierten, Alina & Mika, thematisiert den Klimawandel.

Neben dem Platz auf dem Album wurden alle Gewinnerinnen und Gewinnern des Song Contests mit Geld- und Sachpreisen ausgezeichnet, darunter Live-Auftritte, personalisierte Urkunden sowie Workshops aus den Bereichen Musik, Performance, Tanz und Medien. Darüber hinaus dürfen sich alle Gewinnerinnen und Gewinner noch auf einen ganz besonderen Auftritt freuen: Beim EINE WELT-Festival im Herbst 2020 stehen sie alle auf der großen Bühne und können ihre Songs live vor Publikum aufführen.

Das EINE WELT-Album Vol. 3 mit allen Gewinnersongs der dritten Runde des Song Contests kann ab sofort kostenfrei bestellt und heruntergeladen werden.

Über den Songt Contest

Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ ruft alle zwei Jahre Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 25 Jahren dazu auf, sich musikalisch mit Themen globaler Entwicklung auseinanderzusetzen und ihren eigenen Song für die EINE WELT zu schreiben und zu komponieren. Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ ist eine Begleitmaßnahme zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ und wird von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt.

Ansprechpersonen

Bianca Klüser
Engagement Global gGmbH, Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“
Telefon +49 (0) 228 20 717-307
bianca.klueser@engagement-global.de

Beate Wiese
wiese pr Agentur für Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 (0) 30 60945-180
einewelt@wiese-pr.de

Weitere Informationen

Zum EINE WELT-Album Vol. 3
Zum Musikvideo des Gewinnersongs „Molotov zum Blumenstrauß“
Zur Internetseite des Schulwettbewerbs „alle für EINE WELT für alle“

Kategorien: Ticker

15. Mai 2020

ONE - 15. Mai 2020 - 15:38

1. Afrika: Hungersnot durch Ausgangssperren?
Anne Backhaus und Ella Okunmwendla berichten in einer Spiegel-Reportage über die Auswirkungen des Lockdowns in Afrika auf Straßenverkäuferinnen in Ghana. Afrika habe insgesamt mit schnellen und konsequenten Maßnahmen auf das Coronavirus reagiert. Die Gesamtzahl der Infizierten auf dem Kontinent sei mit unter 50.000 im Vergleich zu Europa mit 1,7 Millionen gut eingedämmt worden. Gerade die Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregelungen rauben aber vielen Menschen ihre Verdienstmöglichkeiten. Ein Großteil der Bevölkerung, etwa 60 bis 90 Prozent, arbeiten im informellen Sektor. Genau diese Tätigkeiten seien derzeit nicht mehr möglich. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) warnt, dass dadurch das Einkommen von gut 1,6 Milliarden Menschen aus diesem Sektor gefährdet sei. Die meisten haben keine Rücklagen und können sich ohne ihr Einkommen keine Nahrung leisten und stehen vor einer Hungersnot. Wie unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland und evangelisch.de melden, gibt es in zwei Geflüchtetenlagern im Südsudan die ersten Infektionen mit dem Coronavirus. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte bereits vor diesem Szenario im Südsudan gewarnt. Das Gesundheitssystem des Landes gelte als eins der schwächsten weltweit. Die Lager mit bis zu 120.000 Vertriebenen seien besonders von einer raschen Ausbreitung gefährdet. Körperliche Distanz sei unmöglich, wie Claudio Migletta, Landesdirektor von Ärzte ohne Grenzen, erklärt.

2. „Nicht auf neue Pandemie warten“
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung appelliert Novartis-Chef Vasant Narasimhan dafür, bereits jetzt nachhaltig Gesundheitssysteme zu stärken. Ermahnt an, damit nicht bis zu einer nächsten globalen Gesundheitskrise zu warten. Laut Narasiman scheitere die möglichst baldige Bereitstellung eines Impfstoffs gegen Corona nicht an der Finanzierung, sondern an dem Aufwand und der Zeit, die es benötige, um einen neuen Impfstoff zu entwickeln, testen und produzieren. Während er die Lage für Europa optimistisch einschätzt, bleibe das Szenario für Afrika noch kritisch. Dort könne es noch zu stärker steigenden Infektionszahlen als bisher kommen, so Narasimhan. Die Erfahrungen mit früheren Epidemien wie etwa der Schweinegrippe 2009 zeige, dass reichere Länder immer zuerst mit Impfstoffen versorgt werden. Er appelliert, dass die Produktionskapazitäten deswegen so ausgebaut werden sollten, dass Menschen auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit Zugang zu einem Impfstoff bekommen können.

3. Burundi weist WHO-Mitarbeiter*innen aus
Wie unter anderem die Tageszeitung (taz), Focus Online, Yahoo Finanzen und die Deutsche Welle melden, weist Burundis Regierung Expert*innen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus. Vier Mitglieder des Expertenteams der WHO seien vom burundischen Außenministerium in einem Brief an die afrikanische WHO-Vertretung zu „unerwünschten Personen“ erklärt worden. Bis Freitag müssen sie das Land verlassen. In dem Schreiben sei kein Grund für die Ausweisung genannt worden. Derzeit stehe die Präsidentschaftswahl in Burundi kurz bevor. Der Wahlkampf für den derzeitigen Präsidenten Pierre Nkurunziza laufe wie gewohnt ab, ohne Hygienemaßnahmen für Corona. Ein burundischer Beamter habe berichtet, der Gesundheitsminister werfe der WHO eine „unangemessene Einmischung in dem Umgang mit dem Coronavirus“ vor. Der burundische Menschenrechtsaktivist Pacifique Nininahazwe sei wenig überrascht über die Entwicklung. Er vermutet, die Regierung wolle so vor der Präsidentschaftswahl am 20. Mai „Zeugen“ loswerden, da das Land keine internationalen Beobachter*innen für die Wahlen akkreditiert habe.

The post 15. Mai 2020 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

Videotagebuch: Eine "vazaha" auf Schulbesuch in Madagaskar

Unicef - 15. Mai 2020 - 14:00
Lea Donalies hat sechs Wochen im UNICEF-Büro in Madagaskar gearbeitet. In ihrem Videotagebuch erzählt sie, wie sie Bildung in einem der ärmsten Länder der Welt erlebte, wann sie sich in ihre eigene Schulzeit zurückversetzt fühlte und warum sie die Schüler so beeindruckt haben.
Kategorien: Ticker

Last Minute Geschenke: Schenken und Gutes tun

Unicef - 15. Mai 2020 - 13:45
Sie sind auf den letzten Drücker auf der Suche nach einem Geschenk zu Geburtstagen oder festlichen Anlässen? Hier finden Sie fünf Last Minute Geschenke, die Sie auch am Feiertag selber noch besorgen können, und die trotzdem garantiert gut ankommen. 
Kategorien: Ticker

How Germany and France could play a leading role in international donor coordination

DIE - 15. Mai 2020 - 13:15

The future shape of European trade policy and the right stance to take in security and climate matters are currently the subject of fierce Franco-German debate. These issues are also relevant to development policy in the context of the overarching 2030 Agenda for Sustainable Development. Despite the opportunities afforded to them as strong donor countries to pursue joint approaches, Germany and France often tend to cooperate on an ad hoc basis rather than as part of a strategy (Krüger & Vaillé, 2019). Signed on 22 January 2019, the Aachen Treaty serves to renew the cooperation on Franco-German development cooperation (DC) formalised in the Élysée Treaty and offers the two countries a way to overcome differences and contribute jointly to global sustainable development (Aachen Treaty, Chapter 2, Article 7). Against this backdrop, this paper discusses challenges and opportunities for Franco-German DC based on two case studies in Cameroon and Morocco, which illustrate how differing mandates and methods being applied by the implementing organisations are preventing closer cooperation on the ground. Diverging political priorities, including within the national donor administrations, are also making it harder to engage in dialogue with the partner countries, especially if these have only limited capacity for donor coordination. If Germany and France succeed in overcoming their current differences, they will be able to attract other donors, particularly EU actors, for joint initiatives. Four policy recommendations can be derived from this:
1.    Improving coherence between DC systems:
Even if the donor countries continue to maintain different political structures, the functional cooperation between the relevant actors will need to be supported at upper political levels. Coherence within the German and French DC systems should also be increased.
2.    Germany and France should make it easier to launch joint projects:
Programming cycles need to be better coordinated in the interests of the political dialogue on DC. At the same time, the mutual recognition of procedures that form part of both countries’ technical cooperation (TC) and financial cooperation (FC) should be afforded greater political support.
3.    Selecting partner countries and sectors strategically:
Focusing on common priorities and sectors is advisable, especially in partner countries with limited capacity for coordination. Franco-German cooperation with middle-income countries should also be strengthened strategically in order to support projects requiring substantial financing in sectors such as renewable energy.
4.    Structuring Franco-German cooperation so as to be open to other partners:
Germany and France should commit to a common Europe-wide implementation approach and promote its application in partner countries through pilot projects. Franco-German DC should also be structured so as to be open to other actors and should campaign for the preservation of global public goods in international organisations in which both donors play an active part (e.g. in the Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria).

Kategorien: Ticker

Seiten

SID Hamburg Aggregator – Ticker abonnieren