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26. März 2021

ONE - 26. März 2021 - 14:59

1. Indien blockiert Impfstoffexporte
Indien schränkt vorübergehend den Export von Corona-Impfstoffen des Unternehmens Astra-Zeneca ein und sorgt damit für deutliche Verzögerungen in der weltweiten Auslieferung. Das thematisieren die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tagszeitung (taz), das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sowie das Ärzteblatt. Das Serum Institute of India stelle mehr als die Hälfte aller globalen Impfstoffe her. Angesichts stark steigender Infektionszahlen und der Angst vor Doppelmutationen wolle das Land zuerst den Eigenbedarf decken. Dies habe insbesondere Folgen für die internationale Impfstoff-Initiative Covax. Diese plane, , von März bis Mai insgesamt 237 Millionen Impfdosen an ärmere Länder auszuliefern. Mehr als 100 Millionen Dosen davon sollen vom indischen Serum-Institut, dem weltweit größten Produzenten von Vakzinen, hergestellt werden. In den vergangenen Tagen habe es beim indischen Hersteller bereits Verzögerungen bei Lieferungen an Großbritannien, Brasilien, Marokko und Saudi-Arabien gegeben.

2. Kriege nehmen wieder zu
Erstmals seit sechs Jahren gebe es wieder mehr Kriege auf der Welt. Das hat das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIK) in seinem neuesten Bericht feststellt, der unter anderem vom ZDF, der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, Frankfurter Rundschau und der Rheinpfalz aufgegriffen wurde. Die Region mit den meisten Kriegen sei Subsahara-Afrika mit fünf neuen und sechs fortgeführten Kriegen. Besonders betroffen seien Südsudan, Nigeria, die Demokratische Republik Kongo, Mosambik, Somalia und Äthiopien. Gestritten wurde vor allem über die ideologische, religiöse, rechtliche oder sozioökonomische Ausrichtung des politischen Systems.

3. Neuer Vorstand bei der KfW
Christiane Laibach, Chefin der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), wurde in den Vorstand der staatlichen Förder- und Entwicklungsbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) berufen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Dort sei sie ab Juni dafür verantwortlich, dass die finanziellen Investitionen der Bundesregierung in Länder des Globalen Südens dort ankommen, wo sie sollen, und so wirken wie gewünscht. Im vergangen Jahr habe die Bank eine Rekordsumme in Höhe von 12,4 Milliarden Euro vergeben.

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Sinnvolle Beschäftigung über die Ostertage: Tipps gegen Langeweile in Corona-Zeiten

Unicef - 26. März 2021 - 14:00
Familie kurz vor dem Lagerkoller – oder schon mittendrin? Im Lockdown werden die Nerven von Eltern und Kindern auf eine harte Probe gestellt. Unsere Tipps gegen Langeweile helfen Ihnen dabei, Ihre Kinder sinnvoll und mit Spaß zu beschäftigen.
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C20 – L20 – Y20 Statement. Preventing and combating violence against women and girls and domestic violence

#C20 18 - 26. März 2021 - 12:05
Civil 20, Labour 20 and Youth 20 raise together their voices to jointly call G20 governments to take full responsibility for ensuring the rights of all women and girls. Download the statement: C20_L20_Y20_Statement_Istanbul_Convention Preventing and combating violence against women and girls and domestic violence as a violation of Human Rights Violence against women (VAW) remains devastatingly pervasive and [...]
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Rückschlag für COVAX-Initiative

Unicef - 26. März 2021 - 12:00
Die COVAX-Initiative hat die an dem Programm beteiligten Volkswirtschaften darüber informiert, dass sich die Lieferungen von Impfstoffdosen des Serum Institute of India für die Monate März und April verzögern werden.Diese Verzögerungen sind auf die erhöhte Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen in Indien zurückzuführen.
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Asyl- und Migrationspaket der EU: Organisationen fordern Nachbesserungen im Sinne der Kinderrechte

Unicef - 26. März 2021 - 11:30
Eine Rechtsanalyse hat gezeigt, dass die EU-Reformvorschläge zur Migrations- und Asylpolitik Kinderrechte nicht umfassend sicherstellen. UNICEF Deutschland und weitere Organisationen rufen daher zu Verbesserungen beim Migrations- und Asylpaket auf.
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Digitale Bildung würde den Frauen Pakistans helfen

E+Z - 26. März 2021 - 9:58
Warum den meisten Pakistanerinnen digitale Möglichkeiten verwehrt bleiben

In Pakistan sind die Hälfte aller Frauen Analphabetinnen (siehe Hauptartikel). Kein Wunder also, dass sie digitale Geräte nur sehr begrenzt nutzen. Telefonieren kann man ohne lesen oder schreiben zu müssen, aber SMS schreiben und viele andere einfache Smartphone-Anwendungen erfordern Alphabetisierung. Laut der Pakistan Social and Living Standards Measurement Survey 2018–2019 besitzen nur 26 Prozent der über zehnjährigen Pakistanerinnen ein Mobiltelefon, nur 13 Prozent gaben an, in den vergangenen drei Monaten im Internet gewesen zu sein. Gerade einmal sechs Prozent hatten in dieser Zeit PC, Laptop oder Tablet genutzt.

Leider bleiben den meisten Pakistanerinnen die Chancen der digitalen Welt versagt. Für viele Anwendungen sind sie digital zu unerfahren und nicht ausgerüstet. Die Folgen sind gar nicht abzusehen.

Weltweit verlassen sich Regierungen auf digitale Technologien, um Dienstleistungen besser bereitzustellen und Bürgern mehr Zugang zu staatlichen Einrichtungen zu geben. In Pakistan geht das an den Frauen vorbei. Das zentrale Ausweisdokument ist der computerisierte nationale Identitätsausweis (Computerized National Identity Card – CNIC). 24 Prozent aller erwachsenen Frauen haben einen solchen Ausweis offiziellen Daten zufolge nicht. Traditionelle Normen schränken viele Frauen in ihrer Mobilität ein, so dass sie nicht direkt auf die Ämter gehen können, die dieses Dokument ausstellen. Die zuständige Behörde, die National Database and Registration Authority (NADRA), bietet an, den CNIC online ausstellen oder verlängern zu lassen. Dazu muss eine Frau jedoch nicht nur einen Internetzugang haben und lesen und schreiben können. Sie muss auch wissen, wie man Online-Formulare ausfüllt und Bilder hochlädt. Obendrein ist die NADRA-Website auf Englisch. Links zu regionalen Sprachen oder der Landessprache Urdu bietet sie nicht.

Auch bei staatlichen Programmen zur Stärkung von Frauen besteht das gleiche Problem. Flaggschiff des pakistanischen Sozialsicherungsprogramms ist das „Ehsaas“-Programm. Es gewährt Frauen aus den ärmsten Haushalten kleine Kredite sowie unbedingte und bedingte Bargeldzuschüsse. Reichweite und Effizienz des Programms soll durch die Ehsaas-Website verbessert werden. Sie enthält Informationen über Programmstruktur, Antragsverfahren, Förderkriterien und vieles mehr – alles auf Englisch.

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Modell morgen – Auf den Spuren deiner Zukunft

EINEWELTblabla - 26. März 2021 - 9:37

Vor mehr als 10 Jahren hatte ich meinen ersten Ferienjob in einem Hallenbad. Als Assistentin des Bademeisters habe ich aufgepasst und mitgeholfen, einer kleinen Gruppe von Kindern das Schwimmen beizubringen. Nach 2 anstrengenden, aber spaßigen Wochen haben alle das „Seepferdchen“-Abzeichen bekommen und die Freude war groß! Hätte mich letztes Frühjahr jemand gefragt, was denn bisher der schönste Job meines Lebens war, hätte ich wohl von diesem Schwimmkurs erzählt. Würde mich heute jemand fragen, dann wären es die „Modell morgen“-Feriencamps im Sommer und Herbst 2020.

Feriencamps zu Berufsorientierung und Nachhaltigkeit

Letztes Jahr startete die erste Runde der Feriencamps zu Berufsorientierung und Nachhaltigkeit im Rahmen des Projekts „Modell morgen“, bei denen junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren verschiedene Berufsfelder der Zukunft kennenlernen konnten. Die Camps zu den Themen Nachhaltiges Unternehmertum, Mode sowie Ernährung wurden im schönen Umweltbildungszentrum (UBB) in Gatow ausgerichtet, das direkt an der Havel im Westen von Berlin liegt. Ich habe zwei Camps zu Nachhaltiges Unternehmertum und ein Camp zu Ernährung als Nachtwache betreut und möchte in diesem Beitrag von meinen Erfahrungen der Camps berichten und warum ich mich riesig freue, dieses Jahr wieder Teil von „Modell morgen“ zu sein. Jedes der drei Camps war anders und auf seine Weise besonders durch die unterschiedlichen Themen und die Vielfalt der Teilnehmenden.

Nachhaltiges Unternehmertum

Am 6. Juli startete die „Modell morgen“-Saison 2020 für mich mit dem ersten Camp zum Thema Nachhaltiges Unternehmertum. Wir hatten eine bunt gemischte Gruppe: die jüngste Teilnehmerin war gerade mal 15 Jahre, der älteste hingegen 24 Jahre alt. Eine Teilnehmerin studierte bereits, drei standen kurz vor den Uni-Bewerbungen, die anderen gingen noch zur Schule. Beim ersten gemeinsamen Mittagessen herrschte zunächst noch schüchterne Zurückhaltung, doch mit den Kennlernspielen begann das Eis langsam zu schmelzen. Im Laufe der fünf Tage lernten die Teilnehmenden die Grundlagen der Nachhaltigkeit kennen, entwickelten eigene Prototypen im „SEEd“-Ideenworkshop und sprachen mit Gründer*innen über Sozialunternehmertum. Sie setzten sich mit dem Thema Arbeit auseinander und überlegten, welche Berufe zu ihrer Person, ihren Stärken und Interessen passen könnten. Am Ende der Woche war aus diesen sehr besonderen, eigenen Persönlichkeiten ein Team geworden und am liebsten wären wir alle noch ein wenig länger im UBB geblieben. Zu meinen persönlichen Highlights des ersten Feriencamps zählen die morgendliche Schwimmrunde mit einigen Teilnehmenden vor dem Frühstück, der letzte gemeinsame Abend am Lagerfeuer mit Stockbrot, die persönlichen Gespräche und natürlich der leckere Kuchen, den es jeden Nachmittag gab.

Zum Glück dauerte es nicht lange, gerade mal zwei Wochen, bis das zweite Camp zu Nachhaltiges Unternehmertum am 27. Juli losging. Obwohl das Thema des Camps das gleiche war, so war die Atmosphäre doch eine ganz andere durch die neue Gruppe. Der Altersdurchschnitt der Teilnehmenden war eher homogen, der Großteil ging zur Schule und war zwischen 15 und 18 Jahre alt. Die freie Zeit zwischen den Einheiten war geprägt von scheinbar endlosen Tischtennis-Runden auf der wackeligen Tischtennis-Platte des UBB: vor den Workshops, in den Pausen und am Abend wurde in Duellen oder „Rundlauf“ gespielt. Beim Essen draußen im Innenhof des UBB wurde unsere Gelassenheit regelmäßig von Wespen auf die Probe gestellt. Es war Hochsommer und wir bekamen zu jeder Mahlzeit Besuch dieser hektisch umherfliegenden Insekten, die verständlicherweise auch etwas von dem leckeren Essen abhaben wollten. Auf wundersame Weise wurde jedoch niemand von uns gestochen. So endeten die Sommerferien und damit die ersten „Modell morgen“-Feriencamps im Jahr 2020. Das Team war froh und erleichtert, diese Herausforderung im Corona-Sommer bewältigt zu haben und schaute voller Vorfreude auf die Herbstferien, für die weitere Camps geplant waren.

Ernährung

Vom 12. bis 16. Oktober betreute ich das letzte Feriencamp zum Thema Ernährung, das zu einer Art „Modell morgen“-Wiedersehenstreffen wurde. Die Hälfte der Teilnehmenden hatte im Sommer bereits am ersten Camp zu Nachhaltiges Unternehmertum teilgenommen und war wiedergekommen, weil es ihnen so gefallen hatte. Obwohl sich einige schon kannten, wurden die neuen Teilnehmenden mit offenen Armen aufgenommen. Für dieses Camp war ursprünglich eine Kochgruppe geplant, die morgens mit in den Gemüsegarten gehen und beim Schnippeln und Kochen helfen sollte. Da das pandemiebedingt leider nicht möglich war, besuchten wir stattdessen den nahegelegenen Acker der Solidarischen Landwirtschaft „SpeiseGut“ und brachten ein paar frische Rüben als Snack für den Spieleabend mit. Das Camp endete mit einem lustigen Abend am Lagerfeuer, bei dem es wieder Stockbrot für den Magen, Rätsel fürs Gehirn und Rap auf die Ohren gab. Der Abschied fiel uns allen besonders schwer und da war es der schönste Trost, von einer Teilnehmerin zu hören, dass sie sich im nächsten Jahr wieder anmelden würde.

Das Besondere an den Feriencamps an der Havel

Was macht die „Modell morgen“-Feriencamps so besonders? Vielleicht die wunderschöne Lage in dem kleinen Waldstück direkt an der grünen Havel, die im Sommer zu einer Abkühlung einlädt. Oder die herzliche Atmosphäre im UBB und das leckere Essen, hübsch angerichtet und kreativ dekoriert von den Köch*innen, die dort in Ausbildung sind. Die wertschätzende Zusammenarbeit mit den anderen Betreuer*innen und dem Projektteam spielen eine große Rolle, genauso wie die motivierten Teilnehmenden und ihre Kooperation und gegenseitige Akzeptanz. Ich hatte unglaublich viel Spaß bei den Camps, habe viel gelernt und freue mich riesig, dieses Jahr wieder dabei zu sein im zweiten Durchlauf von „Modell morgen“.

 

-Selina-

Das Beitragsbild wurde uns von Modell morgen zur Verfügung gestellt.

Der Beitrag Modell morgen – Auf den Spuren deiner Zukunft erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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Wie Analphabetismus die Unterdrückung pakistanischer Frauen

E+Z - 26. März 2021 - 9:37
Die Hälfte der Frauen in Pakistan kann in keiner Sprache lesen oder schreiben

Von den 220 Millionen Pakistanern sind 49 Prozent Frauen. Dass der Anteil so niedrig ist, liegt an einer geschlechtsspezifischen Diskriminierung. Die Sterblichkeit von weiblichen Säuglingen ist höher, weil viele von ihnen vernachlässigt werden, außerdem wird über selektive Abtreibung berichtet. Viele Familien bevorzugen Söhne, nicht zuletzt, weil diese sich im Alter um ihre Eltern kümmern. Mädchen sind eine finanzielle Belastung, auch weil für sie eine Aussteuer fällig wird, wenn sie in eine andere Familie einheiraten.

Das ist in ganz Südasien ähnlich, aber in Pakistan ist die Lage besonders hart. Die Ungleichheit ist dort laut Weltwirtschaftsforum am dritthöchsten. 2018 rangierte Pakistan auf dem Gender Gap Index (GGI) auf Platz 151 von 153 Ländern – in nur zwei Ländern sah es noch schlechter aus. Das GGI-Ranking basiert auf dem Ausmaß an Ungleichheit von Männern und Frauen hinsichtlich wirtschaftlicher Teilhabe, Bildungsstand, Gesundheitszustand und politischer Aktivität.

Die mangelhafte Bildung von Frauen resultiert aus dem niedrigen Status von Frauen und verhindert Fortschritt.

Laut einer Erhebung zur Messung des Sozial- und Lebensstandards (Pakistan Social and Living Standards Measurement Survey – PSLM) der pakistanischen Regierung zwischen 2018 und 2019 hat nur die Hälfte aller über zehnjährigen Mädchen und Frauen in Pakistan je eine Schule besucht. Es überrascht nicht, dass die Grundbildung von Frauen weiterhin unsäglich schlecht ist. Das hat viele negative Folgen. Es vermindert zum Beispiel ihre Chancen, sich digitale Fähigkeiten anzueignen (siehe Kasten).

Nur die Hälfte aller über zehnjährigen Pakistanerinnen kann lesen und schreiben. Bei der jüngeren Generation sieht es kaum besser aus. Laut PSLM können 64 Prozent der Frauen zwischen 15 und 24 lesen und schreiben. Diese höhere Rate illustriert Fortschritte im städtischen Raum und in der Provinz Punjab. In Belutschistan hingegen liegt die „Jugend-Alphabetisierungsrate“ von Frauen nur bei 32 Prozent, in Khyber Pakhtunkhwa und Sindh zwischen 50 und 55 Prozent.

Dieses niedrige Bildungsniveau verhindert die Teilhabe von Frauen im formellen Arbeitsmarkt. Wegen fehlender Bildung und Fertigkeiten finden viele Frauen keine lukrativen Jobs. Die meisten Frauen, die einer bezahlten Arbeit nachgehen, müssen sich somit mit informellen, schlecht bezahlten Jobs zufriedengeben. Auf dem Land arbeiten sie meist als Tagelöhnerinnen auf Farmen, in den Städten als Haushaltshilfen.

Das so verdiente Geld reicht nicht für den eigenen Lebensunterhalt und schon gar nicht, um eine Familie allein ernähren zu können. Niedrige Einkommen bedeuten zudem, dass sie kein Geld sparen oder Vermögen aufbauen können. Somit bleiben sie abhängig von männlichen Familienmitgliedern, die meist mehr verdienen – auch, weil sie besser ausgebildet und qualifiziert sind.

Die Abhängigkeit von Männern macht Frauen verwundbar. Gewalt gegen Frauen gibt es im öffentlichen wie im privaten Raum. Laut einer offiziellen Umfrage zu Demographie und Gesundheit (DHS) von 2017 bis 2018 haben 28 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren körperliche Gewalt in der Familie erfahren. Auf dem Land kam häusliche Gewalt häufiger vor als in den urbanen Gebieten; und – das ist kein Zufall – am häufigsten dort, wo die meisten Frauen Analphabetinnen waren. In Belutschistan etwa waren 48 Prozent der Teilnehmerinnen betroffen, in Khyber Pakhtunkhwa 43 Prozent.

Ein Grund: Ungebildete Frauen sind zu abhängig von ihren Familien, um Männer zu verlassen, die sie misshandeln. Auch haben viele ein traditionelles Rollenverständnis. Analphabetinnen kennen ihre Rechte meist nicht – und wenn doch, haben sie nicht die Mittel, vor Gericht zu gehen.

Viele pakistanische Gesetze benachteiligen Frauen. Aber Frauen haben auch Rechte. Ein muslimischer Ehevertrag (Nikah Nama), der die Rechte von Mann und Frau festlegt, muss von Braut und Bräutigam unterschrieben werden. Eine Standardklausel gibt der Frau das Recht, sich ohne Zustimmung des Mannes scheiden zu lassen. Gemäß der muslimischen Tradition hat der Mann dieses Recht immer. Die Frau hat es nur, wenn es explizit in den unterschriebenen Nikah Nama aufgenommen wurde.

Die meisten pakistanischen Frauen wissen das nicht. Die Wissenschaftlerinnen Erica Field und Kate Vyborny haben entsprechende Eheverträge untersucht. In einem noch unveröffentlichten Artikel ­schreiben sie, dass 75 Prozent aller Frauen in Peshawar, der Hauptstadt der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, ihre Nikah Nama vor der Hochzeit nicht gelesen haben. Sie fanden heraus, dass in Punjab das Recht der Frau, sich scheiden zu lassen, in 35 Prozent der Nikah Namas gestrichen wurde. Analphabetismus und Unkenntnis ihrer Rechte führen ganz offensichtlich zu einem sich selbst erhaltenden Kreislauf.

Die Einschulungsrate von Mädchen zeigt, dass es mit der Alphabetisierung von Frauen nicht schnell vorangehen wird. Etwa 30 Prozent aller Kinder in Pakistan besuchen keine Schule. Mädchen gehen mit höherer Wahrscheinlichkeit gar nicht erst zur Schule oder brechen früher ab. Tatsächlich besuchen nur 51 Prozent aller Mädchen zwischen fünf und neun Jahren die Grundschule. Noch schlechter steht es um sekundäre und tertiäre Bildung. Jeder Versuch, das Leben pakistanischer Frauen substanziell zu verbessern, muss bei ihrer Alphabetisierung beginnen.

Sundus Saleemi hat kürzlich ihre Doktorarbeit an der Universität von Bonn über Alphabetisierung von Frauen eingereicht.
sundus.saleemi@gmail.com

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Indien: Ein ambivalenter Partner für den Westen

SWP - 26. März 2021 - 0:20

Das Verhältnis zwischen Indien und den westlichen Staaten ist zunehmend von einem Paradox geprägt. Auf der einen Seite hat der Aufstieg des Landes bewirkt, dass beide Seiten vermehrt geostrategische Interessen teilen, etwa im Indo-Pazifik. Auf der anderen Seite wachsen aber auch die Differenzen, weil Neu-Delhi sich innenpolitisch mehr und mehr von westlichen Vorstellungen entfernt – was für die Wirtschaftspolitik ebenso gilt wie für den Zustand der indischen Demokratie. Dieser Wandel berührt das Verhältnis zu Deutschland und Europa, denn die Förderung der indischen Indus­trie oder die Einschränkung demokratischer Rechte betreffen auch europäische Unter­nehmen bzw. zivilgesellschaftliche Organisationen. Das jahrzehntelang in Europa und den USA gepflegte Narrativ der Wertepartnerschaft mit Indien wird sich künftig eher an übereinstimmenden strategischen Interessen und weniger an gemein­samen demo­kratischen Werten orientieren.

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Agieren, nicht reagieren in Nordkorea

SWP - 26. März 2021 - 0:10

Nachdem es einige Monate ruhig geworden war in den Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA, machen die Entwicklungen der letzten Tage deutlich, dass Pjöngjang zurück auf der Agenda der internationalen Gemeinschaft ist. Zunächst wurde bekannt, dass die USA seit Mitte Februar über mehrere Kanäle versuchten, Kontakt mit Nordkorea aufzunehmen, jedoch keine Antwort erhielten. Dann veröffentlichte Nordkorea zwei Erklärungen hochrangiger Regierungsfunktionäre: Am 16. März kritisierte Kim Yo Jong in einem Statement die gemeinsame Militärübung der USA und Südkoreas und mahnte, dass Nordkorea das interkoreanische Militärabkommen von 2018 aufkündigen könnte, solle Seoul »weitere provokative Handlungen« wagen. Zwei Tage später wurde die erste stellvertretende Außenministerin Choe Son Hui mit den Worten zitiert, Nordkorea sehe keinen Grund, zu den Gesprächen mit Washington zurückzukehren; den Vorstoß der USA bezeichnete sie als einen »billigen Trick«. Die Qualität seiner Provokationen steigerte Pjöngjang mit dem Test von je zwei Cruise Missiles und ballistischen Kurzstreckenraketen am 23. und 25. März, womit es erneut gegen gültige Sicherheitsratsresolutionen verstieß.

Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass mit einer weiteren Eskalation auf der koreanischen Halbinsel zu rechnen ist. Dabei folgt Nordkorea bisher seinem traditionellen game plan: Es sendet eine Botschaft, die alle Optionen auf dem Tisch belässt, sorgt damit für maximalen Spielraum und legt, zumindest aus Sicht Pjöngjangs, den Ball ins Spielfeld Washingtons. So hat Nordkorea vor dem Abschluss des Policy-Review-Prozesses in den USA durch gezielte Provokationen den Einsatz erhöht, während es gleichzeitig vermittelte, dass die Tür für ein erneutes Engagement nicht völlig geschlossen ist. »Damit ein Dialog zustande kommt«, so Choe, »muss eine Atmosphäre geschaffen werden, in der beide Parteien auf Augenhöhe verhandeln können«.

Bidens »North Korea Policy Review«

Die weitere Entwicklung der Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea hängt zu einem nicht unwesentlichen Teil davon ab, zu welchen Ergebnissen die Biden-Administration bei der Überprüfung der Nordkorea-Politik kommt. Dieser Prozess ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber es zeichnet sich bereits ab, dass die Politik der Biden-Administration sich maßgeblich von jener der Trump-Administration unterscheiden wird.

Erstens wird Joe Biden die personalisierte Diplomatie von Donald Trump nicht fortsetzen. Vielmehr möchte Washington die regionalen Akteure in Nordostasien wieder unmittelbarer in die Nordkorea-Frage einzubeziehen – und wird möglicherweise versuchen, die Atomfrage (wieder) multilateraler zu gestalten. Während seines jüngsten Besuchs in Japan und Südkorea erklärte Blinken, die Biden-Administration berate sich eng mit den Regierungen Seouls und Tokios sowie anderer verbündeter Nationen, räumte aber auch ein, dass Peking bei allen diplomatischen Bemühungen mit Pjöngjang »eine entscheidende Rolle zu spielen hat«. Ob die Konsultationen zu einem tatsächlichen Konsens führen, bleibt abzuwarten.

Zweitens werden die USA vermutlich eine prozessuale Lösung für die Atomfrage vorschlagen: Blinken selbst argumentierte 2018 in einem Beitrag in der New York Times, dass der beste Deal, den die USA mit Nordkorea erreichen könnten, »mehr als wahrscheinlich« dem Iran-Abkommen ähneln werde. Er schrieb, dass ein Interimsabkommen Zeit verschaffen würde, um ein umfassenderes Abkommen auszuhandeln, einschließlich einer sequenzierten Roadmap, die fortgesetzte Diplomatie erfordere.

Drittens scheint die neue US-Administration einen größeren Fokus auf die Menschenrechtsfrage zu legen. Während seines Besuchs in Seoul machte Blinken deutlich, dass die USA nicht nur Sicherheitsbedenken ansprechen würden, sondern auch die »weit verbreiteten, systematischen Misshandlungen« der nordkoreanischen Bevölkerung durch die Regierung.

Drei Lektionen aus der Vergangenheit

Agieren, nicht reagieren: Wie die Erfahrungen mit Nordkorea zeigen, kommt es nun darauf an, dass die USA schnell handeln und ihre neue Nordkorea-Strategie sowohl ihren Verbündeten als auch Pjöngjang klar kommunizieren. Wenn die offiziellen Kommunikationskanäle blockiert sind, können Vermittlungsaktivitäten einzelner EU-Mitgliedstaaten wie beispielsweise Schweden und/oder Track-1.5-Vermittler hilfreich sein. Bis dahin ist es entscheidend, sich nicht in ein rhetorisches Tauziehen mit Nordkorea zu verstricken. Handelt die internationale Gemeinschaft gegenüber Nordkorea nicht rasch, wird Pjöngjang vermutlich wieder zu einer kriseninduzierenden Politik greifen – und die internationale Gemeinschaft dazu zwingen, auf weitere Provokationen zu reagieren. Stattdessen sollte es darum gehen, eine weitere Eskalation von vornherein zu verhindern.

Trennung der Themen: Die Nuklearfrage ist höchst komplex. Die Lösung der sicherheitspolitischen Komponenten dieses Problems erfordert die Auseinandersetzung mit einer Reihe unmittelbar damit verbundener politischer, diplomatischer, wirtschaftlicher und historischer Fragen. Wie der Fall der Sechs-Parteien-Gespräche, des bis dato letzten multilateralen Formats zur Beilegung der Nuklearkrise, gezeigt hat, kann ein einzelner Verhandlungsprozess jedoch schnell von der Vielzahl der damit einhergehenden Herausforderungen überfrachtet werden. Daher ist es wichtig, adäquate Formate mit den richtigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu etablieren, um die jeweiligen Themen und Herausforderungen zu diskutieren.

Es gibt eine Rolle für Europa: Die EU ist in Sicherheitsfragen auf der koreanischen Halbinsel zweifellos nur ein peripherer Akteur. Gleichwohl bietet die aktuelle Debatte über eine neue Indo-Pazifik-Strategie eine wichtige Gelegenheit für Brüssel, den eigenen Ansatz gegenüber Nordkorea kritisch zu reflektieren, da dieser seine erklärten Ziele – die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel, die Stärkung des Nichtverbreitungsregimes und die Verbesserung der Menschenrechtssituation in Nordkorea – nicht erreicht hat. Auch wenn die Nordkoreafrage nicht im Vordergrund dieser neuen Strategie stehen wird, muss die EU einen größeren politischen Willen zeigen, zur Lösung der anstehenden Sicherheitsfragen in der Region beizutragen, wenn sie ihr Profil als Sicherheitsakteur in der Region stärken will.

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Will multilateralism be great again?

SWP - 26. März 2021 - 0:10

A few weeks ago, six eminent world leaders – including António Guterres, Ursula von der Leyen, and Angela Merkel – called for the revitalization of multilateral cooperation. They reminded us of the “Millennium Declaration,” which was signed by 189 countries in 2000. The Declaration expressed the confidence of the international community that multilateral policies could defeat global challenges such as “hunger and extreme poverty, environmental degradation, diseases, economic shocks, and the prevention of conflicts.”

The Declaration marked the heyday of multilateral optimism. But contrary to the millennial vision of global governance, international affairs today are dominated by entrenched mistrust between governments. Sadly, the above-mentioned article by the six world leaders does not explain what went wrong in the 21st century. Without such an analysis, however, appeals for changing course risk being little more than aspirational talk. To really make multilateralism great again, we have to ask: Why did things go astray?

The adverse effects of nasty surprises with international cooperation

Former British Prime Minister Harold Macmillan is frequently quoted as having said that what he feared most in politics were “Events, dear boy, events.” This catchy phrase points to the proverbial overlooked elephant that has rampaged through international affairs in the last two decades: Apparently, unexpected events escalating into major crises and global disruptions has driven the international community apart and contributed decisively to the demise of multilateralism.

To their credit, the world leaders are aware of the beast. They accurately state that major crises remind us of how interdependent we are, referencing the global financial crisis of 2008 and the current pandemic. However, there have been far more important disruptions in the past two decades: 9/11; the popular revolts in the Middle East, which escalated into civil wars in Libya, Syria, and Yemen; the Eurozone crisis; Russia’s annexation of Crimea; the Brexit decision in the United Kingdom; as well as the presidency of Donald Trump. More could easily be added.

These disruptions shattered international cooperation. Economic crises intensified cleavages within as well as between societies. Austerity and social inequality championed populist and anti-liberal sentiments that were expressed through battle cries of “Take back control” and “America first.” Following 9/11, the war in Iraq split the West, whereas the military confrontations in Libya and Syria continue to divide the international community. Russia was suspended from the G8 after its territorial aggression against Ukraine, closing an important channel of communication with the Kremlin.

The cumulative effect of these disruptions has been a significant decline in the willingness of governments to collaborate. International organizations and multilateral agreements have become political battlegrounds. Many administrations, including those in the United States, China, Russia, India, the United Kingdom, and the European Union, prioritize policies such as decoupling, self-sufficiency, and strategic autonomy. Consequently, the current pandemic is unfolding as a dual crisis of global connectivity and global governance.

Credible foresight creates trust in multilateral cooperation

In their article, the world leaders shied away from the conclusion that global disruptions are not only a result of, but also an important catalyst for many governments retreating from multilateralism. That is why they are missing the low-hanging fruit for policy innovation: Avoiding nasty surprises by cultivating anticipatory governance, for instance by investing in multilateral foresight and forecasting capabilities.

Hardly any of the major disruptions in international affairs have come as a surprise. Genuine “black swans” are very rare: The 9/11 Commission pointed out that several American agencies had been collecting evidence that al Qaeda was planning attacks; there were plenty of reports from the MENA region analyzing the widespread dissatisfaction with repressive governments and bad governance; experts had frequently warned about the global financial crisis, the Eurozone crisis, and the pandemic; the referendum in the United Kingdom and the elections in the United States could only have two outcomes – so the lack of preparations for the unexpected results had more to do with wishful thinking than surprise.

The exception to the rule is the annexation of Crimea. That the Kremlin would drastically change course instead of waiting out the developments in Kiev, which had proved a winning strategy for Moscow after 2004, came as a real surprise. But in all other cases, plenty of unheeded warnings lined the road to the tragedy of multilateralism.

Of course, governments’ reluctance to trust forewarnings is understandable. The track record of expert predictions is not that impressive. Quite often, they turn out to be wrong. And crying wolf has consequences: Policymakers might be criticized by their opponents, the media, courts of auditors, or the public when they order, for example, vaccines – and a pandemic does not materialize as expected. This happened in 2009 with the swine flu scare, when policymakers in Europe and the United States learned a lesson that partly explains the inadequate preparations for COVID-19.

But some predictions are better than others. Research has shown that the best forecasters achieve up to 30 percent higher prediction accuracy than analysts with access to classified material. Diversity and multi-perspectivity are important criteria for the success of forecasting teams that consistently outperform their competitors. Policymakers should harvest this knowledge. Investing in multilateral foresight and forecasting capabilities promises not only to increase timely awareness of future events. Collectively anticipating risks and opportunities could also stimulate international cooperation and joint policymaking.

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Ringvorlesung: "(FA)U against CO2" SoSe 2021

#HOCHN - 26. März 2021 - 0:00
Auch dieses Sommersemester findet an der Universität Erlangen-Nürnberg die Web-Ringvorlesung statt, an der auch Externe teilnehmen können. Thema dieses Jahr ist: „(FA)U against CO2 – make the planet green again“.

Foto: distelAPPArath/Pixabay

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The Corona Debt Conundrum in the Eurozone

SWP - 26. März 2021 - 0:00

One of the most serious economic and social consequences of the pandemic is the higher public debt of the Eurozone countries. The massive interventions of the Euro­system have lowered borrowing costs to record lows. For some time to come, the sustainability of the public finances of the most indebted Eurozone countries will depend on expansionary monetary policy. However, this approach raises questions. It is uncertain how long monetary policy can support the debt market of the EU-19, whether there are effective alternatives, and what impacts the high debt levels and the interventions of the European Central Bank (ECB) will have on the foundations of the Eurozone.

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Wie wäre es mit einem Pandemica Bildschirmhinterhintergrund? Jetzt herunterladen!

ONE - 25. März 2021 - 18:04

ONE-Unterstützer*innen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, unseren Zielen und Forderungen Gehör zu verschaffen. Dank euch bringen wir Regierungsvertreter*innen und Politiker*innen dazu zu handeln oder schaffen es, die Episoden unserer neuen animierten  “Pandemica” Serie weltweit zu teilen. Für eure harte Arbeit haben wir ein kleines Dankeschön parat: Unsere Pandemica Bildschirmhintergründe.

Über die Hintergründe

Pandemica mag vielleicht kein realer Ort sein, aber für Milliarden von Menschen ist er Realität. Nicht mal ein Prozent der weltweit verabreichten Corona-Impfdosen hat Menschen erreicht, die in Ländern leben, die stark von Armut betroffen sind. Gleichzeitig haben sich eine Handvoll reicher Staaten genug gesichert, um eine Milliarde Menschen mehr zu impfen als in ihren Ländern leben. Deswegen brauchen wir deine Hilfe, um zu verhindern, dass Pandemica weltweit zur Realität wird.

Ganz egal, ob du deine Freund*innen oder Kolleg*innen in einem Zoom-Call verzücken willst, deinen Desktop verschönern oder einen neuen Smartphone Hintergrund brauchst, wir haben die passenden Pandemica Hintergründe für dich bereit. Teile unsere Nachricht mit der Welt – denn die Pandemie endet erst, wenn alle überall Zugang zum Impfstoff haben.

Zeige deine Unterstützung

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Tauche ein in die Welt von Pandemica auf unserem YouTube Kanal.

Die Pandemica Serie ist illustriert von Andrew Rae, animiert von Titmouse, mit Musik & Sound von father und kreiert und produziert von hive und ONE.

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E+Z/D+C 2021/04 – bl – Ronald Ssegujja Ssekandi – covid presidents

E+Z - 25. März 2021 - 14:48
A second East-African president has suddenly died, and rumours abound about Covid-19 being the cause

On 17 March, Tanzania’s president, John Pombe Magufuli was officially pronounced dead. For two weeks, people had been speculating about his health and whereabouts. He was known for his outright denial of the threat of Covid-19. Many now suspect that he died of the disease, though the official explanation is a heart problem. For some time, he had not appeared in public life anymore.  

Last year, the same scenario affected Tanzania’s neighbouring country Burundi. President Pierre Nkurunziza suddenly died in June, and the government declared that the reason was cardiac arrest. However, the belief that coronavirus was the real reason is wide spread. Like Magufuli, the Burundian leader had played down the pandemic.

Under Magufuli, Tanzania defied global guidelines. It did not impose rules on wearing masks and social distancing. There was no lockdown moreover. In June, Magufuli declared Covid-19 defeated. His government stopped publishing infection data daily. People were thus left completely in the dark, because Magufuli’s government had made publishing unofficial statistics a criminal offence in 2015.

In spite of Magufuli’s pandemic denial, many Tanzanians are aware of the disease spreading. They do not have reliable data, but it is obvious that many people were falling sick. One does  not need an official death count to understand that Covid-19 is killing people.

The advice of Magufuli, a devout Catholic, was to pray. However, even the Catholic clergy has been telling the faithful for some time to take more worldly precautions, including using masks and keeping a distance from others.
 

The first signs are not promising

It now remains to be seen if the new president, Samia Suluhu Hassan, will change the country’s approach to the pandemic. The first signs are not promising. The official photo of her holding her first Cabinet meeting showed no one wearing a mask in a closed room.

Other East African countries have complied with global efforts against Covid19. From the onset, the governments in Rwanda, Uganda and Kenya put in place stringent conditions to curb the spread of the virus. When Magufuli was sworn in for a second term in December last year, Ugandan President Yoweri Museveni flew to Tanzania to attend the event. The photos were striking. The members of the Ugandan delegation wore masks while the Tanzanian counterparts did not.

Vaccination against Covid-19 is slowly kicking off in East Africa. So far, the governments of Tanzania and Burundi, however, have not shown an interest in vaccines, claiming that they do not have a Covid-19 crisis. Perhaps the death of a second East African president will make a difference. What is sure is that many people are losing faith in their governments – if they had any faith in them to begin with. Denying obvious realities simply does not inspire trust, but gives rise to rumours. Transparency might help.

Ronald Ssegujja Ssekandi is from Uganda and studies development management at Ruhr University Bochum. The masters’ programme is part of AGEP, the German Association of Post-Graduate Programmes with Special Relevance to Developing Countries. He is currently an intern with D+C/E+Z.
sekandiron@gmail.com

 

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The global dimension of the European Green Deal: the EU as a green leader?

DIE - 25. März 2021 - 12:57

The European Green Deal can be considered as a roadmap of key policies for the EU's climate agenda, based on which the Commission has started, and will continue to develop, legislative proposals and strategies from 2020 onwards. The European Green Deal aims at transforming the EU’s economy towards sustainability and carbon neutrality. First and foremost, it defines internal plans and strategies for the EU that will also have global effects. Directed at internal transformation, this ambitious plan can make Europe a role model and a global leader, but it also involves domestic and external challenges. For promoting the global public good, the EU will need partners to jointly work with. This paper provides an overview of the core elements of the Green Deal and connects them to concepts of EU leadership. On this basis, it examines the need and entry points for EU cooperation with major global partners and (re)emerging economies, including China, Brazil, India, Indonesia, Mexico, Russia, and South Africa. The authors argue that the success of the European Green Deal depends on close coordination with these powers and finds that the legitimacy and credibility of the EU's climate leadership can only be ensured by engaging intensively with actors from the Global South and with the various centres of an increasingly multipolar world.

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Ein Studium im Ausland bringt Vorteile für alle Seiten

E+Z - 25. März 2021 - 12:05
Ausländische Absolventen deutscher Hochschulen bauen Brücken zwischen den Kulturen

Ein Auslandsstudium bringt Studierende nicht nur akademisch weiter. Es schafft auch gute Gelegenheiten, um:

  • sich selbst besser kennenzulernen,
  • die eigene Meinung in Frage zu stellen,
  • bisher unbekannte gesellschaftliche Realitäten zu entdecken,
  • neue Perspektiven einzunehmen und
  • neue Entscheidungen zu treffen.

Studierende aus Asien und Afrika finden Deutschland ziemlich aufregend. Einerseits profitieren sie von neuen Technologien, besserer Laborausstattung, modernen Lehrplänen und großen professionellen Netzwerken. Andererseits erleben sie eine aufgeschlossene Gesellschaft, die unabhängiges, kritisches Denken fördert und Menschen den Raum gibt, scheinbar unverrückbare Realitäten in Frage zu stellen. Pluralismus, religiöse Toleranz und individuelle Freiheit werden hier als selbstverständlich angesehen. Für den eigenen persönlichen und beruflichen Weg eröffnen sich neue Möglichkeiten. Das trifft selbstverständlich auf alle Studierenden zu, die ihre Heimatstadt fürs Studium verlassen. Aber die Auswirkungen sind für jemanden, der aus Afrika oder Asien nach Europa geht, größer.

Deutschland fungiert zudem als Drehkreuz, das internationale Studierende aus verschiedenen Regionen zusammenbringt. Oft bleiben diese Verbindungen auch nach dem Abschluss bestehen. Egal, ob die Absolventen nach Hause zurückkehren, in Deutschland bleiben oder in ein anderes Land weiterziehen – sie beeinflussen in jedem Fall die Entwicklung ihrer Heimatländer. Diese brauchen gut ausgebildete Menschen, die Verantwortung übernehmen und Wandel herbeiführen. Wer Erfahrungen und eine Ausbildung im Ausland mitbringt, eignet sich gut dafür. Doch selbst wer in Deutschland bleibt, ist mit Familie und Freunden in der Heimat in Kontakt, teilt seine Erfahrungen und inspiriert andere. Das gilt auch für Absolventen, die von deutschen Universitäten in ein anderes, oft anglofones Land wechseln.

Ich arbeite als Koordinatorin des internationalen Masterprogramms „Integrated Water Resources Management“ an der TH Köln. Es legt einen besonderen Schwerpunkt auf den Nahen Osten und Nordafrika, wo die Wasserversorgung schon immer eine große Herausforderung darstellte, wegen der Klimakrise aber immer schwieriger wird. Unsere Studierenden bringen unterschiedliche Abschlüsse mit, und wir legen viel Wert auf Interdisziplinarität und Multikulturalität. Die Teilnehmenden entwickeln sich professionell weiter und vertiefen ihr Verständnis der Themen im Austausch mit Kommilitonen. Dabei ist es faszinierend zu beobachten, wie sie sich zunehmend gegenüber anderen Sichtweisen öffnen. Nach dem Abschluss nehmen viele verantwortungsvolle Positionen ein, die meisten in ihrem Heimatland, manche im Auftrag einer deutschen Entwicklungshilfeorganisation. Andere bleiben hier und schließen eine Dissertation an oder arbeiten in einem deutschen Unternehmen.

In jedem Fall profitiert auch Deutschland. Die ausländischen Studierenden inspirieren ihre deutschen Kommilitonen. Sie schaffen Multikulturalität und können zur Integration von Einwanderern beitragen. Studierende aus Entwicklungsländern aufzunehmen und auszubilden ist eine langfristige Investition, die sich besonders in Zeiten auszahlt, in denen immer mehr Themen internationale, ja globale Zusammenarbeit erfordern. Deutschland braucht Leute in anderen Ländern, die Deutschland verstehen, und es braucht Leute in Deutschland, die andere Länder verstehen. Wer an einer ausländischen Uni studiert hat, ist prädestiniert dafür, Brücken zwischen den beiden Ländern zu bauen, die er gut kennt.

Deutschland nutzt diese Möglichkeiten bereits recht umfassend, könnte aber noch mehr tun. Ein leichterer Zugang zu Arbeits- und Aufenthaltserlaubnissen, auch für Angehörige, wäre für viele Ausländer eine Erleichterung. Das Arbeitsumfeld in Deutschland ist für Einwanderer auch nicht immer einfach. Je offener das aufnehmende Land ist, umso besser können Immigranten als Botschafter zwischen den Kulturen fungieren.

Sudeh Dehnavi ist Gründerin der ENRoot GmbH, eines Start-ups für Wissenstransfer, und Programmkoordinatorin am Institute for Technology and Resources Management in the Tropics and Subtropics der TH Köln.
sudeh.dehnavi@th-koeln.de

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Neues nützliches Werkzeug für das Homeschooling

E+Z - 25. März 2021 - 11:49
Ein von einem Schüler mitentwickelter WhatsApp-Bot unterstützt das Homeschooling in Simbabwe

Simbabwes Schulen wurden im März 2020 geschlossen, als das Land den ersten Todesfall verzeichnete. Damals verhängte die Regierung einen landesweites Lockdown, um die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie zu verlangsamen. Nachdem die Coronavirus-Fälle im Oktober eingedämmt waren, öffnete die Regierung die Schulen schrittweise wieder. Im Januar machte sie dies angesichts steigender Fallzahlen jedoch wieder rückgängig.

Einige Schulen haben seitdem als Alternative das Online-Lernen eingeführt. Doch nicht jeder Schüler ist in der Lage, am Unterricht auf digitalen Plattformen teilzunehmen. Die meisten Eltern können es sich nicht leisten, Internetdaten zu kaufen und viele Schüler haben keine Laptops. Ein Grund dafür ist, dass Simbabwe die schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten durchlebt. Hyperinflation verschärft die Armut.

In diesem Umfeld kam Hama auf die Idee einen WhatsApp-Bot zu entwickeln, der sowohl Schülern als auch Lehrern Unterrichtsmaterial digital zur Verfügung stellt. Ein Bot ist ein Computerprogramm, das sich wiederholende Aufgaben weitgehend automatisch ausführt. Beispiele für Bots sind Web-Crawler von Internet-Suchmaschinen. Sie besuchen automatisch Websites, folgen den vorhandenen Links und werten den Inhalt der Seiten aus.

Hama nahm an einem Wissenschaftswettbewerb teil und gewann 1000 Dollar an Fördergeld. Danach wandte der Schüler sich an die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), um Unterstützung zu erhalten. Die UNESCO stellte einen professionellen Entwickler ein, der Hama half, seinen Traum zu verwirklichen. Der Bot heißt „Dzidzo Paden|Imfundwe‘ndlini“, was soviel bedeutet wie „bequem zu Hause lernen“.

Im Chatbot finden sich Lehrmaterialien wie Muster-Prüfungsaufgaben und Bewertungsschemata. Dies hilft den Schülern, sich auf Prüfungen in der Primar- und Sekundarstufe vorzubereiten. Der Dienst ist einfach zu bedienen und kann nach Schätzung der UNESCO potenziell 5,2 Millionen WhatsApp-Nutzer in Simbabwe erreichen. WhatsApp ist die am meisten verbreitete Smartphone-Messaging-Plattform im Land. Einer ihrer Vorteile ist, dass sie nicht ständig eine Internetverbindung benötigt. Laut Hama ist der Chatbot besser zugänglich als normale Online-Kurse.

Der Schüler sagt, dass der Chatbot derzeit von über 25 000 Menschen in Simbabwe genutzt wird. Er hofft, dass die Zahl bis Ende des Jahres auf mindestens 100 000 ansteigt.

Der UNESCO-Regionaldirektor für das südliche Afrika, Hubert Gijzen, meint, dass die digitale Technologie eine einzigartige Möglichkeit bietet, Bildungs- und Wissenschaftsinformationen zu vermitteln. „Auf diese Weise können Informationen und Wissen viral gehen und sich schneller verbreiten, besonders wenn sich die Schüler auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten,“ sagt er.

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks (UNICEF) haben seit Beginn der Pandemie hunderte Millionen Kinder und Jugendliche in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen den Zugang zu formaler Bildung verloren (siehe Claudia Isabel Rittel in unserem Covid-19-Tagebuch im E+Z/D+C e-Paper 2020/10).

Farai Shawn Matiashe ist Journalist und lebt in Mutare, Simbabwe.
matiashefarai@gmail.com
Twitter @ZuzeShawn

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25. März 2021

ONE - 25. März 2021 - 11:46
1. 140 Millionen Euro im Kampf gegen Tuberkulose

Wie das Handelsblatt und die Deutsche Welle berichten, stellt Deutschland zusätzliche 140 Millionen Euro im Kampf gegen Tuberkulose bereit. Die Corona-Krise führe zu großen Rückschritten bei der Ausrottung der Krankheit. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien im Pandemie-Jahr 2020 etwa 1,4 Millionen Tuberkulose-Erkrankte weniger behandelt worden als noch im Vorjahr. Fast zwei Drittel der Behandlungsprogramme seien unterbrochen, was zu 400 000 zusätzlichen Todesfällen weltweit führen könnte, so Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. “Alle 22 Sekunden stirbt ein Mensch an Tuberkulose, 95 Prozent davon in Entwicklungs- und Schwellenländern“, erinnerte Müller am gestrigen Welt-Tuberkulose-Tag. Das müsse verhindert werden, denn die Lungenkrankheit sei mithilfe von Antibiotika heilbar. 

2. Begrenzung der EU-Impfstoff-Exporte nicht für arme Länder

Tagesschau.de und die Deutsche Welle melden, dass der Export der knappen Corona-Impfstoffe aus der Europäischen Union noch schärfer kontrolliert werden soll. Das beschloss die EU-Kommission. Neue Kriterien sollen es erlauben, Impfstoffe zurückzuhalten, wenn Verhältnismäßigkeit und Gegenseitigkeit nicht gewahrt seien. Generelle Exportverbote solle es aber nicht geben. Die Ausfuhren an 92 ökonomisch benachteiligte Länder über die COVAX-Initiative seien davon nicht betroffen. Insgesamt seien aus Fabriken in EU-Staaten bislang 43 Millionen Dosen an 32 Länder geliefert worden.

3. Weg frei für Restitution von Benin-Bronzen

Unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Deutschlandfunk, WDR, Zeit Online und der Tagesspiegel thematisieren die Debatte um die als Raubgut der Kolonialzeit geltenden Benin-Bronzen in deutschen Museen. Außenminister Heiko Maas habe sich für Restitutionen stark gemacht. Die Rückgabe von Kulturgütern gehöre zu einem aufrichtigen Umgang mit der Kolonialgeschichte, so Maaß. Der von Bund und Ländern besetzte Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ebnete nun den Weg für mögliche Rückgaben der umstrittenen Bronzen. Laut Außenminister sei man mit Nigeria im Gespräch. Die aktuelle Debatte dreht sich vor allem um die geplante Präsentation im Berliner Humboldt Forum. Das Ethnologische Museum verfügt über rund 530 historische Objekte aus dem Königreich Benin, darunter etwa 440 Bronzen.

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Mehr als 100 Organisationen fordern „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“

Unicef - 25. März 2021 - 11:00
Ein breites Bündnis von mehr als 100 Organisationen fordert in einem gemeinsamen Appell die Bundestagsfraktionen und die Bundesländer auf, sich bis zur Sommerpause auf ein Gesetz zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz zu einigen, das den Ansprüchen der UN-Kinderrechtskonvention gerecht wird.
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