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Accounting for intergenerational social immobility in low- and middle-income countries

DIE - 8. Juni 2020 - 16:00

This study investigates the transmission channels of intergenerational social immobilityin low- and middle-income countries. Using a rich longitudinal survey dataset on Ethiopia, India, Peru, and Vietnam, we analyze through which factors socioeconomic status is passed on between generations. We reduce the information elicited throughout children’s youth to certain latent factors of their development process, such as cognitive and non-cognitive skills as well as the characteristics of their social environment and the social opportunities they face. We then analyze to what extent each of these factors is explained by parental socioeconomic status, and how much each factor in turn determines the outcome of the children. Next, we combine these results in order to decompose the immobility into the different pathway factors. The findings indicate that children’s aspirations and their cognitive skills can each account for around 20 percent of the correlation between parental and children’s education. Starting a family while still a minor, and the need for child labor also play important, but smaller roles, explaining 10 percent and 6 percent of the immobility, respectively. While children’s health, parent’s attentiveness and the local school infrastructure only have small but still significant roles, parents’ spending on education, children’s social environment, and particularly children’s non-cognitive skills have no significant part in the transmission of socioeconomic status in the sample of developing countries, once all other factors are taken into account.

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Was sich jetzt ändern muss: 5 Punkte für eine wirksame Entwicklungszusammenarbeit nach der Corona-Krise

Oxfam - 8. Juni 2020 - 12:19
Jede Krise ist auch eine Gelegenheit, Dinge anders zu machen. Die Corona-Pandemie sollte ein Weckruf sein, den Kampf gegen Ungleichheit, Geschlechtergerechtigkeit und die Bewältigung der Klimakrise ins Zentrum der Entwicklungszusammenarbeit zu rücken.

Obwohl es vielerorts erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen gab, werden uns die Auswirkungen der Corona-Krise noch lange begleiten. Es ist wichtig, dass wir uns nicht nur darüber Gedanken machen, wie wir die Folgen der Pandemie in Deutschland und Europa bewältigen. Wir brauchen auch eine Neugestaltung der Entwicklungszusammenarbeit, um auf künftige Krisen auch im globalen Süden besser vorbereitet zu sein.

Oxfams neuer Bericht „Whatever it takes“ zeigt, wie Entwicklungszusammenarbeit während und nach der Corona-Krise aussehen sollte, um Armut und Ungleichheit wirksam zu bekämpfen.

 

1. Schulden erlassen statt Kredite vergeben

Eine Reihe von Ländern im Globalen Süden hatte bereits vor der Corona-Pandemie Probleme ihre Schulden zurückzuzahlen. Anfang 2020 gaben 46 Länder durchschnittlich viermal mehr für die Rückzahlung von Schulden aus, als für die öffentliche Gesundheitsversorgung. In Ghana ist der Schuldendienst elfmal höher als das Gesundheitsbudget der Regierung. Gleichzeitig werden Entwicklungsgelder immer häufiger als Kredite zur Verfügung gestellt. Statt Darlehen sollten Länder im Globalen Süden jedoch vor allem Mittel erhalten, die sie nicht zurückzahlen müssen. Zusätzlich ist es wichtig, Schulden umfassend zu erlassen, damit ärmeren Ländern Mittel zur Verfügung stehen, um die Folgen der Corona-Krise zu bewältigen.
Hier können Sie unsere Petition dazu unterzeichnen.

 

2. Mit Investitionen in Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung Ungleichheit bekämpfen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden ärmere Menschen am härtesten treffen und die extreme Ungleichheit weiter verschärfen. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit gilt: Einkommen und Bildung der Eltern bestimmen, wie gravierend die Negativfolgen der wochenlangen Schulschließungen für Schüler*innen sein werden. Starke öffentliche Bildungs- und Gesundheitssysteme sowie soziale Sicherung, also Unterstützung zum Beispiel im Falle von Arbeitslosigkeit, bekämpfen jedoch erwiesenermaßen Ungleichheit. Daher sind Investitionen in Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung besonders wichtig, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern.

 

3. Entwicklungszusammenarbeit feministisch gestalten

Durch die Pandemie werden bestehende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern sichtbarer. Zum Beispiel arbeiten Frauen weitaus häufiger im informellen Sektor und haben daher seltener eine soziale Absicherung. Auch leisten sie den größten Teil der unbezahlten Haus-, Pflege- und Fürsorgearbeit, die angesichts der Corona-Krise exponentiell zugenommen hat. Gleichzeitig liegen die Entwicklungsausgaben für Programme, die dezidiert auf die Gleichstellung der Geschlechter abzielen, in Deutschland bei nur rund einem Prozent. Insbesondere Frauenrechtsorganisationen sind von grundlegender Bedeutung für Veränderungen. Trotzdem macht deren Unterstützung nur einen verschwindend geringen Teil der Entwicklungszusammenarbeit aus und sollte daher besonders gestärkt werden.

Um Entwicklungszusammenarbeit wirklich feministisch zu gestalten, ist es wichtig, über die bloße Förderung von Frauen hinauszugehen. Stattdessen sollte Geschlechtergerechtigkeit im Mittelpunkt aller zukünftigen Programme stehen, mit dem Ziel, Machtverhältnisse grundlegend zu verändern. Andere Diskriminierungsformen, zum Beispiel Alter, sexuelle Orientierung, Religion und Menschen, die von Rassismus betroffen sind, müssen dabei explizit mitgedacht werden.

 

4. Die Klimakrise nicht vergessen

Die Corona-Krise darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns gerade mitten in einer weiteren Krise befinden, der Klimakrise. Die Pandemie kann eine Chance sein, endlich eine nachhaltige und klimafreundliche Wirtschaft zu unterstützen, ausgerichtet am Ziel, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen. Mittel im Kampf gegen die Klimakrise müssen dabei zusätzlich zu Entwicklungsgeldern bereitgestellt werden. Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie sich durch Krisen Ungleichheiten verschärfen können. Unser Erfolg in der Bewältigung der Klimakrise muss sich daran messen lassen, wie gut wir es schaffen, die am stärksten gefährdeten Menschen zu schützen.

 

5. Entwicklungszusammenarbeit nicht als Wohltätigkeit verstehen

Entwicklungszusammenarbeit beruht nicht auf der Wohltätigkeit der Geberländer, sondern ist eine internationale Verpflichtung. Gerade deshalb muss der Trend einer Entwicklungszusammenarbeit, die sich auf nationale Interessen konzentriert, umgekehrt werden.

In der Corona-Krise müssen wir einen Grundstein für ein System legen, das nicht auf der Bereitschaft der Länder im Globalen Norden zum „Geben“ beruht. Vielmehr gründet es sich auf einem internationalen Mechanismus der Verteilungsgerechtigkeit zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden. Gerechtigkeit und nicht Wohltätigkeit muss im Mittelpunkt stehen.

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„Diese Pandemie ist eine Gelegenheit, sich zu verändern“ – Freiwillige aus dem globalen Süden schildern ihre Krisen-Eindrücke

Misereor - 8. Juni 2020 - 11:56
Vier Freiwillige schildern im Interview sehr persönliche Eindrücke aus ihrem Leben in Deutschland während der Corona-Krise und ihre Hoffnungen, dass wir gemeinsam aus der Krise lernen können.

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Die Sand-Uhr tickt – warum wir Sand schützen müssen. Ein Beitrag zum Tag der Umwelt. Teil 2.

EINEWELTblabla - 8. Juni 2020 - 11:36

Letzte Woche haben wir euch anlässlich des Tages der Umwelt hier berichtet, wozu Sand überhaupt gebraucht wird und was sein weltweiter Abbau für Konsequenzen hat. Sowohl für die Umwelt, als auch direkt für den Menschen.

Heute wollen wir euch deutlich machen, dass es einige Lösungsmöglichkeiten für die erläuterten Probleme des Sandabbaus gibt. Die Sand-Uhr kann also sehr wohl verlangsamt werden!

Lösungen für Probleme des Sandabbaus     

 

Recycling

Eine sinnvolle Möglichkeit, um den Sandverbrauch zu senken, ist Recycling von altem Bauschutt. Laut der Deutschen Handwerkszeitung ist Bauabfall für 60% des bundesweit anfallenden Abfalls verantwortlich. Würde man Recycling, auch in anderen Ländern, weiter ausbauen, so könnte eine gewaltige Menge an Sand für Neubauten eingespart und überfüllte Mülldeponien vermieden werden. Derzeit werden laut derselben Quelle in Deutschland 90% des Bauschutts recycelt.

Jedoch sind dies laut Fraunhofer Institut nur 5% des gesamten Abfalls, der bei einem Hausabriss anfällt. Zudem werde oft so recycelt, dass das Material maximal für Straßenbau verwendet werden könne, also quasi downgecycelt werde. Die Forscher*innen des Instituts entwickeln deshalb gerade Methoden, um hochwertigere Materialien aus Bauschutt zu gewinnen. Dazu gehören Technologien, die das Sortieren der verschiedenen Bestandteile des Bauschutts vereinfachen sollen.

Doch nicht nur recycelter Beton könnte Beton nachhaltiger machen. Auch recycelte Glasflaschen, die dazu in winzige Kügelchen aufgespalten würden, könnten den Sand im Beton ersetzen, wie Dirk Hebel von der Universität Karlsruhe in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung meint.

Alternativen zu Sand als Baumaterial

Zurecht eines der Unworte 2010 war das Wort „alternativlos“. Auch Beton als Baustoff ist keineswegs ohne Alternative.

Ein Artikel des Deutschlandfunks nennt drei innovative Projekte: So können beispielsweise bestimmte Pilzarten zu „Steinen“ geformt werden durch Verhärtung nach kontrolliertem Wachstum. Oder Bakterien, die Wüstensand oder Steinbruchstaub in Steine verwandeln.  Auch Kunstharz kann als Festiger für beispielsweise Wüstensand eingesetzt werden.

Doch Kritiker der auf Wüstensand basierenden Ansätze bemängeln, dass so lediglich andere Ökosysteme, nämlich die der Wüsten, angegriffen würden. Andere Wissenschaftler wiederum verteidigen den Ansatz, so würden Oasen vor der Austrocknung durch Wanderdünen geschützt (Artikel der Süddeutschen Zeitung).

Wie man als Kind mit Begeisterung Architekt eigener Legohäuser war, könnte es in Zukunft möglich sein, das eigene Haus selbst zu erschaffen. Dazu werden Steckteile entwickelt, die zu Häusern in beliebigen Formen und Größen kombiniert werden und nach dem Nutzungsende eines Hauses einfach für ein anderes verwendet werden können. Als Material kommt zum Beispiel Holz infrage (Deutschlandfunk).

Und was spricht eigentlich gegen Häuser aus recycelten Flaschen, Bierdosen, Autoreifen und anderen wiederverwendbaren Materialien? Michael Reynolds kreiert mittlerweile weltweit sogenannte „Earthships“, kunstvolle Häuser aus Recyclingmaterial (Die Welt). Wer würde nicht darin leben wollen?

Langlebigere Bauwerke

Um die Lebensdauer von Bauwerken zu verlängern, wird an Bakterien geforscht, die Kalk absondern und so Risse im Beton verschließen können. Also selbstheilender Beton quasi (Deutschlandfunk).

Sandabbau-Verbote

Kambodscha, Vietnam, Indonesien und Malaysia haben offiziell ihren Sandabbau für den Export eingestellt. Jedoch zeigen Statistiken Singapurs, dass die Realität anders aussieht – illegaler Sandabbau und fehlende Sanktionen dafür sind der Grund (Vaillant). Grundsätzlich ist ein Sandabbau-Verbot natürlich eine gute Sache. Nur müssten dazu eben die Konsequenzen von Verstößen stärker sein.

Lieferketten besser kennen

Oftmals bestellen Bauunternehmen bereits fertig gemischten Beton für ihre Projekte. Wäre hier das Interesse der Unternehmen an den Einzelbestandteilen des Betons und deren Produzenten größer, so würde gegebenenfalls weniger illegal abgebauter Sand verwendet…

Gesetze zum Einsparen von Sand

…Doch das Interesse der meisten Unternehmen wird wahrscheinlich von allein recht gering bleiben. Da können Gesetze und Vorschriften allerdings nachhelfen:

In der Schweiz ist es Vorschrift, 25% des benötigten Baustoffs aus recyceltem Material herzustellen. Dies muss nachweisbar sein (nachhaltig-natürlich.ch). Außerdem ist die LKW-Maut dort so hoch, dass es sich nicht lohnt, den Bauschutt über lange Distanzen abzutransportieren.

In Dänemark werden Steuern auf den Verbrauch von Meeressand erhoben. Der Verbrauch ging daraufhin um 80% zurück (Süddeutsche Zeitung).

In den Niederlanden ist „Downcycling“ von Bauschutt nicht erlaubt, weshalb gleichwertiger Beton daraus gewonnen wird.

Auch die EU bezieht dazu Stellung: Die EU-Abfallrahmenrichtlinie schreibt vor, dass in allen EU-Ländern Pflicht sei, bis 2020 mindestens 70 % der nicht gefährlichen Bau- und Abbruchabfälle wiederzuverwenden (Recyclingmagazin). Zudem könnte das geplante Lieferkettengesetz der EU dazu beitragen, dass Unternehmen stärker hinterfragen, woher sie den Sand für ihre Produkte beziehen.

Es gibt also durchaus sinnvolle und zukunftsfähige Ansätze, wie gebaut werden kann, ohne dass dafür wertvolle Lebensräume zerstört werden.

Selbst aktiv werden

Auch bei uns in Europa wird Sand abgebaut! Zwar gibt es hier deutlich strengere Regulierungen, dennoch verkleinern sich einige Strände dramatisch. Setzt euch dafür ein, dass das nicht weiter in zu großem Ausmaß passiert. Redet mit Freunden und Familie über das Thema und informiert euch weiter. Oder unterschreibt Petitionen wie diese. Auch durch euren Konsum könnt ihr beeinflussen. Entscheidet euch, welche Produkte ihr kaufen möchtet und achtet darauf, ob sie aus recyceltem Material bestehen. 

Habt ihr weitere Informationen zu dem Thema? Kennt ihr noch mehr Möglichkeiten, den Lauf der Sand-Uhr zu verlangsamen? Dann kommentiert gerne unter diesem Beitrag!

Das Bild stammt von Paula Guerreiro auf Unsplash.

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Depression of the deprived or eroding enthusiasm of the elites: What has shifted the support for international trade?

DIE - 8. Juni 2020 - 11:16

We use the 2003 and 2013 waves of the International Survey Program (ISSP) in order to explore the change in people’s attitudes that may be behind the recent backlash against globalization. We show that the average support for international trade has decreased in many – albeit not all – countries, and we demonstrate that these changes are related to the depth and length of the global financial crisis of 2008/09 as well as the evolution of income inequality. Moreover, our results document a declining support of those individuals who are likely to benefit from international trade: the young, high-skilled and well-off. We show that this “eroding enthusiasm of the elites” is empirically relevant even if we control for individuals’ increasing exposure to international labor-market competition.

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Sozialstandards verankern

E+Z - 8. Juni 2020 - 10:20
Folgerungen aus der Coronakrise für die Handelspolitik gegenüber Entwicklungsländern

Um den betroffenen Ländern zu helfen, muss kurzfristig dafür gesorgt werden, dass Handel überhaupt wieder stattfindet. Dafür muss die Abwicklung des Handels erleichtert und so gestaltet werden, dass Hygiene- und Distanzvorschriften eingehalten werden können. Informations- und Kommunikationstechnologien, etwa für das elektronische Bezahlen, können dabei helfen.

Ein kritisches Element ist auch die Handelsfinanzierung. Banken, die Mittler für Handelsströme in Entwicklungsländern, schätzen in der Krise die Risiken höher ein. Handelskredite, die ohnehin ein Problem gerade für kleine und mittlere Unternehmen darstellen, sind dadurch noch schlechter verfügbar.

Vor allem zwingt uns die Krise, langfristig die Rolle des Außenhandels als Beitrag zu Entwicklung zu überdenken. Alle Länder suchen momentan nach der richtigen Balance zwischen Offenheit und Schutz. „Industriepolitik“, jahrzehntelang ein Unwort, wird jetzt diskutiert, um nicht vollkommen von ausländischen Lieferungen abhängig zu sein – und schon gar nicht von nur einem Land (meist China).

Die Handelspolitik muss künftig offener sein für industriepolitische Instrumente. Bisher wurden diese oft verboten oder stark begrenzt, etwa im Abkommen zu handelspolitischen Investitionsmaßnahmen der Welthandelsorganisation WTO (TRIMS), aber auch in Freihandelsabkommen. Auch das WTO-Abkommen zum Schutz handelsbezogener Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS) müsste daraufhin überprüft werden, inwieweit es zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen privaten Eigentumsrechten und öffentlichen Interessen an deren Nutzung beiträgt.

Das Mantra der Integration in globale Wertschöpfungsketten als allein seligmachendes Instrument für Entwicklung hat ausgedient. Die grenzüberschreitende Produktion ging schon seit der Wirtschaftskrise 2008 zurück. Künftig muss jedes Land für sich den richtigen Mix aus Integration in globale oder regionale Wertschöpfung und lokaler Produktion finden. Vor allem Afrika muss sich regional stärker integrieren. Die afrikanische Freihandelszone ist ein wichtiges Fernziel, kann aber nur über ein engeres Zusammenwachsen innerhalb der Regionalgemeinschaften erreicht werden.

Auch die Handelspolitik hat zahlreiche Aufgaben zu erledigen, will sie den UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals – SDGs) gerecht werden. Länder mit sozialer Sicherung kommen bisher mit der Krise besser zurecht. Sozialstandards müssen deshalb stärker auch in der Handelspolitik verankert werden – als Zwischenlösung in Freihandelsabkommen der EU, langfristig aber im multilateralen Handelssystem.

Eine Integration der Klimawirkungen in die Handelspolitik würde die lokale und regionale Produktion stärken. Dass ein Produkt bis zu seiner Fertigstellung mehrere Landesgrenzen überschreitet, ist nur möglich, weil die gesellschaftlichen Kosten des Transports – also die Schäden für Umwelt und Gesundheit – nicht berücksichtigt sind. Künftige Instrumente müssen die Internalisierung dieser externen Kosten garantieren. Ein solches Instrument wäre beispielsweise eine Grenzausgleichsabgabe für CO2, die einem Zoll auf „schmutzige“ Güter entspräche.

Besser wäre natürlich ein international einheitliches Vorgehen. Der Welthandel würde so langfristig verändert. Dieser Weg ist allerdings weit. Ein leicht umsetzbarer erster Schritt in der EU wäre, im Rahmen der laufenden Reform des Allgemeinen Präferenzsystems den Zoll auf nachhaltig produzierte Waren aus Entwicklungsländern zu streichen.

Die Corona-Krise ist eine Belastung für die Menschheit. Wir sollten wenigstens daraus lernen.

Evita Schmieg ist Wissenschaftlerin in der Forschungsgruppe Europa der Stiftung Wissenschaft und Politik.
evita.schmieg@yahoo.de

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DIE | Video: Klimawandel und Migration: Wie hängt das zusammen?

Bonn - 8. Juni 2020 - 10:00
Migration und Klimawandel sind höchst komplexe Phänomene. In der öffentlichen Diskussion hören wir oft von „klimabedingter Migration“ oder sogar von „Klimaflüchtlingen“, und sehr oft geschieht dies mit einem bedrohlichen Unterton. Erfahren Sie in diesem Video, was die Forschung zu diesem Thema sagt! Lernen Sie Begriffe, Konzepte und Fälle weltweit kennen, um zu verstehen, warum es […]
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Das Meer als Rettungsanker für die Zukunft des Planeten

DIE - 8. Juni 2020 - 9:00

Der 11. UN-Welttag der Ozeane am 8. Juni erinnert uns daran, dass ein nachhaltiger Umgang mit dem Meer und seinen Ressourcen zu den großen globalen Herausforderungen zählt. Die Agenda 2030 verankert die Bewahrung und nachhaltige Nutzung der Meere explizit im Ziel 14. Die bevorstehende UN-Dekade der Ozeanforschung von 2021-2030 befasst sich mit dem Meer als globalem Gemeingut. Zurecht rückt das Meer zunehmend in den Fokus der nachhaltigen Entwicklung, erfüllt es doch eine Reihe von unverzichtbaren Rollen.

Das Meer dient als Transport-, Interaktions- und Kooperationsfläche sowie als Lieferant biologischer und mineralischer Rohstoffe. Wie diese Ressourcen aufgeteilt und wie das Meer als globales Gemeingut verwaltet werden soll, wird multilateral erst seit Ende der 1950er Jahre im Rahmen des UN-Systems reflektiert. Das Prinzip des ‚Gemeinsamen Erbes der Menschheit‘, das für einen nachhaltigen und international verhandelten Umgang Sorge tragen soll, ist im Seerechtsabkommen von 1982 völkerrechtlich verankert. Doch der Vertrag bezieht sich ausschließlich auf den Meeresboden und seine mineralischen Ressourcen jenseits nationalstaatlicher Grenzen. Der Überfischung oder dem Unterwasser-Bergbau in Schelfregionen wird hierdurch keine Grenze gesetzt.

Unser Weltmeer ist globaler Klimaregulator, ein Ort für Biodiversität und zentrale Proteinquelle für menschliche Ernährung. Es bindet Kohlenstoff in großen Mengen und produziert etwa die Hälfte des in der Atmosphäre enthaltenen Sauerstoffs. Fischerei und marine Aquakulturen stellen, laut Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Grundlage der Lebens- und Einkommenssicherungssysteme von etwa zwölf Prozent der Weltbevölkerung dar. Gerade in vielen Entwicklungsländern dienen Fisch und Meeresfrüchte als wesentliche Proteinquellen.

Gleichzeitig leidet das Meer zunehmend unter den Abflüssen, die vom Land ins Meer gespült werden. Überdüngung und Versauerung gehen einher mit globaler Erwärmung und führen in den Weltmeeren zu sich ausbreitenden sauerstoffarmen Zonen – sogenannten ‚Todeszonen‘, etwa im Golf von Oman. Gerade in den fischreichen Schelf- und Küstengebieten der Tropen und Subtropen sind die Folgen für lokale Systeme der Lebenssicherung sowie den Küstenschutz stark spürbar. Der Rückgang von Fischbeständen und anderen Meeresfrüchten geht einher mit Küstenerosion, die durch Sandabbau und Unterwasser-Bergbau, sowie Meeresspiegelveränderung verstärkt werden.

Die sozialwissenschaftliche Entwicklungsforschung, die deutsche und europäische Entwicklungspolitik und internationale Zusammenarbeit nehmen sich dieser Herausforderungen bisher zu wenig an. Die strategische Relevanz des Meeres und seiner Ressourcen als Gegenstand geopolitischer Machtverhältnisse und Aushandlungsprozesse, zum Beispiel bei der Internationalen Meeresbodenbehörde, wird unterschätzt. Soziale Ungleichheit und eine global wie sektoral sehr unterschiedlich verteilte Verhandlungsmacht tragen dazu bei, dass EU-Fischereiabkommen zu Lasten von Einkommen und Ernährung sozial schwacher Gruppen in Entwicklungsländern gehen. Für das lokale und das globale Gemeinwohl ist es daher fundamental, solche Verhandlungen empirisch solide wissenschaftlich zu begleiten. Entwicklungspolitik und -forschung müssen die laufenden Prozesse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Vermessung und Aufteilung des Ozeans ernst nehmen, sich ihrer unmittelbaren lokalen und globalen Auswirkungen annehmen und Maßnahmen in folgenden Bereichen treffen.

Zum Ernährungssystem der Zukunft: Die seit Jahrzehnten zunehmende Konkurrenz zwischen Klein-, Küsten- und Industriefischerei führt zu massiven Verarmungsprozessen in der Arbeitsplatz-intensiven Kleinfischerei, zur Überfischung und ökologischem Raubbau durch Industriefangflotten. Regionale Produktions- und Lieferketten brechen in Teilen Westafrikas, Lateinamerikas und Südostasiens zusammen. Die sozialen Auswirkungen sind nach Geschlecht, Altersgruppen und Ethnie unterschiedlich verteilt, der Übergang in den offenen Arbeitsmarkt aufgrund mangelnder Schulbildung selten möglich. Hier müssen die Risikokaskaden in regionalen Lieferketten erforscht und Maßnahmen, etwa zur Stärkung der Kleinfischerei, wissenschaftlich begleitet werden. In diesem Jahr verhandelt die EU ihr vom Finanzvolumen her größtes Fischereiabkommen mit Mauretanien neu, diese Aushandlung gilt es evidenzgestützt zu beraten.

Zum Umgang mit Küstenveränderungen: Wir benötigen Ansätze, die soziale Ungleichheiten und lokale Machtverhältnisse bedenken und gezielt Klima- und Küstenschutz verbinden. Diese reichen von Ökosystem-basierten Ansätzen mariner Raumplanung (inklusive Meeresschutzgebiete) und Anpassung an Meeresspiegelanstieg bis hin zur Teilhabe am globalen Emissionshandel mittels Kohlendioxid konsumierender Mangrovenwälder.

Wissen & Wissenskooperationen für nachhaltige Ocean Governance: Die Verhandlungsmacht von Meeresanrainerstaaten muss bei regionalen und multilateralen Blue-Economy-Debatten zum Schutz der Ökosysteme und zur Schaffung von Arbeitsplätzen gestärkt werden. Dafür müssen regionale Netzwerke zwischen Politik und Wissenschaft aufgebaut und gepflegt, lokale Wissenschaftssysteme im Bereich Ocean Governance unterstützt und Meeres-bezogene Wissenscommunities mit bestehenden Netzwerken der Forschung und Politikberatung im Bereich der Nachhaltigkeits-, Klima- und Entwicklungsforschung) gezielt vernetzt werden.

Richten wir den globalen Blick wieder mehr auf das Meer: für eine gemeinsame und nachhaltige Zukunft unseres Planeten!

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Prototype Fund im Interview: Public Interest Tech in Zeiten von Corona

reset - 8. Juni 2020 - 8:41
Technologie zum Wohl der Gesellschaft – solche Projekte fördert der Prototype Fund seit 2016. Wir sprachen mit Patricia Leu über Public Interest Tech und dessen Förderung, Nachhaltigkeit und wie die Corona-Pandemie dabei hineinspielt.
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Wie SRGR und patriarchalische Strukturen zusammenhängen

DSW - 8. Juni 2020 - 8:09

Gastbeitrag von Caroline Ausserer, Journalistin. 

Was verbirgt sich hinter dem Konzept „sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte“, kurz SRGR? Welche Rolle spielen diese im internationalen Menschenrechtsdiskurs? Wo wird über sie verhandelt und wer sind die Akteur*innen? Katrin Erlingsen von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) führt in einem Webinar der Hirschfeld-Eddy-Stiftung in das Konzept SRGR ein.

Abtreibungsrecht, Schwangerschaft, Globaler Süden, Kinder, Verhütung, Selbstbestimmung, Freiheit – dies sind nur einige Stichworte, die den Teilnehmenden des Webinars im Zusammenhang mit dem Konzept sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) einfallen. Die spielerische Annäherung zeigt, wie vielfältig das Thema ist. Katrin Erlingsen, Leiterin Politische Arbeit Deutschland bei der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und Expertin für SRGR, spricht in diesem von Sarah Kohrt von der Hirschfeld-Eddy-Stiftung initiierten, organisierten und moderierten Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen zum Peking+25-Prozess über Geschichte, Definition und Status der SRGR.

Geschichte

Die Entstehung des Konzepts SRGR geht auf den Paradigmenwechsel bei der Kairoer Weltbevölkerungskonferenz im Jahr 1994 zurück. Anstatt Bevölkerungsfragen wie bisher aus einer ökonomischen Metaebene zu behandeln, rückte das Individuum ins Zentrum. Die internationale Gemeinschaft einigte sich darauf, dass sich aus den universellen Menschenrechten das individuelle Recht ableitet, frei über den eigenen Körper, Partnerschaft und Familienplanung zu entscheiden. Dies wurde seitdem unter dem Begriff „sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte“ (SRGR) zusammengefasst. Bei der Pekinger Weltfrauenkonferenz 1995 wurde das Konzept als zentrales Element für die Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen bestätigt.

Definitionen

„Bei reproduktiver Gesundheit geht es um körperliches, mentales und soziales Wohlbefinden in Bezug auf das Reproduktionssystem und nicht nur um Abwesenheit von Krankheiten“, erklärt Katrin Erlingsen im Webinar. „Dazu gehört, dass Menschen in der Lage sein sollen, ein befriedigendes Sexualleben zu haben, sich fortpflanzen und frei darüber entscheiden zu dürfen.“ Außerdem habe jeder Mensch das Recht sexuell aufgeklärt zu werden und sichere Verhütungsmethoden zu verwenden. Während Schwangerschaft und Geburt sollte man gut versorgt werden. Die reproduktive Gesundheit umfasst auch die sexuelle Gesundheit, womit die Verbesserung des eigenen Lebens als auch der sozialen Beziehungen gemeint ist.

Bei den reproduktiven Rechten wiederum gehe es um das Recht frei von Diskriminierung, Zwang und Gewalt eigenverantwortlich zu entscheiden, ob wann und wie viele Kinder jemand haben will. Diese Rechte sollen die Basis für Familienplanungsprogramme bilden und zur Gleichberechtigung der Geschlechter beitragen. Jugendlichen soll Aufklärung zugänglich gemacht werden, um positiv mit ihrer Sexualität umzugehen. Beim Begriff der sexuellen Rechte konnte sich die internationale Gemeinschaft bisher nicht auf eine gemeinsame Definition einigen. Laut WHO gehört hierzu das Recht, die eigene Sexualität frei von Diskriminierung leben zu können – unabhängig von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität (SOGI).

Status

Bei den Vereinten Nationen wird in unterschiedlichen Gremien über SRGR und SOGI verhandelt und es gibt die Möglichkeit sich als Zivilgesellschaft dabei einzubringen. Dies geschieht unter anderem beim UN-Menschenrechtsrat, zum Beispiel beim UPR-Verfahren (Universal Periodic Review), bei dem Staaten sich gegenseitig zur Umsetzung der Menschenrechte bewerten. Bei der Kommission für Bevölkerung und Entwicklung (Commission on Population and Development, CPD), die darauf achtet, dass die Beschlüsse von Kairo umgesetzt werden, und in der UN-Frauenrechtskommission (Commission on the Status of Women, CSW) bringen sich starke zivilgesellschaftliche Koalitionen ein. SRGR sind auch in der 2015 neu geschaffenen Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung einbezogen, dessen Kernstück ein Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung ist (Sustainable Development Goals, SDGs), wobei es jedoch nicht gelungen sei, sexuelle Rechte mit aufzunehmen.

„Oft arbeiten Aktivist*innen aus dem SRGR Bereich sehr konstruktiv und strategisch mit Aktivist*innen aus dem Bereich SOGI (sexual orientation and gender identity) zusammen“, berichtet Erlingsen. Sarah Kohrt ergänzt: „Es ist genau diese Art der solidarischen Zusammenarbeit, die angesichts der wachsenden Opposition so wichtig ist. Und das ist ein schönes Beispiel dafür. Rechte für LSBTI* und sexuelle und reproduktive Rechte sind eng miteinander verbunden. Auch, weil die Angriffe aus der gleichen Richtung kommen.“

Widerstand

Der Widerstand gegen sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte ist gewachsen, insbesondere seit Donald Trump an der Macht ist. „Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte sind immer noch ein umstrittenes Thema im Rahmen der UN“, weiß Erlingsen. Es entstünden ungewöhnliche Koalitionen von Ländern, wie zwischen den USA, Russland, Saudi Arabien, Jemen, Ungarn und Jamaika, die sich gemeinsam gegen Sexualaufklärung, Schwangerschaftsabbruch und diverse Familienformen einsetzen. „Die Wurzel dessen ist oft die Verteidigung des Patriarchats und der bestehenden Machteinflüsse.“ Die Gegenseite, bei der sich homo- und frauenfeindliche Kräfte verbünden, sei gut organisiert und finanziert, z.B. durch die katholische Kirche. Umso wichtiger seien starke zivilgesellschaftliche Koalitionen zur Stärkung der SRGR.

„Es ist wichtig, das UN-System zu bestärken und dafür zu sorgen, dass es weiterbesteht und nicht ausgehöhlt wird von denjenigen, die es schwächen wollen“, bekräftigt Erlingsen. „Denn nur so können wir die UN als einen Ort schützen, in dem internationale Normen weiterentwickelt werden und auf nationaler Ebene eingefordert werden können.“ Deutschland müsse weiterhin seine progressive Position in dem Bereich beibehalten, am besten kombiniert mit Selbstreflexion und einem Bewusstsein über Diskriminierungen hierzulande.

Der Artikel ist ursprünglich im Blog des LSVD erschienen.

 

Weiterführende Links zum Thema:

Der Beitrag Wie SRGR und patriarchalische Strukturen zusammenhängen erschien zuerst auf DSW.

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Friends in Need

SWP - 8. Juni 2020 - 0:00

The corona pandemic and its economic and social consequences are testing EU cohe­sion as well as the balance of power in the Union. The belated – or lack of – reaction by the EU during the crisis has reinforced the national sovereignty of the member states and the dominance of the intergovernmental method in moments of crisis. One of the palpable consequences has been an alteration in the “North-South divide” resulting from a European policy offensive by Spain and Italy, a stronger “southern orientation” by France, and a simultaneous crumbling of the “New Hanseatic League”. During the corona crisis, institutionalised groups of member states have acted pri­marily as interest groups that exacerbate differences rather than overcome them. Germany, which will assume a special mediating role as the Presidency of the Council from 1 July 2020, has to act as a bridge builder.

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Auch eine Frage des Überlebens: Saatgut über die Katastrophe retten

Welthungerhilfe - 7. Juni 2020 - 16:07
Ein von Deutschland unterstütztes Projekt im Südlichen Afrika zeigt, warum Saatgut in die Nothilfe einbezogen werden muss.
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Corona: Wie ein Virus uns Demut lehrt

Welthungerhilfe - 6. Juni 2020 - 16:27
Afrikas Kampf gegen die Pandemie erfordert mehr als Rhetorik und Unentschlossenheit. Ein Essay zum Aufruf afrikanischer Intellektueller.
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Afrikas Freihandelszone gerät in die Corona-Falle

Welthungerhilfe - 6. Juni 2020 - 14:05
Die Pandemie bremst das Abkommen erst einmal aus. Aber kann die Krise auch als Beschleuniger wirken?
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#PassTheMic: Hör auf Expert*innen, nicht auf Promis

ONE - 5. Juni 2020 - 16:46

Ende Mai starteten wir die Aktion #PassTheMic. Dabei überlassen Prominente einen Tag lang ihre Social-Media-Accounts den Menschen, die in Zeiten der Corona-Pandemie wirklich etwas zu sagen haben: Expert*innen aus Gesundheit, insbesondere aus der Forschung und der Medizin, Wirtschaft und Entwicklungspolitik.

Die Corona-Pandemie beherrscht alle Nachrichtenkanäle, die sozialen Medien und unsere täglichen Unterhaltungen. Bei einer so überwältigenden Menge an Informationen kann es schwierig sein, das herauszufiltern, was wirklich wichtig ist.

Unter dem Motto: Hör auf Expert*innen nicht auf Promis“ wird mit einer großen Reichweite auf die aktuelle Situation aufmerksam gemacht.

Der Beginn von #PassTheMic

Den Anfang von #PasstheMic machten die Schauspielerin Julia Roberts und der Immunologe Dr. Anthony Fauci am 21. Mai. Dr. Anthony Fauci gehört zu den Pionieren der Immunregulation bei Menschen.  Unter sechs US-Präsidenten war er Berater auf den Gebieten der Biogefährdung sowie der Infektion mit HIV und anderen Viren. Er findet seine Motivation in der die Macht der Wissenschaft und dabei, Therapeutika und Impfstoffe zu entwickeln.

Watch the moment in today's #PassTheMic when Julia Roberts and Dr Fauci (@NIAIDNews) stand in solidarity as ONE in the Global Fight against #COVID19 #ONEWorld ???? ???? https://t.co/16AqIHFYIp pic.twitter.com/Jh5svxXJj9

— ONE (@ONECampaign) May 21, 2020

Gayle Smith & David Oyelowo

Gayle Smith übernahm für einen Tag den Instagram-Account des Schauspielers David Oyelowo.

Gayle Smith ist die Präsidentin und CEO von ONE. Für zwei amerikanische Präsidenten war sie als Top-Beraterin in Entwicklungsfragen tätig und ist eine der weltweit führenden Expertinnen für globale Entwicklung.Wie sie so richtig sagt: Solange nicht alle Menschen in Sicherheit sind, ist niemand von uns sicher. Mehr von ihr findet ihr in diesem Blogpost.

In addition to Memorial Day in the US, today is also #AfricaDay. I spoke with David Oyelowo about how the coronavirus is impacting Africa and why we need a global response to defeat this global pandemic. Check out our latest @ONECampaign #PassTheMic convo: https://t.co/Oi2VFhBUbL

— Gayle Smith (@GayleSmith) May 25, 2020

Hugh Jackman & Ellen Johnson-Sirleaf

Einen Tag später übergab der Schauspieler Hugh Jackman der ehemaligen Präsidentin von Liberia, Ellen Johnson-Sirleaf seinen Instagram-Account. Was ihr wirklich wichtig ist, sind globale Allianzen und die Stärkung von Gesundheitssystemen weltweit.

Today actor Hugh Jackman (@RealHughJackman) will #PassTheMic ???? to Ellen Johnson-Sirleaf (@MaEllenSirleaf) to talk about why we need a coordinated global response to #COVID19.
Follow the conversation and sign up to demand action now #ONEWorld https://t.co/16AqIHFYIp pic.twitter.com/z6X4C5ArzD

— ONE (@ONECampaign) May 26, 2020

Ihr wollt noch mehr sehen?

Unsere internationalen Kolleg*innen halten euch auf dem amerikanischen Blog auf dem Laufenden. Dort findet ihr immer die aktuellen Expert*innen, die an dem jeweiligen Tag zu Wort gekommen sind.

In Deutschland macht Carolin Kebekus den Anfang und überlässt ihren Facebook-Account am 8. Juni zwei Expertinnen: Prof. Dr. med. Marylyn Addo, Oberärztin und Leiterin der Sektion Infektiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die derzeit an einem Corona-Impfstoff forscht, und Naomi Tulay-Solanke aus Liberia, Gründerin und Direktorin der Community Health Initiative (CHI), einer Organisation, die wiederverwendbare und erschwingliche Hygieneprodukte für Frauen und Mädchen bereitstellt.

Am 12. Juni übergibt Michael Mittermeier seinen Instagram-Account dem Virologen Prof. Dr. Alexander Kekulé und die südafrikanische Ärztin Dr. Tlaleng Mofokeng. Prof. Kekulé hat die Bundesregierung jahrelang in Seuchenfragen beraten. Dr. Mofokeng gibt informiert über die Folgen der Pandemie für Frauen und Mädchen sowie marginalisierte Gruppen.

Motsi Mabuse überlässt ihren Instagram-Account am 15. Juni der südafrikanischen Anwältin und Gründerin von Women Lead Movement Melene Rossouw. Motsi Mabuse kommt aus Südafrika, das aktuell besonders unter strikten Lockdown-Maßnahmen leidet.

In diesem Video seht ihr einige der Stars, die uns bei dieser Aktion unterstützen:

Dies ist eine globale Pandemie, die eine globale Reaktion erfordert. Ruft gemeinsam mit uns zu Maßnahmen auf, um jeden und jede überall zu schützen. Folgt uns auf Facebook und Twitter um bei #PassTheMic auf dem Laufenden zu bleiben.

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5. Juni 2020

ONE - 5. Juni 2020 - 10:04

1. Erfolgreicher Impfgipfel: 7,7 Milliarden Euro für Gavi
Wie unter anderem die Tagesschau, ZDF, Arte, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung, Deutschlandfunk und das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichten, sind bei der gestrigen Finanzierungskonferenz für die Impfallianz Gavi insgesamt  7,7 Milliarden Euro (8,8 Milliarden US-Dollar) zusammengekommen. Das Ziel von 6,6 Milliarden Euro (7,4 Milliarden Dollar) wurde damit weit übertroffen. Vertreter*innen von mehr als 50 Ländern haben sich bei der Online-Konferenz solidarisch gezeigt und Geld für die Finanzierung der Impfallianz bereitgestellt. Dadurch können in den kommenden fünf Jahren 300 Millionen Kinder gegen Krankheiten wie Masern, Meningitis, Tuberkulose, Polio und Tetanus geimpft werden. Zudem sollen Mittel auch für die Entwicklung eines Serums gegen Covid-19 genutzt werden. Thema der Konferenz sei auch gewesen, wie ein künftiger Corona-Impfstoff für alle Menschen zugänglich gemacht werden kann. Deutschland beteilige sich wie angekündigt mit 600 Millionen Euro für Gavis Arbeit zu Routineimpfungen und zusätzlichen 100 Millionen Euro zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Mehrere Entwicklungsorganisationen, darunter Plan International, Save the Children und World Vision, mahnten an, dass angesichts der Corona-Pandemie Routineimpfungen nicht vernachlässigt werden dürfen. Auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte, dass bereits jetzt Impfprogramme für 80 Millionen Kinder unterbrochen seien. UN-Generalsekretär António Guterres forderte, dass ein Corona-Impfstoff ein gemeinsames internationales Gut sein müsse. Wie unter anderem die Frankfurter Rundschau und die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichten, sind aus dem 130 Milliarden Euro schweren Konjunkurpaket der Bundesregierung drei Milliarden Euro für Entwicklungszusammenarbeit vorgesehen.

2. Gründerszenen-Support in Afrika
Tim Kanning berichtet in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über zwei Unternehmer, die Start-ups in Afrika unterstützen. Erick Yong und Thomas Festerling haben vor fünf Jahren ihr eigenes Unternehmen gegründet –  die Greentec Capital Partners GmbH. Sie unterstützen afrikanische Start-ups nicht nur finanziell, sondern auch mit wirtschaftlichem Fachwissen und durch ihre Kontakte zu möglichen Geschäftspartner*innen. Beide haben eigentlich einen anderen beruflichen Hintergrund und haben sich nun auf die afrikanische Gründer*innenszene spezialisiert. Mit ihrem Geschäftsmodell machen sie sogenanntes „Impact Investing“, Investieren mit Wirkung. Sie unterstützen gezielt afrikanische Start-ups, die zu mindestens einem der UN-Nachhaltigkeitsziele beitragen. Dazu zählen unter anderem die Bekämpfung von Armut oder Hunger, der Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sauberer Energie.

3. UN-Friedensmission im Sudan ab 2021
Wie die Deutsche Welle und evangelisch.de berichten, hat der UN-Sicherheitsrat sich einstimmig für eine Friedensmission im Sudan ausgesprochen, die ab 2021 beginnen soll.  Militärische Truppen sollen ab dem nächsten Jahr abgezogen werden. Die Militärmission UNAMID soll dann durch eine unbewaffnete Blauhelmmission ersetzt werden. Mit der Operation UNITAMS wolle die UN den Übergang zu Frieden und Demokratie im Sudan unterstützen. Seit dem Sturz von Omar al-Baschir im April 2019 befinde sich der Sudan im Umbruch. Premierminister der Übergangsregierung Abdalla Hamdok habe die Vereinten Nationen im Januar um Unterstützung gebeten bei der Umsetzung von Friedensabkommen, beim Wirtschaftsaufbau und der Koordinierung humanitärer Hilfe.

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