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Workshop on Approaches in Small Farmer Promotion

DIE Blog - 27. März 2020 - 11:59

Small farmers still constitute the majority of the population in the Global South and are disproportionately affected by poverty. While there is consensus that SDG 2 (Zero Hunger) and other development goals cannot be achieved without promoting small farmers, there are different and often controversial opinions about the best approaches to do so.

The team during the workshop, ©DIE

On 4 March2020, the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), in collaboration with “Netzwerk entwicklungspolitischer Fachleute” (a network of independent development professionals) carried out a non-public workshop which aimed at fostering exchange and dialogue among development agencies to eventually overcome stereotyped antagonisms on this important issue. Altogether 25 participants took part, representing 12 organisations (GOs, NGOs and private sector) active in this field, particularly members of the support group of the German Special Initiative “A World Without Hunger” (SEWOH), plus some free-lance experts.

After an introduction by Michael Brüntrup of DIE, Professor Theo Rauch gave a keynote highlighting existing controversies but also areas of common ground with regard to four different dimensions: Integrated vs. product oriented approaches; ecological/low input vs. conventional/high input farming technologies; public vs. private service systems and regional vs. global food systems. In a next step, nine organisations presented their specific experiences, displaying a wide range of approaches, achievements, but also limitations.

The afternoon was dedicated to working groups which took up the first three dimensions sketched out in the keynote and discussed about pros and cons of each approach as well as potential combinations and open questions.

Participants in the final plenary session agreed that the topic was highly relevant and the workshop had been successful in showing the variety of approaches, fostering dialogue and inspiring new insights. Many supported the idea to continue exchange and collaboration.

For further readings on SDG2 please visit our web special: Food security and agriculture for a world without hunger.

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Workshop zu Ansätzen der Kleinbauernförderung

DIE Blog - 27. März 2020 - 11:54

Kleinbauern und Kleinbäuerinnen stellen weiterhin die Mehrheit der Bevölkerung im globalen Süden dar und sind unverhältnismäßig stark von Armut betroffen. Es besteht zwar Konsens darüber, dass SDG 2 (Kein Hunger) und andere Entwicklungsziele nicht ohne die Förderung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern erreicht werden können. Doch gibt es unterschiedliche und oft konträre Meinungen über die besten Ansätze dazu.

Das Team während des Workshops, ©DIE

Am 4. März 2020 führte das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk entwicklungspolitischer Fachleute einen nicht-öffentlichen Workshop durch. Dieser zielte darauf ab, den Austausch und Dialog zwischen den Entwicklungsorganisationen zu fördern, um stereotype Debatten zu diesem wichtigen Thema zu überwinden. Insgesamt nahmen 25 Personen teil, die zwölf in diesem Bereich tätige Organisationen (Regierungsorganisationen NGOs und Privatwirtschaft) vertraten, insbesondere Mitglieder des Begleitkreises der deutschen Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ (SEWOH), sowie einige freiberufliche Expert*innen.

Nach einer Einführung durch Michael Brüntrup vom DIE hielt Prof. Theo Rauch ein Impulsreferat, in dem er bestehende Kontroversen, aber auch Gemeinsamkeiten in vier verschiedenen Dimensionen hervorhob: Integrierte versus produktorientierte Ansätze; ökologische/low external input versus konventionelle/high external Input -Technologien; öffentliche versus private Dienstleistungssysteme und regionale verus globale Ernährungssysteme. In einem nächsten Schritt stellten neun Organisationen ihre spezifischen Erfahrungen vor und zeigten dabei ein breites Spektrum an Ansätzen, Erfolgen, aber auch Einschränkungen auf.

Der Nachmittag war den Arbeitsgruppen gewidmet, welche die ersten drei der in der Keynote skizzierten Dimensionen aufgriffen und über die Vor- und Nachteile der einzelnen Ansätze sowie über mögliche Kombinationen und offene Fragen diskutierten.

Die Teilnehmer*innen der abschließenden Plenarsitzung waren sich einig, dass das Thema von hoher Relevanz ist und dass es im Workshop gelungen sei, die Vielfalt der Ansätze zu zeigen, den Dialog zu fördern und neue Einsichten zu inspirieren. Viele unterstützten die Idee, den Austausch und die Zusammenarbeit fortzusetzen.

Erfahren Sie mehr zum Thema in unserem Webspecial: Ernährungssicherheit und Landwirtschaft für eine Welt ohne Hunger.

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Was wir aus der Krise lernen können

EINEWELTblabla - 27. März 2020 - 11:31

COVID19 legt das öffentliche Leben nahezu lahm in diesen Wochen. Geschlossene Läden, leere Straßen und gesperrte Spielplätze – die Stadt scheint wie ausgewechselt. Nachdem die erste Welle von Hamsterkäufen wieder abgeebbt ist und die ersten Klopapierpackungen wieder in den Regalen zu finden sind, macht sich eine gewisse Stille breit. Ich habe den Eindruck, dass die Krise zum Nachdenken und zur Besinnung anregt. Jeden Tag gibt es neue Informationen, Regeln, Zahlen. Die Lage ist hoch dynamisch – ist einer der von mir zuletzt am meisten gelesenen Sätze. Und auf einmal zeigt sogar die Politik Fähigkeit zum schnellen Handeln.

Der Sozialstaat erwacht wieder

Mit Hochgeschwindigkeit wurde das Rettungspaket im Bundestag verabschiedet, das neben Milliardenhilfen für Unternehmen und Krankenhäuser auch ein Sozialschutz-Paket enthält. Menschen können plötzlich Grundsicherung beantragen ohne ihre Ersparnisse offenlegen zu müssen oder nachzuweisen, dass ihre Wohnung klein genug ist. Mieter*innen dürfen wegen krisenbedingter Schulden nicht auf die Straße gesetzt werden und bedürftige Familien erhalten einen Kinderzuschlag. Die Politik zeigt, dass sie nicht nur Banken rettet, sondern auch Menschen vor dem Fall bewahren will. Der schon fast in Vergessenheit geratene Sozialstaat ist wieder zum Leben erwacht.

Verhaltenskodex: solidarisch

Diesen scheinbaren Gesinnungswechsel sehen wir auch sonst in der Gesellschaft: Solidarität – das Wort, das sonst nur im Vokabular linker Kreise vorhanden ist – heißt nun das Gebot der Stunde. Solidarität mit Menschen, die zur Risikogruppe gehören, wie alte Menschen oder solche mit Vorerkrankungen. Solidarität mit Pflegekräften und Ärzt*innen, mit Kassierer*innen und allen Menschen, die systemrelevante Arbeiten ausführen. Überall hängen Angebote zur Einkaufshilfe aus, wir halten uns an Hygienevorschriften und die Regeln des social distancing, um andere Menschen und uns selbst nicht zu gefährden. Im Fernsehen ruft Jens Spahn dazu auf, den Kassierer*innen freundlich zuzulächeln. Unsere Solidarität reicht von Mitgliedern unseres Familien- und Freundeskreises bis hin zu Fremden – und gibt so Hoffnung, dass der Blick über den Tellerrand künftig sogar noch weiter reichen kann. Möglicherweise sogar bis nach Lesbos?

Das Klima atmet auf

Scheint euch der Himmel auch ungewöhnlich klar? Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit haben zumindest auf das Klima positive Auswirkungen. Produktionsrückgang und gestrichene Flüge reduzieren den CO2-Ausstoß erheblich und verbessern damit maßgeblich die Luftqualität. Zwar sind diese Effekte vermutlich nur eine kurze Verschnaufpause für die Erde, allerdings besteht Hoffnung auf ein Umdenken der Gesellschaft. Die Digitalisierung wird zurzeit enorm vorangetrieben. Homeoffice und Skype- oder Telefonkonferenzen, gegen die sich viele Unternehmen bisher gesträubt haben, wurden möglich gemacht und bewähren sich. Vielleicht bekommen Eltern bald die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten und anderen Menschen kann das Pendeln oder Geschäftsreisen erspart werden. Das würde Kitas und Autobahnen entlasten.

Achtsam durch den Alltag

Für alle mit Hummeln im Hintern ist Achtsamkeit ist eine Lektion, die wir aktuell erlernen können. Achtsamkeit bedeutet im Hier und Jetzt leben, sowohl körperlich als auch mental. Es heißt auf den Moment achten, ohne ihn zu bewerten. Sich nicht in Gedanken um Zukunft und Vergangenheit zu kümmern. Hört sich irgendwie wie Meditation an? Das Konzept stammt ursprünglich auch aus dem Buddhismus, wird mittlerweile aber auch vermehrt in der Medizin erforscht. Wir leben meist so schnell, sind immer in Bewegung und in Eile. Wenn wir keine Verpflichtungen haben, machen wir uns Freizeitstress, fahren weg, lenken uns ab. Für viele ist es eine Herausforderung mit sich alleine zu sein oder einfach nichts zu tun. Um das zu lernen, werden häufig lange Spaziergänge alleine empfohlen – außer Netflix sowieso die einzige Aktivität, die wir aktuell machen können. Sich Zeit nehmen und den Moment leben – Achtsamkeit macht nachweislich glücklicher.

Zeit für grundlegende Fragen

Die aktuelle Zeit lädt ein, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. Was brauche ich zum Leben, was macht mich glücklich? Kann ich mich selbst aushalten?

In was für einer Gesellschaft will ich leben? Was läuft schief, was kann verbessert werden? Welche Alternativen gibt es heute schon und kann ich was tun?

Ich hoffe sehr, dass wir aus dem Ausnahmezustand etwas lernen können und etwas Positives aus der Krise mitnehmen können. Es geschieht aktuell ein Bruch in Wirtschaft und öffentlichem Leben. Jetzt ist es an der Zeit zu überlegen, wie wir weitermachen wollen.

Beitragsbild von Dean Moriarty auf Pixabay

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News from SDSN Germany

DIE Blog - 27. März 2020 - 11:19

SDSN Germany has presented five proposals for the structural advancement of the German Sustainable Development Strategy, which were adopted by the Leadership Council in March 2020:

1. Mutual strengthening of both the German Sustainable Development Strategy and the European Green Deal
2. Implementation by focusing on key transformations and overarching levers
3. Using finance as a transformative lever
4. Anchoring the strategy in parliament and society, strengthening of governance
5. Synchronising the cycles of the Sustainable Development Strategy and key political processes

The German Sustainable Development Strategy, which had been updated regularly since 2002, was completely reworked in 2016. This overhaul brought it in line with the 17 Sustainable Development Goals (SDGs) of the 2030 Agenda, which the world’s Heads of State and Government had adopted at a 2015 UN summit. The German strategy was last updated in 2018. Now, its next extensive revision is round the corner in 2020. By presenting its statement, SDSN Germany wants to contribute to this revision process.

The German Sustainable Development Strategy lacks both political relevance and the ability to make a structural impact. At the same time, the international and European context of Germany’s sustainable development policy has seen new strategies and approaches emerge since 2016 that should be factored into the upcoming revision of the German Sustainable Development Strategy. Please find the full statement of our network here.

SDSN Germany initiated an exchange between members and partners from the network to reflect on the consequences of the Corona crisis on national, European and international sustainability and climate policy as well as on global cooperation. The results shall be discussed in the next leadership council meeting in April by defining possible next steps.

The global SDSN started a public opinion survey on progress made and major challenges faced in implementing the SDGs. The results will be included in the 2020 Sustainable Development Report that is published by SDSN and the Bertelsmann Stiftung. Please find more information about the report and the survey here: https://www.unsdsn.org/sdsn-public-opinion-survey-on-sdg-progress-and-challenges. The survey comprises five questions and it should take less than five minutes to respond. Thank you so much for participating!

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Neues von SDSN Germany

DIE Blog - 27. März 2020 - 11:13

SDSN Germany hat fünf Vorschläge zur strukturellen Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, die der Lenkungsausschuss im März 2020 beschlossen hat:

1. Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und European Green Deal gegenseitig stärken,
2. Umsetzung durch Fokussierung auf Schlüsseltransformationen und übergreifende Hebel,
3. Den transformativen Hebel Finanzen konsequent nutzen,
4. Strategie in Parlament und Gesellschaft verankern, Steuerung in der Regierung stärken,
5. Zeitliche Rhythmen von Nachhaltigkeitsstrategie und politischen Schlüsselprozessen verknüpfen.

Die seit 2002 regelmäßig fortgeschriebene Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie wurde 2016 grundlegend überarbeitet. Dabei wurde sie an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der  Agenda 2030 ausgerichtet, die 2015 von den Staats- und Regierungschefs der Welt auf einem Gipfeltreffen bei den Vereinten Nationen beschlossen worden war. Zuletzt wurde die Strategie 2018 aktualisiert. Im Jahr 2020 steht nun die nächste umfassende Überprüfung und Weiterentwicklung an. In diesen Prozess möchte sich SDSN Germany mit seiner Stellungnahme einbringen.

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie konnte bis jetzt zu wenig politische Relevanz und strukturelle Wirkungsmacht entfalten. Gleichzeitig sind seit 2016 im internationalen und europäischen Umfeld der deutschen Nachhaltigkeitspolitik neue Konzepte und Ansätze entstanden, die bei einer Weiterentwicklung der Strategie berücksichtigt werden sollten. Die vollständige Stellungnahme unseres Netzwerks finden Sie hier.

SDSN Germany hat einen Austausch mit Mitgliedern und Partnern des Netzwerks initiiert, um über die Konsequenzen der Corona-Krise auf nationale, europäische und internationale Nachhaltigkeits- und Klimapolitik sowie globale Zusammenarbeit zu reflektieren und mögliche nächste Schritte abzustimmen. Die Ergebnisse sollen in der nächsten Sitzung des Lenkungsausschusses im April 2020 abschließend beraten werden.

Das globale SDSN hat eine öffentliche Befragung gestartet zur Beleuchtung der Fortschritte und Herausforderungen bei der Zielerreichung der SDGs. Die Ergebnisse dieser öffentlichen Befragung werden in den 2020 Sustainable Development Report einfließen, den das globale SDSN gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung herausbringt. Unter diesem Link können Sie weitere Informationen zum Report finden und noch bis zum 17. April an der Umfrage teilnehmen: https://www.unsdsn.org/sdsn-public-opinion-survey-on-sdg-progress-and-challenges. Die Umfrage umfasst fünf Fragen und sollte eine Bearbeitungszeit von fünf Minuten nicht überschreiten. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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Coronavirus weltweit

Misereor - 27. März 2020 - 11:13
Das Coronavirus, auch COVID-19 genannt, hat uns alle überraschend getroffen. Angst und Unsicherheit prägen derzeit unseren Alltag. h wir sind nicht nur in Deutschland in dieser Lage – wir sind auf der ganzen Welt gemeinsam in der Situation.

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E+Z/D+C 2020/05 – mo – nowadays – Raphael Mweninguwe – Malawi – vehicle tax

E+Z - 27. März 2020 - 11:06
Malawi is imposing a new tax on vehicles, saying the revenues will help to fight climate change

The annual tax, introduced last November, ranges from 4000 to 15,500 Kwacha (€ 4.80 to € 18.5) depending on engine size. It is payable upon renewal of vehicles’ certificates of fitness.

Binton Kutsaira, minister of energy, natural resources and mining, says the tax is part of Malawi’s efforts to meet its obligations under climate agreements. He says it will generate funds for projects to fight the effects of climate change, such as tree-planting programmes. In a controversial move, the government has exempted its own fleet of vehicles from the tax.

Some environmentalists are not convinced of the new measure: “This tax will not reduce carbon emissions,” says Bright Sibale, managing director at the Centre for Development Management, a consultancy in Lilongwe. He notes that the government already discourages driving by taxing fuel at the pump.

Mainly, the new tax on vehicles will lower people’s disposable incomes, he adds. “Therefore more people will depend on charcoal for heating and will cut down trees. The result will be an increase in deforestation, which will lead to more carbon emissions.”

Environmentalists also say that government energy policies tend to undermine efforts to clear the air. For example, the government is considering funding a 300 megawatt coal powered electricity plant at Kam’mwamba in the southern part of the country.

“Many countries are moving away from coal but we are still considering the use of coal to produce energy. This does not fit well with the spirit of the new tax,” says Godfrey Banda, a retired civil servant.

In addition, the parastatal Electricity Generation Company Malawi operates diesel-powered generators to provide electricity in the event of power cuts. The generators emit a lot of carbon, environmentalists say.

Ironically, in view of the investments in power generation, only about 12 % of Malawians have electricity in their homes. The rest rely mainly on charcoal and wood for energy. Although cutting wood is illegal in most forest reserves, the practice continues as a matter of necessity.

Some Malawians worry that revenues generated from the new vehicle tax will not be used for climate projects at all. The sceptics hint that the funds will either end up in the government’s general coffers or disappear mysteriously. Energy Minister Kutsaira denies the charge.

Malawians, already hard-hit economically, will be watching.

Raphael Mweninguwe is a freelance journalist based in Malawi.
raphael.mweninguwe@hotmail.com

 

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Sander Chan awarded fellowship at the Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21)

DIE Blog - 27. März 2020 - 10:57

Sander Chan, ©DIE

Sander Chan, Senior Researcher at the German Development Institute/Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), has been awarded a prestigious research fellowship with the Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21). From September 2020 on, he will conduct research on climate action and radical transformation at the Centre in Duisburg.

Sander Chan’s  research topic is especially relevant in light of the SARS-CoV-2 outbreak. “We must ask what the corona virus outbreak means for climate commitments made in recent years by businesses, local authorities, and civil society. Is such action premised on growth – which has been badly hurt? If so, will low-carbon and climate-resilient development not happen? What alternatives are available to leverage an economic downturn for sustainability?”, Chan highlights.

Since 2012, KHK/GCR21 has been advancing to understand the possibilities and limits of global cooperation, building an interdisciplinary community that explores new options for global public policy. Sander Chan will contribute to the Centre’s focus on global cooperation and polycentric governance.

During his year-long fellowship, Sander Chan aims to develop a consortium of internationally leading researchers. “The complexity of interactions in global governance and knowledge gaps in the study of climate action require interdisciplinary and multi-method approaches. The contributions of many will far exceed those of an individual researcher,” he explains.

Sander remains affiliated with the Copernicus Institute of Sustainable Development at Utrecht University as adjunct assistant professor. He will also continue being at DIE, coordinating work on transnational climate governance under the Klimalog Project, funded by the Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ).

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Sander Chan wird Fellow am Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21)

DIE Blog - 27. März 2020 - 10:53

Sander Chan, ©DIE

Sander Chan, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), erhält ein renommiertes Forschungsstipendium des Käte Hamburger Kolleg/Zentrum für Globale Kooperationsforschung (KHK/GCR21). Ab September 2020 wird er am Zentrum in Duisburg zu Klimamaßnahmen und radikaler Transformation forschen.

Dieses Forschungsthema ist vor allem vor dem Hintergrund des SARS-CoV-2-Ausbruchs relevant. „Wir müssen uns fragen, was der Ausbruch des Coronavirus für die Klimaverpflichtungen bedeutet, die Unternehmen, lokale Behörden und die Zivilgesellschaft in den letzten Jahren eingegangen sind. Ist ein solches Vorgehen auf Wachstum ausgerichtet – das großen Schaden nehmen wird? Wenn ja, wird eine kohlenstoffarme und klimaresistente Entwicklung nicht stattfinden? Welche Alternativen stehen zur Verfügung, um einen wirtschaftlichen Abschwung für die Nachhaltigkeit zu nutzen,“ hebt Chan hervor.

Seit 2012 fördert das KHK/GCR21 Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen der globalen Zusammenarbeit und baut ein interdisziplinäres Netzwerk auf, das neue Optionen für die globale öffentliche Politik erforscht. Chan wird dazu beitragen, dass sich das Zentrum auf globale Zusammenarbeit und polyzentrisches Regieren konzentriert.

Während seines einjährigen Stipendiums will Chan ein Konsortium international führender Forscher*innen aufbauen. „Die Komplexität der Interaktionen in der globalen Regierungsführung und die Wissenslücken bei der Untersuchung von Klimamaßnahmen erfordern interdisziplinäre und multi-methodische Ansätze. Die Beiträge vieler werden die eines einzelnen Forschers bei weitem übersteigen“, erklärt er.

Sander bleibt dem Kopernikus-Institut für nachhaltige Entwicklung an der Universität Utrecht als außerordentlicher Assistenzprofessor verbunden. Er wird auch weiterhin am DIE tätig sein und die Arbeit zur transnationalen Klimagovernance im Rahmen des Klimalog-Projekts koordinieren, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert wird.

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Linderung im Gespräch mit Gott

E+Z - 27. März 2020 - 10:44
World Vision-Studie: Glaube hilft Kindern mit Traumata der Flucht besser umzugehen

Wieso hat World Vision die Studie durchgeführt?
Es ist mehrfach nachgewiesen worden, dass der Glaube Erwachsenen hilft, schwierige Lebenssituationen zu bewältigen. Für Kinder steht die Forschung dazu noch am Anfang. Wir wollten dazu einen Beitrag leisten und haben Kinder und deren Familien interviewt, die sich selbst als glaubend bezeichnen und über ihren Glauben sprechen wollten.

Was macht Religion zu einem relevanten Thema?
Religion ist ein relevantes Thema, weil sie für viele Menschen, die aktuell als Geflüchtete nach Deutschland kommen, eine große Bedeutung hat. Oft ist Religion Bestandteil des Lebensalltags und der Identität dieser Menschen. Unterstützungsangebote und Strukturen, mit denen man geflüchtete Menschen erreichen möchte, dürfen nicht im Widerspruch mit ihrer Religiosität stehen oder Menschen gar aufgrund ihrer Religion diskriminieren. Darüber hinaus zeigt unsere Studie das gesellschaftliche Potenzial von Religionen:  Viele der von uns interviewten Kinder orientieren sich an religiösen Werten, um mit ihren Mitmenschen, egal welcher Herkunft und Religionszugehörigkeit, tolerant und friedlich umzugehen.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie?
Es ist aufgefallen, dass die Gottesvorstellungen und auch religiösen Werte der verschiedenen Religionen sehr ähnlich sind. Hört man die Kinder von ihrer Beziehung zu Gott und religiösen Werten, die ihnen wichtig sind, erzählen, könnte man gar nicht sagen, welcher Religion das Kind angehört. Ein weiteres, wichtiges Ergebnis ist, dass Kinder, anders als viele Erwachsene, jeden Tag in der Schule Diversität von Religionen erleben. Sie haben damit meist kein Problem und hinterfragen das nicht.

Was haben Sie herausgefunden, wie Kinder mithilfe von Religion ihre Kriegs- und Flucht­erlebnisse besser verarbeiten können?
Für viele Kinder – unabhängig von der Religion – sind das freie Gebet, Gespräch oder auch die Gedanken an Gott eine wichtige Möglichkeit, mit belastenden Situationen umzugehen. Es hilft ihnen, ihre Sorgen auszudrücken und sich Mut und Hoffnung zu machen, indem sie Gott um Hilfe oder Beistand bitten. Viele Kinder, die mit dem Boot über das Mittelmeer gekommen sind, erzählen, dass sie in dieser Situation gebetet haben. Oft geht es bei ihren Gebeten aber auch um Familienangehörige, die noch im Herkunftsland sind. Sogar jüngere Kinder, etwa im Alter von acht oder zehn Jahren, erzählen, dass sie sich nach dem freien Gebet erleichtert, gestärkt und hoffnungsvoll fühlen, was auf die besondere Bedeutung des Gebetes für ihre Resilienz verweist.

Welche Ergebnisse haben Sie besonders überrascht?
Besonders überrascht hat mich die Offenheit der Eltern gegenüber interreligiösem Unterricht. Die Eltern wünschen sich, dass interreligiöser Unterricht stattfindet, damit Vorurteile gegenüber anderen Religionen abgebaut werden können und Kinder lernen, friedlich und respektvoll miteinander umzugehen. Außerdem hat mich überrascht, wie entspannt die religiöse Erziehung der Eltern ist. Religion ist präsent und stark in den Alltag eingebunden, in Form von Gebeten zum Beispiel. Die Eltern laden ihre Kinder immer wieder ein, an Gebeten oder Ritualen teilzuhaben, setzen sie aber nicht unter Druck. Die Eltern unterstützen die Kinder dabei, selbst zu entscheiden, wann und wie sie beten. Außerdem hat mich beeindruckt, dass bereits die achtjährigen Kinder, die wir interviewt haben, ein freies Gebet formulieren können. In Deutschland gelten Kinder erst ab vierzehn Jahren religionsmündig. Die Interviews haben gezeigt, dass Glauben auch schon von jüngeren Kindern verstanden und eingesetzt wird.

Welche Methoden haben Sie eingesetzt, um die Kinder zu interviewen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen?
Gestalterische Methoden können helfen, über abstrakte Themen zu sprechen. So haben wir zum Beispiel die Kinder im Interview gebeten, ihre Beziehung zu Gott mit bunten Fäden darzustellen. Bei der Auswahl der Methoden haben wir darauf geachtet, dass sie interreligiös verwendbar sind. Auch wenn es im christlichen Kontext üblich ist, Bilder von Gott zu malen, ist das für Musliminnen und Muslime aufgrund des Bilderverbots nicht möglich. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Erwachsene ohne Probleme verbalisieren können, was ihren Glauben ausmacht. Gestalterische Methoden können also sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen eingesetzt werden. Um keine Traumata anzustoßen, wurde den Kindern mit einer Geschichte die Möglichkeit gegeben, über ihre Flucht zu sprechen. In der Geschichte gerät eine alte Frau namens Varenka in Not und betet zu Gott. Die Kinder wurden dann gefragt, ob sie schon mal in einer Situation waren, wo sie zu Gott gebetet haben. Die allermeisten haben dann von ihren Fluchterlebnissen erzählt.

Wie kann die Studie in der entwicklungspolitischen Arbeit weiterhelfen?
Die Studie liefert uns Ansätze, wie man Menschen und speziell Kindern mit Traumata helfen kann. Besonders die Ausbildung von Laien ist dabei wichtig, damit traumatisierte Kinder schon aufgefangen werden können, bevor professionelle Hilfe da ist. Außerdem haben wir bei den vielen internationalen Projekten, die World Vision betreut, bemerkt, dass es wichtig ist, religiöse Akteure in die Bildungsprojekte einzubinden, weil über sie häufig Wertevorstellungen vermittelt werden. Wir müssen erkennen, welche Bedeutung Glaube in unserer Gesellschaft hat und welches Potenzial er birgt.

Links
World Vision, 2020: Flucht, Religion, Resilienz. Glaube als Ressource zur Bewältigung von Flucht- und Integrationsherausforderungen.
https://www.worldvision.de/sites/worldvision.de/files/pdf/World_Vision_Studie_Resilienz_Feb_2020.pdf

Caterina Rohde-Abuba ist Forschungsleiterin bei World Vision Deutschland und Mitautorin der Studie.
caterina.rohde-abuba@wveu.org

 

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Podcast: Chancen der digitalen Landwirtschaft

INKOTA - 27. März 2020 - 10:40
Die Digitalisierung in der Landwirtschaft wird mit vielen Erwartungen verbunden. Der Pestizideinsatz soll verringert werden, die Digitalisierung könnte helfen, den negativen Folgen des Klimawandels zu begegnen. Neue digitale Pflanz-Roboter könnten mehr Vielfalt auf den Acker bringen. Und dem globalen Süden könnte geholfen werden, mit digitalen „Lösungen“ ihre Ernten zu steigern und damit den Welthunger zu verringern. Ernteverluste, Verschwendung und Überproduktion würden verringert werden, wenn man präziser für die Endverbraucher produziert, so die Heilsversprechen der Industrie. Was müsste politisch geschehen, damit die großen Erwartungen an die Digitalisierung der Landwirtschaft auch erfüllt werden? Gibt es bereits digitale Werkzeuge, die die zunehmenden Probleme der industrialisierten Landwirtschaft wirklich angehen könnten? Welche Rahmenbedingungen müssten also geschaffen werden, damit sich die Chancen auch einlösen könnten? Peter Kreysler hat sich im dritten Teil unserer Podcastserie auf die Spurensuche begeben. Sie können den folgenden Text auch hören. Einfach klicken und auf Soundcloud anhören. „Achtung los! Sicherheitsschalter einschalten... und wenn man dann drauf schießt, sieht man den Effekt! Es ist nur ein Impuls und – die Pflanze lässt den Kopf hängen, könnte man so sagen." In einem kleinen Kasten aus Sicherheitsglas ist ein Speziallaser auf einen Topf mit einem Unkrautsetzling gerichtet. Viel sehe ich allerdings nicht. Kein Blitz, kein blauer Laserstrahl wie bei einem „Science Fiction-Film“ zerstört spektakulär das Unkraut. Nein, das Licht dieses Lasers ist unsichtbar. Nichts sieht man, nichts hört man. Doch kurz nachdem der Forscher vom Laserzentrum Hannover den Kopf drückt, um den Laserstrahl abzuschießen, lässt die Pflanze plötzlich die Blätter hängen. Die Idee, die hier dahintersteckt: Der „Ackerlaser“ fährt über die Felder und bekämpft so Unkräuter. Hierfür scannt ein Roboter mit einer Kamera alle Pflanzen, eine Software identifiziert dann die Unkräuter, unterscheidet sie von den Nutzpflanzen und bestrahlt sie. Die Unkräuter werden von den Strahlen so stark geschädigt, dass sie sterben oder nicht weiterwachsen können. Forscher, Laserzentrum Hannover: „Dass sie die vier Blätter runterhängen, ist nicht wichtig... Wichtig ist, dass wir zwischen den Blättern das Wachstumszentrum treffen. Wir haben auch schon Versuche dazu gemacht, wo es tatsächlich so ist, dass die Blätter, die schon draußen sind, weiter stehen bleiben, aber die Pflanze sich nicht mehr weiter entwickelt. Das heißt: Sie ist da. Sie ist noch Biomasse, sie kann auch noch positive Effekte haben, aber sie wird nicht um Nahrung, Wasser und Licht mit den Nutzpflanzen konkurrieren.“ Der Pilotversuch der Uni-Hannover hat bereits viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, denn die Methode bietet eine Alternative zum Einsatz von Herbiziden. Im nächsten Jahr soll der „Acker-Laser“ aus Hannover vom Labor ins Feld gebracht werden, um dort erprobt zu werden. Ja, vielleicht in 2 Jahren gebe es einen Prototypen, den man dann anwenden könnte, wie ich erfahre. Warum ist das Projekt so interessant?, frage ich den Forscher, als er einen neuen Unkrautsetzling hinter das Schutzglas zum Laser stellt. Forscher: „Interessant sind natürlich Systeme, wo ich keine chemischen Pflanzenschutzmittel einsetzen will - also im Ökolandbau beispielsweise. Für uns mit der Lasertechnologie spielen Resistenzen gar keine Rolle. Wenn die Pflanze schon gegen irgendwas resistent ist, ist das ja sowieso egal, weil es ja eine chemische Resistenz ist. Aber gegen Laserstrahlen kann die Pflanze auch nicht resistent werden. Das heißt Sie müssen da nicht befürchten, dass sich die Pflanze plötzlich irgendwann einmal einen „Laserschutzschild“ zugelegt hat - das ist nicht möglich! Deswegen ist es für diese besonderen Anwendungsfelder sehr interessant." Dass Pflanzen sich nicht einen „Laserschild“ zulegen können, wie der begeisterte Wissenschaftler vom Laserzentrum erklärt, stimmt natürlich. So sonderbar die Vorstellung, Unkräuter mit Laser zu beschießen, erscheinen mag, könnte sie eine sinnvolle digitale Anwendung bieten. Für die konventionelle Landwirtschaft ist diese Lösung besonders interessant: Denn in meinen Gesprächen mit den führenden Pestizid-Herstellern zeigt sich, dass gerade die Entwicklung von neuen wirksamen, nicht gesundheitsschädlichen und gleichzeitig umweltverträglichen Herbiziden extrem schwierig und teuer ist. Händeringend wird weltweit nach einem neuen Pestizid-Wirkstoff gegen Unkräuter gesucht. Denn Herbizid-Herstellern wie BASF, Syngenta oder BAYER gehen langsam die chemischen Wirkstoffe aus, wie ich immer wieder erfahren habe. Zunehmend greift man auf alte Substanzen zurück oder es werden immer die gleichen Unkraut-Vernichter mit steigender Dosis und in unterschiedlichen Gift-Cocktails mit anderen Wirk- und Hilfsstoffen versprüht. Die Gefahr dabei ist, dass die Unkräuter auf lange Sicht Resistenzen gegen die Gifte entwickeln: Sie werden zu „Super Weeds“ - zu „Superunkräutern“. Dann kann man so viel Pflanzengift sprühen, wie man will, die Unkräuter bleiben stehen. In den USA ist das Phänomen der „Superunkräuter“ zu einem veritablen Problem für die Farmer herangewachsen. Weltweit wird geschätzt, dass durch Superunkräuter ein Ernteverlust von bis zu 30 Prozent entsteht, wie mir Bayer-Mitarbeiter mitgeteilt haben. Doch auch in Deutschland nimmt das Problem zu: Hier tauchen zunehmend resistente Unkräuter besonders im Weizenanbau auf: Forscher: „Wir sind da im Land Niedersachsen sehr aktiv dran. Es gibt im Getreideanbau resistente Un-Gräser - so nennt man das -, wie Ackerfuchsschwanz und Windhalm beispielsweise. Die sind eben ein echtes Problem, da kann man über Jahre kein Getreide mehr anbauen. Und auch da werden wir versuchen, mit dem Laser dagegen vorzugehen.“ Nach den Forschern im Labor wollte ich auch mit einigen konventionellen Bauern ins Gespräch kommen. Wie sehen sie das Thema? Was wünschen sich die jungen Landwirte? Schließlich sind sie es, die bald für uns die Lebensmittel produzieren. Wo sehen sie digitale „Lösungen“ in der Landwirtschaft? Und werden die richtigen Werkzeuge für die kleinteiligen deutschen Betriebe entwickelt? Ich frage den Jungbauern Jan River, ob die Digitalisierung der Weg ist. Jan River, Jungbauer: „Ja, das ist der Weg und der soll auch eingeschlagen werden.“ Als ich den Landwirt Jan River treffe, steht er mit anderen Jungbauern vor einem gigantischen Traktor. Das Ungetüm hat kein Führerhaus mehr, es braucht niemanden, der es steuert; das übernimmt der Computer. Der Schlepper ist so groß, dass die Menschen davor winzig aussehen. River ist 19 Jahre alt und ist noch in der Ausbildung; auch sein Freund arbeitet auf einem konventionellen landwirtschaftlichen Betrieb. Beide sind sichtlich beeindruckt von dem Gerät und stehen staunend vor der neuen Technik, machen Fotos mit ihren Handys und diskutieren. Peter Kreysler: „Würden Sie so einen selbstfahrenden Traktor bei sich fahren lassen? Fänden Sie das gut?“ Zweiter Jungbauer: „Wir haben gar nicht die Flächen dafür, die sind viel zu klein, denke ich; das würde sich gar nicht lohnen. Und selber kaufen wahrscheinlich sowieso nicht.“ Peter Kreysler: „Wie groß müssten denn die Flächen sein, damit sich das lohnt?“ Jan River: „Wir haben einen Betrieb von 200 Hektar, aber der würde sich bei unser Hektaranzahl nicht lohnen.“ Peter Kreysler: „Würden Sie das denn gut finden? Oder sitzen Sie lieber selber hinter dem Lenkrad?“ Jan River: „Ich persönlich sitze lieber selber hinter dem Lenkrad. Das macht doch mehr Spaß. Aber wenn die Technik das hergibt und man sich dadurch auf andere Sachen auf dem Betrieb konzentrieren kann, wäre das eine schöne Sache.“ Peter Kreysler: „Hier sehe ich aber nur größere Teile?“ Jan River: „Genau das ist das Problem, denn die Digitalisierung, die fördert ja besonders große Maschinen, wo es sich eher anbietet als bei kleineren Maschinen. Aber ich glaube, es sollte auch kleinere Maschinen geben.“ Peter Kreysler: „Haben Sie das hier gesehen?“ Jan River: „Bisher noch nicht.“
Vergeblich sucht man auf den Agrarmessen kleine kostengünstige Lösungen. Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, es ist gar nicht so einfach ist, gute digitale Anwendungen zu finden, die tatsächlich helfen, den Verlust von Lebensmitteln zu verringern, oder die wirklich helfen, Pestizide und den Rohstoffverbrauch zu reduzieren. Aber warum passiert da nicht mehr in diese Richtung? Schließlich reden wir seit 15 Jahren von der digitalen Landwirtschaft. Im Bundestag treffe ich MdB Harald Ebner: Harald Ebner, Bundestagsabgeordneter, Bündis 90/DIE GRÜNEN: „Es ist immer Frage der Rahmensetzungen. Wenn ich sage: lass mal machen, da kommt schon irgendwas bei raus, dann stehe ich als passiver Beobachter dabei. Dafür braucht es keine Politik." Aber wozu braucht es denn die Politik, frage ich den Agrarpolitiker der Grünen, Harald Ebner: Harald Ebner: „Um Rahmenbedingungen zu setzen, Leitplanken zu setzen. Um zu sagen: Wo wollen wir eigentlich hin? Und wo ein Marktversagen da ist, müssen wir als Staat auch reingehen. Im Saatgutbereich bin ich fest davon überzeugt, dass wir beispielsweise eine Züchtungsstrategie brauchen.“ Immer wieder betont er, dass es nicht ausreiche „weniger von dem Schlechten zu tun“, nur etwas weniger Pestizide oder weniger Monokulturen anzulegen. Harald Ebner: „Ich möchte das Richtige tun. Nehmen wir doch dann lieber gleich eine Mischkultur und beispielsweise einen einfachen Jät-Roboter. Der hat ja keine Eile, der braucht nicht die große Schlagkraft, also kann er auch etwas langsamer sein und ein bisschen einfacher gebaut sein. Ein Jät-Roboter, der ohne Einsatz von Chemie unliebsame Beikräuter auszupft oder in den Boden stopft, dem kann ich ja sogar einen Biodiversität-Faktor einstellen, der dann 10 Prozent der gefährdeten Arten übrig lässt. Und dann habe ich im Acker noch diese Vielfalt. Aber dafür müssen wir eben auch staatlich sorgen, dass wir sagen: Wir wollen auch Produkte entwickelt haben im ‚low cost‘-Bereich und das hilft dann auch im globalen Süden.“ Bisher habe ich aber noch kein Beispiel für einen Jät-Roboter gefunden, der schon einsatzbereit wäre, aber sehr viele selbstfahrende Feldspritzen. Warum ist das so? Harald Ebner: „Das Forschungsministerium gibt irre viel Geld - hunderte von Millionen - für Gentechnik aus, genauso könnte man ja auch in anderen Bereichen forschen. Wie kriegen wir einfach finanzierbare Geräte und Technologien für die Landwirtschaft hin? Nur wenn das Angebot da ist, kann es auch von den Landwirten genutzt werden. Und dafür, dass das Angebot da ist - dafür können wir die Weichen stellen.“ Ein Positivbeispiel der Digitalisierung zeigt mir Doreen Havenstein vom Verein NAHhaft. Sie entwickelt Apps für Verbraucher, Großküchen und Landwirte; es ärgert sie, dass zu viele Lebensmittel weggeschmissen werden, oder dass sie um die halbe Welt transportiert werden, obwohl doch vieles auch hier wächst. Zum Beispiel Äpfel – doch unser Apfelsaft in der EU stammt zu 80 Prozent aus Brasilien. Der Verein NAHhaft setzt sich für eine „sozial-ökologische Neuausrichtung von Landwirtschaft und Ernährung ein“ und möchte das mit Forschungsprojekten, Weiterbildungsangeboten, Beratungsdienstleistungen sowie Vernetzungsaktivitäten erreichen. „Die Sensibilisierung und der Wissenstransfer sollen konkrete Wirkungen erzielen“, wie der Verein NAHhaft auf seiner Webseite schreibt. Doreen Havenstein, NAHhaft: „Ich sage ja immer: Die Fridays for Future-Bewegung zeigt ja: Klimaschutz ist in aller Munde. Und leider sagt uns weder das Preisschild noch die Verpackung, welchen Einfluss die Lebensmittel aufs Klima haben. Um da etwas genauer hinzuschauen, macht es die ,Klima-Teller-App‘ möglich, die Rezepte zu bilanzieren.“ Peter Kreysler: Das heißt, ich gebe „Spaghetti-Bolognese“ ein? Doreen Havenstein: „Genau, die Herkunft, die Verpackung, die Verarbeitung, das kann alles angegeben werden; auch die Herstellungsweise, also ob ökologisch oder konventionell. Und dann rechnet die App aus, wie viel CO2-äquivalente Emissionen dieses Gericht pro Portion verursacht hat - vom Acker bis in die Küche natürlich.“ Das klingt nach einem spannenden Beispiel, wie ich die digitale Informationstechnologie gut nutzen kann, um Verbrauchern klarzumachen, wie viel CO2 ausgestoßen wurde für ihr Essen und wie man mit anderen Zutaten vielleicht klimafreundlicher kochen kann. Doreen Havenstein: „Aber das ist ganz interessant. Man kann so ein bisschen rumspielen und sieht dann: Wenn ich die TK-Pommes kaufe, dann ist die Klimabilanz gar nicht so gut. Da mach ich mir doch lieber meine Kartoffel-Wedges lieber selber. Ich lade immer jeden dazu ein, einmal sein Lieblingsgericht einzugeben und zu schauen, was ist jetzt, wenn meine Paprika nicht aus Israel kommt. Das ist ganz spannend zu sehen." Aber dabei bleibt es nicht: Denn Doreen Havenstein von NAHhaft entwickelt gerade eine neue App, wo Großverbraucher wie Kantinen, Mensen und Betriebsküchen einen leichteren Weg zu ihren Lebensmitteln aus nächster Nähe finden, also Lebensmittel direkt vom Erzeuger aus der Region. Die neue App mit dem Namen „nearbuy“ soll Transportwege reduzieren und die lokale Landwirtschaft stärken. Ich spreche mit Frieder Thomas vom Agrarbündnis, ein Zusammenschluss von vielen Verbänden und NGOs, denen die Landwirtschaft wichtig ist. Wo sehen sie, wo die Entwicklung falsch läuft und gibt es Lösungen dafür? Auf einer Agrartagung haben unterschiedliche Gruppen heute den ganzen Tag lang über die Digitalisierung der Landwirtschaft diskutiert: Frieder Thomas, Agrarbündnis: „Ja ja, die Gefahr sehen wir schon, dass sich verschiedene Unternehmen zusammentun, die derzeit in verschiedenen Branchen unterwegs sind, gemeinsam aber - aus verschiedenen Gründen - mit den Daten arbeiten. Also: Der Landmaschinen-Hersteller baut die Software ein, Pflanzenschutzmittel-Hersteller organisiert eine Software, die auf die Sensoren reagiert, die der Maschine sagt, wie viel sie an Pflanzenschutz ausbringen soll. Diese Hersteller tun sich zusammen, ob es dann am Ende ein Joint-Venture bleibt, oder am Ende ein gesonderter Konzern entsteht, das kann man nicht sagen, aber die Gefahren der Monopolisierung sind natürlich groß.“ Während die großen Landmaschinenhersteller wie John Deere auch mit Hilfe von Forschungsmitteln von Bund und Land neue Produkte entwickeln, tun sich kleinere Start-Ups schwerer, ihre Produkte zur Marktreife zu entwickeln und kommerziell erfolgreich zu vermarkten. Eine Gegenbewegung will sich gegen diesen Trend der großen Monopolisten stellen und eigene Digitale Werkzeuge entwickeln, wie Frieder Thomas vom Agrarbündnis mir erklärt. Frieder Thomas: „Wir haben heute in dem Workshop auch diskutiert, dass es Leute gibt, die versuchen, sich selbst zu organisieren, die unabhängige Unternehmen gründen, die nicht ihre Daten in die Clouds dieser Giganten einspeisen. Das sind Gegenbewegungen, die wir auch in anderen Bereichen immer wieder hatten. Wir haben auch im Bereich der Digitalisierung Menschen, die sagen: Wir können dieses Instrument auch auf eine sinnvollere Weise nutzen, ,Gegenmärkte‘ organisieren. Denn bei der Digitalisierung gibt es dieses ,Gut oder Böse‘ gar nicht. Es gibt die komplexe Diskussion darum, wie ich das nutze und was ich auch nicht nutze. Manchmal ist auch bäuerliches Wissen viel besser als das, was der Algorithmus da entwickelt hat. Aber diese Diskussion ist eben nicht ,Ja oder Nein‘, sondern: Wie gehe ich mit der neuen Technologie um?“

„Digitalisierung in der Landwirtschaft“ - Teil 3 ein INKOTA-Podcast von Peter Kreysler. Es sprachen: Barbara Becker, Wolfgang Glum und der Autor. Musik: Zoe Keating, Redaktion: Lena Luig Hören Sie jetzt auch Folge 1 und 2 der dreiteiligen INKOTA-Podcast-Reihe auf Soundcloud Erfahren Sie mehr zum Thema Digitalisierung in der Landwirtschaft Bestellen Sie Material zu Digitalisierung in der Landwirtschaft

Dieser Podcast wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

 
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Grau werdend

E+Z - 27. März 2020 - 9:41
Die rasche Alterung der indischen Bevölkerung wirft die Frage auf, wer die Alten im Land künftig unterstützen wird

Indiens Bevölkerung wächst inzwischen nur noch um 1,1 Prozent pro Jahr. Da das Land 1,36 Milliarden Menschen hat, werden bis Ende dieses Jahrzehnts in absoluten Zahlen dennoch weitere 150 Millionen hinzukommen. Zugleich altert die Gesellschaft – und zwar schneller als in Industrie-ländern. Der Anteil der Über-60-Jährigen an der indischen Gesamtbevölkerung steigt von Jahr zu Jahr. Die Quote steigt dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA, 2017) zufolge von acht Prozent im Jahr 2015 auf 19 Prozent im Jahr 2050. Diese demografische Entwicklung wirft die Frage auf, wie Indien seine Alten ab Mitte des Jahrhunderts unterstützen wird – wenn es erstmals mehr Menschen im nicht erwerbsfähigen Alter gibt als solche im erwerbsfähigen Alter.

Die Gründe für die Vergreisung der Bevölkerung sind in Indien dieselben wie überall. Die Menschen leben dank besserer Gesundheitsversorgung, besserer Ernährung und besseren Hygienebewusstseins länger. Indiens Sterblichkeitsrate – die Anzahl der Todesfälle pro 1000 Einwohner in einem Jahr – sinkt seit Jahrzehnten stetig.

Zugleich bekommen Familien mit zunehmender Bildung und höherem Einkommen weniger Kinder. Seit Jahren sinken Fertilitätsrate (durchschnittliche Anzahl an Kindern pro Frau im Laufe eines Lebens) und Geburtenrate (auf die gesamte Bevölkerung in einem bestimmten Jahr bezogen) stetig. Zugleich hat die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren durch die Kontrolle von Infektions- und Parasitenkrankheiten, mehr Impfungen und generell verbessertem Gesundheitswesen enorm abgenommen. Daher überleben Kinder heute eher als früher, was die Folgen der niedrigeren Geburtenrate abschwächt.

Im Gegensatz zur Anzahl an Kindern steigt die Anzahl alter Menschen schnell. Der Alterungsindex zeigt diesen Trend deutlich. Er gibt die Anzahl der Menschen über 60 Jahre pro 100 Kinder unter 15 Jahren an. 1961 lag das Verhältnis bei 13,7 älteren Menschen pro 100 Kinder. Bis 2011 hatte sich die Quote auf 28,4 mehr als verdoppelt.

Diese Trends haben Implikationen für Indiens Zukunft. In 30 Jahren, wenn die heutige allmählich schrumpfende Kohorte von Kindern im erwerbsfähigen Alter ist, werden viele Millionen der heutigen Arbeitnehmer im Ruhestand sein. Diese Kombination – mehr Rentner und weniger Arbeitskräfte, die diese ersetzen – könnte schwierig werden. Es ist nicht klar, wie Indiens Arbeitskräfte die weit überwiegende Anzahl an nicht arbeitenden Menschen ab Mitte des Jahrhunderts unterstützen werden.

Aktuell genießt Indien noch eine „demografische Dividende“, womit wir meinen, dass es weitaus mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter gibt als andere. Demografische Daten zeigen aber, dass sich die positive Quote kontinuierlich verkleinert. Statistiken belegen, dass 1971 Menschen im erwerbsfähigen Alter eine relativ große Kohorte von Babys und Kindern unter 15 Jahren versorgten sowie eine recht kleine ältere Bevölkerung. 40 Jahre später waren dann die Kinder des Babybooms erwachsen. Menschen zwischen 15 und 60 Jahren sind in der Überzahl – aus wirtschaftlicher Sicht ist das gut.

Doch wenn Demografen aktuelle Trends in die Zukunft projizierten, sieht es anders aus. 2031, in nur 11 Jahren, geht die große Kohorte im erwerbsfähigen Alter von 2011 in den Ruhestand. Bis 2031 wird die Basis der demografischen Pyramide – die Altersgruppen, in denen sich die meisten Menschen befinden – noch fest im Bereich des erwerbsfähigen Alters liegen, aber die gesamte Pyramide wird sich im Vergleich zu 2011 entlang der Altersachse nach oben verschoben haben. Es wird weit mehr Über-60-Jährige geben als 2011.

Die Demografen sehen für 2051 weitere Implikationen voraus. Dann wird die Altersgruppe der 50- bis 55-Jährigen – gerade noch im erwerbsfähigen Alter – die größte sein. Zudem wird es wesentlich mehr Über-55-Jährige geben als im Jahr 2031.

Zugleich wird es 2051 weniger Kinder unter 15 Jahren geben als noch 2031. Dies legt nahe, dass es ab 2051 nicht genügend Neueinsteiger geben wird, um die zu ersetzen, die in Rente gehen. Es wird mehr Menschen im nicht erwerbsfähigen Alter geben als solche im erwerbsfähigen Alter, was die Erwerbsbevölkerung erheblich belasten wird.

Bedarf an neuen sozialen Diensten

Das alles wirft die Frage auf, wo finanzielle, soziale und psychologische Unterstützung für die alternde indische Bevölkerung herkommen soll. Familie ist in der indischen Kultur nach wie vor die wichtigste Stütze der Alten, doch das ändert sich in den Zeiten von Urbanisierung und Globalisierung.

Neben der finanziellen Abhängigkeit treffen die älteren Menschen auch Probleme wie Isolation, Krankheit und Behinderung hart. Individuelle Erfüllung wird wichtiger, weshalb sich für Ältere das Gefühl verstärken könnte, nicht wertgeschätzt zu werden.

Alle diese Themen sollten von Regierungen, nicht-staatlichen Initiativen und Wissenschaftlern angegangen werden, ehe sie akut werden. Alle Seiten müssen zusammenarbeiten. Indien wird einen komplexen Ansatz brauchen, der die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Untergruppen älterer Menschen berücksichtigt. Besonders ist auf älter werdende Arme, Frauen und Landbewohner zu achten.

Das Bemühen, die Lebensqualität der Alten zu verbessern, sollte auf demografischen Fakten beruhen. In den indischen Bundesstaaten gibt es unterschiedlich viele alte Menschen. 2011 hatte der Bundesstaat Kerala proportional die meisten Über-60-Jährigen (12,3 Prozent) und Assam die wenigsten (6,5 Prozent).

Auch variiert das Ausmaß von Armut und Analphabetismus innerhalb der älteren Bevölkerung stark. Zudem gibt es in ländlichen Gebieten tendenziell mehr ältere Menschen als in Städten, wo es jüngere Arbeitnehmer hinzieht. Es gibt auch einen geschlechtsspezifischen Aspekt: Frauen leben durchschnittlich länger als Männer, somit werden wahrscheinlich viele der Über-60-Jährigen weiblich sein.

Diese Faktoren – Geografie, Urbanisierung, Geschlecht, Einkommen und Bildung – beeinflussen Grad und Art der Unterstützung, die ältere Menschen benötigen werden. Dies gilt auch für immaterielle Aspekte wie der Wandel von Normen und Werten, der Einfluss darauf hat, wie viel Hilfe ältere Menschen von ihren Familien erhalten und wie viel Regierung und Zivilgesellschaft zusätzlich unterstützen müssen.

Indien hat begonnen, die Bedürfnisse Älterer wahrzunehmen. Das integrierte Programm für ältere Menschen von 1992 (2008 überarbeitet), sieht Nahrung und Unterkunft, medizinische Versorgung und Unterhaltung vor. Die „nationale Strategie für ältere Menschen“ von 1999 zielt auf Nahrung und Unterkunft, finanzielle Unterstützung, Gesundheitsversorgung und Schutz vor Missbrauch ab. Ein Gesetz zum Erhalt und Wohlergehen von Eltern und Senioren von 2007 (The Maintenance and Welfare of Parents and Senior Citizens Act) bietet verlassenen Senioren Altersheime, medizinische Einrichtungen und Eigentumsschutz.

Die zugrunde liegende Politik soll die Bedürfnisse älterer Menschen aus bestimmten Bevölkerungsgruppen erfüllen. Mit zunehmender Alterung werden solche Maßnahmen immer wichtiger.

Quelle
UNFPA, 2017: India ageing report.

S. S. Sripriya ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Tata Institute of Social Sciences in Mumbai.

S. Siva Raju ist Professor am Campus desselben Instituts in Hyderabad.
https://tiss.edu/view/9/employee/s-sivaraju/

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Ausgezeichnete Ausbildung

Engagement Global - 27. März 2020 - 8:41
Engagement Global ist unter den Top Ten von Deutschlands besten Ausbildungsbetrieben 2020. Foto: Kolja Matzke

Seit mehreren Jahren geben die Zeitschriften Focus und Focus Money jährlich eine Studie heraus zur Qualität der Ausbildungsbetriebe in Deutschland. Nun landete Engagement Global unter den Top Ten und belegt den sechsten Platz im Segment Öffentliche Arbeitgeber bei „Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe 2020“.

Engagement Global bildet zur Zeit neun Menschen aus: Veranstaltungskaufleute und Kaufleute für Büromanagement sowie Verwaltungsfachangestellte. Hohes Engagement der ausbildenden Facheinheiten und der Auszubildenden haben dazu geführt, dass mehr als drei Viertel der Auszubildenen ihren Abschluss mit guten bis sehr guten Noten krönen. 2019 wurde eine Veranstaltungskauffrau, die ihre Ausbildung bei Engagement Global absolviert hatte, als eine der Landesbesten in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Sie arbeitet heute in der Organisation – wie übrigens die meisten der Auszubildenden in den vergangenen Jahren nach erfolgreicher Abschlussprüfung übernommen wurden.

Auszubildende mit besonders guten Leistungen erhalten eine Übernahmegarantie. Neben diesem Ansporn tragen zur Qualität der Ausbildung auch Kurse bei, die auf die Abschlussprüfung vorbereiten sowie Angebote, die das Teambuilding fördern und die Eigenverantwortung stärken. Verantwortung für eigene kleine Projekte zu übernehmen lernen die Azubis ebenso wie gemeinsam ein Projekt zu stemmen. So organisierten sie beispielsweise 2019 das Sommerfest von Engagement Global und zeigten damit eindrücklich, was sie gelernt hatten.

Für die Studie „Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe 2020“ hat das IMWF Institut für Management und Wirtschaftsforschung die 20.000 mitarbeiterstärksten Unternehmen in Deutschland untersucht. Die Studie beruht auf umfassender Datenauswertung digitaler Medien sowie formalisierter Fragebögen, die von den Unternehmen beantwortet wurden. Für den 28. März 2020 ist ein großer Bericht in der Zeitschrift Focus geplant.

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Don’t say nobody warned us

Global Policy Watch - 27. März 2020 - 3:04

By Roberto Bissio*

versión en español.

The message could not have been clearer: "There is a very real threat of a rapidly moving, highly lethal pandemic of a respiratory pathogen killing 50 to 80 million people and wiping out nearly 5% of the world’s economy. A global pandemic on that scale would be catastrophic, creating widespread havoc, instability and insecurity.”

This prediction was published in September 2019, several months before the identification of the first Covid-19 patient, by Gro Harlem Bruntland, former Prime Minister of Norway and former Director-General of the World Health Organization (WHO), and by Elhadj As Sy, Secretary General of the International Red Cross and Red Crescent, as co-chairs of the the Global Preparedness Monitoring Board. The Board’s report entitled A World at Risk was conclusive: "The world is not prepared."**

The Board defines itself as an “independent monitoring and advocacy body” and is made up of thirteen other prominent people, including the highest officials in charge of controlling epidemics in China and the United States, George Gao and Anthony Fauci. The Board was co-convened by WHO and the World Bank in 2018 "to prepare for and mitigate the effects of global health emergencies" based on the experience of the Ebola epidemic of 2014-16.

The need to prepare for an impending catastrophic pandemic did not arise from a crystal ball, but from the analysis of "a combination of global trends", including "insecurity and weather" derived from climate change. Among the "amplifiers", "population growth and resulting strains on the environment, climate change, dense urbanization, exponential increases in international travel and migration, both forced and voluntary, increase the risk for everyone.”

The Board concludes that "the world needs (…) to detect and control potential disease outbreaks." But an analysis of the previous high-level groups and commissions established after the 2009 H1N1 flu pandemic and the Ebola outbreak shows that their “recommendations were poorly implemented, or not implemented at all," leading to a cycle of panic and neglect: "When it comes to pandemics: we ramp up efforts when there is a serious threat, then quickly forget about them when the threat subsides."

Between 2011 and 2018, WHO tracked 1,483 outbreaks in 172 countries. The Board observes that “potentially epidemic diseases such as influenza, severe acute respiratory syndrome (SARS), Middle East respiratory syndrome (MERS), Ebola, Zika, plague, Yellow Fever and others,  are harbingers of a new era of high-impact, potentially fast-spreading outbreaks that are more frequently detected and increasingly difficult to manage.” In this context, the forecast was that the poor would suffer more, because those "without basic primary health care, public health services, health infrastructure and effective infection control mechanisms face the greatest losses, including death, displacement and economic devastation.”

This emphasis of the Global Preparedness Report on public health services is particularly striking if it is noted that both the World Bank – co-sponsor of the Board – and the Gates Foundation, represented on the Board by Dr. Chris Elias, president of the World Development Program, have been active advocates of public-private partnerships in health (PPPs) and have undermined universal public services. They favoured instead focused attention on the poorest and on specific diseases, such as malaria or Ebola, but at the cost of the dismantling of generic health systems.

The World Bank actively promotes Private-Public Partnerships in the health sector, a model initiated in Brazil through the construction firm Odebrecht. The global health alliances actively promoted by the Gates Foundation, in turn, are too focused on silo approaches and deviate attention and resources from public health as a system. The Board finds out, for example, that “the Global Polio Eradication Initiative has (…) focused on poliovirus detection and identification, but this capacity is not leveraged sufficiently for broader health monitoring”. Whereas polio assets have supported other outbreak preparedness efforts (as seen with the outbreak of Ebola in Nigeria in 2014-2016), capacities are threatened, as funding will predictably wane once polio eradication is achieved.”

The influence of the Gates Foundation on global health policies is enormous. Gates is the second largest contributor to WHO (after the United States) and the leading funder of health "alliances" such as GAVI, focused on vaccination.

In one of the few available studies on the role of this philanthrocapitalism in health, Nicoletta Dentico, from Health Innovation in Practice and Karolin Seitz. of the Global Policy Forum, concluded that "the productivist and free-market vision that drives the key players in the philanthropic sector has helped shape up a new political culture skewed toward the commodification and medicalization of both health and food.” This approach is characterized by "lack of accountability mechanisms; public-private partnership (PPP) model; continued decline of the public sector and government responsibility for the provision of public goods and services; and lack of transparency.”

With an admirable sense of self-criticism, the Board itself recognized in its 2019 Report on Global Preparedness that “entities providing funding and programmatic support for countries, such as the Global Fund to Fight AIDS, TB and Malaria (Global Fund) and Gavi, do not explicitly include prevention and preparedness to achieve broader health security.”

The Board especially recommends that women be included in decision-making since “the majority of both formal and informal care givers are women" and the engagement of the community, something that "fundamentally lacking” across all aspects of preparedness planning and response.

The World Bank estimated that a global influenza pandemic akin to the scale and virulence of the one in 1918 would cost the modern economy US$ 3 trillion, or up to 4.8% of gross domestic product (GDP); the cost would be 2.2% of GDP for even a moderately virulent influenza pandemic”.

Faced with such an economic threat, it was estimated that most countries would need to spend on average between US$ 1-US$ 2 per person per year to reach an “acceptable level of pandemic preparedness”. According to the Board, “a yearly investment of US$ 1.9–3.4 billion to strengthen animal and human health systems would yield an estimated global public benefit of more than US$ 30 billion annually (47), a return on investment of 10 to 1 or higher.”

How is it possible to prepare for the unexpected? The Board understands that the effective, accessible and efficient local health systems delivering primary health care, and mental health and psychosocial services essential for prevention will also yield multiple benefits beyond preparedness, including infectious disease prevention and control, better health outcomes and increased community trust, as well as surge response capacity.” The Republic of Korea, for example, managed to contain what could have been a second MERS outbreak in 2018, and this experience informed Korea’s comparative success against Covid-19.

But South Korea was the exception rather than the rule, and the coronavirus found national and global health systems unprepared. In early February of this year, with the epidemic already declared, the WHO asked for $676 million to be disbursed between March and April to stop the spread of the new virus and support countries with weaker health systems. It only received $15 million from the United Nations Central Emergency Response Fund (CERF). As this is far from enough, WHO, together with the United Nations Foundation, created the Solidarity Response Fund COVID-19 (www.COVID19ResponseFund.org), a crowdfunding website that collects individual donations.

Meanwhile, the World Bank announced a first $12 billion package of measures against COVID-19, aimed primarily at strengthening health systems and supporting the private sector to cope with the economic consequences of the crisis. The International Monetary Fund (IMF), for its part, has announced that it will provide up to $50 billion in emergency funds to low- and middle-income countries.

Such funds are far from impressive, if you remember that a single country, Argentina, received $45 billion last year in a failed attempt to contain the economic collapse. And furthermore, as shown by the United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) in 2018, the total debt (public and private) of developing countries before the crisis was already double their gross domestic product, a record high.

Lack of foresight in the face of the announced pandemic is forcing governments around the world to resort to extreme and innovative sanitary measures. The looming debt crisis is now also calling for foresight, leadership and innovation. And who will dare argue that there was no warning?

Notes:

* The author is coordinator of the Social Watch network.

** The full report is available at https://apps.who.int/gpmb/assets/annual_report/GPMB_Annual_Report_English.pdf.

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Someone Else’s Virus

SWP - 27. März 2020 - 0:30

It appears paradoxical that Covid-19 was not found in Central Asia until mid-March. The region’s highly mobile societies border directly on China, with which intense bilateral relationships exist. Kazakhstan closed some of its border crossings to China at the end of January, including the major trade hub of Khorgos on the east-west axis of China’s Belt and Road Initiative. Travel restrictions were also imposed, with quarantine for travellers from China, and subsequently also from other countries. Kyrgyzstan quickly followed suit, and in the ensuing weeks Tajikistan and Uzbekistan also tightened entry requirements, imposing quarantine on travellers from high-risk countries – or in the case of Turkmenistan closing their borders entirely.

By February the authorities were denying rumours circulating on social media, and on 10 March Kazakhstan warned its population that cases must be expected. Three days later the first Covid-19 case was confirmed. Uzbekistan and Kyrgyzstan reported their own first cases shortly thereafter. In all three countries the official version was that the virus had not been introduced from China, but by travellers from Europe, the United States or Saudi Arabia.

Numbers have risen since in all three, yet remaining relatively low to date. All three countries have declared a state of emergency, with Kazakhstan and Uzbekistan taking especially vigorous action. Kazakhstan has placed its two largest cities, Nur-Sultan and Almaty, on lockdown, and Uzbekistan is also taking rigorous action: The Uzbek government has set up a crisis fund of $1 billion to tackle the health and economic impacts and is building hospitals. A website provides relevant information for the public and calls on people to stay at home. Nurseries, schools and universities are closed, public transport in the capital has been shut down.

No worries in Tajikistan

The virus has not yet affected Tajikistan – at least if the official narrative is to be believed. The mosques were closed at the beginning of March but have already reopened. Otherwise life continues as normal. Although there have been reports of panic buying and steep price rises for staples like flour, cooking oil and sugar, the government emanates calm and confidence. The Ministry of Health and Social Protection says the public should not believe rumours about the epidemic, and the president himself urged people not to panic over the “various infections” circulating globally. Corona is not discussed in schools and universities, despite readers’ online comments describing entire school classes coughing. And while all its neighbours cancelled the Persian New Year celebrations (Nowruz) on 20/21 March, Tajikistan marked the date as normal, with mass events and street festivals attended by thousands.

At the same time – apparently just as a precaution – hospitals are being cleared to make space for possible corona patients. A government committee has been charged with planning anti-epidemiological measures but has yet to issue any pronouncements. A number of states, including Germany, are providing or funding the purchase of protective equipment and accessories, first and foremost for medical personnel. In the meantime a certain amount of funding and material must have arrived. But will it be put to good use?

Social “immunisation”

In medical terms Tajikistan is poorly equipped for an epidemic. The health service is in a catastrophic state and conditions in quarantine facilities are more likely to accelerate than slow the spread of the virus. Not all of the donated equipment will reach its intended recipients; some will find its way to pharmacies which will sell it on at inflated prices. But the attitude towards the virus is at least as decisive as the question of provision of basic materials. 

A specific social constellation enables politicians to ignore the possible dangers of an epidemic. The reasons are both demographic and cultural in nature. Tajikistan is a young country with a rapidly growing population. Only 9 percent of the population is over 55 years of age. Chronic conditions – especially cardio-vascular and metabolic diseases – are prevalent among elderly people and the attitude to death is fatalistic, as it is wherever life-prolonging measures are available only to those who can afford them. In Tajikistan that means just a tiny fraction of society. Attitudes to sickness and health are heavily influenced by traditional medicine and religious ideas, and there is no shortage of corresponding recommendations in the social networks, where “corona” is ubiquitous. One of the most popular is the smoke of burning esfand seeds (peganum harmala), which is a widely used traditional remedy, another reciting the surah Ya-Sin. It can be assumed that these recommendations are taken seriously by many Tajiks.

It is, therefore, to be expected that Covid-19 will spread in Tajikistan too. A few cases will probably soon be reported officially, simply for reasons of credibility. But the reported numbers will settle at a low level. And who is going to verify them anyway? In view of the lack of capacity to take meaningful action, making society immune by mobilising cultural resources is an obvious option.

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Iran’s Multi-Faceted Strategy in Deir ez‑Zor

SWP - 27. März 2020 - 0:00

One aspect of Iran’s involvement in Syria that has come under the spotlight recently is Iran’s growing presence and activities in Deir ez-Zor province in eastern Syria. Not only has Iran established its military presence in the region by deploying troops and constructing military bases, it has also been active in social, cultural, and economic spheres. Many observers believe that Iran’s goal is to establish a “land corridor” to connect the country to Lebanon via Iraq and Syria. Others argue that Iran is attempt­ing to expand its ideological influence in Deir ez-Zor by promoting Shi’ism. However, the Islamic Republic is pursuing a multifaceted strategy in the area. Tehran wants to establish an economic corridor to the Mediterranean to play a role in China’s Belt and Road Initiative (BRI). Iran is also trying to create a zone of influence in Syria’s east while strengthening its deterrence against Israel and the United States. Prevent­ing the revival of the so-called Islamic State (IS) remains another priority.

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Zum Verfassungsprozess in Chile

SWP - 27. März 2020 - 0:00

Die Proteste in Chile, die im Oktober 2019 einsetzten, haben unter anderem eine Verfassungs­initiative nach sich gezogen, die Bürgerinnen und Bürger schon lange gefor­dert hatten. Nun haben sich auch Regierungs- und Oppositionsparteien darauf geeinigt. Sie soll mit einer Volksabstimmung darüber beginnen, ob eine neue Ver­fassung ge­wünscht wird und welches Kollektivorgan sie aus­arbeiten soll. Seit dem 26. Februar befindet sich Chile offiziell im Wahlkampf für dieses Referendum. Wegen der Covid-19-Pan­demie wurde es vom 26. April auf den 25. Oktober verschoben. Die gegebenenfalls abzuhaltende Wahl des verfassunggebenden Organs soll nun erst am 11. April 2021 stattfinden. Zwar ist noch ungewiss, inwiefern eine neue Verfassung dazu bei­tragen wird, die soziale, politische und institutionelle Krise zu bewältigen. Dennoch glaubt die große Mehrheit der Bevölkerung, dass sie unabdingbarer Grund­stein für einen notwendigen neuen Gesellschaftsvertrag ist.

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Sonderausschreibung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

#HOCHN - 27. März 2020 - 0:00
DBU-Sonderausschreibung im Rahmen des UNESCO-Programmes “Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs (ESD for 2030)”

Foto: Aaron Burden/Unsplash

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Die Corona-Krise trifft die Länder im globalen Süden doppelt hart

VENRO - 26. März 2020 - 17:57

Einbrechende Märkte können im globalen Süden nicht durch privatwirtschaftliche oder staatliche Rücklagen kompensiert werden. Umso wichtiger ist es, die Warenflüsse aufrechtzuerhalten, schreibt Claudia Brück, Vorstand Kommunikation und Politik bei TransFair. Ein Bericht über die wirtschaftlichen Herausforderungen im Umgang mit der Pandemie

Im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus haben sich unser Arbeitsalltag und unser gesamtes Leben binnen kürzester Zeit komplett verändert. Unseren Bewegungsradius haben wir bei TransFair auf ein Minimum reduziert, alle externen Termine sind abgesagt, die meisten Kolleg_innen arbeiten im Homeoffice. Doch der erste Schrecken legt sich und wir betreten nun als internationale Bewegung verstärkt die virtuelle Ebene – mit dem Ziel, so viele Arbeiten wie möglich auch online zu erledigen. Denn die Partner im Süden trifft die Krise doppelt hart: Einbrechende Märkte können nicht durch privatwirtschaftliche oder staatliche Rücklagen kompensiert werden. Das Virus wird zudem auf Gesundheitssysteme treffen, deren Intensivmedizin nicht auf eine derartige Krise eingestellt ist.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sind schon jetzt deutlich spürbar. Nicht nur die hiesige Wirtschaft, sondern auch Fairtrade-Partner in Nord und Süd sind massiv davon betroffen. Restaurants, Schulen und Universitäten müssen schließen, der Außer-Haus-Markt verzeichnet starke Rückgänge. Gleichzeitig führen die Hamsterkäufe der letzten Zeit zu einem Absatzboom bei Fairtrade-Bananen, -Kaffee, und -Reis sowie bei fairen Schokoladeprodukten.

Markteinbruch bei Blumen und Textilen

Aus dem ostafrikanischen Blumensektor erreichen uns hingegen besorgniserregende Nachrichten. Um Kapazitäten für die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen, haben einige europäische Länder ein Verkaufsverbot von Schnittblumen beschlossen. Infolge dessen wurden viele Aufträge storniert, erste Blumenfarmen mussten bereits ihre Angestellten nach Hause schicken. Auf den Blumenplantagen wird darüber verhandelt, ob ein Teil des Verdienstausfalles über die Fairtrade-Prämien abgedeckt werden kann. Dies würde den fehlenden Lohn von knapp 60.000 Blumenarbeiter_innen etwas abmildern.

Ähnliche Nachrichten erreichen uns aus dem Textilsektor, wo ebenfalls Aufträge in Milliardenhöhe storniert wurden. Jüngst hat etwa Indien eine landesweite Ausgangssperre verhängt – Fairtrade-Textilpartner kümmern sich statt um fristgerechte Auftragserledigungen nun um ihre gestrandeten Wanderarbeiter_innen.

Warenflüsse aufrechterhalten

So verständlich gerade der Blick auf uns selbst ist, so wichtig ist es, sich auch heute für die Produzentenorganisationen im globalen Süden einzusetzen. Noch können die meisten von ihnen arbeiten. Damit dies so bleibt und die Warenströme aus dem globalen Süden so lange wie möglich geöffnet bleiben können, sprechen wir aktuell mit der Politik und dem Lebensmitteleinzelhandel.

Gleichzeitig blicken wir mit Sorge auf die zunehmenden Bewegungseinschränkungen in Lateinamerika, Afrika und Asien, die mittelfristig auch Konsequenzen für die Logistik haben werden. Kommt der Warenfluss erstmals ins Stocken, braucht es eine längere Zeit, bis die Logistik wieder funktioniert und die Menschen in Kenia, Äthiopien oder Indien wieder eine Erwerbsgrundlage erhalten.

Die aktuelle Krise fordert von uns allen Rücksicht, Verantwortungsbewusstsein und Solidarität – sowohl gegenüber Menschen unserer unmittelbaren Umgebung als auch in den Produzentenländern.

Claudia Brück ist Vorstand Kommunikation und Politik bei unserer Mitgliedsorganisation TransFair.

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