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„Die richtige Balance“

E+Z - 11. Februar 2020 - 9:46
Innovative Unternehmensgründungen in Afrika sind wichtig, schaffen aber allein nicht genug Arbeitsplätze

Können wir davon ausgehen, dass jeder potenzielle Unternehmensgründer mit einer guten Idee in Afrika auch Finanzierungsmöglichkeiten findet?
Das lässt sich so allgemein nicht beantworten. Je geringer der Entwicklungsstand eines Landes ist, desto schwieriger ist es auch für Gründer, Finanzierungen zu erhalten. Das ist aber nicht der einzige Engpass. Grundsätzlich müssen die Rahmenbedingungen für unternehmerische Tätigkeit in vielen afrikanischen Ländern verbessert werden. Die Herausforderungen reichen von schlechten Straßen und unzuverlässiger Stromversorgung bis zu mangelnder Rechtssicherheit und unzureichend qualifiziertem Personal. In solch einem Umfeld ist es nicht leicht, ein innovatives Unternehmen zu starten.

Die DEG unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen im formalisierten Sektor afrikanischer Länder mit Krediten oder Kapitalbeteiligungen (siehe Kasten nächste Seite). Wie finden Sie diese Firmen?

  • Wir nutzen mehrere Wege.
  • Wir haben eigene Büros in den wichtigen afrikanischen Märkten. In Lagos haben wir gerade ein neues eröffnet. Zudem sind wir in Accra, Abidjan, Nairobi und Johannesburg präsent. Von dort aus betreuen wir überwiegend mit lokalen Mitarbeitern, die ihre Weltgegend und die Unternehmerschaft vor Ort gut kennen, auch Nachbarländer.
  • Wir kooperieren eng mit afrikanischen Banken und unterstützen sie beim Ausbau und der Modernisierung ihrer Aktivitäten. In einigen Filialen solcher Partnerbanken haben wir sogenannte German Desks eingerichtet, um Mittelständler zu erreichen.
  • Wichtig ist zudem die Zusammenarbeit mit anderen europäischen beziehungsweise internationalen Development Finance Institutions, die ähnlich wie wir die Privatsektor-Entwicklung fördern.

Unsere Arbeit ist darauf ausgerichtet, vielversprechenden kleinen und mittleren Unternehmen ab einer gewissen Größe weiteres Wachstum zu ermöglichen und damit nachhaltige Entwicklung zu fördern. Start-ups und Gründer sind nicht unsere erste Zielgruppe. Nicht zuletzt, weil sie vor Ort eine noch intensivere Betreuung wünschen und auch brauchen, als wir leisten können.

An Tech-Hubs und anderen Gründerzentren beteiligen Sie sich also nicht?
Nein, das wäre für uns zu speziell. Das bedeutet aber nicht, dass wir solche Initiativen nicht gut finden. Die Erfahrung zeigt, dass Gründer von einem stimmigen Umfeld profitieren. Tech-Hubs bieten typischerweise eine gute digitale Infrastruktur, kreativen Austausch mit Kollegen sowie Kontakte zu Finanzinstituten. Meist sind solche Zentren auch international gut vernetzt.

Was für eine Art von Wirtschaftswachstum braucht Afrika, um genügend Arbeitsplätze für die vielen Millionen junge Leute zu schaffen? Innovative Websites reichen vermutlich nicht.
Wir beobachten, dass die vielen neuen Online-Plattformen und Apps, die in Afrika entstehen, zwar nur eine begrenzte Anzahl an Arbeitsplätzen schaffen, aber dennoch die Lebensverhältnisse vor Ort verbessern. Sie erweitern die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher und bieten ihnen viel besseren Zugang zu Informationen, als sie bisher hatten. Das ist wichtig. Andererseits entstehen so nur wenige Jobs, und zwar vor allem für vergleichbar gut ausgebildete Leute. Auch das ist wichtig, weil es Perspektiven für qualifizierte Kräfte bietet. Klar ist aber auch, dass viele Arbeitsplätze für weniger qualifizierte Menschen gebraucht werden. Also muss das produzierende Gewerbe wachsen. Strategisch besonders wichtig ist die Verarbeitung von agrarischen und anderen Rohstoffen in Afrika sowie die Verbesserung von Lieferketten.

Die DEG unterstützt auch deutsche und europäische Firmen beim Engagement in Entwicklungsländern. Ist es beschäftigungs- und wirtschaftspolitisch relevant, ob Arbeitsplätze bei heimischen oder interna­tionalen Unternehmen entstehen?
Beschäftigungspolitisch ist eigentlich zweitrangig, wer die Arbeitsplätze schafft, solange möglichst viele entstehen. Ein Vorteil ausländischer Investoren ist, dass sie zusätzliches Know-how und Expertise mitbringen. Sie nutzen moderne Technik und aktuelle Managementmethoden. Andererseits werden diese Unternehmen sicherlich nicht genug Arbeit für alle schaffen, also müssen sich auch die lokalen Firmen entwickeln. Die lokale Industrie wird ausschlaggebend sein. Die Rahmenbedingungen müssen aber sowohl für ausländische als auch für heimische Investoren stimmen – und das berührt wieder die bereits erwähnten Punkte wie Infrastruktur, solide Regierungsführung und Formalisierung der Wirtschaft.

Wer die Wirtschaftszeitungen reicher Länder liest, kann den Eindruck gewinnen, dass die ökonomischen Rahmenbedingungen umso besser sind, je niedriger die Steuern sind. Formalisierung bedeutet aber auch, die große Vielzahl kleiner informeller Betriebe zu besteuern.
In Europa halten wir heute viele Dinge für selbstverständlich, die letztlich auf staatlicher Daseinsvorsorge beruhen. Eine moderne Volkswirtschaft braucht nun mal eine gute Infrastruktur, und das schließt funktionierende Bildungs-, Gesundheits- und Rechtssysteme ein. Klare Regeln erleichtern die Unternehmenstätigkeit – nehmen Sie zum Beispiel die Lebensmittelverarbeitung. Wenn es verbindliche Haltbarkeitsdaten, Auskunftspflichten über Zutaten und so weiter gibt, muss das Management zwar für die Einhaltung sorgen, sich aber nicht selbst den Kopf darüber zerbrechen, welche Standards sinnvoll und nötig sind. Tech-Gründer wiederum brauchen den Schutz ihres geistigen Eigentums. Auf diese gesetzlichen Bestimmungen müssen sich alle verlassen können. Korruption unterhöhlt die Funktionstüchtigkeit von Verwaltungen. In diesem Sinne hat ein gutes Investitionsklima viele verschiedene Aspekte. Die Vorstellung, Märkte seien umso dynamischer, je weniger staatlichen Eingriffen sie ausgesetzt sind, führt in die Irre. Es kommt immer auf die richtige Balance an.

Christiane Laibach ist Vorsitzende der Geschäftsführung der DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft. Die DEG gehört zur KfW Bankengruppe und fördert die Privatwirtschaft in Entwicklungs- und Schwellenländern.
presse@deginvest.de

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E+Z/D+C 2020/03 – mo – nowadays – Roli Mahajan – Ruanda – plastic ban

E+Z - 11. Februar 2020 - 9:15
Rwanda is taking its ban on single-use plastic bags one big step further, to include most other types of single-use plastic products

Now, Rwanda is taking this policy a step further. Beginning this year, it will ban all other types of single-use plastics, such as straws, coffee stirrers, soda and water bottles, plastic cutlery, balloons and almost all food packaging.

The law aims to protect the environment, the economy and the health of the people from throwaway plastics. Rwanda’s Environment Management Authority blames flooding and low agricultural productivity in part on improperly discarded single-use plastics, because this can prevent rainwater from penetrating into the soil. Plastic also clogs drains, which in turn creates a breeding ground for diseases such as malaria that are transmitted by bugs or parasites. Malaria is a leading cause of infant mortality in Rwanda.

Moreover, toxic chemicals used for manufacturing plastic often enter the food chain when animals consume them. This is a concern since a big proportion of the population’s diet is meat. Also, when plastic disposed of by burning, that contributes to air pollution.

Rwanda aims to be completely plastics free by the end of 2020, with a few exceptions such as plastics needed for packaging vaccines and other medicines, certain items sold at hotels, and plastics used for wrapping frozen foods.

Rwanda is one of 34 African nations imposing restrictions on single-use plastic bags. Africa is taking the lead in such rules, possibly because it has no strong plastics-industry lobby and exports very little plastic. Africa also has relatively low rates of waste collection and recycling, which makes plastic litter more visible than elsewhere.

Rwanda’s ban on single-use plastic packaging for food creates some tricky problems for importers, manufacturers, traders and consumers. Manufacturers or retailers, for example, are required to put mechanisms in place to collect and segregate used plastics for recycling. At an individual level, any person found disposing of single-use plastic items will be fined and required to repair the damage caused.

Retailers have about three months in early 2020 to sell off any goods that are packaged in throwaway plastic. Industrial manufacturers have two years to change their processes to avoid single-use plastic packaging. After those grace periods, noncompliance could mean heavy fines, loss of trading licenses and even closure of the business.

Some consumers wonder how all this will work. B. Cyuzuzo Deborah, a student at the University of Rwanda, says, “I cook at home and don’t use food delivery apps so I am not worried about plastic packaging there. But I am not sure what would be an alternative to plastic to hold a packet of biscuits that is not made locally, or to hold a fizzy drink when one is on the move.”

The government’s reply is to consider using paper, bamboo or wood-based packaging as alternatives to plastic.

“Consumers should ponder how items were sold and used before there was so much plastic around,” says Vincent Biruta, who until recently was the environment minister and a driving force behind the new law. When asked what consumers should use instead of plastic straws at a pub, he replied, “what did you use for drinking local beer before the advent of plastic straws?”

 

Roli Mahajan is a freelance journalist.
roli.mahajan@gmail.com

 

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Eskalation im Sahel: Eine Region gerät außer Kontrolle

Welthungerhilfe - 11. Februar 2020 - 9:08
Europas Engagement bringt weder Sicherheit noch Entwicklung. Die Ursachen liegen bei den Regierungen vor Ort und der Vielzahl der Akteure.
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Künstliche Intelligenz und Drohnen zum Schutz des Regenwaldes

reset - 11. Februar 2020 - 7:14
Der Erhalt des Regenwaldes ist seit den verheerenden Bränden im Amazonas wieder stärker in den Fokus gerückt. Um illegale Waldrodungen zu erkennen und zu verhindern, können neue Technologien helfen: selbstlernende Algorithmen, Satelliten- und Drohnenaufnahmen sowie Blockchain-basierte Smart Contracts.
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BMZ im Rückwärtsgang: Das gescheiterte Projekt der Inklusionsstrategie

VENRO - 10. Februar 2020 - 22:16

Heimlich, still und leise erschien auf der Webseite des BMZ am 2. Januar 2020 die Inklusionsstrategie. VENRO-Vorstandsmitglied Michael Herbst blickt reichlich ernüchtert auf einen quälend langsamen Prozess zurück.

Worten sollen Taten folgen betitelten VENRO und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Ende 2016 eine gemeinsame Tagung zu zehn Jahren des Bemühens um Inklusion in der Entwicklungszusammenarbeit. „Den Ende 2017 auslaufenden Aktionsplan werden wir bis Mitte 2018 durch eine Inklusionsstrategie ablösen“, verkündete das BMZ vollmundig. Die Zivilgesellschaft sollte beteiligt und die Strategie als Mittel der Umsetzung des Agenda-2030-Prinzips verstanden werden, niemanden zurückzulassen und die am weitesten hinten Stehenden zuerst zu erreichen (Leave No One Behind).

Michael Herbst moderierte die Tagung als Sprecher der VENRO-AG Behinderung und Entwicklung. Nun blickt er als Mitglied des VENRO-Vorstands reichlich ernüchtert auf einen quälend langsamen Prozess zurück.

Es fehlen unentbehrliche Bestandteile einer Strategie

Heimlich, still und leise erschien auf der Webseite des BMZ am 2. Januar 2020 die Inklusionsstrategie. Keine Pressemitteilung, kein offizielles Event zur Präsentation, nicht einmal der Webseitentext wurde an das Erscheinen des 16-Seiters angepasst, sondern kündigt eben dieses Erscheinen bis Mitte 2018 weiterhin tapfer an. Das PDF-Dokument selbst war anfänglich nicht barrierefrei. Bei einem Papier zu dieser Thematik – gewagt.

Der Inhalt? Einige Grundlagen, der Zusammenhang mit der Agenda-2030-Umsetzung, drei Oberziele, 23 Unterziele und zum Schluss die Ankündigung, man werde nun an eine Umsetzungsplanung gehen und künftig u.a. per entwicklungspolitischem Bericht wissen lassen, wie weit man ist. Keine Wirkungslogik, keine Messgrößen, keine Regelung von Verantwortlichkeiten, kein Budget, kein Zeitplan. Eigentlich unentbehrliche Bestandteile einer Strategie. Geblieben ist zielformulierende Prosa, auf die man sich auf einem Halbtagesworkshop des begleitenden Expert_innengremiums hätte einigen können.

Ist das Partizipation oder Instrumentalisierung?

Seit Juli 2017 positioniert sich VENRO regelmäßig zum Thema. Die AG Behinderung und Entwicklung formulierte zunächst neun formale, qualitative und inhaltliche Empfehlungen zur Inklusionsstrategie. Mehrere Expert_innengremien fanden statt, teilweise zirkulierten Entwürfe der Strategie. Im Mai 2019 schrieb VENRO dem BMZ erneut und formuliert diesmal fünf Mindestanforderungen an menschenrechtsbasierte Querschnittsstrategien des Ministeriums. Über den Stand der Inklusionsstrategie und über den Umgang mit unseren Empfehlungen wurde VENRO aber leider oft im Unklaren gelassen. Schließlich präsentierte das BMZ dem Expert_innengremium im Juni 2019 einen Strategieentwurf, der nichts mehr war als eine Absichtserklärung, kein strategischer Plan zur Erreichung der darin gesetzten Ziele. Wir dürfen ein letztes Mal kommentieren. Es wird ein Gruppenfoto geschossen. Schluss.

Dieser Umgang steht im Kontrast zu den Antworten auf parlamentarische Fragen aus dem Parlament und die Antworten auf unsere Lobbybriefe. Auch im deutschen Staatenbericht zur bevorstehenden Prüfung der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention betont das Ministerium unbekümmert die intensive Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft. Vor diesem Hintergrund lässt uns die Ankündigung des BMZ, Ende März zu einem Runden Tisch einladen zu wollen, um die Umsetzungsplanung zu besprechen, ratlos zurück.

Wie steht es um das Leave-No-One-Behind-Prinzip der Agenda 2030?

MdB Eva-Maria Schreiber (Die Linke) fragte nach. Die Antworten runden das Bild auf erschreckend ambitionslose Weise ab: Ja, man sehe das Prinzip als menschenrechtsbasiert und in Richtung gesellschaftlich strukturell benachteiligter Personengruppen zielend. Doch von aufholender Entwicklung, von der Reduzierung sozialer Ungleichheit durch gezielte Unterstützung marginalisierter Menschen, kann nicht die Rede sein. Das zweite Gleis des Twin-Track-Approach (Zweigleisiger Ansatz) bleibt unbefahren. Auf der Handlungsebene ist man fünf Jahre lang nicht weitergekommen. Bezogen auf Menschen mit Behinderungen fährt man gar rückwärts. Formulierte der Aktionsplan zur Inklusion in der EZ noch 42 konkrete Maßnahmen, deren Umsetzung man prüfen kann, sind es in der Inklusionsstrategie genau 0.

24.03.2020 | Gespräche zur Internationalen Zusammenarbeit: Ein Stromnetz für ganz Lateinamerika: Zukunftsvision oder politische Illusion?

GIZ Event - 10. Februar 2020 - 17:15
Veranstaltungsdatum: Dienstag, 24. März 2020
Energiewende in Lateinamerika – ein Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel.
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05.03.2020 | Gespräche zur Internationalen Zusammenarbeit: Frauen. Frieden. Sicherheit.

GIZ Event - 10. Februar 2020 - 16:46
Veranstaltungsdatum: Donnerstag, 5. März 2020
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Stellungnahme zur Wahl und Aufruf zum gemeinsamen Demo am 15.02. in Erfurt

agl - 10. Februar 2020 - 16:43

 

Kein Pakt mit Faschist*innen - Niemals und nirgendwo!

 

Mit der Wahl von Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten mit Stimmen der AfD, stellt der 5. Februar 2020 eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte dar. Erstmals hat eine rechtsnationalistische und völkische Partei aktiv Einfluss auf die Wahl eines Regierungschefs genommen und ist somit ihren politischen Forderungen wie dem Stopp einer verantwortungsvollen Klimapolitik, der Ablehnung der Agenda 2030, dem Ende einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in Thüringer Schulen, dem Ende des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit oder dem Ende des sogenannten Schuldkults ein Stück näher kommen.

 

Das Eine Welt Netzwerk Thüringen unterstützt daher den Aufruf des #unteilbar Bündnisses #nichtmituns zur bundesweite Großdemo am 15.02.2020 um 13:00 Uhr am Domplatz Erfurt.

 

 

Die vollständige Stellungnahme können Sie hier runterladen.

 

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Mit Bildung die Welt erhellen

E+Z - 10. Februar 2020 - 15:58
Frank Masanta betreibt trotz finanzieller Probleme eine Schule für benachteiligte Kinder in Lusaka in Sambia

Ich bin als eines von 12 Kindern meiner Familie 1981 in Ndola geboren und in Lusaka aufgewachsen. Mein Vater ließ sich von meiner Mutter scheiden, als ich noch ein Baby war. Er kümmerte sich kaum um mich und investierte nicht in meine Ausbildung. Ich war nicht gut in der Schule und habe die 12. Klasse mit einem allgemeinen Zeugnis abgeschlossen. Mein Vater ist Automechaniker, aber ich habe mich nie für diesen Beruf interessiert, obwohl er oft die Autos der Kunden zu Hause reparierte und ich ihm dabei half. Nach der Prüfung für die 12. Klasse verließ ich das Haus, weil ich unabhängig sein wollte. Ich heiratete 2002.

Die Idee, eine Schule zu eröffnen, kam dadurch, dass ich meine eigenen Kinder aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht zur Schule schicken konnte. Außerdem wollte ich anderen Kindern, denen es ähnlich wie meinen geht, helfen (siehe dazu auch meinen Beitrag im Schwerpunkt des E+Z/D+C e-Paper 2019/09). Also beschloss ich, eine Schule zu eröffnen, an der ich und meine Frau selbst unterrichten. Durch kleine Gebühren der Schüler wollten wir Miete, Bücher, Möbel und Unterrichtsmaterial bezahlen. Die Lehrer sind Freiwillige mit Stipendien, die ihre täglichen Ausgaben decken, aber keinem vollen Einkommen entsprechen. Langfristig ist der Plan, ausgebildete Lehrer zu beschäftigen, die die Schule weiterführen und Partnerschaften und Unterstützung durch Unternehmen suchen sollen.

Ich wählte Ng’ombe als Ort, weil wir früher dort wohnten und weil ich dort ein als Schule geeignetes Gebäude gefunden habe. Ng’ombe ist ein armes Viertel mit hoher Bevölkerungsdichte. Es gibt dort zwei staatliche Schulen, an denen der Unterricht zwar kostenlos ist, aber die Eltern dennoch so viel anschaffen müssen – wie Bücher oder Schuluniformen –, dass sich arme Familie das nicht leisten können.

Nach einer Weile erkannte ich, dass man auch Unternehmer sein muss, um eine Schule zu betreiben. Leider kann ich von der Sun-spring Charity School nicht leben. Wir kämpfen sogar darum, alle Betriebskosten zu decken. Ich lebe von einem kleinen Unternehmen namens Think Global Services, mit dem ich Geschäfte tätige, wie die Herstellung von Visitenkarten. Für die Sun-spring Charity School versuche ich immer wieder neue Einnahmen zu beschaffen.

So habe ich bereits einige Märsche in Sambia organisiert und bin bereits mehr als 1000 Kilometer gelaufen, um Gelder für Bildung zu sammeln und das Bewusstsein für das Recht auf Bildung und für nachhaltige Entwicklung zu stärken. Während und nach den Märschen habe ich mich mit Wirtschaftsführern und Ministern getroffen, damit sie sich für Bildung für alle sowie für Investitionen und Partnerschaften für Bildung einsetzen.

Ich arbeite auch an verschiedenen Projekten, um Jugendliche durch Unternehmertum zu stärken. Außerdem organisiere ich derzeit den „SDGs&Climate Action Walk“, einen 915 Kilometer langen Marsch im März 2020, um das Bewusstsein für die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung zu schärfen. Ich will die Mittel für den Bau einer Schule gewinnen und für die Pflanzung von einer Million Bäumen bis 2030 als Teil einer Klimaaktion.

Zu meinem Handeln motiviert mich ganz einfach Menschlichkeit. Ich bin Humanist und Christ, und was ich tue, geschieht aus Liebe. Ich glaube daran, was Muhammad Ali sagte: „Der Dienst am Nächsten ist die Miete, die man für sein Zimmer hier auf der Erde bezahlt.“ Ich glaube fest an Bildung. Sie ist das Licht, mit dem man helfen kann, die Welt zu erhellen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, ein erfolgreicher Unternehmer und Weltbürger zu sein. Mein Ziel ist es, Geld zu sammeln und Partnerschaften für Bildung aufzubauen. Damit möchte ich mehr Schulen bauen, um mehr Kindern besonders in unterversorgten ländlichen Gebieten Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Und ich möchte ein Umweltschützer sein. Die Welt steht vor noch nie dagewesenen Herausforderungen wie dem Klimawandel, der dringend kollektive Maßnahmen erfordert.

Frank Masanta Jr. ist ein Bildungsaktivist in Sambia. Seine Sun-spring Charity School in Lusaka bietet Vor- und Grundschulbildung für mehr als 100 Mädchen und Jungen.
frankmasanta.jr@gmail.com

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Heizen oder essen?

Welthungerhilfe - 10. Februar 2020 - 15:55
Die Situation der 3,6 Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei spannt sich in den Wintermonaten dramatisch an. Oft müssen sie ihr Hab und Gut verkaufen, um steigende Ausgaben für Brennstoff, Kohle, oder wärmende Kleidung zu bezahlen. Die Welthungerhilfe leistet Winterhilfe.
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Gipfeltreffen der AU – Die Waffen zum Schweigen bringen

SÜDWIND - 10. Februar 2020 - 15:13

von Pedro Morazán

Vom 09.02. bis zum 10.02.2020 trafen sich die afrikanischen Staats- und Regierungschefs zum 33. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba. Zu Beginn hat der Südafrikaner Cyril Ramaphosa die Nachfolge des Ägypters Abdelfatah Al Sisi als Vorsitzender übernommen. „Lasst uns unsere Arbeit auf die Konfliktlösung konzentrieren“, sagte er in seiner Antrittsrede. Die Herausforderung ist enorm, denn nicht nur in Libyen, sondern auch in der Sahelzone haben sich die Konflikte zuletzt verschärft. Auch im Sudan und in der Zentralafrikanischen Republik bleibt die Lage angespannt. „Die Waffen zum Schweigen bringen“ – das ist auch das Thema des 33. Gipfeltreffens und die Agenda für dieses Jahr.
Darüber hinaus steht eine Reihe weiterer Themen auf der Agenda des Gipfeltreffens der afrikanischen Staatschefs. Dazu gehören die institutionelle Reform und die Finanzierung der kontinentalen Körperschaft, die Entwicklungen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (AfCFTA) und die Verhandlungen über ein neues „Post-Cotonou“ Kooperationsabkommen zwischen den afrikanischen, karibischen und pazifischen Ländern und der Europäischen Union nach 2020. Schon am 06.02. traf sich der Exekutivrat, bereitete das Gipfeltreffen der Staatschefs vor und hat dabei auch das Thema des vorangegangenen Jahres bilanziert: „Flüchtlinge, Rückkehrer und international Vertriebene: Auf dem Weg zu dauerhaften Lösungen für Zwangsvertreibungen in Afrika“. Kriege zu beenden wäre sicherlich einer der wichtigsten Lösungsansätze, um Flucht und Vertreibung zu bekämpfen.
Die panafrikanische Organisation legt auch die Notwendigkeit einer besseren Vertretung des Kontinents in den hohen Instanzen der Vereinten Nationen wieder auf den Tisch, wozu auch UN Generalsekretär António Guterres seine Unterstützung bekundet hat. Die afrikanischen Länder fordern zu Recht schon seit langem eine Reform und Erweiterung des Sicherheitsrates für eine bessere Repräsentanz Afrikas. So fordern sie, fünf statt bislang drei nicht ständige afrikanische Mitglieder zu entsenden und zwei ständige Sitze mit Vetorecht zu besetzen. Auch das Vetorecht der ständigen Mitglieder abzuschaffen wird jedoch im Rahmen der Reformvorschläge diskutiert, dürfte aber wohl wenig Aussichten auf Erfolg haben.

Panafrikanische Freihandelszone weiter im Fokus Das andere wichtige Thema, das im Mittelpunkt der Diskussionen beim diesjährigen Treffen der Staatschefs steht, ist die effektive Umsetzung der im letzten Jahr auf den Weg gebrachten panafrikanischen Freihandelszone AfCFTA. Ein entsprechendes Abkommen, das die Schaffung eines gemeinsamen Marktes für 1,2 Milliarden Menschen ermöglicht, war nach der Ratifizierung einer ausreichenden Anzahl an Mitgliedsstaaten bereits im Mai 2019 in Kraft getreten, soll nun aber ab dem 1. Juli auch operational mit Leben gefüllt werden.

In seiner Antrittsrede legt Ramaphosa einen Schwerpunkt auf die Umsetzung der AfCFTA. Als wichtigster Motor für den Industrialisierungsprozess auf dem afrikanischen Kontinent hat sie für ihn höchste Priorität. Damit soll der Weg für eine bessere Integration Afrikas in der Weltwirtschaft geebnet werden. Unklar bleibt die alte Frage, wie die eigene Wertschöpfung erhöht werden kann. Vor allem die am wenigsten entwickelten Länder sind noch zögerlich beim Abbau ihrer Zollschranken und fordern einen angemessenen Zeitplan. Während das Hauptquartier in Accra (Ghana) bereits eingerichtet wurde, wetteifern Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und Südafrika um die Präsidentschaft des neuen Gremiums.

Das Tandem an der Spitze der AU, bestehend aus Ramaphosa und dem Kongolesen Felix Tshisekedi, dem Vizepräsidenten im Jahr 2020 und Nachfolger im Jahr 2021, scheint auch über die notwendige Förderung der afrikanischen Frauen einig zu sein. „Es wird keine nachhaltige Entwicklung ohne die volle und gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an der Wirtschaft geben“, sagte Ramaphosa in seiner Rede. Doch ein weiteres Jahr lang wird das Foto der afrikanischen Staatschefs eine überwältigende Realität deutlich machen: Unter den 55 in der AU vertretenen Staaten gibt es nur eine einzige Präsidentin, die äthiopische Sahlework Zewde.

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E+Z/D+C 2020/03 – bl – Katja Dombriwski – Coronoa – Mauritius

E+Z - 10. Februar 2020 - 15:11
Mauritius is a very small country far away from China – but its economy has close ties to that country

The government of Mauritius has put a number of safety measures in place, including a travel ban, a suspension of all direct flights to China and import stops for products from China. People arriving from China are quarantined. Rigorous medical controls have been set up at the country’s international port and airport. In short, the authorities are doing what they can to keep the island nation coronavirus-free.  

Hopefully, people’s health will not suffer – but the economy surely will. The sector feeling the impacts first is tourism. About 44,000 visitors from China were expected this year, staying an average of ten days and spending a total amount worth the equivalent of € 25 million. It will be difficult for hotels to attract more tourists from other destinations in order to make up for the losses. Moreover, industry leaders fear that the virus will affect not only business with China, but dampen the mood for travelling worldwide.

Tourism is not the only sector affected. Air Mauritius, the state-owned airline, cancelled all flights to mainland China and Hong Kong for the foreseeable future. Those flights normally add up to five percent of its total seats capacity. Part of the air travel is tourism, but business relations, academic exchange et cetera are compromised too.

The garment industry, another important pillar of Mauritius’ economy, will be short of supplies soon. It depends on imports from China. The government’s advice to companies is to find alternative sources – but the supply chains are simply not in place. It will take time to build them.

Construction normally relies on Chinese migrant labour. The industry will have to find workers elsewhere.

Retail traders and consumers will feel impacts as well: Chinese products are part of daily life in Mauritius.  Even the sugar price on the world market is falling due to the slump in Chinese demand. That matters very much to Mauritian sugar cultivators.

The only reason for optimism is the low oil price, which is another result of the spreading virus. It is expected to keep inflation low and help the economy in general. All in all, however, Mauritius expects its growth rate to suffer. Economists had predicted four to 4.2 % this year, but now expect the rate to be 0.5 % lower.

The coronavirus shows that globalisation has created much greater interdependencies than humanity knew in the past. When a major economy like China is hit by an unusual health crisis, a far away small island nation suffers – even if not a single person is infected.

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Yours In Power – Die Dokumentation über afrikanische Aktivistinnen

ONE - 10. Februar 2020 - 14:22

Frauen und Mädchen – Aktivistinnen schreiben Briefe an ihr jüngeres Ich in der neuen Doku-Serie “Yours In Power”

Originaltext: 10.10.2019 / by Sadof Alexander

Wenn du deinem jüngeren Ich einen Rat geben könntest, was würdest du sagen?

Unter dieser Frage steht die Dokuserie von ONE, Yours in Power. Drei Aktivistinnen die sich für Gleichberechtigung einsetzen, haben ihrem jüngeren Ich einen Brief geschrieben. In diesem erteilen sie sich selbst einen Ratschlag für die Zukunft und geben Einblicke in ihre Lebenswege. Ihre inspirierenden Worte zeigen, welche Kraft in deiner Stimme steckt. Mit dieser Stimme setzen sie sich unermüdlich dafür ein, eine gerechtere Welt zu erschaffen. Der Titel der Serie „Yours in Power“ bezieht sich auf die im Englischen übliche Schlussformel eines Briefes.

Jede*r Aktivist*in weiß, dass, wer die Welt verändern möchte, auch Briefe schreiben muss. Bürgerbriefe an politische Verantwortliche z.B. sind ein wichtiges Mittel, um deine gewählten Vertreter*innen von dir hören zu lassen. Doch die drei Hauptrollen unserer Dokuserie schreiben nicht an die Politik, sondern an sich selbst. Mit den Briefen an ihr jüngeres Ich erinnern sie uns,  dass jede und jeder, überall, die Welt verändern kann.

Die drei Teile der Dokumentation sind zwischen Oktober und Dezember 2019 veröffentlicht worden. Bevor du dir diese inspirierenden Geschichten anschaust, kannst du die drei Aktivistinnen erstmal etwas näher kennenlernen.

Melene Rossouw

Melene Rossouw wuchs in einfachen Verhältnissen in der Nähe von Kapstadt auf. Inspiriert durch den Einsatz ihrer Mutter für Gleichberechtigung entschloss sich dazu, für die Rechte von Mädchen und Frauen einzustehen und deren Stimmen ein stärkeres Gewicht zu verleihen. Im Jahr 2009 wurde sie als Anwältin am Obersten Gericht von Südafrika einberufen. Als Gründerin von Women Lead Movement schult sie Frauen in Seminaren zu den Themen Menschenrechte, Führung, Kampagnen und demokratischer Wandel. Ihr Ziel ist es, Frauen darin zu bestärken, sich für diese Aspekte in ihrer eigenen Gemeinschaft einzubringen und Regierungen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Rechte von Frauen sollen so geschützt und gesichert werden.

Auf dem Weg zur Gleichberechtigung sieht sie einige Hindernisse. Zum Glück freut sie sich auf diese Herausforderung: „Unsere Welt so zu verändern, dass Frauen ihre Möglichkeiten ausleben können, ist eine schwieriger Aufgabe. Aber du wirst dafür kämpfen, weil du daran glaubst, dass Geschlechtergleichheit und Gerechtigkeit erreicht werden müssen.“, ermutigt Melene Rossouw ihr jüngeres Ich.

 

Dr. Joannie Marlene Bewa

Dr. Joannie Bewa weiß aus eigner Erfahrung, wie wichtig eine medizinische Grundversorgung ist. Als junges Mädchen wäre sie fast an einer Asthma-Attacke gestorben. Rückblickend betrachtet wurde ihr Weg durch den Doktor inspiriert, der sie als Kind behandelte. Heute ist sie eine renommierte Ärztin, die mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde.

In ihrer Heimatstadt setzt sie sich dafür ein, dass jede Frau Zugang zu Gesundheitsversorgung hat. Als Gründerin von Young Beninese Leaders Association (YBLA) konnte sie über 10000 junge Personen über HIV/Aids aufklären. Die Organisation YBLA hat auch mehr als 3000 Mädchen und Frauen die Möglichkeit gegeben, sich gemeinsam mit den Themen Sexual- und Müttergesundheit und Fortpflanzungsgesundheit, Führungskraft und Unternehmertum zu beschäftigen und etwas darüber zu lernen.

Ihr übergreifendes Ziel besteht darin, eine Welt zu erschaffen, in der „keine Frau während der Geburt sterben muss. Eine Welt, in der jede Frau Zugang zu Gesundheitsversorgung und qualitativ hochwertiger Bildung hat.“

Wadi Ben-Hirki

Wie auch viele andere junge Mädchen wuchs Wadi Ben-Hirki mit der Botschaft auf, dass sie als Frau „gesehen, aber nicht gehört“ werden soll. Doch die Geschlechterdiskriminierung mit der sie schon als Kind konfrontiert wurde, bildete den Ursprung ihrer Stärke. Heute sagt sie, dass sie dadurch inspiriert wurde, sich aktiv für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit einzusetzen.

Mit gerade 17 Jahren gründete sie die Wadi Ben-Hirki Foundation. Mit dieser Stiftung bringt sie ausgegrenzten Gruppen, wie Frauen und Teenager*innen bei, sich für sich selbst und für die Themen, die sie beschäftigen, einzusetzen. Zusätzlich zu der Arbeit in ihrer eigenen Stiftung kollaboriert sie mit anderen Aktivist*innen als ONE Champion.

Ihr Einsatz gegen Armut, Analphabetismus und Kinderehen fügt sich zu dem Wunsch zusammen, eine Gesellschaft zu erschaffen in der alle über dieselben Möglichkeiten verfügen. Sie hofft, dass ihr Aktivismus und ihre Geschichte auch andere Menschen dazu inspiriert, ihre Ziele zu erreichen und frei zu leben.

Was würdest du sagen, wenn du deinem jüngeren Ich einen Brief schreiben könntest? Mach mit und schreibe deinem Vergangenheits-Ich eine Nachricht auf Facebook oder Twitter . Abonniere außerdem unseren Kanal auf  YouTube um diese und andere Videos von ONE nicht zu verpassen!

 

 

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10. Februar 2020

ONE - 10. Februar 2020 - 13:35

1. Afrikanische Union will die Waffen zum Schweigen bringen
Gestern und heute findet der alljährliche Gipfel der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba statt, nachdem am Samstag Südafrika ihre einjährige Präsidentschaft der AU angetreten hat, wie die zdf.de, Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Deutschlandfunk, der SWR, stern.de und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichten. Cyril Ramaphosa, Präsident Südafrikas, sagte zum Auftakt der Präsidentschaft seines Landes, den Kontinent „aufbauen“ zu wollen und die „Waffen zum Schweigen zu bringen“. Entsprechend des Jahresmottos der AU, „Silencing the Guns“, drängen viele Konflikte und Krisensituationen nach Lösungen, wie beispielsweise in Libyen, im Südsudan, dem Kongo und der Sahelzone. Der Kontinent leide auch unter der Gewalt gegen Frauen, die Ramaphosa bekämpfen wolle während er zusätzlich plane, die sozio-ökonomische Situation von Frauen zu verbessern. Doch Ramaphosas Ambitionen stehen „enormen“ Herausforderungen gegenüber, so Gugu Dube, Konfliktforscherin vom ‚Institute for Security Studies‘ (ISS) aus Pretoria auf zdf.de. „Es ist unwahrscheinlich, dass aus diesem Jahr ein konfliktfreier Kontinent hervorgeht“, so Dube, die dies mit den bekannten grundlegenden Problemen wie „Ungleichheit, Armut, Menschenrechtsverletzungen, Korruption und illegale Geldflüsse, fehlende Demokratie, Ausbeutung von Umweltressourcen und dem Klimawandel“ begründet. Hinzu komme, dass der Friedens- und Sicherheitsrat der AU bestimmte Konflikte auf dem Kontinent ignoriere. Es sei zwingend notwendig, in die Zukunft der rund 600 Millionen jungen afrikanischen Menschen zu investieren. Die jüngst etablierte kontinentalen Freihandelszone sei ein erster Schritt in eine partnerschaftliche Zukunft afrikanischer Zusammenarbeit, bilanziere Dube positiv.

2. Kamerun: Parlamentswahl begleitet von Gewalt und Boykott
Gestern fanden im westafrikanischen Kamerun Parlaments- und Kommunalwahlen statt, die wegen Unruhen seit 2018 zweimal verschoben und auch dieses Mal von Gewalt und Boykottaufrufen überschattet wurden, wie die Süddeutsche Zeitung, der Deutschlandfunk, Deutsche Welle, arte.tv, evangelisch.de, der Focus und das Domradio melden. Der 86-jährige Paul Biya regiere seit 37 Jahren Kamerun als autoritärer Präsident und wolle „mit der Abstimmung die Dominanz seiner Partei RDPC festigen“, so evangelisch.de. Von den circa sieben Millionen registrierten Wähler*innen konnten einige wegen anhaltender „bürgerkriegsähnliche Zuständen“ gar nicht oder nur unter starker Militärpräsenz die Wahlurnen aufsuchen. Andere, wie militante Separatisten in den englischsprachigen Gebieten oder der Oppositionspolitiker Maurice Kamto, riefen zum Boykott der Wahl auf. Kamerun wurde nach einem Vierteljahrhundert deutscher Kolonialisierung nach Ende des ersten Weltkriegs in eine französische und eine britische Zone eingeteilt, die in den sechziger Jahren wiedervereint wurden. Seit dem leide das Land unter Konflikten und gewalttätigen Auseinandersetzungen.

3. Ostafrika: Grassierende Heuschreckenplage breitet sich aus
Die in Ostafrika grassierende Heuschreckenplage hat über Kenia mittlerweile Uganda und den Südsudan erreicht – eine Entspannung sei nicht in Sicht, wie der Deutschlandfunk, Zeit Online, die Süddeutsche Zeitung, die Tageszeitung (taz), die Stuttgarter Nachrichten, der Standard und die NZZ berichten. Ursprünglich stammen die Schwärme der Wüstenheuschrecke aus der Wüste von Oman, aus der sie über den Jemen den Golf von Aden nach Ostafrika überquerten. Die Nahrungsmittelversorgung der Menschen Ostafrikas werde durch die rasante massenhafte Vermehrung der Tiere noch instabiler. Die UN-Ernährungsorganisation FAO schätze, dass die wirkungsvolle Bekämpfung der Plage Kenia, Äthiopien und Somalia rund 70 Millionen Euro kosten werde. Allerdings sei auch trockeneres Klima nötig, um die massenhafte Vermehrung der Tiere zu stoppen. Die überdurchschnittliche Erwärmung des Indischen Ozeans durch den Klimawandel begünstige starke Regenfälle und somit die Bildung von Insektenschwärmen.

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Ausstellungs-Finissage „Ein Ort. Irgendwo“

Engagement Global - 10. Februar 2020 - 10:12
Bei der Finissage zum Thema Frauen auf der Flucht sprachen Expertinnen über Migrationsarbeit und ihre persönlichen Erfahrungen. Foto: Felix Schaaf, ISSO Institut.

Mit einer Finissage zum Thema „Frauen auf der Flucht“ wurde am Donnerstag, 6. Februar 2020, die Karikaturenausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ im ISSO-Institut, Institute for Social and Sustainable Oikonomics, in Koblenz beendet. Lokal aktive Vertreterinnen aus der Migrations- und Integrationsarbeit erzählten über ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke aus der Arbeit mit Betroffenen.

Beatrix Sieben, Geschäftsführerin des ISSO-Instituts, und Birgit Steck von Engagement Global stellten zunächst die Hintergründe und Entstehungsgeschichte der Karikaturenausstellung vor, die das Ergebnis eines internationalen, künstlerischen Wettbewerbs zu den Themen Flucht und Migration ist. Anschließend leitete Petra Keller von Medica Mondiale e.V. mit einem Einführungsvortrag das Thema des Abends ein. Die Veranstaltung drehte sich um genderspezifische Fluchtursachen und –erfahrungen und darum, wie eine traumasensible Integration ermöglicht werden kann.

Dabei sprach Petra Keller auch konkret das Publikum an: „Wir sind verantwortlich dafür, auf welches Umfeld Menschen nach ihren traumatischen Erfahrungen stoßen“. Sie forderte weiter, dass Gewaltschulkonzepte stärker vorangebracht werden müssten und es sowohl weitere Prävention sowie Intervention von und bei Gewalt an geflüchteten Frauen geben müsse.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion machten neben Petra Keller auch Roula Fallal von der Initiative Frauenzimmer Koblenz, Karima Faddane, Integrationslotsin und Mitglied im Beirat für Migration und Integration der Stadt Koblenz, sowie die Juristin und Journalistin Soumaia Talo Alolabi aus Syrien ihre Standpunkte zum Thema deutlich und berichteten von persönlichen Erfahrungen.

Nach dem thematischen Input hatten die Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung zu besichtigen und gemeinsam über das Gehörte und Gesehene ins Gespräch zu kommen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Musikschule zwischen den Weinbergen aus Koblenz. Durch den Abend führte Daniel Steiger von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) in Koblenz.

Vernissage im saarländischen Kirkel

Interessierte können die Ausstellung noch bis Freitag, 14. Februar2020, im ISSO-Institut in Koblenz besuchen. Von Montag, 2. März, bis Freitag, 15. Mai 2020, ist die Ausstellung im Bildungszentrum Kirkel im Saarland zu sehen. Am Dienstag, 10. März, findet dort eine Vernissage statt, bei der Adonis, ein syrischer Geflüchteter, über seine Flucht- und Ankunftserfahrungen berichtet.

Die Finissage war eine Kooperationsveranstaltung von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungspolitische Bildung in Deutschland (EBD), dem ISSO-Institut Koblenz und dem Beirat für Migration und Integration Koblenz.

Hintergrund

Die Kulturkoordination Exile e.V. rief im Jahr 2017 in Kooperation mit Engagement Global weltweit Künstlerinnen und Künstler dazu aufgerufen, ihre Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweisen zum Thema Flucht und Migration in künstlerischer Form darzustellen. Die Ausstellung zeigt das breite Spektrum der Themen Flucht und Migration, die Schwierigkeiten, Hürden und den Schmerz, die Heimat und Familie zu verlassen sowie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, Unterstützung und Akzeptanz.

Die Ausstellung kann kostenlos ausgeliehen werden. Interessierte können sich gerne an aussenstelle.mainz@engagement-global.de wenden

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So steigern wir die Sichtbarkeit von Expertinnen

DIE - 10. Februar 2020 - 9:00

Reden wir über „manels“. Das sind Veranstaltungen mit ausschließlich männlichen Sprechern. Sie stehen stellvertretend für ein Problem in Wissenschaft und Gesellschaft. Die Open Society Foundation hat bei über 20 hochrangigen europäischen Konferenzen zwischen 2012 bis 2017 die Geschlechterzugehörigkeit der Sprecher*innen untersucht. Diese waren nur zu 26 Prozent Frauen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Untersuchungen, die sich auf die aktive Teilnahme von Frauen bei (natur-) wissenschaftlichen Veranstaltungen beziehen oder einen globalen Vergleich anstellen: Die Anteile weiblicher Podiumsgäste oder Sprecherinnen überschreitet selten ein Drittel, erhöht sich nur langsam und ist in bestimmten Fachrichtungen sogar rückläufig. 

Anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft, der am 11. Februar begangen wird, ist dies ein beklagenswertes Bild. Wie auch das Unterziel 5.5 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung soll der Tag dazu beitragen, die aktive Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen Leben und ihre Chancengleichheit bei der Übernahme von Führungsrollen zu erhöhen. Insbesondere geht es darum, dass Mädchen und Frauen in Bildung und (Natur-) Wissenschaft präsenter sind. Ihre Benachteiligung in diesen Bereichen setzt sich an anderer Stelle fort: So verdienen Frauen, die auch häufiger in schlechter bezahlten Berufen tätig sind, im globalen Schnitt 20 Prozent weniger als Männer; nur 24 Prozent aller Parlamentarier*innen waren im Jahr 2018 Frauen.  

Viel spricht dafür, dass die mangelnde Sichtbarkeit weiblicher Expertinnen in prominenten Situationen – wie etwa Podiumsdiskussionen – dazu beiträgt, Vorstellungen männlicher Überlegenheit aufrechtzuerhalten. Wenn Mädchen und Frauen Vorbilder fehlen, um einflussreiche Rollen und verantwortungsvolle Positionen zu übernehmen, verfestigt dies auch bestehende (Chancen-)Ungleichheiten. Die geringe Präsenz von Frauen sowie anderer benachteiligter Gruppen führt dazu, dass etliche Perspektiven im öffentlichen Diskurs unberücksichtigt bleiben. Dies schränkt auch die Möglichkeiten ein, Lösungen für komplexe Probleme zu finden. 

Es gibt verschiedene Gründe, warum Frauen bei Veranstaltungen unterrepräsentiert sind. Oft beklagen Veranstalter*innen, dass die angefragten Expertinnen nicht zur Verfügung gestanden hätten, dass es schwierig gewesen sei, eine Frau mit Expertise im gesuchten Themenfeld zu finden oder dass die weibliche Teilnehmerin kurzfristig abgesagt habe. 

Dahinter stehen größtenteils strukturelle Barrieren. Wissenschaftlerinnen haben weniger Führungspositionen inne als ihre männlichen Kollegen. Werden Teilnehmer*innen für Veranstaltungen nach Titel und Funktion gesucht, reduziert sich dadurch automatisch die Zahl der zur Verfügung stehenden Expertinnen. Oft beschränken Organisator*innen die Suche nach Expert*innen auf die ihnen bekannten Netzwerke; diese sind häufig männlich dominiert. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und sind stärker als Männer in die Familienarbeit eingebunden. Schließlich sind Frauen auch zögerlicher bei der Annahme von Einladungen zu Themen, die vage formuliert sind oder ihrer Wahrnehmung nach nicht zu ihrem Kernbereich gehören.

Für Institutionen, Organisator*innen und Einzelne gibt es unterschiedliche Ansatzpunkte, um die öffentliche Präsenz von Wissenschaftlerinnen zu stärken. Institutionen können die Geschlechterdiversität von Veranstaltungen zu einem Kernanliegen machen und dieses nach Innen und Außen kommunizieren. Dazu gehören selbst gesetzte Quoten, die regelmäßig überprüft werden. Eine andere Maßnahme sind Fortbildungen, die für Diversitätsthemen sensibilisieren. Führungskräfte prägen eine geschlechtergerechte Kultur, wenn sie sich dazu bekennen, nicht mehr an „manels“ teilzunehmen. Ist eine Institution Geldgeberin, kann sie Anreize oder Bedingungen dafür schaffen, dass sowohl männliche als auch weibliche Perspektiven gehört werden. 

Wer Veranstaltungen organisiert, sollte früh mit der Planung beginnen und die Rahmenbedingungen möglichst familienfreundlich gestalten. Dies betrifft die Veranstaltungszeiten oder Kinderbetreuung. Wichtig ist zudem, sich aktiv um weibliche Expertinnen zu bemühen. Um Wissenschaftlerinnen jenseits der eigenen Netzwerke zu finden, hilft es, ganz unterschiedliche Personen nach Empfehlungen zu fragen und spezielle Datenbanken zu nutzen. Diskussionen mit Kolleg*innen am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik legen nahe, dass sich die Chancen einer Zusage erhöhen, wenn deutlich wird, warum die Expertin angefragt wurde, was die Zielsetzung der Veranstaltung ist und wie der Ablauf geplant ist. Auch reicht es nicht, nur eine Frau einzuladen, denn die Rolle der „Quotenfrau“ ist äußerst undankbar. Eine unterschätzte Rolle spielt zudem eine kompetente Moderation, die alle Teilnehmer*innen gleichermaßen in die Diskussion einbindet. 

Auch Einzelne können Veränderungen anstoßen. Um das Bewusstsein für das Thema zu erhöhen, können angefragte Expert*innen nach dem Geschlechterverhältnis der Veranstaltung fragen und betonen, dass ihnen eine gemischte Zusammensetzung wichtig ist. Männer können sich weigern, an rein männlich besetzten Veranstaltungen teilzunehmen. Etablierte Wissenschaftler*innen können bei Anfragen auf jüngere Kolleg*innen verweisen und diesen die Chance geben, ihre Präsentationskompetenzen zu stärken. 

Es gibt durchaus viele Stellschrauben, um Wissenschaftlerinnen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Nutzen wir sie, nicht zuletzt, um das Innovationspotential diverser Perspektiven auszuschöpfen und bessere Lösungen für anstehende Zukunftsaufgaben zu finden. 

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Datenmüll entsorgen mit künstlicher Intelligenz

reset - 10. Februar 2020 - 6:56
Ein neues Programm verspricht Rettung aus der Datenflut, denn unseren digitalen Ballast abwerfen spart Energie und Zeit. Wir sprachen mit Ute Schmid des Forschungsprojekts dare2del.
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China’s Guided Memory

SWP - 10. Februar 2020 - 0:00

In 2019, China commemorated several anniversaries of politically significant events in its recent history: the May Fourth Movement (100 years), the foundation of the People’s Republic of China (70 years), the Tibet Uprising (60 years), the beginning of the reform and opening policy (40 years), and the massacre on Tiananmen Square (30 years). How China officially commemorates these events – or does not – weighs heavily on the country’s domestic and foreign policy. The state-constructed interpretations of his­tory as a claim to power are directed not only at Chinese society, but also at foreign partners interacting with China, especially governments and companies. The conceal­ment of problematic events from the past is alarming, not least because it in­creases the danger that historical mistakes will be repeated.

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