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Public-private partnerships in irrigation – how can smallholders benefit?

DIE - 20. März 2020 - 12:22

Although the positive effects of irrigation on food security and poverty alleviation are well-documented, public investments in this area have been on the decline since the 1990s. Comparing irrigation schemes in Zambia and Morocco, our authors have examined whether private sector investments are suitable to fill this gap and what preconditions have to be met to ensure that PPPs offer advantages for small-scale farmers.

The benefits of irrigation are undisputed. It can help to improve and stabilise agricultural productivity, thereby contributing to food security and to resilience against climate change. Irrigation – either full or supplementary – reduces reliance on erratic rainfall, improves drought resilience and increases yields; it extends cropping periods and cycles, allows the cultivation of a broader spectrum of crops and provides stable conditions for applying further yield-increasing means (fertilisers). Irrigation also encourages farmers to invest, on the one hand, and financial institutions to provide credits, on the other. Moreover, as evidence from Asia shows, irrigation has the potential to reduce poverty rates and income inequalities. But mobilising investments is key to taking advantage of this potential, which can be a problem, especially in sub-Saharan Africa.

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Was du über das Coronavirus wissen solltest

ONE - 20. März 2020 - 10:15

Der Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) ist eine unglückliche Erinnerung daran, dass Krankheiten keine Grenzen respektieren. Innerhalb weniger Monate hat das Virus den Erdball überrollt und bereits über 200.000 Menschen in über 100 Ländern infiziert. Die Angst und Unsicherheit stört die Finanzmärkte und beherrscht die Nachrichten. Auch bei uns in Europa gibt es fast kein anderes Thema mehr.

Bei ONE verfolgen wir COVID-19 genau. Der Ausbruch erfordert eine sofortige Reaktion – aber wir sollten auch in die Zukunft schauen und überlegen, was nötig ist, um diese Art von Ausbrüchen zu verhindern.

Hier sind ein paar wichtige Dinge, die du unserer Meinung nach wissen solltest.

Wie sieht es mit einem Impfstoff aus?

Impfstoffe sind der wirksamste Weg, um Infektionen zu verhindern. Derzeit gibt es Impfungen, um einige der tödlichsten und ansteckendsten Krankheiten der Welt, wie Masern, Lungenentzündung, Keuchhusten, Grippe, HPV und Cholera, zu verhindern.

Da es sich bei COVID-19 jedoch um ein neuartiges Virus handelt, gibt es noch keinen Impfstoff. Ein Impfstoff gegen COVID-19 befindet sich in der Entwicklung, wobei mehrere Unternehmen zusammenarbeiten und einige potenzielle Impfstoffe in der Pipeline sind. Es wird jedoch mindestens 12 Monate dauern, bis ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht, da die Zeit für Sicherheitstests, Herstellung und Vertrieb sehr lang ist.

Sobald sich ein Impfstoff als wirksam erweist, könnten internationale Akteure wie die Impfallianz Gavi eine entscheidende Rolle spielen, um sicherzustellen, dass der COVID-19-Impfstoff die Menschen in den ärmsten und am stärksten gefährdeten Ländern erreicht. Der jüngste Impfstoff für den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist ein Beispiel dafür, wie dies funktionieren könnte.

Neugierig, wie Impfstoffe funktionieren? Wir haben fünf Fakten zu Impfungen.

Wie können wir diese Art von Ausbrüchen in Zukunft verhindern?

Vorsorge ist besser als Nachsorge! Dies trifft besonders auf die Vorbereitung und Reaktion auf Epidemien zu. Zu Recht haben viele Länder und internationale Organisationen schnell reagiert, als sich COVID-19 auszubreiten begann. Aber eine gute Reaktion hängt von einer noch besseren Vorbereitung ab.

Seit Jahren warnen Experten davor, dass die nächste große Pandemie eine Frage des “wann” und nicht des “ob” ist. Diese Warnung wird auch dann noch wahr sein, wenn die unmittelbare Bedrohung durch COVID-19 nachlässt.

Vor diesem Hintergrund muss die internationale Gemeinschaft sicherstellen, dass drei Arten von Finanzierung für COVID-19 und künftige Pandemien zur Verfügung stehen: 1) sofortige Reaktion, 2) Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen und 3) Aufbau der Kapazitäten, die zur Verhütung, Erkennung und Reaktion auf künftige Bedrohungen erforderlich sind.

Alle drei Interventionen werden benötigt, um die Gesundheitssicherheit heute zu verbessern und sicherzustellen, dass wir auf die nächste große Gesundheitsbedrohung vorbereitet sind.

Wir bei ONE setzen uns für starke und effektive Gesundheitssysteme überall ein, um die Menschen gesund, sicher und frei von vermeidbaren Krankheiten zu halten. Wir brauchen eine starke Finanzierung, eine wirksame Politik, den politischen Willen und gezielte Investitionen, um sicherzustellen, dass jeder überall die Gesundheitsversorgung erhält, die er braucht.

Aufklärung gefällig?

Was ist das Coronavirus? Wie wird es verbreitet? Was sind die Symptome? Wie bereite ich mich vor?

Es ist normal, dass man eine Menge Fragen zu COVID-19 hat, besonders wenn sich die Situation von Tag zu Tag ändert. Im Zuge des Ausbruchs und der Entwicklung in Deutschland ist das Robert-Koch-Institut eine gute Anlaufstelle für die aktuellsten Informationen darüber, wie du dich und andere schützen kannst.

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Executive Update: “Uniting Business to Tackle COVID-19 Through the Ten Principles”

Global Compact - 20. März 2020 - 10:13
Lise Kingo, CEO und Exekutivdirektorin des UN Global Compact, ruft in ihrem aktuellen Executive Update dazu auf, diejenigen Unternehmen und ArbeitnehmerInnen zu unterstützen, die am stärksten von den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen sind.
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Privatisierung von Wasser – Wenn Wasser zum Finanzgut wird

EINEWELTblabla - 20. März 2020 - 9:54

Hitzewellen, Dürreperioden und Brandgefahr – die letzten Sommer haben uns klar gemacht, dass es durch den Klimawandel heißer wird! Und mit der Hitze steigt auch die Nachfrage an Wasser an. 70% des Wasser wird weltweit zur Nahrungsmittelproduktion verwendet. Wasser wird für ziemlich alles benötigt und ist damit die begehrteste Ressource auf der ganzen Welt. „Blaues Gold“ wird es mittlerweile sogar betitelt. Wie sollte Mensch darauf reagieren? Die Finanzwelt hat eine Idee: den Wasserpreis erhöhen und Märkte schaffen. Dieser Vorschlag steht im direkten Kontrast zur UN Menschenrechtskonvention, in der seit dem 28. Juli 2010 das Recht auf Wasser als Menschenrecht aufgenommen wurde. 122 Staaten stimmten damals für die Resolution, 44 enthielten sich. Einer der Gründe: viele Länder haben nicht das Geld, um die Wasserversorgung zu verbessern.

Privatisierungen in Europa

Gemeinden haben eine jeweils eigene Trinkwasserversorgung. Das ist überall auf der Welt gleich. Sie müssen das Rohrnetzwerk in Stand halten und den Zugang zu sauberem Wasser schaffen. Wen die Kommunen allerdings Geldnot herrscht, denken diese häufig darüber nach, die Wasserversorgung an private Unternehmen zu verkaufen. In Europa fing die Privatisierung des Wassers schon in den 1980er Jahren an und wurde seitdem viel und in unterschiedlichen Modellen kopiert: So beispielsweise in Portugal, Grenoble, Potsdam, Stuttgart, Kiel und Berlin. Um die Gewinnspanne zu erhöhen, wurden nötige Wartungsarbeiten eingespart und stattdessen in die eigene Tasche gewirtschaftet. Verunreinigtes Wasser und/oder extreme Anstiege des Wasserpreises waren die Folgen.

Wenn Wasser zum Finanzgut in der Entwicklungszusammenarbeit wird

Die Weltbank hingegen schätzt die Chancen und Risiken anders ein. Sie macht die Privatisierung des Wassersektors oft zur Auflage für neue Kredite. So auch in Manila auf den Philippinen, wo im Gegenzug zur Privatisierung neue Investitionen in das marode Netz versprochen wurden. Statt den Wartungsarbeiten folgten allerdings Preiserhöhungen. Wer nicht mehr zahlen konnte, wurde vom Netz abgehängt. Ghana ist ein Land, in dem nur in den Städten ein funktionierendes Rohrsystem vorhanden ist. Investitionen lohnten sich finanziell daher nur dort und der notwendige Ausbau von Rohrnetzwerken auf dem Land blieb folglich aus. In Cochamba, Bolivien, führte die Privatisierung zu einem regelrechten Wasserkrieg und Straßenschlachten in Folge der Preiserhöhungen. Aufgrund des Drucks der Bevölkerung wurde die Wasserversorgung schließlich  wieder re-kommunalisiert.

Chile und der Código de Agua

Das extremste Beispiel ist Chile, das einzige Land der Welt, in dem die Wasserversorgung fast vollständig privatisiert ist. Gleichzeitig belegt es laut World Resources Institute Platz 18 der Länder, die am meisten unter Wasserstress leiden. Wasserstress bedeutet, dass mehr Wasser verbraucht wird als auf natürlichem Weg nachkommt, beispielsweise durch Regen. Fast 80% des Wasserverbrauchs wird von der Agrarindustrie genutzt, weshalb es besonders in den Anbaugebieten zu Engpässen kommt. 400.000 Haushalte werden laut Regierung mit Tanklastwagen beliefert. Auch die Kleinbauern*bäuerinnen leiden, da die Plantagenbesitzer*innen den Zugang zum Wasser kontrollieren. Unter der Militärdiktatur Augusto Pinochets wurde mit dem Código de Agua die Vergabe von frei handelbaren Nutzungsrechten des Wassers eingeführt, die kostenlos sind, unbegrenzte Dauer haben und durch Privatpersonen teuer weiterverkauft werden. So konzentrieren sich nun die Wasserrechte in den Händen weniger Großunternehmer*innen.

Besonders hervor sticht der Avocado-Export. 1000 Liter Wasser sind für nur 2,5 Avocados nötig. Und die Nachfrage ist riesig: 2016 wurden alleine in die BRD mehr als 58.000 Tonnen importiert. Der Kurzfilm Secos stellt das Problem dar und veranschaulicht die Auswirkungen für die Bevölkerung.

Nestlés Abpumpen von Grundwasser

Ein Konzern, der immer wieder in die Kritik gerät, ist Nestlé und so auch beim Thema Wasser. In 36 Ländern hat das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz Wasserrechte vom Staat gekauft und darf nun direkt aus dem Grundwasser abpumpen. Das Problem: Bei den Ländern handelt es sich um solche, die sowieso schon Wasserknappheit verzeichnen: Pakistan, Äthiopien und verschiedene Länder aus dem Süden Afrikas. Wenn Grundwasser abgepumpt wird, sinkt der Wasserspiegel. Die Folge: Die Natur leidet und Brunnen trocknen aus. Das Unternehmen verkauft das abgefüllte Wasser anschließend und macht so besonders in Dürrezeiten Gewinn. Ein weiterer Film befasst sich ausführlich mit dem Geschäft von Nestlé mit Wasser: Bottles Life.

Lust aktiv zu werden?

Eine Initiative, die sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle Menschen einsetzt, ist Viva con Agua. Über die Hintergründe und wie du sie ganz einfach dabei unterstützen kannst, findest du hier.

Beitragsbild von Imani auf Unsplash

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Einfacher Schutz vor dem Coronavirus: So waschen Sie Ihre Hände richtig

Unicef - 20. März 2020 - 9:25
COVID-19 ist eine Atemwegserkrankung, die durch Viren verbreitet wird. Die Verbreitung der Atemwegsviren geschieht meistens durch unsere Hände. Mit Händewaschen können Sie sich und Ihre Liebsten am einfachsten vor dem Coronavirus schützen. Wie es richtig geht und Ihren Kindern Spaß bereitet, zeigen wir Ihnen hier.
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Wasser spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens

DIE - 20. März 2020 - 9:07

Die Vereinten Nationen widmen den diesjährigen Weltwassertag (22. März) dem Thema Wasser und Klimawandel. Die VN machen damit deutlich: Wasser spielt eine zentrale Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel und bei der Minderung klimaschädlicher Emissionen. Dies hat bereits das Pariser Klimaabkommen von 2015 hervorgehoben. Klimaschutz und Anpassung an Klimaveränderungen sind zwar zwei Seiten derselben Medaille. Die Mitgliedsstaaten der VN Klimakonvention müssen dem jedoch mit unterschiedlichen Maßnahmenpaketen begegnen. Das ist alles andere als trivial und wird ohne die Unterstützung internationaler Institutionen nicht zu realisieren sein. Die Länder stehen zudem vor der Herausforderung, die zentrale Rolle der Wasserressource für die Umsetzung der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDG) zu berücksichtigen: Ohne nachhaltiges Wassermanagement ist sowohl die Nahrungsmittelproduktion als auch die Stromerzeugung gefährdet, ganz zu schweigen von der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser.

Der Klimawandel zeigt sich in häufigeren und längeren Dürreperioden, in Überschwemmungen und – ganz generell – in veränderten Niederschlagsregimen.  All das ist hinlänglich bekannt. Deshalb stufen bereits 102 Mitgliedsstaaten den Wassersektor in ihren nationalen Klimaaktionsplänen als anfällig ein. In 93 Klimaaktionsplänen werden Extremwetterbedingungen erwähnt.  97 Länder werten Überschwemmungen und 83 Dürren als Klimarisiko. Über zwei Drittel der nationalen Klimaaktionspläne enthalten Anpassungsmaßnahmen. Bekannt sind, wenn auch nicht immer angewendet, Managementansätze und Techniken für eine zuverlässige Wasserversorgung und Anreize, die zu einer nachhaltigen Nutzung der Ressource führen können.

Am Beispiel der Landwirtschaft zeigen sich die Zusammenhänge zwischen der Klima- und der Nachhaltigkeitsagenda besonders deutlich: das SDG 2 strebt an, Hunger global zu beenden, und das bedeutet implizit, dass sich die Landwirte auf ein zu viel und ein zu wenig an Wasser einstellen müssen, um den globalen Bedarf an Nahrungsmittel zu produzieren. Bereits heute erschweren starke Niederschlagsschwankungen den Anbau von Nahrungsmitteln in den Ländern Sub-Sahara Afrikas. In vielen Gegenden sind die Niederschläge schlicht unzureichend und Dürreperioden üblich. Investitionen in zusätzliche Wasserspeicher und in die Bewässerungsinfrastruktur kann den Anbau von Nahrungsmitteln unabhängig von unzuverlässigen Niederschlägen machen. “ Die Bewässerung ist unsere Versicherung. Wenn der Regen zu spät kommt oder zu früh aufhört, hat das gravierende Folgen. Die Bewässerung beseitigt dieses Risiko” – so ein Landwirt aus Sambia. In diesem Fall ist der Zugang zu Finanzmitteln entscheidend.  

Dabei ist allerdings der wasserrechtliche Aspekt zu beachten. Die nationalen Wasserbehörden müssen bei Genehmigungsverfahren über Wassernutzungen nicht nur auf steigende sektorale Nachfragen, sondern auch auf veränderte Niederschläge flexibel reagieren können ohne deren Rechte zu sehr einzuschränken. Und sie sollten Kleinbauern nicht von Genehmigungen ausnehmen, wie dies in vielen SSA-Ländern der Fall ist, da deren Rechte sonst nicht geschützt sind.

Erfolgreiche nationale Wasserpolitik muss heute vor allem auf folgende Strategien setzen:

Was wir machen, besser machen: Man muss das Rad der Wasserpolitik nicht neu erfinden. Viele technische Lösungen und Managementoptionen zielen auf einen schonenderen und effizienteren Umgang mit der Ressource ab, der Raum schafft für Anpassung an den Klimawandel. Regierungen und der Privatsektor sollten mehr in die Wasserinfrastruktur und alte Anlagen investieren und die Versorgung der Haushalte und der Landwirte ausweiten.

Wasser, Klima und SDGs zusammen denken: Knowhow und Instrumente müssen eingesetzt werden, um die Ziele im Klimabereich mit den Anstrengungen zur Umsetzung der SDGs zu verknüpfen. Viele der nationalen Klimaaktionspläne enthalten Vermeidungsmaßnahmen, die mit einem hohen Wasserverbrauch und einem Eingriff in den Wasserhaushalt einhergehen. Dies ist der Fall, wenn neue Wasserspeicher für die Trinkwasserversorgung gebaut werden, ohne zu beachten, dass der verminderte Wasserabfluss Ökosystem und andere Nutzer stromabwärts belastet.

Globale Wasser-Governance holistischer und effizienter gestalten:  Die aktuelle Architektur ist inkohärent, wie unsere Studie zeigt: Innerhalb der Vereinten Nationen befassen sich viele Organisationen mit jeweils spezifischen Aspekten der Ressource Wasser. Zwei Innovationen auf UN-Ebene könnten Abhilfe schaffen: eine zwischenstaatliche Organisation, die Entscheidungen auf UN-Ebene bündelt und koordiniert, und ein Expertengremium, das den Austausch zwischen Forschung und Praxis im Wasserbereich verbessert.

Das Committee on the World Food Security sollte das Thema Water Tenure aufgreifen und Richtlinien formulieren wie die der Voluntary Guidelines on the Responsible Governance of Tenure of Land, Fisheries and Forests in the Context of National Food Security.

Machen wir das Wassermanagement ‚fit für die Zukunft‘, indem wir diese Ansätze verfolgen und sie politisch wie auch finanziell unterstützen.

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Corona-Pandemie: Warum wir jetzt ein Lieferkettengesetz brauchen

INKOTA - 20. März 2020 - 8:24
Mit der Corona-Krise ist auch das Wort „Lieferkette“ in aller Munde. Es geht um Störungen, neue Lieferländer, um die Verlagerung der Produktion zurück nach Europa – aber viel zu selten geht es um die Verantwortung der Unternehmen gegenüber ihren Arbeiter*innen in der globalen Lieferkette. Die INKOTA-Mitarbeitenden Berndt Hinzmann und Anne Neumann waren im Februar in Indien und haben sich ein Bild von der dortigen Schuhindustrie gemacht. In diesem Text erklären sie, warum menschenrechtliche Verantwortung in Lieferketten immer und gerade auch in Wirtschaftskrisen so wichtig ist. Arbeiter*innen aus Gerbereien und Schuhfabriken berichteten uns von ihrem größten Problem: Sie haben häufig gar keinen Nachweis darüber, dass sie in der Fabrik arbeiten, in die sie täglich gehen. Zwar sitzen sie jeden Morgen pünktlich an ihrem Platz, falten Leder, nähen Schuhschäfte, verpacken fertige Schuhe. Doch ein Arbeitsvertrag, Lohnzettel oder wenigstens Fabrikausweis? Fehlanzeige! Sie sind jederzeit von willkürlicher Entlassung bedroht. Das zeigt sich auch jetzt in der durch die Corona-Pandemie einsetzende Wirtschaftskrise: Käufer aus Ländern wie Deutschland, Italien, den USA aber auch China stornieren ihre Aufträge und wollen, dass die Auslieferung bereits fertiger Waren zurückgehalten wird. Es ist auch ein Spekulieren mit dem Preisverfall aufgrund der schlechte Marktstimmung. Die Produktion wird außerdem insgesamt runtergefahren, da für das Gerben wichtigen Chemikalien wie Natriumsulfid aus China fehlen. Die zahlreichen Tagelöhner*innen der Gerbereien haben somit kein Einkommen. Schon vor der Krise lebten deren Familien an der Existenzgrenze, an Ersparnisse für schlechte Zeit war nicht zu denken. Jetzt fallen sie ins Bodenlose. Heimarbeiterinnen warten vergeblich auf Zwischenhändler Von der Krise sind auch die angrenzenden informellen Bereiche drastisch betroffen: Die Heimarbeit - die überwiegend von Frauen erledigt wird - ist von den Hochs und Tiefs der Auftragslage extrem beeinflusst. In guten Zeiten, wenn die Fabrik viel Arbeit hat, bekommen sie Schuhteile nach Hause geliefert. Sie nähen von Hand, je nach Aufwand zwei bis drei Paar Schuhe in der Stunde und verdienen gerade einmal bis zu acht Eurocent pro Schuh. Je nachdem, wie gut die Augen im schummrigen Licht sehen und die Gelenke mitmachen, fällt dann entsprechend der Tageslohn aus. Die Arbeit wird über Zwischenhändler organisiert: Sie bringen die Schuhteile, holen die fertigen Paare, zahlen den Stücklohn des jeweiligen Tages. Die Frauen und die Besitzer der Fabriken kennen sich allerdings nicht. Jetzt in der Wirtschaftskrise kommen die Zwischenhändler einfach nicht mehr. Die Frauen werden ihrem Schicksal überlassen. Ansprüche auf Arbeit und Lohn haben sie nicht. Und sie haben keine Absicherung, wenn die Arbeit ausbleibt. Kündigungsfristen, Arbeitslosenunterstützung, Anspruch auf die Zahlung ausstehender Löhne aus dem Vermögen und Konkurs eines Unternehmens - prinzipiell gibt es all das auch in Indien. Aber wie soll irgendwer diese Rechte durchsetzen, wenn das Grundlegendste fehlt: der Nachweis für das Arbeitsverhältnis. Wie einen Nachweis bekommen, wenn Gewerkschaften fehlen, die den Arbeiter*innen den Rücken gegenüber dem Unternehmen oder Gerichten stärken ? Wie Recht bekommen: Wenn Gewerkschaften in der Fabrik nicht aktiv sein dürfen? Wenn noch nicht einmal gestattet wird, mit den eigenen Kolleg*innen zu sprechen? Und dennoch: Die Frauen und Männer, die in den Schuhfabriken Indiens arbeiten, sind so stolz auf ihren Beruf. Mit ihrer Kraft und ihrem Einsatz wird aus Tierhäuten Leder. Mit ihrem Geschick und ihrer Ausdauer wird aus Einzelteilen ein Mokassin. Die Heimarbeiterinnen tragen wesentlich zum Familieneinkommen bei und sorgen so dafür, dass ihre Kinder einmal eine bessere Zukunft haben. Deutsche Schuhunternehmen: Wo bleibt die Hilfe für Arbeiter*innen in Indien Deutsche Schuhfirmen dürfen jetzt keine Unternehmensentscheidung treffen, ohne abzuwägen: Was bedeutet das für die Arbeiter*innen in meinen Zulieferbetrieben? Sie müssen ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommen und zwar entlang der gesamten Lieferkette. Genau deshalb brauchen wir ein Lieferkettengesetz! So würde auch das Risiko für Arbeiter*innen im globalen Süden geringer, in der Krise leer auszugehen. Gerade wird von politischer Seiten viel über solidarisches Handel gesprochen, und dass wir nur gemeinsam die globale Pandemie besiegen können. Der Einzelhandel fordert finanzielle Hilfspakete. Doch wo bleibt die Hilfe für die Arbeiter*innen in Indien? Globale Verantwortung und Sorgfalt ist hier ebenso von den Handelshäusern gefragt, wie für die Beschäftigten in Deutschland. Die Corona-Krise zeigt einmal mehr: Ein Lieferkettengesetz zum Schutz der Menschen und ihrer Rechte sowie der Umwelt bleibt weiterhin dringend notwendig! Unterzeichnen Sie jetzt die Petition für ein Lieferkettengesetz Spenden Sie für unsere indischen Partnerorganisationen Lesen Sie unser Factsheet "Zeigt her eure Schuhe" über Menschenrechtsverletzungen in der Schuh- und Lederindustrie
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Wirtschaftswachstum durch veränderte Bevölkerungsstruktur

E+Z - 20. März 2020 - 8:13
Ob Afrika von einer demografischen Dividende profitieren kann, ist noch nicht klar

Dann können junge Erwerbstätige Vermögen bilden. Wenn diese Ersparnisse produktiv im Land angelegt werden, wächst die Wirtschaft.

Damit die demografische Dividende eintritt, müssen allerdings mehrere Voraussetzungen gegeben sein. Es reicht nicht, dass nur eine vergleichsweise kleine Zahl von abhängigen Kindern und Senioren versorgt werden müssen, sondern es muss auch genügend Arbeitsplätze für die große Gruppe der 15- bis 65-Jährigen geben. Nur dann steigt das Einkommen, das die Familien zur Verfügung haben, so dass sie Ersparnisse bilden können.

Der Staat kann von dieser volkswirtschaftlichen Verbesserung profitieren und sie für die Entwicklung nutzen. Höhere Produktivität und gestiegene Einkommen ermöglichen dann auch eine aufwändigere Versorgung von Senioren, allerdings kann langfristig die gesellschaftliche Alterung auch zu Problemen führen, wenn immer weniger Berufstätige eine wachsende Zahl von Rentnern finanzieren muss. Ob Afrika allerdings überhaupt von ­einer demografischen Dividende profitieren kann, ist noch nicht klar.

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Globale Herausforderung

E+Z - 19. März 2020 - 16:09
Afrika braucht 450 Millionen neue Jobs, um von der demografischen Dividende profitieren zu können

In Afrika leben mehr als 800 Millionen Menschen unter 25 Jahren, das sind 62 Prozent der Bevölkerung. In Asien und Lateinamerika macht diese Altersgruppe lediglich etwas mehr als 40 Prozent aus und in den Industrieländern Europas und Nordamerikas sogar nur rund ein Viertel.

Einer der Gründe für Afrikas Kinderreichtum liegt darin, dass Kinder hier traditionell als Zeichen von Reichtum und als Geschenk der Natur gelten, das man auf keinen Fall ablehnen darf, will man nicht den Zorn der Vorfahren heraufbeschwören. Allmählich gibt es in den Metropolen zwar auch eine Tendenz zur Kleinfamilie. Aber vor allem auf dem Land geht dieser Wandel sehr langsam voran.

Afrikanerinnen bekommen im Durchschnitt vier bis fünf Kinder. In manchen Ländern, etwa dem Niger, sind es sogar sieben. Anders sieht es in den nordafrikanischen Ländern und in Südafrika aus: Dort sind zwei Kinder pro Frau die Regel, was vor allem auf die höhere Bildung der Frauen, ihre Berufstätigkeit und leichteren Zugang zu Verhütungsmitteln zurückzuführen ist.

Ein weiterer Grund für die vielen jungen Menschen in Afrika liegt in der gesunkenen Säuglings- und Kindersterblichkeit. Bessere Versorgung in der Schwangerschaft hat zudem zu weniger riskanten Geburten geführt. Durch die verbesserte Gesundheitsversorgung ist auch die Lebenserwartung stark gestiegen. Insgesamt kommen also mehr und gesündere Kinder zur Welt, die länger leben als beispielsweise noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Afrika wächst

Als die afrikanischen Länder ab den 1950er Jahren unabhängig wurden, lebten rund 280 Millionen Menschen oder sieben Prozent der Weltbevölkerung auf dem Kontinent. In 60 Jahren sind mehr als eine Milliarde Menschen hinzugekommen. Heute machen die 1,3 Milliarden Afrikaner 14 Prozent der Weltbevölkerung aus, und ihr Anteil steigt weiter. Laut den UN-World Population Prospects 2019 wird die Bevölkerung Subsahara-Afrikas bis Mitte dieses Jahrhunderts um mehr als eine Milliarde Menschen zunehmen und auch noch über den Jahrhundertwechsel hinaus weiter wachsen. Die anderen Weltgegenden werden den Höhepunkt ihrer Bevölkerungszahl voraussichtlich vor Ende dieses Jahrhunderts erreichen.

Für Afrikas Staaten stellt sich die Frage, wie sich die demografischen Veränderungen auf ihre mittel- und langfristige Entwicklung auswirkt. Das große Wirtschaftswachstum von durchschnittlich rund fünf Prozent pro Jahr in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat viele Länder glauben gemacht, dass ihre Volkswirtschaft bis 2030 erstarken wird. Im Vergleich zum Bevölkerungswachstum, das seit Ende der Kolonialzeit im Schnitt 2,5 Prozent pro Jahr betrug, ist das Wirtschaftswachstum jedoch zu bescheiden, um Afrikas Ökonomien wirklich nach vorne zu bringen. ­Außerdem werden die Einnahmen aus dem Wirtschaftswachstum gebraucht, um die sozialen Folgen des Bevölkerungswachstums zu bewältigen.

Mehr Menschen, insbesondere mehr junge Menschen, bedeuten einen riesigen Bedarf an Bildung, guten Arbeitsplätzen und Wohnmöglichkeiten. Viele Länder können diese Nachfrage aus eigener Kraft nicht decken. Daher verlässt sich der Staat fast überall in Afrika in den meisten Bereichen auf den Privatsektor, damit dieser die Bedürfnisse der Menschen befriedigt. Weitreichende Privatisierung etwa im Gesundheits- und Bildungsbereich ist üblich.

Viele der jungen Menschen, die jedes Jahr neu auf den Arbeitsmarkt kommen, finden keine Jobs, weil es nicht genügend öffentliche und private Investitionen gibt. Trotzdem setzen afrikanische Länder in ihren Entwicklungsplänen auf die demografische Dividende (siehe Kasten, S. 20), um ihre Wirtschaft voranzubringen. Ob diese eintritt, ist jedoch fraglich.

Bisher mangelt es an ordentlich bezahlten Arbeitsplätzen und entsprechend verdienen viele junge Menschen im informellen Sektor nur recht geringe Einkommen. Die Regierungen müssten in den kommenden 20 Jahren 450 Millionen Jobs in Afrika schaffen, um der grassierenden Jugendarbeitslosigkeit und -unterbeschäftigung Herr zu werden. Da ihre Volkswirtschaften jedoch immer noch vom Export von Rohstoffen abhängen, deren Preise sie nicht bestimmen können, können sie selbst bei sehr gutem Wirtschaftswachstum laut dem Africa Competitiveness Report 2017 höchstens 100 Millionen Jobs bis 2050 schaffen.

Nur jedes vierte Paar verhütet

Ökonomen, die an die demografische Dividende glauben, gehen zudem von verändertem Bevölkerungswachstum aufgrund gesellschaftlichen Fortschritts aus, etwa besserer Bildung für Mädchen. Kulturelle Faktoren und der große Einfluss der mono­theistischen Religionen, die Verhütung ablehnen, verlangsamen diesen Wandel allerdings stark. Die Befürworter einer strikteren Familienpolitik und Geburtenkontrolle durch den Staat rufen nach einer Verhütungsrevolution. In ihren Augen ist es höchste Zeit, von oben her einzugreifen. So könnten die Regierungen ihren Vorstellungen zufolge erreichen, dass drei Viertel aller afrikanischen Paare moderne Verhütungsmethoden verwenden. Aktuell tut das nur rund ein Viertel.

Ohne große strukturelle Veränderungen im internationalen Wirtschaftssystem und der Regierungsfüafrikanischer hrung Länder lässt Afrikas Bevölkerungswachstum nichts Gutes erwarten. Seine Folgen können auch die anderen Weltgegenden nicht kalt lassen. Das gilt vor allem für den Nachbarkontinent Europa und den Nahen Osten.

Die jungen Menschen Afrikas stellen eine Zeitbombe für die Regierbarkeit der afrikanischen Länder dar. Die Konzentration von politischer und wirtschaftlicher Macht in den Händen weniger treibt viele arbeitslose Jugendliche in die Revolte. Der Arabische Frühling und die derzeitigen Protestbewegungen in allen Teilen Afrikas sind Zeichen für die verbreitete Instabilität. Diese muss der Kontinent in den kommenden Jahrzehnten unbedingt angehen.

Aus Sorge, ihre Privilegien zu verlieren, unterdrücken die Machthaber die Protestbewegungen. Die freie Meinungsäußerung ist vielfach bedroht, wenn es um das Offenlegen von Korruption und Vetternwirtschaft der politischen Führer – mit Hilfe unseriöser multinationaler westlicher und asiatischer Konzerne – geht. Letztere tragen dazu bei, dass die Sorge der Afrikaner vor einer Neokolonisierung des Kontinents zunehmen, da sie es nicht schaffen, in Afrika gute Arbeitsplätze zu schaffen. Die Folge sind bewaffnete Aufstände und terroristische Akte.

Ein weiteres Phänomen verdient Beachtung: die massenhafte Flucht junger Menschen aus Afrika. Auf der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten werden sie zu Mi­granten. Die alternde Bevölkerung im Westen und der Bedarf an billigen Arbeitskräften im Osten verleiten immer mehr junge Afrikaner dazu, ihr Leben auf unsicheren Fluchtwegen zu riskieren. Vor diesem Hintergrund stellt sich die demografische Entwicklung Afrikas ganz klar als internationale Herausforderung dar.

Links

UN, 2019: World Population Prospects 2019 – Highlights:
https://population.un.org/wpp/Publications/Files/WPP2019_Highlights.pdf

African Development Bank, World Economic Forum und World Bank Group, 2017: The Africa Competiveness Report 2017.
http://www3.weforum.org/docs/WEF_ACR_2017.pdf

Samir Abi arbeitet für Visions Solidaires, eine nichtstaatliche Entwicklungsorganisation in Togo.
samirvstg@gmail.com

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19. März 2020

ONE - 19. März 2020 - 15:59

1. Afrika: Mehr Armut trotz Wirtschaftswachstum
Obwohl viele afrikanische Staaten in den letzten Jahren hohe Wachstumsraten verzeichnen konnten, ist die Armut wieder gestiegen, wie die Deutsche Welle berichtet. Laut Weltbank-Ökonom Luc Christiaensen sei der Anteil an Menschen, die in Afrika in monetärer Armut leben, zurückgegangen. Dies sei vor allem dem Ausbau von Infrastruktur und ländlichen Raum, Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft und dem stetigen Wirtschaftswachstum der letzten Jahre zu verdanken. Im Gegensatz zu der relativen Zahl habe sich die absolute Zahl der in Armut lebenden Menschen wegen des schnellen Bevölkerungswachstums von 278 auf 413 Millionen erhöht. Eine Studie des panafrikanischen Forschungsinstituts Afrobarometer hat den Index der gelebten Armut (Lived Poverty Index LPI) errechnet. Um die gelebte Armut zu beurteilen, seien Menschen aus über 30 afrikanischen Ländern zur Versorgung ihrer Grundbedürfnisse befragt worden. Die Ergebnisse zeigen, dass die gelebte Armut zwischen 2014 bis 2018 erstmalig seit über zehn Jahren wieder leicht angestiegen sei, insbesondere in Südafrika, Niger und Uganda. Laut der Studie sei der jüngste Anstieg damit zu begründen, dass die Demokratisierung nicht weiter voranschreite. Die autoritären Regime vieler Staaten priorisieren nicht die Reduzierung der Armut im eigenen Land. Henry Ushie von der Entwicklungsorganisation Oxfam in Nigeria erklärt, dass das Paradox zwischen steigendem Wirtschaftswachstum und gleichzeitig steigender Armut auf die Ungleichheiten, die die Menschen erfahren, zurückzuführen sei. Nicht alle profitieren von dem Wirtschaftswachstum.

2. Deutschland setzt Aufnahme Geflüchteter vorerst aus
Wie unter anderem die Zeit Online, Spiegel, Welt Online, T-Online.de und die Deutsche Welle berichten, wird die Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie vorerst keine Geflüchteten mehr aufnehmen. Um die internationalen Reisebeschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus einzuhalten, habe auch die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das UN-Geflüchtetenhilfswerk (UNHCR) offiziell alle Aufnahmeprogramme ausgesetzt. Die EU-Innenminister seien dennoch bemüht, minderjährige Geflüchtete vor den griechischen Inseln in mehreren EU-Staaten aufzunehmen. Entwicklungsminister Gerd Müller kündigte an, Entwicklungsländer im Kampf gegen Corona unterstützen zu wollen. Wie die Frankfurter Rundschau zudem berichtet, warnen Expert*innen vor der Ausbreitung des Virus in Aufnahmelagern mit mangelnden Hygienebedingungen.

3. Burkina Faso: Islamischer Staat setzt sich fest
In einer Recherche thematisiert Yassin Musharbash in der Zeit den noch immer anhalten Einfluss des Islamischen Staates (IS) in verschiedenen Ländern der Welt, unter anderem Burkina Faso. In dem westafrikanischen Staat seien die Dschihadisten seit mehreren Jahren aktiv. Allein 2019 seien mehr als 900 Menschen durch Terroristen ermordet worden. Dennoch sei in der internationalen öffentlichen Wahrnehmung von einem Rückgang des IS-Einfluss die Rede. Auch die Armut sei groß und die Klimawandelfolgen deutlich spürbar. Dennoch sei der Terror der Hauptgrund, warum derzeit rund 500.000 Menschen in Burkina Faso auf der Flucht seien. Das Nachbarland Mali werde seit 2012 in Teilen von der Terrorgruppe in Schach gehalten. In Burkina Faso weiten die Terroristen Einflussgebiet aus. Zahlreiche öffentliche Einrichtungen wie Moscheen, Kirchen, Gerichte und Schulen seien bereits attackiert worden und mussten geschlossen worden. Die Strategie der Extremisten sei zunächst den ländlichen Raum zu kontrollieren und sich dann weiter auszubreiten. Eine Eindämmung des Terrorismus sei derzeit nicht in Sicht.

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Von der eisernen Schüssel zum Kümmer-Gesetz

E+Z - 19. März 2020 - 14:59
Chinas Ein-Kind-Politik hat katastrophale Folgen für Millionen Rentnerinnen und Rentner

Mit 55 Jahren ab in die Rente – in China ist das für Frauen im öffentlichen Dienst möglich. Fabrikarbeiterinnen können sogar schon mit 50 in den Ruhestand gehen, Männer mit 60. Das zumindest ist die offizielle Regelung. Klingt nach traumhaften Verhältnissen – die Realität sieht jedoch alles andere als rosig aus.

Mehr als drei Viertel der über 60-Jährigen erhält nicht einmal ansatzweise genug, um davon leben zu können. Das betrifft vor allem Menschen auf dem Land. Aber auch die Arbeitnehmer in den Städten, die derzeit mit 50, 55 oder 60 Jahren Anspruch auf eine staatliche Rente haben, können sich derer schon bald nicht mehr sicher sein. Die Anhebung des Rentenalters auf einheitlich 65 Jahre steht unmittelbar bevor. Sie ist eine der Maßnahmen der Regierung, um eines gigantischen Problems Herr zu werden: China altert, bevor es reich geworden ist.

Vor allem die Geschwindigkeit der Überalterung stellt das Land vor immense Probleme. 2004 betrug der Anteil der Über-60-jährigen an der Bevölkerung neun Prozent. 2017 machten sie bereits 16 Prozent aus. Die Regierung schätzt, dass sich ihr Anteil bis 2050 auf fast 40 Prozent erhöhen wird.

Ein Grund ist die gestiegene Lebenserwartung. Sie liegt derzeit bei durchschnittlich 72 Jahren und dürfte aufgrund der besseren medizinischen Versorgung weiter ansteigen. Sehr viel schwerer wiegt aber die Familienpolitik: Mehr als 35 Jahre lang hatte die chinesische Führung die Ein-Kind-Politik betrieben. Selbst westliche Demografie-Experten haben sie lange Zeit gutgeheißen, in den kommenden Jahren wird sie sich aber als Katastrophe herausstellen.

„Ein Kind – und Ihr werdet glücklich“ lautete die Parole, die in Kinderliedern besungen und in Fernsehspots beworben wurde. Damit versuchte die chinesische Führung seit 1979 das Bevölkerungswachstum zu kontrollieren. Es blieb allerdings nicht bei Parolen: Wer ein zweites Mal schwanger wurde, musste mit drakonischen Strafen rechnen. Millionen Frauen mussten abtreiben, junge Männer wurden zwangssterilisiert, trotz allem zur Welt gebrachte Zweitgeborene hatten keinen Anspruch auf Kindergarten- und Schulplätze.

So rabiat die kommunistische Führung vorging – ihre Sorge wirkte Ende der 1970er Jahre berechtigt: Von 1949 bis 1979 hatte sich die Bevölkerung auf knapp eine Milliarde Menschen fast verdoppelt. Für das Riesenreich mit seiner damals noch völlig unterentwickelten Wirtschaft und Infrastruktur schien das eine kaum zu stemmende Herausforderung. Die Geburtenrate fiel abrupt von durchschnittlich acht Kindern in den Sechzigerjahren auf ein Kind pro Frau. Die kommunistische Führung brüstete sich damit, auf diese Weise 400 Millionen Menschen verhindert zu haben.

Die negativen Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Sozialsysteme kommen nun zum Tragen. Seit 2011 geht die Zahl der Einwohner im arbeitsfähigen Alter drastisch zurück, während gleichzeitig immer mehr Rentner versorgt werden müssen. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Bereits 2030 wird die Volksrepublik mehr Rentner als Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre haben. Mitte des Jahrhunderts wird dann jeder dritte Chinese älter als 60 Jahre sein. Schon heute kommen in der staatlichen Rentenversicherung nur noch drei Beitragszahler auf einen Rentenempfänger.

Dabei hat China überhaupt erst in den vergangenen zehn Jahren damit begonnen, eine gesetzliche Altersversorgung zu schaffen, von der Rentner auch wirklich leben können. Bis in die Siebzigerjahre unter dem kommunistischen Führer Mao Tse-tung war die Bevölkerung in zwei Gruppen unterteilt: Für die städtische Bevölkerung galt das Prinzip der „Eisernen Schüssel“. Sie hatte Anspruch auf einen Arbeitsplatz, Wohnung und Essensmarken. Mit einem Monatslohn von unter 50 Euro war für sie vom Kindergarten bis zum Rentenalter planwirtschaftlich alles bis ins Detail geregelt. Die Städter machten aber gerade mal ein Zehntel der Bevölkerung aus. 90 Prozent der Chinesen lebten auf dem Land.

Diese wiederum bekamen Parzellen zugeteilt. Von den Bauern wurde erwartet, dass sie sich weitgehend selbst ernährten. Überschüsse konnten sie an die städtische Bevölkerung verkaufen. Die meisten aber lebten von Subsistenzlandwirtschaft. Die Altersversorgung war ausschließlich Angelegenheit der Familie. Für die Menschen auf dem Land galt daher: Je mehr Kinder sie hatten, desto besser fühlten sich die Eltern fürs Alter abgesichert.

An dieser Zweiteilung änderte sich auch in den ersten Jahren der Wirtschaftsreformen zu Beginn der achtziger Jahre kaum etwas. Die Führung fand es zunächst wichtiger, hohes Wirtschaftswachstum zu generieren. Viele Chinesen zogen vom Land in die Städte und Küstenregionen und waren froh, in den neu entstandenen Industriezentren Geld zu verdienen und es zu einem bescheidenen Wohlstand zu bringen. Das wenige Geld, das sie im Monat vom Lohn zurücklegen konnten, schickten sie den Angehörigen aufs Land. An ein flächendeckendes Sozialversicherungssystem war nicht zu denken.

Doch mit der Einführung der Ein-Kind-Politik funktionierte für die Menschen vom Land die traditionelle Art der Altersvorsorge nicht mehr. Ein junges Ehepaar hatte nun vier Eltern und bis zu acht Großeltern zu versorgen. Hinzu kam, dass nach traditioneller Vorstellung Frauen nach einer Heirat die Eltern des Mannes bei der Altersversorgung zu unterstützen hatten und nicht die eigenen. War das einzige Kind weiblich, hatten die Eltern und Großeltern im Alter niemanden, der sich um sie kümmerte. Jungs zählten denn auch mehr als Mädchen, und viele Mädchen wurden abgetrieben. Das führte wiederum zu einem erheblichen Männerüberschuss.

Viele Jahre konzentrierte sich der Aufbau des Rentensystems auf die Menschen in den Städten. Ein umlagebasiertes Rentensystem gab es bis in die neunziger Jahre zunächst aber nur für Staatsbedienstete und Parteimitglieder sowie Arbeiter und Angestellte der Staatsbetriebe. Privatunternehmen sah die kommunistische Volksrepublik nicht vor.

Mit der wirtschaftlichen Liberalisierung in den Achtzigerjahren änderte sich das, als junge Männer und Frauen vom Land zu Millionen als sogenannte Wanderarbeiter in die Städte strömten, um in den Fabriken zu arbeiten oder einen Job im Dienstleistungsbereich zu bekommen. Für diese Menschen sah der Staat lange gar keine Vorsorge vor. Sie waren aus Sicht der Führung offiziell weiter Bauern, die ihre Parzellen beackern konnten. Diese Wanderarbeiter machten aber rasch mehrere Hundertmillionen aus, ab den Neunzigerjahren gar mehr als die Hälfte der Bevölkerung.

Inzwischen hat ein Umdenken stattgefunden. Die Regierung hat ein Rentensystem für Angestellte in der Privatwirtschaft geschaffen. Demnach zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Anteilen Beiträge in einen Sozialfonds ein, der die Angestellten gegen Erwerbsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit absichert und ihnen eine Grundrente garantiert. Es handelt sich um ein zum Teil kapitalgedecktes System, der andere Teil kommt vom Staat. Das ist die Theorie.

In der Praxis bleibt vor allem die Lage der Wanderarbeiter prekär. Ihre Löhne sind in den letzten Jahren zwar kräftig gestiegen, eine ausreichende Altersversorgung bieten ihnen die meisten Unternehmen aber trotz staatlicher Vorgaben auch weiterhin nicht. Inzwischen kommt es daher regelmäßig zu Streiks in den Fabriken.

Prekär ist es weiterhin auch für die Menschen auf dem Land. Zwar hat die Regierung versprochen, ihre Verhältnisse denen der Menschen in den Städten anzupassen. Doch das sogenannte neue ländliche Rentensystem ist freiwillig. Wegen der geringen Verdienste der Bauern sei dieses System nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, urteilt der am Pekinger Institut für Technologie lehrende Ökonom Hu Xingdou. „Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als so lange zu arbeiten, wie es geht, und im hohen Alter auf die Angehörigen zu setzen, wie es schon im Mittelalter in China der Fall war.“

Um das Problem zumindest ein Stück weit zu lindern, hat die Regierung vor fünf Jahren die Ein-Kind-Politik durch eine Zwei-Kind-Politik ersetzt und inzwischen die Geburtenkontrolle komplett aufgehoben. Doch dieses Umsteuern in der Familienpolitik kommt viel zu spät. „Der demografische Absturz wird nicht mehr zu stoppen sein“, sagt Ökonom Hu. Er finde längst statt.

Tatsächlich häufen sich in Chinas sozialen Medien Berichte über alte Menschen, die völlig verwahrlost in ihren Wohnungen oder auf der Straße aufgefunden wurden. Die Angehörigen hatten sich nicht ausreichend um sie gekümmert. Die Regierung hat daraufhin ein Gesetz zum „Schutz der Rechte und Interessen älterer Menschen“ verabschiedet. Es schreibt fest, dass alle Über-60-jährigen Anspruch auf regelmäßigen Kontakt mit Verwandten haben. Nicht nur können die Senioren ihren Lebensunterhalt von ihren Angehörigen vor Gericht einklagen. Diese sind auch verpflichtet, ihre Eltern und Großeltern regelmäßig zu besuchen. Wie oft, legt das Gesetz nicht genau fest. Staatszeitungen schreiben jedoch von „alle zwei Monate“.

Felix Lee arbeitet für die tageszeitung (taz) und war bis 2019 ihr Chinakorrespondent.
flee@taz.de

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Rassismusktitisch denken lernen ist wichtig

Engagement Global - 19. März 2020 - 12:18
Foto: Engagement Global

Schutz vor einer Corona-Ansteckung und Prävention haben Vorrang: In Anbetracht der Empfehlungen der Gesundheitsbehörden und unter Beachtung der behördlichen Vorgaben bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir in den kommenden Wochen Veranstaltungen aussetzen. Wo uns dies möglich ist, werden wir Veranstaltungen auf spätere Zeitpunkte verschieben.

Wir bedauern alle Unannehmlichkeiten, die durch diese Umstände entstehen. Sollten Sie für Veranstaltungen bereits Zugtickets gebucht haben, weisen wir Sie auf die Erstattungsmöglichkeiten hin, die von der Deutschen Bahn geboten werden.

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Neuer Leitfaden: Kontextbasiertes Wassermanagement in Unternehmen – von der Risikoanalyse bis zur Umsetzung einer Wasserstrategie

Global Compact - 19. März 2020 - 11:22
Wie Unternehmen jeder Größe Wassermanagement aufsetzen können, auch vor dem Hintergrund von komplexen Lieferketten und lokalen Kontexten, erfahren Sie in unserem neuen Leitfaden, den das Deutsche Global Compact Netzwerk (DGCN) gemeinsam mit dem WWF Deutschland zum Weltwassertag am 22. März veröffentlicht.
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We’re Open for Collaboration!

SCP-Centre - 19. März 2020 - 9:00

As an international think and do tank, with stakeholders and partners around the globe, the CSCP is following the developments related to the COVID-19 pandemic closely. As we try to adapt to the changing circumstances attentively and responsibly, we are striving to find new and creative ways to continue our work and carry forth our great collaborations.

We have switched most of our work to be carried out remotely and are substituting face-to-face meetings and events with virtual ones. As an organisation with established practices of environmental-friendly ways of working, we are relying on our great expertise in new technologies and formats to make our digital meetings and events effective, interactive and insightful.

One of our next events has turned webinar, therefore we are excited to invite you to join our Making Circularity a Priority for Cities, Towns, Villages and Municipal Utilities Webinar, 1 April 2020, at 1pm CET

Furthermore, a creative, virtual start of the second round of the Academy of Change is also on the way!

Further updates on upcoming events – like the official launch of The National Dialogue Forum for Reduction of Food Waste in Wholesale and Retail – and projects will be shared promptly.

As we stay focused on prioritising health in our global community, we look forward to connect and stay connected to you virtually!

For further questions, please contact Flandra Syla-Beqiri

 

Der Beitrag We’re Open for Collaboration! erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

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Weltwassertag 2020: 10 Fakten über Wasser

Unicef - 19. März 2020 - 8:55
Wasser ist nicht nur elementarer Bestandteil des Lebens – es ist ein Menschenrecht. Umso alarmierender die weltweite Situation: Millionen Menschen leiden unter Wasserknappheit und mangelnder Hygiene. Was sind die Folgen, vor allem für Kinder? Hier sind 10 Fakten zu Wasser und Hygiene.
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Interview: Wie kann Künstliche Intelligenz nachhaltig gestaltet werden?

reset - 19. März 2020 - 7:42
Welche Potenziale hat KI für den Umwelt- und Klimaschutz? Wie kann man KI-Anwendungen selbst nachhaltiger gestalten? Und was können Unternehmen, Entwickler*innen oder Regierungen dafür tun? Darüber sprachen wir mit Stephan Richter vom Institut für Innovation und Technik.
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Die globale Coronakrise

#2030Agenda.de - 19. März 2020 - 3:27

Die globale Corona-Pandemie hat nicht nur gravierende Auswirkungen für die Gesundheitssituation in vielen Ländern der Welt. Sie wird auch den Welthandel, die Finanzmärkte und die Verwirklichung der international vereinbarten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) massiv beeinflussen. Das ganze Ausmaß der Krise und ihrer Folgen lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Fest steht aber schon jetzt, dass das Coronavirus die Weltwirtschaft in einer kritischen Phase getroffen hat. In vielen Ländern des Globalen Südens hatte sich die gesamtwirtschaftliche Lage bereits vor Ausbruch des Virus erheblich verschlechtert.  Ein Teufelskreis von Verschuldung und Austeritätspolitik bedrohte die sozio-ökonomische Entwicklung von Argentinien bis zum Libanon. Infolge der weltwirtschaftlichen Abhängigkeiten spitzt sich die Lage nun auch in den Ländern zu, die vom Coronavirus selbst zunächst kaum betroffen waren. Dies gilt insbesondere für die ärmeren rohstoffexportierenden Länder. Um eine weltweite Rezession abzuwenden, haben der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank, die EU, nationale Regierungen und die führenden Zentralbanken Milliardenprogramme angekündigt. Richtig eingesetzt böten sie die Chance, nicht nur die öffentlichen Gesundheitssysteme zu stärken, sondern auch umfassendere Konjunkturprogramme aufzulegen, die der sozial-ökologischen Transformation im Sinne der SDGs dienen. Diese Momentaufnahme vom 18.03.2020 ordnet in Form eines Briefings die Entwicklungen ein und erläutert verschiedene sozio-ökonomische Auswirkungen auf die SDGs.

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18. März 2020

ONE - 18. März 2020 - 17:06

1. Haushalt in Zeiten von Corona
Das Bundeskabinett segnet die vorgelegten Eckwerte für den Bundeshaushalt 2021 des Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD) ab, wie unter anderem zdf.de, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, T-Online und Focus Online melden. Scholz halte trotz Corona-Krise vorerst an der „schwarzen Null“ fest. Es sollen keine neuen Schulden gemacht werden. Auch die Investitionen für 2021 seien höher als bisher. Für 2021 sehe Scholz eine Steigerung des Bundesetats um 2,3 Prozent auf 370,3 Milliarden Euro vor. Allerdings seien die Kosten im Zuge der Coronakrise noch nicht in dem Entwurf berücksichtigt worden. Laut Tagesspiegel und Deutschlandfunk geben die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit Anlass zur Sorge. Für 2021 seien keine zusätzlichen Mittel für sein Haus vorgesehen, beklagt Entwicklungsminister Gerd Müller. Mehrere hundert Millionen Euro fehlen. Verpflichtungen im Bereich Klimaschutz werden im Eckwert für 2020 nicht berücksichtigt.  Mehrere Nichtregierungsorganisationen forderten ebenfalls mehr Investition für die Bekämpfung extremer Armut und die Stärkung von Gesundheitssystemen. Gerade das Coronavirus zeige, wie wichtig eben diese seien. Gehe es nach Scholz, werde das Entwicklungsetat für die Jahre 2021 bis 2023 weiter sinken.

2. Corona: Ist Afrika vorbereitet?
Afrika ist auf eine weitflächige Ausbreitung des Corona-Virus schlecht vorbereitet, berichtet Christian Putsch in der Welt. Bisher halte sich die Verbreitung des Virus in den meisten Staaten in Maßen. Bereits Mitte Februar habe Microsoft-Gründer Bill Gates vor den möglichen Folgen einer Corona-Pandemie auf dem afrikanischen Kontinent gewarnt. Ihm zufolge könne eine ungebremste Verbreitung des Covid-19-Virus bis zu zehn Millionen Menschenleben in Afrika fordern. Eine ungebremste Ausbreitung würde dazu führen, dass Gesundheitssysteme kollabieren. In der Folge wären auch Menschen betroffen, die nicht an Corona leiden. Daher sei eine schnelle und angemessene Reaktion der einzelnen Staaten auf Corona-Fälle wichtig. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, verhängen viele afrikanische Staaten bereits strenge Einreisebeschränkungen für Europäer*innen. Die Zahl der bisher noch relativ überschaubaren 350 erkrankten Personen in Afrika solle so nicht noch weiter in die Höhe getrieben werden.

3. Migration aus Afrika als Chance?
Die Internationale Organisation für Migration (IOM) fordert legale Wege für Afrikaner*innen, die  nach Deutschland und Europa einwandern wollen, schreibt Martin Franke in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Maureen Achieng, Leiterin des IOM-Büros in Äthiopien, sehe in der afrikanischen Migration Potentiale für beide Seiten: Die älter werdende Gesellschaft in Europa stehe einer deutlich jüngeren Bevölkerung in Afrika gegenüber. Der Fachkräftemangel am europäischen Arbeitsmarkt könne durch junge afrikanische Bewerber*innen ausgeglichen werden. Diesen würde so zudem eine neue Perspektive geboten. Achieng bezeichnet eine Einwanderung aus Afrika im großen Stil als „unausweichlich“. Der Andrang sei da und es nur eine Frage der Zeit. Daher sei „eine gezielte und gesteuerte Einwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt“ geboten. In der Abwanderung qualifizierter Arbeitnehmer*innen sehe Achieng für die afrikanischen Staaten kein Problem. In den Heimatländern biete sich ihnen ohnehin kaum eine Perspektive, so die Büroleiterin. Auch schnell wachsende Wirtschaften wie in Äthiopien seien nicht in der Lage, so viele Menschen in Arbeitsmarkt zu integrieren. Besonders gefährdet seien viele Menschen in afrikanischen Staaten aufgrund der bereits deutlich spürbaren Folgen des Klimawandels.

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