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25. März 2021

ONE - 25. März 2021 - 11:46
1. 140 Millionen Euro im Kampf gegen Tuberkulose

Wie das Handelsblatt und die Deutsche Welle berichten, stellt Deutschland zusätzliche 140 Millionen Euro im Kampf gegen Tuberkulose bereit. Die Corona-Krise führe zu großen Rückschritten bei der Ausrottung der Krankheit. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien im Pandemie-Jahr 2020 etwa 1,4 Millionen Tuberkulose-Erkrankte weniger behandelt worden als noch im Vorjahr. Fast zwei Drittel der Behandlungsprogramme seien unterbrochen, was zu 400 000 zusätzlichen Todesfällen weltweit führen könnte, so Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. “Alle 22 Sekunden stirbt ein Mensch an Tuberkulose, 95 Prozent davon in Entwicklungs- und Schwellenländern“, erinnerte Müller am gestrigen Welt-Tuberkulose-Tag. Das müsse verhindert werden, denn die Lungenkrankheit sei mithilfe von Antibiotika heilbar. 

2. Begrenzung der EU-Impfstoff-Exporte nicht für arme Länder

Tagesschau.de und die Deutsche Welle melden, dass der Export der knappen Corona-Impfstoffe aus der Europäischen Union noch schärfer kontrolliert werden soll. Das beschloss die EU-Kommission. Neue Kriterien sollen es erlauben, Impfstoffe zurückzuhalten, wenn Verhältnismäßigkeit und Gegenseitigkeit nicht gewahrt seien. Generelle Exportverbote solle es aber nicht geben. Die Ausfuhren an 92 ökonomisch benachteiligte Länder über die COVAX-Initiative seien davon nicht betroffen. Insgesamt seien aus Fabriken in EU-Staaten bislang 43 Millionen Dosen an 32 Länder geliefert worden.

3. Weg frei für Restitution von Benin-Bronzen

Unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Deutschlandfunk, WDR, Zeit Online und der Tagesspiegel thematisieren die Debatte um die als Raubgut der Kolonialzeit geltenden Benin-Bronzen in deutschen Museen. Außenminister Heiko Maas habe sich für Restitutionen stark gemacht. Die Rückgabe von Kulturgütern gehöre zu einem aufrichtigen Umgang mit der Kolonialgeschichte, so Maaß. Der von Bund und Ländern besetzte Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ebnete nun den Weg für mögliche Rückgaben der umstrittenen Bronzen. Laut Außenminister sei man mit Nigeria im Gespräch. Die aktuelle Debatte dreht sich vor allem um die geplante Präsentation im Berliner Humboldt Forum. Das Ethnologische Museum verfügt über rund 530 historische Objekte aus dem Königreich Benin, darunter etwa 440 Bronzen.

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Mehr als 100 Organisationen fordern „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“

Unicef - 25. März 2021 - 11:00
Ein breites Bündnis von mehr als 100 Organisationen fordert in einem gemeinsamen Appell die Bundestagsfraktionen und die Bundesländer auf, sich bis zur Sommerpause auf ein Gesetz zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz zu einigen, das den Ansprüchen der UN-Kinderrechtskonvention gerecht wird.
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Pandemica – eine Welt, in der die Pandemie ewig weitergeht

ONE - 25. März 2021 - 10:51

Willkommen in Pandemica! In dieser Hölle auf Erden wird das Corona-Virus niemals besiegt, sondern kann ungehindert mutieren und sich weltweit weiterverbreiten. Dieser schreckliche Ort kostet doppelt so viele Menschen das Leben, verursacht der Weltwirtschaft zusätzliche Kosten in Höhe von 9,2 Billionen US-Dollar und ist ein Ort, an dem die Pandemie ewig weitergeht. Kommt dir das bekannt vor?

Wir alle sind in Pandemica gefangen. Um herauszukommen, müssen wir jetzt handeln. Es ist ein historischer Erfolg der Wissenschaft. Denn schon innerhalb eines Jahres sind nach den ersten gemeldeten Corona-Fällen mehrere sichere und wirksame Impfstoffe vorhanden. Doch ohne globalen Zugang zu diesen Impfstoffen wird die Pandemie nicht aus der Welt zu schaffen sein.

Was ist Pandemica?

Pandemica ist eine neue Zeichentrickserie von ONE. Wir wollen hiermit zeigen, wie wichtig es ist, dass weltweit alle Länder schnellstmöglich Zugang zu Covid-19-Impfstoffen bekommen. Diese animierte Corona-Hölle auf Erden voller Monster und Kreaturen zeigt die Lebenswirklichkeit der Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen, die noch keinen Zugang zu den Covid-19-Impfstoffen haben.

Hier kannst du dir alle Folgen unserer Pandemica Serie anschauen und erleben, warum Pandemica einer der schlimmsten Orte von allen ist.

Mit Zeichnungen des Illustrators Andrew Rae und den geliehenen Stimmen unserer talentierten Freund*innen wie ONE-Mitbegründer Bono, Penélope Cruz, Michael Mittermeier, Carolin Kebekus, Jeannine Michaelsen, Culcha Candela und vielen mehr. Die Zeichenserie mahnt, dass wir alle uns dafür einsetzen müssen, dass weltweit alle Menschen Zugang zu Impfstoffen erhalten.

Wie ist das Leben in Pandemica?

Pandemica mag vielleicht kein realer Ort sein, aber für Milliarden von Menschen ist er Realität. Nicht mal ein Prozent der weltweit verabreichten Corona-Impfdosen hat Menschen erreicht, die in Ländern leben, die stark von Armut betroffen sind. Gleichzeitig haben sich eine Handvoll reicher Staaten genug gesichert, um eine Milliarde Menschen mehr zu impfen als in ihren Ländern leben.

Dieses Horten von Impfstoffen in Ländern mit hohem Einkommen könnte dazu führen, dass mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung – also 4,68 Milliarden Menschen – erst 2022 oder später Zugang zu einem Corona-Impfstoff bekommen.

Wenn du in einem Land lebst, in dem  Menschen bereits geimpft werden, heißt es aber nicht, dass du sicher bist. Es gibt mehr als 4.000 Varianten des Corona-Virus und einige davon sind ansteckender als andere. Je länger sich das Virus ungehindert ausbreiten kann, desto häufiger kann es mutieren. Das gefährdet das Leben von allen Menschen in Pandemica.

Außerdem fordert Pandemica einen extrem hohen Preis – egal, in welchem Land du lebst. Die ungerechte Verteilung von Impfstoffen kostet die Weltwirtschaft 9,2 Billionen US-Dollar. Und wenn die Länder mit dem niedrigsten Einkommen zunächst von der Impfkampagne ausgeschlossen werden, tragen die Länder mit hohem Einkommen 75 Prozent des weltweiten wirtschaftlichen Schadens.

Wie verhindern wir Pandemica?

Die Pandemie wird erst enden, wenn weltweit alle Menschen, die darauf angewiesen sind, Zugang zu einem Covid-19-Impfstoff haben.

Wenn reiche Länder wie bisher die ersten verfügbaren Impfstoffdosen aufkaufen und horten und somit verhindern, dass diese weltweit gerecht verteilt werden, wird die Pandemie noch viel länger dauern. Denn so kann sich das Virus weiter ungehindert ausbreiten und mutieren und weltweit alle Menschen gefährden. Deshalb brauchen wir einen Plan für eine global gerechte Impfstoffverteilung.

Eine handvoll reicher Länder haben genug Covid-19-Impfdosen gekauft, um ihre gesamte Bevölkerung fast dreimal zu impfen. Fordere mit uns diese Regierungen auf, ihre überschüssigen Dosen dringend mit den Ländern zu teilen, die bisher kaum oder keine Impfdosen erhalten haben. Hier geht’s zur Petition.

 

Die Pandemica Serie ist illustriert von Andrew Rae, animiert von Titmouse, mit Musik & Sound von father und kreiert und produziert von hive und ONE.

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The CSCP Will Lead the European Circular Academy

SCP-Centre - 25. März 2021 - 10:48

How can we bridge the attitude-action gap among consumers toward more sustainable, circular behaviours in Europe? Our academy will take you there!

In a Eurobarometer survey, 94% of respondents considered protecting the environment as important to them personally and many associated it with the need of engaging with circular behaviours, such as sorting their waste for recycling (Eurobarometer, 2017). Does this mean that we are on track to mainstream circular and more sustainable behaviours in Europe? Not quite. It is increasingly understood that such positive attitudes do not necessarily equate to action. In fact, food, mobility, and housing are the most impacting areas of consumption, as well as the ones characterised by less durable products and higher use intensity (JRC, 2019). There is a large gap between favourable attitudes and actual consumption of better performing, circular products and services.

On the other hand, there is still limited research and action on behaviour change and consumer engagement with specific regard to the circular economy. With the new EU Green Deal, however, this is radically changing and consumers are increasingly under the spotlight. The EU Circular Economy Action Plan is clearly focused on “empowering consumers and providing them with cost-saving opportunities” as a key building block towards the circular economy (EC, 2020). As put in the European Environment Agency 2019 circular economy report, “consumer behaviour is one of the key levers for enabling the transition to a circular economy” (EEA, 2019).

In this context, the central question is: how can we bridge the attitude-action gap towards more sustainable, circular behaviours? That’s a complex question, as behaviours are shaped by a combination of drivers that influence people’s capabilities, motivation and opportunity (Michie et al., 2014) to engage with the circular economy. However, there is a growing evidence base informed by behavioural science showing the way forward in terms of approaches that might work best and aspects that have limited impact and need improvement.

Based on this know-how, building the capacity of stakeholders in learning about and integrating consumer behavioural insights into their circular economy strategies. Outreach is therefore needed, in order to generate greater impact with their initiatives and, ultimately, to drive more circular behaviours. Throughout the entire chain, skill development and capacity building play a key role in equipping stakeholders in making circular behaviours possible – including repairing, sharing, leasing, reusing, recycling and maintaining for longer.

Realising this opportunity, a leadership group at the heart of the European Circular Economy Stakeholder Platform has taken up the mandate to make such skill building possible. The group is called Retailers, Consumers & Skills, led by the CSCP and composed of a high-level stakeholder group including organisations such as EuroCommerce, RREUSE and the European Environment Agency. The Retailers, Consumers & Skills will be responsible for planning and running the Circular Academy.

The training modules to be prepared by the group are aimed at enabling stakeholders to design and plan for circular behaviour change. The group will start by focusing on capacity building for behavioural solutions in the electronics sector, targeting retailers and city authorities as the initial training audience.

A first EU circular talk will be organised by the group and take place in May in order to share further insights about the initiative and its next steps.

Found it interesting? Are you keen on learning more about the initiative and getting engaged to make it happen? Let us know!

For further questions and how to engage, please contact Mariana Nicolau.

Photo by PR MEDIA on Unsplash

 

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Rundbrief I/2021: Globalisierung ’21 | Neue Rezeptur, alte Probleme

Forum Umwelt & Entwicklung - 25. März 2021 - 8:30

Das Jahr 2020 lässt Beobachterinnen und Beobachter der internationalen Politik mit einem Schleudertrauma zurück. Es begann mit Ereignissen, die wirklich nichts Gutes für die Zukunft erwarten ließen. Australien brannte, im Nahen Osten drohte nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Soleimani ein erneuter blutiger Konflikt. Am 31. Januar verließ das Vereinigte Königreich nach langem Tauziehen endgültig die Europäische Union, verhandelte aber weiter über die handelspolitischen Folgen. Im Februar und März trat dann die COVID-19-Pandemie offen zu Tage und führte zu den größten ökonomischen und sozialen Verwerfungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Die globale Krise brachte aber keineswegs mehr globale Zusammenarbeit. Im Mai traten die Vereinigten Staaten aus der Weltgesundheitsorganisation aus, der sie zu große Nähe zu China unterstellten. Die G20 waren nur eingeschränkt zu effektiven Reaktionen in der Lage, auch bedingt durch den wachsenden Gegensatz zwischen den USA und China, der auch im eskalierenden Handelskrieg zu beobachten war. Dass gerade die internationale Handelspolitik konfliktiv ausgetragen wurde, symbolisiert der Rücktritt des Generaldirektors der Welthandelsorganisation Roberto Azevêdo zum 31. August. Wichtige Umweltkonferenzen, die die Weichen für die Zeit bis mindestens 2030 stellen sollten, wurden verschoben, von den Vertragsstaatenkonferenzen zur Biologischen Vielfalt und zum Schutz des Klimawandels bis zum internationalen Chemikalienmanagement. Am 4. November 2020 trat außerdem der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen in Kraft. Zum Jahresende hin wurde allerdings deutlich, dass Einigungen zumindest noch dort möglich sind, wo ökonomische Interessen das angezeigt erscheinen lassen. Mitte November verabschiedeten 15 Staaten mit der Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) die größte Freihandelszone der Welt. In den Weihnachtstagen einigten sich zuletzt die EU und das Vereinigte Königreich auf einen Deal über die handelspolitischen Folgen des Brexit. Geradezu euphorisch waren außerdem die Reaktionen auf die Abwahl Donald Trumps, in dem viele ein Signal für eine Krise rechtspopulistischer Bewegungen zu erkennen meinen.

Weil auch uns ganz schwindelig wurde, haben wir für diese Ausgabe des Rundbriefs ausgewiesene ExpertInnen angefragt, uns auf den Stand der Dinge zu bringen. Joseph Purugganan ordnet RCEP für uns ein, Jürgen Knirsch wirft einen Blick auf den Zustand der WTO. Heike Joebges beleuchtet die Folgen der Pandemie für die globalen Lieferketten, Ellen Ehmke für die Entwicklung globaler Ungleichheiten. Oliver Classen bewertet, wie es mit dem Weltwirtschaftsforum weitergehen dürfte, Jürgen Maier die Zukunft der Clubformate G20 und G7. Manuel Montes erklärt die Rolle der Sonderziehungsrechte und Leitwährungen, Nelly Grotefendt den angedachten Carbon Border Adjustment Mechanism der EU. Alessa Hartmann ordnet einen Schiedsspruch zum Handelsabkommen zwischen der EU und Südkorea für uns ein. Max Bank analysiert das EU-Brexit-Abkommen, Alexander Fanta rüttelt am „Goldenen Käfig des Silicon Valley“. Darüber hinaus beschäftigen sich Autorinnen und Autoren mit der Zukunft: Marie-Luise Abshagen gibt einen Ausblick auf das Hochrangige Politische Forum für nachhaltige Entwicklung, Bodo Ellmers auf die Zukunft der Finanzierung nachhaltiger Entwicklung. Ramona Bruck schreibt über den Esel-Gesundheits-Handels-Nexus, Laszlo Maraz über Biomassepolitik, Verena Günther über die Good Food Good Farming-Strategie, Dorothee Saar über eine Klage zum nationalen Luftreinhalteprogramm.
Da sollte doch für alle was dabei sein.

Wir hoffen, damit nicht nur für ein wenig Orientierung in verwirrenden Zeiten zu sorgen, sondern auch, Ihnen neue Erkenntnisse zu vermitteln. Eine wie immer spannende Lektüre wünscht

Wolfgang Obenland

 

Download des Rundbrief

Gedruckte Exemplare können in Kürze bestellt werden.

 

SCHWERPUNKT

Was Regierungen nicht über RCEP verraten
Die Zivilgesellschaft hat ein anderes Verständnis davon, was der Handelsvertrag für beteiligte Länder bedeutet
Joseph Purugganan

 

Geschichte wird gemacht, aber geht es auch voran? 
Die Welthandelsorganisation bekommt erstmals eine weibliche afrikanische Spitze
Jürgen Knirsch

 

Brexit-Deal: Demokratische Kontrolle bleibt auf der Strecke
Verhandlungsweise und Ergebnis unterminieren parlamentarische Kontrolle der Handelsbeziehungen
Max Bank

 

Verpatzte Feuerprobe für Nachhaltigkeitskapitel
EU unterliegt Südkorea im Streit um Arbeitsrechte
Alessa Hartmann

 

Klimaneutrales Europa
Was kann ein Kohlenstoffgrenzausgleich leisten?
Nelly Grotefendt

 

Produktion fragmentiert, Handel garantiert?
Entwicklung globaler Wertschöpfungsketten und Auswirkungen der Covid-19-Pandemie
Heike Joebges

 

Der Davoser König des „Bluewashing“
Vom Bedeutungsverlust des Weltwirtschaftsforums
Oliver Classen

 

G7 und G20 vor der Renaissance?
Die Clubs der Reichen und der Großen zwischen Anspruch und Realität
Jürgen Maier

 

Verhandlungen in aller Stille
Globale Umweltdiplomatie in Zeiten der Pandemie
Wolfgang Obenland

 

Keine Inseln in einem Meer der Ungleichheit
Die COVID-19 Pandemie vertieft bestehende Ungleichheiten, überwunden werden können sie nur gemeinsam
Ellen Ehmke

 

Sonderziehungsrechte gegen COVID-19
Schöpfung neuer Geldmittel als Medizin für die Weltgemeinschaft?
Manuel F. Montes

 

Rütteln am goldenen Käfig des Silicon Valley
Hat das Digitale-Dienste-Gesetzespaket der EU das Potenzial, globale Digitalkonzerne in die Schranken zu weisen?
Alexander Fanta

 

AKTUELLES

Entwicklungsfinanzierung in Zeiten von COVID-19 und danach
Die Antwort der Vereinten Nationen
Bodo Ellmers

 

Eine neue Chance fürs UN-Nachhaltigkeitsforum
Das HLPF setzt auf Wiederaufbau
Marie-Luise Abshagen

 

AUS DEM FORUM

Energiepolitik auf dem Holzweg
Warum der Umstieg auf Holzbiomasse unser Klima nicht retten kann
László Maráz

 

Sag mir, wo die Esel sind, wo sind sie geblieben … 
Wie der Artenvielfalt mal wieder das Fell über die Ohren gezogen wird
Ramona Bruck

 

Luftreinhaltung ist eine Gemeinschaftsaufgabe
Weshalb die Bundesregierung im Kampf gegen hohe Luftbelastung endlich an einem Strang ziehen muss
Dorothee Saar

 

Hier geht‘s um die Wurst
Finale Entscheidungen in der Reform der europäischen Agrarpolitik
Verena Günther

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Von Plastik-Ziegeln und Bäumen: Schüler lernen Umweltbewusstsein

Unicef - 25. März 2021 - 8:00
Fast die Hälfte der Familien in der Elfenbeinküste können es sich finanziell nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Dank eines innovativen UNICEF-Projekts gibt es neue Chancen für benachteiligte Kinder: Aus recycelten Kunststoff-Abfällen bauen wir preiswerte und sehr langlebige neue Schulgebäude.
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EU-Mobilitätsatlas zeigt Potenziale einer nachhaltigen Mobilität auf - doch der Weg dorthin ist noch weit

reset - 25. März 2021 - 6:29
Wenn wir bis 2050 wirklich klimaneutral sein wollen, muss der Verkehrssektor radikal verändert werden, denn er hat einen Anteil von fast 30 Prozent an den Emissionen der EU. Der EU-Mobilitätsatlas der Böll-Stiftung zeigt, wo unser Verkehrssystem aktuell steht und wie die Zukunft für nachhaltiges Reisen in Europa aussieht.
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Werden Sie Teil unseres Teams: zwei Praktika ab Mai und Juli 2021

Global Compact - 25. März 2021 - 0:00
Sie besitzen vertiefte Kenntnisse im Themenfeld Unternehmerische Verantwortung oder in den Bereichen Kommunikation, Medien und Marketing und können diese erfolgreich einsetzen? Sie interessieren sich für die Arbeit des Deutschen Global Compact Netzwerks und des UN Global Compact und haben ab Mai bzw. Juli 2021 sechs Monate Zeit?
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Patt in Georgien

SWP - 25. März 2021 - 0:00

Spätestens seit den Parlamentswahlen vom Oktober 2020 befindet sich Georgien in einer politischen Pattsituation zwischen Regierung und Opposition. Sie manifestiert sich vor allem darin, dass die große Mehrheit der gewählten Opposi­tionsparteien den Einzug ins Parlament boykottiert. Nicht nur innenpolitisch ist das Land herausgefordert. Der Krieg um Berg-Karabach hat auch die regionale Konstellation verändert. Während sich Russland und die Türkei als einflussreiche Akteure in der Region posi­tioniert haben, war die Euro­päische Union kaum sichtbar. Georgien als einziges Land im Südkaukasus mit klaren euroatlantischen Ambitionen sieht in dieser Veränderung eine potentielle Bedrohung für seinen westlichen Kurs. Tbilisi hegt weiter­hin hohe Erwartungen an die EU, die für sich den Anspruch formuliert hat, ein geopolitischer Akteur zu sein. Beides, der neue regionale Kontext und die georgische innenpolitische Krise, sollten der EU Anlass sein, ihr Engagement in ihrer östlichen Nachbarschaft zu er­höhen und besonders den Beziehungen zum euroatlantisch ausgerichteten Georgien neue Impulse zu verleihen.

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Covid-19 bietet Chance, Afrikas Staatsfinanzen zu erneuern

E+Z - 24. März 2021 - 15:53
Wegen der Coronavirus-Pandemie braucht Subsahara-Afrika größeren Finanzspielraum

Wohlhabende Nationen setzen mit finanzieller Unterstützung für Privathaushalte und Unternehmen Maßstäbe. Viele afrikanische Länder reagieren ähnlich. Die Regierungen wissen, dass kleine und mittelständische Unternehmen sowie der informelle Sektor aktuell schwer zu kämpfen haben. Selbst das kleine westafrikanische Land Togo hat Transferzahlungen an Beschäftigte im informellen Sektor erhöht. Mehrere Staaten haben Firmen die Steuerlast reduziert oder ihnen zinsgünstige Kredite gegeben.

Afrikanische Regierungen verdienen Lob dafür, dass sie in der Not Bürgern und Kleinunternehmen helfen. Das stärkt den sozialen Zusammenhalt. Es wirft aber auch die Frage auf, woher das Geld kommt. Einige Länder südlich der Sahara sind hochverschuldet, und der Internationale Währungsfond (IWF) schätzt, dass in der Region bis 2023 eine Finanzierungslücke von 345 Milliarden Dollar aufklaffen wird.

Tatsächlich haben Afrikas Staaten nicht erst in der Pandemie begonnen, sich zu verschulden. Der IWF warnte vor ihrem Ausbruch, dass die Schuldenquote in vielen Ländern schon fast die Marke von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung erreicht. Nun hängt die Wirtschaftspolitik vieler Länder wegen Covid-19 erst recht von multilateralen Finanzinstituten und bilateralen Geberinstitutionen ab. Neue Kredite steigern aber größere Schuldenlast.

Manche Fachleute warnen, Umschuldung werde nicht nur früher oder später nötig werden, sondern auch schwerer als früher auszuhandeln sein. Private Kreditgeber und Schwellenländer – besonders China – spielen nämlich mittlerweile eine relevante Rolle. Sie dürften sich gegen Schuldenerlass stemmen. Manche Beobachter warnen grundsätzlich vor Schuldenerlass, um nicht zur Korruption zu ermutigen (siehe Leny van Oijen und Christian Penda Ekoka im Schwerpunkt von E+Z/D+C e-Paper 2020/10).

Tatsächlich sind die Korruptionsprobleme in der Pandemie gewachsen. Südafrikas Rechnungshof hat Fehlverhalten im Zusammenhang mit Covid-19-Geldern beanstandet. In Nigeria schlagen zivilgesellschaftliche Organisationen Alarm und werfen staatlichen Stellen Veruntreuung vor. Es ist klar, dass derlei in vielen Ländern passiert – und zwar auch in wohlhabenden Weltregionen, nicht nur in Afrika.
 

Keine Sparpolitik

Gut ist aber, dass die Spitzenleute multilateraler Institutionen wie zum Beispiel IWF-Chefin Kristalina Georgieva derzeit Regierungen zur Kreditaufnahme ermutigen (siehe José Sabia Serrate im Schwerpunkt von E+Z/D+C e-Paper 2020/11). Die Notwendigkeit, Menschen zu schützen und stagnierende Volkswirtschaften zu stimulieren, ist offensichtlich. Obendrein muss dringend in Klimaschutz und-anpassung investiert werden. Folglich beharren die multilateralen Institutionen nicht mehr auf Sparpolitik.

Ein kluger Weg, die Finanzspielräume von Entwicklungsländern zu erweitern, wäre nun die Ausgabe neuer Sonderziehungsrechte (Special Drawing Rights – SDRs). Dabei geht es um eine geldwerte interne Verrechnungseinheit des IWF. Die G7 haben sich grundsätzlich dafür ausgesprochen. Besonders wirkungsvoll wäre dieser Schritt, wenn Industrieländer ihre neuen SDRs an Entwicklungsländer weiterreichen würden.

Afrikanische Regierungen müssen aber ihrerseits Hausaufgaben erledigen. Sie müssen Korruption bekämpfen und illegitime Finanzflüsse eindämmen. Sie müssen dafür sorgen, dass ihre Steuern progressiv sind und besonders die belasten, die mehr zahlen können.

Die Pandemie bietet also eine Chance, Afrikas Staatsfinanzen auf eine neue Basis zu stellen (siehe Dereje Alemayehu im Schwerpunkt von E+Z/D+C e-Paper 2020/11). Wir sollten sie nutzen.

Chimezie Anajama ist Soziologin und studiert an der Ruhr-Universität Bochum im Masterprogramm Development Management.
Twitter: @mschimezie

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24.03.2021 "Entwicklungshaushalt 2022 bleibt stabil, aber Finanzplanung muss dringend angepasst werden"

BMZ - 24. März 2021 - 14:00
Die Bundesregierung hat heute die Eckwerte für den Bundeshaushalt 2022 beschlossen. Zum Entwicklungsetat erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: "Der Haushaltsentwurf 2022 beträgt 10,8 Milliarden Euro – hinzu kommen 1,5 Milliarden Euro für die internationale Bekämpfung der Corona-Krise. Das gibt uns die Möglichkeit, das wichtige Corona-Sofortprogramm zur Unterstützung der schwer betroffenen Entwicklungsländer fortzusetzen."...
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Aufruf: Keine Zerstörung der Ozeane im Namen des Klimaschutzes

Forum Umwelt & Entwicklung - 24. März 2021 - 13:49

Der Klimaschutz darf nicht als Argument für den Tiefseebergbau und die Zerstörung der Ozeane missbraucht werden. Wir fordern stattdessen einen Stopp des Tiefseebergbaus sowie eine
konsequente Berücksichtigung der im Sonderbericht des Weltklimarats aufgezeigten Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane. Die Bundesregierung fordern wir deshalb auf, einige Grundsätze in ihre internationale Klima- und Meerespolitik aufzunehmen und dabei die engen Beziehungen von Umwelt und Entwicklung in Hinblick auf Fragen der Klimagerechtigkeit zu beachten.

 

Eine Übersicht der Forderungen finden sich hier als Download.

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Gespräche zur Internationalen Zusammenarbeit

GIZ Event - 24. März 2021 - 13:04
Veranstaltungsdatum: Mittwoch, 21. April 2021
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Reformoptionen für eine effektive UN-Nachhaltigkeitsgovernance

DIE - 24. März 2021 - 12:19

Momentan weist die UN-Nachhaltigkeitsgovernance einige Schwächen auf. Verbesserungen würden eine ehrgeizigerer Unterstützung von nationalen Nachhaltigkeitsprozessen in den neun verbleibenden Jahren bis 2030 erlauben. Mitglieder des Rats für Nachhaltige Entwicklung haben gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen von SWP und DIE Reformoptionen für eine effektivere UN-Nachhaltigkeitsgovernance entwickelt.

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24. März 2021

ONE - 24. März 2021 - 12:11
1. Terror und Machtvakuum im Niger

Über die jüngsten Anschläge im Niger, bei den mindestens 137 Menschen starben, berichten unter anderem ZDF, Zeit Online, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel und Bild. Der Regierung zufolge griffen Bewaffnete mehrere Dörfer in der Region Tahoua nahe der Grenze zum Nachbarland Mali an. Wer für die aktuellen Anschläge verantwortlich ist, sei noch unklar. Im Niger und anderen Ländern der Sahelregion seien mehrere Terrorgruppen aktiv. Hinzu kommt, dass im Niger derzeit ein staatliches Machtvakuum herrsche, wie Dominic Johnson in der Tageszeitung (taz) kommentiert. Der bisherige Präsidenten Mahamadou Issoufou trat bei den Wahlen im Februar nicht mehr an und sein gewählter Nachfolger Mohamed Bazoum sei noch nicht im Amt. Die Opposition kenne Bazoums Wahlsieg bisher nicht an. Dabei brauche Niger bei über 200 Terroropfern in nur zehn Tagen gerade jetzt eine klare Führung, so der Autor.  

2. WTO: Mit mehr Handel schneller aus der Corona-Krise

Laut Welthandelsorganisation (WTO) kann gesteigerter Handel eine Chance für Länder des Globalen Südens sein, um sich von den ökonomischen Folgen der Pandemie zu erholen, schreiben die Deutsche Welle und das Handelsblatt. Während der Corona-Krise seien die ärmsten Länder besonders hart getroffen gewesen. Bei ihnen sei der Handel im vergangenen Jahr noch stärker eingebrochen als im weltweiten Durchschnitt. Nach Überzeugung der neuen Chefin der WTO, Ngozi Okonjo-Iweala, müssen Programme für die Eröffnung von neuen Handelswegen gerade jetzt finanziell gestärkt werden. Kristalina Georgieva, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), unterstreicht, dass Handel Arbeitsplätze schaffe, Familien aus der Armut helfe und den Lebensstandard hebe. “Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Reduzierung von Zöllen und den Abbau von regulatorischen Beschränkungen”, fordert der Chef der Weltbank, David Malpass. 

3. Frontex-Chef: Pandemie sorgt für Wiederanstieg der Geflüchtetenzahlen

Der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, rechnet mit einer steigenden Zahl von Migrant*innen. Das sagte er im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschlands (RND), über das auch die Welt berichtet. Mit den Corona-Auflagen nehmen die Migrant*innenzahlen an den EU-Außengrenzen zwar ab, Frontex erwarte nach der Pandemie aber eine deutliche Zunahme von Geflüchteten – auch weil sich die Fluchtursachen in den vergangenen Monaten verschärft haben. Die Vorwürfe, Frontex sei in illegale Pushbacks von Geflüchteten verwickelt, streitet Fabrice Leggeri im Interview ab. Laut einer gemeinsamen Recherche von ARD und Spiegel sollen Flüchtlingsboote in der Ägäis zurückgedrängt worden sein, anstatt die Insassen zu retten. Das EU-Parlament habe laut Spiegel daraufhin die Bestätigung des Budgets von Frontex verweigert. 

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Reform options for effective UN sustainable development governance

DIE - 24. März 2021 - 12:11

The current approach to governing the UN’s sustainable development work has a number of shortcomings. If improved, the UN could more ambitiously support national efforts for sustainable development in the remaining nine years until 2030. Even in the absence of large institutional reforms, an upwards spiral towards more ambitious and self-reflective reporting and learning could be initiated. However, the challenges ahead are complex. More ambitious UN reforms for include establishing a UN Sustainable Development Council – an upgraded and transformed ECOSOC.

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From Niche to Mainstream: Dilemmas of Upscaling Sustainability

SCP-Centre - 24. März 2021 - 11:03

Mainstreaming sustainability – that is, upscaling solutions that support social and environmental sustainability – is a complex task. Recent research of our project Urban Up takes a closer look on upscaling obstacles and identifies strategies to overcome them.

There are so many solutions out there for a sustainable living, yet the hoped-for- change on a greater scale is far from reality. The reasons are manifold. The recent publication of the Urban Up project “From niche to mainstream: the dilemmas of scaling up sustainable alternatives“ sheds light on the common misunderstandings in upscaling processes and provides recommendations for solutions.

The paper, which received the second place in the Best Paper Award of the journal “GAIA – Ecological Perspective for Science and Society” for 2020, contributes to the debate on the urgency of upscaling sustainable solutions. This is especially relevant in the light of the short time frame left for reaching the Paris agreement targets. A key argument that the paper puts forward is acknowledging the intricacy of societal change: “Considering the complexity and non-linearity of co-evolutionary processes, the aspirations of policymakers, scientists, or actors from civil society to proactively and strategically foster a specific type of radical change are questionable or at least highly challenging.” Thus, processes of innovation and transformation are not projectable nor controllable. This challenge is demonstrated in three common dilemmas:

  • Babylon dilemma: What do we mean by upscaling from the view of practitioners, researchers, policy makers?
  • Simplification dilemma: The risk of oversimplifying transformation processes and assuming that upscaling of niche solution might not affect the system.
  • Scaling-aversion dilemma: Balancing act between limited local effects of alternatives and scaled solutions that lose their sustainability.

The paper offers numerous recommendations to overcome these challenges, including:

  • Open-ended and reflexive experimentation focused on learning processes, i.e., in living-labs
  • Building innovative capacities (human abilities and political responsibilities)
  • Responsibilisation: responsibilities need to be taken for risks and uncertainties beyond existing growth models and business cases
  • Establishing collaborative and reflexive dialogue processes between involved stakeholders
  • Longer-term observation of change processes

To read the full paper, please go to our library.

The latest research insights of the Urban Up project as well as resources, such as the framework for the social impact assessment tool, can be found on the Urban Up website.

Urban Up is funded by the German Federal Ministry of Education and Research (BMFB) as a junior research group within the framework of social and ecological research.

For further information, please contact Alexandra Kessler.

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Nepals große Bildungsunterschiede

E+Z - 24. März 2021 - 11:00
Ländliche und öffentliche Schulen in Nepal müssen mit städtischen und privaten Schulen Schritt halten

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Es ist 6 Uhr morgens in Daduwa, einem abgelegenen Dorf im Bezirk Ramechhap, und der 10-jährige Laxman arbeitet bereits hart. Jeden Morgen vor der Schule, die eine Stunde zu Fuß von seinem Haus entfernt ist, melkt Laxman die Kühe, sammelt Futter für die Tiere und Brennholz für seine Familie.

Laxman gehört zur armen und marginalisierten Thami-Gemeinschaft. Thami-Männer arbeiten normalerweise in Steinbrüchen und an Ziegelöfen, Frauen in Bauernhöfen und Haushalten. Kinder arbeiten routinemäßig mit. Dies gilt im größten Teil des ländlichen Nepals, wo Kinder ab fünf Jahren Hausarbeiten erledigen, sich um jüngere Geschwister kümmern und kochen – alles vor dem Schulunterricht.

Das wirkt sich auf die Bildung aus. Etwa ein Drittel der Bevölkerung Nepals sind Analphabeten, auf dem Land und bei den Älteren sind die Raten höher. Im UN Human Development Index 2019 belegte Nepal in Bezug auf Gesundheit, Bildung und Lebensstandard den 142. Platz von 189 Ländern.

Schulbesuch und Alphabetisierung haben sich in Nepal in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert. Laut einem Bericht von 2014 des Borgen-Projekts, einer gemeinnützigen Organisation zur Armutsbekämpfung, stieg der Grundschulbesuch von 1971 bis 2001 von 400 000 auf 3,9 Millionen Schüler und der Sekundarschulbesuch von 120 000 auf 1,5 Millionen Schüler. Die Alphabetisierungsrate verbesserte sich von 23 Prozent im Jahr 1981 auf 54 Prozent 2001.

Die positiven allgemeinen Trends verschleiern aber die großen Bildungsunterschiede innerhalb der Bevölkerung. Die Kluft befindet sich zwischen Kindern auf dem Land und in der Stadt, zwischen staatlichen und privaten Schulen sowie niedrigeren und höheren Kasten.

Land gegen Stadt

Die Bedingungen in Nepals ländlichen Schulen sind katastrophal. Laut Borgen-Projekt zeigen Studien, dass in staatlichen Schulen kaum gelernt wird. Zudem halten sie nur wenige Prüfungen ab und bieten keine Hilfe für Schüler mit Lernschwierigkeiten.

Die Ungleichheit zwischen städtischen und ländlichen Schulen wurde nach den Erdbeben in Nepal 2015 deutlich, bei denen fast 9000 Menschen getötet und mehr als 22 000 verletzt wurden. Die Erdbeben zerstörten über 35 000 Klassenzimmer in Schulen von einer Million Kindern.

Als Reaktion darauf baute die Regierung temporäre Lernzentren – provisorische Klassenzimmer aus Wellblech mit einigen Holzstützen – für die Zeit, in der die Schulgebäude repariert oder wieder aufgebaut wurden. Die Räume waren dunkel, zu heiß oder zu kalt und es regnete hinein. Lernen war fast unmöglich.

Die meisten städtischen Schulen sind inzwischen wieder aufgebaut, viele Schulen auf dem Land aber noch nicht. Letztere kämpfen generell mit schlechter Ausstattung und niedriger Lehrer-Schüler-Quote. Bei den Eltern und Gemeindevorstehern fehlt häufig das Wissen über die Zustände in den Schulen, es mangelt an Sachkenntnis der öffentlich bestellten Schulaufseher und schlechter allgemeiner Rechenschaftspflicht und Aufsicht.

Öffentliche gegen private Schulen

Ähnlich gegensätzlich ist die Ausbildungsqualität von öffentlichen und privaten Schulen. Öffentliche Schulen sind schlechter ausgestattet. Die Zahl der voll qualifizierten Lehrer an staatlichen Schulen ist weiterhin zu niedrig. Die ungleiche Bildungsqualität von öffentlichen und privaten Schulen zeigt sich deutlich in den sehr ungleichen Leistungen ihrer Schüler bei den nationalen Abschlussprüfungen (School Leaving Certificate).

Auch die Abbrecherquote ist an staatlichen Schulen höher. Obwohl sie staatlich finanziert werden, sind sie oft auf zusätzliche Unterstützung durch die Familien angewiesen. Eltern müssen in der Regel für Bücher und Lernmaterialien, Schuluniformen sowie Aufnahme- und Prüfungsgebühren aufkommen. Deshalb nehmen viele verarmte Eltern auf dem Land ihre Kinder aus der Schule – oder ermutigen sie, freiwillig die Schule zu verlassen und stattdessen Arbeit zu finden.

Schulen spiegeln auch die ethnische Spaltung Nepals wider: Benachteiligte Gruppen erhalten schlechte Dienstleistungen. Das Land ist in eine Vielzahl ethnischer Gruppen zersplittert, jede mit ihrer eigenen Kultur und Sprache. Außerdem ist es nach Klassen und Kasten geschichtet.

Nepal ist in hohem Maß politisch instabil und fragmentiert. Dies bestätigt ein Bericht von 2018 von World Education Services (WES), einer gemeinnützigen Gruppe, die Zeugnisbewertungen für internationale Studenten anbietet. „Die nepalesische Gesellschaft ist immer noch weitgehend landwirtschaftlich geprägt und stark stratifiziert, wobei die Hindu-Eliten der oberen Kaste eine multikulturelle Gesellschaft mit 125 ethnischen Gruppen/Kasten, die 123 Sprachen sprechen, dominieren“, heißt es im Bericht. „Nur 45 Prozent der Bevölkerung spricht die Landessprache Nepali als Muttersprache.“

Wer Nepals Bildungsprobleme lösen will, muss dieses breitere soziologische Bild berücksichtigen. Schlechte Schulbildung für Kinder auf dem Land, aus niedrigeren Kasten und an öffentlichen Schulen wird die Ungleichheiten sehr wahrscheinlich vertiefen und aufrechterhalten.

Geschlechterunterschiede sind eine weitere Herausforderung. Mädchen gehen in Nepal seltener zur Schule als Jungen, und junge Frauen haben weniger Zugang zu Berufsausbildung und höherer Bildung als junge Männer. Auch dies dürfte langfristige Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben.

Durch die Covid-19-Pandemie werden die Herausforderungen immer gewaltiger. Der wirtschaftliche Druck führt dazu, dass immer mehr Kinder die Schule abbrechen. Je ärmer die Eltern, umso eher müssen auch kleine Kinder zum Lebensunterhalt der Familie beitragen (siehe Kasten).

Die Arbeit von Childaid

Nichtregierungsorganisationen wie die in Deutschland ansässige Stiftung Childaid Network versuchen, die Bildungslücken in Nepal zu schließen. Childaid ist seit 2012 im Distrikt Ramechhap in Ost-Zentral-Nepal aktiv. Nach den Erdbeben 2015 unterstützte die Organisation den Wiederaufbau von Schulen in betroffenen Gebieten.

Childaids aktueller Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung von Lehrern und Beamten. Außerdem bauen wir Kapazitäten bei den Mitgliedern von Schulaufsichtsgremien auf und stellen Schülern Lernmaterialien zur Verfügung. In von Childaid gesponserten Programmen wird Grundschullehrern vermittelt, wie spielerische Lernansätze funktionieren. Außerdem lernen sie, wie sie lokal verfügbare Materialien als Lernhilfen einsetzen können. Grundschullehrer werden in der Leitung von Klassenräumen und in kindgerechten Unterrichtsmethoden geschult.

Gleichzeitig werden die Lehrer über Lücken im Bildungssystem aufgeklärt – und über ihre Handlungsmöglichkeiten. Lehrer können zum Beispiel das Bewusstsein von Eltern und Gemeindeleitern für die Bedeutung von Bildung stärken. Sie können helfen, Eltern zu motivieren, sich mehr in das Schulleben ihrer Kinder einzubringen. Die Idee ist, jedem Kind eine gute Bildung zu ermöglichen – unabhängig von Ethnie, Kaste, Geschlecht und geografischer Lage.

Links

Dilas, D. B., et al., 2018: Education in Nepal. In: World Education News & Reviews, World Education Services.
https://wenr.wes.org/wp-content/uploads/2018/04/Apr18_TrinesCP-1.png

Moore, C., 2014: Seven facts about education in Nepal. In: The Borgen Project.
https://borgenproject.org/facts-about-education-in-nepal/

Abishek Thapa ist Projektkoordinator in Nepal für die Childaid Network Foundation, eine Hilfsorganisation mit Sitz in Deutschland.
abishek.thapa@childaid.net
https://www.childaid.net/

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„We #MoveTheDate: Local Responses for a Good Life“ Project is Launched

SCP-Centre - 24. März 2021 - 10:10

Scientific data shows that the planet’s resources are being vastly overused. This is our context. How can we then build a future that is both socially as well as environmentally sustainable? The CSCP has joined forces to find creative solutions that move the date of the German and the Earth Overshoot Day.

Together with the Global Footprint Network, that has successfully implemented sustainability metrics, including the ecological footprint, and engaged with more than 70 countries and 80 organisations, we want to find out how citizens can become drivers of the transition toward more sustainability. The newly-launched pilot project We #MoveTheDate aims to engage and empower cities and their citizens toward being active participants in, rather than observers of, the sustainability transformation. Through this shift in perception, the project plans to meaningfully address the emerging risks of living in a world with massive overshoot.

A key objective of the project is to generate ownership among citizens  and support the creativity and ability of urban actors to find solutions that #MoveTheDate of the Earth Overshoot Day. The Earth Overshoot Day marks the date of the year when human demand exceeds what Earth can renew in an entire year. This bottom-up engagement will help decision makers realise that advancing the transformation is not only a noble act to do, but also a necessary and even essential one. We #MoveTheDate wants to move the date by building synergies at two levels: expanding participation and positioning citizens at the heart of climate engagement.

On the one hand,  the project is based on a participation process in climate engagement activities with selected civil society organisation in two cities in North Rhine Westphalia. In a dialogue, the project engages local community groups on topics that they already advocate for. The process identifies potential catalysts and roadblocks for a sustainability transformation. Equipped with the learnings from the community groups and partners in the field, the pilot will also engage the cities’ administration by sharing citizens’ insights and finding opportunities to align them with the cities’ agenda towards a one-planet compatible city. Moreover, through an idea competition, community groups can share their most creative visions of their city with their city administration. This will facilitate a fruitful collaboration between citizens and cities that in turn helps move the #MoveTheDate.

On the other hand, the project will develop and communicate new and empowering storylines for climate action to make the Earth Overshoot Day (and German Overshoot Day) even more transformational. For this campaign, the pilot project will emphasise one theme per each participating city. Building on insights gained from cities and the citizen groups, it will position climate action as economically essential for individuals, cities, and countries. The project will also promote city-level possibilities that can help to #MoveTheDate of Earth Overshoot Day.

The project is funded by and carried out in close collaboration with the Stiftung Mercator.

For further question, please contact Alexandra Kessler.

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