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Monitoring-Bericht: Sustainable development in the European Union - Overview of progress towards the SDGs in an EU context

#2030Agenda.de - 24. Juni 2020 - 19:33

Das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) hat am 22. Juni 2020 seinen vierten Bericht zu den Fortschritten bei der Verwirklichung der SDGs im EU-Kontext veröffentlicht. Der Monitoring-Bericht enthält eine statistische Darstellung der Trends in Bezug auf die SDGs in der EU in den letzten fünf Jahren ("kurzfristig") und, sofern ausreichende Daten verfügbar sind, in den letzten 15 Jahren ("langfristig"). Erstmals enthält der Bericht den aktuellen Stand der Fortschritte in den einzelnen Mitgliedsstaaten und visuelle Hilfsmittel, um die Länder mit den besten und schlechtesten Leistungen zu vergleichen.

Die größten Fortschritte hat die EU im Bereich von SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen), SDG 1 (Keine Armut) und SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen) erreicht. Dahingegen kommt die EU bei den Zielen zur ökologischen Nachhaltigkeit nur langsam oder gar nicht voran. Im Hinblick auf SDG 5 (Gleichstellung der Geschlechter) hat sich die EU von ihren Zielen entfernt.

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Wenn Gläubiger die Welt einteilen: Wie das G20-Moratorium in’s Leere geht

erlassjahr.de - 24. Juni 2020 - 15:52

Im April 2020 haben die G20 ein Schuldenmoratorium für bis zu 73 Länder beschlossen, um deren Bemühungen um Eindämmung von Covid-19 zu unterstützen. Das war zu der Zeit der richtige Schritt, denn in der unklaren und aufgeregten frühen Pandemie-Phase wäre für noch ambitioniertere Schuldenerleichterungen kaum ein G20-Konsens erreichbar gewesen.

Entscheidend ist indes, ob auch die nächsten Schritte gegangen werden: Umwandlung des vorläufigen Moratoriums in echten Schuldenerlass, Einbeziehung aller Gläubiger, einschließlich der Privaten und der Weltbank, und vor allem die Ausweitung der Länder, denen das Moratorium angeboten wird.

Der Preis für den bei G20 erzielten Konsens war, dass nur die ärmsten Länder (IDA-qualifizierte und Least Developed Countries) einbezogen wurden. Tendenziell waren das kleine und vergleichsweise „billig“ zu entschuldende Länder. Bezeichnenderweise haben bis Mitte Juni nach einer Übersicht der Weltbank von 73 potenziell zu begünstigenden Staaten nur 35 das Moratorium in Anspruch genommen. 

Die G20 gleichen somit dem sprichwörtlichen Besoffenen, der den nächtens verlorenen Hausschlüssel unter der Laterne sucht, weil es dort so schön hell ist, statt dort, wo er ihn verloren hat. Schuldenerlass ist kein Allheilmittel für Entwicklungsfinanzierungs-Probleme, aber er kann beträchtliche Wirkungen entfalten, wenn es dort angewandt wird, wo es auch tatsächlich ein Schuldenproblem gibt. Hätten die G20 statt eines niedriges pro-Kopf Einkommens die Existenz eines Schuldenproblems zur Zugangsvoraussetzung gemacht, wäre rund die Hälfte der 73 ärmsten Länder gar nicht erst mit der individuell wenig sinnvollen Einladung zu einem Moratorium behelligt worden. Dafür hätten Nicht-IDA- und Nicht-LDC-Länder, denen tatsächlich die fiskalische Spielräume für die Bekämpfung von Covid fehlen, es in Anspruch nehmen können.

Basierend auf den Ende-2018-Daten, die erlassjahr.de im Schuldenreport 2020 verarbeiten konnte, haben wir 24 Länder außerhalb der begünstigten Gruppe identifiziert, deren Indikatoren nahelegen, dass sie ohne eine substanzielle Schuldenerleichterung nur die Wahl haben werden, Zahlungen in einer ungeordneten Weise einzustellen oder durch Neuverschuldung immer tiefer in die Überschuldung zu geraten. Eine ungeordnete Zahlungseinstellung ist in der Summe stets die teuerste Art, Schuldner-Gläubiger-Beziehungen zu unterbrechen. Zeit zu kaufen, indem ein bereits untragbarer Schuldenstand noch weiter aufgebläht wurde, war die Strategie der Gläubiger zwischen 1982 und 1996. Im Ergebnis bestand dann geschätzt die Hälfte der Streichungen unter der HIPC-Initiative ab 2000 aus „Phantomschulden“, die ohnehin niemals hätten zurückgezahlt werden können.

Fünf der 24 Länder waren beim Ausbruch der Pandemie bereits im Zahlungsausfall: Venezuela, Libanon, Argentinien, Barbados und Ecuador. Andere sind in auffälliger Weise von dem Verkauf weniger Rohstoffe oder von Hartwährungseinnahmen durch den Tourismus abhängig.

Auf diesem Hintergrund ist es sinnvoll, ein umfassendes Moratoriumsangebot auszusprechen (etwa an alle Nicht-OECD-Länder). Die Erfahrung mit dem bereits angebotenen Moratorium zeigt ja gerade, dass Länder sehr wohl selbst entscheiden können, ob sie das Angebot für vorteilhaft halten oder nicht. Es ist vorstellbar, dass mit ähnlich Gründen selbst einige aus dem Kreis der 24 es nicht in Anspruch nehmen würden (Vietnam, Uruguay, Albanien z.B.), während man gleichzeitig dort wo andernfalls soziale und politische Katastrophen drohen würden, die notwendige Atempause für eine gründliche Neubewertung von Schuldentragfähigkeit geschaffen hätte.

Eine weitere (wenngleich weniger ambitionierte) Option könnte ein spezielles Moratoriums/Umschuldungsangebot an Länder sein, welche zusätzlich zur Corona-bedingten Rezession Opfer von unverschuldeten externen Schocks wie Naturkatastrophen werden. Wir haben das im letzten Jahr für die Hurrikan-bedrohten Länder der Ostkaribik beispielhaft durchgespielt

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Wie Reden uns und die Welt verändert

EINEWELTblabla - 24. Juni 2020 - 15:00

Auch, wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind – unsere Stimme ist mächtig (Nein, ich rede nicht vom Wählen gehen, auch wenn der Satz auch in dem Kontext zutrifft).

Aber heute soll es nicht um Politik gehen. Jedenfalls nicht nur. Denn Reden hat mehrere Funktionen. Es kann befreiend sein oder kann andere befreien. Es kann Mut machen, dem Zuhörer und dem Redner. Und Reden kann Erkenntnisse liefern. Aus jedem Gespräch kann man etwas lernen, über die Welt, das Gegenüber und über sich selbst.

Fazit: Wir reden zu wenig übers Reden. Und deshalb stellen wir euch Organisationen und Initiativen vor, die Reden in verschiedensten Formen als weltverändernd erkannt haben.

Reden, um zu helfen

Für manche Menschen ist ein Gespräch etwas Besonderes. Der Verein Silbernetz beschäftigt sich eingehend mit dem Thema Einsamkeit im Alter und hat eine mögliche Lösung parat: Freiwillige sind tagsüber für Gespräche verfügbar. Wenn einem älteren Menschen etwas auf dem Herzen liegt, oder er/sie einfach nur plaudern möchte, dafür ist Silbernetz da. Silbernetz vermittelt auch Freund*innen, die sich dann regelmäßig bei ihrem/r älteren Freund*in melden. Das könnte deine Rolle sein!

Manchmal fühlen sich Menschen auch allein oder brauchen Unterstützung, weil sie die Sprache des Landes, in dem sie leben, noch nicht richtig sprechen können. Auch hier kann man unterstützen und den Alltag der Menschen erleichtern. Triaphon zum Beispiel bietet Menschen mit geringen Deutschkenntnissen die Möglichkeit, Hilfe in Form von telefonischen Übersetzung bei akuten medizinischen Notfällen zu erhalten. Falls du also eine Fremdsprache sprichst, kannst du so vielleicht einem Menschen helfen.

Reden, damit es dir besser geht

Und was ist, wenn dir selbst etwas auf dem Herzen liegt, du aber nicht so recht weißt, an wen du dich damit wenden kannst? Bei InCognito kannst du anonym (wie der Name sagt) mit geschulten Menschen über deine Probleme sprechen. Es gibt auch zahlreiche weitere Hilfe-Hotlines, auf denen du unverbindlich Beratung zu allen Themen bekommen kannst.

Reden, um zu lernen

Auch Sprachtandems könnten etwas für dich sein- so lernst du eine andere Sprache während du deinem/r Partner*in deine Sprache beibringst. Aus Gesprächen können Freunde werden! Dazu kannst du entweder in diversen Gruppen auf Facebook nach einer passenden Person suchen oder dafür designte Apps, wie z.B. Tandem, nutzen. So lernst du neue Menschen und neue Kulturen kennen.

Reden, um gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen 

Momentan erheben viele Menschen ihre Stimmen zu Themen, die sie beschäftigen, wie Rassismus oder die Klimakrise. Reden ist also auf jeden Fall ein mächtiges Instrument, um die Welt zu verändern. Wir erinnern uns zum Beispiel an die weltverändernde Rede von Martin Luther King „I have a dream“, die sogar in populären Liedern ausschnittweise rezitiert wird.

Aber man muss keine weltberühmte Ikone sein, um über seine Überzeugungen mit Menschen in Austausch zu kommen und Themen anzusprechen. Das gilt sowohl digital als auch im realen Leben- sprecht darüber, was euch beschäftigt! Oft kann man vom Gegenüber dabei sogar noch etwas lernen.  Und manchmal ist es auch angebracht, einfach mal zuzuhören, denn zu einem Gespräch gehören immer mindestens zwei.

Reden, um andere Positionen kennenzulernen

Es kann ziemlich spannend und erfrischend sein, sich mit Personen zu unterhalten, die nicht zu all deinen Überzeugungen ja und Amen sagen, also gewissermaßen aus deiner Gesprächsblase auszubrechen. Dazu gibt es Diskutiermitmir. Hier kannst du dich mit Personen austauschen, die nicht dieselbe (politische) Überzeugung haben wie du. Denn ohne Debatten gibt es auch keine Demokratie. Und wenn man ein Gespräch als „gemeinsame Wahrheitssuche“, statt als Wettbewerb sieht, schafft man es vielleicht auch, Gegenargumente nicht direkt persönlich zu nehmen. Diese und weitere Erkenntnisse zur Wichtigkeit von Diskursen könnt ihr in diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung nachlesen.

Reden, um Fakten klarzustellen

Doch was ist, wenn das Gegenüber im Gespräch nun Dinge behauptet, die mit Sicherheit schlichtweg nicht stimmen? Die App Konterbunt stellt hierzu eine Reihe von “Stammtischparolen“ vor und liefert konkrete Fakten, die man diesen entgegenstellen kann. Denn nur, wer sich über ein Thema ausreichend informiert hat, kann auch überzeugend darüber sprechen.

In eine ähnliche Situation kann man geraten, wenn das Gegenüber plötzlich behauptet, es gäbe nur wenige Menschen, die die eigentliche Wahrheit kennen, es gäbe „die Guten“ und „die Bösen“ und eine kleine Gruppe von Personen oder gar eine Einzelperson lenke das Weltgeschehen. All das sind Merkmale von Verschwörungstheorien. Der Entschwörungsgenerator der Amadeu-Antonio-Stiftung kann hier Abhilfe leisten. Er stellt eine Menge gängiger Verschwörungstheorien vor und erläutert, warum diese nicht der Wahrheit entsprechen.

Dieser Artikel der Hessenschau beleuchtet die Frage, wieso Menschen überhaupt an Verschwörungstheorien glauben und wann man sie vielleicht mit Fakten überzeugen kann.

Wie rede ich eigentlich?

Zuletzt kann auch die Art, wie wir reden, etwas verändern. In diesem Gastartikel erklärt euch fairlanguage wie eure Sprache zu einem besseren, inklusiveren und gleicherem Miteinander beitragen kann. Nicht nur wann und mit wem wir reden, sondern auch wie kann einen Unterschied machen.

Und das sind nur ein paar der Ideen, mit denen du allein durch ein Gespräch etwas Gutes bewirken kannst. Manchmal kann auch schon die freundliche Frage im Alltag, ob Jemand Hilfe benötigt, der Anfang einer guten Tat sein. Oder ein Anruf, den man seit Monaten vor sich herschiebt. Es gibt viele Arten, mit Reden etwas Gutes zu tun. Fangen wir damit an!

Viele dieser Angebote haben wir bei der Facebookseite der Akademie für Vielfalt gefunden. Schaut dort mal vorbei, es wimmelt nur so von interessanten Projekten und inspirierenden Ideen!

Das Beitragsbild stammt von Volodymyr Hrychschenko auf Unsplash.

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RESET-Gründerin Uta Mühleis gewinnt B.A.U.M. Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis

reset - 24. Juni 2020 - 14:57
B.A.U.M. zeichnet mit seinem Nachhaltigkeitspreis Menschen aus, die konsequent auf Nachhaltigkeit setzen. Für ihr Engagement erhält Uta Mühleis dieses Jahr den Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Digitalisierung“.
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24. Juni 2020

ONE - 24. Juni 2020 - 11:33

1. Geberkonferenz für Sudan
Hans Monath thematisiert im Tagesspiegel, wie verschiedene Akteur*innen die Übergangsregierung im Sudan unterstützen und eine stabile Entwicklung im Land vorantreiben wollen. Am Donnerstag werde die virtuelle „Sudan Partners Conference“ von Deutschland, dem Sudan und den Vereinten Nationen ausgerichtet. Mit der Online-Konferenz soll politische und finanzielle Unterstützung für den Übergangsprozess organisiert werden. Außenminister Heiko Maas (SPD), UN-Generalsekretär Antonio Guterres, Sudans Premierminister Abdalla Hamdok und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sowie rund 40 Delegationen werden am Treffen teilnehmen. Geplant sei ein Fonds mit Unterstützung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds, durch den ärmere Familien unterstützt werden sollen. Im einen Gastbeitrag in der Tageszeitung (taz) kritisieren Sara Abbas und Mihera Abdel Kafi, Aktivist*innen in der Gruppe Sudan Uprising Germany, dass die internationale Unterstützung nicht uneigennützig sei. Während finanzielle Mittel unerlässlich für den demokratischen Übergang im Sudan seien, kritisieren sie die Art der Hilfe und die Akteur*innen. Länder, die sich jetzt als „Freunde des Sudans“ positionieren würden, hätten in Vergangenheit gegen die Revolution agiert. Auch Deutschland werfen sie vor, mit dem früheren Al-Baschir-Regime einen wichtigen Verbündeten bei der Einwanderungskontrolle gehabt zu haben. Hilfe sei zwar nötig, sie solle jedoch nicht an Bedingungen geknüpft sein und nicht der Profilierung der Geber*innen dienen, so die Aktivist*innen.

2. Wahlwiederholung in Malawi
Wie unter anderem die Frankfurter Rundschau, der Spiegel und die Tageszeitung (taz) berichten, wiederholt Malawi trotz Corona-Pandemie die Wahlen, die 2019 annulliert wurden. Oppositionspolitiker*innen haben der Wahlkommission Manipulation vorgeworfen, die durch das Verfassungsgericht bestätigt worden sei. Im Februar dieses Jahres wurden die Wahlen vom Mai 2019 deshalb für nichtig erklärt. International sei das Verfassungsgericht für diesen Schritt gelobt worden. Es sei jedoch stark unter den Druck der Regierung geraten. Obwohl die Corona-Zahlen in Malawi steigen, seien Tausende Menschen vor den Wahllokalen versammelt. Bisher gebe nach Angaben der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC 803 Coronafälle in Malawi. Die Wahlkommission wolle nach eigenen Angaben Wasser, Seife und Desinfektionsmittel bereitstellen.

3. Alle 36 Bundesstaaten haben Notstand wegen sexueller Gewalt ausgerufen
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung thematisiert Thilo Thielke die bereits seit Anfang des Monats andauernden Proteste von Frauen in Nigeria gegen sexualisierte Gewalt. Aufgrund des strikten Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie, seien die Zahlen häuslicher Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen eskaliert. Die Zahlen der Frauen, die bei einer Hotline für sexuellen Missbrauch anriefen, habe sich seit dem Lockdown verdreifacht. Um sich gegen die Gewalt zu wehren, seien Frauen etwa in Lagos, Abuja und Benin-Stadt auf die Straße gegangen und haben sich unter dem Hashtag #WeAreTired zusammengeschlossen. Die Proteste scheinen erste Wirkungen zu zeigen, da sämtliche Gouverneur*innen der 36 nigerianischen Staaten mittlerweile den Notstand wegen sexueller Gewalt ausgerufen haben. Zudem soll ein Register von Sexualstraftätern offengelegt werden und die Polizei wolle strikter agieren. Justizminister Abubakar Malami habe angekündigt, ein Komitee zu bilden, um zu überprüfen, ob das Strafrecht verschärft werden muss, um effektiver gegen Vergewaltiger vorgehen zu können.

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Augen auf: Niemals Gewalt gegen Kinder

Unicef - 24. Juni 2020 - 11:30
Anlässlich des 20. Jahrestages der Verabschiedung des Rechts auf eine gewaltfreie Erziehung in Deutschland am 6. Juli ruft UNICEF dazu auf, das Recht aller Kinder auf Schutz vor Gewalt zu verwirklichen – in Deutschland und weltweit.
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Coronavirus: Nicaraguas fataler Sonderweg

INKOTA - 24. Juni 2020 - 11:17
Am 10. Juni konnten wir einen besonderen Gast bei einem Online-Gespräch begrüßen. Wir sprachen mit Dora María Téllez, die als „Comandante 2“ in der sandinistischen Revolution kämpfte und von 1985 bis 1990 Gesundheitsministerin Nicaraguas war. Bereits 1995 verließ sie die FSLN aufgrund des autoritären Kurses Daniel Ortegas. Mit anderen ehemaligen Kommandant*innen gründete sie die Bewegung der sandinistischen Erneuerung (MRS), eine linksgerichtete Oppositionspartei Nicaraguas. In der von Berliner Solidaritätsgruppen organisierten Videokonferenz berichtete Dora María Téllez uns von den katastrophalen Zuständen im Land: vom kollabierten Gesundheitssystem, von Repressionen und der Untätigkeit seitens der Regierung und von den Forderungen der Opposition. Die Regierung von Präsident Daniel Ortega weigert sich weiterhin jegliche Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung des sich in Nicaragua rasant verbreitenden Coronavirus zu treffen. Im Gegenteil: Sie organisiert sogar explizit Großveranstaltungen und tut alles dafür, um ihr Narrativ „in Nicaragua herrsche Normalität“ aufrechtzuerhalten. Zahlreiche Ärzt*innen, die über die katastrophalen Zustände in den Krankenhäusern berichteten, wurden derweil entlassen. Unterdessen häufen sich die Todesfälle: Darunter finden sich auch hochrangige Funktionär*innen, Abgeordnete und Bürgermeister*innen der Regierung. Auch der frühere Guerillaführer Edén Pastora erlag am 16. Juni den Folgen von Covid-19. Téllez hat zusammen mit anderen ehemaligen Gesundheitsminister*innen einen Brief an die Panamerikanische Gesundheitsorganisation geschrieben, in dem die Besorgnis über Ortegas Untätigkeit bei der Eindämmung der Pandemie zum Ausdruck gebracht wurde. Zum Zeitpunkt des Gesprächs war Téllez selber mit dem Corona-Virus infiziert, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung. Lesen Sie die Zusammenfassung des Gesprächs (auf Deutsch)  Schauen sie einen Videomitschnitt an (auf Spanisch)  Weitere Informationen: Corona-Hilfe: Stärken Sie die Schwächsten! Zum INKOTA Corona News-Ticker Erfahren Sie mehr zu INKOTA-Arbeit in Nicaragua
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24.06.2020 IV. Brüsseler Konferenz zur Unterstützung Syriens und der Nachbarländer | Zukunft schaffen: Die entscheidende Rolle der Jugend und der psychischen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung in den Hilfsmaßnahmen zur Syrienkrise

BMZ - 24. Juni 2020 - 11:00
Kinder und Jugendliche sind vom Syrienkonflikt besonders schwer betroffen. Die langfristigen psychosozialen Auswirkungen von Gewalt, kriegerischen Auseinandersetzungen und Ausgrenzung auf Kinder und Jugendliche, die mehr als die Hälfte der geflüchteten Menschen ausmachen, zeigen sich sehr deutlich. Durch die Corona-Pandemie verschärfen sich die negativen Folgen noch. Aber Kinder und Jugendliche haben auch enorme Kräfte, selbst in schwierigen Situationen....
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Funding the UN: support or constraint?

DIE - 24. Juni 2020 - 10:09

Adequate and predictable funding to multilateral development organizations is key to promoting global sustainable development. Funding volumes and practices matter. They affect the scale and scope of solutions that can be offered. They reveal the extent to which multilateral organizations are owned by member states when looking at who shares the risks and costs of multilateral activities, and they demonstrate the level of trust placed in an organization. Through resource politics, states exercise influence and control over an organization. This influence can serve to support and strengthen multilateral organizations by helping them to be efficient, effective, and innovative. Or, it can also undermine international organizations by making their work harder, hampering development effectiveness, and eroding multilateral assets. The UN development system (UNDS) illustrates both kinds of financial engagement, often in parallel. This chapter begins by describing the current funding patterns of the UNDS, analyzes the main drivers, and assesses repercussions. It then takes stock of responses by individual organizations as well as by the system as a whole. The chapter concludes with some reflections about the inherent challenges in finding remedies to the unsustainable funding structures that endanger the system’s multilateral assets.

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Pressemitteilung: Am Hafen gestrandet, noch immer an Bord! | Seeleute in der Coronakrise beachten

Forum Umwelt & Entwicklung - 24. Juni 2020 - 8:45

Im Hafen gestrandet, ohne Landgang! Damit das wichtige Glied der Lieferkette nicht ausfällt, gibt es dringenden Handlungsbedarf !

 

Berlin, 24. Juni 2020 – Anlässlich des Tags der Seefahrer fordert das Bündnis Fair übers Meer! die dramatische Lage der 200.000 Seeleute auf Schiffen und in Häfen weltweit während der Coronakrise zu beachten und den betroffenen Arbeitern notwendige psychische und physische Unterstützung zu gewähren.

 

Download der Pressemitteilung

 

Seeleute sind ein essentielles Glied in den globalen Lieferketten – 90 Prozent der weltweiten Güter werden auf dem Seeweg transportiert. Ohne Seeleute würde kein Schiff den Hafen sicher erreichen, und weder LKW, Güterzug noch Binnenschiff im Anschluss beladen werden können. Derzeit sitzen etwa 200.000 Seeleute auf ihren Schiffen fest – ohne Möglichkeit die Schiffe zu verlassen, geschweige denn heimzukehren. Doch obwohl ihre Arbeit so essentiell für den globalen und europäischen Warenverkehr ist, findet ihre besonders schwierige Situation in Zeiten der Pandemie wenig Beachtung und Unterstützung.

 

Nelly Grotefendt, Referentin für Handelspolitik des Forum Umwelt und Entwicklung kritisiert insbesondere die Absage von Crewwechseln: „Aufgrund der Pandemieauflagen finden viele Schiffe keinen Hafen, Seeleute nach Hause reisen zu lassen und andere an Bord zu holen. In der aktuellen Pandemie müssen Seeleute ihre Verträge verlängern, statt heimzukehren. Seeleuten müssen Grenzüberschreitungen ermöglicht werden, damit sie weltweit abgelöst und in ihre Heimatländer zurückreisen können“

Diese enorme monatelange physisch und psychische Belastung für die Seeleute erhöht zudem die Unfallgefahr und die gesundheitlichen Schäden durch die Arbeit. Daher spielt Landgang in den Häfen für die psychische und physische Gesundheit eine zentarle Rolle. Matthias Ristau, Seemannspastor der Nordkirche: „Zurzeit ist fast nirgendwo auf der Welt Landgang erlaubt, in fast keinem Hafen. Dies lässt sich nur begrenzt mit der Eindämmung von COVID-19 rechtfertigen. Es muss möglich sein, wenigstens im Hafen von Bord zu gehen, sich mit Dingen des persönlichen Bedarfs einzudecken und eine geschützte Beförderung zu Sozialeinrichtungen in den Häfen, wie der Seemannsmission zu ermöglichen.“
Düster sieht es aus, sollte es zu COVID-19-Fällen an Bord kommen. Die Versorgung wäre schwierig, das Risiko der Ansteckung untereinander groß und vor allem bei engen Verhältnissen Isolation schwer möglich.

 

Das Bündnis Fair übers Meer! fordert, dass von der Politik, dass Seeleuten ein besonderer Status anerkannt wird und von Reedern, auf die psychische und physische Gesundheit der Crewmitglieder zu achten! Seeleuten müssen Grenzüberschreitungen ermöglicht werden, damit sie weltweit abgelöst und in ihre Heimatländer hin- und zurückreisen können. Allen Seeleuten muss, unabhängig von ihrer Nationalität, Landgang ermöglicht werden. Auch die ärztliche Versorgung in den Häfen muss abgesichert sein. Die komplette Regelaussetzung, welche bspw. zu fehlendem Landgang führt, ist rückgängig zu machen. Den Seeleuten muss sowohl die notwendige Schutzausrüstung gestellt werden, als auch darüber hinaus alles möglich gemacht werden, damit sie diese schwierige Zeit gesund überstehen können.

 

Statement zu Corona und Seeleuten

 

Für Rückfragen oder ein Hintergrundgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Fachliche Nachfragen

Nelly Grotefendt | Referentin Politik
Forum Umwelt und Entwicklung
+49 (0)30 – 678 1775 93
grotefendt(at)forumue.de
@NellyForum

 

Matthias Ristau |Seemannspastor
Nordkirche
Tel. +49 40 3287 1992
nordkirche(at)seemannsmission.org

 

Peter Geitmann | Nationaler Schifffahrtssekretär
ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Tel.:030/6956-2612
Mobil:0171/6953075
peter.geitmann(at)verdi.de

 

Presse

Ramona Bruck | Referentin Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
+49 (0)30 – 678 1775 910
bruck(at)formue.de
@ForumUE

 

 

Mitglieder des Bündnisses: Bremer entwicklungspolitisches Netzwerk e. V., Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz), BUND, Business Crime Control, Deutsche Seemannsmission e. V., fair oceans, Förderkreis „Rettet die Elbe“ e. V., Förderkreis WATERKANT e. V., Forum Fairer Handel, Forum Umwelt und Entwicklung, NABU, ver.di.

 

www.faieruebersmeer.de

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Niedrige Corona-Infektionszahlen in Afrika – ein Grund zur Entwarnung?

Oxfam - 24. Juni 2020 - 8:36
In Afrika werden immer mehr Corona-Infizierte gemeldet – allerdings vergleichsweise deutlich weniger als in anderen Regionen der Erde. Was steckt dahinter? © Tavonga Chikwaya / Oxfam

Die Zahl der Menschen, die mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert sind, ist auf fast 10 Millionen angewachsen, fast eine halbe Million Tote sind weltweit zu beklagen. Nach Europa und den USA erreichen uns jetzt erschreckende Bilder aus Brasilien, Mexiko und Peru. Dagegen sind gegen Ende Juni die Zahlen in Afrika mit ungefähr 350.000 registrierten Infizierten und 9.000 Toten vergleichsweise niedrig. Bedeutet das Entwarnung für den afrikanischen Kontinent?

Zur Erklärung der vergleichsweise niedrigen Zahlen gibt es unterschiedliche Gründe und verschiedene Theorien. So wird in vielen afrikanischen Ländern viel weniger auf das Virus getestet als in anderen Regionen der Welt. Während in Deutschland Mitte Juni 60.000 Tests auf eine Million Einwohner kamen, waren es im Sudan nur 9 und in Burundi 32. Fehlende Testkapazitäten, häufig auch fehlender politischer Wille, führen in vielen Ländern dazu, dass Zahlen noch unzuverlässiger sind als in Europa oder den USA.

Dies ist jedoch nicht überall der Fall: In Mauritius wurden schon über 10% der Gesamtbevölkerung getestet, und auch in Dschibuti, Marokko, Botswana und anderen afrikanischen Ländern sind die Test-Raten recht hoch – die Fallzahlen aber dennoch vergleichsweise niedrig.

Sind afrikanische Länder besser vorbereitet?

Eine weitere Erklärung: Viele afrikanische Länder sind auf den Umgang mit Epidemien vorbereitet. Vor allem die Ebola-Ausbrüche der letzten Jahre haben das Bewusstsein bei Regierungen und in der Bevölkerung geschärft, es wurden effektive Kontrollen und Hygienemaßnahmen eingeführt, die jetzt leicht reaktiviert werden konnten. Dazu gehört, dass Fallmanagementsysteme und Richtlinien zum Umgang mit übertragbaren Krankheiten bereits vorhanden und eingeübt sind, die jetzt zügig auf Covid-19 angepasst werden konnten. In vielen Ländern gibt es bereits „rapid-response-teams“ und Menschen, die darin ausgebildet sind, Kontaktketten nachzuverfolgen. 

Zudem haben die meisten Staaten Afrikas schon Anfang März ihre Grenzen geschlossen, internationale Flüge gestrichen und Quarantäne-Maßnahmen verhängt. Zu dem Zeitpunkt war die Pandemie in Europa schon weit verbreitet - die Zahl der Infizierten in den meisten afrikanischen Ländern war aber noch sehr gering. Die senegalesische Regierung hatte bereits im Januar 2020 damit begonnen, Maßnahmen gegen den Ausbruch der Pandemie zu ergreifen, als gerade die ersten internationalen Warnungen ausgesprochen wurden. In Ghana wurde später das kostengünstige „Pool testing“ eingeführt und Tests mit Drohnen in abgelegene Regionen gebracht. Reagieren manche afrikanische Regierungen vielleicht sogar besser auf die Pandemie?

Keine Entwarnung – im Gegenteil

Für Besorgnis sorgen hingegen Zahlen aus Ländern wie Südafrika, Ägypten und Nigeria, wo Zehntausende infiziert und tausende Menschen gestorben sind und die Infektionszahlen in den letzten Tagen rasant nach oben geschnellt sind.

Unabhängig von der Frage der Infektionszahlen hat die Pandemie jedoch schon jetzt zu massiven Problemen geführt: Auf einem Kontinent, auf dem mehr als zwei Drittel der Stadtbevölkerung im informellen Sektor arbeitet, bedeuten fehlende Einkommensmöglichkeiten in kürzester Zeit Armut und Hunger. Allein in Westafrika könnte die Zahl der Menschen, die von Ernährungsunsicherheit und Unterernährung bedroht sind, von 17 auf 50 Millionen Menschen steigen.

Ostafrika ist sogar von drei Krisen gleichzeitig bedroht: Neben den Folgen der Corona-Pandemie leidet die Region seit Monaten unter Heuschreckenschwärmen und Überflutungen – eine tödliche Mischung, die nach Aussagen der Oxfam Regionaldirektorin Lydia Zigomo „Hunger, Armut und Leid über Millionen schutzbedürftige Menschen zu bringen droht.“

Angesichts fehlender sozialer Sicherungssysteme besteht die Gefahr, dass es in Afrika weitaus mehr Tote durch Hunger geben wird als durch das Virus selbst. Weltweit wird befürchtet, dass 40 Millionen Menschen aufgrund der Corona-Pandemie sterben könnten, wenn nicht drastische Maßnahmen ergriffen werden, um dies zu verhindern. Die internationale Arbeitsorganisation ILO schätzt, dass 200 Millionen Menschen arbeitslos werden könnten.

Unter diesen Bedingungen sind dauerhafte Ausgangsbeschränkungen kaum durchzuhalten, was wiederum das Risiko erhöht, dass das Virus sich ausbreiten könnte. Angesichts der großen Herausforderungen durch die Folgen der Pandemie haben afrikanische Intellektuelle und Schriftsteller*innen ihre Regierungen in einem offenen Brief dazu aufgefordert, die Interessen ihrer Bürger*innen in den Mittelpunkt der Anstrengungen zur Eindämmung und Überwindung der Krise zu stellen.

Das Schlimmste verhindern

Es gibt also leider keine Entwarnung für Afrika, und die Anstrengungen afrikanischer Regierungen müssen dringend unterstützt und ergänzt werden. Hierfür ist ein umfassender Schuldenerlass ein unabdingbarer und längst überfälliger Schritt. Da, wo Regierungen die Betroffenen nicht erreichen, müssen die Menschen mit Hilfsangeboten unterstützt werden, um die massive Ausweitung von Armut und Hunger zu vermeiden. Oxfam trägt dazu mit ganz konkreten Maßnahmen bei: Von Präventions- und Hygienekampagnen zu COVID-19 über  die Verteilung von Geld und Hygienesets bis zur Ausgabe von kostenlosen Mahlzeiten an Wanderarbeiter*innen. Mehr zu unseren Forderungen und Maßnahmen finden Sie hier.

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Fair übers Meer: Seeleute müssen dringend in ihrer besonderen Situation beachtet und versorgt werden!

Forum Umwelt & Entwicklung - 24. Juni 2020 - 8:30

 

Statement zu Corona und Seeleuten Seeleute müssen dringend in ihrer besonderen Situation beachtet und versorgt werden!

 

90 Prozent der weltweit und 40 Prozent der innerhalb Europas gehandelten Güter werden auf dem Seeweg transportiert. Damit sind die Seeleute ein essentielles Glied in den globalen Lieferketten. Ohne sie würde kein Schiff den Hafen sicher erreichen, kein LKW, Güterzug oder Binnenschiff im Anschluss beladen werden können.
Doch obwohl die Arbeit der Seeleute so essentiell für den globalen und europäischen Warenverkehr ist, findet ihre besonders schwierige Situation in Zeiten der Pandemie zu wenig Beachtung und Unterstützung.

Damit das wichtige Glied der Lieferkette nicht ausfällt, gibt es dringenden Handlungsbedarf:

 

  1. Viele Häfen erlauben keinen Crewwechsel
  2. Die Heimreise ist nicht möglich
  3. Kein Landgang für die Crew
  4. Keine adäquate Betreuung bei Erkrankung an Bord
  5. Kein ausreichender Schutz der Seeleute bei Landgang
  6. fehlende Kommunikationsmöglichkeiten

 

Download des Statements

 

Wir, das Bündnis Fair übers Meer! , fordern die Politik auf, Seeleuten ein besonderer Status anzuerkennen.
Seeleuten müssen Grenzüberschreitungen ermöglicht werden, damit sie weltweit abgelöst und in ihre Heimatländer zurückreisen können. Das bedeutet auch, dass die entsprechende Ablösung zum Schiff kommen können muss. Allen Seeleuten muss, unabhängig von ihrer Nationalität, unter Berücksichtigung der allgemeinen Sicherheitsstandards der Landgang ermöglicht werden. Auch die ärztliche Versorgung in den Häfen muss abgesichert sein, denn Handelsschiffe haben keinen Arzt an Bord. Die komplette Regelaussetzung, welche bsw. zu fehlendem Landgang führt, ist rückgängig zu machen.

 

Wir fordern die Reeder auf, in dieser Situation besonders auf die psychische und physische Gesundheit der Crewmitglieder zu achten.
Den Seeleuten muss sowohl die notwendige Schutzausrüstung gestellt werden, als auch darüber hinaus alles möglich gemacht werden, damit die Seeleute diese schwierige Zeit gesund überstehen können. Wesentlich für die psychische Gesundheit ist die Möglichkeit, mit Familie und Freunden in Kontakt treten zu können. Die Kommunikationsmöglichkeiten der Seeleute müssen umgehend verbessert werden, die entsprechenden Kapazitäten dafür müssen an Bord kostenlos zur Verfügung stehen.

 

Mitglieder des Bündnisses: Bremer entwicklungspolitisches Netzwerk e. V., Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz), BUND, Business Crime Control, Deutsche Seemannsmission e. V., fair oceans, Förderkreis „Rettet die Elbe“ e. V., Förderkreis WATERKANT e. V., Forum Fairer Handel, Forum Umwelt und Entwicklung, NABU, ver.di.

 

www.faieruebersmeer.de

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Der Haushalt der EU als Chance in der Krise

SWP - 24. Juni 2020 - 0:30

Als Reaktion der EU auf die sozioökonomischen Folgen der Corona-Pandemie hat die Europäische Kommission am 27. Mai 2020 ein umfassendes Maßnahmenpaket vor­gelegt. Es besteht aus zwei Komponenten. Zum einen soll der ursprüngliche Vorschlag der Kommission vom Mai 2018 für den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2021–2027 auf 1,8 Billionen Euro aufgestockt werden. Zum anderen schlägt die Kommission unter dem Titel »Next Generation EU« einen befristeten Konjunkturhaushalt in Höhe von 750 Milliarden Euro vor.

Dieses weitreichende Paket, das die Kommission in wenigen Wochen erstellte, kann bewirken, dass die europäische Budgetpolitik fundamental umgestaltet wird und dass die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zwischen der EU und den Mitgliedstaaten neu aufgeteilt werden. Das Ergebnis könnte eine deutliche Vertiefung der europäischen Integration sein.

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Nachhaltigkeit im Sport fördern

Engagement Global - 23. Juni 2020 - 16:03
In drei Webinaren beschäftigten sich Studierende mit der Frage, was der Sport zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung beitragen kann. Foto: René Frampe

Eigentlich sollten im Juni und Juli 2020 die Themenwochen „Sport. Global. Nachhaltig“ stattfinden - parallel zur Fußball Europameisterschaft und den Olympischen Spielen in Japan. Nun gibt es diesen Sommer weder große Sportevents noch Präsenzveranstaltungen an der Deutschen Sporthochschule Köln. Um trotzdem über Themen wie den ökologischen Fußabdruck von internationalen Sportorganisationen oder die Produktionsbedingungen von Sportartikeln aufzuklären, organisierte die Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global gemeinsam mit dem Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung eine Webinarreihe im Bereich der Online-Lehre.

Während Ende Mai bereits eine digitale Einführung in das Thema der Agenda 2030 und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung für Studierende der Bachelorstudiengänge stattfand, vertieften am 10. Juni vorwiegend Masterstudierende Fragen rund um das Ziel 13, den Klimaschutz. Julian Ekelhof von CO2OL Climate Solutionserklärte, in welchem Bereichen im internationalen Sportgeschäft die größten klimarelevanten Emissionen entstehen, welche Daten für die Messung und Analyse des CO2-Fußabdrucks von Bedeutung sind und welche Maßnahmen ihn effektiv reduzieren können. Dabei erfuhren die Teilnehmenden, dass der CO2-Fußabdruck der Fußball Weltmeisterschaft 2018 dem Fußabdruck des Fan-Reiseaufkommens von zehn Bundesliga-Saisons entsprochen hat.

Am 18. Juni vermittelte der Sportwissenschaftler Enrique Zaragoza, welche Chancen mit einer nachhaltigen und fairen Produktion von Sportartikeln verbunden sein können. Er ging dabei der Frage nach, wieso es im Sport global einheitliche Regelwerke für nahezu alle Disziplinen gibt, in der Herstellung von Sportartikeln weltweit jedoch gravierende Unterschiede bei Standards und Regeln gelten. Die Studierenden wollten wissen, wie sie bei Unternehmen zwischen Greenwashing und echtem Engagement unterscheiden und welchen Siegeln sie vertrauen können. Es wurde darüber diskutiert, dass Vergleichsportale wie Siegelklarheit für motivierte Konsumentinnen und Konsumenten hilfreich sind, eine weitreichende Veränderung jedoch nur über gesetzliche Vorschriften wie das geplante Lieferkettengesetz erzielt werden könnte.

Das Thema der globalen Verantwortung des Sports greift auch die Kampagne #sporthandeltfair auf, ein Zusammenschluss aus Nichtregierungsorganisationen, Sportvereinen, Verbänden und Kommunen, die sich bundesweit aktiv für die Themen Sport, Fairer Handel und Nachhaltigkeit einsetzen. Gefördert wird die Kampagne unter anderem von Engagement Global.

Engagement Global nutzt den Sport, um bei der breiten Zielgruppe der Sportbegeisterten durch Ansätze des Globalen Lernens einen Perspektivwechsel anzuregen. Die Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln findet im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) statt. Die Außenstellen von Engagement Global führen das Programm dezentral durch, um entwicklungspolitisches Engagement auch regional und lokal dauerhaft zu verorten.

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