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Russische Invasion: "Der Krieg ist noch lange nicht vorbei"

SWP - 12. September 2022 - 11:13
Russland hat zu wenig Infanteristen und die Aufklärung versagt. Die Ukraine nutzt das jetzt aus. Gewonnen hat sie noch nicht
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Urbanisierung, die Klimakrise und die Rolle der G7

DIE - 12. September 2022 - 10:30

Bonn, 12.09.2022. Etwa 70 Prozent aller Treibhausgase werden von Städten emittiert. Die schnelle und radikale Umgestaltung von Städten auf der ganzen Welt ist daher ein zentraler Schritt, um die Auswirkungen der Klimakrise abzufedern. Dennoch hat die Gruppe der Sieben (G7) erst in diesem Jahr einen „Urban Development Track“ eingerichtet. Auf Einladung der deutschen Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Klara Geywitz, treffen sich die G7-Minister*innen für Stadtentwicklung am 12. und 13. September 2022 in Potsdam. Welchen Beitrag kann die G7 angesichts der zahlreichen bereits bestehenden internationalen Initiativen zur globalen nachhaltigen Stadtentwicklung leisten?

Der größte Teil der Weltbevölkerung lebt bereits in Städten und dieser Anteil wird weiter wachsen. Ohne eine deutlich nachhaltigere Stadtentwicklung in den kommenden Jahren lässt sich die Klimakrise nicht abwenden. Der diesjährige IPPC-Bericht unterscheidet drei Arten von Städten: etablierte Städte, schnell wachsende Städte sowie neue und aufstrebende Städte. Während die etablierten Städte in der Regel im globalen Norden angesiedelt sind, befinden sich die anderen Stadttypen vorwiegend im globalen Süden. Prognosen zufolge wird es bis 2050 etwa zwei bis drei Milliarden neue Stadtbewohner*innen geben, 90 Prozent davon in Afrika und Asien. Die meisten dieser Städte sind noch nicht gebaut, beispielsweise zwei Drittel der zukünftigen Städte Afrikas. Da städtische Infrastruktur äußerst langlebig ist, droht in den kommenden Jahren ein massiver Carbon-Lock-in-Effekt. Zugleich sind die Investitionen in eine nachhaltige Stadtentwicklung oft gerade in den Ländern besonders gering, in denen der Großteil des zukünftigen städtischen Wachstums stattfinden wird.

Es gibt bereits zahlreiche globale Initiativen zur nachhaltigen Stadtentwicklung, etwa die „New Urban Agenda“ oder SDG11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ sowie  mehrere Städtenetzwerke und Nichtregierungsorganisationen, wie z. B. Local Governments for Sustainability (ICLEI), C40 oder der Globale Konvent der Bürgermeister*innen für Klima und Energie. Welche Rolle könnte die G7 in diesem Zusammenhang spielen?

Erstens tragen die G7 als etablierte Industrieländer den größten Anteil der historischen Verantwortung für die Klimakrise. Es ist daher von zentraler Bedeutung, dass sie schnell die Treibhausgasemissionen in den etablierten Städten des globalen Nordens reduzieren. Darüber hinaus ist ein breiterer globaler Fokus notwendig. Es wäre unverantwortlich, den mit dem Bau neuer Städte in Afrika und Asien unmittelbar bevorstehenden zusätzlichen Carbon-Lock-in und die Folgen für das Weltklima zu ignorieren.

Zweitens sollte die G7 im Sinne einer globalen Ausrichtung Plattformen für globalen Austausch und Peer-Learning unterstützen. Bisher sind die Erfahrungen von Städten im globalen Norden in solchen Foren oft noch überrepräsentiert. Dabei haben Regierungen, Kommunen und die Zivilgesellschaft im globalen Süden viel Wissen und praktische Erfahrungen darüber angesammelt, wie die miteinander verknüpften Herausforderungen wie informelle Wirtschaft, soziale Ungleichheit, Armut und nachhaltige Stadtentwicklung gelöst werden können. Zudem entwickeln Wissenschaftler*innen gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften fortwährend neue, innovative Ansätze für eine urbane Transformation. Das Lernen von diesen globalen Erfahrungen ist ein notwendiger Ausgangspunkt.

Um einen global ausgerichteten Ansatz zum Austausch und Lernen zu institutionalisieren, könnte ein dritter Beitrag der G7 darin bestehen, die Idee eines Pakts der G7/G20 für nachhaltige Urbanisierung aufzugreifen. Die Urbanisierung ist für viele der Schwellenländer in der G20 eine große Herausforderung. Eine institutionalisierte Form der Zusammenarbeit zu diesem Thema wäre daher wichtig.

Viertens: Letztlich hängt es an der massiven Finanzierungslücke, ob die rasante globale Urbanisierung in den nächsten Jahren zu einem zusätzlichen Carbon-Lock-in oder zu grüneren, nachhaltigeren Städten führen wird. Wer, wenn nicht der Club der führenden Volkswirtschaften, kann Mittel zur Eindämmung der Klimakrise und zum Aufbau einer nachhaltigeren globalen urbanen Zukunft mobilisieren? Bestehende Initiativen wie der City Climate Finance Gap Fund oder die Cities Climate Finance Leadership Alliance sind zwar sinnvoll, verfügen aber nur über geringe finanzielle Mittel. Öffentliche und private Investor*innen sind zunehmend an der Finanzierung von Projekten in Städten auf der ganzen Welt interessiert und könnten einbezogen werden. Der geplante Klima-Club der G7 könnte außerdem durch einen G7-Infrastruktur-Club ergänzt werden, der auf nachhaltige Stadtentwicklung ausgerichtet ist. Richtig eingesetzt könnten diese Investitionen auch dabei helfen, den städtischen Wohnraum auszubauen, grüne Arbeitsplätze zu schaffen und Städte insgesamt gendergerechter zu gestalten.

Der Einsatz der G7 für eine nachhaltige Stadtentwicklung ist überfällig und sehr zu begrüßen. Mit einem globalen Fokus, der Bereitschaft zum Lernen, einer Partnerschaft mit der G20 und anderen relevanten Akteuren sowie mit der Mobilisierung von Mitteln zur Schließung der Finanzierungslücke könnte der „Urban Development Track“ der G7 einen wichtigen Beitrag zur globalen nachhaltigen Stadtentwicklung und zur Abfederung der Folgen der Klimakrise leisten.

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Virtuelle Kraftwerke: Stromerzeuger*innen und -verbraucher*innen werden zu Energiegemeinschaften

reset - 12. September 2022 - 3:16

Sowohl bei RESET als auch an anderer Stelle wurde bereits viel darüber geschrieben, dass die Energieausbeute aus Wind und Sonne ziemlichen Schwankungen unterliegt. Die Herausforderung dabei: Erneuerbare Energien erzeugen selbst über relativ kurze Zeiträume keine konstante Strommenge. Zu manchen Zeitpunkten produzieren sie nicht genug, in anderen dann zu viel. Eine Lösung für dieses Problem ist die Entwicklung von Speichersystemen für erneuerbare Energien, die den überschüssigen Strom „aufbewahren“ können, bis er gebraucht wird – aber es gibt auch andere Möglichkeiten. Eine davon ist der Peer-to-Peer-Handel.

Mit dem Peer-to-Peer-Handel alte Strukturen aufbrechen

Beim Peer-to-Peer-Handel geht es um die Vernetzung kleinerer, dezentraler „Zellen“ zu einem Netz, in dem erneuerbare Energie zwischen ihnen gehandelt werden können. Wenn eine Zelle zu viel Strom produziert, kann dieser einfach und bequem an eine andere Zelle verkauft werden, die nicht genug produziert. Zellen sind in diesem Fall kleinere und mittlere Stromproduzent*innen, Verbraucher*innen und Speicher. Auch wenn der Anschluss an ein externes Netz immer noch ratsam ist, falls die Produktion im gesamten Netz zurückgeht, geht es dabei vor allem darum, dass die Energie zwischen kleineren Erzeuger*innen geteilt wird, so dass keine Energie ungenutzt verpufft. Außerdem kann der Strom oft zu einem niedrigeren Preis gehandelt werden als über ein großes Stromversorgungsunternehmen.

Energiewende heißt dynamisch planen

Expert*innen gehen davon aus, dass die effektivsten Peer-to-Peer-Handelsnetze diejenigen sein werden, die verschiedene Sektoren miteinander kombinieren. In einer Studie des Fraunhofer-Instituts von 2020 wurde beispielsweise ein Peer-to-Peer-Netz zwischen dem Stuttgarter Flughafen und vier Wohngebieten untersucht. Der Strom wurde über Photovoltaikanlagen und kleinere Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erzeugt und je nach Bedarf zwischen den Zellen übertragen. Die Studie kam zu dem Schluss, dass ein Netz aus Gewerbe- und Wohnzellen am effektivsten ist, da die verschiedenen Sektoren zu unterschiedlichen Zeiten einen anderen Bedarf haben.

Die Visualisierung veranschaulicht das Zusammenspiel:

Fraunhofer Institut Die Videovisualisierung des Fraunhofer-Instituts zeigt, wie sich der Energietransfer im Tagesverlauf verändert.

Im Allgemeinen benötigen Gewerbeimmobilien tagsüber mehr Energie, denn dann sind die Geschäfte und Büros geöffnet. Währenddessen sinkt die Nachfrage in Privathaushalten, da tagsüber viele Menschen an ihrem Arbeitsplatz sind, zum Beispiel in genau diesen Geschäften und Büros. Daher kann die überschüssige Energie, die von privaten Solaranlagen erzeugt wird, an gewerbliche Zellen verkauft werden. Wenn es dann Abend wird, sinkt die gewerbliche Nachfrage. Unternehmen schließen oder fahren ihren Betrieb herunter und die private Nachfrage steigt, da Licht, Herd, Heizung und das Unterhaltungsprogramm eingeschaltet werden. Das geschieht oft genau dann, wenn kaum mehr Solarstrom produziert wird. Nun kann im die überschüssige Energie, die in Gewerbegebieten produziert wird, in Wohngebiete umgeleitet werden.

Die Studie zeigt zudem auch, dass die Vorteile noch größer sein können, wenn die Zellen zusätzlich ihre Nachfrage an das Angebot anpassen. „Das ist ein relativ neuer Gedanke, also dass man sagt, dass die Verbraucher nicht mehr linear einfach weiter verbrauchen, sondern dass sie dann mehr verbrauchen, wenn mehr Strom vorhanden ist, und weniger, wenn weniger Strom erzeugt wird. Das geht in vielen Fällen, zum Beispiel dann, wenn ich ein Elektroauto betanken oder in einem Haus Warmwasser erzeugen möchte. Das kann ich ein Stück weit an die Tageszeiten koppeln, wo mehr Strom über Erneuerbare zur Verfügung steht und dadurch das Netz und den Strombedarf entlasten“, sagt Severin Beucker, Mitgründer des Borderstep Instituts, im Interview mit RESET.

Next Kraftwerke: Aufbau eines virtuellen Kontrollzentrums

Doch wie kommt einen solches Energy-Sharing-Netz zustande? Und wie kann es verwaltet und gewartet werden? Genau an dieser Stelle kommen digitale Technologien ins Spiel. Virtuelle Kraftwerke (VPP) sind ein neues Konzept im Bereich der erneuerbaren Energien, das die Entwicklung von dezentralen Netze und den Peer-to-Peer-Handel unterstützen soll.

Next Kraftwerke, ein Pionier auf dem Gebiet der VPP-Software, umreißt die Ziele eines virtuellen Kraftwerks: „Generell geht es darum, verteilte Energieressourcen wie Windparks, Solarparks und Blockheizkraftwerke (BHKW) zu vernetzen, um deren Strom zu überwachen, zu prognostizieren, zu optimieren und zu handeln. Auf diese Weise können Schwankungen in der Erzeugung von erneuerbaren Energien durch das Hoch- und Herunterfahren der Stromerzeugung und des Stromverbrauchs von steuerbaren Einheiten ausgeglichen werden.“

Im Prinzip werden also durch die Verschaltung vieler dezentraler Zellen große Kraftwerke für fossile Brennstoffe durch den Einsatz von Software nachgebildet. In der Praxis kann ein VPP aus vielen Einheiten eines einzigen Anlagentyps – wie zum Beispiel Batterien – oder einer Mischung aus vielen verschiedenen Anlagentypen bestehen. Jeder Teil des Netzes bleibt jedoch unabhängig und in individuellem Besitz.

Im Fall von Next Kraftwerk können die einzelnen Kraftwerke über die „Next Box“ – eine Fernsteuerungseinheit – drahtlos mit dem VPP verbunden werden. Sobald sie mit der Plattform online sind, erhalten die Erzeuger*innen und Nutzer*innen Zugang zu netzweiten Informationen, um ihr Netz besser zu verwalten. Dazu gehört der Zugriff auf Live-Daten aus den mitunter Tausenden von Anlagen, die an das VPP angeschlossen sind, so dass die Nutzer*innen die Leistung ihres Netzes besser beurteilen sowie auf Wettervorhersagen und Energiemarktinformationen zurückgreifen können.

Auch der Energieausgleich und die Nachfragesteuerung – die Anpassung der erzeugten Strommenge an die Nachfrage – sind über das VPP möglich, indem die aktuellen Verbrauchsdaten mit Wetter- und Prognoseinformationen kombiniert werden. Bisher war diese Art des Betriebs weitgehend auf große, zentralisierte Anlagen beschränkt. Um diese Konzepte besser zu veranschaulichen, hat Next Kraftwerk ein Online-Spiel entwickelt.

Next Kraftwerke Die Next Box fungiert als zentraler Hub für den Betrieb des VPP.

Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit können VPPs also dazu beitragen, dass der aus erneuerbaren Energien erzeugte Strom nicht verschwendet wird. Und dies hat im Idealfall den Effekt, dass weniger Strom aus zentralen, nicht-erneuerbaren Kraftwerken bezogen werden muss. Darüber hinaus weisen die Entwickler*innen von Next Kraftwerke darauf hin, dass ihre Software die finanzielle Rentabilität für Betreiber*innen kleiner Kraftwerke erheblich verbessern kann, indem sie den Verkauf ihres Stroms auf den Energiemärkten optimiert.

Doch auch wenn der Peer-to-Peer-Handel schon jetzt stattfindet, wird diese Art Stromhandel mit ziemlicher Sicherheit erst so richtig an Fahrt aufnehmen, wenn mehr private Erzeuger*innen in die Energiegewinnung einsteigen und kleinere Kraftwerke, die sich aus erneuerbaren Quellen speisen, weiter verbreitet sind. Was es dafür braucht ist nicht nur ein politischer Rahmen, der den Peer-to-Peer-Stromhandel fördert, sondern auch entsprechende Anreize. „Ich glaube, vieles würde sich beschleunigen, wenn es am Markt andere Anreize gäbe. Also, wenn zum Beispiel mein flexibles Verhalten als Verbraucher entlohnt würde […]“, sagt auch Severin Beucker. „Wenn ich dafür einen preislichen Anreiz bekomme, dann beginnt sich vieles von selbst zu entwickeln. Im Moment ist das aber sehr schwierig, weil ich meinen Strom bei einem festen Stromanbieter kaufe und diese Verträge immer mindestens ein Jahr laufen und ich keine Wahl habe, zwischen hohen und niedrigen Tarifen zu wählen. Das müssen wir radikal vereinfachen und die Politik muss den Rahmen dafür schaffen.“

Das 1,5-Grad-Ziel ist ohne eine echte Transformation unseres Energiesystems unerreichbar. Aber wie kann sie gelingen? Was sind die Energiequellen der Zukunft? Welche digitalen Lösungen stehen bereit und wo sind Innovationen gefragt? Und wie kann die Transformation vorangetrieben werden?

Das RESET-Greenbook „Energiewende- Die Zukunft ist vernetzt“ stellt digitale, innovative Lösungen vor und beleuchtet die Hintergründe.

Dabei geht es auch darum zu verstehen, dass die Energiewende ein Paradigmenwechsel ist, bei dem große, zentrale Kraftwerke von kleineren, dezentralen Netzwerken abgelöst werden. „Aber wir müssen eine neue Balance finden aus Autarkie und Energiesystem. Und dafür brauchen wir tatsächlich auch eine ganz andere Infrastruktur, also mehr kleinere Leitungen, die einzelne Erzeuger und Verbraucher in der Nachbarschaft untereinander vernetzen“, betont auch Severin Beucker. Allerdings: „Was die Digitalisierung des gesamten Energiesystems angeht, sind wir noch am Anfang. Wir beginnen ja jetzt gerade erst damit, nach und nach intelligente Zähler in die Häuser einzubauen.“

Große zentrale Stromversorger behaupten oft, dass ihre Anlagen Dinge tun können, zu denen kleinere dezentrale Anlagen nicht in der Lage sind – wie die Netzstabilisierung und Deckung des Spitzenbedarfs. Die VPP-Technologie deutet jedoch darauf hin, dass mit den richtigen digitalen Werkzeugen auch Netze kleinerer Anlagen diese Prozesse nachbilden können. Bleibt nur zu hoffen, dass sich in Zukunft nicht nur VPPs am Markt bewähren, die solch milliardenschweren Ölkonzernen wie Shell gehören. Next Kraftwerke ist seit 2021 eine hundertprozentige Tochter von Shell; die Übernahme ist durchaus als ein Strategiewechsel des Konzerns zu sehen.

Dieser Artikel gehört zum Dossier „Energiewende – Die Zukunft ist vernetzt“. Das Dossier ist Teil der Projekt-Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), in deren Rahmen wir vier Dossiers zum Thema „Mission Klimaneutralität – Mit digitalen Lösungen die Transformation vorantreiben“ erstellen.

Mehr Informationen hier.

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Entwicklungsstaatsekretär Flasbarth: „Internationale Kooperation wichtiger denn je."

SID Blog - 9. September 2022 - 19:22
Treffen der G20-Entwicklungsminister*innen wegen russischen Kriegs gegen die Ukraine ohne Abschlusserklärung

 

Belitung, 09. September – Die Entwicklungsminister*innen der G20-Staaten haben von Mittwoch bis heute im indonesischen Belitung getagt. Die Corona-Pandemie und internationale Mechanismen zur Pandemie-Prävention, die sich verschlimmernde globale Ernährungskrise, der fortschreitende Klimawandel und die Zukunft eines gestärkten Multilateralismus waren wichtige Themen, über die die G20-Staaten beraten haben.

 

Die Ergebnisse der Konferenz werden von Indonesien in einer Zusammenfassung der Präsidentschaft (Chair's Summary) festgehalten, weil zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine keine gemeinsamen Formulierungen für eine förmliche Abschlusserklärung vereinbart werden konnten. Einvernehmen bestand unter anderem darin, sich noch stärker für die langfristige Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Entwicklungsländern zu engagieren. Auch sollen die G20-Grundsätze zur Mischfinanzierung („Blended Finance") durch private und staatliche Entwicklungsgelder ausgeweitet werden mit dem Ziel, mehr private Mittel zu mobilisieren. Die Ergebnisse des Treffens werden zur Vorbereitung des G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs im November 2022 auf Bali beitragen.

 

Staatssekretär Jochen Flasbarth, der für die Bundesregierung an den Verhandlungen in Belitung teilnahm, erklärte hierzu: „Die Beratungen in Belitung haben einmal mehr gezeigt, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine eine Gefahr für die gesamte Welt darstellt. Die globale Energiewende, der Kampf gegen zukünftige Pandemien und die langfristige Beseitigung von Hunger und Armut können nur mit friedlicher Kooperation und mit starken internationalen Institutionen gelingen. Die indonesische G20-Präsidentschaft hatte das Treffen gut vorbereitet und wichtige Themen zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele auf die Agenda gesetzt. Auch ohne formelle Abschlusserklärung werden wir diese Themen gemeinsam mit unseren Partnern weltweit weiter voranbringen. Eines hat mir das Treffen gezeigt: Multilateralismus und internationale Kooperation sind wichtiger denn je. Der russische Krieg gegen die Ukraine ist auch ein Angriff auf das regelbasierte Zusammenleben in einer friedlichen Welt. Er ist Gift für eine nach vorn gerichtete Zusammenarbeit der Staaten, die allen Menschen ein besseres Leben ermöglicht".


 


Risiko des Überschreitens mehrerer Klima-Kipppunkte steigt bei einer globalen Erwärmung von mehr als 1,5°C

SID Blog - 9. September 2022 - 19:18

Gemeinsame Pressemitteilung der Universität Exeter, des Stockholm Resilience Centre, Future Earth und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)

09.09.2022

Risiko des Überschreitens mehrerer Klima-Kipppunkte steigt bei einer globalen Erwärmung von mehr als 1,5°C

Wenn die globale Temperatur mehr als 1,5°C über das vorindustrielle Niveau steigt, könnten mehrere Klima-Kipppunkte ausgelöst werden. Das ist das Ergebnis einer umfassenden neuen Untersuchung, die im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde. Selbst beim derzeitigen Stand der globalen Erwärmung besteht bereits die Gefahr, dass im Erdsystem fünf gefährliche Klima-Kipppunkte überschritten werden - und die Risiken steigen mit jedem Zehntelgrad weiterer Erwärmung. Ein internationales Forscherteam hat die Belege für die Kipppunkte, ihre Temperaturschwellen, Zeitskalen und Auswirkungen, aus einer umfassenden Analyse von mehr als 200 Studien zusammengefasst, die seit 2008 veröffentlicht wurden, als die Kipppunkte des Klimas erstmals genau definiert wurden.

Die Forschungsergebnisse, die im Vorfeld der großen Konferenz "Tipping Points: from climate crisis to positive transformation" an der Universität Exeter (12.-14. September) veröffentlicht werden, kommen zu dem Schluss, dass die menschlichen Emissionen die Erde bereits in die Gefahrenzone der Kipppunkte gebracht haben. Fünf der sechzehn Kipppunkte könnten bei den durch die globale Erwärmung schon heute erreichten Temperaturen ausgelöst werden: das grönländische und das westantarktische Eisschild, ein weit verbreitetes abruptes Auftauen der Permafrostböden, der Zusammenbruch der Konvektion in der Labradorsee, und das massive Absterben der tropischen Korallenriffe. Vier dieser fünf Ereignisse werden bei einer globalen Erwärmung von 1,5 °C von zunächst nur möglichen zu dann wahrscheinlichen Ereignissen und fünf weitere werden bei einem Erwärmungsniveau von 1,5°C möglich.

 "Wir sehen bereits Anzeichen für eine Destabilisierung in Teilen der westantarktischen und grönländischen Eisschilde, in Permafrostgebieten, im Amazonas-Regenwald und möglicherweise auch in der atlantischen Umwälzzirkulation," erklärt der Hauptautor David Armstrong McKay vom Stockholm Resilience Centre, der Universität Exeter und der Earth Commission.

"Die Wahrscheinlichkeit des Überschreitens von Kipppunkten kann durch eine rasche Reduzierung der Treibhausgasemissionen verringert werden"

"Die Welt ist bereits von einigen Kipppunkten bedroht. Wenn die globalen Temperaturen weiter ansteigen, werden weitere Kipppunkte möglich", fügt Armstrong McKay hinzu. "Die Wahrscheinlichkeit des Überschreitens von Kipppunkten kann durch ein rasches Senken der Treibhausgasemissionen verringert werden, und zwar ab sofort."

Im Sechsten Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) heißt es, dass das Risiko des Auslösens von Klima-Kipppunkten bei etwa 2 °C über den vorindustriellen Temperaturen hoch und bei 2,5 bis 4 °C sehr hoch wird.  

Diese neue Analyse deutet darauf hin, dass die Erde bereits einen 'sicheren' Klimazustand verlassen haben könnte, wenn die Temperaturen eine Erwärmung von etwa 1°C überschreiten. Eine Schlussfolgerung der Untersuchung ist daher, dass selbst das Ziel des Pariser Abkommens der Vereinten Nationen, die Erwärmung auf deutlich unter 2°C und vorzugsweise 1,5°C zu begrenzen, nicht ausreicht, um einen gefährlichen Klimawandel vollständig zu vermeiden. Der Bewertung zufolge steigt die Wahrscheinlichkeit eines Kipppunkts von 1,5 bis 2°C Erwärmung deutlich an, mit noch höheren Risiken jenseits von 2°C.

Die Studie liefert starke wissenschaftliche Unterstützung für das Pariser Abkommen und die damit verbundenen Bemühungen, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, da sie zeigt, dass das Risiko von Kipppunkten jenseits dieses Niveaus eskaliert. Um eine 50-prozentige Chance zu haben, 1,5 °C zu erreichen und damit das Risiko von Kipppunkten zu begrenzen, müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2030 um die Hälfte reduziert werden, um bis 2050 netto Null zu erreichen.

"Jedes Zehntelgrad zählt"

Johan Rockström, einer der Autoren der Analyse, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Ko-Vorsitzender der Earth Commission: "Die Welt steuert auf eine globale Erwärmung von 2-3°C zu. Damit ist die Erde geradewegs auf Kurs, mehrere gefährliche Schwellenwerte zu überschreiten, die für die Menschen auf der ganzen Welt katastrophale Folgen haben würden. Um gute Lebensbedingungen auf der Erde zu erhalten, die Menschen vor zunehmenden Extremen zu schützen und stabile Gesellschaften zu ermöglichen, müssen wir alles tun, um das Überschreiten von Kipppunkten zu verhindern. Jedes Zehntelgrad zählt."
 
Tim Lenton, ein weiterer Autor, Direktor des Global Systems Institute an der Universität Exeter und Mitglied der Earth Commission: "Seit wir 2008 zum ersten Mal Kipppunkte des Klimas abgeschätzt haben, ist die Liste gewachsen, und unsere Einschätzung des Risikos, das sie darstellen, hat sich drastisch erhöht. Unsere neue Arbeit liefert zwingende Beweise dafür, dass die Welt die Dekarbonisierung der Wirtschaft radikal beschleunigen muss, um das Risiko des Überschreitens von Klima-Kipppunkten zu begrenzen. Um dies zu erreichen, müssen wir jetzt positive soziale Kipppunkte auslösen, die den Übergang zu einer sauberen Energiezukunft beschleunigen. Möglicherweise müssen wir uns auch anpassen, um mit Klimakipppunkten fertig zu werden, die wir nicht vermeiden können, und diejenigen unterstützen, die nicht versicherbare Verluste und Schäden erleiden könnten."

Das internationale Team hat Daten aus der Klimavergangenheit der Erde, aus aktuellen Beobachtungen und aus den Ergebnissen von Klimamodellen untersucht. Dabei kamen die Forschenden zu dem Schluss, dass 16 wichtige biophysikalische Systeme, die an der Regulierung des Erdklimas beteiligt sind (so genannte "Kipp-Elemente"), das Potenzial haben, Kipppunkte zu überschreiten, bei denen sich die Veränderungen dann von selbst fortsetzen. Das heißt, sogar wenn die Temperatur nicht weiter anstiege, würde ein Eisschild, ein Ozean oder ein Regenwald, sobald er einen Kipppunkt überschritten hat, immer weiter in einen neuen Zustand steuern. Wie lange der Übergang dauert, variiert je nach System zwischen Jahrzehnten und Tausenden von Jahren. So können sich beispielsweise Ökosysteme und atmosphärische Zirkulationsmuster schnell verändern, während der Zusammenbruch von Eisschilden langsamer vonstatten geht, aber zu einem unvermeidlichen Anstieg des Meeresspiegels um mehrere Meter führt.

9 Systeme betreffen das gesamte Erdsystem, weitere 7 Systeme hätten tiefgreifende regionale Auswirkungen

Die Forscher unterteilten die Kippelemente in neun Systeme, die das gesamte Erdsystem betreffen, wie die Antarktis und den Amazonas-Regenwald, und in weitere sieben Systeme, deren Kippen tiefgreifende regionale Folgen hätte. Zu letzteren gehören der westafrikanische Monsun und das Absterben der meisten Korallenriffe rund um den Äquator. Im Vergleich zur Bewertung von 2008 wurden mehrere neue Kippfaktoren wie die Konvektion in der Labradorsee und die subglazialen Becken in der Ostantarktis hinzugefügt, während das arktische Sommer-Meereis und das große Wetterphänomen der El-Niño-Süd-Oszillation (ENSO) mangels Belegen für eine Dynamik im Sinne der Definition der Kipppunkte gestrichen wurden.

Ricarda Winkelmann, Ko-Autorin der Analyse, Forscherin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Mitglied der Earth Commission: "Viele Kippelemente im Erdsystem sind miteinander verknüpft, was Kipppunkte zu einem ernsthaften zusätzlichen Problem macht. Tatsächlich können Wechselwirkungen zwischen diesen Elementen die kritischen Temperaturschwellen für manche dieser Elemente senken, ab denen einzelne Kippelemente sich dann langfristig zu destabilisieren beginnen."

David Armstrong McKay: "Wir haben einen ersten Schritt getan, um die Welt über Kipppunktrisiken zu informieren. Es besteht ein dringender Bedarf an einer tiefer gehenden internationalen Analyse, insbesondere zu den Wechselwirkungen zwischen Kippelementen, wozu die Earth Commission ein Tipping Points Model Intercomparison Project (TIPMIP) ins Leben ruft."


Artikel: David I. Armstrong McKay 1,2,3,4, Arie Staal 1,2,5, Jesse F. Abrams 3, Ricarda Winkelmann 6, Boris Sakschewski 6, Sina Loriani 6, Ingo Fetzer 1,2, Sarah E. Cornell 1,2, Johan Rockström 1,6, Timothy M. Lenton 3 (2022): Exceeding 1.5°C global warming could trigger multiple climate tipping points. Science [DOI:10.1126/science.abn7950]
Institutionelle Zugehörigkeiten der Forschenden:
1 Stockholm Resilience Centre, Stockholm University; Stockholm, Sweden.
2 Bolin Centre for Climate Research, Stockholm University; Stockholm, Sweden.
3 Global Systems Institute, University of Exeter; Exeter, UK.
4 Georesilience Analytics; Leatherhead, UK.
5 Copernicus Institute of Sustainable Development, Utrecht University; Utrecht, Netherlands.
6 Potsdam Institute for Climate Impact Research; Potsdam, Germany

Weblink zum Artikel: www.science.org/doi/10.1126/science.abn7950


Dealing with Taiwan

SWP - 9. September 2022 - 14:00

The de facto politically independent Taiwan is coming under increas­ing pressure from the People’s Republic of China (PRC) and its claim to reunification. In addition to militarily threatening gestures, Beijing is employing economic and political means as well as cyberattacks and disinformation campaigns. This threatens the stability and status quo in the Taiwan Strait. Taiwan is of immense importance to East Asia’s geopolitical dynamics: geo-strategically as part of the first island chain that restricts the PRC’s access to the Pacific, and economically-technologically as a leading manufacturer of semiconductors. In the global systemic conflict between liberal-democratic and authoritarian political systems, Taiwan holds a prominent position as a consolidated, pluralistic democracy and political counter-model to the authoritarian system of the PRC. It is in the interest of Germany and Europe that peace and stability in the Taiwan Strait are preserved, to make better use of Taiwan’s economic and technological potential and to extend value-based support for its free and democratic society. Germany is committed to a one-China policy, which rules out any diplo­matic recognition of Taiwan. Nevertheless, there is scope to expand and intensify relations below this threshold and thus counter China’s policy of intimidating and isolating Taiwan. The Taiwan policies of the United States, Japan, Singapore, South Korea, Australia, India as well as European partner countries show that there is room for pursuing closer relations with Taiwan while at the same time adhering to a one-China policy. Thus, options for action exist in foreign and security policy, trade and economic policy, as well as cultural policy.

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Chinas Diasporapolitik unter Xi Jinping

SWP - 9. September 2022 - 13:00

China schätzt die weltweite Zahl der chinastämmigen Menschen außer­halb der Volksrepublik auf 60 Millionen Personen. Peking betrachtet sie, unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft, allesamt als Angehörige Chinas. Auslandschinesen spielen aus Sicht Xi Jinpings eine »unersetzliche Rolle« für Chinas Aufstieg zur Weltmacht. Peking bemüht sich intensiv darum, auslandschinesische Ressourcen für eigene Zielsetzungen in den Be­reichen Wirtschaft, Wissenschaft und Technik sowie Diplomatie und Soft Power nutzbar zu machen. Auch von Menschen chinesischer Herkunft in Deutschland fordert Peking, die Beziehungen zwischen China und Deutschland zu vertiefen. Aber nicht nur das: Sie sollen als »inoffizielle Botschafter« auch Chinas Narra­tive in der deutschen Öffentlichkeit verbreiten, Chinas »Kerninteressen« verteidigen und beim Wissens- und Technologietransfer nach China helfen. Chinas Diasporapolitik sind gleichwohl Grenzen gesetzt: Die Reaktionen chinesischer Migranten auf Chinas Ambitionen fallen heterogen aus. Sie reichen von der Bereitschaft zur Kooperation bis hin zu Desinteresse oder offener Ablehnung. Deutsche Akteure sollten ein umfassendes Verständnis der chinesischen Diasporapolitik und der damit verknüpften Ziele und Praktiken ent­wickeln. So wie in Peking auch sollte die Diasporapolitik als wichtiger Bestandteil der chinesischen Außenpolitik wahrgenommen werden. Erst auf dieser Basis können dort, wo deutsche Interessen, Rechtsprinzipien oder gesellschaftliche Werte berührt sind, Antworten auf Chinas Ambitionen gefunden werden – ohne damit zugleich Menschen chinesischer Herkunft einem Generalverdacht auszusetzen. Auch sollten deutsche Akteure ihr Engagement in Communities von Menschen mit chinesischem Migrationshintergrund ausbauen, anstatt dieses Feld chinesischen Behörden zu überlassen.

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Conclusions and Recommendations

SWP - 9. September 2022 - 12:50
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In China’s Shadow: Indo-Taiwan Relations

SWP - 9. September 2022 - 12:44
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Japan-Taiwan Relations: More than Meets the Eye

SWP - 9. September 2022 - 12:31
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Sustainability Hacks To Go: How Our PERETO Project is Promoting Sustainable Consumption in Kyrgyzstan

SCP-Centre - 9. September 2022 - 12:19

Studies suggest that consumers are responsible for as much as 60-70 % of all direct and indirect greenhouse gas emissions*, pointing to an urgent need to change consumption habits and endorse more sustainable lifestyles. Through an awareness-raising campaign, our PERETO project is inspiring Kyrgyz citizens as well as international tourists to consume in more sustainable ways.

PERETO, which stands for ‘Promotion of Energy Security and Sustainable Growth Through Increased Energy and Resource Efficiency (ERE) in Tourism SMEs in Kyrgyzstan,‘ aims to support the advancement of sustainable production and consumption (SCP) practices and energy and resource efficiency (ERE) among SMEs in Kyrgyzstan’s tourism sector. To achieve this, PERETO engages not only with SMEs but also their business associations, public authorities, financial institutions, ERE solutions and service providers, as well as universities, tourists and local residents.

In 2021, together with the American University of Central Asia (AUCA) in Kyrgyzstan, the CSCP launched the SAKTA movement, meaning ‘To Save’. The campaign invited young adults to support domestic tourism during the COVID-19 pandemic, switch to more sustainable consumption habits, and engage in protecting and preserving the environment. The campaign includes online and offline activities such as monthly clean-ups near popular sites such as the Issyk-Ata waterfall or the Alamedin gorge. By combining clean-ups with recreational activities, the PERETO project wants to inspire younger generations to rediscover Kyrgyzstan’s natural beauty and take an active role in promoting and preserving it.

In order to reach out to larger audiences, in summer 2022 the CSCP and AUCA launched a social media campaign with easy but efficient sustainable lifestyle hacks targeting Kyrgyz citizens as well as international travellers. Individual hacks are shared on PERETO’s Instagram, Twitter and Facebook channels, containing messages that are both relatable to local target groups (in Kyrgyz) as well as international tourists (in English).

The PERETO project works closely with relevant local stakeholders, including consumers, to promote production and consumption practices that lead to a sustainable tourism sector in Kyrgyzstan.

*Druckman & Jackson, 2016

For further questions, please contact Kartika Angraaeni. 

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Düsseldorfer Unternehmensbands sammeln 15.000 Euro für Menschen in Sierra Leone

Welthungerhilfe - 9. September 2022 - 11:00
Charity-Contest sammelt 15.000 Euro Spenden für notleidende Menschen in Sierra Leone. Bastian Campmann und Nils Plum von Kasalla sowie Jazzy Gudd kürten am gestrigen Abend „D-Vice” als beste Unternehmensband Düsseldorfs.
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Trade and Technology Partner Taiwan

SWP - 9. September 2022 - 8:42
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Taiwan’s Foreign Policy: Walking a Constant Tightrope

SWP - 9. September 2022 - 8:38
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What does Effective Development Cooperation in Climate Finance look like?    

CSO Partnership - 9. September 2022 - 8:34

In various arenas, environmental activists and advocates have opined that climate finance, if not climate action, must be anchored on principles of equity and common but differentiated responsibilities. But a bleak scenario has been steadily brewing for the past decade, with developed nations that should be at the forefront of providing climate aid and reparations leaving much to be desired in their commitments and pledges, as translated into their biennial reports and Nationally Determined Contributions (NDCs).[1]

These days, voluntary, “nationally appropriated” contributions have become the new norm in climate aid delivery. The situation calls for heightened efforts to ensure that climate finance is first and foremost, effective, participatory and is attuned to the needs of Southern developing countries. These countries have been for so long paying the price for climate breakdown and the ensuing catastrophes — something that they have least contributed to themselves.

How do we guarantee that the promise of climate finance made continually by the world’s historic emitters year after year goes beyond mere lip service and endows lasting impact, especially at the country level?

In line with its advocacy to universalise Effective Development Cooperation (EDC), CPDE aims to bring the urgency of the climate emergency and its grave impacts on communities at the centre of development discourse. It argues that climate finance must be informed by the four development effectiveness principles: financing climate actions for the Sustainable Development Goals (SDGs) must uphold democratic ownership, transparency and accountability, inclusive partnerships for development, and focus on country-determined results.

Current discussions and actions in the climate finance arena reveal multiple gaps in the application of these principles. These, in turn, hinder climate action towards reducing current GHG emissions and rising global temperature.

The call for effectiveness within climate finance presents an opportunity for all climate stakeholders. For civil society in particular, effectiveness will help develop the mechanism into one that includes and empower communities at the national, regional, and sectoral levels.

The proposal for an EDC-centred climate finance infrastructure and mechanism entails the following principles:

 

Country ownership that is both inclusive and democratic

Meeting the needs of the most vulnerable and marginalised does not end at allocating direct, adequate resources as quickly as possible. To be inclusive or effective, climate aid must gurantee developing countries set their own national development priorities. To meet that end, participation of country stakeholders and CSOs must also go beyond episodic consultation conducted by governments.

Enhancing inclusion and meaningful participation of CSOs in development planning and UNFCCC processes is part and parcel of making climate finance more accessible to the grassroots communities that ultimately bear the brunt of the climate crisis. This includes development partners and other relevant actors aligning their support to country systems and communities and territorial priorities, on top of acknowledging the traditional knowledge and skill sets held by people on the ground. . Within climate resources and investment leverage and negotiations, proposing false “zero emissions” and “net zero” approaches which are really fossil-fueled or fossil-dependent is known to be the most widespread and common practice. Fossil fuel projects are also still being approved[2], funded, and initiated, despite the latest IPCC report urgent recommendations.

 

Enhanced transparency and accountability at the country level

With too few mutual accountability mechanisms existing at the country level, we are risking a present and near future where developed countries’ accountability to NDCs remains increasingly weak, apart from it being voluntary. Moreover, this results in climate aid that is nowhere near being truly additional to ODA.

A meaningful country-level accountability mechanism is established when countries and their development partners build country-level processes that go beyond being consultative. Said processes must be accompanied by capacity development measures that aim to aid country stakeholders in using data to strengthen accountability.

Transparency in climate finance will then be achieved when deliberate steps are taken to ensure that all related information towards tracking development progress is publicly available for concerned citizens and country-level CSOs’ access.[3] This entails disaggregating existing and future data in tracking the reporting of ODA allotted to climate finance as well as rightfully addressing the yawning gap between grants and loans in the effective delivery of climate finance — putting(prioritising?)  people’s interests over profit.

 

Enabling environment for inclusive partnerships

Establishing an open civic space upholds inclusive partnerships as a core principle in achieving development cooperation. An open civic space is one which is free from harassment and human rights violations, and ensures sustained civic engagement and meaningful participation at the subnational level.

An enabling environment acknowledges what civil society can bring to the table, recognising that a whole-of-society approach is essential and influential in fostering human rights, inclusive decision-making, and transformative change in climate response.

All development actors must then step up in creating the legal and political regulations which enable the necessary space t for CSOs, allowing for o truly promoting climate finance partnerships with donors, community-based organisations, and local governments that focus on empowerment, decision-making, and capacity development. Hand in hand with this is ensuring climate finance will/shall never be weaponized at the expense not only of human rights and environmental defenders’ rights[4] but also of people and their communities, biodiversity, ecosystems and the environment.

 

Focus on country-determined results

While country-led frameworks are the foundation of inclusive development, a robust monitoring and evaluation system is equally crucial in assessing whether investments are reaping long-term benefits for recipient countries.

Results should lead to climate resilience. Climate finance will therefore be effective when the impacts of development objectives and outcomes are examined based on whether they fulfil “country-owned” strategies and priorities. This includes applying, regularly monitoring, and assessing adherence to the development effectiveness principles in the administration of climate finance, especially those furnished by bilateral donors, international financing institutions (IFIs), and multilateral development banks (MDBs).

Development cooperation can be achieved and further upheld by ensuring climate finance allocated in mitigation and adaptation projects produces long lasting transformative results. This also aligns with the global South’s call for an increase in adaptation resources, urgently upscaling the use of grants over loans to revert indebtedness trends linked to climate finance resource allocation, as well as incorporating the need for specific loss and damage climate finance.

As tactics posing as sustainable solutions threaten to jeopardise the essence of climate response/commitments and the communities in dire need of it, civil society must call for equity and justice to truly reflect how aid and reparations should be implemented in the just transition towards a sustainable future for all diverse forms of life in our planet. #

[1] Parties’ current NDCs are not on track in meeting the Paris Agreement’s goals, with identified problems ranging from a lack of adequate finance and capacity to insufficient political commitment and pandemic-related economic downturn.

[2] For instance, seven new oil and gas projects funded by the United Kingdom, United States, and Exxon Mobil among others have sprung left and right in Latin America, Africa, and the North Sea.

[3] 40% of the countries surveyed by CPDE in 2019 shared that access to required information at the national level was seen to be non-existent or very poor, with very few country-level CSOs accessing or using data from the OECD DAC or the IATI.

[4] The Escazú Agreement (Acuerdo de Escazú), entered into force in 2021, plays a significant role as the first regional treaty to regulate the legal protection of environmental and human rights defenders in Latin America and the Caribbean.

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