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Masakhane: KI und maschinelles Übersetzen für die Transformation Afrikas

reset - 6. Februar 2020 - 16:32
Afrikanische Sprachen sind in der digitalen Welt wenig oder gar nicht repräsentiert. Millionen Sprecher*innen von Kiswahili, isiZulu, Tshiluba und Co. sind damit von digitalen Möglichkeiten und Informationen ausgeschlossen. Ein Open-Source-Projekt tüftelt deshalb an KI-Lösungen für maschinelle Übersetzungen.
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Protestsongcontest 2020

EINEWELTblabla - 6. Februar 2020 - 14:21

Heute habe ich einen Tipp für unsere Leser*innen aus Österreich und Umgebung: Am 12. Februar ist das Finale des 17. Protestsongcontests! Unter dem Motto „Lasst die Ungerechtigkeit brennen“ lassen die 10 Finalist*innen lautstark ihre Wut über die Ungerechtigkeiten der Welt raus.

Die Regeln:

Alles ist erlaubt, nur die Texte müssen selbst geschrieben sein. Welche Aussage trifft den Kern, welcher Text geht unter die Haut? Das Publikum hat das Sagen: Auf der  FM4-Homepage kann für die jeweilige*n Favorit*innen abgestimmt werden.

Wann und wo?

Los geht das Spektakel um 20:00 Uhr im Rabenhof Theater in Wien. Ihr wollt dabei sein? Restkarten könnt ihr noch unter service@rabenhof.at erwerben. Und für alle, die das Ganze von zu Hause aus miterleben wollen, überträgt der Radiosender FM4 den Contest live – auch über den Onlinestream auf dessen Homepage verfügbar.

Einen Vorgeschmack auf das Finale findet ihr hier: Das Gewinnerlied 2016 „Testament“ von Sarah Lesch.

Beitragsbild von A. L. auf Unsplash

Der Beitrag Protestsongcontest 2020 erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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„Auf der Berliner Bühne für Entwicklungspolitik ist VENRO fest etabliert“

VENRO - 6. Februar 2020 - 13:38

In diesem Jahr begeht VENRO sein 25-jähriges Jubiläum. Tillmann Elliesen, Redakteur des Magazins „welt-sichten“, hat die Arbeits des Verband über Jahre kritisch begleitet. Im Gastbeitrag zum VENRO-Jubiläum schildert er seine Eindrücke von außen.

Ach ja, VENRO fordert mal wieder mehr Geld. Diesen Stoßseufzer habe ich früher im Büro regelmäßig von mir gegeben, alle Jahre wieder, wenn die Bundesregierung ihren Haushaltsentwurf vorgelegt und VENRO reflexartig kritisiert hat, für die Entwicklungszusammenarbeit springe zu wenig heraus. Dieses Ritual und nicht viel mehr habe ich lange mit Venro verbunden, vor allem in der ersten Hälfte seines nun 25-jährigen Bestehens – was übrigens genau so lang ist, wie ich mich als Journalist mit Entwicklungspolitik befasse und die Arbeit des Verbands wohlwollend-kritisch verfolge.

Mein Blick ist also einer von außen – und es ist mir wichtig, das zu betonen. Denn ich weiß, dass Venro nach innen von Beginn an viel geleistet hat, etwa durch Beratung und andere Hilfestellung für seine Mitglieder. Oder mit Leitfäden für Öffentlichkeitsarbeit oder Transparenz, die geholfen haben, der zivilgesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland Profil zu geben und sie zu professionalisieren.

Aber von außen betrachtet war VENRO für mich lange Zeit nicht so richtig interessant. Wenn ich für einen Artikel eine fachliche Auskunft brauchte oder eine Meinung, habe ich nicht bei Venro angerufen, sondern bei einer seiner Mitgliedsorganisationen, von der ich mir in dieser Hinsicht mehr versprochen habe. Entwicklungspolitik wird oft ein Nischenthema genannt. In dieser Nische stand Venro für mich früher selbst noch einmal in der Nische.

VENRO veröffentlicht seit zwanzig Jahren Positionspapiere, die wenigstens habe ich wohl zur Kenntnis genommen, viele deshalb nicht, weil ich nicht mitbekommen habe, dass es sie gibt. Über manche habe ich mich geärgert, etwa über das zur Bundestagswahl im Jahr 2013: Das las sich wie ein Katalog, in den jede Mitgliedsorganisation einen Wunsch schreiben durfte, irgendwie beliebig, ohne Fokus. Ich weiß: Es ist schwierig für einen Verband mit mehr als 130 Mitgliedern, eigenständig Themen zu setzen und sich prägnant zu positionieren. Aber genau das ist nötig angesichts der Dringlichkeit, mit der entwicklungspolitische Fragen bearbeitet werden müssten.

Und heute?

Ich finde, VENRO hat gerade in den vergangenen fünf, sechs Jahren sichtbare Schritte in die richtige Richtung getan. Der Verband ist als eigenständige Stimme heute deutlich präsenter als früher. Das liegt zum einen daran, dass seine Presseleute die Schlagzahl stark erhöht haben. Zum anderen liegt es aber eben auch daran, dass VENRO häufiger Duftmarken setzt, die mein Interesse als Fachjournalist wecken – etwa mit einer klaren Position zur Flüchtlingspolitik oder mit einem ausgezeichneten Bericht zu den Möglichkeiten und Grenzen von digitalen Technologien in der Entwicklungszusammenarbeit.

Fazit meines Blicks von außen: Aus seiner eigenen Nische in der Nische hat sich VENRO mittlerweile herausgearbeitet. Auf der Berliner Bühne für Entwicklungspolitik ist der Verband ohnehin fest etabliert. Jetzt muss es darum gehen, dass Nischenthema in die Gesellschaft zu tragen. Denn dort wird sich entscheiden, ob eine Wende zu einer zukunftsfähigen Politik gelingt – in Deutschland und in der Welt. VENRO sollte in den kommenden Jahren seinen Teil dazu beitragen.

Tillmann Elliesen ist Redakteur bei „welt-sichten“.

Reaktion auf die Corona-Krise: Beunruhigender als der Virus

VENRO - 6. Februar 2020 - 13:07

Evakuierung, Einreiseverbot, Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Wie die Welt derzeit auf den Corona-Virus reagiert, eskaliert die Situation nur weiter, schreibt Dr. Andreas Wulf von unserer Mitgliedsorganisation medico international.

Wer glaubte, die globalisierte Welt wäre nicht zu stoppen, sieht sich seit zwei Wochen eines Besseren belehrt. Nicht die millionenstarke Fridays for Future-Bewegung, sondern ein unscheinbarer Virus bringt den internationalen Flugverkehr aus dem und in das globale Wirtschaftszentrum China zum Erliegen. Immer mehr Länder evakuieren ihre Staatsbürger_innen, als wäre ein Krieg ausgebrochen, immer mehr Staaten verhängen Einreiseverbote.

Der „Rette sich wer kann“-Reflex

Genau das wollte das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation WHO eigentlich vermeiden. Aber die Ausrufung einer public health emergency of international concern am 30. Januar 2020 scheint genau den gegenteiligen Effekt zu haben. Anstatt der gemeinsamen Anstrengung einer Weltgemeinschaft, die an einem Strang zieht und sich bei der Erforschung des Virus, bei der Suche nach einem Impfstoff und bei der Nachverfolgung bzw. Unterbrechung von Infektionsketten sowie der Versorgung betroffener Patient_innen unterstützt, werden die traditionellen Reflexe des „Rette sich wer kann“ mobilisiert. Dem globalen Wirtschaftszentrum China geschieht das gleiche wie 2014 den betroffenen westafrikanischen Staaten in der Ebola-Krise.

Auch damals brach der internationale Flugverkehr und Handel mit Guinea, Sierra Leone und Liberia entgegen der Empfehlungen der WHO zusammen. Die Nachbarländer schlossen die Grenzen und die internationalen Hilfsorganisationen hatten massive Schwierigkeiten, genügend Personal für ihre Einsätze zu rekrutieren.

Schon werden Kalkulationen angestellt, um wieviel Prozent das chinesische Wirtschaftswachstum 2020 einbrechen wird. Bei aktuell etwas mehr als 250 registrierten Todesfällen (fast alle in der Volksrepublik China) und knapp 12.000 bestätigten Infektionen bleibt die Gefährlichkeit (case-fatality rate) des neuen Virus immer noch deutlich unter der von SARS im Jahr 2003 und weit entfernt von den Opferzahlen eines „normalen“ Grippe-Winters, dessen Opfer weltweit regelmäßig auf mehr als eine halbe Million geschätzt werden.

Kritik am autoritären Kontrollregime verschwindet

Beunruhigender als die aktuelle Entwicklung des Corona-Virus-Ausbruchs erscheint deshalb auch die Selbstverständlichkeit, mit der die massiven Einschränkungen der Bewegungsfreiheit für Millionen von chinesischen Bürger_innen von der WHO und der Weltgemeinschaft offenbar als notwendig und gerechtfertigt angesehen werden.

Es muss Sorge machen, wie schnell wesentliche Grundrechte von Menschen eingeschränkt werden. Und wie schnell die Kritik am autoritären chinesischen Kontrollregime verschwindet, wenn es um den vermeintlichen Schutz vor gefährlichen Keimen geht. Das Recht auf Gesundheit darf aber nicht gegen andere Menschen- und Bürger_innenrechte, wie das der Freizügigkeit, ausgespielt werden. Die trotz intensiver Zensurmaßnahmen der chinesischen Behörden bekannt gewordenen Proteste der Bevölkerung zeigen, dass hier statt mit Augenmaß und rationalen Argumenten eine repressive Staatsmacht agiert, um Handlungsfähigkeit gegenüber der internationalen Öffentlichkeit zu demonstrieren.

WHO-Empfehlungen stoßen auf taube Ohren

Hier wäre eine frühzeitige klare und differenzierte Haltung der WHO wichtig gewesen – stattdessen hat WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mit einem medial prominent aufbereiteten Blitzbesuch beim chinesischen Präsident Xi Jinping die massive Einsperrung noch unterstützt. So wurde die Dramatik der Situation weiter angeheizt und die Empfehlung des WHO-Notfallkomitees an die Mitgliedsländer, auf Reise- und Handelseinschränkungen zu verzichten, stieß auf taube Ohren.

Ein solidarischer Umgang mit der Krise muss anders aussehen. So wichtig sie auch sind: Die Bewältigung einer solchen Epidemie kann nicht nur Sache der Expert_innen und Regierungen sein. Ohne eine echte Einbeziehung und aufgeklärte Mitwirkung der Betroffenen werden gerade schwache Gesundheitssysteme massiv überfordert. Und autoritäre Kontrollmaßnahmen eskalieren die Situation weiter – wie aus der Ebola-Krise 2014/2015 eigentlich ausreichend bekannt ist.

900.000 gegen Sonderjustiz für Konzerne

INKOTA - 6. Februar 2020 - 11:56
836.964 Unterschriften gegen Sonderklagerechte für Konzerne und dafür, dass Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden zur Rechenschaft gezogen werden – das ist das fulminate Ergebnis der Unterschiftensammlung „Menschenrechte schützen – Konzernklage stoppen!“, die von einem europaweiten Bündnis aus über 200 Organisationen getragen wurde. Letzte Woche haben wir sie dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin übergeben und die Kampagne damit beendet.  Auch INKOTA hat im letzten Jahr fleißig für die Kampagne mobilisiert: In 20 Städten quer durch Deutschland traten im April die Osterhasen in den Streik und forderten, Schokoladenunternehmen haftbar zu machen, wenn sie an ausbeuterischer Kinderarbeit beteiligt sind. Außerdem unterzeichneten hunderte Menschen an unserem Infostand beim Evangelischen Kirchentag die Kampagnen-Petition. Und viele unserer Unterstützer*innen haben in ihrem Freundeskreis, im Verein, in der Nachbarschaft oder der Gemeinde Unterschriften gesammelt. Wir möchten uns ganz herzlich bei Ihnen allen für diese tolle Unterstützung bedanken! Aktuell sehen wir: Unsere Kampagnenarbeit zeigt Wirkung. Denn Entwicklungsminister Müller und Arbeitsminister Heil wollen in den nächsten Wochen Eckpunkte für ein Lieferkettengesetz vorlegen, mit dem deutsche Unternehmen zur weltweiten Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards verpflichtet würden. Das wäre noch vor einem Jahr undenkbar gewesen. Denn lange verfolgte die Bundesregierung einen Ansatz, der ausschließlich auf die Freiwilligkeit der Unternehmen setzte. Dass zumindest Teile der Regierung mittlerweile die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regulierung von Unternehmen anerkennen, ist auch dem kontinuierlichen Druck der Zivilgesellschaft zu verdanken. Ein Lieferkettengesetz in Deutschland wäre ein großer Fortschritt. Doch die Gegner*innen, wie zum Beispiel das Wirtschaftsministerium und die Arbeitgeberverbände, bringen sich bereits in Stellung. In den kommenden Monaten werden sie nichts unversucht lassen, um das Lieferkettengesetz zu verhindern oder so weit wie möglich zu verwässern. Deshalb bleiben wir dran: Mit der Petition „Frau Merkel, wir brauchen endlich ein Lieferkettengesetz!“ fordern wir die Bundeskanzlerin auf, Menschenrechte zur Chefinnensache zu machen und noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz auf den Weg zu bringen. Schließen Sie sich uns an, unterzeichnen Sie die Petition! Jetzt Petition unterzeichnen! Lassen Sie uns gemeinsam den Druck aufrechterhalten, damit Konzerne für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung endlich zur Rechenschaft gezogen werden.
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Wie fair ist das Fairtrade-Preis?

INKOTA - 6. Februar 2020 - 11:17
Noch immer lebt die Mehrheit der Kakaobauernfamilien in Westafrika unter der Armutsgrenze. Ein wichtiger Grund dafür ist der zu niedrige Kakaopreis. Verschiedene Akteure haben deshalb im letzten Jahr begonnen, Empfehlungen für existenzsichernde Kakaopreise auszusprechen – von Fairtrade über das holländische Unternehmen Tony’s Chocolonely bis zu den Regierungen von Ghana und der Elfenbeinküste. Das VOICE-Netzwerk hat die verschiedenen Vorschläge auf den Prüfstand gestellt. Das Ergebnis: Unrealistische Annahmen führen dazu, dass der existenzsichernde Preis jeweils zu niedrig berechnet wird. Ab Oktober 2020 wollen die Regierungen von Ghana und der Elfenbeinküste Kakaobauern und –bäuerinnen einen staatlich garantierten Ab-Hof-Kakaopreis von 1.820 US-Dollar pro Tonne garantieren. Finanzieren wollen sie die Preiserhöhung durch einen Preisaufschlag von 400 US-Dollar por Tonne, den alle Kakao- und Schokoladenunternehmen für den Kakao aus den beiden westafrikanischen Ländern bezahlen müssen. Laut Fairtrade müsste der Ab-Hof-Preis in der Elfenbeinküste sogar 2.200 US-Dollar pro Tonne betragen, um ein existenzsicherndes Einkommen zu ermöglichen. Der niederländische Schokoladenhersteller Tony’s Chocolonely zahlt als erstes Unternehmen tatsächlich den Referenzpreis von Fairtrade – rechnet darin aber die Fairtrade-Prämie mit ein, die eigentlich zusätzlich gezahlt wird. Ausgestattet mit neuen Daten hat das VOICE-Netzwerk, dem in Deutschland INKOTA und das Südwind-Institut angehören, die unterschiedlichen Referenzpreise für existenzsichernde Einkommen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Alle Berechnungen basieren auf unrealistischen Annahmen, weil sie hohe Ertragssteigerungen voraussetzen, ohne die damit einhergehenden steigenden Produktionskosten ausreichend zu berücksichtigen. Außerdem setzen sie eine Verfügbarkeit von Arbeitskraft und erschwinglichen Krediten voraus, die in vielen Anbauregionen in Westafrika nicht gegeben ist. Das VOICE-Netzwerk kommt zu dem Ergebnis, dass der minimale Ab-Hof-Preis für ein existenzsicherndes Einkommen in der Elfenbeinküste bei 3.166 US-Dollar pro Tonne Kakao liegen müsste – also etwa 45 Prozent höher als der von Fairtrade kalkulierte Preis. In Ghana müsste nach Berechnungen von des VOICE-Netzwerk ein existenzsichernder Kakaopreis bei 3.116 US-Dollar liegen. Dennoch stellt das Papier die untersuchten Akteure als Vorreiter im Kakaosektor heraus. Denn andere Akteure in der Kakao-Lieferkette haben bisher gar keinen Referenzpreis für existenzsichernde Einkommen. Das schließt neben den großen Schokoladen- und Kakaounternehmen auch die Rainforest Alliance mit ein, die sich bisher weigert, ein solches Instrument in ihren Zertifizierungsstandard aufzunehmen. INKOTA fordert:
  • Schokoladenunternehmen und Nachhaltigkeitsstandards sollten existenzsichernde Einkommen als Menschenrecht anerkennen und klare Aussagen zur Höhe eines minimalen Ab-Hof-Kakaopreises treffen.
  • Berechnungen existenzsichernder Preise müssen sich an den tatsächlichen Lebensrealitäten der Kakaobauernfamilien orientieren.
Lesen Sie jetzt das Konsultationspapier des VOICE-Netzwerk Beteiligen Sie sich an unserer Aktion an die Rainforest Alliance Laden Sie jetzt das Kakaobarometer herunter Erfahren Sie mehr über die Kampagne Make Chocolate Fair!
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25 Jahre VENRO: „International ziemlich einzigartig“

VENRO - 6. Februar 2020 - 10:44

Im Jahr 1995 schlossen sich 57 Nichtregierungsorganisationen in Königswinter als VENRO zusammen. Zum Jubiläum gibt unser damaliger erster Vorsitzender Peter Molt interessante Details von der Verbandsgründung preis und bewertet die Entwicklungen der vergangenen 25 Jahre.

Herr Molt, haben sich die Erwartungen, die Sie damals an die Gründung von VENRO knüpften, erfüllt?

Die Nichtregierungsorganisationen, die sich 1995 zu VENRO zusammengeschlossen haben, hatten zuvor Netzwerken angehört, die sehr unterschiedliche Ansichten zur Arbeit in den Entwicklungsländern und zur humanitären Hilfe hatten. Entsprechend vielfältig waren die Erwartungen, die an den neuen Verband geknüpft wurden. Ein intensiver Meinungs- und Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern war deshalb vordringlich, wofür sich die Gliederung in Arbeitsgemeinschaften anbot.

Zweifellos war dieser Ansatz für das Zusammenwachsen und zur Meinungsbildung im Verband erfolgreich. Organisationen, die zunächst skeptisch waren und zögerten beizutreten, korrigierten dies relativ rasch, einige passten sich auch ausdrücklich den im Verband erarbeiteten Verhaltenskodizes an. Über die Mitgliedschaft in Landesnetzwerken gelang auch die Beteiligung kleinerer oder lokaler Organisationen. VENRO ist heute eine repräsentative und inklusive Organisation der Zivilgesellschaft für die Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, die in der Lage ist, zu den vielen und komplexen Entwicklungen und Fragen in Positionspapieren qualifiziert und unabhängig Stellung zu nehmen. Dafür diente auch der bei der Gründung beschlossene und bis heute durchgehaltene Grundsatz, die Kernarbeit der Organisation aus Mitgliedsbeiträgen zu finanzieren.

Die Erwartung, bei Bundesregierung, Bundestag, Verwaltung und  staatlichen Durchführungsorganisation für Grundsätze, Inhalte und Strategien der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe mehr Gehör zu finden, erfüllte sich dagegen nur zum Teil. Zwar leisteten VENRO und seine Mitgliedsorganisationen nach wie vor einen zunehmend wichtigeren Beitrag für die Öffentlichkeitsarbeit und damit für die Akzeptanz der internationalen Hilfe, aber es ist für sie schwieriger geworden, für eigenständige Ansätze und Methoden ihrer Arbeit vor Ort die erforderliche Unterstützung zu erhalten.

Was ist das Alleinstellungsmerkmal von VENRO?

Das solidarische Zusammenwirken von sehr großen bis sehr kleinen Organisationen, von denen einige sehr spezifische Ansätze haben, andere sehr breit aufgestellt sind. Dass ein so heterogener Verband so eng zusammenwachsen und einvernehmlich über zweieinhalb Jahrzehnte in einem sehr komplexen Tätigkeitsfeld wirken kann, ist international ziemlich einzigartig.

Inwiefern hat sich die Rolle der Nichtregierungsorganisationen in der Entwicklungspolitik und humanitären Hilfe in den letzten 25 Jahren verändert?

Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe haben sich sowohl inhaltlich als auch finanziell erheblich erweitert. Zur Zeit der Gründung von VENRO wurde der Beitrag der Nichtregierungsorganisationen in der öffentlichen Meinung und bei den staatlichen und internationalen Organisationen als wichtiges inhaltliches Element zur Lösung der Herausforderungen in den Entwicklungsländern gesehen – Nichtregierungsorganisationen galten als „stakeholders for development“. Das bezog sich auch auf den anfangs nachdrücklich vertretenen Grundsatz, dass der Beitrag der Nichtregierungsorganisationen sich vor allem durch eine aktive Beteiligung der betroffenen Menschen am Entwicklungsprozess als Voraussetzung für die Überwindung der Massenarmut auszeichne und entsprechend gefördert werden sollte.

Heute vollzieht sich Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sowohl bei den Empfängern als auch bei den Gebern immer mehr im staatlichen Rahmen bzw. unter vom Staat verfügten Formen und Vorschriften. Die Nichtregierungsorganisationen müssen heute in diesem Prozess für eine ihrem Potential angemessene Beteiligung kämpfen. Sie sind – das ist zumindest mein Eindruck – bei der Arbeit vor Ort abhängiger von den staatlichen Institutionen sowohl der Geber als auch der Empfänger geworden. Es ist besonders problematisch, dass die solidarischen Nichtregierungsorganisationen in ihrer Arbeit immer mehr von autoritären Regimen behindert werden. Das sollten sie nicht hinnehmen, zumal andererseits ihr Gewicht in der entwicklungspolitische Bildungs- und auch Öffentlichkeitsarbeit – aber auch für die weltweiten Debatten und Meinungsbildung – erheblich gewachsen ist.

Was sind die großen Herausforderungen, denen sich VENRO mit Blick in die Zukunft annehmen sollte?

Im Kampf für ein besseres Leben der Armen im Frieden, für die Verbesserung ihrer Rechte und die Beteiligung am technischen und materiellen Fortschritt müssen weitere Fortschritte erzielt werden. Sie dürfen den großen globalen Zielen der Bekämpfung des Klimawandels und einer friedlichen und den Menschenrechten entsprechenden Weltordnung nicht untergeordnet, sondern müssen in diese eingeordnet werden. Dafür sollten sich Verbände wie VENRO ohne Abstriche einsetzen.

Kommen Sie zur Jubiläumsfeier nach Berlin?

Das habe ich vor.

05. Februar 2020

ONE - 5. Februar 2020 - 17:40

1. Merkel in Afrika: Wirtschaft und Reformen
Heute beginnt die Afrika-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das thematisieren viele Medien, darunter Welt, tagesschau.de, zdf.de, der SWR, die Augsburger Allgemeine, stern.de, die Rheinische Post und die Saarbrücker Zeitung. Begleitet von einer Wirtschaftsdelegation, plane die Kanzlerin die Reformbemühungen der Staatspräsidenten von Südafrika (Cyrill Ramaphosa) und Angola (Joao Manuel Lourenco) unterstützen. In einem Interview mit der Welt bekräftigte der Afrikabeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), dass es der Regierung um „echte Partnerschaft, Gegenseitigkeit und Wirtschaftskooperation“ gehe. Zwar sei eine „faire Partnerschaft mit Afrika“ zu begrüßen, doch sei dies auf deutscher Seite noch lange nicht erreicht, so die Kritik des Grünen-Außenpolitikers Omid Nouripour. Die Grünen fordern von der Kanzlerin, sich bei ihrem Besuch in Angola für „die Aufklärung von Korruptionsskandalen einzusetzen“. Auch die Entwicklungsorganisation ONE fordere die Kanzlerin dazu auf, „bei ihrem Angola-Besuch Transparenz zu ihrem Hauptthema“ zu machen, wie die Nachrichtenagentur EPD ergänzt. Ein „stabiles Wirtschaftsklima“ ohne Korruption sei ausschlaggebend für ausländische Investitionen, die „bei den Menschen vor Ort ankommen“ müssen, so ONEs Deutschland-Direktor Stephan Exo-Kreischer.

2. Investition in Gesundheitssysteme schützt gegen Pandemien
Anja Langenbucher, Europa-Direktorin der Bill & Melinda Gates Stiftung, spricht sich in einem Gastbeitrag in der Welt für mehr Investitionen in Gesundheitssysteme und Impfungen als Pandemievorsorge aus. Die Verbreitung des Coronavirus zeige, dass eine lokale Krankheit schnell zu einem globalen Problem anwachsen könne. Das Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), 2016 ursprünglich gegründet, um gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika vorzugehen, arbeite bereits an einem Corona-Impfstoff. Dies dauere allerdings mindestens ein Jahr. Bis dahin seien die Gesundheitssysteme von Industrienationen wie Deutschland ausreichend auf das Coronavirus vorbereitet. Ärmere Länder, insbesondere in Afrika, benötigen allerdings Unterstützung, um effektive Maßnahmen zur Erkennung und Eindämmung der Krankheit durchzuführen, so Langenbucher. Wichtig sei auch die Finanzierung globaler Instrumente, die Gesundheitssysteme stärken. Dazu gehöre die Impfallianz Gavi, deren nächste Finanzierungskonferenz im Juni in London anstehe. Deutschland habe hierfür bereits 600 Millionen Euro zugesagt. Der Mangel an finanziellen und medizinischen Ressourcen sei der Hauptgrund dafür, dass afrikanische Studierende, die in der chinesischen Stadt Wuhan leben, bisher nicht in ihre Heimatländer ausgeflogen werden konnten, wie die Deutsche Welle berichtet. Afrikanische Ländern können derzeit keine sichere Rückführung von potenziell infizierten Menschen gewährleisten.

3. Afrika: Bundesregierung will Bundeswehr-Einsätze verlängern
Heute beschloss das Regierungskabinett, zwei Bundeswehr-Einsätze, die Unamid-Mission im Sudan und die Unmiss-Mission im Südsudan, zu verlängern. Dies berichten unter anderem die Welt, Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, der Deutschlandfunk, die Deutsche Welle, t-online.de und die Stuttgarter Nachrichten. Der Bundestag müsse allerdings noch zustimmen. Ziel von Unamid sei der Schutz von Zivilpersonen. Das deutsche Bundeswehrmandat solle nun auf 20 Personen und bis zum Jahresende befristet werden. Peter Schumann, Sudan-Experter und ehemaliger Stellvertretender Gemeinsamer Sonderbeauftragter von UNAMID in Darfur, sehe „keinen Grund, die Mission einen Tag länger laufen zu lassen“. Die Mission müsse neu ausgerichtet werden, „um das brüchige Friedensabkommen zu unterstützen“, so Schumann in der Deutschen Welle. Die Unmiss-Mission müsse dahingegen stärker von Deutschland unterstützt werden, so die Forderung von Agnieszka Brugger von den Grünen.

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The G20 @ 10 conference: assessing the benefits, limitations and the future of global club governance in turbulent times

DIE - 5. Februar 2020 - 16:30

In Buenos Aires on 30 November and 1 December 2018, the G20 is having its 10th anniversary as a summit format at the leaders’ level. On 14 and 15 November 2008, this previously-obscure group of finance ministers and central bankers of the nineteen most “systemically relevant” countries and the EU was transformed into a forum for international leaders to meet with a view into the abyss of the global financial crisis that originated in the US and spread fast across the world. Ten years and 12 leaders’ summits later, the G20 has moved beyond its 2008-09 role as a crisis-management forum and became the self-described “premier forum for […] international economic cooperation.” In this capacity it is now facing new demands to tackle global challenges such as climate change, digitalization and pandemics. As its agenda has expanded and the urgency of the crisis fades, the G20 faces questions regarding its relationship to other formal institutions of global governance, such as the United Nations, its effectiveness in dealing with global challenges as well as its legitimacy and accountability vis-à-vis its people and the 174 non-members.

At the G20 @ 10 Conference, organized by the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), together with Chatham House and the Shanghai Institutes for International Studies (SIIS), we took the occasion to reflect on the role of the G20 in its tenth year of summitry from both academic and policy-making perspectives. The conference brought together researchers of various disciplines, high-ranking government officials and experts from international organisations representing a broad range of G20 and non-G20 countries.

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Multilateralism without future - or the future of multilateralism?

DIE - 5. Februar 2020 - 16:23

At the beginning of a new decade, we suggest to look at the longer-term. Let’s consider the world of multilateralism two decade from now, i.e. well beyond the timeline of the 2030 Agenda. The setting in 2040 is likely to differ substantially from today. Things change, and the job of scenario-building is to imagine different futures without merely projecting existing trends or historic examples. Scenario-Building also provides us with ideas about what we need to do to land in the space we see as most preferable.

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After one decade of G20 summitry: what future of global club governance in turbulent times?

DIE - 5. Februar 2020 - 16:19

A decade ago the world was struggling with the repercussions of the global financial crisis in 2007 and 2008 that emerged in the interconnected transatlantic financial system. At this critical moment in time, the G20 was elevated from a meeting of finance ministers and central bank governors to the level of heads of states and government. By including a number of rising as well as middle powers non G7 countries the first G20 summit in Washington in November 2008 made clear that current cross-border challenges cannot anymore be dealt with by the old powers of the traditional establishment. At the subsequent summits in London (April 2009) and Pittsburgh (September 2009) the G20 displayed an astonishing level of international cooperation by agreeing on wide-ranging commitments that helped to calm down international financial markets and strengthen the crisis response of international financial institutions. These early initiatives led some optimistic observers to conclude that the system worked.

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Special issue introduction Ownership in a post‐aid effectiveness era: comparative perspectives

DIE - 5. Februar 2020 - 15:30
Motivation

Close to 15 years have passed since the adoption of the Paris Declaration on Aid Effectiveness, which generated unprecedented efforts to advance effective development co‐operation with a central focus on developing country ownership. Under today's international development co‐operation realities, involving inclusive agendas, strategic divergence and increasing competition, discussions on ownership, harmonization and alignment have lost traction. Yet the reality and practices of development co‐operation relationships show strong continuities.

Purpose

This special issue examines how the principle of ownership may be understood and advanced under these new conditions. National ownership is prioritized in the 2030 Agenda for Sustainable Development yet has so far been marginalized by a predominantly piecemeal response and by the rise of ‘mutual‐benefit' co‐operation.

Approach and Methods

This special issue takes an inductive approach to studying specific cases and actors bearing on the challenge of understanding and advancing ownership today, in order to inform future policy and research. The contributions to this special issue mainly draw from qualitative research designs that present detailed research inquiries into specific country and actor cases, drawing from interviews, structured desk reviews of policy documents and the rich body of literature on development effectiveness. They are complemented by two contributions that respectively present quantitative research and probe the critical and post‐development literature for additional insights.

Findings

Findings point to an increasing prevalence of pragmatism and self‐interest among all actors, to the detriment of national ownership. Broad co‐operation agendas, a sense of urgency interpreted as a search for quick results, and more diverse, interest‐ and outcome‐driven forms of multi‐stakeholder partnerships all entail a more assertive and proactive approach on the part of external actors. Under these conditions, local initiative may either become stifled or reasoned away. Given this, today's dominant approaches to co‐operation raise concerns about their ethics and sustainability.

Policy implications

Ownership remains both a requirement and a desired outcome of international co‐operation and is key to the effective use of public funding. A key requirement to revitalizing the debate on and practice of ownership is to gather better evidence as the basis for informed scrutiny. To this end, policy makers need to reprioritize independent evaluation at both the individual and collective level.

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Registration is Now Open to attend the C20 Face-to-Face Meetings

#C20 18 - 5. Februar 2020 - 14:38
Every year the C20 hosts the Face-to-Face meetings, which includes a set of public sessions discussing urgent global challenges and issues that fall under the G20 areas of focus. Also, the Face-to-Face meetings is an opportunity for the C20 11 working groups to meet with officials from their mirroring G20 working groups. This year's Face-to-Face meetings [...]
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Trump-Plan führt nicht zu Frieden

Misereor - 5. Februar 2020 - 14:08
Die beiden kirchlichen Hilfswerke Brot für die Welt und MISEREOR kritisieren den Nahost-Plan von US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit ihren israelischen und palästinensischen Partnerorganisationen. Der Ende Januar von Trump vorgestellte Plan zur Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinenserinnen und Palästinensern ist eine Absage an das Völkerrecht. Er spricht dem palästinensischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung faktisch ab.

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Der Beitrag Trump-Plan führt nicht zu Frieden erschien zuerst auf MISEREOR-BLOG.

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05.02.2020 Minister Müller zum Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung: „Müssen diese frauenverachtende Praxis stoppen. Wir verstärken unsere Maßnahmen.“

BMZ - 5. Februar 2020 - 13:00
Während seiner Reise in den Sudan erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller: "Weibliche Genitalverstümmelung ist eine frauenverachtende Praxis, die gestoppt werden muss. Ich sage ganz klar: Nicht jede Tradition ist bewahrenswert. In über 30 Ländern sind Mädchen und Frauen von diesem grausamen Ritual betroffen. 200 Millionen Frauen sind es weltweit. Und 30 Millionen Mädchen könnten in den kommenden Jahren noch Opfer werden. Deswegen bauen wir unser ...
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LHÜ-Info Januar 2020

SID Blog - 5. Februar 2020 - 11:28

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